Donnerstag, Juli 02, 2015

Neue Studie: In wirtschaftlich harten Zeiten bevorzugen Eltern ihre Töchter

Eine der vielen Erkenntnisse, die so schnell nicht in den Genderstudien thematisiert werden dürften, da sie der These von der patriarchalen Unterdrückung Hohn spricht:

In tough economic times, parents financially favor daughters over sons, according to researchers at the Carlson School of Management and Rutgers Business School. Their study, forthcoming in the Journal of Consumer Research, found participants preferred to enroll a daughter rather than a son in beneficial programs, preferred to give a U.S. Treasury bond to a daughter rather than a son, and bequeathed a greater share of their assets to female offspring in their will when they perceived economic conditions to be poor.

"Almost all parents say that they don’t favor one of their children over another, but economic recessions subconsciously lead parents to prefer girls over boys," said Rutgers professor of marketing Kristina Durante, lead author of the study.

(...) "These findings in humans align well with the behavior of other animals," adds Professor Vladas Griskevicius of the Carlson School. "When resources are scarce parents prefer females because they have a larger reproductive payoff. Almost every female child will produce some offspring, but many male children end up having zero offspring."


Hier findet man den vollständigen Artikel.

Vermischtes

"Die Zukunft von Sex ist beängstigend" prophezeit Elizabeth Nolan Brown.

Wenn Frauen in der angeblich unterdrückerischen Unternehmenskultur vermeintlich immer wieder gegen "gläserne Decken" stoßen, warum machen es sie dann nicht in großer Zahl wie Männer und ziehen ihre eigenen Firmen hoch? Vielleicht liegt es daran.

Der Fall des Studenten Sebastian Zidek ist inzwischen im Justillon gelandet.

Mit anderen Worten: Nicht so arg viel los. Aber das ist mir bei diesem Wetter auch ganz recht.

Mittwoch, Juli 01, 2015

Vermischtes

"Isis sinkt noch niedriger und köpft zum ersten mal Frauen" schlagzeilt die New York Post. Als die Isis nur Männer und Jungen geköpft hatten, hatte man offenbar noch ein gewisses Verständnis dafür, aber das hier geht für die westliche Wertegeminschaft nun wirklich zu weit.

Zahlreiche Medien, unter anderem "Männer", berichten über die hässliche Fratze der Homophobie in der Türkei:

Ich hätte niemals gedacht, dass eine Regierung so unverhohlen Wasserwerfer, Gummigeschosse und zuletzt Tränengas gegen vollkommen harmlose und friedfertige Demonstranten einsetzen würde, die eine lange im Voraus angemeldete – und genehmigte – Pride Parade abhalten wollten. (...) Wann immer mir Can von der Jagd der Polizei auf Parade-TeilnehmerInnen vergangener Jahre berichtete, von vielen Toten und Verletzten, wollte ich gar nicht recht glauben, dass dies so folgenlos in einem "Rechtsstaat" geschehen könne. Immerhin ist die Türkei Mitglied im Europarat und hat die Europäische Menschenrechtskonvention ratifiziert.


Bei dieser Gelegenheit muss ich natürlich die empfindsamen Genderama-Leser für die Verwendung des bösen Wortes "Homophobie" um Verzeihung bitten, das den Eindruck erweckt, der Hass auf Schwule und Lesben sei irgendeine Form von Störung statt ein Ausweis bester seelischer Gesundheit und Normalität.

Bin ich da einen Moment lang sarkastisch geworden? Wie das nur wieder passiert ist ... Im übrigen scheinen auch manche Vertreter der Anliegen sexueller Minderheiten nicht mehr jede einzelne Latte am Zaun zu haben, wenn man einem Bericht der "Welt" glauben darf über all die

Forderungen, die Grün-Rot in den letzten Jahren bei den unterschiedlichen Lobbygruppen eingesammelt hatte. Diese Liste wäre ein gefundenes Fressen gewesen für all jene, die Grün-Rot kurz vor der Wahl vorführen wollen. Da gab es Ideen wie jene, für Personalausweise eine Zulassung anderer Geschlechtsangaben als nur männlich oder weiblich anzustreben. Außerdem wurde eine "LSBTTIQ"-Quote im Rundfunkrat angeregt oder Sanktionen für transphobe und homophobe Medieninhalte und eine "aktive Medienbeobachtung" samt Sanktionen gefordert.


