Dienstag, September 22, 2009

Fünf Jahre Genderama – wenn es am schönsten ist, soll man aufhören

Heute vor fünf Jahren ging der erste Beitrag in diesem Blog online. Inzwischen hat es stark an Bekanntheit stark gewonnen - bis hin zu Erwähnungen im FOCUS und im "Freitag". Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, dieses Blog bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Der Hauptgrund ist naheliegend, wenn man weiß, was für ein Arbeitsaufwand mit diesem Blog verbunden ist. Genderama ist meines Wissens das einzige deutsche Blog, das über Jahre hinweg von einem einzelnen Autor und ohne jegliches finanzielle Backing geführt wurde und dabei über eine lange Zeit hinweg bis zu sieben Beiträge pro Tag veröffentlichte (wobei der Rekord allerdings bei 12 Einträgen liegt). Ich habe das zwar in jüngster Vergangenheit zurückgefahren, aber der Aufwand ist immer noch größer, als man sich das als Leser vermutlich denkt. Da ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, hier interessante News so schnell und so richtig wie möglich zu veröffentlichen, fand hier praktisch eine Dauerrecherche an jedem einzelnen Tag in der Woche statt, 365 Tage im Jahr – auch an Tagen, an denen ich schließlich feststellte, dass es nichts Interessantes zu berichten gab also keine Beiträge veröffentlicht wurden. An Feiertagen war ich ebenso aktiv wie an Krankheitstagen, Tagen mit aufwändigen Zahnoperationen – lediglich als einmal mein PC crashte, gab es einige Tage Pause.

Neben der Recherche nimmt auch das kontinuierliche Beantworten von Lesermails einiges an Zeit in Anspruch. Täglich erreichen mich die unterschiedlichsten Anfragen per Mail oder Telefon, nicht zuletzt weil es wenig andere Anlauf- und Informationsmöglichkeiten für männerpolitische Fragen gibt. Mit der Zahl der Genderama-Leser ist auch die Zahl solcher Mailanfragen stark gestiegen.

Das alles war fünf Jahre lang auch gut zu leisten. Nachdem ich inzwischen aber bei mehreren großen Publikumsverlagen veröffentliche, sind auch in meinem direkt beruflichen Bereich die zeitlichen Anforderungen stark gewachsen. Damit lässt sich aber die kontinuierliche Arbeit an einem Newsblog immer schwerer vereinbaren.

Ein zweiter Grund ist, dass ich nach fünf Jahren des täglichen Recherchierens zu ein und demselben Thema dieser Sache doch allmählich überdrüssig geworden bin, zumindest was die kontinuierliche Beschäftigung damit angeht. Eine Auszeit täte mir sehr gut. Und drittens habe ich den Eindruck, dass ich, wenn man einmal von rasanten Entwicklungen wie denen in der letzten Woche absieht, jedes Unterthema schon zigfach durchgekaspert habe. Wie oft soll man noch berichten, dass schon wieder eine neue Studie vorgelegt wurde, der zufolge häusliche Gewalt gleich häufig oder gar häufiger von Frauen ausgeht? Wie oft soll man auf Artikel von Journalisten hinweisen, die über Zusammenhänge schreiben, von denen sie offenkundig wenig Ahnung haben? Immer größer wird auch die Informationskluft zwischen alten und neuen Lesern dieses Blogs: Während man den neuen erst mal umständlich erklären muss, dass Frauen für gleichwertige Arbeit keineswegs 23 Prozent weniger als Männer verdienen, obwohl zig Journalisten und Politiker dieses Märchen voneinander übernehmen, wird für die alten Hasen die 180ste Erklärung allmählich doch etwas öde.

Hat sich in den letzten fünf Jahren überhaupt etwas für Jungen und Männer zum Besseren gewandelt? Wenn ich auf den ersten Artikel schaue, den ich in meinem Blog verlinkt habe, dann wohl eher nicht. Er endete damals mit dem Absatz:

Dabei sei es höchste Zeit, endlich "Männer- und Jungenreferate in den Ministerien auf Länder- und auf Bundesebene zu etablieren", fordert Wanielik. "Belange von Jungen und Männern müssen von männlicher Seite vertreten werden." Ministerin Schmidt zeigte sich zumindest gestern noch optimistisch. Ihr werde schon noch etwas für die Männer einfallen, sagte sie und verließ den Saal.


