Montag, September 21, 2009

"Jungen - raus aus dem Abseits!"

Dass Jungen anders sind als Mädchen, ist kein Geheimnis. Dass sie mittlerweile zu den Verlierern in vielen Bereichen der Gesellschaft gehören, ist besorgniserregend. "Während 36 Prozent der Mädchen ihr Abitur schaffen, gelingt dies nur 28 Prozent der Jungs", schreibt der Journalist Arne Hoffmann in seinem aktuellen Buch "Rettet unsere Söhne". Gelten Mädchen als wortgewandter, ruhig und fleißig, wollen sich Jungen ständig miteinander messen.


RP-Online berichtet.

Labels: , ,

Samstag, September 19, 2009

MANNdat erfragt Jungenpolitik der Bundestagskandidaten

Wer in den letzten Jahren die Nachrichten auch nur halbwegs aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass die Bildungskrise eine der größten Herausforderungen für unser Land darstellt. Ebenso bekannt ist, dass es sich bei dieser Bildungskrise weit überwiegend um eine "Jungenkrise" handelt – wobei seit mehr als zehn Jahren belegt ist, dass diese sogar für die gleiche Leistung schlechtere Noten erhalten als Mädchen. Der Aktionsrat Bildung erklärte dazu unmissverständlich, dass die Ungleichheit in diesem Bereich inzwischen die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren überschreite.

Was liegt da für eine Bürgerrechtsgruppe, die für Jungen und Männer eintritt, näher, als vor der Wahl Bundestagskandidaten verschiedener Parteien danach zu befragen, in welcher Weise sie sich dieser wichtigen und drängenden Problematik stellen wollen. MANNdat hat das getan: Die erhaltenen Antworten sind ebenso aufschlussreich wie enttäuschend.

Diese Antworten belegen aber zugleich, dass es entgegen aller gegenteiligen Rhetorik überhaupt keine Rolle spielt, welchem Geschlecht die Personen angehören, die sich in den führenden Positionen unserer Gesellschaft befinden, sondern vielmehr für welches Geschlecht diese Verantwortungsträger in erster Linie tätig sind. Letzeres entscheidet sich offenbar allein danach, wer über die größte Lobby verfügt. Und das sind bei Geschlechterfragen eben mit gewaltigem Abstand die Feministinnen. Die "Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren" haben da längst ihre Bedeutung verloren.

Labels: , , ,

Donnerstag, September 17, 2009

"Jungen haben es schwer, Mädchen starten durch"

Natürlich kommen Kinder schon unterschiedlich in der ersten Klasse an – große Teile der Geschlechter-Sozialisation sind bereits in den Jahren davor passiert. Ab der ersten Klasse sollen sie dann alle auf die gleiche Weise und möglichst in der gleichen Zeit das Gleiche lernen. Auf der Strecke bleiben dabei zunächst eher die Jungen – ein großes Thema seit einigen Jahren überall in der westlichen Welt. Sachbücher wie „Die Jungenkatastrophe“, „Rettet unsere Söhne“ oder „Jungs im Abseits“ beschreiben den männlichen Nachwuchs als künftige Bildungsverlierer.


Auch FOCUS-SCHULE widmet sich ausführlich dem Geschlechterthema.

Labels: , ,

Dienstag, August 25, 2009

Neue Studie: Jungen bekommen an reinen Jungenschulen bessere Noten

Boys get better grades at single-sex schools than when they're in mixed-gender schools, where girls consistently outperform them, a recent New Zealand study shows.

The study, based on the long-term Christchurch Health and Development Study at the University of Otago, compared the educational achievements of over 900 boys and girls who attended single-sex and coeducational secondary schools in New Zealand.

For students attending single-sex secondary schools, there was a slight tendency for males to outperform females.

For students attending co-educational schools, however, there was a clear tendency for girls to outperform boys, a pattern that continued when students were followed up to the age of 25.


Hier findet man die vollständige Agenturmeldung.