Früher hatten sexuelle Minderheiten mit Idealen wie Freiheit und Toleranz geworben. Kaum macht sich Rot-Grün zu den Interessensvertretern dieser Minderheiten, ist stattdessen von "Quoten" und "Sanktionen" die Rede. Wer links und liberal zugleich ist, hat es in unserer Parteienlandschaft immer noch schwer.

Über eine aktuelle Veranstaltung der Grünen, Geschlechtergerechter Haushalt – Utopie oder Notwendigkeit? berichtet schließlich der Blogger Wolle Pelz, der daran teilgenommen hat.

Dienstag, Juni 30, 2015

Professor Markus Meier: "Deshalb funktioniert die Große Koalition so lautlos effektiv männerfeindlich"

Dr. Bruno Köhler von MANNdat hat Professor Markus Meier, der aktuell mit seinem Buch "Lernen und Geschlecht heute" von sich reden macht, interviewt – hier einige Auszüge:

Geschlechterpolitik läuft in Deutschland zu stark nach dem Motto: Wenn Frauen irgendwo einen Nachteil haben, muss etwas geschehen, wenn Männer einen Nachteil haben, so gehört es sich einfach nicht, das anzusprechen, es ist entweder dämonisch oder lächerlich oder beides.

(...) Dass die neue Autonomie der Frauen nicht zu einer Emanzipation von Männern in Familiendingen geführt hat, dass also Frauenerwerbstätigkeit nicht zur Entlastung von Männern im Arbeits- und Stärkung im Familienbereich geführt hat, sondern mit viel akademisch-moralischem Blabla die Familie vollständig in die Deutungsmacht der Frauen überging, das ist, glaube ich, der eigentliche Knackpunkt des gegenwärtigen Geschlechterverhältnisses, da hakt es. Es wäre ja in den Siebzigern durchaus denkbar gewesen, z.B. eine Sorgerechtsquote für Väter einzuführen oder neben der Loyalitätspflicht auch die Alimentationspflicht abzuschaffen, das aber war politisch nicht angesagt.

(...) Durch die um sieben Jahre längere Lebenserwartung und das exponentielle Anwachsen des Altenüberschusses in der Bevölkerungspyramide werden die Interessen von alten Frauen das politische Klima in den nächsten Jahren zunehmend beherrschen, bei der letzten Hamburgwahl z.B. wählten schon zehn Prozent mehr Frauen als Männer! Steuerzahlende Männer zwischen 25 und 55 Jahren halten zwar ökonomisch das Rad in Schwung, sie entscheiden aber keine Wahlen (mehr). Männer und Väter sind als Wähler einfach uninteressant. PISA 2012 zum Beispiel bekennt erstaunlich freimütig, "since low-performing students [gemeint sind Jungen/Männer] are less likely to engage politically later on, the government has fewer incentives to unearth and examine the roots of their underperformance at school." (Genderreport, S. 20) Im Gegenteil, selbst eine Politik, die die leistungsfähigen Männer abhängt, kann sich darauf verlassen, dass die ihre Steuern trotzdem gesetzeskonform schön an den Staat abführen werden. Auch deshalb funktioniert die Große Koalition ja so lautlos effektiv männerfeindlich, das Ganze dem Wähler und der Wählerin natürlich verkauft als kleine Aufmerksamkeit nach jahrhundertelanger Benachteiligung etc.

Wie leben junge Männer und Frauen damit? Sie gehen das finanzielle, emotionale und soziale Risiko Ehe und/oder Kinderkriegen einfach nicht mehr ein, eine Gesellschaft stirbt sich selbst aus. Hat es noch nie gegeben

(...) Seit dem Verlust der sozialistisch-kommunistischen Utopien gerade auch der Intellektuellen haben die sich in so eine Anti-Männer-Utopie verrannt, die immer absurdere Züge annimmt. "Das weibliche Zeitalter bricht an, der große Mittag steht bevor, endlich wird alles gut und heil, frohlocket …" Und wie so oft in der Geschichte töten Utopien Mitmenschlichkeit – wo so viel Großartiges wächst, da darf man/Mann nicht zimperlich sein. Die Jungen sollen es sportlich nehmen, sobald der Feminismus die Welt verwandelt (konservativ) und revolutioniert (progressiv) hat, ist sowieso alles für alle gut, bis dahin ist es jetzt nur noch eine kleine Zeit … Und wer dann die Propheten und Prophetinnen der Neuen Zeit kritisch befragt, der ist dann schnell nicht nur kritisch, sondern "hate-speecher", Menschenverachter, Rechtsradikaler, ein Feind Gottes fast.

