Donnerstag, August 13, 2026

Rapper PA Sports rechnet mit privilegiertem Feminismus ab

1. Der deutsche Rapper PA Sports hat sich in einem aktuellen Podcast kritisch zum herrschenden Feminismus geäußert, woraufhin dies auf TikTok viral ging:

Der Life-is-Pain-Chef stellt dabei direkt klar: "Digga, ich bin Feminist." Seine Haltung leitet er aus der eigenen Familiengeschichte ab: "Ich bin Sohn von einer iranischen Mutter, die aus einem Land gegangen ist, wo man ihr aufzwingen wollte, wie sie zu leben hat. Das ist für mich die per se Definition von Feminismus."

Gleichzeitig zieht der Rapper eine klare Grenze: "Es gibt aber für mich einen Unterschied zwischen diesem Feminismus und diesem white privileged Feminismus von Frauen, die eigentlich nur Feminismus als Label benutzen, um ihre eigenen Befindlichkeiten verteidigen zu können." Dieser Feminismus reiche, so PA Sports weiter, "von freizügig durch die Straße laufen bis OnlyFans-Account".

Seinen Vorwurf macht der Rapper an konkreten Beispielen fest: "Was ist mit den Mädels, die 3000 Kilometer entfernt in Gaza zerbombt werden? Wollen wir für die auch was machen? Oder für die Frauen, die im Iran getötet werden, wenn sie ihr Kopftuch abziehen oder was weiß ich was machen? Das juckt die gar nicht."

Wer seine Empathie nur für Themen übrig habe, die für einen selbst hier in Deutschland gesellschaftlich relevant seien, und wen das Leid von Frauen außerhalb des eigenen Umfelds nicht interessiere, dem stellt der Essener ein vernichtendes Zeugnis aus: "Ey, du kannst dir diesen Aktivismus und diesen Aktionismus sonst wohin schieben."


In einem weiteren Gesprächsausschnitt legte PA Sports noch mal nach:

Zum Einstieg beschreibt er eine Haltung, die ihm bei manchen Frauen auffalle: "Es gibt ja Frauen, die ganz klar sagen, hier geht’s nicht um Gleichberechtigung." Als Beispiel führt er seine Rapkollegin Ikkimel und eine Zeile aus ihrem Song "GIFTMORD" an, in der es heißt: "Ich will nicht, dass wir gleich sind, ich will Rache, du Mistkind".

Manchmal habe er tatsächlich das Gefühl, dass es genau darum gehe, so der Rapper weiter. Es werde nichts auf Augenhöhe gehoben. Stattdessen sollten die gesellschaftlichen Nachteile vieler Jahre nun für eine Weile als Vorteil erlebt werden, bevor man irgendwann gleichziehe.

Dagegen setzt PA Sports ein Beispiel, das sich seiner Ansicht nach auf alles übertragen lässt - auf globale Konflikte ebenso wie auf Kriegssituationen. Er verweist auf Nelson Mandela, der unschuldig im Gefängnis gesessen habe und nach seiner Entlassung eben nicht dazu aufgerufen habe, auf die Straße zu gehen und alles in Brand zu setzen.

Daraus leitet er ein Prinzip ab. Heilung und Frieden lägen darin, dass derjenige, dem Unrecht getan wurde, an dem Tag, an dem er selbst am Drücker sei, auf Vergeltung verzichte. Genau dieser Verzicht sei der Punkt, an dem eine Eskalation ende.

Passiere das nicht, gehe die Sache immer weiter, meint der Life-is-Pain-Chef. Während die eine Seite ihre Genugtuung bekomme, entstehe auf der anderen erneut ein Nährboden für Hass und Unrecht, bis die Verhältnisse irgendwann wieder kippen. Sein Fazit: "Und so drehen wir uns für immer im Kreis."




2. Der Tagesspiegel berichtet über "Männer in gewalttätigen Beziehungen". Gemeint sind männliche Opfer von häuslicher Gewalt, aber zu so einer Überschrift konnte man sich in der Redaktion offenbar nicht durchringen (Opferabo). Und natürlich geht es gleich im Teaser Richtung Victimblaming: "Betroffenen wie dem Berliner Gernot fällt es oft schwer, sich schwach zu zeigen." Ja, das ist ein Problem, aber wenn das regelmäßig gleich das erste ist, was kommt, ist das ein Armutszeugnis. Man schreibt über ein weibliches Opfer einer Vergewaltigung auch nicht gleich im Teaser: "Frauen wie Marion laufen gerne im kurzen Rock durch den Park."

