Montag, August 03, 2009

"Quote statt Merkel"

Im Feminismus ist die DDR-Ideologie noch immer quicklebendig: Heide Oestreich plädiert mal wieder für mehr Planwirtschaft in der Geschlechterpolitik.

Lesenswert sind (bis auf den einen oder anderen Spinner) auch die Kommentare unter dieser kuriosen Mischung aus Propaganda und Interview.

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Montag, Juli 13, 2009

Gender-Happening queert viele Stereotype

Sind die Jungs jetzt Avantgarde oder einfach nur schlimm verwirrt? Ihre Workshop-Aufgabe ist, eine männliche und eine weibliche Figur zu malen und ihnen Eigenschaften zuzuordnen. Da stehen nun zwei verlegen lächelnde Wesen auf dem Papier, beide haben einen Bart und Brüste. Und statt banaler Eigenschaften steht da "Performanz", "Gender trouble" und "Subversion". Au weia.

"Gender is happening", so hat die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin eine Tagung vergangene Woche genannt, in der die Geschlechter mehrfach durchquert wurden: Filme, Performances und Panels von Porno bis Weltwirtschaft.

"Ihr habt echt schon viel weitergedacht", bewundert eine Teilnehmerin die Jungsgruppe eines Workshops. Eine andere dagegen schüttelt den Kopf: "Ihr ignoriert alles, was da ist: die Stereotype, die biologischen Unterschiede. Für mich sieht das aus wie Männer, die sich gendermäßig anbiedern wollen."


Heide Oestreich berichtet über eine der offenbar bizarrsten Veranstaltungen dieses Jahres. So sieht also Feminismus aus, der sich in der Endstufe selbst verschlingt. Kann man Eltern oder Erzieher eigentlich wegen seelischen Missbrauchs belangen, die ihre Jungen zu so einer Veranstaltung schleppen?

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Montag, Juni 22, 2009

"taz" empört: "Männerrechtler will Frauenhäuser schließen"

Der Bremer Männerrechtler Gerhard Amendt will die Frauenhäuser abschaffen: Dort manövriere man mit "antipatriarchaler Kampfrhetorik" verwirrte Frauen "in die Opferposition".


Hier geht es weiter.

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Samstag, Dezember 01, 2007

Herzlichen ... naja ... Glückwunsch, Alice

Alice Schwarzer wird 65. Heide Oestreichs Gratulation dazu gerät indes zu einer recht umfassenden Kritik von Deutschlands bekanntester Feministin, ihrem Weltbild und ihrer Vorgehensweise. Aufschlussreich ist zu erfahren, was Alice Schwarzer so alles unter Journalismus versteht: "Beim Lesen der Emma gewinnt man (...) den Eindruck, dass 'die Frauen' nur eine Meinung haben: die Alice Schwarzers." stellt Oestreich zutreffend fest. In Wahrheit schrecke Schwarzers viktorianisches Herangehen an das Thema Sex viele Frauen ab: selbst viele jüngere Feministinnen sind darunter.

Doch Alice Schwarzer gemeindet auch diese jüngeren Frauen gern in ihr Freund-Feind-Schema ein. So findet sich im Antipornografie-Dossier der Emma ein Text der SZ-Autorin Meredith Haaf, in dem sie sich kritisch mit der erotischen Selbststilisierung junger Frauen auf der Internetplattform Myspace auseinandersetzt. Meredith Haaf versteht sich als Feministin, ihr Buch "Wir Alpha-Mädchen" erscheint im Frühjahr. Aber mit der "PorNO"-Kampagne möchte sie nichts zu tun haben. "Ich wusste nicht, dass mein Text Teil einer Antipornokampagne werden sollte. Da passt er nämlich nicht hinein. Ich bin pro Porno und nicht gegen Porno", sagt sie.


Nicht anders sieht es beim Thema Prostitution aus, führt Oestreich aus:

So wird unversehens die Zwangsprostitution zum Prototyp der Prostitution: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 würden 40.000 zusätzliche Prostituierte erwartet, geisterte durch die Medien. In der Emma wurden daraus "40.000 Zwangsprostituierte". Der Dachverband der Hurenberatungsstellen ist davon überzeugt, dass Prostitution auch ein Beruf sein kann, wenn auch in einem extrem schwierigen Milieu. Und das sagten sie auch, wenn die Emma bei ihnen anrief. "Unsere Zitate sind dann oft so wiedergegeben worden, dass wir uns nicht mehr wiedererkannt haben. Wir haben daraufhin beschlossen, der Emma bis auf weiteres keine Interviews mehr zu geben", so Steinborn.


