Donnerstag, September 20, 2018

Bund, Ländern und Kommunen sind männliche Opfer weiterhin schnuppe – News vom 20. September 2018

1.
Der Bund will ein Förderprogramm für Frauenhäuser und Beratungsstellen auflegen. Im kommenden Jahr sind dafür fünf Millionen Euro vorgesehen. Bis 2020 soll die Förderung auf 30 Millionen Euro steigen. Ziel der Zusammenarbeit sind laut Ministerium der Ausbau und die finanzielle Absicherung der Arbeit von Frauenhäusern und ambulanten Hilfs- und Betreuungseinrichtungen.

Bund, Länder und Kommunen sollen sich dazu verpflichten, Unterstützungsangebote für betroffene Frauen weiterzuentwickeln. Neben dem Bund machen beim Runden Tisch alle 16 Bundesländer und die kommunalen Spitzenverbände mit. Die Einsetzung des Gremiums war im Koalitionsvertrag verabredet worden.

Derzeit bieten bundesweit fast 350 Frauenhäuser und mehr als 100 Schutzwohnungen Schutz vor Gewalt. Insgesamt gibt es dort mehr als 6000 Plätze. Dazu kommen rund 600 Beratungs- und Interventionsstellen.


Die Tagesschau berichtet. Unsere HerrscherInnen können es sich leisten, die männliche Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt zu ignorieren, weil sie sichergehen dürfen, von unseren Leitmedien dafür in keiner Weise kritisiert zu werden. Lucas Schoppe spricht in solchen Zusammenhängen treffend von einer "neofeudalen Gesellschaft", in der die HerrscherInnen das Leiden zahlloser Untertanen problemlos ignorieren können.



2. An der Basis versuchen die bekannten Personen derweil immer noch, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Frauen nicht die einzigen Menschen sind, die leiden und denen geholfen werden sollte. So richtet Professor Matthias Franz kommendes Wochenende wieder einen Männerkongress aus – diesmal zum Thema Männergesundheit. RP-Online berichtet:

Zu der diesjährigen Veranstaltung haben sich schon 300 Teilnehmer angemeldet (trotz Gebühren von 200 Euro). Die Hälfte von ihnen sind Frauen. Die einen, die sich um die Gesundheit ihres Liebsten sorgen, die anderen, die in Beziehungen an ihre Grenzen stoßen. Franz: "Sie erwarten von ihrem Partner, dass er einfühlsam und sensibel ist. Aber sie möchten auch eine starke Schulter zum Anlehnen." Wenn sie plötzlich einen Mann erleben, der über seine Ängste spricht und Schwächen zugibt, vielleicht Tränen vergießt, löst das oft Irritationen aus. Dann kriegten Männer nicht selten den Vorwurf zu hören: "Mit so einem Weichei kann ich nichts anfangen."


Das dürfte dieselbe Denkweise sein, die feministische Bundespolitkerinnen zu ihrer einseitigen Geschlechterpolitk treibt.



3. "Männer müssen endlich über ihre Depressionen reden" fordert ein Betroffener im Magazin "Vice".



4. Das Blog "Echte Mamas" erklärt, warum gerade Jungen jede Menge Liebe brauchen.

Dienstag, September 18, 2018

Schweiz: Feministinnen bereiten Frauenstreik vor – News vom 18. September 2018

1. In verschiedenen Städten vernetzen sich derzeit Frauen, um einen Frauenstreik zu organisieren. Darüber berichtet die Tageswoche unter der Überschrift "Es braucht einen neuen Frauenstreik, damit die Gesellschaft den Frauen endlich mal zuhört". Eine nur allzu verständliche Schlagzeile in einer Geschlechterpolitik, die von den zahlreichen Männerministerien bis zu den Leitmedien reicht, die ausschließlich über maskulistische Twitterkampagnen berichten.



2. Es gibt allerdings Feministinnen, denen in unserer Gesellschaft tatsächlich kaum jemand in Machtpositionen zuhört. Die Neue Zürcher Zeitung stellt eine von ihnen vor:

Die Philosophin Christina Hoff Sommers gilt als streitbare konservative Feministin und Reizfigur des Intellectual Dark Web, weswegen sie mitunter von Studentenaktivisten niedergebrüllt wird. Sie selbst sieht sich als Verfechterin einer gemässigten Vernunft – und liebt den Disput.


Hier geht es weiter mit einem Interview.



3.
Während Männer und Frauen im Alltag zuverlässig und selbstverständlich kooperieren, wird politisch und medial weithin ein Geschlechterkonflikt präsentiert. Dabei werden nicht nur Männer, sondern auch Frauen abgewertet, und mehr noch: Die Abwertungen beider hängen eng miteinander zusammen.


Lucas Schoppe hat sich diese Dynamik genauer angesehen.



4. "Die Zeit" hat eine Passage aus Sineb el Masrars Buch "Muslim Men" veröffentlicht. Darin geht es um männliche muslimische Sexarbeiter.



5. Das Neueste von den Vorkämpferinnen für MeToo: Asia Argento droht Rose McGowan mit einer Klage. In deutscher Sprache berichtet der "Stern".

Gut, dass ein so heikles Thema wie sexuelle Übergriffe von reifen, verantwortungsbewussten Frauen angegangen wird. Es wäre unerträglich, wenn sich das alles zu einem einzigen großen Kindergarten entwickeln würde.

Montag, September 17, 2018

Precht vs. Flasspöhler, bizarrer Vaterschaftsbetrug und eine begeisterte Leserin von Genderama – News vom 17. September 2018

1. Richard David Precht und Svenja Flasspöhler halten ein Streitgespräch über "die Zukunft von Mann und Frau".



2. Die Übermedien haben noch immer Probleme mit Menschen eines bestimmten Geschlechtes, Alters und einer bestimmten Hautfarbe.



3. Eine Frau macht einem Mann über einen langen Zeitraum hinweg vor, er wäre der Vater des Kindes, mit dem er spielt. Dabei war dieses Kind nur von Bekannten geliehen, offenbar um Unterhaltszahlungen zu ergaunern. Die BBC berichtet.



4. US-Männerrechtler werfen einer Jobmesse allein für weibliche Kriegsveteranen Sexismus vor.



5. Die Post. Eine meiner Leserinnen schrieb mir vor ein paar Tagen:

Ich stelle voran, was alle voranstellen: Danke! Es gibt eine Langversion dieses Danks, in der ich auf mich und meine Gedanken, die Bedeutung dieses Blogs und meines täglichen Besuchs eingehe, wo ich meine Theorie erläutere, dass sich eben manche für eine Sache eben opfern müssen, weil davon die Allgemeinheit profitiert und dass man deswegen danken sollte - aber ich wollte mich ja kurz fassen.


Natürlich interessieren mich die Gründe, warum ein männerpolitisches Blog auch auf weiblicher Seite Anklang findet. Auf meine Rückfrage danach, wie sie auf mein Blog gestoßen sei und welchen Gewinn sie als Frau aus Genderama zieht, antwortet mir meine Leserin:

Ich, Frau, Anfang 30, habe keine Ahnung mehr, wann und aus welchem Anlass heraus ich auf Genderama gestoßen bin. Aber sicher kam ich mal wieder vom Zweigchen aufs Ästchen, weil mir die Geschlechterfrage schon eine Weile auf den Keks geht. Sowohl als Kind, in meinem sozialen Umfeld, oder später, und erst recht nicht seit ich erwachsen bin, habe ich jemals selbst eine Benachteiligung aufgrund meines Geschlechts erfahren. Aufgrund meiner sozialen Herkunft jedoch schon. Das will mir aber oft keiner so wirklich abkaufen. Ich meine deswegen, dass in dieser aktuell so derart überbordenden Betonung dieses “Problems” letztlich eine Gefahr dafür steckt, dass wir uns als Gesellschaft dort weiterentwickeln, wo das notwendig ist ...

Ich führe zudem eine Beziehung zu einem dieser "toxischen" Wesen, der nun aber auch partout nicht einfach macht, was ich sage. Ständig muss ich den mit Argumenten überzeugen! Muss ich meine Bedürfnisse artikulieren (welch eine Zumutung. Man kann das immerhin klar und deutlich auf meiner Stirn lesen!) und manchmal muss ich sie sogar erklären. Und es ist sogar schon passiert - puh, ich muss da immer erstmal tief einatmen - dass sich herausstelle, dass mein Bedürfnis vielleicht Zeichen ist für etwas, das ICH ändern muss! Also ... statt dass ER einfach macht was ich möchte!

Noch dazu scheitere ich bisher grandios daran, dass er einfach endlich mal sein Verhalten weiterentwickelt und so viel redet bis ich meine, dass es gut ist, endlich mal Gefühle und Gedanken konstruiert, die er mir dann zu meiner wohlgefälligen Betrachtung artikuliert, mit hin und wieder dekorierend in Szene gesetzten Tränchen. Er denkt wirklich immer noch, er könnte etwas, das ihn beschäftigt, einfach für sich eine Weile überdenken und dann stillschweigend zu einem Entschluss kommen. Ja bitte, wie soll ich mich denn dann wichtig fühlen? Und wie soll ich kontrollieren, dass er auch die richtige Entscheidung trifft?! Schließlich gehört er zu einer noch recht unterentwickelten Gattung, und es braucht schon eine starke Frau wie mich, um dieses unfertige Wesen zu etwas zu entwickeln, das nicht mehr so störend ist und endlich den Geburtstag meiner Mutter auswendig kennt (weil ja bekanntermaßen nur das als ernsthafter Beweis von Hingebung und Zugabe gelten kann).

Ach, jetzt bin ich direkt wieder polemisch geworden - aber: das ist meine reflexhafte Reaktion auf diesen Unsinn, und ich erlebe das quasi tagtäglich. Und ständig kriege ich mich mit anderen Frauen deswegen an die Köppe, weil ich mich wirklich auch gerne darüber lustig mache. Ergänzend zu dem, was ich unter anderem bei Genderama über die Pseudo-Diskussionen von merkwürdig entrückten Menschen in einer mir unbekannten Sphäre der Gesellschaft lese, gibt es ja noch ein reales Leben, in dem es irgendwie genau andersherum aussieht.

Es ist ja in Ordnung, dass Dinge - auch in der Politik - manchmal anders funktionieren. Menschen sind ja eben auch nicht immer nur rational, und manchmal dürfen Dinge ja auch aus einem Impuls heraus entstehen, mäandern, sich entfalten und verändern, für-nichts-nutze sein. Die grundlegenden Dinge unseres Zusammenlebens sollen doch aber bitte Ausfluss sein aus einer Debatte, aus einem Abwägen, aus einem Ringen um die beste Lösung oder zumindest die breiteste Lösung. Und dafür muss ich doch streiten, fragen, argumentieren, vorurteilsfrei ansehen. Und nun stehen sie aber da und sagen, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen sei exakt dann gegeben, wenn die hälftig ein Parlament besetzen. Weil? Weil es sonst ungerecht ist! Warum?? Sollten wir nicht einfach die Besten, die Engagiertesten ... und wenn das nicht geht, weil die Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe (hier: Männer) verhindert, dass man an die Frauen denkt – wie viele Arbeiter und Arbeitslose haben wir nochmal in unseren Parlamenten? Wäre das nicht viel, viel dringender und offensichtlicher zu korrigieren?

Vielleicht liegt gerade da das Problem. Man könnte den Unsinn dekonstruieren, die Benachteiligungen und Erniedrigungen von Männern aufzählen und auf ihre Geschlechtsbezogenheit hin untersuchen, man könnte Forschung betreiben um zum Beispiel zu untersuchen, wie man Dinge in unserer Gesellschaft umbauen kann, damit Männern mehr Entfaltungsmöglichkeiten haben oder bestimmte Risiken und Nachteile vermindert werden. Aber Vernunft ist eben gerade nicht sexy. Vernunft oder etwas, das so aussieht, ist vielleicht ein Werkzeug, um den eigenen Standpunkt für andere zwingend zu machen. Vielleicht sollten Männer so entgegen des ihrem Geschlecht anhaftenden Klischees einfach wirklich mal ne Szene machen. Ein Riesen-Mimimi, ein trotziges Auf-den-Boden-werfen und mit dem Finger auf andere zeigen und dann beleidigt von dannen stapfen. Das scheint ja die einzige Sprache zu sein, die gerade Gehör findet.