Bekanntlich gibt es bis heute keine Männer- und Jungenreferate in den Ministerien. Der damaligen Frauenministerin Renate Schmidt ist nichts für die Jungen und Männer eingefallen. Und ihre Nachfolgerin, Ursula von der Leyen, macht keinen Hehl daraus, dass sie daran auch nicht das geringste Interesse hat: "Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. Wären die Zahlen anders herum, würde kein Hahn danach krähen." Das erklärte sie ungerührt nach jahrzehntelanger, milliardenschwerer Mädchen- und Frauenförderung, und niemand im ach so patriarchalen Berliner Politikbetrieb störte sich daran.

Andererseits genügt schon ein Blick auf die Artikel der letzten Woche um zu erkennen, dass sich in den letzten fünf Jahren doch einiges getan hat. Mein wesentliches Zwischenziel war es, auch mit diesem Blog dazu beizutragen, dass der sogenannte "lace curtain" in unseren Medien endlich aufgerissen wird – jener Vorhang, der jahrzehntelang verhinderte, dass über die Benachteiligung von Jungen und Männern auch nur mit einer Silbe berichtet wurde. Natürlich würden auch heute noch etliche Journalisten lieber unter Qualen sterben, als sich von ihrer Fixierung allein auf die Probleme der Frauen zu lösen. Aber die ersten Schritte sind gemacht. Selbst dass es in Deutschland mittlerweile eine Männerrechtsbewegung gibt, sollte dank FOCUS & Co. allmählich bekannt geworden sein.

Natürlich werde ich mich nicht dauerhaft aus der Männerbewegung zurückziehen, sondern lediglich weniger zeitintensive Möglichkeiten als das Dauerbloggen suchen. Wenn es aus unseren Reihen, beispielsweise aus dem Kreis der Niersteiner Sieben, Neuigkeiten gibt, die für die Allgemeinheit interessant sind, werde ich vermutlich in meinem bisherigen Zweitblog darüber berichten (und wenn es besonders eilige Meldungen sind zum Beispiel im Forum von MANNdat.) Und natürlich wird es immer wieder neue Bücher von mir zum Männerthema geben. Als nächstes erscheint bei Heyne "Eine Frage der Größe", ein auf das Massenpublikum ausgerichtetes unterhaltsames Sachbuch über Männersexualität – in das allerdings ebenso viel Recherche eingegangen ist wie in meine anderen Bücher und das mit so einigen männerfeindlichen Klischees und Vorurteilen in diesem Bereich aufräumen wird. Wer Genderama mochte, wird auch dieses Buch mögen.

Zuletzt möchte ich ganz besonders den zahllosen Genderama-Lesern danken, die mich per Mail immer wieder mit Hinweisen auf interessante Meldungen aufmerksam gemacht haben. Ich habe irgendwann aufgehört, jedesmal anzumerken, dass ein bestimmter Genderama-Beitrag einer Lesermail zu verdanken war, aber die Unterstützung blieb kontinuierlich stark. Erfreulicherweise hat auch kaum ein Leser geschmollt, wenn ich einen seiner Hinweise nicht verwertete (beispielsweise weil ich fand, dass ich bestimmte Aspekte ohnehin schon bis zur Schmerzgrenze behandelt hatte, oder weil ich Artikel über diverse Untaten einzelner Frauen, beispielsweise einer Mutter, die ihr Kind tötete, nur in besonders begründeten Aunahmefällen gebracht habe, weil diese eine Debatte um Männerrechte nur begrenzt voranbringen). Was besonders fleißige Mitarbeit und auch anderweitig starke Unterstützung meines Blogs angeht, richte ich hier einen besonders herzlichen Gruß an meine außerordentlich engagierten Leser in der Schweiz.

