Dienstag, September 25, 2018

Männer schummeln beim Einkommen – News vom 25. September 2018

1. Wissenschaftler haben einen neuen Faktor gefunden, der bei der vermeintlichen Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern eine Rolle spielen könnte:

Männer verdienen weniger Geld, als sie bei Befragungen gegenüber Sozialwissenschaftlern angeben. Ein Grund dafür sind laut einer neuen Studie sozial erwünschte Antworten, also das Erfüllen einer Männlichkeitsnorm.


Hier geht es weiter.



2. Die Berliner "taz" interviewt den Vorsitzenden von "Mafia? Nein danke!" zum Thema organisiertes Verbrechen. Einer seiner Vorschläge lautet "Exit-Möglichkeiten zu schaffen wie bei rechtsextremen Gruppen, auch und besonders für Frauen."

Ein Leser, der mich auf diesen Artikel aufmerksam machte, schreibt mir dazu:

Warum denn "besonders für Frauen"? Die sind doch als Akteure im Bereich organisiertes Verbrechen sehr, sehr deutlich in der Minderzahl? Wäre es nicht sinnvoller und effektiver, besonders den Männern, den Tätern und potenziellen Tätern den Ausstieg aus der organisierten Kriminalität schmackhaft zu machen und zu erleichtern?




3. Die britische Zeitung "Independent" hat eine Kampagne zugunsten von Kindern gestartet, die von Krieg und Flucht betroffen sind. Präsentiert wird diese Kampagne auf Twitter mit einem Foto, das Jungen unter den Opfern unsichtbar macht.



4. Feministische Forscherinnen befragten Männer, die ihre Partnerin zu einer Abtreibungsklinik begleiteten, danach, was sie fühlten, wenn sie machtlos dagegen waren, dass ihr Nachwuchs getötet wurde. Denjenigen Männern, die berichteten, aufgewühlt und todunglücklich zu sein, wurde von den Forscherinnen "hegemoniale Männlichkeit" (die unterdrückerischste Form von Männlichkeit) attestiert. Als die einzigen guten Männer wurden diejenigen Männer dargestellt, die die Entscheidung ihrer Partnerin (die sie ohnehin nicht unterbinden konnten) unterstützten. Die Studie, die im Fachjournal "Men and Masculinities" erschien, schließt mit der Hoffnung, dass mehr Männer Abtreibungen befürworten werden.

Sonntag, September 23, 2018

Weshalb junge Männer vermehrt zu Viagra greifen – News vom 23. September 2018

1.
Sie sind noch nicht einmal 30 Jahre alt und greifen vermehrt zu Potenzmitteln, die ursprünglich für die Generation ihrer Väter gedacht waren. Warum machen sie das? Und ist das überhaupt schlimm?


Die Neue Zürcher Zeitung berichtet.



2. Gestern berichtete Genderama über Brett Kavanaugh, der von US-Präsident Trump für einen Posten des Obersten Gerichtshofes vorgeschlagen wurde, woraufhin die Psychologin und Professorin für Klinische Psychologie Christine Blasey Ford öffentlich machte, dass Kavanaugh sie auf einer Party im Jahr 1982 zu vergewaltigen versucht haben soll. Inzwischen prophezeit die L.A.Times (leider nicht verlinkbar), dass es zu einem feministischen Volksaufstand kommen werde, falls Kavanaugh trotzdem zu einem der Obersten Bundesrichter ernannt werde.

Gleichzeitig wird die Beweislage immer dünner:

Christine Blasey Ford hat behauptet, dass vier weitere Personen an einer kleinen Versammlung teilgenommen haben, bei der sie angeblich von Brett Kavanaugh angegriffen wurde. Drei dieser Personen, PJ Smyth, Mark Judge und Kavanaugh, haben bereits jede Erinnerung an den Besuch einer solchen Party geleugnet.

Am Samstagabend verweigerte Leland Ingham Keyser, eine Klassenkameradin von Ford an der Mädchenschule Holton-Arms und ihre letzte benannte Zeugin, jede Erinnerung an die Teilnahme an einer Party mit Brett Kavanaugh.


Vor dem Hintergrund dieser Kontroverse bekundet Rich Lowry, Herausgeber des einflussreichen konservativen (aber Trump häufig kritisierenden) National Review, seinen Missmut angesichts der schwindenden Bedeutung fairer Prozesse, sobald es zu Anschuldigungen sexueller Übergriffe kommt:

Unser Justizsystem beurteilt jeden Einzelnen - den Ankläger und den Angeklagten - bestenfalls auf der Grundlage der Beweise und mit einem Gerichtsverfahren, das sich im Laufe der Jahrhunderte als der beste Weg erwiesen hat, um die Wahrheit zu ermitteln.

Das Problem ist, dass Fords Anschuldigung nicht gut beweisbar erscheint, und der Bund der Demokratischen Partei und ihren Medien nicht sehr daran interessiert ist, solche Beweise zu liefern. Sie will Fords Wahrhaftigkeit als gegeben betrachten, als eine Frage der kosmischen und geschlechtsspezifischen Gleichstellung.

"Ich glaube der Überlebenden", sagt Connecticut Senator Richard Blumenthal. Es wäre richtig, wenn er sagen würde: "Ich glaube, Ford ist eine Überlebende." Aber es geht darum, ihr angebliches Opfer-Sein rhetorisch und politisch auszunutzen, bevor es etabliert ist - ja, sie zu nutzen, um jede ernsthafte Frage, ob Ford ein Opfer ist oder nicht, auszuschließen.

Wir sehen hier das Einsickern der Scheinprozesse, die an Colleges stattfinden, um über solche Vorwürfe auch im Senat der Vereinigten Staaten zu urteilen.

(...) Nein, die Botschaft an die Frauen - und an die Männer – sollte lauten, dass es wichtig ist, zu versuchen, die Wahrheit zu finden, bevor man eine Anklage anerkennt. Dies war einst ein Grundsatz des [linken] Liberalismus – damals, als er das Arthur-Miller-Stück "The Crucible" feierte und die Old-School American Civil Liberties Union unterstützte. Linksliberal zu sein bedeutet heute, für kollektive Gerechtigkeit zu streiten, um historische Fehler zu korrigieren.

Matthew Dowd von ABC News kommentierte diesen Fall so: "Wenn es so ist, dass 'er' das eine behauptet und 'sie' das andere, dann lassen Sie uns in diesen Szenarien 'ihr' glauben. Sie hat nichts zu gewinnen und alles zu verlieren. Seit 250 Jahren glauben wir 'ihm' in diesen Szenarien. Genug ist genug."

Dies ist ein Aufruf an die Menschen, ihre Vernunft und moralische Urteilskraft einer sozialen und politischen Agenda unterzuordnen. Nicht alle Frauen sind glaubwürdig, unabhängig von den Sünden der Vergangenheit des Patriarchats. Die Duke-Lacrosse-Spieler waren nicht schuldig. Die Geschichte der Bruderschaft an der University of Virginia war nicht wahr. Die Studentin der Columbia University, die eine Matratze als Symbol für ihre angebliche Vergewaltigung herumtrug, beschuldigte ihren mutmaßlichen Angreifer fälschlicherweise.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man Frauen grundsätzlich nicht glauben sollte. Es bedeutet, dass Anschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens - wie jede andere Anschuldigung auch - von Fall zu Fall und auf der Grundlage der Fakten bewertet werden sollten. Das ist nicht die Opferung der Ankläger. Es dient der Sache der Gerechtigkeit.

