Samstag, Juni 16, 2018

"Ocean's 8" und die zunehmende Beseitigung von Männern – News vom 16. Juni 2018

1. Liebe Hobby-Feministen: Bitte hört auf und kümmert euch um Wichtigeres! fordert Laura Ratering im Kölner "Express" bei einem Rückblick auf MeToo.



2. Here we go again: Der neueste Film, bei dem das männliche Ensemble durchgehend durch Frauen ersetzt wurde, ist "Ocean's 8". Trotz des Aufgebots an weiblichen Stars sind die Kritiken für den Streifen dürftig und erreichen in der Internet Movie Database einen Durchschnittswert von gerade einmal 6,3 von 10 (beziehungsweise 60 von 100 auf Metascore.) Trägt es etwa als Filmkonzept immer noch nicht, Männer gegen Frauen auszutauschen? Quatsch, poltert das feministische Lager: Schuld an den durchwachsenen Kritiken sei natürlich der Sexismus weißer Männer.



3. Warum wollen uns Feministinnen dazu bringen, Männer zu hassen? fragt das britische TalkRadio mit einem Blick auf den männerfeindlichen Artikel in der Washington Post, über den auch Genderama berichtet hatte. Ein Auszug aus dem britischen Radiobeitrag:

Einer neuen Umfrage zufolge glauben 90% der Mitglieder der Demokratischen Partei, dass die Wahl von mehr Frauen Amerika voranbringen würde. Eine andere Umfrage zeigt, dass die Demokraten einfach lieber eine Frau wählen - basta. Ist es wichtig, ob diese Frau Hillary Clinton oder Margaret Thatcher ist?

Solange es eine Frau ist, anscheinend nicht.

Ja, es gibt eine Menge #BecausePatriarchy-Zeug, das heutzutage in der amerikanischen Kultur herumschwirrt. So zeigte das Brigham-and-Women's-Hospital in Boston Porträts der pensionierten Vorsitzenden, die das Krankenhaus zu Größe geführt haben. Jetzt nimmt man die Porträts herunter und vernichtet sie. Warum?

Weil sie alle Kerle sind. Weiße Jungs.

"Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kultur ein Zugehörigkeitsgefühl für alle schafft", sagte Dr. Betsey Nabel, Präsidentin des Krankenhauses.

Das Problem ist, dass diese 31 Typen in den Porträts (alle weiß bis auf einen) die Menschen sind, die das Krankenhaus zu seinem Erfolg geführt haben. Sollen wir so tun, als hätten sie es nicht getan? Oder einfach so tun, als wären sie etwas anderes als Männer (die wir hassen)?




4. Das britische Boulevardblatt "Sun" kritisiert Londons Bürgermeister Sadiq Khan, weil ihm eine "geschlechtergerechte" Wikipedia wichtiger sei als die drängenden Probleme seiner Stadt:

In einem Artikel für den "Telegraph" forderte Khan, die Wikipedia solle sicherstellen, dass mehr Redakteure Frauen sind, um das Gleichgewicht zu wahren.

Er kündigte eine Veranstaltung an, bei der Schülerinnen den Tag damit verbringen würden, die Seite zu editieren, um mehr Informationen über weibliche CEOs und Führungskräfte einzubauen - und forderte die Schulen auf, dasselbe zu tun.

"Indem wir Frauen und Mädchen die Fähigkeiten und Unterstützung geben, die sie brauchen, können wir diejenigen ins Rampenlicht rücken, die eine wichtige Rolle dabei spielen, London zur größten Stadt der Welt zu machen", sagte er.

Unterdessen wurden in dieser Woche drei Menschen in der Hauptstadt erstochen - darunter ein 17-jähriger Junge, der jetzt um sein Leben kämpft.

Und ein Mann in seinen 20ern wurde heute vor einer Niederlassung von "Sainsbury's" erstochen, als die Verbrechenswelle weiterging.

Die Geschäftsfrau Michelle Dewberry, die die zweite Staffel von "The Apprentice" gewann, forderte den Bürgermeister auf, seine Prioritäten zu ändern.

Dewberry, die bereits darüber gesprochen hat, wie Großbritannien den Gender Pay Gap schließen könne, sagte: "Ein paar Dinge, wenn ich darf @SadiqKhan. Erstens würde ich es vorziehen, wenn Sie sich lieber darauf konzentrieren könnten, die aktuelle Epidemie an Kriminalität zu stoppen. Zweitens kann jeder UNABHÄNGIG VON SEINEM GESCHLECHT die Wikipedia bearbeiten. Dort herrscht bereits Gleichberechtigung."

Diesen Worten ließ sie ein Face-Palming-Emoji folgen, das eine Frau zeigt, die den Kopf frustriert in ihre Hand gelegt hat.

Gegenüber der "Sun" führte sie aus: "Die Gewalt, die hier gerade stattfindet, ist beängstigend. Als Frau würde ich es vorziehen, dass Khan für meine Sicherheit arbeitet, anstatt für meine Möglichkeit, eine Website zu bearbeiten, die ich bereits bearbeiten kann, wenn immer ich möchte."




5. Genderama blickt ja gerne immer wieder auf die Situation von Männern in Ländern außerhalb Europas und den USA. Heute ist Kenia an der Reihe. In der dortigen Zeitung "Daily Nation" schreibt die Journalistin Njoki Chege:

Als ich diese Woche durch Twitter scrollte - während ich eigentlich für meine bevorstehenden Prüfungen hätte lernen sollen - stolperte ich über den Trend #MasculinityKE.

Ein junger Mann namens Mariga W. Thoithi erzählte in einem langen Twitter-Thread, wie er von einer Schar von Schönheiten eingeladen wurde, die teure Getränke bestellten und dachten, er würde bezahlen. Da er wusste, dass er pleite war, hatte er die ganze Nacht über nur zwei Bier und erklärte stolz, wie schockiert seine Freunde waren, als er dem Kellner sagte, dass er nur für seine Getränke bezahlen würde und die Damen ihre eigenen Rechnungen bezahlen würden.

Er fuhr dann fort, darüber zu reden, wie Frauen einen Mann nicht im Namen von "Männlichkeit" und "ein Gentleman sein" einschüchtern sollten. Er ermutigte andere junge Männer, sich dagegen zu wehren, von Frauen "benutzt" zu werden, die mit Männern rumhängen wollen, nur damit sie ihre Rechnungen bezahlen können.

"Meine Emanzipation davon, dass ich meine Männlichkeit davon abhängig mache, was ich mir leisten kann, bedeutet, dass man mich nicht mehr durch Beschämung dazu bringen kann, Rechnungen zu bezahlen, die ich nicht eingeplant hatte", sagte er.

