Mittwoch, Juni 20, 2018

Debatte über grüne Familienpolitik: "Das Kind als Beute" – News vom 20. Juni 2018

1.
Was die Ausbeutung von Kindern für die Bedürfnisse Erwachsener angeht, hat keine andere Partei im Deutschen Bundestag eine so schreckliche Geschichte wie die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Ein neuer Gesetzesentwurf zeigt, dass die Grünen leider gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten aus dieser Geschichte irgendetwas lernen.


Hier geht es weiter.

Zur Positionierung der Grünen habe ich gestern Feedback von zwei Genderama-Lesern erhalten.

Der männerpolitisch engagierte Publizist Kevin Fuchs schreibt mir:

Hallo Arne,

"Hierbei haben die Grünen versagt: statt emanzipatorisch für alle Familienformen zu wirken, bleiben sie in heteronormativen Denkmustern gefangen."

Nein, nein. Die Grünen bleiben nicht in heteronormativen Denkmustern gefangen. Das hat mit Heteronormativität nichts zu tun. Es werden lediglich die gewöhnlichen juridischen Normen eins zu eins auf homosexuelle Männer übertragen. Mütter sind wichtig, Väter nicht. Das Kind gehört zur Mutter - Punkt. Das ist jetzt bei heterosexuellen Vätern genauso wie bei homosexuellen Vätern. Die Grünen bleiben hier nicht in heteronormativen, sondern in feministischen Denkmustern gefangen.

Die Konstellation ist überaus interessant. Seither galten homosexuelle Männer ja gern als Unterstützer des Feminismus und der Gleichstellung. Ich habe das nie verstanden. Auch ein schwuler Mann darf kein Gleichstellungsbeauftragter werden und darf sie auch nicht wählen. Auch ein schwuler Mann ist mit der Klausel "Bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt" nicht mitgemeint. Auch ein geschlagener oder missbrauchter Mann bekommt keine bessere Unterstützung, nur weil er schwul ist.

Männer - egal ob schwul oder nicht - unterstützen so etwas nur, so lange sie das Gefühl haben, persönlich nicht betroffen zu sein. Heterosexuelle Männer spüren die Feindseligkeiten in Medien und Gesellschaft eben eher. Sie sind ja schließlich gemeint.

Und nun? Jetzt haben wir erstmalig eine Situation, in der sich feministische Interessen konkret gegen schwule Männer richten. Und so zeigt sich: Man ist schwul - ja und? Das juckt weder Feminismus noch Gleichstellung. Es zählt nur, was man zwischen den Beinen hat. Das Problem für den Gesetzgeber ist nicht, dass diese Männer schwul sind, sondern dass sie halt Männer sind. Sorry, aber das war doch klar, dass das passiert.


Mein Leser Ruben Bruder, der Mitglied der Grünen ist, merkt hingegen an:

Ich habe mir den Gesetzesentwurf mal angesehen, der weder in Deinem Beitrag noch im verlinkten FDP-Post, noch bei LISL verlinkt ist, dabei ist das echt wenig Arbeit.

Das beruht auf einer Forderung sowohl des Deutschen Juristentages (vermutlich keine GRÜNE Parteiorganisation) und der Justizministeriums: "Zudem forderte der 71. Deutsche Juristentag die auf den Vater und die Vaterschaft Bezug nehmenden abstammungsrechtlichen Bestimmungen auf die Partnerin der Geburtsmutter entsprechend anzuwenden (s. Beschlüsse 71. Deutscher Juristentag Essen 2016, S. 43f)." Das Problem hierbei ist nicht, dass die GRÜNEN alle Männer, vor allem die Schwulen, entrechten wollen (das wäre blöd, das ist schließlich Stammklientel ^^). Es geht darum, dass die Annahme der Elternschaft für nicht verheiratete Männer immer schwieriger ist, weil im Gegensatz zur Mutter die Vaterschaft nicht eindeutig ersichtlich ist. Die Ausnahme sind - wegen veralteter Ideen über Partnerschaften - Ehemänner. Und mit denen soll die Ehefrau gleich gestellt werden, das finde ich auch richtig so.

Zumal im Falle einer Befruchtung per Samenbank kein Interesse der Väter an einer rechtlichen Partnerschaft vorausgesetzt werden kann. Der andere Fall sind private Leihväter, die dann üblicherweise eine Abmachung dazu haben.

Die Idee mit Mehrfachelternschaft (z.B. inklusive Leiheltern) finde ich in beide Richtungen sehr gut, aber das lässt das Gesetz leider noch nicht zu. Daran hat auch die FDP nicht versucht, etwas zu ändern.

Vielleicht kannst Du den Link ja einpflegen. Da stehen auch die verantwortlichen MdB drin, die man für eine Wortmeldung direkt anschreiben kann.


Christian Schmidt erörtert den Gesetzesentwurf sehr tiefgehend (wobei er ihn so wie Lucas Schoppe direkt verlinkt). Auch Schmidt gelangt zu der Einschätzung, dass der Vorschlag vielen Vätern wie Hohn vorkommen müsse.



2. Die US-amerkanische Northeastern University hat sich von der feministischen Professorin distanziert, die in der "Washington Post" behauptet hatte, es gebe guten Grund dafür, alle Männer zu hassen.

Auch das linksliberale Magazin The Atlantic beschäftigte sich mit der neuesten feministischen Hass-Attacke. In dem Artikel heißt es:

Es ist immer unlogisch, eine ganze Gruppe von Menschen für ein Verhalten zu hassen, das von einer Teilmenge ihrer Mitglieder begangen und von Millionen von ihnen aktiv bekämpft oder aufgegeben wird. Es ist genauso einfach und gerechter, kollektive Schuld den Gruppen zuzuweisen, die es verdienen, wie "Mörder" oder "Vergewaltiger" oder "Täter bei häuslicher Gewalt" oder "Sexisten".

Sich dem kollektiven Hass hinzugeben, bestätigt den Hass selbst und die fehlerhafte Prämisse der Gruppe statt der individuellen Verantwortung. Es setzt alle Gruppen einem größeren Risiko aus, Hass zu erleiden, denn es gibt schlechte Individuen in jeder Gruppe und Leute, die bereit sind, jede Gruppe zu hassen. Außerdem neigt jeder Hass dazu, dem Einzelnen, der ihn beherbergt, zu schaden.

Schließlich bringt der Gruppenhass dazu, diejenigen, die ihn beherbergen, weniger klar zu sehen sowie seltener Nuancen anzuerkennen und die Welt zu verbessern. Stattdessen laufen diese falschen Ideen Gefahr, andere Menschen zu zerstörerischen Irrtümern zu verleiten.




3. Mehr Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

In Bezug auf die Diskussion über des neuen Jurassic World möchte Ich folgendes anmerken: Eine maskulistische Filmanalyse ist bestimmt ein interessantes Projekt, man sollte aber m.M.n. sehr genau aufpassen dass man nicht denselben Fehler begeht wie die feministische "Filmkritik". Diese besteht im wesentlichen aus Trivialitäten und bringt letzendlich so verblödete Ansätze wie den Bechdel-Test hervor.

Insofern gebe ich dem freien Journalisten recht: Man kann im neuen Jurassic World versuchen männerfeindliche Botschaften zu finden (und wird dabei auch erfolgreich sein, mit der Lupe findet man immer etwas), man muss das aber nicht tun. Ich habe den Film gesehen, und halte ihn für solides Popcorn-Kino. Dem Thema entsprechend gibt es coole Dinos, fetzige Action und ein paar Gänsehaut-Schreckeffekte. Geschlechterthemen spielen eine untergeordnete Rolle. Es bringt nichts, sich einen Kinoabend mit einem durchaus kurzweiligen Film zu vermiesen indem man nur darauf wartet irgendwo eine entfernt männerfeindliche Botschaft zu finden. Damit spiegelt man im Endeffekt nur die feministische Ideologie.

Dabei kann man den Film durchaus kritisieren, allerdings aufgrund allgemeiner Moral und Ethik, nicht spezifisch auf Männerrechte bezogen (vorsicht Spoiler!): Wie in jedem Jurassic Film wird gezeigt, dass das Experimentieren mit prähistorischer DNA gefährlich ist. Am Schluss des Films entsteht die Situation, dass die von der Insel geretteten Dinos in ihren Zellen verenden, weil giftiges Gas austritt. Die weibliche Hauptfigur (eine rettet-die-Dinos-Aktivistin) steht ganz außer sich im Kontrollraum und ist drauf und dran (weiblich empathisch!!!1elf!) die Türe in die Freiheit zu öffnen, um die Tiere vor dem Tod zu bewahren. Damit wären die Dinos allerdings mit völlig unabsehbaren Folgen und ohne jede Kontrolle auf die Zivilisation losgelassen, die Zellen befinden sich nicht mehr auf einer isolierten Insel.

Die männliche Hauptfigur weist darauf hin (männlich-rational!!1!), "wenn du diese Türe öffnest, gibt es kein zurück mehr". In dieser dramatischen Situation entschließt sich die weibliche Hauptfigur schließlich dafür, das "richtige" zu tun und die Tiere sterben zu lassen - das Risiko die Türen zu öffnen ist zu hoch. Wenige Sekunden später ertönt ein akustisches Warnsignal, die Türen öffnen sich und die Dinos entkommen ins Freie. Das Mädchen (während des Films als junge Hauptfigur aufgebaut) hat den Knopf gedrückt der die Türen öffnet, und sagt in Großaufnahme den unfassbar dämlichen Satz: "Ich konnte nicht anders".

DAS wäre diskussionswürdig, denn hier wird tatsächlich ein mehr als fragwürdige Botschaft transportiert. Allerdings würde ich davon Abstand nehmen das auf die Geschlechterebene zu ziehen (mit dem Jungen aus Jurassic Park 1 wäre das nicht passiert!!! :D ), auch wenn die Entscheidung die junge Hauptrolle mit einem Mädchen zu besetzen durchaus dem aktuellen Zeitgeist geschuldet sein mag. Das ganze bietet auch so mehr als genug Diskussionsstoff: Verantwortung, Moral, Tierrechte, Ethik ...


Ein anderer Leser berichtet von seinen Lebenserfahrungen:

Zuerst Beförderung zugunsten einer Frau verpasst, die gerade zwei Monate in der Firma war und dann auch noch geschieden aus heiterem Himmel (das sagen wir Männer ja angeblich immer) mit exzessesivem Sorgerechtsstreit. Nachedem ich von einer Beziehung in die nächste geglitten bin, war ich nicht mehr ganz fit punkto Frauen und hab zuerst die von Ihnen und Herrn Pütz veröffentlichten Bücher gelesen (helfen und halfen extrem gut) und bin nun als Vater eines Sohnes bei Ihren Solowerken gelandet. Ich bin beeindruckt. Ich komme ja aus dem linken Lager und war früher fest beim Männerbashing dabei. Seit ich aber selbst vor dem Familiengericht verhandeln musste und mich erst mit einer tollen Anwältin durchsetzen kontte, sehe ich die Sache aus einem anderen Blickwinkel. Kurz gesagt: Danke.

Dienstag, Juni 19, 2018

Grüner Gesetzesentwurf entrechtet schwule Väter – News vom 19. Juni 2018

1. Michael Kauch, Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben, prangert die Grünen wegen eines von dieser Partei eingebrachten Gesetzesentwurf an:

Es ist richtig und überfällig, dass die Ehefrau der leiblichen Mutter eines Kindes automatisch bei Geburt seine zweite rechtliche Mutter wird – allerdings nur dann, wenn das Kind mittels einer Samenbank gezeugt wurde oder der leibliche Vater eingewilligt hat. Denn mit der rechtlichen Mutterschaft der Co-Mutter verliert der oft schwule Vater seine Verwandtschaft zum Kind und die damit verbundenen Rechte und Pflichten.

Den Grünen sind schwule Väter und Mehreltern-Familien aber erkennbar egal. An jeder Stelle ihres Gesetzentwurfes wird der Vater soweit wie möglich entrechtet. Der Entwurf ist rein aus der Sicht lesbischer Zwei-Mütter-Familien geschrieben, in denen der Vater keine Rolle spielen soll. Immer mehr Regenbogenfamilien sind aber Mehreltern-Familien, in denen neben den Müttern auch der Vater bzw. die Väter aktiv Verantwortung für das Kind übernehmen. Auch für diese Familien muss das Familienrecht passen. Sie haben die gleiche Legitimität wie Zwei-Mütter-Familien. Hierbei haben die Grünen versagt: statt emanzipatorisch für alle Familienformen zu wirken, bleiben sie in heteronormativen Denkmustern gefangen.

Konkret kann nach dem grünen Entwurf der Vater seine Vaterrechte nur durchsetzen, indem er die Mutterschaft der Co-Mutter im Konflikt vor Gericht anfechtet. Absurderweise gilt das sogar, wenn alle Beteiligten wollen, dass der leibliche Vater auch rechtlicher Vater des Kindes wird. Einvernehmliche Elternschaftsvereinbarungen kennt der grüne Gesetzentwurf nicht. Außerdem schließt der grüne Gesetzentwurf aktiv rechtliche Mehrelternschaften aus, indem die Vaterschaftsanerkennung und die Mutterschaftsanerkennung sich ausschließen.

Der Gesetzentwurf ist darüber hinaus auch eine Mogelpackung. Denn anders als der Titel suggeriert, kann nach dem Entwurf jede – auch nicht verheiratete – Partnerin der Mutter mittels Mutterschaftsankennung den leiblichen Vater verdrängen. Die Bestimmung zum Ausschluss der Anfechtbarkeit bei Vorliegen einer sozial-familiären Bindung ist völlig einseitig formuliert. Ob der Vater eine sozial-familiäre Bindung zum Kind hat, spielt keine Rolle und die sozial-familiäre Bindung der nicht-verheirateten Partnerin der Mutter wird im gemeinsamen Haushalt meist bejaht werden – und schon ist der Vater seiner Rechtsmittel beraubt. Hier geht es nicht um die Angleichung an die Ehe für alle, hier geht es um die Entrechtung von schwulen Vätern.


Der Liberale Tim Walter widmet dem Gesetzesentwurf in einem markigen Kommentar auf Facebook.

