Donnerstag, Juli 19, 2018

Nach Falschbeschuldigung: Cliff Richard siegt gegen die BBC – News vom 19. Juli 2018

1.
Im Jahr 2014 berichtete die BBC über einen Polizeieinsatz gegen den Sänger Cliff Richard, und sie informierte das Publikum darüber, dass es um den Verdacht sexuellen Missbrauchs eines Kindes gehe. Die Beschuldigungen erwiesen sich indessen als falsch. Richard wurde weder inhaftiert, noch wurde gegen ihn Anklage erhoben.

Der Musiker klagte darauf gegen die Berichterstattung. Ein Gericht in London hat ihm recht gegeben. Gemäss Medienberichten vom Mittwoch stellte es fest, dass Richards Privatsphäre auf gravierende Weise verletzt worden sei. Die BBC habe überdies den Fall auf sensationalistische Weise aufgegriffen – sie begleitete den Polizeieinsatz mit einem Helikopter.


Die Neue Zürcher Zeitung berichtet.

Die BBC bat Cliff Richard zwar um Entschuldigung, sprach dem unbenommen aber von einem "schwarzen Tag für die Berichterstattung". Von den deutschen Leitmedien berichten (zumindest online) nur wenige Zeitungen über die Niederlage der BBC.



2. Auf der Plattform Quilette, die sich eine weniger einseitige mediale Debatte als bisher zum Ziel gesetzt hat, finden wir die späte Selbstkritik eines Verstoßenen aus der Social-Justice-Szene:

Ich fahre die Lieferung von Lebensmitteln für eine Online-App aus, um meine Miete zu bezahlen und mich sowie meine junge Familie zu unterstützen. Das ist mein neues Leben. Ich hatte einmal einen gut bezahlten Job in einer Branche, die man als "social justice" bezeichnen könnte. Dann habe ich die falsche Person verärgert, und innerhalb eines kurzen Zeitfensters wurde ich als zu toxisch für den Geschmack meines Arbeitgebers angesehen. Ich wurde öffentlich beschämt, angepöbelt und zu einem Symbol männlicher Privilegien reduziert. Ich wurde aus meiner Karriere und meiner Berufsgemeinschaft verstoßen.

(...) In meinem früheren Leben war ich ein selbstgerechter Kreuzritter der sozialen Gerechtigkeit. Ich nutzte meine mittelgroßen Twitter- und Facebook-Plattformen, um meine Aufgeklärtheit zu Themen wie LGBT-Rechte, Rape Culture und rassistischer Diskriminierung zu signalisieren. Viele der Meinungen, die ich damals vertreten habe, sind immer noch Meinungen, die ich heute habe. Aber ich merke jetzt, dass meine Social-Media-Hyperaktivität in Wirklichkeit mehr Schaden als Nutzen angerichtet hat.

In der Welt, die durch die verschiedenen Apps, die ich benutzt habe, entstanden ist, wurden meine Statements oft geteilt und retweetet. Aber das maskierte, wie unwirksam ich draußen, in der realen Welt, geworden war. Die einzigen Ursachen, zu denen ich tatsächlich beigetragen habe, waren die Ursachen von Mobbing und öffentlicher Beschämung. Echte Veränderungen ergeben sich nicht aus diesen Taktiken. Sie verursachen nur Spaltung, Entfremdung und Bitterkeit.

Wie bin ich zu dieser Person geworden? Es geschah, weil es berauschend war. Jedes Mal, wenn ich jemanden rassistisch oder sexistisch nannte, bekam ich einen Kick. Dieser Kick wurde dann durch die Sterne, Herzen und Daumen-rauf, die die zahlende Münze der Social- Media-Validierung bilden, bestätigt und unterstützt. Die Leute, die mir diese Sterne, Herzen und Daumen-rauf gaben, engagierten sich in ihrem eigenen zynischen Spiel: Die Angst, vom Mob angegriffen zu werden, veranlasst uns, öffentlich zu signalisieren, dass wir ein Teil davon sind.

Noch vor wenigen Jahren waren viele meiner Freunde und Kollegen, die sich als Linksliberale oder Progressive identifizieren, offene Fans von provokanten Standup-Comedians wie Sarah Silverman und Serien wie South Park. Heute wird solches Material als zutiefst "problematisch" oder gar als Hassrede bezeichnet. Ich habe mich nicht mehr um meine eigenen Angelegenheiten gekümmert, als die Leute gewagte Witze erzählten, sondern bin praktisch in Ohnmacht gefallen, wenn sie das falsche Pronomen benutzten oder eine Ansicht rechts von der Mitte zum Ausdruck brachten. Ich habe mich nicht mehr über den Kerl lustig gemacht, der gewagte Witze zu ernst genommen hat, sondern bin zu diesem Kerl geworden.

Als meine Anrufe auf Zustimmung und Bewunderung stießen, wurde ich mit Lob überschüttet: "Vielen Dank, dass du sich geäußert hast!" "Du bist so tapfer!" "Wir brauchen mehr Männer wie dich!"

Dann, eines Tages, wurde ich plötzlich wegen einiger der Übertretungen beschuldigt, die ich bei anderen angeprangert hatte. Ich wurde natürlich schuldig gesprochen: Es gibt kein ordentliches Verfahren in dieser Welt. Und sobald das Urteil gegen dich gefällt wurde, fängt der Mob an, deine Vergangenheit zu durchkämmen und nach ähnlichen Übertretungen zu suchen, die zu dieser Zeit vielleicht übersehen wurden. Mir wurde nun gesagt, dass ich seit Jahren an meinem Arbeitsplatz eine giftige Umgebung geschaffen habe; dass ich den Raum um mich herum durch Mikroaggressionen und Makroaggressionen gleichermaßen unsicher gemacht habe.

Soziale Gerechtigkeit ist eine Überwachungskultur, eine Spitzelkultur. Die ständige Wachsamkeit meiner Kollegen und Freunde hat mich erledigt. Deshalb liefere ich jetzt Sushi und Pizza aus. Nicht, dass ich mich beschweren würde. Es ist ehrliche Arbeit, und sie hat mich dazu gebracht, wieder zu entdecken, wie man mit Menschen in der realen Welt umgeht. Ich bin eine freundlichere und respektvollere Person, jetzt, da ich nicht regelmäßig in den sozialen Medien bin, die Leute angreifen, weil sie nicht "nett" und "respektvoll" sind.

Ich mobbte und beschämte Leute für Vorfälle, die zur Schlagzeile wurden. Aber als sie durch eine reale Untersuchung bestätigt oder entlastet wurden, wurde sie von meiner Online-Community als Fußnote behandelt. Wenn jemand einen Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit überlebt, bedeutet das einfach, dass der Mob zu jemand anderem übergegangen ist. Niemand entschuldigt sich jemals für eine falsche Anschuldigung, und jeder hat ein selektives Gedächtnis bezüglich dessen, was er getan hat.