Das erregte meine Aufmerksamkeit. Erstens bin ich mir nicht sicher, ob Thoithi "Männlichkeit" erkennen würde, wenn sie sich auf der Straße anschleichen würde. Aber ich muss ihm zugestehen, dass er eine Debatte auf Twitter entfacht hat, denn was nach seiner viralen Geschichte folgte, war eine Flut von ähnlichen Berichten junger Männer, die angeblich eingeschüchtert wurden, Rechnungen von jungen Frauen zu bezahlen, die ohne Geld ausgehen.

Ich habe Thoithi und seiner Kombo von ähnlich gesinnten jungen Männern folgendes zu sagen. Ich möchte, dass ihr mir ganz genau zuhört, denn ich werde das nur einmal sagen; Wenn ihr es euch nicht leisten könnt, eine Frau zum richtigen Zeitpunkt auszuführen, bleibt bitte zu Hause. Wenn ihr nicht für die Getränke, das Essen und was sie sonst noch will bezahlen könnt, hängt euer Telefon aus und spielt die ganze Nacht Videospiele oder was auch immer es ist, was junge Männer tun.

Wenn ihr denkst, dass die atemberaubende junge Frau zu teuer oder zu aufwandintensiv ist, dann seid ihr nicht der Zielmarkt. Sprecht mir nach: Wenn sie zu teuer ist, befindet sie sich außerhalb meiner Liga. Niemand hat euch gezwungen, mit Damen auszugehen, die viel Zuwendung erwarten. Es gibt viele Mädchen, die gerne einen Drink mit euch teilen und euch trotzdem lieben würden. Bleibt in eurer Spur; überlasst die teuren Mädchen den Männern mit Geld. Es ist nichts Persönliches. Ihr werdet eines Tages dort ankommen!

Ich würde euch auch bitten, von der Darstellung von Frauen als Goldgräberinnen abzusehen. Die Männer mit dem Gold sollen sich über Goldgräberinnen beschweren.

Wenn eure mickrigen Kröten euch dazu bringen, euch in den sozialen Medien auszumären – wobei ihr mit großen Wörtern wie "Männlichkeit" um euch werft -- worüber ihr vermutlich nicht das Geringste wisst - bitte verschont euch mit eurem Drama und zeigt euch nicht dort, wo echte Männer zu sehen sind.

Nun, da die Frage der Männlichkeit aufgetaucht ist, erlaube mir, noch einmal darauf zurückzukommen. Wenn du so scharf auf Männlichkeit wärst, dann wärst du nicht zu einem Date mit einer Schar von Schönheiten mit nur 500 Schilling in deiner Tasche aufgetaucht. Weil, Thoithi, Männlichkeit Verantwortung bedeutet. Es geht darum, die Situation in den Griff zu bekommen. Wenn du endlich nicht mehr pleite bist - und ich bete, dass der Tag bald kommt – wirst du erkennen, wie wichtig es für einen Mann ist, sich verantwortlich zu fühlen. Außerdem, ich meine, was für ein Mann geht zu einem Date ohne Geld aus?

Nummer zwei: Männlichkeit bedeutet, die ehrenhafte Sache zu tun. In zwanzig Jahren, wenn du ein verheirateter Vater von mehreren Kindern mittleren Alters mit etwas mehr Geld bist, wirst du zurückblicken und erkennen, wie kleinlich das alles war. Ein "Gentleman" zu sein, bedeutet nicht nur deine Würde zu wahren, sondern auch die Würde der gnädigen Dame, die dich eingeladen hat. Echte Männer blamieren Frauen nicht wegen ein paar Groschen. Du hast dich vieleicht entrechtet, ausgenutzt und für dumm verkauft gefühlt , aber was ist schon Geld? Geld ist nichts, wofür man Leute in Verlegenheit bringt. Du kannst immer noch mehr verdienen.

Also, meine lieben Freunde, wenn sie euch das nächste Mal anruft und ihr sicher wisst, dass ihr pleite seid, dann sagt bitte: "Danke, aber nein danke."


Ich habe diesen Artikel gerne so ausführlich zitiert, weil er in all seiner Plumpheit so hübsch deutlich macht, was ansonsten oft nur unterschwellig und raffinierter geschieht. Grundsätzlich läuft hier aber dasselbe Spiel ab wie in den deutschen Medien. Njoki Chege gilt als führende Feministin ihres Landes - aber wenn Frauen wie sie bei Männern etwas für sich herausschlagen wollen, wird ein noch so wortreicher und manipulativer Appell an die traditionellen Geschlechterrollen immer noch liebend gern benutzt.

Schön, wenn die jungen Männer auf Twitter sich zunehmend von solchen Erwartungen emanzipieren – auch wenn die nächste Welle von Hetzartikeln gegen die "frauenfeindlichen" Men Going Their Own Way niemals lange auf sich warten lässt.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich habe gerade diesen Artikel der Tagesschau gelesen. Was mir dabei auffiel: Laut Überschrift und der kurz darauf folgenden Formulierung "verzweifelte Rufe nach Mama oder Papa" geht es hier geschlechtsneutral um die Trennung von Kindern und Eltern. Im Artikel werden aber immer nur Beispiele von Müttern und Töchtern genannt. Außerdem scheint es so zu sein, dass sich einige Abgeordnete der Demokraten sowie manche Hilfskräfte selektiv nur um Mädchen und Frauen kümmern, da ja im Text z.B. stand "Pramila Jayapal, Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus, besuchte rund 200 Frauen, die festgehalten werden".

Freitag, Juni 15, 2018

RTL verantwortlich für Lynchjustiz nach TV-Reportage? – News vom 15. Juni 2018

1.
Ein 50-jähriger Mann ist nach Angaben der Polizei am Dienstagnachmittag in seiner Wohnung von mehreren Personen niedergeschlagen und dabei schwer verletzt worden. Angeblich dachten die Angreifer, sie hätten den Mann in einer Reportage über Pädosexuelle erkannt, die das RTL-Magazin "Punkt 12" am Mittag gesendet hatte. Allerdings handelt es sich bei dem Mann, der überfallen wurde, nicht um den aus der Reportage, sagt die Polizei. Er soll inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr schweben. Die Täter sind flüchtig.


Hier geht es weiter.



2. Der Tennis-Champion Rafael Nadal macht mühelos klar, warum der Gender Pay Gap nicht Diskriminierung zu verschulden ist. Auf die Frage eines Journalisten, ob weibliche Tennisspieler nicht genauso viel verdienen sollten wie Männer, erwiderte Nadal:

"Das ist ein Vergleich, den wir nicht einmal machen sollten. Weibliche Models verdienen mehr als männliche Models und niemand sagt etwas. Warum? Weil sie eine größere Fangemeinde haben. Auch im Tennis verdient jemand, der ein größeres Publikum gewinnt, mehr."


