Paartherapeut ermahnt Männer hassende Feministinnen: "Habt ihr auch mal an die Kinder gedacht?"
1. In der "Zeit" äußert der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer seine Bedenken, dass die derzeit besonders virulenten Anfeindungen gegen Männer großen Schaden anrichten können:
Die Rede von der toxischen Männlichkeit lässt einen statistisch unwahrscheinlichen Verdacht bedrohliche Gestalt annehmen, als hätte er Blut getrunken. Ein Tropfen Übergriff auf eine Million Kooperationen – und schon scheint das Gift die Norm. Wo bleiben Familien, Väter und Mütter, der kooperative Alltag, die freundliche Selbstverständlichkeit ohne Theater und Buhei? Eltern begleiten ihre Kinder auf dem Weg in deren erwachsenes Leben. In den meisten Fällen erleben beide Seiten diese Entwicklung als bereichernde Erfahrung und lernen viel voneinander, was auch die künftigen Beziehungen zu Männern und Frauen mitgestaltet.
Wer denkt aber an die Kinder, wenn Männer pathetisch unter Generalverdacht gestellt werden, zerstrittene Paare und Rosenkriege als scheinbare Norm erscheinen, während doch auch in der Scheidungskränkung nur eine winzige Minderheit der Paare darin versagt, die gescheiterte Beziehung in Anstand und Kooperation aufzulösen?
(…) Die sozialen Medien haben uns etwas aufgezwungen, auf das wir mit dem aufgeklärten Gegensatz zwischen magischem und kritischem Denken nicht mehr angemessen reagieren können. Was im Internet ist, hat durch die Möglichkeiten einer fast unbegrenzten Auffindbarkeit und potenziell unendlicher Wiederholung etwas wie eine Existenz zwischen dem Materiellen und dem Imaginären. Völlig neue Varianten seelischer Grausamkeit sind entstanden. Es erfordert nur einige Klicks, um jemanden an den Pranger zu stellen, den Ruf zu schädigen, die Person zu beschämen. Das ist Lynchjustiz für jedermann. Und wieder gefragt: Wer denkt an die Kinder?
(…) In der Hektik des Medialen verstummen zärtliche Bindungen und die langsamen Prozesse, in denen sie sich entwickeln. Das führt dann zu Resultaten wie einer millionenfach bejahten Umfrage in einem sozialen Medium, eine Frau würde im Wald lieber einen Bären treffen als einen Mann.
Menschen sind darauf angewiesen, in ihrem Sein anerkannt zu werden, um zu kooperieren. Die Negation von Zusammenarbeit in den medialen Algorithmen führt dazu, dass die Realität der Kooperation unwahrscheinlicher gemacht wird. Der gute Bär neben dem bösen Mann zeigt, wie erfolgreich das werden kann.
2. Wie immer stammen Schmidbauers mahnende Worte von einem Außenstehenden im Journalismus. Regelmäßig anders sehen Journalisten die Dinge. Männer sollten den Generalverdacht aushalten, fordert etwa Valentin Schwarz in der Stuttgarter Zeitung. Würde er auf gruppenbezogene Menscheinfeindlichkeit gegen Schwarze, Zuwanderer, Muslime oder Juden genauso reagieren?
"Jeder Mann ist ein potenzieller Täter" – dieser Satz polarisiert. (…) Schnell folgen dann Abwehrreflexe nach dem Motto "aber ich doch nicht", gespickt mit Begriffen wie "Generalverdacht" oder "Männerhass". Der Satz wird hier als persönlicher Angriff wahrgenommen. Dabei lässt er sich auch ganz anders deuten: nicht als gezielte Attacke auf Einzelpersonen, sondern als deutlicher Verweis auf ein patriarchales System der Gewalt und Ungerechtigkeit. (…) Es handelt sich um die Symptome eines patriarchal-kapitalistischen Systems, das maßgeblich auf der Ausbeutung weiblicher Ressourcen beruht. (…) Sich das als Mann einzugestehen, kann ein wichtiger erster Schritt sein – aber auch ein schwerer Schlag fürs eigene Selbstwertgefühl. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn Männer parallel zu einem wachsenden Bewusstsein für patriarchale Strukturen Scham für die eigene Rolle innerhalb dieser Strukturen entwickeln. Davon kann ich als relativ junger Mann, dessen Verhalten aus feministischer Perspektive noch immer viel zu oft zu wünschen übrig lässt, selbst ein Lied singen. (…) Und dann ist da noch eine weitere Möglichkeit: Bewegungen zu unterstützen, die patriarchal-kapitalistische Strukturen grundlegend hinterfragen oder gar bekämpfen.