Aber natürlich danke ich jedem einzelnen Leser, der auf welche Weise auch immer den Kampf für die Anliegen von Jungen und Männern unterstützt hat.

Sie waren ein wunderbares Publikum!

Hoffmann ab.

Vorhang

Feministinnen kündigen Störung des Männerkongresses 2010 an

Ein solcher Kongress, der Kritik am patriarchalen Normalzustand auf den Kopf stellt und Männer als Opfer inszenieren will, wird hoffentlich nicht ungestört von statten gehen. Ein feministischer Gegenkongress ist wohl bereits in Planung.


Näheres erfährt man hier.

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Montag, September 21, 2009

Größte politische Enttäuschung vor der Wahl: Markus Grübel (CDU)

Markus Grübel (CDU) galt einmal als einer der wenigen Hoffnungen für Männer im femokratischen deutschen Politbetrieb. So hielt er im Mai 2003 die, wie die Berliner "tageszeitung" damals schrieb, "erste Männerrechtler-Rede des deutschen Bundestages". Zu einer erneuten Rede Grübels, die sich diesem Thema widmete, kam es am 10. März 2005.

Aufgrund dieser beiden Reden galt Grübel für manchen Männerrechtler als Hoffnungsträger und wude von mir auch für mein Buch "Männerbeben" interviewt. Wie alle anderen Interviewpartner erhielt er als symbolisches Dankeschön ein Freiexemplar meines Buches. Hätte Grübel nicht nur sein eigenes Interview darin gelesen, sondern beispielsweise auch das direkt darauf folgende, dann wäre er auf mein Gespräch mit der Soziologin Julia Bennwitz gestoßen, die im Jahr 2006 für ihre Magisterarbeit über "Physische und psychische Gewalt gegen Männer in heterosexuellen Partnerschaften" die Note 1,0 erhalten hatte. Bennwitz machte nicht nur in ihrer Arbeit, sondern auch in dem Interview mit mir deutlich, dass den in ihrer Fülle kaum zu überblickenden Forschungen führender Familiensoziologen zufolge häusliche Gewalt annähernd gleich auf beide Geschlechter verteilt ist (siehe dazu auch hier). Auch im Sachteil meines Buches (also vor den Interviews) lege ich zu diesem Thema das Wesentliche dar.

Offenbar liegt Markus Grübel das Männerthema so sehr am Herzen, dass er die entsprechenden Inhalte komplett ignorierte. Anders lässt sich seine aktuelle Verlautbarung auf Abgeordnetenwatch nicht erklären, in der er Unsinn wie diesen von sich gibt:

Sie folgern, dass häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer genauso oft vorkommt und genauso schwer ist. Experten gehen davon aus, dass häusliche Gewalt in ca. 95 Prozent gegen Frauen von Männern verübt wird. Bei den restlichen ca. 5 Prozent sind die Männer die Opfer.


Was soll man eigentlich mit Politikern anfangen, die sich derart konsequent jeder Aufklärung verweigern? Die feministischen Unfug plötzlich nachschwätzen, nur weil mit Ursula von der Leyen eine Parteikollegin auch auf diesen Trip gekommen ist? Wenn es um die Probleme und Anliegen von Männern geht, ist von den Konservativen offenbar auch nichts zu erwarten.

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"Jungen - raus aus dem Abseits!"

Dass Jungen anders sind als Mädchen, ist kein Geheimnis. Dass sie mittlerweile zu den Verlierern in vielen Bereichen der Gesellschaft gehören, ist besorgniserregend. "Während 36 Prozent der Mädchen ihr Abitur schaffen, gelingt dies nur 28 Prozent der Jungs", schreibt der Journalist Arne Hoffmann in seinem aktuellen Buch "Rettet unsere Söhne". Gelten Mädchen als wortgewandter, ruhig und fleißig, wollen sich Jungen ständig miteinander messen.


RP-Online berichtet.

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Sonntag, September 20, 2009

Trotz oder wegen Feminismus?: Frauen immer unglücklicher

All told, more than 1.3 million men and women have been surveyed over the last 40 years, both here in the U.S. and in developed countries around the world. Wherever researchers have been able to collect reliable data on happiness, the finding is always the same: greater educational, political, and employment opportunities have corresponded to decreases in life happiness for women, as compared to men. (...)