Labels: ,

Mittwoch, August 12, 2009

Verband will pädophile Neigung von Lehrern prüfen

Nach dem sexuellen Missbrauch von fünf Mädchen durch einen Grundschullehrer im Zeltlager fordert der bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) mehr Vorsichtsmaßnahmen bei der Auswahl der Pädagogen. Künftig sollen neue Kollegen beim Amtsarzt auf pädophile Neigungen untersucht werden.


Die "Welt" berichtet.

Labels: ,

Montag, August 03, 2009

Lesermail (Jungenförderung)

Zu dem auf Genderama verlinkten Beitrag zum Artikel "Sind Jungs gut, wenn sie sich wie Mädchen verhalten?" aus der Ärztezeitung vom 29.07.2009 erreicht mich eine Lesermail des MANNdat-Vorsitzenden Dr. Bruno Köhler:

Der Überschrift des Artikels, kann ich voll und ganz zustimmen. Die Jungenarbeit, wie sie sich im Zeichen eines „Neue Wege für Jungs“ zunehmend etabliert, ist weniger eine Jungenförderung als eine Jungenumerziehung im profeministisch-ideologischen Sinn. Es ist deshalb wichtig, dass Schule und Gesellschaft Jungen als Jungen akzeptieren und respektieren und dass Schule und Gesellschaft jungengerechter werden.

Aber darum geht es in dem Artikel aus der Ärztezeitung gar nicht. Vielmehr wird die zunehmende Nutzung z.B. ergotherapeutischer Maßnahmen für Jungen kritisiert. Der Autor hat zwar Recht, wenn er darlegt, dass sich Jungen tendenziell langsamer im Bereich Motorik und Sprachfähigkeit entwickeln. Das Problem ist aber, dass dies die Schule nicht im Geringsten interessiert. Wenn es um die Notengebung geht, werden diese biologischen Rahmenbedingungen, für die die Jungen ja nichts können, nicht berücksichtigt. Fast 60% der Jungen haben zum Zeitpunkt der Einschulung in mindestens einer der schulischen Kompetenzen wie Sprachfähigkeit oder Motorik erhebliche Defizite. Wenn die Bildungspolitik schon Jungen in einem Alter in die Schule schickt in dem sie noch nicht schulreif sind, sollte sie sich zumindest um diese kümmern. Es ist zudem schon recht seltsam, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern immer nur dann betont werden, wenn es zum Nachteil der Jungen ist.

Die Kritik des Autors an der rasch anwachsenden Medikamentierung von ADHS-Kindern – vorrangig Jungen – kann ich unterstützen. Aber hier handelt es sich um ein gesundheitspolitisches Versagen. Es gibt – gerade auch im Hinblick auf die Verwendung von Psychopharmaka – keine unabhängige, staatlich initiierte umfassende und abschließende Studie zu ADHS. Die Broschüre der BZgA zu ADHS, derzeit immer noch Stand Oktober 2006, kann als einzigen „Erfolg“ ihrer „Bemühungen“ auf das Eckpunktepapier der Konsensuskonferenz des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahr 2002 verweisen, das von Allgemeinplätzen und Grundsätzlichem gekennzeichnet ist und die von der Realität, wie sie in der Kinderarztpraxen bei ADHS vorzufinden ist, Lichtjahre entfernt zu sein scheint. Eltern von ADHS-Kindern, die nach Hilfe bei der Frage nach der Medikamentierung suchen, landen über kurz oder lang bei Aussagen von Pharmafirmen. Was sollen Eltern tun, wenn man sie nur vor die Wahl stellt, seinem Kind entweder Psychopharmaka zu geben oder es auf die Verliererstraße zu schicken?

Dass der Staat ebenso tatenlos dieser Entwicklung zusehen würde, wenn 90% der mit Psychopharmaka behandelten ADHS-Kinder nicht Jungs sondern Mädchen wären, ist sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlich würde man sogar reine Mädchenförderprogramme dafür entwickeln. Es würde mich auch nicht wundern, wenn demnächst eine spezielle Studie „ADHS bei Mädchen“ veröffentlicht würde, um den „speziellen Bedürfnissen der Mädchen“ bei ADHS gerecht zu werden.