Es ist wohl unnötig zu sagen, dass sich Oestreichs Analyse von Schwarzers Praktiken mit meiner eigenen Analyse deckt. Für lesenswert halte ich den kompletten Artikel.

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Freitag, November 30, 2007

Lesermail (Oestreich und Krabbe)

Zu dem weiter unten von mir verlinkten und in Ansätzen durchaus positiv bewerteten "taz"-Interview Heide Oestreichs mit Jürgen Krabbe gibt es von einem Mitglied von MANNdat sehr kritische Einwände:

Da die "taz" ja in Berlin ansässig ist, habe ich mal bei der Berliner Polizei nachgefragt. Offensichtlich werden die Zahlen zur häuslichen Gewalt jetzt in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mit veröffentlicht, was uns die Arbeit massiv erleichtert.

Hier die PKS von Berlin 2006:

Auf Seite 96/97 findet man die Zahlen für 2006:
8202 Tatverdächtige, davon 6433 männlich: Frauenanteil bei den Tätern 21,6%
zum Vergleich: 2001 waren es nur 14,7%
7837 Betroffene, davon 5785 weiblich: männliche Betroffene 26,2%
zum Vergleich: 2001 waren es nur 19,5%
Das ist alles ziemlich beachtlich angesichts der Tatsache, dass in der Öffentlichkeit nahezu ausschließlich von Opferinnen und Tätern gesprochen wird und die Hilfsangebote für Männer vernachlässigbar sind.

Man sollte auch mal die Kompetenz der Journalistin hinterfragen, die offensichtlich nicht ausreichend informiert ist und daher so einen Quatsch einfach drucken lässt, geschweige denn die Aussagen des "Experten" überprüft und korrigiert - was ihre Pflicht gewesen wäre.


Die pdf ist auf meinem PC nicht lesbar ("Das Dokument kann nicht entschlüsselt werden"), insofern konnte ich die zitierten Zahlen nicht selbst verifizieren. Ich habe aber in Anbetracht des Absenders dieser Mail keinen Grund, daran zu zweifeln.

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Donnerstag, November 29, 2007

Vermischtes

Ungefähr ein Jahr lang habe ich jetzt Blogeinträge mit dem Titel "Vermischtes" vermieden, aber es ist gerade ein wenig turbulent bei mir, und auf diese Weise kann ich doch noch rasch die interessanteren Beiträge des heutigen Tages kollektiv bloggen.

Vor kurzem hatten wir hier ja mal Stutenbissigkeit als Thema. Dazu gibt es einen neuen Artikel.

Mit einem drastischen Video weisen die Schweizer "20 Minuten" auf das Thema Zwangsprostitution hin. Quasi nebenbei erfährt man so, dass auch im Zuhältergewerbe Frauen keineswegs die besseren Menschen sind.

Sodom und Gomorrha: Oskar Lafontaines Frau tritt zum Thema Familie jetzt mit Bischof Mixa auf, meldet die "Welt".

Auch die Muslime fühlen sich vom "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" der UNO angesprochen. So erklärte das geistige Oberhaupt der Schiiten im Libanon die anhaltende Gewalt von Männern gegenüber ihren Frauen zur Sünde. Frauen seien immer noch Opfer männlicher Gewalt, obwohl sie inzwischen zu den obersten sozialen und politischen Rängen aufgestiegen seien. Politisch korrekter kann man eigentlich kaum sein. Die Vorsitzende des libanesischen "Rates gegen Frauengewalt" (gegen Frauengewalt??) kritisiert allerdings die aktuelle Fatwa, die einer geprügelten Frau das Recht zum Zurückschlagen zugesteht. Gegenseitige Prügeleien hülfen niemandem weiter.

Ebenfalls in der taz befragt Heide Oestreich den Gewaltberater und Therapeuten Jürgen Krabbe (vormals: "Männer gegen Männergewalt") zu prügelnden Kerlen und geprügelten Frauen. Immerhin bleibt in diesem Interview die andere Seite der Wirklichkeit nicht ausgeblendet:

Oestreich: Männeraktivisten klagen, dass männliche Gewaltopfer gar nicht wahrgenommen werden. Sehen Sie das auch?

Krabbe: Bei den bekannten körperlichen Gewalttaten in Beziehungen sind 95 Prozent der Täter Männer. Da ist eine gewisse Konzentration auf diese Gruppe wohl verständlich.

Oestreich: Anonyme Befragungen im Dunkelfeld kommen zu dem Ergebnis, dass Frauen ähnlich oft gewalttätig werden wie Männer.