Why? What is causing these trends (and what can we all do to reverse them?)

Some of the more obvious explanations are weaker than you might think:

For example, these trends are not caused by women working longer hours than men. We know this because women don't work more hours than men. In a mammoth study of twenty-five countries, ranging from the U.S. to France to Slovenia to Madagascar, men and women were asked to keep track of what they were doing at various times during the day, and then the hours for each activity were calculated. The results: in developed countries, men average 5.2 hours of paid work a day, and 2.7 hours of homework, for a total of 7.9 hours a day; and women average 3.4 hours of paid work, and 4.5 hours of homework, for a total of, yes, 7.9 hours a day. These averages are statistically identical in virtually every developed country in the study: women and men work the same number of total hours in a day. (It is only in less developed countries such as South Africa or Benin, where women have fewer choices and are largely excluded from the workplace, that women actually work more hours per day than men.)

Nor are they caused by gender-based stereotyping. Sure, forty years ago such stereotyping was still dominant - in 1977 74% of men agreed with the statement "Men should be the primary breadwinner and women should be the primary caretaker of home and family." Today, however, that number has fallen to only 42% - which happens to be almost exactly the same as the percentage of women who agree with it (39%). Your opinion of which roles are most appropriate for men and women to play is not now determined by your sex.


Den vollständigen Beitrag findet man in der Huffington Post.

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Samstag, September 19, 2009

Piratenpartei: Gründung einer männerpolitischen AG wird vorbereitet

Dem Forum der Piratenpartei zufolge haben sich bereits viele Piraten gemeldet, die sich in einer männerpolitischen Arbeitsgruppe einbringen möchten: "Wenn alles glatt geht, findet bereits am Montag das Initialisierungstreffen dieser AG statt."

Nachtrag - ein paar Stunden später entdecke ich ein hübsches Statement: "Piraten haben etwas gegen Feminismus, weil sie niemals auf die Idee kämen, frauenfeindlich zu sein und gedanklich schon längst im Postfeminismus angekommen sind, der einfach nur jeden Menschen unabhängig vom Geschlecht betrachten will." Was sie meinen eigenen Vorstellungen sehr nahe bringt.

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MANNdat erfragt Jungenpolitik der Bundestagskandidaten

Wer in den letzten Jahren die Nachrichten auch nur halbwegs aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass die Bildungskrise eine der größten Herausforderungen für unser Land darstellt. Ebenso bekannt ist, dass es sich bei dieser Bildungskrise weit überwiegend um eine "Jungenkrise" handelt – wobei seit mehr als zehn Jahren belegt ist, dass diese sogar für die gleiche Leistung schlechtere Noten erhalten als Mädchen. Der Aktionsrat Bildung erklärte dazu unmissverständlich, dass die Ungleichheit in diesem Bereich inzwischen die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren überschreite.

Was liegt da für eine Bürgerrechtsgruppe, die für Jungen und Männer eintritt, näher, als vor der Wahl Bundestagskandidaten verschiedener Parteien danach zu befragen, in welcher Weise sie sich dieser wichtigen und drängenden Problematik stellen wollen. MANNdat hat das getan: Die erhaltenen Antworten sind ebenso aufschlussreich wie enttäuschend.

Diese Antworten belegen aber zugleich, dass es entgegen aller gegenteiligen Rhetorik überhaupt keine Rolle spielt, welchem Geschlecht die Personen angehören, die sich in den führenden Positionen unserer Gesellschaft befinden, sondern vielmehr für welches Geschlecht diese Verantwortungsträger in erster Linie tätig sind. Letzeres entscheidet sich offenbar allein danach, wer über die größte Lobby verfügt. Und das sind bei Geschlechterfragen eben mit gewaltigem Abstand die Feministinnen. Die "Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren" haben da längst ihre Bedeutung verloren.

