Mittwoch, März 29, 2017

Studie des Frauenministeriums: "Engerer Kern" der Maskulisten umfasst mehr als 400.000 Bürger

Eine aktuelle Studie des der Männerbewegung alles andere als freundlich gesonnenen Bundesfrauenministeriums legt erstmals eine Einschätzung über die Größe des maskulistischen Lagers in Deutschland vor:

Ungeachtet der zunehmenden Akzeptanz der Gleichstellungspolitik in der Breite der Bevölkerung gebe es aber auch eine radikal anti-feministische, betont "maskulistische" Strömung, schreibt Studienautor Wippermann. Der "engere Kern des Maskulismus" mache aber nur etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung aus.


Folgt man diesen Zahlen, umfasst allein der "engere Kern" unserer Bewegung mittlerweile mehr als 400.000 Männer. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, als wir nur wenige Dutzend waren. Und attestierte uns vor wenigen Jahren nicht noch Hinrich Rosenbrock, wir wären lediglich einige hundert Leute?

Diese Männer sähen in der Gleichstellungspolitik nur ein Synonym für die unnötige Frauenförderung. Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran, lautet eine der Auffassungen dieser Gruppe. Genderstudien - also Studien, die sich mit gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern auseinandersetzen - würden von dieser Gruppe kategorisch als "pseudowissenschaftlich" und "ideologisch" eingestuft.


Fasst man den Begriff "Maskulisten" weiter, kratzen wir Wippermann zufolge bereits an der Fünf-Prozent-Marge:

Etwa fünf Prozent aller Männer würden zwar nicht alle, aber immerhin manche der anti-feministischen Positionen teilen. Und etwa ein Drittel aller Männer sei für einzelne Einstellungen dieser Art empfänglich, meint Wippermann.


Erstaunlich, dass ein Drittel der männlichen Bevölkerung in der medialen Berichterstattung kaum vorkommt.

Maskulisten seien am häufigsten in der Altersgruppe 40 bis 60 Jahre zu finden und überdies in allen Schichten. Aber bei einem erheblichen Teil der unter 30-jährigen Männer verfingen einzelne Einstellungen und Argumente dieser Strömung. Bei Frauen ist der Anteil des Anti-Feministinnen kleiner: Nur 0,1 Prozent gehören zum harten Kern, aber immerhin 15,2 Prozent aller Frauen seien empfänglich für diese Ansichten.


Zum einen darf man sich fragen, wie sehr diese Zahlen in die Höhe schnellen würden, wenn unsere Fakten und Argumente der breiten Bevölkerung überhaupt bekannt gemacht, statt durch die Leitmedien unterdrückt würden. Zum anderen halte ich Wippermanns Zahlen für deutlich zu niedrig. So veröffentlichte Anfang Oktober 2013 das Meinungsforschungsinstitut Allensbach bekanntlich die Studie "Der Mann 2013. Arbeits- und Lebenswelten. Wunsch und Wirklichkeit". Dieser Untersuchung zufolge erklärten volle 64 Prozent der deutschen Männer, es reiche ihnen inzwischen mit der "Gleichberechtigung"; 28 Prozent der Männer klagten: "Was da passiert, ist übertrieben." Im Verlauf der Studie wird deutlich, dass sich sogar 76 Prozent der Männer "wenigstens ab und zu gegenüber Frauen benachteiligt" fühlen.

Antifa, feministische Gesetze, antimaskulistischer Backlash – News vom 29. März 2017

1. Der erste wackere Antifa-Kämpfer versucht auf Twitter, gegen den ganzheitlichen Genderkongress mobil zu machen, der im Mai in Nürnberg stattfinden soll. Bislang bleibt das erhoffte Echo allerdings aus.



2. Auf den Seiten von Lucas Schoppe zerpflückt Mark Smith noch einmal gründlicher, welcher ideologisierte Irrsinn in dem Streitgespräch zwischen Tamara Funiciello und Markus Theunert geäußert wurde (Genderama berichtete).

Zu der Inszenierung, dass ein Leitmedium zwei Feministen miteinander diskutieren lässt, um alle nicht-feministischen Positionen auszublenden, als ob es sie nicht gäbe, passt dieser aktuelle Artikel auf Telepolis: "Die größte und dichteste Echokammer ist der Journalismus".



3. Wobei diese Echokammer punktuell winzige Risse bekommt: Die Süddeutsche Zeitung widmet sich einem der vielen Probleme, die öffentlich sonst nur zum Thema werden, wenn sie Frauen betreffen: der unerfüllte Kinderwunsch bei Männern.



4. In einer Bremer Erklärung wenden sich mehr als 800 Strafverteidiger und Strafverteidigerinnen gegen die maßgeblich vor allem von Frauenministerin Schwesig (SPD) und feministischen Lobbygruppen durchgepeitschte Verschärfung des Sexualstrafrechts. In der Erklärung heißt es unter anderem:

Die gesetzliche Neuregelung (...) ist verfassungsrechtlich höchst bedenklich, wenn nicht verfassungswidrig. Die Neuregelungen entsprechen nicht dem Bestimmtheitsgebot, dem Gleichheitsgrundsatz, dem Rechtsstaatsprinzip und wegen der Überregulierung auch nicht dem allgemeinen Freiheitsgrundrecht. Die Normen müssen dringend durch Experten in Ruhe überarbeitet und neu gefasst werden.

Die Erwartungen von Frauenverbänden usw. die mit dem Gesetz verknüpft werden (Stärkung von Frauenrechten, Schließung von Strafbarkeitslücken, Beweiserleichterungen) können und werden mit der Neuregelung nicht erfüllt werden.

(...) Obwohl die rechtspolitische Diskussion um das Thema sexuelle Gewalt kreist, ist empirisch keine Gewaltzunahme, sondern das Gegenteil nachweisbar.

Eine lebenswerte, spannende und erfüllte Sexualität muss geschützt werden. Sie muss vor dem Zugriff, der Kontrolle und der Einmischung des Staates geschützt werden.

Symbolpolitik, wie sie die Gesetzesänderungen im Sexualstrafrecht prägt, ist abzulehnen.

Der Tatbestand des § 177 n.F. StGB stellt Handlungen unter Strafe, für die keine Fallbeispiele denkbar sind; er ist dogmatisch nicht durchdacht, weist Brüche auf und geht auf eine Fallanalyse des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) mit zurück, die Gefühle statt Fakten bedient.




5. Der Deutsche Frauenring fordert in einer Petition ein "Paritätsgesetz" bzw. eine " gezielte Sondermaßnahme gemäß Art. 4.1. des UN-Frauenrechtabkommens CEDAW", die sicherstellen soll, dass 50 Prozent der Parlamentsabgeordneten Frauen sind. Wie genau dieses Sondergesetz aussehen soll, verrät uns weder die Petition noch das angeführte UN-Frauenrechtabkommen CEDAW.



6. Christian Schmidt beschäftigt sich heute mit der neuesten feministischen Verschwörungstheorie: Eine Handtaschenmafia sorgt dafür, dass Frauen zu kleine Hosentaschen haben. Klingt absurd, aber vermutlich plant Ministerin Schwesig schon ein Gesetz dagegen.



7. In der Stuttgarter Zeitung kommentiert der Historiker Götz Aly den aktuellen Niedergang der Grünen:

In den Umfragen sind die Bundesgrünen binnen weniger Monate von 13 auf acht Prozent abgesackt. Es sind die aktuellen Krisen auf der Welt vom Brexit über Trump, Putin, Erdogan bis zur Flüchtlingsfrage und der wohl dauerhaften terroristischen Bedrohung, die die Wähler bewegen und an die Wahlurnen treiben. Diese politischen Großprobleme verbieten einfache Antworten. Sie lassen sich weder mit Gendersprech, Vegi-Day noch mit Unisex-Toiletten lösen.