Am Ende des Artikels wird die eigentliche Intention des Autors deutlich. Diese Jungenförderung würde das Gesundheitswesen über Gebühr strapazieren. Das ist lächerlich angesichts der Tatsache, dass die Wenigerleistung im Gesundheitswesen für Jungen und Männer gegenüber Frauen und Mädchen jährlich etwa 30 Milliarden € ausmacht (Leistungen für Schwangerschaft und Geburt bereits abgezogen), wie es das Statistische Bundesamt belegt. Jetzt soll den Jungen ausgerechnet noch das bisschen Jungenförderung weggenommen werden, das ihnen zusteht?

Bei der Nutzung von ergotherapeutischen oder logopädischen Angeboten geht es nicht darum, Jungen zu Mädchen zu machen, sondern darum, ein klein wenig die massive, politisch durchaus bewusst kalkulierte Vernachlässigung staatlicher Jungenförderung auszugleichen.

Man darf nicht vergessen: Eltern sind die einzige Lobby, die Jungen haben. Die Politik interessiert sich für die Jungs nicht. Und ich empfehle allen Eltern, die ihnen zur Verfügung stehenden Angebote intensiv zu nutzen, um ihre Söhne in einem nicht sehr jungengerechten Bildungswesen zu unterstützen. Es darf nicht sein, dass man an den Jungen spart, während man erwachsenen, selbstständigen Frauen jährlich immer neue Förderungen finanziert. Die Jugendpolitik, die sich eigentlich auch für Jungen einsetzen sollte, ist für Jungen keine Hilfe. Im Gegenteil, sie ja gerade die treiben Kraft bei der Ausgrenzung von Jungen (siehe Zukunftstag nur für Mädchen). Die Politik interessiert sich nur für die Frauenquote. Und je mehr Jungs den Bach runter gehen, desto besser ist es für die Frauenquote. So einfach ist das.

Labels: , , , ,

Montag, Juli 13, 2009

"Buben sind die Dummen"

Der Versuch, Schüler in jeder Aufgabenstellung emotional anzusprechen, ist meist Ausdruck einer gutgemeinten Mädchenförderung. Denn auch nach 40 Jahren fechten Lehrkräfte an manchen pädagogischen Hochschulen noch immer den Geschlechterkampf. So wird an der PH Bern vor dem «heimlichen Lehrplan» gewarnt, der die Stabilisierung der «herrschenden Geschlechterverhältnisse» zum Ziel habe. Es dominiere in den Lerninhalten eine «männliche Weltperspektive», heisst es in den Vorlesungsunterlagen. Der Unterricht orientiere sich vorwiegend an den Bedürfnissen der Buben, die durch ihr unangepasstes Verhalten auch noch mehr Aufmerksamkeit einheimsten. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache.


Der Schweizer Beobachter widmet sich der Jungenkrise.

Labels: ,

Sonntag, Juli 12, 2009

"Welche Pläne haben Abiturienten für die Zukunft?"

Angenommen, Sie lesen von einem Zeitungsartikel mit der Schlagzeile "Welche Pläne haben Abiturienten für die Zukunft?" In welchem Verhältnis, glauben Sie, werden männliche und weibliche Abiturienten in diesem Beitrag wohl über Ihre Zukunftspläne berichten können? Schätzen Sie einfach mal. Und klicken Sie dann hier für die Antwort.

Nachtrag ein wenig später: Der erste Genderama-Leser hat mir bereits berichtet, einen Leserbrief mit folgendem Inhalt an die Redaktion geschickt zu haben: "Es wäre interessant gewesen, auch von Jungs ein paar kokrete Statements zu erfahren. Es waren doch sicherlich auch von ihnen ein paar interessante Gedanken dabei. Leider wurden hier, wie in anderen Medien auch, nur Mädchen zitiert. Das deckt sich zwar mit dem Zeitgeist, wird aber auf Dauer einseitig, unsagbar langweilig, fade und eintönig. Ein paar authentische Sätze von männlichen Abiturienten hätten sicherlich einen guten Kontrast gebildet. Schade."

