Donnerstag, Februar 11, 2016

Männerhaus Oldenburg muss schließen

In Deutschland gibt es etwa 400 Frauenhäuser, aber nur einzelne, privat errichtete Notunterkünfte für männliche Opfer häuslicher Gewalt. Diese Zufluchtsorte werden staatlich, anders als die Frauenhäuser, durch keinerlei Finanzierung gestützt und erhalten selbstverständlich auch vom "Bundesforum Männer" keinerlei Unterstützung. Ende März muss deshalb ein weiteres von ihnen schließen. Ich kann damit nicht einmal mehr sagen, ob es – anders als etwa in der Schweiz und in Dänemark – hierzulande inzwischen überhaupt noch ein Männerhaus gibt. Hier hat das feministische Lager einen klaren Sieg errungen.

Vermischtes vom 11. Februar 2016

1. Die drohende Verschärfung des Sexualstrafrechts durch Justizminister Heiko Maas (SPD) gehe zu weit, die Eile schade – argumentiert Tonio Walter in der ZEIT:

Der Tatbestand, der das "Grapschen" strafbar machen soll, tut dies mit den Worten "überraschende sexuelle Handlung" (etwas vereinfacht). Eine Straftat wäre es so aber auch, wenn eine Frau ihrem Ehemann von hinten in den Schritt fasst. (...) Ferner ist die Strafdrohung zu hoch: Sie reicht bis zu zehn Jahren Haft, das ist das Doppelte der Strafe bei einer Körperverletzung. Ein Griff wohin auch immer ist aber nicht doppelt so schlimm wie ein Faustschlag ins Gesicht.


Der Gesetzesentwurf gehe zu weit,

denn er erfasst zum Beispiel auch eine Chefin, die ihren Mitarbeiter – verheiratet, zwei Kinder – zum Sex in ihr Büro bittet und es für möglich hält, dass der Mann mitmacht, weil er um seinen Job fürchtet. Ist dies tatsächlich so, macht sie sich nach dem Entwurf selbst dann strafbar, wenn sie auch ohne Sex nie vorhatte, ihm zu kündigen; ja sogar dann, wenn es dafür überhaupt keinen Anhaltspunkt gab. (...) Auch die Strafdrohung ist wieder zu hoch. Kommt es zum Geschlechtsverkehr, wird sie exorbitant: Bis zu 15 Jahre Gefängnis warteten in unserem Fall auf die Chefin – weit mehr, als wenn sie ihrem Mitarbeiter die Augen auskratzt, die Zähne ausschlägt und die Arme absägt


Zwei Dinge sind hier erwähnenswert: zum einen, dass es von feministischer Seite noch immer Proteste gibt, dieser Gesetzesentwurf ginge nicht zu weit, sondern nicht weit genug. Der Schutz von Frauen vor sexuellen Berührungen wird hier absolut gesetzt und übersteigt sämtliche anderen Werte wie beispielsweise die Verhältnismäßigkeit von Strafen. Wer widerspricht, zum Beispiel ein Männerrechtler, wird als verantwortungsloser Frauenhasser gebrandmarkt.

Zum anderen fällt in diesem Zusammenhang auf, dass Tonio Walter, um zu illustrieren, wie irre das von Heiko Maas geplante Gesetz ist, Beispiele konstruiert, bei denen der "Täter" eine Frau ist – so als wäre er sicher, dass die Leserschaft bei einem Mann, der Opfer dieses Gesetzes wird, sowieso nur desinteressiert mit den Schultern zuckt. Erfreulicherweise erklärt Walter im Schlussteil seines Artikels: "Das Strafrecht gilt nicht nur zugunsten von Frauen" – was in der feministischen Ideologie und der von ihr vor sich hergetriebenen SPD gerne vergessen geht:

Aber das Strafrecht gilt nicht nur zugunsten von Frauen, schützen kann es gerade bei den Sexualdelikten kaum jemanden, und sofern es tatsächlich präventiv wirkt, bleibt völlig egal, ob fünf Jahre Gefängnis drohen, zehn oder hundert. Das ist empirisch erwiesen. Und noch ein Problem wird durch die geplante Reform verschärft: Die neuen Tatbestände sind voraussetzungsarm. Das heißt, man macht sich schnell strafbar – und es ist leicht, jemanden falsch zu beschuldigen. Diese Gefahr wird in der Reformdiskussion bislang ausgeblendet. Zu Unrecht, denn die Zahl falscher Beschuldigungen wegen eines Sexualdelikts ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Experten schätzen sie heute auf ein Drittel bis zur Hälfte.


Ein Drittel bis zur Hälfte – als ich diese Rate vor einigen Jahren offenlegte, war der Furor im feministischen Lager (etwa in der "taz") groß. Geätze der Radikalfeministin Ilse Lenz und ihres Zöglings Hinrich Rosenbrock sind heute noch Teil des Wikipedia-Artikels über mich. Wer nicht hinnehmen will, dass Männer wegen Falschbeschuldigungen über Jahre im Knast landen und/oder sich deshalb das Leben nehmen, muss zum Unmenschen stilisiert, diffamiert und sozial ausgegrenzt werden. Selbst das sogenannte "Bundesforum Männer" wirkt emsig an solchen Diffamierungen mit. Zu groß ist offenbar die Angst, sonst selbst als Verharmloser sexueller Gewalt angeprangert zu werden. Wo der Feminismus regiert, regiert oft genug blindwütiger Hass.



2. Oder die Absurdität: Im österreichischen Klagenfurt ist Reinhard Schinner zur Parteiobfrau der Grünen gewählt worden. Reinhard Schinner ist nicht transsexuell: Bei den Klagenfurter Grünen wird auch ein männlicher Chef als "Vorsitzende", ein männlicher Referent als "Referentin" bezeichnet.



3. Wir bleiben in Österreich: Dort sollen Asylbewerber in eine Damensauna eingedrungen sein. Die Hysterie war wieder mal groß, von vereitelten "Sex-Übergriffen" war die Rede. Eine Frau schlug die Kennzeichnung von Asylbewerbern vor. Das Ganze wurde so wild, dass schließlich zwei Österreicher Jungen beichteten, die "Täter" gewesen zu sein. Sie seien nach dem Schwimmen

leider falsch abgebogen und standen plötzlich im Sanitärbereich der Sauna", erzählt der 18-Jährige. In diesem Moment kamen Benützer aus der gemischten Sauna – keiner Damensauna, wie behauptet wurde. Ein Mann sagte "Husch, husch" und verscheuchte sie mit Handbewegungen, die sie als ziemlich herablassend empfanden. Die unbekleideten Damen im Hintergrund hätten nur gekichert.




4. Einer aktuellen Studie zufolge ist Männern bei der Partnerwahl Intelligenz inzwischen wichtiger als Schönheit:

Dabei stellte sich heraus, dass Männer offenbar in erster Linie kluge Frauen bevorzugen und schöne Gesichter und Rundungen als zweitrangig betrachten. Die Ergebnisse rütteln an dem Dogma, dass unsere Partner-Präferenzen evolutionsbiologisch festgeschrieben sind.


Mit einer Widerlegung der Studie durch den Evolutionsbiologen Christian Schmidt wird im Laufe der nächsten Tage gerechnet.



5. Auch in Deutschland soll ab dem 17. März der Digitalkanal Broadly starten, der von jungen Frauen "für selbstbewusste junge Frauen gestaltet" wird und den Anspruch erhebt, "kein Blatt vor den Mund zu nehmen". Seine Themen sollen aus den Bereichen Gesellschaft, Feminismus, Karriere, Sex, Politik und Kultur kommen. Die Chefredakteuerin Lisa Ludwig erklärt: "Wir sind selbstbestimmt, wir sind stark und entscheiden selbst, wie wir aussehen oder wofür wir kämpfen wollen. Es ist eigentlich lächerlich, dass man das überhaupt betonen muss, aber: Wir haben ein Medium verdient, das uns, unsere Ziele, Interessen und Probleme, ernst nimmt."

Die Artikel, die ich von Lisa Ludwig auf Genderama benhandelt habe, sind durchmischt. Einerseits analysierte Ludwig treffend, wie der Frauen-Bestseller "50 Shades of Grey den Missbrauch von Jungen sexy macht", wobei Ludwig auch anprangerte,

was für ein abgefucktes Männerbild eigentlich viele haben. Reich soll er sein, schön und perfekt gebaut, bestimmend und immer dann fordernd, wenn es der Frau aus Entscheidungsfaulheit oder sexuellem Interesse gerade passt. Die Welt soll er ihr erklären, sie galant durch den Alltag führen und jede gemeinsame Stunde zu einem Abenteuer machen. Er muss kuscheln und sich öffnen, darf gleichzeitig aber auch nicht zu viel von sich preisgeben.


