Donnerstag, Dezember 08, 2016

Vermischtes vom 8. Dezember 2016

1. Im Düsseldorfer Rathaus gibt es Streit um die Einsetzung eines Männerbeauftragten nach Nürnberger Vorbild. SPD und Grüne sind eher dagegen, die CDU zeigt sich offen.



2. Die nordrhein-westfälische FDP-Abgeordnete Susanne Schneider berichtet aktuell auf Facebook über das Schicksal mehrerer Anträge, darunter zwei Anträgen, über die Genderama berichtet hatte:

FDP-Antrag zur Verbesserung der Männergesundheit - von Rot-Grün abgelehnt.

FDP-Antrag zur Stärkung der Prostatakrebsfrüherkennung - von Rot-Grün abgelehnt.

FDP-Antrag zur Verbesserung des Impfschutzes - von Rot-Grün abgelehnt.

Sollte ich künftig mehr Eso-Anträge einbringen? Zur Entspannung jongliere ich jetzt mal mit 5 Globuli ...


Selbst als linker Mann ist man wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man den rot-grünen Populisten seine Stimme gibt. Wir bleiben in der bizarren Situation, dass man andere Parteien wählen und unterstützen muss, wenn man jemals auch eine linke Männerpolitik durchsetzen möchte. WOLLEN die Sozialdemokraten eigentlich jemals wieder eine Volkspartei werden?



3. Wie der Humanistische Pressedienst berichtet, waren auf einer Fachtagung dieser Tage keine kritischen Ansichten zur Beschneidung (Genitalverstümmelung) erlaubt:

Zur Jahrestagung der "Sektion Feministische Theorie und Geschlechterforschung" der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie in Kooperation mit der "Sektion Kritische Migrations- und Rassismusforschung" am 19. und 20. Januar 2017 lud man zur Einreichung von Abstracts zu Themen wie "Migration, Männlichkeit und Sexualität" ein. (...) In einer Mail teilten die das Projekt leitenden Prof. Dr. Petra Dannecker und Dr. Paul Scheibelhofer [eingeladenen Kritikern der Genitalverstümmelung] mit, dass sie [deren] Themenvorschlag ablehnten. Sie begründeten dies mit u.a. einer angeblich "reißerischen, tendenziösen Darstellung der Problematik der Beschneidung". "Statt einer differenzierten Betrachtung" würden "einseitige Schlussfolgerungen vorweg" genommen und präsentiert "in dramatisierender, emotionalisierender Weise".

Des Weiteren schrieben sie: "Und schlussendlich zieht sich eine ethnisierende, verallgemeinernde Perspektive durch Ihre Einreichung: da sind offensichtlich alle beschnittenen Männer hochgradig traumatisiert - einen anderen Umgang scheint es damit nicht zu geben. Außerdem übernehmen Sie die hoch problematische Perspektive des migrantischen Mannes als grenzverletzend und gewalttätig um Ihrem Argument illegitimer Weise Gewicht zu verleihen." (...) Laut Tagungsprogramm wird die Veranstaltung nun voraussichtlich nicht-therapeutische Vorhautamputationen an Jungen gar nicht thematisieren.


Man stelle sich vor, dass eine Tagung auf dieselbe Weise mit der Kritik an der Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen umgeht ...

Der Humanistische Pressedienst hat den derart abgekanzelten Themenvorschlag von Gislinde Nauy, Önder Özgeday, Antonio Savci, Victor Schiering und Dr. Christian Bahls auf der hier verlinkten Website online gestellt. Darin heißt es unter anderem:

Letztendlich müssen wir uns gerade auch nach den Vorfällen in Köln und anderen Städten in Deutschland mit der Frage auseinandersetzen: Wie wollen wir Menschen davon überzeugen, Grenzen Dritter zu respektieren, wenn wir gravierende Grenzüberschreitungen gegen ihre körperliche und sexuelle Selbstbestimmung als Kind nicht nur tolerieren, sondern sogar gutheißen und diese im Rahmen einer eventuell falsch verstanden Willkommenskultur auch noch fördern?


Die Botschaft, die deutsche Verantwortungsträger Zuwanderern derzeit zukommen lassen, lautet: Übergriffe gegen Mädchen und Frauen, selbst auf der Ebene bloßer Berührungen, stehen im Gegensatz zu unseren Werten und werden von uns in keiner Weise toleriert. Übergriffe gegen Jungen und Männer, selbst auf der Ebene radikaler Verletzungen, stehen mit unseren Werten in vollem Einklang und sind uns daher völlig schnuppe.



4. Der Väteraufbruch für Kinder hält vor dem Amtsgericht Hamburg eine Mahnwache.



5. Boys should have the right to say no to feminism fordert der britische Telegraph. Schon dass so eine Forderung nötig geworden ist, zeigt, wie selbstverständlich die politische Indoktrination von Schulkindern geworden ist. Der Artikel ist lesenswert.



6. In China wird erstmals ein männliches Opfer häuslicher Gewalt durch eine gerichtliche Verfügung geschützt.



7. Und in Barbados plädiert eine UNICEF-Mitarbeiterin dagegen, unterhaltssäumige Väter ins Gefängnis zu stecken, und wirbt darüber hinaus für einen obligatorischen Vaterschaftstest.

Mittwoch, Dezember 07, 2016

Vermischtes vom 7. Dezember 2016

1. Ein Nebenprodukt der erneut aufgeflammten Flüchtlingsdebatte nach dem Sexualmord von Freiburg ist die Information, dass sexuelle Gewalt hierzulande auch nach dem Hereinfluten von Massen "testosterongesteuerter" Männer aus anderen Kulturen stark zurückgeht:

Die Annahme, junge Flüchtlinge seien gewaltbereiter, lässt sich mit Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) nicht belegen. "Die Gewaltkriminalität insgesamt ist zurückgegangen, obwohl so viele Flüchtlinge gekommen sind", erläutert Professor Jörg Kinzig, Direktor des Tübinger Instituts für Kriminologie, die Statistiken.