So viel dazu, hoffentlich aufschlussreich für Sie, stehe gerne für Rückfragen zur Verfügung. Verteile Links zu ihren Beiträge übrigens immer mal wieder an andere Frauen, also vielleicht werden es ja bald mehr. Ich zumindest kenne da noch ein paar “Vernünftigere”. Die haben übrigens alle - genauso wie ich - echt tolle Männer (also, jede nur einen natürlich).

Samstag, September 15, 2018

DER SPIEGEL: Frauenquote für den Bundestag – News vom 15. September 2018

1. In der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL befindet sich auch ein Artikel über die von feministischen Politikerinnen geplante Frauenquote für den Bundestag – ein zweiter Aufguss eines vor einem halben Jahr veröffentlichten Beitrags. In dem aktuellen Artikel "Aufstand der Frauen" von Anne Seith, der nur im Anriss online steht, werden vor allem die SPD-Politikerinnen Eva Högl und Katarina Barley als federführend genannt, um das Wahlrecht bis zum Ende dieser Legislaturperiode so zu ändern, dass "eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Bundestag" erreicht werde. Dabei erhalten sie von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), sowie Dutzenden Frauenverbänden Unterstützung. Problematisch sei allerdings, dass die feministischen Bestrebungen verfassungsfeindlich sein dürften:

Die Frage, ob der Gesetzgeber bei der Auswahl der Abgeordneten überhaupt eingreifen darf, ist umstritten. Viele Verfassungsrechtler werten es als Verstoß gegen die Wahlfreiheit, wenn der Gesetzgeber Parität vorschreibt. Mehrere Reformversuche für Kommunalwahlen sind auch deshalb schon gescheitert.


Allerdings versuchen auch die Feministinnen, mit der Verfassung zu argumentieren:

"Der Staat ist verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern und bestehende Nachteile zu beseitigen. So steht es in Artikel 3 unseres Grundgesetzes", sagt auch Justizministerin Barley.


Ob der Umstand, dass der Bundestag nicht geschlechterparitätisch besetzt ist, tatsächlich auf frauenfeindlichen Benachteiligungen beruht, wird wie in solchen Debatten üblich allerdings nicht belegt.

Der von feministischen Abgeordneten derzeit bevorzugte Versuch, die im Grundgesetz festgelegte Wahlfreiheit zu umgehen, besteht darin, Kandidatentandems für die Wahlkreise einzuführen – bestehend aus einem Mann und einer Frau.



2. In einer Schweizer Badelandschaft kam es zu einem sexuellen Übergriff auf einen Jungen. Aus der Zeitung "20 Minuten" erfährt man:

Es geht im vorliegenden Fall um den Verdacht der sexuellen Handlungen mit einem Kind. Genauere Auskünfte dazu, was genau am Montag im Bäderbereich des Säntisparks vorgefallen ist, gibt Dobler nicht. "Wir stehen am Anfang der Untersuchung und es stehen noch Befragungen aus". Klar ist, dass nicht wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt wird. "Das ist juristisch gesehen gar nicht möglich, denn der Tatbestand Vergewaltigung beschränkt sich auf weibliche Opfer", so Dobler.


Mehr als zwanzig Jahre später als Deutschland möchte zwar auch die Schweiz demnächst männliche Opfer von Vergewaltigung anerkennen, aber das ist noch nicht durch. Es gebe auch "keinen dringenden Handlungsbedarf".



3. Wir bleiben in der Schweiz, wo die Neue Zürcher Zeitung titelt: "Diversität zählt mehr als Wahrheit: Wie sich die Akademie ins intellektuelle Abseits manövriert". Ein Auszug aus dem Artikel von Axel Meyer:

Die vermeintlich guten Ziele zu grösserer Diversität ersticken (...) den freien Austausch von Ideen und die offene Debatte mit Fakten und Argumenten. Politischer Konformismus, Tribalismus und Identitätspolitik gefährden damit eine Gesellschaft und deren Bildungsanstalten, deren höchste Aufgabe und Existenzberechtigung ein offener Diskurs und Wahrheitsfindung sein sollte.

"Title IX" ist eine staatliche Massgabe an Universitäten in den USA, um Diskriminierung (ursprünglich von weiblichen Athletinnen) zu verhindern. Eigentlich eine noble Sache. Heute allerdings bedeutet verpflichtendes Title-IX-Training jedoch auch am Radcliffe Institute, dass Professoren lernen müssen, mit "trigger warnings", "micro-aggressions" und "safe spaces" umzugehen. Dabei ist es unerheblich, ob man einen Studenten absichtlich verletzte oder beleidigte. Es kommt allein auf die Gefühle der Person an, die sich beleidigt oder verletzt fühlt. Sie hat die Deutungshoheit – und alle anderen involvierten Parteien haben sich ihr unterzuordnen.

Das klingt wie Realsatire, aber es ist das, was gerade an den amerikanischen Eliteuniversitäten geschieht – und demnächst auch in Europa der letzte Schrei sein dürfte.

Die Folgen sind die absurden Dinge, die gerade in den USA – und zunehmend auch bei uns – passieren: Angeklagt bedeutet fast immer schuldig, es gibt keine Unschuldsvermutung mehr. Die Verfahren sind universitätsintern sehr intransparent und sollen, so darf man vermuten, vornehmlich teure Klagen gegen die Universität verhindern. Und so beginnt die Revolution ihre eigenen Kinder zu fressen. Linksliberale Ikonen wie Garrison Keillor, der für Jahrzehnte die "Prairie Home Companion" im Radio produzierte, Al Franken, der aus "Saturday Night Live" bekannte und jetzt ehemalige Senator aus Minnesota, sind schon gefallen. Nun wurde auch Avital Ronell, eine der Ikonen der Critical Theory und der Gender-Studies, von der New York University suspendiert.

Eine Gegenbewegung gegen Identitätspolitik formiert sich zwar, aber fast nur ausserhalb der Universitäten. Sie wird angeführt durch öffentliche Intellektuelle wie Sam Harris, Steven Pinker, Jordan Peterson, Jonathan Haidt, Camille Paglia oder Christina Hoff Sommers. Sie finden hauptsächlich auf Youtube und in Podcasts Millionen von Zuschauern und Zuhörern, publizieren erfolgreiche Bücher und füllen riesige Auditorien. Aber an den Universitäten regt sich noch kaum nennenswerter Widerstand – da herrscht weiterhin die Angst vor, etwas Falsches zu sagen.




4. Bundesrichter Thomas Fischer fällt sein Urteil in der Verhandlung über die Hetzjagden in Chemnitz, die in den letzten Wochen auch in einigen Blogs der Männerszene geführt wurde.



5. Zuletzt mal wieder ein Blick in "exotische" Länder: Feministinnen in Südostasien verehren die Pontianak: eine weibliche Märchengestalt, die Männern die Augen ausreißt, wenn sie eine Frau auf die falsche Weise anschauen, und Männer verführt, um ihnen dann die Eingeweide herauszureißen:

Die mörderische Gewalt der Pontianak wird jedoch nur deshalb als legitim angesehen, weil sie tot ist. "Es sagt viel über die asiatische Gesellschaft aus, dass wir lebenden Frauen keine solche Handlungsfreiheit gewähren, sondern nur, wenn sie untot sind", sagt Izharuddin. Einige mögen die Gewalt der Pontianak als moralisch fragwürdig ansehen, aber laut Eu kann sie als eine Form von Macht und Freiheit interpretiert werden. "Es geht darum, deine Freak-Flagge fliegen zu lassen und dich einen Scheißdreck zu kümmern", erklärt Eu.

Freitag, September 14, 2018

Muslimische Männer, maskulistische Diskriminierungsklagen – News vom 14. September 2018

Die Nachrichtenlage war auch schon mal spannender. Selbst die Leitmedien schreiben geschlechtsbezogene Artikel derzeit nur über Trivialitäten wie den Streit um eine Armlehne im Zug. Für einigermaßen erwähnenswert halte ich die folgenden Nachrichten:



1. Einer Autorin der Schweizer Illustrierten geht die wachsende Kritik am Feminismus so sehr auf den Wecker, dass sie den "lieben Männern" femsplained, was Feminismus in Wirklichkeit sei. Dabei öffnet sie sich für den Vorwurf, die Schattenseiten ihrer Bewegung einfach auszublenden, sie nicht wahrhaben zu wollen. Geschickter wäre es gewesen, diese Schattenseiten zu benennen und sich klar von ihnen zu distanzieren, statt eine Vorwurfshaltung gegenüber denjenigen einzunehmen, die diese Aspekte wahrnehmen.

Der Artikel hat aber auch ein sehr erfreuliches Element: So unterscheidet die Autorin zwischen "Maskulinismus" (die Männer-sind-bessere-Menschen-Ideologie, der gegenüber jede Frau pampig werden sollte) und "Maskulismus", den sie als Spiegelbild des Feminismus anerkennt. Das ist durchaus anerkennenswert, wenn man bedenkt, wie gerne beides von anderen Autoren zusammengerührt wird.



2. Sineb El Masrar, die Autorin von "Muslim Girls", hat ein neues Buch geschrieben: Muslim Men: Wer sie sind, was sie wollen. Die ZDF-Sendung "Forum am Freitag" stellt es vor. Der viertelstündige Beitrag ist durchaus sehenswert.



3. US-amerikanische Maskulisten reichen Diskriminierungsklagen gegen den Zwangseinzug zum Militär ein.



4. Die Post. Mehrere Leser haben mich auf einen gestern veröffentlichten Leserbrief angemailt, einer von ihnen schreibt:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

im Punkt 4 der Genderama-Einträge vom 13. September zitieren sie einen Ihrer Leser, der den Zeit-Online-Artikel "Sexueller Missbrauch: Das Ausmaß des Verbrechens" kritisiert. Er sagt, das Geschlecht der Opfer werde nirgends erwähnt.

In diesem Artikel finde ich aber den folgenden Abschnitt (auf Seite 2 des 3-seitigen Artikels):

"Sie liefert erklärungsbedürftige Zahlen wie diese: dass die Betroffenen zu mehr als 62 Prozent männlich und zu etwa 35 Prozent weiblich sind. Die Häufung männlicher Opfer betrug in einigen Teiluntersuchungen sogar gut 80 Prozent."

Da ist wohl dem Leser, der Sie informiert hat, ein Fehler unterlaufen.

Ich schreibe Ihnen, da sich der Genderama-Blog sicher viel Kritik gefallen lassen muss und solche Fehler den Kritikern/Gegnern (für mich ist das nicht das Gleiche) einen willkommenen Angriffspunkt liefern.

Donnerstag, September 13, 2018

Frau verprügelt Ehemann und tätigt absurden Notruf – News vom 13. September 2018

1. Der Merkur berichtet von häuslicher Gewalt gegen den Ehemann der Täterin:

Der ausgeartete Streit hätte noch schlimmer ausgehen können, wenn die Polizei nicht eingeschaltet worden wäre. Seltsamerweise rief nicht der Mann die Polizei, sondern die Frau. Sie wählte den Notruf, "damit nicht noch mehr passiert" (...). Als die Polizei sie am Telefon aufforderte, mit dem Prügeln aufzuhören, antworte sie mit einem "weiß ich noch nicht".


Bemerkenswert ist, dass der "Merkur" hier für einen Fall von Frauengewalt als Symbolfoto eine Männerfaust auswählt – ohnehin ein Foto, das standardmäßig schon in etlichen Artikeln über häusliche Gewalt verwendet wurde. Die deutschen Redaktionen greifen fast automatisch auf immer dasselbe Foto zurück, ob Süddeutsche, Deutsche Welle, Tagesspiegel oder etliche andere.

Allerdings ist die Auswahl an Symbolfotos zur häuslichen Gewalt auch nicht sehr groß: Es ist immer wieder die Männerfaust und nur in Ausnahmefällen die erhobene flache Frauenhand. In den Köpfen unserer Journalisten stecken beim Thema "häusliche Gewalt" so sehr die immer gleichen Klischeebilder, dass sie auch zur Illustration eines Artikels über Frauengewalt die Männerfaust verwenden.