Anderseits polemisierte sie auch schon mal gegen "eingeschnappte Männerrechtler":

Und wenn die gepeinigten maskulinen Seelen da draußen nicht einmal für einen Tag mit ihrem peinlichen Selbstmitleid bei sich halten und allen Ernstes die Frage stellen müssen, was der Feminismus bisher eigentlich für MÄNNER getan hat, dann ist man versucht, sich lachend in den Kopf zu schießen.

(...) Wenn manchen Menschen zum Weltfrauentag, einem vom Grundsatz her ideologiefreien Feiertag, nichts Besseres einfällt, als auf sämtlichen Social-Media-Kanälen Hass, Verschwörungstheorien und Selbstmitleid zu streuen — dann wünsche ich mir einen "Schlag den Bastard, der im Internet Unsinn verbreitet"-Tag. Oder vielleicht gleich eine ganze Woche.


Mit anderen Worten: In Lisa Ludwigs Augen sind Frauen selbstbestimmt, stark und entscheiden selbst, wofür sie kämpfen wollen. Männer hingegen, die politisch ähnlich fordernd auftreten, sind selbstmitleidig und lächerlich. Klingt nach der altbekannten Botschaft, nur noch mal neu verpackt.



6. Der liberal-konservative Feminismuskritiker Milo Yiannopoulos begann seine Vortragsreihe bei US-amerikanischen Hochschulen an der Universität Rutgers in New Jersey. Muss ich hier eigentlich noch weiterschreiben, oder ist sowieso schon klar, was dort passierte? Hübsche Videoaufnahmen von den Tumulten und den mit Kunstblut verschmierten Gesichtern findet man auch auf der hier verlinkten Website.

Umgekehrt gibt es Männerrechtler, die feministische Veranstaltungen stürmen, bis heute nur in der feministischen Angstphantasie.

Für den 17. Februar ist ein gemeinsamer Auftritt von Milo Yiannopoulos und Christina Hoff Sommers an der Universität Minnesota angekündigt. Die Verantwortlichen der Uni erklärten bereits, dass diese Veranstaltung nur unter Absicherung durch die Polizei stattfinden könne.



7. Twitter hat einen neuen "Sicherheitsrat" eingerichtet, an dem auch Anita Sarkeesians hochumstrittene Plattform Feminist Frequency beteiligt ist. Hadmut Danisch kommentiert.



8. Indische Männerrechtler benennen den Valentinstag in einen "Falschbeschuldigungen-Tag" um, um so mehr Sensibilität für diese Problematik zu erzeugen.



9. Off-topic: Aktuellen Erkenntnissen zufolge stecken nicht hinter allen flüchtlingsfeindlichen Postings im Internet tatsächlich existierende Menschen. Deutschlandradio Wissen berichtet über Dinge, die Simon Hegelichs Projekt "Social Media Forensics" hrausgefunden hat:

"Wir sind uns ziemlich sicher, dass Bots auf der Facebook-Seite der CSU ausländerfeindliche Kommentare posten", sagt Simon Hegelich. Allerdings ist es schwierig diese Fake-Accounts zu erkennen, und daher seien sie sehr gefährlich, da sie durch ihre Einmischung auch den politischen Kurs eines Landes manipulieren können. So kann sich der Forscher durchaus vorstellen, dass manchen Parteien eine Analyse der Stimmungen im Netz vorgelegt wurden, sie anhand derer sahen, dass "die Stimmung kippt" und daraufhin ihre Politik änderten.


Das ist ein interessantes Szenario: Fipsige CSU-Granden wie Seehofer, die glauben, dass es rechts von der Union keine andere Partei geben dürfe, versuchen beständig, die Wortmeldungen der Bots (und echter Radikaler) rechts zu überholen und sorgen so für eine ständige Eskalation und Hysterisierung der Flüchtlingsdebatte. Dass sie dabei vor allem die eigene Koalition kontinuierlich mit immer schärferen Attacken überziehen, führt bei vielen Bürgern zur Politikverdrossenheit und tatsächlichen Gefühlen der Panik. ("Die streiten sich nur! Die bekommen das nicht in den Griff! Alles ist schlimm! Das Abendland geht unter!") Sie wenden sich daraufhin tatsächlich von den Parteien der Mitte ab und einem radikalen Spektrum zu. Das Ergebnis ist die von den Bot-Erzeugern offenbar erwünschte Destabilisierung der deutschen Demokratie.

Mittwoch, Februar 10, 2016

Leserbrief (ungenutzter "Frauen-Security-Point" in Köln)

Einer meiner Kölner Leser mailt mir heute:

Lieber Herr Hoffmann,

haben Sie auch gelesen, wie viele Opfer sexueller Gewalt den mit großem Medienecho eingerichteten "Frauen-Security-Point" Rosenmontag in Köln aufgesucht haben? 100? 1.000? Mehr? Nun: Kein einziges. Steht im Kölner Stadt-Anzeiger, Abschnitt "Stadt Köln".

Und was passiert? Die Gleichstellungsbeauftragte Christine Kronenberg ist nicht etwa glücklich, dass von den 100.000den Besuchern des Rosenmontagszugs keine einzige Frau das Gefühl hatte, sich über sexuelle Gewalt aufklären lassen zu müssen oder gar so bedrängt wurde, dass sie zur Polizei begleitet werden musste. Nein: Die Dame wird mit den Worten zitiert, dass ihr alles "zu öffentlich" war.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt am Freitag, den 5.2., einen Tag nach Weiberfastnacht: "Keine Frau ist bis zum frühen Abend hergekommen. Kronenberg ist das alles 'zu öffentlich'. Viele Mädchen und junge Frauen seien aus Angst weggeblieben. 'Um sie tut es mir leid.‘ Der Sexismus sei allgegenwärtig: ‚Der Geist ist aus der Flasche. Es gilt, über ihn zu reden.‘" (Dieser Artikel mit dem Titel: "Brutal war nur der Regen" ist online leider nicht verfügbar.)

Nun kann es durchaus sein, dass Frau Kronenberg mit "zu öffentlich" die Belagerung durch TV-Kameras an Weiberfastnacht meinte - einige Medien waren ja ausgesprochen scharf drauf, die vorweggenommenen männlichen Untaten endlich auch live "dokumentieren" zu können. Nachvollziehbar, wer da einer traumatisierenden Erfahrung nicht auch noch einen Spießrutenlauf anfügen möchte. Ob Kameras aber tatsächlich rund um die Uhr präsent waren, kann ich natürlich nicht beurteilen, kann mir aber gut vorstellen, dass die Betreuerinnen die TV-Teams irgendwann eingenordet haben. Spätestens, nachdem sich ein paar Stunden kein Opfer blicken gelassen hat.

Fakt ist jedoch offenbar (siehe oben), dass sich auch später offenbar keine Betroffene für den "Frauen-Security-Point" interessiert hat.

Natürlich hat auch die massive Polizeipräsenz dazu beigetragen, dass unter’m Strich nur wenig passiert ist. Trotzdem frage ich mich, ob man da als smarter Journalist nicht hätte nachfragen müssen. Wenn sich niemand im Security Point gemeldet hat: Woher weiß die Gleichstellungsbeauftragte dann, dass es trotzdem Opfer gab? Der Stadtanzeiger fand offenbar nicht den Mut zum Nachhaken.

Obwohl ich die Idee dieses Security Points eigentlich ganz gut fand, da sich praktisch alle Frauen, die ich kenne, im Vorfeld der Karnevalstage unwohl gefühlt haben, scheint mir hier doch eher die übliche, vernagelte feministische Ideologie am Werk: Da alle Männer potentielle Vergewaltiger sind und zu Fastelovend unbestreitbar auch Männer unterwegs waren (sogar an Weiberfastnacht!), MUSS es ja zwingend Vergewaltigungen und Begrabschereien gegeben haben.

Wenn die dann niemand im Frauen-Security-Point anzeigt, kann einen das schon ins Grübeln bringen. Allerdings in diesem Falle offenbar nicht über die eigene Einstellung oder das eigene Frauenbild, sondern über die böse Öffentlichkeit, die Anzeigen verhindert. Die Rape Culture muss es also wieder mal richten.