Muss man eigentlich mit solcher Ideologie vollgeknallt sein, bevor man in einer deutschen Redaktion anfangen darf?
3. Die freie Autorin Sara Rukaj kritisiert solche "Bessermänner und ihre unerträgliche Selbstinszenierung" und spricht hier von der "unsympathischsten Form der Männlichkeit".
Der Bessermann widmet sich mit besonderer Inbrunst den Verfehlungen anderer Männer, als läge darin seine eigentliche Berufung. Er lebt von der Differenz. Je widerwärtiger der andere, desto reiner die eigene Pose. Besonders ergiebig ist dabei der Modus der Selbstkritik.
Der Bessermann tritt nicht selten als reuiger Erbe jahrhundertelanger männlicher Verfehlungen auf. Er spricht leise, reflektiert, mit jener sanften Gravität, die erkennen lassen soll, wie tief ihn die Last der Geschichte bewegt. Er bedankt sich bei Frauen für ihre jahrzehntelange Aufopferung, für Care-Arbeit, Geduld, emotionale Intelligenz und überhaupt dafür, dass sie die Welt trotz der Männer noch zusammenhalten. Und nachdem er all das anerkannt hat, wartet er auf den Applaus.
Dass dabei oft dieselben Mechanismen am Werk sind, die der Bessermann so gerne geißelt – Eitelkeit, Geltungsdrang, Lust an der Bloßstellung –, fällt kaum noch auf. Figuren wie El Hotzo oder Jan Böhmermann sind in diesem Sinne keine Ausnahmen, sondern besonders gelungene Exemplare eines gut geölten Geschäftsmodells.
(…) International fast ein Paradebeispiel war Joss Whedon. Er wurde jahrelang als "feministischer Nerd-Messias" gefeiert, wegen Buffy und sogenannter "starker Frauenfiguren". Er sprach ständig über Sexismus in Hollywood und galt vielen als Beweis, dass auch Männer feministische Helden sein könnten. Später erhoben Ex-Frau Kai Cole und mehrere Schauspielerinnen schwere Vorwürfe: Manipulation, Demütigungen, Machtmissbrauch am Set. Das Muster ist vertraut. Je emphatischer die öffentliche Selbsterklärung, desto größer bisweilen die Fallhöhe.
Das jüngste Medienspektakel um Collien Fernandes und Christian Ulmen ist dafür ein Lehrstück. Im August 2014 erklärte Ulmen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ohne jede erkennbare Ironie: "Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat." Schlecht gealtert ist daran nicht nur der Satz. Schlecht gealtert ist die narzisstische Endstufe einer Gesellschaft, in der jede politische Idee so lange verwertet wird, bis sie als Accessoire im Selbstbild eines Fernsehprominenten endet.
Noch aufschlussreicher als Ulmens feministische Selbstdarstellung ist die Männerparade, die sich des Ganzen im Nachgang angenommen hat: vom Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre, der sich im "Spiegel" pflichtschuldig von seinem Ex-Kumpel Christian distanziert und dabei vermutlich schon am nächsten Enthüllungsroman feilt, bis zum Comedy-Clown Oliver Pocher, dessen eigene Vita an dokumentierten Total-Entgleisungen kaum hinter der des aktuellen Prügelknaben zurücksteht, der sich aber nun mit süffisantem Grinsen am Karriereknick des anderen ergötzt.
Leider entgleist der Artikel danach zunehmend, bis er bei der Empfehlung von Leuten wie Ralf Pohl landet. Pohl wäre allerdings der erste, der Männern mit einem anderen Rollenverständnis als seinem eins überbrät. Lasst mich mal nach einem aktuellen Artikel googlen – ah, da haben wir es schon: "Dass Männer das andere Geschlecht nicht anerkennen, ist sowohl kulturell als auch in den Individuen stark verankert", wer Benachteiligungen von Männern anspreche, betreibe "eine klassische Täter-Opfer-Umkehr" und so weiter. "Bei Männern muss man sich leider alles vorstellen", tönt er in der Frankfurter Allgemeinen. Pohl ist das Musterbeispiel für die "Bessermänner", die Sara Rukaj zu Beginn ihres Artikels noch kritisiert hatte.
Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich ihr raten, einen Riesenbogen um Typen zu machen, die sich als feministisch inszenieren. Stattdessen würde ich ihr empfehlen, sich einfach an Leuten zu orientieren, die zu Frauen genauso freundlich und wertschätzend wie gegenüber Männern sind.
4. Für etwas mehr Wirklichkeitsnähe statt Geschlechterhass sorgt der Psychologe Pascal Wagner. "Es gibt Frauen, die gewalttätiger sind als viele Männer", stellt er klar.
"Das klassische Stereotyp stellt Männer als aggressiver und gewalttätiger dar", sagt er. Ganz aus der Luft gegriffen sei das nicht: "In Studien zeigen sich im Durchschnitt Unterschiede – Männer sind statistisch gesehen häufiger aggressiv." Doch genau hier liege das Problem. "Es handelt sich um Durchschnittswerte. Das bedeutet nicht, dass alle Männer gewalttätiger sind als alle Frauen." Im Gegenteil: Die Unterschiede innerhalb der Gruppen seien oft grösser als zwischen Männern und Frauen. "Eine Reihe Frauen sind gewalttätiger als eine Reihe Männer", so Wagner. Der Effekt entstehe oft durch eine kleinere Gruppe besonders gewalttätiger Männer – und werde dann verallgemeinert. Das Stereotyp macht daraus eine einfache Botschaft: Männer sind Täter, Frauen nicht. "Und genau das erschwert es, weibliche Gewalt überhaupt wahrzunehmen."
5. In Großbritannien ist der Hass und die Abwertung, mit der viele junge Frauen Männern begegnen, weiterhin Thema. Anders als hierzulande erkennt man dort auch, welche Ideologie diese Feindschaft angefacht hat. "Wie uns die „Sei nett“-Fraktion gelehrt hat, einander zu hassen", erklärt ein aktueller Artikel zu diesem Thema.
Eine in allen Bereichen der Gesellschaft verbreitete Erzählung, wonach alle Männer Unterdrücker seien und Männlichkeit von Natur aus problematisch sei, wonach Frauen die ewigen Opfer des "Patriarchats" seien und traditionelle weibliche Tugenden wie Mitgefühl und Zusammenarbeit die Norm und das Heilmittel darstellten, hat Zwietracht gesät. (…) In ihrer Untersuchung über eine aufkommende "Femosphere" berichtet Emily Lawford, dass Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren "jungen Männern gegenüber viel negativer eingestellt sind, als junge Männer ihnen gegenüber", und dass "diese ‚Femosphere‘ zwar eine Bandbreite an Tönen umfasst, ein Großteil davon jedoch diese Feindseligkeit gegenüber Männern verstärkt". In ihren Interviews stieß Lawford auf eine spezifische Kategorie und ein beständiges Ziel dieser Antipathie: heterosexuelle weiße Männer.
Überraschenderweise vielleicht geht die größte Abneigung gegen Männer und die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Leben nicht von Frauen aus der Arbeiterklasse oder mit ethnischem Minderheitenhintergrund aus, sondern von weißen und "privilegierten" Frauen aus der Mittelschicht. (…) An der Universität wird jungen Frauen beigebracht, "das Patriarchat" und "strukturellen Sexismus" für all ihre Probleme verantwortlich zu machen. Und es gibt eine bestimmte Art von privilegierten Liberalen aus der Mittelschicht, die erwarten, dass ihnen alles im Leben auf dem Silbertablett serviert wird. Kein Wunder, dass sie dazu neigen, alle außer sich selbst dafür verantwortlich zu machen, wie unglücklich sie sich fühlen.
(…) Wie ironisch ist es doch, dass die Doktrin des Hyperliberalismus, deren Kern die Notwendigkeit von Mitgefühl und die Verpflichtung zur "Güte" bildet und die uns dazu ermahnt, "den Anderen" zu respektieren und anzuerkennen, uns an einen Punkt geführt hat, an dem sich nun alle gegenseitig hassen.
6. "Wie junge Frauen dazu radikalisiert werden, Männer zu hassen" ist auch Thema eines Artikels von Debra Soh in der kanadischen Globe and Mail.