Senator Mazie Hirono aus Hawaii fasste die aktuelle Stimmung der Linken zusammen, als sie sagte: "Ich möchte den Männern dieses Landes sagen: Halt die Klappe und tritt vor und tu das Richtige." Das sagt mehr über sie - und ihre eigene Eignung für hohe Ämter - aus als über Brett Kavanaugh. Er ist nicht verpflichtet zu schweigen - auch wenn etwa die Hälfte seines Publikums im Senat das Interesse an einem fairen Prozess verliert.




3. Das Mantra "glaubt den Frauen" ist weniger beliebt, wenn es feministischen Kampagnen entgegen läuft. Aktuelles Beispiel: Woody Allens Ehefrau Soon Yi Previn spricht über erlittene Misshandlungen durch Mia Farrow. Das führte zu heftigen Feindseligkeiten in jenem Segment der "sozialen Medien", in dem Woody Allen als Missbrauchstäter und Mia Farrow als glaubwürdige Anklägerin gesehen wird.



4. Die männlichen Mitarbeiter der Huffington Post zeigen, wie man ein guter feminsitischer Verbündeter ist: Sie lassen sich von ihren Kolleginnen offenbar bereitwillig mit Gegenständen bewerfen. Hier sind Feministinnen in den "sozialen Medien" voll des Lobes.



5. Ein neuer Bericht dokumentiert die weit verbreitete Vergewaltigung von männlichen Tamilen.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem Männerkongress, der dieses Wochenende in Düsseldorf stattgefunden hat:

Ich hatte bislang die Aktivitäten von Professor Franz positiv verfolgt, aber das diesjährige Kongressprogramm wird doch sehr politisch und polemisch vorgetragen mit "wir Normalen gegen die pathologischen Populisten, Maskulinisten und so weiter." So stellte sich der Vortrag von Herrn Pohl zu den Grenzen zwischen Flirt und sexuellem Übergriff als Rant gegen Pick-up-Artists heraus. Auch du wurdest genannt als Teil der Pick-up-Artist-Maskulisten-Antifeministen-Rechtspopulisten-Menschenfeinde-Szene, die alle undifferenziert zusammengeworfen wurden. Und zusammen mit Trump wurden dann auch alle Mitglieder dieser Szenen als pathologische Narzissten bezeichnet und das gesamte Reservoir abwertetender pathologisierender Begriffe verwendet, was teilweise mit zustimmendem Johlen aus dem Publikum unterstützt wurde. Mich hat es doch sehr gewundert, so einen Referenten auf einer Konferenz von Professor Franz anzutreffen. Ich frage mich, ob die politische Lage mittlerweile so aufgeladen ist, dass man solche Referenten ein breites Forum bieten muss, um nicht Gefahr zu laufen, Opfer von Hetzkampagnen aus Medien und Studentenschaft zu werden. Auch sonst gab es viele Vorträge, die über die Pathologie von Trump Anhängern oder Populisten in Europa herzogen, anstatt Möglichkeiten einer besseren Unterstützung von Männern zu thematisieren.


Tom Todd, der zweite Vorsitzende der geschlechterpolitischen Organisation AGENS, fotografierte eine Wandprojektion dieses Vortrags, auf der unter anderem das von dem Flirt-Coach Maximilian Pütz und mir verfasste, bei Heyne erschienene Buch Das Gesetz der Eroberung sowie mehrere Webadressen zu Pick-up-Websites und zu diesem Blog hier zu sehen sind. Genderama wird vorgestellt als "Blog des antifeministischen Männerrechtlers Arne Hoffmann". Tom Todd schreibt mir hierzu:

Professor Pohl hat in seinem Vortrag ein sehr abwertendes Bild der sogenannten Pickup-Künstler gezeichnet. Relevant ist hier auch, dass du, Arne, mit deinem Anspruch, Maskulist zu sein, in einen Topf mit den Pickup-Künstlern geworfen wirst und von diesen wiederum im Vortrag behauptet wurde, sie seien auch rückwärtsgewandte, frauenfeindliche und anti-feministische Maskulisten. Dies liegt wohl daran, dass du zwei Bücher zum Thema (mit)verfasst hast.

Die Pickup-Künstler wurden als Neoliberale mit manipulativen, sexistischen Ansichten dargestellt, die in teueren Workshops die Erlernung von Psychotechniken anbieten, mit denen Männer Frauen nach der Methode "EAAK" (erfassen, annähern, anmachen, klarmachen) ins Bett kriegen können sollen. Sie würden in ihrem gesteigertem Narzissmus auch pseudobiologische Rechtfertigungen aufstellen, indem sie essentialistisch einen Fortpflanzungsdruck zitieren, dessen Wirkung diesen Männern keine andere Wahl lässt, als Frauen auch übergriffig anzumachen.

Man hat den Eindruck gewonnen, dass diese Pickup-Männer tatsächlich solche sind, die Frauen an den Brüsten und sonstigen Körperteilen begrapschen, wie Trump auch mal behauptet hat, dass es möglich wäre, wenn man einmal "angekommen", also eine große Nummer ist.

Der folgende Redner hat zurecht davor gewarnt, diese Gruppe überzubewerten, und persönlich finde ich die Verteufelung von Pohl wenig hilfreich und gewisse nicht einer wissenschaftlichen Erklärung für eine fehlgeleitete Männlichkeit zuträglich. Letztendlich wird aber vor allem suggeriert, dass der politische Widerstand gegen die schon längst evidente Männerfeindlichkeit, sofern dieser sich maskulistisch definiert, vom gleichen Schlage wie die Pickup-Künstler ist: eine Sammlung von frauenfeindlichen, übergriffigen Narzissten, die ihr schwaches, männliches Selbstbild durch die Abwertung von Frauen aufzuwerten suchen.

Man kann halten, was man will vom Maskulismus (und finde ihn persönlich nicht der Königsweg); zu suggerieren jedoch, dass der glaubwürdig geäußerte Unmut über Benachteiligungen von Jungen und Männern nur als narzisstisch gekränkte, frauenfeindliche und repressive Abwehrreaktion widerlichster Art zu verstehen ist, ist skandalös.

Erfreulicherweise gab es differenziertere Vorträge vor allem zur Verbesserung der Methodik in der Psychotherapie für Männer und Jungen, die auch eine positive Wertschätzung männlicher Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten zum Inhalt haben sollte in den Augen der Referenten.