Der Artikel selbst steht für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online. Der Volltext konnte von mir auch nicht durch die in solchen Fällen üblichen Strategien aufgetan werden.



3. Die Kritik am neuen Männermanifest der Grünen ebbt nicht ab. "Es gibt bei den Grünen den Hang, sich nach rechts treiben zu lassen" befindet der "Männlichkeitsforscher" Kim Posster, bei dem man davon ausgehen darf, dass es sich um einen Feministen handelt, wenn er in einer linken Zeitung wie dem "Freitag" viel Raum erhält. Er führt seine Kritik folgendermaßen aus:

"Es lässt sich ein maskulinistisches Appeasement beobachten. Gerade, wenn man es mit dem letzten Männermanifest der Grünen von 2010 kontextualisiert. Das hat damals sehr gut zu einem Popfeminismus der 2010er-Jahre gepasst, in dem der Begriff der toxischen Männlichkeit immer wieder betont wurde. Die Message damals lautete noch: Feminismus ist natürlich auch offen für Männer. Feminismus bringt Männern sogar was. Das neue Manifest ist hingegen eine ganz bewusste Anbiederung an Manosphere-Symbolik und deren Argumentationen. Wenn Anton Hofreiter also davon spricht, dass die grüne Partei einen 'Beschämungsdiskurs' gegenüber Männern betrieben hätte, dann vermute ich, steckt da weniger dahinter, dass er diese Argumentation von der Manosphere aufgezwungen bekommt oder sie strategisch gewieft nutzt, sondern vielmehr, dass das eigene antifeministische Ressentiments und Konflikte sind, die nun ausgetragen werden."


Beim "Freitag" will man nun wissen, ob das Manifest eher Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Verschiebung nach rechts oder von strategischem Appeasement nach rechts wäre. (Ja, andere Möglichkeiten, das Manifest zu deuten, schließt schon die Frage aus.) Posster gib zu, von den Grünen wenig Ahnung zu haben, er "beschäftige sich ehrlich gesagt nicht so viel" mit ihnen, aber natürlich ließen sie sich gerne nach rechts treiben. Daraufhin kritisiert er den Begriff "toxische Männlichkeit", weil er ihm nicht scharf genug ist:

"Mein Hauptproblem ist, dass toxische Männlichkeit meistens eine sehr oberflächliche Spaltung ist, in 'gute' und 'schlechte Anteile' von Männlichkeit. Ganz oft wird dieser eben eingesetzt, weil man das Männliche eigentlich 'retten' will. Also das Gegenbild vom 'Toxischen" ist ja nicht umsonst das 'Gesunde', das Ausgeglichene, das Geheilte irgendwie. Und das steht oft einer fundamentalen Kritik im Weg."


Im restlichen Verlauf des Interviews bezieht sich Kim Posster positiv auf Veronika Kracher, die "die Debatten um Amber Heard und Blake Lively als zentrale Momente eines misogynen Rechts-Drift ausgemacht" habe. Bei Versuchen linker Männer auf die Perspektive von Männern aufmerksam zu machen, entstehe ein "männliches Resouveränisierungstheater", und es zeige sich, "dass linke Männer oft erst Männer und dann Linke sind. Deswegen würde ich immer sagen: Männer, die sich für Politik interessieren und dabei die Bedingung haben, dass ihre Männlichkeit dabei erhalten oder sogar gestärkt werden muss, sind prinzipiell unzuverlässige Genossen."

Weiter heißt es:

"Natürlich haben Jungen und Männer ganz viele Probleme und natürlich verdienen sie linke Leute, die sich denen annehmen. Aber Jungen und Männer beschäftigen auch stark reaktionäre Fragen. Nämlich vor allem, wie sie weiter an ihrer männlichen Dominanzrolle festhalten können."