(...) Insgesamt gilt: Männer müssen sich solidarisieren und bei diesem Thema und für ihre Söhne (und Töchter), ihre Schüler (und Schülerinnen), ihre Studenten (und Studentinnen) zusammenstehen. Männer müssen Jungenthemen genauso selbstbewusst und selbstverständlich artikulieren, wie dieses für Frauen und Mädchenthemen inzwischen comme il faut ist. Der Vorteil der Feministen bei dem Thema ist ihr 40-jähriger Vorsprung, ihre Bereitschaft, wissenschaftliche Standards politischer Agitation unterzuordnen, ihre Utopiebeseeltheit mit entsprechendem Marschiertrieb und, damit zusammenhängend, inzwischen ihre pure Masse aus Überzeugten und Mitläufern. Was es den Männern schwer und leicht zugleich machen sollte: Es gibt keine Alternative!


Das Interview ist in Gänze lesenswert.

Vermischtes

Alarm! Die Selbstmordrate unter weiblichen US-Veteranen ist extrem hoch:

Vor allem ist bemerkenswert, dass die Raten sich sogar den männlichen Selbstmordraten annähern, obwohl das Risiko unter Männern sonst deutlich höher liegt.


Harald Martenstein hat den Studenten der Humboldt-Universität ein paar Worte zu sagen.

Und Janet Bloomfield hat fünf Aspekte zusammengestellt, inwiefern eine bessere Verhütungsmethode für Männer das Geschlechterverhältnis deutlich fairer gestalten dürfte.

Montag, Juni 29, 2015

"Sexismus, Lügen und Twitter: Wie eine Jägerin zur Gejagten wird"

Die Geschichte klingt zu gut: Bekannter, aber alt gewordener, weisser Wissenschaftler mit viel Prestige und Privilegien jetsettet um die Welt, und liefert vor Koreanerinnen eine bizarre, sexistische Rede ab. Eine deutlich jüngere, schwarze Journalismuslehrerin lässt sich das nicht gefallen, und informiert die Welt via Twitter empört über die Aussagen. Es kommt schnell zu einem Meme, in dem junge Wissenschaftlerinnen zeigen, wie "ablenkend sexy" sie in ihren Tätigkeiten aussehen, die Medien steigen in den Shitstorm ein – und kaum betritt der alte Mann wieder britischen Boden, wird er vom Sturm überrumpelt und gezwungen, sich mit einer Entschuldigung von seinen öffentlichen Ämtern zurück zu ziehen.

Der Fall des Nobelpreisträgers und Krebsforschers Tim Hunt sieht auf den ersten Blick aus wie ein phantastisches Hollywood-Drehbuch mit klar verteilten Rollen: Hier der groteske weisse Schuft, da die engagierte, schwarze Kämpferin gegen Ungerechtigkeiten, umgeben von Heerscharen von aus dem Nichts kommenden Aktivistinnen, die zusammen mit den Medien beweisen: Egal wieviel jemand früher geleistet hat, für Sexismus ist in dieser Gesellschaft kein Platz mehr. "In diesem Fall muss es wohl sein", twittert da auch ein Blogger des deutschen Spektrumverlags nachdenklich zum erzwungenen Rücktritt von Tim Hunt. Jeder will dabei sein, beim Sturz eines Mannes, der sich nach Jahrzehnten der Wohltaten für die Menschheit mit ein paar Worten als untragbarer Unhold bewiesen hat – im bewusst von drei Teilnehmern konzipierten Shitstorm als Warnung für alle anderen.


Hier geht es weiter mit Don Alphonsos Bericht über die verlorene Glaubwürdigkeit der Frau, die die Inquisition gegen Tim Hunt in Bewegung setzte.