Krabbe: Wir fangen gerade erst an, öffentlich über Ohnmachts- und Opfererfahrungen von Männern zu reden. Dass die Frauen mit ihrer politischen Arbeit einen Vorsprung haben, kann man ihnen doch nicht übel nehmen. Wir bilden übrigens auch Frauen aus, die gewalttätige Frauen beraten.


Anerkennenswert: Krabbe erzählt dummes Zeug, und Oestreich hakt nach. Die allermeisten anderen Journalisten hätten die Männerrechtler erst gar nicht erwähnt und wenn doch, sich mit Krabbes Unfug abfertigen lassen. Und dass sich endlich auch mal jemand um gewalttätige Frauen kümmert, wusste ich auch noch nicht.

Die Ergebnisse einer neuen Studie überraschen nicht: Wenn ein Elternteil kein Kontakt mehr zu seinen Kindern hat, führt das oft zu schweren gesundheitlichen, sozialen und psychischen Beeinträchtigungen. Fast 88 Prozent der von Esther Katona für diese Studie Befragten waren Männer. Wenn sich da mal keine Feministin wegen Sexismus aufregt ... (Sorry, mein Sarkasmus bricht wieder durch.)

Und schließlich berichtet die FAZ über den "neidischen Blick auf die norwegische Quote".

Ganz herzlichen Dank an alle Hinweisgeber!

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Donnerstag, November 01, 2007

"Lieber menschlich als männlich"

Die Berliner taz widmet dem aktuellen SPD-Slogan einen längeren Artikel.

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Montag, Juli 16, 2007

CSU-Frauen stürzen sich auf "Emma"-Abos

Die taz widmet sich heute erneut Alice Schwarzers Aufbruch ins konservative Lager – und zwar gleich zweimal.

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Mittwoch, Juni 27, 2007

Welche Frau darf es sein?

Um Trendforschung und Glücksstrategien geht es heute in der taz.

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Dienstag, Juni 12, 2007

"Die Wege des Drama-Feminismus"

Alice Schwarzers neues Buch „Die Antwort“ wurde in den letzten Tagen rauf und runter rezensiert. Eine Besprechung verlinke ich jetzt doch noch mal – weil sie von Heide Oestreich ist.

Nachtrag vom Mittwochmorgen: Hey, da entdecke ich doch in meiner Regionalzeitung noch einen gut begründeten Verriss.

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Donnerstag, März 15, 2007

Gewalt in der Partnerschaft: Noch immer werden Mythen gestreut

Wenn es um häusliche Gewalt geht, halten vermutlich noch heute die meisten Menschen eher die radikalfeministische Ideologie für die Wahrheit als das, was wissenschaftliche Erkenntnisse tatsächlich hergeben. Dass dem so ist, liegt an einer gut geölten Propagandamaschine der feministischen Bewegung, die bis in wichtige Medien hinein bestens etabliert ist. Auf der Website der US-amerikanischen liberalen Feministinnen um Wendy McElroy nennt Carey Roberts unter Bezugnahme auf eine neue Veröffentlichung des renommierten Gewaltforscher Richard Gelles einige Beispiele, wie diese Propaganda funktioniert. Zwei Auszüge:

"Female perpetrators of partner homicide serve longer jail sentences than males" Here's the truth: the average prison sentence for male offenders is 17 years, and for female murderers is 6 years.


(Wir erinnern uns: Heide Oestreich kolportierte den feministischen Mythos von höheren Haftstrafen für Frauen unlängst in die taz und strickte einen Artikel darum, der geradezu einer Rechtfertigung von weiblicher Lynchjustiz gleichkam.)

Weiter geht´s:

This past November the Washington Times ran a front-page story that claimed, "A 2005 U.N. Population Fund report found that 70% of married women in India were victims of beatings or rape." The notion that 70% of Indian husbands are batterers or rapists defies reason or common sense. So on November 28 the Washington Times was compelled to admit the mistake, saying the United Nations "does not have sufficient data" to make any such claim.

Then there's the outright suppression of research findings, like one federally funded survey directed by the Kentucky Commission on Women. The interviews revealed that 38% of all violence consisted of unprovoked attacks by women on their male partners -- but that key statistic was omitted from the final report. The cover-up was not discovered until other researchers obtained a copy of the raw data.

And recently the U.S. Department of Justice issued a grant solicitation (Ausschreibung für Forschungsgelder, A.H.) that specifically prohibited any "proposals for research on intimate partner violence against, or stalking of males of any age." How's that for good ol' fashioned sex bias?