"Bei Mord und Totschlag gab es ein Minus von 2,9 Prozent. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung ein Minus von 4,4 Prozent." Sexualmorde wie der in Freiburg seien äußerst selten. Nur 13 Fälle gab es im vergangenen Jahr bundesweit. Statistisch gesehen werde dabei einer von einem Jugendlichen verübt - "egal, wo der herkommt".


Siehe dazu auch: "Nationalität spielt bei der Kriminalität keine Rolle", ein aktuelles Interview mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer.

(Natürlich müsste man hier eigentlich genauer analysieren, inwiefern die deutsche Anti-Integrationspolitik dazu führt, dass Zuwanderer überhaupt in einer höheren Zahl in Kriminalstatistiken erscheinen, aber das führt für ein geschlechterpolitisches Blog etwas weit. Ein Buch, das dieses Thema anreißt, ist Die neuen Deutschen des Politikwissenschaftlers Herfried Münkler und seiner Frau Marina. Das Buch ist ohnehin lesenswert, weil es die Flüchtlingsdebatte der letzten Jahre in analysierender statt moralisierender Weise erklärt.)



2. Auch die Plattform Vice greift jetzt das Thema "Wenn Mütter ihre Söhne missbrauchen" auf.



3. Bei Jan Böhmermann wird der Opfer-Feminismus verarscht. Lutz Bierend kommentiert.



4. Der Popstar Madonna fühlt sich von den Frauen betrogen, die bei der US-Wahl nicht für Clinton stimmten:

"It feels like women betrayed us," she said. "The percentage of women who voted for Trump was insanely high ... Women’s nature is not to support other women. It’s really sad. Men protect each other, and women protect their men and children. Women turn inward and men are more external."




5. Das US-amerikanische Magazin "Time" berichtet über eine bemerkenswerte Studie zur Leseschwäche von Jungen:

Anybody who has watched little boys for even five seconds knows that they are exhausting. At school, they tear around the playground, bolt through corridors and ricochet off classroom walls. According to a new Finnish study, this is all helping them to be better at reading.

The study, released Nov. 30 in the Journal of Medicine and Sport, found that the more time kids in Grade 1 spent sitting and the less time they spent being physically active, the fewer gains they made in reading in the two following years. In first grade, a lot of sedentary time and no running around also had a negative impact on their ability to do math.

Among girls, sitting for a long time without moving much didn’t seem to have any effect on their ability to learn.

Researchers at the University of Eastern Finland analyzed studies that measured physical activity and sedentary time of 153 kids aged six to eight. The studies used a combined heart rate and movement sensor, and researchers gave kids standardized tests in math and reading. "We found that lower levels of moderate to vigorous physical activity, higher levels of sedentary time, and particularly their combination, were related to poorer reading skills in boys," the study says.

While the test group was small and Scandinavian (the Finnish school system‘s freaky success is almost legendary), the study offers some evidence for what parents have been thinking for a long time: we may not be educating boys the right way.


Hier geht es weiter.

Schon vor fast acht Jahren hatte ich in meinem Buch "Rettet unsere Söhne" in meinem ersten von zehn Ratschlägen, Jungen zu helfen, die Soziologen Klaus Hurrelmann und Gudrun Quenzel zitiert, die folgendes forderten:

Entsprechend wichtig sind Bewegungsimpulse nicht nur im Sport und in den Pausen, sondern möglichst in jeder Stunde. Der Unterricht sollte es den Jungen ermöglichen, körperlich aktiv und unruhig zu sein, ohne dass damit Störungen einhergehen. Auch sollten typisch männliche Formen von Aggressivität zugelassen werden, um sie aufzunehmen und in konstruktive Bahnen zu lenken.


Acht Jahre später gibt uns die obige Studie Recht. Ob diese Erkenntnisse allerdings umgesetzt werden, erscheint heute wie damals zweifelhaft. Der Großteil unserer feministischen Gesellschaft hat sich mit dem Zurückbleiben von Jungen längst arrangiert.



6. Aktuelle Schlagzeile in der kanadischen National Post: "I attended a men’s rights meeting and these activists really aren’t so scary after all". Och komm. Wir geben uns solche Mühe ...

Der Reporter der National Post schildert seine Erlebnisse:

What exactly about the men’s rights movement excites such vitriolic opposition? Here you could cue obvious jokes like it forgot to shower, or predictable complaints about “patriarchy.” But both would just underline the curiously reflexive, intense, hostile stereotyping in our society toward … men.

For instance, I attended the inaugural meeting of the Ottawa branch of the Canadian Association For Equality (CAFE) last June, a small, underfunded gathering of mostly mild-mannered men and women concerned about the lack of domestic shelters for male abuse victims, the disproportionate tendency of men to drop out of school, commit suicide, go to jail and so forth. And it was disrupted by organized protestors blowing whistles, shaking noisemakers, etc. As we knew it would be.

This weekend I attended CAFE’s screening of The Red Pill, feminist filmmaker Cassie Jaye’s surprising documentary voyage of discovery into “MRAs” (Men’s Rights Activists). And intense pressure led Ottawa’s Mayfair Theatre to cancel the screening with just three days’ warning.

A private business has every right to show only those films they wish to. So I thank Ottawa City Hall for bravely making a venue available on short notice and regret the rude messages some CAFE supporters evidently sent the Mayfair. But why the panic, the disruptive tactics, the persistent attempt not to argue but to silence?