Der neuesten Allensbach-Umfrage zufolge liegen die Grünen bei siebeneinhalb Prozent und damit knapp vor der AfD, die seit Januar mehr als ein Drittel ihrer Wähler verloren hat. (Die Linke liegt bei acht und die FDP bei sechseinhalb Prozent.)



8. Das US-amerikanische Magazin The Atlantic berichtet, wie sich in Europa linke Feministinnen mit konservativen Katholiken verbrüdern – bei der Bekämpfung von Leihmutterschaft:

To some North American liberals, anti-surrogacy stances seem at odds with the values of gender equality and gay rights. After all, if women are allowed to purchase sperm for insemination, why shouldn’t men be allowed to pay for eggs and surrogacy services? Surrogacy also enables gay couples to have biological children, a prerogative that would otherwise be limited to heterosexual couples.

Still, anti-surrogacy stances are quite mainstream in European feminism. "To me, fighting surrogacy, it’s part of fighting the patriarchy," Terragni said. "For thousands of years the patriarchy has tried to reduce women to livestock for reproduction, and this is a newer, more extreme form of it." Terragni explained that as a feminist activist she supports "the affirmation of feminine difference," or the idea that women have a more central role in reproduction than men and that this primacy needs to be cherished and protected.


Also wieder die alte Rhetorik: Wenn immer es Feministinnen nützt, ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern plötzlich sehr wichtig.

Ich bleibe bei meiner These, dass der Feminismus in vielen Punkten eine sehr konservative Ideologie darstellt.



9. Dazu passend: Das Kleidungsstück, das feministischer Auffassung nach den Feminismus unserer Zeit symbolisieren soll, ist der Hijab.



10. Der Student Paul Nungesser, der von dem "Matratzenmädel" Emma Sulkowicz der Vergewaltigung bezichtigt und damit allem Anschein nach verleumdet wurde, ist mit seiner Klage gegen die Universität, die Sulkowicz bei ihren Aktionen freies Spiel ließ, erneut gescheitert:

Judge Woods said Nungesser could not prove he was harassed based on his gender and tossed the lawsuit "with prejudice" — meaning that Nungesser is forbidden from trying a third time.

(... ) Despite the judge’s order to move on, Nungesser’s lawyer said his client intends to keep fighting. "I’ve scanned the opinion and my view is that it’s mistaken," lawyer Philip Arwood Byler said. "We think we have a good appeal. We’re going to have to go to to the Second Circuit (Court of Appeals) and get it done right."




11. Auf den Seiten des populärwissenschaftlichen Magazins Psychology Today erläutert Professor Mark Sherman, warum er zuversichtlich ist, was die Zukunft der Männerrechtsbewegung angeht. Hier bietet sich ein ausführliches Zitat seines Textes an:

"Something is happening here, and you don’t know what it is, do you, Mr. Jones?" —Bob Dylan, "Ballad of a Thin Man" (1965)

Two years ago, I wrote that we’d reached a tipping point in terms of society’s recognition of the problems faced by our nation’s boys and men, only to feel some 18 months later that we still had not really addressed them. But today my optimism is returning, as I more and more feel I am part of a genuine movement.

I have not been an early and truly integral part of any movement before. Yes, I marched against the Vietnam War, and I have spoken out and written on behalf of liberal causes, such as feminism, gay rights, and minorities. But I can’t say I actually knew how it felt to be an early member of a movement whose time had, for those who saw it or felt it, clearly come. And while, for example, women have not yet achieved all their goals, surely it must feel good to have been in the women’s movement of the 1960s and see the unmistakable gains that have been made.

Having been a small part of movements, both local and national, I have gotten some sense of the incredible "up" it is to see a goal realized. But as a white heterosexual male, I have never really felt it as an actual member of a group that has been kept down. And, as Zora Neale Hurston wrote so eloquently in her 1928 essay, "How It Feels to be Colored Like Me," "The game of keeping what one has is never so exciting as the game of getting."

(...) What I had noticed was that even though boys were struggling, and not doing as well as girls academically or in their personal lives, they were getting virtually no attention — by government, academia, or the media (what boy advocate Michael Gurian calls "the Big Three," in his most recent book, Saving Our Sons (2017). In fact, quite the reverse was true.


Im Ernst? Dieser Gurian hat den Titel meines Buchs zur Jungenkrise geklaut? :o

Unfortunately, since liberalism and feminism were and are still closely linked, the boys' issue has almost exclusively been the province of conservatives. But now there is also a handful (at least) of centrists, or even liberals (like me) who continue to strive for recognition of boys' and men's issues as significant. And though feminists — especially those on the extreme side — continue to fight any attempts to get these issues into full public view, I am starting to feel that this fight itself shows that the movement on behalf of males is starting to have some traction.

But my optimism also comes from the fact that at least two movements in academia, the first quite well-known, the other getting that way, indirectly (and sometimes directly) support those concerned about boys and men. They, like us, see them not as difficulties, problems, creatures to be systematically shaped, but rather as human beings, who are struggling — not just in terms of such problems as poor school performance, incarceration, and high suicide rates — but in terms of being seen negatively, as compared to girls and women.

These two movements — neither necessarily looked upon favorably in liberal circles — are evolutionary psychology and the more recently recognized need for heterodoxy (viewpoint diversity) in the academy. Their leaders are are, respectively, David Buss and Jonathan Haidt. And along with the growing movement on behalf of males, they are fighting what has truly become the establishment in the academic world: the far left. It still saddens me that my fellow liberals (and remember that one definition of liberal is "open-minded") have not embraced the boys’ issue; that being so, I certainly welcome the accompanying efforts of evolutionary psychology and academic heterodoxy.

But perhaps the biggest reason for my optimism is the backlash. I’m sure that one of the things that has kept women going in their struggles for equality is the counter-reaction from the greater society (especially men). Indeed, an important book in the recent history of women’s struggles is the one with just that name, by Susan Faludi, Backlash: The Undeclared War Against American Women (1991). Interestingly, Sommers’ book in 2000 had the word "war" right in the title, and her subtitle showed that this backlash was against a "misguided feminism" ("How Misguided Feminism is Harming Our Young Men").

But Sommers was ahead of her time. It would be some nine years before Warren Farrell and other researchers and experts would form a coalition proposing a White House Council on Boys and Men (to parallel the one established by President Obama for women and girls). It would be 11 years before Karen Straughan, first appearing as Girlwriteswhat, would talk with passion of male disposability, in a YouTube video which has gotten nearly 1.5 million views. And whether it was Farrell, whose appearance at the University of Toronto to talk about some of the disadvantages boys and men face in Western society led to an angry and profanity-laced protest (around something he'd written nearly 20 years before); or Straughan, whose scheduled appearance this month on a panel on feminism in Canadian television was canceled at the last minute; or young feminist Cassie Jaye’s positive documentary on the men’s rights movement, "The Red Pill," getting canceled at various venues; or Jonathan Haidt being put in the same category as Milo Yiannopoulos and white supremacist Richard Spencer by a faculty member at my college after Haidt spoke here; or the strong criticisms leveled at David Buss when he spoke on my campus a couple of years ago, it is the backlash that proves the growing strength of a movement directly in support of boys’ and men’s needs along with concomitant movements.

For all who still feel that boys and men are doing just fine, I recommend reading any of the many articles, or books that contain the data to convince you that they are struggling too. Otherwise, I’d go with a line from Bob Dylan again (this time from his classic "The Times They Are A-Changin'): "Don’t criticize what you can’t understand."

Incidentally, as I was writing this piece — and he wasn't aware that I was — the oldest of my three sons (who have among them four boys), sent me a link to an opinion piece in the New York Times, titled "The Increasing Significance of the Decline of Men." It’s just one short piece you might want to read to begin to get some idea of what is happening here.

