Montag, August 03, 2009

Südafrika: Hilfsfonds nicht mehr nur für weiße Mädchen

'A multimillion-rand educational trust bequeathed by the industrialist and politician Sir Charles George Smith - for the benefit of "European girls born of British/South African or Dutch/South African parents" - will now benefit young women of all races.

This is after the University of KwaZulu-Natal, which manages the trust, applied successfully to the High Court to amend Sir Charles's will, saying that the bequest was an "embarrassment" and could expose it to Equality Court proceedings.

(…) "More than half of the students attending the university now cannot be classified as white. In addition, the university has policies that are non-discriminatory."'


So sieht die Welt ohne Diskriminierung aus: Wohltätigkeit nicht ausschließlich für weiße Mädchen, sondern auch für schwarze.

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Donnerstag, Juli 09, 2009

Schweizer Presse berichtet über männliche Beschneidungstote

Die größte Gratiszeitung der Schweiz berichtet über die mittlerweile 37 Jungen, die in den letzten Monaten als Folge von Beschneidungen in Südafrika ums Leben gekommen sind.

(Einer der Leser, die mir das zusandten, fragte schon, ob einer aus der Redaktion wohl Genderama lese. Kann sein, wenn vielleicht auch nur indirekt: Nachdem ich darüber berichtet hatte, tauchte diese Meldung auch in einem von Laien versorgten deutschen Nachrichtenportal auf.)

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Montag, Juli 06, 2009

Zahl der Beschneidungstoten in Südafrika auf 33 gestiegen

Thirty-three South African boys have died following botched circumcisions in the country’s Eastern Cape province, radio reports said Sunday.


Hier findet man den vollständigen Artikel. Ich werde in diesem Blog die Totenzahlen nicht weiter aktualisieren. Das Grundproblem, denke ich, ist mit den letzten drei Eintragungen zu diesem Thema klar geworden.

Zum Ausklang noch ein Kommentar von Kerstin Griese (SPD): "Eine Beschneidung, wie sie religiös-kulturellen Rahmen bei Jungen vollzogen wird, ist in keiner Weise mit der bei Mädchen ausgeübten Genitalverstümmelung, bei der weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden, zu vergleichen."

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Zahl der Beschneidungstoten in Südafrika auf 31 gestiegen

Im Moment kommt man kaum hinterher mit dem grauenvollen Zählen von Todesopfern der diesjährigen südafrikanischen Beschneidungssaison. Vor nur zwei Tagen, am 2.7.2009, wurden noch 24 Tote gemeldet, inzwischen sind es bereits 31.

Es wurden außerdem über 60 Einlieferungen in Krankenhäuser gemeldet, mindestens 6 dieser Jugendlichen lagen auf der Intensivstation. Damit starben in diesem Jahr bereits mehr Jungen als in der gesamten Saison 2008, die mit 24 Toten und 535 Krankenhauseinweisungen endete.


Das Blog Phimose-Info berichtet.

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Donnerstag, Juli 02, 2009

Südafrika: In dieser Saison bislang 24 tote Jungen als Folge von Beschneidung

Ich glaube, es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag, der mir im feministischen "Mädchenblog" den Vorwurf des "unerträglichen Rumgejammers" einbringen wird.

Es geht um das Thema Genitalverstümmelung, bekannter unter dem Ausdruck "Beschneidung". Hier läuft bei uns die Sache im allgemeinen so: Normalerweise ist in den Medien wie selbstverständlich nur von weiblichen Opfern die Rede. Diese allein erhalten Aufmerksamkeit, nur um sie geht es in den bekannten Kampagnen gegen diese Praktik. Falls sich ausnahmsweise mal ein Männerrechtler schüchtern fragend zu Wort meldet, ob sich unsere Gesellschaft nicht vielleicht doch auch mal um die männlichen Opfer dieser Praktik kümmern sollte, erhält er garantiert eine ebenso kenntnisfreie wie herablassende Antwort, die beiden Formen von Beschneidung seien ja nun wohl überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Fast unweigerlich werden in der darauf folgenden Erklärung Äpfel mit Birnen verglichen, nämlich die chirurgische Beschneidung von Männern in Europa und den USA mit den brutalsten Formen der Klitorisverstümmelung in der Dritten Welt.

