Donnerstag, Mai 07, 2026

taz fordert "Poller gegen Männer"

1. Ein Artikel von Gereon Asmuth in der "taz" zur Amokfahrt in Leipzig beginnt so:

Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Denn man stelle sich vor, der Amokfahrer von Leipzig hätte auch nur eine Spur von Migrationshintergrund. Oder präziser formuliert: eine Fluchtgeschichte aus einer irgendwie islamisch geprägten Region der Welt. Dann hätte Deutschland wieder eine Asyldebatte am Hals, die vor Rassismus nur so strotzen würde. Ganz nach dem Motto: Alles muss raus, was irgendwo anders verwurzelt ist als im urdeutschen Sumpf. Dann würden die üblichen Verdächtigen (Innenminister und so) wieder irgendwelche Gesetze schneller schärfen, als das jeder Messerschleifer könnte.


Nun könnte man sich denken: Ein Journalist, der die Strukturen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit so gut durchschaut wie Gereon Asmuth, der ist bestimmt immun dagegen. Der handelt bestimmt nicht selbst nach dem Motto: Alles muss raus aus mir, was in meinem eigenen Sumpf verwurzelt ist und was vor Sexismus so strotzt, damit irgendwelche Gesetze schnell geschärft werden können.

Falsch gedacht: Gereon Asmuth beschreibt sich selbst, nur bei ihm sind es Männer, die seine Einstellung zum Ausbruch bringen. Viele rhetorische Versatzstücke sind da, die einen Rassisten ausmachen würden, wenn sie gegen Menschen einer bestimmten Hautfarbe gerichtet wären statt gegen Menschen eines bestimmten Geschlechts: "Männer sind das Problem", sie litten unter einer "Psychose", der Begriff "toxische Männlichkeit" sei zu schwach, "tödliche Männlichkeit" sei besser und nach dem Muster Ich-kann-kein-Rassist-sein-mein-bester-Freund-ist-Ausländer heißt es zuletzt beschwichtigend, dass ja "nicht alle" so wären. Aber eine "gesamtgesellschaftliche Reflexion" sei natürlich dringend notwendig.

Scrollt man weiter, findet man von Gereon Asmuth einen weiteren Artikel mit der Schlagzeile "Die Verbrecher sind alle Männer". Mehr habe ich zu ihm nicht recherchiert, es war mir zu abstoßend und gruselig. Man findet bei der "taz" aber auch einen Artikel, der nicht von Gereon Asmuth stammt: "Taxifahrer und Geflüchteter überwältigen wohl Fahrer". Auf einen männlichen Täter kamen also mal wieder zwei männliche Helden. Nein, es sind mehr als zwei, denn aus diesem Artikel erfährt man: "Mehrere junge Männer hätten das Fahrzeug umstellt und eine Flucht des Täters verhindert."

Bemerkenswert, dass die "taz" hier keine "gesamtgesellschaftliche Reflexion" fordert. Die will man nur, wenn man die Leserschaft damit gegen andere Menschen aufhetzen kann – so wie ein strammer Rassist Zuwanderer auch nur als Bedrohung sieht und nicht ebenso als Gewinn.

Zumindest einige Leser zeigen in den Kommentaren unter Gereon Asmuths Artikel, dass sie durch dieses ständige Aufstacheln nicht blind vor Hass geworden sind. Einige kurze und treffende Beispiele:

Der Täter war zumindest derart selbstreflektiert, dass er sich aufgrund seiner psychischen Probleme selbst in eine Psychiatrie eingewiesen hatte. Dass die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung nicht erkannt wurde, scheint mir das eigentliche Problem zu sein. Typisch-Frau-Debatten haben sich übrigens als ebensowenig zielführend erwiesen als die hier losgetretene Typisch-Mann-Debatte und wird dem Leid der Opfer des Amoklaufs nicht gerecht.


Wenn migrantische Männer Attentate begehen, dann verweist die taz zurecht auf deren hohe psychische Belastung durch Traumata in ihrem Heimatland, während der Flucht und in Deutschland. Wenn das gleiche durch mutmaßlich biodeutsche Tätet geschieht, wird lieber die (...) "toxische Männlichkeit"-Karte gezückt. Nicht wirklich konsistent in der Argumentation.


Wer hier die Tat eines offenbar psychotisch beeinflussten Mannes zum Anlass nimmt, auf Männer per se zu schließen, hat den einen oder anderen Zusammenhang nicht wirklich verstanden. Wenn dann hier noch die Rede davon ist, das "Jede ungeschützte Fußgängerzone (…) eine Einladung zu Mord" sei, sollte der Autor mal überlegen, ob der nicht in der Yellow Press besser aufgehoben ist.