Dienstag, März 28, 2017

Piraten wollen Schutz für männliche Opfer häuslicher Gewalt – News vom 28. März 2017

1. Vor einigen Jahren hatte Genderama kontinuierlich über die Entwicklung der Piratenpartei berichtet: über ihren Aufstieg verbunden mit ihrem für deutsche Parteien ungewöhnlichen Engagement für Jungen und Männer sowie über ihren Niedergang, als sie von Feministinnen unter Kampfrufen wie "Fertigmachen zum Gendern!" gestürmt wurde. Der damalige MANNdat-Vorsitzende konnte einen Beitrag über die Jungenkrise vor Piraten nicht halten, weil man ihn durch technisch fehlerhafte Geräte sabotierte. Feministische Aktivistinnen wie Julia Schramm hatten unter ständiger Begleitung ihrer Kollaborateurinnen in der Presse, wo man den Piraten praktisch Frauenfeindlichkeit unterstellte, wenn sie diese Feministinnen nicht ans Ruder ließen, immer mehr das Piratenschiff übernommen. Andere Linksextreme wie Oliver Höfinghof kamen dazu. Die Feministin Anne Helm blamierte mit einer Irrsinns-Aktion die Piraten bundesweit, schließlich lief deren Schiff knirschend auf Grund. (Eine ausführlichere Zusammenstellung all dieser Entwicklungen findet man hier.)

Inzwischen sind Helm, Schramm und Höfinghoff zur Partei Die Linke gewechselt. Anne Helm soll dort einem Bericht zufolge damit beschäftigt gewesen sein, abtrünnige Genossen wieder auf Linie zu bringen, und engagiert sich in der rot-rot-grünen Berliner Regierungskoalition mit dem Verbot "sexistischer" Reklame. Von Höfinghoff habe ich zuletzt vergangene Woche gelesen, als er auf Twitter die Antirassistin Dunja Hayali für ihr Interview mit der "Jungen Freiheit" abkanzelte.

Nun gibt es in der Piratenpartei immer noch Radikalfeministen wie Simon Kowalewski, der auch schon mal von "Maskuarschlöchern" schwadroniert, und als Andreas Kraußer und ich dem Landtag Nordrhein-Westfalens als Experten zur Verfügung gestanden hatten, gehörten die Piraten zu den Parteien, die sich für Männeranliegen komplett unerreichbar zeigten. Aber natürlich habe ich immer noch Kontakte zu dieser Partei – so etwa René Pickhardt, der zum Spitzentrio der Piraten für die Bundestagswahl 2017 gehört.

Jetzt informierte mich Pickhardt darüber (und verkündet seine Freude auch auf Twitter), dass der Bundesparteitag der Piraten seinen Antrag, Hilfsangebote auch für männliche Gewaltopfer zu schaffen, angenommen habe. In diesem Antrag heißt es:

Die Piratenpartei setzt sich für den Auf- und Ausbau von geschlechtsunabhängigen Hilfsangeboten für Gewaltopfer durch das Bundesfamilienministerium ein. Dies gilt insbesondere für Opfer häuslicher Gewalt. Der aktuell starken Fokussierung von Hilfsangeboten für lediglich ein Geschlecht ist durch eine Quote entgegen zu wirken. Diese richtet sich nach den offiziellen Opferzahlen aus den Kriminalitätsstatistiken. Nur so ist sichergestellt, dass alle Gewaltopfer gleichfalls Hilfe erhalten. Als erstes Ziel muss das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" entsprechend des Hilfetelefongesetzes in seiner Außendarstellung ein Telefon sein, das sich an Menschen jeglichen Geschlechts richtet und sowohl faire als auch geschlechtssensible Hilfe anbietet. Um dies zu gewährleisten, setzen wir uns in einem ersten Schritt dafür ein, dass Anrufende das Geschlecht der betreuenden Person wählen können. Langfristig ist unser Ziel, dass die Hilfetelefone unsere Gesellschaft abbilden.


Hier scheint mir eine ähnliche Entwicklung wie bei der FDP stattzufinden: Nachdem die Partei vom Wähler abgestraft wurde, entdeckt man dort Männer und ihre Anliegen (erneut) als ein Feld mit wachsender politischer Bedeutung.

Natürlich macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, und es ist fraglich, ob die Piraten verlorene politische Relevanz zurückgewinnen werden. Vielleicht aber waren die Erfahrungen, die die Partei mit radikalen Feministinnen sammeln durfte, für viele Parteimitglieder auch lehrreich. Man darf gespannt sein, ob vielleicht auch die Piraten irgendwann wieder eine Partei sein werden, die für Männer eine reizvolle Wahlalternative darstellt.



2. Kommen wir zu einer Partei, für die das ganz sicher nicht gilt: Das Blog "Man in the Middle" beschäftigt sich mit der postfaktischen Politik des neuen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz.



3. In Berlin protestieren muslimische Eltern gegen einen schwulen Erzieher.



4. Im ZDF-Magazin "Wiso" waren gestern Abend die Leiden von Kuckucksvätern Thema. Das geplante Gesetz zu Regressansprüchen solcher Väter wird nachvollziehbar als unzureichend kritisiert. Hier etwa von Minute 14 bis Minute 25. Der Beitrag erwähnt auch das maskulistische Kuckucksvater-Blog, das auch hier auf Genderama immer wieder empfohlen wurde. Der "Wiso"-Beitrag ist absolut empfehlenswert; schaut ihn euch an.



5. Das Neueste aus Österreich: Ein Ingenieur verlor seinen Job, statt 5.200 € Gehalt bekam er nur 1.500 € AMS-Geld. Daraufhin bat er seine Ex-Frau, von ihren Unterhaltsansprüchen (monatlich 2.500 Euro) herunterzugehen. Die schickte ihm stattdessen den Gerichtsvollzieher auf den Hals. Inzwischen hat der Ingenieur auch vor dem Obersten Gerichtshof verloren.

Bei einer Leserabstimmung unter dem verlinkten Artikel hat übrigens folgende Reaktion die mit Abstand meisten Stimmen für sich gewonnen: "Frechheit! Der Vater ist oft eine Melkkuh ohne Rechte, das darf nicht sein." Auf dem zweiten Platz landete: "Ich finde die ganze Sache bezüglich Unterhalt und Alimente gehört ohnedies neu überdacht." Die Antwort "Der Vater ist der Ernährer und für die Kinder finanziell verantwortlich, also soll er zahlen." erreicht keine fünf Prozent.



6. Auf den Seiten der Schweizer Zeitung "20 Minuten" streiten sich die Feministin Tamara Funiciello und der Feminist Markus Theunert. Funiciello verzweifelt daran, dass aus unerfindlichen Gründen nur die wenigsten Männer für Feminismus zu begeistern sind (und das obwohl das ihre einzige Chance ist, sich in Zeitungen wie den "20 Minuten" öffentlich zur Geschlechterdebatte äußern zu dürfen). Ihre schönsten Statements:

Wir haben schon zig Seminare für Feminismus oder Unterdrückung angeboten. Das Bild ist jedes Mal das gleiche: 95 Prozent Frauen, drei Transmenschen und ein Dude. Dieser schafft es dann, alle Frauen ständig zu unterbrechen.


Wenn etwas schiefgeht, hilft natürlich nur noch mehr davon:

Der radikale Feminismus ist die Antwort. Wir werden die vorherrschenden Machtstrukturen bis zum bitteren Ende bekämpfen.