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Freitag, September 18, 2009

Krebshilfe nur für Frauen

Die Bevorzugung von Frauen und Benachteiligung von Männern im Gesundheitsbereich, insbesondere beim Thema Krebs, ist seit langem ein Thema der Männerrechtsbewegung. Die herrschende Einseitigkeit belegt seit gestern auch ein eindrückliches Video auf Youtube.

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Donnerstag, September 17, 2009

"Men's Health" erfragt Männerpolitik der Bundestagsparteien

In der gestern erschienenen Ausgabe der Zeitschrift "Men's Health" begrüßt Chefredakteur Wolfgang Melcher seine Leser auf Seite 5 mit folgendem Editorial:

Nein, Men's Health ist nicht politisch. Aber, ja, Men's Health mischt sich ein. Wenn wir im Gesundheitssystem konsequent benachteiligt werden, wenn Väter ihre Rechte zum Teil nur auf dem Papier besitzen, wenn Jungen in der Schule keine Chance haben … Aktuelle Themen, die in den Programmen der großen Parteien für die Bundestagswahl Ende September praktisch keine Rolle spielen.


Deshalb hakte die Zeitschrift bei den sechs Bundestagsparteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne) nach und erhielt aus den Berliner Parteizentralen einige, wie Melcher schreibt, "ehrliche, teilweise überraschende und auch entlarvende Antworten auf die 12 drängendsten Männerfragen". Dabei geht es um für Genderama-Leser altbekannte Themen: den noch immer fehlenden Männergesundheitsbericht, die Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem, den Schutz der Männer vor (häuslicher) Gewalt und die Wehr-Ungerechtigkeit, aber auch um Themen, die für Men's Health wichtiger scheinen als bislang für die neue Männerrechtsbewegung (etwa Doping, die Ampel-Kenzeichnung bei Lebensmitteln und die Gleichbehandlung von homosexuellen Lebenspartnerschaften). Teilweise ist es fast amüsant zu lesen, mit welchen Formulierungen sich z. B. sämtliche genannten Parteien bei der Frage herauszuwinden versuchen, ob es bei ihnen neben den obligatorischen frauenpolitischen Sprecherinnen auch nur einen einzigen männerpolitischen Sprecher gibt.

(Nebenbei erwähnt: Wie sich der typische männliche Grüne bei Fragen wie Männerpolitik und Feminismus positioniert, wird auch hier sehr anschaulich.)

In Melchers Editorial heißt es weiter:

Klar gibt es gewichtigere Probleme – auch und gerade für uns Männer: Wirtschaftskrise, Klimawandel, Terrorismusbekämpfung. Doch zum einen sind die Positionen der Parteien und Kandidaten dazu bekannt. Zum anderen ist es entscheidend, für seine Ziele zu kämpfen, wenn man etwas erreichen möchte. Die Frauenbewegung hat es vorgemacht, Frauenpolitik ist heutzutage in allen Parteien fest etabliert.


Jetzt sei es an der Zeit, dasselbe für Männer zu erreichen. Die Antworten, die die Parteien auf drängende Fragen gegeben haben, sind in der Zeitschrift indes nur gekürzt nachzulesen. Vollständig findet man sie hier.

Ergänzt wird das aktuelle Men's-Health-Titelthema von einem Interview mit dem Freiburger Politikwissenschaftler Professor Ulrich Eith. Der führt darin beispielsweise folgendes aus:

Durch die Frauenbewegung ist das Frausein zum Politikum geworden. Es ging um das Ausbrechen aus alten Rollenmustern und das Überwinden von vielen Benachteiligungen. Frauenpolitik ist wie Friedenspolitik oder soziale Gerechtigkeit für manche Wählerinnen und Wähler mit einer politischen Weltanschauung verbunden. Männer müssten das Mannsein auch zu einer politischen Weltanschauung machen, es zu einer politischen Frage werden lassen. Ich glaube allerdings nicht, dass dies auf absehbare Zeit geschehen wird.


Äh, ja, so ein Politikwissenschaftler bekommt offensichtlich auch nicht jede gesellschaftliche Entwicklung mit.