Der "Freitag"-Redakteur möchte nun wissen, ob man "rechten Analysen nicht schon auf den Leim" gehe, wenn man über das Problem männlicher Einsamkeit spreche. (Im Ernst, ich denke mir das nicht aus!) Kim Posster nimmt die Steilvorlage gerne auf: "In 99 Prozent der Fälle schon, würde ich sagen." Frauen seien auch einsam, aber Probleme von Frauen spielten in unserer Gesellschaft kaum eine Rolle. Tatsächlich seien "männliche Krisendiskurse eigentlich immer Resouveränisierungsversuche. Es geht also darum, dass etwas jetzt zu weit geht, und wir endlich wieder auf Männer schauen müssen."

Generell bräuchten Männer keine Antwort auf die Frage "Wie bin ich ein guter Mann?", sondern "eine Bestärkung darin, sich dieser Frage zu widersetzen. Aber nein, stattdessen reden wir lieber 500-mal darüber, wie wir die verlorenen Männer wiederbekommen."

Eigentlich also fordert Kim Posster weiterzumachen wie in der Geschlechterpolitik des letzten halben Jahrhunderts – das aber nie stattgefunden zu haben scheint, denn Frauenprobleme werden bekanntlich ignoriert, und die Geschlechterdebatte wird von uns Maskulisten beherrscht. Das Abwandern der Männer von dieser Linken müsse man demnach offenbar hinnehmen oder ignorieren. Man wundert sich nach all diesem Geschwurbel nicht mehr, wie es zu der aktuellen Situation überhaupt kommen konnte.



4. In dem Artikel "Hitlers Fangirls" beschäftigt sich der SPIEGEL weiter mit all den weiblichen Unterstützern des Dritten Reichs, die Männlichkeitsforscher wie Klaus Theweleit irgendwie übersehen haben müssen.



5. In einem Artikel für "Die Welt" greift Mirna Funk das Thema Femcels auf. Ein Auszug:

Gemeinhin definieren sich Frauen gerne als die empathischere Menschengruppe. Würden sie regieren, wäre die Welt eine bessere, und so weiter und so fort. Man hört es immer wieder, überall. Sie seien weniger gewaltbereit, nahbarer und altruistischer. Feministinnen und Feministen – egal ob männlich oder weiblich – bestehen darauf, Frauen als Spezies zu überhöhen und Männer als Spezies abzumahnen.

Scrollt man sich allerdings durch sogenannte Femcel-Foren – Community-Webseiten, auf denen Frauen untereinander über Männer diskutieren –, stößt man relativ schnell auf das Wort "moids". So nennen die digital versammelten Frauen dort Männer. Alle Männer. Ein Kunstwort, das aus "male" und "humanoid" gebildet wurde. Also männlich und menschenähnlich – aber eben nicht ganz Mensch.

(…) Femcels sind Frauen, die sich ebenfalls als unfreiwillig sexlos verstehen. In ihren Foren geht es viel um Hässlichkeit, Scham, psychische Krankheiten, Essstörungen, Zurückweisung und natürlich Männer, denn irgendeiner muss schließlich schuld sein. Mal erzählt eine Frau, sie sei in einer Sekte aufgewachsen und leide unter Depressionen, Schizophrenie und einer Essstörung, mal erörtert eine andere seitenlang, welche angeblich objektiven Makel in ihrem Gesicht dafür verantwortlich seien, dass kein Mann sie jemals lieben könne.

(…) Die Pink-Pill-Ideologie erklärt romantische und sexuelle Zurückweisung als biologisches Schicksal. Attraktive Frauen, die sogenannten Stacys, beherrschen den sexuellen Markt, während "hässliche" Frauen einem angeblich fest verdrahteten Lookism zum Opfer fallen. Männer und Frauen werden zu zwei biologischen Klassen mit unveränderlichen sexuellen und emotionalen Eigenschaften degradiert.

Das System ist also dermaßen festgezurrt, dass man sich eigentlich auch gleich wieder ins Bett legen kann. Vielleicht noch einen Post absetzen, in dem Männer als „moids“ bezeichnet werden. Fertig. Besiegeltes Schicksal.

(…) Und genau das ist der Punkt, in dem sich Incels und Femcels nämlich erstaunlich wenig unterscheiden. Beide machen aus individuellen Schicksalen allgemeingültige Gesetze. Beide teilen Menschen in begehrenswert und wertlos ein. Beide erklären diese Ordnung für biologisch festgelegt. Beide entmenschlichen das andere Geschlecht und beide finden im Internet genügend Leute, die ihnen bestätigen, dass nicht sie das Problem sind, sondern die Welt. Die Ideologie ist fast identisch. Aber ihre gesellschaftliche Auslegung nicht. Das ist das Interessanteste daran.