Labels: ,

Neue Studie: Mädchen führen bei Jungen zu schlechteren Noten

Eine brisante britische Studie blieb so gut verborgen, dass auch ich nichts davon mitbekam und erst jetzt durch die Zuschrift eines Lesers auf einen Artikel vom April 2009 aufmerksam gemacht wurde:

Boys do worse in English when there are girls in their class, researchers will say today, contradicting the widely held belief that girls are always a good influence on boys in school.

Boys do best with "as few girls as possible" in English lessons at primary and secondary school, Steven Proud, a research student at Bristol University, will tell the Royal Economic Society's conference.

But when it comes to maths and science, both boys and girls at primary school achieve up to a tenth of a grade more when there is a high proportion of girls in the class, Proud found.

Proud tracked boys' and girls' test results at the ages of seven, 11, 14 and 16 in 16,000 schools in England between 2002 and 2004 for his PhD. (…)

The more girls there are in an English class, the worse boys perform. This is particularly the case in primary schools, he discovered.


Hier findet man den vollständigen Beitrag.

Labels: , ,

Feministische Propaganda jetzt auch für Grundschüler

Man kann sich gar nicht früh genug darum kümmern, den Nachwuchs ideologisch auf Zack zu bringen. Das wusste man schon in der DDR, das weiß man auch heute:

Die Löwinnen rebellieren: gegen ihren Macho-König, die Unterdrückung und für Gleichberechtigung. (…) Die Mädchen und Jungen erzählen in ihrem Musical die Geschichte des Löwenkönigs, der sich in Macho-Manier von seinem Löwinnen-Rudel bedienen lässt und »Frauen« und »Kinder« unterdrückt. Irgendwann begehren diese auf und machen aus dem herrischen einen höflichen Löwen. Ein halbes Jahr haben die Erst- bis Viertklässler Texte und Lieder geprobt, Kostüme geschneidert und Kulissen gebastelt.


Hier findet man den kompletten Text.

Labels: , , ,

"Den Jungs zeigen, wo es langgeht"

Eine in der Jugendarbeit tätige Erzieherin berichtet über ihre Vorgehensweise:

Die Jungen- und Männerdominanz fand ich immer sehr gruselig, auch im Freizeitbereich. In dem Neuköllner Projekt, in dem ich damals gearbeitet habe, habe ich deshalb ganz bewusst die Jungs aus meinem Selbstverteidigungskurs ausgeschlossen. Da haben sie erst mal ganz schön rebelliert. Später habe ich dann auch Jungentraining angeboten, unter anderen Prämissen, und irgendwann konnte ich mit den Jungen und den Mädchen zusammen arbeiten. Und das war super. (...) Als die Jungs dann dazu kamen, konnten die Mädchen schon einiges. Dadurch waren die Rollen anders verteilt: Die Mädchen haben den Jungs bei den PartnerInnen-Übungen gezeigt, wo es langgeht.


Hier findet man das Interview in Gänze.

Labels: , , ,

Mittwoch, Juli 08, 2009

Neuseeland: Internationale Konferenz zur Jungenkrise

Um einmal zu veranschaulichen, wie andere Länder die Jungenkrise angehen:

The school holidays might have begun but the work has not stopped for a group of teachers from all around the world who have gathered in Hawke's Bay for an international conference.

They are here to deal with one of New Zealand's education systems most pressing problems, lifting boys' academic achievement.

It comes as new research shows Kiwi boys are further behind girls than any other developed country.

Hundreds of international educators gathered at Lindisfarne College on Tuesday to learn how to best teach boys.


Hier geht es weiter.

Labels: ,

Montag, Juli 06, 2009

"Rettet unsere Söhne" Titelthema im P.T.-Magazin

Der Aufruf "Rettet unsere Söhne" nimmt in der heute erscheinenden aktuellen Ausgabe des P.T.-Magazins für den deutschen Mittelstand fast das gesamte Cover ein. In dem ausführlichen Artikel dazu wird mein Buch zu diesem Thema mit Nachdruck empfohlen, und auch einige Zitate von Kommentatoren dieses Blogs sind in den Beitrag eingegangen. Die Onlinefassung des Artikels findet man hier.

