Mittwoch, Dezember 23, 2020

Weihnachtsgrüße, Bitte um Spenden und Jahresrückblick 2020

Dieser Beitrag wird etwas länger als gewohnt, aber ihr habt zum Lesen jetzt auch wieder ein paar Wochen Zeit. Außerdem glaube ich, dass insbesondere der Jahresüberblick für keinen von euch langweilig werden wird.

Zunächst einmal wünsche ich allen Genderama-Lesern eine frohes Weihnachtsfest mit der Gelegneheit, sich von allem zu erholen, das dieses Jahr für viele besonders stressig gemacht hat!

Auch ich werde diese Gelegenheit wie jedes Jahr nutzen und mit Genderama bis Mitte Januar pausieren. Dann werde ich ebenfalls wie jedes Jahr die wirklich wichtigen Nachrichten dieser normalerweise ruhigeren Zeit zusammenfassend präsentieren.

Anders als immer mehr etablierte Medien erhalte ich keinerlei staatliche Bezuschussung und möchte dieses Blog gleichzeitig jedem frei verfügbar machen, statt für seine Inhalte bezahlen zu lassen. Da das Schreiben dieses Blogs aber viel Zeit kostet und ich irgendwie wirtschaftlich überleben muss, kann Genderama als unabhängiges Blog nur funktionieren, wenn es durch freiwillige Spenden seiner Leser getragen wird.

Dabei bewerte ich anhand der Gesamthöhe der eingegangenen Spenden, wie stark das Interesse daran ist, dass Genderama (und meine männerpolitische Arbeit insgesamt) fortgesetzt wird. Hier kann jeder von euch frei entscheiden: Wer meint, von den etablierten Medien ausreichend informiert zu werden, sobald es um Geschlechterthemen und Männeranliegen geht, dürfte dieses Blog für überflüssig halten. Wer das nicht findet und Genderama für notwendig hält, möchte es vielleicht unterstützen, damit es bestehen bleiben kann.

Ich freue mich sehr über jegliche Form der Unterstützung. Daueraufträge von Spenden geben mir allerdings langfristig Sicherheit, was entsprechend langfristige Planung erlaubt.

Spenden könnt ihr entweder durch eine reguläre Banküberweisung oder mit einer Überweisung via PayPal. Den Button für letzteres findet man rechts auf der Blogroll.

Bei dieser Gelegenheit danke ich allen ganz herzlich, die dieses Blog bereits mit ihren Spenden unterstützt haben. Ich freue mich über die Wertschätzung, die ihr damit für meine Arbeit zeigt.

Ebenfalls wie jedes Jahr möchte ich abschließend einen Blick darauf werfen, was sich 2020 männerpolitisch getan hat. Es folgt hier also eine Übersicht von Meldungen, die ich persönlich erwähnenswert finde, durchmischt mit Einsprengseln über meine eigenen Aktivitäten.

Anders als jedes Jahr wird diesmal aber am Ende dieses Rückblicks ein Fazit stehen. Da es mir wichtig ist, werde ich es durch eine andere Schriftfarbe hervorheben.

Was hat sich dieses Jahr so alles getan?



15. Januar: Frauenministerin Giffey greift maskulistische Anliegen auf und bekundet, auch Männer in Krisensituationen unterstützen zu wollen. Dieser Sinneswandel bleibt jedoch zunächst minimal: Wie die männerpolitische NGO Manndat später vorrechnen wird, erhalten Jungen und Männer vom Kuchen der Geschlechterpolitik anteilsmäßig kaum einen Krümel. Das wird sich erst Ende des Jahres ein wenig verbessern.



31. Januar: Die britische Daily Mail veröffentlicht den ersten einer Reihe von Audio-Mitschnitten, die enthüllen, dass die Schauspielerin Amber Heard gegen ihren Ehemann Johnny Depp gewalttätig wurde. Dabei verhöhnte sie ihn: Wenn er das jemals vor Gericht bringe, werde er dort keine Chance haben: "Mal schauen, wie viele Leute dir glauben werden."



2. Februar: Der SWR sendet die von der Feministin Mithu Sanyal angefertigte Dokumentation "Abenteuer mit Männerrechtlern". Auch Ausschnitte aus einem Interview mit mir sind Teil der Sendung. Das Feature weicht von der gewohnten Berichterstattung vieler Leitmedien ab, indem es auf Verfälschungen und auf Stigmatisierungen der Bürger- und Menschenrechtler verzichtet.



12. Februar: Das Erste zeigt um 20:15 Uhr den Film "Weil du mir gehörst" und vermittelt damit das Problem der elterlichen Entfremdung einem Massenpublikum.



5. März: Ich gebe dem Journalisten David Donschen und seinem Kamerateam im Wiesbadener 60/40 ein mehrstündiges Interview für die ARD-Sendereihe "Rabiat".

Schon im telefonischen Vorgespräch zeigt sich, dass Donschen sehr angetan von dem Konzept der "toxischen Männlichkeit" ist. Ich erkläre ihm und seinem Kamerateam in dem Interview, dass ersten Extremverhalten wie Amokläufe nicht mal für ein Promille aller Männer typisch sind und dass zweitens ein problematisches Verhalten einiger Männern auch dem Gender-Empathy-Gap zu verschulden ist. Beispielsweise interessiert sich unsere Gesellschaft nicht wirklich dafür, dass sich schon männliche Teenager deutlich häufiger das Leben nehmen als weibliche, weshalb schon Jungen lernen, dass sie nur dann Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie Probleme machen. Auch ist es nicht ein Zuviel sondern ein Zuwenig von Vätern, das dazu führt, dass Kinder sich ungünstig entwickeln.

Donschen überrascht mich während des Interviews mit BKA-Statistiken, die zeigen sollen, dass häusliche und sexuelle Gewalt weit überwiegend bis ausschließlich von Männern ausgehen. Ich erkläre ihm den Unterschied zwischen Hell- und Dunkelfeld und zeige ihm eine von mir speziell für dieses Interview erstellte Kurz-Zusammenfassung des wissenschaftlichen Forschungsstands zur Geschlechterverteilung bei häuslicher und sexueller Gewalt. Außerdem präsentiere ich Donschen und seinem Kamerateam den von mir herausgegebenen wissenschaftlichen Sammelband "Gleichberechtigung beginnt zu zweit", an dem Männerrechtler und Feministinnen zusammengearbeitet haben.

David Donschen teilt mir mit, er werde mich informieren, wenn sein Feature ausgestrahlt wird. Im Verlauf dieses Jahresüberblicks werde ich noch einmal darauf zurückkommen.



8. März: Am Weltfrauenkampftag ziehen Schweizer Feministinnen trotz der ausbrechenden Corona-Pandemie zu Tausenden durch die Straßen. In Spanien sieht es ähnlich aus.



16. März: Charlotte Theile wirft der männerpolitischen NGO Manndat in der Süddeutschen Zeitung vor, "in schrillem Ton gegen Frauen zu schießen". Als ich Theile per Mail um ein Beispiel dafür bitte, kann sie keines nennen.



ab Mitte bis Ende März: Die Corona-Pandemie ist zum beherrschenden Thema in den sozialen Medien geworden. Das berührt auch die Geschlechterdebatte. So empört sich Jana Hensel ("Die Zeit") auf Twitter darüber, dass bei der Bekämpfung der Seuche vor allem Männer glänzen. Seyda Kurt stört sich an der Wertschätzung eines "weißen cis Mannes" wie dem Virologen Christian Drosten. Die Feministin Julia Schramm sieht in Corona eine "Krise der Zivilisation, des Kapitalismus und des Patriarchats."

Derweil erörtert Genderama die Auswirkungen der Pandemie zum Beispiel auf Obdachlose, LKW-Fahrer und Trennungsväter. Obwohl überwiegend Männer an Corona sterben, verlieren sich unsere Leitmedien vor allem in Befürchtungen, dass die Pandemie der Emanzipation von Frauen stark schaden würde. Diese Befürchtungen werden sich drei Monate später als unbegründet herausstellen.



26. März: Das Bundesforum Männer gibt einen "Survival-Kit für Männer" während der Corona-Krise heraus, der die Ansprechpartner vor allem als gewaltbereite Kerle wahrnimmt, die jederzeit durchdrehen und auf ihre Frauen einprügeln könnten, wenn man ihnen nicht gut zuredet. Für männliche Opfer häuslicher Gewalt bleiben zwei Sätzchen übrig. Die Basis der Männerbewegung reagiert mit massiver Kritik am Männerbild des Bundesforums.



3. April: Die Zeitschrift Newsweek veröffentlicht eine weltweite Liste des medizinischen Personals, das im Kampf gegen die Corona-Pandemie bereits sein Leben gelassen hat. Es handelt sich weit überwiegend um Männer.



12. April: "Weiße Männer sind das größte Risiko bei der Übertragung des Corona-Virus" titelt die Huffington Post.



17. April: "Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ein weißer Mann Covid-19 heilen würde?" fragt eine Schlagzeile im Wall Street Journal.



23. April: Die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen schalten ein "Hilfetelefon Gewalt an Männern". Dies ist deutschlandweit das erste derartige Beratungsangebot, erklärt die nordrhein-westfälische Gleichstellungsministerin Scharrenbach.



10. Mai: In dem Artikel "Geht's auch leiser?" klagt die Frankfurter Allgemeine darüber, dass sich vor allem Männer so stark an der Debatte um die Corona-Pandemie beteiligen.



17. Mai: Die Grünen fordern, Corona-Hilfen, die Unternehmen zugute kommen, an eine feministische Firmenpolitik zu koppeln. Auch solle das Kurzarbeitergeld für Frauen erhöht werden, und Frauen sollten einen besseren Kündigungsschutz während der Corona-Krise erhalten.



21. Mai: Der bekannte Journalist Friedrich Küppersbusch stellt auf Youtube das Video "Gründe für mehr Maskulismus" online.



31. Mai: Frauenministerin Giffey erklärt, Corona-Hilfe nur Unternehmen geben zu wollen, die Frauenförderung betreiben.



3. Juni: In den USA kommt es zu Protesten wegen tödlicher Polizeigewalt. Das US-amerikanische, jüdische Online-Nachrichtenmagazin “Tablet“ weist darauf hin, dass die zahlenmäßig größte Gruppe von Amerikanern, die von der Polizei getötet werden, aus weißen Männern mittleren Alters besteht.



6. Juni: In den USA werden gegen die weltweit führende feministische Organisation NOW erstmals Vorwürfe "ungezügelten Rassismus" laut. Später wird es ähnliche Vorwürfe gegen das feministische Unternehmen The Wing sowie gegen die feministisch geprägten Magazine "Refinery29" und "Bustle" geben.



8. Juni: "Die Zeit" korrigiert den neuen feministischen Mythos, Frauen würden durch die Corona-Krise zurück an den Herd katapultiert: Tatsächlich teilten sich Paare die Familienarbeit gleichberechtigter auf als je zuvor. Fünf Monate später wird die "Zeit"-Autorin Susanne Kaiser in ihrem Buch "Politische Männlichkeit" behaupten, infolge Corona gäbe es für Frauen eine "Retraditionalisierung", eine "Rolle rückwärts in die fünfziger Jahre" – da seien "sich Mainstreammedien einig".



22. Juni: "Die Zeit" fordert: Väter, die Vollzeit arbeiten und weniger als sieben Monate in Elternzeit gehen, sollten das Sorgerecht verlieren.