Ich denke, der Autor ist bei der "taz" bestens aufgehoben. Dass man "taz" und Boulevardschund nicht mehr auseinanderhalten kann, ist das eigentliche Problem.



2. Natürlich gibt es ein allgemeines gesellschaftliches Klima, das solche Artikel möglich macht: "Männer sind schlecht für den Planeten" will eine Gruppe von Wissenschaftlern herausgefunden haben. Wie man diese Schädlinge am besten bekämpfen und ausrotten kann, erfährt man nicht.



3. Die New York Times wird von der US-Behörde Equal Employment Opportunity Commission wegen Männerdiskriminierung verklagt. Die Behörde wirft der Zeitung vor, einen weißen männlichen Mitarbeiter bei einer Beförderung diskriminiert zu haben, um interne Diversitätsziele zu erfüllen. Im Zentrum steht eine Stelle als stellvertretender Redakteur im Immobilienressort. Der Gleichstellungsbehörde zufolge sei ein erfahrener interner Kandidat übergangen worden, obwohl er besser qualifiziert gewesen sei als die schließlich ausgewählte nicht-weiße Frau. Die Behörde argumentiert, die Entscheidung habe gegen den Civil Rights Act von 1964 verstoßen, der Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Hautfarbe verbietet.

Die Gleichstellungsbehörde hat sich so zu diesem Fall geäußert:

"Niemand steht über dem Gesetz – auch keine ‚Elite‘-Einrichtungen. Es gibt keine sogenannte ‚umgekehrte Diskriminierung‘; jede Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe oder des Geschlechts ist nach den seit langem etablierten Grundsätzen der Bürgerrechte gleichermaßen rechtswidrig. Die EEOC ist bereit, Diskriminierung überall dort auszumerzen, wo sie auftritt. Unabhängig von der Größe oder Macht des Arbeitgebers wird die EEOC unter meiner Führung keine Kompromisse eingehen, um eine unparteiische, farbenblinde Durchsetzung von Titel VII zum Schutz der amerikanischen Arbeitnehmer, einschließlich weißer Männer, sicherzustellen", sagte EEOC-Vorsitzende Andrea Lucas. "Das Bundesgesetz ist eindeutig: Einstellungs- oder Beförderungsentscheidungen, die ganz oder teilweise durch Hautfarbe oder Geschlecht motiviert sind, verstoßen gegen das Bundesgesetz. Es gibt keine Ausnahme von dieser Regel aufgrund von Diversität."


In einem weiteren Artikel über diesen Fall heißt es ergänzend:

Nach einer mehrmonatigen Untersuchung hatte die EEOC zunächst versucht, eine aussergerichtliche Einigung mit der Zeitung zu erzielen. Diese Gespräche – sogenannte "conciliation"-Verfahren – scheiterten jedoch. Daraufhin wurde die Klage in Manhattan eingereicht. Die Behörde fordert unter anderem finanzielle Entschädigung für den betroffenen Mitarbeiter, einschliesslich entgangener Gehälter, sowie mögliche Strafzahlungen. Zudem soll das Gericht der Zeitung untersagen, künftig Personalentscheidungen zu treffen, die auf Grundlage von Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit diskriminierend sein könnten.




4. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Großbank JP Morgan Chase wirft einer Managerin dort sexuellen Missbrauch und Nötigung vor. Die Managerin soll den verheirateten Mitarbeiter über Monate hinweg zu sexuellen Handlungen gedrängt und dabei berufliche Konsequenzen angedroht haben. Der Kläger behauptet außerdem, sie habe ihn mehrfach unter Drogen gesetzt ("roofies") und ihn mit rassistischen Bemerkungen über seine indische Herkunft erniedrigt. Dies habe seine Karriere und seinen Aufenthaltsstatus bedroht und schließlich psychische Schäden ausgelöst. Vor der öffentlichen Klage soll die Bank versucht haben, den Fall mit einer Zahlung von einer Million Dollar beizulegen.

Eigentlich müsste irgendwann mal jemand wie Dieter Nuhr daherkommen, auf solche Fälle hinweisen und Carolin Kebekus parodieren, indem er "Nicht alle Frauen, aber immer eine Frau" ins Mikro plärrt.



5. Singapur hat an den Schulen die körperliche Züchtigung mit dem Rohrstock wieder eingeführt, natürlich nur gegen Jungen (Patriarchat).



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Beim Leserbeitrag zum Spiegel-Artikel, nach dem besonders Frauen von Bürgerkriegen betroffen sind sollen, musste ich an diese Studie denken. Männer werden nicht als Opfer gesehen, obwohl sie den Großteil der zivilen Todesopfer ausmachen (in Syrien etwas 90%).




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