Natürlich werden bei dem Gesetzesentwurf nicht nur schwule, sondern auch heterosexuelle Väter einmal mehr zu Eltern zweiter Klasse gemacht.



2. Von einem Leser wurde mir das Sitzungsprotokoll der "28. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder" zugespielt, die am 7. und 8. Juni 2018 in Bremerhaven tagte. Bemerkenswert ist dabei der Tagesordnungspunkt "Sexismus in Institutionen – Kultur des Schweigens durchbrechen". Dort heißt es:

Dieses Jahr stünden zunächst der öffentliche Dienst und die dort herrschende "Kultur des Schweigens" im Fokus. Laut RP liegen zurzeit bei der rheinland-pfälzischen Antidiskriminierungsstelle sowie den Gleichstellungsbeauftragten in der rheinland-pfälzischen Landesverwaltung keine Beschwerden bezüglich "Sexismus im öffentlichen Dienst" vor. Da man davon auszugehen kann, dass es im öffentlichen Dienst nicht weniger geschlechtsbezogene Diskriminierung und sexuelle Belästigung als in anderen Institutionen und Betrieben gibt, wird vermutet, dass Betroffene Nachteile befürchten, wenn sie Übergriffe in den Dienststellen anzeigen. Dies verdeutliche das Erfordernis einer vertieften Befassung umso mehr.


Gleichstellungspolitik ist schon eine tolle Sache. Gibt es Beschwerden über Sexismus, verdeutlicht das, wie dringend nötig diese Politik ist. Gibt es keine Beschwerden über Sexismus, verdeutlicht das, dass Gleichstellungspolitik "um so mehr" vonnöten sei.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ich möchte Sie als freier Journalist auf einen Fehler in der heutigen Auflistung hinweisen.

Es betrifft den Jurassic World Beitrag. Es sollte nun wirklich jeder Jurassic-Park-Fan wissen, dass alle Dinosaurier [in den Dino-Parks] Weibchen sind.

Von daher sollte sich in diesem Fall von selbst erläutern, dass es hier heißt: "Sie ist wunderschön!"

Eine Feminisierung in Jurassic World erscheint doch insgesamt weit hergeholt und das Gleiche sehe ich auch allgemein in Hollywood nicht so. Die Neuauflage von Ghostbusters ist mit dem Tausch auf Frauen sicherlich in die B-Movie-Klamauk-Szene einzustufen, aber einen Trend dahin ist meines Erachtens nicht zu erkennen.

Sie sollten sich meiner Meinung nach nicht Ihre Qualität in den wichtigen politischen Bereichen wie Impfungen, Arbeitslosigkeit, etc. (eben alles in den Männer benachteiligt sind) durch einen fehlerhaften Beitrag über Jurassic World II "versauen".

Ansonsten verfolge ich Ihren Blog sowohl als Mann und auch als freier Journalist mit großem Interesse.


Ich habe selbst nur den ersten Jurassic-Park-Film gesehen; dort wird allerdings tatsächlich schon erwähnt, dass alle Tiere weiblich sind, damit sie sich nicht fortpflanzen können. Daran hatte ich aktuell nicht mehr gedacht. Immerhin bietet Genderama die Möglichkeit, solche Dinge zeitnah zu korrigieren.

Zu untersuchen, welche fragwürdigen Botschaften für Männer Blockbuster und andere Filme transportieren, halte ich aber nach wie vor für wichtig, gerade weil eine "maskulistische Filmanalyse" noch in den Kinderschuhen steckt.

Ein weiterer Leser schreibt mir zur Genderama-Top-Meldung von gestern:

Hallo Herr Hoffmann, Erfolg!

Aus dem Newsletter der DAK:

"Als eine der ersten Krankenkassen übernehmen wir ab 1. Juli 2018 die Kosten der HPV-Impfung auch für Jungen. Bisher war die sogenannte 'Anti-Krebs-Impfung' nur für Mädchen vorgesehen, laut neuesten Studien profitieren jedoch auch Jungen davon."

Jetzt muss Man(n) aber auch darüber reden. Denn bekannt ist der Virus nicht allgemein.

Montag, Juni 18, 2018

Zahlen Krankenkassen bald Krebs-Schutz sogar für Jungen? – News vom 18. Juni 2018

1. "Experten empfehlen HPV-Impfungen jetzt auch für Jungen" berichtet Spiegel-Online: "Bisher haben die Krankenkassen die HPV-Impfung nur für Mädchen erstattet - das ändert sich wohl bald." Insgesamt gehen einer Mitteilung des Deutschem Krebsforschungszentrums hierzulande jährlich etwa tausend Krebsfälle bei Männern auf das Konto von HPV.

Männerrechtler wie MANNdat fordern eine HPV-Schutzimpfung für Jungen seit über zehn Jahren, werden aber als "Masku-Nazis" und "Antifeministen" in den Medien entweder abgewertet oder übergangen. (Einen aktuellen Offenen Brief an das "Neue Deutschland" wegen dieses Irrsinn findet man hier.) Wenn sich jetzt allerdings auch "Experten" dem anschließen, was für uns seit mehr als einem Jahrzehnt selbstverständlich ist, ist das eine erfreuliche Nachricht.

Noch im letzten Jahr hatten CDU, SPD und Grüne einen von der FDP eingebrachten Antrag auf HPV-Schutz für Jungen und Männer abgelehnt.



2. Die weltweit erste Studie über Kuckuckskinder hat begonnen.



3.
Nicht nur der Überfallene ist unschuldig, sondern auch der Mann, der bei RTL unter Pädophilieverdacht gestellt wurde. Jetzt gibt es Vorermittlungen gegen RTL.


Der Tagesspiegel berichtet.



4. Im Tagesspiegel findet sich auch ein Interview, in dem SPD-Grundsatzreferent Nils Heisterhagen die Schwächen der Linken in Deutschland analysiert. "Viele nehmen die Linken dann wahr", befindet Heisterhagen, "wenn sie darüber reden, ob irgendwelche Gedichte an Hauswänden sexistisch und rassistisch sind. Sie wirken oft, als hätten sie nur Interesse daran, mit sich und ihrem Weltbild im Reinen zu sein." Stattdessen müsse die Linke sich wieder um die Interessen weiter Teile der Mittelschicht und der kleinen Leute kümmern.

Speziell zur SPD, die in den Wahlumfragen derzeit bei 16 Prozent steht, erklärt Heisterhagen:

Sie muss wieder mehr Verständnis für die zeigen, die sie repräsentieren will. Auch bei unserer eigentlichen Stammwählerschaft haben wir Vertrauensverlust erlitten. Die sagen: Die SPD, die versteht mich nicht und vertritt nicht meine Interessen. Wenn wir diesen Vorwurf nicht widerlegen können, dann wird die Linke auf absehbare Zeit keine Mehrheiten mehr gewinnen. Auch die Linke braucht Repräsentanten, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Nur jemand, den man ernst nehmen kann, den kann man auch wählen.


In dem Interview beklagt Heisterhagen darüber hinaus die Stimmungsmache durch einen "regelrechten Aktivismus-Journalismus" in Deutschland.



5. In den USA und Großbritannien war gestern Vatertag. Die Satire-Website "The Babylon Bee" nahm dies zum Anlass für eine Meldung, der zufolge der Vatertag zu einem "Toxische-Männlichkeit-Tag upgedatet werden solle.

In einer Sondersitzung, die am Freitag einberufen wurde, beschloss der Kongress einstimmig, den Vatertag komplett zu überarbeiten, indem er den Feiertag in "Toxic Masculinity Awareness Day" umbenannte und die Bedeutung des Tages neu definierte, um die Bürger dazu zu ermutigen, Scham und Ekel auf alle Väter, ob aktuell oder potentiell, zu häufen.

Amerikaner im ganzen Land bereiteten sich aufgeregt darauf vor, den aktualisierten Feiertag zu feiern, der entworfen wurde, um Väter und alles Männliche zu beschämen.

"Es war an der Zeit", sagte der Parlamentssprecher Paul Ryan und zitierte die hohe Zahl von Depressionen und Ängsten unter Männern als "ein gutes Zeichen, dass die Dinge in die richtige Richtung gehen, wir aber noch viel zu tun haben, bevor alle Männer überall das Richtige tun und sich mit der angemessenen Vehemenz hassen". Die neue Initiative zielt darauf ab, dass alle Männer in Sack und Asche durch die Straßen ziehen und sich – vor Scham und Bedauern über ihre schädliche, problematische Männlichkeit weinend – selber geißeln.

Die umgeschriebenen Feiertagrichtlinien schlagen vor, Geschenkbestellungen für Zigarren oder Pläne, Papa zu einem Steak einzuladen, zu anullieren, um ihn stattdessen auf den Boden des Wohnzimmers zu setzen und ihm klarzumachen, dass er einen Teil des Problems darstelle, indem man etwa sage: "Nimm das Geld, das du für einen Bartstutzer ausgeben wolltest und spende es stattdessen für Frauenrechte." Zu diesem Zweck hat die Regierung auch die Website ToxicFathersDay.gov eingerichtet, auf der Sie eine kostenlose Grußkarte herunterladen können, die Ihrem Vater sagt: "Das ist nicht mehr Dein Tag. Mach es besser."




6. Die Post. Einer meiner Leser fühlt sich durch die Erwähnung von "Ocean's 8" zu einer maskulistischen Filmanalyse eines anderen Streifens angeregt:

Ähnlich wie bei "Ocean's 8" ist mir dies schon bei einigen Hollywood-Produktionen der letzten Jahre aufgefallen.

Ganz aktuell gerade bei "Jurassic World". Es gibt in diesem Film mehrere Szenen, die unter einer feministischen Perspektive bewertet werden müssen. Grundsätzlich werden die Männer als tumbe, aggressive Charaktere gezeigt. Sie schießen wild durch die Gegend, kämpfen, intrigieren und werden getötet. (Ich glaube, in dem Film stirbt keine Frau). Sie sind durchweg böse und schlecht oder einfach nur der "Alte-weiße-Mann"-Typen.

Die Frauen dagegen handeln edel, sie wollen die Welt retten. Sie sind schön. Sie sind gebildet. Frauen sind Nachrichtensprecherinnen, mit wichtigen moralischen Botschaften, die Stimme der Vernunft. Frauen sind Paläo-Veterinärin, gebildet und (in der entsprechenden Szene) damit besser als der gegenübergestellte Mann (ein Computer Nerd, der nur Kabel zusammensteckt) "Alter, ich bin Ärztin! Was machst du nochmal? Kabel hin und her stöpseln."

Die Frau muss sich übrigens rechtfertigen „Ja, den Beruf gibt es wirklich“, weil ihr nicht geglaubt wird. Das finde ich schon irgendwie wieder witzig, weil es (im Gegensatz zum Kabelsteckerfuzzi) veranschaulicht, dass die „typische“ Frauenbildung wenig praktisch und eher exotisch ist. Da könnte man dann Danisch folgen und fragen „Wer studiert denn sowas?“

Und selbst die Dinosaurier werden ganz den Geschlechtersterotypen zugeordnet. In einer Szene schreitet an den Menschen ein riesiger Brachiosaurus vorbei. Das sind die großen (30 Meter ) pflanzenfressenden Saurier mit langem Hals und Schwanz. Mit der entsprechenden Musik eignen sich diese besonders für die friedfertige Darstellung der wilden Tiere, weil sie so anmutig und eben friedlich wirken.

Durch Schnitte und Perspektivenwechsel wird dann zwischen den beiden Forscherinnen (!) und dem Tier gewechselt. Mit Blick auf den Saurier und die Rücken der beiden Forscherinnen sagt eine Stimme aus dem Off "Sie ist wunderschön!"

Es gibt keinen Beleg dafür, dass es sich um ein Weibchen Saurier handelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch würde es der Dinosaurier heißen, also "Er ist wunderschön!"

Später wird dann auch klar, warum es die Aussage "Sie ist wunderschön!" geben muss. Es bricht ein Vulkan aus und alle zurückgebliebenen Saurier werden von einer Asche- und Feuerwolke verschlungen - selbstverständlich auch der Brachiosaurus (oder die Brachiosaurus-Dame) - und man sieht, wie der Brachiosaurus sich aufbäumt in einer dramatischen Silhouette in der Aschewolke, das Tier leidet, es brüllt und kämpft ums Überleben. Ein Schelm, wer hier nicht an den Leidensweg der weiblichen Spezies auf unserem Planeten denkt, die täglich ums Überleben kämpft und dabei dramatisch untergeht.

Danke für deine Arbeit mit dem Blog. Deine Arbeit kann nicht hoch genug bewertet werden!

Samstag, Juni 16, 2018

"Ocean's 8" und die zunehmende Beseitigung von Männern – News vom 16. Juni 2018

1. Liebe Hobby-Feministen: Bitte hört auf und kümmert euch um Wichtigeres! fordert Laura Ratering im Kölner "Express" bei einem Rückblick auf MeToo.



2. Here we go again: Der neueste Film, bei dem das männliche Ensemble durchgehend durch Frauen ersetzt wurde, ist "Ocean's 8". Trotz des Aufgebots an weiblichen Stars sind die Kritiken für den Streifen dürftig und erreichen in der Internet Movie Database einen Durchschnittswert von gerade einmal 6,3 von 10 (beziehungsweise 60 von 100 auf Metascore.) Trägt es etwa als Filmkonzept immer noch nicht, Männer gegen Frauen auszutauschen? Quatsch, poltert das feministische Lager: Schuld an den durchwachsenen Kritiken sei natürlich der Sexismus weißer Männer.



3. Warum wollen uns Feministinnen dazu bringen, Männer zu hassen? fragt das britische TalkRadio mit einem Blick auf den männerfeindlichen Artikel in der Washington Post, über den auch Genderama berichtet hatte. Ein Auszug aus dem britischen Radiobeitrag:

Einer neuen Umfrage zufolge glauben 90% der Mitglieder der Demokratischen Partei, dass die Wahl von mehr Frauen Amerika voranbringen würde. Eine andere Umfrage zeigt, dass die Demokraten einfach lieber eine Frau wählen - basta. Ist es wichtig, ob diese Frau Hillary Clinton oder Margaret Thatcher ist?

Solange es eine Frau ist, anscheinend nicht.