Sollten die mir zugetragenen Inhalte von Pohls Vortrag zutreffen (und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln), kann ich nur sagen: Wow. Dass sich ein Akademiker, der das Geschlechterthema als Schwerpunkt behandelt, dermaßen vergaloppiert, das Cover eines Buches in seinem Vortrag zu präsentieren, dessen Inhalt er offenbar entweder nicht kennt oder bewusst verfälschend darstellt, ist ohne Frage ein neuer Tiefpunkt. Wie man sich beispielsweise schon durch einen bloßen Blick auf das bei Amazon einsehbare Inhaltsverzeichnis des Buches hätte informieren können, gibt es darin – anders als in jedem anderen Flirtratgeber, den ich kenne, und das sind etliche Dutzend – ein eigenes, zehn Seiten umfassendes Kapitel zum Thema "Wo verläuft die Grenze zur sexuellen Belästigung?" Dieses Kapitel liefert Männern nachvollziehbare Ratschläge, um im Überschwang ihres Interesses für eine Frau gerade NICHT übergriffig zu werden, und orientiert sich wie alle Kapitel meines Ratgebers an der anerkannten Fachliteratur. Dieser Ratgeber ist insofern sogar nicht weniger, sondern sogar mehr feministisch korrekt als der weit überwiegende Teil der Flirt-Ratgeber-Literatur, ob innerhalb oder außerhalb der Unterkategorie "Pick up". Selbstverständlich ist in meinen Ratgebern weder von "EAAK" noch von einem "Fortpflanzungsdruck" die Rede, der Männer quasi zu Übergriffen zwinge (eine gleichermaßen männer- wie frauenfeindliche Weltsicht). Auch in anderen meiner Bücher, etwa in "Nummer Sicher", stelle ich in langen Kapiteln Strategien GEGEN solche Übergriffe von Tätern beiderlei Geschlechts dar. Hier wird also das exakte Gegenteil von dem nahegelegt, was sich tatsächlich in meinen Veröffentlichungen findet.

Wenn hier nicht differenziert, sondern pauschalisiert und sogar konträre Strömungen zusammengerührt wurden, dann handelte es sich nicht mehr um Wissenschaft, sondern um billigen Populismus.

Genauso irre ist das Zusammenrühren von Pick-Up, also dem Herstellen von erotischen Beziehungen, mit Maskulismus. Ich definiere "Maskulismus" in der Einleitung meines "Plädoyers für eine linke Männerpolitik" sehr klar:

Weltsicht und Theoriegebäude der Männerrechtsbewegung. Ihr zufolge verdient auch ein Mann Zuwendung und Unterstützung, wenn er diskriminiert wird, zum Opfer wird oder aus anderen Gründen leidet. Maskulisten geht es darum, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf alle Menschen einschließlich der Männer zu erforschen, herauszufinden, was die möglicherweise vielfältigen Ursachen dafür sind, und realistische Lösungsstrategien zu entwickeln, die dann in einer gerechten Politik zur Anwendung kommen.


Was um alles in der Welt das mit Flirt-Ratgebern zu tun haben soll, wird das Geheimnis von Rolf Pohl bleiben.

Nun machte Professor Franz vor einigen Jahren in dem von ihm und André Karger herausgegebenen wissenschaftlichen Sammelband "Neue Männer - muss das sein?" deutlich, dass er die Spielchen, die hier betrieben werden, komplett durchschaut. In einer Passage zu Thomas Gesterkamp, der aus derselben ideologischen Ecke wie Pohl kommt, erklärt Professor Franz:

Männer, die auf problematische Benachteiligungen von Männern hinweisen oder vielleicht sogar das männliche Monopol auf Gewalttätigkeit infrage stellen, müssen mit ausgesprochen heftigen Abwehrreaktionen rechnen. Diese nehmen zuweilen auch unsachlichen oder denunziativen Charakter an. Ein markantes Beispiel hierfür liefert der Publizist Thomas Gesterkamp. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung unternimmt er den erstaunlichen Versuch, die enttabuisierende Öffnung des Geschlechterdiskurses aus männlicher Sicht – also auch unter Benennung von Benachteiligungen von Männern – als rechts-restauratives Rollback zu diffamieren. Dies geschieht auch gegenüber einigen Autoren dieses Buches mittels nicht recherchierter, suggestiver Andeutungen und interessanterweise auch durch die Unterstellung von Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Dieses Anathema hat in Deutschland immer noch einen terminierenden Charakter. Es kann als ultimativer Vorwurf völlig belegfrei jede weitere Diskussion zum Thema devaluieren. Ein solches Vorgehen lässt eigentlich nur auf tieferliegende politische oder auch persönliche Motivlagen schließen, die bewusst oder unbewusst diesen spannungsreichen und häufig durch Eigenbetroffenheit gekennzeichneten Diskurs immer auch mitbestimmen. So wird zum Beispiel die empirische Studie Gerhard Amendts auf das bislang zumeist verleugnete weibliche Gewaltpotenzial vielleicht als so bedrohlicher Tabubruch erlebt, dass auch erwachsene Söhne noch in einem loyalen Mutterschutzreflex die Beendigung der Debatte durch schrille Brandmarkungen ('Geschlechterkampf von rechts') herbeizuführen versuchen.


Da Professor Franz derartige Polemik durchschaut, erschien er mir bislang in dieser Hinsicht über jeden Zweifel erhaben. Mir ist von ihm zu Beginn des Jahres der Link auf die Website seines Männerkongresses zugemailt worden, so dass ich ebenso darauf aufmerksam machen konnte wie auf seine bisherigen Männerkongresse. Bei all diesen Veranstaltungen gab es bislang auch nicht das Geringste zu beanstanden. Ich werde mich bei ihm jetzt danach erkundigen, ob Pohl auf dem Kongress tatsächlich derart aus der Spur geraten ist, wie mir hier berichtet wird, und was Professor Franz dazu zu sagen hat. Dass ich hier immer wieder auf einen Kongress hinweise, nur um daraufhin dort in den oben erwähnten Zusammenhang gerückt zu werden, ist ein Unding. Sollte Professor Franz zu den Behauptungen, Pohl habe dermaßen anstandslos gepoltert, keine gute Antwort haben, wird es hier keine Hinweise auf seine Kongresse mehr geben. Wir brauchen nicht ständig neue Eskalationen in der Männerszene, nur weil manche Akteure mehr an Feindbildern als an Fakten interessiert sind.

Der Nebeneffekt meiner Anfrage wird sein, dass Professor Franz darüber informiert wird, wie abschreckend solche Vorträge auf den nicht johlenden Teil ihrer Zuhörer wirken.

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Mehr Post. Ein weiterer Leser schreibt mir zu dem gestern von Genderama veröffentlichten Leserbrief zu den Vorwürfen sexueller Übergriffe bei der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen:

Wie es der Zufall will, hatte ich gestern mit Klaus Wiegrefe vom SPIEGEL Kontakt aufgenommen. Es ging darum, dass ich als ehemaliger Mitarbeiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen und der Behörde für die Stasiunterlagen in dem aktuellen Fall eher ein generelles Führungsproblem sehe und das auch in beiden Fällen beschrieben habe. Auch als Clash der Generationen. Und dann lese ich heute den von dir veröffentlichten Brief, der meine Sicht zu bestätigen scheint.

Da kommen viele Themen zusammen. Die ältere Generation, die die DDR noch erlebt hat, und die junge Generation, bei der das nicht der Fall ist. Die tägliche Beschäftigung mit einer oftmals belastenden Thematik. Meine Tätigkeit dort ist schon zehn Jahre her, aber ich kann mir gut vorstellen das die älteren Mitarbeiter auch heute noch viele psychische und seelische Probleme mit sich herum schleppen. Hinzu kommt, das das Geschlechterverhältnis in der DDR ein anderes war als heute. Die beschriebenen Verhaltensweisen waren in der DDR gang und gäbe. Wenn eine Frau etwas nicht wollte, konnte sie sich damals meistens wehren, aufgrund ihrer Sozialisation.