Vermischtes

Wer vertraut uns noch? fragt die ZEIT und berichtet über "Leser in Lynchstimmung", was sie unter anderem mit der Morddrohung gegen Ronja von Rönne untermauert. Das Blog "Die Wahrheit über die Wahrheit" zerpflückt den ZEIT-Artikel: Bis zu ernst gemeinter Selbstkritik in den Leitmedien ist es offenbar noch immer ein gutes Stück hin.

Es kommt Bewegung in die TU Berlin, wenn auch noch nicht so wie gewünscht: Das Blog "Kritische Wissenschaft" berichtet über lustige Mails eines Dr. Klaus Richter, der durchsetzen möchte, dass der Vorname einer studentischen Tutorin, die eine "gendersensible Sprache" einforderte, nicht mehr erwähnt werden soll. Inzwischen ist die Berichterstattung über diesen Fall bereits weitergewandert.

Das "Blog des linken Maskulismus" hat ein paar Worte zum Thema Maskulismus und Schwulenbewegung zu sagen. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA, dem zufolge Homosexuelle heiraten dürfen, wird inzwischen auch von fast 100 einflussreichen evangelikalen Christen unterstützt.

Und schließlich: Es gab offenbar mehr als einen Mann, der sich dem Terroristen am tunesischen Strand unbewaffnet in den Weg gestellt hat:

Angestellte des Hotel Bellevue in Sousse haben ihre Gäste vor einem Massaker bewahrt. Als der Attentäter am Freitag am Strand in Richtung des Hotels lief, bildeten sie einen menschlichen Schutzschild für die Urlauber. Er drehte wohl tatsächlich ab.

Als der Attentäter am Freitag am Strand in Richtung des Hotels lief, bildeten die Mitarbeiter einen menschlichen Schutzschild für die Urlauber, berichtet ein Augenzeuge der "Daily Mail".

Der Mann wörtlich: "Sie bildeten eine Kette und sagten: 'Du musst zuerst uns töten. Aber wir sind Muslime.'"

Der bewaffnete Attentäter hatte zuvor ausgerufen, er sei auf der Jagd nach Touristen. Er tötete 38 Menschen, machte aber offenbar vor der Barrikade der Hotelangestellten kehrt.


(Die "Daily Mail" spricht von "about a dozen men" und zeigt Fotos dazu. Bei der Übersetzung ins Deutsche geht die Geschlechtszugehörigkeit bekanntlich gerne verloren, wenn immer Männer etwas Gutes oder gar Heldenhaftes tun.)

A Voice for Men: Offener Brief an konservative Christen

In einem Offenen Brief an christliche Konservative geht Dean Esmay auf der männerpolitischen Website A Voice for Men zunächst kurz auf das Scheitern dieses Lagers beim Kampf gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen ein:

You lost. You really did. You lost completely and utterly.


Im folgenden Teil seines Textes warnt Esmay die christlichen Konservativen davor, dasselbe Schicksal beim Umgang mit der Männerrechtsbewegung zu erfahren:

I will also note for you something else: there’s this large and growing thing called the Manosphere, of which the large and growing and increasingly influential Men’s Rights Movement is part. No one controls that movement, and that’s a little scary. Have you ever heard that joke about "Organized Baptist" being a contradiction in terms? Yeah. It’s true of the Men’s Rights Movement too. A lot of conservative, religiously oriented guys and girls are here, and they are standing right next to the queers and the weirdos and the beggars and the prostitutes and the tax collectors.

Do you happen to remember who else partied with people like that? While others were busy piously reading from the scriptures and lecturing on immorality while living their own lives of hypocrisy and sin?

Here’s the thing: most MRAs welcome social conservatives with open arms. We really do. We just won’t let you be in charge, and we will not tell you what your itching ears want to hear. We have quite the marketplace of ideas going here, and we will listen to what you say, we will think on it, and if you are right we will say we think you right and if you are wrong we will say we think you wrong.

(...) Now, as I say, you could walk away from all this "Men’s Rights" drivel. Some of you have. I’ve read quite a few snotty, ignorant things by conservatives slamming MRAs. The overwhelming majority of those "conservatives" never even bothered to talk to one of us. I hope you guys realize that by doing this – by slandering people you haven’t even tried talking to on their own terms – you’re quite possibly harming your brothers, your sons. Because your sons are increasingly saying the same things we do. If not aloud to you, then to their friends.