Influencerinnen der Femosphäre ermutigen Frauen, in ihren Interaktionen mit Männern berechnend zu sein und sie finanziell auszunutzen, ähnlich wie manche Männer Frauen für Sex ausnutzen. Die Femosphäre ist ebenso schädlich in der Verbreitung männerfeindlicher Einstellungen unter Mädchen, hat jedoch im Vergleich deutlich weniger, wenn überhaupt, Empörung ausgelöst.
Diese Schieflage unkontrolliert zu lassen, hatte ernste Konsequenzen. Umfrageergebnisse, die von The New Statesman veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass eine Generation junger Frauen durch Online-Inhalte radikalisiert wurde, sich politisch weiter nach links bewegt und einen ausgeprägten Hass auf Männer entwickelt hat.
Junge Frauen, insbesondere solche mit Büro- und Akademikerberufen, haben negativere Ansichten über das andere Geschlecht als Männer. Nur 50 Prozent der befragten Frauen (im Alter von 18 bis 30 Jahren) gaben an, eine positive Einstellung gegenüber Männern zu haben, während 72 Prozent der gleichaltrigen Männer eine positive Einstellung gegenüber Frauen hatten. Bei Frauen unter 25 Jahren war dieser Pessimismus noch ausgeprägter – nur etwa ein Drittel berichtete von einer positiven Sicht auf Männer.
(…) Neben polarisierenden Inhalten in sozialen Medien haben auch das Bildungssystem und eine kulturelle Abstumpfung gegenüber männlichem Leid zu dieser bedauerlichen Entwicklung bei jungen Frauen beigetragen – einschließlich der Förderung eines Gefühls, dass Vergeltung gegenüber Männern gerechtfertigt sei.
Im Hochschulbereich wird jungen Frauen vermittelt, sie seien weiterhin durch Männer unterdrückt. Als Reaktion darauf werden viele Stipendien und berufliche Chancen ausdrücklich Frauen angeboten (aber nicht Männern), obwohl Frauen und Mädchen objektiv bessere Leistungen erbringen als ihre männlichen Altersgenossen.
Auch kulturelle Trends spielen eine Rolle: Als Popstar Sabrina Carpenter begann, in ihren Musikvideos Männer zu töten, festigte dies ihre Popularität weiter, statt ihrer Karriere zu schaden. Es ist schwer vorstellbar, dass ein männlicher Musiker, der in der heutigen Situation beiläufig Gewaltakte gegen Frauen darstellt, denselben Zuspruch erhalten würde.
(…) Anstatt sich in einer endlosen Spirale der Entmenschlichung des jeweils anderen zu verlieren, müssen Männer und Frauen Sexismus und Grausamkeit auf beiden Seiten benennen. Unsere Institutionen und Medien sollten anerkennen, dass Online-Extremismus sowohl von Frauen als auch von Männern ausgehen kann.
Beide Geschlechter müssen erkennen, dass jede Person, der sie begegnen, ein Individuum ist und kein Mitglied eines Kollektivs. Ein Fremder sollte nicht für die verletzenden Handlungen eines früheren Partners verantwortlich gemacht werden.
Der Konsum spaltender Inhalte macht niemanden klüger auf dem Dating-Markt. Er füllt lediglich die Taschen dramatisierender Influencer und großer Tech-Unternehmen.
7. Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema gelangt zu ähnlichen Schlussfolgerungen:
Ich habe mir kürzlich eine Diskussion auf dem YouTube-Kanal von The New Statesman angesehen mit dem Titel "Why do young women hate men?".
Die Videobeschreibung lautet:
"Seit Jahren zerbrechen wir uns den Kopf über die ‚Manosphere‘: die frauenfeindlichen Influencer wie Andrew Tate, die eine Generation desillusionierter und beeinflussbarer verlorener Jungen ausnutzen. Aber was ist mit radikalisierten jungen Frauen?"
Ja, was ist mit denen?
Im Video diskutieren drei Frauen die Ergebnisse einer Umfrage, die sie unter der Generation Z zu ihren Einstellungen gegenüber dem jeweils anderen Geschlecht durchgeführt haben. Die Resultate überraschen mich überhaupt nicht und dürften auch niemanden überraschen, der tatsächlich aufmerksam verfolgt, was passiert. Die Frauen im Video wirken dagegen ziemlich erstaunt.
Es stellt sich heraus – Trommelwirbel … junge Männer hassen junge Frauen längst nicht so sehr, wie junge Frauen Männer hassen. Was für eine Überraschung!