Ich habe Herrn Wiegrefe auf den Brief aufmerksam gemacht.


(Der SPIEGEL ist inzwischen mit mir in Kontakt getreten.)

Samstag, September 22, 2018

Schweiz: Frauenstreik wird stattfinden – News vom 22. September 2018

1. "Wir haben schon entschieden: Der Streik wird stattfinden" schlagzeilt die "Woz" über den von Schweizer Feministinnen geplanten großen Frauenstreik, an dem bereits hunderte von Frauen teilnehmen wollen, auch wenn sie sich "nicht in allem einig" seien. Die Zeitung unterstützt die Auffassung der Feministinnen selbstverständlich:

Grassierender Sexismus im Internet, #MeToo, die brutalen Attacken auf Frauen im Ausgang, die sich in letzter Zeit häufen: Die Zeit scheint reif für einen neuen Frauenstreik. (...) Allerdings sei es heute schwieriger, geeint für etwas zu kämpfen. "Wir müssen auch heute noch einfordern, dass Frauen Machtpositionen besetzen, und sie unterstützen, wenn sie es tun. Sonst verlieren wir wichtige Positionen wieder – es stehen immer genug Männer bereit." Wey vermisst auch den bürgerlichen Feminismus, der 1991 noch viel stärker war. "Frauen wie die CVP-Politikerin Judith Stamm fehlen schmerzlich. Es gibt fast keine bürgerlichen Frauen mehr, die mit feministischen Argumenten etwa die AHV unterstützen. Und wo ist die feministische Friedensbewegung, die gegen Waffenexporte protestiert?"


Auch die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet.



2. Der WDR berichtet über den dieses Wochenende stattfindenden Kongress verunsicherter Männer in Düsseldorf.



3. "Trump verharmlost Anschuldigungen gegen Kavanaugh" titelt aktuell Spiegel-Online. Gemeint ist, dass Trump die Anschuldigungen sexueller Übergriffe gegen Kavanaugh in Frage stellt, die erfolgten, nachdem Trump ihn für einen Posten des Obersten Gerichtshofes vorgeschlagen hatte – 36 Jahre nach der angeblichen Tat. "Verharmlosen" bedeutet, etwas als nicht so gefährlich hinzustellen, wie es in Wirklichkeit ist – aber wie die Wirklichkeit aussieht, ist ja gerade umstritten. (Ähnlich neutral formuliert ist die Schlagzeile: Trump wütet auf Twitter.)

Während in den deutschen Leitmedien die Schuld Kavanaughs festzustehen scheint, ist das in der US-amerikanischen Presse keineswegs der Fall. So fragt etwa die Washington Post: Wie viele Beweise braucht man, um das Leben eines Menschen zu zerstören? In dem Artkel heißt es:

Christine Blasey Ford hat Brett M. Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung beschuldigt, während sie beide in der High School waren - eine Anklage, die er eindeutig bestreitet. Sie kann sich nicht mehr an das Datum des angeblichen Angriffs erinnern. Sie ist sich nicht einmal über das Jahr im Klaren (obwohl sie angeblich denkt, dass es der Sommer gegen Ende ihres zweiten Studienjahres gewesen sein könnte, als sie 15 Jahre alt war). Sie kann sich nicht erinnern, in wessen Haus sie war. Sie kann sich nicht mehr erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Sie sagt, dass sie damals niemandem davon erzählt hat, nicht einmal ihren engsten Freunden - also gibt es keine Zeitzeugen, die ihre Behauptungen unterstützen. Keine andere Frau hat sich gemeldet, um zu sagen, dass der junge Kavanaugh sie angegriffen hat. Es gibt kein Muster von schlechtem Verhalten. Im Gegenteil, nach allen anderen Berichten als Fords behandelt er Frauen mit Respekt in seinem persönlichen und beruflichen Leben.

(...) Die #MeToo-Bewegung ist eine Kraft zum Guten in der Gesellschaft. Sie hat sexuelle Raubtiere aus dem Arbeitsleben entfernt, in Politik, Medien, Unterhaltung, Religion und anderswo. Sie hat Frauen und Männer, die missbraucht wurden, ermutigt, sich zu äußern - und andere, ihre Behauptungen zu unterstützen. Aber Behauptungen allein reichen nicht aus. Es muss Beweise geben. Mit den im Moment verfügbaren Beweisen gibt es keine Chance, dass Kavanaugh vor Gericht verurteilt wird. Tatsächlich würde kein vernünftiger Staatsanwalt zustimmen, eine entsprechende Klage einzubringen. Aber vor dem Gericht der öffentlichen Meinung scheinen die Standards für Beweise viel niedriger zu sein. So viel ist sicher: Der Standard der Beweise, um den Ruf eines Mannes zu ruinieren, darf nicht Null sein.




4. Natürlich gibt es auch in den USA einflussreiche Menschen, die das komplett anders sehen: etwa Joe Biden, Vizeptäsident der Vereinigten Staaten unter Obama mit einer bei mehreren Fragen erzfeministischer Haltung. Biden vertritt die Auffassung, dass man bei beschuldigten Männern automatisch von deren Schuld ausgehen solle:

"Damit eine Frau auf nationaler Ebene ins grelle Scheinwerferlicht tritt, muss man mit der Annahme beginnen, dass zumindest der Kern dessen, wovon sie spricht, real ist, ob sie Fakten vergisst oder nicht, ob es mit der Zeit schlechter oder besser gemacht wurde oder nicht."


Der Artikel, der über dieses Statement berichtet, informiert uns aber auch darüber, wie sich die öffentliche Wahrnehmung von MeToo und seinen Anliegen im Verlauf des letzten Jahres entwickelt hat:

26 Prozent der Amerikaner stimmen jetzt zu, dass "Frauen, die sich über Belästigung beschweren, oft mehr Probleme verursachen, als sie lösen", gegenüber 19 Prozent, die im letzten Herbst dasselbe sagten.


MeToo hat damit das Gegenteil von dem erreicht, was man erreichen wollte. Herzlichen Glückwunsch.

Der Daily Wire etwa nennt fünf Gründe, weshalb MeToo mehr Schaden als Nutzen herbeiführt.



5. Ein Redakteur einer britischen Studentenzeitung wurde gefeuert, nachdem er einen Artiel retweetete, dem zufolge Frauen keinen Penis haben. Diese Auffassung wurde als "transphob" verurteilt.



6. Die Post. Einer meiner Leser weist mich auf das bundesweite Besuchsprogramm für getrennt lebende Eltern Mein Papa kommt hin.

Mehr Post. Gestern frotzelte ich über Vorwürfe sexueller Übergriffe bei der Stasi-Gedenkstätte Höhenschönhausen, die sich in einem Artikel der Berliner Zeitung wie weitgehend normaler Büroalltag lesen. Nun ist einer der langjährigen Leser und Unterstützer von Genderama, wie sich herausstellte, ein Mitarbeiter dieser Gedenkstätte und schrieb mir zu Vorgängen dort gestern folgenden Brief:

Offen gesagt haben mich die jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe nicht überrascht. Auch, dass sie anonym veröffentlicht wurden, kann ich nachvollziehen. Aber eins nach dem anderen.