Ja, es gibt eine Menge #BecausePatriarchy-Zeug, das heutzutage in der amerikanischen Kultur herumschwirrt. So zeigte das Brigham-and-Women's-Hospital in Boston Porträts der pensionierten Vorsitzenden, die das Krankenhaus zu Größe geführt haben. Jetzt nimmt man die Porträts herunter und vernichtet sie. Warum?

Weil sie alle Kerle sind. Weiße Jungs.

"Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kultur ein Zugehörigkeitsgefühl für alle schafft", sagte Dr. Betsey Nabel, Präsidentin des Krankenhauses.

Das Problem ist, dass diese 31 Typen in den Porträts (alle weiß bis auf einen) die Menschen sind, die das Krankenhaus zu seinem Erfolg geführt haben. Sollen wir so tun, als hätten sie es nicht getan? Oder einfach so tun, als wären sie etwas anderes als Männer (die wir hassen)?




4. Das britische Boulevardblatt "Sun" kritisiert Londons Bürgermeister Sadiq Khan, weil ihm eine "geschlechtergerechte" Wikipedia wichtiger sei als die drängenden Probleme seiner Stadt:

In einem Artikel für den "Telegraph" forderte Khan, die Wikipedia solle sicherstellen, dass mehr Redakteure Frauen sind, um das Gleichgewicht zu wahren.

Er kündigte eine Veranstaltung an, bei der Schülerinnen den Tag damit verbringen würden, die Seite zu editieren, um mehr Informationen über weibliche CEOs und Führungskräfte einzubauen - und forderte die Schulen auf, dasselbe zu tun.

"Indem wir Frauen und Mädchen die Fähigkeiten und Unterstützung geben, die sie brauchen, können wir diejenigen ins Rampenlicht rücken, die eine wichtige Rolle dabei spielen, London zur größten Stadt der Welt zu machen", sagte er.

Unterdessen wurden in dieser Woche drei Menschen in der Hauptstadt erstochen - darunter ein 17-jähriger Junge, der jetzt um sein Leben kämpft.

Und ein Mann in seinen 20ern wurde heute vor einer Niederlassung von "Sainsbury's" erstochen, als die Verbrechenswelle weiterging.

Die Geschäftsfrau Michelle Dewberry, die die zweite Staffel von "The Apprentice" gewann, forderte den Bürgermeister auf, seine Prioritäten zu ändern.

Dewberry, die bereits darüber gesprochen hat, wie Großbritannien den Gender Pay Gap schließen könne, sagte: "Ein paar Dinge, wenn ich darf @SadiqKhan. Erstens würde ich es vorziehen, wenn Sie sich lieber darauf konzentrieren könnten, die aktuelle Epidemie an Kriminalität zu stoppen. Zweitens kann jeder UNABHÄNGIG VON SEINEM GESCHLECHT die Wikipedia bearbeiten. Dort herrscht bereits Gleichberechtigung."

Diesen Worten ließ sie ein Face-Palming-Emoji folgen, das eine Frau zeigt, die den Kopf frustriert in ihre Hand gelegt hat.

Gegenüber der "Sun" führte sie aus: "Die Gewalt, die hier gerade stattfindet, ist beängstigend. Als Frau würde ich es vorziehen, dass Khan für meine Sicherheit arbeitet, anstatt für meine Möglichkeit, eine Website zu bearbeiten, die ich bereits bearbeiten kann, wenn immer ich möchte."




5. Genderama blickt ja gerne immer wieder auf die Situation von Männern in Ländern außerhalb Europas und den USA. Heute ist Kenia an der Reihe. In der dortigen Zeitung "Daily Nation" schreibt die Journalistin Njoki Chege:

Als ich diese Woche durch Twitter scrollte - während ich eigentlich für meine bevorstehenden Prüfungen hätte lernen sollen - stolperte ich über den Trend #MasculinityKE.

Ein junger Mann namens Mariga W. Thoithi erzählte in einem langen Twitter-Thread, wie er von einer Schar von Schönheiten eingeladen wurde, die teure Getränke bestellten und dachten, er würde bezahlen. Da er wusste, dass er pleite war, hatte er die ganze Nacht über nur zwei Bier und erklärte stolz, wie schockiert seine Freunde waren, als er dem Kellner sagte, dass er nur für seine Getränke bezahlen würde und die Damen ihre eigenen Rechnungen bezahlen würden.

Er fuhr dann fort, darüber zu reden, wie Frauen einen Mann nicht im Namen von "Männlichkeit" und "ein Gentleman sein" einschüchtern sollten. Er ermutigte andere junge Männer, sich dagegen zu wehren, von Frauen "benutzt" zu werden, die mit Männern rumhängen wollen, nur damit sie ihre Rechnungen bezahlen können.

"Meine Emanzipation davon, dass ich meine Männlichkeit davon abhängig mache, was ich mir leisten kann, bedeutet, dass man mich nicht mehr durch Beschämung dazu bringen kann, Rechnungen zu bezahlen, die ich nicht eingeplant hatte", sagte er.

Das erregte meine Aufmerksamkeit. Erstens bin ich mir nicht sicher, ob Thoithi "Männlichkeit" erkennen würde, wenn sie sich auf der Straße anschleichen würde. Aber ich muss ihm zugestehen, dass er eine Debatte auf Twitter entfacht hat, denn was nach seiner viralen Geschichte folgte, war eine Flut von ähnlichen Berichten junger Männer, die angeblich eingeschüchtert wurden, Rechnungen von jungen Frauen zu bezahlen, die ohne Geld ausgehen.

Ich habe Thoithi und seiner Kombo von ähnlich gesinnten jungen Männern folgendes zu sagen. Ich möchte, dass ihr mir ganz genau zuhört, denn ich werde das nur einmal sagen; Wenn ihr es euch nicht leisten könnt, eine Frau zum richtigen Zeitpunkt auszuführen, bleibt bitte zu Hause. Wenn ihr nicht für die Getränke, das Essen und was sie sonst noch will bezahlen könnt, hängt euer Telefon aus und spielt die ganze Nacht Videospiele oder was auch immer es ist, was junge Männer tun.

Wenn ihr denkst, dass die atemberaubende junge Frau zu teuer oder zu aufwandintensiv ist, dann seid ihr nicht der Zielmarkt. Sprecht mir nach: Wenn sie zu teuer ist, befindet sie sich außerhalb meiner Liga. Niemand hat euch gezwungen, mit Damen auszugehen, die viel Zuwendung erwarten. Es gibt viele Mädchen, die gerne einen Drink mit euch teilen und euch trotzdem lieben würden. Bleibt in eurer Spur; überlasst die teuren Mädchen den Männern mit Geld. Es ist nichts Persönliches. Ihr werdet eines Tages dort ankommen!

Ich würde euch auch bitten, von der Darstellung von Frauen als Goldgräberinnen abzusehen. Die Männer mit dem Gold sollen sich über Goldgräberinnen beschweren.

Wenn eure mickrigen Kröten euch dazu bringen, euch in den sozialen Medien auszumären – wobei ihr mit großen Wörtern wie "Männlichkeit" um euch werft -- worüber ihr vermutlich nicht das Geringste wisst - bitte verschont euch mit eurem Drama und zeigt euch nicht dort, wo echte Männer zu sehen sind.

Nun, da die Frage der Männlichkeit aufgetaucht ist, erlaube mir, noch einmal darauf zurückzukommen. Wenn du so scharf auf Männlichkeit wärst, dann wärst du nicht zu einem Date mit einer Schar von Schönheiten mit nur 500 Schilling in deiner Tasche aufgetaucht. Weil, Thoithi, Männlichkeit Verantwortung bedeutet. Es geht darum, die Situation in den Griff zu bekommen. Wenn du endlich nicht mehr pleite bist - und ich bete, dass der Tag bald kommt – wirst du erkennen, wie wichtig es für einen Mann ist, sich verantwortlich zu fühlen. Außerdem, ich meine, was für ein Mann geht zu einem Date ohne Geld aus?

Nummer zwei: Männlichkeit bedeutet, die ehrenhafte Sache zu tun. In zwanzig Jahren, wenn du ein verheirateter Vater von mehreren Kindern mittleren Alters mit etwas mehr Geld bist, wirst du zurückblicken und erkennen, wie kleinlich das alles war. Ein "Gentleman" zu sein, bedeutet nicht nur deine Würde zu wahren, sondern auch die Würde der gnädigen Dame, die dich eingeladen hat. Echte Männer blamieren Frauen nicht wegen ein paar Groschen. Du hast dich vieleicht entrechtet, ausgenutzt und für dumm verkauft gefühlt , aber was ist schon Geld? Geld ist nichts, wofür man Leute in Verlegenheit bringt. Du kannst immer noch mehr verdienen.

Also, meine lieben Freunde, wenn sie euch das nächste Mal anruft und ihr sicher wisst, dass ihr pleite seid, dann sagt bitte: "Danke, aber nein danke."


Ich habe diesen Artikel gerne so ausführlich zitiert, weil er in all seiner Plumpheit so hübsch deutlich macht, was ansonsten oft nur unterschwellig und raffinierter geschieht. Grundsätzlich läuft hier aber dasselbe Spiel ab wie in den deutschen Medien. Njoki Chege gilt als führende Feministin ihres Landes - aber wenn Frauen wie sie bei Männern etwas für sich herausschlagen wollen, wird ein noch so wortreicher und manipulativer Appell an die traditionellen Geschlechterrollen immer noch liebend gern benutzt.

Schön, wenn die jungen Männer auf Twitter sich zunehmend von solchen Erwartungen emanzipieren – auch wenn die nächste Welle von Hetzartikeln gegen die "frauenfeindlichen" Men Going Their Own Way niemals lange auf sich warten lässt.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich habe gerade diesen Artikel der Tagesschau gelesen. Was mir dabei auffiel: Laut Überschrift und der kurz darauf folgenden Formulierung "verzweifelte Rufe nach Mama oder Papa" geht es hier geschlechtsneutral um die Trennung von Kindern und Eltern. Im Artikel werden aber immer nur Beispiele von Müttern und Töchtern genannt. Außerdem scheint es so zu sein, dass sich einige Abgeordnete der Demokraten sowie manche Hilfskräfte selektiv nur um Mädchen und Frauen kümmern, da ja im Text z.B. stand "Pramila Jayapal, Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus, besuchte rund 200 Frauen, die festgehalten werden".

Freitag, Juni 15, 2018

RTL verantwortlich für Lynchjustiz nach TV-Reportage? – News vom 15. Juni 2018

1.
Ein 50-jähriger Mann ist nach Angaben der Polizei am Dienstagnachmittag in seiner Wohnung von mehreren Personen niedergeschlagen und dabei schwer verletzt worden. Angeblich dachten die Angreifer, sie hätten den Mann in einer Reportage über Pädosexuelle erkannt, die das RTL-Magazin "Punkt 12" am Mittag gesendet hatte. Allerdings handelt es sich bei dem Mann, der überfallen wurde, nicht um den aus der Reportage, sagt die Polizei. Er soll inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr schweben. Die Täter sind flüchtig.


Hier geht es weiter.



2. Der Tennis-Champion Rafael Nadal macht mühelos klar, warum der Gender Pay Gap nicht Diskriminierung zu verschulden ist. Auf die Frage eines Journalisten, ob weibliche Tennisspieler nicht genauso viel verdienen sollten wie Männer, erwiderte Nadal:

"Das ist ein Vergleich, den wir nicht einmal machen sollten. Weibliche Models verdienen mehr als männliche Models und niemand sagt etwas. Warum? Weil sie eine größere Fangemeinde haben. Auch im Tennis verdient jemand, der ein größeres Publikum gewinnt, mehr."


Und so ist es bei anderen Beschäftigungen auch.



3. "Es ist Zeit damit aufzuhören, Männern an ihren Leiden im Bereich seelischer Gesndheit die Schuld zu geben", fordert das populärwissenschaftliche Magazin Psychology Today. Ein Auszug aus dem Artikel:

"Wenn Männer nur mehr reden würden, würde sich ihre psychische Gesundheit verbessern und ihre Probleme wären gelöst" – so wird oft argumentiert. Eine solche vereinfachte Darstellung des Themas ist jedoch aus verschiedenen Gründen hochproblematisch.

Erstens vernachlässigt sie wachsende Beweise dafür, dass der soziale Kontext eine wichtige Determinante der psychischen Gesundheit ist. Zweitens gibt sie dem Opfer die Schuld und trägt so zu einem Mangel an Einfühlungsvermögen und Verständnis bei. Drittens ignoriert sie viel Forschung, die darauf hinweist, dass es verschiedene Modalitäten der psychischen Heilung gibt, von denen viele eher handlungsorientiert als gesprächsbasiert sind.

Die gesammelte Forschung zeigt, dass soziale Faktoren (und nicht schweigsame Männer) eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und dem Fortbestehen der psychischen Gesundheitsprobleme von Männern spielen. Beispielsweise sind die Selbstmordraten von Männern und der Drogenmissbrauch in ländlichen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit und rückläufiger Industrie am höchsten. Dies kann zu einem Mangel an Hoffnung und Lebenssinn für viele Männer führen, insbesondere für Ungelernte und Geringqualifizierte.

Andere Untersuchungen zeigen, dass negative Lebensübergänge eine sehr schädliche Auswirkung auf die psychische Gesundheit von Männern haben können. Gut erforschte Faktoren sind das Gefühl, überflüssig geworden zu sein, Scheidungen und Trauerfälle, besonders wenn dies plötzlich und unerwartet geschieht. Falsche Anschuldigungen und nachfolgende Untersuchungen können sich auch sehr schädlich auf die psychische Gesundheit von Männern auswirken.

Gemeinsam ist diesen Faktoren ein Prozess des Schocks, des Verlustes und der anschließenden Erfahrung eines existentiellen (und finanziellen) Vakuums. Diese konkrete negative soziale Erfahrung ist oft die Ursache für die psychische Gesundheit der Männer, und die Konzentration auf die angebliche Unfähigkeit der Männer, sich zu öffnen, ignoriert diese grundlegenden sozialen Fragen.

