Montag, Juli 16, 2018

"So kannst du dich gegen rassistischen Feminismus einsetzen" – News vom 16. Juli 2018

1. "So kannst du dich gegen rassistischen Feminismus einsetzen" titelt das Nachrichtenportal "Watson". Aber wäre das nicht antifeministisch?



2. Watson meint übrigens nicht Feminismus, der so tut, als wäre er links, aber rhetorisch auftritt wie Heinrich Himmler. Obwohl viele sicher auch für Tipps, wie man sich gegen diesen Feminismus einsetzen kann, dankbar wären.



3. Intensiv diskutiert wird im Feminismus immer noch, ob es eine Frau zur Hochverräterin macht, wenn sie mit Männern schläft. Christian Schmidt berichtet.



4. Altersarmut ist nicht mehr weiblich:

Ende des nächsten Jahrzehnts wären (...) eine Million Rentner auf Grundsicherung angewiesen, sechs Prozent der Männer und 4,4 Prozent der Frauen.




5. Trotzdem benötigen Frauen natürlich weiterhin unsere finanzielle Unterstützung. So kann man beispielsweise Kylie Jenner spenden, damit sie die jüngste Milliardärin der Welt wird.



6. Ein ernsthafteres Thema: In Uganda müssen Jungen eine Zwangsbeschneidung über sich ergehen lassen, bevor sie medizinische Hilfe erhalten.



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem gestern auf Genderama veröffentlichten Beitrag über die Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Literatur:

Dank des Blogs von Herrn Danisch, der auf Ihre Seite verlinkte, konnte ich nun endlich das Rätsel lösen, wer mit der Männerbewegung "Maskulismus" gemeint sein könnte.

Im Zug traf ich 2017 eine Frau, die war davon überzeugt, dass die Kölner Silvester-Opfer durch den Club der Maskulisten organsiert sein muss und den Migranten nur untergeschoben wurde. Die Frau verwendete keinen Konjunktiv.

Das fanden die Mitreisenden, männlich und auch weiblich, so eine ungeheuere Verschwörungstheorie, dass wir nur lachten und diese Dame sich nicht mehr ausfragen ließ (Details zu dem Club, dem sie es zuschrieb) und hartnäckig beim Themenwechsel blieb. Normalerweise vollkommen unbedeutend, aber die Frau stieg in Tutzing dem Zug nach München zu. In Tutzing ist die Evangelische Akademie und die Akademie für politische Bildung.

Vielleicht für Sie nicht uninteressant, welche wilden Verschwörungstheorien in der Frauenwelt herumschwirren.

Sonntag, Juli 15, 2018

Fachzeitschrift berichtet über Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Literatur

In der aktuellen Ausgabe der akademischen Fachzeitschrift "Journal of Information Ethics" (siehe auch hier) findet sich Kåre Fogs Beitrag "Feminist Censorship: The Lace Curtain" über die Unterdrückung maskulistischer und feminismuskritischer Publikationen. In der Zusammenfassung dieses Aufsatzes heißt es:

Diejenigen, die eine feministische Agenda verkünden, haben guten Zugang zu den Medien, während der Zugang zu den Medien für diejenigen, die sich zwar für die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter einsetzen, aber gegen den Feminismus sind, oft stark eingeschränkt wird. Die Analyse von Fernsehsendungen zeigt, dass, sobald eine Person etwas gegen die Agenda führender Feministinnen sagt, der "Spitzenvorhang" [im Original: "Lace Curtain"] fällt und jeder weitere Zugang zu den Medien gestoppt wird. Wenn eine Person ein Buch schreibt, das den Feminismus kritisiert, ist es oft sehr schwierig, einen Verlag zu finden, der das Buch veröffentlicht. Wenn ein Buch nach zahlreichen Ablehnungen endlich einen Verlag gefunden hat, wird es oft nicht in den Medien besprochen, so dass es in Vergessenheit gerät und keine Wirkung hat. Dies gilt auch für Bücher, die ausgewogen und moderat sind, und für wissenschaftliche Bücher mit vielen Quellenangaben.

(...) Die Untersuchung eines internationalen Katalogs von mehr als 10.000 großen Bibliotheken zeigt, dass pro-feministische Bücher, einschließlich solcher, die einen extrem starken Hass auf Männer aufweisen, in mehr Bibliotheken vorhanden sind als Bücher, die den Standpunkt von Männern verteidigen, und dass sie in wesentlich mehr Sprachen übersetzt werden. Bücher, die keinen kommerziellen Verlag gefunden haben und von ihrem Autor privat herausgegeben werden, sind in extrem wenigen Bibliotheken vorhanden und daher für die Öffentlichkeit kaum zugänglich, weil man nichts von ihnen erfährt und man sie nicht in Bibliothekskatalogen findet.


Kåre Fog zufolge stellt diese Unterdrückung von Auffassungen, die konträr zu den Diskursen der Herrschenden stehen, eine Form von Totalitarismus dar.

Teil seines Fachaufsatzes ist eine Analyse der Veröffentlichungsprobleme internationaler Autoren, beginnend mit Warren Farrell und Neil Lyndon, die sich nicht einmal unbedingt als "antifeministisch" verstehen (wiewohl sie mit diesem Begriff stigmatisiert werden), aber in bestimmten Fragen von den herrschenden feminsitischen Auffassungen abweichen. Auch meine eigene Publikationsgeschichte wird dargestellt. Ich zitiere die entsprechenden Passagen hier im englischen Original:

In Germany, Arne Hoffmann (2001) wrote the book "Sind Frauen bessere Menschen?" (Are women better people?). It gathers an unsurpassed amount of documentation on issues where men are not as bad or dominant as feminists claim – dealing with statistics on rape, partner violence, pay gap, differential mortality, suicide rates, and much more. He had not foreseen how difficult it would be to find a publisher for the book. In the course of a year, he got rejections from more than 80 different publishing companies, for instance on the ground that the text was too "polarizing". One company wrote that they would publish such a manuscript only if it were written by a woman. Others replied that it was too risky for them to have a work criticizing feminism in their program. The first female editing consultant that received the manuscript broke off her work prematurely and refused to work further on the job. It was finally published by one company; it got little publicity in printed media, but gradually much attention on the internet – until the editors of the news magazine FOCUS one and a half year later accidentally stumbled upon the title. They wrote to Hoffmann: "Why have we heard nothing about this book before now? Hasn´t the publisher sent out any review exemplars?" Eventually, he received dozens of enthusiastic reviews on Amazon, and he received a prize from a scientific foundation for humanism and enlightenment.

The book is so full of detailed facts that it does not constitute easy reading, but due to its wealth of information, it has become somewhat a bible for the men´s movements. However, when the book sold out, it was not reprinted. Only around ten years later Hoffmann successfully reclaimed the rights to his manuscript from its publisher, and – figuring out that it would be even more difficult to find a new publisher for a political book being now that many years old – decided for publishing it privately as an e-book to be purchased at a price of 5 Euro. Although Hoffmann had meanwhile become a well-known political journalist and author of several bestselling books with leading German publishing houses (e.g. Heyne, belonging to Random House), it is still excruciatingly difficult for him to find a publisher for any book criticizing feminism or arguing for the rights and issues of boys and men. Hoffmann´s newest book, taking the political left (Hoffmann's home base) to task for negligence of these issues, is now offered without a publishing house via Amazon's Create Space – a new possibility to publish books as a writer alone.


Wir sind hier in der Tat nicht weit entfernt vom Samisdat, auch wenn es mir nach oft jahrelanger Vorarbeit doch gelingt, die eine oder andere Verlagspublikation zu diesem Thema zu ermöglichen. (Publikationen zu anderen Themen sind weit weniger schwierig.)

Im Verlauf seines Aufsatzes kommt Kåre Fog auch auf die Unterdrückung systemkritischer Publikationen durch Gewalt zu sprechen, wie sie hierzulande etwa Esther Vilar geschehen ist, die nach einem Buch, das die feministische Ideologie hinterfragte, von Frauen zusammengeschlagen wurde, permanent Morddrohungen erhielt und aus Deutschland fliehen musste. In Großbritannien machte Erin Pizzey - Mitbegründerin des ersten modernen Frauenhauses, aber aufgrund ihrer Erfahrungen später feminismukritisch - eine ähnliche Erfahrung.

In den abschließenden Bemerkungen des Aufsatzes heißt es:

Die Schwierigkeiten, die Gegner des Feminismus hatten, Verleger zu finden, sind ungewöhnlich groß – so groß, dass einer von ihnen sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erhielt. Schließlich finden zwar viele von ihnen einen Verleger, aber viele andere nicht. Einige lösen das Problem, indem sie ihren eigenen Verlag gründen, indem sie Bücher per Print-on-Demand produzieren oder indem sie E-Books produzieren, die über eine private E-Mail-Adresse verkauft werden. Die Daten zu den Bibliotheksbänden deuten darauf hin, dass einige Gegner des Feminismus einen moderaten Durchbruch erzielen, während andere, insbesondere diejenigen, die es nie geschafft haben, einen kommerziellen Verlag zu finden, in den Bibliotheken sehr schlecht vertreten sind. Wir können nur erahnen, wie viele Manuskripte unveröffentlicht und unbekannt geblieben sind.


(Ich möchte noch einmal betonen, dass ich mich nicht als "Gegner des Feminismus" sehe, was bei mitunter komplett konträren Weltsichten verschiedener Feministinnen auch schwierig wäre, solange man keine dezidiert traditionalistische Haltung vertritt, sondern als Kritiker ganz bestimmter feministischer Auffassungen, Diskurse und Strukturen.)

Wie schwierig es ist, einfach so eine feminismuskritische Analyse zu veröffentlichen, durfte ironischerweise Kåre Fog selbst erfahren, als seinem Aufsatz – was in dem zitierten Magazin sonst unüblich ist – eine Gegenmeinung von einer Feministin folgte, Gita Mantakala, die argumentierte, veröffentlichte Buchautorinnen wie Christina Hoff Sommers würden doch belegen, dass die Veröffentlichung feminismuskritischer Literatur sehr wohl möglich sei. Dieser Einwand führt natürlich insofern irre, als Sommers selbst eine Feministin ist, ähnlich wie andere veröffentlichte Feminismuskritikerinnen. (In den USA könnte man hier etwa noch an Wendy McElroy denken, in Deutschland an Astrid von Friesen, Sveja Flaßpöhler und sogar Birgit Kelle, die ja auch einen eigenen Feminismus vertritt.) So argumentiert auch Kåre Fog, der die feministische Gegenrede seinerseits mit einigen wenigen Absätzen kommentieren darf:

Manaktala argumentiert, dass antifeministische Texte tatsächlich von Mainstream-Unternehmen veröffentlicht wurden, und erwähnt Bücher dieser Autoren: Carrie Lukas, Christina Hoff Sommers, Elizabeth Fox Genovese, Caitlin Flanagan und Katie Roiphe. Zusammen mit Daphne Patai und Noretta Koertge, die ich in meiner Arbeit zitiere, haben wir hier sieben Autoren - und sie sind alle Frauen. Das bestätigt, was Arne Hoffmann berichtet: Ein solches Manuskript kann nur veröffentlicht werden, wenn es von einer Frau geschrieben wurde.


Oder wenn man, so wie ich, eine ganz außergewöhnliche Hartnäckigkeit an den Tag legt.

Insgesamt legt Kåre Fogs Aufsatz nachvollziehbar dar, warum das "Männerthema" für Liberale, auch wenn sie sich kaum für Geschlechterpolitik interessieren, eine große Bedeutung besitzen sollte. Für eine freie Gesellschaft stellt die skizzierte Unterdrückung missliebiger Meinungen ein grundsätzliches Problem dar.

Samstag, Juli 14, 2018

Gleichstellungsministerin (SPD) argumentiert wie eine Maskulistin – News vom 14. Juli 2018

1. Während die deutschen Sozialdemokraten Männer zumeist angreifen und ihre geschlechtsspezifischen Anliegen ignorieren, tanzt eine ihrer Ministerinnen aus der Reihe: Petra Köpping, Gleichstellungs- und Integrationsministerin in Sachsen. So gehört zu dem "MDR-Kultur-Spezial" Wenn Frauen Täterinnen sind - Gewalt in Partnerschaften auch der Beitrag Schutz von Männern als Thema der Politik. Er enthält Statements von Köpping, mit denen sie sich für männliche Gewaltopfer ebenso überzeugend einsetzt, wie es die Männerrechtsbewegung seit langen Jahren tut.



2. Die MeToo Kritikerin Svenja Flaßpöhler stößt, anders als männliche Kritiker dieser Bewegung, anhaltend auf das Interesse der Medien. Inzwischen hat sie der "Cicero" interviewt: "Man hält krampfhaft am Opferdiskurs fest."