3. Jonathan Kane, kanadischer Herausgeber von Quillette, kommentiert den Fall des kanadischen Premierministers Justin Trudeau nach Beschuldigungen der Grapscherei. Ein Auszug:

Selbst die Medien wurden, von wenigen Ausnahmen abgesehen, unter Druck gesetzt, bei unbewiesenen Vorwürfen einen MeToo-Ansatz zu verfolgen. Im Juni veröffentlichte die "Globe & Mail", traditionell als Kanadas führende Zeitung bezeichnet, einen Artikel mit der Schlagzeile "Nach Galloway: Wir müssen den Schmerz einer Frau über den Ruf eines Mannes stellen" und argumentierte damit gemäß der mittlerweile modischen Vorstellung, dass ein faires Verfahren eine Art veraltetes Überbleibsel des patriarchalischen Denkens ist. Kanadas bekanntester selbsternannter "Medienkritiker" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Berichterstattung über die interne universitäre Untersuchung zu diskreditieren, die Galloway vom Vorwurf der Vergewaltigung entlastet hat. Die Kolumnisten der "Nation" haben auch die Verbreitung einer anonymen Medien-Blacklist von Männern angefeuert, die angeblich wegen sexueller Vergehen angeklagt wurden. Bei mindestens einem Ziel, dem Dichter und Herausgeber Jeramy Dodds, hat dies zu einer kafkaesken Tortur geführt, die bis heute andauert.

Trudeau hat das Recht, sich energisch gegen Behauptungen zu verteidigen, er habe vor 18 Jahren eine Frau befummelt. Aber als unser Premierminister sollte er auch das Recht auf ein ordnungsgemäßes Verfahren und die Unschuldsvermutung für alle Kanadier unterstützen – nicht nur für sich selbst. Pacetti, Paikin, Dodds, Weir, Galloway und Ururyar mögen sich fragen: Wo war die Stimme ihres Premierministers - einschließlich seiner Mantras über das Leben, das die Kunst von Akira Kurosawa imitierte - als sie sich in der Klemme befanden?

Aktivisten haben das Recht zu sagen, dass wir immer "dem Opfer glauben" müssen. Dies ist die traditionelle Rolle des Aktivisten - eine maximalistische Position im Namen einer Sache zu vertreten. Aber politische Führer, Richter und Gesetzgeber haben eine andere Rolle: aus solchen konkurrierenden (und am Rande unvereinbaren) Forderungen von Aktivisten Ordnung und Fairness zu schaffen, besonders wenn diese Forderungen auf geheiligte Rechte und bürgerliche Freiheiten einwirken.

Dieses Ausgleichsprojekt wird völlig unmöglich, wenn sich ein Premierminister von Anfang an zum MeToo-Chef des Landes erklärt. Das ist keine Rolle, die ein nationaler Führer spielen sollte. Es ist, wie das momentane Grapschgate zeigt, auch keine Rolle, die Trudeau selbst spielen sollte - denn nur wenige unter uns sind vollkommen rein, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Puritaner als Heuchler entlarvt wird.

Wenn Trudeau diese Realität nur anerkennen würde, anstatt sich in rhetorischen Knoten zu verstricken, würde er seinem Land und seinem Ruf einen großen Dienst erweisen. Es würde ihm auch erlauben, uns in ein ehrliches Gespräch über den richtigen Weg zu führen, MeToo mit der Notwendigkeit zu versöhnen, einen angemessenen Prozess zu gewährleisten - auch für all jene Angeklagten, die nicht zufällig der kanadische Premierminister sind.




4. Charlotte Roche ("Feuchtgebiete") hat nach Analfissuren jetzt ein neues Thema gefunden, das sie in die Zeitungen bringt: die Kombination von Tier- und Frauenrechten. Die "Tagespost" berichtet und kommentiert unter der Schlagzeile "Postfaktischer Gender-Veganismus":

Unter der Überschrift "Warum ich Tier-Feministin bin" liest man Sätze wie: "Wer als Vegetarier lebt, der beendet also nur das männliche Leid. Auf die weiblichen Produkte wird nicht verzichtet: Die Industrie braucht weiter Eier, Milch und Geburten. Deswegen leben die weiblichen Tiere viel länger in Gefangenschaft, damit ihnen diese Dinge rund um die Uhr abgezapft und gestohlen werden können. Ihre Produktivität wird zum Einsperrgrund." (...) Dass Charlotte Roche nun allerdings aus feministischer (Ideo-)Logik heraus argumentiert, die männlichen Tiere seien besser dran als die weiblichen, erscheint auf bezeichnende Weise bizarr (oder umgekehrt). Sie sagt es ganz explizit: "Die männlichen Tiere, Hähnchen und Bullen, werden schnell hochgezüchtet und geschlachtet. Mit dem Tod ist auch ihr Leid beendet." Nun gut, in einem gesellschaftlichen Klima, in dem Abtreibung und Euthanasie zunehmende Akzeptanz genießen, muss man sich über eine solche Argumentation wohl nicht wundern. Leben ist Leiden, das wusste schon Buddha.


Irgendwie erinert mich das an Hillary Clintons Bonmot, die ersten Opfer des Krieges seien Frauen, weil sie ja ihre Freunde, Ehemänner und Söhne verlören. Die Frauen leiden. Die Männer nicht, denn die sind ja tot. Die brutale Verknechtung des weiblichen Geschlechts von in ihren Schützengräben höhnisch lachender Männer muss endlich überwunden werden! Nieder mit dem Patriarchat!



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Man stelle sich mal die Schlagzeile "So schön versagen Frauen ..." in einem Online Auftritt eines "Leitmediums" vor. Keine Frage, vermutlich würde die Reaktion aus dem Feminismuslager ein mittleres Erdbeben auslösen.

Beim "Jugendabeleger" ze.tt von Zeit Online gibt es damit keine Probleme, wenn es um Männer geht. Dort heißt es: So schön versagen Männer beim Einkaufen.

Zu sehen sind ein paar Bilder von Instagram, unter dem Hashtag "miserable_man" – "miserable" lässt sich als "elend", ''erbärmlich", "jämmerlich", "armselig", und "unglücklich" übersetzen. Ich kann es nicht verstehen: WARUM WEHREN SICH NICHT ENDLICH MEHR MÄNNER GEGEN EINE SOLCHEN BEHANDLUNG? Wo sind die mutigen unerschrockenen Anwälte(innen), die sonst wegen jeder vermeintliche Ungerechtigkeit eine Prozess starten?

Was sieht man auf den Bildern? Es sind müde und erschöpfte Männer. Manche haben Handtaschen, die offensichtlich ihren Frauen gehören, manche haben Einkaufstüten oder sie schlafen.

Ist es legitim, diese Männer in diesem sehr persönlichen Moment so bloßzustellen? Nein. Vor allem dann nicht, wenn sie es offensichtlich aus Liebe zu ihren Frauen auf sich nehmen. Es sind auch Aufnahmen, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Dass so was auf Instagram möglich ist, mag man irgendwie noch für lustig halten. Aber dass eine große Zeitung, die sich selbst für ein wichtiges Leitmedium hält und auf seine links-liberale Weltanschauung mit einem großen Übervater Helmut Schmidt in der Historie stolz ist, dies bringt, das ist eine Frechheit!

In dem Beitrag heißt es: "Zum Glück konnten die meisten Männer einen passenden Stuhl oder eine andere Oberfläche finden, bevor sie sich dem totalen Zusammenbruch hingaben." Es ist nicht bekannt, ob die Männer vorher hart gearbeitet haben, ob sie krank sind oder nachts das Kind geschriehen hat! Auf den Bildern sind Asiaten zu sehen, das Powernapping gehört dort zur Kultur. In meiner Laufbahn in der Hotellerie habe ich oft Asiaten in der Lobby schlafen sehen, damit sie für später wieder fit sind. Ze.tt diskriminiert Männer.

Wehrt euch doch mal!

Ich drucke mittlerweile Beiträge von Arne, Lucas Schoppe und anderen Portalen aus und hänge sie an unser Schwarzes Brett. Ich tausche mich mit Kollegen aus - und merke: Ich bin nicht alleine! Redet darüber! Gebt Kommentare bei Zeit-Online ab!