(...) Dies kann zu einer schädlichen Sichtweise führen, die Männer für ihre psychischen Probleme verantwortlich macht und beschimpft, was bedeutet, dass ihr eigenes Verhalten die Ursache sei. Dieser Ansatz wird in der öffentlichen Gesundheit als "Victim-blaming" bezeichnet und wird bei Kampagnen zur psychischen Gesundheit von Frauen, bei denen der soziale Kontext oft als Schlüsselfaktor für die psychische Gesundheit anerkannt wird, sorgsam vermieden.

Tatsächlich zeigt meine eigene Forschung, dass mediale Darstellungen von Frauen mit psychischen Erkrankungen viel einfühlsamer und sympathischer sind als Darstellungen von Männern mit psychischen Erkrankungen, die in der Regel hart und strafend sind. Der berühmte Professor Philip Zimbardo von der Universität Stanford nennt dies zu Recht eine "Empathielücke", in der es an gesellschaftlicher Sympathie für Männer mangelt.

Diese Einfühlungslücke manifestiert sich auf verschiedene Weise. Interessanterweise haben zahlreiche Männer in meinen eigenen Forschungsstudien festgestellt, dass sie versucht haben, über ihre psychischen Probleme zu sprechen, aber nur wenige Männer oder Frauen in ihrem sozialen Umfeld waren bereit zuzuhören. Einige berichten sogar, dass Familie und Freunde ihnen einfach gesagt haben, dass sie "ein Mann sein sollen", oder schlimmer noch, sie als schwarze Schafe geächtet haben.

Wer ist also wirklich schuld an der angeblichen Schweigsamkeit der Männer?

(...) Die Lösung der Krise der psychischen Gesundheit der Männer erfordert in der Tat Veränderungen auf verschiedenen Ebenen. Aber derzeit wird zu viel Wert darauf gelegt, das vermeintliche Schweigen der Männer zu verändern, und nicht genug darauf, die Gesellschaft und die psychiatrischen Dienste zu verändern, die der gesamten Gesellschaft dienen sollen.

Donnerstag, Juni 14, 2018

Sexuelle Gewalt: Unsere Medien machen die größte Opfergruppe unsichtbar – News vom 14. Juni 2018

1. Wie die auflagenstarke Zeitung USA Today berichtet, übergeht die intensive Berichterstattung über MeToo die häufigsten Opfer sexueller Übergriffe: Schwule, Lesben und Bisexuelle.

Insgesamt sind Menschen, die sich als LGBTQ identifizieren, laut des Centers for Disease Control and Prevention einem höheren Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt:

44% der Lesben und 61% der bisexuellen Frauen erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 35% der heterosexuellen Frauen.

37% der bisexuellen Männer erleben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch einen Intimpartner, verglichen mit 29% der heterosexuellen Männer.

40% der schwulen Männer und 47% der bisexuellen Männer haben andere sexuelle Gewalt als Vergewaltigung erlebt, verglichen mit 21% der heterosexuellen Männer.

(...) Die am meisten beachteten Geschichten folgten einer Formel: Eine prominente Überlebende und ein mächtiger männlicher Täter.




2. Gegen Professorin Avital Ronell, die an der Universität New York Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft unterrichtet, wird wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens ermittelt. Nachdem damit erstmals eine prominente Akademikerin in diesem Zusammenhang bezichtigt wird, stimmen Feministinnen wie Judith Butler Proteste an, es handele sich dabei um eine "Hexenjagd", und schreiben einen entsprechenden Offenen Brief. Das Magazin Quartz berichtet und kommentiert:

Die in dem Brief geäußerten Auffassungen widersprechen direkt den Grundprinzipien, über die sich die meisten sonst einig sind, wenn es darum geht, wie man auf sexuelle Übergriffe reagiert: Seine Verfasser verleumden den Ankläger, schlagen vor, dass die Prominenz der Angeklagten Einfluss darauf haben sollte, wie sie behandelt wird, und behaupten - ohne eine eigene Untersuchung durchzuführen oder Beweise zu liefern -, dass die Angeklagte nicht für schuldig befunden werden könne. Er stellt auch die Untersuchung selbst als schädlich für die Angeklagte dar.

(...) In einer Gesellschaft, die sexuelle Gewalt ernst nimmt, müssen alle Anschuldigungen untersucht werden. Die Behauptung, dass eine Untersuchung an sich schon eine Ungerechtigkeit ist, zeigt mangelnde Rücksicht gegenüber den Opfern dieses weit unterschätzten Verbrechens. Viele derjenigen, die den Brief zur Verteidigung von Ronell unterzeichnet haben, sind feministische Theoretiker, die diese Prinzipien theoretisch unterstützen. In der Praxis sollte es keine Ausnahmen von diesen Regeln geben, auch wenn der untersuchte Professor eine Frau ist.


Hierzulande kritisiert Der Freitag den Offenen Brief.



3. Die Schauspielerin Rose McGowan wurde wegen des Besitzes von Kokain verhaftet. Ihre Verteidigung: Das wäre nie passiert, wenn sie nicht die Zielscheibe Harvey Weinsteins wäre.



4. Zuletzt noch ein anderes Thema: Das eigene Risiko für Prostatakrebs kann inzwischen schon durch eine preisgünstige Speichelprobe ermittelt werden.

Mittwoch, Juni 13, 2018

Wie man die Männerrechtler besiegen kann – News vom 13. Juni 2018

Bevor wir zu der Meldung kommen, der dieser Blogbeitrag seinen Titel verdankt, einige andere aktuelle News in der heutigen Presseschau:



1.
Frauen das friedliche, Männer das gewalttätige Geschlecht? Obwohl Frauen als Mörder und Totschläger statistisch weniger auffällig werden, ist die Sache weitaus komplexer.


Das erklärt die Publizistin Cora Stephan ausführlicher in einem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung. Dabei gelangt sie zu folgenden Gedankengängen:

Nichts scheint also dagegen zu sprechen, die Armee für Männer wie Frauen zu öffnen, zumal es auch hinter der Front reichlich zu tun gibt. Und nichts spräche gegen eine allgemeine Wehrpflicht auch für Frauen – davon aber ist im Gleichstellungsdiskurs merkwürdigerweise selten die Rede.

(...) Deshalb sei hier eine Lanze für die Männer gebrochen – eine Lanze für eine männliche Kultur des Krieges. Kultur des Krieges – genau. Männliche Gewalt hat ihre dunkle und ihre helle Seite. Denn es ist Männern, nicht Frauen, gelungen, der Kriegsgewalt eine Form zu geben, die sie bremst, die sie einhegt, die sie beschränkt und die dazu beigetragen hat, dass die Menschheit sich noch nicht ausgerottet hat, was geschehen wäre, wenn es in Kriegen immer schon und generell um die möglichst gründliche Vernichtung des Gegners ginge.

(...) Ja, Männer und Frauen unterscheiden sich. Im Unterschied zu Frauen haben Männer Kulturen der Selbstdisziplinierung entwickelt und als Stellvertreter den Frauen manches erspart. Manch schriller Angriff auf den Mann, insbesondere den "alten weissen Mann", erinnert heute eher an das unfreundliche Diktum Friedrich Schillers in seiner "Glocke": "Da werden Weiber zu Hyänen und treiben mit Entsetzen Scherz."

Männer und Frauen sind nicht gleich, aber sie kooperieren im Guten wie im Schlechten. Das macht die Frauen weniger edel und die Männer weniger schurkisch. Mit dieser banalen Einsicht wären wir einen grossen Schritt weiter.




2. Was ihr Orientierungsvermögen angeht, bleiben Männer der neuesten wissenschaftlichen Forschung zufolge den Frauen voraus:

Männer scheinen tatsächlich die besseren "Pfadfinder" zu sein. Denn sie bewegen sich effizienter durch ihnen grundsätzlich bekannte Umgebungen und erreichen ihr Ziel dadurch deutlich schneller, wie ein Experiment belegt. Demnach nehmen die Herren der Schöpfung häufiger sinnvolle Abkürzungen. Frauen folgen dagegen eher einmal eingeprägten Routen und neigen außerdem dazu, umher zu wandern.


Das Wissenschaftsmagazin Scinexx berichtet.



3. Hadmut Danisch kommentiert aktuelle Artikel zum Thema "Frauen und Technik".



4. Der 84jährige Dichter Reiner Kunze, berichtet die Passauer Neue Presse, war im totalitären Staat der DDR so lange der Indoktrination ausgesetzt, bis er 1977 in den Westen übersiedelte. Diese Erfahrung habe in Kunze eine tiefe Skepsis gegen verordnete Gebote des Denkens und Redens erzeugt. So nimmt er jetzt auch in einer Erklärung zum Sprachfeminismus Stellung, in der er zu folgendem Fazit gelangt:

Die Sexualisierung der Sprache durch die Diskreditierung geschlechtsübergreifender Wortbedeutungen hat eine eklatante Verarmung und Bürokratisierung der Sprache, die Denunzierung aller Sprechenden, die sich dagegen verwahren, und eine Einschränkung der Freiheit des Denkens zur Folge. Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie, die sich gegen die deutsche Sprachkultur und das weltliterarische Erbe richtet, das aus dieser Kultur hervorgegangen ist.




5. Schöne neue feministische Welt nach MeToo: Netflix greift durch, was Flirten am Arbeitsplatz angeht. So darf man dort seine Kollegin nicht mehr länger als fünf Sekunden ansehen oder nach ihrer Telefonnummer fragen. Einige Angestelte sind allerdings noch ein wenig aufsässig: So schauen Kollegen einander im Spaß an, zählen gleichzeitig bis fünf und wenden ihren Blick dann ab.



6. Angelina Jolie muss einer gerichtlichen Anordnung zufolge Brad Pitt mehr Kontakt zu seinen Kindern gewähren, wenn sie das Sorgerecht nicht verlieren möchte.



7. "Ich würde lieber in eine Million Kanalschächte fallen, als dass mir ein einziger Kerl sagt, ich solle aufpassen, wo ich gehe" tweetete vor einigen Tagen die feministische Wortführerin Lena Dunham. Dieses Statement führte zu nicht wenigen bissigen Erwiderungen.



8. Die Website "Quora" wurde eingerichtet, um Nutzern Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen zu geben, die man dort stellen kann. Eine Frage dort, die aktuell stark trendet, lautet "Wie können wir die Männerechtler besiegen?" Die beliebteste Antwort, die darauf gegeben wurde, ist zu lang, um sie vollständig zu übersetzen; ich tue das aber gerne mit ihren letzten Absätzen:

Feministinnen, ihr könnt nicht beides haben. Entweder ihr fangt an, die Probleme der Männer ernst zu nehmen und stellt eure Zeit zur Verfügung, öffnet eure sicheren Räume und fangt an, die Dinge anzupacken, bei denen Sexismus Männer beeinträchtigt, ODER lasst die Männerechtler die Probleme anpacken, die Männer betreffen. Ihr könnt nicht beides haben, und wenn ihr es versucht, seht ihr männerfeindlich und gleichberechtigungsfeindlich aus, und wenn ihr so ausseht, SORGT IHR DAFÜR, dass Männerrechtler und Antifeministen euch legitimerweise als eine Bedrohung für Gleichberechtigung und Männerrechte betrachten, und DESHALB VERBRINGEN SIE IHRE ZEIT DAMIT, SICH GEGEN DEN FEMINISMUS EINZUSETZEN.

Sie betrachten euch nicht als Bedrohung, weil ihr für die Gleichberechtigung der Frauen eintretet. Sie betrachten euch als Bedrohung, weil bei jeder möglichen Gelegenheit irgendeine Feministin beleidigt tut, sobald man versucht, über Themen zu sprechen, die Männer betreffen.

Also ja, wenn jemand lediglich über die Themen sprechen möchte, die ihn betreffen, und bei jeder möglichen Art und Weise, wie er es versucht, eine Feministin aufkreuzt, um zu versuchen, diese Meinung zum Schweigen zu bringen, wird er denken, dass ihr männerfeindlich seid.

Ich bin es wirklich leid, Feministinnen zu sehen, die Männerrechtlern Frauenfeindlichkeit unterstellen, während es viele weibliche Männerrechtler gibt. Der wahre Grund, warum Männerrechtler gegen Feminismus wettern, ist, dass sie aus ihrer Perspektive einen legitimen Grund haben zu glauben, dass Feminismus gegen sie aktiv ist. Und Fragen wie deine bestätigen ihren Verdacht.

(...) Ich denke, was am meisten unterschätzt wird, ist, dass Männerrechtler einen Raum für Männer bieten, um über die Themen zu sprechen, die sie betreffen. Die Konferenzen, die sie abhalten, ermöglichen es den Männerrechtlern, in einem sicheren Raum zusammenzukommen, um einfach nur zu reden. Darüber zu reden, wie Männer von bestimmten Problemen betroffen sind und wie sie sich dabei fühlen. Sie haben Sprecher und Führungsfiguren. Das ist wichtig, auch wenn Feministinnen so tun, als ob es nichts wäre. Denn in vielen anderen Fällen leiden diese Männer allein und ohne Unterstützung. Männliche Opfer häuslicher Gewalt leiden alleine, männliche Vergewaltigungsopfer leiden alleine. Die Konferenzen der Männerrechtler sind von Bedeutung, und Feministinnen gehen so weit, dass sie den Feueralarm auslösen oder die Zugänge versperren, um diese Konferenzen zu verhindern.

--- Wie man Männerrechtler besiegt ---

Behebt die Probleme von Männern. Nehmt sie ernst und hört auf, aus allem eine Unterdrückung von Frauen zu machen.

Ich bin kein Männerrechtler, ich betrachte mich als Nicht-Feminist, aber ich habe es satt, dass Feministinnen auf Männerrechtlern herumhacken und gleichzeitig die Probleme der Männer herunterspielen. Wenn du versuchst, die Rechte der Männer anzugreifen, wenn du versuchst, dem Fortschritt bei Männern im Wege zu stehen, dann bist du gegen die Gleichberechtigung, und ich stehe zu den Antifeministen und lehne jeden Versuch ab, Rechte für Männer niederzuzwingen, WEIL ICH AN DIE GLEICHBERECHTIGUNG GLAUBE.


Auch andere Antworten, die auf die obige Frage gegeben wurden, sind lesenswert. Das Internet ist den klassischen Leitmedien bei diesem Thema inzwischen um Längen voraus.