3. In der "Frankfurter Rundschau" plädiert die Managementberaterin Stephanie Borgert ebenfalls gegen den feministischen Opferdiskurs: "Hört auf zu quengeln!"



4. Das maskulistische Blog "Uepsilonniks" arbeitet mit einem weiteren Beitrag an einer noch zu begründenden maskulistischen Filmkritik und bespricht den Film ""Criminal Squad" als eine "Liebeserklärung an harte, aber liebevolle Männer".

Freitag, Juli 13, 2018

Fußball-WM: FIFA greift durch gegen Sexismus – News vom 13. Juli 2018

1. Vor ein paar Wochen habe ich hier festgestellt, dass der Kampf gegen "Sexismus" längst nicht mehr Übergriffe, sondern die weibliche Schönheit selbst zum Ziel hat. Dazu passt auch diese Meldung:

Wenn der Fußball auf dem Feld bei der WM 2018 gerade nicht viel Charme versprüht, zieht die TV-Kamera gerne über die Tribüne und fängt diverse Fans ein. Die FIFA hat allerdings erkannt, dass dabei besonders gerne junge, attraktive Frauen eingeblendet werden. Dies soll in Zukunft unterlassen werden, wie Gleichstellungs-Direktor Federico Addiechi betonte. Eine entsprechende Anweisung an die Regie-Teams der einzelnen Länder sei bereits erfolgt. Frauen sollen auch im Fußball mit mehr Respekt gesehen werden.


Wenn man Zuschauerinnen zeigt, die ein Stadion besuchen, nachdem sie sich hübsch zurechtgemacht haben, dann gilt das heutzutage also als Respektlosigkeit gegenüber Frauen.

Ein Leser, der mich auf diesen Artikel aufmerksam machte, schreibt mir dazu:

Ich mag weder Fußball noch kann ich mit dem Milieu was anfangen. Aber was der FIFA-Gleichstellungsdirektor von sich gibt ist entweder eine neue Prüderie oder Symptom einer Geisteskrankheit. Versteht er nicht das es einen Zusammenhang zwischen Hochleistungssport und sexueller Attraktion gibt? Das Männer sich verausgaben, um Frauen zu beeindrucken, dass Frauen von dem Spektakel angezogen werden und sich nicht zufällig in relativ freizügige Monturen begeben? Würden diese Leute wenigstens eine religiös begründete Moral ins Feld führen können, dann wäre das ja noch rational nachvollziehbar. Aber die haben gar nichts außer Leerworten wie "Sexismus", Herdentrieb und virtue signalling ohne Werte zu vertreten, die mehr sind als eine dünne Farbschicht. Die Taliban sind rationaler als diese Leute, das Endresultat wird aber beides sein: Frauen werden unsichtbar werden.




2. In der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Claudia Mäder mit dem neuen Sex-Gesetz in Schweden (Genderama berichtete):

Nicht erst wenn der Akt von einer Seite vernehmbar abgelehnt, er aber trotzdem vollzogen wird, ist Sex hier justiziabel. Vielmehr ist er in dieser Lesart schon dann ein Straftatbestand, wenn ihm keine deutliche Zustimmung vorausgegangen ist – wobei freilich alles andere als klar ist, wie das entscheidende "Ja" aussehen soll (war Annas Nicken ein Ja?), wann es erfolgen muss (reichen Küsse beim Vorspiel, oder sind sie bei jeder Stellung zu wiederholen?) und, vor allem, wie es vor Gericht bewiesen oder bestritten werden kann – hat Anna im Bett denn nun genickt oder nicht?

(...) Wohl bezeichnet sich die schwedische Regierung stolz und ausdrücklich als feministisch – dass sie mit ihrem Vorgehen die Frauen stärkt, ist aber zu bezweifeln. Wo es um Vergewaltigung geht, werden immer auch Geschlechterrollen verhandelt, und zwar bis heute auf äusserst dichotome Weise. "Der Vergewaltigungsdiskurs ist eine der letzten Bastionen und Brutzellen für Geschlechterzuschreibungen, die wir sonst kaum wagen würden zu denken, geschweige denn auszusprechen." So formuliert die feministische Kulturwissenschafterin Mithu Melanie Sanyal den Umstand, dass wir sexuelle Gewalt automatisch mit aktiv-aggressiven Männern und passiv-bedrohten Frauen in Verbindung bringen. Im Schweizer Strafgesetz zeigt sich diese Annahme ganz direkt – noch immer ist Vergewaltigung hierzulande ein Verbrechen, das explizit und ausschliesslich Frauen widerfahren kann. In gendersensibleren Gefilden hütet man sich natürlich vor derart platten Formulierungen, doch an der Sachlage ändert das nichts. Das schwedische Gesetz wurde im Zuge der dort sehr heftig geführten #MeToo-Debatte vorangetrieben – es geht also auch beim Schutz von "Sexualpartnern" und "Personen" letztlich um den Schutz der Frauen.

(...) Auf diese Weise wird freilich auch der immerzu gefährlich lüsterne Mann in ein Schema zurückgepresst, das man eigentlich überholt geglaubt hat. In den 1970er Jahren erklärte Susan Brownmiller die Vergewaltigung zur Basisstruktur des Patriarchats. Weil sie aufgrund ihres Körpers zur Ausübung sexueller Gewalt in der Lage seien, so ihr Argument, hielten alle Männer alle Frauen in einem Zustand permanenter Einschüchterung und Unterdrückung; "rape-supportive culture" ist das Wort, das die amerikanische Feministin für diesen vorgeblichen Urzustand prägte. (...) Blickt man auf das schwedische Gesetz, tritt einem die männliche "rape culture" (...) deutlicher denn je vor Augen, ja mehr noch: Wo alles Vergewaltigung ist, was nicht nachweislich einvernehmlich war, rückt der Sex an und für sich unvermeidlich in eine beängstigende Nähe zum Verbrechen.


Claudia Mäders Einschätzung nach

nähern wir uns durch das permanente öffentliche Aushandeln just jener vom Sex besessenen und verängstigten Gesellschaft an, die Foucault anno 1979 als "worst case" prophezeit hat: "Die Sexualität wird keine Verhaltensweise mehr sein, die mit bestimmten Verboten belegt ist, sondern eine überall lauernde Gefahr, ein allgegenwärtiges Gespenst (. . .) das in allen sozialen Beziehungen, zwischen allen Altersgruppen und zwischen den einzelnen Menschen zur Bedrohung wird."




3. Mit Stefan Niggemeier und seinem Verhör des Kolumnisten Harald Martenstein geht Lutz Bierend schärfer ins Gericht als ich. Ich zitiere mal eine weniger drastische, aber nichtsdestoweniger deutliche Passage aus Bierends Artikel:

Die Mär von "an Minderheitsleiden unerfahrenen altern weissen Heteros" ist und bleibt sexistisch, rassistisches Voruteilsgeblubber, dass sich auf einem Niveau eines AFD-Anhängers bewegt, der meint die Asylanten bekommens reingesteckt, während unsere deutschen Rentner hungern.

Der Zweck ist der Gleiche: Mitleid abzutöten, indem man Einzelfälle pauschalisiert. Die privilegierten Menschen sind eine Minderheit, und haben diese Privilegien nicht, weil sie weiß, alt oder heterosexuell sind, sondern weil sie meist aus privilegierten Familie kommen. Alle anderen müssen dafür kämpfen, dass sie über die Runden kommen und auch ich als alter, weißer Hetero musste irgendwann entscheiden, ob ich Karriere machen will, oder meine Kinder groß werden sehe.

Wenn Familie für Frauen ein Karrierehemnis ist, dann liegt das leider daran, dass Frauen in Punkto Familie privilegiert sind und Arbeitgeber bei ihnen eher vermuten, dass sie dieses Privileg nutzen werden.

Wer dieses Privileg nicht sehen will, ist der ist leider der kapitalistischen Lebenslüge auf den Leim gegangen, dass Karriere glücklich macht. Und dieses Problem liese sich einfach lösen. Einfach etwas von diesem Privileg mit den Vätern teilen.




4. Vor einigen Wochen fragte die Genderwissenschaftlerin Professor Suzanna Walters in der Washington Post "Why can't we hate men?" und plädierte damit für mehr Hass gegen das andere Geschlecht. Darauf gibt es von Professorin Janice Fiamengo eine Erwiderung in Form eines knapp achtminütigen Videos, das jetzt mit deutschen Untertiteln in der Mediathek von AGENS online steht. (Die Untertitel lassen sich durch das entsprechende Icon unter dem Video einschalten.) Fiamengo legt dar, warum Frauen wie Walters tatsächlich von Hass auf das andere Geschlecht erfüllt sein dürften. Dieses Video sollte man eigentlich unter jeden Kommentar in den sozialen Medien setzen, mit dem sexistische Hetze gegen Männer betrieben wird.

Donnerstag, Juli 12, 2018

Neue Studie, alte Erkenntnisse: Mädchen gewalttätiger als Jungen – News vom 12. Juli 2018

1. Eine Schweizer Studie fand mal wieder heraus, dass Mädchen in Teenagerbeziehungen häufiger gewalttätig sind als Jungen:

Jedes fünfte Mädchen hat in der aktuellen Beziehung schon einmal physische Gewalt ausgeübt – etwa indem es seinen Partner geohrfeigt, gestossen oder geschlagen hat. Bei den Knaben ist es nur jeder achte.


Dies mag Menschen überraschen, die bei diesem Thema nur die feministische Propaganda im Ohr haben, bestätigt aber lediglich die Ergebnisse früherer Studien zu diesem Thema. "Gewalt nur durch den männlichen Partner war das am wenigsten verbreitete Muster" berichtete beispielsweise 2008 Murray Straus, einer der international renommiertesten Gewaltforscher, über die Erkenntnisse, die eine mehr als 13.000 Studierende aus 32 Nationen umfassende Untersuchung über Gewalt in der Partnerschaft zutage gebracht hatte.

Bemerkenswert ist der Teaser des Artikels in der "Neuen Zürcher Zeitung", dem zufolge "Gewalt in Teenager-Beziehungen unter anderem mit einer Macho-Einstellung zu erklären" sei. Die tatsächlichen Erkenntnisse dringen nicht mehr durch den Filter journalistischer und akademischer Voreingenommenheit.



2. Dem unbenommen kümmert sich der Schweizer Staat, ähnlich wie der deutsche, weiterhin nur um weibliche Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. So heißt es in einem Artikel über das Aargauer Männerhaus "Zwüschehalt":

Im Gegensatz zum Frauenhaus Aargau-Solothurn verfügt das Männerhaus über keinen Leistungsvertrag mit dem Kanton. Es fliessen also keine Pauschalen nach Betreuungsgesetz, sobald ein Mann Schutz sucht. Die Männer haben nur Anspruch auf die Beiträge gemäss Opferhilfegesetz. Und selbst da gestalte es sich häufig schwierig, sagt "Zwüschehalt"-Präsident Oliver Hunziker. Viele Männer, die im Männerhaus Hilfe suchen, seien Opfer psychischer Gewalt. "Diese ist viel schwieriger nachzuweisen und entsprechend selten werden Beiträge nach Opferhilfegesetz gesprochen", sagt Hunziker. Der "Zwüschehalt" finanziere sich deshalb praktisch ausschliesslich durch Spenden. Das sei nicht immer einfach. "Wir leben, seit es uns gibt, von der Hand in den Mund", sagt Hunziker. "Diese ständige finanzielle Ungewissheit ist anstrengend."

Zwar habe der Verein mehrmals das Gespräch mit dem Kanton gesucht. Die Antwort blieb aber immer die gleiche: "Man sehe keinen Bedarf." Den Trägerverein bringt diese Antwort in eine schwierige Situation. "Um nachzuweisen, dass es Männerhäuser braucht, müssten wir unser Angebot ausbauen und professionalisieren", sagt Hunziker. Will heissen: Gewalt gegen Männer müsste weiter enttabuisiert, die Betriebszeiten ausgebaut und das Angebot bekannter gemacht werden. "Aber das können wir uns nicht leisten", sagt Hunziker. Nicht einmal der Rund-um-die-Uhr-Betrieb könne garantiert werden.


Das ist eine gute Gelegenheit, allen zu danken, die durch ihre Spenden an Genderama dazu beigetragen haben, die finanzielle Unsicherheit dieses Blogs ein wenig zu reduzieren!