2. Eine Mütterinitiative schickt Familienrichter ins Kino, damit sich diese dort einen Film ansehen können, der einen Vater, der nach der Scheidung den Kontakt zu seinem Nachwuchs aufrechterhalten möchte, als Monster zeigt (Genderama berichtete) :

Über 80 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt richte sich gegen Frauen, heißt es in der Mitteilung, die der Verein kürzlich verschickte. (...) Selbst gewalttätige Väter bekämen von Gerichten zu oft die Möglichkeit eingeräumt, Umgang mit ihren Kindern zu haben, schreibt MIA. Dahinter steckt in den Augen der Initiative auch eine gewisse Benachteiligung von Frauen. Während diesen "teils absurd schnell die Erziehungsfähigkeit per Ferndiagnose abgesprochen" werde, seien Gerichte und Jugendämter bei Vätern nicht so schnell dabei, ihnen das Umgangsrecht mit dem Nachwuchs und damit auch oft mittelbar mit der Ex-Partnerin zu untersagen.




3. An der Universität Sydney hielt die Sexualtherapeutin Bettina Arndt einen Vortrag, in dem sie erklärte, dass das Gerede von massenhaften Vergewaltigungen auf dem Campus ebensolcher Unsinn ist, wie bei jedem einzelnen Schritt des Sexualkontaktes nach verbaler Zustimmung zu fragen. Selbstverständlich drohten bei diesem Vortrag – so wie bei anderen zuvor – das Risiko derart starker Tumulte durch Aktivisten, dass die Bereitschaftspolizei anrücken musste. Protestler sollen Besucher des Vortrags gegen die Wand geschleudert haben. (Und am nächsten Tag werden sie vermutlich wieder Veranstaltungen über die Gefahr von "Mikroaggressionen" besuchen.)



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Herr Hoffmann,

und danke für Ihre unermüdliche Arbeit.

Diesen Artikel habe ich gerade gelesen, und ohne Ihr Sensitiveren wäre mich gar nicht aufgefallen, dass in dem ganzen Artikel nicht einmal vom Geschlecht der Opfer geredet wird. Dabei wissen alle, dass die Opfer zum Großteil Jungs waren und sind.

Mittwoch, September 12, 2018

Falschbeschuldigungen, sexistische Wissenschaftler – News vom 12. September 2018

1.
Eine 30-Jährige behauptete im September 2017, beraubt und von Männern arabischen Aussehens sexuell belästigt worden zu sein. Dann kam etwas ganz anderes heraus.


Der Merkur berichtet.



2.
Eine Jugendliche beschuldigt einen Mann des sexuellen Missbrauchs, er wird verurteilt. Nun kam er frei, weil das Mädchen vor Gericht gelogen hatte. Den Beweis dafür lieferte ein Hund.


Hier erfährt man, wie der betreffende Mann 50 Jahren Gefängnis entging.



3. Dürfen die Erkenntnisse "sexistischer" Wissenschaftler in anderen akademischen Arbeiten zitiert werden? Und wenn ja vielleicht nur mit einer Fußnote, in der man bekundet, dass man die betreffende Person nicht ausstehen kann? Das ist aktuell Thema im Chronicle of Higher Education.

Dienstag, September 11, 2018

Familie tauscht Geschlechter: Mama wird Papa, Papa wird Mama – News vom 11. September 2018

1. Die "Bild" stellt eine Familie vor, in der das biologische Geschlecht keine Rolle mehr spielt.



2. Vergangene Woche berichtete Genderama über die Attacken Thomas Gesterkamps auf den Väteraufbruch für Kinder. Inzwischen hat der Väteraufbruch mit einem offenen Brief geantwortet. Darin heißt es:

Du kritisierst ja seit vielen Jahren die Männlichkeit und den Maskulismus (...) mit immer den gleichen Phrasen. Mal ist es der Väteraufbruch für Kinder - in Verbindung mit MANNdat -, dann war es Agens - in Verbindung mit MANNdat -, dann ist es Arne Hoffmann - in Verbindung mit MANNdat -, zuletzt war es die IG JMV - in Verbindung mit MANNdat -, und heuer ist es der VafK Köln - in Verbindung mit MANNdat -, über die Du Schmähungen und Wirrungen ausschüttest.

Die Selbsthilfegruppe des VafK Köln habe ich ja viele Jahre selber geleitet. Mit sind gekränkte Eitelkeiten und verletze Gefühle also durchaus bekannt. Mir war es immer wichtig, den gedemütigten, teils versklavten, völlig frustrierten, sich ohnmächtig und hilflos fühlenden Vätern ein Selbstwertgefühl zu vermitteln, sie zu ihren eigenen Ressourcen zurück zu führen, ihnen Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung anzutrainieren.

In dieser Rolle als Männer- und Väterversteher geniesse ich es, wie Du selbstbewusst und selbstsicher auf den Putz haust. Lediglich fehlt es mir an Substanz in Deinen Artikeln. Eine schrille Persönlichkeit auf einer Demo siehst Du als Beleg dafür, dass mit unserer Demo etwas nicht stimmt. Ich finde, dass gerade eine Demo für das Recht der Kinder auf beide Eltern ein Podium für schrille Persönlichkeiten ist.

Ich finde auch, dass ein Genderkongress die Gefühle und Bedürfnisse von Männer berücksichtigen muss, und ich finde, dass wir als Vertreter von Kinderinteressen weder pro- noch antifeministisch auftreten dürfen. (...) Wir werden uns also nicht in die von Dir vorgesehenen Schubladen stecken lassen. Wir sind ein Familienverband und haben die gleiche Klientel wie die Obdachlosenhilfe und die Frauenhäuser. Menschen, die am Ende sind. Menschen, die am Ende der Beratungskette angekommen sind. Das lassen wir uns nicht vorwerfen sondern verdienen für unsere Drecksarbeit vor Ort höchsten Respekt und Anerkennung und fordern Respekt und Anerkennung auch ein!


Unter dem offenen Brief finden sich zahlreiche weitere Reaktionen auf Gesterkamps anhaltende Attacken auf die verschiedensten Männer und Männerverbände.



3. Toxische Männlichkeit gibt es auch in China.



4. Spiegel-Online berichtet:

In Saudi-Arabien ist ein Hotelangestellter in Gewahrsam genommen worden. Der Vorwurf: Er taucht in einem Internet-Video auf, das ihn mit einer vollständig verschleierten Kollegin beim Frühstücken zeigt.

Die beiden winken fröhlich in die Kamera und scherzen. Die Frau, deren Garderobe nur die Hände und die Augen freilässt, gibt dem Mann ein Stück Brot zu essen. Dieser Akt des "Fütterns" verärgerte die muslimische Öffentlichkeit offenbar am meisten. Der Hashtag "ein Ägypter frühstückt mit einer Saudi-Araberin" wurde bei Twitter mehr als 110.000 Mal aufgerufen. "Warum werden immer nur die Männer bestraft und nicht die Frauen?", fragt eine Muslima in einem Kommentar.


Hier geht es weiter.

Montag, September 10, 2018

Schweden, Gustl Mollath, "Emma", Serena Williams – News vom 10. September 2018

1. Selbst Schwedens Männer werden zunehmend aufmüpfig. Damit meine ich weniger die Schwächung der feministischen Regierung des Landes durch das aktuelle Wahlergebnis als die Reaktionen auf ein Rockfestival nur für Frauen in Göteborg. Analog zum Vorgehen von Männerrechtlern in den USA haben jetzt auch sieben schwedische Männer Klage wegen Diskriminierung eingereicht. (Der verlinkte Artikel lässt die betreffenden Männer – anders als Frauen, die solche Vorwürfe erheben – aber natürlich gar nicht erst zu Wort kommen, sondern versucht, die Diskriminierung zu rechtfertigen.)



2. Heute Abend um 20:15 Uhr strahlt das ZDF den Film "Gefangen – Der Fall K" aus, der auf dem realen Fall Gustl Mollath beruht. Mollath hatte Schwarzgeldgeschäfte seiner Frau in Millionenhöhe aufgedeckt und war daraufhin wegen angeblicher häuslicher Gewalt sieben Jahre zu Unrecht in die Psychiatrie gesteckt worden. Die Stuttgarter Zeitung und der Tagesspiegel berichten.



3. In der Süddeutschen Zeitung verortet Meredith Haaf einen aktuellen Artikel in Alice Schwarzers "Emma" in einem rassistischen Kontext und ordnet diese Entwicklung folgendermaßen ein:

Der Datenanalyst Luca Hammer wertete im Auftrag des Fachmagazins uebermedien die Beliebtheit von Tweets aus der Emma-Redaktion nach politischen Sphären aus und stellte einen beachtlichen Zuwachs bei solchen Lesern fest, die sich mit der AfD und anderen rechten Organisationen identifizieren. Und Leser kann Emma gut gebrauchen. Die verkaufte Auflage liegt unter 30.000 Exemplaren, die größte Konkurrenz für die feministisch interessierte Leserschaft kommt aus dem Netz, tendenziell linksliberal. Zugleich hat das politische Ideal der Gleichberechtigung medial eine große Normalisierungskarriere hingelegt. Analysen und Kommentare aus feministischer Perspektive werden in den bürgerlichen Medien selbstverständlicher veröffentlicht als noch vor einigen Jahren. Mag also sein, dass Emma ihre rechtsliberale Feminismusvariante für eine Art Sonderqualifikation hält.




4. Das neueste prominente Opfer von Sexismus ist die bekannte Vorkämpferin für Frauenrechte Serena Williams geworden. Auch die Frankfurter Allgemeine berichtet.



5. In der New York Post wirft Karol Markowicz einen Blick auf Schieflagen der Geschlechterdebatte:

Es ist immer unterhaltsam, wenn sich ein schlecht durchdachtes feministisches Argument selbst widerlegt und dem Rest von uns die Mühe erspart.

In einem weit verbreiteten Moment Ende letzter Woche fragte Senator Kamala Harris den Kandidaten des Obersten Gerichtshofs Brett Kavanaugh: "Können Sie sich irgendwelche Gesetze vorstellen, die der Regierung die Macht geben, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?"

Die Frage war inmitten von Harris' umfangreichem Auftritt, so dass Kavanaugh keine Gelegenheit für eine sofortige Antwort hatte. Aber es gibt eine offensichtliche: Zwangsdienste.

Jeder amerikanische Mann zwischen 18 und 25 Jahren muss sich beim Selective Service System anmelden, das seine Informationen im Falle eines Militärdienstes aufbewahrt. Wenn Amerika sich jemals wieder in einem Krieg befindet und den Zwangseinzug wieder einführen muss, werden diese männlichen Körper diejenigen sein, die gehen müssen.

Hätte Kavanaugh an diese Antwort gedacht, hätte sie eine verborgene Wahrheit enthüllt: Eine Frau zu sein ist großartig. Währenddessen scheint es überhaupt nicht gut zu sein, ein Mann zu sein.

Selbst mit dem modernen Verlust von Höflichkeiten wie Männern, die Türen aufhalten oder Sitze für Frauen anbieten, ist es immer noch viel einfacher und angenehmer, eine Frau zu sein als ein Mann.

Es sind nicht nur theoretische Kriege, in denen Männer kämpfen, wenn sie eingezogen werden. Im verlauf der Operation Enduring Freedom, dem Namen für Amerikas anhaltendes Engagement im Kampf gegen den globalen Terrorismus, waren 98 Prozent der 2.346 militärischen Todesfälle mit Stand vom April 2017 Männer.

Und es geht nicht nur Todesfälle im Krieg. Männer haben eine weitaus höhere Sterblichkeitsrate am Arbeitsplatz als Frauen. Das Bureau of Labor Statistics sagt, dass Männer 92 Prozent aller arbeitsplatzbezogenen Todesfälle ausmachen. Die 10 Industrien mit den meisten arbeitsplatzbedingten Todesfällen sind fast vollständig mit Männern besetzt: LKW-Fahrer, Stahlarbeiter, Müllwerker, Holzfäller, Fischer. Männer übernehmen die gefährlichen, harten, stinkenden Jobs, die die meisten Frauen niemals in Betracht ziehen würden.