Markus Theunert hingegen lebt in einer Welt, in der Männer durch ihre Geschlechtszugehörgkeit automatisch Macht und Geld besitzen und jetzt massenweise verunsichert sind, dass ihnen die Milliarden und die Vorstandsposten flöten gehen:

Das neue Selbstbewusstsein von Frauen ist eine riesige Provokation für alle Männer, die finden, Frauen müssten sich unterordnen. Sie fühlen sich bis auf Blut provoziert. Ihre Reaktion ist Ausdruck einer starken Verunsicherung. Sie stabilisieren ihren brüchigen Selbstwert als Mann, indem sie andere abwerten. Auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner (...) ist ja eben nicht nur das Arschloch (...), sondern letztlich ein schwacher Mann mit geringem Selbstwert. (...) Den meisten Männern geht doch gleich der Schirm zu, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht. Sie fühlen sich in ihrer Männlichkeit frontal angegriffen und machen auf passiven Widerstand.


Tatsächlich würden sich extrem viele Männer freuen, wenn mit "Gleichberechtigung" endlich einmal Ernst gemacht werden würde.

Eigentlich dreht sich die Debatte zwischen Funiciello und Theunert nur darum, auf welche Weise genau Männer minderwertig sind. Sind sie von Natur aus "arschlochig" oder sind sie verunsicherte Trottel, die damit überfordert sind, Frauen plötzlich nicht mehr unterdrücken zu dürfen? Funicello argumentiert "Männer sind schuldig". Theunert argumentiert "Männer sind schuldig, aber es gibt mildernde Umstände, weil sie charakterlich und emotional verkrüppelt sind". Zwischen diese beiden Schwachsinnspositionen spielt sich die Debatte ab. Für ein positives Männerbild bieten die deutschsprachigen Leitmedien nach wie vor wenig Platz.



7. Eine Schülerin in den USA, die den Feminismus kritisierte, erntet Anfeindungen und Bedrohungen:

Kerby Martin, a high school junior from Cypress, Texas, had been working on a school essay about several myths pushed by feminists about gender inequality, specifically focusing on how third-wave feminism only divides people. So, she tweeted out a picture of herself in an anti-feminist shirt that read "#Meninist" to prove that third-wave feminists were only tolerant towards liberals. Within hours, she was proven right.


Hier geht es weiter.



8. Fay Weldon, die in der deutschen Wikipedia als "britische Autorin und Feministin" vorgestellt wird, erklärt jetzt, der Feminismus sei für zwei Drittel aller Frauen schlecht gewesen. Ähnlich wie vor ihr Doris Lessing scheint Weldon im hohen Alter immer weiser zu werden – oder zumindest immer unerschrockener, wenn es darum geht, politisch inkorrekte Dinge zu sagen:

In an interview in The Mail on Sunday’s Event magazine today, Weldon, 85, says the feminist revolution had adverse implications by "halving the male wage, so it no longer supported a family." That meant some women had to get jobs, even if they would rather have been at home with their children. "Women had to work to support the family. So for two in three women, it really was a problem."

Elsewhere in the interview, Weldon also launches an astonishing attack on the "bad" women who have accused Donald Trump of sexual harassment. She argues that the US President’s "foolish" and "neurotic" accusers are trying to make a fast buck out of the situation. "I suspect the kind of women who Trump molests are not necessarily against the molestation but hope to make money out of it," she says. "Because not all women are good women. There are as many bad women as bad men."

Weldon, who worked in advertising before finding fame as a novelist in the late 1960s, claims that behaviour now classed as harassment was looked upon differently in her day. She adds: "In my youth, what is now seen as sexual harassment was seen as welcome attention. Actually, if men took notice of you in an office, you were very pleased."

(...) Weldon says it’s time women stopped seeing themselves as victims. "This was right and proper 20 or 30 years ago when they couldn’t earn, they couldn’t work, they couldn’t join the professions. Well all that has changed. (...) Women have won. The balance of power has moved. Men do now envy women because women have it so easy,"


Ab einem bestimmten Alter scheint es manchen Menschen schnuppe zu sein, ob sie befürchten müssen, für das Aussprechen offensichtlicher Wahrheiten von den Wortführern der politischen Debatte geteert und gefedert zu werden.

Trotz ihres Alters hat Weldon einen sehr guten Einblick in das, was sich gerade bei jungen Menschen abspielt:

As a part-time professor of creative writing at Bath Spa University, Weldon is distressed at what she sees. "Younger men have it very hard indeed. They’re very nice about it but there is a general assumption from the women in the class that the men don’t know what’s going on. And they’re sort of pitied, rather than respected."

In the old days, she says, young women lacked confidence and had too little self-esteem. Now the opposite is true.

"Young women need classes in low self-esteem, not in high self-esteem. This is the same for both men and women actually. They’re brought up now to have an unrealistic view of themselves. It makes them very hard to relate to the real world. It makes them live in a sort of bubble. It makes them long for safe spaces. They won’t listen to anybody else. They deny the existence of other thoughts and other people, which makes thought rather difficult for them. It makes them terribly easy to offend."

What can be done?

"Give them cushions and wait till they have their own children and all things will become clear. You’d hope universities would help them grow up but they just give in to them straight away, as they as parents probably gave in to their own children."




9. Gibt es an Universitäten zu wenig Angebote für Männer? Zeit das zu ändern! dachten sich Mitarbeiter der Universität Regina, die jetzt eine "Männlichkeits-Geständnis-Kabine" eingerichtet hat. Dort können Männer ihre Sünden gestehen, bereuen und daran arbeiten, ihr allzu männliches Verhalten zu ändern.



10. Mehrere US-amerikanische Professoren treten dafür ein, politisch inkorrekte Meinungen von Universitäten fernzuhalten, weil das Äußern solcher Meinungen die Meinungsfreiheit beeinträchtige:

There is no doubt that the speakers in question impose on the liberty of students, staff, and faculty at Wellesley. We are especially concerned with the impact of speakers’ presentations on Wellesley students, who often feel the injury most acutely and invest time and energy in rebutting the speakers’ arguments. Students object in order to affirm their humanity. This work is not optional; students feel they would be unable to carry out their responsibilities as students without standing up for themselves.


Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Faschisten, die in ihren Reden Frauen oder Transsexuelle zu Untermenschen erklären, sondern um die Auftritte feministischer Akademikerinnen wie Laura Kipnis, die in irgendwelchen Punkten abweichende Meinungen vom feministischen Mainstream haben. Das stellt für Studenten angeblich eine unzumutbare Belastung dar.

Apparently referring to campus reactions to Kipnis – the subject of a two-month Title IX "inquisition" at Northwestern University, where she teaches film – the commission members said "dozens of students" have told them "they are in distress as a result of a speaker’s words."

Those who invited Kipnis and previous speakers must have known their ideas "would be painful to significant portions" of Wellesley, the commission members wrote.

(...) By calling for faculty and administrators to "step up in defense" of the community and "defend the disempowered," the commission seems to be recommending that particular speakers be banned from campus.


Mit solchen Maßnahmen kann man natürlich weiter sicherstellen, dass an Universitäten nur die feministische Weltsicht gelehrt wird und die Kritiker dieser Weltsicht außen vor bleiben. Für entsprechend sozialisierte Studenten muss jede Begegnung mit dieser Kritik einen Schock darstellen, als ob sie einem extrem belastenden Übergriff ausgesetzt würden.



11. Schocker der Woche: Bei einer feministischen Firma soll es "toxische Arbeitsbedingungen" geben; ein Angestellter vergleicht sie gar mit einer Missbrauchsbeziehung. Wer hätte so etwas je erwartet?



12. Auch in Mexiko hat man wenig Probleme damit, alle Männer für die Übergriffe einger von ihnen in Sippenhaft zu nehmen:

The Mexico City Metro has installed a 'sexist seat' - complete with a flaccid penis - on its network to highlight the repeated sexual harassment women face on trains every day.

The chair has been modified to have the appearance of a man, including a bare chest, nipples and penis.

