Sonntag, November 18, 2018

Süddeutsche Zeitung beklagt Attacken von Gender-Ideologen auf Wissenschaftler – News vom 18. November 2018

1. Die "Süddeutsche Zeitung" kommentiert die Notwendigkeit eines eigenen Fachmagazins, in dem Wissenschaftler politisch unerwünschte Gedanken veröffentlichen können:

Wer beispielsweise über biologische oder psychologische Besonderheiten von (...) Geschlechtern publizieren will, und sei es nur die unterschiedliche Wirkung eines Arzneimittels, muss mit heftigen Anwürfen rechnen - und zwar aus jeder Ecke. Sobald sich ein hauchdünner Unterschied zwischen Mann und Frau zeigt, gibt es jene, die das nicht akzeptieren wollen. In der akademischen Welt ebenso wie draußen.

Es ist also keineswegs mehr nur so, dass sich die Wissenschaft gegen äußeren Druck hüten muss, gegen die Attacken wissenschaftsfeindlicher Extremisten. Es gibt mittlerweile innerhalb des akademischen Betriebs Zwänge, die manche sachliche Auseinandersetzung im Keim ersticken. Und statt Daten oder Thesen, die man anzweifelt, rational mit den Methoden der Wissenschaft zu entkräften, geht man die dahinterstehenden Forscher persönlich an.


Stimmt. Ich erlebe das seit mehr als 15 Jahren.



2. Obdachlose dürfen ab diesem Winter nicht mehr in Berliner U-Bahnhöfen übernachten. Ersatzräume gibt es keine.



3. "Jungen werden in der Schule im Stich gelassen, weil jeder Versuch, ihnen zu helfen, den Zorn von Feministinnen erregt" schlagzeilt der britische "Telegraph". In dem Artikel heißt es:

Das britische Bildungssystem scheitert an der "erstaunlichen" Unterversorgung der Jungen, da Feministinnen das Thema "tabuisiert" haben, warnte die ehemalige Leiterin des Hochschulzulassungsdienstes.

Mary Curnock Cook, die bis zum letzten Jahr Chief Executive dieser Stelle war, sagte, dass die Tatsache, dass Jungen in der Bildung zurückbleiben, ein nationaler Skandal sei - doch es ist ein so "unmodernes" Thema, darüber zu diskutieren, dass dieser Zustand "normalisiert" geworden sei.

Mädchen übertreffen Jungen in allen Aspekten der Bildung, von der Grundschule bis hin zu den Abiturergebnissen. Im vergangenen Jahr gingen 57 Prozent der Frauen an die Universität, verglichen mit 43 Prozent der Männer: eine Kluft, die sich in den letzten zehn Jahren deutlich vergrößert hat.

"Ich finde es einfach inakzeptabel zu denken, dass es in Ordnung ist, Jungen immer weiter in der Bildung zurückfallen zu lassen und die Kluft größer werden zu lassen", sagte Curnock Cook.

"Jungen, die in der Bildung zu wenig leisten, werden als ziemlich normal betrachtet - jeder weiß es, aber niemand tut etwas dagegen." Sie sagte, dass sich andere Bildungsunterschiede - wie die Kluft zwischen reichen und armen Kindern verringern, aber die Kluft zwischen Jungen und Mädchen werde immer größer.

"In etwa zehn Jahren wird die Kluft zwischen Jungen und Mädchen größer sein als zwischen Reich und Arm. Das ist wirklich erstaunlich."

Curnock Cook sagte, dass die Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter in der Regel von Themen wie dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle und der gläsernen Decke dominiert werde.

"Aber das sind Arbeitsprobleme, keine Bildungsprobleme", sagte sie. "Nicht selten treffen Initiativen zur Unterstützung von Männern auf Spott von Feministinnen."

Wenn versucht wird, Männerprobleme anzugehen, werden sie verspottet und mit dem "Zorn" von feministischen und geschlechtsspezifischen Gruppen konfrontiert, sagte sie.

(...) In den letzten fünf Jahren haben mehr als doppelt so viele männliche Universitätsstudenten Selbstmord begangen wie ihre Komilitoninnen, obwohl es weniger männliche Studenten gab.

Curnock Cook wird am Montag auf einer Konferenz sprechen, die von der Men and Boys Coalition, einer Gruppe von über 80 Organisationen, Wohltätigkeitsorganisationen und Wissenschaftlern, einberufen wird.

Die Koalition wird eine Reihe von Empfehlungen veröffentlichen, um die Probleme von Männern und Jungen anzugehen, wie z.B. die Entwicklung zusätzlicher Unterrichtsmaterialien, die speziell für Jungen entwickelt wurden.

Ein weiterer Vorschlag ist der Start einer bundesweiten Kampagne "Take Your Son to University Day" nach dem Vorbild des "Take Your Daughter To Work Day", der Anfang der 90er Jahre gestartet wurde, um Mädchen über Berufsmöglichkeiten zu informieren.

Dan Bell, Gründer der Men and Boys Coalition, sagte, er hoffe, dass die Konferenz einen stärkeren Dialog über diese Themen fördern werde.

"Die Menschen verhalten sich bei Männern und Jungen sehr vorsichtig, weil es als ein Zeichen dafür betrachtet wird, dass sie sich für eine privilegierte Klasse einsetzen", sagte er.

"Als starre Geschlechterrollen stärker durchgesetzt wurden, lautete das traditionelle männliche Stereotyp, dass man einfach weitermacht. Jetzt haben wir ein stärkeres Bewusstsein für Geschlechterfragen entwickelt - aber wir beschäftigen uns nur mit Problemen, die von Männern verursacht werden, und nicht den Problemen, die sie haben."


Auch in Deutschland ergreifen die Verantwortlichen keine Maßnahmen, um die "Jungenkrise" zu beheben, und in den Leitmedien ist sie seit Jahren kein Thema mehr. Auf Spiegel-Online durfte erst letzte Woche Margarete Stokowski das Thema "Diskriminierung von Jungen und Männern" totschlagen. Und wir Männerrechtler ziehen auch hierzulande für unser Engagement, den betroffenen Jungen zu helfen, sofort feministische Aggressionen auf uns.