3. Beim US-amerikanischen Sender ABC gibt es eine Sendereihe mit dem Titel "What Would you Do?" Sie funktioniert so, dass Menschen mit versteckter Kamera in Situationen gefilmt werden, die Zivilcourage oder anderweitig positives Sozialverhalten erfordern. In einem aktuellen Experiment, das in zwei Videos gesplittet wurde, beobachteten die Macher der Sendung, wie Kunden eines Ladens reagierten, wenn ein anderer Kunde sich diebisch an den Scheinen bediente, die sich auf dem Tresen in einem Trinkgeldglas befanden.

Dieses Experiment ist deshalb besonders erwähnenswert, weil es sich in verschiedenen Situationen um drei unterschiedliche Diebe handelte. Mal war es eine blonde Frau, mal ein schwarzer Mann, mal ein Moslem.

Dabei zeigte sich folgendes: Die junge Frau wurde in 33 Prozent aller Fälle zur Rede gestellt. Dem männlichen Schwarzen passierte das in 66 Prozent und dem männlichen Muslim in 100 Prozent aller Fälle.

Ich lasse Sie Ihre eigenen weitergehenden Folgerungen ziehen.



4.
Als ein schwuler Londoner und sein Partner ein Kind bekamen, wussten sie, dass sie wahrscheinlich Homophobie erleben würden. Was sie nicht bereit waren, war Sexismus. Aber, wie Matthew Jenkin hier erklärt, wenn er mit seiner Tochter in die Öffentlichkeit geht, ist das Alltag.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag der britischen BBC, für die der alltägliche Sexismus gegen Männer dann berichtenswert ist, wenn sich ein Schwuler darüber beklagt.



5. Hadmut Danisch erörtert, welche Rolle die Geschlechter bei dem Drama um die verschütteten Jungen in Thailand spielten. Sagen wir so: Die "taz" hätte analog zu einer Schlagzeile von vergangener Woche eigentlich titeln müssen "Männer arbeiten, Frauen meckern".

Siehe zu diesem Thema auch die Satire-Seite Babylon Bee: "We need to talk about the problematic, toxic masculinity of the Thai Navy SEALs".



6.
In dieser "Tatort"-Saison richtete sich der Fokus auffällig häufig auf rechtsradikale Frauen. Das Fernsehen hat sich viel von realen Zuständen in Deutschland abgeschaut.


Die "Zeit" berichtet.



7. Der Sexismus-Vorwurf der Woche trifft einen Gitarreneffekt der Glam-Metal-Band "Steel Panther". Die Band, die durch Songs wie "Pussywhipped", "Gloryhole", "Bukkake Tears", "Gangbang at the Old Folks Home", "Fucking My Heart in the Ass", "Asian Hooker", "Fat Girl", "Stripper Girl", "Eatin' Ain't Cheatin'", "She's on the Rag" sowie "You're Beautiful When You Don't Talk" bekannt wurde, galt bislang jeglichem Sexismus vollkommen unverdächtig.

Na gut, erwischt, der letzte Satz war ironisch. Tatsächlich wurde beispielsweise das Steel-Panther-Album "Balls Out" 2012 wegen dem Potential einer "sozialethischen Desorientierung" (Standardbegründung) von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt – obwohl die Behörde beteuerte, das "parodistische Gesamtkonzept" der Songs zu erkennen und die Kunstfreiheit durchaus zu schätzen. Ob der böse Gitarreneffekt den Steel Panthers wohl eine neue Indizierung einbringen wird?



8. Eine Feministin beklagt sich darüber, dass bei Fußball-Weltmeisterschaften männliche Spieler deutlich mehr verdienen als Frauen. Erfreulicherweise erklären ihr viele Leser zügig, wie unsere Welt funktioniert.



9. Ein Friseur aus Sydney hat weniger Glück:

Eine Beschwerde wurde gegen Hunters Hill Barbier Sam Rahim eingereicht, nachdem er sich geweigert hatte, einem Mädchen die Haare zu schneiden.

Als das junge Mädchen mit ihrer Mutter reinkam, sagte Sam der Mutter, dass er nicht ausgebildet sei, ihr die Haare zu schneiden.

Die Mutter behauptet, Sam habe gegen das Geschlechterdiskriminierungsgesetz verstoßen.

Sam Rahim berichtet, dass er keinen "schlechten Haarschnitt" machen wollte.

"Ich kann es der Person erklären. Ich bin nicht erfahren, ich bin nicht qualifiziert, ich bin mehr qualifiziert, Männerhaare zu machen. Aber wenn ich dazu gedrängt werde, muss ich es wohl tun."

Er sagt, der Fall sei "stressig" gewesen und habe ihm Anwaltskosten von über 35.000 Dollar hinterlassen.


Gut, aber dafür wurde es dem Patriarchat mal wieder so richtig gezeigt.



10. In unserer unregelmäßigen Reihe "Warum entpuppen sich männliche Feministen eigentlich immer wieder als übergriffige Widerlinge?" gibt es einen neuen Fall.



11. Die Post. Überraschend viele Leser haben sich zu dem Ausbruch der grünen Spitzenkandidatin Katharina Schulze gegen "alte weiße Männer" geäußert. Einer schrieb ihr sein Feedback direkt unter ihr Youtube-Video:

"Hallo Frau Schulze, vielen Dank für ihren aufschlussreichen Beitrag.

Interessant ist, dass sie sich für mich als potentiellen Wähler offenbar nicht interessieren. Nicht persönlich, sondern gleich als wirr definierte Gruppe, denn ich bin zweifelsohne ein alter, weißer Mann. ich hoffe, sie stimmen mir zu, denn ich bin Mitte 50, der einzige Migrant in meiner Ahnenreihe kam aus Dänemark, und zwischen meinen Beinen bestätigen Details mein Geschlecht.

Daraufhin interessierte mich, wie viele eigentlich meiner üblen Gruppe, die Menschen ertrinken lassen und in Lagern Kinder gewaltsam von ihren Eltern trennen (wie der alte weiße Mann Trump), angehören. Nach statistischem Bundessamt gibt es etwa 22 bis 25 Millionen Männer über 45 bis 50 Jahren - die sind doch wohl alt - in der Republik, und vermutlich sind die allermeisten auch weiß. Na, die alle gehören wohl politisch kaltgestellt, das aktive wie passive Wahlrecht entzogen, oder? Wenn die Erde endlich von alten, weißen Männern befreit ist, wer kommt als nächstes dran?

Das, so will ich wohl meinen, bestätigt ihnen als weiße Frau einen klaren Blick auf das Individuum. Als ehemaliger, langjähriger Grün-Wähler bin ich mir nun noch sicherer, niemals mehr einer alten weißen Frau zu trauen, die von ihrer Partei als Spitzenkandidatin aufgestellt wird. Vielen Dank noch einmal dafür. Einen erfolgreichen Wahlkampf wünsche ich."


Diese Kritik wurde natürlich umgehend gelöscht.

Einen weiteren Kommentar zu Schulzes bizarrer Inszenierung findet man hier: "Junge, weiße, ideologisierte Frauen".

Mittwoch, Juli 11, 2018

Leserpost: "UN begeht Gender Empathy Gap Day"

Zum heutigen Tag der Geschlechter-Empathielücke (Gender Empathy Gap Day) schreibt mir einer meiner Leser unter der Betreffzeile "UN begeht Gender Empathy Gap Day":

Hallo Arne,

gut, der Betreff meiner Mail ist ein kleines bisschen reißerisch, aber überrascht war ich schon:

Auf den Startseiten von GMX und Web.de (laut Alexa beide unter den Top 20 der von deutschen Nutzern besuchten Webseiten) findet sich heute im Abschnitt "United Internet for UNICEF" unter dem Titel "Neun Fakten über Jungen" ein Link auf den Artikel "Jungen weltweit: Schlechter ernährt, häufiger im Kriegseinsatz".

Dabei handelt es sich um eine offenbar leicht gekürzte Version eines Eintrags, der schon am 6. Juni im unicef.de-Blog erschienen ist.

Dieser Blogpost scheint wiederum das Ergebnis einiger Leserkommentare unter einem Artikel derselben Autorin Ninja (sic!) Charbonneau zum Weltmädchentag zu sein, die auf die Einseitigkeit der ursprünglichen Version jenes Artikels und des Engagements der UN allgemein aufmerksam machten.

Der Jungen-Artikel, um jetzt mal wieder die Kurve zu kriegen, ist nicht annähernd so schlecht, wie er sein könnte. Zwar gibt es zu fast jedem Punkt den obligatorischen "Aber Mädchen geht es auch schlecht!"-Einschub, aber die findet man erstaunlicherweise umgekehrt auch im erwähnten Mädchentags-Artikel, wo sie, soweit ich die Diskussion darunter verstehe, nachträglich eingefügt wurden.

Nur ein paar Quellenangaben hätte ich mir noch gewünscht, aber da bin ich halt auch sehr verwöhnt.

Ich nehme aus dem Ganzen vor allem zwei Erkenntnisse mit:

1. Es gibt bei der UNICEF tatsächlich Menschen, die es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter ernst nehmen und

2. die oft geschmähten Internet-Kommentare können tatsächlich etwas bewegen, wenn sie an der richtigen Stelle abgesetzt und sachlich formuliert werden.

In dem Sinne werde ich auch gleich noch eine Mail an die United-Internet-Webredaktion schicken und mich für die gut getimte Plazierung des Artikels bedanken.

Heute ist der erste Gender Empathy Gap Day!

Wie Genderama berichtete, hat der Blogger Gunnar Kunz den 11. Juli als Tag der Geschlechter-Empathielücke (Gender Empathy Gap Day) ausgerufen. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, wie viel weniger das Leiden von Jungen und Männern öffentliche Aufmerksamkeit erhält als das Leiden von Mädchen und Frauen. Diese unterschiedliche Gewichtung dürfte der zentrale Grund dafür sein, dass die maskulistische Bewegung von Presse, Politik und dem akademischen Bereich weit weniger gewürdigt wird als der Feminismus.

Gerade vor ein paar Tagen, beim 30. Jahrestreffen der Human Behavior and Evolution Society vom 4. bis 7. Juli 2018, wurde eine Übersicht über mehrere Studien vorgelegt, die nachweisen, dass das Leiden von Frauen größere Sorge erzeugt als das Leiden von Männern:

"Die Teilnehmer gaben Männern stärker für deren eigene Benachteiligung die Schuld, waren mehr dafür, eine Politik zu unterstützen, die Frauen begünstigt, und spendeten mehr für ein Obdachlosenheim allein für Frauen als für ein Obdachlosenheim allein für Männer. Weibliche Teilnehmer waren parteiischer für das eigene Geschlecht, empfanden von Frauen erlittenen Schaden als problematischer und unterstützten eine Politik, die Frauen begünstigt, stärker."


Von MANNdat gibt es heute eine Pressemitteilung zum ersten Internationalen Tag der Geschlechter-Empathielücke. Gunnar Kunz hat zusammengestellt, welche anderen Blogs sich bereits mit eigenen Beiträgen zum Gender Empathy Gap Day beteiligen – und er präsentiert Zitate, die die Mitgefühlskälte von Feministinnen gegenüber dem Leiden von Männern zeigt.

Nun wurde das heutige Datum deshalb für den Gender Empathy Gap Day ausgewählt, weil es sich um den Jahrestag des allein an Männern vollzogenen Massakers von Srebrenica handelt, das ich in meinem Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" ausführlich behandelt habe. Für meinen eigenen Blogbeitrag zum Gender Empathy Gap Day bietet es sich darum an, ein weiteres Unterkapitel aus meinem Buch zu zitieren, das ein anderes Greuel behandelt, für das sich kaum jemand interessiert, solange es nur Männer trifft: Massenvergewaltigungen.

Die jeweiligen Quellenangaben und Belege finden sich in meinem Buch.



Massenvergewaltigungen

"Der Einsatz von sexueller Gewalt gegen Männer als Kriegswaffe ist fast überall auf der Welt ein Tabu, das schlichtweg totgeschwiegen wird" berichtete im November 2011 das Greenpeace Magazin. "Nicht einmal in den internationalen Menschenrechtsgesetzen wird das Thema berücksichtigt: Eine Resolution des Weltsicherheitsrates aus dem Jahr 2000 etwa nennt im Zusammenhang mit sexueller Kriegsgewalt ausschließlich Frauen und Mädchen."

Dabei sind das Leiden und die Traumatisierung der Männer oft um keinen Deut geringer als die der Frauen. "Manche Männer erzählen, dass ihnen Schraubenzieher in den Anus gestoßen wurden", zitiert das Magazin Salome Atim, eine Mitarbeiterin des Refugee Law Project, das in Ugandas Hauptstadt Kampala niedergelassen ist und versucht, Flüchtlingen aus ganz Afrika beizustehen. "Viele dieser Männer riechen nach Kot, sie können nicht richtig laufen und benutzen Damenbinden, um das Blut und den Eiter aufzufangen." Auf Opfer dieser Art stößt man beispielsweise im Kongo aber auch bei jenen Flüchtlingen, die versuchen, Konflikten etwa im Sudan, in Somalia, Burundi oder Eritrea zu entkommen.