Denn beim Incel wird der Frauenhass sofort als Ideologie erkannt und bewertet, aber bei den Femcels taucht in der Analyse zuallererst die Diagnose auf. Beim Mann wird aus Kränkung Frauenhass. Bei der Frau allerdings wird aus Männerhass wieder eine Kränkung. Einmal vor und wieder zurück, bis von der eigenen Handlung nicht mehr besonders viel übrig bleibt. Wenn eine Frau grausam ist, wird nach ihrer Verletzung gesucht. Wenn sie hasst, ist sie traumatisiert (vermutlich durch einen Mann). Wenn sie Männer entmenschlicht, verarbeitet sie berechtigterweise nur das Patriarchat. Vielleicht leidet sie auch noch an einer Depression oder Essstörung. Alles möglich.

Nur leiden Männer ebenfalls an Depressionen, Essstörungen und schrecklichen Kindheiten. Trotzdem wird männliche Wut schneller und öfter als grundsätzliches, biologisch bedingtes Problem verstanden, während man weibliche Wut beinahe automatisch als Reaktion auf biografische Erfahrungen liest.

Frauen aus ihrer Verantwortung zu entlassen, weil Frauen angeblich ganz anders hassen, ist keine Gleichberechtigung. Auch keine Empathie. Es ist dieselbe Infantilisierung, die Frauen seit Jahrhunderten erklärt, sie seien zu zart, zu emotional oder zu unschuldig, um wirklich Subjekt zu sein. Nur klingt es heute progressiver. Coping statt Hysterie. Trauma statt weiblicher Schwäche.

Das Ergebnis bleibt gleich: Der Mann handelt. Mit der Frau geschieht etwas. Dabei sind Frauen sehr wohl in der Lage, aus einer persönlichen Kränkung eine Ideologie zu bauen, andere zu entmenschlichen und sich ihre Ressentiments so lange gegenseitig zu bestätigen, bis sie wie Fakten aussehen. Genau das beweisen die Femcels. Und irgendwie bin ich fast dankbar dafür.

Dass sie dabei seltener körperliche Gewalt ausüben, sollte niemand verschweigen. Dass sie deshalb keine besseren Menschen sind, aber bitte auch nicht. Wer Frauen nicht zutraut, böse, reaktionär oder einfach verantwortungslos zu sein, hält sie nicht für bessere Menschen, sondern für Kinder.


Ich stimme hier zu hundert Prozent zu. Bizarr, dass man sich damit in weiten Teilen der Linken ins politische Aus manövriert.



6. Die Dating-Plattform Bumble lässt sein im Marketing bisher stärkstes Feature fallen, dass dort nämlich ausschließlich Frauen Männer kontaktieren dürfen. Der grund: 66 Prozent der Frauen erklärten, sie mögen es lieber, wenn Männer bei einer Annäherung den ersten Zug machen. Außerdem will Bumble die bei Frauen demnach verbreitete Tendenz unterbinden, "faule" erste Flirtnachrichten zu senden, die oft aus einem einzigen Wort bestünden. Man merkt hier deutlich, dass etliche Frauen sich anscheinend nie große Mühe dabei machen mussten, bei einem begehrten Mann zu landen, und deshalb wenig Training darin haben. Einen starken Markt von Pick-up-Ratgebern für Frauen gibt es nun mal nicht.



7. Die "Manosphäre" zeigt sich immer missmutiger gegenüber Donald Trump. Gründe dafür sind unter anderem der Irankrieg, das brutale Vorgehen gegen Zuwanderer und der Umgang mit den Epstein-Akten. Ein früher entschiedener Trump-Unterstützer aus der Manosphäre wird mit folgenden Worten zitiert:

"Trump sollte seines Amtes enthoben werden. Trump muss sofort aus dem Amt gejagt werden. Es war eine absolute Katastrophe. Er hat gezeigt, dass er für diesen Krieg nicht geeignet ist. Er hat keine Ahnung, was vor sich geht. Er ist senil. Er lügt. Er macht erst in den Medien großspurig eine Show und ändert dann seine Meinung. Er bettelt um Geld. Er will Bodentruppen. Wenn er nicht seines Amtes enthoben wird, dann haben wir als Land versagt. Die Mehrheit der Amerikaner will, dass wir diesen Krieg verlieren."