Samstag, November 17, 2018

Journalistin fordert Alkoholverbot für Männer – News vom 17. November 2018

1. Der Kölner Karneval ist der Horror, berichtet Seyda Kurt für den "Zeit"-Ableger ze.tt: Männer im Bärenkostüm rufen "Hey Chica!", andere Männer behelligen einen mit "übergriffigen Blicken" und plumpen sexuellen Belästigungen wie "Wenn du magst, kannst du uns begleiten" oder öffnen sich zu anderen "grunzenden Kontaktversuchen". Nach Ansicht der Journalistin lautet die Lösung: "ein flächendeckendes Alkoholverbot im öffentlichen Raum gerade für Männer". Darauf einen Dujardin!



2. Der Rechtschreibrat hat bei seiner Tagung in Passau entschieden, dass der Genderstern vorerst nicht in das Regelwerk der deutschen Sprache übernommen wird.



3. Movember: "Bild" verrät, warum der Fußballspieler Joshua Kimmich in diesem Monat einen Schnurrbart trägt.



4. Nach Beschwerden von Anwohnern wurden in Dortmund 265 Knöllchen gegen Obdachlose verteilt. In vergleichbaren Städten gibt es diesen Irrsinn nicht.



5. Die Luzerner Zeitung greift das Thema "häusliche Gewalt gegen Männer" auf. Anlass ist eine Konferenz zur häuslichen Gewalt, für die am Dienstag 270 Fachpersonen nach Bern gereist waren. In der Schweiz ist die Dunkelziffer bei männlichen Opfern inzwischen so weit aufgeweicht, dass jede vierte wegen häuslicher Gewalt angezeigte Person eine Frau ist.

In dem Artkel heißt es:

Sich jemandem anvertrauen, das war auch für Philippe schwierig. Der 57-Jährige, der in Wirklichkeit anders heisst, hat zuerst gezögert. Zweifel plagten ihn, ob er wirklich die Polizei verständigen soll. Doch die Aggressionen der Partnerin, ihr impulsives Verhalten, all die unverarbeiteten Emotionen, die sie auf ihn projizierte, das hielt er irgendwann nicht mehr aus. Nachdem die Situation zu Hause ein weiteres Mal eskalierte, hatte er die Polizei informiert und wurde an die Fachstelle Häusliche Gewalt weitergeleitet. Dort habe man ihm geholfen, so Philippe. Doch die alten Klischees seien nur schwer zu durchbrechen. "Historisch gesehen war immer der Mann der Gewalttäter. Durch die #MeToo-Bewegung wurde diese Ansicht in letzter Zeit wieder verstärkt", sagt Philippe. "Wenn ich als Mann von meiner Frau angegriffen werde und mich zur Wehr setze, dann laufe ich Gefahr, als Gewaltverursacher dazustehen."

(...) Ohne Scham über die eigenen Gewalterfahrungen sprechen, das tut praktisch keiner. Wer einen Mann finden will, der mit seinem Namen hinsteht und erzählt, muss sich bis ins deutsche Koblenz durchtelefonieren. Dort wohnt der IT-Unternehmer Rene Pickhardt. Der 33-Jährige hat häusliche Gewalt erlebt. Pickhardt war traumatisiert, konnte eine Weile lang nicht mehr sprechen. Ins Detail gehen möchte er nicht. Viel wichtiger sei, was danach passierte, sagt er. Beim Versuch, Hilfe zu holen, stiess Pickhardt nur auf verschlossene Türen.

(...) Wie schwierig es für einen Mann werden kann, dem Täterklischee zu entkommen, weiss auch Martin. Der 43-Jährige sitzt am Esstisch des Berner Männerhauses «Zwüschehalt». Fast zwei Stunden lang erzählt er von seinem Schicksal, von der Frau, die ihn gedrängt hat, Kinder zu ­machen, und die ihm diese eines Tages plötzlich wegnahm. Ihm, der sich zwei Jahre lang tagtäglich um die Zwillinge gekümmert habe, während sie Vollzeit arbeitete und ihre freien Stunden mit ihren Freundinnen verbrachte. Eines Morgens sei sie plötzlich ins Frauenhaus gegangen, ohne Vorwarnung.

"Dort hat sie erzählt, ich sei gewalttätig und hätte die Kinder geschlagen", sagt Martin. Seine Stimme bebt, die Verzweiflung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Nie habe er den Kindern etwas angetan, und nie habe ihm irgendjemand das Gegenteil bewiesen. "Stellen Sie sich einmal vor, ich hätte meiner Frau die Kinder weggenommen. Dann würde ich als Krimineller dastehen, nur weil ich ein Mann bin", sagt Martin. Sein Anwalt habe ihm trotzdem geraten, den Gerichtsentscheid, der seiner Frau recht gab, nicht anzufechten. Als Mann, sagte der Anwalt, sei er in dieser Sache schlicht weniger glaubwürdig. Martin steht den Tränen nahe. Die Kinder sieht er noch drei Stunden pro Woche. Verstehen tun sie ihren französischsprachigen Vater kaum noch, "Papa" sagen sie ihm nicht mehr.




6. Der aktuelle SPIEGEL gibt sein Bestes, die wachsende Aufklärung über männliche Opfer häuslicher Gewalt zu torpedieren, und stellt dieses Problem in einer bizarr sexistischen Weise dar: "Zehntausende treten, schlagen, bedrohen ihre Partnerin, aus Eifersucht, aus gekränktem Narzissmus oder aus Lebensfrust." heißt es bereits im Anreißer des Artikels, der über neun Seiten hinweg häusliche Gewalt als Gewalt von Männermonstern gegen Frauen darstellt. Der Beitrag, für den Laura Backes, Jan Friedmann, Annette Großbongardt, Ann-Katrin Müller und Anne Seith verantwortlich zeichnen, ist Teil der Propaganda für von Frauenministerin Giffey (SPD) geplante Maßnahmen, die Frauen vor häuslicher Gewalt schützen sollen: "Zu allererst geht es um eine Bestandsaufnahme über Frauenhausplätze, Beratungsstellen und deren Finanzierung."