Noch 22. Juni: Die Bundeszentrale für politische Bildung diffamiert Männer-Aktivisten mit der Behauptung "Die Frau als Wurzel allen gesellschaftlichen und persönlichen Übels – das ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich Antifeministen, Männerrechtler und andere Frauenhasser im Internet verständigen können." Beworben wird mit diesem Nonsens ein Podcast, in dem das DISSENS-Mitglied Andreas Hechler als Gegenmaßnahmen Dinge fordert wie "De-Platforming, also Sexisten ihre Plattform zu entziehen", "Monitoring" (also Überwachung) sowie "repressiv zu handeln", denn es handele sich um "Terrorismus". Sich auf Diskussionen einzulassen, ergänzt die Schweizer Genderforscherin Franziska Schutzbach, sei nicht sinnvoll, da man es mit einem Gegenüber zu tun habe, der ein geschlossenes Weltbild besitze.



27. Juni: In den Entwurf eines neuen Grundsatzprogramms der Grünen fließt erstmals eine maskulistische Forderung ein: "Männer, insbesondere Jungen, die von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind, brauchen eigene Hilfs-, Beratungs- und Schutzangebote."



30. Juni: In Brandenburg tritt das feministische Wahlrecht ("Paritätsgesetz") in Kraft.



8. Juli: Die CDU gibt sich eine Frauenquote von zunächst 30, später 50 Prozent. 26 Prozent der CDU-Mitglieder sind weiblich. Sie werden bald 50 Prozent der Ämter besetzen. Friedrich Merz warnt: "Aus besseren Chancen für Frauen – die wir alle wollen – darf nicht eine Diskriminierung der Männer werden."



11. Juli: Der weltweit angesehene Männerrechtler Marc Angelucci wird ermordet. Tatverdächtig ist ein Rechtsanwalt, der sich womöglich rächen wollte, weil er aufgrund seiner radikalen Einstellung keinen Zugang zur Männerrechtsbewegung erhielt.



15. Juli: Nach einer Klage der Thüringer AfD kippt das zuständige Verfassungsgericht das feministische Wahlrecht in diesem Bundesland: Die Freiheit der Wahl verlange, dass Wahlen nicht durch Zwang und Druck des Staates durchgeführt würden. Nun kann sich ausgerechnet Björn Höcke als Hüter des Grundgesetzes profilieren.



17. Juli: Die Regierung Haitis fordert die Vereinten Nationen auf, auch die Anliegen von Jungen und Männern zu thematisieren.



18. Juli: Die Grünen fordern die Einführung des feministischen Wahlrechts auch in Rheinland-Pfalz.



23. Juli: ARD und ZDF polemisieren in ihrem Kanal "FUNK" gegen die Männerrechtsbewegung.



25. Juli: Das Verteidigungsministerium kündigt Entschädigungen für diskriminierte schwule Soldaten an.



29. Juli: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beklagt sexuelle Gewalt gegen Männer in Syrien.



Anfang August: Das Deutsche Ärzteblatt beschäftigt sich in einem zehn Seiten umfassenden Fachbeitrag mit häuslicher Gewalt gegen Männer. Darin heißt es unter anderem: "Eine Pilotstudie zu allgemeinen Gewalterfahrungen von Männern in der Kindheit bis ins Erwachsenenalter aus 2004 ergab, dass jeder vierte Mann mindestens einmal körperliche Gewalt durch seine Partnerin erlebt hat."



6. August: Ausgerechnet als die Antifa neue Anschläge vorbereitet, erscheint von Sebastian Leber, der die Antifa im Berliner "Tagesspiegel" bejubelt, im selben Blatt ein Artikel, der die friedfertige deutsche Männerrechtsbewegung mit Rechts-Terrorismus in Verbindung bringt. Mich selbst versucht Leber damit durch den Schmutz zu ziehen, dass ich im vorletzten Jahrzehnt in den "falschen" Medien veröffentlicht hätte, womit er die Schwarze Rhetorik der "Kontaktschuld" (siehe unten) zum Einsatz bringt.

Eine Woche zuvor war ich von Leber für ein Interview angefragt worden. Ich hatte mich freundlich bereit erklärt, wenn ich vor der Veröffentlichung gegenlesen dürfe, ob ich korrekt zitiert werde. Stattdessen wurde ich von dem Erscheinen des Artikels überrascht.

Lebers Artikel wird schon am Folgetag in einem Offenen Brief des Autors Gunnar Kunz zerpflückt. Ähnlich ablehnend äußern sich die Blogger Uepsilonniks und Claudia Klinger.



14. August: Meine neue Website geht online. Dort behandelt eine eigene Rubrik die Tabuisierung wichtiger Themen durch unsere Leitmedien.



20. August: In seinem Buch "Wie ich meine Zeitung verlor" schildert der preisgekrönte Reporter Birk Meinhardt, warum er der Süddeutschen Zeitung den Rücken kehrte. In dem Buch heißt es: "Der Journalismus trägt meines Erachtens eine Riesenschuld an der Verhärtung der Fronten, die er selber beklagt. Er bringt sie maßgeblich mit hervor und er beklagt sie danach."



27. August: Einer US-amerikanischen Studie zufolge werden Männer auf der Suche nach einem Job stärker diskriminiert als Frauen.



29. August: Von Günter Wallraff bis Necla Kelek veröffentlichen Europas Intellektuelle einen Appell gegen die grassierende Cancel Culture. Der Aufruf richtet sich unter anderem gegen das Konzept der Kontaktschuld – ein Instrument der Schwarzen Rhetorik, auf das sich beispielsweise Andreas Kemper spezialisiert hat und das häufig gegen mich selbst ebenso wie gegen andere Männer-Aktivisten verwendet wird:

Der Vorwurf der Kontaktschuld stellt die äußerliche Tatsache eines "Kontaktes" mit zu Recht oder zu Unrecht politisch verdächtigten Personen als solchen heraus, ohne dass es dabei eine Rolle spielt, von welcher Art die Beziehungen waren oder welchen Inhalt die bei Gelegenheit des "Kontaktes" geführten Gespräche gehabt haben. Statt den Diffamierten selbst zu zitieren, sein Handeln zu charakterisieren, seine Beweggründe zu nennen, werden Orte, an denen er sich aufgehalten hat, oder Personen, mit denen er gesprochen hat, Publikationsorgane, in denen er geschrieben, Veranstaltungen, auf denen er gesprochen hat, Organisationen, in denen er mitwirkt, politisch verdächtigt und sodann ein Rückschluss auf die politische Einstellung des Angegriffenen selbst gezogen. Somit ist das Kontaktschuld-Konstrukt Teil des breiten Spektrums von argumentum ad hominem, das heißt, nicht die Sache wird angegriffen, sondern die Person. (…) In Form eines logischen Fehlschlusses ist die Kontaktschuld verwandt mit der Association Fallacy.


Als Vertreter der Männerrechtsbewegung zähle ich zu den hundert Erstunterzeichnern des Appells gegen die Cancel Culture. Während er tausende weiterer Unterschriften sammelt, können auch die Leitmedien ihn nicht mehr übergehen, sondern diskutieren ihn in etlichen Beiträgen.



2. September: Die Berliner "taz" berichtet, dass ein großer Teil der deutschen Lehrer unseren Medien kritisch bis ablehnend gegenüber steht. Beispielsweise befänden 19 Prozent der Befragten, dass "viele Nachrichten, die eigentlich wichtig sind, in den normalen Medien verschwiegen werden und man sie nur in sozialen Netzwerken, Foren oder Blogs findet".



4. September: Der Bundesvorstand des Väteraufbruchs für Kinder richtet einen Offenen Brandbrief an Bundesfrauenministerin Giffey (SPD). Das Schreiben beklagt Giffeys Untätigkeit insbesondere durch das Verschleppen dringend notwendiger Reformen im Familien- und Unterhaltsrecht: "Keine andere Partei hat aktiver an der Behinderung von Fortschritten hin zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen gewirkt als die SPD mit den von ihr besetzten Ministerien."



5. September: Die CSU-Politikerin Ulrike Scharf beklagt, dass die Corona-Pandemie Männerkarrieren befördert habe: "Die dominanten Akteure in der Krisenbewältigung in den Bereichen Virologie, Gesundheitspolitik, Wirtschaftsrettung und Medien waren doch mehrheitlich Männer."



6. September: Militante deutsche Feministinnen stellen eine Chronik ihrer Terroraktionen in der jüngeren Vergangenheit online und bewerben sie auf der linken Nachrichtenplattform Indymedia. Die Chronik bietet einen guten Überblick über die unterschiedlichsten Verbrechen, so etwa "Sozenbüros verschönert", "Auto von Pick up Arschloch Marko Polo zertrümmert" und "Farbattacke auf das Amtsgericht Lichtenberg". In den deutschen Leitmedien bleibt diese Chronologie des Terrors unerwähnt.



9. September: Die englische Universität von Sunderland kündigt an, den weltweit ersten Fachbereich für Männerpsychologie zu begründen: nicht in Form von pseudowissenschaftlich verbrämtem Männer-Bashing wie vor allem durch Michael Kimmel, sondern als ernstzunehmenden Forschungszweig, in dem auch Benachteiligungen von Männern benannt werden.



11. September: "Männerrechtler*innen: Brauchen wir die?" ist die neueste Folge der Podcast-Reihe "Freitag Abend" der trans Feministin Phenix Kühnert. Der erste Link auf der Seite dieses Podcasts führt zu meiner Website; ich darf in einem Telefoninterview die Positionen unserer Bewegung darstellen, wobei ich wieder versuche, zur feministischen Bewegung Brücken zu schlagen. Unter dem Link auf meine Website finden sich weitere Verlinkungen etwa zu Genderama und MANNdat.



15. September: Im Deutschlandfunk beschäftigt sich der "Philosoph" Florian Goldberg mit "einem Milieu, das darin aufgeht, sich selbst zu bemitleiden, und Frauen als Feinde zu betrachten", etwa die "eher normal deprimierten Männerrechtler". Goldberg polemisiert: "Sie können sich natürlich weiterhin ihrem Selbstmitleid und ihrem Hass ergeben. Glücklicher machen wird es sie nicht. Selbst wenn es ihnen gelänge, die ganze Welt in jenes Unglück zu stürzen, das sie ständig empfinden." An Menschen- und Bürgerrechtsgruppen wie Amnesty International und Black Lives Matter gehen solche Ermahnungen bezeichnenderweise nicht: Nur wer sich gezielt um Jungen und Männern kümmert, muss von Selbstmitleid und Frauenhass getrieben sein.



21. September: Der Journalist Kemal Hür wirft dem Deutschlandfunk vor, seine sexuelle Belästigung durch eine Vorgesetzte seit zwei Jahren zu vertuschen.



23. September: Ich stelle den Inhalt meines "Lexikon der feministischen Irrtümer" kostenlos online.



28. September: Ein von Markus Theunert erstelltes männerpolitisches Dossier des Bundesfrauenministeriums stößt unter anderem wegen Formulierungen wie, dass Männer "einfach mal die Klappe halten" sollten, vielfach auf scharfe Kritik. Begeistert hingegen zeigt sich das staatliche Bundesforum Männer: "Wir sehen darin auch ein direktes Resultat unserer eigenen politischen Arbeit als Interessenvertretung für Jungen, Männer und Väter."



2. Oktober: Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und jetzige CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz warnt anlässlich eines Festakts zum 30. Jahrestag des Freistaates Sachsens im dortigen Landtag vor einem "öffentlichen Konformitätsdruck" und einem "Alltagsrassismus" gegen den "alten weißen Mann". Grüne, SPD und Linke bleiben dem Festakt demonstrativ fern. Von den Anwesenden erhält die Rede stehende Ovationen.



