Dienstag, Oktober 24, 2017

Birgit Kelle zur Sexismus-Debatte: "Komm runter, Mädchen!" – News vom 24. Oktober 2017

Die Sexismus-Debatte hält in unseren Leitmedien weiterhin an. In einem Text der Feministin Franziska Schutzbach verdichtet sich die Stoßrichtung dieser Debatte:

Die Zeit der breitbeinigen Männlichkeit, der Polter-Eidgenossen, Welterklärer, Maskulisten, Mansplainer, Werte-Verkünder, Pussygrabscher und Bescheidwisser ist vorbei. Sie sterben bald aus.


Schutzbachs Beitrag ist von nicht wenig Ideologie durchtränkt: Bespielsweise möchte sie uns Männern die "Weltherrschaft" wegnehmen – meine kann sie gerne haben. Dafür mangelt es ihr für jemanden, der Geschlechterforschung unterrichtet, ganz erstaunlich an Fachwissen. ("Weshalb geht sexualisierte Gewalt fast ausschliesslich von Männern aus?" fragt Schutzbach etwa allen Ernstes.) Präsent ist auch die übliche feministische Rhetorik, der zufolge jede Stimme der Kritk beweise, wie richtig das radikalfeministische Lager liege. Würde man dieser Logik folgen, säßen die radikalen Feministinnen fest im Sattel, denn vernünftige Gegenstimmen zu der allgemeinen Männer-Verdammung gibt es weiterhin – Gegenstimmen übrigens von Frauen wie Männern.

"Ein Staatsamt eignet sich nicht für politische Kampagnen" schreibt Jost Müller-Neuhof zunächst mal Sawsan Chebli ins Stammbuch. Der Artikel ist in Gänze lesenswert.

In der "Welt" gelangt Kathrin Spoerr in dem Artikel "Wir wollen doch alle nur spielen" zu folgendem Fazit:

Ja, die Grenze zwischen Spiel und Belästigung ist schmal, und manchmal geht einer einen Schritt zu weit. Doch die meisten Männer und Frauen kennen die Grenze sehr genau. Wenn das Kompliment eines älteren Mannes, eine Bemerkung, von der beide wussten, dass sie nicht verletzen sollte, Sexismusschock ist, dann verschiebt sich diese Grenze gerade – und zwar in die falsche Richtung.


Bei der FDP widerspricht Katja Suding dem Wunsch der SPD nach einer nochmaligen Verschärfung des Sexualstrafrechts:

Schärfere Gesetze, wie sie Familienministerin Barley forderte, "helfen allerdings nicht weiter", sagte Suding und sieht keinen Handlungsauftrag für die Jamaika-Koalitionäre. Schon zuvor hat Suding Position bezogen. Sie selbst wehre sich gegen "dumme Sprüche", sagte Suding in der Debatte über Sexismus-Vorwürfe in der Berliner CDU. Wer das nicht könne, müsse "solidarisieren und Hilfe suchen". Jungen Frauen müsse vermittelt werden, dass sie sich gegen sexistische Übergriffe wehren dürften.


Birgit Kelle besticht ohnehin durch ihre unnachahmliche Art, an das Thema heranzugehen.

Im Schweizer "Tagesanzeiger" kritisiert Axel Flach, dass sich die Jusos mit Sexismus zu profilieren versuchen, und wirft ihnen vor, dass ihre Vorschläge nach separaten Frauenräumen in Clubs "reißerisch und unumsetzbar" seien.

Die Faktenchecker-Website "Mimikama" überprüft eine Meldung über angeblich überfallene und brutal misshandelte Frauen in Deutschland.

Die Washington Post weist darauf hin, dass sich Harvey Weinstein gegenüber Männern genauso übel wie gegenüber Frauen verhalten habe. Das entzieht einer reinen Frauenschutz-Kampagne ebenfalls das Fundament. Zudem: Hätte man sich früher darum gekümmert, was Weinstein seinen Mitarbeitern generell antut, wäre man unweigerlich auch auf seine sexuellen Übergriffe gestoßen.

Im US-amerikanischen "National Review" schließlich schreibt Annika Henroth-Rothstein über #MeToo and Trial by Mob. Ein Auszug:

As a mother raising boys in this era, one of them a teenager, I now have to have a long talk with them, warning them that they can be accused after the fact, that in any and all situations that start off consensual they can be deemed a culprit, and that it is important to err on the side of caution when it comes to relationships with girls. This pains me, as both boys and girls are missing out on all the giddy excitement of adolescence, the innocent phase before things cross a line, and I am afraid that we have forever erased the line between childhood and adulthood and tainted what was once innocent with our assumption of guilt, abuse, and shame. There are no more gray areas, just black and white, and for that I believe we are all the poorer, as people and as a society.

(...) I hesitated for two days to write about this topic because, honestly, I was afraid of the backlash. We live in a time where one must take sides or face the consequences and outrage, and there is very little space left for debate and shades of gray. That, in itself, freaks me out. A lot.


Zuletzt die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem SPD-Aufschrei nach noch mehr Law und Order im zwischenmenschlichen Bereich:

Sie haben ganz Recht: Nach der Gesetzesverschärfung ist vor der Gesetzesverschärfung. Ein Trend setzt sich gnadenlos fort - das ist sein Wesen. Bis es mehr und mehr Menschen doch zuviel wird und sie mit ihm brechen.

Apropos SPD: Erinnern Sie sich an den US-Western "Ringo"? Am Anfang des Films marschiert ein Verein für Sitte und Tugend auf, der ein Barmädchen zur Stadt hinaustreibt. Dieser Verein steht heute an der Spitze der SPD. Natürlich in zeitgemäßen Begriffen gewandet. Aber drinnen stecken dieselben Totenköpfe und Lebensfeinde.

Montag, Oktober 23, 2017

SPD will "Hand auf Knie" strafbar machen – News vom 23. Oktober 2017

1. Als die SPD im November 2016 auf feministischen Druck hin eine nochmalige Verschärfung des Sexualstrafrechts durchsetzte (ohne auf das Ergebnis einer Expertenkomission zu warten), habe ich auf Genderama immer wieder Kritiker dieser Verschärfung zu Wort kommen lassen. Dabei lauteten zwei Argumente: Das Sexualstrafrecht sei ohnehin schon immer wieder verschärft worden; bis zur nächsten Forderung nach einer weiteren Verschärfung dürfte es auch nicht lange dauern.

Und zack! – es hat nicht mal ein volles Jahr gebraucht:

"Was körperliche Übergriffe angeht, wie Hand aufs Knie legen, sollten wir juristisch schärfer werden", sagte [Noch-Frauenministerin Katarina] Barley den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Bei Sexismus gehe es nicht ums Flirten, sondern immer um Macht. Deshalb müsse sich das "Machtgefälle zwischen den Geschlechtern" in Deutschland ändern. "Das hat auch etwas mit fehlender Lohngerechtigkeit zu tun, mit dem Frauenanteil in den Parlamenten, mit einem Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen", sagte sie. "All das muss kommen, damit sich die gönnerhafte, anmaßende, abwertende, übergriffige Einstellung vieler Männern ändert", sagte die SPD-Politikerin.


Interessant ist die Frage, warum genau die SPD jetzt eine erneute Gesetzesverschärfung fordert. Hat sich seit November letzten Jahres die Situation hierzulande in irgendeiner Form geändert, was sexuelle Übergriffe angeht? Gibt es dringenden Handlungsbedarf? Nein. Das einzig Neue ist, dass es jetzt den Fall Harvey Weinstein in Hollywood gibt. Deswegen deutsche Gesetze verschärfen zu wollen ist Populismus pur. Auch dafür wurde die SPD vor wenigen Wochem vom Wähler abgewatscht.

Oder soll Barleys Forderung eine Reaktion darauf sein, dass ihr Parteimitglied Sawsan Chebli als "jung und schön" bezeichnet wurde? Dann müsste Barley konsequenterweise solche Äußerungen strafbar machen. Womit wir bei der nächsten Frage wären: Wenn man nach den Erfahrungen der letzten Jahre gehe, zieht jede Verschärfung des Sexualstrafrechts eine baldige erneute Forderung nach einer noch strengeren Verschärfung nach sich. Wie sähe diese neue Forderung aus, nachdem die Hand auf dem Knie strafbar gewoden ist? Die Hand auf der Schulter? Eine zu lange Umarmung? Auch Letzteres wird ja von Barley angeprangert:

Bei Fototerminen, gibt es schon den einen oder anderen, der bei der Umarmung oder wenn man eng beieinander steht, seine Hand mal länger auf der Taille lässt oder fester zugreift.


Ich bin gespannt, wie weit der sozialdemokratische Wunsch, zwischenmenschliche Probleme durch das Strafrecht regeln zu wollen, noch gehen wird.



2. Die Schauspielerin Hannelore Elsner findet die #MeToo-Kampagne verlogen:

Schauspielerin Hannelore Elsner hegt laut der "SZ" Zweifel daran, ob Artikel über Sexismus überhaupt etwas bringen. Es sei "doch verlogen, sich jetzt in solchen Sexgeschichten zu suhlen", wird die 75-Jährige zitiert. Artikel über sexuelle Belästigungen dienten nur dem Voyeurismus und führten ihrer Meinung nach kaum dazu, dass "Männer Frauen nicht mehr betatschen". In ihrer 50-jährigen Karriere habe sie viel mitbekommen. "Wissen tun es sowieso alle." Ihr selbst sei nie etwas passiert, da sie frühzeitig entschieden habe, niemals Erfolg "über die Besetzungscouch" haben zu wollen.




3. Die Feministin Mithu Sanyal plädiert beharrlich weiter dafür, auch Männern in der Sexismus-Debatte zuzuhören – diesmal im Interview mit der "Frankfurter Rundschau":

Mir fehlen aber oft die Stimmen der Männer, vor allem der männlichen Opfer. Es gab ein paar in meinem Facebook-Feed, die ihre Erfahrungen gepostet haben, auf Twitter gab es dagegen sehr wenig männliche Stimmen. Da waren Männer mehr als Täter angesprochen. Bei denen, die sich doch zu Wort meldeten, gab es häufig einen Unterton von "Jetzt wollen die wieder die ganze Aufmerksamkeit", was bei dem Thema sexuelle Gewalt nicht dem Bild in Deutschland entspricht. Sexuelle Gewalt gegen Männer wird sehr wenig thematisiert. Es wäre mir ein Anliegen, dass Männer sich in solchen Debatten auch zu Wort melden dürfen. Auch für Frauen kann das wichtig sein. Sie sagen: Wenn Männer auch von sexualisierter Gewalt betroffen sein können, bin ich nicht mehr das "bedrohte Geschlecht". (...) Meine Aufforderung an uns als Gesellschaft ist, die Männer, die über ihre eigenen Erfahrungen reden, anzuhören und ernst zu nehmen.


Es gibt also wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont.

Aber warum denken nicht alle Feministinnen so wie Mithu Sanyal? Weil damit zwar vielen Opfern – Frauen wie Männern – geholfen wäre und sich eine stärkere Solidarität zwischen den Geschlechtern herausbilden würde, aber eine Debatte, in der beide Geschlechter als Opfer wahrgenommen werden, sich nicht gut als Hebel für die Rhetorik Katarina Barleys & Co. über die allgegenwärtige Frauenunterdrückung eignet. Da lässt frau viele Opfer lieber unter den Tisch fallen. Barley, die kurz vor der Bundestagswahl noch heuchelte, eventuell auch mal in Erwägung zu ziehen, über die Anliegen von Männern nachzudenken, ist nach der Wahl wieder so einäugig, wie man es von den Sozialdemokraten gewohnt ist.



4. Passend zur aktuellen Debatte über angeblich allgegenwärtigen Sexismus gegen Frauen stellt der britische Telegraph ein neu erschienenes Buch vor:

The "victimhood narrative" that is being taught at schools and universities is fuelling anxiety in young women, an academic has argued in her new book.