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Donnerstag, Februar 22, 2007

„Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!“

Die taz in Gestalt von Heide Oestreich wirft sich weiter für Gender Mainstreaming in die Bresche. Heute interviewt sie Susanne Baer, die als Leiterin des GenderKompetenzZentrums vorgestellt wird. Ein Auszug:

Die Rede von der Umerziehung ist Ausdruck diffuser Ängste und gezielter Aggressionen. Diese brechen sich jetzt Bahn, weil nochmals versucht wird, tradierte Vorstellungen von Männlichkeit zu behaupten, obwohl eigentlich klar sein dürfte, dass diese nicht mehr überlebensfähig sind. Gender-Mainstreaming hat Geschlechterthemen aus der Frauenecke herausgeholt und konfrontiert jetzt auch Männer mit Fragen, über die sie bisher hinweggesehen haben. Insofern sind die Aggressionen eine Art paradoxer Erfolg von Gender-Mainstreaming. (...) Wir tun gut daran, Debatten von dem simplen Schema "böse Männer - gute Frauen" zu befreien. Nicht den Frauen muss mal wieder geholfen werden, sondern beide Geschlechter sind die Zielgruppe. Gender-Mainstreaming eröffnet Männern neue Möglichkeiten neben der etwas tristen Alternative: Geld ranschaffen, aggressiv, rational und cool daherkommen. Und es geht um einen sehr alten und sehr schönen Wert: Gerechtigkeit.


Okay. Dass es nicht mehr um "böse Männer und gute Frauen" geht, hört sich ja schon mal gut an, allerdings hätte ich schon gerne etwas mehr Substanz, um zu glauben, dass das nicht nur ein weiteres Lippenbekenntnis sein soll. "Der Feminismus wird auch die Männer befreien" versprach Gloria Steinem schließlich schon in den 70er Jahren, und wir sehen täglich, was von diesem Versprechen zu halten war. Was den Rest angeht, fasse ich mal zusammen: Es werden neue Möglichkeiten für Geschlechterverhalten "eröffnet", während die alten "nicht überlebensfähig" sein sollen, es handelt sich aber um keine "Umerziehung". Hm. Und egal, ob die Reaktionen auf Gender Mainstreaming kritisch oder zustimmend ausfallen, beides wird als "Erfolg" gefeiert. Alles klar.

Ich glaube an die Seriosität von Gender Mainstreaming dann, wenn beispielsweise in der "taz" maskulistischen Autoren und Positionen genauso viel Platz eingeräumt wird wie feministischen. Bis dahin sieht mir das doch wie eine große Mogelpackung aus.

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Freitag, Januar 19, 2007

„Die mediale Herrenfront hat Zuwachs bekommen“

Heide Oestreich ist definitiv nicht begeistert über die Behandlung des Themas „Gender Mainstreaming“ in der letzten Ausgabe der „Jungen Freiheit“. Immerhin attestiert sie der JF, dass sie sich von SPIEGEL und FAZ kaum unterscheide – was in ihrer Lesart natürlich nicht bedeutet, dass die JF lange nicht so radikal ist, wie ihr immer unterstellt wird, sondern „dass Mainstream-Medien nahtlos in der Geschlechterfrage an den Rechtsextremismus anschlussfähig sind“.

Besonders lustig wird Oestreich mit folgendem Satz:

Dass die „Junge Freiheit“ Diffamierungen und Anwürfe druckt, ohne die Angegriffenen zu Wort kommen zu lassen, verwundert bei einem solchen Tendenzblatt kaum.


Wie ich hier bereits gebloggt hatte, hatte die JF Dissens sehr wohl um eine Stellungnahme gebeten. Dissens hatte aber jedes Interview mit der JF verweigert. Was Heide Oestreich von der JF leicht hätte erfahren können, wenn sie nur gefragt hätte. Tja, da könnte man natürlich formulieren: „Dass Heide Oestreich Diffamierungen und Anwürfe druckt, ohne die Angegriffenen zu Wort kommen zu lassen, verwundert bei einer solchen Tendenzjournalistin kaum.“ :-)

Wird das jetzt eigentlich langsam Mode, dass Heide Oestreichs Anschuldigungen auf sie selbst zurückfallen? Kleiner Tipp: Nicht ständig gegen den Wind geifern, Frau Oestreich. Oder öfter mal Genderama lesen – dann wären Sie wenigstens informiert.

Nachtrag: Diskutiert wird der Artikel inzwischen hier. Schon der erste Kommentar trifft den Punkt:

Quintessenz: Wer gegen Gender-Mainstreaming ist, ist rechtsextrem. War doch irgendwie zu erwarten.