Und so ist es bei anderen Beschäftigungen auch.



3. "Es ist Zeit damit aufzuhören, Männern an ihren Leiden im Bereich seelischer Gesndheit die Schuld zu geben", fordert das populärwissenschaftliche Magazin Psychology Today. Ein Auszug aus dem Artikel:

"Wenn Männer nur mehr reden würden, würde sich ihre psychische Gesundheit verbessern und ihre Probleme wären gelöst" – so wird oft argumentiert. Eine solche vereinfachte Darstellung des Themas ist jedoch aus verschiedenen Gründen hochproblematisch.

Erstens vernachlässigt sie wachsende Beweise dafür, dass der soziale Kontext eine wichtige Determinante der psychischen Gesundheit ist. Zweitens gibt sie dem Opfer die Schuld und trägt so zu einem Mangel an Einfühlungsvermögen und Verständnis bei. Drittens ignoriert sie viel Forschung, die darauf hinweist, dass es verschiedene Modalitäten der psychischen Heilung gibt, von denen viele eher handlungsorientiert als gesprächsbasiert sind.

Die gesammelte Forschung zeigt, dass soziale Faktoren (und nicht schweigsame Männer) eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und dem Fortbestehen der psychischen Gesundheitsprobleme von Männern spielen. Beispielsweise sind die Selbstmordraten von Männern und der Drogenmissbrauch in ländlichen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit und rückläufiger Industrie am höchsten. Dies kann zu einem Mangel an Hoffnung und Lebenssinn für viele Männer führen, insbesondere für Ungelernte und Geringqualifizierte.

Andere Untersuchungen zeigen, dass negative Lebensübergänge eine sehr schädliche Auswirkung auf die psychische Gesundheit von Männern haben können. Gut erforschte Faktoren sind das Gefühl, überflüssig geworden zu sein, Scheidungen und Trauerfälle, besonders wenn dies plötzlich und unerwartet geschieht. Falsche Anschuldigungen und nachfolgende Untersuchungen können sich auch sehr schädlich auf die psychische Gesundheit von Männern auswirken.

Gemeinsam ist diesen Faktoren ein Prozess des Schocks, des Verlustes und der anschließenden Erfahrung eines existentiellen (und finanziellen) Vakuums. Diese konkrete negative soziale Erfahrung ist oft die Ursache für die psychische Gesundheit der Männer, und die Konzentration auf die angebliche Unfähigkeit der Männer, sich zu öffnen, ignoriert diese grundlegenden sozialen Fragen.

(...) Dies kann zu einer schädlichen Sichtweise führen, die Männer für ihre psychischen Probleme verantwortlich macht und beschimpft, was bedeutet, dass ihr eigenes Verhalten die Ursache sei. Dieser Ansatz wird in der öffentlichen Gesundheit als "Victim-blaming" bezeichnet und wird bei Kampagnen zur psychischen Gesundheit von Frauen, bei denen der soziale Kontext oft als Schlüsselfaktor für die psychische Gesundheit anerkannt wird, sorgsam vermieden.

Tatsächlich zeigt meine eigene Forschung, dass mediale Darstellungen von Frauen mit psychischen Erkrankungen viel einfühlsamer und sympathischer sind als Darstellungen von Männern mit psychischen Erkrankungen, die in der Regel hart und strafend sind. Der berühmte Professor Philip Zimbardo von der Universität Stanford nennt dies zu Recht eine "Empathielücke", in der es an gesellschaftlicher Sympathie für Männer mangelt.

Diese Einfühlungslücke manifestiert sich auf verschiedene Weise. Interessanterweise haben zahlreiche Männer in meinen eigenen Forschungsstudien festgestellt, dass sie versucht haben, über ihre psychischen Probleme zu sprechen, aber nur wenige Männer oder Frauen in ihrem sozialen Umfeld waren bereit zuzuhören. Einige berichten sogar, dass Familie und Freunde ihnen einfach gesagt haben, dass sie "ein Mann sein sollen", oder schlimmer noch, sie als schwarze Schafe geächtet haben.

Wer ist also wirklich schuld an der angeblichen Schweigsamkeit der Männer?

(...) Die Lösung der Krise der psychischen Gesundheit der Männer erfordert in der Tat Veränderungen auf verschiedenen Ebenen. Aber derzeit wird zu viel Wert darauf gelegt, das vermeintliche Schweigen der Männer zu verändern, und nicht genug darauf, die Gesellschaft und die psychiatrischen Dienste zu verändern, die der gesamten Gesellschaft dienen sollen.

Donnerstag, Juni 14, 2018

Sexuelle Gewalt: Unsere Medien machen die größte Opfergruppe unsichtbar – News vom 14. Juni 2018

1. Wie die auflagenstarke Zeitung USA Today berichtet, übergeht die intensive Berichterstattung über MeToo die häufigsten Opfer sexueller Übergriffe: Schwule, Lesben und Bisexuelle.

Insgesamt sind Menschen, die sich als LGBTQ identifizieren, laut des Centers for Disease Control and Prevention einem höheren Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt:

44% der Lesben und 61% der bisexuellen Frauen erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 35% der heterosexuellen Frauen.

37% der bisexuellen Männer erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 29% der heterosexuellen Männer.

40% der schwulen Männer und 47% der bisexuellen Männer haben andere sexuelle Gewalt als Vergewaltigung erlebt, verglichen mit 21% der heterosexuellen Männer.

(...) Die am meisten beachteten Geschichten folgten einer Formel: Eine prominente Überlebende und ein mächtiger männlicher Täter.




2. Gegen Professorin Avital Ronell, die an der Universität New York Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft unterrichtet, wird wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens ermittelt. Nachdem damit erstmals eine prominente Akademikerin in diesem Zusammenhang bezichtigt wird, stimmen Feministinnen wie Judith Butler Proteste an, es handele sich dabei um eine "Hexenjagd", und schreiben einen entsprechenden Offenen Brief. Das Magazin Quartz berichtet und kommentiert:

Die in dem Brief geäußerten Auffassungen widersprechen direkt den Grundprinzipien, über die sich die meisten sonst einig sind, wenn es darum geht, wie man auf sexuelle Übergriffe reagiert: Seine Verfasser verleumden den Ankläger, schlagen vor, dass die Prominenz der Angeklagten Einfluss darauf haben sollte, wie sie behandelt wird, und behaupten - ohne eine eigene Untersuchung durchzuführen oder Beweise zu liefern -, dass die Angeklagte nicht für schuldig befunden werden könne. Er stellt auch die Untersuchung selbst als schädlich für die Angeklagte dar.