Weit weniger ernst, aber nicht weniger real ist die Frage des Unbehagens. Während wir diesen Sommer umzogen, blieben wir bei meinen Schwiegereltern in der Vorstadt Long Island. Ich setzte meinen Mann am Bahnhof von Long Island Rail Road ab, und er schloss sich den Massen von Männern in Anzügen in schwüler Sommerhitze an.

Es gab natürlich einige Frauen, die glücklicherweise in der Lage waren, ärmellose Kleider und nackte Beine zu tragen, die dem Wetter besser entsprachen, aber die überwiegende Mehrheit der traurigen Gesichter auf dieser Plattform am frühen Morgen waren Männer. Diese Männer gehen oft vor Sonnenaufgang und kommen nach dem Untergang wieder zurück. Der nahe gelegene Strand, später an den gleichen Wochentagen, war größtenteils von Frauen bevölkert.

Tatsächlich pendeln Männer in Amerika jeden Tag 23 Prozent länger als Frauen. Ein augenzwinkerndes Werk des amerikanischen Enterprise Institute-Spezialisten Mark Perry aus dem Jahr 2016 hebt diese Tatsache hervor und schlägt vor, einen "Equal Commute Day" einzuführen, um die Zeitlücke der "Gender-Pendler" zu schließen.

Zudem sind Männer eher obdachlos. Der jüngste Bericht des US Department of Housing and Urban Development stellte fest, dass Männer 61 Prozent der obdachlosen Bevölkerung ausmachen.

Aber irgendwie sind Frauen immer noch am stärksten davon betroffen. Professorin Erin Dej, Kriminologin an der Wilfrid Laurier University in Ontario, Kanada, verbrachte fast 300 Stunden damit, obdachlose Männer zu studieren, nur um festzustellen, dass sie immer noch "hegemoniale Männlichkeit" praktizieren. Toni Airaksinen von PJ Media vermerkte, wie Dej "diese Männer für alles verspottet, von der Stärkung von Geschlechterstereotypen über die Weigerung, Emotionen zu zeigen bis hin zum Gespräch darüber, wie ihre Ex-Frauen ihnen Geld gestohlen haben".

Auch hier handelt es sich um Männer, die auf der Straße leben und nicht ausreichend über die Notlage der Frauen aufgeklärt sind: vermutlich Frauen, die ein Zuhause haben.

In einem Artikel für die New York Times letztes Jahr darüber, dass republikanische Männer die einzigen sind, die denken, dass es einfacher ist, eine Frau zu sein als ein Mann, stellt die Schriftstellerin Claire Cain Miller fest, dass Frauen: "auf der Straße hinterher gepfiffen wird, sie am Arbeitsplatz Respektlosigkeit erleben und unausgewogene Verantwortung zu Hause".

Für Männer ist es viel schlimmer. Männer sterben in jüngerem Alter, mehr Männer sind im Gefängnis als Frauen, weniger Männer gehen aufs College, weit mehr Männer begehen Selbstmord. Niemand fragt die Männer jemals, was sie nach der Geburt des Babys vorhaben, denn die Antwort ist immer, weiter zu arbeiten. Auf einem sinkenden Schiff sind die Männer die letzten, die es verlassen. Sexismus ist ein echtes Problem, aber er übertrifft nicht jedes andere Problem.

Eine Frau zu sein ist nicht einfach, aber das liegt daran, dass es nicht einfach ist, ein Mensch zu sein. Im Vergleich zu Männern haben es Frauen jedoch geschafft. Wir regieren vielleicht nicht die Welt, aber das liegt hauptsächlich daran, dass wir es nicht wollen. Der Feminismus sagt Frauen, dass sie sich bemühen sollen, genauso zu sein wie Männer. Kluge Frauen sollten reagieren mit: "Nein, danke."




6. Nachdem Cassie Jayes Dokumentation über die Männerrechtsbewegung, "The Red Pill", gestern an der kanadischen Universität Calgary gezeigt wurde, berichtet darüber Danielle Smith in einer Zeitung des Landes und findet: Es ist Zeit für uns alle, eine Dosis der "roten Pille" zu nehmen.

In ihrem Artikel zeigt sie das, was Genderama schon an etlichen anderen Beispielen kritisierte: Wenn Studien ermitteln, dass es Männern in irgendeinem Bereich schlechter geht als Frauen, berichten die Leitmedien mit so starker Betonung des Leidens von Frauen über diese Studien, dass deren eigentliche Aussage, das stärkere Betroffen-Sein von Männern, dabei komplett untergeht. Wenn also etwa Jungen gegenüber Mädchen in allen Schulfächen außer Mathe zurückliegen und sogar für dieselben Leistungen schlechtere Noten erhalten, darf man mit einer Flut von Artikeln darüber rechnen, wie sexistisch unsere Gesellschaft sein müsse, wenn sie das Zurückliegen von Mädchen im Fach Mathematik immer noch nicht beendet habe. Danielle Smith zeigt diesen Mechanismus anhand der Berichterstattung über Alkoholmissbrauch.



7. Die Hindustan Times und der Sunday Guardian berichten über das Engagement maskulistischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in Indien. Diese Gruppen erhielten monatlich mehr als 10.000 Notrufe von Männern wegen häuslicher Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. In der Schlagzeile des zweiten Artikels über missbrauchte Männer, ist das Wort "missbraucht" selbstverständlich in Anführungsstriche gesetzt.

Sonntag, September 09, 2018

Irre: So haben junge New Yorker inzwischen Sex – News vom 9. September 2018

1. In der New York Times schildert Courtney Sender, warum sie ihre letzte sexuelle Begegnung nicht so erquickend fand:

Wir hatten uns über Tinder kennengelernt. Ich war fast 30 und er war 24, aber unsere Alterslücke schien irgendwie viel größer als fünf Jahre. Nicht, weil er sich besonders jung verhielt. Sondern eher, weil er, wenn es um Sex und Vorspiel ging, sich so anders verhielt als Männer in meinem Alter und um meine Zustimmung zu fast allem bat.

"Ist es in Ordnung, wenn wir ins Schlafzimmer gehen?", sagte er.

Ich lächelte und führte ihn dorthin.

Er zerrte am Saum meines Pullovers und sagte: "Ist es in Ordnung, wenn ich das ausziehe?"

Ich nickte. Darunter trug ich ein dünnes Tanktop.

"Kann ich das auch ausziehen?", sagte er.

Ich lachte. "Natürlich!"

Es ging los.

Er küsste mein Schlüsselbein. Ich atmete in seine Halsbeuge und zog sein Hemd aus. Er fingerte den Verschluss meines BHs.

"Ist es in Ordnung, wenn ich das ausziehe?", sagte er.

Ich glaube, ich habe geschnaubt. "Als du nach dem Pullover gefragt hast, war das mein Ja von der Taille nach oben."

Er sah verängstigt aus. Irgendwo in unserer fünfjährigen Alterslücke muss sich in der Sexualerziehung ein dramatischer Wandel vollzogen haben. Ich spürte, dass dies eine andere Art von Verbindung sein würde, als ich es gewohnt war, aber ich konnte nicht vorhersagen, wie.

Ich legte mich auf mein Bett, und er lag neben mir.

"Ist das in Ordnung?", sagte er.

"Ich habe einen Kerl von Tinder an einem Wintertag in meine leere Wohnung eingeladen", sagte ich. "Nehmen wir an, du hast eine generelle Einwilligung."

"Ich fühle mich damit nicht wohl."

Ich sah seine ernsten Augen, Haare, die in sein Gesicht fielen, Stoppeln, die meine Haut bereits röteten (ich hatte bereits entschieden, dass es mir nichts ausmachte). Hatte ich nicht schon mehrmals ja gesagt? Lag ich nicht bei ihm, mein Bein warf sich über seins, mein ganzer Körper wölbte sich auf ihn zu?

Dann hob er meinen Arm über meinen Kopf, legte seine Lippen auf die weiche Haut meines Innenarms und leckte mich von Achsel zu Ellbogen.

Ich zog meinen Arm weg.

"Ist das in Ordnung?", sagte er. "Bist du okay?"

Ich war seit mehr als einem Jahrzehnt Single und sexuell aktiv und hielt mich für sexuell befreit, aber ich konnte mich nicht daran erinnern, dass das jemand mit mir getan hatte. "Es ist nur sehr intim", sagte ich.

Jetzt war er derjenige, der lachte. "Das ist intim?", sagte er.

"Ja", sagte ich. "Das ist es."

Er und ich schienen so unterschiedliche Auffassungen darüber zu haben, welche Handlungen als akzeptabel angesehen wurden und welche der Zustimmung bedurften.

Irgendwann legte er seine Hand auf meinen Hals und fragte, ob der Druck in Ordnung sei.

"Ich sage es dir, wenn ich sterbe", scherzte ich.

An einem anderen Punkt küsste er mich von Stirn bis Fuß und sagte: "Ich glaube, das ist überall." Und ich hätte ihm fast gesagt, dass das unfair ist; er hatte nicht um meine Zustimmung gebeten. Obwohl ich zu allen möglichen sexuellen Berührungen ja sagen würde, hatte diese Süße die Kraft, mir das Herz zu brechen.


Einmal fragt sie ihn, ob eine bestimmte Handlung für ihn in Ordnung ist, was erkennbar Neuland für sie darstellt:

Ich rutschte auf ihn, küsste ihn, fing an, seinen Gürtel aufzuschnallen. Seine Hüften wölbten sich zu mir, aber ich hielt inne. Lerne, sagte ich mir selbst. Ich sagte: "Ist das in Ordnung?"

Er war verblüfft. "Ich frage dich das", sagte er.

"Warum?"

"Weil ich derjenige bin, der dich dazu bringen könnte, etwas zu tun, was du nicht tun willst", sagte er. "Nicht umgekehrt."

Das war wahrscheinlich wahr, physisch gesehen. Er war einen Kopf größer als ich und wahrscheinlich doppelt so stark. Wenn er mich gegen meinen Willen festhalten wollte, hätte er es tun können.

Aber das war nicht das, was er versuchte zu tun. Er und ich genossen eine gegenseitig gewünschte sexuelle Erfahrung, und mit dieser Unterscheidung importierte er die Sprache der Nötigung und des Übergriffs in gesunden Sex.


Ich glaube nicht, dass ER die Sprache von Zwang und Übergriffen in gesunde sexuelle Beziehungen hinein geschleppt hat. Er übernimmt etwas, was andere ihm mit erheblichem moralischen Druck aufgedrängt haben. In New York gilt die "Nur-ja-heißt-ja"-Gesetzgebung, nach der jeder Partner (was faktisch heißt: jeder Mann) vor jeder neuen sexuellen Berührung die (enthusisastische) Einverständnis des anderen einholen muss, wenn er nicht in den Knast wandern will. Nur macht das bislang natürlich kaum jemand (Rape Culture). Aber dieser junge Mann macht das. Und wir wissen nicht, ob er ein Einzelfall ist oder typisch für seine Generation – die Autorin selbst vermutet ja Letzteres. ("Irgendwo in unserer fünfjährigen Alterslücke muss sich in der Sexualerziehung ein dramatischer Wandel vollzogen haben.)

Wir wissen nach ihrem Bericht allerdings eines: Dieses politisch durchgesetzte Verhalten nervt im realen Leben wie Hölle.

In dieser Art geht dieser Artikel jetzt noch ein paar Seiten lang weiter, bis Courtney Sender zum Ende kommt: Irgendwann im Laufe ihrer Beziehung meldet sich der Typ nicht mehr bei ihr. Worauf sie feststellt, dass sie ihm DAZU nicht ihre Einwilligung gegeben hat, weshalb dieses Verhalten der Konsens-Kultur beim Sex komplett zuwiderlaufe:

Eine Kultur des Einverständnisses sollte eine Kultur der Fürsorge für den anderen Menschen sein, in der die Menschlichkeit des anderen gesehen und geehrt wird und in der Wege gefunden werden, sich mit Sex zu beschäftigen, während unsere Menschlichkeit intakt bleibt. Es sollte eine Kultur sein, in der sich der andere gut und nicht schlecht fühlt.