Doctrines of "everyday sexism" [and] "rape culture" are having a "debilitating" effect on girls’ confidence, according to Dr Joanna Williams, a lecturer in higher education at Kent University.

Institutions which should be promoting women’s rights - such as schools, universities and feminist campaigners - are now doing more harm than good, she argues.

In a new book, titled "Women vs Feminism: Why We All Need Liberating from the Gender Wars", Dr Williams say that the breed of feminism which is considered "fashionable" nowadays involves telling young women that casual misogyny and sexual harassment are rife.

(...) "It is very difficult for women to present themselves as powerful, strong and capable if they think they need to be wary and anxious," she said.

"So if someone pays you a compliment [you are told] that is outrageous. You are told it is not a joke, it is a sexual attack, it is "everyday sexism or a micro-aggression."

She went on: "It can also be tragic. I gave a talk at my university and a young woman came up to me at the end and says she doesn’t leave her room after dark. When you teach girls they are victims they believe it. But this is not in keeping with reality and it can become quite debilitating."

(...) Writing in "Women vs Feminism", she said that today's dominant feminism narrative "clearly espouses one idea above all others: that women are disadvantaged and oppressed; routine victims of everyday sexism, casual misogyny and the workings of patriarchy".

She argues that the better women’s lives become, "the harder it seems that a new generation of feminists must try to justify their purpose through uncovering ever more obscure problems".




Weiter geht es mit Nachrichten zu anderen Themen.



5. Auch bei Problemen wie Magersucht bleiben männliche Betroffene unsichtbar:

Für magersüchtige Männer bedeutet das, sie sind doppelt stigmatisiert - sie leiden an einer psychischen Störung, die noch dazu vor allem Frauen betrifft. "Das ist oft ein sehr schambesetztes Thema", erklärt Huber. Männer würden ohnehin seltener zum Arzt gehen, eine psychische, in der Öffentlichkeit mit Frauen verbundene Erkrankung reduziere die Bereitschaft noch weiter. Huber: "Für Männer ist das sehr schwierig."




6. Dem Dritten Männergesundheitsbericht wird von Fachleuten Verharmlosung der Beschneidung vorgeworfen.



7. Die Organisation Pro Quote Bühne fordert die deutschen Theater auf, in der nächsten Spielzeit 50 Prozent Regisseurinnen zu engagieren. Beim Deutschlandfunk heißt es dazu:

Die Gleichberechtigung der Frau ist zwar im Grundgesetz verankert, wird aber faktisch gesellschaftlich in Deutschland nicht umgesetzt. Wie eine gerade veröffentlichte Studie der Staatsministerin Monika Grütters darlegt, ist allein die Leitung von Theatern eine Männerdomäne mit 80 Prozent Männeranteil.


Der logische Sprung, dass eine unterschiedliche Verteilung der Geschlechter auf bestimmten Ebenen weniger Rechte für Frauen belege, wird in unseren Leitmedien bereits als allgemein akzeptiert verkauft.



8. Die Post. Gestern veröffentlichte Genderama den Brief eines Lesers, der mich auf die Kampagne "Mann, gib dich nicht geschlagen" von der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen hinwies, die unter der Schirmherrschaft der Gleichstellungs- und Integrationsministerin Petra Köpping steht. Hierzu schreibt mir heute Tristan Rosenkranz, der sich in diesem Bereich bestens auskennt:

Die Kampagne "Mann, gib dich nicht geschlagen" entstammt derselben Federführung wie die beiden Männerschutzwohnungen zu Leipzig und Dresden, die Anfang 2017 eröffnet worden: der des Geschäftsführenden Bildungsreferenten der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen (Frank Scheinert). Alle genannten Projekte verdienen ein hohes Maß an Respekt, Frank Scheinert leistet im Verbund mit zahlreichen Fachleuten eine Arbeit, die bundesweit seinesgleichen sucht.

Sonntag, Oktober 22, 2017

Väter, Antifa, Sandwich, #MeToo wird zu #NotYou – News vom 22. Oktober 2017

1. In der Schweizer "Tageswoche" schreibt Andrea Fopp:

Andere Länder haben längst einen Urlaub für frischgebackene Väter. Hierzulande hat der Bundesrat dem Begehren soeben wieder eine Absage erteilt. Auch frühere Anläufe scheiterten. Warum? Wir haben Antworten gesucht.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag, in dem auch der männerpolitische Aktivist Markus Theunert zu Wort kommt.



2. Jan Petter ist auf "bento" unglücklich darüber, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund auf Hinwirken der Deutschen Polizeigewerkschaft einem geplanten Antifa-Kongress die Räumlichkeiten entzogen hat:

In den Beiträgen wird dem DGB vorgehalten, seine Räumlichkeiten "Verfassungsfeinden" zur Verfügung zu stellen. Worin die angebliche Verfassungsfeindlichkeit liegt, wird nicht begründet. Stattdessen werden die (offensichtlich nicht verfassungsfeindlichen) Gäste der Konferenz zitiert: Die Soziologin Frigga Haug ist seit Jahrzehnten als engagierte Feministin bekannt, der Publizist Andreas Kemper erhielt für seine detailierten Berichten über den Thüringer AfD-Chef Höcke Beachtung.


Der Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit ist damit exzellent widerlegt. Wer Feministin ist oder über Höcke schreibt, auf den kann dieser Vorwurf unmöglich zutreffen.



3. Auf Telepolis beschäftigen sich Alexander und Bettina Hammer mit einem Fall, über den ich auf Genderama schon berichtet hatte:

Eine Diskussion darüber, ob eine Frau ihrem Mann Essen für den Arbeitstag mitgeben sollte, zeigt, wieso der Feminismus immer öfter auf Ablehnung stößt. Statt für freie Wahl zu streiten, gibt es Verhaltensvorschriften.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag "Wenn überzogener Feminismus ins Gegenteil umschlägt".



4. In einem ausführlichen Bericht schildert Eugene Robinson, wie er zum Opfer sexueller Belästigung durch seine Vorgesetzte wurde.



5. In dem Beitrag When #MeToo becomes #NotYou analysiert das männerpolitische Blog "Toy Soldiers" die aktuelle feministische Kampagne. Ein Auszug:

It is probable that many of the women using the hashtag are not victims of any assault or abuse. These women used the hashtag because they did not want to feel left out or because they wanted the free attention. This is always the trouble with social media campaigns like this. One has no way of discerning true accounts from exaggerated or false accounts, and as a result the campaign, regardless of its intentions, trivializes the very issue it intended to highlight.

The other issue is that of male victims. Many men responding to and using #MeToo shared accounts of their own experiences. This did not go over well with some feminists and progressives, prompting reminders from some of them, including Marvel Editor Heather Antos, that men essentially need to check their privilege, shut up, and "be better."

It is a not so subtle way of reminding men that #MeToo means "not you."

In fairness, there were people pointing out that men are victims and women are perpetrators. Yet as is true in most of the viral campaigns, this got glossed over in favor of the feminist narrative than only women are victims and only men are abusers.

(...) It is shameful that we cannot discuss the topic without alienating male victims. There is no reason to ignore the men who are also targeted. People were shocked to hear actor Terry Crews state that he too was sexually harassed. Game of Thrones actor Kit Harrington implied he experienced something like this couple of years ago. His comment about the sexual objectification of men was met with mockery and scorn.

If you are not willing to hear the accounts of some of the victims, then you are only perpetuating the problem you claim you want to end.




6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Als ich gestern beim BDSM-Stammtisch in einer öffentlichen Gaststätte war, sah ich auf der Herrentoilette ein Plakat, das Männer ansprach, die Probleme hatten. Wörtlich wurde dabei auch seelische und körperliche Gewalt in Partnerschaften erwähnt.

Den dazugehörigen Flyer habe ich mitgenommen, dort wurde auf diese Webseite von der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen verwiesen, die unter der Schirmherrschaft der Gleichstellungs- und Integrationsministerin Petra Köpping stehen.

Wie wertvoll diese Initiative ist, kann ich nach kurzem Blick noch nicht abschätzen, klingt aber erstmal wie ein Schritt in die richtige Richtung.

Samstag, Oktober 21, 2017

Betroffene berichten: "Sexuelle Belästigung von Männern wird verharmlost" – News vom 21. Oktober 2017

1. Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" lässt jetzt in einem eigenen Artikel männliche Opfer sexueller Übergriffe zu Wort kommen. Es handelt sich um einige ausgewählte Wortmeldungen von 120 – der Himmel weiß, wie viele es gewesen wäre, wenn die Zeitung ihre Kommentarspalte gestern nicht so schnell geschlossen hätte. Trotzdem großes Kompliment: Unsere deutschen Medien bekommen dasselbe nicht auf die Reihe. Ob in Radiosendungen wie HR 2 – Der Tag oder dem aktuellen SPIEGEL: Die Trennung der Geschlechter in Täter Mann und Opfer Frau wird den Leuten derzeit wieder mit aller Gewalt in den Schädel gehämmert. Von Journalisten, die sich für besonders aufgeklärt und ethisch verantwortungsvoll halten natürlich.



2. Aber auch hierzulande gibt es jemanden, der aus dieser Einförmigkeit ausschert. Diese Publizistin heißt Mithu Sanyal, sie unterrichtet Gender und schreibt unter anderem für die "taz", das "Missy Magazin" und das feministische Gunda-Werner-Institut in der feministischen Heinrich-Böll-Stiftung. Mit Yasmina Banaszczuk und Nicole von Horst hat sie ein Buch zum Thema Sexismus herausgegeben.

Passt bis jetzt voll ins antifeministische Feindbild, oder? :-) So wie ich ja auch ins feministische Feindbild passe.

Mithu Sanyals neuestes Buch zum Thema Vergewaltigung ist allerdings nichts weniger als brillant und geht deutlich in Richtung des von vielen Männerrechtlern geschätzten Equity-Feminismus, wie wir ihn bislang nur aus den USA kennen. (Prompt brachte es einige radikale Feministinnen zum Austicken, und Mithu Sanyal erntete heftige Anfeindungen.) In die Richtung des männerfreundlichen Equity-Feminismus geht auch Mithu Sanyals aktueller Artikel für die "taz", der den medialen Gleichschritt mit dem Hinweis darauf durchbricht, dass Mitgefühl keine begrenzte Ressource ist. Ich zitiere mal etwas ausführlicher in der Hoffnung, dass Mithu Sanyal keine Einwände hat:

Was ist mit den Männern, die genauso Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht haben? Warum schreiben nur ganz, ganz wenige von ihnen hier? Weil #MeToo eindeutig an Frauen gerichtet ist. Wenn Männer aufgefordert werden, sich zu beteiligen, dann, indem sie darüber nachdenken sollen, warum sie "so etwas" machen.

(...) Nach nahezu jeder Lesung kommen Menschen und erzählen mir ihre Geschichten oder schreiben sie mir. Und überraschend viele dieser Mails kommen nicht von Frauen. Ein Leser mailte, dass er Opfer von sexualisierter Gewalt ist und eine der Sachen, die für ihn Heilung besonders schwer machen, ist, dass er in allen Texten und kulturellen Botschaften über Vergewaltigung immer als (potenzieller) Täter angesprochen wird, weil er ja ein Mann ist.

(...) Vor einer Weile saß ich im Zug nach Hause und die beiden angeschickerten jungen Männer mir gegenüber hatten ein dringendes Gesprächsbedürfnis: "Was hast du hier in Frankfurt gemacht?" Eine Lesung. "Eine Lesung?" Ja, eine Lesung. Bis ich ihnen schließlich den Titel meines Buchs verriet und der Angetrunkenere der beiden rief: "Du denkst bestimmt, dass nur Frauen vergewaltigt werden können! Aber ich bin ein halbes Jahr lang regelmäßig von meiner Exfreundin vergewaltigt worden." Worauf der andere kommentierte: "Na, wenn du das nicht gewollt hättest, hättest du sie ja verlassen können." Es war eine Sternstunde, den beiden sagen zu können, dass natürlich auch Männer vergewaltigt werden und wir inzwischen wissen, wie schwierig es ist, sich aus Missbrauchsbeziehungen zu lösen.