Partly it’s the radical left’s standard extralegal attack on any opinions they don’t share. But paradoxically, it arises in large part from the fact that these MRAs are not stereotypical burly macho throwbacks oozing testosterone. Instead, a surprising number are feminists. And much of the panic arises from what I might unkindly describe as their calling feminism’s bluff.


Hier geht es weiter mit dem Artikel, der die wahren Gründe dafür herausarbeitet, warum Männerrechtler Feministinnen an die Decke gehen lassen.



7. Kaum sollen in den USA auch Frauen vom Zwangseinzug zum Militär erfasst werden, sind Konservative empört: A civilized nation does not force its women to fight its wars. Diese Überschrift allein sagt eigentlich schon alles. Ein Auszug aus dem Artikel:

Combat is a bloody, nasty business that demands manliness. (...) [A female draft] is unfair to women and unfair to men who will be fighting alongside them. Let's say a wounded female soldier is lying on the battlefield. Would a male soldier specially attend to her, even if it means turning his back on wounded men?

A dogma of perfect equality would dictate instead, that a male soldier give no special consideration to a wounded woman soldier. She may just have to die there.

A nation that teaches men to leave women to die on the field has thrown out the last vestiges of the Western values, developed over centuries, regarding the treatment of women.


In einer "zivilisierten Gesellschaft", in der die "westlichen Werte" gelten, ist der Mensch, der auf dem Schlachtfeld verrecken muss, selbstverständlich ein Mann. Einer muss ja die Frauen beschützen, die zu Hause darüber lamentieren, wie unterdrückt sie sind.



8. Die Leserpost bezieht sich heute auf einen gestern von Genderama zitierten Kommentar:

Hallo Herr Hoffmann,

als regelmäßiger Leser Ihres Blogs und Österreicher möchte ich auf die von Ihnen verlinkte Stellungnahme von Freimann.at eingehen. Leider ist diese Stellungnahme ähnlich einseitig wie die Positionierung der überwiegenden Zahl österreichischer Leitmedien während der gesamten Wahl. Es werden Dinge an Hofer bzw. der FPÖ kritisiert, ohne dabei das Gegenüber einer ähnlich rigorosen Kritik zu unterziehen. Ich lass jetzt mal den ersten Absatz des freimann.at-Textes außen vor, weil das zu weit führen würde und konzentriere mich auf die männerrechtsspezifischen Aspekte.

Es stimmt, dass die FPÖ Männerrechte im Wahlkampf nicht thematisiert hat und dass die FPÖ männerrechtlich bisher kaum aktiv war. Aber bitte, dem gegenüber stand ein Kandidat der Grünen. Die österreichischen Grünen sind, was das Thema anbelangt, ähnlich aufgestellt wie die deutschen Grünen, das heißt stramm feministisch mit zum Teil krass männerfeindlichen Ansätzen, drastischen Quotenregelungen, starkem Fokus auf gendersensibler Ausdruckweise sowie einer Tendenz, missliebige Meinungen zu unterdrücken.

Ich weiß, dass Ihr Blog auf der linken Seite des politischen Spektrums verortet ist, aber glauben Sie mir, wenn Sie sich, was die Stellung des Manns in der Gesellschaft angeht, zwischen der FPÖ und den österreichischen Grünen entscheiden müssten, dann sind die Grünen definitiv nicht das kleinere Übel.

Dienstag, Dezember 06, 2016

Vermischtes vom 6. Dezember 2016

1. #imzugpassiert:
Sie war zuerst da und wollte ihre Ruhe: Also erfand eine Frau kurzerhand eine sexuelle Belästigung im Zug von München nach Frankfurt.


Die Hessenschau berichtet.



Nach dieser Kurzmeldung beginnt der Genderama-Tag-der-Langzitate. Mehrere Menschen äußern sich aktuell in einer Form, bei der es sich anbietet, sie jeweils etwas länger zu Wort kommen zu lassen.



2. Österreichs männerpolitische Website Freimann.at kommentiert den Ausgang der Präsidentschaftswahl in diesem Land. Ein Auszug:

Es war wohl die Angst vor Unsicherheit wie in Großbritannien und den USA nach Brexit und Trump, die dem grünen Phlegmatiker Alexander Van der Bellen, der eine "Politik der Mitte statt Extreme" propagierte, die entscheidenden Prozentpunkte bei der Bundespräsidentenstichwahl vom 4. Dezember brachte. Daß die Stichwahl (um ein Amt, dessen Bedeutung häufig übertrieben dargestellt wurde) wiederholt werden mußte, weil die FPÖ das Ergebnis der ersten trotz fehlender Beweise für Wahlmanipulationen beeinsprucht hatte, ließ den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer als schlechten Verlierer dastehen. (Der "Spiegel" zitierte genüßlich einen wilden Aufkleber auf den - optisch immer gleichen, langweilig gewordenen - Hofer-Plakaten: "Wählen bis zum Endsieg".) Während sich für Hofer nur das heute bedeutungslose Team Stronach aussprach, wurde Van der Bellen gefühlt von allen anderen unterstützt. Der Rhetorikexperte Hofer war zudem in Diskussionen auch untergriffig bis aggressiv, anscheinend um bei Sachdebatten ins Persönliche abzulenken. Van der Bellen wurde von der FPÖ sogar als Kommunist und Ostspion verdächtigt. Zu Arbeitslosigkeit fiel der FPÖ ohnehin selten etwas ein.