Und wenn das das Ziel ist, dann funktioniert die Zustimmung nicht, wenn wir sie ausschließlich in den sexuellen Bereich verbannen. Unser Körper ist nur ein Teil der komplexen Konstellation dessen, wer wir sind. Unsere Kultur der Zustimmung allein auf den Körper zu gründen, bedeutet zu erwarten, dass die Pflege nur das Physische umfasst.

Ich wünschte, wir könnten die Zustimmung als etwas betrachten, das weniger um Vorsicht als vielmehr um die Fürsorge für die andere Person, die ganze Person, geht, sowohl während einer Begegnung als auch danach, wenn wir oft am verletzlichsten sind.

Weil ich nicht glaube, dass viele von uns Ja zur Frage "Ist es in Ordnung, wenn ich so tue, als würde ich mich um dich kümmern und dann verschwinden?" sagen würden.


Kurz: Die New-York-Times-Autorin wünscht sich einen Lover, der sie nach ihrer Einwilligung zu sexuellen Aktionen fragt, wenn sie sich das insgeheim wünscht, der die Klappe hält, wenn sie solche Fragen als störend empfindet, und der sie auch um Erlaubnis fragt, bevor er den Kontakt beendet. Eigentlich möchte sie gerne alles an ihm so einstellen, dass es exakt ihren Wünschen entspricht und keinerlei Störfunktionen auftreten.

Man sollte JETZT in Firmen investieren, die damit anfangen, bis ins Kleinste programmierbare Sex-Roboter zu produzieren. MeToo hat unsere Gesellschaft mehr als ausreichend dafür vorbereitet.



2. Auch in der Schweiz wird es zunehmend neurotisch:

Eine Studentin entdeckt auf Tinder ein Profilbild, das sie stutzig macht. Sie begegnet auf der Online-Dating-Plattform einem Lehrbeauftragten, bei dem sie schon im Hörsaal sass. Aus Neugier stimmt sie einer Kontaktaufnahme zu. Auch er will mehr über die Frau auf dem Foto erfahren. Sie teilt ihm darauf mit, sie sei eine seiner Studentinnen. Sie hätte erwartet, dass er deshalb den Kontakt abbricht. Doch er schlägt vor, sich via Facebook weiter zu unterhalten. Nun beendet sie die Unterhaltung. Wie die Affäre ausgegangen wäre, bleibt ein Gedankenspiel. Dennoch hat die flüchtige Bekanntschaft an der Universität Fribourg Folgen.


Hier geht es mit Andreas Maurers Artikel über die dadurch entstandene Kontroverse lustig weiter, bis er zu folgendem Fazit gelangt:

[Der Fribourger Strafrechts- und Rechtsphilosophieprofessor Marcel Alexander Niggli] bestreitet auf Nachfrage, dass Sexismus an der Universität ein reales Problem sei. Kollegen hätten ihm schon vor 20 Jahren geraten, er solle die Bürotüre offenlassen, wenn er eine Besprechung mit einer Studentin habe. So könne er verhindern, dass ein falscher Verdacht entstünde. Er habe sich nie an den gut gemeinten Rat gehalten. Denn: "Zustände wie an US-Universitäten müssen wir bei uns verhindern. Sonst wird das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern zerstört." In den letzten zwanzig Jahren habe er von keiner einzigen Beschwerde gehört wegen sexueller Belästigung. Er wäre "sehr erstaunt", wenn eine Universität mit Zahlen belegen könnte, dass Sexismus auf dem Campus tatsächlich ein verbreitetes Problem sei.

Dass die Universitäten mittlerweile Gleichstellungsbüros eingerichtet und Anti-Sexismus-Kampagnen lanciert haben, hält Niggli für übertrieben. Er erklärt sich den Aktivismus so: "Das ist ein symbolischer Diskurs, der weniger auf einem tatsächlichen Problem basiert als auf medialer Berichterstattung."

Jeremy Stephenson, Integritätsbeauftragter der Universität Basel und ehemaliger Basler Strafgerichtspräsident, hat Nigglis Essay gelesen. Er bezeichnet die Überlegungen als "hochinteressant". Er teilt die Einschätzung, dass die Studentin etwas zu einem Problem mache, das eigentlich keines sei. Ein Problem entstünde erst, wenn der Lehrbeauftragte psychischen oder physischen Druck auf die Studentin ausüben würde. Doch das habe er offenbar nicht getan. "In der aktuellen Sexismus-Debatte neigen wir leider dazu, alle möglichen Lebensbereiche zu problematisieren", sagt er. Als Beispiel nennt er die Diskussion um den Sommerhit "079" der Berner Musiker Lo & Leduc: "Wenn dieser Song sexistisch sein soll, dürften wir die meisten Rock-’n’-Roll-Hits nicht mehr hören. Sogar auf Schlager müssten wir verzichten."

Dennoch sagt Stephenson: "Wenn ein Lehrbeauftragter auf Tinder geht, begibt er sich auf Glatteis." Der Freiburger Dozent habe aus seiner Sicht zwar nichts falsch gemacht. Dennoch würde er ihm davon abraten, sich so zu verhalten. "Die Sexismus-Debatte bringt viele Männer in eine heikle Situation", meint er. Man müsse Problemen – auch wenn es nur vermeintliche seien – aus dem Weg gehen.


Mit anderen Worten: Für Männer wurde die liberale Gesellschaft, sobald es um Kontakte zum anderen Geschlecht geht, infolge einem Scheinproblem, das auf medialer Berichterstattung basiert, abgeräumt.



3. Die Linke blamiert sich auf Twitter mit dem Statement:

Auch Wohnungslosigkeit hat ein Geschlecht. Mehr als 100.000 Frauen in Deutschland sind wohnungslos.


(Natürlich sind Obdachlose nach wie vor weit überwiegend männlich.)



4. Der Mathematikprofessor Theodore Hill entwickelte ein Modell, um die Erkenntnis zu erklären, dass Männer im Schnitt eher in Extrembereichen zu finden sind als Frauen. Das kennen wir schon aus der Gaußkurve über die Verteilung der menschlichen Intelligenz: Frauen finden sich in der statistischen Gesamtsicht tendenziell eher im Mittelfeld, Männer eher bei den Extremwerten, also unter den Stockdoofen ebenso wie unter den Nobelpreisträgern und Schach-Großmeistern. Diese statistische Verteilung erklärt ohne das Konstrukt der "patriarchalen Unterdrückung", die "auch Männern schadet", warum Männer sich weit eher in den Spitzenpositionen unserer Gesellschaft finden, aber auch weit eher unter Problemgruppen.

Professor Hills Modell durchlief zunächst die üblichen Stationen vor der Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit. In diesem Bereich erwies es sich als absolut sauber. Trotzdem wurde seine Veröffentlichung von der dafür vorgesehenen Zeitschrift unterdrückt – nicht auf wissenschaftlicher Basis, sondern weil sie sowohl "von Rechten aufgegriffen" als auch bei "leicht beeinflussbaren jungen Frauen Schaden anrichten" könnte. Leserinnen könnten den Eindruck gewinnen, dass jemand die Autorität der Mathematik benutzt, um sexistische Ideen durchzusetzen. Prinzpien wie die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Wissenschaft hätten manchmal gegenüber anderen Prinzipien zurückzustehen. Der Wissenschaftsverlag "Springer" und die Mathematkprofessorin Arnie Wilkinson unterstützten diese Argumentation.

Daraufhin, berichtet Professor Hill, geschah folgendes:

Am 13. Oktober erschien eine Rettungsleine. Igor Rivin, Redakteur der angesehenen Online-Forschungszeitschrift "New York Journal of Mathematics", nahm Kontakt mit mir auf. Er hatte von dem Artikel durch meinen ehemaligen Co-Autor erfahren, die archivierte Version gelesen und mich gefragt, ob ich einen neu überarbeiteten Entwurf zur Veröffentlichung einreichen möchte. Rivin sagte, dass Mark Steinberger, der Chefredakteur der NYJM, ebenfalls sehr angetan sei und dass sie zuversichtlich seien, das Papier zügig bewerten zu können. Ich habe rechtzeitig einen neuen Entwurf vorgelegt (diesmal als alleiniger Autor), und nach einer sehr positiven verlaufenen wissenschaftlichen Prüfung und einigen kontrollierten Revisionen schrieb Steinberger an die Bestätigung der Veröffentlichung am 6. November 2017. Erleichtert, dass die Tortur endlich vorbei war, leitete ich den Link an interessierte Kollegen weiter.

Drei Tage später war das Papier jedoch verschwunden. Und ein paar Tage später erschien ein völlig anderes Papier verschiedener Autoren an genau der gleichen Seite des gleichen Bandes (NYJM Band 23, S. 1641+), auf der sich einst meines befand. Wie sich herausstellte, ist Amie Wilkinson mit Benson Farb verheiratet, einem Mitglied der NYJM-Redaktion. Als er erfuhr, dass die Zeitschrift meine Arbeit veröffentlicht hatte, hatte Professor Farb eine wütende E-Mail an Steinberger geschrieben und gefordert, sie sofort zu löschen. "Rivin", beschwerte er sich, "ist bekannt als eine Person mit extremistischen Ansichten, die gerne Kämpfe über aufrührerische Aussagen führt." (...) Meine Arbeit sei "politisch aufgeladen" und "Pseudowissenschaft" und "ein Stück Mist", und durch die Ermutigung der NYJM, sie zu akzeptieren, hatte Rivin "eine wissenschaftliche Pflicht für rein politische Zwecke verletzt".

Ohne von all dem zu wissen, schrieb ich am 14. November an Steinberger, um herauszufinden, was passiert war. Ich habe darauf hingewiesen, dass, wenn die Löschung dauerhaft wäre, sie mich in eine unmögliche Lage bringen würde. Ich könnte nirgendwo anders nachveröffentlichen, weil ich kein Copyright-Formular unterschreiben könnte, in dem erklärt wird, dass dieses Papier nicht bereits an anderer Stelle veröffentlicht wurde. Steinberger antwortete später am selben Tag. Die Hälfte seines Vorstands, erklärte er unglücklicherweise, hatte ihm gesagt, dass sie alle zurücktreten und das Journal, das er 25 Jahre zuvor gegründet hatte, attackieren würden, "bis es stirbt", wenn er den Artikel nicht zurückziehen würde. Angesichts des Verlustes seines eigenen wissenschaftlichen Nachlasses hatte er aufgegeben. "Eine Veröffentlichung in einem toten Journal", argumentierte er, "würde Ihnen nicht helfen."

Die Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, waren entsetzt. Keiner von ihnen hatte je davon gehört, dass ein Papier in irgendeinem Fachbereich nach der formalen Veröffentlichung verschwunden war. Vor der Veröffentlichung abgelehnt? Natürlich. Zurückgezogen? Ja, aber erst nach einer Untersuchung, deren Ergebnisse dann zur Erklärung veröffentlicht werden. Aber einfach verschwunden? Niemals. Wenn eine formal referenzierte und veröffentlichte Arbeit später aus dem wissenschaftlichen Verzeichnis gelöscht und durch einen ganz anderen Artikel ersetzt werden kann, ohne Diskussion mit dem Autor oder Ankündigung in der Zeitschrift, was bedeutet das für die Zukunft der elektronischen Zeitschriften?


Das Magazin Quillette berichtet ausführlich.

Freitag, September 07, 2018

Thomas Gesterkamp macht Stimmung gegen Väteraufbruch für Kinder – News vom 7. September 2018

1. Lieber Himmel, welche Laus ist ihm jetzt wieder über die Leber gelaufen? In der Berliner "taz" von gestern teilt der umstrittene Publizist Thomas Gesterkamp gegen den "Väteraufbruch für Kinder" aus und fordert letztlich, dass das staatliche Bundesforum Männer seine Entscheidung, den Väteraufbruch weiter Mitglied sein zu lassen, überdenken solle. Dabei sind seine Vorwürfe gegen den Verein dermaßen dürftig, dass ich mich schon fragen muss, welche verletzten Eitelkeiten oder Kränkungen in Wahrheit dahinter stecken: Eine Rednerin habe sich auf einer Veranstaltung gegen "organisierten Kinderhandel" ausgesprochen, an dem sich angeblich staatliche Stellen wie Jugendämter und Familiengerichte beteiligten. Außerdem mache der Väteraufbruch mit "der Konkurrenz" gemeinsame Sache.