(...) In einer Gesellschaft, die sexuelle Gewalt ernst nimmt, müssen alle Anschuldigungen untersucht werden. Die Behauptung, dass eine Untersuchung an sich schon eine Ungerechtigkeit ist, zeigt mangelnde Rücksicht gegenüber den Opfern dieses weit unterschätzten Verbrechens. Viele derjenigen, die den Brief zur Verteidigung von Ronell unterzeichnet haben, sind feministische Theoretiker, die diese Prinzipien theoretisch unterstützen. In der Praxis sollte es keine Ausnahmen von diesen Regeln geben, auch wenn der untersuchte Professor eine Frau ist.


Hierzulande kritisiert Der Freitag den Offenen Brief.



3. Die Schauspielerin Rose McGowan wurde wegen des Besitzes von Kokain verhaftet. Ihre Verteidigung: Das wäre nie passiert, wenn sie nicht die Zielscheibe Harvey Weinsteins wäre.



4. Zuletzt noch ein anderes Thema: Das eigene Risiko für Prostatakrebs kann inzwischen schon durch eine preisgünstige Speichelprobe ermittelt werden.

Mittwoch, Juni 13, 2018

Wie man die Männerrechtler besiegen kann – News vom 13. Juni 2018

Bevor wir zu der Meldung kommen, der dieser Blogbeitrag seinen Titel verdankt, einige andere aktuelle News in der heutigen Presseschau:



1.
Frauen das friedliche, Männer das gewalttätige Geschlecht? Obwohl Frauen als Mörder und Totschläger statistisch weniger auffällig werden, ist die Sache weitaus komplexer.


Das erklärt die Publizistin Cora Stephan ausführlicher in einem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung. Dabei gelangt sie zu folgenden Gedankengängen:

Nichts scheint also dagegen zu sprechen, die Armee für Männer wie Frauen zu öffnen, zumal es auch hinter der Front reichlich zu tun gibt. Und nichts spräche gegen eine allgemeine Wehrpflicht auch für Frauen – davon aber ist im Gleichstellungsdiskurs merkwürdigerweise selten die Rede.

(...) Deshalb sei hier eine Lanze für die Männer gebrochen – eine Lanze für eine männliche Kultur des Krieges. Kultur des Krieges – genau. Männliche Gewalt hat ihre dunkle und ihre helle Seite. Denn es ist Männern, nicht Frauen, gelungen, der Kriegsgewalt eine Form zu geben, die sie bremst, die sie einhegt, die sie beschränkt und die dazu beigetragen hat, dass die Menschheit sich noch nicht ausgerottet hat, was geschehen wäre, wenn es in Kriegen immer schon und generell um die möglichst gründliche Vernichtung des Gegners ginge.

(...) Ja, Männer und Frauen unterscheiden sich. Im Unterschied zu Frauen haben Männer Kulturen der Selbstdisziplinierung entwickelt und als Stellvertreter den Frauen manches erspart. Manch schriller Angriff auf den Mann, insbesondere den "alten weissen Mann", erinnert heute eher an das unfreundliche Diktum Friedrich Schillers in seiner "Glocke": "Da werden Weiber zu Hyänen und treiben mit Entsetzen Scherz."

Männer und Frauen sind nicht gleich, aber sie kooperieren im Guten wie im Schlechten. Das macht die Frauen weniger edel und die Männer weniger schurkisch. Mit dieser banalen Einsicht wären wir einen grossen Schritt weiter.




2. Was ihr Orientierungsvermögen angeht, bleiben Männer der neuesten wissenschaftlichen Forschung zufolge den Frauen voraus:

Männer scheinen tatsächlich die besseren "Pfadfinder" zu sein. Denn sie bewegen sich effizienter durch ihnen grundsätzlich bekannte Umgebungen und erreichen ihr Ziel dadurch deutlich schneller, wie ein Experiment belegt. Demnach nehmen die Herren der Schöpfung häufiger sinnvolle Abkürzungen. Frauen folgen dagegen eher einmal eingeprägten Routen und neigen außerdem dazu, umher zu wandern.


Das Wissenschaftsmagazin Scinexx berichtet.



3. Hadmut Danisch kommentiert aktuelle Artikel zum Thema "Frauen und Technik".



4. Der 84jährige Dichter Reiner Kunze, berichtet die Passauer Neue Presse, war im totalitären Staat der DDR so lange der Indoktrination ausgesetzt, bis er 1977 in den Westen übersiedelte. Diese Erfahrung habe in Kunze eine tiefe Skepsis gegen verordnete Gebote des Denkens und Redens erzeugt. So nimmt er jetzt auch in einer Erklärung zum Sprachfeminismus Stellung, in der er zu folgendem Fazit gelangt:

Die Sexualisierung der Sprache durch die Diskreditierung geschlechtsübergreifender Wortbedeutungen hat eine eklatante Verarmung und Bürokratisierung der Sprache, die Denunzierung aller Sprechenden, die sich dagegen verwahren, und eine Einschränkung der Freiheit des Denkens zur Folge. Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie, die sich gegen die deutsche Sprachkultur und das weltliterarische Erbe richtet, das aus dieser Kultur hervorgegangen ist.




5. Schöne neue feministische Welt nach MeToo: Netflix greift durch, was Flirten am Arbeitsplatz angeht. So darf man dort seine Kollegin nicht mehr länger als fünf Sekunden ansehen oder nach ihrer Telefonnummer fragen. Einige Angestelte sind allerdings noch ein wenig aufsässig: So schauen Kollegen einander im Spaß an, zählen gleichzeitig bis fünf und wenden ihren Blick dann ab.



6. Angelina Jolie muss einer gerichtlichen Anordnung zufolge Brad Pitt mehr Kontakt zu seinen Kindern gewähren, wenn sie das Sorgerecht nicht verlieren möchte.



7. "Ich würde lieber in eine Million Kanalschächte fallen, als dass mir ein einziger Kerl sagt, ich solle aufpassen, wo ich gehe" tweetete vor einigen Tagen die feministische Wortführerin Lena Dunham. Dieses Statement führte zu nicht wenigen bissigen Erwiderungen.