The place is "exclusive for men," with the aim to make them feel as uncomfortable as women who have been sexual assaulted on the transport system.

The social experiment has caused surprise and discomfort among some commuters, but has been a huge success in terms of the publicity is has received.

(...) The designated seat has a bare chest as a backrest and a flaccid penis on the seat, intentionally making it uncomfortable for anyone wanting to sit there.

It is accompanied by a sign that says ‘exclusive for men’ and a notice attached to the floor that reads: "It’s uncomfortable to sit here but it doesn’t compare with the sexual violence that women suffer in their everyday lives."

(...) The team behind the 'sexist' Metro seat were previously responsible for a similar campaign where men’s behinds were filmed and projected onto screens in the city’s underground stations to combat male chauvinism.


Es ist bemerkenswert, wie sehr in einer angeblich patriarchalen Welt die Regierungen der verschiedensten Länder dabei zusammenspielen zu zeigen, dass Männer einfach eklig sind und für ihre Geschlechtszugehörigkeit bestraft werden sollten.



13. Die Post. Mein Blogbeitrag über die Feministin, die auf intime Berührungen mit einem Fausthieb ins Gesicht der betreffenden Person reagiert, führt zu unterschiedlichen Bewertungen meiner Leser. Einer schreibt mir:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

da ich ausnahmsweise mal ihre Einschätzung nicht teile gestatten Sie mir bitte eine Anmerkung zu dem o.g. Artikel (nicht zu den Kommentaren): Als Ehemann und Vater einer 14jährigen Tochter bin ich sehr wohl der Meinung, dass man Grabschen in engerem Sinne (also vorsätzliches Anfassen von Brust, Gesäß, Schritt durch einen Unbekannten) mit Gewalt beantworten darf. Das ist ein massiver Eingriff in den privatesten Bereich und genau wegen solcher Arschlöcher stehen Männer immer wieder in einem schlechten Licht da.

Allerdings bringe ich auch meinem 16jährigen Sohn bei, dass er sich diesbezüglich keinesfalls etwas gefallen lassen muss.


Ein anderer Leser bezieht eine gegenteilige Position:

Zum Ficko-Eintrag ließe sich ergänzen: Der afroamerikanische Emmett Till wurde 1955 im Alter von 14 Jahren in Mississippi ermordet, weil er einer weißen Frau hinterher gepfiffen haben soll. GEPFIFFEN! Die Frau gab später zu, den Jungen falsch beschuldigt zu haben. Ist wohl nicht eher Ruh bezüglich "Schutzlücke", bis auch hierzulande auf behauptetes Frauen-hinterher-Pfeifen die Todesstrafe steht.

Sonntag, März 26, 2017

In die Fresse! – News vom 26. März 2017

1. Auf den Seiten des Magazins Ficko schildert eine Feministin, wie befreiend es ist, Menschen, von denen sie berührt wird, mit der Faust ins Gesicht zu schlagen:

Wenn da mein Plan nicht aufgeht und der Grapscher* statt abzuhauen eine Rauferei anzettelt, dann sind da immer Leute, die sich dazwischenwerfen. Die schützende Kraft des Menschenhaufens sollte nicht unterschätzt werden.

(...) Eigentlich ist die Antwort auf die Frage, was denn die Alternative zum Zuschlagen sei, dass das überhaupt nicht mein Problem ist. Das ist ein Männlichkeitsproblem und Gewalt, die fast nur von Männern* ausgeht.


Die Zustimmung unter den Lesern* des "empowernden" Artikels ist groß. Ein schönes Beispiel:

Gewaltlosigkeit ist keine Voraussetzung für Feminismus. Es gab schon immer auch gewaltvolle Formen, gegen Objekte oder Menschen, wie z.B. die Rote Zora. Kann man gut finden oder nicht, aber mit Legitimation hat das nichts zu tun. Peace!


Die Rote Zora ist eine feministische Terrorgruppe, die eine Reihe von Brand- und Sprengstoffanschlägen verübt hat. Kann man gut finden oder nicht. Peace!

Vereinzelt gibt es allerdings auch abweichende Meinungen von Leuten, die von vorneherein als "hater" abqualifiziert wurden:

Wenn man die Argumentation bis zum bitteren Ende weiterdenkt, müssen Frauen demnächst gleich nach dem Zuschlagen auch irgendwo in die Ecke koten, um ihr Revier zu markieren. Das ist das Niveau, auf dem hier argumentiert wird, nur eben logisch weitergedacht. Empowerment durch Degeneration: Würde ich noch mal drüber nachdenken.


Und wie so häufig gilt auch hier: Wenn sich Männerrechtler so äußern würden wie Feministinnen, wäre der Teufel los.

Das Magazin "Ficko", wo der Artikel erschienen ist, sagt über sich selbst:

Wir bekennen uns in Ablehnung von jeglichem Zynismus explizit zum Ideal der Gutmenschlichkeit. Ein Gutmensch nach unserer Definition ist ein Mensch, der sich größtmögliche Mühe gibt, kein Arschloch zu sein. Ein Mensch, der eine Vorstellung einer freien Welt für alle hat und sich dafür einsetzt. Und sich positiv definiert. Andere Definitionen sind falsch. Nicht die Ablehnung diverser menschenfeindlicher Einstellungen führt zu einer freundlichen Offenheit dem Leben, der Welt, den Menschen gegenüber, sondern andersherum: Die Gutmenschlichkeit führt automatisch dazu, dass schlechte, menschenfeindliche Ideen abgelehnt und aktiv bekämpft werden.




2. Warum kommt es bei Vergewaltigungsprozessen derart häufig zu Freisprüchen? Der Grund liegt vermutlich darin, dass inzwischen Fälle vor Gericht landen, die man früher von Anfang an nicht ernst genommen hätte. Das erläutert ausführlicher die Süddeutsche Zeitung.



3. Der NDR verfilmt unter dem Arbeitstitel "Die Lüge ihres Lebens" den Fall des Lehers Horst Arnold, der unschuldig als Vergewaltiger verurteilt wurde. Der Film soll im Spätherbst ausgestrahlt werden.



4. Jahrzehnte alte Justizskandale zu Lasten von Männern sind nur unzureichend aufgearbeitet, befindet Heinrich Schmitz. So sei die aktuelle Rehabilitierung der Schwulen ein zu kleiner Schritt in die richtige Richtung:

Man muss sich einmal vor Augen führen, was es bedeutet, als Unschuldiger wegen einer Straftat verurteilt zu werden. Kafka lässt grüßen. Nichts getan und eingelocht. Nicht selten wenden sich auch noch Freunde und Familie nach und nach ab. Als Schwuler verurteilt zu werden, war für das gesellschaftliche Ansehen so ziemlich das schlimmste was einem Mann passieren konnte. Beruf, Karriere, Wohnung, Ansehen, alles dahin. Und da kommt man den nur wegen ihrer Liebe verfolgten jetzt mit dem geilen Entschädigungsangebot von 4,11€ statt der üblichen 25.–€ pro Tag? Die Freiheit des Schwulen ist nur einen Bruchteil der üblichen Haftentschädigung wert? Geht’s noch?

(...) Die meisten Opfer der Homosexuellenverfolgung, werden diese Rehabilitierung selbst gar nicht mehr erleben können, weil sie mittlerweile tot sind. Der Staat hat sich da reichlich Zeit gelassen. Jetzt sind es nur noch wenige Opfer, die diesen Wahnsinn überlebt haben. Den Antrag auf Rehabilitierung können zwar auch Erben, Verwandte und andere Personen, wenn sie ein berechtigtes Interesse an der Feststellung einer Urteilsaufhebung haben, stellen, aber das bekommen die Toten dann auch nicht mehr mit. Wie viele Schwule mögen sich aufgrund des staatlichen Verfolgung das Leben genommen haben, wie viele im sozialen Abseits gelandet sein, wie viele dem Alkohol oder Drogen verfallen. Und immer noch ist die "schwule Sau" Schimpfwort auf Schulhöfen und Sportplätzen, immer noch kämpfen irgendwelche Idioten gegen eine „Verschwulung“ der Gesellschaft. Straftaten gegen Homosexuelle haben nicht etwa ab-, sondern zugenommen. Und die Dunkelziffer ist vermutlich höher als bei anderen Gewalttaten, weil viele Homosexuelle erst gar keine Anzeige erstatten. Die wollen immer noch nicht auffallen.