Zuletzt spricht "Men's Health" die folgende Einladung aus:

Braucht dieses Land eine neue Männerbewegung? Und welche Partei setzt sich Ihrer Ansicht nach wirklich für unsere Rechte ein? Diskutieren Sie mit uns.

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Lesermail (Piratenrandale)

In den Mails, die ich von Genderama-Lesern heute zu der Keilerei unter dem Segel der Piraten erhalten habe, werden überwiegend die Vertreter unserer eigenen Seite kritisch beurteilt. Hier die ausführlichste Mail dazu:

Guten Tag Arne,

ich habe mich die letzten Tage aus eben dem erwähnten Thread rausgezogen, weil mir der Ton dort nicht mehr gefallen hat. Gerade auch von 'unserer' Seite.

Wir haben eine Menge Leute in 'unseren' Reihen, mit denen ich NICHTS zu tun haben will und mit denen ich auch nicht in einen Topf geworfen werden will. Leider gehören gerade diese Leute zur lautstärksten Fraktion (ist bei den Femis ja auch nicht anders - die dümmsten Weiber haben das lauteste Organ). Da wird mit Beleidigungen um sich geworfen und sich generell so verhalten, wie 'wir' es den (Radikal-)Feministinnen vorwerfen. Ich habe aber keine Lust, mich in einer Dikussion über Männerthemen gegen zwei Seiten zu wehren (anders kann man das in vielen Web-Threads nicht nennen - von Diskussion ist da oft wenig zu spüren) - gegen die Radikalen auf beiden Seiten.

Diese Radikal-Maskus (ich nenne sie einfach mal so) waren auch der Grund, weshalb ich Dir damals beim Abschalten der Kommentar-Funktion auf Genderama zugestimmt habe.

Ich finde das Verhalten von 'Arvid' auch nicht so gelungen - auf der anderen Seite war der Thread aber auch kaum noch zu retten. Und das lag nicht nur an ein paar Feministinnen. Wer in der Piratenpartei was bewirken will, sollte eintreten und mitarbeiten. Zu erwarten, daß über einen solchen Thread (selbst wenn er auch Gutes und Richtiges enthält) männerpolitische Forderungen Eingang ins Programm der Piratenpartei finden, ist bestenfalls naiv.

Der Weg über eine AG Männerpolitik scheint mir der einzig Richtige. Und das sowas relativ problemlos möglich ist, spricht in meinen Augen immer noch FÜR die Piratenpartei.

Ich jedenfalls werde sie wählen und ich werde wohl auch Mitglied werden. Denn sonst kann ich nicht darüber abstimmen, ob es 'unsere' Forderungen ins Parteiprogramm schaffen. Dasselbe würde ich allen anderen VERNÜNFTIGEN und GEMÄSSIGTEN Maskulisten empfehlen. Der Rest soll bleiben wo der Pfeffer wächst - diese Leute sind meiner Meinung nach für unsere Bewegung gefährlicher als alle Hardcore-Feministinnen zusammen.

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"Jungen haben es schwer, Mädchen starten durch"

Natürlich kommen Kinder schon unterschiedlich in der ersten Klasse an – große Teile der Geschlechter-Sozialisation sind bereits in den Jahren davor passiert. Ab der ersten Klasse sollen sie dann alle auf die gleiche Weise und möglichst in der gleichen Zeit das Gleiche lernen. Auf der Strecke bleiben dabei zunächst eher die Jungen – ein großes Thema seit einigen Jahren überall in der westlichen Welt. Sachbücher wie „Die Jungenkatastrophe“, „Rettet unsere Söhne“ oder „Jungs im Abseits“ beschreiben den männlichen Nachwuchs als künftige Bildungsverlierer.


Auch FOCUS-SCHULE widmet sich ausführlich dem Geschlechterthema.

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Mittwoch, September 16, 2009

"Danke PiratInnen, das war es!"