Auch neuere Studien beispielsweise aus Liberia zeigen, dass sexuelle Gewalt gegen Männer in Konfliktsituationen weit verbreitet ist – weit über Afrikas Grenzen hinaus. Von 5000 Männern, die während des Bosnienkrieges in einem Sammellager bei Sarajevo gefangen gehalten wurden, berichteten 80 Prozent, sexuell missbraucht worden zu sein. In El Salvador sprachen 76 Prozent aller männlichen politischen Gefangenen von sexueller Folter.

Man findet das Phänomen auch in Sri Lanka, Chile und dem Iran. Dennoch, das weiß auch US-Wissenschaftlerin Lara Stemple von der Universität Los Angeles, wird über diese Männer kaum gesprochen. Der Grund? "Menschen denken gerne in Stereotypen", erklärt Stemple. Und die Vorstellung von Männern als Opfern statt Täter sexueller Gewalt passt nicht in dieses Schema. Daher gibt es beispielsweise UN-Resolutionen (Nummer 1325 und 1820) aus den Jahren 2000 und 2008, die einen besseren Schutz von Frauen in Konfliktzonen einfordern, sexuelle Gewalt gegen Männer jedoch totschweigen. Als man Dokumente von mehr als 4000 Nichtregierungsorganisationen untersuchte, die sich mit sexueller Gewalt befassen, zeigte sich: Nur drei Prozent erwähnen Männer überhaupt als Opfer und wenn überhaupt, dann in der Regel nur flüchtig.

Zwar liegen dem UN-Jugoslawien-Tribunal in Den Haag inzwischen mehrere Fälle per Anklageschrift vor. Aber verlässliche Angaben oder Schätzungen über die Anzahl männlicher Opfer in Bosnien und im Kosovo gibt es keine. Eine 2010 veröffentlichte Studie über die am heftigsten umkämpften Regionen in der Demokratischen Republik Kongo ermittelte, dass 24 Prozent der Männer (und 40 Prozent der Frauen) sexuelle Gewalt erfahren hatten, aber gezielte Hilfsangebote für die männlichen Opfer fehlen. Über die Situation in Liberia gibt es Erhebungen vom Mai 2008, bei denen die Raten männlicher und weiblicher Opfer ebenfalls einander gegenübergestellt werden. Ihnen zufolge wurden 42 Prozent der weiblichen und 33 Prozent der männlichen Kombattanten Opfer sexueller Gewalt. In der Zivilbevölkerung erlitten neun Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer dieses Schicksal. Ähnlich wie beim Thema "Sexuelle Gewalt in Partnerschaften" liegen die Raten also nicht derart weit auseinander, wie viele Laien glauben.

Politikwissenschaftler wie Adam Jones hatten schon vor über zehn Jahren über dieses Problem berichtet, die deutsche Männerrechtsbewegung dieses Thema zügig aufgegriffen – so etwa ich selbst in einem meiner Bücher. Pech für die Opfer: Vermutlich eben weil sie sich solchen Tabuthemen zuwendet, wird die deutsche Männerrechtsbewegung von Politik, Medien und Genderstudien üblicherweise noch genauso ignoriert und totgeschwiegen wie die geschilderten Vergewaltigungen selbst. Erst seit kurzem beginnen die Mauern hier ein klein wenig zu bröckeln: Nachdem international angesehene Zeitungen wie die New York Times und der britische Guardian über sexuell misshandelte Männer zu sprechen begannen, konnte man auch in der deutschen Presse zumindest einige wenige Artikel darüber finden. Dabei liefert vor allem der Guardian zahlreiche Informationen, die man in der deutschen Berichterstattung noch immer vergeblich sucht. So bestätigt Dr. Chris Dolan, der britische Direktor des Refugee Law Projects, zunächst, wie wenig sich die Organisationen, die sich um sexuelle und geschlechtsbezogene Gewalt kümmern, mit männlichen Opfern beschäftigen:

"Es wird systematisch ausgeblendet. Wenn Sie sehr, sehr viel Glück haben, dann widmen sie der Sache am Ende eines Berichts eine Randnotiz. Sie bekommen vielleicht fünf Sekunden a la 'Ach ja, Männer können auch Opfer sexueller Gewalt sein.' Aber keine Zahlen, keine Diskussion."

Als Teil eines Versuches, dies zu verbessern, produzierte das Refugee Law Project im Jahr 2010 die Dokumentation Gender Against Men . Als sie gezeigt wurde, berichtet Dolan, gab es Versuche, dies zu stoppen – und zwar von wohlbekannten internationalen Hilfsorganisationen.

"Es gibt unter ihnen die Angst, dass dies ein Nullsummenspiel ist", berichtet Dolan, "dass es also einen vorneweg definierten Kuchen gibt, und wenn man anfängt, über Männer zu sprechen, essen diese irgendwie ein Stück dieses Kuchens weg, den andere lange Zeit gebacken haben." Ein Bericht der Vereinten Nationen vom November 2006, der einer internationalen Konferenz über sexuelle Gewalt im Osten Afrikas folgte, dient als typisches Beispiel: "Mir ist als Tatsache bekannt, dass die Leute hinter diesem Bericht darauf bestanden haben, dass die Definition der Vergewaltigung auf Frauen begrenzt bleibt", erklärt Dolan und ergänzt, dass einer der Spender des Refugee Law Projects, das Holländische Oxfam, sich weigerte, ihm jegliche Spendengelder zukommen zu lassen, bis er versprach, dass siebzig Prozent seiner Klienten weiblich sein würden. Einem Mann, dem es besonders übel ging und der an den Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen verwiesen wurde, sagte man dort nur: Wir haben ein Programm für verwundbare Frauen, aber nicht für Männer."

Lara Stemple kann die sexistische Ausrichtung internationaler Organisationen bestätigen. Es gebe, berichtet sie, einen "konstanten Trommelwirbel, dass Frauen DIE Opfer von Vergewaltigungen sind" und ein Milieu, in dem Männer als "einheitliche Täterklasse" erscheinen. Internationale Menschenrechtsgesetze ließen Männer bei allen Maßnahmen aus, die sexuelle Gewalt angehen sollen. "Die Vergewaltigung von Männern zu ignorieren vernachlässigt aber nicht nur Männer, es schadet auch Frauen", argumentiert Stemple, "indem es eine Perspektive verstärkt, die 'weiblich' mit 'Opfer' gleichsetzt und dadurch unsere Fähigkeit behindert, Frauen als stark und machtvoll wahrzunehmen. Auf dieselbe Weise bestärkt das Schweigen über männliche Opfer ungesunde Erwartungen über Männer und ihre vermutete Unverwundbarkeit."

Im englischsprachigen Raum haben Männerrechtler inzwischen begonnen, die Einseitigkeit bei der internationalen Opferhilfe zum Thema zu machen. Der Verfasser des Blogs "Toy Soldiers" etwa stellt die zahllosen Kampagnen, mit denen Gewalt gegen Frauen in Darfur und im Kongo gestoppt werden sollte, der mangelhaften Auseinandersetzung mit dem massenhaften Missbrauch von Jungen in Afghanistan gegenüber: "Er wird immer wieder mal erwähnt, aber es scheint keine Menschenrechtsgruppen zu geben, die ihn wirklich zum Thema machen wollen. Unglücklicherweise ist die damit verbundene Botschaft kristallklar: Vergewaltige Jungen und Männer, und niemand kümmert sich darum. Vergewaltige Mädchen und Frauen, und sie erhalten internationale Unterstützung."

Wo die großen Medien weiterhin versagen, was ein angemessenes Thematisieren dieses neuen menschenverachtenden Sexismus angeht, finden sich Beiträge darüber stattdessen in Blogs und kleinen, unabhängigen Presseerzeugnissen. So findet in der größten britischen Studentenzeitung, The Mancunion, die Studentin Eve Fensom deutliche Worte, was das Ausblenden männlicher Opfer seitens der Vereinten Nationen angeht:

"Wenn Sie durch die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates waten, die mit sexueller Gewalt während militärischer Konflikte zu tun haben, finden Sie den Begriff 'genderbasierte Gewalt' unglaublich oft. 'Genderbasierte Gewalt' ist einer dieser aalglatten, heimtückischen und politisch aufgeladenen Begriffe, die ihren Mangel an Klarheit mit den zahlreichen möglichen Definitionen wettmachen. Dieser Begriff könnte bedeuten: jede Form von Gewalt, die gegen einen Menschen aufgrund seines Geschlechts ausgeübt wird, aber tatsächlich bedeutet er inzwischen Gewalt, die gegenüber Frauen (und Mädchen) begangen wird, was wiederum sämtliche Formen sexueller Gewalt umfasst. (...) Lange Zeit wurden die Erfahrungen von Frauen bei Konflikten komplett ignoriert, aber heute fokussiert sich die Analyse von Gewalt gegen Zivilisten fast ausschließlich auf Frauen. (...) Die internationale Gemeinschaft muss begreifen, dass der Feminismus nicht umgesetzt wird, wenn jetzt Frauen zu den machtvollen Unterdrückern werden, sondern nur wenn wir uns von der Unterdrückung durch rigide Geschlechterrollen befreien. Den Vereinten Nationen muss klar werden, dass die globale Geschlechterfrage kein Nullsummenspiel ist. Wenn wir ein Geschlecht gegenüber dem anderen bevorzugen, wird das Ergebnis immer ein Verlust sein, aber wenn unsere Strategie aus Gleichberechtigung besteht, wird jeder gewinnen."

Eve Fensom präsentiert hier eine Haltung, die dem Equity-Feminismus entspricht: jener Minderheit in der feministischen Bewegung, mit der auch Männerrechtler problemlos zusammenarbeiten können. Dass sich Beiträge wie der von Eve Fensom in der radikalfeministischen Emma nicht finden ist klar. Aber warum fehlen sie auch beispielsweise in der taz? Warum wird in deutschen Medien häufig sehr wohl so getan, als ob die Geschlechterfrage ein Nullsummenspiel wäre – und man sich besser beizeiten auf die mutmaßliche Siegerseite schlagen sollte?

Mittlerweile gibt es in der Menschenrechtsarbeit immerhin sehr vereinzelte Lichtblicke. Zu ihnen gehört der am 26. Februar 2013 von Human Rights Watch veröffentlichte Bericht "We Will Teach You a Lesson" Sexual Violence against Tamils by Sri Lankan Security Forces, der sich mit Vergewaltigungen und anderen Formen sexueller Gewalt beschäftigt, die Mitglieder des Militärs und der Polizei an Tamilen ausüben, die von den Tätern mit der sezessionistischen Gruppe Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) in Verbindung gebracht werden. Dieser Bericht dokumentiert 75 Fälle von Vergewaltigung; die Opfer sind 31 Männer, 41 Frauen und 3 Jungen. In dem Bericht heißt es allerdings auch: "Das Thema der Vergewaltigung von Männern und sexueller Gewalt gegen Männer ist bislang nicht angegangen worden. Von Opfern wie Tätern gleichermaßen unterdrückt bleibt die Vergewaltigung von Männern ein Tabuthema, und Strategien, dieses Verbrechen zu bekämpfen, fehlen auf eklatante Weise." Es sind allerdings nicht allein die Opfer und die Täter, die dieses Thema unterdrücken. Viele Journalisten, viele Genderforscher und leider auch viele Menschenrechtsaktivisten sind ebenfalls daran beteiligt. Human Rights Watch – und natürlich die Männerrechtsbewegung – stellen hier eine klare Ausnahme dar.

Noch gründlicher werden Geschlechterklischees durcheinandergerüttelt, wenn im geschilderten Zusammenhang nicht nur von männlichen Opfern, sondern auch von weiblichen Tätern die Rede ist. Auch diese bleiben unsichtbar, verrät der von der Simon-Fraser-Universität bei Vancouver herausgegebene Human Security Report 2012, weil (ähnlich wie vor 30 Jahren beim Thema häuslicher Gewalt) Wissenschaftler erst gar nicht auf den Gedanken kamen, danach bei ihren Untersuchungen zu fragen. Tatsächlich gibt es Hinweise auf sexuelle Gewalt durch Frauen in Ländern wie Liberia, Haiti und Ruanda. Nur in zwei Ländern untersuchte man dieses Problemfeld näher: In Sierra Leone ermittelte die als "Menschenrechts-Statistikerin" bekannt gewordene Forscherin Jana Asher, dass Frauen an etwa 26 Prozent der Gruppenvergewaltigungen teilnahmen. Und in den kriegsumkämpften östlichen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo berichteten 41 Prozent der weiblichen und 10 Prozent der männlichen Opfer von sexueller Gewalt von einer Täterin. Diese Erkenntnisse, erfährt man im Human Security Report 2012 weiter, "haben wenig Aufmerksamkeit erzielt. Aber sie legen nahe, dass der ausschließliche Fokus auf Männer als Täter und Frauen als Opfer in der dominanten Erzählweise über sexuelle Gewalt zu Kriegszeiten sehr in die Irre führt."