Die seit den frühen achtziger Jahren vorliegenden Erkenntnisse der internationalen Gewaltforschung, denen zufolge etwa die Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt männlich sind, kommen auf diesen neun Seiten nur in einem Absatz vor und werden auf das durch Strafanzeigen zugängliche Hellfeld reduziert: "Von den fast 140.000 Gewaltopfern in Deutschland sind immerhin 25.000 Männer." (Mit "Gewaltopfern" ist häusliche Gewalt gemeint; im öffentichen Raum sind bekanntlich mehr Männer als Frauen Opfer von Gewalt, auch wenn das den SPIEGEL erst recht nicht die Bohne interessiert.) Giffey sagt dazu: "Für gewaltbetroffene Männer gibt es einige sogenannte Männerhäuser, in Oldenburg, Berlin, Leipzig oder Dresden. Wenn laut Statistik fast ein Fünftel aller Opfer von Partnerschaftsgewalt Männer sind, kann man das nicht ignorieren. Auch da müssen wir mehr tun." Konkrete Pläne oder vorhaben erwähnt die Ministerin hier nicht. Auch dass die meisten dieser Männerhäuser private Initiativen sind, denen staatliche Unterstützung versagt bleibt, lässt sie unter den Tisch fallen.



7. Im australischen Ableger des einflussreichen Politikmagazins "Spectator" schreibt Corinne Barraclough inzwischen eine regelmäßige Kolumne unter der Überschrift "The Week in Misandry". Darin werden männerfeindliche Vorfälle der vergangenen Tage aufgearbeitet – eine Art Genderama im Kleinformat. Die geschilderten Fälle sind oft sarkastisch verknappt geschildert und enthalten jeweils keine Verlinkung auf die Quelle, auf der die Meldung beruht.

In der aktuellen Kolumne erfährt man etwa, dass die Kampagne "White Ribbon", die häusliche Gewalt auf Gewalt gegen Frauen reduzierte, untergegangen ist, aber ihre ideologischen Spuren in der Gesamtgesellschaft hinterlassen hat. Einige weitere Auszüge:

Feministische Website fragt, ob es in Ordnung ist, sexuelles Vergnügen "in einer Welt voller Brett Kavanaughs und Donald Trumps" zu erleben. Entscheidet, dass es sich um einen Akt des "Widerstands" handelt. Keiner der beiden Männer wurde für schuldig befunden, weil er versucht hat, das Vergnügen einer Frau zu ruinieren. "Cisgender heterosexuelle männliche Misogynisten wollen nicht, dass wir sexuell befreit werden", fährt der Fembot fort. "Aber wir werden es trotzdem tun, zu unseren eigenen Bedingungen." Viel Glück dabei.

Ein Mann in Texas sah sich 99 Jahre im Gefängnis gegenüber, dank der falschen Anschuldigungen einer Frau, dass er in ihr Haus eingebrochen und sie angegriffen habe. Neun Monate später bewiesen eidesstattliche Erklärungen und Zeitstempel, dass sie lügt. Sie wurde nicht wegen eines Verbrechens angeklagt. Wie kann man toxischer Männlichkeit die Schuld geben?

Vergewaltigungsanzeigen sinken in Großbritannien um 23 Prozent, nachdem die bekannte Feministin Alison Saunders das Strafrechtssystem verlässt. Der neue Leiter der Staatsanwaltschaft Max Hill sieht sich umgehend mit den Gegenreaktionen von Frauengruppen konfrontiert.

Eine globale Anwaltskanzlei teilt "#MeToo-Pakete" an australische Arbeitgeber aus. Der Plan zielt darauf ab, Arbeitgeber vor schädlichen Belästigungsfällen zu schützen, Ermittlungen maßzuschneidern und Risiken zu reduzieren. Aber #MeToo ist ganz sicher kein Gewerbe.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Auf der Suche nach einem deutschsprachigen Artikel hierzu habe ich bei der Neuen Zürcher Zeitung folgenden Artikel gefunden: "Die Lega will die Männer stärken – reaktionäre Tendenzen in Italien".

Der Beitrag beschreibt wie die italienische Lega das Scheidungsrecht in Italien reformieren will:

"Scheidungen sollen erschwert und das Sorgerecht paritätisch aufgeteilt werden. Dagegen regt sich erbitterter Widerstand."

Anhand dem tendenziös geschriebenen Bericht ist klar: Die Lega will die Rechte der Männer stärken, und das geht gemäss der Neuen Zürcher Zeitung offenbar gar nicht. Schätze auch aus diesem Grund sind die Kommentare deaktiviert.


Die Vorschläge der "rechtspopulistischen" Partei beinhalten dem Artikel zufolge nichts anderes als das in Deutschland teilweise bereits durchgesetzte "Wechselmodell" (gemeinsame Erziehung des Nachwuchses nach elterlicher Trennung) und dass vor einer Scheidung eine schlichtende Familienmediation versucht werden soll. Die Neue Zürcher Zeitung stellt es so dar, als ob diese Vorschläge aus der tiefsten Hölle des Frauenhasses kämen, und übernimmt damit durchgehend die Argumente der Kritiker:

An den Protesten am Wochenende haben Oppositionsparteien, Gewerkschaften, Frauenorganisationen, Bürgerrechtsgruppen, Elternverbände und Rechtsanwälte teilgenommen. Sie fordern den Rückzug der Reform, die das Land aus ihrer Sicht im Bereich der Frauen- und Kinderrechte um Jahrzehnte zurückwerfen würde.

Die Gegner vermuten hinter dem Gesetzentwurf einen Versuch konservativer katholischer Kreise, das in Italien 1970 eingeführte Scheidungsrecht systematisch auszuhöhlen. Pillon propagiere ein Gesellschaftsmodell, das auf patriarchalen Familienstrukturen basiere und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen infrage stelle, kritisieren sie.