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass es bei den Vorwürfen nicht um Vergewaltigung oder ähnliches geht. Aber es geht um unangemessenes und unprofessionelles Verhalten von Vorgesetzten - der Gedenkstättenleitung und insbesondere des stellvertretenden Direktors -, das ich auch selbst erlebt habe. Beispielsweise, dass diese älteren Herren Kommentare gegenüber jungen Frauen (in einem Fall war eine Praktikantin wohl sogar noch minderjährig) gemacht haben, die im Arbeitsumfeld einfach nicht angemessen sind. Auch Berührungen gehören dazu, die so in einem Arbeitsumfeld einfach nichts zu suchen haben. Dazu kommen viele Vorwürfe, die ich nicht beurteilen kann, weil ich als Mann so etwas natürlich nicht mitbekomme. Etwa die Einladung, nach Abendveranstaltungen bei ihm zu übernachten. So etwas ist höchst unprofessionell. Es ist offensichtlich, dass sie ihren weiblichen Mitarbeitern mehr Aufmerksamkeit schenken als den männlichen. Das ist für die Frauen nicht schön, für uns junge Männer hier aber auch nicht. Schon vor dieser Sache hatte ich lange das Gefühl, dass wir und unsere Arbeit hier von der Leitung nicht gleichermaßen wahrgenommen werden.

Viele der Vorwürfe, die erhoben wurden, haben keine direkte sexuelle Konnotierung, sondern deuten eher auf ein umfassenderes Problem hin: schlechte Führungsqualitäten und daraus resultierend auch ein unangenehmes Arbeitsklima, und zwar für alle Mitarbeiter unterhalb der unmittelbaren Leitung.

Der erste Vorwurf bezieht sich auf eine "gering strukturierte Arbeitsorganisation bei eingeforderter maximaler Verfügbarkeit und Arbeitsbelastung mit starkem psychischen Druck durch Zeitverträge". Das ist geschlechtsunabhängig und kann ich so bestätigen. Das ist nun aber auch nichts ungewöhnliches in der heutigen Arbeitswelt. Lediglich die "gering strukturierte Arbeitsorganisation" ist tatsächlich ein Problem. Ich dachte bislang, das ginge nur unserer Abteilung so. Interessant, dass es anscheinend ein gedenkstättenweites Problem ist.

Der zweite Vorwurf lautet auf "Eindringen in die Privatsphäre durch persönliche SMS, Whats-App-Gruppen und nächtliche Arbeitsaufträge; wiederholte Angebote, die Mitarbeiterin nach Hause zu fahren; Einladungen zu Bier oder Wein nach Feierabend - auch in die private Wohnung; Verwendung privater Informationen aus 'persönlichen Gesprächen' im Dienst als diskreditierende Argumentation in dienstlichen Belangen". All das habe ich auch selbst erlebt. Abgesehen vom letzten Punkt ist das für mich alles kein schwerwiegendes Fehlverhalten, sondern eher ein mangelndes Gespür für professionelle Distanz. Als einfacher Angestellter in diesem Betrieb entsteht - in der Verbindung mit dem erwähnten unangenehmen Arbeitsklima - leicht der Eindruck, zu solchen Angeboten nicht nein sagen zu können.

Darauf bezieht sich dann der dritte Vorwurf: Lehnt man dies ab, können einem Nachteile dadurch entstehen. Man wird etwa ignoriert, erhält Informationen nicht mehr, Fehler und Versäumnisse werden auf einen abgewälzt, Gerüchte werden gestreut werden - ja, das gibt es hier alles. Ein Problem, mit dem ich als Mann hier auch zu tun habe, aber immerhin, ohne gleichzeitig die sexuelle Komponente abzubekommen.

Darauf beziehen sich dann der vierte und fünfte Vorwurf, die ich nur aus der dritten Perspektive kenne. Einiges habe ich selbst gesehen und als unangemessen empfunden, anderes kann ich mir gut vorstellen.

Womit ich allerdings ein Problem habe, ist natürlich der Begriff der "männlichen Macht", der auch fällt. Denn ich habe diese Macht nicht, sondern leide im Gegenteil selbst auch darunter. Heißt das also, dass ich keine Mann bin? Das knüpft dann an uralte Rollenvorstellungen an, wonach nur Männer, die in der Hierarchie ganz oben stehen, "echte Männer" seien. Frau ist man von Natur aus, zum Mann wird man erst dadurch, dass man auf der Hierarchieleiter aufsteigt. Durch diese Gleichsetzung von Männlichkeit und hierarchischer Dominanz wird dann aber - wieder einmal - genau das reproduziert, wogegen Feministinnen zu kämpfen vorgeben. Wenn nur derjenige als Mann anerkannt wird, der oben steht, wird dieses "oben" mit Männlichkeit assoziiert. Und dadurch erzeugt man dann den viel beklagten Befund erst, wonach Frauen es viel schwerer hätten, aufzusteigen und als Führungsperson wahrgenommen zu werden. Wie denn, wenn man ihnen eintrichtert, dass das, was eigentlich die Macht von Vorgesetzten ist, "männliche Macht" sei? Gleichzeitig heizt man dadurch den Wettbewerb unter den Männern auf diese Positionen an. Ich möchte da eigentlich nicht mitmachen, aber wenn Frauen mich als Mann gar nicht wahrnehmen, solange ich unterhalb der Führungsebene tätig bin, bleibt mir anscheinend nichts anderes übrig.

Alternativ - und das erscheint mir viel zielführender - könnte man das Problem natürlich auch als das benennen, was es ist: Es ist ein Problem der Führungsqualität. Das wirkt sich nicht nur auf die Frauen aus, sondern auf alle. Dazu gehören auch, aber nicht ausschließlich, sexuelle Belästigungen. Und dadurch entsteht erst dieses Klima der Angst, das offene Kommunikation verhindert. Und so ist es dann auch möglich, dass solche Sachen über viele Jahre immer wieder vorkommen, ohne dass sich etwas ändert.

Das war jetzt ein sehr langer Text, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Perspektive auch für dich und deine Leser interessant sein könnte. Von Männern, die damit zu tun haben, hört man ja nur sehr selten.

Freitag, September 21, 2018

MeToo: Chefredakteur bringt umstrittenen Beitrag und geht ab – News vom 21. September 2018

1. Österreichs Presse berichtet:

In einem Essay, der am vergangenen Freitag auf der Webseite des Literaturmagazins ["New York Review of Books"] erschien, hatte der kanadische Moderator Jian Ghomeshi (51) seine persönlichen Erfahrungen mit Vorwürfen sexueller Belästigung und sein Leben als mutmaßlich Geächteter geschildert. Nach Beschwerden zahlreicher Frauen hatte Ghomeshi 2014 seine Stelle beim Sender CBC verloren, wurde aber 2016 von einem Gericht von den sehr hässlichen Vorwürfen freigesprochen.