Sogar in stabilen Demokratien kommt es zu sexueller Gewalt durch Frauen – beispielsweise in Gefängnissen der USA. Dort, so ergab eine Anfang 2010 veröffentlichte Studie des US-Justizministeriums, werden 12 Prozent aller Jugendlichen während ihrer Haft missbraucht – und die große Mehrheit von ihnen durch Wärterinnen. Es sind Erkenntnisse wie diese, an die sich die Denkschemata sowohl der klassisch reaktionären Geschlechtervorstellungen als auch des Radikal- und Gender-Feminismus, der diese Klischeevorstellungen oft nur übernahm und zuspitzte, in keiner Weise mehr anpassen lassen. Zwar findet man dort bemühte Konstruktionen wie, dass sich die von Natur aus "guten" Frauen lediglich an die "böse" Männerwelt angepasst hätten, gar von fiesen Kerlen zu ihren Taten manipuliert worden seien. Betrachtet man aber das Gesamtbild, das sich etwa auch bei Themen wie häuslicher Gewalt herausschält, wird immer klarer, dass solche Krücken keine Radikalfeministin mehr lange tragen können. Die Erlösungshoffnung von Frauen als den vermeintlich essentiell besseren Menschen führt schlicht in die Irre.

Es gibt im Zusammenhang mit männlichen Opfern sexueller Gewalt noch eine ganze Reihe von Nebenthemen, die der Aufarbeitung durch eine linke Männerpolitik bedürfen. So weist eine Untersuchung darauf hin, dass im ihr vorangegangenen Jahr 22.000 männliche (und 14.000 weibliche) Mitglieder des US-Militärs Opfer sexueller Übergriffe wurden – wobei, ähnlich wie bei häuslicher Gewalt, noch weniger Männer als Frauen Dritten davon berichteten (220 im Vergleich zu 2530 gemeldeten Fällen). In Südafrika scheinen auch Vergewaltigungen von Männern häufig vorzukommen – wobei eine solche Tat wegen der hohen Aids-Raten für viele Opfer einem Todesurteil gleichkommt, die Behörden solche Taten aber kaum erfassen, geschweige denn verfolgen: Erzwungener Analverkehr gilt ausschließlich bei Frauen als Vergewaltigung, bei Männern lediglich als Notzucht, die nur milde bestraft wird. (In Deutschland kann ein Mann erst seit 1996 Opfer einer Vergewaltigung werden, in der Schweiz bis heute nicht. ) In Algerien scheinen Mitglieder der Al Qaida junge Männer zu vergewaltigen, um sie dadurch sozial derart zu stigmatisieren, dass sie zu Selbstmordanschlägen herangezogen werden können. Sexuelle Gewalt gegen Männer erscheint in den unterschiedlichsten Facetten.

Um zu unterbinden, dass Vergewaltigung weiter als Waffe im Krieg verwendet werden kann, da jedenfalls ist sich Chris Dolan vom Refugee Law Project sicher, wäre der beste Weg, auch Männer in das Thema Geschlechtergerechtigkeit einzubinden: "Unglücklicherweise wurde das Geschlechterthema bislang allein als eine Diskussion über Frauenrechte behandelt. Und daher glauben die meisten Männer, dieses Thema hätte nichts mit ihnen zu tun."

Dienstag, Juli 10, 2018

Feministische Studie warnt vor Petro-Männlichkeit – News vom 10. Juli 2018

1.
Eine feministische Professorin an der Virginia Tech University warnt davor, dass fossile Brennstoffe zu einem verzerrten Sinn für "männliche Identität" und "Autoritarismus" bei Männern beitragen.

Cara Daggett, die an der Virginia Tech Kurse über Politik und globale Sicherheit unterrichtet, verfasste ihre Kritik an der Petro-Maskulinität in einem Essay "Petro-Maskulinität: Fossile Brennstoffe und autoritäres Begehren" für die neueste Ausgabe von "Millennium: Journal of International Studies".

Als Antwort auf die Wahl 2016 prägt Daggett den Begriff "Petro-Maskulinität", um das zu beschreiben, was sie als Konvergenz des "Klimawandels, eines bedrohten fossilen Brennstoffsystems und einer zunehmend fragilen westlichen Hypermaskulinität" sieht.

"Petro-Maskulinität hat, wie fossile Brennstoffsysteme, wohl globale Dimensionen", behauptet Daggett. "Wie andere Männlichkeiten auch, sollte Petro-Maskulinität so verstanden werden, dass sie sich auf vielfältige und lokal spezifische Weise manifestiert."

"Petro-Maskulinität nähert sich der Männlichkeit als einer sozial konstruierten Identität, die innerhalb einer Geschlechterordnung entsteht, die Männlichkeit im Gegensatz zur Weiblichkeit definiert und damit ein Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen als Gruppen aufrechterhält", fügt sie hinzu und zitiert andere wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema.

Anders als die "hegemoniale Männlichkeit" der Vergangenheit - ein allgemeiner Begriff zur Beschreibung der Männlichkeit unter dem Patriarchat - behauptet Daggett, dass die Petro-Männlichkeit ein neues Phänomen ist, das speziell durch die globale Erwärmung ausgelöst wurde.

Die Petro-Maskulinität, so behauptet sie, ziele letztlich darauf ab, "den gefährdeten Status quo zu verteidigen und die Petrokulturen zu verschanzen, die die anglo-europäischen fossil brennenden Menschen historisch gestützt haben".

"In diesem Zusammenhang kann die Verbrennung fossiler Brennstoffe zu einer wissentlich gewalttätigen Erfahrung werden, einer Wiederbehauptung weißer männlicher Macht auf einem widerspenstigen Planeten, der zunehmend einer gewalttätigen, autoritären Ordnung bedarf", argumentiert Daggett.

Nach Ansicht der Professorin kann der Wunsch der Menschen, fossile Brennstoffe zu verbrennen, auch das Konzept der Frauenfeindlichkeit erklären.

"Das mit fossilen Brennstoffen gestaltete Leben war schon immer gewalttätig", sagt sie und fügt später hinzu, dass "fossile Gewalt" auch als frauenfeindliche Taktik angesehen werden sollte, wenn wir Kate Manne folgen, um Frauenfeindlichkeit nicht als individuellen Glauben - den Hass auf Frauen -, sondern als eine Reihe von Praktiken zu betrachten".


Hier findet man den vollständigen Artikel von Toni Airaksinen.



2. Lesbische Aktivistinnen blockieren in London eine Demonstration für Transsexuelle. Die Transsexuellen-Bewegung zwinge lesbische Frauen, Sex mit Männern zu haben. Es handele sich somit um eine Form von Vergewaltigung.



3. Die kanadische Presse hat sich nach den Vorwürfen einer unangebrachten Berührung auf den feministischen Premierminister Justin Trudeau eingeschossen. (Ich hätte weitere Artikel dieser Art verlinken können.)

Die Vorwürfe gegen Trudeau werden heute bei Christian Schmidt diskutiert.



4. Man sollte irgendwann wirklich mal eine Liste anlegen, aufgrund welcher banaler Gründe Frauen einen Mann fälschlich der Vergewaltigung beschuldigen.



5. Die University of Southern California wurde verurteilt, einem Studenten, gegen den sie nach Vorwürfen sexueller Gewalt ermittelte, einen Schadensersatz in Höhe von 111.965 Dollar zu zahlen. Die Ermittlungen der Hochschule gegen den Beschuldigten wurden unter anderem dadurch als parteilich entlarvt, dass die Ermittler ihn und seine Rechtsanwälte als "Motherfucker" bezeichneten – nach einem Telefongespräch mit ihnen, bei dem sie vergessen hatten, den Hörer aufzulegen. (Siehe auch hier.) Immer mehr US-amerikanische Gerichte beginnen derzeit zu erkennen, wie sehr die Verfahren an Hochschulen von Anfang an gegen die beschuldigten Männer ausgerichtet sind.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Zum Thema "alte, weiße Männer" gibt es noch einen interessanten Videobeitrag von Katharina Schulze von den Grünen. Nicht irgendwer, sondern die Spitzenkandidatin für die bayrische Landtagswahl in einigen Monaten.

Sie ist bislang weniger durch Inhalte aufgefallen als durch Selbstdarstellung; dazu zählen auch regelmäßige Selfies und dazu passende Hashtags wie #smashthepatriarchy. Jüngst hat sie auch wieder den Gender Pay Gap entdeckt.

Kürzlich hatte Sie jedoch auf youtube so eine Art Nervenzusammenbruch, der damit endet, dass die Schuld für so ziemlich alles, was falsch läuft, wieder bei den alten, weißen Männern landet. Die Empörung blieb zumindest in der Süddeutschen Zeitung aus ... komisch.


Ich verstehe schon vom Strategischen her nicht, warum sich Grüne im Engagement für eine humanitäre Asylpolitik nicht mit alten weißen Männern verbünden, statt rassistischem Sexismus die Zügel schießen zu lassen.

Sonntag, Juli 08, 2018

AfD und SPD liegen beim Wähler gleichauf – News vom 8. Juli 2018

1. Bei der Sonntagsfrage ("Wen würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?") liegen SPD und AfD inzwischen gleichauf.



2.
Erstmals seit dem Aufstieg von Donald Trump ist nun auch im gemeinhin gemässigten Kanada ein konservativer Populist in eines der höchsten Ämter des Landes gewählt worden. Trudeaus liberale Schwesterpartei dagegen wurde bei der Provinzwahl in Ontario vernichtend geschlagen und nach fünfzehn Jahren von der Regierungsbank und mit nur einer Handvoll Sitzen in die Opposition geschickt.


Die Neue Zürcher Zeitung berichtet.



3. Die Fachzeitschrift "Personality and Social Psychology Bulletin" veröffentlichte dieser Tage eine neue Studie mit dem Ergebnis, dass selbst Frauen, die sich eine gleichberechtigte Beziehung wünschen, eine gewisse Form von Sexismus bei Männern anziehend finden:

Dazu würde unter anderem auch zählen, bei Verabredungen die Rechnung zu begleichen und beispielsweise Türen aufzuhalten. Der Umstand, dass diese Präferenzen sowohl bei Frauen mit progressiven feministischen Einstellungen als auch bei traditioneller eingestellten Frauen gleichermaßen vorhanden seien, weise außerdem darauf hin, dass es sich um allgemeine Präferenzen von Frauen handeln könnte.

Samstag, Juli 07, 2018

Justin Trudeau, Monty Python, Jordan Peterson – News vom 7. Juli 2018

1. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine berichtet, werden die Vorwürfe gegen Kanadas feministischen Premierminister Justi Trudeau, er habe sich der sexuellen Belästigung schuldig gemacht, inzwischen bekräftigt.

Auf die Frage, ob er angesichts der Null-Toleranz-Politik seiner Regierung hinsichtlich sexueller Übergriffe eine Ermittlung zu dem Fall anstrebe, antwortete er nicht direkt. Trudeau wiederholte aber mehrfach, dass er nicht der Auffassung sei, sich unangemessen verhalten zu haben. Er betonte zudem, dass in solchen Fällen "nicht nur eine Seite zähle".


Ach guck! Was ist denn nur aus "Glaubt den Frauen!" geworden?

Eine Kolumnistin des kanadischen "Star" kommentiert:

Justin Trudeau wirkt fast schon transsexuell, so sehr zeigt er sein Einfühlungsvermögen in das weibliche Sein. So hat er auch eine politische Tugend aus null Toleranz gegenüber sexueller Belästigung, unangemessenem Verhalten und Grenzüberschreitungen gemacht.

Liberale Abgeordnete wurden von Trudeau gefeuert oder zum Rücktritt gezwungen, noch bevor unabhängige Untersuchungen von Dritten wegen angeblichen Fehlverhaltens abgeschlossen waren.

Unser Premierminister ist der Ansicht, dass Frauen immer geglaubt werden sollte, wenn und solange nichts anderes bewiesen ist. Im Gegensatz zu den kanadischen Gerichten liegt die Beweislast hier bei den Angeklagten.

Aber es ist nun mal so: Null Toleranz ist ein Knüppel, ohne Rücksicht auf Nuancen und das oft angespannte, verworrene, abstruse Zusammenspiel zwischen Menschen.