Dienstag, Juni 12, 2018

Wie geht es dem Jungen, den seine Mutter europaweit zur Vergewaltigung angeboten hat? – News vom 12. Juni 2018

1. Vor einigen Monaten berichtete Genderama über einen Jungen, der von seiner Mutter Männern online zur Vergewaltigung angeboten wurde. Der STERN erkundigt sich im Interview mit der Anwältin des Jungen, wie es ihm inzwischen geht. In einer Passage wird das Gespräch allgemeiner:

STERN: Wie schaffte [die mutmaßliche Täterin] es, sogar die Richter zu überzeugen?

Rechtsanwältin Ravat: Das ist genau die Frage. War es wirklich die Überzeugungskraft dieser Frau? Sie ist sicher nicht besonders klug, sie kann sich eher schlecht ausdrücken. Oder war es die Haltung, dass man einer Mutter solche Taten nicht unterstellen mag? Das ist der Bonus, den Frauen genießen.

STERN: 2016 gab es laut Bundeskriminalamt mehr als 7000 Männer, aber nur 127 Frauen, denen sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde.

Rechtsanwältin Ravat: Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Auf kinderpornografischen Aufnahmen mit Säuglingen erkennen wir immer wieder ganz eindeutig Frauenhände.




2. Lucas Schoppe beschäftigt sich einmal mehr mit rechten Diskursen im herrschenden Feminismus. Ein Auszug:

Es ist ein wesentliches Problem der feministischen Linken, dass sie sich in aller Regel mit der faschistischen Geschlechterordnung immer nur gerade eben so weit auseinandergesetzt hat, wie diese Auseinandersetzung ihre ohnehin immer schon bestehenden Grundthesen bestätigte. Sonst hätte sie irgendwann einmal bemerken müssen, dass sie diese Ordnung in wesentlichen Aspekten nicht etwa bekämpft, sondern sie reproduziert und variiert.

Die Entsorgung von Vätern, die heute nicht mehr auf Schlachtfelder ziehen müssen, aber dafür juristisch von ihren Kindern ferngehalten werden – die inzestuöse Verherrlichung der vom Vater ungetrübten Mutter-Kind-Innigkeit in der Fantasie einer "Alleinerziehung als Befreiung" – die rituell wiederholte Imagination des Mannes als Täter und der Frau als Opfer – die Fantasie des Mannes als Vergewaltiger, als triebgesteuerte Bedrohung der unschuldigen Frau – bis zur heutigen #MeToo-Bewegung, die statt soziale und ökonomische Strukturen zu analysieren auf Geschlechtszugehörigkeiten fixiert ist – und bis hin zu einer Schrift, die zum feministischen Kultbuch wurde, obwohl oder gerade weil sie sich unverkennbar und unverblümt in die Tradition des Nationalsozialismus stellte: Die hier nur skizzierten Übernahmen aus einer reaktionären oder faschistischen Geschlechterordnung sind so vielfältig, dass es eine beständige Anstrengung kosten muss, sie zu übersehen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Feminismus grundsätzlich "rechts" sei. Selbst eine unfaire und einseitige Interessenvertretung für Frauen wäre eben unfair und einseitig, aber deswegen noch nicht rechts, reaktionär oder gar faschistoid. Irritierend und erklärungsbedürfig aber ist die Blindheit für die Parallelen, die offenkundig und eigentlich unübersehbar sind.

(...) Es ist eigentlich eine klassische rechte Politik, die Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen versprengt zu sehen und Einzelne diesen Gruppen unterzuordnen – Gruppen, die sich unversöhnlich gegenüberstünden, die potenziell gewaltsam eher im Streben nach Macht kollidierten als sich im Bemühen um Verständigung zu begegnen, die keinen universellen Rahmen der Vernunft hätten und die jede Idee eines herrschaftsfreien Diskurses zum naiven Traum werden ließen.

In Massenmedien wie in sozialen Medien stehen sich also heute nicht Rechte und Linke gegenüber, sondern Rechtsaußen-Akteure, die wissen, dass sie rechts sind – und Rechtsaußen-Akteure, die sich für links halten. Gerade bei traditionellen Linken muss diese auf rechts gestrickte Linke an Unterstützung verlieren.




3. Harald Martenstein kommentiert, dass die SPD beim Kampf um Wählerstimmen auf feministische Pornos setzt.



4. Das liberale Magazin Reason beschäftigt sich mit dem (auf Genderama ebenfalls schon einmal erwähnten) Fachaufsatz der Genderstudien über die "Vergewaltigungskultur" unter Hunden und Hundebesitzern.

Wilson verbrachte 100 Stunden in drei Hundeparks, wo sie eine ganze Reihe von Malen notierte, als ein Hund einen anderen bestieg. Wenn das zwei Rüden taten, griffen die Besitzer in der überwältigende Zahl der Fälle ein. Aber wenn es sich um eine männliche und eine weibliche Hündin handelte, stoppten die Besitzer es weitaus seltener. Dies, so die Studie, könnte etwas über die verinnerlichte Homophobie der Eigentümer aussagen und ihre Bereitschaft, weibliche Opfer sexueller Übergriffe zu übersehen.

(...) Wilson sagt [in ihrem Fazit] im Wesentlichen, dass, da das Anschreien von Hunden ein guter Weg war, um sie dazu zu bringen, mit der Vergewaltigung aufzuhören, das Anschreien von Männern – beim Wettern gegen die Vergewaltigungskultur - auch funktionieren könnte.

Sie räumt jedoch ein, dass Männer im Gegensatz zu Hunden nicht angeleint werden können. Das wäre "politisch nicht machbar", erklärt sie. Die Enttäuschung ist spürbar.




5. Zuletzt: Die Karikatur der Woche.

Sonntag, Juni 10, 2018

Deutscher Anwaltsverein: Kindeswohl soll Vorrang haben – News vom 10. Juni 2018

1.
Der Deutsche Anwaltsverein dringt auf eine Reform des Kindschaftsrechts. Das Gesetz passe nicht mehr zum Leben vieler Scheidungsfamilien. Gefragt sei eine Flexibilisierung, die auf gerechteren Unterhaltsregeln fußt.

(...) Die Anwälte schlagen vor, neben dem klassischen Residenzmodell und dem Wechselmodell eine dritte Betreuungsform vorzusehen: die alternierende Betreuung, bei der sich die Eltern die Betreuung teilen, aber nicht ganz zur Hälfte, sondern etwa 60:40 oder 70:30.

Solche Modelle werden zwar jetzt schon gelebt, gelten aber in der Rechtssprechung nach wie vor als Residenzmodell und bedeuten für den weniger betreuenden Elternteil, dass er voll unterhaltspflichtig ist. Hier müsse es zu einem Umdenken kommen, meint Horndasch: "Der Kindesunterhalt muss in Zukunft stärker an den Betreuungszeiten orientiert werden, aber auch die unterschiedlichen Einkommen der Eltern berücksichtigen." Ein entsprechendes Stufenmodell hat der Anwaltsverein bereits erarbeitet.


Der Artikel von Sabine Menkens in der "Welt" ist in Gänze lesenswert.



2. Der Kölner Stadt-Anzeiger macht im Zusammenhang mit der Debatte über sexuelle Gewalt aufmerksam auf die vergessenen Jungen.



3. Der Professor für Geschichte Valentin Groeber plädiert für bessere Arbeitsbedingungen für junge Männer im akademischen Betrieb.



4. "Why can't we hate men?" schlagzeilt die Washington Post. In dem Artikel argumentiert Professorin Suzanna Danuta Walters, Direktorin des Women’s, Gender, and Sexuality Studies Program an der Northeastern University, dass der Hass auf Männer gerechtfertigt sei, und zieht folgendes Fazit:

Also Männer, wenn ihr wirklich #WithUs seid und wollt, dass wir euch nicht für all die Jahrtausende des Leids hassen, das ihr produziert und von dem ihr profitiert habt, fangt damit an: Lehnt euch hinaus, damit wir aufstehen können, ohne niedergeschlagen zu werden. Versprecht, nur für feministische Frauen zu stimmen. Kandidiert nicht für ein Amt. Seid für nichts verantwortlich. Tretet von eurer Macht zurück. Wir schaffen das. Und bitte seid euch gewiss, dass eure Krokodilstränen nicht mehr von uns weggewischt werden. Wir haben jedes Recht, euch zu hassen. Ihr habt uns Unrecht getan. #BecausePatriarchy. Es ist höchste Zeit, dass ihr euch hart für das Team Feminismus einsetzt. Und gewinnt.


Ich warte jetzt eigentlich nur noch auf die Argumentation, wenn Zuwanderer und Muslime nicht gehasst werden wollten, dann sollten sie eben mehr rechte Parteien wählen, die sich gegen "Ausländerkriminalität" engagieren.



5. An australischen Universitäten erhalten Studenten inzwischen schlechtere Noten, wenn sie feministisch nicht korrekte Wörter wie "mankind" und "workmanship" verwenden. Der von mir verlinkte Artikel ist in Gänze lesenswert.



6. In Birmingham, Alabama, nutzte eine Verbrecherin die Stimmung im Zusammenhang mit sexuellen Belästigungen für einen versuchten Banküberfall. In einem Zettel, mit dem die Täterin 6.000 Dollar aus dem Tresor forderte, hieß es, wenn der Bankangestellte mitspiele, würde er mit einem sexuellen Gefallen belohnt. Wenn er sich weigere, würde die Täterin behaupten, er hätte sie sexuell missbraucht.



7. Die meisten allgemein geltenden Vorstellungen über die Geschlechter treffen zu, argumentiert Lee Jussim auf den Seiten des populärwissenschaftlichen Magazins Psychology Today. Dabei kritisiert er Forscher, die durch selektives Auswerten der vorhandenen Daten so tun, als ob das Gegenteil der Fall wäre.

Wissenschaftler können nicht einfach Beweise ignorieren, die mit ihrer Erzählung unvereinbar sind. Dies bedeutet nicht, dass sie die Beweise dem ersten Augenschein nach akzeptieren müssen. Aber das Ignorieren von Beweisen sollte keine wissenschaftliche Option sein, vor allem nicht in einem Geschäft, das stolz darauf ist, Nuancen und Vor- und Nachteile sowie das Gewicht der Beweise in Bezug auf ein bestimmtes Thema zu präsentieren. (...) Wir wissen jedoch, dass in den Sozialwissenschaften empirische Erkenntnisse, die Social-Justice-Darstellungen in Frage stellen, oft systematisch ignoriert, übersehen, verunglimpft und verworfen werden.

(...) Diese Art von Problem kann nicht durch bessere Statistiken oder verbesserte Methoden gelöst werden. Dennoch bedroht sie die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit der Sozialpsychologie mindestens ebenso wie nicht nachvollziehbare Befunde, fehlerhafte Statistiken und suboptimale Forschungsmethoden. Außerdem besteht die Gefahr, dass die öffentliche Unterstützung für die Sozialwissenschaften breiter ausgehöhlt wird. Warum sollte die Öffentlichkeit weiterhin die Finanzierung der Sozialwissenschaften unterstützen, wenn man nicht sicher sein kann, dass die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler auf ihre eigenen Daten eingehen?


Eine Passage seines Artikels widmet Jussim den Vorwurf, Frauen würden im akademischen Bereich dadurch diskriminiert, dass sie weniger Forschungsgelder als Männer erhielten. Jussim stellt klar, dass auch an dieser Behauptung einer Benachteiligung wenig dran ist:

Frauen erhielten weniger Zuschüsse, aber das ist noch kein Beweis dafür, dass es sich um Voreingenommenheit handelte. Stattdessen bewarben sich Frauen stärker in Bereichen, in denen die Förderungswahrscheinlichkeit geringer war (Bio- und Sozialwissenschaften); und weniger in Bereichen, in denen die Förderungswahrscheinlichkeit höher war (z.B. Chemie und Physik).




8. Aus den Blogs: Das "Alternativlos-Aquarium" wirft einen Blick zurück auf das feministische Jahr 2017 in Deutschland.



9. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu der Entscheidung des deutschen Rechtschreibrats zur feministischen Schreibweise:

Ich bin bezüglich der vorläufig nicht getätigten Empfehlung des Rats für deutsche Rechtsschreibung skeptisch. Für mich ließt es sich so, dass man abwarten wird, was sich in der Gesellschafft stärker durchsetzen wird.

Dabei wird aber hintenrum getrickst. Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist ein zwischenstaatliches Gremium, der ein amtliches Referenzwerk erstellt. Viele Behörden und Bildungsstätten haben hier aber längst vorgegriffen und üben einen Zwang bei der Durchsetzung der "geschlechtergerechten" Sprache aus. Dies dürfte letzten Endes dazu führen, dass der Rat quasi von Staats wegen die Sprache definiert und nicht die Sprachentwicklung der Gesellschaft abbildet.

Der Artikel aus der "Welt" enthält einen interessanten Passus, der das Dilemma der Sprachgerechtigkeitshersteller verdeutlicht.

"Dem gegenüber stehen die Gerechtigkeitshersteller, die argumentieren, von den Sprachteilnehmern werde das grammatische Geschlecht durchaus als Indikator für das natürliche Geschlecht wahrgenommen. Psychologische Tests hätten ergeben, dass Deutschsprecher sich unter Astronauten und Spionen eben doch eher Männer und weniger Frauen vorstellten."

Dem möchte ich sogar zustimmen. Dabei werden jedoch einige naheliegende Gedanken vernachlässigt. Zum einen wird gesagt, das man sich eher Männer unter diesen Berufsbezeichnungen vorstellt. Das steht dann aber im Widerspruch dazu, dass es rein männliche Bezeichnungen sind, wenn einige Probanden auch Frauen im Sinn hatten. Es liegt vermutlich nicht an der Endung der männlichen Berufsbezeichnung, sondern eher daran, mit welchem Geschlecht bestimmte Berufe assoziiert werden. Das man sich unter Ingenieuren eher Männer vorstellt, liegt einfach daran, dass eben auch überwiegend Männer in den Ingenieurberufen anzutreffen sind. Dagegen denke ich bei Erziehern eher an Frauen. Beim Sammelbegriff Krankenpfleger funktioniert dies nicht, was aber daran liegen dürfte, dass der Begriff Pfleger lange Zeit ausschließlich für Männer galt (Krankenpfleger und Schwester). Bei Zahnärzten denke ich ebenfalls an beide Geschlechter, bei Chirurgen jedoch nicht, weil dies meinen Kontakt mit den Geschlechtern bei diesen Berufen widerspiegelt.