Es dürfte Trump auch nicht helfen, dass die Alarmstimmung hoch bleibt, was die Abwanderung von Männern aus der Arbeitswelt betrifft. Inzwischen sprechen Experten davon, dass dadurch "die Stabilität des Landes gefährdet" sei. Auch hier einige Auszüge aus dem ewig langen Artikel:

Die neueste Aufschlüsselung des Bureau of Labor Statistics ergab, dass im vergangenen Monat 44,07 Millionen der 132,8 Millionen anspruchsberechtigten Männer über 15 Jahren – also 33,2 % – nicht zur Erwerbsbevölkerung gehörten. Das sind 9 Millionen mehr erwerbslose Männer (29 %) als 2012.

Die Zahl der Männer, die sich gegen eine Arbeit entscheiden, stieg allein in den vorangegangenen 12 Monaten um 891.000, während die Wirtschaft Stellen in der Fertigung und im Finanzwesen abbaut.

"Die amerikanische Wirtschaft hat sich allmählich von einigen der Branchen abgewendet, die historisch guten Arbeitsplätzen für Männer ohne College-Abschluss boten", sagte Scott Beaulier, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Wyoming. "Inzwischen ist ein Großteil des jüngsten Beschäftigungswachstums in Bereichen wie Gesundheitswesen und Bildung erfolgt, in denen Frauen einen deutlich größeren Anteil der Belegschaft stellen."

Beaulier verwies auf Forschungsergebnisse, wonach Männer, die in ihren 30ern zu Hause bleiben, um Videospiele zu spielen oder Ruhm in den sozialen Medien zu suchen, es "zunehmend schwerer" finden, in traditionelle Arbeit zurückzukehren – sondern eher im Gefängnis landen.

(…) Die American Staffing Association führt die Trends auf verstärkte Pensionierungen, jüngste Einwanderungsbeschränkungen und einen Anstieg der akademischen Schwierigkeiten bei Jungen zurück. (…) Derzeit sind 53 % der Personen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, Frauen und 47 % Männer.

"Die sinkende Erwerbsbeteiligung von Männern stellt ernsthafte Probleme für die Wirtschaft dar", sagte Noah Yosif, Chefökonom der Personalvermittlungsvereinigung. "Mehr Männer in den Arbeitsmarkt zu bringen ist genauso wichtig wie die Fortschritte der Frauen darin zu bewahren."


Aber ist es nicht grauenvoll "rechts", so zu denken?

"Eine große Menge an Forschungsergebnissen berichtet durchgängig, dass erwerbslose Männer wenig produktive Tätigkeit ausüben“, sagte Siri Terjesen, Associate Dean für Betriebswirtschaft an der Florida Atlantic University. "Frauen sind wirtschaftlich unabhängiger geworden und haben einen größeren Anteil am Haushaltseinkommen, stehen aber einem kleineren Pool wirtschaftlich stabiler Partner gegenüber."

(…) Walter Block, ein libertärer Wirtschaftswissenschaftler, der an der Loyola University New Orleans lehrt, schätzt, dass Männer inzwischen etwa 42 % der Studenten in vierjährigen Studiengängen ausmachen, gegenüber 47 % im Jahr 2011. Er stellte fest, dass 2024 47 % der Frauen im Alter von 25–34 Jahren einen Bachelor-Abschluss oder höher hatten, verglichen mit 37 % der männlichen Altersgenossen.

"Männer scheiden nicht nur aus dem Arbeitsmarkt aus, sondern auch aus Colleges und Universitäten", sagte Block. "Ein grassierender Feminismus hat unsere Gesellschaft übernommen, zu ihrem großen Schaden."

Brad Wilcox, Soziologe an der University of Virginia, der Familienfragen untersucht, nannte es einen "katastrophalen Rückgang".

"Stagnierende Löhne, abwesende Väter und die Anziehungskraft digitaler Ablenkungen scheinen alle an diesem Rückzug aus der Arbeit beteiligt zu sein", sagte Wilcox. "Es ist ein großes Problem, weil Männer, die nicht vollzeit arbeiten, depressiver, unglücklicher und weniger geneigt sind, starke und stabile Familien zu gründen."