In den folgenden Absätzen nennt Mithu Sanyal genau jene Zahlen und Statistiken, die sich etwa auch in meinem eigenen Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" und hier auf Genderama finden und die belegen, dass Männer in einem ähnlichen Ausmaß Opfer sexueller Gewalt werden wie Frauen:

1.270 Millionen Frauen und 1.267 Millionen Männer gaben an, in ihrem Leben Opfer von sexualisierter Gewalt geworden zu sein.


In diesem Zusammenhang zitiert Mithu Sanyal ein Statement der feministischen Forscherin Lara Stemple, der zufolge "der Feminismus so lange und so hart gegen Vergewaltigungsmythen gekämpft hat (...), doch dass ein vergleichbarer Kampf gegen Vergewaltigungsmythen in Bezug auf Männer noch aussteht."

Ich will nicht zuviel vorab verraten (Mithu und ich kennen uns ein wenig), sondern nur: Man wird von dieser Journalistin noch einiges hören.



3. "Wir brauchen einen Feminismus für Männer" fordert Max Tholl im Berliner "Tagesspiegel". Damit endlich auch mal über die männlichen Opfer sexueller Übergriffe gesprochen wird? Ach was: Weil das "männliche Selbstbild in der Krise" ist, auch wenn es "dem weißen, heterosexuellen Mann ganz recht" geschieht", der "sich weiterhin verzweifelt an seinen Status" krallt und so weiter und so fort. In Max Tholls krudem Weltbild kommen alle Kerle als harte Cowboys und Stahlarbeiter daher, "Empathie und Sensibilität" lehnt "der Mann" selbstverständlich ab. Der "Ostmann" sei sowieso "unerreichbar".

Tholl ist bis jetzt nicht durch sachkundige männerpolitische Veröffentlichungen aufgefallen, aber bei diesem Thema gilt in unseren Leitmedien jeder als Experte, der das das übliche Mänerbashing wiederkäut, wie wir es seit 200 Jahren kennen. Das reicht in unseren Leitmedien, um gedruckt zu werden, während Menschen, die echte Fachleute und Aktivisten sind, ein Tritt in die Weichteile gebührt:

Es braucht auch die Stärkung und Ermutigung von innen, von den Männern. Die gegenwärtigen Männerrechtsbewegungen können das nicht leisten, denn sie bekämpfen eher die Rechte der Frau, als dass sie die Rechte der Männer fördern.


Woher diese Behauptung kommt, ist unergründlich, denn Tholl haut sie völlig belegfrei in seinen Artikel. Wer für den "Tagesspiegel" schreibt, benötigt offenbar kein Fachwissen; das zuverlässige Abspulen beliebter Klischees genügt.

Tholls Artikel kann auf Twitter kommentiert werden.



4.
Harvey Weinstein hat eine, zumindest mediale, Lawine ausgelöst. Man bekam den Eindruck, dass sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt bisher das größte Tabu in Europa und den USA gewesen wäre. Empörungsbewirtschaftung, Rufe nach dem Pranger, Negierung der Unschuldsvermutung und Dämonisierung sind die negativen Auswirkungen solcher Debatten. Auch Julian Dörr, ein Journalist von der Süddeutschen Zeitung, der sich vermutlich als Feminist bezeichnen würde, hat sich aktiv daran beteiligt. Nachfolgend eine Auseinandersetzung mit seinem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Mark Smith.



5. Vor einigen Tagen berichtete Genderama über Ilan Stephani, die sich über ihre Tätigkeit als Hure von einem Alice-Schwarzer-Fan zu einer Frau entwickelte, die begann, Empathie auch für Männer zu empfinden. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung verrät sie mehr:

Was wollten die Freier von Ihnen?

Sonderwünsche gab es selten. Ein Mann ging zum Beispiel in den Himmel dafür, dass ich mit den Füßen über seinen Bauch ging. Ansonsten habe ich viel geredet. Männer kommen mit einer immensen seelischen Bedürftigkeit in den Puff. Ich habe mich mehr um die Psyche gekümmert als um den Penis. Mit etwa 30 Prozent der Freier hatte ich gar keinen Sex.

Die Männer sind also eigentlich nicht so stark wie sie tun?

Patriarchat hört sich immer so an, als ob die Männer die Gewinner wären, aber ich habe im Puff keinen einzigen Mann erlebt, der sich wie ein Gewinner gefühlt hat. Sie fühlten sich abgehängt, verschämt, irgendwie unter Druck, wussten irgendwie auch nicht und hatten darauf gehofft, dass Paula ihnen beim Sex irgendwas wegmacht, damit sie sich auf ihre Arbeit, ihre Kinder und ihre Frau konzentrieren können.

(...) Was haben Sie im Puff sonst noch über Sex gelernt?

Die sexuelle Not des Mann ist ein echtes Problem unserer Gesellschaft.

Was meinen Sie damit?

Auf jeden Fall nicht den Boah-ich-muss-jetzt-Druck. Über weibliches sexuelles Elend auf dieser Welt - Vergewaltigungen, ewiges Lächeln und Mitspielen - darüber reden wir. Über die taubstumme männliche Sexualität sprechen wir nicht. Selbst Männer wissen nicht, was sie verpassen. Ich habe im Puff oft erlebt, dass die Befriedigung der Frau für die Männer über dem eigenen sexuellen Erleben stand.


Bemerkenswert sind die in den Artikel eingeschobenen Verlinkungen anderer Artikel der "Süddeutschen Zeitung" zum selben Thema. Die Überschriften lauten: "Alle Freier sind Täter" und "Männer können und wollen nicht treu sein".

Warum hassen Deutschlands Leitmedien die Männer?



6. Der linke Männerrechtler "Leszek" hat feministische Diskursstrategien analysiert und sagt voraus, wie sie sich ändern werden, sobald die Aufklärung der Männerechtsbewegung über die Benachteiligungen von Jungen und Männern nicht mehr zu ignorieren ist:

Die feministischen Diskurstrategien laufen m.E. also von

"Männer sind privilegiert und Männerrechtlern geht es nur darum ›männliche Privilegien‹ zu erhalten."

über

"Es gibt auch ein paar männliche Benachteiligungen, diese sind zwar viel, viel geringer zu gewichten, als Diskriminierungen, von denen Frauen betroffen sind, außerdem handelt es sich bei männlichen Benachteiligungen gar nicht um echte Diskriminierungen und schon gar nicht um Sexismus gegen Männer, sondern nur um ›Kollateralschäden des Patriarchats‹, die Resultat traditioneller Geschlechterrollen sind und Männerrechtler sind einfach zu blöd um zu kapieren, dass sie doch nur den vorherrschenden Feminismus unterstützen müssten, dann würden die von ihnen beklagten männlichen Benachteiligungen im Zuge des feministischen Sieges automatisch mitbeseitigt."

zu

"Auch Männer werden diskriminiert, auch Männer sind Opfer von Sexismus und zwar in signifikanter Weise und wir Feministinnen haben dies ja schon immer gesagt."

Letzteres wird aber erst dann erfolgen, wenn die Vertreter des Mainstream-Feminismus keine andere Möglichkeit mehr haben als zuzugeben, dass Diskriminierungen von denen Jungen und Männer betroffen sind, zahlreich und in signifikanter Weise existieren, wenn es Männerrechtlern also erfolgreich gelungen ist feministische Lügen öffentlichkeitswirksam aufzudecken und die Realität männlicher Diskriminierungen öffentlichkeitswirksam bekannt zu machen und wenn jedes feministische Beharren darauf, dass Männer eine privilegierte Klasse seien, in der Öffentlichkeit als rückschrittlich, reaktionär, egoistisch und dumm empfunden wird. Ab diesem Zeitpunkt werden Vertreter des Mainstream-Feminismus dann viele männerrechtliche und integral-antisexistische Positionen ausdrücklich akzeptieren – weil sie keine andere Wahl mehr haben, wenn sie nicht als Lügner, Dummköpfe und männerfeindliche Reaktionäre dastehen wollen.

Zur Zeit befinden wir uns offensichtlich noch in der Phase der beiden erstgenannten feministischen Diskursstrategien. Und da Informationen bezüglich Diskriminierungen, sozialer Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen von denen Jungen und Männer betroffen sind, zunehmend, wenn auch in kleinen Schritten, die Öffentlichkeit erreichen, werden zukünftig wohl auch häufiger Diskursstrategien der zweitgenannten Variante von feministischer Seite Anwendung finden, in denen Männerrechtlern vorgeworfen wird, sie würden die Nachteile traditioneller Geschlechterrollen für Männer nicht kritisch analysieren und sie würden nicht erkennen, dass der vorherrschende Feminismus vorhandene männliche Benachteiligungen – die als »Kollateralschäden des Patriarchats« zu verstehen seien – doch gleich miterledigen würde und Männerrechtler sollten daher zum Feminismus überlaufen.

In Wahrheit haben linke und liberale Männerrechtler natürlich schon immer die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Männer als Mitursache männlicher Diskriminierungen berücksichtigt und jeder, der sich ein bißchen mit wichtigen Werken zu den wissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen des Maskulismus beschäftigt hat, weiß dies.




7. Die neueste Hexenjagd findet gegen feministische Männer statt berichtet die Equity-Feministin Cathy Young:

The schadenfreude is understandable. Both Kriss and Myers had positioned themselves as feminist allies; less than two years ago, Myers had self-righteously assailed men’s rights activists ("cave-dwelling idiots") for denying the existence of "rape culture" and talking about false rape allegations. When these men are brought down by allegations of sexual assault, the reaction from anti-PC quarters is much like the gloating from liberals and progressives when a preacher or politician who thunders against enemies of traditional family values gets caught in an extramarital  —  or, better yet, gay  —  tryst. In each case, the alleged misdeeds are also seen as proof that the loudest "virtue-signalers" are actually the worst offenders.

But no matter how sweet someone else’s karma may taste, the problem of sexual witch-hunts remains. "Accusation equals guilt" is still a problem. Defining sexual assault/sexual harassment so broadly as to include vast swathes of boorish behavior, miscommunication, and murky happenings in the real world of private relationships is still a problem (one that has very little to do with sexual predators like Weinstein). And certainly, career destruction by innuendo is still a problem.


Das stimmt und ist der Grund, warum ich hier nicht hämisch über die aktuellen Vorwürfe berichtet und die Beschuldigten bei jenen männlichen Feministen eingereiht habe, deren Täterschaft im Zusammenhang mit sexueller Gewalt mir gut nachgewiesen erscheint. Auch hier sollte man sich vor Vorverurteilungen hüten. Dass regelmäßig Männer, die auf Maskulisten einprügeln, mit Vorwürfen sexueller Gewalt konfrontiert werden, ist zwar erwähnenswert. Wir haben hinsichtlich der aktuellen Fälle allerdings noch zu wenig Informationen für ein klares Bild.

So lautet dann auch das Fazit von Cathy Youngs Artikel:

There will probably be more left-wing male casualties of the current moral panic. It’s entirely possible that some of them will be genuine sex offenders or at least sexual harassers. It’s also entirely possible that some of them will be innocent, or guilty only under a ludicrously broad and paternalistic definition of sexual assault. Conservatives and "anti-SJWs" who are tempted to cheer should resist the temptation. In this witch-hunt, we all lose.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Apropos #MeToo - Mich (männlich, hetero) hat als 13-jähriger einmal ein Schwuler verführt, und als 14-jähriger eine Frau, die etwas über 30 war.

Das hat mich *nicht* traumatisiert.

Was ich in der Debatte vermisse: Darf man auch mal *kein* Opfer sein? Oder wenigstens untraumatisiert?

Irgendwie bewegt sich die Debatte insgesamt in Richtung Burka und Geschlechtertrennung, und das ist eine üble Entwicklung. Finde ich.