Mittwoch, Juli 18, 2018

"Alte Säcke" und "hysterische Hyänen": Freunde und Gegner der sexuellen Revolution

1.
Frauen in meinem Alter lästern gern über gleichaltrige Männer, die eine junge Freundin haben: Ha! Die wollen ihre verlorene Jugend nachholen und angeben vor anderen alten Säcken. Und sowieso, Männer haben einfach Angst vor starken Frauen.

Im Einzelfall mag das stimmen, aber generell? Nun, ich weiss es nicht. Darum hab ich einfach einen gefragt. Guy ist 56, geschieden und hat erwachsene Kinder. Seit zwei Jahren ist er mit Francesca (31) liiert.


Hier geht es weiter.



2. Einer neuen Studie zufolge schadet Ehekrach Männern, während er Frauen unbeeindruckt lässt:

Eine 16-jährige Studie von US-Forschern hat herausgefunden, dass bei Konflikten in einer Ehe die Ehemänner mehr mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben, mehr Schlafprobleme haben und im Allgemeinen in einem schlechteren Gesundheitszustand sind.

Streitigkeiten über Kinder, Geld und Schwiegereltern können Stresshormone hervorrufen, die auf der ganzen Linie zu Problemen führen können.

Die Hauptautorin der Studie, Rosie Shrout von der Universität Nevada, sagte: "Ein Gefühl der Zugehörigkeit, Gefühle des Vertrauens und das Gefühl, dass Sie Ihr Partner versteht, sind in Beziehungen sehr wichtig. Wenn zwei Partner verschiedener Meinung sind und einer davon ist feindselig, negativ und zieht sich aus einer Beziehung zurück, zeigen andere Studien, dass dies Stress verursacht, der das Immunsystem beeinträchtigen und für die kardiovaskuläre Gesundheit schädlich sein kann."

(...) Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen tauchten jedoch ausschließlich bei Männern auf, während es bei Frauen anscheinend keinen Einfluss auf ihre Gesundheit hatte, wenn sie mit ihrem Partner nicht einverstanden waren.




3. Die Grünen im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald fordern, die "geschlechtergerechte Sprache" einzuführen, und stoßen bei den anderen Parteien auf ganz erheblichen Widerstand. (Die "Badische Zeitung" ist über die Schärfe dieses Widerstandes pflichtgemäß empört.) Das Ergebnis der Debatte:

Die neue Hauptsatzung wurde verabschiedet. Die Präambel noch um das dritte Geschlecht erweitert. Allerdings stimmten die Grünen nicht zu. "Wir können hier die Form nicht vom Inhalt trennen", so Silke Eisfeld. "Angesichts der Reaktionen der anderen Fraktionen verschlägt es mir die Sprache. Es zeigt, wie wichtig unser Antrag ist."




4. Raya la Ratha erklärt für die Richard-Dawkins-Stiftung, warum sie als Frau den aktuellen Gender-Feminismus als "antifeministisch" ablehnt:

Wir Frauen sind durchaus in der Lage, im normalen Studiengang und im normalen Betriebsgeschehen mitzumachen, ohne Sonderbehandlung, welche uns letztlich entmündigt und in die Position eines Kindes steckt sowie unsere Integrität und Souveränität, für die wir jahrhundertelang kämpften, in Frage stellt.

Nicht Segregation, sondern Inklusion ist progressiv und förderlich, auch wenn selbsternannten "für Frauenrechte Kämpfenden" und daraus Profitierenden (bspw. solchen, die sich gegenüber Frauen damit profilieren wollen, "wie sehr sie für die Rechte der unterdrückten Frau kämpfen") damit keine Plattform bliebe.

Und da wir bei "Sexismus" sind:

Am sexistischsten von allen sind jene Männer, die mir als Frau weismachen wollen, was wir bräuchten und was nicht, da wir offenbar nicht nur nicht in der Lage sind, geschlechtsunabhängig zu tun, was wir wollen, und Sonderrechte benötigen, sondern auch nicht wissen, was wir brauchen und dafür selbsternannte Frauenbeauftragte uns erklären können, was gut für uns ist.




5. Bei "Radio Puls" wird es heute um 22:45 Uhr eine Pro-und-Contra-Debatte zu MeToo geben. Die Gäste:

Thomas Schäfer-Elmayer, "Benimmpapst", Leiter der Tanzschule Elmayer: "In unserer Kultur ist es Gott sei Dank so, dass die Frau in der Gesellschaft im Rang höher steht als der Mann."

Anne Wizorek, Feministin und Gründerin der Aktion #aufschrei: "Die sexuelle Revolution ist ein abgewürgter Orgasmus. Da geht viel mehr."

Maximilian Pütz, Flirtcoach, "Pick-Up-Artist" und Co-Autor bei mehreren meiner Bücher: "#metoo hat Auswirkungen auf sehr viele Männer, die sowieso schon unsicher sind. Es gibt sehr viele hysterische Harpyien, die glauben, sie sprechen für alle Frauen."

Alexandra Stanic, Journalistin, biber: "Sexuelle Belästigung hat keine Herkunft, keine Hautfarbe, keine soziale Schicht, keinen Bildungsgrad – aber sehr wohl ein Geschlecht."


Sieht so aus, als müsste sich Maximilian nicht nur gegen drei andere Diskussionsteilnehmer, sondern auch erheblichen, demonstrativ gezeigten Sexismus behaupten. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei!



6. Da Anne Wizorek die "sexuelle Revolution" erwähnt ... Im Zeitalter von MeToo ist heterosexueller Sex ein einziges kaum überschaubares Krisengebiet geworden, berichtet Joanna Williams im liberalen Magazin Sp!ked:

Sex ist mittlerweile so kompliziert, dass viele junge Erwachsene ihn ganz aufgegeben zu haben scheinen. Jüngste Untersuchungen deuten darauf hin, dass einer von acht britischen 26-Jährigen noch nie Sex gehabt hat – gegenüber einem von 20 noch vor einer Generation. Die letztjährige "National Survey of Sexual Attitudes and Lifestyles" bestätigte diesen Trend und zeigte, dass 23 Prozent der 16- bis 24-Jährigen im vergangenen Jahr keinen Sex hatten. Offensichtlich war der Sex vor #MeToo, #TimesUp und all den Anschuldigungen über Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe, unerwünschte Küsse, zu lange Umarmungen und natürlich das Berühren der Knie rückläufig. Aber die endlose Berichterstattung über #MeToo hat sicherlich die Angst verstärkt, einander misszuverstehen, missbraucht oder falsch beschuldigt zu werden, verstärkt.

(...) In den letzten Jahren wurden viele Kampagnen in den sozialen Medien gestartet, nur um vergessen zu werden. MeToo ist anders. Heutzutage wird keine hochkarätige Frau interviewt, ohne nach ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung und ihren Ansichten über die #MeToo-Bewegung gefragt zu werden. Aber es trifft nicht nur Prominente: MeToo umfasst jeden. Die Belohnung für die Teilnahme daran ist die Mitgliedschaft in einer Gemeinde. Es gibt ein Publikum, das bereit ist, Ihre Erfahrungen zu bestätigen und Ihren Mut zu loben. Die Plattform ist vielleicht nur so lange sicher, bis jemand kommt, der mehr gelitten hat als Sie, und die Gemeinschaft ist vielleicht völlig imaginär, aber durch die Zugehörigkeit fühlt man sich stärker gemacht.