5. In dem Artikel "Von der Mutter entführt" beleuchtet die Märkische Onlinezeitung anhand eines konkreten Falles, "dass offizielle Stellen immer wieder fragwürdig agieren".



6. Der SPD-Politiker Marco Bülow hat die großen Polit-Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen untersucht und dabei ein krasses Missverhältnis in der Themenwahl festgestellt:

In jeder zweiten Sendung waren es die Themenkomplexe "Flüchtlinge, Islam, Terror/IS, Populismus/Extremismus", die im Mittelpunkt der Sendung gestanden haben. "In nur sechs von 204 Sendungen", so Bülow, "wurde über Armut und Ungleichheit diskutiert. Wichtigen Themen wie NSU, Rassismus und rechte Gewalt wurde zum Beispiel jeweils nur eine Sendung gewidmet. Klimawandel kam sogar gar nicht vor." (...) "Die Themenauswahl", so Bülow, "spiegelt absolut nicht die tatsächlichen Probleme in unserer Gesellschaft wider und stellt damit ein Zerrbild der Wirklichkeit dar."


Zu den Fragen, die Bülow hierzu stellt, gehören folgende:

Bekommt, wer besonders laut schreit, am Ende am meisten Aufmerksamkeit?


Warum fallen Themen weg, die keine starke Lobby haben, die aber so viele Menschen betreffen und die ganz sicher ebenso kontrovers sind?


Dass dazu praktisch sämtliche männerpolitischen Themen gehören, ist kein Geheimnis. Dass Männer die Hälfte der Bevölkerung stellen, ist den Talkmastern egal. Relevant ist, dass wir über keine laut schreiende Lobby verfügen.



7. Eine australische Feministin greift eine Forderung Simone de Beauvoirs auf: Es sollte für Frauen illegal sein, Hausfrau und Mutter zu sein.



8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Dein Kommentar im Blog: "Man ist ja schon froh, wenn Obdachlose keine Magazine mit dem Schwerpunktthema 'Zu wenige Frauen im höheren Management' verkaufen müssen."

Volltreffer!

Und was glaubst Du, was meine Frau zur SPD-Resolution "Wir sind die Demokratie" gesagt hat, wo es doch hieß:

"... ein äußerst konservatives Familienbild: Die Familie besteht aus Vater, Mutter und idealerweise drei Kindern."

Ihr Kommentar: "Bin ich also äußerst konservativ."

Wir haben nämlich drei Kinder. Und etwas, was den Feminismus wirklich *nicht* bewegt, sind Frauen, die gerne Kinder haben wollen.

Lenin und Stalin waren aber auch nie sozial Benachteiligte. Ob es einen Zusammenhang damit gibt, dass sie den Sozialismus mit Rums gegen die Wand gefahren haben?

Und noch was - Arne, hast Du mal den großartigen Roman von Robert Merle "Geschützte Männer" gelesen? In der DDR war das Buch hochbekannt, und es wäre eine echte Bildungslücke, wenn ausgerechnet Du es nicht kennst.

Kurz: Eine Seuche rafft alle Männer im zeugungsfähigen Alter dahin. Ausgerechnet bestimmte patriarchalische Elemente führen dazu, dass radikale Feministinnen die Macht ergreifen und ein faschistoides System errichten. Erst ein Putsch liberaler Feministinnen ändert das, aber ich will nicht zu viel verraten. Das Buch ist jedenfalls eine ausgezeichnete vielseitige Analyse und ein großartiges Bekenntnis zur Demokratie, noch dazu packend zu lesen. Gebraucht bei Amazon ab 5 Euro irgendwas.

Samstag, März 25, 2017

Das Schweigen des Bundesforums Männer – News vom 25. März 2017

1. In einem aktuellen Beitrag beschäftigt sich die männerpolitische Initiative MANNdat mit dem bemerkenswerten Schweigen des Bundesforums Männer zum staatlichen Abschuss der Notunterkünfte für männliche Gewaltopfer in Thüringen:

Thüringens "Beauftragte für Frau und Mann" Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke) lehnte eine Finanzierung ab. (...) 2015 gab Thüringens Landesregierung 1,7 Millionen Euro für Gleichstellung aus. Das Geld floss vorwiegend in Frauenhäuser, Frauenzentren, Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt gegen Frauen und in den Landesfrauenrat. Schon damals war die "Beauftragte für Gleichstellung für Frau und Mann" faktisch eine "Beauftragte für Gleichstellung für Frau und sonst nichts".

(...) Und wie äußert sich das Bundesform Männer, jene vom Bundesfrauenministerium jährlich in sechsstelliger Höhe finanzierte Einrichtung, die sich selbst als Interessenvertretung für Männer sieht? Nun, sie schweigt. Wir konnten jedenfalls bislang keine Stellungnahme, geschweige denn einen Protest, dieser "Männerinteressenvertretung" von frauenpolitischen Gnaden finden, weder auf der Homepage des Bundesforums selbst noch auf der Seite von Gleichmaß e. V. Welche Interessenvertretung für Frauen hätte wohl geschwiegen, wenn ein Gewaltschutzhaus für Frauen von der Gleichstellungsbeauftragten "für Frau und Mann" nicht mehr unterstützt würde? Kann es sein, dass das Bundesforum Männer nicht deren Interessen vertritt, die es vorgibt, vertreten zu wollen? Oder ist der Vorsitzende Martin Rosowski wieder mit einer Diffamierungsaktion gegen Kritiker der Vernachlässigung der berechtigten Anliegen von Jungen, Vätern und Männern beschäftigt?


Nachdem der nächste ganzheitliche Genderkongress im Mai stattfinden soll, ist es tatsächlich gut vorstellbar, dass das Bundesforum derzeit zuviel damit zu tun hat, solche Graswurzelpolitik für Männer zu torpedieren, als dass es sich darum kümmern könnte, die Anliegen von Männern zu vertreten. Allerdings ist das aktuelle Schweigen ja kein punktueller Einzelfall, sondern steht in einer langen Tradition: Öffentliches Schweigen des Bundesforums herrscht sowohl über die unterschiedlichsten Problemlagen, die Männer betreffen, als auch über einzelne Skandale. Nach der Entlassung der Goslarer Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling etwa, weil diese sich auch für Jungen und Männer zu engagieren begann, war es im Bundesforum Männer ebenso mucksmäuschenstill wie jetzt. Dass das Bundesforum im Schwarzbuch des Bunds deutscher Steuerzahler landete, weil immense Summen öffentlicher Gelder nicht zu dem Engagement führen, das etliche Männer von ihren angeblichen Vertretern erwarten, war insofern keine Überraschung.



2. Eine Autorin des Blogs "Salonkolumnisten", die liberale Feministin Judith Sevinc Basad, gelangt zu derselben Erkenntnis, die ich seit bald zwanzig Jahren vertrete: Der zeitgenössische Feminismus ist keine progressive, sondern eine reaktionäre Bewegung.



3. Eine Erhebung des Women's Media Center, welche Nachrichtenplattform am meisten Geschlechtergerechtigkeit verzeichnet, führt zu einem überraschenden Ergebnis: Es ist ausgerechnet der bei vielen Linken verhasste konservative Sender Fox News.