(...) Keep this in mind though: you aren’t going to make conservatives out of most MRAs. But most MRAs – not all but most – will 100% accept conservative and religious MRAs and back you if you have a good ideas. Good ideas can come from all sorts of people.


Hier findet man den vollständigen Offenen Brief. Er verdeutlicht einmal mehr, dass die Lieblingsphantasie des Gender-Lagers, bei Männerrechtlern und Maskulisten handele es sich um eine "rechte" Bewegung, reines Wunschdenken ist. Tatsächlich handelt es sich um eine heterogene Bewegung, die Konservative, Progressive, Liberale und Menschen fernab aller politischen Lager willkommen heißt. Und genau das ist einer der Gründe, weshalb sie den dogmatischen Fundamentalisten und Betonköpfen der Gender-Szene ein solcher Dorn im Auge ist.

Telepolis: Dozentin darf Studenten nicht zum Gendern zwingen

Ein Fall, auf den Genderama vor einigen Tagen mit Bezug auf das Blog "Kritische Wissenschaft" des Bildungsforschers Michael Klein hingewiesen hatte, ist inzwischen auch Thema bei Telepolis. Dort heißt es:

Dozenten, die bei Nichtgendern mit Punktabzug drohen, gibt es nicht nur an der TU Berlin, sondern auch an der Berliner Humboldt-Universität , am Geschwister-Scholl-Institut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, an der Universität Hamburg, der Universität Salzburg, der Fachhochschule St. Pölten und der Fachhochschule des Berufsförderungsinstituts Wien. An diesen Hochschulen war bislang niemand für eine Stellungnahme zu eventuellen Auswirkungen der Entdeckung Zideks erreichbar.

Sonntag, Juni 28, 2015

Vermischtes

Die im englischsprachigen Raum recht bekannte Website Everyday Feminism hat erklärt, auf die Bezeichnung "Triggerwarnung" in Zukunft zu verzichten. Das Wort "Trigger" könne nämlich selbst bereits triggern, da es an Waffengewalt erinnere, was eine Re-Traumatisierung auslösen könne. ("Trigger" bedeutet soviel wie "Abzug") Des weiteren argumentiert Everyday Feminism:

What could be a trigger? "Anything. Absolutely anything," the article explains. Sometimes they can remind the person of sexual assault or a traumatic event. Sometimes it's something that has not happened to the person who is "triggered" or has nothing to do with them. "I am often triggered when I see books by Terry Pratchett," the author writes. ["I have been told that his books are fantastic, but I cannot bring myself to read any of them because Pratchett now suffers from Alzheimer’s disease."]


Das ergibt Sinn: Ich lese schließlich auch keine Texte von Goethe, weil sie mich nur daran erinnern, dass Goethe tot ist. Grundsätzlich könnte man der Argumentation von Everyday Feminism hinzufügen, dass das Wort "Trigger", auch da es oft in triggernden Zusammenhängen erscheint, bereits selbst zum Trigger werden kann. Aus diesen Gründen wird auch Genderama weiterhin auf Trigger-Warnungen verzichten: sozusagen als Zeichen der Rücksichtnahme auf die feministischen Lesern dieses Blogs. Das Risiko, dass ich Opfer von Waffengewalt durch dieses Wort re-traumatisiere, möchte ich ohnehin vermeiden.

Apropos Waffengewalt: Der aktuelle Terroranschlag in Tunesien führte mal wieder zu einem Beispiel patriarchaler Frauenunterdrückung, über das man in den Büchern von Alice Schwarzer, Bascha Mika und Anne Wizorek auffällig wenig liest.

Währenddessen berichtet die Daily Mail darüber, dass die Frau, von der die Sexismusvorwürfe gegen den Nobelpreisträger Tim Hunt ausgingen, nicht gerade die Glaubwürdigste ist.

Zuletzt eine Randnotiz aus den USA: Tickets für die letzte Veranstaltung der feministischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton waren so schwach nachgefragt, dass ihre Partei sie gratis unters Volk streuen musste. Schon vor einigen Wochen musste Clinton eine "Veranstaltung nur für Frauen" auch für männliche Gäste freigeben, damit nicht zu viele Plätze leer blieben.