Wenn man solche Assoziationstests macht, dann sollte man auch nur Berufe verwenden, die gleichermaßen von Männern und Frauen ausgeübt werden oder die Geschlechter in einigermaßen gleichen Teilen Berühmtheit darin erlangt haben. Schon deswegen kann es mit Astronauten, Testpiloten, Mineuren und Spionen vorerst nicht funktionieren.

Im Übrigen bewirkt die Aufdröselei der Geschlechter genau das Gegenteil dessen, was beabsichtigt ist. Je mehr Gruppen man schafft, umso mehr hält man den Glauben an Leistungsunterschiede aufrecht. Wenn man z. B. Professorinnen und Professoren mittels getrennter Anrede auf einem Kongress begrüßt, dann vereint dies nicht, sondern es trennt die eigentlich Gleichen. Dass sollten sich die Verfechter der Sprachgerechtigkeit endlich auch einmal überlegen.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Im Deutschlandfunk gibt es in dem Programmformat "Europa heute" eine Reihe über Gleichberechtigung in Schweden". In einem Beitrag wird über eine Geschlechterpädagogin berichtet, deren Aufgabe es ist, den Kindern die "Geschlechterstereotypen" auszutreiben. An der besagten KiTa dürfen die Kinder aber immerhin noch "er" und "sie" sagen (statt sonst das erfundene geschlechts-übergreifende "hen").

Interessant auch dazu die Facebook-Kommentare, die größtenteils ablehnend/kritisch zu sein scheinen. Dort interviniert der Deutschlandfunk mehrmals mit eigenen Kommentaren, die die Geschlechterpolitik Schwedens verteidigen. (Es geht also nicht um die Verteidigung des Beitrages oder die Ermahnung zu einer sachlichen Debatte, stattdessen greift der Deutschlandfunk hier selber inhaltlich in die Debatte ein.)

Vielleicht in dem Zusammenhang noch ein kurzer Hinweis auf den dänischen Comedian Jonatan Spang, der sich inzwischen in mehreren Beiträgen deutlich gegen die "Political correctness" im Nachbarland Schweden wendet. In seiner Satiresendung "Tæt på sandheden" (= Nahe der Wahrheit) imitiert er unter anderem die inter-skandinavische Krimiserie "Die Brücke", wo er einen (rauchenden, etwas macho-haften) dänischen Kommissar auf eine (politisch korrekte) schwedische Kommissarin treffen lässt, die keine Verfolgung des Täters zulässt, weil sie in der Täterbeschreibung auf dem neuen Personalpronomen "hen" besteht und keinen Hinweis auf Geschlecht, Ehtnizität, Hautfarbe etc. zulassen will ("Der Tatmensch (= Täter) wird beschrieben als ... Mensch"). Bei Youtube gibt es das Video mit englischen Untertiteln. Dort gibt es auch noch weitere ähnliche Clips von Jonatan Spang.

Danke für Deinen Blog und Deine Aufklärungsarbeit!

Samstag, Juni 09, 2018

Rechtschreibrat stoppt Spezialsprache der Gender-Ideolog_*Innen – News vom 9. Juni 2018

1. Der Versuch politischer Ideologen, eine von ihnen erfundene Rechtschreibung der Allgemeinheit aufzuzwingen, wird vorerst geblockt:

Der Rat für deutsche Rechtschreibung mit Sitz in Mannheim plant vorerst keine Regeländerung für geschlechtergerechtes Schreiben. Aus der bisherigen Beobachtung des Schreibgebrauchs ergebe sich noch keine klare Präferenz, hieß es am Freitag nach einer Ratssitzung in Wien. Noch werde die Praxis, von Frauen und Männern in weiblicher und männlicher Form, im Plural oder in Passivkonstruktionen zu schreiben, der Erwartung geschlechtergerechter Schreibung am ehesten gerecht.


Hier geht es weiter.

"Die Welt" kommentiert die Debatte. Ein Auszug:

Antje Baumann und André Meinunger, die Herausgeber von "Die Teufelin steckt im Detail" stellen fest, dass in ihrem Buch gerade Wissenschaftlerinnen mehrheitlich gegen gegenderte Sprache argumentieren. Da ist sogar von einer "Apartheid" und von Diskriminierung die Rede, die herrschten, wenn jetzt immer und überall das Geschlecht angezeigt werden solle. So polemisieren nicht weiße alte Männer, auf die man heute nicht mal mehr hört, wenn es sich – wie bei Eisenberg und der deutschen Grammatik – um die größten Autoritäten auf ihrem Gebiet handelt, sondern jüngere Forscherinnen.


Matthias Heine, Autor des Artikels, weist auch darauf hin,

wie ästhetische Argumente von den Pro-Gender-Forschern immer besonders forsch beiseite gewischt werden. Das Fach wird heute mehrheitlich von Menschen bestimmt, die die Sprache nur noch durch den Ausschnitt ihrer Computerbildschirme sehen. Zwischen natürlichen Sprachen und Programmiersprachen nehmen sie kaum Unterschiede war. Sie können sagen, welche Formen wo und wie oft in großen digitalen Sprachkorpora erscheinen. Aber niemals haben sie ein Gedicht auswendig gelernt. Die Schönheit und das Spielerische in der Sprache sind ihnen nicht nur unwichtig, sie wissen gar nichts von deren Existenz. Das politisch Erstrebenswerte ist ihre einzige Norm. Sie ähneln darin denjenigen, die Dämmung für Wände verordneten, weil das nützlich ist – ganz egal, wie sich das auf deren Ästhetik auswirkte. So wie die Häuser nun unter ihren wärmenden Decken schimmeln, wird die Sprache von einem Schimmelteppich aus Korrektheitssignalen bedeckt.


Von maskulistischer Seite wird übrigens keine Einführung irgendeiner Spezialsprache gefordert, durch die wir unsere Weltsicht besonders gut propagiert sehen. Vermutlich hat für die meisten von uns die Freiheit des Individuums eine größere Relevanz als ständig neue Regeln und Normen.



2. Isabel Schayani (WDR) schwadroniert für die "Tagesschau"

Gestern hat die Bundeskanzlerin, eher en passant, in ihrer papiertrockenen Gebrauchslyrik etwas Bemerkenswertes gesagt. Natürlich werde man weiterhin nach Afghanistan abschieben. Dann kam der feine Nachsatz: Und zwar ohne Einschränkungen. Ab jetzt also nicht mehr nur Straftäter, junge Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Familien? Ich traue keiner befristeten Waffenruhe mit den Taliban. Haben wir die Menschen im Blick?


Männer nach Afghanistan abzuschieben ist also unproblematisch, Menschen wie Frauen und Kinder hingegen nicht. Das Blog Kritische Wissenschaft kommentiert:

Misandrie, Männerfeindlichkeit, ist für Schayani offensichtlich mit Menschlichkeit vereinbar, mit dem, was sie unter Menschlichkeit versteht. Es ist gruselig zu sehen, wie normal Misandrie geworden ist, wie leicht es ist, Männer, junge Männer, gleich hinter Straftätern zu nennen und ihre Abschiebung nicht zu bedauern. Aber – und man kann das Flügelschlagen fast hören -, aber wehe es geht an die Adresse von "Frauen, Kindern, Familien" (Die offensichtlich einzige Art für Männer, um im Menschenbild von Schayani Menschlichkeit zu erlangen, besteht darin, als Teil einer Familie zu verschwinden), dann erregen sich angebliche Menschenfreunde wie Schayani. Dann wird die Menschlichkeit eingefordert, die man vergeblich sucht, wenn es um Männer, junge Männer geht.

Die Normalität der Misandrie in Deutschland ist fast so erschreckend wie die Normalität, mit der diejenigen, die sie pflegen, von Menschlichkeit salbadern, ohne den Widerspruch zu bemerken.




3. Die britische Premierministerin Theresa May fordert, Facebook und Twitter dazu auf, an Frauen gerichtete Beschimpfungen zu entfernen. Auf Männer zielende Attacken bleiben wie alle anderen Attacken gegen das männliche Geschlecht politisch irrelevant.

Freitag, Juni 08, 2018

"Miss America" darf keinen Bikini mehr tragen – News vom 8. Juni 2018

1. MeToo bekämpft jetzt endgültig nicht mehr sexuelle Übergriffe, sondern Schönheit und Sexualität an sich. Deshalb werden jetzt Bikinis aus der Wahl zur Miss America verbannt. Der Wettbewerbsteil mit Badeanzügen soll durch eine "interaktive Sitzung" zwischen den Frauen und den Juroren ersetzt werden, in der die Teilnehmerinnen ihre Erfolge und Ziele im Leben hervorheben.

Der Leser, der mich auf diese Meldung aufmerksam machte, schreibt mir dazu:

Die okkupieren ständig Begriffe und verändern diese, bis alles nur noch graue dumpfe provinzielle Einöde ist. Konsequenterweise müsste auch das Wort "Miss" weg wegen der Geschlechterdiskriminierung, und "America", weil die Herkunft ebenfalls keine Rolle spielen darf. Das logische Ende wäre die Burka. Aber nur eine, die nicht gefärbt oder geschmückt ist, und selbst die diskriminiert noch gehbehinderte Frauen.

Warum sieht denn keiner, dass PC, Poststrukturalismus und Feminismus knallrechts sind? Guckt die Linke denn gar nicht mehr nach Inhalten? Was hier läuft ist ein schreiender Verrat an den alten linken Idealen und niemand merkt es.


Die sexuelle Befreiung war gestern, heute herrscht in der Linken wieder Zucht und Ordnung und Sittlichkeit. Der weibliche Körper muss vor Männerblicken geschützt und verhüllt werden. Badeanzüge und Bikinis gehen da einfach nicht mehr.

Die Leserkommentare unter diesem Artikel sind deutlich:

Als nächstes müssen Formel-1-Autos die Höchstgeschwindigkeiten beachten, damit sie nicht geblitzt werden. Raserei sollte einfach kein gutes Vorbild sein. Und auf dem Oktoberfest gibt es bald nur noch alkoholfreies Bier, schon aus Respekt vor anderen Religionen, und Dirndl sind sowieso zu sexistisch.


Wenn es so weitergeht, wird Saudi Arabien in ein paar Jahren freizügiger als die USA.


Der nächste logische Schritt wäre, daraus einen Radioverbewerb zu machen, damit das Publikum durch Aussehen nicht "gestört" wird.


Bei einer Miss-Wahl soll es nicht mehr um das Aussehen gehen. Fabelhaft, die nächste Fields-Medaille geht dann an jemanden, der Mathematik nicht sonderlich beherrscht - der Fairness halber ...




2. Der Deutschlandfunk hat aus den Feuilletons zwei Statements von bekannten Schriftsteller*_Innen gefischt, die Stellung zur Gendersprache beziehen:

Feridun Zaimoglu:

Der Genderjargon markiert. Die Literatur ist aber kein Stadtfaltplan. Die tobenden Frauen und Männer, die sich an der Debatte beteiligen, gehören der bürgerlichen Klasse an. Der Interpunktionsirrsinn ist die Ausgeburt der höheren Töchter. Der Restaurationswahn ist das Gespei der spröden Oberschichtler. Wir sind nicht in der Benimmschule. Ich halte mich nicht an eine Grammatik der Gesinnung.


Sibylle Lewitscharoff:

Ich verwende keine gendergerechte Sprache, weil der ganze Quatsch entsetzlich aussieht und bürokratische Ungeheuer gebiert, die den Lesefluss stören. Mir ist noch keine einzige gescheite Frau begegnet, die sich dieses Unfugs befleißigt. Ein selbstbewusstes Naturell kann locker darauf verzichten.




3. Dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau, der sich bei zahllosen Gelegenheiten als der feministischste Staatschef der Gegenwart inszeniert, wird jetzt ebenfalls sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Auch die Toronto Sun berichtet.



4. In Großbritannien könnten hunderte unschuldiger Männer hinter Gittern sitzen, die der Vergewaltigung bezichtigt worden waren.



5. Mehr Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Bei einem MeToo-Artikel in der "Tehran Times" ist mir aufgegangen, dass die MeToo-Kampagnen in anderen Ländern, in denen sie nicht Teil einer neofeministischen Kampagne um Macht, Aufmerksamkeit und Geld für eine akademische Elite ist, durchaus konstruktiv geführt werden kann.

In dem Artikel werden als MeToo-Bekenner gleich viele männliche wie weibliche Opfer zitiert. Der Text ist eher nüchtern bis aufklärerisch geschrieben. Ich vermute, dass in der iranischen Gesellschaft es vielleicht wirklich etwas Neues ist, über sexuellen Missbrauch zu sprechen. In unserer Gesellschaft ist es zwar lächerlich so zu tun, als könne man nun erstmals über sexuellen Missbrauch öffentlich reden. In anderen (nichtwestlichen) Ländern mag es aber ein durchaus konstruktiver Impuls sein. Nur die selbsternannten Heldinnen und Celebrities des westlichen MeToo werden solche Auswirkungen vermutlich nicht zu ihrem Ruhm nutzen können.

Donnerstag, Juni 07, 2018

Neue Studie: Journalisten sind grün, links und feministisch – "News" vom 7. Juni 2018

1. Eine aktuelle Studie bringt zwar keine wirklich neuen Erkenntnisse, bestätigt aber noch einmal das, was uns allen ohnehin schon klar ist: Die Redaktionen unserer Medien sind alles andere als ein Abbild der Bevölkerung.

Am häufigsten stehen die Journalisten grünen Ideologien nahe, gefolgt vom Feminismus. Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung.


Dabei präsentieren unsere Journalisten entsprechende Themen regelmäßig so, als seien sie allgemeiner Konsens und nur ein paar ewig gestrige Dumpfdödel könnten hier irgendwelche kritischen Einwände haben. Die Bevölkerung soll weniger informiert, als dazu erzogen werden, die Auffassung der Journalisten zu teilen.