Freitag, Oktober 20, 2017

#MenToo: Männer outen sich als Opfer sexueller Belästigung – News vom 20. Oktober 2017

1. Während unter #MeToo hauptsächlich Frauen ihre Erlebnisse teilen, äussern sich sexuell belästigte Männer inzwischen unter #MenToo. Die Schweizer Zeitung 20 Minuten berichtet, schloss den Kommentarbereich unter dem Artikel, wo Männer begannen, ihre Erfahrungen zu schildern, wegen des großen Ansturms jedoch zügig.

In Österreich berichtet Heute über den neuen Hashtag – nicht ohne zu erwähnen, dass sich "etliche Frauen" kritisch dazu äußern, dass jetzt auch Männer über ihre Opfererfahrung sprechen.

Ein deutsches Medium, das über #MenToo berichtet, konnte ich nicht finden. Hier herrscht ungebrochen der gewohnte Sexismus, bei dem das "Opfer-Abo" Frauen vorbehalten bleibt.



2. Für Männer indes bleibt die Täterrolle reserviert. Der Feministin Yasmina Banasczuk geht das natürlich nicht weit genug: Sie ruft Männer auf Twitter zur Selbstbezichtigung unter dem Hashtag #ichwars auf. Darauf erhält sie zwar viel Resonanz, aber diese scheint zu einem großen Teil sarkastisch zu sein. (Hier der Hashtag im Original.)



3. Im liberalen Online-Magazin Spiked! äußert sich Ella Whelan zu der aktuellen moralischen Panik. In ihrem Artikel heißt es:

It’s time we clarified what sexual harassment really means. It’s not just the occasional offhand comment or unpleasant exchange. By labelling everything from shouts on the street to glances at the bar as sexual harassment, we denigrate the term. The panic about harassment and women’s safety is spinning out of control. Listening to some feminists, you’d be forgiven for thinking women are in danger every time they step into the street. And that we need more regulation and more law to protect women and control men. Cat-calling is now a hate crime in Nottinghamshire. Calling on the state to protect women from men smacks of a Victorian, patronising illiberalism.

It’s time for some uncomfortable truths about the harassment panic. Feminists who peddle the idea that women are wallflowers – always at risk, requiring protection, and too damaged to talk seriously about the reality of our experience and therefore we need a caring Twitter leg-up – are doing a gross disservice to women. Of course, actual cases of sexual misconduct, which are rare, should be investigated and tackled. But feeding a moral panic that encourages women to feel more vulnerable, and which demonises men, is just destructive and wrong.




4. Auch ihre Kollegin Karol Markowicz ist mit dem Verlauf der Debatte unzufrieden:

In short, as people in the Twitterverse routinely put it, "men are trash." The phrase "not all men" has become an Internet meme that feminists use to mock men who defend themselves against these kinds of mass accusations. Plainly, "not all men" are rapists or sexual harassers or predators like Weinstein--but when men try to say so they get shut down with an "oh yeah, not all men" eyeroll.

After Weinstein, though, the line the left is pushing is "yes, all men." Shaun Lau, host of the "No, Totally!" podcast tweeted that and added "To masculine domination, non-consensuality is a feature, not a bug. Power requires neither permission nor forgiveness." Writer Paraic O'Donnell tweeted "Yes, all men. In some degree, in some capacity, at some remove. Yes. Now, shut the f*** up, and try to make the world just, safe and kind."

These are both men who believe that "all" men behave this way, presumably including themselves. (...) This eagerness to spread blame beyond the perpetrator, to all men, to all of society, lets these awful men off the hook. (...) That’s the real problem with casting this wide net to include all men in this atrocious behavior. It ends up giving a pass to the predators. (...) Maligning half the population as exploiters of women mixes in the bad guys with the good ones--and it’s the Weinsteins of the world who benefit.




Themawechsel.



5. Die "Interessensgemeinschaft Jungen, Männer, Väter", in der ich auch Mitglied bin, schreibt einen Offenen Brief an die Koalitionsparteien anlässlich der aktuellen Sondierungsgespräche zur aktuellen Bundesregierung. Natürlich wird auch der Inhalt dieses Briefes von mir unterstützt.



6. In der Online-Männerszene macht bereits ein aktuelles Gerichtsurteil von sich reden, das Geschlechterquoten für verfassungswidrig erklärt. Wie konnte es in unserer feministischen Gesellschaft zu einem solchen Urteil kommen? Ganz einfach: Diesmal wurde die Quote von einem Jungen eingefordert.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass eine Geschlechterquote kein zulässiges Kriterium für die Aufnahme in ein grundständiges bilinguales Gymnasium sein kann.

Der Antragsteller, ein Junge, begehrte die Aufnahme in ein solches Gymnasium. Da es mehr Bewerber als freie Plätze gab, musste ein Auswahlverfahren auf der Grundlage der bisherigen schulischen Leistungen durchgeführt werden. Danach wurden – wegen besserer Noten – überwiegend Mädchen ausgewählt.

Das VG Berlin hatte dem vorläufigen Rechtsschutzantrag des Jungen teilweise stattgegeben. Das bilinguale Gymnasium müsse nach der hier einschlägigen Rechtsverordnung über die Aufnahme in Schulen besonderer pädagogischer Prägung bei einem deutlichen Missverhältnis zwischen Mädchen und Jungen zur Gewährleistung des koedukativen Unterrichts dem schwächer vertretenen Geschlecht – d.h. hier den Jungen – mindestens ein Drittel der Plätze zur Verfügung stellen. Dies sei nicht geschehen.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat sich dieser Auffassung im Beschwerdeverfahren nicht angeschlossen.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts ist die in der Verordnung vorgesehene Geschlechterquote verfassungswidrig. Sie verstoße gegen den in Art. 10 Abs. 1 und 2 der Verfassung von Berlin garantierten Gleichheitsgrundsatz und das Verbot, Menschen wegen ihres Geschlechts zu bevorzugen. Dies müsse der Verordnungsgeber beachten, wenn er den Zugang zu öffentlichen Schulen regle. Unabhängig davon fehle eine Rechtsgrundlage im Schulgesetz, aufgrund derer die Senatsschulverwaltung ermächtigt werde, eine Geschlechterquote für grundständige bilinguale Gymnasien in einer Rechtsverordnung zu regeln.


Dieselbe juristische Logik müsste natürlich für beide Geschlechter gelten. Insofern spekulieren manche, dass dieses Urteil die Tür dazu öffnet, Geschlechterdiskriminierung durch Quoten generell zu unterbinden.



7. An der US-amerikanischen Universität Wisconsin, möchte eine Professorin Kurse stärker so ausrichten, dass Frauen lernen, wie unterdrückt sie in unserer Gesellschaft sind. Ohne eine derartige Unterrichtung teilen nämlich immer weniger Frauen diese Sicht:

Cristina Mogro-Wilson, who teaches social work at UConn, surveyed 118 students pursuing a Masters in Social Work (MSW) degree and found that the overwhelming majority of respondents — 94 percent of whom were women — do not believe that "discrimination and subordination” are “salient issues in women’s lives."

(...) The findings are problematic, Mogro-Wilson contends, because without a sense of their own oppression, students may be disinclined to "embrace the notion of change through unification," such as in the form of protesting.




8. Die sogenannten TED Talks sind eine beliebte Online-Plattform, auf der Meinungsführer und Vordenker unserer Gesellschaft Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen halten können. Wer dort sprechen darf und wer nicht sowie welche Statements dort abgegeben werden ist ein immer wieder heiß diskutiertes Politikum. Jetzt hatte auch die Filmemacherin Cassie Jaye Gelegenheit zu einem dieser hoch angesehenen Vorträge: Meeting the Enemy. A feminist comes to terms with the Men's Rights movement.

(Denselbe oder zumindest einen sehr ähnlichen Vortrag hatte Jaye früher schon gehalten, aber bei TED erhält sie eine viel stärkere Aufmerksamkeit. Und der Vortrag ist nun mal verdammt stark.)



Blicken wir kurz auf die Meldungen von heute zurück: Männer sprechen über ihre Erfahrungen als Betroffene sexueller Belästigung. Junge Frauen müssen an Universitäten eigens indoktriniert werden, um sich noch benachteiligt zu fühlen. (Und es ist sehr unsicher, ob diese Indoktrination funktionieren wird.) Eine ehemalige Feministin spricht sich bei TED dafür aus, alle Stimmen in der Geschlechtebatte zu hören und Männerrechtler nicht länger durch Dämonisierung zum Schweigen zu bringen.

Zugegeben: Die Machthaber in Politik, Medien und dem akademischen Bereich tun noch immer ihr Menschenmöglichstes, um das alte sexistische Denken vom Täter Mann und Opfer Frau aufrecht zu erhalten. Dem unbenommen hat der kulturelle Wandel zu einer tatsächlich geschlechtergerechten Gesellschaft längst begonnen.

Werden diejenigen, die heute als Männerrechtler aktiv sind, noch selbst von diesem Wandel profitieren, oder werden es erst spätere Generationen sein, während wir bis zu unserem Tod durch den Dreck gezogen werden? Ich weiß es nicht. Aber diesen kulturellen Wandel voranzubringen ist ohne Frage notwendig. Die gesamte menschliche Zivilisation beruht darauf, dass Menschen Bäume geflanzt haben, in deren Schatten sie selbst niemals sitzen konnten. Vielleicht tun wir gerade dasselbe.

Donnerstag, Oktober 19, 2017

Frauen strippen für Männerrechte – News vom 19. Oktober 2017

1. Die britische "Daily Mail" berichtet über politische Aktivistinnen, die sich in einem Erotikkalender präsentieren, um Aufmerksamkeit für die ansonsten verschwiegenen Anliegen und Benachteiligungen von Männern zu wecken:

The Lovely Ladies For Men's Issues activist group, led by 22-year-old Vanessa Lussier, want bring awareness to men's issues - by stripping off for a sexy calendar.

Vanessa said: "It's kind of unheard of that women support men's issues. While historically men have had more authority in the society, no society is perfect. And now that women have basically all their rights, and you see how men are, for example, way more likely to be sentenced for a crime and much more harshly, you have to think men have issues too. So why can't we talk about that?"

Vanessa along with fellow activists Reading Wren and Becky Quinton plan to get the conversation started while posing in skimpy outfits for the "Lovely Ladies for Men's Issues 2018" calendar.

But if you're worried about people only focusing on the women's scanty attire, the calendar will also feature facts about specific men's rights issues for the month.

(...) The women are on a mission to raise awareness of issues such as male circumcision, which they say is akin to female genital mutilation, and paternal rights.

Vanessa, who is fully aware that her efforts are likely to stoke the ire of the modern women's movement, said she is a "non-feminist" rather than is an "anti-feminist" because she "doesn't want to silence anybody". She explained: "To me, feminism is a good idea that got taken advantage of by bad people. I believe the biggest disruptors to men's rights are anybody who pushes myths and stereotypes of men, such as 'toxic masculinity'."

The activist and YouTuber has been championing men's rights since high school, where she said she witnessed friends become entrenched feminists, eventually becoming hostile towards men.

This prompted her to investigate feminism more deeply, leading her to read about men's rights issues and beginning her affiliation with the movement that would leave people scratching their head.

Vanessa continued: "When I realized that feminists were actually pushing views that harmed men, it made me get involved to kind of even the playing field."


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Die Website der Liberalen Männer steht. Unser Pressesprecher, Torsten Sommer, war gestern in der ZDF-Nachrichtensendung "heute" zu sehen: "Scheidungsväter fühlen sich vernachlässigt".



3. Mit der Schlagzeile "Die Frau kocht, der Mann futtert" lässt die "Tagesschau"-Redaktion mal wieder ihrem Sexismus freien Lauf. Die Reaktionen in der Kommentarspalte unter dem Beitrag zerpflücken ihn so gründlich, dass die Kommentarfunktion schon nach anderthalb Stunden geschlossen werden musste.