Der Konkurrenz? Gemeint ist die ebenfalls sehr engagiert für Väter und andere Männer eintretende "IG Jungen, Männer, Väter", der Gesterkamp in seinem Artikel einen Seitenhieb versetzt. Aber auch hier wird nicht klar, was Gesterkamp ihr eigentlich vorwirft. Zwei von der IG veranstalteten Genderkongresse seien in Wirklichkeit "Anti-Gender-Veranstaltungen" gewesen, bei denen das Thema "Scheidungsväter" eine wichtige Rolle gespielt habe, lautet noch die konkreteste Attacke.

Gesterkamp hätte sich bei einem dieser Kongresse ja durchaus einmal blicken lassen können, um wenigstens halbwegs zu wissen, worüber er schreibt. Einladungen zur Teilnahme gingen auch an das Bundesforum Männer.



2. Kommen wir zum "organisierten Kinderhandel", den staatliche Stellen wie Jugendämter und Gerichte zumindest nicht unterbunden haben: Wie konnte es passieren, dass trotz amtlicher Aufsicht eine Mutter ihren Sohn jahrelang europaweit zur Vergewaltigung anbieten konnte? Warum hatte das Jugendamt Hinweise über den Missbrauch des Jungen niemandem mitgeteilt? Dieses Versagen wird jetzt von eben den Institutionen untersucht, die derart katastrophal versagt hatten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet.

In dem von der "Stuttgarter Zeitung" veröffentlichten Artkel "Furcht vor der Einsicht" heißt es über das Versagen des Jugendamtes:

Für die Behörde, die bereits im Fall Alessio, eines dreijährigen Buben, der vor drei Jahren von seinem Stiefvater tot geprügelt wurde, die Verurteilung eines Mitarbeiters hinnehmen musste, wäre eine Anklageerhebung ein weiterer schwerer Schlag. Dies will sie offenbar, bei aller Bereitschaft zur Einsicht, unbedingt verhindern. Doch der Punkt zeigt, dass der internen Aufarbeitung nun auch noch eine unabhängige Untersuchung folgen muss.




3. Vor ein paar Tagen berichtete Genderama über den Rauswurf des österreichischen Abgeordneten Efgani Dönmez aus dem ÖVP-Parlamentsklub, nachdem Dönmez ironisch oder ernsthaft angedeutet hatte, die Berliner Staatssekretärin Chebli hätte ihr Amt möglicherweise sexuellen Gefälligkeiten zu verdanken gehabt. Nun sollte mit Dönmez Bestrafung für diese Attacke ebenso wie mit seiner ausdrücklichen Bitte um Entschuldigung die Sache eigentlich gut sein, aber die Attacken gegen ihn werden mit größter Schärfe fortgesetzt. Tamara Wernli kommentiert diese eifernde Unerbittlichkeit auf Youtube: "Internetpranger: In 2 Tagen bist du erledigt".



4. Die US-amerikanische Männerrechtsbewegung hat jetzt ihre erste eigene Kanzlei, um ein Männer diskriminierendes Justizsystem zu verbessern. Ein Auszug:

Professorin Suzanne Goldberg, Leiterin des Columbia Law's Center for Gender and Sexuality Law, sagte, dass der Schwerpunkt "Männerrechte" in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen könnte: "Es wird keine Überraschung sein, wenn mehr Anwälte sagen, dass sie pro 'Männerrechte' sind, wenn sich die #MeToo-Bewegung weiterentwickelt".

Das Unternehmen befindet sich in seiner "embryonalen" Phasen, so Harry Crouch, Präsident des National Council for Men. Er sagte, dass vier Anwälte derzeit freiwillig in Nord- und Südkalifornien für die Sache arbeiten - zusammen mit ein paar Anwaltsgehilfen, zwei pensionierten Ermittlern, die als Forscher arbeiten, und einer pensionierten "Medienagentin". [Der maskulistische Rechtsanwalt Marc] Angelucci sagt, dass viele Leute sich an die Gruppe und die aufstrebende Firma gewandt haben, um nach Hilfe zu suchen oder ihre Dienste anzubieten.

"Was jetzt passiert, ist, dass wir Zulauf von immer mehr Menschen erhalten, die anbieten zu helfen. Immer mehr Menschen stoßen auf uns. Menschen, die 'The Red Pill' sehen, kommen zu uns", sagte Angelucci und bezog sich auf einen sehr umstrittenen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2016, der die Männerrechtsbewegung unterstützt. "Wir haben in den letzten Jahren wirklich einen Anstieg erlebt, und es wird einfach weitergehen."

(...) Für die Zukunft haben Crouch und Angelucci größere Träume. Beide Männer sagen, dass sie wollen, dass die Kanzlei zu einer "vollwertigen Bürgerrechtskanzlei" wird und Fälle annehmen kann, die sie wegen ihrer Größe und mangelnden Ressourcen bislang ablehnen müssen. Angelucci sieht sie "größere Fische" übernehmen: Klagen über Falschbeschuldigungen eines sexuellen Übergriffs oder einer Benachteiligung von Frauen, diskriminierende Gesundheitspraktiken und Vaterschaftsfälle.

"Ja, ich sehe absolut, dass wir eine gemeinnützige Anwaltskanzlei für Bürgerrechte werden. Es ist das, was ich seit langem möchte", sagte Angelucci. "Wir würden den Menschen helfen, den Missbrauch durch die Regierung und den Missbrauch durch Richter in Frage zu stellen."


Der Rest des Artikels macht natürlich klar, dass diese Männer total falsch liegen und mit Frauenfeinden im Bunde sind: die bekannte Rhetorik.

Obwohl diese Form der Berichtserstattung nicht abreißen wird, bin ich insgesamt zuversichtlich, was die Zukunft dieser Kanzlei angeht. Marc Angelucci widmete sich schon den Anliegen von Männern, als ich dieses Thema gerade erst entdeckt hatte (um die Jahrtausendwende herum), was zeigt, dass er über den nötigen langen Atem für solche Projekte verfügt.



5. In Großbritannien soll Frauenfeindlichkeit jetzt als "Hassverbrechen" verfolgt werden. Logischerweise dürfte für Männerfeindlichkeit irgendwann dasselbe gelten, argumentiert Laura Perrins, auch wenn sie dies "im Moment" noch nicht sieht.



6. Die Satire-Website "The Babylon Bee" berichtet über den Ausschluss eines Studenten vom Unterricht, weil er die falsche Frage gestellt hatte:

Die angehende Professorin für Abstrakte Geschlechtertheorie und renommierte Soziologin Dr. Caryn M. Richards wurde von einem ihrer Erstsemester mit einer rätselhaften Kritik konfrontiert.

Der neugierige Student Greg Johnson war verblüfft über eine scheinbar widersprüchliche Position seiner Professorin. "In einer Sekunde argumentierte sie, dass Frauen durchaus in der Lage sind, ohne Männer zu überleben", erklärte Johnson. "In der nächsten bestand sie darauf, dass Frauen unterdrückt werden, Opfer eines unausweichlichen Patriarchats sind. Also fragte ich, wie beides zugleich wahr sein könnte."

Die Schüler der Klasse beschreiben die erste Reaktion von Dr. Richards als einen kompletten Schock. "Sie stand einfach da mit offenem Mund und in die Hüfte gestemmten Händen", sagte uns ein Student unter der Bedingung seiner Anonymität. Nach sechzig Sekunden Stille, berichten die Studenten, sei Dr. Richards "durchgeknallt" und habe Johnson aus dem Stuhl gerissen.

"Typisch intoleranter Mann!" schrie Dr. Richards Berichten zufolge, als sie Johnson von seinem Kragen in den Flur schleppte. "GIFTIGE MÄNNLICHKEIT, VERSCHWINDE!"

Johnson bedauert, dass er seine Verwirrung zum Ausdruck gebracht hat. "Ich weiß jetzt, wann sie wissen möchte: Habt ihr irgendwelche Fragen?, meint sie wirklich: Sag kein Wort, wenn du nicht alles akzeptierst, was ich sage, ohne zu zögern. Lektion gelernt!" erzählte Johnson Reportern, während er seine Halskrause justierte.

Johnson hat sich seitdem bei seiner Professorin, seiner Klasse sowie der gesamten Studentenschaft entschuldigt und behauptet, dass seine Frage von einem Ort der "unbewussten Frauenfeindlichkeit" kam und dass ihm so etwas nicht noch einmal passieren werde.

Mittwoch, September 05, 2018

Asia Argento erklärt sich zum Opfer: "Das geile Kind sprang mich an" – News zum 6. September 2018

1. Die MeToo-Wortführerin Asia Argento geriet in den letzten Wochen wegen ihrer sexuellen Kontakte mit dem damals 17jährigen Jimmy Bennett in der Kritik. Geschlechtsverkehr mit minderjährigen wird in den USA als "rape" (Vergewaltigung) betrachtet. Jetzt erklärt Argentos Rechtsanwalt, Bennett sei die übergriffige Person gewesen. Argento erklärte, sie wäre deshalb nicht juristisch gegen ihn vorgegangen, da Bennett ohnehin schon mit einer unglücklichen Vergangenheit und einer stockenden Karriere zu kämpfen gehabt hätte.

Vor ein paar Tagen noch hatte Argento beteuert, niemals eine sexuelle Beziehung mit Bennett gehabt zu haben. Dies ließ sich nicht aufrechterhalten, nachdem Bilder auftauchten, die die beiden entspannt zusammen im Bett zeigten.

Hierzulande berichtet der Stern über Argentos Gegenschlag:

"Das geile Kind sprang mich an. Ich hatte Sex mit ihm, es fühlte sich seltsam an", berichtete Argento nach dem Sex einer Freundin in Textnachrichten, die "TMZ" veröffentlicht hatte. Die Nachrichten würden die wahre Geschichte erzählen, wie sie im Ritz-Carlton Hotel in Kalifornien stattgefunden hatte, so ihr Anwalt.

"Asia entschied sich zu der Zeit dazu, Bennett für seinen sexuellen Angriff nicht zu verfolgen." Weiter verteidigt der Anwalt Argentos erste Reaktion auf die Vorwürfe. Demnach würde ihre Aussage, sie hätte keine sexuelle Beziehung mit Bennett gehabt, der Wahrheit entsprechen, da sie nur einmal miteinander geschlafen hätten.




2. In der Schweiz sorgte eine offensichtlich lohndiskriminierende Stellenanzeige für große Empörung. Während der Mann 80.000 Franken verdienen würde, müsste sich die Frau mit 64.000 begnügen. Schnell aber stellte sich heraus, dass es sich um ein getürktes Inserat handelte, das die Diskriminierung nur vortäuschte: Die betreffende Firma existierte nicht einmal.

Die Westschweizer Bloggerin Funam Buline entlarvte am Montag die Gewerkschaft Unia als Urheberin des Fake-Inserats: "Die Unia hat diese Aktion zur Unterstützung ihrer Kampagne zugunsten der Lohngleichheit lanciert. Sie hat mehrere Influencer gebeten, die Anzeigen zu teilen, um die öffentliche Meinung zu sensibilisieren und einen Medienhype auszulösen", schreibt sie. Die Unia nimmt zurzeit keine Stellung zum von ihr gefälschten Inserat.

Das Vorgehen der Gewerkschaft ist perfid. Eine erfundene Firma, eine extra dafür aufgesetzte Webseite, ein täuschend echtes Jobinserat, die Bitte an Influencer, die Fake-Ausschreibung online zu verbreiten: Da kommt viel zusammen. FDP-Nationalrat Thierry Burkart (43) ist nicht überrascht: "Die Unia hat noch nie Hemmungen gehabt, Unwahrheiten zu verbreiten." Es gehe der Gewerkschaft dabei nicht um die Sache, sondern um billige Stimmungsmache, so der Aargauer zur selben Zeitung.

(...) Auch die offizielle Unia-Kampagnen-Site "zeig-deinen-lohn.ch" bekommt so einen Beigeschmack.

(...) In der am Montag beginnenden Herbstsession behandelt der Nationalrat das Gleichstellungsgesetz. Es enthält Massnahmen, die Unternehmen ab 100 Mitarbeiter vorschreiben, dass sie Lohngleichheitsanalysen durchführen und diese extern überprüfen lassen müssen. (...) Burkart argumentiert: "Wenn die Unia auf Fake News zurückgreifen muss, um die Notwendigkeit einer Änderung aufzuzeigen, zeigt dies klar, dass es keinen Handlungsbedarf gibt."