2. Der neue Puritanismus schreitet voran: Leipzig will "frauenverachtende" und "entwürdigende" Reklame verbieten: zum Beispiel Bilder von Frauen, die leicht bekleidet Pizza genießen.



3. Der RBB berichtet über die Berliner Männerkonferenz in einem kurzen Video und dem nachfolgenden Interview mit einem Persönlichkeits-Coach.



4. Die Post. Einer weiterer Leser schreibt mir zu dem SPIEGEL-Artikel über die Anliegen der Männerbewegung:

Lieber Herr Hoffmann,

nachdem Sie mich in Ihrem Blog auf diesen Artikel im SPIEGEL aufmerksam gemacht haben, bin ich tatsächlich los und habe ihn mir besorgt. Und würde das ehrlich gesagt auch jedem empfehlen, der sich darin halbwegs wiederfindet – Redaktionen haben die Verkaufszahlen ihres Produkts durchaus auch im Auge.

Und zwar sicher insbesondere dann, wenn es tatsächlich den erwarteten radikalfeministischen Aufschrei gibt. Dieser Shitstorm lässt sich leichter aushalten, wenn die betroffene Ausgabe nicht gerade die umsatzschwächste des Jahres ist.

Ich fand den Artikel übrigens tatsächlich nicht schlecht – als Autor weiß ich leider aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, tonnenweise recherchiertes Material in einem festgelegten Anschlagsvolumen unterzubringen. Da fällt dann vieles "hinten runter".

Das im Hinterkopf und die vielen Fettnäpfchen, in die man in diesem frauenpolitischen Minenfeld treten kann, hat der Autor seine Aufgabe eigentlich recht gut gelöst. Man kann ja nicht alle Anliegen von allen auf drei Seiten unterbringen – das wäre dann die Aufgabe weiterer Artikel. Die in Zukunft hoffentlich häufiger werden. Ich habe den Eindruck, dass sich da ganz allmählich etwas tut.

Irgendwann fällt auch dem Letzten auf, dass FeministInnen in aller Regel mit Schaum vor dem Mund schreiben, da tun sachlich formulierte Artikel wie dieser wirklich gut und bilden ein diskursives Gegengewicht, das langfristig Vertrauen schafft.

Das einzige, was mir tatsächlich arg gefehlt hat, waren die Anführungszeichen bei "Genderwissenschaft".

Mittwoch, Juni 06, 2018

Studie: Feministinnen sind eher bereit, Männer zu opfern – News vom 6. Juni 2018

1. Einer Studie der Universität von Exeter zufolge sind Feministinnen besonders bereit, in einem hypothetischen moralischen Dilemma Männer zu opfern. Für die Studie wurden in vier Szenarien die Teilnehmer gebeten, einen Mann zu opfern, um mehrere andere zu retten (mit unbestimmtem Geschlecht), und in vier weiteren Szenarien wurden sie gebeten, eine Frau zu opfern. Aus diesem Gedankenspiel wollte man Informationen über den sozialen Wert gewinnen, der verschiedenen Gruppen gegeben wird: Sozial geschätzte Personen werden seltener geopfert. Die Studie bestätigte die Vermutung, dass Frauen, die sich stark mit Feministinnen identifizieren, Männer leichtfertiger opferten. Frühere Studien hatten ähnliche Ergebnisse mit marginalisierten Gruppen – etwa ethnischen Minderheiten – gefunden.

Die Ergebnisse der Studie decken sich mit der feministischen Rhetorik, in der das Ansprechen der Leiden von Männern als "Mimimi", "male tears", "Derailing" und "Whataboutism" abgefertigt wird.



2. Der FOCUS berichtet, "wie Väter um Kontakt zu ihren Kindern kämpfen".



3. Das Kuckucksväter-Blog weist auf das Treffen am 23. Juni in Köln hin sowie darauf, dass die SWR-Talkshow Nachtcafé einen kameratauglichen Kuckucksvater sucht - oder einen Vater, dem nach der Trennung der Kontakt zu seinen Kindern entzogen wurde.



4. Diesen Samstag findet die nächste Väter-Demo in Köln statt.

Dienstag, Juni 05, 2018

Berliner Männerkonferenz: "Es ist ihre Rolle im Leben, das Böse zu sein" – News vom 5. Juni 2018

1. Für "Die Welt" berichtet Kathrin Spoerr über die Männerkonferenz, die letztes Wochenende in Berlin stattfand.

Die Berliner "taz" hingegen betrachtet die Konferenz aus der feministischen Perspektive. Die schönste Passage:

Mit Spannung wird danach der letzte Referent erwartet: Seit über 40 Jahren arbeitet Walter Hollstein in der Männerforschung. Doch die wiederholten Forderungen, die Probleme von Männern stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken, haben ihm den Ruf eines Maskulinisten eingebracht.


Es gibt nichts, wodurch man bei der "taz" schneller unten durch ist, als mit geschlechterpolitischen Forderungen, die sich nicht um Vorteile für Frauen drehen.

Auch der Berliner Kurier berichtete über die Konferenz; der Artikel wurde dann vom FOCUS übernommen.



2. Die SPD befindet sich im Absturz. Welche Visionen entwickelt diese Partei nun, um wieder festen Tritt zu fassen?

Sie möchte feministische Pornos fördern.



3. Im Magdeburger Landtag muss der Landesfrauenrat zu Vorwürfen der Mauschelei Stellung nehmen. Es geht um Millionenbeträge, die am Parlament vorbei geschleust worden sein sollen.



4. In den East Idaho News geht es um männliche Opfer sexueller Gewalt und wie unsere Gesellschaft sie unsichtbar macht.



5. Die Popsängerin Demi Lovato zieht einen Shitstorm auf sich, nachdem sie in einem Tweet über ihren sexuellen Übergriff auf einen männlichen Bekannten berichtet, ohne zu realisieren, dass das irgendwie problematisch sein könnte.



6. Frauen erobern Männerdomänen: Dem ersten weiblichen Sheriff Kaliforniens werfen drei Beamte sexuelle Übergriffe vor.



7. Die CBS News erinnerten an das Attentat der Feministin Valerie Solanas auf Andy Warhol vor 50 Jahren, durch das Warhol fast zu Tode gekommen war.



8. Die Post. Zu dem SPIEGEL-Artikel über die Anliegen des männlichen Geschlechts schreibt mir Matthias Enderle, Pressesprecher und Vorstandsmitglied von MANNdat, der von Jochen-Martin Gutsch ebenfalls interviewt worden war:

Wenn man zu einem Thema fast vier Stunden befragt wurde und davon nichts im Artikel erscheint, dagegen aus 20 Minuten Telefongespräch mit der Referatsleiterin 415 im BMFSFJ sehr wohl, gewinnt man den Eindruck, dass man in Männerangelegenheiten über alles reden darf, nur nicht über konkrete Forderungen an die Politik zur Abhilfe von Missständen. Das scheint ein Tabu zu sein, das unter allen Umständen unterm Radar bleiben muss.


In der Tat ist das eines der Mankos von Gutschs Artikel. Er benennt geschlechterpolitische Missstände, aber über die bereits existierenden Graswurzelgruppen der Männerbewegung wie etwa auch die "IG Jungen Männer Väter" erfährt der Leser trotz der mit deren Vertretern geführten Interviews nichts. Es gibt ausgewählte Informationen, die den SPIEGEL-Lesern vorenthalten werden. Vermutlich ist Gutsch klar, dass er sich auf vermintem Gelände befindet und deshalb nur punktuell aufklären darf. Dabei aber wird die journalistische Pflicht zur umfassenden Berichterstattung aus Gründen des politischen Opportunismus verletzt.

Von diesem beunruhigenden Punkt abgesehen finde ich den Artikel nach wie vor gelungen.

Sonntag, Juni 03, 2018

Paar vergewaltigt sich gegenseitig: Bringt neuester US-Irrwitz die Wende? – News vom 3. Juni 2018

1. In linksliberalen Magazin "The Atlantic" berichtet Caitlin Flanagan über die neueste Posse, die sich an einem US-amerikanischen Campus aufgrund der Überwachung sexueller Kontakte zugetragen hat. Der Artikel trägt die passende Überschrift "Mutual Nonconsensual Sex" : gegenseitig nicht-einvernehmlicher Geschlechtsverkehr.

Ist es möglich, dass sich zwei Personen gleichzeitig sexuell belästigen? Dies ist die Frage nach den rechtlichen, anatomischen und emotionalen Unwahrscheinlichkeiten,um die sich die Universität von Cincinnati jetzt kümmert, und zwar mit einer gewissen Dringlichkeit, da die Institution und drei ihrer Mitarbeiter derzeit wegen einer Begegnung verklagt werden, die für einen kurzen Moment sexuell war, aber ebenso schnell in das Reich der ewigen Widerkunft gelangte. Die eine wichtige Sache, die Sie über den Fall wissen müssen, ist, dass der eingereichten Klage zufolge eine Frau auf unbestimmte Zeit von ihrer Hochschule verbannt worden ist, weil sie einen Mann ihre Vagina berühren ließ. Welche Art von sexuell repressivem Wahnsinn hätte dies zulassen können? Beantworten Sie diese Frage und Sie befinden sich auf einem langen Weg zur Beantwortung der Frage "Was zum Teufel passiert gerade auf dem amerikanischen College-Campus?"


Über den zugrunde liegenden Fall hatte Genderama schon einmal kurz berichtet, aber es ist sinnvoll, sich noch einmal ausführlicher mit der Sache zu beschäftigen. Folgendes spielte sich offenbar ab:

Eine Septembernacht, eine Campusparty und zwei Studenten - Jane Roe und John Doe – treffen sich. Beide sind knülle (Wodka und Bier für sie, Schnaps und Bier für ihn), aber John ist offenbar der Besoffenere von beiden, weil Jane anbietet, ihn nach Hause zu begleiten und er stimmt zu. Sie kommen in seiner Wohnung an und Jane betüdelt ihn und bietet Wasser und Ibuprofen für seinen verletzten Fuß an. Einer oder beide schlafen ein, erwachen aber kurz für einen Moment, um miteinander zu fummeln. Es endet damit, dass Jane höflich fragt: "Gibt es sonst noch etwas, was du tun möchtest?" und John sich absolut nicht interessiert zeigt. Zwei Tage später reicht John seinen Bericht ein, und der Campus-Ermittler dringt in das Privatleben erwachsener Studenten ein, mit dem Ergebnis, dass Jane von der Universität "auf unbestimmte Zeit" suspendiert wird - also bis zu Johns endgültigem Abschluss, denn er hat die gesamte Bandbreite an Schutzmaßnahmen, die für Opfer von sexuellen Übergriffen am College empfohlen werden, erhalten, einschließlich der Tatsache, dass er den Campus nicht mit seinem Angreifer teilen muss.

(...) Durch eine Art seltsame Alchemie, die die Summe ihrer Teile umfasst, gelingt es diesem seltsamen kleinen Ereignis, fast jeden beunruhigenden Aspekt der Art und Weise zu treffen, wie diese Fälle auf dem heutigen Campus interpretiert und bestraft werden. Es geht von der Annahme aus, dass, wenn zwei betrunkene Studenten miteinander fummeln, einer von ihnen - und nur einer von ihnen - ein Opfer dieses Ereignisses ist. Das führte zu einer ziemlich häufigen, aber äußerst schwerwiegenden Konsequenz für Studenten, die wegen sehr geringfügiger Verstöße verurteilt wurden - eine Verbannung von der Universität bis zum Examen desjenigen, der die Beschwerde eingereicht hat. Und es zeigt sich, wie leicht das System von einem Studenten manipuliert werden kann, der womöglich einen Groll gegen den anderen hegt.


Schön, dass ihr das merkt, sobald eine FRAU das Opfer von diesem Irrsinn zu werden scheint.

Caitlin Flanagan sieht angesichts dieser Entwicklung einen Wandel voraus:

Die Zeiten, in denen man einer Person (fast immer dem Mann) die Schuld für einen schadensfreien, nicht bösartigen, beiderseits betrunken erfolgenden Sexualkontakt gibt, könnten vorbei sein. Es war eine lächerliche Norm: eine, die College-Frauen infantilisierte, männliche Sexualität dämonisierte, und verantwortlich für harte Strafen war, die an einer unbekannten Zahl von Studenten verübt wurden, fast alle von ihnen männlich. Es verharmloste etwas Ernstes: Sexualverbrechen. Und weil es all diese Erfahrungen in ein Deutungssystem gegossen hat, das Frauen in die Rolle von passiven Opfern und Männer in die von aggressiven Raubtieren zwang, hat es dazu beigetragen, verständliche Ressentiments unter jungen Männern auf dem Campus im ganzen Land zu schüren.


Allerdings durfte man diesen offenkundigen Wahnwitz nicht kritiseren, denn das wäre natürlich ... wollen wir die Totschlagworte gemeinsam aufsagen? ... ANTIFEMINISTISCH und FRAUENFEINDLICH gewesen. So wie diese fiesen Masku-Nazis, die einfach nicht kapieren wollen, dass abwägende Vernunft gegenüber Männerhass und den Geboten der politischen Korrektheit gefälligst zurückzustehen hat! Also machten alle bei einem grausamen Spiel mit, das Menschenleben zerstörte und bei dem man aus purer Verzweiflung über diesen Irrsinn seinen Kopf öfter als einmal gegen die nächste Wand hämmern wollte.

Schön, dass Caitlin Flanagan inzwischen offen sagt, was Sache ist:

Das System, wie es derzeit existiert, hat sich so tief in das private Sexualverhalten erwachsener Studenten eingegraben, dass es als eine überwachende, lüsterne, rachsüchtige Kraft über jeder intimen Handlung schwebt.


Flanagan führt aus, warum die MeToo-Gesellschaft von heute vielleicht eine zweite sexuelle Revolution wie in den sechziger Jahren benötigt:

Vor einem halben Jahrhundert erkannte eine Gruppe amerikanischer Studenten, dass die amerikanische Universität eine Rolle in ihrem Leben übernommen hatte, die grundsätzlich im Widerspruch zu ihrem verfassungsmäßigen Recht stand, in Freiheit zu leben. Sie wollten persönliche Freiheit, politische Freiheit, sexuelle Freiheit. Sie wollten ihre Chancen im Leben nutzen und sich nur dem Gesetz und dem eigenen Gewissen gegenüber verantworten, nicht den politisch engen und sexuell repressiven Standards eines Komitees von Campus-Bürokraten.