In einem Interview des Online-Magazins "Slate" hatte der Chefredakteur seine Entscheidung zur Veröffentlichung von Ghomeshis Essay verteidigt. "Das schien eine Geschichte zu sein, die man sich anhören sollte", sagte Buruma. Sowohl seine Entscheidung zur Veröffentlichung des Essays als auch deren Verteidigung ernteten viel Kritik im Netz. Inzwischen ist der Beitrag auf der "NYRB"-Webseite mit einem Hinweis versehen, dass es einer kritischen Einordnung bedurft hätte. Diese wird in einer Einleitung nachgeliefert.


Wo kämen wir auch hin, wenn Männer ohne "kritische Einordnng" einfach so aus ihrem Leben berichten könnten? Was glauben die, wer sie sind? Feministinnen? Klar, dass sich jemand, der das einfach so veröffentlicht, in seiner Postion nicht halten kann.

Ghomeshis Beitrag findet man hier. Er ist Teil des Titelthemas der aktuellen Ausgabe, in der auch die neuesten Bücher von Warren Farrell und Michael Kimmel besprochen werden.



2. Mitarbeiterinnen der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen klagen (natürlich anonym) über sexuelle Übergriffe:

Die Übergriffe hätten gegipfelt in sexueller Belästigung: "enge, fast intime körperliche Nähe und Berührung wie Streichen über die Arme, enge Umarmungen bei Mitarbeiterinnen, unsachliches Lob, das Äußerlichkeiten (Figur, Schönheit) betont; im Gespräch während der Arbeit Berichte über private Aktivitäten wie Puff und Swinger-Club".


"Gegipfelt", ah ja.

Die Kollegen stehen einem im Extremfall also zu nahe, berühren einen vielleicht sogar, machen Komplimente und berichten aus ihrem Privatleben? Und das auch noch in "erschreckender Regelhaftigkeit"? Das ist ja widerwärtig. Aber noch lange nicht alles. Darüber hinaus soll es nämlich zu Whats-App-Gruppen gekommen sein, zu Angeboten, Mitarbeiterinnen nach der Arbeit nach Hause zu fahren, sowie Einladungen zu Bier und Wein. Mit anderen Worten: So-dom und Go-mor-ra. Es ist mir unbegreiflich, wie man in einer derartigen Atmosphäre überhaupt noch arbeiten kann.

Spötter könnten befinden, dass diese Überwachung und Anprangerung von Alltagsverhalten nirgends so gut wie in einer Stasi-Gedenkstätte aufgehoben ist.



3. Saleem Matthias Riek hat gemeinsam mit Eilert Bartels eine Umfrage zur sexuellen Belästigung durchgeführt und ihre Ergebnisse hier und hier veröffentlicht. Einer der für mich zentralen Sätze: "Nur eine klare Minderheit – mehr Frauen als Männer – sind der Meinung, dass sexuelle Belästigung immer klar von einem Flirt zu unterscheiden ist." Zum Höhepunkt der MeToo-Debatte wollten einem bis hin zur Website der "Tagesschau" viele noch das Gegenteil weismachen, und jeder Mann, der erklärte, die Grenze zwischen Flirt und Belästigung sei unscharf, galt als heuchlerischer Verharmloser sexueller Gewalt.



4.
Die SPD in Berlin will feministische Pornos fördern. Der feministische Porno unterscheidet sich vom herkömmlichen Porno dadurch, dass auch Menschen mitspielen, denen man das auf den ersten Blick nicht zutrauen würde. Außerdem liegt die Frau immer oben. Wenn Sie jetzt denken, dass dies kein vernünftiges politisches Anliegen sei, dann verstehen Sie nichts von der heutigen Sozialdemokratie.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag "Diese Partei ist am Ende" von Jan Fleischhauer.



5. Der neueste Sieg für MeToo: In der Antarktis wird ein Gletscher umbenannt.



6. Die Schauspielerin Jane Fonda befindet, Männer, die wegen MeToo-Anschuldigungen ihren Job verloren haben, dürften erst dann zurückkehren, wenn sie ihre Einstellung geändert haben:

Damit die Bewegung zu echten Veränderungen führen kann, müsse sie Überlebende von Missbrauch außerhalb Hollywoods einbeziehen, Intersektionalität ins Zentrum stellen und die Lohngleichheit vorrangig machen, um Frauen von Anfang an zu stärken. Was die Täter betrifft, so hatte Fonda wenig Verständnis. "Kerle versuchen, ein Comeback zu machen, und sie haben die Arbeit nicht getan", sagte sie und nannte als Beispiel Charlie Roses Bemühungen, wieder ins Fernsehen zu kommen. "Es spielt keine Rolle, wie lange sie arbeitslos waren", beharrte sie. "Wenn sie ihre Arbeit nicht getan haben, warum sollten sie dann zurückkommen?" Dennoch behauptete Fonda, dass sie "enormes Mitgefühl für Jungen und Männer" habe, aber dass "wir sie in Ordnung bringen oder ihnen zumindest den Weg weisen müssen".

"Männer sind darauf trainiert, nicht einfühlsam zu sein, nicht emotional. So ist es nicht einfach, was sie versuchen zu tun," sagte Fonda über Männer, die eine tatsächliche Anstrengung unternehmen, sich zu bessern. "Aber sie müssen versuchen, es zu tun! Es spielt also keine Rolle, ob es zwei Wochen oder zwei Jahre her ist. Es ist nur wichtig, welche Art von Veränderungen sie durchgemacht haben." Fonda erklärte weiter: "Warum nicht das tun, was die Jungs tun, die ihre Gewerkschaftsjobs in Pennsylvania verlieren? Arbeite bei Starbucks, verfickt noch mal!"


Derartige Äußerungen machen Artikel wie den von Nicole Russell im Washington Examiner - "MeToo Wants the End of Men" - nachvollziehbar.

Derweil sieht der "Spectator" mit MeToo eine neue Form des McCarthyismus am Werk und spricht von einem "identitäten Mob". Wenn man seinen Job verlieren kann, weil man sich nicht der aktuell angesagten identitären Politik unterwirft, erscheint diese Formulierung treffend. Der Autor des Artikels befindet:

Meine eigene Theorie ist, dass eine kleine Minderheit der identitären Linken verschiedene maoistische Taktiken angewandt hat, einschließlich öffentlicher Beschämung in sozialen Medien, um die Menschen davon zu überzeugen, dass ihre doktrinären Positionen zu #MeToo-Vorwürfen und einer Reihe anderer Themen - Geschlecht ist ein soziales Konstrukt, Männlichkeit ist giftig, Klimawandel wird durch Frauenfeindlichkeit verursacht, etc. – viel allgegenwärtiger sind, als es wirklich der Fall ist, und so abweichende Meinungen unterdrücken.