Dabei liefert die "Tagesschau", indem sie auf männerfeindliche Polemik statt sachlich-seriöse Berichterstattung setzt, nur Argumente für diejenigen, die ohnehin für eine massive Eindampfung der ARD plädieren. Peter Mühlbauer berichtet über den Stand der Debatte:

Politiker von SPD und Grünen widersprachen Robras Reformvorschlägen umgehend: Björn Böhning, der Leiter der für Medien zuständigen Berliner Senatskanzlei, erklärte, sein rot-rot-grün-regiertes Bundesland werde sich den Plänen entgegenstellen, und Cornelia Lüddemann, die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt, fürchtete öffentlich um die Sendungen "Tatort", "Lindenstraße" und "Tagesschau". Deren Chefredakteur Kai Gniffke lobte seine Sendung auf Robras Kritik hin als eine, die "unvoreingenommen berichtet und den Leuten keine Meinung unterjubelt", "für nüchterne und unabhängige Nachrichten steh[t]", "den Diskurs über sämtliche Parteigrenzen hinweg [fördert] und "alle Positionen (auch die neu im Parlament vertretenen) [statt]finden" lässt.

Mit dieser Offenbarung seiner Selbstwahrnehmung zog Gniffke (den man seit seiner Erklärung zu Sprachregelungen in Foren und Sozialen Medien gern als "Machthaber" bezeichnet) auf Twitter viel Aufmerksamkeit und viel Spott auf sich. Robras Sparvorschlag kam hier eher gut an.


Etwas anderes als Spott über die Behauptung, dass die "Frau-kocht-Mann-futtert-Tagesschau" unvoreingenommen berichte und alle Positionen stattfinden lasse (wir erinnern uns an die zahlreichen "Tagesschau"-Meldungen über die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen), ist außerhalb der rot-rot-grünen Parteien auch kaum vorstellbar.



4. Die Schauspielerin Jennifer Lawrence berichtet, wie sie im Vorfeld eines Films sexuell erniedrigt worden sei – durch eine Produzentin. Mit einer Twitter-Kampagne, die Frauen pauschal anklagt, gefolgt von einer Selbstgeißelungs-Kampagne, in der Frauen versprechen, sich zu ändern, ist diesmal allerdings nicht zu rechnen.



5. Die Bloggerin "Anne Nühm" distanziert sich von Feministinnen, die überall Sexismus und Belästigung wittern.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute zu einem Artikel über die Situation in Simbabwe:

Hallo Arne,

dieser Bericht zeigt exemplarisch wie Verbrechen weltweit geahndet werden:

"Dutzende zum Tode Verurteilte werden noch in den Gefängnissen des Landes festgehalten. Die seit 2013 gültige Verfassung des Landes sieht die Todesstrafe durch Erhängen für Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren vor, die wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurden. Frauen werden nicht hingerichtet."

Ich bin gegen die Todesstrafe, keine Frage. Aber das Verbot der Todesstrafe sollte für Frauen und Männer gelten.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Sexismus-Panik: Wie hilft man Frauen, die eine irre Angst vor Männern haben? – News vom 18. Oktober 2017

1. Die von der SPD-Politkerin Sawsan Chebli erhobenen Sexismus-Vorwürfe werden weiterhin diskutiert. So heißt es im Tagesspiegel:

Wenn ich es richtig verstehe, dann gründet sich der Sexismus-Vorwurf auf dem Vorwurf, hier werde eine tüchtige junge Frau im Bewusstsein geschlechtlicher Überlegenheit herabgewürdigt. Das ist offensichtlich Unsinn. Denn er hat ihre Kompetenz ja nicht in Zweifel gezogen, sondern einfach nur irrtümlich jemand anderen erwartet. Diese Art Delikt war früher als 'falsches Bewusstsein' bekannt. Derjenige, dem es zugeschrieben wird, kann sich nicht wehren, in seinem Kopf wütet nun mal Verbotenes, das ist Pech. Und ist es nicht gar Rassismus, wenn ein alter weißer Mann als Staatssekretärin keine gebürtige Araberin erwartet? Immer den größten Hammer schwingen, das ist das Prinzip.


Und bei den "Kolumnisten" argumentiert Jörg Friedrich:

Wenn ältere Männer heute jungen Frauen in aller Öffentlichkeit Komplimente machen, um über schwierige Momente der Kommunikation hinweg zu kommen, sollten wir sie nicht als Sexisten beschimpfen oder als Dinosaurier einer fremden fernen Zeit verurteilen, sondern als Botschafter einer vielleicht kommenden schöneren Welt ansehen, in der auch Frauen den Männern, denen sie begegnen, sagen, dass sie gut aussehen und attraktiv gekleidet sind, bevor man gemeinsam zur Tagesordnung übergeht.




2. Der britische Spectator zerpflückt die aktuelle feministische Twitter-Aktion "Me too", die einmal mehr versucht, einen einzelnen sexuell offenbar übergriffigen Mann (Harvey Weinstein) zur allgegenwärtigen Bedrohung von Frauen hochzuhypen:

Following a weekend crammed with ever more salacious revelations about Harvey Weinstein, hundreds of thousands of women have now taken to social media to share their own experiences of sexual harassment. This is called the ‘#MeToo’ movement, and it’s gone viral, in the way that these things do.

According to Twitter, this reveals ‘the magnitude of sexual assault’. In reality, it does nothing of the sort. #MeToo tells us far more about the desire of some women to reach for victimhood status.

(...) Worse, serious crimes are trivialised as the #MeToo tweeters who recount some relatively minor (albeit discomforting) experience are equally blessed with retweets, likes and public endorsements praising their bravery. Blurring the boundaries between rape and ever-broader definitions of sexual harassment doesn’t just trivialise serious offences, it further inflames a climate of hysteria in which the sexual harassment of women comes to be presented as a routine part of life. Life for women is presented as a battleground where we are all only one bad joke, one wolf whistle or one stare away from being assaulted.

It also creates an impression that being a woman in the 21st century is a living hell. Not only is this false, it is destructive. In 2015, Girl Guiding UK found that seventy-five per cent of girls and young women said anxiety about potentially experiencing sexual harassment affects their lives in some way. A 2016 survey suggested that 41 per cent of young women expect to face discrimination at work. These young women had not faced harassment or discrimination: their anxiety was around what might, potentially, happen to them in the future. It may be the fear of sexual harassment, more than the reality, that is holding women back today.

Twitter is by default a narcissistic platform: users must assume the world wants public updates on their thoughts and feelings. But yesterday’s #MeToo Twitter-trend only shows us the sorry state of feminism today.




3. In Frankfreich soll es jetzt mit einem sofortigen Bußgeld belegt werden, wenn ein Mann einer Frau hinterher pfeift oder sie auf andere Weise sexuell belästigt. Zumindest das mit dem Bußgeld steht fest – für welches "Delikt" genau es anfallen soll, wird noch heiß diskutiert.



4. Das "Aero Magazin" nutzt die aktuelle moralische Panik, um zu diskutieren, woher eigentlich diese vorurteilbehaftete, diskriminierende psychische Störung stammt, die die Verfasserin dieses Artikels als "Androphobie" bezeichnet:

From other sources, we learnt how rape culture made Harvey Weinstein, that Harvey Weinstein shows that rape culture is still prevalent in 2017 and what Rape Culture says about Masculinity. The problem with this is that Harvey Weinstein is neither a culture nor masculinity. He is one man who, it seems clear, was willing to use his position of power to exploit and abuse women. We can condemn the character of Weinstein. We can demand answers and the overhaul of an industry that allowed him to conceal his abuses from the public. But it must be remembered that Weinstein’s power did not reside in the American public believing that sexual abuse was acceptable. Weinstein’s position of power did not enable him to convince American society that sexual abuse was good. It enabled him to conceal his from it. Once he could do that no longer, the immediate outpouring of outrage, anger, and distress that followed cast great doubt on the claim that America is a rape culture. If we understand a rape culture to be one in which rape is glorified, condoned or excused, there is little evidence of such a culture in the responses to the revelation about Harvey Weinstein.

(...) It is unjust to the vast majority of men who commit no sexual offences and are appalled by their existence. It’s also harmful to women who are being encouraged to fear men as a sex and to regard the world as dangerous and hostile to them. It is most alarming that driving this fear is a form of feminism which ratchets up fear of men to the level of life-restricting phobia.

(...) "Androphobia" is not a word in popular usage but I think it should be. It’s a far better word than “misandry” to describe the expression of fear of and aversion to men that permeates much of feminist discourse right now. Misandry is the hatred of men. Feminists who exhibit hostility towards men tell us that they do not hate men. They simply fear them and argue that hostility is a perfectly natural consequence of this which should be accepted. I think we should take them seriously and treat the problem as "androphobia" — an irrational fear which sufferers should be supported sympathetically to overcome.

The NHS tells us that "a fear becomes a phobia when you have to change your lifestyle to manage it. A phobia is an extreme or irrational fear or dread aroused by a particular object or circumstance, to the point where it severely restricts your life." It goes on to say that whilst phobias of uncommon things such as snakes (in Britain) won’t usually affect everyday life, phobias of commonly encountered things can make it very hard to lead a normal life. Men are, of course, very commonly encountered things and therefore we should not underestimate the profound impact a fear of and aversion to them can have on the life and prospects of phobics. One counselling site says of Androphobia, "Though women who suffer from this disorder may realize that there is very little reason to be afraid of men, the fear persists, thus leading to severe, repeated anxiety around men that can often interfere with everyday activities." Causes of androphobia are suggested to include trauma and genetics but also cultural influences which include fear-mongering. A prominent form of feminism which perpetuates fear of and aversion to men could certainly be one such influence.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Helen Pluckrose.

"Ganz viele Frauen haben ja schon Angst, auf die Straße zu gehen" tönte Anne Wizorek zum Höhepunkt der #Aufschrei-Debatte über sexuelle Belästigung. Wenn das zutrifft, benötigen diese Frauen Hilfe, aber ganz sicher nicht, indem ihre psychische Beeinträchtigung durch das weitere Schüren von Ängsten verstärkt und verfestigt wird – beispielsweise indem man Komplimente zu traumatisierenden Übergriffen erklärt. Helen Pluckrose erläutert, wie diese Hilfe stattdessen aussehen kann:

Cognitive behavioral therapy for the treatment of irrational fears focuses upon realistic assessments of risk, determining reasonable precautions against it and then, having put one’s fear into perspective, living a full life. It is possible that any man a woman encounters in her daily life could violently attack and rape her but almost every such encounter results in no such thing. Dr Bruce Hubbard describes it like this, "CBT helps replace catastrophic cognitions with reasonable beliefs. When fear begins, it’s important to remind yourself to review the evidence that this is a false alarm, you are not in danger. The goal is to develop a nurturing, coaching inner voice to help stay grounded and effectively accept and cope with panicky feelings as they run their course." The already tiny risk of violent attack can be reduced further by taking the same kind of precautions one takes against other kinds of crime and using the same kind of judgement one uses with other kinds of relationships. If we live life in constant fear and distrust of men, we could possibly reduce the risk further but at what cost? Avoiding interactions and relationships with half the population reduces the likelihood of having friends, lovers and meaningful bonds too.

(...) I am concerned by the neurotic attempts to catastrophize non-injurious sexual assault experienced by women beyond any other form of criminal behavior of which we (and men) could become a victim. I don’t want my daughter to be told that being shown a penis, being subjected to sexual comments or experiencing a hand placed somewhere it has no right to be is a terrible trauma from which she may never recover. Even less do I want her to think this represents a society which is hostile and dangerous to her and which she should only approach with caution. I want her to know that these behaviors are unacceptable. Some of them are crimes she should report. Others indicate individuals she should avoid. They are not to be dismissed or excused. They are not the end of the world.

(...) You are likely to be criticized or laughed at in public at some point in your life and experience shame or embarrassment. If your fear of being criticized or laughed at causes you to avoid being around people in work or social environments, your sociophobia needs treating.