8. Die Website "Quora" wurde eingerichtet, um Nutzern Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen zu geben, die man dort stellen kann. Eine Frage dort, die aktuell stark trendet, lautet "Wie können wir die Männerechtler besiegen?" Die beliebteste Antwort, die darauf gegeben wurde, ist zu lang, um sie vollständig zu übersetzen; ich tue das aber gerne mit ihren letzten Absätzen:

Feministinnen, ihr könnt nicht beides haben. Entweder ihr fangt an, die Probleme der Männer ernst zu nehmen und stellt eure Zeit zur Verfügung, öffnet eure sicheren Räume und fangt an, die Dinge anzupacken, bei denen Sexismus Männer beeinträchtigt, ODER lasst die Männerechtler die Probleme anpacken, die Männer betreffen. Ihr könnt nicht beides haben, und wenn ihr es versucht, seht ihr männerfeindlich und gleichberechtigungsfeindlich aus, und wenn ihr so ausseht, SORGT IHR DAFÜR, dass Männerrechtler und Antifeministen euch legitimerweise als eine Bedrohung für Gleichberechtigung und Männerrechte betrachten, und DESHALB VERBRINGEN SIE IHRE ZEIT DAMIT, SICH GEGEN DEN FEMINISMUS EINZUSETZEN.

Sie betrachten euch nicht als Bedrohung, weil ihr für die Gleichberechtigung der Frauen eintretet. Sie betrachten euch als Bedrohung, weil bei jeder möglichen Gelegenheit irgendeine Feministin beleidigt tut, sobald man versucht, über Themen zu sprechen, die Männer betreffen.

Also ja, wenn jemand lediglich über die Themen sprechen möchte, die ihn betreffen, und bei jeder möglichen Art und Weise, wie er es versucht, eine Feministin aufkreuzt, um zu versuchen, diese Meinung zum Schweigen zu bringen, wird er denken, dass ihr männerfeindlich seid.

Ich bin es wirklich leid, Feministinnen zu sehen, die Männerrechtlern Frauenfeindlichkeit unterstellen, während es viele weibliche Männerrechtler gibt. Der wahre Grund, warum Männerrechtler gegen Feminismus wettern, ist, dass sie aus ihrer Perspektive einen legitimen Grund haben zu glauben, dass Feminismus gegen sie aktiv ist. Und Fragen wie deine bestätigen ihren Verdacht.

(...) Ich denke, was am meisten unterschätzt wird, ist, dass Männerrechtler einen Raum für Männer bieten, um über die Themen zu sprechen, die sie betreffen. Die Konferenzen, die sie abhalten, ermöglichen es den Männerrechtlern, in einem sicheren Raum zusammenzukommen, um einfach nur zu reden. Darüber zu reden, wie Männer von bestimmten Problemen betroffen sind und wie sie sich dabei fühlen. Sie haben Sprecher und Führungsfiguren. Das ist wichtig, auch wenn Feministinnen so tun, als ob es nichts wäre. Denn in vielen anderen Fällen leiden diese Männer allein und ohne Unterstützung. Männliche Opfer häuslicher Gewalt leiden alleine, männliche Vergewaltigungsopfer leiden alleine. Die Konferenzen der Männerrechtler sind von Bedeutung, und Feministinnen gehen so weit, dass sie den Feueralarm auslösen oder die Zugänge versperren, um diese Konferenzen zu verhindern.

--- Wie man Männerrechtler besiegt ---

Behebt die Probleme von Männern. Nehmt sie ernst und hört auf, aus allem eine Unterdrückung von Frauen zu machen.

Ich bin kein Männerrechtler, ich betrachte mich als Nicht-Feminist, aber ich habe es satt, dass Feministinnen auf Männerrechtlern herumhacken und gleichzeitig die Probleme der Männer herunterspielen. Wenn du versuchst, die Rechte der Männer anzugreifen, wenn du versuchst, dem Fortschritt bei Männern im Wege zu stehen, dann bist du gegen die Gleichberechtigung, und ich stehe zu den Antifeministen und lehne jeden Versuch ab, Rechte für Männer niederzuzwingen, WEIL ICH AN DIE GLEICHBERECHTIGUNG GLAUBE.


Auch andere Antworten, die auf die obige Frage gegeben wurden, sind lesenswert. Das Internet ist den klassischen Leitmedien bei diesem Thema inzwischen um Längen voraus.

Dienstag, Juni 12, 2018

Wie geht es dem Jungen, den seine Mutter europaweit zur Vergewaltigung angeboten hat? – News vom 12. Juni 2018

1. Vor einigen Monaten berichtete Genderama über einen Jungen, der von seiner Mutter Männern online zur Vergewaltigung angeboten wurde. Der STERN erkundigt sich im Interview mit der Anwältin des Jungen, wie es ihm inzwischen geht. In einer Passage wird das Gespräch allgemeiner:

STERN: Wie schaffte [die mutmaßliche Täterin] es, sogar die Richter zu überzeugen?

Rechtsanwältin Ravat: Das ist genau die Frage. War es wirklich die Überzeugungskraft dieser Frau? Sie ist sicher nicht besonders klug, sie kann sich eher schlecht ausdrücken. Oder war es die Haltung, dass man einer Mutter solche Taten nicht unterstellen mag? Das ist der Bonus, den Frauen genießen.

STERN: 2016 gab es laut Bundeskriminalamt mehr als 7000 Männer, aber nur 127 Frauen, denen sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde.

Rechtsanwältin Ravat: Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Auf kinderpornografischen Aufnahmen mit Säuglingen erkennen wir immer wieder ganz eindeutig Frauenhände.




2. Lucas Schoppe beschäftigt sich einmal mehr mit rechten Diskursen im herrschenden Feminismus. Ein Auszug:

Es ist ein wesentliches Problem der feministischen Linken, dass sie sich in aller Regel mit der faschistischen Geschlechterordnung immer nur gerade eben so weit auseinandergesetzt hat, wie diese Auseinandersetzung ihre ohnehin immer schon bestehenden Grundthesen bestätigte. Sonst hätte sie irgendwann einmal bemerken müssen, dass sie diese Ordnung in wesentlichen Aspekten nicht etwa bekämpft, sondern sie reproduziert und variiert.

Die Entsorgung von Vätern, die heute nicht mehr auf Schlachtfelder ziehen müssen, aber dafür juristisch von ihren Kindern ferngehalten werden – die inzestuöse Verherrlichung der vom Vater ungetrübten Mutter-Kind-Innigkeit in der Fantasie einer "Alleinerziehung als Befreiung" – die rituell wiederholte Imagination des Mannes als Täter und der Frau als Opfer – die Fantasie des Mannes als Vergewaltiger, als triebgesteuerte Bedrohung der unschuldigen Frau – bis zur heutigen #MeToo-Bewegung, die statt soziale und ökonomische Strukturen zu analysieren auf Geschlechtszugehörigkeiten fixiert ist – und bis hin zu einer Schrift, die zum feministischen Kultbuch wurde, obwohl oder gerade weil sie sich unverkennbar und unverblümt in die Tradition des Nationalsozialismus stellte: Die hier nur skizzierten Übernahmen aus einer reaktionären oder faschistischen Geschlechterordnung sind so vielfältig, dass es eine beständige Anstrengung kosten muss, sie zu übersehen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Feminismus grundsätzlich "rechts" sei. Selbst eine unfaire und einseitige Interessenvertretung für Frauen wäre eben unfair und einseitig, aber deswegen noch nicht rechts, reaktionär oder gar faschistoid. Irritierend und erklärungsbedürfig aber ist die Blindheit für die Parallelen, die offenkundig und eigentlich unübersehbar sind.