Eine weitere Frage ist vielleicht noch interessanter: Was wäre wohl passiert, wenn der Security-Container an einem weniger sichtbaren Ort aufgestellt worden wäre? Dann hätte es garantiert geheißen, dass die ganzen armen Frauen ihn nicht gefunden hätten, weswegen er das nächste Mal unbedingt öffentlicher positioniert werden müsste - am besten vor dem Dom (wo er dieses Jahr stand).

Noch am 3.2. war im Kölner Stadt-Anzeiger übrigens zu lesen, dass der Container "unübersehbar" aufgestellt worden wäre - und dem Artikel war nicht eben der Eindruck zu entnehmen, dass Frau Kronenberg das so nicht recht gewesen wäre.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde Anlaufpunkte für Frauen gut und richtig! Natürlich könnte man sich auch direkt an die Polizei wenden (wie wir Kerle das im Falle des Falles müssen), aber den Frauen gibt das ein gutes Gefühl, das ist aus meiner Sicht in Ordnung.

Ich finde aber auch gut, dass die weiblichen Karnevalsbesucher in ihrer großen Mehrheit offenbar nicht so "mimimi" sind, wie das feministische Weltbild ihnen vorschreibt - und dummen Anmachen einfach mit einem passenden Spruch begegnen. Ich bin auch nicht schadenfroh und glaube durchaus auch, dass es Übergriffe gegeben hat, aber diese Deutung, ein öffentlicher Anlaufpunkt sei "zu öffentlich", die ist mir dann doch zu schräg. Ich hege die Hoffnung, dass auch vielen Frauen die sexistische, männerfeindliche Dauerberieselung der vergangenen Wochen einfach zu viel geworden ist.

In gewisser Weise bin ich denn auch froh, dass endlich Aschermittwoch ist. Im Vorfeld haben die Medien das Gewaltthema derart breit gefahren, dass man schon den Eindruck bekommen konnte, dass da keine fröhlichen Feiertage, sondern der Einfall notgeiler Zombiehorden bevorsteht. Es war fast nur noch von Polizeipräsenz die Rede und wie man sexuelle Übergriffe verhindern könne.

Ävver: Et hätt mol wigger jood jejange.

Schöne Grüße aus Köln!

P.S.: Falls Sie das in Ihrem Blog bringen möchten: Gerne. Aber bitte, bitte auf keinen Fall meinen Namen erwähnen. Ich will in Köln noch was werden. Sorry.

Köln: Auflistung der Übergriffe zu Silvester liegt vor

In knapp der Hälfte der Fälle (454) geht es demnach um sexuelle Übergriffe. (...) Neben den sexuellen Übergriffen und Taschendiebstählen registrierte die Polizei vor allem sexuelle Beleidigungen, andere einfache Diebstähle, Raube und Körperverletzungen. (...) Gegen die 13 Personen, die derzeit in Untersuchungshaft sitzen, wird nur gegen fünf aufgrund von sexuellen Übergriffen ermittelt. Mehrheitlich lautet der Vorwurf Diebstahl, Raub, Hehlerei, Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte.


Die Welt berichtet. Wer die mediale Berichterstattung in den Wochen nach der Silvesternacht verfolgte, musste den Eindruck gewinnen, die Untaten von Köln seien fast ausschließlich sexuelle Übergriffe gewesen. Die Anfrage eines MANNdat-Mitglieds bei der Kölner Polizei, wie sich die Übergriffe zwischen männlichen und weiblichen Opfern aufteilten, führte nur zu einer ausweichenden Antwort, der man die gewünschten Informationen nicht entnehmen kann.

Vermischtes vom 10. Februar 2016

1. In dem Artikel "Wer nicht für Hillary stimmt, ist eine Verräterin" berichtet jetzt auch die WELT über die Frauen, die von Feministinnen beschimpft werden, weil sie statt Clinton Bernie Sanders unterstützen. (Genderama berichtete bereits, aber einige von euch mögen ja lieber deutsche Artikel.)

Natürlich erhalten diese Feministinnen auch Contra: "Frauen zu sagen, sie müssten für Hillary stimmen, ist nicht nur beleidigend, es ist antifeministisch" argumentiert eine Bloggerin.

Der Nachrichtensender CNN schließlich analysiert die Kluft zwischen den Generationen in der feministischen Bewegung: Die "Mütter" sind demnach mehrheitlich für Clinton, die "Töchter" für Sanders:

Frustrated with her daughter's decisions, Mom thinks she knows what's best and tries hard to get through to her. Daughter lashes out, feeling patronized and lectured. Both parties feel like they aren't being heard and resort to saying some things out of frustration they don't really mean. But this is not a family feud -- it's a national election -- and it can't end in slamming bedroom doors. And in this case, young women do have a voice (it's called a vote) and it's going to be heard whether Clinton likes it or not. It's just short of an embarrassment that feminism in the Democratic Party has come to this -- where some feel like they must resort to essentially parenting and chastising their younger peers.


(Natürlich ist man auch bei CNN überzeugt, dass der Kampf für Gleichberechtigung noch lange nicht vorbei ist, republikanische Präsidenten die Wünsche von Frauen ignorieren würden und ein weiblicher Präsident der USA echt wichtig wäre.)



2. Männerpolitisch ist allerdings auch die konservative Fraktion in den USA keine große Hilfe. So fordert aktuell der National Review, dass weiterhin nur Männer an die Front geschickt werden sollen. Alles andere sei "barbarisch" und "verkehre die Naturgesetze sowie Jahrtausende alte Regeln unserer Zivilisation":

Men should protect women. They should not shelter behind mothers and daughters. Indeed, we see this reality every time there is a mass shooting. Boyfriends throw themselves over girlfriends, and even strangers and acquaintances often give themselves up to save the woman closest to them. (...) The idea that we would force women into combat against "a 220-pound psychopath trying to kill them" (...) is immoral. Women would die terrible deaths, and when they did, the ripple effects on morale would likely be extreme.




3. "Wenn Werbeagenturen die Feminismus-Keule auspacken" geht das oft schief, argumentiert Markus Roder auf der Marketing- und Medien-Plattform "Horizont". Roder schüttelt den Kopf darüber, wie schnell Firmen sich vor IdeologInnen auf die Knie werfen, die ihre Reklame als "sexistisch" anprangern, und führt aus:

Um es milde auszudrücken: Ich bin geschockt über den Mangel an strategischer Denke in den Marketing- und PR-Abteilungen selbst großer Marken. Fällt denn wirklich niemandem auf, dass Anklage-Feste wie #WomenNotObjects eigentlich eine echte Vorlage sind, bei der ureigenen Zielgruppe mit Ehrlichkeit zu punkten? Ist man einfach nur "risikoscheu"? Denn, dass man mit der Strategie "Sich nicht schämen und einfach mal die Wahrheit sagen" sich quasi über Nacht zum Verbündeten beziehungsweise zur Love Brand einer (immer weniger) schweigenden Mehrheit von Feminismus-Kritikern machen kann, scheint recht unzweifelhaft.




4. Ein US-Amerikaner, der nach einer Falschbeschuldigung wegen sexueller Gewalt im Knast landete, wird jetzt mit 475.000 Dollar entschädigt:

While in prison, Olsen was "subjected to assaults and abuse by inmates who targeted him not only because of his quiet and peaceful demeanor, but because he had been falsely labeled as a child rapist," his attorney Steve Meshbesher said.

Olsen, of La Crescent, was released from prison in 2008 when investigators found evidence that the accuser fabricated the story. According to the Star Tribune, the accuser was his former stepdaughter.


An diese ominöse "Rape Culture", der zufolge unsere Gesellschaft sexuelle Gewalt auf die leichte Schulter nimmt, halten sich offenkundig nicht einmal Kriminelle.



5. Es ist Zeit damit aufzuhören, alle Männer als Sex-Plage zu behandeln fordert der britische "Telegraph". Aufhänger des Artikels ist der Fall Mark Pearsons, der wegen eines "penetrativen Übergriffes" vor Gericht landete, nachdem er im Londoner Feierabendgetümmel eine Schauspielerin möglicherweise gestreift hatte. Der Artikel beanstandet eine "Hexenjagd gegen Männer":

While only the battiest radical feminist still opines “all men are rapists,” there's a strong social presumption – fuelled in part by the vocal campaigning of groups such as the Everyday Sexism Project – that men are desperate to grope women on the tube.

(...) We also see the poisonous mindset that male sex pests are everywhere in the NUS’s misplaced war on "lad culture" and exclusion of "cisgendered men" from "safe spaces".