Männerbenachteiligungen waren für Hofer kein Thema, die Partei setzt sich seit längerem für Beibehaltung der Frauenbevorzugung beim Pensionsantrittsalter ein - fällt damit verantwortungsvollen Teilen der ÖVP sowie den Neos in den Rücken - und reserviert die Segnungen von Zwangsdiensten (Bundesheer oder Zivildienst) für Männer. Laut Wahlprogramm wollte Hofer (nur) Frauen und Kindern besonderen Schutz zukommen lassen: "Gewalt gegen Frauen und Kinder verdient keine Toleranz." Damit unterschied sich der Burschenschafter nicht von der steirischen SPÖ-Landesrätin für Bildung und Gesellschaft Ursula Lackner, deren Anliegen es ist, Maßnahmen zu unterstützen, die dazu beitragen können, Gewalt (nur) an Frauen und Mädchen zu verhindern oder zu beenden (laut Vorwort in der neuen steirischen Info-Broschüre "zur Gewaltprävention für Frauen & Männer"). Was internationale Kontakte anbelangt, so zeigen sich die heute von Burschenschaftern dominierte FPÖ und Hofer eher Osteuropa, Rußland oder auch der Bewegung israelischer Siedler, die jede Friedenslösung torpedieren, zugetan, was mit Neutralität und allfälliger Vermittlerrolle schwer vereinbar wäre. Und das Flüchtlingsthema hat zum Leidwesen der FPÖ in der Wahrnehmung der Österreicher in den letzten Monaten an Brisanz eingebüßt.

Laut Meinungsforschungsinstitut Sora haben Männer diesmal zu 56% Hofer gewählt (in der ersten Stichwahl zu 54%), Frauen zu 62% (früher 54%) Van der Bellen. Dieser wurde zudem bei unter 30-jährigen Männern von 58% und bei über 60-jährigen von 55% gewählt. Der laut Slogan "mitten im Leben" stehende Hofer hatte somit nur bei Männern der mittleren Generation die Mehrheit. Sollte die Regierung, bestehend aus den ehemaligen Großparteien SPÖ und ÖVP, auseinanderbrechen, hat die FPÖ nach Neuwahlen als vermutlich dann stimmenstärkste Partei gute Chancen, den Bundeskanzler zu stellen. Ob sich die Politik aber dadurch bessern würde? Hauptziel Straches scheint eher zu sein, nach einer Machtübernahme Posten an seine Leute zu verteilen - er dürfte sich darin kaum von der Konkurrenz unterscheiden.




3. Andreas Rödder, Dozent für Neuere Geschichte an der Universität Mainz, bezieht in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auch zum Thema Meinungsfreiheit Stellung:

Weil Sie gerade aber fragten, wer die Grenzen des Sagbaren bestimmt: Die sind ja nicht vorgegeben. Die werden gesellschaftlich ausgehandelt und das sind immer auch Machtkonflikte. In den USA ist jetzt gerade die Rede von der sogenannten "offending language", also der beleidigenden Sprache. An kalifornischen Universitäten dürfen Sie mittlerweile nicht mehr vom "land of opportunities" reden, weil das als eine rassistische Mikro-Agression gilt, die dazu führen könnte, dass diejenigen, die ihre Chancen nicht genutzt haben, die nicht erfolgreich sind, sich durch eine solche Aussage beleidigt fühlen. Das heißt aber, derjenige, der sich beleidigt fühlt, bestimmt darüber, was als beleidigend gilt. Und derjenige setzt damit die Grenzen. Ähnliches gilt in der ganzen Politik der Gleichstellung. Die Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen bedeutet, dass eine kinderlose Unternehmertochter aus München Bogenhausen den Vorzug vor einem vierfachen Familienvater mit Migrationshintergrund aus Berlin-Neukölln erhält, weil hier das Kriterium des Geschlechts als gleichstellungsberechtigt anerkannt ist, aber nicht soziale oder ethnische Herkunft.




4. Dr. Jordan Peterson, Dozent für Psychologie an der Universität Toronto äußert sich in einem Interview ausführlich zu populären Irrtümern in der Geschlechterdebatte:

I don’t think women were discriminated against, I think that’s an appalling argument. First of all, do you know how much money people lived on in 1885 in 2010 dollars? One dollar a day. The first thing we’ll establish is that life sucked for everyone. You didn’t live very long. If you were female you were pregnant almost all the time, and you were worn out and half dead by the time you were 45. Men worked under abysmal conditions that we can’t even imagine. When George Orwell wrote The Road to Wigan Pier, the coal miners he studied walked to work for two miles underground hunched over before they started their shift. Then they walked back. [Orwell] said he couldn’t walk 200 yards in one of those tunnels without cramping up so bad he couldn’t even stand up. Those guys were toothless by 25, and done by 45. Life before the 20th century for most people was brutal beyond comparison. The idea that women were an oppressed minority under those conditions is insane. People worked 16 hours a day hand to mouth.

(...) What about women and the glass ceiling? That’s a lot more complicated than it looks. For example, I’ve dealt with big law firms for years. They can’t keep their women. All the big law firms lose all their women in their thirties. Do you know why? It’s easy. Women mate across and up the dominance hierarchy, so women in big law firms who are over 30 who are married, maybe they’re making $300,000 per year. So are their partners. They don’t need to make $600,000 per year. If you want to make $300,000 per year as a lawyer, here’s your life: you work 60-80 hours a week flat out, and you’re on-call. If your Japanese client calls you at 3:00 on a Sunday morning, your answer is ‘yes, I’ll do that right now’ because they’re paying you $750 an hour. These women are high in conscientiousness, great students, brilliant in law school, and stellar in their articling. Then they make partner, and they think ‘what the fuck am I working 80 hours a week for?’ because that’s what sane people think. So it’s all men who are at the absolute pinnacle of professions.