Samstag, Juni 27, 2015

Schwule gegen Feminismus: "Weil Schwule nicht euer Eigentum sind"

Dean Esmay erklärt auf A Voice for Men, warum auch das Engagement für Schwule zur Männerrechtsbewegung gehört.

Lesermail (Homo-Ehe und Vaterlosigkeit)

Einer meiner Leser antwortet auf diesen Leserbrief:

Die Lesermail, die du heute abgedruckt hast, hat mich nachdenklich gemacht. Zunächst als Vorbemerkung: Es ging hier ja erst einmal nur um die Öffnung der Ehe, nicht um die Kindererziehung. Allerdings stimmt es natürlich, dass beides eng miteinander zusammenhängt.

Tatsächlich geht es mir ähnlich wie dem Leser: Auch ich bin ohne Vater (und ohne irgendeine männliche Bezugsperson) "groß" geworden. Schaut man nur auf die Zahlen, sieht mein Werdegang soweit auch sehr gut aus: Ich habe ein gutes Abitur gemacht, einen ausgezeichneten Bachelorabschluss, bin gerade dabei, einen ebenso ausgezeichneten Masterabschluss zu machen und werde dann eine Promotion starten. Soweit top.

Ich bin mittlerweile aber auch schon seit ein paar Jahren in Therapie, weil ich die Probleme, die mit meiner Vaterlosigkeit zu tun haben, solange verdrängt habe - nicht wahrhaben wollte - bis sie sich schließlich nicht mehr ignorieren ließen. Und ich habe gemerkt, dass ich meine herausragenden Leistungen vor allem deshalb gemacht habe - und an dem damit verbundenen Stress beinahe kaputt gegangen wäre - weil ich versucht habe, dadurch meine innere Leere zu füllen; mir dadurch die Anerkennung zu erkämpfen, die mir von väterlicher Seite niemals entgegengebracht wurde. Das ist alles andere als gesund, und das, obwohl es formal alles super aussieht. Statistiken sind kalte Zahlen; Die individuellen Geschichten, die dahinter stehen, mit ihren individuellen Motiven, Ängsten, Hoffnungen, werden dadurch nicht hinreichend abgebildet.

Dennoch weiß ich nicht, ob man das wirklich so 1:1 auf das Thema Homosexualität übertragen kann; Ich weiß nicht, ob nicht ein zweiter Vater die Mutter, eine zweite Mutter den Vater adäquat ersetzen kann. Es kann sein; vielleicht aber auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich bin deshalb auch skeptisch, wenn es um Kindererziehung ohne Vater respektive ohne Mutter geht. Da kann ich deinen Leser schon verstehen. Aber ich bin auch meiner eigenen Skepsis gegenüber skeptisch; Denn wer weiß, vielleicht geht das ja doch. Auch meine Erfahrungen stehen schlussendlich nur für mich allein; Schon mein Bruder kann es ganz anders erlebt haben. Das muss man sich immer bewusst machen.

Leider kenne ich niemanden, der bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufgewachsen ist. Ich fände es super spannend, mich mal mit so jemandem auszutauschen und aus erster Hand zu erfahren, ob es auch dort diese Leere gibt. Vielleicht gibt es ja jemanden unter deinen Lesern, der darüber etwas sagen kann?

Jedenfalls denke ich wirklich, dass wir erst einmal unbedingt eine Debatte über die Vaterlücke brauchen, in der die verschiedenen Stimmen zu Wort kommen können, sodass man sich ein ausgewogenes Bild machen kann, anstatt sofort auf der Basis von Einzelschicksalen zu entscheiden, was - für alle - als richtig und was für falsch zu gelten hat.


Siehe ebenfalls zur Homo-Ehe und damit zusammenhängenden Themen:

Thank you, America!

Warum ich mich freue

The End of Gay Conversion Therapy

How Will the U.S. Supreme Court's Same-Sex-Marriage Decision Affect Religious Liberty?

"Feminismus und Ressentiment"

Wie es dazu kommen konnte, dass gerade der antiliberale, radikale Feminismus heute in vielen Kreisen Konsens geworden ist, ist an sich eine hoch interessante Frage. (...) Von angloamerikanischen Fakultäten ausgehend, vornehmlich aus den Fächern Französisch, Englisch, Anthropologie und eigens dafür geschaffenen Gender-Studies, haben diese Ideen Gutteile der öffentlichen Verwaltung und des Medienwesens unterwandert. Was in den 1970ern als radikaler, postmoderner Schwachsinn einiger Wichtigtuer im Fahrwasser von Derrida und Foucault galt, wird heute von jedem zweiten Magistratsbeamten und Zeitungspraktikanten als gegeben genommen.