Labels: , ,

Mittwoch, Juli 01, 2009

Schweizer Experten ratlos: Schlaue Jungs schaffen es nicht aufs Gymnasium

Chancengerechtigkeit in der Schule ist das Leitmotiv der sozialdemokratischen Bildungsdirektorin Regine Aeppli. (...) Im letzten Jahr ist darum allen 3500 Primarschülerinnen und -schülern, die eine Aufnahmeprüfung ans Langzeitgymnasium geschrieben haben, erstmals ein sogenannter AKF-Test vorgelegt worden (Test für Allgemeine Kognitive Fähigkeiten). Dabei mussten sie 60 Aufgaben lösen, in denen ihre Fähigkeiten zum logisch Denken und Kombinieren getestet wurde. Mittlerweilen liegt die Auswertung der Tests vor. Die Resultate sind unerwartet und erstaunlich: Es sind nicht vorwiegend Kinder aus den Migrantenfamilien, die ihr Potenzial in den Schulen nicht entfalten können, es sind die Knaben.

Interessant sind vor allem die Zahlen von jenen 12- und 13-Jährigen, welche die Aufnahmeprüfung nicht bestanden haben. Unter ihnen gibt es 49, die beim AKF-Test zu den besten 10 Prozent gehörten. «Für mich ist es absolut unerklärlich, dass es diese Kinder nicht geschafft haben», sagt Urs Moser, Leiter des Instituts für Bildungsevaluation an der Uni Zürich, welches die AKF-Tests durchführte. Ebenso hat ihn überrascht, dass von diesen 49 Kindern 35 Knaben waren.


Hier findet man den vollständigen Artikel.

Labels: , ,

Samstag, Juni 27, 2009

Men's Health: "Rettet die Kerle von morgen"

In ihrer aktuellen Juli-Ausgabe widmet die Zeitschrift "Men's Health" einen langen Artikel der Benachteiligung von Jungen. Zwei Auszüge:

Die Gründe für den Absturz der Jungen sind vielschichtig. Ein Punkt ist die Mädchenförderung: Seit den 1970er-Jahren werden Mädchen in Deutschland gezielt unterstützt, besonders in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, um beim seinerzeit erkannten Geschlechterunterschied in puncto Bildungsstand gegenzusteuern. Auf die spezifischen Probleme von Jungs – zum Beispiel Lese- oder Schreibschwierigkeiten – wurde und wird bis heute nicht eingegangen. Das gleiche sich schon wieder aus, heißt es oft. (…)

Keiner der Kritiker will die Arbeit der Pädagoginnen diskreditieren oder ihre Leistungen in Abrede stellen. Aber können sie alles anbieten, was Jungs brauchen – vor allem eine männliche Ansprache? Eher nicht. Diktate werden über Bienchen im Frühlingsgarten statt über Piraten in der Todesbucht geschrieben, Nacherzählungen handeln nie vom letzten Spiel der Bayern, in der Textaufgabe geht es um Obst, nicht um Kanonenkugeln.


Leider gibt es in dem Artikel auch einige schlechte Passagen. So wird ein Erziehungswissenschaftler zitiert, der die Krise zu verharmlosen versucht und dabei einigen Blödsinn erzählt, so etwa:

Dass der Einfluss mehrheitlich weiblicher Lehrkräfte Jungen in ihrer Entwicklung beeinflusse, könne man so einfach nicht sagen. Es gäbe keine wissenschaftliche Studie, die das so eindeutig belegt.


Tatsächlich fand die Soziologin Heike Diefenbach heraus: "Je höher der Anteil von Grundschullehrerinnen ist, desto größer die Nachteile von Jungen." Und schon vor Jahrzehnten gab es ein Aufsehen erregendes Experiment an der Universität von Los Angeles: Dort wurde zweiundsiebzig Jungen und sechzig Mädchen mithilfe einer Lernmaschine Lesen und Schreiben beigebracht. Beide Geschlechter nahmen das Gerät gleich gut an. Als man den Lernfortschritt ermittelte, schnitten die Mädchen insgesamt jedoch schlechter ab als die Jungen. Daraufhin erhielten die Kinder normalen Leseunterricht im Klassenzimmer – von Lehrerinnen. Wieder wurde die Zahl der gelernten Worte in einem Test ermittelt. Jetzt schnitten die Jungen schlechter ab.