You are likely to encounter a boorish or abusive man who will make sexual comments, attempt to grope you or show his genitalia at some point in your life. If your fear of such men causes you to avoid being around the entire male half of the population, trusting men, working with men, having relationships with them and speaking of them without hostility and negative generalisations, your androphobia needs treating.


Vielleicht ist das ein zentraler Unterschied im Frauenbild von Feministinnen und Maskulisten. Die wortführenden Feministinnen scheinen eher zu denken: Frauen sind tendenziell schwach und müssen gesetzlich vor so fiesen Dingen wie Komplimenten und Hinterher-Pfeifen geschützt werden. Maskulisten denken eher: Frauen sind tendenziell stark und können sich die nötigen Kompetenzen aneignen, um mit den Belastungen des Alltags eigenständig umzugehen.



5. Die Post. Einer meiner Leser informiert mich über einen Fall, bei dem die sexistische Justiz in unserer Gesellschaft besonders sichtbar wird:

Daniella Hirst 28 und Craig Smith 31, beide aus dem englischen Bridlington zogen in einer öffentlichen Pizzeria vor den Angestellten eine Sex-Nummer ab. Dabei wurden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Dieses Video gelangte wohl in das Internet und hatte zur Folge, dass sich beide wegen Sex in der Öffentlichkeit jetzt vor Gericht verantworten mussten.

Hier die Urteile:

Frau Hirst:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

10 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Herr Smith:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

15 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Also 5 Tage Rehabilitation mehr als wie Frau Hirst.

Zusätzlich wurde er verurteilt, sozusagen als Männer-Bonus:

Zum Ableisten von 200 Stunden unbezahlter Arbeit.

Herr Smith rief vor Gericht: "Warum muss ich das extra machen ?!"

Eine Antwort blieb wohl aus.

Hier haben wir so einen Fall, wo eine Frau zusammen mit einem Mann zu je 50% an ein und dem selben Vergehen beteiligt waren, sie hatten zusammen Sex in der Öffentlichkeit.

Warum brummt man dem Mann eine Extra-Strafe auf?

Dienstag, Oktober 17, 2017

Feministin lernt als Hure die Männer kennen – News vom 17. Oktober 2017

1. Die Berliner Zeitung berichtet:

Stephani, heute 31, versteht ihre Zeit im Bordell auch als eine Art privates Sozialexperiment. "Geld war nicht mein Motiv", sagt sie. "Es war Neugier. Ich bin in eine extreme Rolle gegangen, um die Rollen der anderen zu verstehen." Die Autorin beschreibt sich als Tochter aus gutem Hause, Einser-Schülerin, Verehrerin von Feministin Alice Schwarzer. Als sie ihr Philosophiestudium in Berlin begonnen hatte, wollte sie den "Feind" kennenlernen: den Mann im Bordell. Dann wunderte sie sich, wie leicht ihr die Rolle als Hure fiel - und dass sie weder Feinde traf noch Männer-Monster.

(...) Auch Simone Wiegratz hat die Kurfürstenstraße für Hydra im Blick. (...) "Eine Diskussion über Sexualität gibt es doch gar nicht", sagt Wiegratz. "Da gehört Ehrlichkeit dazu. Und so lange Männer, die zu Prostituierten gehen, sofort in eine Täterecke gestellt werden, kommt das auch nicht in den Blick."




2. Gute Aussichten, Familienministerin zu werden, hat angeblich die FDP-Politikerin Katja Suding, die maßgeblich dafür verantwortlich sein soll, dass ihre Partei das Wechselmodell (gemeinsame Sorge beider Eltern für ihre Kinder auch nach einer Trennung) befürwortet. Die feministische Gruppe "Pinkstinks" polemisiert gegen Suding in dem Beitrag "Nicht meine Ministerin". Die Autorinnen zeigen sich "alarmiert" und berichten von "schlaflosen Nächten". Die FDP fordert nämlich mit Slogans wie "Mündige Bürger statt Plakatpolizei", dass Menschen auch Plakate, die "Pinkstinks" und anderen Feministinnen nicht gefallen, tolerieren sollten.



3. Der Berliner Tagesspiegel befindet zu dem aktuellen Gerichtsurteil, dem zufolge ein Mann kein Gleichstellungsbeauftragter werden darf:

Das mag ein Rezept für frühere Aufbrüche gewesen sein. Heute stellt sich die Lage komplexer dar, und es wird immer deutlicher, dass nicht Nachteile für die einen beseitigt, sondern Vorteile für alle geschaffen werden müssen. (...) Leider fehlt es an Impulsen. Alle haben sich an Frauen als Beauftragte gewöhnt. Läuft es schlecht, wird es ein Thema für die AfD.




4.
Eine Staatssekretärin unter Schock! Nein, sie wurde nicht überfallen, beleidigt oder auf der Könne Domplatte begrapscht. Ihr wurden Komplimente dargebracht. So etwas darf nie mehr passieren.


Anabel Schunke kommentiert auf "Tichys Einblick" unter der Überschrift "Feminismus in der Sackgasse".

Auch Christian Schmidt widmet der Affäre um die SPD-Politikerin eine lesenswerte Analyse.

Chebli erklärte inzwischen, sie habe mit ihrem Facebook-Eintrag "eine Sexdebatte anstoßen" wollen. In dem Artikel, der darüber berichtet, heißt es, Chebli sei "anzüglich angemacht worden".

Währenddessen widerspricht eine Vertreterin der Deutsch-Indischen Gesellschaft Cheblis Darstellung des Sachverhalts und wirft der Staatssekretärin ihrerseits Sexismus vor.



5. Die liberale Feministin Cathy Young äußert sich zu den Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, die dem Filmproduzenten Harvey Weinstein gemacht werden: It's Good Harvey Weinstein Was Stopped. But Let's Not Start a Witchhunt.

Montag, Oktober 16, 2017

Übler Sexismus: Staatssekretärin immer noch unter Schock – News vom 16. Oktober 2017

1. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebili wurde derart sexistisch angegangen, dass dies bei ihr zu einem länger anhaltenden Schockzustand führte: Ein Botschafter außer Dienst habe sie von einem Podium herab als "jung und schön" bezeichnet. "Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus", schrieb Chebili über den Eklat. "Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt." Ich möchte mich eigentlich von derart unverschämten Herabwürdigungen distanzieren, andererseits ...

Zustimmung erhält Chebili von Anja Schillhaneck (Grüne).



2. Den Shitstorm der Woche erntet diesmal ein Frauenmagazin.



3. Die Schweizer SP will sich konsequent feministisch ausrichten und verabschiedete ein "Manifest für eine konsequente feministische Sozialdemokratie". Feministische Themen müssten ins Zentrum der Partei rücken, hatte Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP-Frauen, zuvor gefordert. Männer in der Partei müssten mehr über feministische Themen sprechen.



4. Die Süddeutsche Zeitung vertritt die These, man könne Fälle sexueller Belästigung wie bei Harvey Weinstein unterbinden, wenn man nur aufhören würde, sich über das Binnen-I lustig zu machen. Christian Schmidt argumentiert dagegen und schlägt – wenig hoffungsvoll – alternative Methoden vor.



5. Die neueste Geschlechterstudie: Männer mit hohem Status sind eher als Frauen mit hohem Status bereit, Belohnungen mit ihren Unterstützern zu teilen.

Sonntag, Oktober 15, 2017

Wie Kindesmissbrauch in Moscheen tabuisiert wird – News vom 15. Oktober 2017

1. Bisher war die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch durch Geistliche auf den christlichen Glauben beschränkt. Vor einigen Tagen brach die MDR-Reihe "Fakt" mit dem Tabu über Kindesmissbrauch in Moscheen. Ich lasse mich von Menschen, die sich bei diesem Thema auskennen, gerne eines Besseren belehren, habe aber den Eindruck, es ist kein Zufall, dass es sich auch hier bei dem beispielhaft genannten Fall um einen Jungen dreht. Wenn meine Vermutung zutrifft, verschleiert der Begriff "Kindesmissbrauch" einmal mehr die Geschlechtszugehörigkeit der meisten Opfer.



2. Der antideutsche Publizist Magnus Klaue kündigt einen Vortrag an, in dem er erklärt, weshalb man "notwendig bekämpfen" müsse, "was heute Feminismus heißt".



3. In linken Wochenmagazin "Freitag" weist Stefan Hetzel auf eine Debatte zwischen Camille Paglia und Jordan Peterson hin. Titel des Beitrags: "Dem Vulgärfeminismus den Garaus machen".



4. Beim Thema "Diskriminierung von Jungen und Männern in anderen Teilen der Welt" werfen wir heute den Blick nach Ghana.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

vermutlich kennst Du diese Seite schon. Ich wollte sie Dir dennoch nicht vorenthalten. Hier kann man Belästigung melden. Interessant daran ist, dass die Meldefunktion geschlechtsneutral ist (ich habe es ausprobiert und eine Belästigung gemeldet), aber die ganzen darunterliegenden Hilfsangebote ausschliesslich für Frauen sind. Ich wollte also melden, dass mir meine Chefin mal an den Hintern gepackt hat, aber im Grunde schiesst sich jeder Mann, der auf dieser Seite eine Belästigung meldet, sich selbst ins Knie, da meine Belästigung nun als Mann-gegen-Frau-Belästigung gezählt wird, weil auf der Seite wohl niemand in Betracht zieht, dass auch Männer von Frauen belästigt werden.

Freitag, Oktober 13, 2017

FAZ: Feministinnen werden Trump zweite Amtszeit ermöglichen – News vom 13. Oktober 2017

1.
Das erste Jahr seit der für viele überraschenden Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten neigt sich dem Ende zu, und zwei Aspekte kann man zumindest jetzt schon festhalten. 1. Es war nicht langweilig. 2. Es gab noch keinen Atomkrieg (Stand heute 10.15 Uhr). Bleiben also noch 7 Jahre, die hoffentlich genau so bleiben, aber sollte sich in der zweiten Amtszeit etwas am zweiten Aspekt ändern, so werden sich die Überlebenden vielleicht am Lagerfeuer fragen, wie es so weit kommen konnte. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Schuld sind die Feministinnen, die Trump eine zweite Amtszeit ermöglichten.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Don Alphonso.



2. Bei Riva ist vor einem Monat das Buch "Es war doch gut gemeint. Wie Political Correctness unsere freiheitliche Gesellschaft zerstört" erschienen. Verfasser sind Daniel Ullrich vom Lehrstuhl für Medieninformatik der LMU München sowie Sarah Diefenbach, Professorin für Wirtschaftspsychologie ebenfalls an der LMU München. An mehreren Stellen nimmt das Buch auf die Männerrechtsbewegung Bezug.

So heißt es auf den Seiten 109 bis 110:

Je eindeutiger die Zuordnung zur Opfer-Kategorie, umso besser fühlt sich der Gutmensch durch sein Engagement. Die Allgemeinheit kann durch die Zuordnung erkennen, ob sich mit jemandem solidarisiert werden darf oder ob man sich dadurch womöglich eher Ärger einhandelt. Letzteres kann passieren, wenn man sich für die Belange von Personen einsetzt, die laut PC-Ideologie eher zum Tätersein prädestiniert sind. Eine Solidarisierung mit der "falschen" Gruppe kann konkrete negative Folgen haben: Im Falle der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goslar, Monika Ebeling, führte das nicht PC-konforme Engagement zum Verlust des Arbeitsplatzes. Ihr Vergehen: Ebeling setzte sich in ihrer Rolle als Gleichstellungsbeauftragte nicht ausschließlich für Frauen ein, sein auch für die Rechte von Männern. Während Frauen nach den Regeln der Political Correctness einer Minderheit angehören und besonderen Schutz bedürfen, tun dies Männer gerade nicht. Ein Engagement für diese steht den Regeln der Political Correctness entgegen und wird folgerichtig von ihren Vertretern abgestraft – hier in Person der Vertreter der Stadt Goslar und in Form des Jobverlustes.