Dabei können sich radikale Feministinnen nicht darauf einigen, ob Geschlechterunterschiede tatsächlich durchgängig kulturell konstruiert oder ob Frauen nicht doch von Natur aus überlegen sind. Egal, eines so gut wie das andere. Oder ob Transgender-Frauen weibliche Freunde sind oder einfach nur Männer, die die Weiblichkeit kolonialisieren und, um es mit Janice Raymond zu sagen, "Frauenkörper vergewaltigen, indem sie diese für sich beanspruchen". Gerechtigkeit ist verwirrend. Worüber man sich einig ist, scheint lediglich, dass Freiheit keine Rolle spielen darf, weil sie eine Vorschützung der patriarchalischen Macht ist, genauso wie das Private oder die Ergebnisse der Naturwissenschaften, die Behauptungen der Feministen und Gender-Theoretikern widersprechen; Liberalismus ist Schimpfwort, mit oder ohne vorgestelltes "Neo-".


Hier findet man den vollständigen Artikel des Dozenten für Rechtsphilosophie Christoph Kletzer.

Freitag, Juni 26, 2015

Supreme Court legalisiert Homo-Ehe für gesamte USA

The U.S. Supreme Court ruled 5-4 on Friday that it is legal for all Americans, no matter their gender or sexual orientation, to marry the people they love.


Die Huffington Post berichtet. Artikel in deutscher Sprache findet man etwa im Tagesspiegel und auf queer.de.

Heute Vormittag bereits wurde der Entschließungsantrag der nordrhein-westfälischen FDP zur "Ehe für alle" aufgrund diverser Enthaltungen einstimmig angenommen. Wie Dieter Stein heute in der "Jungen Freiheit" ätzte, befände sich die FDP schließlich "ohnehin im Griff der Homo-Lobby". Herzliche Glückwünsche hingegen sendet Genderama.

Sexismusvorwürfe: Protokoll soll Nobelpreisträger Hunt entlasten

Nobelpreisträger Tim Hunt ist zum Inbegriff für Sexismus an Hochschulen geworden, weil er getrennte Labors für Männer und Frauen gefordert hat. Nun ist ein internes Protokoll aufgetaucht: Allen sei klar gewesen, dass er scherzte.

(...) Dem Protokoll zufolge soll Hunt seine Aussage über Frauen in der Wissenschaft aber direkt im Anschluss als Scherz kenntlich gemacht und relativiert haben: "Jetzt im Ernst, ich bin beeindruckt von der ökonomischen Entwicklung Koreas. Und Wissenschaftlerinnen spielten darin ohne jeden Zweifel eine wichtige Rolle. Die Wissenschaft braucht Frauen, und Sie sollten trotz aller Hindernisse Wissenschaft betreiben, auch trotz solcher Scheusale wie mir."


Spiegel-Online berichtet.

FAZ: Die Gender-Ideologie spaltet das Land

Rüdiger Soldt kommentiert in der Frankfurter Allgemeinen:

Weil die Grünen und die SPD ein Verständnis von Minderheitenpolitik haben, wie es für Oppositionsparteien typisch ist, haben sie Forderungen von Lobbygruppen freihändig übernommen. Ein FDP-Wirtschaftsminister, der so unverblümt Formulierungen der Wirtschaft in seine Regierungspläne geschrieben hätte, wäre längst nicht mehr im Amt. Dass die Diskussion über den Bildungsplan regelmäßig zu großer Aufregung führt, hat nicht nur mit Missverständnissen in den Medien zu tun, die unfertige Arbeitspapiere skandalisierten. Wichtiger ist der Diskussionsstil in Deutschland, wenn es um manche Themen geht: Bei den Themen Einwanderung, Inklusion oder Gender lässt man Einwände nicht gelten, weil die Ziele als menschheitsbeglückend und emanzipatorisch überhöht werden. Darin sind insbesondere die Grünen wahre Meister.