(…) "Viele dieser Männer stecken tief im Substanzmissbrauch, insbesondere Cannabis und Opioiden", sagte Keith Humphreys, Psychologe und Suchtforscher an der Stanford University. "Das ist schlecht für ihre Gesundheit und verringert auch ihre Chancen auf längerfristigen Erfolg in Beschäftigung oder Ausbildung."

(…) Öffentliche Gesundheitsdaten zeigen, dass bis zu 107 amerikanische Männer sich jeden Tag das Leben nehmen, was etwa 80 % aller Suizide ausmacht.


Wenn es nur eine politische Bewegung gäbe, die seit Jahrzehnten auf diese Entwicklung aufmerksam macht …

Aqualus Gordon, Psychologieprofessor mit Spezialisierung auf Männerfragen am Maryville College in Tennessee, sagte, die feministische Neuverhandlung der Geschlechterrollen habe eine postpandemische "Männlichkeitskrise" junger Männer geschaffen, die Ruhm in den sozialen Medien einer 9-to-5-Karriere vorziehen.


Aqualus? Ich habe einen neuen Vornamen für meine nächste Romanfigur. Aber sorry: Keine Witze über Namen, und wir wollten beim Thema bleiben.

Laut den Experten ist unklar, ob sich der Arbeitsmarkt für Männer in absehbarer Zeit verbessern wird.

"Aus einer Vielzahl von Gründen sind gut bezahlte Jobs für ungelernte Arbeiter knapp", sagte Michael New, Professor für Sozialforschung an der Catholic University of America. "Ich sehe keine kulturellen Verschiebungen am Horizont, die Männer im erwerbsfähigen Alter motivieren würden, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen."

Die meisten Finanzexperten sagen, dass sich die Dinge erst ändern werden, wenn die Nation mehr Geld in Berufsbildungsprogramme steckt – und in ein Bildungssystem, das Fachberufe fördert statt sie herunterzuspielen.

"Wir vermarkten vierjährige Colleges mit Campus-Touren", sagte Donald Thompson, Managing Director des Center for Organizational Effectiveness bei Workplace Options in North Carolina. "Die Handwerksberufe vermarkten wir mit einer Broschüre."

Herr Thompson hat keinen traditionellen College-Abschluss. Er sagte, ein ehrliches Verkaufsargument für Fachberufe in Schulen sollte Jungen darüber informieren, dass ein Elektriker-Lehrling "ab der ersten Woche verdient", seine Ausbildung schuldenfrei abschließt und mit Mitte zwanzig 60.000 bis 80.000 Dollar im Jahr verdient.

Angelica Gianchandani, Dozentin für Finanzen an der New York University, forderte Arbeitgeber auf, den Wert solcher Karrieren neu zu definieren, um jüngeren Männern zu helfen, das durch KI verursachte Abbauen der Unternehmenskarriereleiter zu überstehen.

"Was passieren muss, ist eine strukturelle Veränderung, nicht nur eine Einstellung", sagte Frau Gianchandani. "Führen Sie neue Wege in Handwerks- und Berufsbildungsarbeit an, nicht nur vierjährige Abschlüsse."




8. Die Post. Einer meiner Leser macht mich auf Texte des Soziologen Dr. Sebastian Tillmann aufmerksam, in denen er untersucht, wie es dazu kam, dass es mehr Frauen an den Hochschulen in Baden-Württemberg gibt, weil die Männer gehen, wie das Schulsystem Verhalten misst und Kompetenz draufschreibt, und was das Jungen und Mädchen jeweils kostet: hier, hier und hier. Dabei stellt Tillmann eine zentrale Frage:

Die geschlechtsbezogene Gleichstellungsinfrastruktur unseres Systems sitzt überwiegend auf der Hochschulstufe. Das ist genau die Stufe, auf der die Lücke inzwischen geschlossen und sogar leicht zugunsten der Frauen invertiert ist. Die Stufe dagegen, die das Ungleichgewicht erzeugt, das schulische Zurückfallen der Jungen, liegt weitgehend außerhalb dieses Apparats. Reagieren unsere Institutionen also symmetrisch und evidenzgeleitet auf die heutige Lage, oder trägheitsgetrieben auf eine Lage von vor zwanzig Jahren?




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