(...) Der Blogger Scott Alexander lieferte ein reales Beispiel für genau diese Dynamik:

"Hier ist eine Geschichte, die ich von einem Freund gehört habe, die ich leicht verändern werde, um die Unschuldigen zu schützen. Ein angesehener Psychologieprofessor unterzeichnete einen offenen Brief, in dem Psychologen den Glauben an angeborene Geschlechtsunterschiede verurteilten. Mein Freund wusste, dass dieser Professor glaubte, dass es solche Unterschiede gäbe, und fragte ihn, warum er den Brief unterschrieben hatte. Der Professor erwiderte, dass er erwartet hatte, dass alle anderen in seiner Abteilung es unterschreiben würden, so dass es wirklich schlimm aussehen würde, wenn er es nicht tun würde. Mein Freund fragte, warum er von allen anderen in seiner Abteilung erwartete, dass sie es unterschreiben, und er sagte: Vermutlich aus dem gleichen Grund wie ich".

Wer weiß, wie lange diese paranoide Atmosphäre noch andauern wird. Amerika scheint periodische Anfälle von hysterischem Puritanismus zu durchlaufen, was teilweise den anhaltenden Reiz von "The Crucible", Arthur Millers Theaterstück über die Hexenprozesse von Salem, erklärt. Ich denke, es hängt weitgehend davon ab, was in den Halbzeitwahlen für den Kongress passieren wird. Wenn die Demokraten die Sieger hervorbringen, beginnt das Trump-Umnachtungs-Syndrom zu verblassen und die Vernunft kann sich wieder in die liberalen Institutionen Amerikas einschleichen. Aber wenn die Republikaner gewinnen, sinken die Demokraten wahrscheinlich in den Bürgerkrieg und die identitäre Linke kann die Partei gefangen nehmen, so wie sie die britische Labour Party gefangen genommen hat. Wenn das passiert, erwarten Sie nicht, dass diese Hysterie bald nachlässt.

Donnerstag, September 20, 2018

Bund, Ländern und Kommunen sind männliche Opfer weiterhin schnuppe – News vom 20. September 2018

1.
Der Bund will ein Förderprogramm für Frauenhäuser und Beratungsstellen auflegen. Im kommenden Jahr sind dafür fünf Millionen Euro vorgesehen. Bis 2020 soll die Förderung auf 30 Millionen Euro steigen. Ziel der Zusammenarbeit sind laut Ministerium der Ausbau und die finanzielle Absicherung der Arbeit von Frauenhäusern und ambulanten Hilfs- und Betreuungseinrichtungen.

Bund, Länder und Kommunen sollen sich dazu verpflichten, Unterstützungsangebote für betroffene Frauen weiterzuentwickeln. Neben dem Bund machen beim Runden Tisch alle 16 Bundesländer und die kommunalen Spitzenverbände mit. Die Einsetzung des Gremiums war im Koalitionsvertrag verabredet worden.

Derzeit bieten bundesweit fast 350 Frauenhäuser und mehr als 100 Schutzwohnungen Schutz vor Gewalt. Insgesamt gibt es dort mehr als 6000 Plätze. Dazu kommen rund 600 Beratungs- und Interventionsstellen.


Die Tagesschau berichtet. Unsere HerrscherInnen können es sich leisten, die männliche Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt zu ignorieren, weil sie sichergehen dürfen, von unseren Leitmedien dafür in keiner Weise kritisiert zu werden. Lucas Schoppe spricht in solchen Zusammenhängen treffend von einer "neofeudalen Gesellschaft", in der die HerrscherInnen das Leiden zahlloser Untertanen problemlos ignorieren können.



2. An der Basis versuchen die bekannten Personen derweil immer noch, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Frauen nicht die einzigen Menschen sind, die leiden und denen geholfen werden sollte. So richtet Professor Matthias Franz kommendes Wochenende wieder einen Männerkongress aus – diesmal zum Thema Männergesundheit. RP-Online berichtet:

Zu der diesjährigen Veranstaltung haben sich schon 300 Teilnehmer angemeldet (trotz Gebühren von 200 Euro). Die Hälfte von ihnen sind Frauen. Die einen, die sich um die Gesundheit ihres Liebsten sorgen, die anderen, die in Beziehungen an ihre Grenzen stoßen. Franz: "Sie erwarten von ihrem Partner, dass er einfühlsam und sensibel ist. Aber sie möchten auch eine starke Schulter zum Anlehnen." Wenn sie plötzlich einen Mann erleben, der über seine Ängste spricht und Schwächen zugibt, vielleicht Tränen vergießt, löst das oft Irritationen aus. Dann kriegten Männer nicht selten den Vorwurf zu hören: "Mit so einem Weichei kann ich nichts anfangen."


Das dürfte dieselbe Denkweise sein, die feministische Bundespolitkerinnen zu ihrer einseitigen Geschlechterpolitk treibt.



3. "Männer müssen endlich über ihre Depressionen reden" fordert ein Betroffener im Magazin "Vice".



4. Das Blog "Echte Mamas" erklärt, warum gerade Jungen jede Menge Liebe brauchen.

Dienstag, September 18, 2018

Schweiz: Feministinnen bereiten Frauenstreik vor – News vom 18. September 2018

1. In verschiedenen Städten vernetzen sich derzeit Frauen, um einen Frauenstreik zu organisieren. Darüber berichtet die Tageswoche unter der Überschrift "Es braucht einen neuen Frauenstreik, damit die Gesellschaft den Frauen endlich mal zuhört". Eine nur allzu verständliche Schlagzeile in einer Geschlechterpolitik, die von den zahlreichen Männerministerien bis zu den Leitmedien reicht, die ausschließlich über maskulistische Twitterkampagnen berichten.



2. Es gibt allerdings Feministinnen, denen in unserer Gesellschaft tatsächlich kaum jemand in Machtpositionen zuhört. Die Neue Zürcher Zeitung stellt eine von ihnen vor:

Die Philosophin Christina Hoff Sommers gilt als streitbare konservative Feministin und Reizfigur des Intellectual Dark Web, weswegen sie mitunter von Studentenaktivisten niedergebrüllt wird. Sie selbst sieht sich als Verfechterin einer gemässigten Vernunft – und liebt den Disput.


Hier geht es weiter mit einem Interview.



3.
Während Männer und Frauen im Alltag zuverlässig und selbstverständlich kooperieren, wird politisch und medial weithin ein Geschlechterkonflikt präsentiert. Dabei werden nicht nur Männer, sondern auch Frauen abgewertet, und mehr noch: Die Abwertungen beider hängen eng miteinander zusammen.


Lucas Schoppe hat sich diese Dynamik genauer angesehen.



4. "Die Zeit" hat eine Passage aus Sineb el Masrars Buch "Muslim Men" veröffentlicht. Darin geht es um männliche muslimische Sexarbeiter.



5. Das Neueste von den Vorkämpferinnen für MeToo: Asia Argento droht Rose McGowan mit einer Klage. In deutscher Sprache berichtet der "Stern".

Gut, dass ein so heikles Thema wie sexuelle Übergriffe von reifen, verantwortungsbewussten Frauen angegangen wird. Es wäre unerträglich, wenn sich das alles zu einem einzigen großen Kindergarten entwickeln würde.

Montag, September 17, 2018

Precht vs. Flasspöhler, bizarrer Vaterschaftsbetrug und eine begeisterte Leserin von Genderama – News vom 17. September 2018

1. Richard David Precht und Svenja Flasspöhler halten ein Streitgespräch über "die Zukunft von Mann und Frau".



2. Die Übermedien haben noch immer Probleme mit Menschen eines bestimmten Geschlechtes, Alters und einer bestimmten Hautfarbe.