5. Oktober: David Donschen teilt mir in einer Mail mit, dass er das Interview, das er im März mit mir aufgenommen hatte, aus seinem Feature zur Männlichkeit gestrichen habe. Es sei nicht lebendig genug gewesen und passe leider nicht in die Machart seines Films.

Ein paar Tage später wird das Feature ausgestrahlt und in die Mediathek des Senders gestellt. In den ersten Sätzen des Beitrags wird seine Stoßrichtung bereits deutlich: "Immer hart, immer stark und bloß keine Schwäche zeigen: Irgendwas läuft doch falsch bei uns Männern. (…) Problemfall Patriarchat: Die Kritik am System Mann wird immer lauter – und trotzdem benehmen sich viele Männer wie Arschlöcher. (…) Ich mache diesen Film, weil ich mich schon länger frage: Wieviel Mann-Sein ist gut und ab wann wird es schwierig?" Außerdem erfahren wir: "Fast neunundneunzig Prozent aller Sexualdelikte in Deutschland gingen 2019 laut Bundeskriminalamt von Männern aus."

In ähnlicher Weise geht es eine knappe Dreiviertelstunde weiter. Eine etwas ausführlichere Besprechung der Sendung findet man hier.



Ebenfalls 5. Oktober: Feministische Terroristinnen bekennen sich zu einem Anschlag auf die Berliner S-Bahn.



9. Oktober: Ein als "feministisches Wohnprojekt" bezeichnetes besetztes Haus in der Berliner Liebigstraße wird von der Polizei geräumt. In den Nächten davor und danach kommt es in Berlin zu Ausschreitungen, bei denen mehrere Autos in Brand gesetzt werden. In den Jahren vor der Räumung berichteten mehrere Nachbarn, dass von den Bewohnen der Hauses anhaltender Terror gegen sie ausgegangen sei. Linkspartei und Grüne trauern den Hausbesetzern nach: Bei dem Wohnprojekt habe es sich um einen "einzigartigen Schutzraum" gehandelt.



10. Oktober: Andreas Klamm, Parteimitglied der LINKEN, kritisiert die polizeiliche Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße als inakzeptable Gewalt gegen Frauen.



12. Oktober: Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) legt einen Gesetzentwurf zum Insolvenzrecht vor, der mit Begriffen wie "Geschäftsführerin", "Verbraucherin" und "Schuldnerin" durchgehend in der weiblichen Form verfasst ist.



17. Oktober: Auf der Internationalen Konferenz für Männeranliegen, die wegen der Pandemie virtuell stattfindet, halten 110 Experten Vorträge über die verschiedensten männerpolitischen Themen.



23. Oktober: Auch in Brandenburg erklären die zuständigen Verfassungsrichter das feministische Wahlrecht als verfassungswidrig.



Noch 23. Oktober: Alice Schwarzers "Emma" kürt Christian Lindner zum sexistischsten Mann der Welt - unter anderem weil er jemanden wie mich mit offenen Armen in der FDP empfangen habe.



2. November: Die australische Abgeordnete Clare O’Neil (Labor Party) spricht in einer Rede an, dass Männer auch die wirtschaftliche Hauptlast der Corona-Pandemie tragen.



3. November: Johnny Depp verliert seinen Prozess gegen das britische Boulevardblatt "Sun", das ihn häuslicher Gewalt gegen Amber Heard bezichtigte.



Noch 3. November: Eine Umfrage zeigt, dass die Nachwuchsjournalisten der ARD zu 92 Prozent Grüne, Linke und SPD wählen.



5. November: Eine vom Institut der Deutschen Wirtschaft erstellte Studie zeigt, dass hierzulande Frauen und Männer beruflich gleich stark von Corona betroffen sind.



10. November: Das Bundesfrauenministerium startet mit Parolen wie "Jede dritte Frau in Deutschland ist von Gewalt betroffen" und "Alle 45 Minuten wird eine Frau Opfer von gefährlicher Körperverletzung in der Partnerschaft" eine neue Kampagne, die männliche Opfer unsichtbar macht.



Mitte November: Im Buchhandel erscheinen Susanne Kaisers "Politische Männlichkeit" und Pauline Harmanges "Ich hasse Männer": zwei Titel, die einander wunderbar ergänzen und in den Leitmedien große Aufmerksamkeit erhalten.



16. November: Wie eine neue Studie zeigt, verdienen in den Dax-Vorständen Frauen mittlerweile mehr als Männer.



20. November: Die Regierungskoalition einigt sich auf einen Zwang zur Frauenquote in Firmenvorständen.



ab 11. Dezember: Das Bundesfrauenministerium fördert mit dem Forum Soziale Inklusion erstmals einen nicht dezidiert feministischen Verein, der die politischen Anliegen von Jungen und Männern vertritt. In diversen Medien spucken Patricia Hecht ("taz"), Ann-Katrin Müller (Spiegel-Online), Ulle Schauws (Grüne), Thomas Gesterkamp (Neues Deutschland), Andreas Kemper und das Bundesforum Männer ein paar Tage lang Gift und Galle. Dabei kommt einmal mehr der logische Fehlschluss einer angeblichen "Kontaktschuld" zum Einsatz. Darüber hinaus wird mit derart vielen Falschbehauptungen hantiert, dass der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe sie gesammelt richtigstellen muss.



Ein roter Faden, der sich (außer Corona) durch dieses Jahr hindurch gezogen hat, war, dass Vertreter der Leitmedien noch stärker als sonst auf unsere neue Bürgerrechtsbewegung eingeprügelt haben. In den letzten Wochen war hier der kampagnenartig durchgeführte Rufmord am Forum Soziale Inklusion ein besonderes Ärgernis. Darüber hinaus bin ich persönlich wenig begeistert, wenn ich, wie in diesem Jahr ebenfalls geschehen, viele Stunden in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung eines ARD-Interviews stecke, auf dessen Ausstrahlung die Sendung dann unter einem windigen Vorwand verzichtet. MANNdat und die "IG Jungen, Männer, Väter" haben mit dem SPIEGEL Ähnliches erlebt. Ein zweistündiges Interview, das ein ARD-Mitarbeiter für einen Beitrag mit mir führte und in dem die Männerrechtsbewegung offenbar als "rechts" dargestellt werden sollte, ist schon vor einigen Jahren auf einen halben Satz verkürzt worden, nachdem ich partout nichts dafür Verwertbares sagen wollte.

Gleichzeitig wundern sich die Journalisten der etablierten Medien darüber, dass die Mehrheit der Bürger wenig oder kein Vertrauen in sie haben und Begriffe wie "Lügenpresse" Hochkonkunktir haben. Schließlich lügen sie ja nicht wirklich. Sie schneiden nur eine eigene Version der Wirklichkeit zusammen, indem sie den Bürgern etliche relevante Informationen vorenthalten und gleichzeitig Nebensächlichkeiten zur gesellschaftlichen Bedrohung hochjazzen. Der Kommunikationsforscher Hans Mathias Kepplinger hat diese Maxime, die unsere Leitmedien nicht nur beim Männerthema zeigen, in dem Titel seines letzten Buches treffsicher zusammengefasst: "Totschweigen und Skandalisieren".

Wie Kepplingers Analyse zeigt, ist dieses Problem also nicht nur auf den Umgang der Leitmedien mit der Männerrechtsbewegung begrenzt. Beispielsweise meldet der Bundesverband der Kommunikatoren Folgendes:

In den letzten Jahren häufen sich Berichte von PR-Verantwortlichen über zweifelhafte Recherchemethoden. Journalisten scheinen mehr und mehr mit vorgefertigten Storylines zu operieren. Die Recherche dient dann nurmehr dazu, die These einseitig zu stützen. Fakten und Auffassungen, die diesen Zweck nicht erfüllen, werden ausgeblendet. (…) Das Thema ist auf Veranstaltungen des Verbandes und im Kollegengespräch omnipräsent.


Der Bundesverband der Kommunikatoren hat dazu eine Studie erstellen lassen:

Die Ergebnisse zeigen klare Trends: Über alle Medien hinweg gehört es inzwischen zum journalistischen Standard, thesengeleitet zu recherchieren und Storys zuzuspitzen. Probleme bereiten den Pressesprechern dabei vor allem Situationen, in denen die Journalisten nicht bereit sind, ihre Ausgangseinschätzungen zu ändern – auch wenn sie in der Recherche neue Informationen bekommen, die die Storyline widerlegen.


Wie ich inzwischen selbst mehrfach erlebt habe, lassen Journalisten neue Informationen in solchen Fällen unter den Tisch fallen.

Was speziell Männerrechtlern hier geschieht, bezeichnet die Kommunikationswissenschaft als "symbolische Vernichtung": die "mediale Unterrepräsentierung einer Gruppe von Menschen, um soziale Ungleichheit aufrecht zu erhalten". Dem Soziologen Gaye Tichmann zufolge zerfällt dieser Vorgang in drei Aspekte: "Auslassung, Trivialisierung und Verdammung. Dieser vielschichtige Ansatz der Berichterstattung verunglimpft nicht nur Identitätsgemeinschaften, sondern wirkt auch darauf hin, Mitglieder durch den expliziten Mangel an Repräsentation in allen Medien unsichtbar zu machen."

Wenn ich mir die Hintergründe dafür ansehe, gewinne ich immer stärker folgenden Eindruck: Viele Medien scheinen geradezu Angst vor uns zu haben. Nicht "die Männer", sondern vor allem Journalisten sind es, die den Verlust ihrer Privilegien befürchten – in erster Linie des Privilegs, die eigene Sicht der Wirklichkeit der Bevölkerung als "Wahrheit" zu vermitteln. Um das zu tun, lädt man in Ausnahmefällen mal einen Männerrechtler ein, weil man durch die Lektüre anderer Medienberichte glaubt, man könne diese Leute als besonders weltfremd und ahnungslos darstellen. Dann zeigen sie sich aber stattdessen vor laufender Kamera besonders gut informiert. Was macht man jetzt mit dem Interview? Es gibt einen alten Journalisten-Spruch: "Man kann sich die schönste Story kaputtrecherchieren". Zum Beispiel die Story von der "toxischen Männlichkeit" oder den dumpfen Männerrechtler-Trollen.

Das ist meine Einschätzung der Dinge. Die Journalisten der Leitmedien werden natürlich darauf beharren, dass sie entweder Männerrechtlern aus guten Gründen nicht erlauben, sich und ihre Positionen selbst darzustellen, oder dass in den seltenen Fällen, in denen von Leitmedien einmal ein Männerrechtler interviewt wurde, irgendetwas leider nicht gepasst hat. Und jetzt beweisen Sie mal, dass NICHT zufällig immer die Beleuchtung falsch war oder es Tonprobleme gab. Das ist halt einfach Pech, wenn regelmäßig nur die Interviews gelingen, die mit der politischen Haltung der Journalisten übereinstimmen.

Das alles findet statt in einem Jahr, in dem es den Leitmedien aufgrund einer weltweiten Pandemie daran gelegen sein sollte, als besonders glaubwürdig und zuverlässig zu gelten, statt weiter an Vertrauen zu verlieren.

Das alles zeigt aber auch, wie wichtig das Internet und andere Kanäle für unsere Aufklärungsarbeit sind. Meine Autoren-Website und die kostenlose Online-Fassung meines "Lexikon der feministischen Irrtümer" habe ich dieses Jahr erstellt, weil das Versagen unserer Leitmedien eine Gegenöffentlichkeit immer dringender notwendig macht. Gleichzeitig erlaubt mir Amazon, Bücher wie "Feindbild weiße Männer" alle paar Monate für mehrere Tage kostenlos anzubieten, was in der Folge jedesmal langfristig für Aufmerksamkeit auch außerhalb unserer Community sorgt. Genderama selbst ist das Kernstück in diesem Verbund und erreicht mit seinen Nachrichten und Kommentaren kontinuierlich zahllose ganz unterschiedliche Leser, darunter Professoren, Journalisten und Politiker. Um nur das aktuellste Beispiel zu nehmen, kann sich jeder selbst fragen, was er etwa über das Forum Soziale Inklusion wüsste, wenn er allein die Leitmedien als Quelle hätte. Wie der obige Jahresrückblick zeigt, verhält es sich in zahllosen anderen Fällen genauso.