(...) Pillons Gesetzentwurf, über den derzeit in der Justizkommission des Senats diskutiert wird, stösst im Parlament auf erbitterten Widerstand. Sämtliche Mitte-links-Parteien wie auch die konservative Forza Italia haben sich dagegen ausgesprochen. Angesichts des Aufschreis in der Bevölkerung regt sich aber auch beim Koalitionspartner der Lega Unmut.

Mehrere Parlamentarier aus den Reihen der in sozialen Fragen sehr viel progressiveren Cinque Stelle haben erklärt, dass sie das Gesetz in der heutigen Form nicht unterstützen könnten. Ende letzter Woche hat der Parteichef Luigi Di Maio in Rom vor der Auslandpresse Änderungen an dem Entwurf versprochen und versichert, dass dieser so nicht ins Parlament kommen werde.

Der Lega-Chef Matteo Salvini scheint es jedoch anders zu sehen. Die Reform des Sorge- und Familienrechts gehöre zu seinen Prioritäten, konterte der starke Mann der populistischen Regierung auf die Proteste am Wochenende.


Dem von meinem Leser ebenfalls angeführten Artikel in der Washington Post zufolge hat der Gesetzesvorschlag gute Chancen durchgesetzt zu werden. Er enthält auch einen Entzug des Sorgerechts für Eltern, die ihre Kinder zu Hass gegen den anderen Elternteil aufhetzen ("Parental Alienation Syndrome"). Den durchgehend vernünftig erscheinenden Vorschlägen wird vorgeworfen, Frauenrechte um fünfzig Jahre zurückzuwerfen.

Freitag, November 16, 2018

Auch Die Linke fordert jetzt feministischen Feiertag am 8. März – News vom 16. November 2018

1.
Bereits seit dem Frühjahr wird über einen neuen gesetzlichen Feiertag in Berlin diskutiert. Auf einen Tag konnte man sich nicht so recht einigen. Das soll sich jetzt jedoch ändern: Auch die Linke stimmte nun nämlich für den 8. März als Feiertag – den Weltfrauentag. (...) Neben dem Weltfrauentag und dem Tag der Befreiung, standen auch der Reformationstag am 31. Oktober, der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und der ehemalige Tag der Deutschen Einheit in der Bundesrepublik am 17. Juni zur Debatte.


Der Focus berichtet.



2. Jan Fleischhauer kommentiert Justizministerin Barleys Bestrebungen, ein feministisches Wahlrecht zu installieren, damit mehr Frauen und weniger Männer in den Bundestag gelangen. Ein Auszug:

Der Frauenanteil im deutschen Bundestag beträgt 31 Prozent. Wie kann es sein, dass Frau Barley nur graue Anzüge sieht, war mein erster Gedanke, als ich das "BamS"-Interview las. Verlassen alle Frauen fluchtartig den Sitzungssaal, wenn die Justizministerin auf der Regierungsbank Platz nimmt? Oder schwänzen Frauen in überdurchschnittlicher Anzahl die Plenarsitzungen? Das wäre dann allerdings ein Problem, dem man auch mit einer Änderung des Wahlrechts nicht beikäme.

(...) 51,5 Prozent der Wahlberechtigten sind weiblich. Wenn sie wollten, könnten Frauen ab morgen nur noch Frauen wählen, angefangen beim Orts- oder Kreisverband, wo die Delegierten bestimmt werden, die dann über die Listen befinden. Wer hier eine Benachteiligung wittert, der man nur durch Gesetz beikommen kann, sollte sich schon die Mühe machen zu erklären, warum Frauen den Einfluss nicht ausspielen, den ihnen die Demokratie gibt.

Tatsächlich ist es eine der großen Errungenschaften des bürgerlichen Verfassungsstaates, dass er bei der parlamentarischen Repräsentation von individuellen Merkmalen absieht. Als 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, geschah das mit dem erklärten Willen, dass das Geschlecht keine Rolle mehr spielen sollte. "Das Großartige am Grundgesetz ist die Überzeugung, dass Frauen auch Männer repräsentieren können und Männer wiederum Frauen", sagt der Göttinger Juraprofessor Frank Schorkopf, mit dem ich zu dem Thema sprach.

(...) Es ist erstaunlich, mit welcher Leichthändigkeit demokratische Errungenschaften zum Fenster hinausfliegen, wenn eine höhere Gerechtigkeit entdeckt wird. Wenn eine grüne Nachtigall wie Katharina Schulze davon träumt, die Parlamente zu quotieren - geschenkt. Aber die Bundesjustizministerin? Möglicherweise hat Frau Barley nicht bedacht, welche Folgen der Eingriff des Staates ins passive Wahlrecht hätte, vielleicht ist es ihr aber auch egal. Sie erfährt ja nur Wohlwollen. Wenn es darum geht, die Welt frauenfreundlicher zu machen, sind alle dabei, auch wenn dabei die Verfassung zurückstehen muss.




3. Die "Financial Times" hat ein Instrument für Journalisten entwickelt, das verhindern soll, dass in einem Artikel zu viele Männer zitiert werden.



4. Ein Prozess gegen eine Bande von Sexhändlern im US-Bundesstaat Connecticut wirft ein Schlaglicht auf die normalerweise kaum beachteten männlichen Opfer des Sexhandels:

Es ist nicht ungewöhnlich, dass männliche Opfer sich Sorgen um ihre Männlichkeit und sexuelle Orientierung machen, sagte Robert Lung, ein Staatsrichter von Colorado und Mitglied des U.S. Advisory Council on Human Trafficking. Und während alle Opfer von Menschenhandel und sexueller Gewalt oft zögern, sich aus Angst und anderen Gründen zu melden, sagte Lung, dass es weniger Dienstleistungen, einschließlich Beratung, für Männer gibt, da sich die meisten Anbieter auf die Hilfe für Frauen konzentrieren.

"Die Wahrnehmung der Gesellschaft ist, dass Jungen und Männer keine Opfer sind", sagte Lung, der, wie andere Mitglieder des Beirats, ein Überlebender des Sexhandels ist. "Ich kann mit den Fingern einer Hand die Anzahl der Organisationen zählen, die spezifisch für Jungen und Männer im Land tätig sind. Und das ist ein ziemlich großes Problem."