MeToo hält sich für revolutionär, zapft aber eine wohletablierte Geschichte von räuberischen Männern und verletzlichen Frauen an. Jeder neue Beitrag bekräftigt die bereits bestehende Annahme, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen auf dem Campus, am Arbeitsplatz und zu Hause weit verbreitet ist. Diese allgemeinen Behauptungen sind selten begründet und oft übertrieben, aber die #MeToo-Bewegung braucht keinen Beweis für weibliches Leid über ihre eigene Existenz hinaus.

(...) Frauen haben schon immer die Sexualität überwacht. Aber die Matriarchin, die Mädchen, die Jungen zu weit gehen ließen, mit schrecklichen Folgen drohte, wurde früher verspottet. Heute ist sie zurück - jetzt trägt sie eine Latzhose und einen "I heart consent"-Button. Sie warnt nicht vor ungewollter Schwangerschaft oder gar sexuell übertragbaren Infektionen. Stattdessen erzählt sie jungen Frauen von dem irreparablen psychischen Trauma, das sicherlich ausgelöst wird, wenn dem Sex nicht die Beschwörung von zuvor einstudierten Drehbüchern vorausgeht. Die #MeToo-Bewegung führt auf diese Weise zu einer Neubewertung der sexuellen Revolution als Spaß für Männer, aber schlecht für Frauen.

(...) Von Anfang an argumentierten Feministinnen, die sexuelle Revolution sei problematisch. Für Kate Millett und später Catharine MacKinnon und Andrea Dworkin war heterosexueller Sex ein Mittel, um die Kontrolle über Frauen durchzusetzen. Von Frauen wurde erwartet, dass sie sich hingeben befriedigt werden, von Männern, dass sie besitzen und dominieren. Spätere Panik-Kampagnen zogen eine Verbindung zwischen lockrem Sex und der Verbreitung des AIDS-Virus. Wie Katie Roiphe Anfang der 90er Jahre betonte, verlagerte sich der Fokus für junge Frauen damals von der "freien Liebe" auf den "sicheren Sex". Seitdem haben sich die Risiken des Gelegenheitssexes vom Körperlichen zum Seelischen verschoben. Sex mag nicht mehr zu einer ungewollten Schwangerschaft führen, aber, so wird es jungen Frauen beigebracht, zu niedrigem Selbstwertgefühl, Angst, Demütigung und Depressionen.

(...) Sex ohne Intimität wird als riskant empfunden. Sich einer anderen Person gegenüber verwundbar zu machen, erfordert einen großen Glaubenssprung, dass diese Person das Vertrauen, das man in sie setzt, nicht missbraucht. So viel steht auf dem Spiel. In der Spontaneität der Begegnung könnten Sie die Kontrolle verlieren. Ihr Partner kann andere Erwartungen haben. Sie sind vielleicht nicht in der Lage, Ihre Gefühle zu zeigen oder verständlich zu machen. Sie könnten etwas tun, was Sie später bereuen. Sie könnten unzufrieden, enttäuscht, abgelehnt und gedemütigt sein. Für die ohnehin Zerbrechlichen führt die Aussicht, dass ihre Verwundbarkeit aufgedeckt wird, zu Ängsten und Depressionen.

Die #MeToo-Bewegung wirft täglich Anschauungsmaterial für die Folgen des Missbrauchs von Vertrauen auf. Der Ruf nach einer stärkeren Regulierung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz, auf dem Campus und auf der Straße wird laut. Diese öffentliche Regelung der privaten Interaktion nimmt die während der sexuellen Revolution gewonnenen Freiheiten wieder weg. Es wird nicht mehr davon ausgegangen, dass Männer und Frauen als Gleichgestellte frei und spontan Beziehungen zu ihren eigenen Bedingungen aushandeln können. Stattdessen müssen sich die Menschen zu ihrer eigenen Sicherheit auf Regeln, Rahmen und Verhaltenskodizes beschränken. Wer sich weigert, braucht eine professionelle Umerziehung in Zustimmungs-Workshops.

(...) #MeToo ernährt sich von einer sexuellen Konterrevolution, ausgelöst durch eine Krise der Intimität. Aber die vorgeschlagenen Lösungen sind formal und technisch. Gespräche über Zustimmung, gemeinsame Genehmigungen, selbst unterzeichnete Erklärungen können nie eine befriedigende Lösung für den Vertrauensverlust zwischen Männern und Frauen darstellen. In der Tat, je mehr sexuelle Interaktionen überwacht werden, desto lauter ist die Botschaft, dass Sex von Natur aus riskant ist und desto mehr Vertrauen wird untergraben. Männer und Frauen treffen sich jetzt auf Augenhöhe, aber nur in dem Sinne, dass beide gleichermaßen nervös sind. Der Fokus auf Zustimmung macht Intimität unmöglich. Er schließt das Unbewachte und Spontane aus und besteht stattdessen darauf, dass man sich privat nach öffentlichen Maßstäben verhält.




7. Besonders pikant ist es, wenn sich MeToo mit Rassismus-Vorwürfen verbindet. So hat ein US-amerikanischer Richter jetzt eine Klage gegen die Universität von Missouri gestattet. Die Hochschule hatte einen schwarzen Doktoranden für zwei Jahre suspendiert, weil er eine weiße Kommilitonin mehrmals um ein Date gebeten hatte, woraufhin diese sich "unbehaglich" fühlte.



8. Die Post. Zu dem Interview mit der Frankfurter Neuen Presse, in dem Brigitta Wolff, die Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität, die hochkarätigen Forscher denunziert, die dort zu einem Wissenschaftskongress über familiäre Gewalt zusammengekommen waren, schreibt mir Kevin Fuchs:

Der Artikel beginnt ja mit dem "Versagen bei der Exzellenzinitiative" der Uni. Hmmm ... besteht da vielleicht auch ein vager Zusammenhang? Voraussetzung für "exzellente" Forschung ist auch eine offene Geisteshaltung. Ich kenne das aus dem Hochschulbetrieb sehr gut. Man knöpft sich überall zu, weil man keine "Probleme" haben will, man verhält sich defensiv und reserviert gegenüber Ungewohntem, weil man schlechte Presse fürchtet. Man schlägt sich allzu schnell auf die Seite derjenigen, die einen Diskurs - so nennt man das heute - gerade dominieren, weil es augenscheinlich sicher und einfach ist. Aber am Ende des Tages wundert man sich, warum die großen Ideen überall blühen, nur nicht auf dem eigenen Campus.

Brigitta Wolff erläutert ja nichts. Sie führt nicht näher aus, warum das "unzureichende Wissenschaft" sein soll. Kennt sie sich auf dem Gebiet überhaupt aus? Sie betreibt eigentlich nur Bashing. Sie tritt nach Leuten, die gerade nicht da sind.

Das Problem ist, dass dieser Bumerang auch schnell zurückfliegen kann. Immerhin war das eine Gemeinschaft international etablierter Forscher, die da auf dem Kongress aufgetreten sind. Deren Wirkungsradius kann auch dazu führen, dass das internationale Ansehen der Uni beschädigt wird. Wolff agiert hier sehr kurzsichtig. Ich würde den beteiligten Forschern raten, sich in Publikationen zur Wehr zu setzen und die Uni hier beim Namen zu nennen.

Dienstag, Juli 17, 2018

Frauen empört über Rentenbonus für Wehrpflichtige – News vom 17. Juli 2018

1. Wer in der Schweiz seiner Dienstpflicht im Militär oder Zivilschutz nachkommt, soll ein Jahr früher in Rente gehen dürfen. Das fordert der FDP-Nationalrat Walter Müller. Vor allem linke Frauen sind empört.