But it’s not all men, it’s this tiny percentage of weird men. They’ve got IQs of 145 or higher, and they’re insanely competitive and hard-working. It doesn’t matter where you put someone like that, they’ll work 80 hours a week. The reason men do that more than women, is that status makes men sexually attractive. Men are driven by status – both biologically and culturally – in a way that women aren’t.

So the real issue, when you look at these positions and thinking ‘oh, these are wonderful, luxurious positions of plenitude and relaxation’. That’s rubbish. Those people work so hard that it’s almost unimaginable. Most people not only can’t do that, but there isn’t even a chance that they’d want to. Most women hit partner in their 30s. The funny thing is when you’re in your thirties is that that’s when you really start to have to have your own life. When you’re 18, you’re just like every other knob-headed eighteen-year old, you’re all the same. By the time you’re thirty, you have enough idiosyncratic experience to sort of carve your own life, and most people realize ‘well, I don’t want to work 80 hours a week.’ They want to have a family, and they’re out of time. And then when they have a family, they discover that to have a child – it’s not a generic baby, it’s a new person in your family. That new person is THE most important thing to you. Period. So women they hit that, they get two kids and they think ‘I’m only going to have little kids for five years, you think I’m going to go work for eighty hours a week? To make money I don’t need? Doing something I don’t like? Or am I going to spend time with my kids?’

They can’t keep women in law – there’s no goddamned glass ceiling. The legal profession is desperate to keep qualified people because they don’t have enough. They haul them in from anywhere – especially the women who are not only good lawyers, but who can also generate business. That’s just one dirty little secret about the difference in power structures between men and women. Men do almost all the dangerous jobs, men work outside, men are far more likely to move than women are. So, if you look, if you break down the statistics in terms of wage differential, if you equate for the other factors, young women make more money than young men. The whole "women make $0.70 for every dollar a man makes" is such a lie. Men-run small businesses make way more money than female-run small businesses. Why? Because females start small businesses when they have kids, when they’re at home, so the business is just part time. So that’s why they don’t make as much money. It’s got nothing to do with prejudice, it’s got everything to do with choice. So these arguments that people make about prejudice are not even out of tribal psychology yet.

(...) Everybody’s yelling ‘prejudice’ – it’s a one-stop shop for every explanation. Why is society like this? Prejudice. Why is it like that? Prejudice. There’s no thinking involved at all, no multi-variate analysis. It’s reprehensible. Warren Farrell wrote the book "Why Men Earn More". He was a worker for the National Organization of Women in New York before he wrote the book. He actually wrote the book, at least in principle, for his daughters, because he wanted to help guide them to higher status. He did a multi-variate analysis. He went and looked, and learned more. He found that men do the high paying trades jobs, they’re dangerous, they’re outside, they’re doing hard, physical work. Then there’s the other reasons as well. There’s discrimination for sure, but it counts for maybe ten percent of the variance in success.




5. Und zum Abschluss folgt dieses Langzitat:

Hillary Clinton’s defeat is wreaking havoc in the sisterhood. Celebrity feminists are especially distraught. "Girls" star Lena Dunham developed hives and fled to Sedona for spiritual renewal. Katy Perry took to Twitter to declare "THE REVOLUTION IS COMING." For feminist icon Robin Morgan, the election is proof that "a diseased patriarchy is in a battle to the death with women."

But less-excitable analysts are drawing more sober conclusions: Perhaps the women’s movement is too elitist and out of touch with ordinary citizens, especially working-class women. That seems right, but I would go one step further. Today’s feminism is not merely out of touch with everyday Americans; it’s out of touch with reality. To survive, it’s going to have to come back to planet Earth.


Mit diesen Absätzen beginnt der Artikel How to make feminism great again, den die liberale Feministin Christina Hoff Sommers in der Washington Post veröffentlichte. Sommers Vorschläge, den Feminismus wieder gesellschaftlich relevant zu machen, sehen so aus:

Today’s women’s movement also needs to reckon with the fact that men struggle just as much as women. Modern life is a complicated mix of burdens and advantages for each sex. Too often, feminism focuses on gender inequities among elites: CEOs, MIT astrophysicists, U.S. senators. It is true that there are too few women in those positions, but we need to consider the entire workforce for context. Most backbreaking, lethally dangerous jobs — roofer, logger, roustabout and coal miner, to name a few — are done by men. It is men — especially working-class men — who are disproportionately crushed, mutilated, electrocuted or mangled at work. Activists lament the dearth of women in the Fortune 500, but they fail to mention the Unfortunate 4,500 — the approximate number of men killed on the job every year.

(...) Within living memory, the American women’s movement was a valiant, broad-based vehicle for social equality. It achieved historic victories and was rightly admired for its determination and success. But today, Big Feminism is a narrow, take-no-prisoners special-interest group. It sees the world as a zero-sum struggle between Venus and Mars. But most women want equality — not war. Men aren’t their adversaries — they are their brothers, sons, husbands and friends. As Henry Kissinger reportedly said, "No one will ever win the battle of the sexes. There’s too much fraternizing with the enemy."

Robin Morgan’s death match with the patriarchy has always had limited appeal. Feminism needs to take women as they are, not as it wishes they would be. In a 2013 poll, Pew asked American mothers about their "ideal" working arrangement. Sixty-one percent said they would prefer to work part-time or not at all. Catherine Hakim, a sociologist at the London School of Economics, found similar preferences among Western European women. As journalist Tina Brown said, "There are more tired wives who want to be Melania sitting by the pool … than there are women who want to pursue a PhD in earnest self-improvement." When women want the "wrong" things, feminists tend to write it off to entrenched sexism and internalized misogyny. But it’s 2016, not 1960. Why not credit women with free will and respect their choices?