Die Journalisten der etablierten Medien suchen oft den bequemsten Weg und berichten bei vielen Themen dementsprechend einseitig oder gar nicht. Wir müssen uns selbst um eine Berichterstattung kümmern, die stärker an der Wahrheitsfindung orientiert ist: zur Not mittels einer neuen Form von Samisdat. Das alles kostet jedoch Zeit und Geld. Während ich blogge oder mich um andere Formen von Aufklärungsarbeit kümmere, kann ich kein berufliches Einkommen erzielen. Insofern ist eure Unterstützung durch Spenden besonders wichtig und wertvoll: nicht allein für die politischen Anliegen von Männern, sondern insgesamt für den Erhalt einer meinungsfreien und demokratischen Gesellschaft.




Dienstag, Dezember 22, 2020

"Neues Deutschland" steigt in Rufmord am Forum Soziale Inklusion ein – News vom 22. Dezember 2020

1. Die Wut auf das Forum Soziale Inklusion, das erstmals als ein nicht-feministischer männerpolitischer Verein staatliche Förderung erhält, reißt nicht ab. Gestern ist der dem Bundesforum Männer nahestehende Publizist Thomas Gestkamp mit einem Artikel im "Neuen Deutschland", der ehemaligen Staats- und Parteizeitung der DDR, in die Kampagne gegen den Verein eingestiegen. Schon in seiner Schlagzeile wettert der Artikel gegen angebliche "Staatlich geförderte Frauenfeinde". In Gesterkamps Artikel selbst indes fehlt für diese verleumderische Beschimpfung jeglicher Beleg. Als Ersatz wird den Lesern der Zeitung folgendes angeboten: Das Forum Soziale Inklusion setze sich für die Rechte von Scheidungsvätern ein, und in diesem Bereich gäbe es "dezidiert frauenfeindliche" Interessensverbände – was ebenfalls belegfreie Behauptung bleibt.

Der Kern des Unmuts wird im Verlauf des Artikels hinreichend klar: Die Förderung des Vereins entspreche in etwa derjenigen, die das "dialogisch orientierte" Bundesforum Männer erhält. Allerdings habe ich in den letzten zehn Jahren von einer solchen angeblichen Ausrichtung zu einem konstruktiven Dialog das Bundesforum Männer nie erlebt. Stattdessen schickte dessen ehemaliger Vorsitzender Martin Rosowski vor dem Ersten Deutschen Genderkongress 2015 – veranstaltet von Gerd Riedmeier, dem Vorsitzenden des Forusm Soziale Inklusion mit dem Ziel, einen echten Geschlechterdialog anzustoßen sollte – rufmörderische Schreiben an die Parteien, die ihre Teilnahme an dem Kongress zugesagt hatten: Schreiben, in denen Rosowski selbst mich als "Frauenfeind" verleumdete. Dass die Parteien darauf mit einer Reihe von Absagen reagierten, davon saugt Gesterkamp noch in seinem gestrigen Artikel Nektar. Mit Dialogfähigkeit oder auch nur -bereitschaft haben derartige Manöver nichts zu tun.

Auch in dem Artikel des "Neuen Deutschland" kommt vom Gegenstand der Berichterstattung, dem Forum Sozialer Inklusion, niemand zu Wort. Verbreitet werden stattdessen die bekannten Falschbehauptungen eines angeblichen Versagens parlamentarischer Kontrolle aufgrund einer "übermüdeten Opposition" und einer "geschickten Verschleierungstaktik". Wäre DIE LINKE nicht "übermüdet" gewesen, diesen Eindruck erweckt der Artikel, hätte sie den Förderungsbeschluss durch die Regierungskoalition gestoppt. Dafür, das nicht getan zu haben, bat dem Neuen Deutschland zufolge der LINKEN-Politiker Michael Leutert um Verzeihung, was von einem Foto Leukerts vor dem Poster "Nazis blockieren" begleitet wird. In der Diktion des Neuen Deutschland handelte es sich insofern auch nicht um einen regulären politischen Vorgang, sondern um einen "Coup", die verantwortliche SPD-Abgeordnete habe sich "hinters Licht führen" lassen. Beim Leser soll so offenbar weiterhin der Eindruck erzeugt werden, dass es sich bei den Vereinsmitgliedern um eine Form von Polit-Kriminellen handelt, die lediglich "harmlos klingen". Einen einzigen konkreten Vorwurf, was das Forum Sozialer Inklusion Schlimmes verbrochen habe, nennt Gesterkamp nicht. Stattdessen bleibt es bei dem altbekannten Gepolter, dass "Maskulinisten", wenn sie von "Freiheit" und "Zivilgesellschaft" sprächen, "meist rückwärtsgewandte geschlechterpolitische Positionen" im Sinne hätten. Auch für diese Unterstellung fehlt jeder Beleg.

In den letzten Absätzen des Artikels wird die Hoffnung laut, dass dem Forum Soziale Inklusion zugesagte Zahlungen doch noch zurückgezogen werden. Offenbar soll der momentan angeschlagene Krawall zu genau dieser Entwicklung führen. Der LINKEN-Politiker Leutert äußert unverhohlen seine Erwartung, dass die zugesagten Gelder nicht ausbezahlt würden, da der Verein ja nun als "Trojanisches Pferd" kenntlich gemacht worden sei. Gesterkamp selbst scheint es besondere Sorge zu bereiten, dass das Forum Soziale Inklusion die Fördergelder für einen neuen Genderkongress im Jahr 2021 einsetzen wird. In diesem Zusammenhang raunt er davon, dass mögliche Zahlungen verhindert werden könnten, wenn sie Förderrichtlinien widersprächen. Inwiefern das für einen Genderkonkgress gelten sollte? Auch darüber erfährt der Leser wenig.

Alles in allem ist Gesterkamps Artikel zunächst einmal Ausdruck hilfloser Wut. Die Flut solcher rufmörderischer Artikel in den letzten Tagen legt indes den Verdacht nahe, dass das Forum Soziale Inklusion in den Köpfen so vieler Menschen wie möglich grundsätzlich mit Begriffen wie "Frauenfeindlichkeit" und "Heimtücke" assoziiert werden soll. Durch die Rhetorik der letzten beiden Wochen schimmert ja immer wieder das Argument durch: Kerle, die Frauenhass verbreiten, sind schlimm, aber Aktivisten, die von einem zivilgesellschaftlichen Dialog sprechen, sind noch viel schlimmer, denn diese Schweine verbergen den Frauenhass, von dem sie ganz bestimmt insgeheim besessen sind, sogar noch! Frauenhasser UND verlogen, wie ekelhaft ist DAS denn?

Ich fürchte mit Menschen, die auf dieser Schiene polemisieren, ist ein vernünftiger Dialog wirklich schwer möglich. Eigentlich bräuchte jeder nur den mit Hass durchtränkten Artikel Thomas Gesterkamps und die Veröffentlichungen des Forums Soziale Inklusion selbst miteinander vergleichen, und es ist offensichtlich, wer auf welcher Schiene unterwegs ist.

Die gute Nachricht ist, dass die Leserschaft des Neuen Deutschlands allmählich wegstirbt. Viel mehr Plattformen hat Gesterkamp nicht, bei denen er seine absurde Hetze loswerden kann. Ich schätze, schon jetzt erreicht sie fast nur noch die Leute, die die Berliner Mauer ernsthaft für einen "antifaschistischen Schutzwall" gehalten haben.

Die "Fairness-Stiftung" beschäftigt sich eingehender mit der Problematik des Rufmords nicht nur bei politischen Auseinandersetzungen.



2. Auf Youtube wurde gestern ein Radiobeitrag online gestellt, in dem ab Minute 22 ein männlicher Teilnehmer einer Talkrunde von seiner Vergewaltigung durch eine Frau spricht. Manch einer würde wohl auch diesen Beitrag als klar frauenfeindlich etikettieren.



3. Ähnlich "frauenfeindlich" ist ein halbstündiges Feature in der ARD-Mediathek, das sich erschreckenderweise ebenfalls für Scheidungsväter einsetzt und dabei auch die gängigen Vorurteile gegen sie erwähnt – von weiblicher wie von männlicher Seite: Alleinerziehende Väter - "Sieh zu, wie du klarkommst!"



4. Der SWR-Intendant Kai Gniffke lehnt den Genderstern als "künstlich und irritierend" ab:

"Bei der gesprochenen Variante des Gendersterns – also der kurzen Pause innerhalb des Wortes – sind wir im SWR sehr kritisch", teilte Intendant Kai Gniffke am Montag mit. "Es wirkt künstlich und ist aus meiner Sicht dazu angetan, große Teile unseres Publikums zu irritieren, vielleicht sogar zu verärgern." Dann wirke die Sprache nicht mehr integrierend, sondern schließt Menschen eher aus.




5. Der Rapper Bushido berichtet in einem Gerichsprozess über seine familiäre Situation:

Überhaupt habe seine Frau eine sehr dominante Rolle in der Beziehung. "Meine Frau verwaltet die Haushaltskasse" gab er zur Erklärung an. Als nach dieser Aussage verhaltenes Gelächter zu hören war, fügte er noch hinzu: "Alle machen immer auf harte Kerle, aber zu Hause hat die Frau die Hosen an."




6. Das US-amerikanische Zentrum für die Integrität von Staatsanwälten beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit einem Tabuthema: der Häufigkeit von Falschbeschuldigungen häuslicher Gewalt und ähnlichen Delikten.

Eine kürzlich von YouGov durchgeführte nationale Umfrage zeigt, dass 8 % der Amerikaner angeben, fälschlicherweise häuslicher Gewalt, Kindesmissbrauch, sexueller Übergriffe oder anderer Formen von Missbrauch beschuldigt worden zu sein. Die 2.407 Umfrageteilnehmer waren repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung der USA. Die Zahl von 8 % repräsentiert 20,4 Millionen Erwachsene.

In 62 % der Fälle waren die falschen Ankläger nach eigenen Angaben weiblich. Häufig wurde die falsche Anschuldigung im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit erhoben - in 27 % der Fälle.

Ähnliche Prozentsätze von fälschlich beschuldigten Personen wurden in den verschiedenen Altersgruppen, ethnischen Kategorien und geografischen Gebieten beobachtet. In anderen demografischen Kategorien wurden jedoch erhebliche Unterschiede festgestellt.

Die Umfrage ergab ein starkes geschlechtsspezifisches Gefälle - 11 % der Männer gegenüber 6 % der Frauen gaben an, fälschlicherweise beschuldigt worden zu sein.

Abnehmende Prozentsätze von Falschbeschuldigungen wurden je nach Bildungsgrad beobachtet. Personen ohne Hochschulabschluss meldeten höhere Zahlen (8 %) als Personen mit Hochschulabschluss (7 %) oder postgradualem Abschluss (3 %).

Eine Ausnahme von diesem rückläufigen Trend bildeten Personen mit "etwas" Hochschulbildung, von denen 11 % angaben, fälschlicherweise beschuldigt worden zu sein. Dieser höhere Prozentsatz spiegelt möglicherweise die Tatsache wider, dass viele beschuldigte Studenten von der Schule verwiesen werden oder sich dazu entschließen, diese zu verlassen, bevor sie ihren Abschluss machen können.