(...) Die Universitäten überwachen die Sexualität ihrer Studenten heute in vielerlei Hinsicht aufdringlicher als in den 1950er Jahren. Es gibt Vollzeitangestellte amerikanischer Universitäten, deren Aufgabe es ist, junge Leute auf einen Stuhl zu setzen und sie darüber zu befragen, wann und wo und wie sie eine andere Person sexuell berührt haben, und wie es sich anfühlte, und welche Zeichen und Geräusche und Worte und Gesten sie glauben ließen, dass Zustimmung erteilt wurde. So wurden Homosexuelle früher aus Schulen, Sportmannschaften und dem Militär geworfen; so wurden junge Frauen in der Vergangenheit von den verschiedensten amerikanischen Institutionen für ihre sexuellen Impulse bestraft. Das ist mehr als nur überbordende Kontrolle moderner Universitäten; das ist ein Affront gegen die wesentlichste und unantastbarste aller amerikanischen Ideen: die Freiheit des Einzelnen.

(...) Diese Zeit [der Revolte] kehrt auf dem amerikanischen Campus zurück, jetzt da die stärksten und klügsten und mutigsten unter den Studenten beginnen zu erkennen, dass die Überzeugungen und Praktiken, die diese Orte dominieren, irrational und enorm politisch sind. Diese neuen Studenten wachen auf, wehren sich, schlagen zurück, in allen möglichen Bereichen des Hochschullebens. Die Administratoren wollen sie zermalmen, aber die Studenten haben Rückenwind. Die progressive Linke hat derzeit alle Macht auf dem Campus inne, aber das sich entfaltende Bewusstsein dieser Konterrevolutionäre verfügt über seine eigene unangreifbare Macht: Wahrheit, Logik und klarer Verstand.




Weiter geht es mit anderen Themen.



2. In einer neuen Leitlinie zur Vorhautverengung raten Ärzteverbände von der Jungen-Beschneidung ab. Damit, urteilt die Berliner Morgenpost, flamme die Debatte über diese Maßnahme wieder auf: "Aus Sicht der Kritiker müsse damit das Jungenbeschneidungsgesetz, das seit Ende 2012 in Deutschland auch eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung erlaubt (...), hinterfragt werden."

Weiter heißt es in dem Artikel:

So rät die Phimoseleitlinie nun auch von allen früher propagierten vorbeugenden Beschneidungen zur Verhinderung sexuell übertragbarer Krankheiten in Westeuropa ab. Und bei am Ende aus medizinischer Sicht doch noch erforderlichen Beschneidungen verlangt sie Vollnarkose und lokale Betäubung. Die leicht betäubende Emla-Salbe, die traditionelle Beschneider oft einsetzen würden, sei keinesfalls ausreichend, schreiben die Autoren. Denn aus Sicht der Ärzte sei auch das inzwischen erforscht: Frühkindliche Schmerzerfahrungen würden die Vernetzung im Gehirn grundlegend verändern. Die späteren Erwachsenen seien dadurch empfindlicher und reagierten schlechter auf Schmerzmittel.




3. In Dänemark hat eine Petition dafür, dass eine Beschneidung gesunder Menschen erst ab dem Alter von 18 Jahren erlaubt sein sollte, über 50.000 Unterschriften erreicht, was die notwendige Schwelle ist, um eine Parlamentsdebatte zu erzwingen. Beobachter gehen aber davon aus, dass die Mehrheit der Abgeordneten (ähnlich wie in Deutschland) konträr zu ihren Wählern entscheiden werden. Jeder Versuch, die Menschenrechte durchzusetzen, würde von religiösen Fanatikern wohl auch als "entsetzlicher Ausfall von Islamophobie" oder "größte Bedrohung für Juden seit dem Holocaust" angeprangert werden.



4. Der Operntenor Jonas Kaufmann berichtet, zu Beginn seiner Karriere ebenfalls sexuell belästigt worden zu sein. Dem unbenommen beklagte Kaufmann, dass in den USA ein Mann nicht mehr allein mit einer Frau in einem Raum sein könne, ohne dass eine Kamera läuft.



5. "Väter, warum lasst ihr euch das gefallen?" titelt der Schweizer BLICK dazu, dass der Bundesrat mehr als einen Tag bezahlten Vaterschaftsurlaub ablehnt.



6. Gloria Steinem, immer noch eine der führenden Feministinnen in den USA, nimmt kein Blatt vor den Mund: "Männlichkeit ist eine Geisteskrankheit".



7. Eine Gegenposition dazu nimmt im Wall Street Journal der Philosophieprofessor Crispin Sartwell ein, der, weil er wesentlich sachlicher und analytischer ist als Steinem, natürlich nicht über die Legionen ihrer begeisterten AnhängerInnen verfügt. Er führt zu diesem Thema folgendes aus:

Es hat Tradition, das Geschlecht und die Sexualität anderer Menschen als pathologisch zu betrachten. Die meisten männlichen Mediziner diagnostizierten einmal "weibliche Probleme", darunter Hysterie, Ohnmachtsanfälle und chronische Unvernunft. Ärzte und Psychiater betrachteten Homosexualität als Krankheit, und über Jahrzehnte wurde sie als solche im Diagnosehandbuch der American Psychological Association aufgeführt. Einige versuchen immer noch, Homosexualität als heilbaren Zustand zu behandeln. Gender-Nonkonformisten wurden unerbittlich pathologisiert, stereotypisiert und sogar kriminalisiert, wo immer sie in die Öffentlichkeit wanderten.

Doch diese Traditionen werden umgekehrt. Macho-Männer erhalten jetzt verabreicht, was wir aufgetischt haben, und "giftige Männlichkeit" wird die Schuld gegeben an Amokläufen, Kriegen, sexueller Belästigung und sogar - Gott helfe uns - Donald Trump, der als ihre Verkörperung hochgehalten wird. Da Menschen, die sich selbst als männlich betrachten, Jahrhunderte damit verbracht haben, die Identität anderer Menschen zu diagnostizieren, könnte diese Wende als fair angesehen werden.

Es liegt eine gewisse poetische Gerechtigkeit darin, dass der Spieß jetzt umgedreht wird. Aber das macht es nicht zu einem vernünftigen, effektiven oder moralisch anständigen Ansatz für ein gesellschaftliches Problem. Ich kann nur sagen, was die Mitglieder der von mir genannten Randgruppen seit Jahren sagen: Nimm deine Finger weg von meinem ... Geschlecht.

"Zu viele Jungen sind in demselben erstickenden, veralteten Männlichkeitsmodell gefangen, in dem Männlichkeit an Stärke gemessen wird, in dem es keine Möglichkeit gibt, verletzlich zu sein, ohne entmannt zu werden, in dem Männlichkeit darin besteht, Macht über andere zu haben", beklagte der Komiker Michael Ian Black im Februar. "Sie sind gefangen, und sie haben nicht einmal die Sprache, um darüber zu sprechen, wie sie sich fühlen, wenn sie gefangen sind, denn die Sprache, die existiert, um die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen zu diskutieren, wird immer noch als sensibel und feminin angesehen." Inspiriert von Mr. Black's Essay boten zwei Autoren der New York Times eine Konversionstherapie in Form eines Unterrichtsplans an. Es soll Massenerschießungen verhindern.

Wir Kerle befinden uns offensichtlich in einer Welt ohne Emotionen oder gar Sprache. Wir werden als evolutionäre Rückschläge betrachtet. Angepasst an die Jagd auf Mammuts sind unsere Dienstleistungen in einer Welt von Yoga-Studios, Chai-Lattes und universeller Liebe nicht mehr erforderlich. Auch dies - der sanfte Hinweis, dass Männer genauso sehr Paviane wie Menschen sind - ist eine ganz traditionelle Art, sehr große Gruppen abzuwerten.

Dieser Trend geht über die Grenzen der Gedankenübungen hinaus und hält Einzug in die Praxis. Das "Boys to Men"-Programm an den öffentlichen Schulen von Maine schult Mittel- und Oberschüler in der Abkehr vom pathologischen Machismo. Das Programm beginnt mit einer "Gender-Box". "Der Gruppenleiter zeichnet eine große Schachtel auf die Tafel, und die Jungen brainstormen Stereotypen der Männlichkeit. Die gehen alle in die Kiste. Dann diskutieren sie, was passiert, wenn ein Mann versucht, sich so zu verhalten, wie es in der Box nicht beschrieben ist", so der Guardian. "Empathie ist der Klebstoff, der alle Ideen des Kurses zusammenhält." Danach ist die Heilung der Männlichkeit so einfach wie das Denken über den Tellerrand hinaus.

Solche Interventionen verwenden eine hochgradig pauschalisierende Vorstellung über einen immensen Teil der Bevölkerung – nennen wir sie ein Klischee - als Erklärung für bestimmte Phänomene. Das ist nicht viel aufschlussreicher, als Massenerschießungen auf "Gesellschaft" oder "soziale Medien" zu schieben. Selten kann jemand erklären, wie die Männlichkeit die Schützen gezielt beeinflusst oder in Bewegung gesetzt hat. Solange sie diese Verbindung nicht direkt herstellen können, haben die Kritiker der Männlichkeit nichts erklärt. Und ich warne davor, mit schierer Stereotypisierung und Bigotterie komplexe Probleme anzugehen. Ein paar problematische Menschen zu nehmen und auf dieser Grundlage ganze Gruppen als von Natur aus fehlerhaft, minderwertig oder pathologisch zu beflecken - das ist noch nie gut ausgegangen.

Auch sollten Jungen nicht in Weiblichkeit ausgebildet werden. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass es die Probleme lindern wird, und es ist niemandes Aufgabe. Wir sollten das Geschlecht jeder Person sich selbst überlassen. Dass sich die Konversionstherapie in diesem Fall an eine "dominante" Gruppe richtet, macht das Denken und die Ethik dieses Ansatzes nicht besser.

Zweifellos hat Männlichkeit - wie Weiblichkeit - sowohl schlechte als auch gute Auswirkungen. Aber die Ergebnisse des Versuchs, sie in eine Kiste zu stopfen, sind unberechenbar. Beginnen Sie mit dem folgenden Prinzip, einer schwer gewonnenen Erkenntnis aus einem Jahrhundert, in dem die sexuelle Identität von Menschen als Störung oder Verbrechen betrachtet wurde: Niemand ist dazu berufen, die Gender-Polizei zu spielen.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir dazu, dass der SPIEGEL männerpolitische Entwicklungen nicht mehr völlig verschweigt:

Mit großem Interesse habe ich heute auf Genderama den Bericht über den SPIEGEL-Artikel zur Männerbewegung gelesen.

Es ist schon lustig: Dieser Artikel klingt wie eine Antwort auf das, was ich dem SPIEGEL vor einiger Zeit im Rahmen einer Umfrage, die diese Zeitung unter den Lesern durchgeführt hat, geschrieben habe. Ich habe dem SPIEGEL hier eine großteils sehr schlechte Bewertung gegeben, und als Begründung die einseitige Berichterstattung über #Metoo im Speziellen und Männer- und Frauenanliegen im Allgemeinen angegeben. (Ich möchte hier nicht von Rechten schreiben, weil es meines Erachtens eigentlich keine speziellen Frauen- oder Männerrechte gibt, sondern nur Menschenrechte, die für alle gelten.)

Ich glaube zwar nicht, daß eine einzelne Bewertung soviel Gewicht hat, aber ich gehe davon aus, daß ich nicht der Einzige war, der das kritisiert hat, obwohl ich natürlich nicht weiß, wie die anderen Rückmeldungen ausgesehen haben, ich habe diesbezüglich nichts gefunden. Aber es ist immerhin wohltuend, daß wenigstens ein Mainstreammedium derartige Rückmeldungen halbwegs ernst nimmt und auch darauf eingeht.

Vielleicht kaufe ich mir diesmal diese SPIEGEL-Ausgabe sogar, damit ich den ganzen Artikel lesen kann.


Ein anderer Leser schreibt mir zum selben Thema:

Natürlich ist es begrüßenswert, wenn große Medien mal nicht herabwertend und polemisch über die Männerbewegung berichten. Es ist dabei seltsam, dass das so urplötzlich hervorzukeimen scheint. Mein Verdacht ist, dass die Themen und Argumentationen des Maskulismus längst verstanden, aber größtenteils immer noch lieber verschwiegen werden, weil nicht konform zum eigentlich gewünschten Bild in der Öffentlichkeit (die weibliche Opferrolle soll halt nicht verwässert werden; nur wer Opfer ist, kann auch Forderungen stellen).

Ganz kommt der SPIEGEL-Autor allerdings nicht an der Political Correctness vorbei, wenn er schreibt: "Der Feminismus hat den Frauen den Weg in die Moderne geebnet. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit für eine Männerbewegung – eine Art Maskulismus, aber im besten Sinne. Nicht als plumpe, frauenfeindliche, antifeministische Gegenbewegung. Sondern als echtes Instrument des Fortschritts." Erst mal die Frauenbewegung einleitend loben, ein vorsichtiges/zweifelndes "Vielleicht" bezüglich der zu beachtenden Männeranliegen bringen, um dann so zu tun, als sei der Maskulismus immer plump, frauenfeindlich, antifeministisch gewesen und man JETZT erst mal damit beginnen müsse, das Beste herauszufiltern.

Abschließend der Versuch, die Diffamierungen (gerade auch aus der eigenen Zunft des Journalismus) als Gesetzmäßigkeit darzustellen: "Eine Männerbewegung muss natürlich mit starkem Gegenwind rechnen. Politisch und medial. Wurden in den Siebzigerjahren die Feministinnen als frustrierte, männerfeindliche Wesen diffamiert, so wird heute das Engagement für Männer gern als frauenfeindlich oder 'rechts' abgeurteilt und skandalisiert." Diese Punkte machen meines Erachtens schon deutlich, woran es noch krankt – auch der Autor scheint noch nicht völlig genesen.

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