Montag, Dezember 05, 2016

Vermischtes vom 5. Dezember 2016

1. In der Hamburger CDU proben Frauen den Aufstand gegen die Parteiführung, weil diese auf den ersten vier Listenplätzen zur Bundestagswahl nur Männer platzieren möchte. In diesem Zusammenhang hat das Hamburger Abendblatt den CDU-Landesvorsitzenden Roland Heintze für den Artikel Kompetenz ist wichtiger als das Geschlecht interviewt. Ein Auszug:

Es ist leider so, dass sich nur wenige Frauen für solche Führungspositionen bewerben. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass beispielsweise Friederike Föcking in Wandsbek für den Bundestag kandidiert. Leider hat sie sich anders entschieden. (...) Ich habe im Frühjahr einen Dialog zu dem Thema mit den Frauen in unserer Partei begonnen. Dabei sind wir u. a. auf zwei Antworten gestoßen. Erstens hat die Attraktivität von Politik insgesamt abgenommen. Zweitens scheint es so zu sein, dass Frauen oft mehr abwägen, bevor sie in eine Kandidatur gehen – während Männer das einfach durchziehen. (...) Allerdings muss man auch sagen: Für die Wähler ist die Frage des Geschlechts nicht maßgeblich. Es ist keinesfalls so, dass Frauen stärker von Frauen gewählt werden oder Männer von Männern. Das hängt viel stärker von der Kompetenz des Kandidaten ab.




2. Die von Genderama unterstützte geschlechterpolitische Initiative Gleichmaß e.V. berichtet, dass deren im mecklenburgischen Güstrow ansässsige Tochterorganisation sich der Geraer Initiative anschließen wird, nachdem es bei den politisch Verantwortlichen in Güstrow zu einem Versagen in breiter Front gekommen war. So gab es keine Unterstützungen für den Aufbau eines funktionierenden Familienschutznetzwerkes mit gleichberechtigter Elternschaft und einer Anlaufstelle für von häuslicher Gewalt betroffene Männer trotz der vielen, zum Teil wiederholten Gespräche mit dem Frauenministerin Schwesig unterstellten Sozialministerium, Paritätischem Wohlfahrtsverband Mecklenburg-Vorpommern, den Güstrower Behörden Sozialamt, Jobcenter und Jugendamt, dem damaligen Rostocker SPD-Abgeordneten Ralf Mucha, der damaligen Grünen 3. Vizepräsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern Silke Gajek, dem Güstrower Lokalen Bündnis für Familie, der Rostocker Siegmann-Stifung sowie dem Rostocker Frauenrat. Vielmehr sei von einem Großteil der genannten Fachleute und Institutionen bereits auf eine spätere Nachfrage zu keinem Zeitpunkt mehr reagiert worden.

Es ist genau dieses Desinteresse der politisch Verantwortungsträger an konstruktiv arbeitenden männerpolitischen Organisationen, das unlängst etwa in den USA dazu führte, dass Männerechtler provokativer aufzutreten begannen, was natürlich sofort zu deren Verunglimpfungen als polternde "angry white men" führte, mit denen man sich leider nicht vernünftig unterhalten könne.



3. "Frauen sind bessere Menschen" erklärte dieser Tage selbstverständlich auch der zukünftige US-Präsident Donald Trump und fügte hinzu: "Wenn ich das Gegenteil behaupten würde, wäre ich in großen Schwierigkeiten."

Sonntag, Dezember 04, 2016

Vermischtes vom 4. Dezember 2016

1. Der aktuelle SPIEGEL schildert in Philipp Oehmkes Artikel "Das PC-Monster" auf den Seiten 132-138 genau jene Dinge über die Zustände in den USA, über die auch Genderama in den letzten Jahren immer wieder berichtet hat – Zustände, über die sich hierzulande kaum jemand interessierte, solange sie Donald Trump nicht zum Präsidenten gemacht hatten:

Quer durchs Land haben teils hysterische "social justice warriors", Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, wie sie spöttisch genannt werden, eine Spur der Verwüstung hinterlassen. (...) Vor lauter Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung und den damit verbundenen Mikroaggressionen übersähen sie, was Donald Trump erkannt habe: Die meisten Menschen in den USA sind nicht unglücklich oder wütend wegen ihres Geschlechts, ihres Personalpronomens oder eines fehlenden Warnhinweises vor der Lektüre von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" (wegen Misogynie). Sie sind wütend, weil sie ihre Miete nicht zahlen können und das Gefühl haben, dass dies keinen interessiert, während sich die liberal-progressive Öffentlichkeit darüber streitet, ob Transsexuelle nun die öffentliche Toilette ihres biologischen oder ihres gefühlten Geschlechts benutzen sollten.

(...) Wenn überall Mikroaggressionen lauern und Trigger-Warnungen nötig sind, lässt sich irgendwann über vieles gar nicht mehr reden. Die Kinder der 68er haben die Freiheiten, die die Eltern erkämpft hatten, als selbstverständlich genommen und achselzuckend ausgelebt. Die Enkel der 68er wollen Teile dieser Freiheiten nun wieder zurücknehmen. Die ursprünglich höchste dieser von der linken Studentenbewegung einst erstrittenen Errungenschaften wird inzwischen paradoxerweise vor allem von den Populisten und den Rechten reklamiert: die freie Rede.

(...) Die Begriffe, die die Studenten von heute benutzen, kommen mehr oder weniger alle aus der feministischen Terminologie. (...) Dass diese Phase ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der das Land einen Präsidenten gewählt hat, der für Rassismus und Sexismus steht, könnte der Bewegung Kraft und Legitimation verschaffen. Es könnte auch dazu führen, dass sie ihr Opferselbstverständnis hinter sich lässt. Dass sie sich (...) auf die Fragen von Klasse und Armut besinnt. Hätte man das vor 20 Jahren getan, würde Trump in ein paar Wochen wahrscheinlich nicht Präsident werden.