2. Die Frankfurter Neue Presse hat Brigitta Wolff, Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität, interviewt:

Frankfurter Neue Presse: Im vergangenen Jahr ist der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt ausgeladen worden, weil Proteste Linker befürchtet wurden. Im Frühjahr wollten Linke einen "Familienkongress" mit dem umstrittenen Soziologen Gerhard Amendt verhindern. Kann die Uni noch der Ort freier Auseinandersetzung sein?

Wolff: Ja. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit. Und es gibt einen Unterschied zwischen Stammtischdiskussionen und wissenschaftlichen Diskussionen. Das Präsidium und ich selbst sind der Auffassung, dass wir die Pflicht haben, Ort eines wissenschaftlichen, auch wissenschaftlich moderierten, freien gesellschaftlichen Diskurses zu sein, bei dem man sich auch Positionen anhören muss, die man selbst nicht teilt. Toleranz bedeutet gerade auch, Positionen zu respektieren, ja auszuhalten, die den eigenen Ansichten widersprechen. Andererseits sagen wir aber auch: Wir wollen nicht der Stammtisch der Region sein. Was beispielsweise Herrn Amendt angeht: Ich glaube, dass für viele erkennbar wurde, dass es sich hier um unzureichende Wissenschaft handelt. Wir haben daraus gelernt und schauen jetzt noch genauer hin, wer unsere Räume mieten will.


Tatsächlich waren für den von Professor Gerhard Amendt ausgerichteten Kongress über Familiengewalt international führende Experten bei diesem Thema zusammengekommen. Die Inhalte der Vorträge stehen noch immer für jeden nachlesbar online. Das einzige Problem des Kongresses war, dass der dort präsentierte Forschungsstand sich nicht mit der Auffassung feministischer Ideologen vereinbaren ließ, der zufolge häusliche Gewalt weit überwiegend patriarchale Männergewalt darstelle. In Wirklichkeit findet häusliche Gewalt aber systemisch und wechselseitig statt, und weibliche Täter stehen Männern in nichts nach. Genau das belegen hunderte internationaler Studien.

Es muss eine Freude sein, an einer Uni zu studieren und erst recht zu arbeiten, deren Chefin die Integrität Brigitta Wolffs besitzt. Mal eben eine Reihe hochkarätiger Forscher zu denunzieren, die aus der ganzen Welt zu einem Kongress an eben dieser Hochschule zusammengekommen waren, ist ein schon sehr ungewöhnliches Verhalten. Attacken wie die hier geäußerten gegen missliebige Wissenschaftler bewegen sich an der Grenze zum Rufmord. Sie lassen sich meines Erachtens nur durch den politischen Druck erklären, den einige Ideologen auf die Universität ausgeübt hatten.

Aufgabe der Präsidentin einer Hochschule wäre es gewesen, Wissenschaft auch dann zu verteidigen, wenn sie zu bei einigen Aktivisten politisch unerwünschten Ergebnissen führt. Wenn eine Hochschulpräsidentin stattdessen ankündigt, man werde zukünftig gründlicher aussieben, wer an einer Hochschule wissenschaftliche Erkenntnisse vorlegen darf, dann ist das beängstigend.



3. Der in der akademischen Fachzeitschrift "Journal of Information Ethics" veröffentlichte Aufsatz über die Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Veröffentlichungen steht inzwischen online.



4. Der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe beschäftigt sich heute damit, wie irrwitzig manche politischen Debatten geworden sind. Ein Auszug:

Katharina Schulze, Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen, erklärte in einem YouTube-Video engagiert, sie habe

"keinen Bock, dass alte weiße Männer, weil sie mit Vielfalt nicht zurechtkommen, unsere Zukunft verspielen".

Die Kontroverse zwischen CSU und CDU um die Einwanderungspolitik interpretierte sie so schlicht als Ausdruck von Alter, Hautfarbe und Geschlecht – alte weiße Männer sind bei ihr irgendwie DIE ANDEREN, die UNSERE Zukunft verspielen.

Inhaltlich ist das bestenfalls Quatsch, politisch ist es verrückt, einen Großteil der eigenen Wählerschaft aufgrund von Eigenschaften, die Menschen nicht ändern können, als destruktive Unmenschen hinzustellen.

Nun muss in demokratischen Debatten allerdings auch ein Platz für abseitige, zunächst verrückt wirkende Statements sein. Nur gibt es eine solche Debatte bei den Grünen eben gar nicht. Ebenso wie bei der extremen Äußerung des Hamburger Vize-Grünen Michael Gwosdz, der Männer pauschal als "potenzielle Vergewaltiger" hingestellt hatte, gibt es in der Partei nicht einmal einen Hauch von Kritik. Entweder sind tatsächlich alle ganz einverstanden damit, Menschen ihrer biologischen Gruppenzugehörigkeit entsprechend als Unmenschen zu präsentieren – oder die parteiinterne Debattenkultur ist so nachhaltig beschädigt, dass Kritiker solcher extremen Äußerungen mehr befürchten müssen als die, die sich so äußern.

Schlimmer noch: Medial wird es vollkommen akzeptiert, dass den Grünen die Selbstkorrektur einer offenen innerparteilichen Diskussion fehlt. Im Tagesspiegel ist soeben ein Text über Schulze erschienen, der ihr über eine ganze Zeitungsseite hinweg so distanz- und kritiklos huldigt, als wäre der bestellte DDR-Journalismus wieder auferstanden. Nur muss dieser Journalismus nicht einmal mehr bestellt werden, er bestellt sich selbst ein.

Schulze habe, so wird zum Beispiel ein Parteifreund distanzlos zitiert, "nicht nur ungeheure Energie und Empathie, sondern auch eine alles überragende Kompetenz". Hätte jemand dem Autor Armin Lehmann gesteckt, dass sie auch Kranke heilen, über Wasser wandern und Bierflaschen mit dem Augenlid öffnen kann – er hätte auch das noch in seinem Text untergebracht.

Dieser Autor ist ein weißer Mann, fühlt sich aber möglicherweise noch nicht alt genug, um zu Schulzes diversitätsfeindlichen Zerstörern der Welt gerechnet zu werden. Seine beschämend-liebedienerische Kritiklosigkeit ist aber ein gutes Beispiel für eine seltsame Vorliebe des politisch engagierten Journalismus für Extrempositionen.


Bemerkenswert ist allerdings, dass die Grünen trotz solcher Hosianna-Gesänge auf sie bei der letzten Bundestagswahl keine neun Prozent erreicht haben. Ohne dieses propagandistische Dauerfeuer in den Leitmedien wäre diese Partei längst von der Bildfläche verschwunden – oder müsste sich zumindest fragen, ob der ständige Sexismus in ihren Reihen nicht endlich eine Debatte wert wäre.



5. Bei der britischen Polizei ist man alles andere als begeistert davon, dass die Kräfte der Beamten darauf verschwendet werden, "Frauenfeindlichkeit" zum "Hassverbrechen" zu erklären. In den zwei Jahren, in denen diese Regelung gilt, war es zu einer einzigen Verurteilung gekommen.

Polizeibeamte erklärten, dass diese Regelung "einige Verhaltensweisen enthielt, die ziemlich trivial waren, keine polizeiliche Reaktion rechtfertigten und dass es eine Verschwendung von Ressourcen bedeutete, ohne durch ein Mandat der Öffentlichkeit unterstützt zu werden".