Auf Seite 124 erfährt der Leser:

Da nicht jeder Opfer sein kann (kein Opfer ohne Täter), ist ein regelrechter Konkurrenzkampf um den Opferstatus entstanden. Wenn beispielsweise Männerrechtler ("Maskulisten") auf die Probleme von Männern aufmerksam machen, werden sie häufig von Feministinnen lächerlich gemacht ("Male Tears"). Aus ihrer Sicht verständlich, denn dadurch würden Männer auch zu Opfern, was aus Sicht der Feministinnen die eigene Position schwächen würde: Wenn alle Geschlechter Opfer sind, fällt es schwerer, Forderungen für das eigene Geschlecht durchzusetzen. Wer sich für alle Menschen einsetzt, "diskriminiert" einzelne Gruppen, die dann nicht mehr im Fokus stehen.


Und auf Seite 133 liest man:

Während Gewalt und Aggression von PC-Verfechtern verurteilt werden, wenn sie sich gegen laut PC-Ideologie schützenswerte Minderheiten richten, scheint dies unproblematisch, wenn es Personen trifft, die laut PC-Ideologie zum Kreis der Täter zählen. Kampagnen rund um das Twitter-Hashtag #killallmen (alle Männer töten) sind kein Problem. Der Verein ProQuote, der sich für Gleichberechtigung und mehr Frauen auf Chefposten einsetzt, bezeichnete die Ernennung von Georg Löwisch zum taz-Chefredakteur auf twitter als "Chromosomengau": "Chromosomengau bei @taz: mit Rückschritt in die Zukunft – trotzdem Glückwunsch Löwisch", lautete der Tweet.


An einer Stelle zitiert das Buch auch einen Blogbeitrag des Feminismuskritikers Karsten Mende.

Das Buch ist lesenswert vor allem für jene, denen die darin behandelten Themen neu sind. Langjährigen Genderama-Lesern dürfte der Inhalt bereits hinlänglich bekannt sein. Beispielsweise gehört dazu auch die feministische, massenmediale Verleumdung des Nobelpreisträgers Tim Hunt sowie der feministische Shitstorm gegen den Physiker Matt Taylor, weil er beim Vorstellen der Rosetta-Mission (Andocken einer Sonde auf einem weit entfernten Kometen) das "falsche" T-Shirt trug.

Ich danke der Feministin Yasmina Banaszczuk, die mich durch ihren empörten Verriss dieses Buches darauf aufmerksam gemacht hat. Wenig überraschend hört es sich bei Banaszczuk so an, als habe der Verlag Riva plötzlich ein rechtsextremes Buch herausgebracht. Sie bezeichnet es als "gefährlich und verantwortungslos".



3. Die feministische Lobbygruppe "Pinkstinks" bietet inzwischen eine Online-Denunziationsplattform an, auf der "sexistische" Reklame gemeldet werden kann. Diese Plattform, so die "taz", sei "nicht zuletzt auch ein nützliches Handwerkzeugs für all jene, die das Problem sexistischer Werbung gerne in Form einer künstlerischen Umgestaltung praktisch angehen." Ein Foto, das den Artikel begleitet, zeigt, was mit dieser Formulierung offenbar gemeint ist: ein durch eine aufgesprühte Anprangerung verschandeltes Werbeplakat.



4. Einem Urteil des Schweizer Bundesgerichts zufolge dürfen Gemeinden in bestimmten Fällen einen Vaterschaftstest erzwingen.



5. In Sulzbach hat eine 13jährige sexuelle Belästigung durch Flüchtlinge erfunden.



6. "Sweden’s Sexual Assault Crisis Presents a Feminist Paradox" titelt das Magazin Quillette. Der Beitrag Pauline Neudings beschäftigt sich mit der offenbar hohen Rate sexueller Übergriffe durch Zuwanderer und wie dies in der öffentlichen Debatte tabuisiert werde.



7. 8. In den vergangenen 13 Jahren hat Genderama immer wieder über das Genre von Filmen mit versteckter Kamera beichtet, die veranschaulichen, wie egal es Passanten ist, wenn eine Frau gegen einen Mann öffentlich gewalttätig wird. Unter der Schlagzeile "I abused a man in public and no one cared" berichtet die britische BBC über ein neues Experiment dieser Art. Dem bei diesen Experimenten üblichen Ritual entsprechend ist die Journalistin, die es durchführte, mal wieder völlig perplex: "I never thought people could be so blind to the reality of domestic abuse against men."



8. Die neue US-Erziehungsministerin Betsy DeVos versucht seit einigen Wochen, an amerikanischen Universitäten nach Beschuldigungen sexueller Gewalt wieder faire Verfahren durchzusetzen. (Genderama berichtete mehrfach.) Jetzt reagiert die Demokratische Partei in den USA mit einer Initiative, die genau die Zustände, die DeVos beseitigen möchte, zum Gesetz machen soll. Mehrere Medien berichten, darunter "Time" und die "Huffington Post".



9. Die New York Times beschäftigt sich damit, wie pseudowissenschaftliche Texte über "Sexualtäter" sogar den Obersten Gerichtshof beeinflussen:

The other case, Karsjens v. Piper, examines the constitutionality of Minnesota’s policy of detaining sex offenders forever — not for what they’ve done, but for what they might do. And while the idea of indefinite preventive detention might sound un-American or something out of the film "Minority Report," the larger problem is that "civil commitment," like hundreds of other regulations imposed on those required to register, has been justified by assertions about the recidivism of sex offenders. But those assertions turn out to be entirely belied by science.

For the past 24 years, Minnesota has detained sex offenders released from prison in a "therapeutic program" conveniently located on the grounds of a maximum-security prison in Moose Lake. The “patients” are kept in locked cells, transported outside the facility in handcuffs and leg irons, and subjected to a regimen that looks, sounds and smells just like that of the prison it is adjacent to.

But unlike prison, this "therapeutic" program, which aims to teach the patients to control their sexual impulses and was initially designed to last from two to four years, has no fixed end date. Rather, program administrators decide which patients are safe enough to release. In the 24 years it has existed, only one "patient" has ever been fully released. There are now about 720 people in the Minnesota Sex Offender Program, some with no adult criminal record, and others who, despite having completed every single program ever offered at the facility, have remained civilly committed for over 20 years.

While civil commitment is perhaps the most extreme example of punishments imposed on people convicted of sex crimes, it is by no means the only one. Driven by a pervasive fear of sexual predators, and facing no discernible opposition, politicians have become evermore inventive in dreaming up ways to corral and marginalize those forced to register — a category which itself has expanded radically and come to include those convicted of "sexting," having consensual sex with non-minor teenagers or even urinating in public.

These sanctions include being forced to wear (and pay for) GPS monitoring and being banned from parks, and draconian residency restrictions that sometimes lead to homelessness. In addition, punishments can include, on pain of re-incarceration, undergoing interrogations using a penile plethysmograph, a device used to measure sexual arousal. They have also included requirements that those on the registry refrain from being alone with children (often including their own) and barred from holding certain jobs, like being a volunteer firefighter or driving an ice cream truck.

And when these restrictions have been challenged in court, judge after judge has justified them based on a Supreme Court doctrine that allows such restrictions, thanks to the "frightening and high" recidivism rate ascribed to sex offenders — a rate the court has pegged "as high as 80 percent." The problem is this: The 80 percent recidivism rate is an entirely invented number.

(...) The brief cited a Department of Justice manual, which in turn offered only one source for the 80 percent assertion: a Psychology Today article published in 1986. That article was written not by a scientist but by a treatment provider who claimed to be able to essentially cure sex offenders though innovative "aversive therapies" including electric shocks and pumping ammonia into offenders’ noses via nasal cannulas. The article offered no backup data, no scientific control group and no real way to fact-check any of the assertions made to promote the author’s program.

(...) But in the 30 years since that Psychology Today article was published, there have been hundreds of evidence-based, scientific studies on the question of the recidivism rate for sex offenders. The results of those studies are astonishingly consistent: Convicted sex offenders have among the lowest rates of same-crime recidivism of any category of offender.

(...) Nearly every study — including those by states as diverse as Alaska, Nebraska, Maine, New York and California — as well as an extremely broad one by the federal government that followed every offender released in the United States for three years, has put the three-year recidivism rate for convicted sex offenders in the low single digits, with the bulk of the results clustering around 3.5 percent. Needless to say, there is a tremendous difference between claiming that 80 percent of offenders will re-offend and that more than 95 percent of them won’t.

(...) More than 800,000 Americans have needlessly suffered humiliation, ostracism, banishment re-incarceration and civil commitment thanks to a judicial opinion grounded in an unsourced, unscientific study.




10. Eine Videospiel-Entwicklerin in den USA wurde gefeuert, weil sie andere Frauen als "hübsch" bezeichnet hatte.

Mittwoch, Oktober 11, 2017

Basler Zeitung: "Das Gespenst des Antifeminismus" – News zum 12. Oktober 2017

1.
Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Antifeminismus. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man Feministinnen und deren Apologeten glaubt. "Wer sich heute feministisch äussert", schreibt eine Lehrbeauftragte des Basler Gender-Instituts, "erntet nicht nur Gegenwind, sondern oft auch Hass. Ob im Internet, beim Nachtessen, an Universitäten oder im Parlament." Dann verweist sie auf angeblich wissenschaftliche Studien zu diesem Thema: "Die deutschen Soziologen Hinrich Rosenbrock und Andreas Kemper zeigen in Untersuchungen, dass der Antifeminismus offensiver geworden ist, bissiger, organisierter." Doch was da als "wissenschaftlich" apostrophiert wird, ist in Wirklichkeit nur Polemik.


Hier geht es weiter mit dem Artikel Professor Walter Hollsteins in der Basler Zeitung, der noch einmal darauf zurückblickt, wie denunziatorisch in den letzten Jahren mit Kritikern der herrschenden Ideologie umgegangen wurde. So heißt es etwa zu Rosenbrocks Rhetorik:

Dabei macht es sich der Autor leicht. Ein Beispiel: Bei seiner Auseinandersetzung mit der geschlechterpolitischen Initiative "Manndat" zitiert er eifrig von deren Homepage und aus dem Internet-Forum; die durchaus anspruchsvollen Schriften von "Manndat" zur Jungenkrise, Bildungssituation von Jungen, Gesundheit von Männern, etc. nimmt er erst gar nicht zur Kenntnis. Da hätte er ja auch wirklich lesen müssen und das hätte Arbeit bedeutet; einfach diffamieren ist weitaus weniger anstrengend. Die geschichtlichen Zusammenhänge der Männer- und Männerrechtsbewegung scheinen dem Autor gänzlich fremd zu sein. Solches sollte man aber eigentlich schon kennen, wenn man sich als "Männerexperte" ausgibt.

(...) Hauptfeind von Rosenbrock, Gesterkamp, Kemper und Co. sind die sogenannten Männerrechtler. Das sind Personen und Gruppierungen, die seit Jahren Problembereiche von Männern und Buben thematisieren: das Sorge- und Scheidungsrecht, die defizitäre Gesundheitsversorgung, die Feminisierung der Erziehung, die Schulprobleme von Jungen, die hohe Suizidrate des männlichen Geschlechts oder das einseitige, frauenzentrierte Verständnis von Gender Mainstreaming.

Solches nehmen die zitierten Autoren gar nicht erst zur Kenntnis. Dafür weisen sie ebenso eifrig wie verbissen auf die Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen hin und kehren jene, die Jungen und Männer betreffen, vom Tisch des Diskurses. Rosenbrock nennt die Diskriminierung von Männern schlicht eine "Konstruktion" und erhebt den schweren Vorwurf, dass der "Blick auf männliche Benachteiligung (...) Formen weiblicher Benachteiligung" ausblende. Letztere bestehen selbstverständlich real, während Erstere nur fiktiv sind. Einen Opferdiskurs gesteht der Autor den Frauen zu, aber nicht den Männern. In diesem Kontext schreibt er nachgerade verächtlich von der männlichen "Opferideologie".