Jetzt wurde Trudeau von seiner eigenen makellosen Schlinge erhängt.

(...) "Ich habe über unsere tatsächliche Interaktion nachgedacht", [sagte Trudeau zu den Anschuldigungen], "und wenn ich mich danach entschuldigt habe, dann weil ich spürte, dass sich diese Frau mit der Interaktion, die wir hatten, nicht ganz wohl fühlte. Wie gesagt, ich habe sehr hart daran gearbeitet, meine Erinnerung daran zusammenzukramen, und selbst als der ursprüngliche Leitartikel herauskam, war ich ziemlich zuversichtlich, ich war sehr zuversichtlich, dass ich nicht in einer Weise gehandelt hatte, die ich in irgendeiner Weise unangebracht fand".

Das hat ER gefühlt.

Sie sehen das Problem hier.

Durch seine eigene Hardcore-Orthodoxie hat sich Trudeau in eine Ecke gedrängt. Entweder erkennt er an, dass seine eigene Verarbeitung des Ereignisses fehlerhaft und im Sinne der MeToo-Gläubigkeit irrelevant war, oder er ist ein Heuchler.

Vielleicht hat er die Reporterin angebaggert und sie, die in diesem Moment rein beruflich mit ihm zu tun hatte, mochte das nicht. Sie hätte einen Grund, sauer zu sein, so sehr, dass sie Trudeau in einem Leitartikel zur Minna macht. Wobei ich diesen Leitartikel so verstehe, dass seine Verfasserin sich mehr an der Respektlosigkeit störte, die einer Reporterin von einer kleinen Provinzzeitung gezeigt wurde: einer Reporterin, der man weniger Respekt zollen musste als einer Journalistin einer führenden Zeitung.

Mit einem Alter von 28 Jahren ist man so jung auch wieder nicht. Trudeau wirkte einfach anmaßend, eingebildet und gönnerhaft.

Aber wissen Sie was? Keine große Sache.

Wie so vieles von dem, was die #MeToo-Empörung ausmacht und nicht an Belästigung am Arbeitsplatz, sexueller Nötigung und schon gar nicht an Kriminalität heran reicht.

Wenn dies ein Moment der Abrechnung für Trudeau ist, wird er vielleicht lernen, etwas mehr Toleranz für taktloses und unbedachtes Verhalten anderer Menschen zu haben.




2. Wobei Politiker wie Trudeau in einer immer durchgeknallteren Medienwelt bestehen müssen. Aktuell liefert der australische Sender ABC ein besonders abstoßendes Beispiel. Er strahlt einen Werbespot aus, der in einer hoffentlich besseren Zukunft als ideales Anschauungsstück dafür dienen könnte, wie perfide man noch im Jahr 2018 Hass auf ein komplettes Geschlecht schürte.



3. Oft hilft da nur noch der selbe gallige Sarkasmus, den die Gouvernanten-Fraktion auch an Genderama so sehr stört: "Ich sage der Welt jetzt, ich bin eine schwarze Lesbe" erklärt das Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam in einem aktuellen Statement zum trendgemäßen Bashing weißer heterosexueller Männer:

"Ich will kein weißer Mann mehr sein, ich will nicht für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich gemacht werden: Ich sage der Welt, dass ich eine schwarze Lesbe bin.... Mein Name ist Loretta und ich bin eine SLÜ, eine schwarze Lesbe im Übergang."


Liebe männerhassende Eiferer der feministischen Korrektheit: Wenn ihr inzwischen nicht nur Donald Trump sondern auch Monty Python gegen euch habt, dann habt ihr ein echtes Problem an der Backe.



4. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, wie sich gegen die linke Orthodoxie an den angelsächsischen Universitäten Widerstand regt, und erwähnt dabei Feminismuskritiker wie Christina Hoff Sommers und Professor Jordan Peterson.



5. Apropos Jordan Peterson: Genderama hatte ja darauf hingewiesen, inwiefern verschiedene Äußerungen von ihm auch sehr kritisch beurteilt werden können. Dem unbenommen bleibt er in der Geschlechterdebatte relevant. Die libertäre Bloggerin Mila Davis etwa fragt, warum ihm die Leitmedien so beharrlich ankreiden, dass er vor allem Männer begeistere:

Zur Bestürzung der Feministinnen und der radikalen Linken schießt die Zahl seiner Unterstützerinnen immer weiter in die Höhe. Sowohl Männer als auch Frauen mögen Peterson, aber man würde das nie erraten, wenn man die meisten Artikel über ihn liest. Ob The New York Times, The Chronicle oder The Guardian: Sie alle achten darauf, die Männlichkeit von Petersons Anhängern hervorzuheben.

Es geht aber nicht darum, dass eine objektive Beobachtung über die Genitalien seiner Anhänger gemacht wird. Die Medien können einfach nicht aufhören zu krallen und zu kratzen. Es ist, als ob die genannten Genitalien von Filzläusen befallen wären. In dem inzwischen berüchtigten Channel-4-News-Interview fragte die Journalistin Cathy Newman Peterson: "Stört es Sie, dass Ihr Publikum überwiegend männlich ist?" Auch wenn diese Frage zunächst nicht ungewöhnlich oder gar kritisch erscheint, so ist sie es doch. Hat jemand Oprah jemals eine ähnliche Frage über ihr weibliches Publikum gestellt? Natürlich nicht.

Also, was ist falsch daran, wenn Männer Jordan Peterson unterstützen? Nun, ich glaube, es ist nicht nur das männliche Geschlecht, das seine Gegner stört, sondern die Botschaft, die Männer von Jordan Peterson erhalten. Er appelliert an ihre Güte, ihr Potential und ihre Männlichkeit. Danach fühlt sich sein Publikum stärker gemacht

Stärker zu werden ist gut, oder? Nicht wirklich. Wenn es sich nicht auf Frauen konzentriert, wird dieses Empowerment als repressiv, patriarchalisch, sexistisch oder einfach als Witz dargestellt. Betrachten Sie die Beschreibung von Petersons Anhängern in der New York Times: "Mr. Peterson ist eine Berühmtheit in der Gemeinschaft der Männerrechtler, eine lose Ansammlung von Aktivisten, die sich durch sozialen Fortschritt unterjocht oder verraten FÜHLEN. (Betonung hinzugefügt)"

Was wäre, wenn Peterson seine männlichen Anhänger nicht stärker machen würde, sondern sie wegen ihrer angeblich giftigen Männlichkeit und ihrer Privilegien beschämen würde? Was wäre, wenn er sie, anstatt ihnen zu sagen, dass sie erwachsen werden sollen, dazu drängen würde, ihr Schicksal zu akzeptieren? Und was wäre, wenn er, anstatt auf die Gefahren der politischen Korrektheit hinzuweisen, sich gegen anstößige Meinungen wenden würde? Nun, dann hätte niemand ein Problem mit einem Auditorium voller Männer.

Aber warten Sie, da ist noch mehr. Feministinnen mögen auch kein Stärker-Werden von Frauen. Sie mögen die weibliche Opferrolle. Während sie behaupten, dass sie für das Stärker-Werden der Frauen kämpfen, ist es Jordan Peterson, der sie tatsächlich stärker macht. Er akzeptiert nicht, dass Frauen nur Opfer von Unterdrückung oder unschuldige Zuschauer ihres Schicksals sind. Er behandelt sie als selbstverantwortliche Personen, die Entscheidngsfreiheit besitzen, also als Erwachsene. Das ist auch der Grund, warum die Frauen in Jordan Petersons Publikum als eine Art Groupies dargestellt werden, die von ihm schwärmen. Es ist, als ob seine weiblichen Anhänger nicht vernünftig oder intelligent sein könnten. Das würde die linke und feministische Erzählung zerstören, dass Jordan Petersons Botschaft Frauen unterdrückt.

Nun, ich bin nicht in Jordan Peterson verknallt. Ich unterstütze ihn wegen seines positiven Einflusses auf Männer und wegen seines Einflusses auf mich, eine vernünftige und intelligente Frau. Peterson versteht meine Kämpfe als Mutter und Ehefrau viel besser als jede Feministin, die gegen "Mansplaining" oder die Kosten von Tampons marschiert. Ja, ich verstehe, dass er die Frauenbewegung nicht unterstützt, aber ich tue das auch nicht. Die "Frauenbewegung" ist nicht repräsentativ für die durchschnittliche Frau, sondern repräsentativ für die durchschnittliche Feministin. Das ist ein ganz schöner Unterschied.

Und hier ist, was seine Gegner nicht verstehen (oder vielleicht einfach nicht zugeben wollen): Ich bin nicht die Einzige. Ich bin nur eine von vielen Frauen, die sich mit Petersons Botschaft identifiziert. Wir sind Frauen, die unsere Fähigkeit zu Gut und Böse verstehen, die bereit sind, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, und die sich nicht von starken Männern bedroht fühlen.

Freitag, Juli 06, 2018

"Ich, Sexistin" – News vom 6. Juli 2018

1.
Eine jüngst bei The Guardian veröffentlichte Studie hat herausgefunden: "Männliche Journalisten ignorieren ihre Kolleginnen bei Twitter". Das «Gender-Ungleichgewicht» führe dazu, dass Frauen nicht die gebührende Aufmerksamkeit für ihre kreative Arbeit bekommen; dieser Alltags-Sexismus kreiere Nachteile für Frauen im Job.

Die eigenen Vorurteile werden ja immer gerne gepflegt, deshalb stelle mir das so vor, dass sich die Studienmacher zuerst gefragt haben, in welchem Bereich des Lebens man noch Sexismus anprangern könnte. Dann haben sie darum geknobelt und sich bei «Twitter» dazu entschlossen, eine Studie abzufassen. Twitter ist von dem Sexismus-Gedöns bislang mehr oder weniger verschont geblieben. So oder so: Der Sexismus-Vorwurf ist heute in allen Lebenslügen, pardon, -Lagen, wie ein Joker, er bekommt Instant-Beachtung und funktioniert auch ohne Erbringung des Beweises, der ein bestimmtes männliches Verhalten zwingend an Überlegenheitsfantasien und Diskriminierung gegenüber Frauen koppeln würde.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Tamara Wernli.



2. Wie Genderama berichtete, ist die feministische Bloggerin Juliana Leopold jetzt Redaktionsleiterin bei tagesschau.de. Ihre erste Amtshandlung besteht Meedia zufolge darin, zunächst eine berufliche Pause einzulegen und in Mutterschutz zu gehen.



3. Die SPD kann kaum noch eine politische Debatte führen, ohne in Männerfeindlichkeit abzurutschen:

"Ich bin sauer", sagt auch Carsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. "Wir haben als Sozialdemokraten in den letzten Wochen und Monaten viel dafür getan, dass es eine stabile Regierung gibt. (...) Ich bin nicht mehr bereit, weiter hinzunehmen, die Leiden weißer, alter Männer in der CSU zu ertragen. Die müssen den Gong jetzt mal gehört haben."


Carsten Schneider selbst ist übrigens weiß, männlich und 42 Jahre alt. Was um Himmels Willen die Geschlechterfrage mit der Asyldebatte zu tun hat bleibt das Geheimnis der Spezialdemokraten. Dort will man offenbar nur eine Botschaft senden: Eine Wählergruppe, auf deren Stimmen wir mit Stolz verzichten möchten, sind alte, weiße Männer.

Donnerstag, Juli 05, 2018

"Geheimregierung" an der Berliner Humboldt-Universität aufgedeckt – News vom 5. Juli 2018

1. Der CICERO hat herausgearbeitet, wie sich an der Berliner Humboldt-Uni eine Art "Geheimregierung" etablieren konnte. Auch Feministinnen mischen mit.



2. Im US-Bundesstaat North Dakota wurde dieser Tage einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das Männern bei einer Verurteilung wegen häuslicher Gewalt, ein 27-wöchiges Anti-Gewalt Programm auferlegt, für das sie bis zu 860 Dollar bezahlen müssen. Das Programm für gewalttätige Frauen hingegen dauert 16 Wochen und ist kostenfrei.



3. In den USA steigt die Zahl der Selbstmorde stark an. Mehr als vier Fünftel der Suizidopfer sind Weiße und etwa drei Viertel Männer.



4. Ein UN-Bericht über die "Demokratische Republik Kongo" zeigt, wie eine Gesellschaft aussieht, die das feministische Etikett "Rape Culture" verdient hätte:

"Ein Opfer erzählte uns von einer Gruppe von Rebellen, die im Mai 2017 weibliche Genitalien als Abzeichen getragen haben sollen", heißt es in dem Bericht. Ganze Dörfer seien zerstört worden, Jungen sollen gezwungen worden sein, ihre Mütter zu vergewaltigen. (...) Chef-Ermittler Bacre Waly Ndiaye berichtete von einem Vorfall, bei dem mindestens 186 Männer und Jungen aus einem Dorf von Kamuina-Nsapu-Truppen geköpft worden seien.