(...) Es ist eigentlich eine klassische rechte Politik, die Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen versprengt zu sehen und Einzelne diesen Gruppen unterzuordnen – Gruppen, die sich unversöhnlich gegenüberstünden, die potenziell gewaltsam eher im Streben nach Macht kollidierten als sich im Bemühen um Verständigung zu begegnen, die keinen universellen Rahmen der Vernunft hätten und die jede Idee eines herrschaftsfreien Diskurses zum naiven Traum werden ließen.

In Massenmedien wie in sozialen Medien stehen sich also heute nicht Rechte und Linke gegenüber, sondern Rechtsaußen-Akteure, die wissen, dass sie rechts sind – und Rechtsaußen-Akteure, die sich für links halten. Gerade bei traditionellen Linken muss diese auf rechts gestrickte Linke an Unterstützung verlieren.




3. Harald Martenstein kommentiert, dass die SPD beim Kampf um Wählerstimmen auf feministische Pornos setzt.



4. Das liberale Magazin Reason beschäftigt sich mit dem (auf Genderama ebenfalls schon einmal erwähnten) Fachaufsatz der Genderstudien über die "Vergewaltigungskultur" unter Hunden und Hundebesitzern.

Wilson verbrachte 100 Stunden in drei Hundeparks, wo sie eine ganze Reihe von Malen notierte, als ein Hund einen anderen bestieg. Wenn das zwei Rüden taten, griffen die Besitzer in der überwältigende Zahl der Fälle ein. Aber wenn es sich um eine männliche und eine weibliche Hündin handelte, stoppten die Besitzer es weitaus seltener. Dies, so die Studie, könnte etwas über die verinnerlichte Homophobie der Eigentümer aussagen und ihre Bereitschaft, weibliche Opfer sexueller Übergriffe zu übersehen.

(...) Wilson sagt [in ihrem Fazit] im Wesentlichen, dass, da das Anschreien von Hunden ein guter Weg war, um sie dazu zu bringen, mit der Vergewaltigung aufzuhören, das Anschreien von Männern – beim Wettern gegen die Vergewaltigungskultur - auch funktionieren könnte.

Sie räumt jedoch ein, dass Männer im Gegensatz zu Hunden nicht angeleint werden können. Das wäre "politisch nicht machbar", erklärt sie. Die Enttäuschung ist spürbar.




5. Zuletzt: Die Karikatur der Woche.

Sonntag, Juni 10, 2018

Deutscher Anwaltsverein: Kindeswohl soll Vorrang haben – News vom 10. Juni 2018

1.
Der Deutsche Anwaltsverein dringt auf eine Reform des Kindschaftsrechts. Das Gesetz passe nicht mehr zum Leben vieler Scheidungsfamilien. Gefragt sei eine Flexibilisierung, die auf gerechteren Unterhaltsregeln fußt.

(...) Die Anwälte schlagen vor, neben dem klassischen Residenzmodell und dem Wechselmodell eine dritte Betreuungsform vorzusehen: die alternierende Betreuung, bei der sich die Eltern die Betreuung teilen, aber nicht ganz zur Hälfte, sondern etwa 60:40 oder 70:30.

Solche Modelle werden zwar jetzt schon gelebt, gelten aber in der Rechtssprechung nach wie vor als Residenzmodell und bedeuten für den weniger betreuenden Elternteil, dass er voll unterhaltspflichtig ist. Hier müsse es zu einem Umdenken kommen, meint Horndasch: "Der Kindesunterhalt muss in Zukunft stärker an den Betreuungszeiten orientiert werden, aber auch die unterschiedlichen Einkommen der Eltern berücksichtigen." Ein entsprechendes Stufenmodell hat der Anwaltsverein bereits erarbeitet.


Der Artikel von Sabine Menkens in der "Welt" ist in Gänze lesenswert.



2. Der Kölner Stadt-Anzeiger macht im Zusammenhang mit der Debatte über sexuelle Gewalt aufmerksam auf die vergessenen Jungen.



3. Der Professor für Geschichte Valentin Groeber plädiert für bessere Arbeitsbedingungen für junge Männer im akademischen Betrieb.



4. "Why can't we hate men?" schlagzeilt die Washington Post. In dem Artikel argumentiert Professorin Suzanna Danuta Walters, Direktorin des Women’s, Gender, and Sexuality Studies Program an der Northeastern University, dass der Hass auf Männer gerechtfertigt sei, und zieht folgendes Fazit:

Also Männer, wenn ihr wirklich #WithUs seid und wollt, dass wir euch nicht für all die Jahrtausende des Leids hassen, das ihr produziert und von dem ihr profitiert habt, fangt damit an: Lehnt euch hinaus, damit wir aufstehen können, ohne niedergeschlagen zu werden. Versprecht, nur für feministische Frauen zu stimmen. Kandidiert nicht für ein Amt. Seid für nichts verantwortlich. Tretet von eurer Macht zurück. Wir schaffen das. Und bitte seid euch gewiss, dass eure Krokodilstränen nicht mehr von uns weggewischt werden. Wir haben jedes Recht, euch zu hassen. Ihr habt uns Unrecht getan. #BecausePatriarchy. Es ist höchste Zeit, dass ihr euch hart für das Team Feminismus einsetzt. Und gewinnt.


Ich warte jetzt eigentlich nur noch auf die Argumentation, wenn Zuwanderer und Muslime nicht gehasst werden wollten, dann sollten sie eben mehr rechte Parteien wählen, die sich gegen "Ausländerkriminalität" engagieren.



5. An australischen Universitäten erhalten Studenten inzwischen schlechtere Noten, wenn sie feministisch nicht korrekte Wörter wie "mankind" und "workmanship" verwenden. Der von mir verlinkte Artikel ist in Gänze lesenswert.



6. In Birmingham, Alabama, nutzte eine Verbrecherin die Stimmung im Zusammenhang mit sexuellen Belästigungen für einen versuchten Banküberfall. In einem Zettel, mit dem die Täterin 6.000 Dollar aus dem Tresor forderte, hieß es, wenn der Bankangestellte mitspiele, würde er mit einem sexuellen Gefallen belohnt. Wenn er sich weigere, würde die Täterin behaupten, er hätte sie sexuell missbraucht.