Ein Beamter sagte, dass sich diese Regelung "wie ein Projekt aufgrund reiner Eitelkeit anfühlt".

"Ich denke nur, wenn dir jemand hinterher pfeift, wenn du an einer Baustelle vorbeigehst: Na und? Im Ernst? Wenn jemand in einem Fitnessstudio zu mir käme und sagen würde: 'Du siehst gut aus in deinem Lycra', würde ich mich einfach dafür bedanken. Ich kann erkennen, was man mit diesen Gesetzen erreichen will, aber es tut mir leid für Kerle, weil sie verwirrt sein müssen durch das, was sie sagen können und was sie nicht sagen können. Und es ist in Ordnung für Frauen, wenn sie nach dem Äußeren gehen, weil es nichts anderes gibt. Wenn Frauen es aber genauso machen wie Männer, gilt es als akzeptabel. Also habe ich mit der Sache ganz schön zu kämpfen."

Montag, Juli 16, 2018

"So kannst du dich gegen rassistischen Feminismus einsetzen" – News vom 16. Juli 2018

1. "So kannst du dich gegen rassistischen Feminismus einsetzen" titelt das Nachrichtenportal "Watson". Aber wäre das nicht antifeministisch?



2. Watson meint übrigens nicht Feminismus, der so tut, als wäre er links, aber rhetorisch auftritt wie Heinrich Himmler. Obwohl viele sicher auch für Tipps, wie man sich gegen diesen Feminismus einsetzen kann, dankbar wären.



3. Intensiv diskutiert wird im Feminismus immer noch, ob es eine Frau zur Hochverräterin macht, wenn sie mit Männern schläft. Christian Schmidt berichtet.



4. Altersarmut ist nicht mehr weiblich:

Ende des nächsten Jahrzehnts wären (...) eine Million Rentner auf Grundsicherung angewiesen, sechs Prozent der Männer und 4,4 Prozent der Frauen.




5. Trotzdem benötigen Frauen natürlich weiterhin unsere finanzielle Unterstützung. So kann man beispielsweise Kylie Jenner spenden, damit sie die jüngste Milliardärin der Welt wird.



6. Ein ernsthafteres Thema: In Uganda müssen Jungen eine Zwangsbeschneidung über sich ergehen lassen, bevor sie medizinische Hilfe erhalten.



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem gestern auf Genderama veröffentlichten Beitrag über die Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Literatur:

Dank des Blogs von Herrn Danisch, der auf Ihre Seite verlinkte, konnte ich nun endlich das Rätsel lösen, wer mit der Männerbewegung "Maskulismus" gemeint sein könnte.

Im Zug traf ich 2017 eine Frau, die war davon überzeugt, dass die Kölner Silvester-Opfer durch den Club der Maskulisten organsiert sein muss und den Migranten nur untergeschoben wurde. Die Frau verwendete keinen Konjunktiv.

Das fanden die Mitreisenden, männlich und auch weiblich, so eine ungeheuere Verschwörungstheorie, dass wir nur lachten und diese Dame sich nicht mehr ausfragen ließ (Details zu dem Club, dem sie es zuschrieb) und hartnäckig beim Themenwechsel blieb. Normalerweise vollkommen unbedeutend, aber die Frau stieg in Tutzing dem Zug nach München zu. In Tutzing ist die Evangelische Akademie und die Akademie für politische Bildung.

Vielleicht für Sie nicht uninteressant, welche wilden Verschwörungstheorien in der Frauenwelt herumschwirren.

Sonntag, Juli 15, 2018

Fachzeitschrift berichtet über Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Literatur

In der aktuellen Ausgabe der akademischen Fachzeitschrift "Journal of Information Ethics" (siehe auch hier) findet sich Kåre Fogs Beitrag "Feminist Censorship: The Lace Curtain" über die Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Publikationen. In der Zusammenfassung dieses Aufsatzes heißt es:

Diejenigen, die eine feministische Agenda verkünden, haben guten Zugang zu den Medien, während der Zugang zu den Medien für diejenigen, die sich zwar für die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter einsetzen, aber gegen den Feminismus sind, oft stark eingeschränkt wird. Die Analyse von Fernsehsendungen zeigt, dass, sobald eine Person etwas gegen die Agenda führender Feministinnen sagt, der "Spitzenvorhang" [im Original: "Lace Curtain"] fällt und jeder weitere Zugang zu den Medien gestoppt wird. Wenn eine Person ein Buch schreibt, das den Feminismus kritisiert, ist es oft sehr schwierig, einen Verlag zu finden, der das Buch veröffentlicht. Wenn ein Buch nach zahlreichen Ablehnungen endlich einen Verlag gefunden hat, wird es oft nicht in den Medien besprochen, so dass es in Vergessenheit gerät und keine Wirkung hat. Dies gilt auch für Bücher, die ausgewogen und moderat sind, und für wissenschaftliche Bücher mit vielen Quellenangaben.

(...) Die Untersuchung eines internationalen Katalogs von mehr als 10.000 großen Bibliotheken zeigt, dass pro-feministische Bücher, einschließlich solcher, die einen extrem starken Hass auf Männer aufweisen, in mehr Bibliotheken vorhanden sind als Bücher, die den Standpunkt von Männern verteidigen, und dass sie in wesentlich mehr Sprachen übersetzt werden. Bücher, die keinen kommerziellen Verlag gefunden haben und von ihrem Autor privat herausgegeben werden, sind in extrem wenigen Bibliotheken vorhanden und daher für die Öffentlichkeit kaum zugänglich, weil man nichts von ihnen erfährt und man sie nicht in Bibliothekskatalogen findet.


Kåre Fog zufolge stellt diese Unterdrückung von Auffassungen, die konträr zu den Diskursen der Herrschenden stehen, eine Form von Totalitarismus dar.

Teil seines Fachaufsatzes ist eine Analyse der Veröffentlichungsprobleme internationaler Autoren, beginnend mit Warren Farrell und Neil Lyndon, die sich nicht einmal unbedingt als "antifeministisch" verstehen (wiewohl sie mit diesem Begriff stigmatisiert werden), aber in bestimmten Fragen von den herrschenden feminsitischen Auffassungen abweichen. Auch meine eigene Publikationsgeschichte wird dargestellt. Ich zitiere die entsprechenden Passagen hier im englischen Original:

In Germany, Arne Hoffmann (2001) wrote the book "Sind Frauen bessere Menschen?" (Are women better people?). It gathers an unsurpassed amount of documentation on issues where men are not as bad or dominant as feminists claim – dealing with statistics on rape, partner violence, pay gap, differential mortality, suicide rates, and much more. He had not foreseen how difficult it would be to find a publisher for the book. In the course of a year, he got rejections from more than 80 different publishing companies, for instance on the ground that the text was too "polarizing". One company wrote that they would publish such a manuscript only if it were written by a woman. Others replied that it was too risky for them to have a work criticizing feminism in their program. The first female editing consultant that received the manuscript broke off her work prematurely and refused to work further on the job. It was finally published by one company; it got little publicity in printed media, but gradually much attention on the internet – until the editors of the news magazine FOCUS one and a half year later accidentally stumbled upon the title. They wrote to Hoffmann: "Why have we heard nothing about this book before now? Hasn´t the publisher sent out any review exemplars?" Eventually, he received dozens of enthusiastic reviews on Amazon, and he received a prize from a scientific foundation for humanism and enlightenment.