3. Eine Frau macht einem Mann über einen langen Zeitraum hinweg vor, er wäre der Vater des Kindes, mit dem er spielt. Dabei war dieses Kind nur von Bekannten geliehen, offenbar um Unterhaltszahlungen zu ergaunern. Die BBC berichtet.



4. US-Männerrechtler werfen einer Jobmesse allein für weibliche Kriegsveteranen Sexismus vor.



5. Die Post. Eine meiner Leserinnen schrieb mir vor ein paar Tagen:

Ich stelle voran, was alle voranstellen: Danke! Es gibt eine Langversion dieses Danks, in der ich auf mich und meine Gedanken, die Bedeutung dieses Blogs und meines täglichen Besuchs eingehe, wo ich meine Theorie erläutere, dass sich eben manche für eine Sache eben opfern müssen, weil davon die Allgemeinheit profitiert und dass man deswegen danken sollte - aber ich wollte mich ja kurz fassen.


Natürlich interessieren mich die Gründe, warum ein männerpolitisches Blog auch auf weiblicher Seite Anklang findet. Auf meine Rückfrage danach, wie sie auf mein Blog gestoßen sei und welchen Gewinn sie als Frau aus Genderama zieht, antwortet mir meine Leserin:

Ich, Frau, Anfang 30, habe keine Ahnung mehr, wann und aus welchem Anlass heraus ich auf Genderama gestoßen bin. Aber sicher kam ich mal wieder vom Zweigchen aufs Ästchen, weil mir die Geschlechterfrage schon eine Weile auf den Keks geht. Sowohl als Kind, in meinem sozialen Umfeld, oder später, und erst recht nicht seit ich erwachsen bin, habe ich jemals selbst eine Benachteiligung aufgrund meines Geschlechts erfahren. Aufgrund meiner sozialen Herkunft jedoch schon. Das will mir aber oft keiner so wirklich abkaufen. Ich meine deswegen, dass in dieser aktuell so derart überbordenden Betonung dieses “Problems” letztlich eine Gefahr dafür steckt, dass wir uns als Gesellschaft dort weiterentwickeln, wo das notwendig ist ...

Ich führe zudem eine Beziehung zu einem dieser "toxischen" Wesen, der nun aber auch partout nicht einfach macht, was ich sage. Ständig muss ich den mit Argumenten überzeugen! Muss ich meine Bedürfnisse artikulieren (welch eine Zumutung. Man kann das immerhin klar und deutlich auf meiner Stirn lesen!) und manchmal muss ich sie sogar erklären. Und es ist sogar schon passiert - puh, ich muss da immer erstmal tief einatmen - dass sich herausstelle, dass mein Bedürfnis vielleicht Zeichen ist für etwas, das ICH ändern muss! Also ... statt dass ER einfach macht was ich möchte!

Noch dazu scheitere ich bisher grandios daran, dass er einfach endlich mal sein Verhalten weiterentwickelt und so viel redet bis ich meine, dass es gut ist, endlich mal Gefühle und Gedanken konstruiert, die er mir dann zu meiner wohlgefälligen Betrachtung artikuliert, mit hin und wieder dekorierend in Szene gesetzten Tränchen. Er denkt wirklich immer noch, er könnte etwas, das ihn beschäftigt, einfach für sich eine Weile überdenken und dann stillschweigend zu einem Entschluss kommen. Ja bitte, wie soll ich mich denn dann wichtig fühlen? Und wie soll ich kontrollieren, dass er auch die richtige Entscheidung trifft?! Schließlich gehört er zu einer noch recht unterentwickelten Gattung, und es braucht schon eine starke Frau wie mich, um dieses unfertige Wesen zu etwas zu entwickeln, das nicht mehr so störend ist und endlich den Geburtstag meiner Mutter auswendig kennt (weil ja bekanntermaßen nur das als ernsthafter Beweis von Hingebung und Zugabe gelten kann).

Ach, jetzt bin ich direkt wieder polemisch geworden - aber: das ist meine reflexhafte Reaktion auf diesen Unsinn, und ich erlebe das quasi tagtäglich. Und ständig kriege ich mich mit anderen Frauen deswegen an die Köppe, weil ich mich wirklich auch gerne darüber lustig mache. Ergänzend zu dem, was ich unter anderem bei Genderama über die Pseudo-Diskussionen von merkwürdig entrückten Menschen in einer mir unbekannten Sphäre der Gesellschaft lese, gibt es ja noch ein reales Leben, in dem es irgendwie genau andersherum aussieht.

Es ist ja in Ordnung, dass Dinge - auch in der Politik - manchmal anders funktionieren. Menschen sind ja eben auch nicht immer nur rational, und manchmal dürfen Dinge ja auch aus einem Impuls heraus entstehen, mäandern, sich entfalten und verändern, für-nichts-nutze sein. Die grundlegenden Dinge unseres Zusammenlebens sollen doch aber bitte Ausfluss sein aus einer Debatte, aus einem Abwägen, aus einem Ringen um die beste Lösung oder zumindest die breiteste Lösung. Und dafür muss ich doch streiten, fragen, argumentieren, vorurteilsfrei ansehen. Und nun stehen sie aber da und sagen, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen sei exakt dann gegeben, wenn die hälftig ein Parlament besetzen. Weil? Weil es sonst ungerecht ist! Warum?? Sollten wir nicht einfach die Besten, die Engagiertesten ... und wenn das nicht geht, weil die Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe (hier: Männer) verhindert, dass man an die Frauen denkt – wie viele Arbeiter und Arbeitslose haben wir nochmal in unseren Parlamenten? Wäre das nicht viel, viel dringender und offensichtlicher zu korrigieren?

Vielleicht liegt gerade da das Problem. Man könnte den Unsinn dekonstruieren, die Benachteiligungen und Erniedrigungen von Männern aufzählen und auf ihre Geschlechtsbezogenheit hin untersuchen, man könnte Forschung betreiben um zum Beispiel zu untersuchen, wie man Dinge in unserer Gesellschaft umbauen kann, damit Männern mehr Entfaltungsmöglichkeiten haben oder bestimmte Risiken und Nachteile vermindert werden. Aber Vernunft ist eben gerade nicht sexy. Vernunft oder etwas, das so aussieht, ist vielleicht ein Werkzeug, um den eigenen Standpunkt für andere zwingend zu machen. Vielleicht sollten Männer so entgegen des ihrem Geschlecht anhaftenden Klischees einfach wirklich mal ne Szene machen. Ein Riesen-Mimimi, ein trotziges Auf-den-Boden-werfen und mit dem Finger auf andere zeigen und dann beleidigt von dannen stapfen. Das scheint ja die einzige Sprache zu sein, die gerade Gehör findet.

So viel dazu, hoffentlich aufschlussreich für Sie, stehe gerne für Rückfragen zur Verfügung. Verteile Links zu ihren Beiträge übrigens immer mal wieder an andere Frauen, also vielleicht werden es ja bald mehr. Ich zumindest kenne da noch ein paar “Vernünftigere”. Die haben übrigens alle - genauso wie ich - echt tolle Männer (also, jede nur einen natürlich).

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