5. Terry Newman ist Studentin an der Concordia University in Montreal. Für das Magazin Quillette berichtet sie von der Stimmung dort. Dabei wird deutlich, dass die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Männerrechtlern nur Teil einer viel gewaltigeren Säuberungswelle ist:

Während eines Fortbildungsseminars erschien mein Programmdirektor vor unserer Klasse und verkündete stolz, dass er das gesamte Gebiet der Philosophie aufgegeben hatte, das einmal seine Berufung gewesen war. Es waren alles "rassistische alte weiße Männer", verkündete er. Die Klasse lachte. Es war ein Lacher der Anerkennung; sie hatten diesen Slogan schon einmal gehört. In meiner Abteilung war es normal und erwartet, alle weißen männlichen Denker als unverbesserliche Rassisten und Frauenhasser zu verspotten und nicht ernst zu nehmen. Es spielte keine Rolle, wann sie gelebt hatten oder wie erleuchtet sie im Vergleich mit ihren Zeitgenossen waren. Ihre Meinungen, ihre Ideen, ihre gesamten Beiträge zum Weltwissen - alles null und nichtig. Aristoteles? Weg mit ihm. Kant? Weg mit ihm. Hume? Weg mit ihm. Es war wie eine Bücherverbrennung.

Mein Programmdirektor bediente hier nur sein Publikum, wurde mir klar, und die Studenten liebten es. Es bestätigte ihren Glauben. Platon und Hegel hätten genauso gut Weinstein und Spacey sein können. Weg mit ihnen.

Männer sind nicht die einzigen, wohlgemerkt, die ihre Namen und Ideen in dieser Hinsicht auf dem Hackblock gefunden haben. Das passiert auch Frauen - vor allem, wenn sie weiß sind und die "falschen" Meinungen vertreten. Den Namen der renommierten Autorin und Feministin Margaret Atwood in einem Kurs der Concordia Media Studies zu erwähnen, ist eine Einladung zur Empörung. Atwood hatte sich im Jahr 2015 die falsche Seite ausgesucht, als sie auf einem ordentlichen Verfahren für ihren Kollegen Steven Galloway bestand, nachdem er an der University of British Columbia wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden war (fälschlicherweise, wie sich herausstellte).

Atwood ist eine schlechte Feministin, wurde mir in einer Sitzung streng mitgeteilt. Sie ist schlecht für Frauen. Die Diskussion war vorbei. Die Autorin von "The Handmaid's Tale" – weg mit ihr.

(...) Uns wurde einmal ein Artikel des Penn-State-Professors Eric Hayot ausgeteilt, mit dem Titel "Academic Writing, I Love You. Really, I Do.". Es enthielt einige kurze Ausschnitte von Schreibtipps berühmter Persönlichkeiten, wie diesem von Kurt Vonnegut:

"Verwenden Sie keine Semikolons. Sie sind transvestitische Hermaphroditen, die absolut nichts darstellen. Sie zeigen nur, dass du auf dem College warst."

Eine Studentin meldete sich sofort. Sie beschimpfte den Professor vor der Klasse. Vonneguts Witz sei so beleidigend, dass sie nicht verstehen könne, wie ein solcher Artikel ausgeteilt worden sei. Er war inakzeptabel, der ganze Artikel. Der Professor, das war klar, war auf diesen Angriff nicht vorbereitet. Das hätte er aber sein sollen. Kennen Sie Ihre Kohorte. Erstaunlicherweise war dies derselbe Programmdirektor, der nur wenige Monate zuvor die gesamte Philosophie wegen ihrer Weiße und Männlichkeit abgelehnt hatte, und hier fiel er dem Klima der Ablehnung zum Opfer, das er mitgestaltet hatte. Von seiner eigenen Schlinge erhängt.

Zu seiner Verteidigung hat er versucht, diese Frage zur Diskussion zu stellen, aber die Schüler ließen ihm das nicht durchgehen. "Wir können darüber reden, oder?" fragte er nervös, etwas zittrig, als ob er kurz davor wäre, erschossen zu werden. Er schwitzte. Die Studentin hatte ihn in der Mangel.

"Das hätten Sie uns nicht austeilen sollen", sagte die Studentin dem Programmdirektor. Der Rest der Klasse saß in dummer Stille. Ich war platt. Und ich sah es sofort in den Augen des Professors - er würde diesen Artikel nie wieder austeilen. Vonnegut, einer der größten modernen Kritiker unserer Unmenschlichkeit – weg mit ihm. Wie mit der Würde und Autorität des Programmdirektors. So läuft es inzwischen.

(...) Als es für mich an der Zeit war, ein Thema für meine eigene Diplomarbeit bei Concordia vorzuschlagen, fühlte ich mich wie Alice, die endlich im Garten der Herzkönigin ankam. Meine Forschung, die von einer kanadischen Bundesbehörde namens Social Sciences and Humanities Research Council finanziert wurde, konzentrierte sich auf eine in Montreal ansässige satirische Website namens The True North Times, die neun Kandidaten, die für die Bundestagswahl 2015 in Kanada kandidieren, demütigen wollte. Die Seite hatte die Social Media-Geschichten der Kandidaten unter die Lupe genommen und problematische Kommentare, Witze und Meinungen veröffentlicht (oft aus dem Zusammenhang gerissen). Die zentrale Frage meiner Forschung war, ob dies das politische Äquivalent einer Hexenjagd darstellte oder nicht.

Nach meiner Präsentation vor einem Gremium aus Gleichaltrigen und Professoren wurde das Wort zur Diskussion gestellt. Eine Kommilitonin fragte mich: "Wie rechtfertigst du den Begriff "Hexenjagd"?" Ich war überrascht. Rechtfertigen? Liebe Güte! Was meinte sie mit "rechtfertigen"? Das war ein ganz gewöhnlicher Begriff, der in einer bekannten Zeit der Geschichte verwurzelt war und oft in der politischen Theorie und in Nachrichtensendungen genau so verwendet wurde, wie ich ihn benutzte. Aber weil es geschlechtsspezifische Sprache war, wurde er als unangebracht erachtet.

Mein akademischer Betreuer sah mich an, als ob die Antwort auf diese Frage wichtig wäre. Das sind die richtigen Worte, dachte ich. Keine anderen Worte vermittelten genau die Bedeutung, die ich beabsichtigte. Meine Wahl dieses Begriffs war nicht kosmetisch oder willkürlich; politische Hexenjagden waren mein zentraler theoretischer Rahmen, der die Gesamtheit meines Forschungsplans untermauerte. Muss ich meine Hexenjagd reinigen?

Meine Worte wurden mir genommen. Mein Betreuer schlug mir vor, eine Alternative zu verwenden. Kein Zweifel, er versuchte zu helfen. Aber es spielte keine Rolle. In diesem Moment fühlte sich der Rest meiner Forschung nicht so wichtig an. Es wurde gesagt: Hexenjagd, meine wesentliche Theorie, war ein beleidigender Begriff, der nicht ausgesprochen werden sollte. Ich musste aufgehalten werden. Sie kamen nicht darüber hinweg.

Was ich hier anbiete, sind kleine Einblicke in meine Existenz an der Universität Concordia. Mein erstes Jahr an der Graduiertenschule war nicht von einem einzelnen dramatischen Ereignis geprägt. Es war eine Sequenz, ein Muster, was mir schließlich klar wurde, eine Epidemie. In fast jeder Klasse habe ich mich mit den moralischen Torwächtern des akademischen Betriebs auseinandergesetzt. Indem sie handelten oder nicht handelten, indem sie eine Arena aufrechterhielten, in der junge, unwissende Studenten dazu ermutigt wurden, sich über alle Standards von Fairness, Offenheit und intellektueller Untersuchung hinwegzusetzen, hatten die Professoren der Institution erlaubt, sich in ein Irrenhaus zu verwandeln. Ausgewählte Identitäten, Autoren, Stimmen, Worte und Gedanken waren am Tisch erlaubt, der Rest wurde ohne Frage verworfen oder ausgeschlossen, als wäre alles schon entschieden. Jedes Streben nach Wahrheit oder Dialektik der Ideen wurde schon vor dem Beginn abgeschnitten, als die Teilnehmer ihre Energie aufbrachten, um die Sprache zu kontrollieren und ihre moralische Tugend durchzusetzen. Es spielte keine Rolle, ob die Schüler, die sich beschwerten, in der Minderheit waren - alles, was es brauchte, war eine einzelne Beschwerde. Statt einer Erweiterung meines Horizonts an der Universität erlebte ich dort eine seltsame Ausdünnung, eine Verengung der bekannten Welt und der gesamten Realität zu einem einzigen, engen, eigenwilligen und fest auferlegten Satz von Wahrnehmungen und Gedanken, einer Orthodoxie, einem Glauben.

Die Hochschule, so scheint es mir jetzt, ist in gewisser Weise zu ihrer alten Rolle als religiösem Institut zurückgekehrt, wie in den Tagen vor Newton, einem Ort des erzwungenen Konsenses und der theologischen Reinheit. Percy Shelley wurde wegen Atheismus aus Oxford ausgewiesen, weil er es gewagt hatte, die Orthodoxie der Universität in Frage zu stellen. Nichts weist darauf hin, dass es ihm heute besser ergehen würde.

Mittwoch, Juli 04, 2018

"Tausende Fälle von häuslicher Gewalt erfunden" – News vom 4. Juli 2018

1. Die britische BBC berichtet:

Tausende von Eltern behaupten fälschlicherweise häuslichen Missbrauch, um auf Prozesskostenhilfe zuzugreifen und entfremdete Partner daran zu hindern, ihre Kinder zu sehen.

"Familien benötigen Väter" berichtet, dass Eltern von einigen Anwälten ermutigt werden, Nicht-Belästigungsverfügungen einzureichen:- einstweilige Verfügungen, die in dringenden Missbrauchsfällen verwendet werden.

(...) Die Wohltätigkeitsorganisation vermutet, dass die Anwaltskanzleien die Eltern dazu überreden, solche Aufträge anzustreben, weil sie es ihnen ermöglichen, sich für Prozesskostenhilfe zu qualifizieren, von der sowohl die Anwaltschaft als auch der Beschwerdeführer profitieren könnten.

Ein Sprecher der Stiftung sagte: "Viele Leute kommen zu uns, um über falsche Behauptungen zu reden, ob es nun grob übertriebene oder sogar komplett erfundene Ereignisse sind. Und doch kann die Wirkung dieser Verfügung ein Elternteil auf einen Weg bringen, von dem es sehr schwierig sein kann, zurückzukehren."

(...) "Die Nicht-Belästigungsaufträge sind seit der Änderung der Prozesskostenhilfe in einigen Bezirken um mehrere hundert Prozent gestiegen", fügte er hinzu.

Nicht-Belästigungsverfügungen funktionieren wie Unterlassungsklagen und sollen Opfer von häuslichem Missbrauch vor weiteren Schäden in Notsituationen schützen.

Die Wohltätigkeitsorganisation betont, dass sie in echten Fällen von Missbrauch nützlich sind, ist aber besorgt, dass die Art und Weise, wie sie verwaltet werden, sie für Ausbeutung offen lässt. Zum Beispiel

- werden sie oft in Abwesenheit der Person gewährt, die der häuslichen Gewalt beschuldigt wird und ohne dass der Vorwurf der häuslichen Gewalt nachgewiesen wird.

- Die Erlassung einer Verfügung ermöglicht es dem Beschwerdeführer dann auch, auf Tausende Pfund an Prozesskostenhilfe zurückzugreifen, die auch in späteren familienrechtlichen Fällen verwendet werden können.

- Der Beklagte hätte jedoch nicht automatisch Anspruch auf Prozesskostenhilfe und muss sich oft selbst vertreten.

- Die erforderliche Beweislast ist relativ gering und kann sich auf Behauptungen über verbalen Missbrauch, unerwünschte Textnachrichten oder E-Mails beziehen.




2. Ein Beitrag des Deutschlandfunk hinterfragt das Geschlechterklischee vom Täter Mann und Opfer Frau.



3. Einer aktuellen Umfrage in den USA zufolge sind in den letzten beiden Jahren volle 23 Prozent der weißen männlichen "Milennials", also der jüngsten Wählergruppe, von Hillary Clintons Demokraten zur republikanischen Partei gewandert.

Christian Schmidt lädt ein zur Diskussion darüber, woran das liegen könne.