7. Die meisten allgemein geltenden Vorstellungen über die Geschlechter treffen zu, argumentiert Lee Jussim auf den Seiten des populärwissenschaftlichen Magazins Psychology Today. Dabei kritisiert er Forscher, die durch selektives Auswerten der vorhandenen Daten so tun, als ob das Gegenteil der Fall wäre.

Wissenschaftler können nicht einfach Beweise ignorieren, die mit ihrer Erzählung unvereinbar sind. Dies bedeutet nicht, dass sie die Beweise dem ersten Augenschein nach akzeptieren müssen. Aber das Ignorieren von Beweisen sollte keine wissenschaftliche Option sein, vor allem nicht in einem Geschäft, das stolz darauf ist, Nuancen und Vor- und Nachteile sowie das Gewicht der Beweise in Bezug auf ein bestimmtes Thema zu präsentieren. (...) Wir wissen jedoch, dass in den Sozialwissenschaften empirische Erkenntnisse, die Social-Justice-Darstellungen in Frage stellen, oft systematisch ignoriert, übersehen, verunglimpft und verworfen werden.

(...) Diese Art von Problem kann nicht durch bessere Statistiken oder verbesserte Methoden gelöst werden. Dennoch bedroht sie die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit der Sozialpsychologie mindestens ebenso wie nicht nachvollziehbare Befunde, fehlerhafte Statistiken und suboptimale Forschungsmethoden. Außerdem besteht die Gefahr, dass die öffentliche Unterstützung für die Sozialwissenschaften breiter ausgehöhlt wird. Warum sollte die Öffentlichkeit weiterhin die Finanzierung der Sozialwissenschaften unterstützen, wenn man nicht sicher sein kann, dass die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler auf ihre eigenen Daten eingehen?


Eine Passage seines Artikels widmet Jussim den Vorwurf, Frauen würden im akademischen Bereich dadurch diskriminiert, dass sie weniger Forschungsgelder als Männer erhielten. Jussim stellt klar, dass auch an dieser Behauptung einer Benachteiligung wenig dran ist:

Frauen erhielten weniger Zuschüsse, aber das ist noch kein Beweis dafür, dass es sich um Voreingenommenheit handelte. Stattdessen bewarben sich Frauen stärker in Bereichen, in denen die Förderungswahrscheinlichkeit geringer war (Bio- und Sozialwissenschaften); und weniger in Bereichen, in denen die Förderungswahrscheinlichkeit höher war (z.B. Chemie und Physik).




8. Aus den Blogs: Das "Alternativlos-Aquarium" wirft einen Blick zurück auf das feministische Jahr 2017 in Deutschland.



9. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu der Entscheidung des deutschen Rechtschreibrats zur feministischen Schreibweise:

Ich bin bezüglich der vorläufig nicht getätigten Empfehlung des Rats für deutsche Rechtsschreibung skeptisch. Für mich ließt es sich so, dass man abwarten wird, was sich in der Gesellschafft stärker durchsetzen wird.

Dabei wird aber hintenrum getrickst. Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist ein zwischenstaatliches Gremium, der ein amtliches Referenzwerk erstellt. Viele Behörden und Bildungsstätten haben hier aber längst vorgegriffen und üben einen Zwang bei der Durchsetzung der "geschlechtergerechten" Sprache aus. Dies dürfte letzten Endes dazu führen, dass der Rat quasi von Staats wegen die Sprache definiert und nicht die Sprachentwicklung der Gesellschaft abbildet.

Der Artikel aus der "Welt" enthält einen interessanten Passus, der das Dilemma der Sprachgerechtigkeitshersteller verdeutlicht.

"Dem gegenüber stehen die Gerechtigkeitshersteller, die argumentieren, von den Sprachteilnehmern werde das grammatische Geschlecht durchaus als Indikator für das natürliche Geschlecht wahrgenommen. Psychologische Tests hätten ergeben, dass Deutschsprecher sich unter Astronauten und Spionen eben doch eher Männer und weniger Frauen vorstellten."

Dem möchte ich sogar zustimmen. Dabei werden jedoch einige naheliegende Gedanken vernachlässigt. Zum einen wird gesagt, das man sich eher Männer unter diesen Berufsbezeichnungen vorstellt. Das steht dann aber im Widerspruch dazu, dass es rein männliche Bezeichnungen sind, wenn einige Probanden auch Frauen im Sinn hatten. Es liegt vermutlich nicht an der Endung der männlichen Berufsbezeichnung, sondern eher daran, mit welchem Geschlecht bestimmte Berufe assoziiert werden. Das man sich unter Ingenieuren eher Männer vorstellt, liegt einfach daran, dass eben auch überwiegend Männer in den Ingenieurberufen anzutreffen sind. Dagegen denke ich bei Erziehern eher an Frauen. Beim Sammelbegriff Krankenpfleger funktioniert dies nicht, was aber daran liegen dürfte, dass der Begriff Pfleger lange Zeit ausschließlich für Männer galt (Krankenpfleger und Schwester). Bei Zahnärzten denke ich ebenfalls an beide Geschlechter, bei Chirurgen jedoch nicht, weil dies meinen Kontakt mit den Geschlechtern bei diesen Berufen widerspiegelt.

Wenn man solche Assoziationstests macht, dann sollte man auch nur Berufe verwenden, die gleichermaßen von Männern und Frauen ausgeübt werden oder die Geschlechter in einigermaßen gleichen Teilen Berühmtheit darin erlangt haben. Schon deswegen kann es mit Astronauten, Testpiloten, Mineuren und Spionen vorerst nicht funktionieren.

Im Übrigen bewirkt die Aufdröselei der Geschlechter genau das Gegenteil dessen, was beabsichtigt ist. Je mehr Gruppen man schafft, umso mehr hält man den Glauben an Leistungsunterschiede aufrecht. Wenn man z. B. Professorinnen und Professoren mittels getrennter Anrede auf einem Kongress begrüßt, dann vereint dies nicht, sondern es trennt die eigentlich Gleichen. Dass sollten sich die Verfechter der Sprachgerechtigkeit endlich auch einmal überlegen.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Im Deutschlandfunk gibt es in dem Programmformat "Europa heute" eine Reihe über Gleichberechtigung in Schweden". In einem Beitrag wird über eine Geschlechterpädagogin berichtet, deren Aufgabe es ist, den Kindern die "Geschlechterstereotypen" auszutreiben. An der besagten KiTa dürfen die Kinder aber immerhin noch "er" und "sie" sagen (statt sonst das erfundene geschlechts-übergreifende "hen").