(...) Es ist erstaunlich, wie ignorant sich gerade die Grünen, aber auch alle anderen Parteien seit Jahrzehnten gegenüber den Schattenseiten der zum Teil wissenschaftsfeindlichen Gender-Theorie verhalten. Schon der Hinweis, dass es sich um eine Zeitgeist-Theorie von begrenzter Reichweite handelt, wird als reaktionäre Aussage unter Bannfluch gestellt.


Hier findet man den vollständigen Artikel.

Lesermail (Homo-Ehe)

Einer meiner Leser mailt mir zu diesem Beitrag:

Ich weiß, es ist modern, für die Homo-Ehe zu sein und zu ignorieren, was jeder Mensch als Kind eigentlich in sich trägt: Die Sehnsucht nach Vater und Mutter.

Alle Studien sind nett und politisch so wahnsinnig korrekt, jedoch hält sich der Mensch nicht daran. Wie ich darauf komme? Weil ich ohne Vater aufgewachsen bin und sehr genau weiß, wie es ist, keinen Vater zu haben.

Oh, ich habe tolle Karrieren hingelegt. Ich war Anfang 20 schon weiter als viele erst mit 40, und wenn ich nicht aufpasse, steige ich weiter hoch in der Karriereleiter. Und das trotz Erziehungszeit für meine Tochter, die ich mir intensiv seit fast zehn Jahren immer wieder gönne.

Ich leite Unternehmen und bin ein sozial eingestellter Mensch, Familienvater und und und. Eigentlich ein gutes Beispiel, dass man ohne Vater groß und im Sinne unserer Werte erfolgreich werden kann. Ich würde sicher in einer Studie als gelungenes Beispiel auftauchen, wie gut man ohne Vater aufwachsen kann.

Aber was dabei verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass ich immer anders war als andere. Es hat mir immer etwas gefehlt, und erst ab 25-30 wurde mir klar, was es ist und was ich intensiv suche und was so schmerzt: einen Vater und auch ein männliches Vorbild. Vieles "Männliche" musste ich mir erst hart erarbeiten, und Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Männer ich als Ersatzpapa angehimmelt habe. Dabei hatte ich eine tolle Mutter und viele gute Freunde. Aber das, was mir fehlt, das habe ich nicht: einen eigenen Papa ...

Ähnlich wie mir geht es vielen anderen, die ohne Vater oder ohne Mutter aufwachsen. Und das gilt nicht nur für Alleinerziehende, sondern auch für homosexuelle Paare.

Wenn man selber einen Schmerz hat und weiß, woher er kommt, sieht man manches anders. Und da können viele Studien kommen und erzählen, was sie wollen.

Spiegel-Online: "Wir Rabenväter"

Arbeit und Familie zu vereinbaren - das ist kein reines Mütterproblem. Väter verzweifeln daran genauso, meinen Marc Brost und Heinrich Wefing. Weil berufliche Zwänge so viel zerstören: Sie machen müde, ruppig, stumm. Und sie töten die Liebe.


Hier geht es weiter.

Japan: Immer mehr Jungfrauen mittleren Alters

Yoko Wakatsuki berichtet für CNN:

When I was a young, single woman in Japan in the 1980s, the economy was red hot and so was the dating scene. Cool girls weren't ashamed of losing their virginity before marriage. Of course for me personally, losing my virginity was a big deal. But socially, it was no biggie. It was the 80s, Japan was alive, and life was good.

Goodness, how times have changed.

It's alarming for me, and many of my peers, to see the enthusiasm about sex and relationships we felt during our youth replaced by the sexual indifference seen in Japan today.

A government survey released this week suggested that nearly 40 percent of Japanese in their twenties and thirties are not in a relationship don't think they need a romantic partner, with many calling relationships "bothersome."

Another survey from 2010 found that one in four Japanese men in their thirties who've never been married are virgins. The figures were only slightly less for women.

This sexual apathy is extremely troubling for Japan, which has the world's most rapidly aging population, sparking concerns that citizens will not produce enough children to sustain a healthy economy in the coming years.

(...) Twenty years of economic stagnation seems to have led to emasculation of some Japanese men, who can no longer count on finding a job that will pay enough to support a wife and children.


Hier findet man den vollständigen Artikel.

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