3. Wir bleiben noch einen Moment in der Schweiz:

In den letzten 30 Jahren haben sich die Kosten von Scheidungsprozessen vervielfacht. Verfahren, die viele Jahre dauern und sechsstellige Frankenbeträge kosten, sind inakzeptabel.


Die Neue Zürcher Zeitung berichtet und kommentiert.



4. Die Berliner "taz" wirft Alice Schwarzers "Emma" in der Debatte um Chemnitz rechten Kampagnenjournalismus und "toxischen Feminismus" vor.



5. Gegen eine russische Feministin wird ermittelt, weil sie in den sozialen Medien zum Hass gegen Männer aufgestachelt haben soll. Ihr drohen jetzt bis zu fünf Jahren Gefängnis.

Lesbischer Feminismus offiziell als Religion anerkannt – News vom 5. September 2018

1.
Die Pussy Church of Modern Witchcraft (PCMW) im [US-Bundesstaat] Maryland wurde gerade von der Steuerbehörde als ein legitimer Ort der Anbetung oder besser gesagt als ein "Ort des lesbischen Glaubens" anerkannt. Im Dienste einer lesbisch-feministischen Gemeinde wird die PCMW auf ihrer Website beschrieben als "eine Gemeinde von Frauen, die sich der Befreiung von Frauen und Mädchen von der Unterdrückung hingibt, der wir aufgrund unseres Geschlechts ausgesetzt sind".


Die Feministin Julie Bindel berichtet im "Spectator".

Auch andere Medien berichten, darunter "Forbes".



2. Der bekannte Journalist Hajo Schumacher stellte schon vergangene Woce bei Markus Lanz sein Buch Männerspagat vor, das teilweise maskulistische Inhalte aufgreift. So wird aus der bei Amazon einsehbaren Literaturliste des Buches deutlich, dass Schumacher beispielsweise entsprechende Werke der Professoren Amendt und Hollstein für seine Recherche herbeigezogen hat.

In dem aktuellen Spiegel-Artikel "Wie Frauen mit Männern umgehen" erläutert Schumacher, inwiefern ihn "die flächendeckende Abwertung des Mannes gehörig gegen den Strich" gehe.



3. Für den "Cicero" hat Chiara Thies den männlichen Erzieher Yannick Ladwig unter anderem zu den diskriminierenden Vorwürfen befragt, denen er ins einem Beruf ausgesetzt ist:

Chiara Thies: Egal ob Kindergärtner, Erzieher oder Grundschullehrer – sie gelten noch immer klassische Frauenberufe. Wie ist es als Mann, in so einem Berufsfeld zu arbeiten?

Yannick Ladwig: Da kenne ich den Unterschied zu anderen Branchen natürlich nicht. Aber die gängige Meinung gegenüber männlichen Erziehern ist: entweder schwul oder pädophil. Mittlerweile habe ich diesen Generalverdacht sogar selbst verinnerlicht. Ich überlege immer häufiger, ob ich mit dem Kind bestimmte Sachen machen kann, oder ob es so wirkt, dass ich dem Kind etwas Falsches wollen würde – im Schwimmbad beispielsweise. Das schränkt mich in der Arbeit ein.

Chiara Thies: Reden Sie da auch mit anderen männlichen Kollegen drüber?

Yannick Ladwig: Ja. Vielen wurde von den Eltern auch schon offen pädophile Neigungen unterstellt. In der Krippe forderte mal ein Elternpaar, dass ein Kollege von mir ihr Kind nicht wickeln darf. Diese Sorgen entsprechen natürlich nicht der Realität. Das Bild wurde von der Gesellschaft und den Medien über Jahrzehnte hinweg errichtet.




4. Die jüngste Generation der australischen Männer, die sogenannten "Milennials", sind inzwischen der Meinung, dass Frauen im Beruf bevorzugt werden.

Diese Männer, die zwischen 1982 und 2000 geboren wurden und von ihren älteren Gen X-Brüdern unterstützt werden, sagen, dass sie aus dem Gespräch über die Gleichstellung der Geschlechter ausgeschlossen sind und glauben, dass es zu viel politische Korrektheit am Arbeitsplatz gibt. Fast die Hälfte gibt an, dass ihre Rechte durch den Fokus auf die Gleichstellung der Geschlechter untergraben werden.

Fast die Hälfte aller befragten Männer stimmt der Aussage zu, dass "Gleichstellungsstrategien am Arbeitsplatz Männer nicht berücksichtigen". Dieses Gefühl war unter den Milennials am stärksten, aber es war bei Männern aller Altersgruppen zu finden. Diese Männer glaubten auch, dass Männer zunehmend von Maßnahmen zur Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter ausgeschlossen wurden und vier von zehn australischen Männern sagen, dass die politische Korrektheit den Frauen am Arbeitsplatz zugute kommt. Rund 30 Prozent der Männer geben an, dass ihr Beruf in irgendeiner Weise von ihrem Geschlecht beeinflusst wurde.


Der verlinkte Artikel suggeriert stark, dass die entsprechenden Männer reaktionäre Sexisten seien und dringend umerzogen werden müssten.

Dienstag, September 04, 2018

"Guck dir mal ihre Knie an": ÖVP-Politiker nach Sexismus-Vorwürfen zurückgetreten – News vom 4. September 2018

1. Der österreichische Abgeordnete Efgani Dönmez, der von den Grünen zur ÖVP gewechselt war, ist aus dem ÖVP-Parlamentsklub ausgeschlossen worden, nachdem ihm eine "massive Entgleisung" (Frauenministerin Bogner-Strauß) in Form eines "frauenverachtenden" Tweets vorgworfen worden war. Auch die deutsche Justizministerin Katharina Barley (SPD) hatte Dönmez den Rücktritt nahegelegt, da seine Äußerungen "widerlich und sexistisch" gewesen seien.

Österreichs Kurier berichtet ausführlich über die Entrüstung, bevor er ihre Ursache erklärt:

Auf die Frage eines Twitter-Nutzers, wie die Berliner Staatssekretärin Chebli nur zu ihrem Amt gekommen sei, hatte Dönmez am Freitag getwittert: "Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort." Von Usern des Kurznachrichtendienstes wurde dies dahingehend interpretiert, dass die Politikerin ihre Karriere sexuellen Handlungen verdanke. Nach heftiger Kritik schrieb Dönmez daraufhin auf Twitter, dass es niemals seine Absicht gewesen sei "Frau Chebli wegen ihres Geschlechts oder politischen Parteizugehörigkeit zu diffamieren".


Als Dönmez seinen Tweet löschte und dafür um Entschuldigung bat, löste er eine neue Empörungswelle aus – unter anderem wel Dönmez darin seine Kritik an Chebli unerhörterweise konkretisierte:

Frau Chebli unterstützt mit ihrer Art der Politik (SPD) seit Jahren direkt und indirekt reaktionäre Muslimverbände. Welches Frauenbild da vertreten wird, brauche ich nicht näher zu erläutern. Nicht die Herkunft oder das Geschlecht steht zur Diskussion, sondern die Einstellung


Österreichs Presse berichtet weiter:

Dönmez, der nicht Parteimitglied ist, erklärte (...), er werde sein Nationalratsmandat beibehalten und als freier Abgeordneter weiterarbeiten. (...) Er finde es schade, "dass man wegen eines Halbsatzes auf Twitter auf alle Titelseiten kommt und nicht mit der politischen Arbeit, die ich in den letzten Monaten geleistet habe", sagte Dönmez weiter.




2. Das Neue Deutschland ist traurig, weil für das Konzert gegen Rechtsextremismus in Chemnitz fast nur Männer auf der Bühne standen. Und das wo doch "fast nur Männer" für viele das zentrale Argument bei der Kritik an Rechten ist.



3. Lucas Schoppe zerpflückt eine Rede Sophie Passmanns (SPD), die ich auch schon hier auf Genderama zitiert hatte: "Wer zweifelt, hilft dem Feind."



4. Wie die Washington Post berichtet, musste sich ein texanischer Arzt für seine Auffassung entschuldigen, der Gender Pay Gap sei deshalb fair, weil Frauen weniger arbeiten und weniger Patientenkontakte haben. Das wurde als empörend betrachtet, denn in Wirklichkeit sei es so:

Viele Ärztinnen arbeiten weniger Stunden und sehen weniger Patienten, aber nicht wegen Faulheit oder Antriebslosigkeit, so Studien der Annals of Internal Medicine und der American Medical Association. Weibliche Ärzte schultern mehr von ihrer privaten Belastung zu Hause; diejenigen mit Kindern arbeiten durchschnittlich 11 Stunden weniger pro Woche als solche ohne, so eine Studie von JAMA Internal Medicine aus dem Jahr 2017. Ihre Extrabelastungen zu Hause werden gegen sie verwendet - um ihren niedrigeren Lohn zu rechtfertigen und den höheren Lohn der Männer, befindet Kim Templeton, Professorin der orthopädischen Chirurgie an der Universität Kansas.


Damit wäre das also auch geklärt, Jungs: Diejenigen von euch, die privat eine größere Belastung zu tragen haben, sollten in ihrem Job mehr Lohn verdienen, auch wenn sie dort weniger leisten.

Und wenn Sie öffentlich eine so unverschämte These aufstellen wie, dass jemand, der in seinen Beruf weniger Arbeit steckt, deshalb auch weniger verdient, werden Sie solange dafür niedergemacht, bis Sie sich kleinlaut dafür entschuldigen.

Sonntag, September 02, 2018

Bundesrichter Thomas Fischer: Warum ist Genitalverstümmelung in Deutschland explizit erlaubt? – News vom 2. September 2018

1. In einem passagenweise maskulistischen Artikel auf Spiegel-Online befasst sich Bundesrichter Thomas Fischer auch mit der verharmlosend "Beschneidung" genannten Genitalverstümmelung von Jungen und Männern:

Ein Gefangener, dem man bei "verschärfter Befragung" einen Hoden zerquetscht oder in die Eichel schneidet, dürfte zu Recht empört sein, dass der deutsche Gesetzgeber seinen Fall nicht als "Genitalverstümmelung" erfasst und daher wesentlich geringer bestraft als das (sog. "milde") Entfernen der Klitorisvorhaut ohne weitere Folgen. (...) Eine Rechtfertigung für solch abwegige Fehlgewichtungen fällt mir nicht ein. Die nach dem Geschlecht des Opfers differenzierende unterschiedliche Behandlung von schweren Körperverletzungstaten gegen Frauen und Männer ist mit dem Gleichheitssatz des Art. 3 Grundgesetz nicht vereinbar. Hierauf könnte sich jeder berufen, der in Anwendung von § 226a StGB verurteilt wird.

Die Sonderform der Genitalverstümmelung an männlichen Personen - das Abschneiden der Penisvorhaut - ist seit 28.12.2012 nicht nur nicht verboten, sondern ganz ausdrücklich erlaubt. § 1631d Abs. 1 Satz 1 BGB ("Beschneidung des männlichen Kindes") lautet:

"Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll."

Einwilligungsunfähigen männlichen Kindern darf somit gegen ihren Willen unter (ggf. gewaltsamer oder auf Täuschung beruhender) Durchsetzung der "Personensorge" auf Anordnung der Eltern die Penisvorhaut abgeschnitten werden. Wegen der Verpflichtung des Staats zur religiösen Neutralität gilt das auch nicht etwa nur, wenn die Eltern glauben, dass Gott und seine Propheten das gebieten, sondern auch für jedes andere Motiv: Verschönerung, Reinlichkeitsvorsorge, Mode, usw. Jeder Personensorgeberechtigte darf seinem zwölfjährigen Sohn sagen, er werde nun zwecks Entfernung der Rachenmandeln kurz betäubt, und ihm stattdessen die Penisvorhaut abschneiden lassen.

Die Bundeskanzlerin fand zur Begründung dieser Rechtslage im Jahr 2012, nachdem ein Landgericht die Sache infrage gestellt hatte, das schöne Argument, sie beabsichtige nicht, sich "im Ausland lächerlich zu machen".