Eine typisch feministische Reaktion wird von Christine Hamprecht hier zitiert. Auf abgeordnetenwatch.de äußerte sich erst kürzlich die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar in vergleichbarer Weise: "Ähnlich drastische Eingriffe gegen die äußeren männlichen Geschlechtsteile werden nicht praktiziert, weder mit religiöser noch aus kultureller Begründung." Und auch die Pressesprecherin von Femnesty International, Nina Tesenfitz, die ich vor Jahren in einem Interview zu dieser Problematik befragte, äußerte sich ebenso nachdrücklich wie kenntnislos: "Die genitale Verstümmelung ist medizinisch nicht zu begründen und ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ausschließlich von Mädchen und jungen Frauen" (Hier auf Seite 9 runterscrollen.)

Die Wahrheit allerdings, wenn man beispielsweise heute nach Südafrika blickt, sieht so aus:

EAST CAPE CIRCUMCISION TOLL NOW 24

The death toll in the Eastern Cape’s winter circumcision season has risen to 24, the provincial health department said today.

Spokesman Sizwe Kupelo said four youths had died in the Eastern Pondoland region in the past 24 hours.

Two of them had been attending legal initiation schools, the others illegal schools.

The situation in the region had prompted local State doctors to go out in teams with police to treat youths at the schools, Kupelo said.

“They say they can’t watch these boys dying any longer. The situation is very bad in that part of the province.”

The department would also send more staff from Bhisho to monitor schools.

Kupelo said 26 youths were admitted to St Elizabeth’s hospital in Lusikisiki, two of them in high care.

There were four at Holy Cross in Flagstaff, and one at St Patrick’s in Mbizana. A youth had died at St Patrick’s last night.

At St Barnabas in Libode, there were 16 admissions, two of them in high care. Three of the 16 had lost the tips of their penises to gangrene.

There were ten at Mthatha General hospital, and another ten at the Nelson Mandela Academic hospital in the town, two of whom were in intensive care.

One youth died at Nelson Mandela Academic hospital on Tuesday night.

Circumcision-related deaths are usually as a result of septicaemia from infected wounds, or dehydration, which happens when initiates are denied water by their carers.

Eleven unregistered traditional surgeons and nurses have been arrested this season.


Um mal einen dieser Fälle ausführlicher zu schildern:

BOY DIES FROM CIRCUMCISION RELATED COMPLICATIONS

A 15-year-old boy died in the Nelson Mandela Academic hospital in Mthatha today (July 1) after developing complications from an illegal circumcision, Eastern Cape police said.

Superintendent Mzukisi Fatyela said the boy died in the early hours of the morning after being rushed to hospital last night.

The circumcision, also involving six other boys, happened in the Kaplan locality near Mthatha.

Some of the other boys were also taken to hospital but were in a stable condition.

The man who had performed the circumcision had fled after the first boy was rushed to hospital.

A case of illegal circumcision was opened and the man was being sought by police.

The Circumcision Act stated that a boy under 16 years was not ready for circumcision and that the procedure could only be carried out by trained and authorised people.

On Monday a 15-year-old boy from Ngqeleni near Mthatha died after a similarly botched circumcision.

The boy was rushed to hospital along with seven others on Monday evening where he later died.

The 31-year-old traditional surgeon who allegedly performed the circumcision was on the run and police were looking for him to face a charge of contravening the Circumcision Act, Fatyela said on Tuesday.


Das ist die Situation in Südafrika, wo es mit einer problembewussten Gesetzgebung, Notfallkliniken, Zeitungsberichten und Statistiken über solche Fälle im Vergleich zu anderen Staaten noch geradezu zivilisert zugeht. Beschneidung wird hier mittlerweile mit der AIDS-Bekämpfung gerechtfertigt (gab es in Wahrheit aber natürlich schon lange vor AIDS) und dient nicht, wie vor allem in Ländern des pazifischen Raums, als Initiationsritus oder damit ein Mann später eine Frau besser sexuell befriedigen kann. Leider gibt es über solche Vorfälle dort, wo die Situation für Jungen und heranwachsende Männer noch dramatischer ist, keine entsprechenden Meldungen in der Presse.

Und eine Organisation wie Amnesty International, die sich ursprünglich mal um die Menschenrechte unabhängig vom Ansehen des Geschlechts kümmern wollte, ist inzwischen feministisch dermaßen ideologisiert, dass sie zu diesem Thema nur noch Lügen wie jene verbreitet, die ich weiter oben zitiert habe.