We see it in YouTube videos where sexual harassment of women by men incites reaction but violence against men is ignored.

The demonization of men is now an entire industry where lucrative academic, journalistic, charity and even governmental careers are forged.

(...) At ground level, men are being made to feel increasingly hated by a society and legal system that seems to say "all men are capable of evil – if only you look hard enough".

In my work as an educator on internet pornography safety, I see confusion and often genuine terror in teenage boys’ (and girls’) eyes when I tell them about Saunders’ guidelines on affirmative consent. Who can blame an increasing number of Men Going Their Own Way – the MGTOWs – who feel sex is so risky they are giving up on sex and dating altogether?


Und immer wieder drängt sich dieselbe Frage auf: Warum gibt es solche Artikel nur in der britischen Presse, während deutsche Journalisten fast durchgehend vor den Hexenjägerinnen auf die Knie fallen?

In einem weiteren Artikel des Telegraph kommt Mark Pearson selbst zu Wort:

He says: "It has swung too far the other way now. If people like me are being put on trial for walking past someone in half a second, that’s ludicrous."

(... ) He has no memories of the day of the alleged assault itself; it was the same "boring journey" home from work he had completed countless times before. If he bumped into someone, he imagines he would have apologised and remembered, but in a station which sees 300,000 people pass through each day, a knock is hardly unusual.

Although he was released that afternoon, four months later - out of the blue - charges were brought. Soon Pearson was waking up at 4am, his whole body "shaking every night."

(...) Though he thinks it is too soon to tell what the lasting impact of the ordeal on him will be, it has made him understandably wary of public transport; he now keeps his arms up and in full view on the tube and says he would never get in a lift with a woman if she were on her own.


Mark Pearson wurde auf seinem Leidensweg stark von der britischen Männerrechtlerin Erin Pizzey unterstützt, die vor vielen Jahren entscheidend dazu beigetragen hatte, das Tabu häuslicher Gewalt gegen Männer zu brechen. In diesem Mitschnitt eines TV-Talks werden Pearson und Pizzey gemeinsam interviewt.



6. In einem Schweizer Gefängnis verhalf eine Wärterin einem wegen Vergewaltigung einsitzenden Mannes zur Flucht. Jetzt fahndet die Schweizer Polizei international nach dem Paar.



7. Der Männerforscher und Soziologe Hans-Joachim Lenz meldet sich nach mehreren Jahren wieder zu Wort: mit einer Rezension des Buches "Ent-hüllt!" über Genitalverstümmelung bei Jungen.



8. Auf Spiegel-Online fragt sich der konservative Journalist Jan Fleischhauer, was Männer über 70 dazu treibe, ihren Ruf zu ruinieren. Aufhänger für diese Verallgemeinerung sind Horst Seehofer, der ausgerechnet nach einer innigen Umarmung mit Vladimir Putin meint, in Deutschland eine "Herrschaft des Unrechts" zu erkennen, sowie der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland.

Es wäre leichter, Fleischhauer unnötiges Männer-Bashing vorzuwerfen, wenn er nicht Recht hätte. Der ebenfalls konservative Journalist Nikolaus Blome kommentiert:

"Herrschaft des Unrechts", "Unrechts-Staaten" - das sind Diktaturen, in denen die Medien gegängelt und Kritiker mundtot gemacht werden. In denen es keine wirklich freie Wahlen gibt, keine unabhängigen Gerichte, sondern Korruption überall. Russland zum Beispiel. Oder die DDR.

Angela Merkels Flüchtlingspolitik ist weder sakrosankt noch alternativlos. Aber wer Deutschland ihrer Person oder ihrer Politik wegen zum Unrechts-Staat erklärt, der hat jedes Maß verloren, der schadet allen. Dieses dunkle Geraune vom vermeintlichen Notstand und missachtetem Volkswillen passt in alle jene neuen Verschwörungstheorien, wonach Angela Merkel Deutschland wahlweise in ein rein muslimisches Land verwandeln oder in den allgemeinen Ruin führen will. Von dieser Tonlage aus ist es nur noch ein sehr kleiner Schritt in eine Gedankenwelt, in der die Bürger offen Widerstand leisten sollen, ja müssen – gegen die Verantwortlichen in Regierung und frei gewähltem Parlament. Es ist eine Welt, vor der einem nur grausen kann.


Insofern kann man sich durchaus fragen, was mittlerweile mit unseren alten Männern los ist. Frustration über fehlende Männerpolitik in unseren Parteien kann ja nicht der ausschlaggebende Grund sein. Die Frauenquote in der CSU etwa wurde auch von Seehofer durchgesetzt.

Den Mythos, dass Merkels Politik wegen der Dublin-Verordnung ein "Rechtsbruch" wäre, zerpflückte vor einer Woche übrigens schon die Professorin für öffentliches Recht Christine Langenfeld.



9. Damit sind wir ohne Vorwarnung bereits im Off-Topic-Teil des heutigen Blogbeitrags gelandet:

Der Meterorologe Jörg Kachelmann erklärt, warum die Absage mehrerer Karnevalsumzüge nach der Sturmwarnung am Montag keinerlei dubiose Hintergründe hatte, und kommentiert:

Und da Deutschland die weltweit führende Favela für verlorene Seelen in Sachen Verschwörungstheorien ist, war der Weg kurz, bis es durch die kalten Flure der rechten Runenfreunde raunte: Das Wetter war nur ein Vorwand! Die Bilderberger haben erst mit Chemtrails das Tief gemacht, haben es aber nicht hinbekommen, es richtig stark werden zu lassen und nutzen es jetzt als Vorwand, um aus Rücksicht vor den südöstlichen Horden alles abzusagen. So was wird im Ernst in diesem Land gedacht und geschrieben. Mit Nuancen, mal mehr, mal weniger bescheuert, zwischen Bachmann und Tichy.


In den Kern dieser Sekte dringt natürlich auch Kachelmann längst genausowenig durch wie ich selbst. "Der ist geschmiert worden, ist doch klar!" heißt es prompt in den Kommentaren eines Online-Artikels auf "eigentümlich frei". Auch anderen Kommentatoren dort sind die wahren Gründe für die Absage der Karnevalsumzüge klar. Urs Bleiker etwa lässt sich nichts vormachen: "Das Regime mag keine von ihm nicht kontrollierbaren Massenveranstaltungen. Es drohen Terror, Massengrapschereien und 'Volksverhetzung' (=Kritik am Asylunwesen)."

Währenddessen wird der Braunschweiger Kriminaldirektor Ulf Küch im Internet angefeindet, seit er bekanntgab, dass der Anstieg der Flüchtlingszahlen zu keinem Anstieg der Kriminalität führte, und entsprechende Statistiken vorlegte. Auch hier lassen sich manche von ihrer eigenen Wirklichkeit nicht mehr abbringen: "Was für eine widerliche, abartige, abgefuckte Hetzsendung gegen das eigene Volk. Zum Kotzen. Jeder in Deutschland, der nicht vollkommen verblödet ist, weiß was hier los ist."

Den immer aggressiveren Irrsinn am rechten Rand illustriert abschließend der neueste Comic von Erzählmirnix.

Dienstag, Februar 09, 2016

Vermischtes vom 9. Februar 2016

1. Lucas Schoppe beschäftigt sich mit aktuellen feministischen Wortmeldungen und der Frage wie man darauf reagieren sollte. Sein Fazit:

Erkennbar ist im heutigen Feminismus nur ein einziges politisches Ziel – nämlich, spezifische Perspektiven, Interessen und auch Notlagen von Jungen und Männern aus politischen Diskussionen um soziale Gerechtigkeit herauszuhalten. Der einseitige, als Dialog nur verkleidete Geschlechtermonolog, den Feministinnen institutionell abgesichert führen, ist damit selbstzweckhaft zunächst und vor allem auf eines ausgerichtet: darauf, den Monolog auch weiterhin in dieser Einseitigkeit fortführen können.

(...) Es hat eben deshalb auch keinen Sinn, sich beständig an feministischen Positionen aufzureiben oder nach Möglichkeiten zu suchen, sie intellektuell auszuhebeln. Ein Antifeminismus wird immer in Gefahr sein, sich ebenso obsessiv mit Feministinnen auseinanderzusetzen, wie sich die Frauen im Video mit Männern beschäftigen. Antifeministen beißen sich an Positionen fest, die ohnehin nicht auf Veränderung angelegt sind. Vertreter verbissener Anti-Positionen können ihren Gegnern zudem sehr ähnlich werden – dafür liefert die autonome Antifa in diesen Wochen ja selbstlos eindrucksvolle Beispiele.