4. Über die zentrale feministische Debatte der Woche berichtet die New York Times: Im Trailer für den neuen Wonder-Woman-Film ist für "eine Millisekunde" zu sehen, dass Wonder Woman kein Achselhaar hat.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

was ein von ihnen kürzlich zitierten Kommentar schilderte, ist mir heute in Berlin aufgefallen: Ein Straßenmagazin zur Unterstützung von Obdachlosen beschäftigt sich mit feministischen Anliegen. So war heute auf der Titelseite des Straßenmagazins "Motz" das Thema "Gewalt gegen Frauen" zu sehen.

Man erinnere sich: In Berlin wurde erst vor wenigen Monaten ein männlicher Obdachloser von mehreren Angreifern angezündet. Und ausgerechnet Männer die einem solchen Risiko ausgesetzt sind, verkaufen jetzt ein Magazin, dass sich mit Gewalt gegen Frauen beschäftigt.

Mich würde an der Stelle jedenfalls auch mal interessieren, ob das inzwischen ein bundesweites Phänomen wird, dass sich Obdachlosenmagazine mit Frauenpolitik beschäftigen.


Man ist ja schon froh, wenn Obdachose keine Magazine mit dem Schwerpunktthema "Zu wenige Frauen im höheren Management" verkaufen müssen.

Freitag, März 24, 2017

Anna, 27: "Mein Feminismus hat mich beziehungsunfähig gemacht" – News vom 24. März 2017

1. Die Lebensbeichte des Tages stammt von der Grafikerin Anna, von der wir in einem Artikel über sie erfahren, dass sie an ihren früheren Arbeitsplätzen als "zartbesaitete Zicke" bekannt wurde. Von ihrer feministischen Mutter bekam sie darüber hinaus ein bemerkenswertes Bild von Partnerschaft vermittelt:

Als sie das erste Mal Britney Spears hörte, war sie begeistert. Den Song "Born to Make you Happy" mochte sie besonders. Sie hörte ihn in ihrem Kinderzimmer, sang laut mit und tanzte vor dem Spiegel, als ihre Mutter hineinstürmte. Sie machte den CD-Player aus, nahm Anna beiseite und erklärte ihr, was Britney da sang: "Das ist ein Liebeslied, das sie für einen Mann singt. Und sie sagt, sie sei geboren, um ihn glücklich zu machen". Aus Sicht ihrer Mutter eine absolut widersinnige Einstellung. Anna war zwölf Jahre alt, als sie die Lieder von Britney und Co. das erste und das letzte Mal hörte.


Glücklicherweise bewegt sich Anna auf dem richtigen Weg. Heute sagt sie:

"Ich bin so groß geworden, dass Frauen auch ohne Männer prima leben können. Und dass man sich von Männern in keine Schublade stecken lassen sollte. Aber für manche Bedürfnisse brauche ich einen Mann, aber eben einfach deshalb, weil er einen Penis hat. Diese Erkenntnis macht mich doch nicht weniger stolz, oder?" An dem Punkt, so seufzt Anna, sei sie aber noch lange nicht.


Der eine oder andere mag nun denken, dass, wenn man einem Menschen allein aufgrund seines Geschlechtsorgans einen Wert zumisst, das noch nicht die ideale Einstellung sein kann und dass in dem hier geschilderten Fall vielleicht sogar eine therapeutische Intervention hilfreich sein könnte. Dann muss man sich natürlich schnellstens daran erinnern, dass in unserer Gesellschaft die feministische Weltsicht den Normalzustand darstellt und jede Kritik daran ("Antifeminismus") die Störung, die unbedingt unterbunden und in Quarantäne gesteckt werden muss. Damit wir möglichst bald eine Gesellschaft bekommen, die aus lauter Menschen wie Anna – und ihren männlichen Gegenstücken – besteht.



2. Das Blog "Scheidende Geister" beschäftigt sich in einem Beitrag mit den Untiefen der "feministischen Ökonomie" und in einem anderen mit dem Problem, dass man eine einmal eingerichtete Vollzeitstelle für eine Gleichstellungsbeauftragte, nie wieder wegkürzen kann.



3. Das Blog Geschlechterallerlei kommentiert die MANNdat-Aktion "Eine Brille für Schwesig":

Der Witz ist: Natürlich braucht Manuela Schwesig keine Brille – was da geschieht, ist alles volle Absicht einer Überzeugungstäterin. Und natürlich wird Schwesig all die Ausführungen nicht lesen – ebensowenig wie sonst jemand vom BMFSFJ. Aber es wird genügend Leute auf der Galerie geben, die all das wahrnehmen werden, inklusive dem Ignorieren durch Ministerin und Ministerium. Insofern hat MANNdat auch eine gute Antwort gefunden auf all die desillusionierten Kritiker, die bemängeln, Aktive würden zu naiv an die Sache gehen.




4. #Aufschrei der Woche: Männer, die ihre Partnerin zum Orgasmus bringen möchten, sind sexistisch.



5. Die Post. Heute hat mich der Väteraufbruch wegen der Weiterleitung der folgenden Medienanfrage angeschrieben:

Für eine Video-Kampagne der Europäischen-Rundfunkunion suche ich nach Menschen, die durch eine öffentlich-rechtliche Sendung inspiriert wurden. Ich schreibe Ihnen zu fragen, ob sie durch eine solche Sendung inspiriert wurden, mehr Zeit mit Ihrem Kind zu verbringen.

Wofür ist das Projekt?

Diese Video-Kampagne ist eine Initiative der Europäischen Rundfunkunion. Das Ziel ist dem Publikum die positive Einflüsse der nicht-kommerziellen (also öffentlich-rechtlichen) Medien näher zu bringen. Zum Beispiel, dass man durch eine Sendung über die Klimawandlung inspiriert wurde, sich für den Klimaschutz einzusetzen - einen Bienen-Garten anzupflanzen, Fahrrad statt Auto zu fahren, oder dass man einen Bericht über Flüchtlinge sieht und sich daraufhin aktiv für sie durch freiwillige Arbeit engagiert.

Wo wird das ausgestrahlt?

Auf verschiedenen europäischen öffentlich-rechtlichen Kanälen.

Wen suchen wir?

Wir suchen nach Menschen, die durch eine Sendung sich inspirieren oder motivieren ließen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Kennen Sie jemanden, der durch eine Sendung auf einer Art inspiriert wurde?

Was drehen wir wann und wie?

Wenn eine Geschichte ausgewählt wird, fliegen wir diese Person nach London um dort ihre Geschichte im Studio aufzunehmen. Unterkunftskosten werden von uns übernommen und man bekommt eine Aufwandsentschädigung von €200.


Rückmeldungen werden möglichst rasch erbeten an pressefaelle@vafk.de.



6. Off-topic: Dunja Hayali, eine Journalistin, die wegen ihres Engagements gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus die widerlichsten Anfeindungen ertragen muss, hat der "Jungen Freiheit" ein Interview gegeben. Jene Kritiker der JF, die bestimmen möchten, mit wem andere Menschen reden dürfen und mit wem nicht, überziehen sie deshalb mit einem Shitstorm. (Die Männerbewegung hatte mit solchen Möchtegern-Diktatoren bekanntlich auch schon ihre Freude.)

Allerdings sind die Kommentare der Junge-Freiheit-Leser zu diesem Interview ebenfalls im gewohnten Tonfall gehalten: "Es gibt keine Gesprächsbrücke mit Denjenigen, die den derzeitigen Staatszerfall und die ubiquitären kriminellen Taten verteidigen." – "Das einzige was passiert ist, dass auch die trägen und nicht besonders hellen Mietmäuler des Staatsfunks kapieren, dass das derzeitige Regime eine Verfallsdatum hat." – "Die Frau ist die Falschheit in Person." – "WAS hat da die JF geritten, diese auf die Titelseite zu bringen und das Sie sogar ihre Suaden in der Zeitung verbreiten darf!"