The book is so full of detailed facts that it does not constitute easy reading, but due to its wealth of information, it has become somewhat a bible for the men´s movements. However, when the book sold out, it was not reprinted. Only around ten years later Hoffmann successfully reclaimed the rights to his manuscript from its publisher, and – figuring out that it would be even more difficult to find a new publisher for a political book being now that many years old – decided for publishing it privately as an e-book to be purchased at a price of 5 Euro. Although Hoffmann had meanwhile become a well-known political journalist and author of several bestselling books with leading German publishing houses (e.g. Heyne, belonging to Random House), it is still excruciatingly difficult for him to find a publisher for any book criticizing feminism or arguing for the rights and issues of boys and men. Hoffmann´s newest book, taking the political left (Hoffmann's home base) to task for negligence of these issues, is now offered without a publishing house via Amazon's Create Space – a new possibility to publish books as a writer alone.


Wir sind hier in der Tat nicht weit entfernt vom Samisdat, auch wenn es mir nach oft jahrelanger Vorarbeit doch gelingt, die eine oder andere Verlagspublikation zu diesem Thema zu ermöglichen. (Publikationen zu anderen Themen sind weit weniger schwierig.)

Im Verlauf seines Aufsatzes kommt Kåre Fog auch auf die Unterdrückung systemkritischer Publikationen durch Gewalt zu sprechen, wie sie hierzulande etwa Esther Vilar geschehen ist, die nach einem Buch, das die feministische Ideologie hinterfragte, von Frauen zusammengeschlagen wurde, permanent Morddrohungen erhielt und aus Deutschland fliehen musste. In Großbritannien machte Erin Pizzey - Mitbegründerin des ersten modernen Frauenhauses, aber aufgrund ihrer Erfahrungen später feminismukritisch - eine ähnliche Erfahrung.

In den abschließenden Bemerkungen des Aufsatzes heißt es:

Die Schwierigkeiten, die Gegner des Feminismus hatten, Verleger zu finden, sind ungewöhnlich groß – so groß, dass einer von ihnen sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erhielt. Schließlich finden zwar viele von ihnen einen Verleger, aber viele andere nicht. Einige lösen das Problem, indem sie ihren eigenen Verlag gründen, indem sie Bücher per Print-on-Demand produzieren oder indem sie E-Books produzieren, die über eine private E-Mail-Adresse verkauft werden. Die Daten zu den Bibliotheksbänden deuten darauf hin, dass einige Gegner des Feminismus einen moderaten Durchbruch erzielen, während andere, insbesondere diejenigen, die es nie geschafft haben, einen kommerziellen Verlag zu finden, in den Bibliotheken sehr schlecht vertreten sind. Wir können nur erahnen, wie viele Manuskripte unveröffentlicht und unbekannt geblieben sind.


(Ich möchte noch einmal betonen, dass ich mich nicht als "Gegner des Feminismus" sehe, was bei mitunter komplett konträren Weltsichten verschiedener Feministinnen auch schwierig wäre, solange man keine dezidiert traditionalistische Haltung vertritt, sondern als Kritiker ganz bestimmter feministischer Auffassungen, Diskurse und Strukturen.)

Wie schwierig es ist, einfach so eine feminismuskritische Analyse zu veröffentlichen, durfte ironischerweise Kåre Fog selbst erfahren, als seinem Aufsatz – was in dem zitierten Magazin sonst unüblich ist – eine Gegenmeinung von einer Feministin folgte, Gita Mantakala, die argumentierte, veröffentlichte Buchautorinnen wie Christina Hoff Sommers würden doch belegen, dass die Veröffentlichung feminismuskritischer Literatur sehr wohl möglich sei. Dieser Einwand führt natürlich insofern irre, als Sommers selbst eine Feministin ist, ähnlich wie andere veröffentlichte Feminismuskritikerinnen. (In den USA könnte man hier etwa noch an Wendy McElroy denken, in Deutschland an Astrid von Friesen, Sveja Flaßpöhler und sogar Birgit Kelle, die ja auch einen eigenen Feminismus vertritt.) So argumentiert auch Kåre Fog, der die feministische Gegenrede seinerseits mit einigen wenigen Absätzen kommentieren darf:

Manaktala argumentiert, dass antifeministische Texte tatsächlich von Mainstream-Unternehmen veröffentlicht wurden, und erwähnt Bücher dieser Autoren: Carrie Lukas, Christina Hoff Sommers, Elizabeth Fox Genovese, Caitlin Flanagan und Katie Roiphe. Zusammen mit Daphne Patai und Noretta Koertge, die ich in meiner Arbeit zitiere, haben wir hier sieben Autoren - und sie sind alle Frauen. Das bestätigt, was Arne Hoffmann berichtet: Ein solches Manuskript kann nur veröffentlicht werden, wenn es von einer Frau geschrieben wurde.


Oder wenn man, so wie ich, eine ganz außergewöhnliche Hartnäckigkeit an den Tag legt.

Insgesamt legt Kåre Fogs Aufsatz nachvollziehbar dar, warum das "Männerthema" für Liberale, auch wenn sie sich kaum für Geschlechterpolitik interessieren, eine große Bedeutung besitzen sollte. Für eine freie Gesellschaft stellt die skizzierte Unterdrückung missliebiger Meinungen ein grundsätzliches Problem dar.

Samstag, Juli 14, 2018

Gleichstellungsministerin (SPD) argumentiert wie eine Maskulistin – News vom 14. Juli 2018

1. Während die deutschen Sozialdemokraten Männer zumeist angreifen und ihre geschlechtsspezifischen Anliegen ignorieren, tanzt eine ihrer Ministerinnen aus der Reihe: Petra Köpping, Gleichstellungs- und Integrationsministerin in Sachsen. So gehört zu dem "MDR-Kultur-Spezial" Wenn Frauen Täterinnen sind - Gewalt in Partnerschaften auch der Beitrag Schutz von Männern als Thema der Politik. Er enthält Statements von Köpping, mit denen sie sich für männliche Gewaltopfer ebenso überzeugend einsetzt, wie es die Männerrechtsbewegung seit langen Jahren tut.



2. Die MeToo Kritikerin Svenja Flaßpöhler stößt, anders als männliche Kritiker dieser Bewegung, anhaltend auf das Interesse der Medien. Inzwischen hat sie der "Cicero" interviewt: "Man hält krampfhaft am Opferdiskurs fest."



3. In der "Frankfurter Rundschau" plädiert die Managementberaterin Stephanie Borgert ebenfalls gegen den feministischen Opferdiskurs: "Hört auf zu quengeln!"



4. Das maskulistische Blog "Uepsilonniks" arbeitet mit einem weiteren Beitrag an einer noch zu begründenden maskulistischen Filmkritik und bespricht den Film ""Criminal Squad" als eine "Liebeserklärung an harte, aber liebevolle Männer".

Freitag, Juli 13, 2018

Fußball-WM: FIFA greift durch gegen Sexismus – News vom 13. Juli 2018

1. Vor ein paar Wochen habe ich hier festgestellt, dass der Kampf gegen "Sexismus" längst nicht mehr Übergriffe, sondern die weibliche Schönheit selbst zum Ziel hat. Dazu passt auch diese Meldung:

Wenn der Fußball auf dem Feld bei der WM 2018 gerade nicht viel Charme versprüht, zieht die TV-Kamera gerne über die Tribüne und fängt diverse Fans ein. Die FIFA hat allerdings erkannt, dass dabei besonders gerne junge, attraktive Frauen eingeblendet werden. Dies soll in Zukunft unterlassen werden, wie Gleichstellungs-Direktor Federico Addiechi betonte. Eine entsprechende Anweisung an die Regie-Teams der einzelnen Länder sei bereits erfolgt. Frauen sollen auch im Fußball mit mehr Respekt gesehen werden.