Er zitierte eine Studie des John Marshall Law School Professors Samuel Jones aus dem Jahr 2010, in der nur zwei der 222 Institutionen und Programme, die vom Bund für die Bekämpfung des Menschenhandels finanziert wurden, zur Bekämpfung des Menschenhandels mit Männern und Jungen eingesetzt wurden.

(...) Eine vom US-Justizministerium finanzierte Studie aus dem Jahr 2016, die fast 1.000 Jugendliche befragte, die vom Sexhandel betroffen waren, ergab, dass 36 Prozent männlich waren. Etwa 53 Prozent dieser Opfer waren heterosexuell, 36 Prozent bisexuell und 9 Prozent schwul.

Donnerstag, November 15, 2018

"Süddeutsche Zeitung" entsetzt: "In USA soll Geschlecht bald anhand der Genitalien bestimmt werden" – News vom 15. November 2018

1. "In den USA soll das Geschlecht bald anhand der Genitalien bestimmt werden", berichtet die Süddeutsche Zeitung verstört. "Das ist rückwärtsgewandt und vor allem unsinnig." Ein Kinderarzt kommentiert.



2.
Eine Murnauerin erzählt ihrer Tochter, sie sei vergewaltigt worden. Doch am Ende wird die Frau verurteilt und muss 9000 Euro Strafe zahlen.


Der Merkur berichtet.



3. Tamara Wernli behandelt auf Youtube die Falschbeschuldigung(en) im Fall Kavanaugh und wie in unseren Medien darüber geschwiegen wird. Hörenswert, zumal Wernli auch generell über die hohe Häufigkeit solcher Falschbeschuldigungen spricht: ein anderes Problem, das Journalisten häufig verschweigen: "Darum, liebe Medien, mögen euch viele Leser nicht mehr."



4. Wie Genderama berichtete, ist ein britischer Ethik-Professor dabei, eine wissenschaftliche Zeitschrift herausgeben, in der Forscher Ansichten unter Pseudonym publizieren dürfen, deren Veröffentlichung andernorts wegen gefürchteter Shitstorms schwierig gemacht wurde. Im Technology Review steht Wolfgang Stieler dieser Zeitschrift skeptisch gegenüber, da darin auch Meinungen veröffentlicht werden dürften, die ihm nicht zusagen:

Hätte mir jemand vor 20 Jahren diese Idee unter die Nase gehalten, ich wäre begeistert gewesen. Denn die Idee, Wissen und Theorie unzensiert, offen und ohne Angst diskutieren zu können, bietet faszinierende Möglichkeiten. Mittlerweile bin ich allerdings weit skeptischer. Denn die Initiative findet vor dem Hintergrund einer angeblichen Unterdrückung von Meinungsfreiheit durch linksliberale Eliten statt.

Welche Art "umstrittene Ideen" gemeint ist, lässt sich in der Tat ahnen, wenn man sich ansieht, wer noch an dem Projekt beteiligt ist: Der australische Bioethiker Peter Singer etwa, der aus einem radikalen Utilitarismus ableitet, dass behinderte Babys abgetrieben werden sollten, die australische Anti-Feministin Claire Lehmann oder der Psychologe Jordan Peterson, der sich selbst am liebsten als Tabubrecher inszeniert. Also alles klar?




5.
Bei "Maischberger" geht es um Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen im Berufsleben. Während die meisten Diskussionsteilnehmer sich für eine Frauenquote aussprechen, sieht ein Teilnehmer schon jetzt die Männer benachteiligt.


Kristoffer Fillies hat sich die Talkshow für "Die Welt" angesehen. (Maischberger lädt ihre Gäste natürlich so ein, dass es eine satte feministische Mehrheit gibt.)



6. Neuer Trend auf Twitter: #GamerLeaksDE. Christian Schmidt erklärt, was dahinter steckt.



7. Laura Ingraham, Moderatorin und Kommentatorin des konservativen US-amerikanischen Senders "Fox", sieht die in den Kongress eingezogenen Frauen der demokratischen Partei "auf dem Kriegspfad gegen weiße Männer". Sie warnt: "Es sammeln sich dunkle rosa Wolken am Horizont."



8. Dem britischen "Guardian" zufolge könnte eine neue Testosteron-Therapie dabei helfen, Depressionen bei Männern zu bekämpfen.



9. Es wird einen neuen "Ghostbusters"-Film geben – ohne dass man die Männer dabei durch Frauen ersetzt. Sobald es die Leute ihr eigenes Geld kostet, ist die Lektion schnell gelernt.



10. Die Post. Geht diesmal nicht an mich sondern an die "Berliner Zeitung".

Mittwoch, November 14, 2018

Frauenquote in der FDP, rassistischer und antisemitischer Feminismus – News vom 14. November 2018

1. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) rührt eifrig die Werbetrommel für eine Frauenquote in ihrer Partei.



2. Beim Feiern des Frauenwahlrechts wird der Rassismus der Suffragetten gerne übergangen, erläutert Helena Serbent auf T-Online.



3. Der US-amerikanische Daily Wire berichtet über den Entzug des Menschenrechtspreises der Friedrich-Ebert-Stiftung für den antisemitischen Frauenmarsch in den USA. In deutschen Leitmedien wurde der Frauenmarsch komplett unkritisch dargestellt. Ähnlich wie bei Rassismus und Männerhass wird gruppenbezoegene Menschenfeindlichkeit von unseren Leitmedien dann ausgeblendet, wenn sie das Label "feministisch" trägt. Wer das hingegen kritisiert, gilt als "Antifeminist" und damit halber Nazi.



4. Das Ausblenden von männlichen Opfern in einer britischen Dokumentation über häusliche Gewalt wird von vielen kritisch gesehen. Der Independent berichtet über diese "Beschimpfungen" und den "aggressiven Whataboutismus" durch skurrile "Trolle" und "sogenannte Männerrechtler", die hier ihre "toxische Männlichkeit" vorführen.