Weitere Analysen der Daten zeigen:

Höhere Zahlen wurden bei Personen mit einem Einkommen unter 40.000 Dollar (12%) festgestellt, verglichen mit Erwachsenen mit einem Einkommen von 40.000 bis 80.000 Dollar (7%) oder über 80.000 Dollar (8%).

Ein wesentlich höherer Prozentsatz falscher Anschuldigungen wurde bei Personen in einer Lebenspartnerschaft (15 %) festgestellt, verglichen mit Personen, die ledig (9 %), geschieden (9 %) oder verheiratet (7 %) waren.

Falsche Anschuldigungen waren ziemlich gleichmäßig auf die vier Missbrauchskategorien verteilt. Auf die Frage: "Wurde jemand, den Sie kennen, jemals fälschlicherweise beschuldigt?", antworteten die Befragten wie folgt:

Häusliche Gewalt: 17%

Kindesmissbrauch: 17%

Sexuelle Übergriffe: 16%

Andere Form des Missbrauchs: 11%

Falsche Anschuldigungen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Justiz dar. Laut dem National Registry of Exonerations (Nationales Register für Entlastungen) sind falsche Anschuldigungen und Meineide der häufigste Faktor für ungerechtfertigte Verurteilungen und machen 59 % dieser Fälle aus.

Falsche Anschuldigungen schaden dem sozialen Ansehen, den Karriereaussichten und der psychischen Gesundheit der Angeklagten, mindern die Glaubwürdigkeit zukünftiger Opfer und untergraben die Integrität unseres Rechtssystems.

(…) Die vollständigen Umfrageergebnisse können online eingesehen werden. Das Center for Prosecutor Integrity (Zentrum für die Integrität von Staatsanwälten) fordert Staatsanwälte, Gesetzgeber, College-Administratoren und andere auf, daran zu arbeiten, die aktuelle Epidemie falscher Anschuldigungen zu beenden.




7. Das liberale Magazin Reason berichtet über aktuelle Forschung zu der Geisteshaltung, sich selbst vor allem als Opfer wahrzunehmen:

Viele Kommentatoren haben argumentiert, dass eine aufkommende "Opferkultur" Menschen dazu anregt, sich selbst als schwach, traumatisiert und geschädigt zu sehen. In der Hochschulbildung wurde dies mit verstärkten Forderungen nach spezifischen Vorkehrungen wie Trigger-Warnungen (die nicht funktionieren) und der Überwachung von Mikroaggressionen (die schlecht durchdacht ist) in Verbindung gebracht.

Was aber, wenn dies nicht nur ein Trend ist, sondern ein ganzer Persönlichkeitstyp? Eine neue Arbeit in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Personality and Individual Differences" postuliert eine Tendenz zur interpersonellen Opferrolle (TIV), einen Archetyp, der durch mehrere wirklich toxische Eigenschaften definiert ist: ein pathologisches Bedürfnis nach Anerkennung, eine Schwierigkeit, sich in andere einzufühlen, Gefühle der moralischen Überlegenheit und, was besonders wichtig ist, ein Durst nach Rache.

"Die Ergebnisse ... deuten darauf hin, dass die Opferrolle eine stabile und bedeutsame Persönlichkeitstendenz ist", schreiben die Autoren der Studie, ein Quartett von Wissenschaftlern der Tel Aviv University, der Hebrew University of Jerusalem und der University of Pennsylvania.

Die Forscher baten mehrere hundert Teilnehmer um eine Reihe von psychologischen Experimenten, um ihre Annahmen zu testen. Die Ergebnisse sollten mit Vorsicht genossen werden - die sozialpsychologische Forschung leidet unter den notorisch heiklen Replikationsproblemen, da diese Art von Experimenten nicht immer ein guter Ersatz für die untersuchte Sache ist. In einem der Experimente dieser Arbeit teilte zum Beispiel ein Computer einen Geldtopf zwischen sich selbst und einem menschlichen Teilnehmer auf; diese Person wurde in dem Glauben gelassen, der Computer sei ebenfalls ein menschlicher Teilnehmer. Manchmal wurde der Topf ungleichmäßig aufgeteilt, und der menschliche Teilnehmer hatte die Möglichkeit, sich zu rächen, indem er den Topf des Computers verkleinerte, ohne seinen eigenen zu bereichern. Die Forscher entdeckten, dass Teilnehmer, die mit höheren TIV-Werten klassifiziert wurden, in diesem Szenario "stark mit Racheverhalten assoziiert" waren.

TIV war auch "mit einem erhöhten Erleben von negativen Emotionen und der Berechtigung zu unmoralischem Verhalten verbunden".

Die Studie unterscheidet TIV von Narzissmus. Narzisstische Personen erleben auch moralische Überlegenheit und Rachegelüste, aber diese Gefühle entspringen eher dem Glauben, dass ihre Autorität, ihre Fähigkeiten oder ihre Grandiosität untergraben werden. TIV hingegen ist mit einem niedrigen Selbstwertgefühl verbunden. Und während Narzissten nicht zum Opfer gemacht werden wollen, schlagen Personen mit hoher TIV um sich, wenn ihre Opferrolle in Frage gestellt wird.

"Die Selbstdarstellung von High-TIV-Personen ist die eines schwachen Opfers, das verletzt wurde und deshalb Schutz braucht", schreiben die Autoren. "Bedrohungen für High-TIV-Individuen beziehen sich auf alles, was ihr Selbstbild der moralischen Überlegenheit untergraben kann; oder was bei ihrer Umgebung Zweifel hervorruft, ob das Vergehen stattgefunden hat, die Intensität des Vergehens, oder ihre Exklusivität als Opfer."

Der Psychologe Scott Barry Kaufman schreibt im Scientific American, dass "die Forscher das Erleben von Trauma und Viktimisierung nicht mit dem Besitz einer Opferhaltung gleichsetzen. Sie weisen darauf hin, dass sich eine Opferhaltung entwickeln kann, ohne ein schweres Trauma oder eine Viktimisierung zu erleben."

Kaufman fährt fort:

"Wenn Sozialisationsprozesse Individuen eine Opferhaltung einflößen können, dann können sicherlich dieselben Prozesse den Menschen eine persönliche Wachstumshaltung einflößen. Was wäre, wenn wir alle in jungen Jahren lernen würden, dass unsere Traumata uns nicht definieren müssen? Dass es möglich ist, ein Trauma erlebt zu haben und dass die Opferrolle nicht den Kern unserer Identität ausmacht? Dass es sogar möglich ist, an einem Trauma zu wachsen, ein besserer Mensch zu werden und die Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben, dazu zu nutzen, anderen, die in einer ähnlichen Situation waren, Hoffnung und Möglichkeiten zu geben? Was wäre, wenn wir alle lernen würden, dass es möglich ist, einen gesunden Stolz auf die eigene Gruppe zu haben, ohne Hass auf die andere Gruppe zu empfinden? Dass es sich auszahlt, selbst freundlich zu sein, wenn man Freundlichkeit von anderen erwartet? Dass niemand ein Recht auf irgendetwas hat, aber wir alle es wert sind, als Menschen behandelt zu werden?"

Menschen zu ermutigen, sich nicht durch ihre Traumata - ob real oder eingebildet - zu definieren, scheint ein guter Rat zu sein. Aber wenn die traumatisierte Person es ablehnt, ihren Opferstatus in Frage zu stellen und diejenigen bestrafen will, die ihn ihr wegnehmen wollen, könnte es eine Herausforderung darstellen, diesen Ratschlag zu vermitteln.


Die Website Psypost, die sich den jüngsten psychologischen Erkenntnissen widmet, berichtet ebenfalls über diese Untersuchungen und fügt abschließend hinzu:

Die Autoren schlagen vor, dass es für zukünftige Studien besonders interessant wäre, zu untersuchen, was passiert, wenn Menschen mit hoher TIV in Machtpositionen gelangen. Die Forscher fragen sich, ob Führungspersonen mit dieser anhaltenden Tendenz, sich selbst als Opfer zu sehen, sich eher geneigt fühlen könnten, sich "auf rachsüchtige Weise" zu verhalten.


Montag, Dezember 21, 2020

Annalena Baerbock (Grüne): "Ich traue mir das Kanzleramt zu" – News vom 21. Dezember 2020

1. Durch diverse Medien ging gestern die Meldung, dass sich die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock gut vorstellen kann, Bundeskanzlerin zu werden. Grundlage hierfür ist dieses Interview mit der "Bild am Sonntag", in dem Baerbock keinen Hehl daraus macht, für welches Geschlecht sie sich als Kanzlerin einsetzen würde. Allerdings bereiten die Fragen der "Bild"-Redakteure ihren Sexismus vor.

Bild-Zeitung: Wenn der Ehemann oder Vater prügelt, ist Weihnachten für Frau und Kinder die gefährlichste Zeit. Was heißt das im Weihnachtslockdown?

Baerbock: In einigen Familien sicher nicht Gutes. Schon im ersten Lockdown sind die Fälle von häuslicher Gewalt explodiert. Gut, dass die Kinder- und Jugendhilfe dies Mal offen bleibt und mehr Not-Hotlines geschaltet wurden. Aber wir alle sind gefragt: Wenn aus der Nachbarwohnung Angstgeschrei kommt, den Mut aufbringen, klingeln oder Polizei rufen."

Bild-Zeitung: Die Frauenhäuser haben oft keine Plätze mehr.

Baerbock: Städte und Kommunen sollten Hostels und Jugendherbergen anmieten, damit keine schutzsuchende Frau mehr abgewiesen wird. Frauen und Kinder haben ein Recht auf Schutz, das darf nicht an knappen staatlichen Kassen scheitern. SPD und Union müssen diesen Rechtsanspruch endlich im Sozialgesetzbuch einführen, damit auch arme Kommunen genug Plätze in Frauenhäusern bereitstellen können. Passiert das nicht, hat das für uns in einer Regierung nach der Bundestagswahl Priorität.


Schön, dass Baerbock derart deutlich macht, wer in Deutschland ein "Recht auf Schutz" hat und wer nicht. Hierzulande genügt das, um zur Kanzlerin gewählt zu werden.



2. Die Frankfurter Allgemeine hat die FDP-Politikerin Linda Teuteberg interviewt. Auch hier ein Auszug aus dem Gespräch, das leider nur im Anriss online steht:

Frankfurter Allgemeine: Darf der Staat Firmen eine Frauenquote vorschreiben, damit die Vorstände weiblicher werden?

Linda Teuteberg: Jede Institution, ob Partei oder Unternehmen, tut gut daran, das Potential der Frauen zu nutzen. Eine vorgegebene Quote ist dafür allerdings nicht das richtige Instrument. Zugleich ist mehr Vielfalt kein Zufall, sondern eine Führungsaufgabe. In unserer Partei haben wir dazu Zielvereinbarungen für die unterschiedlichen Ebenen, schreiben aber nicht das Ergebnis von Wahlen vor. Im Übrigen schlage ich dringend vor, das Wort "Frauenförderung" zu tilgen, da es suggeriert, dass sich Frauen im Wettbewerb nicht durchsetzen könnten. Im Gegenteil brauchen wir für mehr Vielfalt auch mehr Wettbewerb. Normalität im besten Sinne hieße: Geschlecht ist weder Makel noch Verdienst. Tatsächlich wird unbewusst oft das Männliche zum Maß gemacht. Diese Voreingenommenheit zu überwinden ist anstrengend, aber jede Mühe wert. Schließlich ist Emanzipation ein liberales Projekt.