Das ist in der Tat die große Frage: Wird durch Trumps Präsidentschaft der Furor der Social Justice Warriors nur noch weiter eskalieren oder wird man sich dort darauf besinnen, dass dieser Furor eine selbstzerstörerische Strategie für die Linke war?



2. Für die erstgenannte Variante spricht, dass die Jagd auf vermeintliche Frauenfeindlichkeit inzwischen ein lukratives Geschäftsmodell darstellt, wie etwa in Australien die Journalistin Miranda Devine erläutert:

Take a traditionally male institution, add a media-driven sexism scandal, and call the gender experts of Broderick & Co to the rescue.

She’s produced reports to shock the nation, at upwards of $5,000 per page, showing that sexism, bullying, sexual harassment, and even rape, are rampant across the institution, and only a feminist agenda will save it.

The genius of this business model is that the institutions themselves pay for the reputational damage which ensues when unsubstantiated allegations of gender atrocities are unveiled.

"It’s like the Chinese who ask the family to pay for the cost of the bullet for the execution," said a leader in one organisation which contemplated a Broderick Review.

The upside of the charade is Fairfax Media and the ABC will get off your back, for a time, because you’ve admitted your masculine culture is deplorable, and you’re "doing something" about it with an approved person from a politically correct organisation.


Hier geht es weiter.



3. Ebenfalls in Australien unterstützt eine Feministin das Recht von Männern, wenn ihre Partnerin schwanger wird, sich gegen eine Elternschaft zu entscheiden, also eine "financial abortion" vorzunehmen.

Samstag, Dezember 03, 2016

Vermischtes vom 3. Dezember 2016

1. Im Weser-Kurier berichtet Jürgen Theiner über die wachsende Militanz des Genderlagers:

Sie beanspruchen für sich, verbindlich zu definieren, welche Positionen in der gesellschaftspolitischen Debatte noch zulässig sind. (...) In der Logik der selbst ernannten Diskurswächter ist das Niederbrüllen Andersdenkender, das Sprengen ihrer Veranstaltungen legitim.

Die Leute, die am Montagabend im Schnoor krakeelten, halten sich vermutlich für links. Dabei sind sie einfach nur engstirnig und borniert. (...) Viele geistreiche, gebildete Linke früherer Jahre sahen ihr Ziel darin, den politischen Gegner mit ihrem Intellekt in die Knie zu zwingen. Ihre kümmerlichen Nachfahren entziehen sich der Auseinandersetzung. Es reicht ihnen, auf dem hohen Ross moralischer Überlegenheit zu sitzen.


Die Frage ist, ob ihre "kümmerlichen Nachfahren" eine Alternative besitzen. Nicht jede Ideologie kann in intellektuellen Auseinandersetzungen siegreich sein. Für manche Ideologien wäre diese intellektuelle Auseinandersetzung der Todesstoß.

Aber wann berichten nicht nur Regionalzeitungen wie der Weser-Kurier sondern auch überregionale Leitmedien kritisch, dass sich das feministische Lager nur noch durch Niederbrüllen behaupten kann?



2. In den USA sind Frauen aufgebracht und empört. Der Grund: Kindesunterhalt soll zukünftig nur noch Kindern zugute kommen und nicht mehr beim Friseur und in Nagelstudios ausgegeben werden dürfen.



3. Die Washington Post blickt noch einmal zurück auf das Scheitern Hillary Clintons und seine Gründe:

I know quite a few people (men and women) who were, in fact, excited by the prospect that Clinton would become the first female president. Every single one of them, however, was a dedicated Democrat who would have voted for Clinton regardless. I didn’t come across a single independent or Republican friend, in "real life" or in social media, who found the breaking-the-glass-ceiling meme the least bit compelling. Indeed, some found it off-putting that the Clinton campaign seemed to want them to vote for her in part BECAUSE she was a woman.




4. An der US-amerikanischen Clark Universität zählt es inzwischen auch als Vergewaltigung, wenn man dem gewünschten Partner Dinge sagt wie "Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit jemandem zusammen sein will, der keinen Sex mit mir haben möchte."

"Coercion is the use of emotional manipulation to persuade someone to something they may not want to do – like being sexual or performing certain sexual acts. Examples of some coercive statements include: ‘If you love me you would have sex with me.’, ‘If you don’t have sex with me I will find someone who will.’, and ‘I’m not sure I can be with someone who doesn’t want to have sex with me.’ Coercive statements are often part of many campus acquaintance rapes. Being coerced into having sex or performing sexual acts is not consenting to having sex and is considered rape/sexual assault," the college concludes.


Die Publizistin Amy Alkon, hauptberuflich Autorin von Ratgebern zum guten Benehmen im 21. Jahrhundert, kommentiert:

Under this definition, yes, bringing a woman flowers because you're hoping to get in her pants is "emotional manipulation."

(...) What underlies so much in this Clark U booklet is hatred of men, fear of men, and the notion that if you're born with a vagina, you're basically this fragile little baby bunny, entirely lacking in self-determination ... to the point where some man need only put a dozen posies in front of you and you'll drop trou (or whatever) and bend over for him to stick it in.

As I've said before: Count me the fuck out.




5. In Kanadas Hauptstadt Ottawa wurde eine Vorführung der Männerrechtler-Doku "The Red Pill" in einem Kino verhindert. Allerdings wurde die Veranstaltung daraufhin nicht abgesagt, sondern nur verlegt. Die Ottawa Sun und die CBC News berichten, wobei auch Cassie Jaye zu Wort kommt:

"I've noticed that most of us are very quick to laugh and scoff at men's issues but if the genders were reversed that would be hateful, hate speech, sexist, misogynist. So that was what was really challenging me during filming — my sexism, I guess, toward men's issues," she told CBC News, adding that her own struggle became part of the documentary.