Die sexistische Dokumentation soll ab dem 25. November gezeigt werden – dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag für die Eliminierung von Gewalt gegen Frauen. Der Film wird auch im britischen Parlament vorgeführt. Auf dass möglichst allen Politikern endlich klar wird: Das Böse erkennt man am y-Chromosom.



5. Katrin Halbhuber zieht nach einem Jahr eigener Erfahrungen mit dem "Wechselmodell" eine überaus positive Bilanz.



6. Das Blog Lotoskraft veröffentlicht zum "Movember" einen Beitrag über die psychische Gesundheit von Jungen und Männern.



7. Im Rahmen der ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" beschäftigt sich der WDR in einem neunzehnminütigen Radiobeitrag mit der Frage "Wie gerecht ist das Familienrecht"?



8. Die Post. Einer meiner Leser erwidert auf den gestern hier veröffentlichten Leserbrief über eine ARD-Dokumentation zum Thema "Gerechtigkeit", bei der die Opfer von Ungerechtigkeit durchgehend weiblich waren:

Hallo Arne,

ich habe den Beitrag des Themenabends in der ARD ebenfalls gesehen. Der Beitrag war teilweise recht plump produziert und die Reaktionen bei den Befragungen sind beim Thema Geschlechtergerechtigkeit und Ehegattensplitting aufgrund verzerrter Faktenwidergabe wunschgemäß so ausgefallen, dass es dem Thema den passenden emotionalen Unterbau verpasste.

Kurz davor wollte ich eigentlich die Tagesschau ansehen, landete aber zum Glück bei Arte und sah stattdessen die letzten 15 Minuten eines sehr gut produzierten Beitrags, über osteuropäische LKW-Fahrer. Natürlich ist es nichts Neues, dass in dem Gewerbe der Druck hoch und die Löhne umso niedriger sind. Aber was dort von einem belgischen Polizisten geschildert wurde, übertraf alles was ich bislang zu dem Thema kannte. Fahrer die nach Auswertung der Fahrtenbuchaufzeichnung nachweislich seit Monaten jeden Tag mit dem LKW unterwegs waren - auch an Weihnachten und Silvester - und nach Schilderung des Polizisten häufig in Tränen ausbrechen, wenn er aufgrund der monatelangen Fahrtzeiten mitfühlend nach Frau und Kindern fragt. Einen LKW mit manipulierter Abgasreinigung, hätte er in dem Beitrag eigentlich beschlagnahmen müssen, aber er erklärte, dass er dem Fahrer, der nach seiner Einschätzung vermutlich seit zwei Wochen keine Dusche mehr benutzen konnte, damit sein Bett wegnehmen würde. Ein Schlafplatz in einer Raststätte ist finanziell vollkommen abwegig. Ich komme nicht umhin, den belgischen Polizisten für sein Mitgefühl und sein Augenmaß in den höchsten Tönen zu loben.

Kurz nach dem Beitrag hörte ich im Rahmen des Themenabends den üblichen Vorwurf, warum in den typischen Frauenberufen weniger bezahlt wird, als in den Männerberufen. Grotesker konnte die Behauptung direkt nach dem Arte-Beitrag einfach nicht mehr ausfallen.

Dienstag, November 13, 2018

Feministisches Wahlrecht, feministischer Flirt mit der Gewalt – News vom 13. November 2018

1. Die Frankfurter Allgemeine erklärt, warum das aktuell wieder geforderte feministische Wahlrecht, das mehr Frauen in die Parlamente spülen soll, demokratiefeindlich ist.



2. Der Parteitag der Grünen feiert sich selbst:

Schon die Kandidatenliste ist Habeck ein Lob wert: 40 Anwärterinnen und Anwärter für das Europaparlament haben die Grünen aufgestellt, die Hälfte davon Frauen. Denn, sagt Habeck als Mann, "die Frauen sind schlauer als wir".


Und die grünen Frauen sind vermutlich genau die Sorte, die auf diese Ranschmeißerei abfahren.



3. Lucas Schoppe beschäftigt sich heute mit zwei Feministinnen: Teresa Bücker, die den Sieg einer Position, die zuvor von Feministinnen erbittert bekämpft worden war, als feministische Forderung umzuschreiben versucht, sowie Antje Schrupp, die in der "Frankfurter Rundschau" fragt, ob dem Feminismus mehr Gewalttätigkeit nicht gut tun würde. Schoppe kommentiert:

Nun sind Frauen mindestens so sehr wie Männer an der familiären Rollenverteilung beteiligt, ihr Anteil im Bundestag ist immer noch überproportional viel größer als ihr Anteil an der Mitgliedschaft in Parteien, Frauen streben Führungsposten selten an, und der "Rosa-Hellblau-Terror" – angesichts des realen Terrors, den Europa und andere Teile der Welt erleben, ohnehin eine bescheuerte Dramatisierung – wird wesentlich von Frauen getragen: Frauen kaufen Kinderspielzeug, bei dem Rosa-Blau-Aufteilungen ja besonders beliebt sind, und wenn Frauen für einen Rasierer mehr Geld ausgeben, nur weil er rosa ist, dann ist auch das nicht die Schuld von Männern.

Die Enttäuschung Schrupps entsteht also nicht durch irgendwelche Widerstände irgendeines Patriarchats, sondern dadurch, dass ein Großteil der Frauen offenbar wenig an dem interessiert ist, was Feministinnen so fordern.

Gerade fordert beispielsweise Katharina Barley gesetzliche Regelungen zur Anhebung des Frauenanteils im Bundestag. Natürlich könnten Frauen sich auch einfach stärker politisch engagieren, oder sie könnten konsequent Kandidatinnen wählen – aber unglücklicherweise setzen viele von ihnen offenbar andere Prioritäten.

Da kämpft die SPD um ihr Überleben (...), aber die sozialdemokratische Justizministerin hat nichts Wichtigeres zu tun, als die fehlende Massenbasis ihrer Geschlechterpolitik durch gesetzlichen Druck ersetzen zu wollen. Die Vorstellung ist offenkundig irreal, in einer feministisch inspirierten Politik gleichsam einen archimedischen Punkt gefunden zu haben, mit dem alle andere Politik aus den Angeln gehoben und in ihre richtige Form gesetzt werden könne.