Frankfurter Allgemeine: Sie selbst wurden dieses Jahr Opfer von alten weißen Männern, die Ihnen das Amt der FDP-Generalsekretärin genommen haben.

Linda Teuteberg: Damit beschäftige ich mich nicht, sondern schaue nach vorn (…).




3. Bei den "Ruhrbarone" erklärt der WDR-Moderator Michael Westerhoff, warum die Medien kein Gendersternchen verwenden sollten. Der Artikel ist absolut lesenswert und geht über die altbekannte Kritik an der feministischen Sprache deutlich hinaus. Deutlich sind auch die Leserkommentare.



4. Das Blog Uepsilonniks hat einen Text von Lucas Schoppe aus einer Kommentarspalte aufgegriffen, damit er dort nicht untergeht:

Mir ging es grundsätzlich darum zu zeigen, dass der Begriff "Antifeminismus" völlig inhaltsleer ist. Gerade deshalb lässt er sich ja auch gut völlig beliebig verwenden. Er ist wiederum deshalb inhaltsleer, weil auch der Begriff "Feminismus" keine klare Bedeutung hat.

Steht er dafür, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sein sollen? Dann sind die letzten verbliebenen Antifeministen, neben ein paar marginalen Winzgruppen, die Mütterlobbys und die unterstützenden Parteien, Grüne, Linke, SPD. Das wollte Ulle Schauws jedoch offenbar nicht sagen. Was aber dann?

Steht er für die Meinung, dass sich gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse grundsätzlich als Herrschaft von Männern über Frauen beschreiben lassen? Dann ist sein Kern eine sachliche Einschätzung, die man richtig oder eben auch mit guten Gründen falsch finden kann, ohne dadurch "anti" zu werden. Wer es für widerlegt hält, dass die Erde eine Scheibe ist, wird deswegen ja auch nicht als "Antischeibler" bezeichnet.

Tatsächlich geht es, wie breakpoint ja auch schon andeutet, einfach darum, Kritik beliebig abwehren zu können. Feminismus ersetzt so in einem bestimmten Milieu tatsächlich die Religion, und "Wie hältst Du’s mit dem Feminismus?" wird dort zu einer neuen Gretchenfrage, auf die niemand einer Gegenfrage ("Mit welchem denn?") rechnet.

Deshalb hatte ich nachgesehen, wie der Begriff „Antifeminismus“ denn historisch verwendet wird, um vielleicht dort etwas mehr Klarheit zu finden. Hedwig Dohm war eine zentrale Figur der bürgerlichen Frauenbewegung, und Fabrikantentochter. Sie hat mit ihrer "Antifeministen"-Beschreibung Männer eines ganz bestimmten, winzigen, großbürgerlichen Milieus im Kopf. Der Begriff "Arbeiter" kommt in ihrer Schrift überhaupt nicht vor. ("Arbeiterin" nur ein paar Mal.)

Bezeichnend ist, dass dieser radikal verengte Blick heute – in einer Gesellschaft, die nicht mehr durch die starren Strukturen des Kaiserreichs geprägt ist – sich nicht etwas erweitert hat, sondern dass er zum EINZIGEN als legitim präsentierten Blick der Geschlechterpolitik geworden ist. Zu Dohms Zeiten hingegen gab es wenigstens noch eine proletarische Frauenbewegung, von der heute nichts mehr übrig ist.

Das heißt: Eine Gruppe wie das Forum Soziale Inklusion kann mit dieser Bezeichnung gar nicht gefasst werden – die Männer (und auch Frauen), die dort aktiv sind und vertreten werden, kommen faktisch im etablierten Diskurs der Geschlechterpolitik überhaupt nicht vor. Die Diskreditierung durch die Bezeichnung "Antifeministen" funktioniert nur, weil sich alle längst daran gewöhnt haben, dass diese Bezeichnung eigentlich völlig inhaltsleer ist. Sie bedeutet faktisch nichts anderes als: Die gehören nicht zu uns.

Zugleich ist es ein Signal an Dritte: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!

Der Blick des heutigen Feminismus auf Männer reproduziert so mit erstaunlicher Genauigkeit den Blick von Töchtern aus gutem Hause, die auf der Suche nach geeigneten Heiratskandidaten sind. Wahrgenommen werden Männer mit einem besonders hohen sozialen Status, so dass völlig selbstverständlich Quoten in Vorständen, aber nicht etwa in den Schulen oder gar in gesundheitsgefährdenden Berufen gefordert werden. Der weitaus größte Teil der Männer kommt dort überhaupt nicht vor – was auch erklärt, dass an den meisten Männern rituelle feministische Aufregungen spurlos vorbeisausen, wenn sie nicht gerade als Trennungsväter oder Gewaltopfer direkt mit ihren Konsequenzen konfrontiert sind.




5. Indische Männerrechtler haben durchgesetzt, dass eine Reklame, die häusliche Gewalt gegen Männer propagiert, zurückgezogen wird.



6. Einer Studie zufolge, die im British Journal of Psychology veröffentlicht wurde, reagieren beide Geschlechter weniger positiv auf Forschungsergebnisse, die eine Überlegenheit von Männern gegenüber Frauen zeigen:

"Ich habe viel über die Evolution der menschlichen Geschlechtsunterschiede geschrieben und geforscht, daher bin ich mir der vielen Kontroversen bewusst, die durch Behauptungen über Geschlechtsunterschiede im Laufe der Jahre ausgelöst wurden", sagte Studienautor Steve Stewart-Williams (@SteveStuWill), ein außerordentlicher Professor an der University of Nottingham Malaysia.

"Eine Sache, die mir aufgefallen ist - und ich bin mir sicher, dass es vielen Leuten so geht - ist, dass sich die Kontroversen fast immer um Behauptungen drehen, die Männer in ein besseres Licht rücken als Frauen, und nicht umgekehrt. Das ist vielleicht nicht allzu überraschend, wenn man unsere lange Geschichte des Sexismus gegen Frauen bedenkt und wenn man die Forschung in der Sozialpsychologie bedenkt, die nahelegt, dass Menschen oft positivere Klischeevorstellungen von Frauen hegen, sich mehr Sorgen über Schäden für Frauen machen und Frauen mehr beschützen als Männer."

"Aber obwohl es mir ziemlich offensichtlich erschien, dass die Menschen sich mit männer- statt frauenbegünstigenden Geschlechtsunterschieden weniger wohl fühlen, wurde mir klar, dass viele Leute denken, dass es umgekehrt ist: dass die Menschen eher männerbegünstigende Unterschiede akzeptieren - oder dass jeder Unterschiede bevorzugt, die das eigene Geschlecht begünstigen. Für mich sah es also so aus, als ob die Welt auf eine Art und Weise funktioniert, aber viele Leute darauf beharren, dass sie anders ist. Das war es, was mein Interesse an dem Thema geweckt hat."

In der Studie wurden 492 Teilnehmer - die meisten von ihnen wohnten in den USA, Großbritannien oder Kanada - gebeten, einen (gefälschten) populärwissenschaftlichen Artikel sorgfältig zu lesen, der über einen Geschlechtsunterschied entweder in der Zeichenfähigkeit oder in der Lügenhäufigkeit berichtete. Eine Version jedes Artikels behauptete, dass Männer besser als Frauen abschneiden, während eine andere Version behauptete, dass Frauen besser als Männer abschneiden.

Nach der Lektüre der Artikel füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, um ihre Einstellung zu den Ergebnissen zu ermitteln. Sie gaben auch an, wie sie dachten, dass der durchschnittliche Mann und die durchschnittliche Frau auf die wissenschaftlichen Untersuchungen reagieren würden.

Stewart-Williams und seine Kollegen fanden heraus, dass beide Geschlechter weniger positiv reagierten, wenn der Artikel über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen berichtete, als wenn er über die Unterschiede zwischen Frauen und Männern berichtete.

"Die Studie hat zwei Hauptaussagen. Die erste ist, dass, wie wir vermutet haben, Menschen weniger positiv auf Geschlechtsunterschiede reagieren, die Männer bevorzugen, als auf solche, die Frauen bevorzugen. Zum Beispiel betrachten Menschen hypothetische Untersuchungen, die behaupten, dass Männer besser zeichnen oder weniger lügen als Frauen, als beleidigender, schädlicher und ärgerlicher als hypothetische Untersuchungen, die die gleichen, aber gegenteiligen Behauptungen aufstellen. Außerdem halten sie die Behauptungen, die Männer bevorzugen, für weniger wichtig und weniger plausibel", so Stewart-Williams gegenüber PsyPost.

"Die zweite Erkenntnis ist, dass die Menschen sehr schlecht darin sind, vorherzusagen, wie der durchschnittliche Mann und die durchschnittliche Frau auf solche Untersuchungen reagieren werden. Insbesondere sagen sie voraus, dass beide Geschlechter Unterschiede, die ihr eigenes Geschlecht bevorzugen, stark bevorzugen werden, wenn tatsächlich Frauen nur mäßig Unterschiede bevorzugen, die das eigene Geschlecht bevorzugen, und Männer mäßig Unterschiede, die Frauen bevorzugen."

Die Forscher replizierten praktisch alle Ergebnisse in einer zweiten Studie mit 336 Teilnehmern aus Südostasien. Der einzige Unterschied, den sie beobachteten, war, dass die südostasiatischen Teilnehmer tendenziell etwas positiver auf die Forschung reagierten als die westlichen Teilnehmer.

"Eine mögliche Implikation dieser Ergebnisse ist, dass Forschung, die geschlechtsspezifische Unterschiede zu Gunsten von Männern untersucht, es etwas schwerer haben könnte, finanziert, veröffentlicht oder in den Mainstream-Medien behandelt zu werden. In gewisser Hinsicht könnte das eine gute Sache sein; wir wollen nicht versehentlich sexistische Stereotypen verstärken", sagte Stewart-Williams.

"Auf der anderen Seite könnte die Tendenz, die Wissenschaft über Geschlechtsunterschiede zu verzerren, es schwieriger machen, Interventionen angemessen zu gestalten. Obwohl es also dem Wunsch entspringt, Frauen zu schützen, ist es nicht unbedingt im besten Interesse der Frauen. Eine genaue Sicht der Dinge ist unsere beste Chance, die Welt zu einem besseren Ort zu machen."

"Eine zweite Implikation ist, dass die Menschen das Ausmaß, in dem Männer und Frauen zu eigengeschlechtlichen Vorurteilen neigen, stark überschätzen. Es scheint unwahrscheinlich, dass dies harmonische Beziehungen zwischen den Geschlechtern fördern würde. Eine genauere Betrachtung der Situation könnte also dazu beitragen, Antagonismen zwischen Männern und Frauen abzubauen, was für alle Beteiligten von Vorteil wäre. Auch hier ist eine genaue Sichtweise das Beste, was wir tun können", so Stewart-Williams weiter.

Wie bei allen Untersuchungen gibt es auch bei der Studie einige Einschränkungen. Teilnehmer bei beiden Studien waren politisch linker eingestellt, gebildeter und weniger religiös als die Gesamtbevölkerung, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Aber die Forscher haben kürzlich drei weitere Studien abgeschlossen, die die Ergebnisse replizierten. Die neue Forschung wird vor der Veröffentlichung wissenschaftlich überprüft.

"Unsere neuen Studien haben sich auch mit verschiedenen anderen Fragen beschäftigt. Eine davon ist, ob die Reaktionen der Menschen auf Forschung zu Geschlechtsunterschieden zum Teil durch das Geschlecht des leitenden Forschers geprägt sind. Die gute Nachricht ist, dass wir im Gegensatz zu dem, was viele erwarten würden, keine Hinweise darauf gefunden haben, dass Menschen weniger positiv auf Forschung reagieren, die von einer weiblichen Forscherin geleitet wird als von einem männlichen Forscher", sagte Stewart-Williams.