Feministische Positionen sind dann ein Problem, wenn sie spezifische Perspektiven oder Notlagen von Jungen oder Männern aus der Diskussion drängen. Damit aber sind sie ein politisches Problem, kein intellektuelles.




2. Jochen König zufolge ist das viel zu positive Bild von Vätern in unseren Medien ein großes Problem.



3. "Hillary Clinton ist verwirrt vom Feminismus" behaupten die Unterstützer ihres Kontrahenten Bernie Sanders.



4. Die männerpolitische Website A Voice for Men bezieht nachdrücklich Stellung gegen Roosh V. und die Website "Return of Kings".



5. Der Witwe eines IS-Führers wird von der amerikanischen Justiz vorgeworfen, die Entwicklungshelferin Kayla Müller als Sexsklavin in Gefangenschaft gehalten zu haben.



6. Das SPD-geführte Familienministerium hat eine Panne beim Asylpaket II eingestanden. Nun sind neue Gespräche geplant. Wann diese Gespräche stattfinden sollen, bleibt unklar. Familienministerin Schwesig befindet sich im Mutterschutz.



7. Off-topic: Glauben Sie etwa auch, dass Karnevalsumzüge gestern wegen Sturmwarnungen abgesagt wurden? Gott sind Sie naiv! Wer gestern in den sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs war, weiß es besser. Franz Eibl fasst den Stand der Debatte zusammen:

Lutz Bachmann, Führer der Dresdner Pegida-Bewegung, wusste schon am Sonntagabend Bescheid. Unter Verweis auf eine Wetterprognose, die nichts Außergewöhnliches enthielt, postete er auf seiner Facebook-Seite:

"Das ist übrigens der ‚Jahrhundertsturm‘ in der Vorhersage, für den der Karnevalsumzug in Mainz abgesagt wurde. Vorhersagen für Münster, Düsseldorf usw sehen ähnlich aus!

Offensichtlich ist es ‪#‎IMErika‬ und der ‪#‎Volksverräterbande‬ zu gefährlich, da die Umzugswagen eventuell kurzfristig umdekoriert werden könnten und da einfach zu viele ‪#‎StabFugees‬, ‪#‎RapeFugees‬ und ‪#‎Krimigranten‬ wieder verabredet auftauchen und Ihre "Kultur" zeigen könnten!‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬

Das miese Spiel ist zu einfach zu durchschauen! Die Deutschen sollen sich langsam an die menschenverachtende Kultur der islamischen Asylforderer gewöhnen und sich deren Gepflogenheiten anpassen!

NICHT MIT UNS! Wehrt Euch! Auf die Straßen!"

(...) [Währenddessen] machte sich die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch große Sorge um das rheinische Brauchtum. Auf ihrer Facebook-Seite stellte sie Montagmittag die Frage: "Wann ist eigentlich der Karneval das letzte mal wegen Sturm abgesagt worden?"

Die Spekulationen des eigenen Anhangs schossen daraufhin ins Kraut. Hier ein kleine Auswahl der Kommentare:

"Zu viele Wagen mit Kritik, Merkel, Flüchtlinge und sonstige Zustände!!!…."

"Zum Glück sind die meisten Leute mittlerweile in der Lage so etwas kritisch genug zu sehen, und wissen das die Umzüge nur wegen unseren Rapefugees abgesagt worden ist!"

"Alle großen Züge werden abgesagt, aus 'Wettergründen'!!! Ich denke mal eher, das alle Sicherheitskräfte nach Köln müssen, damit da der Zug stattfinden kann. Der Rest hat halt Pech gehabt !!!! Augen auf Leute, das ist Volksverarsche !!!"

"Ein Sturmtief namens 'Ficki Ficki' ist im Anflug auf Deutschland."

(...) Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Rudy, der bislang vor allem durch seine Facebook-Aktivitäten von sich reden machte, postete: "Wenn man schon die Angst vorm Volk als Wetterwarnung tarnt und ERSTMALIG in der Nachkriegsgeschichte Karnevalsumzüge deswegen absagt, dann ist das System Deutschland am Ende! Die Altparteien fürchten das Volk mehr als der Teufel das Weihwasser."


(Tatsächlich wurde 1990 bereits z.B. der Mainzer Rosenmontagszug wegen des Wetters abgesagt und zu Pfingsten nachgeholt.)

Die Bloggerin "Erzählmirnix" hatte gestern bereits in einem Comic veranschaulicht, wer für die Pegida und ihr Umfeld inzwischen alles als "Volksverräter" gilt. Seit dem Wochenende gehören die Kirchen dazu, seit gestern offenbar auch der Deutsche Wetterdienst und Sicherheitsbeauftragte der Karneval-Umzüge. Auch sie reagieren natürlich nur auf Anweisung von oben in der "Merkel-Diktatur".

Sonntag, Februar 07, 2016

Vermischtes vom 7. Februar 2016

1. In der ZEIT bespricht Andrea Hünniger den feministischen Film "Suffragetten", der am 4. Februar auch in Deutschland angelaufen ist. Ihr Fazit:

Auf der einen Seite stehen die heiligen Aktivistinnen, auf der anderen die geistig mitunter beschränkten und machtgeilen Männer. (...) Man muss sich diesen Film natürlich trotzdem anschauen. Danach ist man ganz motiviert, auf die Straße zu gehen, um etwas kaputt zu machen.




2. Die Washington Post beschäftigt sich damit, wie in Armut aufgewachsene Jungen zu arbeitslosen Männern werden – ein Effekt, der beim weiblichen Geschlecht deutlich schwächer ausfällt:

Girls who grow up in poor families are more likely than the boys who grow up with them to work as adults. It's an exception that holds up in national data. And in segregated, heavily minority communities like Baltimore — places where rates of incarceration, poverty and single-parent families run high — the gender divide is especially wide. Poor children struggle there. But boys are left even further behind.

(...) In Baltimore, for example, about 71 percent of girls born in the early 1980s to poor families were working at age 30. Among boys of similar backgrounds, 58 percent were. In Washington, the difference is even more pronounced: 72 percent of poor girls, but just 56 percent of poor boys, would be employed at age 30. That divide — a kind of reverse gender gap — suggests that boys may be more susceptible than girls to the harmful effects of growing up in unstable, high-poverty environments, the researchers say.




3. Kaum wird in den USA ernsthaft gefordert, dass der Zwangseinzug zur Armee auch Frauen treffen sollte, plädieren Zeitungen wie die Washington Post dafür, diesen Zwangseinzug komplett abzuschaffen.



4. In Australien gewinnen Männerrechtler inzwischen starken Einfluss auf die Gesetzgebung im Bereich Familienrecht. Nicht jede Journalistin ist begeistert davon. "The men hijacking family law reforms" titelt die australische Wochenzeitung "The Saturday Paper". Im Teaser des Artikels heißt es:

A coalition of men’s rights activists has captured the ear of the crossbench and is rewriting the Family Law Act by stealth.


Einflussnahme auf das Familienrecht darf selbstverständlich nur von Feministinnen ausgehen und nicht von den Interessensvertretern irgendwelcher Kerle.



5. Der "Schwulemiker" widmet sich in seinem Blog der Wahl zwischen Arschloch und Versager, das deutsche Männer nach der Kölner Silvesternacht haben.



6. Mit der Kölner Silvesternacht zum einen und mit dem Rumoren in den Trümmern der Piratenpartei zum anderen beschäftigt sich das Blog Männerrechte.



7. In den USA sehen sich prominente Frauen veranlasst, die im Vorwahlkampf schwächelnde Hillary Clinton vor allem bei den ausbleibenden Wählerinnen zu unterstützen. So etwa Madeleine Albright, Außenministerin unter Bill Clinton, die gleich mit dem Höllenfeuer droht:

Attempting to sway young women to support Hillary, Albright said, "We can tell our story about how we climbed the ladder and a lot of you younger women don’t think you have to — it’s been done — it’s not done and you have to help. Hillary Clinton will always be there for you. And just remember: there’s a special place in hell for women who don’t help each other," she said.

Hillary burst out laughing as the audience cheered.


Und für die Erzfeministin Gloria Steinem ist sowieso nur ein Grund vorstellbar, wenn Frauen Clinton nicht unterstützen wollen:

Feminist icon Gloria Steinem has drawn the wrath of the Twitterverse for suggesting that young women supporting Bernie Sanders’ presidential campaign are doing so to gain the attention of men.