Wenn man Zuschauerinnen zeigt, die ein Stadion besuchen, nachdem sie sich hübsch zurechtgemacht haben, dann gilt das heutzutage also als Respektlosigkeit gegenüber Frauen.

Ein Leser, der mich auf diesen Artikel aufmerksam machte, schreibt mir dazu:

Ich mag weder Fußball noch kann ich mit dem Milieu was anfangen. Aber was der FIFA-Gleichstellungsdirektor von sich gibt ist entweder eine neue Prüderie oder Symptom einer Geisteskrankheit. Versteht er nicht das es einen Zusammenhang zwischen Hochleistungssport und sexueller Attraktion gibt? Das Männer sich verausgaben, um Frauen zu beeindrucken, dass Frauen von dem Spektakel angezogen werden und sich nicht zufällig in relativ freizügige Monturen begeben? Würden diese Leute wenigstens eine religiös begründete Moral ins Feld führen können, dann wäre das ja noch rational nachvollziehbar. Aber die haben gar nichts außer Leerworten wie "Sexismus", Herdentrieb und virtue signalling ohne Werte zu vertreten, die mehr sind als eine dünne Farbschicht. Die Taliban sind rationaler als diese Leute, das Endresultat wird aber beides sein: Frauen werden unsichtbar werden.




2. In der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Claudia Mäder mit dem neuen Sex-Gesetz in Schweden (Genderama berichtete):

Nicht erst wenn der Akt von einer Seite vernehmbar abgelehnt, er aber trotzdem vollzogen wird, ist Sex hier justiziabel. Vielmehr ist er in dieser Lesart schon dann ein Straftatbestand, wenn ihm keine deutliche Zustimmung vorausgegangen ist – wobei freilich alles andere als klar ist, wie das entscheidende "Ja" aussehen soll (war Annas Nicken ein Ja?), wann es erfolgen muss (reichen Küsse beim Vorspiel, oder sind sie bei jeder Stellung zu wiederholen?) und, vor allem, wie es vor Gericht bewiesen oder bestritten werden kann – hat Anna im Bett denn nun genickt oder nicht?

(...) Wohl bezeichnet sich die schwedische Regierung stolz und ausdrücklich als feministisch – dass sie mit ihrem Vorgehen die Frauen stärkt, ist aber zu bezweifeln. Wo es um Vergewaltigung geht, werden immer auch Geschlechterrollen verhandelt, und zwar bis heute auf äusserst dichotome Weise. "Der Vergewaltigungsdiskurs ist eine der letzten Bastionen und Brutzellen für Geschlechterzuschreibungen, die wir sonst kaum wagen würden zu denken, geschweige denn auszusprechen." So formuliert die feministische Kulturwissenschafterin Mithu Melanie Sanyal den Umstand, dass wir sexuelle Gewalt automatisch mit aktiv-aggressiven Männern und passiv-bedrohten Frauen in Verbindung bringen. Im Schweizer Strafgesetz zeigt sich diese Annahme ganz direkt – noch immer ist Vergewaltigung hierzulande ein Verbrechen, das explizit und ausschliesslich Frauen widerfahren kann. In gendersensibleren Gefilden hütet man sich natürlich vor derart platten Formulierungen, doch an der Sachlage ändert das nichts. Das schwedische Gesetz wurde im Zuge der dort sehr heftig geführten #MeToo-Debatte vorangetrieben – es geht also auch beim Schutz von "Sexualpartnern" und "Personen" letztlich um den Schutz der Frauen.

(...) Auf diese Weise wird freilich auch der immerzu gefährlich lüsterne Mann in ein Schema zurückgepresst, das man eigentlich überholt geglaubt hat. In den 1970er Jahren erklärte Susan Brownmiller die Vergewaltigung zur Basisstruktur des Patriarchats. Weil sie aufgrund ihres Körpers zur Ausübung sexueller Gewalt in der Lage seien, so ihr Argument, hielten alle Männer alle Frauen in einem Zustand permanenter Einschüchterung und Unterdrückung; "rape-supportive culture" ist das Wort, das die amerikanische Feministin für diesen vorgeblichen Urzustand prägte. (...) Blickt man auf das schwedische Gesetz, tritt einem die männliche "rape culture" (...) deutlicher denn je vor Augen, ja mehr noch: Wo alles Vergewaltigung ist, was nicht nachweislich einvernehmlich war, rückt der Sex an und für sich unvermeidlich in eine beängstigende Nähe zum Verbrechen.


Claudia Mäders Einschätzung nach

nähern wir uns durch das permanente öffentliche Aushandeln just jener vom Sex besessenen und verängstigten Gesellschaft an, die Foucault anno 1979 als "worst case" prophezeit hat: "Die Sexualität wird keine Verhaltensweise mehr sein, die mit bestimmten Verboten belegt ist, sondern eine überall lauernde Gefahr, ein allgegenwärtiges Gespenst (. . .) das in allen sozialen Beziehungen, zwischen allen Altersgruppen und zwischen den einzelnen Menschen zur Bedrohung wird."




3. Mit Stefan Niggemeier und seinem Verhör des Kolumnisten Harald Martenstein geht Lutz Bierend schärfer ins Gericht als ich. Ich zitiere mal eine weniger drastische, aber nichtsdestoweniger deutliche Passage aus Bierends Artikel:

Die Mär von "an Minderheitsleiden unerfahrenen altern weissen Heteros" ist und bleibt sexistisch, rassistisches Voruteilsgeblubber, dass sich auf einem Niveau eines AFD-Anhängers bewegt, der meint die Asylanten bekommens reingesteckt, während unsere deutschen Rentner hungern.

Der Zweck ist der Gleiche: Mitleid abzutöten, indem man Einzelfälle pauschalisiert. Die privilegierten Menschen sind eine Minderheit, und haben diese Privilegien nicht, weil sie weiß, alt oder heterosexuell sind, sondern weil sie meist aus privilegierten Familie kommen. Alle anderen müssen dafür kämpfen, dass sie über die Runden kommen und auch ich als alter, weißer Hetero musste irgendwann entscheiden, ob ich Karriere machen will, oder meine Kinder groß werden sehe.

Wenn Familie für Frauen ein Karrierehemnis ist, dann liegt das leider daran, dass Frauen in Punkto Familie privilegiert sind und Arbeitgeber bei ihnen eher vermuten, dass sie dieses Privileg nutzen werden.

Wer dieses Privileg nicht sehen will, ist der ist leider der kapitalistischen Lebenslüge auf den Leim gegangen, dass Karriere glücklich macht. Und dieses Problem liese sich einfach lösen. Einfach etwas von diesem Privileg mit den Vätern teilen.




4. Vor einigen Wochen fragte die Genderwissenschaftlerin Professor Suzanna Walters in der Washington Post "Why can't we hate men?" und plädierte damit für mehr Hass gegen das andere Geschlecht. Darauf gibt es von Professorin Janice Fiamengo eine Erwiderung in Form eines knapp achtminütigen Videos, das jetzt mit deutschen Untertiteln in der Mediathek von AGENS online steht. (Die Untertitel lassen sich durch das entsprechende Icon unter dem Video einschalten.) Fiamengo legt dar, warum Frauen wie Walters tatsächlich von Hass auf das andere Geschlecht erfüllt sein dürften. Dieses Video sollte man eigentlich unter jeden Kommentar in den sozialen Medien setzen, mit dem sexistische Hetze gegen Männer betrieben wird.

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