Freitag, August 21, 2026

Tom Gerhardt: "Gottschalk hat Frauen ans Knie gefasst. Die Folge: lebenslange Traumata"

1. Der Comedian Tom Gerhardt hat sich gegen aus seiner Sicht allzu billige Kritik an Thomas Gottschalk ausgesprochen:

"Man arbeitet sich am bald 80-jährigen 'Sunnyboy' Gottschalk ab, bei dem man ja aufgrund ernster Krankheit nicht viel Gegenwehr befürchten muss. Ach, wie mutig auch. Und natürlich schlagzeilenträchtig."

(…) Gerhardt: "Er hat sage und schreibe Frauen ans Knie und an die Schulter gefasst. Die offensichtliche Folge: lebenslange Traumata." (…) "Ich frage euch, selbst ernannte Staatsanwältinnen: Konntet ihr keinen Besseren finden, um zu beweisen, dass ein düsteres Patriarchat Deutschland fest im Griff hatte und noch hat?"

"Also Klaus Kinski hätte mir als Angeklagter mehr Sinn gemacht und wäre bestimmt auch gerne und unterhaltsam in die Diskussion gestiegen. Aber, ach, er ist nicht mehr unter uns", sagt Tom Gerhardt weiter.

(…) "Es ist natürlich ihr Recht, sich so gefühlt zu haben, wie sie sich denn gefühlt haben. Trotz Bussi-Bussi mit Tommy vor und nach der Show", so der Schauspieler. "Ich erkenne auch an, dass in früheren Zeiten Frauen gerne mal reduziert wurden auf ihr Aussehen und ihre 'Sexyness'."

Doch Tom Gerhardt steht der Debatte weiterhin kritisch gegenüber: "Wenn du behauptest, wirklich Frauenrechtler oder Frauenrechtlerin zu sein und dieses leidige, alte Thema dermaßen hochkochst, dann habe ich ein riesiges Fragezeichen: Wenn du die Zeit hast, dich so ausgiebig um alte Sendungen von Gottschalk zu kümmern, warum stehst du nicht erst mal auf für die wirklich knallharten, realen, physischen Torturen, denen Frauen – nur wenige Flugstunden entfernt – in Ländern wie Afghanistan oder dem Iran ausgesetzt sind?"

Denn für den 68-Jährigen bestünde dort deutlich mehr Handlungsbedarf: "Da geht es um Leben oder Tod. Täglich", so Gerhardt. "Wo sind eure Aufrufe gewesen? Wo? In diesem Zusammenhang habe ich die Ritterinnen der Moral noch nicht entdeckt (verzeiht, wenn ich hier jemand übersehen habe). Oder gilt das Schutzbedürfnis nur für deutsche Schauspielerinnen?"




2. Der ORF berichtet über eine bemerkenswerte Studie:

Forschung zur Elternkarenz beschäftigt sich meist mit der Gesundheit von Müttern, die psychische Gesundheit von Vätern erhielt bisher nur wenig Aufmerksamkeit. 746 Väter aus Schweden wurden deshalb von einem Forschungsteam eineinhalb Jahre lang beobachtet, beginnend als deren Babys etwa neun Monate alt waren.

Die teilnehmenden Väter beantworteten Fragen zu depressiven Symptomen zu Beginn der Studie und erneut bei einer zweiten Befragung, als ihre Kinder etwa 27 Monate alt waren. Wie lange die Väter in Karenz waren, wurde ebenfalls bei der zweiten Befragung erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass Väter, die 14 bis 40 Wochen in Karenz waren, signifikant seltener Anzeichen einer Depression aufwiesen als Väter, die nur bis zu vier Wochen in Anspruch nahmen. Bei Vätern, die fünf bis 13 Wochen zu Hause blieben, war das nicht der Fall, ebenso wenig wie bei jenen, die mehr als 40 Wochen in Karenz waren.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Väter, die mehr als 90 Tage (knapp 13 Wochen) Karenz in Anspruch nehmen, aber nicht mehr als 60 Prozent der Gesamtdauer der Elternkarenz, eine bessere psychische Gesundheit haben", so Michael Wells, vom schwedischen Karolinska-Institut. In Schweden hat jeder Elternteil 90 nicht übertragbare Karenztage, also etwa 13 Wochen.

Das Forschungsteam vermutet, dass die Zeit zu Hause Vätern hilft, eine engere Verbindung zu ihrem Kind aufzubauen, sich in der Elternrolle sicherer zu fühlen und Alltagsroutinen zu etablieren. Das könnte wiederum das Risiko depressiver Symptome reduzieren.




3. Welche Probleme haben SPIEGEL-Redakteurinnen eigentlich mit Männern? Wird das in Einstellungsgesprächen eigens erfragt, bevor man dort einen Job bekommt? Aktuell arbeitet sich Anna Clauß an ihrem Sohn ab.



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