(...) Allerdings ruft [Antje Schrupp] nicht direkt zur Gewalt auf, sondern kokettiert lediglich mit der Idee und legt es nahe, die Frage nach der Militanz mit "Ja" zu beantworten. Wenn daraufhin jemand wirklich gewalttätig wird, hat sich die Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt" nicht die Hände schmutzig gemacht und kann sie zur Not in Unschuld waschen.

Da sie aber nur kokettiert und nahelegt, den Gedanken an politische Gewalt jedoch nicht konsequent durchspielt, stellt sie auch nicht die Frage, wenn denn diese Gewalt überhaupt legitimiert werden könnte. John Dewey beispielsweise hat sie mit einem schlagenden Argument abgelehnt: Politische Gewalt, auch revolutionäre Gewalt, würde nichts Neues schaffen, sondern lediglich bewirken, dass alte Strukturen in neuer Einkleidung weiter existierten. Er dachte dabei offenbar an den Übergang vom autoritären Zarenreich zum autoritären Bolschewismus.

Wenn überhaupt, dann war diese Gewalt in Situationen gerechtfertigt, in der sich ökonomische, soziale und kulturelle Strukturen längst weiter entwickelt hatten, politische Strukturen aber betoniert und veränderungsunfähig schienen: so wie bei der amerikanischen Revolution 1776 oder der französischen 1789. Aber in demokratischen Strukturen greift auch diese Legitimation nicht, weil diese Strukturen prinzipiell veränderbar sind.

Es gibt in einer Demokratie keine schlüssige Legitimation politischer Gewalt.

Zudem ist Schrupp ja eben nicht von fehlender Beweglichkeit der politischen Ebene enttäuscht. Im Gegenteil: In Parteien, in Parteiorganisationen wie der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen oder dem grünen Gunda-Werner-Institut, im Familienministerium, in Hunderten von Stellen für Gleichstellungsbeauftragte, in staatlicher Förderung von Frauenprojekten und feministisch inspirierter akademischer Forschung werden feministische Akteurinnen umfassend gefördert.

Ihr Problem ist nicht die fehlende Unterstützung, sondern die Unannehmlichkeit, dass sie ihre Positionen schlecht legitimieren können, weil ein Großteil der Frauen gar nicht an ihrem Aktivismus interessiert ist.

Die Gewalt, mit der Schrupp flirtet, ist also nicht die Gewalt der Hoffnungslosen, die seit Jahrzehnten schon für humanere Strukturen kämpften und die dabei immer wieder an betonierten politischen Verhältnissen zerschellten.

Es ist die Gewalt der Ideen- und Substanzlosen, die ihr inneres Vakuum als Resonanzraum für politische Lautstärke nutzen und die sich eine verschärfte Freund-Feind-Konfrontation herbeiträumen, weil sie glauben, darin so etwas wie einen Sinn entdecken zu können.

Das ist besonders verantwortungslos angesichts einer Situation, in der sich in den USA tatsächlich eine gewaltsame Konfrontation zweier gleichermaßen substanzloser politischer Lager abzeichnet und in der es schön wäre, wenn europäische Gesellschaften etwas rationalere Wege finden würden.

Der Feminismus, und nicht nur er, braucht ganz gewiss nicht mehr Militanz. Mehr Ehrlichkeit: Das wäre unspektakulärer, undramatischer, weniger verkaufsfördernd – aber ein sehr guter Anfang.


Schoppe zitiert auch einen Kommentar, der sich unter Antje Schrupps "Rundschau"-Artikel findet:

"Fassen wir mal kurz zusammen: Eine nicht ganz unbekannte Feministin glorifiziert Gewalttaten in der Vergangenheit (eben nicht "nur" das Bespucken von Polizisten; Suffragetten begingen auch diverse Sprengstoff- und Brandanschläge) und fordert dann, ohne unnötig konkret zu werden, der heutige Feminismus müsse sich daran ein Beispiel nehmen und "militanter" werden.

Und die Frankfurter Rundschau bereitet Ihr kommentarlos eine Bühne.

Ich kann mir zahllose Konstellationen vorstellen, in denen man so etwas zurecht als Terrorpropaganda bezeichnen würde. Warum hier nicht?

Letztlich zeigt dieser Vorgang ein erhebliches Maß an Frauenverachtung: Gewalt ("Militanz") von oder im Namen von Frauen kann doch gar nicht wirklich schlimm sein. Frauen sind doch harmlos; eben nicht nur im moralischen, sondern auch im physischen Sinne.

Wenn Feministinnen ein Gebäude anzünden, dann ist das aus der Sicht solcher Frauenverachter eben viel weniger schlimm, als wenn Neonazis oder Schwulenfeinde das gleiche tun. Und damit tun sie genau das, was sie den Anderen ständig vorwerfen: Sie nehmen Frauen nicht ernst.

Emanzipation und Gleichberechtigung bedeuten, Männer und Frauen tatsächlich als gleich menschlich wahrzunehmen. Von gleicher moralischer Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen. Als gleich fähig, die Welt zu verändern; wieder, zum Guten wie zum Schlechten.

Es sind ausgerechnet die selbsternannten Feministinnen, Menschen, die solche Artikel schreiben und veröffentlichen, die Frauen eben nicht den gleichen Respekt entgegenbringen wie Männern. Die Frauen nicht für voll nehmen.

Aber gleichzeitig behaupten sie, für "die Frauen" zu sprechen. Das tun sie aber genauso wenig, wie Islamisten für die Masse der Moslems sprechen.