Vertreter des rechten und Vertreter des linken Lagers stehen einander also mal wieder in wenig nach.

Liane Bednarz, ausgewiesene Kritikerin der rechten Szene, unterstützt Hayalis Entscheidung:

Ich habe Hayali gegen Anfeindungen, die das Interview ausgelöst hat, auf Twitter verteidigt. Das hat einen Grund, es ist, wenn man so will, die Kulmination einer langen Beobachtung der "Jungen Freiheit". Der man auch und gerade als Kritiker attestieren muss, sich gemäßigt zu haben und rote Linien zu ziehen, die seit dem November 2015 klar und deutlich zu sehen sind. (...) Nicht zu honorieren, dass die "Junge Freiheit" sich als Teil des neurechten Milieus gegen radikales völkisches Reden wendet, wäre unfair, sogar undemokratisch. Wer pauschaliert, handelt politisch unklug. Vor allem, und das vergessen offenbar viele, ist die Zeitung das einzige prominente rechte Blatt, dass sich konsequent vom Milieu rund um Götz Kubitschek abgrenzt. Und damit Menschen erreicht, die für etablierte Medien längst nicht mehr zu erreichen sind.

Donnerstag, März 23, 2017

"Weibliche Haue für männliche Feministen" – News vom 23. März 2017

1. "Jetzt gibts weibliche Haue für männliche Feministen" titelt die auflagenstärkste Schweizer Gratiszeitung "20 Minuten". Dem Artikel zufolge wird Männern, die für Frauenrechte eintreten, von feministischer Seite "Einmischen in fremde Angelegenheiten, Bevormundung oder schleichende Unterdrückung" vorgeworfen.

So musste sich ein Demonstrant laut "Aargauer Zeitung" von einer Demonstrantin anhören lassen: "Männer können nicht für uns Frauen sprechen. Das wäre patriarchalisch, gönnerhaft, von oben herab." Andere Frauen posten in den sozialen Medien GIFS, in dem Frauen Feministen "die Fresse polieren".

(...) Auch Fabian Molina, Feminist und ehemaliger Präsident der Juso Schweiz, versteht die Kritik. "Es gibt viel Ungleichheit, die ich als Mann nicht erfahren habe." Männer könnten nicht nachempfinden, wie es sei, im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen oder wegen einer Schwangerschaft den Job zu verlieren. "Darum ist es wichtig, dass sie sich für Gleichstellung einsetzen, aber sich nicht anmassen, für die Frauen zu sprechen."


Warum die Menschengruppe, die weit häufiger das Opfer von Gewaltkriminalität wird, es angeblich nicht nachempfinden könne, "im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen", verrät Molina natürlich nicht.

Jedenfalls bleibt es eine Illusion, dass man sich in feministischen Augen von dem Makel, zum minderwertigen Unterdrückgergeschlecht zu gehören, dadurch reinwaschen kann, dass man die Ideologie unterstützt, die die These vom minderwertigen Unterdrückgergeschlecht verbreitet. Umso verwunderlicher ist es, dass sich Männer hier überhaupt noch am Gängelband durch die Manege ziehen lassen.



2. Schwule Justizopfer werden von der Bundesregierung Jahrzehnte später rehabilitiert, und ein schwuler Flüchtling kann sich nach einem jahrelangen Gerichtsstreit vor der Abschiebung nach Marokko retten.



3. Rechtsanwalt Markus Kompa kommentiert Simone Schmollacks krude Attacken auf Bundesrichter Thomas Fischer und dessen Reaktion.

Mittwoch, März 22, 2017

Thomas Fischer filetiert Simone Schmollack – News vom 22. März 2017

1. Das eigenwillige Verständnis der taz-Mitarbeiterin Simone Schmollack von Journalismus ist manchem Genderama-Leser wohl noch in guter Erinnerung. Die neueste Peinlichkeit: Schmollack versucht, für ein gescheitertes Interview mit Bundesrichter Thomas Fischer ihren Interviewpartner verantwortlich zu machen und wird daraufhin von ihm zerlegt.



2.
Männer sind nicht nur als Mitarbeiter auf Gleichstellungsbüros immer häufiger. Auch als Ratsuchende werden sie zahlreicher. Auch wenn noch immer mehr Frauen bei der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich Rat suchen: Ein Drittel der Anfragen kommt in Zürich bereits von Männern – gerade in Vereinbarkeitsfragen.


Die Schweizer Gleichstellungsbeauftragte Anja Derungs verwahrt sich dennoch gegen die Wahrnehmung, dass Männer die Verlierer der Gleichberechtigung sind – "auch wenn das viele anders sehen".



3. Der eigentlich feministisch ausgerichtete britische "Guardian" berichtet darüber, dass unter männlichen Bauarbeitern die Selbstmordrate am höchsten ist.

Suicide is the leading cause of death for men under 50 and about four in five (10,688) deaths included in the analysis were among men. The ONS found low-skilled male construction workers had the greatest risk, at 3.7 times above the national average. Building finishing trades, including plasterers, painters and decorators, had a risk twice the national average and the risk for low-skilled workers in process plant operations was 2.6 times higher. The agricultural sector also carried an elevated risk for men, more than 1.5 times above the average for both low-skilled and high-skilled workers.


Zu der Info, dass sich mehrere Male so viele Männer wie Frauen das Leben nehmen, passt ein anderer aktueller Artikel des "Guardian":

The report, Dying from Inequality, says there is "overwhelming evidence of a strong link between socioeconomic disadvantage and suicidal behaviour".

It says governments should place a stronger emphasis on suicide prevention as an inequality issue. It calls for national suicide prevention strategies to be targeted at the most vulnerable people and places, in order to reduce geographical inequalities in suicide.

Samaritans also calls on workplaces to put in place suicide preventions plans and provide better psychological support for employees experiencing job insecurity or affected by downsizing.

"Men in the lowest social class, living in the most deprived areas, are up to 10 times more at risk of suicide then those in the highest social class living in the most affluent areas," the report says.

Recent research indicates middle-aged men are at higher suicide risk due to economic recession. Unemployed people are two to three times more likely to die by suicide than those with a job.

The least skilled occupations have higher rates of suicide, and a low level of educational attainment and no home ownership has been found to increase an individuals risk of suicide, the report says.

Suicide rates are two to three times higher in the most deprived neighbourhoods compared to the most affluent, and admissions to hospital after self-harm are two times higher.


Es ist bemerkenswert, wie sehr hier das Thema vermieden wird, dass auch die bei weitem höhere Selbstmordrate von Männern gegenüber Frauen ein Kennzeichen für gesellschaftliche Ungleichheit zu Lasten von Männern ist. Region, Beruf, soziale Schicht – die verschiedensten Kategorien werden als Faktoren benannt. Allein die Geschlechtszugehörigkeit bleibt ausgeblendet.



4. Mal wieder ein Fundstück aus dem Web: Feministinnen reagieren mitunter wirklich bizarr auf den Wahlsieg von Donald Trump.



5. Dieser Comic persifliert eine Situation, die etliche Feminismuskritiker schon erlebt haben und erfreut sich deshalb auf Facebook gerade großer Beliebtheit.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Hallo Herr Hoffmann,

dieser Artikel über indische Ingenieurinnen ist vielleicht interessant für Genderama. Er widerspricht gängigen Klischees und wirft abermals die Frage auf, warum Frauen im gleichberechtigten Westen relativ deutlich seltener Ingenieurwissenschaften studieren als in den frauenunterdrückenden Entwicklungsländern. Eine nette Karikatur bringt es ganz gut auf den Punkt.

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