Auf die reichlich vorhandenen empirischen Arbeiten zu Männerproblematiken und -diskriminierungen gehen Rosenbrock und Konsorten an keiner Stelle ein. Dass es Männer-"Bashing" im Feminismus gibt, leugnen sie kategorisch und kritisieren stattdessen Frauenfeindlichkeit und Sexismus der Männerrechtler. Auch da halten sie es nicht für nötig, Belege für ihre Behauptung aufzuführen. So werden Denkverbote errichtet.




2. Da wir gerade auch Thomas Gesterkamp erwähnten: Ein aktueller Artikel von ihm liest sich trotz der vielfachen Kotaus vor dem Feminismus, ohne die in unserer höfischen Gesellschaft kein Gespräch mit den Mächtigen mehr möglich scheint, als ob Gesterkamp auf seine alten Tage fast noch zum Männerrechtler würde. Vor allem der letzte Absatz seines Artikels könnte ähnlich auch auf Genderama stehen. Prompt wird Gesterkamp in der Kommentarspalte darunter genauso abgemeiert, wie sonst wir Männerrechtler von ihm und seinen Brüdern im Geiste:

Ja, Männer könnten Wichtiges beitragen. Sie können sich zum Beispiel ab und an zurückhalten, die Wünsche anderer respektieren und ausnahmsweise nicht versuchen, mit Verweis auf ihren angeblich hehren Ziele ihre (reale oder eingeblildete) Überlegenheit auszuspielen. Sie könnten stattdessen versuchen, sich in Menschen hineinzuversetzen, die nicht die Macht haben, ihren Willen gegen Wiederstände durchzudrücken. Sie könnten einfach mal diejenigen selbst entscheiden lassen, die tatsächlich betroffen sind. Sie tun es leider viel zu selten. Es gehört offenbar zu den Deformationen, die 500.000 Jahre Patriarchat ihnen angetan haben, dass sie vielfach noch immer lieber Mann sind als Mensch.


sowie
Männer an die Spitze der Hierarchie, Frauen als Fußvolk und Bittstellerinnen, dieses Rollenmodell kennt man bestens. Wenn auch nicht unbedingt aus der taz, da ist diese maskulinistische Breitseite auf die Leserinnen mehr als nur eine Bagatelle. Und im Grunde aber auch der bislang eindrucksvollste Beweis für die Richtigkeit der Gerichtsurteile. Ich kann diesen "Kommentar" von Thomas Gesterkamp lediglich unter postlinkem, antifeministischem Mackertum verbuchen. Angesichts solcher Veröffentlichungen spielt das ganze *LGBT-Sprachgehampel dieser Zeitung nun wirklich keine Rolle mehr.


Ja, Karma is a bitch.



3. Der Verein Mogis kritisiert ein aktuelles Gerichtsurteil zur Beschneidung.



4. Das Blog Papalapi erklärt, warum ein Welt-Mädchen-Tag so eminent wichtig ist und merkt abschließend an:

Allerdings verdienen die Jungs dieselbe Unterstützung, da auch sie nichts dafür können, in eine Welt hineinzuwachsen, in der sie u. U. in der Lage sein müssen, ihre Schwester zu ermorden oder später Frauen zu unterdrücken.

SPD triumphiert: Männer von Wahlrecht weiterhin ausgeschlossen – News vom 11. Oktober 2017

1. Die Einführung eines Wahlrechts für Männer steht in Mecklenburg-Vorpommern noch immer in den Sternen, wenn es um das Amt des Gleichstellungsbeauftragten geht. Männer dürfen weiterhin weder für dieses Amt kandidieren, noch eine Gleichstellungsbeauftragte wählen. Das sei verfassungskonform, entschied jetzt das Landesverfassungsgerichts in Greifswald und wies damit die Beschwerde eines Mitarbeiter des Landesbürgerbeauftragten ab.

Der Focus berichtet:

Dem 50-Jährigen war die Enttäuschung anzusehen. "Ich werde weiter von einer Gleichstellungsbeauftragten vertreten, die ich nicht wählen darf." Nach Ansicht der Richter ist die Wahlrechtsbeschränkung verhältnismäßig, um Frauen die verfassungsrechtlich garantierte Chancengleichheit zu gewährleisten. Frauen seien noch immer strukturell benachteiligt, was sich unter anderem in der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen zeige, sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Thiele. Das Gleichstellungsgesetz sei in erster Linie noch immer auf die Frauenförderung ausgerichtet.

Das Gericht forderte allerdings den Gesetzgeber auf, die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren sorgfältig zu beobachten. Die Entscheidung des siebenköpfigen Gremiums fiel mit einer Gegenstimme. Leichte Anzeichen, dass sich was dreht in Deutschland?

Die Sozialforscherin Ute Klammer von der Uni Duisburg-Essen hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Dass lediglich Frauen kandidieren und wählen dürften, entspreche nicht mehr den gesellschaftlichen Gegebenheiten, sagte die Wissenschaftlerin.

Klammer war Leiterin der Sachverständigenkommission zum ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und wirkte auch beim zweiten Gleichstellungsbericht mit. "Ich sehe die Gefahr, dass die Gleichstellung als reines Frauenthema behandelt wird. Die Frage der Gleichstellung ist ein Thema aller Geschlechter."

(...) Kläger Leist sieht sich nicht als Vorkämpfer einer neuen, emanzipatorischen Männerbewegung. Er habe für seine eigenen Interessen gekämpft. Schon in der Verhandlung berichtete der Vater von zwei Kindern von seiner Situation. Seit zwölf Jahren in Teilzeit, um mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen zu können. Diskriminierung am Arbeitsplatz habe er selbst erlebt. Als er in Teilzeit gegangen sei, habe ihn sein damaliger Arbeitgeber – der Landesrechnungshof – deutlich gemacht, dass es nun mit der Karriere für ihn vorbei sei.

(...) Die Richter machten in ihrem Urteil jedoch deutlich, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur ein Teilbereich der Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten sei. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass Frauen in Deutschland noch immer strukturell benachteiligt sind: Der Gender Pay Gap – der die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau statistisch beschreibt – liegt in Deutschland bei 21 Prozent.


(Korrekt wäre natürlich: Er liegt bei zwei Prozent – wenn man sich überhaupt auf die bizarre Logik einlassen will, dass Nachteile für eine Gruppe erst beseitigt werden dürfen, wenn eine andere Gruppe von sämlichen Nachteilen befreit ist.)

Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns ist Manuela Schwesig (SPD). Erwartungsgemäß knallen bei den Sozialdemokraten die Sektkorken nach diesem Urteil:

"Heute ist ein guter Tag für die Frauenförderung in unserem Land. Wir sehen uns durch das Urteil vollumfänglich bestätigt", sagte Ministerin Stefanie Drese (SPD). Frauen seien immer noch strukturellen und faktischen Nachteilen ausgesetzt. Sie seien im Berufsleben unterrepräsentiert in Führungspositionen, leisteten vorrangig Pflege- und Familienaufgaben und würden entsprechend häufiger in Teilzeittätigkeiten gedrängt.


Für populistische Behauptungen wie dass Frauen zur Teilzeitarbeit "gedrängt" würden, statt sich aus freien Stücken dafür zu entscheiden, fehlt bis heute jeder Beleg. Die widerwärtige Logik der Sozialdemokratinnen lautet: Männer haben erst dann einen Ansprechpartner für ihre geschlechtsspezifischen Probleme verdient, wenn der berufliche Werdegang von Frauen und Männern statistisch übereinstimmt.

In Mecklenburg-Vorpommern lag die AfD bei der letzten Landtagswahl übrigens bei 20, 8 Prozent. Hm, woran könnte es liegen, dass sich viele Bürger von den etablierten Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen?

Andererseits muss man sagen, dass sich die allermeisten deutschen Männer diese sozialdemokratische Arroganz der Macht auch gefallen lassen. Wenn sich selbst der Kläger in diesem Fall nicht im Rahmen einer emanzipatorischen Männerrechtsbewegung engagieren möchte, ist offenkundig, warum das feministische Machtmonopol und sein eklatanter Missbrauch so leicht nicht zu stoppen sind.

Bedauern über das Gerichtsurteil äußerte die Linksfraktion. Deren gleichstellungspolitischer Sprecher Peter Ritter befand, der Ausschluss der Männer vom aktiven und passiven Wahlrecht im Gleichstellungsgesetz trage nicht dazu bei, dass Gleichstellung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen und somit von Frauen und Männern gleichermaßen gelebt werden müsse.

In der "Zeit" lässt Vanessa Vu die Benachteiligung von Männern durch die Verfassungsrechtlerin Anna Katharina Mangold rechtfertigen: "Das Grundgesetz, lässt dem Gesetzgeber viel Spielraum für die Gleichstellung der Geschlechter." Kritiker, die die Entscheidung als diskriminierend betrachten, unterlägen einem Irrtum.

Überflüssig zu erwähnen, dass der Pöbel in den Kommentaren unter dem Artikel die Sachlage mal wieder völlig anders sieht als die herrschende Elite. Ein Kommentator weist sogar frech darauf hin, dass die interviewte Verfassungsrechtlerin alles andere als ideologisch neutral sei, und verweist auf ihren Twitter-Account, in em sie sich deutlich feministisch positioniert. Diese ideologische Verankerung verschweigt Vanessa Vu ihren Lesern. Man darf wohl auch davon ausgehen, dass Mangold genau wegen ihrer ideologischen Positionierung als Interviewpartnerin ausgewählt wurde.

Das "Zeit"-Interview wird hier kritisch kommentiert, das Gerichtsurteil selbst im Blog "Männerrechte". Eine sehr ausführliche Analyse des Urteils findet man bei Hadmut Danisch, der zum Fazit der Rechtsbeugung gelangt.



2. "Armutsfalle Unterhalt – Wie gerecht ist unser System?" ist eine neue Artikelreihe bei Xing: "Finanzielle Verpflichtungen treiben so manches Elternteil in die Existenznot. Betroffene fordern ein faireres Handeln des Staates." Den ersten Beitrag dieser Reihe liefert René Harder, Professor für Schauspiel und fünffacher Vater: "Die Unterhaltszahlungen treiben mich in die Armut."



3. Die Synthie-Pop-Band "Hurts" thematisiert das Schweigen vieler Männer, wenn sie von Krisen belastet sind:

Frontman Theo Hutchcraft continued: "It’s just speaking out, you know. It shouldn’t be taboo. Particularly for men, it’s difficult. Where we come from in the North of England it’s a particular problem culturally. It’s an old idea of stoicism and a masculine identity that is harmful. It’s very harmful to a lot of young men. Discussing things are looked down upon and things become suppressed. Changing those attitudes is a big thing within society and needs to happen. The more commonplace it becomes and the more people who speak about it in general life, it loses any stigma because it becomes normal."




4. Das feministische Magazin "Vice" wählt als Schlagzeile eine Überzeugung, die man wohl ohnehin teilen muss, wenn man für dieses Magazin arbeitet: "It's Confirmed: Women are Higher Beings". Wie der Artikel darunter verrät, ist diese Schlagzeile nicht ironisch, sondern vollkommen ernst gemeint: Einer aktuellen Studie zufolge sei nämlich das männliche Gehirn auf Egoismus und das weibliche Gehirn auf Menschenfreundlichkeit ausgerichtet. Ob wir wohl innerhalb der nächsten 50 Jahren einen feministischen Mainstream bekommen werden, der nicht narzisstisch ist und auf die Abwertung von Männern verzichtet?



5. Eine Londoner Lehrerin wurde für sexuellen Missbrauch eines ihrer Schüler zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. "Ich nehme an, dass er zugestimmt hat", erklärte der zuständige Richter. "Welcher 15-jährige Schüler würde ein so attraktives Angebot ablehnen?"

Nennt mich überkritisch, aber irgendwie bezweifle ich, dass ein Richter bei einem männlichen Täter ähnliche Worte finden würde.

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