Für mich sind die Ergebnisse deprimierend vorhersehbar. Spannend war für mich vielmehr, ihre Reaktion darauf zu hören. Viel "Was könnte hier los sein?" und "Ich verstehe nicht wirklich, warum …".
Die Interviewerin sagt immer wieder: "Das ist interessant." Interessant? Es ist also "interessant", dass große Teile junger Frauen offenbar Männer hassen? Woran könnte das wohl liegen?
Sie geben tatsächlich zu, dass es etwas mit "progressiver" Online-Kultur und einer Radikalisierung junger Frauen im Internet zu tun haben könnte. Damit tasten sie sich vorsichtig an mögliche Ursachen heran. Aber wie wäre es mit dem Elefanten im Raum? Nämlich all den anderen Bereichen der ganz normalen, alltäglichen Kultur, in denen junge Frauen beeinflusst werden?
Die Tatsache, dass das seit über einem Jahrzehnt in alles eingebettet ist, wird nicht einmal erwähnt. Schulen, Universitäten, Kunst, Politik, Mainstream-Medien, Filme, BBC-/Netflix-Serien, Dokumentationen, Kinderbücher, Musik … Es gibt buchstäblich kein Entkommen vor dem Feminismus und dem ständigen, ermüdenden Tropfen beiläufiger (und nicht so beiläufiger) Männerfeindlichkeit. Ja: Männerfeindlichkeit. Nicht "Misogynie". Nicht "toxische Männlichkeit". Nicht "Patriarchat". Sondern: Männerfeindlichkeit. Sie ist so normalisiert und akzeptiert, dass die meisten Frauen sie nicht einmal mehr wahrnehmen, geschweige denn darüber sprechen.
(…) Falls jemand denkt, ich würde übertreiben: Ich habe eine Tochter. Ich sehe, was sie an ihrer gemischten Gesamtschule erlebt. Feminismus ist in praktisch alles eingebaut, und ich habe den größten Teil des letzten Jahrzehnts damit verbracht, sie davon zu "entprogrammieren". Oder zumindest ihr andere Perspektiven zu zeigen und ihr die Möglichkeit zu geben, darüber nachzudenken und das kritisch zu hinterfragen, womit sie täglich konfrontiert wird. Deshalb spricht sie regelmäßig mit mir über diese Themen.
Im Gegensatz zur Schule versuche ich, sie dazu zu bringen, sich die Fakten und verschiedene Sichtweisen anzusehen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich sage ihr nicht, was sie denken soll. Ich fordere sie auf, selbst zu denken. Und sie ist bemerkenswert reif und vernünftig. Mit vierzehn ist sie schon deutlich ausgewogener und differenzierter als viele sogenannte erwachsene Frauen, denen ich begegnet bin. Es ist also möglich. Schulen sollten sich daran ein Beispiel nehmen!
Sie erzählt mir, was im Unterricht passiert, und ich sehe ihre Hausaufgaben:
Englisch? Fokus auf Frauen und ihre Probleme. Geschichte? Frauen. Kunst? Frauen. Naturwissenschaften? Frauen. Selbst im Mathematikunterricht wurde bei einem Elternabend betont, dass meine Tochter ein "Mädchen" ist und wie wichtig es sei, dass sie gut in Mathe ist, weil man unbedingt mehr Mädchen in diesem Fach fördern müsse. Müssen wir das? Warum?
In den Fluren hängen Plakate, die Schriftstellerinnen, Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen feiern. Schulversammlungen? Themen rund um Frauen.
Frauen, Frauen, Frauen … es ist überall.
Wenn Jungen und Männer thematisiert werden, dann oft, um sie als defizitär darzustellen, ihnen "toxische Männlichkeit" zu erklären oder ihnen zu vermitteln, dass sie sich ändern müssen, um "gut" zu sein.
(…) Im Video räumen die Diskutierenden ein:
"Wenn man sich die Jugendarbeitslosigkeit oder Studienkredite anschaut, ist es für junge Menschen derzeit schwer. Aber interessant ist, dass junge Frauen viel pessimistischer sind als junge Männer, obwohl sie objektiv in einer besseren Lage sind – etwa bei Beschäftigung und Einkommen. Trotzdem können wir nicht ganz erklären, warum ihr Pessimismus so viel stärker ist."