"When you’re young, you’re thinking, ‘Where are the boys? The boys are with Bernie,'" Steinem told Bill Maher Friday night on the comic’s HBO show "Real Time."

(...) Maher had been pressing the 81-year-old feminist about why polls suggest that young American women are backing the Vermont senator over Steinem’s preferred Democratic candidate, former secretary of state Hillary Clinton.


Es ist immer wieder herrlich, für wie unterbelichtet Radikalfeministinnen Frauen halten, die ihre politische Ideologie partout nicht teilen wollen.



8. Ein Mann, der im Londoner Feierabendgetümmel an einer Schauspielerin vorbeistreifte – Videoaufnahmen von dem Vorfall zeigen nicht eindeutig, ob es überhaupt zu einem Körperkontakt kam – musste sich jetzt wegen eines sexuellen Übergriffes vor Gericht verantworten. Die Daily Mail berichtet hübsch bebildert über den absurden Prozess, der zwar nach nur anderthalbstündiger Beratung der Jury (neun Frauen, drei Männer) zu einem Freispruch führte, den angeprangerten Mann aber trotzdem verstört zurücklässt:

‘One of the many frightening aspects is that this could have happened to anyone,’ he told The Mail on Sunday yesterday.

Every day, some 300,000 people flow through Waterloo in Central London – Britain’s busiest station. ‘I was just one of those commuters – in the wrong place at one moment in time,’ he said.

‘For me, half a second turned into a year of hell. I feel I have undergone a form of mental torture sanctioned by the state.’

It goes without saying that the actress will remain anonymous. The law doesn’t afford the same privilege to Mr Pearson, who has undergone cognitive therapy for anxiety attacks brought on by the stress.

Samstag, Februar 06, 2016

Vermischtes vom 6. Februar 2016

1. In der Schweiz wird die Debatte um Väterrechte momentan etwas engagierter geführt als sonst. Dabei steht Seraina Kobler in der Neuen Zürcher Zeitung auf der Seite der Väter:

Keine Generation vor ihnen hat sich so intensiv um den Nachwuchs gekümmert wie die heutigen Väter. Dennoch sind sie den Müttern in der Familie noch lange nicht gleichgestellt.


Der feministisch geprägte Tages-Anzeiger hält mit der beliebten Rhetorik dagegen, dass Männer, die Gleichberechtigung fordern, grundsätzlich "jammern", was sie als unmännlich verunglimpfen soll. Philipp Loser will mit dem Artikel Die Jammer-Väter vermutlich zeigen, dass er ein echter Kerl ist,



2. Nicola Erdmann findet in einem Artikel der "Welt", Männer könnten einem bereits leid tun, wenn es um die Partnersuche geht: "Entweder sind sie zu forsch oder zu zurückhaltend. Tretminen lauern überall." Sie gibt uns den folgenden Ratschlag:

Nicht so viel darüber nachdenken, was der andere wollen könnte, vielleicht erwartet, eventuell gut oder schlecht findet. Sondern das tun, was das Gefühl in dem Moment verlangt (...) Will ich den Arm um sie legen? Dann versuche ich es und schaue, wie sie darauf reagiert.


Aufschrei!!



3. Hillary Clinton schlägt sich nicht so gut wie erwartet bei den Vorwahlen in Iowa – und Feministinnen drehen am Rad.

Währenddessen wird dem republikanischen Bewerber für eine Präsidentschaftskandidatur Ted Cruz Rape Culture vorgeworfen, weil er seine kleine Tochter zu umarmen versuchte, obwohl sie zu diesem Moment offenkundig genervt und unwillig war.



4. Die US-amerikanische Feministin Lena Dunham erklärt: "Ich bin fertig mit Twitter, bis es ein Safe Space geworden ist!" Katherine Timpf kommentiert:

Demanding that an entire platform be changed — and something as important as our free speech be restricted — because you personally cannot handle it is about as offensive as it gets.




5. Der US-Wirtschaftsprofessor Mark J. Perry ist den unterschiedlichen Pendelzeiten von Männern und Frauen auf den Grund gegangen, und verkündet für den 14. April den "Equal Commute Day".



6. Inzwischen eigentlich nur noch fürs Protokoll: In Thüringen hat mal wieder eine 21jährige eine Vergewaltigung erfunden. Mit Flüchtlingen als vermeintlichen Tätern natürlich. Ein fremdenfeindliches Motiv sei aber auszuschließen, die Gründe lägen "in der Psychologie der Frau". Das Übliche.



7. Zuletzt off-topic: "Merkel gelingt der erste Schritt" titelt das "Handelsblatt": Die Teilnehmer der Geberkonferenz für notleidende Menschen in Syrien und der Nachbarregion zahlen rund neun Milliarden Euro (mehr als zehn Milliarden Dollar) an internationale Hilfsorganisationen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Gleichzeitig wächst die interne Spannung in den Unionsparteien:

In der CDU-Spitze wird aber auch zunehmend ungehaltener kritisiert, dass ausgerechnet die Schwesterpartei CSU kaum einen Tag auslässt, um zu suggerieren, dass es angeblich doch einfachere Lösungen an der deutschen Grenze gebe. "CSU-Chef Horst Seehofer untergräbt systematisch das Vertrauen in die Regierung und Merkel", kritisiert etwa ein CDU-Bundesvorstandsmitglied.


Dafür könnte es gesamteuropäisch mehr Bewegung geben:

Die immer deutlicheren Warnungen aus Berlin, Brüssel und Rom, dass ein Zusammenbruch des Schengen-Raums allen EU-Volkswirtschaften schaden würde, scheint zudem auch andere EU-Regierungen aufzuwecken, die bisher in der Flüchtlingskrise zögerlich agieren.


Außerdem: In Polen fällt eine geplante Kundgebung der Pegida dieses Wochenende aus.

Die Organisatoren von "Pegida Polska" sagten die Veranstaltung mit geschätzten 300 Teilnehmern am Freitag kurzfristig ab. Über soziale Medien erklärten sie, von nationalistischen Fußballfans telefonisch bedroht worden zu sein. Diese hätten den Pegida-Organisatoren vorgeworfen, die Stadt "insgeheim germanisieren" zu wollen und dem polnischen Staat zu schaden.

Freitag, Februar 05, 2016

Vermischtes vom 5. Februar 2016

1. Die Website Vice.Com übernimmt einen Artikel des britischen Journalisten Matt Broomfield mit dem Artikel Die Profitgier von "Männerrechtsaktivisten" wie Roosh V. So wie schon mehrere Male zuvor wird der Männerrechtsbewegung ein Vogel untergeschoben, der mit ihr nichts zu tun hat. Der hier kritisierte Publizist "Roosh V" (eigentlich: Daryush Valizadeh) setzt sich nicht für männliche Opfer häuslicher Gewalt, Kontakt von Trennungsvätern für ihre Kinder, eine bessere Gesundheitsversorgung oder eine der zig anderen Themen ein, die unsere Bewegung ausmachen. Aber er bietet mit Positionen, die ich hier nicht näher ausführen will, aber von Christian Schmidt in einer starken Analyse ausführlich erläutert werden, eine leichte Zielscheibe an, wenn man einer ernsthaften Diskussion über die tatsächlichen Anliegen der Männerrechtsbewegung aus dem Weg gehen möchte.

Auch die Feministin Teresa Bücker präsentiert "Roosh V" im Kölner Stadtanzeiger und der Frankfurter Rundschau als Männerrechtler. Und auf Medium.com findet man von einem Autor mit dem Pseudonym "misharrgh" (Klarname: Misha Anouk) die folgende kuriose Behauptung:

Roosh V, gebürtig Daryush Valizadeh, ist der Gründer der Website Return of Kings, einer Anlaufstelle für Maskulisten jeglicher Couleur.


Tatsächlich positioniert sich "Return of Kings" KONTRÄR zur maskulistischen Männerrechtsbewegung. Dort veröffentlichte Beiträge wie The Men's Right Movement Is no Place for Men, 5 Reasons I'm Not a Men's Rights Activist machen das sehr deutlich. Das wird die Polemik von Teresa Bücker und Misha Anouk natürlich nicht aufhalten. Diese Leute gehören zu den Donald Trumps der deutschen Geschlechterdebatte – mit dem Unterschied, dass unsere Leitmedien darauf verzichten, eine Teresa Bücker kritisch zu hinterfragen. Genderama-Leser aber sollten wissen, dass es sich um Falschdarstellungen handelt und von wem sie gestreut werden.