Interessant auch dazu die Facebook-Kommentare, die größtenteils ablehnend/kritisch zu sein scheinen. Dort interviniert der Deutschlandfunk mehrmals mit eigenen Kommentaren, die die Geschlechterpolitik Schwedens verteidigen. (Es geht also nicht um die Verteidigung des Beitrages oder die Ermahnung zu einer sachlichen Debatte, stattdessen greift der Deutschlandfunk hier selber inhaltlich in die Debatte ein.)

Vielleicht in dem Zusammenhang noch ein kurzer Hinweis auf den dänischen Comedian Jonatan Spang, der sich inzwischen in mehreren Beiträgen deutlich gegen die "Political correctness" im Nachbarland Schweden wendet. In seiner Satiresendung "Tæt på sandheden" (= Nahe der Wahrheit) imitiert er unter anderem die inter-skandinavische Krimiserie "Die Brücke", wo er einen (rauchenden, etwas macho-haften) dänischen Kommissar auf eine (politisch korrekte) schwedische Kommissarin treffen lässt, die keine Verfolgung des Täters zulässt, weil sie in der Täterbeschreibung auf dem neuen Personalpronomen "hen" besteht und keinen Hinweis auf Geschlecht, Ehtnizität, Hautfarbe etc. zulassen will ("Der Tatmensch (= Täter) wird beschrieben als ... Mensch"). Bei Youtube gibt es das Video mit englischen Untertiteln. Dort gibt es auch noch weitere ähnliche Clips von Jonatan Spang.

Danke für Deinen Blog und Deine Aufklärungsarbeit!

Samstag, Juni 09, 2018

Rechtschreibrat stoppt Spezialsprache der Gender-Ideolog_*Innen – News vom 9. Juni 2018

1. Der Versuch politischer Ideologen, eine von ihnen erfundene Rechtschreibung der Allgemeinheit aufzuzwingen, wird vorerst geblockt:

Der Rat für deutsche Rechtschreibung mit Sitz in Mannheim plant vorerst keine Regeländerung für geschlechtergerechtes Schreiben. Aus der bisherigen Beobachtung des Schreibgebrauchs ergebe sich noch keine klare Präferenz, hieß es am Freitag nach einer Ratssitzung in Wien. Noch werde die Praxis, von Frauen und Männern in weiblicher und männlicher Form, im Plural oder in Passivkonstruktionen zu schreiben, der Erwartung geschlechtergerechter Schreibung am ehesten gerecht.


Hier geht es weiter.

"Die Welt" kommentiert die Debatte. Ein Auszug:

Antje Baumann und André Meinunger, die Herausgeber von "Die Teufelin steckt im Detail" stellen fest, dass in ihrem Buch gerade Wissenschaftlerinnen mehrheitlich gegen gegenderte Sprache argumentieren. Da ist sogar von einer "Apartheid" und von Diskriminierung die Rede, die herrschten, wenn jetzt immer und überall das Geschlecht angezeigt werden solle. So polemisieren nicht weiße alte Männer, auf die man heute nicht mal mehr hört, wenn es sich – wie bei Eisenberg und der deutschen Grammatik – um die größten Autoritäten auf ihrem Gebiet handelt, sondern jüngere Forscherinnen.


Matthias Heine, Autor des Artikels, weist auch darauf hin,

wie ästhetische Argumente von den Pro-Gender-Forschern immer besonders forsch beiseite gewischt werden. Das Fach wird heute mehrheitlich von Menschen bestimmt, die die Sprache nur noch durch den Ausschnitt ihrer Computerbildschirme sehen. Zwischen natürlichen Sprachen und Programmiersprachen nehmen sie kaum Unterschiede war. Sie können sagen, welche Formen wo und wie oft in großen digitalen Sprachkorpora erscheinen. Aber niemals haben sie ein Gedicht auswendig gelernt. Die Schönheit und das Spielerische in der Sprache sind ihnen nicht nur unwichtig, sie wissen gar nichts von deren Existenz. Das politisch Erstrebenswerte ist ihre einzige Norm. Sie ähneln darin denjenigen, die Dämmung für Wände verordneten, weil das nützlich ist – ganz egal, wie sich das auf deren Ästhetik auswirkte. So wie die Häuser nun unter ihren wärmenden Decken schimmeln, wird die Sprache von einem Schimmelteppich aus Korrektheitssignalen bedeckt.


Von maskulistischer Seite wird übrigens keine Einführung irgendeiner Spezialsprache gefordert, durch die wir unsere Weltsicht besonders gut propagiert sehen. Vermutlich hat für die meisten von uns die Freiheit des Individuums eine größere Relevanz als ständig neue Regeln und Normen.



2. Isabel Schayani (WDR) schwadroniert für die "Tagesschau"

Gestern hat die Bundeskanzlerin, eher en passant, in ihrer papiertrockenen Gebrauchslyrik etwas Bemerkenswertes gesagt. Natürlich werde man weiterhin nach Afghanistan abschieben. Dann kam der feine Nachsatz: Und zwar ohne Einschränkungen. Ab jetzt also nicht mehr nur Straftäter, junge Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Familien? Ich traue keiner befristeten Waffenruhe mit den Taliban. Haben wir die Menschen im Blick?


Männer nach Afghanistan abzuschieben ist also unproblematisch, Menschen wie Frauen und Kinder hingegen nicht. Das Blog Kritische Wissenschaft kommentiert:

Misandrie, Männerfeindlichkeit, ist für Schayani offensichtlich mit Menschlichkeit vereinbar, mit dem, was sie unter Menschlichkeit versteht. Es ist gruselig zu sehen, wie normal Misandrie geworden ist, wie leicht es ist, Männer, junge Männer, gleich hinter Straftätern zu nennen und ihre Abschiebung nicht zu bedauern. Aber – und man kann das Flügelschlagen fast hören -, aber wehe es geht an die Adresse von "Frauen, Kindern, Familien" (Die offensichtlich einzige Art für Männer, um im Menschenbild von Schayani Menschlichkeit zu erlangen, besteht darin, als Teil einer Familie zu verschwinden), dann erregen sich angebliche Menschenfreunde wie Schayani. Dann wird die Menschlichkeit eingefordert, die man vergeblich sucht, wenn es um Männer, junge Männer geht.

Die Normalität der Misandrie in Deutschland ist fast so erschreckend wie die Normalität, mit der diejenigen, die sie pflegen, von Menschlichkeit salbadern, ohne den Widerspruch zu bemerken.




3. Die britische Premierministerin Theresa May fordert, Facebook und Twitter dazu auf, an Frauen gerichtete Beschimpfungen zu entfernen. Auf Männer zielende Attacken bleiben wie alle anderen Attacken gegen das männliche Geschlecht politisch irrelevant.

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