Die Feministin Julie Lalonde hingegen befürwortet das Filmverbot und hält die Proteste von Männerrechtlern für Unsinn:

"They want to be painted as these poor victims of censorship because it feeds into this narrative that they constantly have that women get all the services, women get all the conversation and these men are left in the dust," she said. "This idea of freedom of expression, oh my God, it is so abused in this country. ... No one has the right to have their film shown. And if you are proud to say your film is very controversial, it makes people uncomfortable, then don't be surprised if people don't want to see it or people don't want to show it."


Währenddessen meldet die Twitter-Timeline von Cassie Jaye, dass die Vorführung des Films an der Universität Toronto – wo es noch vor vier Jahren von Gewalt begleitete Belagerungszustände gab, weil Feministinnen und andere radikale Linke den Männerrechtler Warren Farrell nicht über die Probleme von Jungen sprechen lassen wollten – zu einem vollen Haus führte. Hier kann man sich einige Fotos des vollbesetzten Saales anschauen. Der Vorführung waren allerdings über die letzten Jahre hinweg etliche hitzige Kontroversen zwischen Feministinnen und Männerrechtlern vorausgegangen, worüber Genderama kontinuierlich berichtete. Während beispielsweise Feministinnen immer wieder mal neue militante Aktionen ankündigten und Männerrechtler vereinzelt sogar mit Morddrohungen konfrontiert wurden, erwog die Uni Tornto zunächst, Männerrechtler für feministischen Vandalismus zahlen zu lassen (ohne Männerrechtler gäbe es diesen Vandalismus schließlich nicht) beziehungsweise von vorneherein eine Art Schutzgeld einzufordern. (Beides wurde schließlich durch ein Machtwort des Uni-Präsidenten unterbunden.) Ohne solche Kontroversen werden Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung auch hierzulande nicht zu haben sein. Das haben nicht zuletzt die Attacken auf den ersten ganzheitlichen Genderkongress in Nürnberg gezeigt.

Freitag, Dezember 02, 2016

Vermischtes vom 2. Dezember 2012

1. Der Journalist Nicolaus Fest wundert sich über Verrücktheiten des Alltags:

Mit der Begründung, dass Geschlecht nur ein soziales Konstrukt ist, habe kürzlich ein habilitierter Wissenschaftler mit exzellenten Examina seinen Vornamen von Klaus in Claudia geändert und sich so auf einen Gender-Lehrstuhl einer deutschen Universität beworben. Antwort der Verwaltung: In solchen Fällen zähle allein die biologische Prägung.




2. Der neue Kinofilm Die Hände meiner Mutter behandelt sexuellen Missbrauch von Frauen an ihren Söhnen. In "Jetzt", dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, erörtert Kolja Haaf, warum sie mit diesem Thema nicht klar kommt:

Man hat irgendwie das Gefühl, dass es diesen Film nicht geben sollte, dass er keinen Sinn ergibt, dass da irgendjemand was falsch verstanden hat. (...) Es muss ein Versehen der Natur sein, ein Missverständnis. Nur, woher kommt er, dieser seltsame, ungläubige Grusel? Äußert sich hier ein tief verwurzelter Sexismus? Oder ist es vielleicht eine instinktive, angeborene Scheu?


Natürlich dreht es der Film/die Autorin zuletzt so, dass Männer/das Patriarchat an allem Schuld sind, anders können viele dieses Thema wohl überhaupt nicht mit ihrer Ideologie in Übereinklang bringen. Und zu einem eigentlich selbstverständlichen Satz hat es offenbar enorme Überwindung gebraucht:

Zu echter Gleichberechtigung gehört es wohl auch, Frauen zuzugestehen, dass sie Täterinnen sein können.


Währenddessen haben viele die Frage "Äußert sich hier ein tief verwurzelter Sexismus?" wohl längst mit "Ja" beantwortet.



3. Auch Broadly, ein Ableger des Newsportals Vice, berichtet über die aktuelle Studie, auf die Genderama vor einigen Tagen hingewiesen hatte, und spricht von einer Epidemie von Männern, die von Frauen vergewaltigt werden.

Ich muss bei solchen Meldungen immer wieder an die Bloggerin Meike Lobo denken, die im Rahmen der #Aufschrei-Debatte erklärt hatte, Kommentare mit dem Hinweis, Männer seien auch Opfer von beispielsweise sexueller Gewalt, "durch die Bank" nicht freizuschalten: "Vor dem ungeheuren, ja, ungeheuerlichen Berg sexueller Gewalt, der Frauen weltweit jeden Tag ausgesetzt sind, empfinde ich solche Äußerungen als selbstgerecht, höhnisch und verachtend."

Ich schätze, es gibt ziemlich viele Menschen, die mit diesem selbstgerechten Opfer-Abo über lange Zeit unterbunden haben, dass die tatsächliche Höhe männlicher Opfererfahrungen bekannt gemacht wurde, was wiederum dazu führte, dass sie sich einreden konnten, diese Erfahrungen seien im Vergleich zu den Erlebnissen von Frauen ja ein Mückenschiss, weshalb unterbunden werden musste, darüber zu sprechen, und so weiter in einem Zirkelschluss der Widerwärtigkeit.



4. Männer sind jetzt das unterdrückte Geschlecht titelt die britische Daily Mail unter anderem mit Bezug auf Cassie Jaye. Bemerkenswert: Die Autorin des Artikels, Linda Kelsey, verortet sich selbst als Feministin. Auch der Londoner Evening Standard berichtet.

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