Welchen Zweck solche Verleumdungen erfüllen, kann sich jeder selbst erschließen. Sie schaden den Anliegen der Männerrechtsbewegung, die man eigentlich treffen will, während "Roosh V" von diesen Artikeln massiv profitiert (inwiefern erklärt Christian Schmidt in dem erwähnten Artikel).

Weiter geht es mit Themen, die für die Männerrechtsbewegung tatsächlich von Bedeutung sind. Wer findet, dass diese Bewegung politisch falsch liegt - oder gar wie Misha Anouk von einer "menschverachtenden Ideologie" der Männerrechts-Aktivisten spricht - und sich deshalb seriös mit ihr auseinandersetzen möchte, sollte das auf diesen Themenfeldern tun. Man muss davon ausgehen, dass Leuten, die gegen die Männerrechtsbewegung hetzen, in Wahrheit diese Themenfelder ein Dorn im Auge sind. Sie sollen in der Geschlechterdebatte weiter so marginal bleiben wie bisher.



2. Spiegel-Online berichtet über die neuesten Daten beim Thema sexueller Missbrauch:

Eine Tätergruppe wird oft übersehen: Frauen. Die Hälfte aller Männer und zehn Prozent der Frauen, die als Kinder sexuell missbraucht wurden, berichten von einer Täterin. In bis zu sieben von 100 Fällen war die biologische Mutter übergriffig - deutlich öfter als Stiefväter (vier Prozent) und nicht viel seltener als der biologische Vater (bis zu neun Prozent).




3. Das Dating-Blog Gleichklang legt seine Ergebnisse einer Umfrage zu sexuellen Übergriffen vor. Aus maskulistischer Perspektive sind die Erkenntnisse über männliche Opfer besonders interessant:

Sexuelle Übergriffe gegen Männer kamen erheblich seltener vor, waren aber nach den Ergebnissen der Umfrage ebenfalls durchaus weit verbreitet. So gab mehr als jeder vierte befragte Mann (28,1%) an, bereits Opfer mindestens eines sexuellen Übergriffs in seinem Leben geworden zu sein. 10,2% berichteten über mehrere Übergriffe durch verschiedene Personen, 15,2% über einen Übergriff einer Person und 2,7% über mehrere Übergriffe durch die gleiche Person. Bezüglich der Art der Übergriffe gaben 8,8% der befragten Männer an, außerhalb des Intimbereichs berührt worden zu sein. 11,0% berichteten von Berührungen im Intimbereich. 6,0% gaben an, gegen ihren Willen geküsst worden zu sein. 3,1% berichteten, dass jemand versucht habe, sie zu entkleiden. 2,1 % gaben an, durch Gewalt zur Durchführung oder zum Erdulden sexueller Handlungen genötigt worden zu sein. 2,1% berichteten, durch erzwungenes Eindringen in den eigenen Körper vergewaltigt worden zu sein. Insgesamt gab jeder fündfunzwanzigste der befragten Männer (3.9%) an, Opfer eines schweren sexuellen Gewaltdelikts im Sinne einer Nötigung oder Vergewaltigung geworden zu sein.




4. Auf deutsch berichtet jetzt Heise über die Sexismusklage eines Mannes gegen den Konzern Yahoo.



5. Psychische Störungen bei Männern sind eine gesundheitspolitische Herausforderung, die ignoriert wird, erklärt der britische Daily Telegraph.



6. Die britische Daily Mail berichtet – wie vor einigen Tagen schon Genderama – über das Videoexperiment mit versteckter Kamera, das zeigt, wie unterschiedlich Menschen reagieren je nachdem, ob eine Frau von einem Mann oder ein Mann von einer Frau sexuell belästigt wird.



7. "Was wir brauchen ist eine Mandiemie" (eine Epidemie, die Männer trifft), postuliert das Blog "Feminist Current":

Ok. You probably do love men. Most women have some men in their lives that they dearly love. There are tons of wonderful men! So sure, it will be sad and tragic when the Mandemic rages with the fire of a thousand suns and randomly selects enough male victims to disrupt the current power structure around the world. This will be necessary to create an opening for women to become equal — maybe even dominant.

But isn’t our only hope the removal of excessive male humans from the continents? If women don’t take the reins of this doomed planet and get cracking on resolving those few items listed above, we don’t stand a chance.


In welcher Bewegung findet man regelmäßig solche Massentötungsphantasien? In der feministischen. Welche Bewegung kritisiert diese Phantasien? Die maskulistische. Welche Bewegung wird als "menschenverachtend" beschimpft? Die maskulistische. Es ist irre.

Seht ihr, Teresa Bücker, Misha Anouk und Redaktionsteam von Vice.com: Wenn ihr den Vorwurf ausräumen wollt, dass Feministinnen sich bis heute an Phantasien von zahllosen toten Männern erfreuen, müsstet ihr nur so, analog zu meiner Darlegung bei "Return of Kings", nachweisen, dass "Feminist Current" keine feministische Website ist. Tatsächlich bezeichnen sie ihre Macher sogar als führende feministische Website ihres Landes. Aber eure Phantasien von bösartigen Männerrechtlern und Maskulisten beschäftigen euch hundertmal mehr als die nachweisbaren Abgründe im feministischen Lager. Für diese Borniertheit gibt es ein Wort. Es lautet "Sexismus".

Zu diesem Theater gibt es auch einen neuen Comic von Martin Domig.



8. Zuletzt off-topic: Viele Deutsche lehnen die Flüchtlingspolitik Angela Merkels ab. Roberto de Lapuente ist einer von ihnen:

Auch ich halte die Flüchtlingspolitik dieser Frau in vielen Punkten für grundlegend falsch und heuchlerisch. Sie manifestiert sich bequem auf den Schultern freiwilliger Helfer, macht zu wenig Gelder locker, installiert Erdogan als Bollwerk gegen Flüchtende, während sie generös "Willkommen, willkommen!" ruft. Wer das tut, der müsste die Flüchtenden abholen, sie über sichere Routen zu uns kommen und nicht vom Militär eines despotischen Präsidenten an der Peripherie Europas in Schach halten lassen. Schon vorher war es Teil ihrer Asylpolitik, die Hilferufe aus Italien und Griechenland zu ignorieren, sie zu bagatellisieren. Schließlich war man im Zentrum des Kontinents und musste sich nicht um die Erstaufnahme kümmern. Das sollten andere machen. Alleine. Verteilungsquoten lehnte sie ab. Der Asylkompromiss aus den Neunzigern wurde zur europäischen Agenda und hat unter anderem viele Tote im Mittelmeer verursacht. Man verschärfte das Asylgesetz kürzlich sogar noch, statt über die bitteren Folgen der letzten Verschärfungen nachzudenken.


Währenddessen denkt man bei der AfD über einen Ariernachweis nach:

Beim Bundesparteitag wurde ein Antrag eingebracht. Darin definieren Mitglieder präzise, wer als Deutscher gelten darf. Deutsch sei nur, wer „seine Abstammung von einem Vorfahren, der vor dem 1. Januar 1914 im europaischen Gebietsstand des Deutschen Reiches (...) geboren ist, durch lückenlose (...) Abstammungsnachweise nachgewiesen hat“. Der Antrag wurde abgelehnt. Unterzeichnet hat ihn allerdings Thomas Fügner, der im vergangenen Jahr in den Landesvorstand gewählt wurde.


Außerdem: die Buchrezension des Monats.

Donnerstag, Februar 04, 2016

Vermischtes vom 4. Februar 2016

1. Nachdem bekannt wurde, dass die Umbenennung des "Studentenwerks" der Stadt Berlin in das geschlechtsneutrale "Studierendenwerk" 800.000 Euro kosten soll, beschließt die Stadt Erlangen, den bisherigen Namen beizubehalten:

Auch hier würden für die Umbenennung Kosten in Höhe von 300.000 Euro anfallen. "Da muss man fragen, ob die Sache die Summe rechtfertigt oder man das Geld nicht für etwas anderes ausgeben kann", sagte Studentenwerk-Sprecher Uwe Scheer den "Nürnberger Nachrichten". Außerdem sei die genaue Bezeichnung "Studentenwerk" im bayerischen Hochschulgesetz geregelt.