Zur Sperrung des männerpolitischen Stranges im Forum der Piratenpartei erreichen mich heute Abend zwei Lesermails. In der einen zeigt sich ein männerpolitisch aktives Mitglied der Piratenpartei dermaßen enttäuscht und verärgert darüber, dass diese Partei die Hoffnung nicht einzulösen scheint, liberaler und für neue Gedanken offener als ihre Mitbewerber zu sein, dass der Betreffende spontan seinen Austritt erklärte (mit Kopie des Schreibens und Erlaubnis der Veröffentlichung an mich):

Moin, PiratInnen (immer schön korrekt bleiben)!

Ich beziehe mich hierauf: Wenn das schon so los geht, dann war es das für mich - ein kleiner Fifi mit lila gefärbten Pudel-Ambitionen erkennt nicht die Zeichen der Zeit und stellt sich vermeintlich schützend vor eine bestimmte Wählerklientel! Und das zu einem Zeitpunkt, wo just der FOCUS einen Leitartikel mit Aufmacher "Im Zweifel gegen den Mann" bringt. Ihr redet von "Freiheit" und beschneidet im Ansatz selbige sofort. Typisch deutsch.

Hiermit erkläre ich meinen Austritt. Den Mitgliedsbeitrag könnt ihr euch sonstwohin stecken!

Da schreibt ein User "Maskulist" eine 30-Punkte-Zusammenfassung, und Herr Moderator "@arvid" geht mit 2 Zeilen drauf ein. Selbstverständlich alles ganz "basisdemokratisch".

Adieu, Piraten, meine Stimme bekommt entweder niemand oder eine Männerpartei! "Klarmachen zum Ändern" - netter Claim, dumm besetzt von manchen, die kein Rückgrat zu haben scheinen bzw. Basisdemokratie meinen anders besetzen zu müssen.

Gruß,

ein Ex-Pirat


Ein anderer Leserbriefschreiber, der in dem gesperrten Strang mitdiskutierte, sieht die Schuld für das Entgleisen der Diskussion auch in der Spacko-Fraktion der Männerbewegung:

Der Strang war in dem Moment zum Schließen verurteilt, als mit diesem Bio-Mist angefangen wurde. Diesem "Männer sind intelligenter, daher müssen sie die Wirtschaft anführen" oder Frauen-sind-nicht-dazu-geeignet-weil-ihre-Gehirne-nicht-groß-genug-sind-Bullshit.

Das kam im übrigen von beiden Seiten. Verwarnungen auszustellen und eventuell Leute zu bannen wäre eine Alternative gewesen. Allerdings wäre spätestens am zweiten Tag eine gähnende Leere eingekehrt.

Ein weiser Satz: Diskutiere nicht mit Idioten auf deren Niveau - sie sind darin geübter und werden dich besiegen. Sowas sollte man sich als Masku eigentlich innen auf die Augenlider tätowieren.

Positiv ist allerdings, dass das Thema bemerkt wurde. Und dass sich Piraten bereit erklärt haben, eine entsprechende Komm... AG zu gründen, was bei Grünen und den ganzen anderen Systemparteien nicht denkbar wäre. Johoho.


Noch nicht gesperrt ist übrigens der neu geöffnete Strang Zur Sperrung des Threads "Männerpolitische Themen".

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Piratenpartei schließt Forumstrang zu männerpolitischen Themen

Im Internet-Diskussionsforum der Piratenpartei machte der am 28. Juli eröffnete Strang "männerpolitische Themen" mit 687 Beiträgen den mit Abstand am intensivsten diskutierten Bereich aus. Jetzt wurde er von "Arvid", einem Forumsmoderator aus der Piratenpartei, gesperrt. Ein neu eröffneter Strang zum Thema "Männerpolitik bei den Piraten" wurde vom selben Moderator sofort gesperrt – mit dem Hinweis die Diskussion werde in dem anderen gesperrten Strang geführt und für einen neuen Strang gebe es keinen Bedarf. In den letzten Beiträgen des längeren gesperrten Diskussionsstrangs war eine "AG Männerpolitik" innerhalb der Piratenpartei angeregt worden.

Von den Hintergründen kann sich jeder anhand der obigen Links ein eigenes Bild machen. Beeindruckend finde ich jedenfalls, wieviele glänzend informierte Männerrechtler inzwischen im Web aktiv sind.

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