4. Das Magazin "Forbes" beschäftigt sich mit der Diskriminierung von Männern an Universitäten:

Männer sind an den amerikanischen Universitäten drastisch in der Unterzahl - im Herbst 2016 studierten 2.667.000 mehr Frauen als Männer. Männer werden oft unverhältnismäßig hart in Disziplinarmaßnahmen auf dem Campus behandelt, wobei ihnen oft die Rechte routinemäßig und verfassungsmäßig verweigert werden, die allen Amerikanern außerhalb des Campus gewährt werden. Colleges geben Millionen für Women's Studies Programme aus, aber nie einen Cent für Men's Studies. Besondere Anstrengungen werden unternommen, um Frauen dazu zu bringen, in den STEM-Disziplinen zu studieren, in denen Männer zahlenmäßig dominant sind, aber es werden keine solchen Anstrengungen unternommen, um die Zahl der Männer in anderen Bereichen zu erhöhen, in denen Frauen die Zahl der Männer deutlich übertreffen. Über 80 % der Geburtshelferinnen sind Frauen: Gibt es Bemühungen, Männer in die Geburtshilfe zu locken? Reine Frauen-Unis sind viel häufiger als Reine-Männer-Universitäten. Ja, es gibt wohl einen Krieg gegen Männer auf dem Campus des amerikanischen Colleges.




5. Wie die britische BBC berichtet, gründen Akademiker, die wegen des möglichen rufschädigenden Shitstorms inzwischen Angst haben, sich mit politisch unerwünschte Meinungen oder Erkenntnissen zu äußern, ihre eigene Fachzeitschrift, in der sie unter Pseudonym veröffentlichen können. Das Magazin soll Positionen von rechten wie linken, religiösen wie säkularen Autoren enthalten. Hier erfährt man noch etwas mehr darüber.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute über die tägliche Indoktrination durch unsere Leitmedien::

Ich habe gestern abend eine halbe Stunde in der ARD eine Dokumentation zum Thema "Gerechtigkeit" gesehen. Dabei ging es um Einkommen, Mieten und Renten.

Es wäre viel zu umfangreich, hier jetzt alle möglichen Beispiele zu erläutern - leider.

Neben vielen weiteren Plattitüden zur Ungerechtigkeiten alias Ungleichheit, zum Beispiel beim Anstieg der Mieten oder Schulen in Problemvierteln, gab es auch zu "unserem" Thema Geschlechterverhältnis jede Menge Unverschämtheiten.

Die Kernbotschaft war, dass es Frauen viel schwerer und schlechter haben als Männer. Benachteiligt werden bei Löhnen und Renten, obwohl sie so viel leisten - und dann auch noch für KiTas etc. zahlen müssten. Gerne wurden dafür ungelernte Hilfskräfte hergenommen und Leute in Tätigkeiten, die kaum gebraucht werden.

Die Dokumentation war ein Musterbeispiel für unseren Zeitgeist und wie die Leitmedien "berichten". Natürlich auch wieder Gender Pay Gap etc. Dass zahllose Männer an ihrer Arbeit sterben, Frauen lebenslang versorgen, ihre Kinder nicht sehen - kein Wort dazu.

Stattdessen das Gejammer natürlich immer weiblicher Alleinerziehender und Empathie allein für Rentnerinnen. Nur ein Beispiel: Dass deren Männer, also selbe Schicht und Generation, sich oft tot malochen mussten und daher kein Problem mit einer zu teuren Theaterkarte haben, wurde "vergessen"...

Montag, November 12, 2018

Justizministerin Barley (SPD) in Konflikt mit dem Grundgesetz – News vom 12. November 2018

1. Justizministerin Barley möchte das Wahlrecht ändern, um mehr Frauen in die Parlamente zu bringen. Ihr mache es echte Sorgen, "dass wir gerade Rückschritte bei der Gleichberechtigung erleben", polemisiert die Ministerin, indem sie so tut, als wäre der geringere Anteil von Frauen im Bundestag durch weniger Rechte für Frauen bedingt.

Die SPD-Politikerin forderte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer auf, über eine Wahlrechtsreform zu verhandeln: "Das Wichtigste ist, dass sich Frauen dafür zusammenschließen. Das wird mit Grünen und Linken gehen." Aber auch Kramp-Karrenbauer habe bereits ein Paritätsgesetz ins Gespräch gebracht. "Da nehme ich sie beim Wort."


Widerstand gegen ein Wahlrecht, das Ministerin Barleys Geschlechtsangehörigen zugute kommen soll, gibt es bei den Freidemokraten:

Als "doppelt irritierend" bezeichnete der erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, den Vorstoß. "Denn auch noble Ziele darf man nicht mit verfassungswidrigen Vorschlägen verfolgen. Das gilt erst recht für eine Bundesjustizministerin."


Barleys Vorstoß wird in ihrer Partei unter anderem von dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und der Generalsekretärin der SPD Sachsen, Daniela Kolbe, unterstützt:

Und nur damit Kerle wie Sie sich richtig aufregen können, machen wir möglichst bald nen Paritätsgesetz. Bätschi!


Kolbe selbst tritt nicht mehr als Generalsekretärin an. Laut der Sächsischen Zeitung wolle die 38-Jährige mehr Zeit für ihre Familie haben. Aus SPD-Sicht ist sie damit ein Opfer von zu wenig Gleichberechtigung.



2. Nach den Sprüchen des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann über "junge Männerhorden" wird er aus seiner eigenen Partei kritisiert:

"Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden", sagte Kretschmann. "Solche testosterongesteuerte Gruppen können immer Böses anrichten."




3. In der "Welt" wundert sich Marlen Hobrack über eine Gesprächsrunde zum Thema "Männlichkeit", zu der Männern der Zutritt ausdrücklich verwehrt war. Dies erinnert sie an die Situation früherer Jahrhunderte, in denen reine Männerrunden über Frauen diskutierten, während Frauen selbst dabei höchstens Gebäck reichen durften. Der Artikel steht für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online.



4. Der Schweizer Blick beschäftigt sich mit häuslicher Gewalt gegen Männer: "Sie schlug mich auch vor den Kindern". In dem Artikel heißt es:

Um mehr Männer zu motivieren, sich Hilfe zu suchen, lanciert die Stadt Bern nun eine gezielte Plakatkampagne. Es zeigt ein verdroschenes Männchen. Die körperliche Schäden sind das eine, auch das psychische Leid sei nicht zu unterschätzen. Denn Meier weiss: "Häufig haben Männer Angst, [bei einer Trennung von der Täterin] Kinder und viel Geld zu verlieren."

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