Was die Debatte in der Hauptstadt angeht, präsentiert die Berliner Morgenpost Äußerungen auf Facebook, die verdeutlichen, dass auch Frauen die feministisch korrekte Umbenennung des Studentenwerkes affig finden:

Anna Melissa Z. kommentiert: "Besser das Geld in ein bezahlbares Studentenwohnheim investieren. Aber Wohnraum ist natürlich unwichtig im Vergleich zu diesem unglaublichen Problem."

Simone F. schreibt ganz knapp: "Überflüssiger Irrsinn!"

Viktoria K. weist drauf hin: "Die Umbenennung ist ja kein alleiniges Berliner Problem. In BaWü und in NRW macht man das jetzt auch.... Ja es ist unnötig. Davon könnte man Wohnräume schaffen oder neue Arbeitsplätze schaffen oder Lernbedingungen verbessen."

Carmen C.: meint: "Nur weiter so, es gibt noch viel zu tun auf dem Weg, Berlin als Trottelstadt der Nation hinzustellen. Der Flughafen war schon mal ein guter Anfang!"


Wenn diese Wortmeldungen repräsentativ sind, werden die Kosten von 800.000 Euro nicht auf Wunsch der Studentinnen investiert, sondern auf Wunsch einer relativ kleinen ideologisierten Clique.

Eine andere Debatte tobt derweil an der Uni Frankfurt:

Sollte das neue Studierendenhaus der Frankfurter Goethe-Universität Unisex-Toiletten bekommen? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Der AStA ist dafür, der RCDS meint dagegen: "Schluss mit Gender-Gaga!"


Die Frankfurter Rundschau berichtet.



2. Österreichs Männerpartei reagiert in einer Pressemitteilung darauf, dass beim aktuell eingeführten Zentralmatura Jungen anonymisiert bewertet plötzlich bessere Noten als ihre Mitschülerinnen haben (Genderama berichtete). In dieser Pressemitteilung erklärt Hannes Hausbichler, Bundesvorsitzender der Männerpartei:

Seit Jahrzehnten wird uns weisgemacht, Buben seien sprachlich weniger begabt als Mädchen, weil sie durchschnitttlich deutlich schlechtere Noten als Mädchen erhalten. Erstmals wurden in der letztjährigen Zentralmatura jedoch exakt dieselben Schüler faktisch anonym bewertet, und damit platzt die Bombe: Männliche Schüler, welche persönlich durch die Lehrer über Jahre schlechter benotet wurden als Mädchen, erhalten schlagartig deutlich bessere Noten, wenn sie wirklich gerecht nur nach ihrer Leistung, ohne Kenntnis der Person im Hinterkopf des Lehrers, benotet werden! Dieser Umstand ist der Beweis für einen bildungspolitischen Skandal. (...) Besonders das lange Unter-Verschluss-Halten der brisanten Englischergebnisse der Zentralmatura zeigt umso mehr: Unsere Buben sind nicht so blöd, wie unsere Politik das darstellt, im Gegenteil!


Die Männerpartei fordert nun eine Objektivierung der Leistungsbewertung von Schülern, eine vernünftige Bewertung der Chancengerechtigkeit statt genderblinder Einseitigkeit sowie ein echtes Bildungsministerium statt eines Ministeriums, das Bildungspolitik als Werkzeug radikalfeministischer Frauenpolitik betreibe. Die beste Lösung stelle die Integration einer vernünftigen Frauenpolitik in eine nachhaltige Generationen- und Solidaritätspolitik dar.



3. Drei Mädchen stürmtem am Dienstagabend kurz nach 23 Uhr in eine Gaststätte in Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) und berichteten den Anwesenden, sie seien "um ihr Leben" gerannt, um 300 Asylbewerbern zu entkommen, die sie verfolgt und belästigt hätten. Man ahnt es schon: So ging die Sache aus.



4. Auf den Seiten der taz lässt Lalon Sander mal wieder seinem Sexismus und Rassismus gegen weiße Männer freien Lauf.



5. Auf der Website der Honey Badgers – amerikanischen Frauen, die die Männerrechtsbewegung unterstützen – erklärt ein schwuler Autor, gerade weil seine Homosexualität häufig als krankhaft dargestellt wurde, setze er sich jetzt für Männer im allgemeinen ein, mit denen inzwischen dasselbe geschehe:

I remember one promise I made to myself. Within my power, I wouldn’t let any kid grow up the way I did, ashamed of their sexuality, afraid of expressing their sexuality in a healthy fashion, afraid to be themselves. Yet, when I look at our current culture, not only schools, but colleges and beyond, what I see is a complete rejection of the straight male identity. Somehow masculinity became toxic, they started being told they were wrong by default, that they had an invisible privilege which served them no good yet they had to apologize for it, rape accusations became a threat as if not more damaging than rape and suicide among men skyrocketed. As with any deliberate attempt to marginalize any given group, the demonization of the straight male identity starts in early childhood.




6. Eine australische Studie zeigt: Bei Männern werden Wünsche nach flexiblen Arbeitszeiten doppelt so häufig abgelehnt wie bei Frauen.



7. Ein Paar im US-Bundesstaat North Carolina richtet ein Männerhaus besonderer Art ein. Es handelt sich um eine Zufluchstätte für männliche Opfer von Sexhandel:

Anna and Chris Smith did not initially set out to advocate for male victims. On the contrary, when they co-founded their organization, Restore One Inc., they intended to promote awareness for young girls who had fallen victim to sex trafficking. Through this endeavor, the Smiths realized how often advocates overlook young boys forced into the sex trade. One study hypothesized that half of the trafficked minors in New York City are boys, yet advocacy groups tend to focus their efforts solely on female victims. After discovering these statistics, the Smiths came up with the idea for Anchor House, which will be the first shelter in America dedicated exclusively to male victims.

The Smiths’ advocacy should serve as a reminder that sex-trafficking is not a gender specific issue.


So wenig wie all die anderen Themen, bei denen so getan wird, als ob sie nur weibliche Opfer beträfen.



8. Das rumänische Parlament hat beschlossen, den 19. November offiziell als Männertag zu behandeln und an diesem Tag die Themen und Anliegen der Männerrechtsbewegung aufzugreifen:

The Chamber of Deputies voted on Wednesday a bill which declares March 8 as the official Women’s Day, and November 19 as the Men’s Day in Romania. The law was adopted with 204 votes for and 16 votes against, reports local Mediafax.

(...) According to the legislative proposal initiated by five Senators, the public authorities can organize events to celebrate these days, and the public television and the public radio can broadcast "programs dedicated to promoting women’s rights or men’s rights" in their programs.

(...) "Celebrating the two days is an opportunity to improve the relations between sexes," the commission’s members say in the report.


So sieht echte Gleichberechtigung aus. In Deutschland hingegen würde das gesamte feministische Lager in Politik und Medien Kreischanfälle bekommen, wenn dem Männertag und der Frauentag gleiches politisches Gewicht eingeräumt werden sollte.

Die männerpolitische Website A Voice for Men hat ergänzende Informationen.



9. Off-topic: Letzte Woche hatte ich einen Artikel veröffentlicht, in dem ich kritisiert hatte, dass Deutschlands Regierung im rechten Spektrum zunehmend mit dem Dritten Reich gleichgesetzt wird. Inzwischen berichtet sogar meine Lokalzeitung darüber, hier am Beispiel eines Facebbok-Postings, das die AfD Rheingau-Taunus teilte:

Ohne die bezahlten Klatschaffen und Claqueure von Freisler-Verschnitt Heiko Maas werden die Ausflüge von Schlepperkönigin Merkel momentan [...] zum Spießrutenlauf.


Roland Freisler war der berüchtigste Strafrichter im nationalsozialisten Deutschland und wird für etwa 2600 Todesurteile verantwortlich gemacht.

Natürlich kann man hier argumentieren, dass die AfD lediglich die Donald-Trump-Methode anwendet und gezielt Entgleisungen lanciert, um sich damit medale Berichterstattung zu sichern. Dennoch fällt auf, in welcher Form die Entgleisungen stattfinden: Barbarisch ist nicht mehr eine Regierung, bei der zahllose Menschen ermordet werden, sondern eine Regierung, die das Leben zahlloser Menschen zu retten versucht. Wird sie auf solche Dinge angesprochen, präsentiert sich die AfD augenblicklich als verfolgte Unschuld. "Klatschaffen", "Freisler-Verschnitt" und "Schlepperkönigin" sind in diesem Denken offenbar sachliche Kritik, wer aber daran Anstoß nimmt oder sich auf diesem Niveau nicht unterhalten möchte, ist bösartig, diskussionsunfähig und gemein.

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