4. Immerhin geht es schwarzen Männern in den USA zunehmend besser.



5. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier trifft sich zu einem Streitgespräch mit dem Journalisten Harald Martenstein, über den Niggemeier sagt, er schreibe "stellvertretend für die sich für schweigend haltende Mehrheit weißer, heterosexueller, älterer Männer, die die Welt nicht mehr verstehen." Der Artikel steht nicht vollständig gratis online, aber es fällt auf, dass Niggemeier auf die Frage, welche Privilegien Martenstein angeblich genieße, außer "aber natürlich!" kein einziges Beispiel nennen kann.

Vor drei Jahren hatte die Bloggerin "Anne Nühm" eine vergleichende Liste vorgelegt, welche Rechte in unserer Gesellschaft Frauen und welche Rechte Männer benachteiligen.

Dienstag, Juli 03, 2018

"Männer: faul oder unfähig?" – News vom 3. Juli 2018

1. Bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung pflegt man immer noch eine bizarre Abneigung gegen das männliche Geschlecht – was einmal mehr zu einer bemerkenswerten Schwundstufe des Journalismus führt:

Sind sie nun "faul oder unfähig?", die Männer. "Sie putzt, kauft ein und organisiert", schreiben Anke Schipp und Lucia Schmidt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Er macht nichts." Neben allerlei Statements ihrer Freundinnen rufen die beiden auch das Statistische Bundesamt als Zeugen auf, das ermittelt hat, dass Frauen durchschnittlich 3,19 Stunden mit Haushaltsführung verbringen, Männer – nein, nicht null – 2,04 Stunden. Auch das ist natürlich ungerecht.

Ungerecht ist auch, dass die beiden Autorinnen den anderen Teil der Statistik unterschlagen: Laut Zahlen von 2015 sind 53 Prozent der deutschen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren Männer und 47 Prozent Frauen. Drei Viertel der Männer stehen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen: mehr als 20 Stunden, sozialversicherungspflichtig, unbefristet, direkt für den Arbeitgeber; unter den Frauen sind das nur 60 Prozent. Jede zweite der erwerbstätigen Frauen arbeitet in Teilzeit (nur jeder neunte Mann), oftmals sogar weniger als 20 Stunden, geringfügig oder in befristeten Arbeitsverhältnissen.


Hier geht es weiter mit der Analyse von Peter Köpf.



2. Hadmut Danisch stellt das mit 100.000 Euro geforderte Projekt "Elektromobilität ist weiblich" vor.



3. Das Blog "Übermedien" beschäftigt sich mit dem Beifall von rechts für Alice Schwarzers Zeitschrift "Emma".

Montag, Juli 02, 2018

Umstrittenes Sex-Gesetz in Schweden in Kraft – News vom 2. Juli 2018

1. In Schweden ist gestern ein besonders repressives Gesetz darüber in Kraft getreten, wie man mit seinem Partner Sex haben darf. Die Berliner Zeitung berichtet:

Die Stimmung im Schlafzimmer muss merkwürdig sein. Heiße Küsse, wandernde Hände - und dann holt ein Partner das Telefon raus. Die App geöffnet, eine digitale Unterschrift unter "Ja, ich will" - und weiter geht's unter der Bettdecke.


Das neue Gesetz war mit der Unterstützung der Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und Grünen durchgesetzt worden. Ihm zufolge muss eine Einwilligung zum Sex ausdrücklich bekundet werden, bevor es zur Sache geht – alles andere wird als Vergewaltigung definiert:

Doch wie das Einverständnis gegeben und im Zweifel auch vor Gericht nachgewiesen werden kann, ist hoch umstritten. Reichen beispielsweise Küsse aus als Zeichen der Zustimmung? Um ganz sicher zu sein, höhnten manche, müsse man eigentlich einen Vertrag unterschreiben.


Unklar ist auch, wie es aussieht, wenn jemand während dem Sex keine Lust mehr hat:

Wenn jemand seine Meinung während des Geschlechtsakts ändert, ist das dann Vertragsbruch oder Vergewaltigung?"


Der schwedische Juszitminister indes verteidigt das Gesetz. Damit würden mehr Vergewaltiger als bisher verurteilt. (Was zu der logischen Folgerung führt: Wenn man die Definition von Vergewaltigung noch stärker ausweiten würde, könnten es sogar NOCH mehr werden.)

Die nach eigener Einschätzung feministische schwedische Regierung hatte die Gesetzesänderung im vergangenen Jahr während der heftigen "#MeToo"-Debatte vorangetrieben.


Ein Kommentar auf Facebook zu dieser Entwicklung lautet:

Wenn das absurde Gesetz dazu führt, dass Sex nur noch in der Ehe und nur zur Zeugung verwendet wird, bringt es sogar etwas Gutes.




2. Gestern berichtete Genderama über Sexismus-Vorwürfe gegen Wolfgang Kubicki (FDP). Inzwischen hat sich Julia Stein, das angebliche Opfer dieses Sexismus, dazu geäußert und zeigt: Es ist nicht jede Journalistin eine Laura Himmelreich.



3. Hadmut Danisch kommentiert das sexistische Geplapper von Katrin Göring-Eckardt (Grüne) bei Anne Will.



4. "Gewalt wird nicht lustiger dadurch, dass sie sich gegen Männer richtet" befindet Eilert Bartels.



5. 28 Frauen erklären, warum sie mit dem heutigen Feminismus nichts anfangen können.



6. Die Ärztezeitung berichtet:

Jedes vierte Kind im Alter zwischen drei und zehn Jahren leide an Bauchschmerzen und mehr als jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge im Alter von 11 bis 17 Jahren an Kopfschmerzen. Diese seien häufig psychosomatisch bedingt, erklärte Kongressleiter Klaus-Michael Keller in Berlin.

Bei Kleinkindern rückten exzessives Schreien und Schlafprobleme immer mehr in den Fokus. 16 Prozent aller jüngeren Kinder sind nach Angaben des Münchner Sozialpädiaters Volker Mall bereits betroffen.

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach sieht einen Grund für diese hohen Inzidenzen in Trennungen der Eltern. Diese kämen weit häufiger als früher vor und Kinder litten darunter am meisten.


Hier kann man eine Petition für die gemeinsame Sorge für die Kinder auch nach elterlicher Trennung unterzeichnen.

Sonntag, Juli 01, 2018

#Aufschrei-Angriff auf Wolfgang Kubicki – News vom 1. Juli 2018

1. Die "Zeit"-Journalistin Katharina Kunert macht gegen den FDP-Politiker Wolfgang Kubicki auf Twitter Stimmung, worauf etwa Jutta Ditfurth ihn als "sexistisches Arschloch" beschimpft. Der Publizist Hadmut Danisch, der bei dem skandalisierten Vorfall anwesend war, berichtet, was tatsächlich passiert ist, und führt hier weitere Hintergründe aus. Das Blog Krise des Progressivismus kommentiert.



2. Die Linke fordert kostenlose Verhütung für alle Frauen.



3. "Kinderbücher ertrinken in einem Meer trendiger Ideologie" berichtet Melanie McDonagh:

Ich rezensiere Kinderbücher, von denen für die ganz Kleinen bis zur Young-Adult-Fiction [de facto für Teenager, A.H.], und ich kann Ihnen erzählen, was heute Morgen in der letzten Charge war: eine Geschichte über einen schwulen Teenager, der sich vom Selbstmord seines Vaters erholt; ein Bilderbuch über die Liebe zur Umwelt; eine Geschichte über Mädchen, die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) studieren, beschrieben als "Feminismus der nahen Zukunft"; und eine feministische Nacherzählung von Beowulf.

(...) Young-Adult-Fiction ist das Schlimmste: Ich bekomme Bücher darüber trans- oder homosexuell zu sein, ein siamesischer Zwilling, Legastheniker oder Zwangsneurotiker. Es gibt eines zum Thema Brexit, über ein Post-EU-Großbritannien, wo jeder, der außerhalb des Landes geboren wurde, verhaftet und abgeschoben wird. Spaß!


Während sie an den einzelnen Themen an sich nichts auszusetzen findet, empfindet McDonagh es als problematisch, wenn auf Kinder ideologisch schon derart flächendeckend eingehämmert wird.

Allerdings, würde ich einwenden, könnte es sich dabei um eine kurzzeitige Mode halten. Vor ein paar Jahren bedeutete Young-Adult-Fiction vor allem Paranormal Romance (Vampire & Co.), danach Dystopien und jetzt liegt "realistische Zeitkritik" voll im Trend. Wen's interessiert: Dieses kurze Youtube-Video fasst die Entwicklung der Young-Adult-Fiction gut zusammen.



4. In dem Artikel "Das Problem der gelösten Probleme" beschäftigt sich die "Süddeutsche Zeitung" mit derselben Forschung, über die Genderama gestern berichtet hatte – und zieht eine ähnliche Parallele:

Besondere Wucht kann die Penetranz der negativen Reste in politischen Auseinandersetzungen entfalten, die moralisch aufgeladen sind. Zum Beispiel in der Flüchtlingsdebatte: Die Zahlen der Schutz suchenden Neuankömmlinge mögen sinken - die Erregung im rechten Spektrum lässt dadurch aber nicht nach, im Gegenteil. Das Gleiche gibt es im linken Spektrum der Politik: Der Erregungsgrad der Feminismus-Debatte legt vordergründig den Schluss nahe, dass es in den westlichen Gesellschaften noch nie so schlecht um Frauenrechte und Gleichberechtigung gestanden hat wie gegenwärtig. Die Experimente von Gilbert legen einen anderen Schluss nahe: In Sachen Gleichberechtigung hat sich so viel zum Guten entwickelt, dass zunehmend auch kleine Vergehen als sexistisch oder frauenfeindlich interpretiert und geächtet werden.


Oder eben "Vergehen", die nur noch als solche phantasiert werden: "Ein wildfremder Typ hat mir ein Kompliment gemacht! #Aufschrei!" oder "Mir hat der Sex insgeheim wenig Spaß gemacht, also wurde ich vergewaltigt."



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

täglich lese ich nun Ihren Blog und kann mich mit vielen Männerrechtsthemen identifizieren. Sei es aus eigener Erfahrung (eine Scheidung zum Glück ohne Kinder) oder aus Gesprächen in meinem Beruf.

Ich bin Soldat. Die Erfahrungen gerade der männlichen Kameraden sind oft mehr als schockierend, gerade weil hier auch ein festes Einkommen mit absehbaren Gehaltssteigerungen zu erwarten sind. "Der Hausschlüssel passt nicht mehr in Tür nach dem Einsatz" ist nicht selten in meinem Beruf.

Nun aber etwas Erfreuliches: Selbst dem Wehrbeauftragten sind Missstände der Männer aufgefallen. Dazu empfehle ich den letzten Bericht des Wehrbeauftragten, Seite 83:

"Auch alleinerziehende Väter sehen sich in der Bundeswehr gelegentlich einer Ungleichbehandlung ausgesetzt. Väter übernehmen heute eine größere Verantwortung für die Betreuung ihrer Kinder als früher.

So berichtete ein Soldat, der das Sorgerecht für seine Tochter gemeinsam mit der getrennt lebenden Kindesmutter ausübt, von erheblichen Schwierigkeiten. Aus der Elternvereinbarung zum Wohl der gemeinsamen Tochter ergab sich klar, dass in diesem Fall der Vater die Bezugsperson ist und damit die Hauptverantwortung für die Erziehung und Betreuung trägt. Um dem Kind auch den regelmäßigen Kontakt zu seiner Mutter zu ermöglichen, beantragte er, von einer geplanten Versetzung abzusehen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Für eine Übergangszeit war der Soldat aufgrund seiner schwierigen privaten Situation in Heimatnähe auf einem dienstpostenähnlichen Konstrukt eingesetzt worden. Von der Versetzung sollte jedoch nicht abgesehen werden. Vielmehr ist ihm bedeutet worden, während des Zeitraums der Besetzung der zeitlich befristeten Planstelle die Betreuungssituation des Kindes so zu regeln, dass eine Verwendung an dem für ihn geplanten Standort möglich sei.

In diesem Fall drängte sich die Frage auf, ob hier eine nicht gerechtfertigte und somit unzulässige Ungleichbehandlung eines männlichen Soldaten erfolgt ist. Die Erfahrungen aus einer Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle ließen die Vermutung zu, dass bei einer Soldatin in einer vergleichbaren Situation anders geprüft worden wäre. Auf Nachfrage des Wehrbeauftragten wurde im Interesse der Vereinbarkeit von Familie und Dienst dann von der geplanten Versetzung abgesehen.Solche Beispiele zeigen, dass gelegentlich immer noch überholte Rollenbilder vorherrschen."

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