"Wir fanden jedoch vorläufige Hinweise darauf, dass Menschen weniger positiv auf Forschung reagieren, die von einem Mann geleitet wird, wenn die Forschung einen männerfreundlichen Unterschied bei einem hoch geschätzten Merkmal findet. Männerbegünstigende Forschung ist also im besten Fall schlecht, aber sie könnte noch schlechter sein, wenn sie von einem männlichen Forscher stammt.

Eine andere Frage, die wir untersuchen, ist, warum Menschen weniger positiv auf männer- als frauenbegünstigende Geschlechtsunterschiede reagieren. Unsere jüngste Studie deutet darauf hin, dass es fast ausschließlich daran liegt, dass männerbegünstigende Unterschiede als schädlicher für Frauen angesehen werden als frauenbegünstigende Unterschiede für Männer. Wir haben auch herausgefunden, dass die Wahrnehmung der Schädlichkeit der Forschung dazu beiträgt, die Wahrnehmung ihrer Qualität zu prägen - fast so, als ob die Leute denken: 'Die Ergebnisse sind schädlich, also war die Studie schlecht gemacht'", erklärt Stewart-Williams.




7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ich verfolge Ihren interessanten Blog nun schon eine Weile und möchte meinen Dank für Ihre Arbeit hiermit ausdrücken.

Heute erlaube ich mir den Hinweis auf eine aufschlussreiche Dokumentation der BBC: The Schools That Chain Boys. Es geht um Kindesmisshandlung (Jungs) im Sudan an religiösen Schulen. Thematisch eventuell dem ganzen #BringBackOurGirls Komplex zuzuordnen (naja, im weitesten Sinne).

Als Warnung muß ich hinzufügen, das manche Bilder sehr schockierend sind. Eventuell ist diese Dokumentation ja für Ihre Leserschaft ebenfalls interessant.

Viel Erfolg mit Ihrem Blog weiterhin!


Samstag, Dezember 19, 2020

Die Welt: "Die Erfindung des Männerhasses" – News vom 19. Dezember 2020

1. In einem "Welt"-Artikel, der leider nur im Anriss online steht, beschäftigt sich Marlen Hobrack mit der Erfindung des Männerhasses, wobei sie die aktuellen Buchveröffentlichungen von Veronika Kracher, Susanne Kaiser und Pauline Harmange als Aufhänger nimmt. Dabei erwähnt Hobrack Erkenntnisse, auf die die maskulistische Bewegung seit mittlerweile acht Jahren hinweist: Das Feindbild vom "Untermenschen" Mann kam nicht erst mit dem Feminismus auf, sondern ist gute 200 Jahre alt:

Der Soziologe Kucklick spricht von einer negativen Andrologie, die sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts herausbildet. Der Mann ist darin keineswegs das Vernunftwesen, als das er rückblickend so gern beschrieben wird. Zwar existiert um 1800 das Ideal des rational denkenden und handelnden Mannes, allein, man zweifelt daran, dass der Mann es einlösen kann. Der Mann wird vielmehr mit Eigenschaften des "Wilden" versehen, der durch eine zivilisierende Kraft gezähmt werden muss: die Frau. Gerade weil sie nicht von den Prozessen der Moderne betroffen ist (weil sie außerhalb der Kultur steht), kann sie den Mann gleichsam heilen und zivilisieren.

Kucklick meint, dass sich der feministische Blick auf diesen Diskurs einseitig auf die beschränkte Rolle der Frau richtet – aber nicht erkennt, dass die Rolle des Mannes nicht weniger beschränkt gedacht wurde – und dabei viel negativer besetzt war. Er bestreitet nicht, dass diese negative Andrologie auch Sexismus gegen Frauen erzeugt. Von der Aufwertung des Mannes könne aber keine Rede sein.

Man könnte sagen: In der Sattelzeit um 1800 stellt sich ein Unbehagen gegenüber dem männlichen Geschlecht ein, das bis heute anhält und sowohl im Diskurs von Feministinnen wie von Männerrechtlern und Rechten nachhallt. Dass der Mann als Hassobjekt diskutabel ist, ist demnach keine Folge des Feminismus, sondern eines viel älteren Diskurses. Deswegen erzeugt Pauline Harmanges "Ich hasse Männer" zwar Aufsehen, disqualifiziert die Autorin aber nicht für Interviews in Feuilletons. Wäre es andersherum vorstellbar?

(…) Kehren wir zum Anfang zurück, zur Männlichkeit als Chiffre für die Verwerfungen der Gegenwart. Hegen wir nicht noch immer die Hoffnung, dass sich die Welt verbesserte, wenn sich das unverbesserliche Objekt Mann endlich in eine vernünftige Geschlechterordnung einbinden ließe? Die negative Andrologie wirkt fort, nur glauben wir insgeheim, das Problem mit dem Mann ließe sich durch die diskursive Überwindung des biologischen Geschlechts am Ende buchstäblich in Luft auflösen.

Tatsächlich aber stecken wir in einer Sackgasse, die nicht durch Männerhass à la Harmange beseitigt wird. Müssen wir am Ende schlicht lernen, den Mann völlig neu zu denken?


Ich finde: Ja, das müssen wir. Verrückterweise gilt man mit dieser Auffassung vor allem bei Feministinnen, die sich an 200 Jahren alten Strömungen orientieren, als reaktionär.



2. Zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen hat deren Generalsekretär, der sozialistische portugiesische Politiker António Guterres, eine Rede vor dem Bundestag gehalten. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet:

Studien würden beweisen, dass weibliche Regierungschefs ihre Länder besser durch die Corona-Pandemie geführt hätten. Das kann bezweifelt werden und verkennt die aktuelle Situation in Deutschland: Trotz wochenlanger Lockdown-Massnahmen steigen die Infektionszahlen. Merkels Regierung hat den Schutz der Risikogruppen versäumt und schöpft die Möglichkeiten der digitale Kontaktverfolgung von Infizierten nicht aus.

(…) Generell könne Frieden nur von Dauer sein, "wenn Frauen in allen Phasen des Prozesses mitwirken können", sagte Guterres und vergass, dass der bis heute andauernde Frieden in Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg von einer reinen Männerrunde ausgehandelt wurde.


Die Vorstellung, dass Frauen besser für den Weltfrieden wären als Männer, ist ohnehin ein sexistischer Mythos.



3. Kurz vor Weihnachten hat der deutsche Werberat noch ein paar Rügen wegen angeblich sexistischer Reklame verteilt, berichtet das Branchenmagazin Horizont und nennt die entsprechenden Fälle. Einige Beispiele:

Einer der Werbesünder ist (…) die RPS Trailer Rental GmbH aus dem thüringischen Triptis. Das Unternehmen hat einen Lkw mit einer überlebensgroßen und über die gesamte Fahrzeuglänge des Fahrzeugs abgebildeten nackten Frau in schwarz-weiß versehen, die sich sinnlich auf dem Boden räkelt. Der Text dazu lautet: "Genauer hinsehen lohnt sich": Das Urteil des Werberates: Die Frau werde als bloßes erotisches Objekt auf ihre sexuellen Reize reduziert.

Gleiches gilt für die Fahrzeug- und Internetwerbung der Spedition Bettina Hotz aus Straubenhardt im Schwarzwald, die die überdimensionierte Abbildung eines tätowierten Frauengesäßes in engen Hotpants zeigt. Die Reduzierung der ohne Kopf abgebildeten Frau auf die bloße Sexualität werde durch den daneben abgebildeten Spruch "… damit hintn a wos scheens dro hängt!" weiter unterstrichen, so der Werberat.

Die Spedition R. Möschner Möbeltransport GmbH aus Hallbergmoos in der Nähe von München erhält ebenfalls eine Rüge. Eine Eine Fahrzeug- und Internetwerbung zeigt die Abbildung der Rückenpartie einer Frau ohne Kopf, welche im Begriff ist, den Verschluss ihres Rocks zu schließen. In Zusammenhang mit dem verwendeten Slogan "professionell umziehen… da sitzt jeder Handgriff" werde die Frau auf ein bloßes, willenloses und verfügbares Objekt des An- und Entkleidens reduziert. "Der fehlende Produktzusammenhang verstärkt diese Herabwürdigung weiter", heißt es in der Begründung des Werberates weiter.


In einem Fall ering auch eine Rüge wegen vermeintlichem Sexismus gegen Männer. Die Firma Thomas Brunner hatte auf einem Plakat einen gut gebauten Mann mit nacktem Oberkörper und den begleitenden Worten "Mmmhh lecker …" dargestellt. Dies reduziere dem Werberat zufolge die gezeigte Person auf ihre sexuelle Wirkung.

Wenn sich Sexismus gegen Männer jemals darauf beschränken wird, dass man einen attraktiven Mann als attraktiv bezeichnet, können wir Männerrechtler unser Engagement guten Gewissens einstellen.



4. Der in Österreich ansässige Verein "Väter ohne Rechte" richtet einen offenen Brief an Professor Dr. Aigner, um damit auf dessen Artikel über das stillschweigende Zetrümmern der Männerpolitik in Österreich zu antworten. Martin Stiglmayr, Obmann des Vereins und Verfasser des Briefes, stimmt Aigners Beobachtungen zu, um sie dann mit eigenen Erfahrungen zu ergänzen:

Obwohl der Verein ausdrücklich überparteilich ist, wurde er immer in eine Nähe zur FPÖ gerückt, die es in Wahrheit nie gab. Dieses Faktum wurde von den Medien ebenso negiert, wie die Tatsache, dass der Verein sich immer für die Gleichbehandlung und Gleichberechtigung BEIDER Geschlechter eingesetzt hat. Von Anbeginn an war die Frauenquote im Verein annähernd gleich hoch wie die der Männer, die bei uns Unterstützung gesucht haben. Von einer einseitigen Ausrichtung kann daher nicht die Rede sein, ganz abgesehen davon, dass sich der Verein in erster Linie nicht um Väter oder Mütter gekümmert hat, sondern tatsächlich um das Kind und dessen Recht auf BEIDE Elternteile nach einer Trennung oder Scheidung. Die ausdrückliche Kompetenz des Vereins wurde von DiskussionsveranstalterInnen und den Medien konsequent missachtet. Das ging sogar soweit, dass Entgegnungen oder Hinweise auf unrichtige Berichterstattungen, die auf allgemein anerkannten wissenschaftlichen Studien basierten, einfach ignoriert wurden. Aus meiner Sicht wurden stattdessen ganz bewusst Fake News in den Medien kolportiert. Vermutlich wurden auch ganz bewusst keine VertreterInnen des Vereins in Fernsehsendungen eingeladen, weil deren Kompetenz die gewünschte Botschaft der, wie ich meine, oftmals politisch instrumentalisierten Medien, zumindest in Frage gestellt hätte. Nicht selten mussten wir hören, dass unsere Äußerungen leider nicht gedruckt werden dürfen, weil die Chefredaktion das abgelehnt hat.


Länderübergreifend läuft dasselbe Spiel: Wer sich für Männer einsetzt, wird zügig als Rechter verleumdet, und als Rechter wird er in den Leitmedien selbstverständlich nicht zitiert. Das Ergebnis ist eine große Zahl launiger Wortmeldungen in den sozialen Medien, die alle etwa so lauten: "Diskriminierte Männer? Bruahahah, euch Spinnern haben sie wohl ins Hirn geschissen! Wenn es so was gäbe, würde ich das ja wohl wissen, ich lese die Zeitung nämlich immer sehr aufmerksam!"