Und auch der Schluss des Men's-Health-Artikels ist unglücklich:

Professor Wassilios Fthenakis, Entwicklungspsychologe an der Uni Bozen, geht gar so weit zu behaupten, dass System dahintersteckt: Pädagoginnen benachteiligten Jungen gezielt und verpassten ihnen bei gleicher Leistung schlechtere Zensuren. Die Schule, ein Ort der Jungendiskriminierung? Hoffentlich nicht.


Dass Jungen für die gleiche Leistung schlechtere Zensuren erhalten ist natürlich keine persönliche Vermutung von Professor Fthenakis. Dies zeigte sich schon 1996 in der Hamburger Lern-Ausgangs-Untersuchung (LAU), wurde 2005 mit der IGLU-Studie bestätigt und 2007 in einer Studie des Bildungsministeriums ("Bildungs(Miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen/männlichen Jugendlichen") aufgegriffen. Im Jahr 2009 mahnte der Aktionsrat Bildung, dass die Ungleichheit zu Lasten der Jungen "die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren" überschreite.

Hier kann man Men's Health mit Lob und Kritik zu diesem Artikel erreichen.

Labels: ,

Sonntag, Juni 21, 2009

Uganda: Erziehungsexperten kritisieren Mädchenförderung zu Lasten von Jungen

Kuala Lumpur - Education experts have criticised the affirmative action in favour of girls, saying it has sidelined boys' access to education.

The experts noted that while countries had made tremendous progress to bridge the gender gaps in schools, more boys were performing poorly in class compared to the girls and dropping out of school to look for employment.

"For years, we have focused on women. But the worst that can happen is that the global phenomenon might start making policies of affirmative action for the boys," remarked Dr. Fatiha Serour, the director of youth affairs at the Commonwealth Secretariat.

According to Serour, evidence that girls are outnumbering boys in schools had created a stir in some countries.

She made the remarks during the youth forum at the Commonwealth education ministers' conference on Monday in the Malaysian capital, Kuala Lumpur.


Hier geht es weiter.

Labels: , , ,

Montag, Juni 08, 2009

Britischer Professor: "Wir schaffen eine neue Unterschicht benachteiligter Männer"

Noch einer, der einfach nicht das richtige Gender-Bewusstsein hat:

Tens of thousands of boys who ought to be capable of succeeding at university never make it because of school exams, according to a report today.

The Higher Education Policy Institute report suggests that GCSEs, introduced in 1988 in place of O-levels, appear to favour girls because of the style of teaching, content and types of question. The exams are the "most likely cause" of an achievement gap between the sexes that starts at school but carries on into adulthood, it concludes. The result is that men are less likely to go to university and less likely to do well when they get there.

"I think we are in danger of creating an underclass," Professor Bahram Bekhradnia, institute director and co-author of the report, writes in today's Observer. "Higher education brings social benefits as well as academic ones. If you have been to university, you tend to be in better physical and mental health. It has a terrific socialising effect and, by not going to university in such large numbers, men are being deprived of that. I think it is a real shame."

The study found that last year 130,000 more men would have needed to enter full-time higher education for their participation rate to be the same as women's. "That is really significant," said Bekhradnia. "Unless you believe that boys are actually more stupid than girls, they ought to be capable of the same levels of achievement. So what could the reason be?"


Der Guardian berichtet.

Labels: , ,

Dienstag, Juni 02, 2009

Lesermail (CDU-Papier)

Genderama-Leser B. schreibt mir:

Hallo Arne,

hier eine Info, die Dich vielleicht interessiert. Steht in der heutigen BILD-Zeitung auf Seite 2, ganz unten rechts, leider wohl nicht online:

Die Familienpolitiker der Union sorgen sich um die Gleichberechtigung junger Männer! In einem Papier fordern sie bessere Bildungs- und Enwicklungschancen. Junge Männer seien heute "tief verunsichert von den gleichaltrigen Frauen, deren Selbstbewußtsein ihnen attraktiv und zugleich suspekt erscheint." Laut Union sollen für junge Männer "neue Tätigkeitsfelder" z.B. als Erzieher in Kitas erschlossen werden.