2. Der Schweizer Kolumnist Christian Hug erklärt, warum er sich aus MeToo verabschiedet.



3. Mehrere Schlagzeilen, etwa im "Merkur" und der Berliner "B.Z." berichten, dass ein zehnjähriges "Kind" von seinen Mitschülern vergewaltigt worden sei. Ironischerweise weiß man sofort, welches Geschlecht dieses Kind hat, denn es gilt die schon mehrfach auf Genderama diskutierte Regel: Wenn das Geschlecht eines Opfers insbesondere eines sexuellen Übergriffes unsichtbar gemacht wird, ist es in der Regel männlich.



4. "Jetzt" stellt einen neuen Roman vor, dem zufolge es "heutzutage besonders wichtig sei, Feministin zu sein". Geht es Frauen plötzlich viel schlechter als in vergangenen Jahrzenten? Nein, das Thema ist "Sexismus in der Schule". Also dass Jungen in manchen Fächern für dieselbe Leistung schlechtere Noten bekommen als Mädchen? Nein, dass manche Jungen "sexistische" Kommentare abgeben, ohne dass ein Lehrer eingreift. Es wird immer absurder.



5. "Zeit online" stellt die junge Feministin Sophie Passmann mit einer Rede vor, die Passmann auf einem von der "Zeit" veranstalteten Festival hält:

Männer sind nicht dumm. Sie werden uns Frauen nicht fördern. Sie werden nicht jeden Tag Anstrengung und Ressourcen verschwenden, um ihre Konkurrenz zu fördern. Das ist unser Kampf, liebe Frauen, wir müssen ihn selbst kämpfen. Keiner wird uns helfen. Wir müssen besser sein. Schneller, klüger, größer, großmütiger, mehr da, länger, früher, besser. Wir müssen opportunistisch und mutig sein, nicht darauf warten, dass Männer uns ausreden lassen.


Zu solchen Dingen fällt mir nichts mehr ein. Als Feministin sollte sich Passmann bei Themen wie "Frauenförderung" halbwegs auskennen, erst recht wenn sie dazu eine Rede hält. Tatsächlich lebt sie in offenbar in einer bizarren Parallelwelt, in der so etwas wie Frauenförderung durch Männer keineswegs in zig Unternehmen Alltag ist. Und die "Zeit" ehrt diesen Mumpitz, von dem auch so ziemlich jeder Leser weiß, dass es Mumpitz ist, mit einem ausführlichen Zitat.



6. Der Kampf gegen die patriarchale Unterdrückung geht weiter: Feministinnen verschandeln öffentliche Urinale in Paris.



7. Viele arabische Männer sind über ihre Geschlechterrolle in diesem Land auch nicht glücklich:

"Dieses ständige Gefühl, unter Generalverdacht zu stehen, ist erniedrigend." Wenn er es mal eilig hat, die Aufzugtür aufgeht und darin nur eine Frau ist, muss er zurückweichen, denn sie könnte ihm den Eintritt verweigern. Wenn er eine Straße entlangläuft, kann es vorkommen, dass Männer ihn verscheuchen, um Platz für ihre Frauen zu machen. Aus dem Weg, rufen sie, als wäre er ein Grabscher. Er weiß noch, wie beschämend es für ihn war, als er in den ersten Jahren von Frauen zurechtgewiesen wurde: Er solle doch bitte ein wenig mehr Abstand halten.

(...) Wenn Mahmoud Abdelmeguid früher am Wochenende ins Einkaufszentrum fahren wollte, konnte er das nur in Begleitung seiner Frau machen - alleinstehende Männer mussten draußen bleiben. Frauen, so will es der Klerus, sollen in Ruhe shoppen können, ohne belästigt zu werden. "Der Mann gilt hier als triebgesteuertes Monster. Unser Geschlecht bestimmt unser Leben", sagt Abdelmeguid. Erst seit einigen Monaten dürfen Singlemänner am Wochenende ins Einkaufszentrum gehen. Bei Temperaturen über 45 Grad sind die klimatisierten, palastartigen Malls häufig die einzig erträgliche Freizeitgestaltung.




8. Yahoo schlagzeilt, dass dem neuen Plan von US-Bildungsminsiterin Betsy DeVos zufolge Täter angeblicher sexueller Übergriffe das Recht bekommen sollen, Beweise von ihren "Opfern" zu verlangen. Ausgerechnet die Regierung Trump leitet hier also eine Rückkehr zu rechtsstaatlichen Prinzipien ein, die die Regierung Obama aufgegeben hatte.



9. Das wöchentlich erscheinende, britische Politikmagazin "Spectator", heißt es in der deutschen Wikipedia, sei nicht nur die älteste Zeitschrift des Landes, sondern mit ihren hochwertigen Analysen auch das "Referenzblatt konservativer Intellektueller". Insofern ist es von einiger Bedeutung, dass dort ein Artikel mit der Schlagzeile erschienen ist: "Was ist die Wahrheit über Männerrechtler?" Der Artikel berichtet im Kontrast zu der bizarren Hetze auf "Vice" zwar nicht völlig unkritisch, aber durchgehend fair über die Internationale Konferenz für Männeranliegen in London:

Die diesjährige International Conference on Men's Issues sollte im St. Andrew's Stadium, der Heimat des Birmingham City Football Club, stattfinden. Aber im letzten Moment zog der Verein den Stecker, nachdem beschlossen wurde, dass eine Konferenz zu Männerthemen nicht etwas ist, mit dem sich ein Fußballverein identifizieren sollte.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Organisatoren in Schwierigkeiten geraten sind. Vor zwei Jahren kämpften Demonstranten für die Absage der Konferenz, wobei einige sogar damit drohten, den Veranstaltungsort niederzubrennen, wenn die Forderungen nicht erfüllt wurden.

(...) Warum riskiert Karen [Straughan] es also, die Schwesternschaft zu provozieren, indem sie sich der vielfach verleumdeten Männerrechtsbewegung anschließt? Das ist eine Frage, die ihr oft gestellt wird. Als Mutter von zwei jungen Söhnen erzählt sie mir, dass sie sich Gedanken darüber macht, wie diese in einer Welt zurechtkommen werden, die Männlichkeit zunehmend als giftig und "nicht hilfreich" bewertet wird. Sie zieht es vor, Werte zu vermitteln, die "ihren eigenen Wert als Männer anerkennen" und hofft, dass dies ihnen das Vertrauen gibt, das sie brauchen, um es in einer Welt zu schaffen, die ihrer Ansicht nach zunehmend feminisiert ist.

Mit über einem Dutzend Rednern, die eine Vielzahl von Themen behandeln, von "wie Feministinnen die Kirche von England zerstört haben" und "Genitalautonomie" bis "die Verteufelung junger Männer" und "das Überleben falscher Vergewaltigungsvorwürfe", herrscht unter den Männern größtenteils im mittleren Alter, von denen die meisten mehr als 200 Pfund bezahlt haben, um hier zu sein, eine Atmosphäre von Verwirrung und Unglauben. Ich kann einige ihrer Beschwerden nachvollziehen; verzerrte Vaterschaftsrechte, erpresserische Scheidungsregelungen und unverhältnismäßige Gefängnisstrafen bedürfen sicherlich einer gründlichen Überprüfung. Und Ian McNicholls erschütternder Bericht über seine Erfahrung des häuslichen Missbrauchs mit Hämmern am Kopf, gebrochenen Schulterknochen und blutenden Augenhöhlen war zutiefst beunruhigend.

Aber neben den legitimen Bedenken über die Richtung, in die sich der radikale Feminismus bewegt, werden Plakate mit den Worten "dämliche Feministin des Monats", "lügende Feministin des Monats" und "toxische Feministin des Monats" nichts für die Sache der Männer tun. Was eine Schande ist, denn gerade jetzt schreien die Männer danach, gehört zu werden. Wenn einer der Redner fragt, wie viele der Zuhörer Erfahrung mit jemandem haben, den sie kennen, der Selbstmord begeht, schießen mehr als die Hälfte der Hände hoch. Mit Selbstmord als dem größten Mörder der jungen Männer gibt es echte Besorgnis, dass so wenig getan wird, um diese Epidemie einzudämmen. Der Konsens unter den Männern hier scheint zu sein, dass, wenn man die Männlichkeit pathologisiert und das Patriarchat für alle Übel des Lebens verantwortlich macht, man nicht überrascht sein sollte, wenn die Männer nachtragend werden und sich in ihre metaphorischen Höhlen zurückziehen.

Dieses Gefühl der Ungerechtigkeit überschreitet viele Grenzen, aber was wirklich irritiert, ist, warum niemand in verantwortungsvollen Positionen ihre Beschwerden ernst nimmt. "Sobald sich jemand für Männer einsetzt, wird er sofort ausgeschaltet und beschuldigt, ein zügelloser rechter Frauenhasser zu sein", sagt mir ein Kämpfer in den späten Vierzigern. "Alles, was wir fordern, ist Gleichheit für beide Geschlechter", argumentiert ein anderer, jüngerer Mann mit einem Aufkleber "Honey Badgers" auf seinem Revers (der Name, der den weiblichen Befürwortern der Männerrechte gegeben wird). Seine Freundin stimmt zu: "Die Gesellschaft wird sich früher oder später mit den Sorgen der Männer auseinandersetzen müssen, sonst wird es hässlich." Ein anderer Mann in einem hawaiianischen Hemd glaubt, dass sich das Gleichgewicht zu sehr zugunsten der Frauen verschoben hat: "Es fühlt sich fast so an, als würden sich Frauen für all die Jahre des Patriarchats an Männern rächen". Darren Deojee, ein Schotte und Vater von vier Kindern, stimmt zu. "Die Kerle leiden wirklich", sagt er mir, "ich betreue junge Männer seit über zwanzig Jahren und es gibt einen deutlichen Rückgang des psychischen Wohlbefindens der Männer". Er sorgt sich um die Zukunft der Geschlechterverhältnisse: "Es gibt viele angeschlagene Typen da draußen. Die Männer, denen ich zu helfen versuche, sind voller Scham und Verlegenheit, Männer zu sein. Gleichzeitig sind sie es leid, für die Taten von längst verstorbenen Menschen gerichtet zu werden. Und das sind nur die älteren Kerle. Jüngere Männer wachsen in Angst vor ihrer Männlichkeit auf und haben sogar Angst davor, als Männer wahrgenommen zu werden. Sie tun alles, um nicht mit ihrem eigenen Geschlecht identifiziert zu werden."

In einer leidenschaftlichen Rede mit dem Titel "Positive Männlichkeit: Auf der Schulter von Riesen stehen" warnt Darren vor der Gefahr, das andere Geschlecht für persönliche Wunden verantwortlich zu machen. Er sagt, wir sollten uns alle vor dem Stammesdenken hüten und befürchtet, dass sich Männer und Frauen inmitten einer Geschlechterkrise befinden. "Vergessen Sie Kriege, vergessen Sie die Politik, ich glaube, die wachsende Kluft zwischen den Geschlechtern ist das wichtigste Thema, mit dem die Menschheit je konfrontiert war. Wenn Männer und Frauen nicht gemeinsam eine positive, fortschrittliche, gegenseitig starke Zukunft haben, dann kannst du alles andere vergessen."

(...) Als wir uns zum letzten Mal aus dem Saal zurückziehen, gibt es ein echtes Gefühl von Kameradschaft und erneutem Optimismus, dass die Herrschenden ihre Anliegen eines Tages ernst nehmen könnten. Und es gibt überall Erleichterung, dass der Haufen wütender Demonstranten weggeblieben ist.

Abgesehen von der gelegentlichen fehlgeleiteten Verunglimpfung und der misslungenen Plakatkampagne fordern die meist sanftmütigen Teilnehmer eine ausgewogenere Herangehensweise an die Gleichstellung der Geschlechter. Die Forderung, solche Versammlungen mit der Begründung zu verbieten, dass sie gefährliche rechte Frauenfeindlichkeit und Sexismus schüren, führt nur zu einer Polarisierung der Meinungen. Moderate, faire Feministinnen haben nichts zu befürchten, wenn sich Männer in betrüblichen Konferenzsälen versammeln, um über Themen zu diskutieren, die ihnen wichtig sind.

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