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Mittwoch, Januar 17, 2007

Dissens verteidigt sich: „Wir möchten starre Männlichkeiten auflösen“

Den Vorteil, über den Gruppen wie Dissens (anders als Gruppen von Männer- und Väterrechtlern) verfügen, ist dass ihnen immer schnell ein Podium zur Verfügung steht, auf dem sie sich gegen Kritik verteidigen können - in diesem Fall auf den Seiten der taz. Andererseits freut man sich, dass es überhaupt zu einer kontroversen Debatte kommt. Heide Oestreich findet den Skandal um Dissens jedenfalls übertrieben:

Die Jungenarbeit hat sich im Gefolge der Mädchenarbeit entwickelt. Die aber kritisierte das dominante Verhalten der Jungs. Manche Pädagogin erwartet deshalb von der Jungenarbeit eine Art Pazifizierung der Rabauken. Einige JungenpädagogInnen folgen dieser Richtung und ermutigen Jungen, ihre "weiblichen Eigenschaften" zu entwickeln. Andere aber wenden sich genau dagegen. Sie wollen den Jungen zu einer positiven Haltung zur Männlichkeit verhelfen, indem sie deren "männliche" Bedürfnisse ernst nehmen. Die meisten ProtagonistInnen der Jungenpädagogik beschreiten glücklicherweise einen Mittelweg. (...) Pädagoge Winter hält die Aufregung um den Verein Dissens für unnötig: Man könne bei Schülern in einer kleinen Projektwoche ohnehin nichts zerstören. "Das viel größere Problem ist, dass sie in der Schule einer Dauerberieselung mit unreflektierten Geschlechterstereotypen ausgesetzt sind." Und diese können seiner Ansicht nach beide verbreiten: feministische LehrerInnen, die die Jungs pazifizieren wollen - genau wie Lehrer, die meinen, alle Jungs müssten Fußball lieben. Denn beides geht über die Bedürfnisse des Einzelnen hinweg.


(Dass im taz-Artikel zutreffend von „Jungen“ die Rede ist und in der Schlagzeile von „jungen Männern“ halte ich übrigens für keinen Zufall. „Jungen“ sind als Opfer vorstellbar, hier darf mittlerweile auch schon über Diskriminierung gesprochen werden; „Männer“ hingegen assoziieren weit mehr das „Tätergeschlecht“ und eine gewisse Unverwundbarkeit, so dass man mit ihnen praktisch alles machen darf. Aber das nur am Rande.)

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Mittwoch, Januar 10, 2007

"Vorsicht vor kastrierenden Lesben"

Heide Oestreich liefert in der heutigen taz eine Gegenrede zum Artikel über Gender Mainstreaming im letzten SPIEGEL.

Jetzt soll ich den Artikel bestimmt auch noch irgendwie kommentieren, oder? Okay. Ich halte es ja für sehr erfreulich, wenn überhaupt endlich mal eine kontroverse Debatte über Gender Mainstreaming entsteht. Allerdings weiß ich nicht, warum das mal wieder auf einem polemischen Niveau stattfinden muss, das sich in längst zu Tode gerittenen Anwürfen wie „Backlash“ und „Kastrationsängste“ erschöpft. Ich weiß auch nicht, wen diese Rhetorik aus den siebziger Jahren noch überzeugen soll, der nicht ohnehin schon von Oestreichs Position überzeugt ist. Früher sahen es – insbesondere linke – Medien mal als vornehmste Aufgabe, staatliche Maßnahmen zu hinterfragen, statt sie (reichlich blind) zu verteidigen. Kann es zum Beispiel sein, dass Heide Oestreich die regierungsamtliche Reklame über Gender Mainstreaming ("Geschlechterrollen erweitern") mit fragwürdigen Vorgängen in der ideologisierten Umsetzung ziemlich wild durcheinanderschmeißt? Und müsste „Geschlechterrollen erweitern“ nicht einschließen, dass beispielsweise Männern auch die breite Palette traditionell männlichen Verhaltens als denkbare Option aufgezeigt wird (jene Palette, die seit Jahrzehnten in den Mediendiskursen praktisch durchgehend als „von vorgestern“ abgewertet wird) und dasselbe umgekehrt auch bei Frauen und traditionell weiblichem Verhalten zu tun, statt beide Geschlechter auf ein politisch korrektes Modell von Androgynität zuzuführen?

Man könnte noch sehr vieles zu diesem Thema sagen. Ich werde mich im Laufe des Tages noch einmal dezidierter zum Gender Mainstreaming äußern.

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