Labels: , , ,

Mittwoch, Mai 27, 2009

OECD mahnt dringend zur Jungenförderung

Der folgenden Zeitungsmeldung sollte man eine kleine Chronologie voranstellen:

2000: In der in diesem Jahr veröffentlichten PISA-Studie heißt es, "dass die schwachen Leistungen der Jungen in den meisten OECD-Staaten eine ernste bildungspolitische Herausforderung darstellen, der besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte". Die deutsche Politik reagiert auf diese Herausforderung, indem sie sie komplett ignoriert.

2001: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird sehr deutlich: "Die Leistungsschwäche der Jungen im Bereich Lesekompetenz stellt in Deutschland wie auch in den meisten anderen OECD-Staaten ein gravierendes Problem dar." Daher erklärt die OECD die Leseförderung der Jungen weltweit zu einem vorrangigen Bildungsziel. Deutschland nimmt sich davon aus. Im auf die Bundesrepublik bezogenen Ableger des OECD-Berichts "Bildung auf einen Blick", bei dem die Mitgliedsstaaten die für ihr Land wichtigen Themen zusammenstellen, ist die Lesekompetenz kein Thema. Stattdessen behandelt dieser vom Bundesbildungsministerium herausgegebene Bericht nur die Situation der Mädchen und jungen Frauen. So werden darin beispielsweise die Probleme von Schülerinnen mit dem Computer und der niedrige Frauenanteil in den Ingenieur- und Naturwissenschaftsstudiengängen ausführlich dargestellt. Es findet sich jedoch kein einziges Wort über die vielfältigen schulischen Probleme der Jungen.

2003: Weitere Untersuchungen bestätigen die PISA-Ergebnisse. So kommt der Bildungsbericht der OECD zu dem Schluss: "Innerhalb des allgemeinbildenden Schulwesens sind inzwischen tendenziell Jungen benachteiligt, und zwar auch dann, wenn das Niveau der Schulleistungen berücksichtigt wird. Bei Betrachtung der Geschlechterproportionen in den Schulformen des deutschen Schulsystems gilt für alle Länder gleichermaßen, dass deutlich mehr Mädchen als Jungen das Gymnasium besuchen. Umgekehrtes gilt für die Haupt- und Sonderschulen, in denen die Jungen überrepräsentiert sind."

Machen wir einen Sprung in die Gegenwart, zum 26. Mai 2009. An diesem Tag berichtet die "Welt":

In der Schule haben Jungen eher in Mathematik und Naturwissenschaften Erfolg, Mädchen in Sprachen und sozialen Fächern. Eine Studie der OECD macht Erziehung und Vorurteile für die Unterschiede verantwortlich. Bildungsexperten fordern nun mehr Unterstützung für Jungen, deren Leseschwäche alarmierend ist.


Bezeichnenderweise schließt der Artikel mit der Behauptung, dass die OECD-Mahnungen in Deutschland auf "offene Ohren" stoßen würden – um ausführlich zu berichten, was hierzulande alles für die Mädchen getan wird: von Girls Day bis Gender Mainstreaming (übrigens ohne große Erfolge zu verzeichnen). Was die Probleme von Jungen angeht, sind die Ohren deutscher Politiker zwar auch offen – sie stehen jedoch vor allem auf Durchzug.

Labels: , , ,

Samstag, Mai 16, 2009

Männer schlagen Frauen beim Wissenstest

Es war vermutlich die größte Allgemeinwissen-Prüfung, die es in Deutschland je gegeben hat: In Kooperation mit StudiVZ hat der SPIEGEL den Studentenpisa-Test durchgeführt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor - sie sind eine echte Überraschung.


Eine Überraschung? Nicht für uns, wohl aber für Spiegel-Online, dessen Redakteure offenbar ernsthaft glaubten, Jungen erhielten deswegen schlechtere Noten als Mädchen, weil sie dümmer wären.

Labels: ,

kostenloser Counter