"Können wir nicht ganz erklären?" Was für ein schonungsloses Eingeständnis der völligen Verblendung und Inkompetenz des heutigen Mainstream-Kommentariats, das eigentlich verstehen sollte, was in der realen Welt vor sich geht. Meine Güte!
Und habe ich das richtig verstanden? Jungen Frauen geht es besser als jungen Männern, aber trotzdem: das Patriarchat. Alles klar, verstanden.
(…) Es stellt sich heraus, dass bei all der Hysterie, den endlosen Meinungsartikeln und Dokumentationen über die angeblich böse "Manosphere" nur eine sehr kleine Minderheit junger Männer davon radikalisiert worden zu sein scheint. Wenn man bedenkt, dass dies nur eine kleine Ecke des Internets ist, im Vergleich zum Feminismus, der praktisch überall sonst präsent ist, überrascht es kaum, dass die Umfrageergebnisse ein völlig verzerrtes Bild zeigen.
Und es lohnt sich, auf den anderen Elefanten im Raum hinzuweisen: Radikaler Feminismus IST der Grund dafür, dass es die "Manosphere" gibt. So viel dazu.
Wie sich zeigt, haben Handlungen Konsequenzen.
Wie so viele andere aktuelle progressive Empörungswellen und Steckenpferde wurde auch dieses Thema maßlos aufgeblasen, und wir alle werden durch ihr ständiges Gaslighting hinters Licht geführt. Dadurch, dass sie keinerlei Widerspruch, keine Debatte und keine alternativen Stimmen zulassen, all ihre Energie nur auf ihre eigene Sichtweise konzentrieren und Gegenargumente ignorieren, bekommt die Öffentlichkeit ein verzerrtes und verdrehtes Bild der Realität.
(…) Für viele von uns ist das seit weit über einem Jahrzehnt offensichtlich, und viele vernünftige Menschen haben versucht, Alarm zu schlagen. Doch die Reaktion bestand darin, sie anzuschreien, sie als Faschisten zu bezeichnen oder sie auszugrenzen. Und nun, wenn die tatsächlichen Ergebnisse einer solchen Umfrage vorliegen, sind sie überrascht. Natürlich. Sie haben sich in einer sorgfältig und bewusst konstruierten Blase bewegt, und nun fallen die Konsequenzen auf sie zurück. Lügen und Verzerrungen über die wahre Natur der Realität haben eben reale Folgen. Welch Erkenntnis!
Ich habe im Laufe der Jahre meinen Anteil an Online-Debatten und Meinungsverschiedenheiten mit Feministinnen gehabt. Mir wurde gesagt, ich sei entweder eine "Handlangerin", eine Frau, die "vom Patriarchat einer Gehirnwäsche unterzogen" worden sei, oder eine "Pick-me"-Frau, die das alles tue, um Aufmerksamkeit von Männern zu bekommen. Na, danke, "Schwestern"! Das ist ja überhaupt nicht herablassend. Ich schätze, als dumme Frau habe ich wohl keine eigene Handlungsfähigkeit.
Der Grund, warum ich immer wieder darauf zurückkomme, ist, dass ich sehe, was das mit jungen Frauen macht. Es macht sie unglücklich, wütend und nihilistisch. Ich habe viele alarmierende Beiträge und endlose Threads von jungen Frauen gesehen, in denen sie darüber schreiben, wie sehr sie Männer verabscheuen und wie große Angst sie vor ihnen haben. Das wird seit Jahren immer weiter angeheizt, und das beunruhigt mich sehr – besonders als Mutter. Ich habe das Glück, eine Tochter zu haben, die ihren eigenen Kopf hat. Aber das ist ihre Generation. Sie wächst in diesem Umfeld auf, und es bricht mir das Herz. Ich möchte, dass sie später gesunde, normale romantische Beziehungen führen kann. Ich möchte nicht, dass sie Männer hasst, und ich möchte nicht, dass sie unglücklich und allein ist. Was für eine Verschwendung junger Leben, in diesen wahnsinnig manipulativen Giftstrom hineingezogen zu werden.
Wann wird jemand wie Louis Theroux oder ein anderer progressiver "vorzeigbarer Vertreter des Mainstream-Fernsehens" eine Dokumentation über die Radikalisierung junger Frauen machen? Wann wird es eine ehrliche Enthüllungsreportage darüber geben, was tatsächlich in Schulen und Universitäten vor sich geht?
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