5. Der Professor für Strafrecht Holm Putzke (CSU) empfiehlt eine Buchrezension zum Thema Beschneidung von Dr. Bruno Köhler (MANNdat).



6. Boko Haram hat die in Nigeria entführten Jungen offenbar wieder freigelassen.



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Herr Hoffmann,

in der letzten Zeit habe ich in meiner Heimatstadt Hannover beobachten können, was passiert, wenn eine Stadtverwaltung ein konsequent feministisches Regime errichtet. Die Kommune bringt unter OB Belit Onay (DIE GRÜNEN) das Kunststück fertig, die bei Ihnen oft behandelten Themen Geldverschwendung durch Gender-Narreteien, Gleichstellungsbeauftragte und Obdachlose zu verquicken. Wie das geht? In Zeiten eines stark belasteten städtischen Haushalts stellt die Stadt Hannover sechs (!) neue Gleichstellungsbeauftragte ein, Kosten 120.000 Euro p.A. Nahezu gleichzeitig wird ein sehr erfolgreiches Obdachlosen-Projekt im Naturfreundehauses gestrichen, in dem die Männer nicht nur von der Straße geholt wurden, sondern auch teilweise in Jobs vermittelt wurden. Siebzehn Obdachlose saßen auf der Straße. Der Nachricht dieser Streichung folgte ein mittelgroßer Shitstorm, worauf die Stadt angekündigt hat, Ersatz zu schaffen. Kurz danach wurde publik, dass ein Betreiber einer Jugendherberge der Kommune seine brachliegenden Kapazitäten angeboten hatte, ohne nach ersten Gesprächen wieder etwas von den Verantwortlichen zu hören.

Ach ja: Zeitgleich zum Schließen des Naturfreundehauses mit den geschilderten Folgen verkündete Onay im Hinblick auf Flüchtlinge von den griechischen Inseln: "Wir haben Platz". Mehr Zynismus und Menschenverachtung geht nicht. Ich hoffe, alle Wähler in Städten, die vor Kommunalwahlen stehen und die mit dem Gedanken spielen, grün zu wählen, recherchieren, bevor sie das tun. Hannover ist ein schönes Beispiel für das wahre Gesicht dieser Partei.


Donnerstag, Dezember 17, 2020

Sexismus!? Hitzige Debatte um Wiener Klotür – News vom 17. Dezember 2020

1.
Auf Twitter gingen bereits vor einigen Tagen die Wogen extrem hoch. Im Hotel Donauwalzer in Wien-Hernals sorgten die Aufschriften auf zwei Klo-Türen für eine hitzige Sexismusdebatte. Während auf dem Herren-WC die Aufschrift "Bla" angebracht wurde, ist das Damen-WC mit "Bla bla bla" gekennzeichnet.

Dieser Umstand entfachte eine Diskussion, die unzählige User in zwei Lager teilte. Während die einen gleich einen Preis für die "sexistischste Toilette" vergeben wollten, sahen nicht wenige andere das Ganze eher mit Humor. Noch zwei Tage nach dem ersten Posting am 7. Dezember gaben User ihren ganz persönlichen Senf zu der Klo-Tür ab, die ohne Zweifel die Gemüter erhitzte.


Hier geht es weiter.



2. Während sich die üblichen Social Justice Warriors schon moralisch erhaben fühlen, weil sie eine Toilettentür anprangern, beherbergt eine Hamburger Hotelmanagerin seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Obdachlose.



3. Patricia Hecht kann es in der "taz" immer noch nicht fassen, dass nicht-feministische Männer-Aktivisten vom Familienministerium 400.000 Euro erhalten. Der Beitrag liefert keine nennenswerten neuen Informationen, die einen eigenen Artikel rechtferigen würden, sondern käut im Wesentlichen die bisherigen Beiträge Hechts zu diesem Thema wieder. Ob sie noch unter dem Weihnachtsbaum mit den Zähnen knirschen wird?

Wir springen deshalb gleich zu den Kommentaren unter dem Artikel, die zeigen, dass die Leser einmal mehr weiter sind als die Redaktion:

Fakt ist: es gibt mittlerweile gesellschaftspolitische Felder, auf denen Männer gegenüber Frauen systematisch benachteiligt sind. Genannt seien nur die völlige Abwesenheit von Hilfen bei häuslicher Gewalt gegen Männer (hier werden Männer immer noch stereotyp als Täter dargestellt - auch in diesem Artikel - obwohl auch durchaus viele Männer Opfer sind), familienrechtliche Hilfestellung nach Trennung, mangelnde Männerquoten in Bereichen wie Erziehung und Pflege und vieles mehr. Wer Gleichberechtigung will, sollte beachten, dass am Schluss des Prozesses alle gleich sind - und nicht etwa mindestens gleich, im Zweifel aber gern auch bevorzugt.

Ich würde mir wünschen, die taz legte eine ähnlich kritische Haltung an den Tag, wenn es um die Finanzierung feministischer Initiativen geht, die offen männerfeindlich eingestellt sind (die gibt es ja durchaus). Dieses ständige Gegeneinander bringt uns als Gesellschaft nicht weiter - im Gegenteil. Es gilt, einen zu echter Gleichberechtigung führenden Mittelweg zu fördern - und zwar Gleichberechtigung für alle Identitäten, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Status ...

Man kann über die Positionen des FSI durchaus geteilter Meinung sein. Dass aber alle gesellschaftlichen Gruppen in gleichem Maße gefördert werden sollten, sehe ich als selbstverständlich an. Speziell bei der Vertretung spezifisch männlicher Themen sehe ich da durchaus noch Bedarf.


Ich kann im Artikel keine Details finden, was wirft man dem Verein denn inhaltlich vor?


Bei seinem Interview beim Herrn Arne Hoffmann/Genderama gibt Riedmeier folgend an:

"Die Gesamtfassung des Einzelplans 17 des Bundeshaushalts (Budget des BMFSFJ für 2021 mit 13 Milliarden Euro) lag dem zuständigen Bundesministerium ca. zehn Tage lang zur Prüfung vor. Es wurde intensiv über den Antrag von Forum Soziale Inklusion zwischen den haushaltspolitischen Sprechern und Vertretern (m/w) des Ministeriums diskutiert. "

So unbeteiligt war das Ministerium offensichtlich nicht.


Ich bin gerne bereit, auch zukünftig die in den "taz"-Artikeln noch fehlenden relevanten Informationen nachzuliefern, möchte dann allerdings auch im Artikel selbst erwähnt werden. Um bei Interesse die Details zu besprechen, wenden Sie sich bitte an meine Medienabteilung.

Gut, ich ironisiere das hier, aber das sollte nicht verdecken, dass anhaltende Rufschädigungen, wie sie aktuell gegen die Mitglieder des Forums Soziale Inklusion stattfinden, oft ganz reale Folgen für die Opfer haben. In den siebziger Jahren wurde diese Form des Journalismus im Fall der Bild-Zeitung noch massiv kritisiert; Heinrich Böll hat darüber mit "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" einen vielbeachteten Roman geschrieben. Fast ein halbes Jahrhundert später gehören derartige Praktiken bei einer ganzen Reihe von Zeitungen zum Tagesgeschäft.

Dabei ist es nur EIN nicht dezidiert feministischer Verein, der für seinen Einsatz für Jungen und Männer jetzt auch vom Frauenministerium gefördert wird. Einer! Nirgendwo droht Gleichberechtigung! Insofern wäre es für einige Leute höchste Zeit, allmählich von den Bäumen runterzukommen.



4. Auch der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe nimmt sich dieses Themas in seinem aktuellen Beitrag an:

Der kleine gemeinnützige Verein "Forum Soziale Inklusion" wird im gerade beschlossenen Haushalt des Familienministeriums mit 400.000 Euro gefördert werden. Er setzt im Unterschied zu vielen etablierten Gruppen der Geschlechterpolitik auf eine Kooperation anstatt auf Konfrontation zwischen den Geschlechtern, und so hat er auch entschiedene politische Gegner. Ein irritierend selbstverständliches Zusammenspiel von Politikerinnen, Journalistinnen, scheinbar unabhängigen Aktivisten und Lobbyistinnen hat nun das Ziel, diesen Verein möglichst nachhaltig zu diskreditieren.

Da der Verein allerdings Positionen bezieht, die demokratisch, menschenfreundlich und an der Idee der Geschlechtergerechtigkeit orientiert sind, greift dieser Versuch auf substanzlose Vorwürfe zurück. Im modischen Sprachgebrauch: Er wird mit Fake News befeuert.

Ich bin Mitglied im Forum Soziale Inklusion und kenne die dort handelnden Personen gut, und so habe ich die Möglichkeit, die häufigsten dieser Fake News richtigzustellen. Das ist mir auch deswegen wichtig, weil mich die Skrupellosigkeit ärgert, mit der hier – aus etablierten Herrschaftspositionen des politischen Diskurses heraus – gezielt diskreditierende Falschinformationen über einen kleinen gemeinnützigen Verein verbreitet werden.


Hier geht es weiter. Nachdem Schoppe Punkt für Punkt die diversen Falschbehauptungen widerlegt, die derzeit gegen das Forum Soziale Inklusion im Umlauf sind, kommt er auf das gestern von Genderama angerissene Problem zu sprechen, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich mit derlei abstrusen Behauptungen ernsthaft auseinanderzusetzen. Schoppes Befund:

Der österreichische Rechtsaußen Jörg Haider hat seine politischen Gegner – so stellte es jedenfalls zu Haiders Lebzeiten einer dieser Gegner im Interview dar – mit einem eingeübten Diskursmanöver zur Verzweiflung getrieben, das ebenso skrupellos wie effektiv ist. Er reihte ganz selbstverständlich so viele Falschdarstellungen hintereinander, dass er seine Gegner damit vor eine sehr unglückliche Entscheidung stellte.

Sie konnten dann nämlich seine Darstellungen entweder Stück für Stück korrigieren, mussten dabei dann aber auch über jedes Stöckchen springen, dass er ihnen hinhielt, und sie kamen kaum dazu, souverän ihre eigene Position darzustellen.

Oder sie mussten Falschaussagen unkommentiert stehen lassen, wenn sie sich auf die Darstellung ihrer eigenen Position konzentrieren wollten.

Kemper, Reinhardt, Hecht, Schauws und andere agieren nun ähnlich wie Haider. Es ist eine Funktion des vorliegenden Beitrags, andere davon zu entlasten, Unterstellungen und Falschaussagen in jedem Einzelfall erneut widerlegen zu müssen, und ihnen die Möglichkeit zu geben, einfach auf diesen Text zu verweisen.




5. Während inzwischen auch CNN die Entführung von Schuljungen durch Boko Haram aufgreift, blamiert sich die Tagesschau damit, dass sie in der Überschrift ihrer Meldung darüber zunächst fälschlich von Schülerinnen spricht. Klar, mag man sich in der Redaktion dort gedacht haben: Wenn über solche Taten berichtet wird, dann doch nur, wenn es um weibliche Opfer geht. Die Überschrift wird später korrigiert.



6.
Eine Depression ist nicht gleich Depression – vor allem die Bewältigungsstrategien von Frauen und Männern unterscheiden sich deutlich. Männern neigen eher dazu, psychotherapeutische Hilfe abzulehnen. Wie hier mit einem geschlechtssensiblen Ansatz dennoch eine psychotherapeutische Versorgung ermöglicht werden kann, beleuchtet ein neues Fachbuch, mit verfasst von Prof. Georg Schomerus, Direktor der Klinik für Psychiatrie am UKL.


Hier geht es weiter.

kostenloser Counter