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Sonntag, Juni 21, 2009

Uganda: Erziehungsexperten kritisieren Mädchenförderung zu Lasten von Jungen

Kuala Lumpur - Education experts have criticised the affirmative action in favour of girls, saying it has sidelined boys' access to education.

The experts noted that while countries had made tremendous progress to bridge the gender gaps in schools, more boys were performing poorly in class compared to the girls and dropping out of school to look for employment.

"For years, we have focused on women. But the worst that can happen is that the global phenomenon might start making policies of affirmative action for the boys," remarked Dr. Fatiha Serour, the director of youth affairs at the Commonwealth Secretariat.

According to Serour, evidence that girls are outnumbering boys in schools had created a stir in some countries.

She made the remarks during the youth forum at the Commonwealth education ministers' conference on Monday in the Malaysian capital, Kuala Lumpur.


Hier geht es weiter.

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Montag, Mai 25, 2009

Männerrechtler in Kenia: "1,5 Millionen Männer täglich Opfer von häuslicher Gewalt"

Auch die kenianische Männerrechtsbewegung macht darauf aufmerksam, dass "häusliche Gewalt" nicht automatisch "weibliche Opfer" bedeutet.

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Mittwoch, November 19, 2008

Kongo: "Wenn Vergewaltigung zum Alltag wird"

Es wird mal wieder Zeit für eine Seminarstunde "maskulistische Medienkritik". Heute bietet die Zeitschrift STERN einen Artikel über die Gewalttaten im Kongo als Unterrichtsmaterial. Die Aufgabe dazu, die jeder für sich lösen kann, wann und wie er mag: Ziehen Sie einen Vergleich, wieviel Gewicht die STERN-Journalistin der Vergewaltigung einer Frau im Gegensatz zur Zerstückelung eines Mannes gibt (z. B. durch die Schlagzeile, den Raum, den das jeweilige Verbrechen im Artikel erhält, und andere Kriterien mehr), und erstellen Sie eine begründete These, woran das liegen könnte.

Herzlichen Dank an Genderama-Leser A.L. für den Hinweis! Seiner Beobachtung nach ist dieser Artikel typisch für viele dieser Kategorie.

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Donnerstag, September 04, 2008

Ghana: Häusliche Gewalt gegen Männer steigt

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Beitrag aus der Reihe "Hoffmann kurvt in obskuren Ländern rum". Diesmal habe ich einen interessanten Artikel in der Ghanaian Times entdeckt.

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Dienstag, April 01, 2008

Lesermail (Nigeria)

Genderama-Leser J.A. schreibt mir zu den Menschenhändlerinnen von Nigeria:

Ich studiere Südafrikanische Geschichte (vor allem das Leben von jungen Männern in den Ghettos), habe allerdings auch ein ganz klein wenig Ahnung vom restlichen Afrika, da ein Bekannter von mir aus den Armutsvierteln von Kamerun kommt. Alles in allem ist die Patriachatstheorie, die über Nordafrikanische Länder aufgestellt wird ziemlicher Bockmist. Diese Länder sind rein historisch vom Matriachat geprägt.

In den Kameruner Ghettos ist es völlig normal, dass Frauen ihre Männer verprügeln und die restlichen Männer nicht wagen einzugreifen. Mein Bekannter beschreibt das wie folgt: "Meine Nachbarin hat ihn mindestens einmal pro Woche verprügelt, so hart, dass er geschrien hat. Dann hat mein Vater eingegriffen, denn die anderen hatten Angst. Er und mein Onkel mussten sie festhalten, denn sie wollte nicht ablassen." Das ist afrikanische Normalität. Nigeria wird da nicht viel anders sein.

Die Frau wird dort verehrt, der Mann ist nur ein Mann. Meist sind es auch die Männer, die so richtig arm sind; Frauen finden oft Schutz in der Familie, während Männer auf sich allein gestellt sind.

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Mittwoch, Februar 27, 2008

Botswana!

Ein Klassiker hier auf "Genderama" sind mittlerweile die Beiträge, in denen ich herausstelle, dass selbst in irgendwelchen Dritt-Welt-Ländern oder obskursen Inselstaaten die Geschlechterdebatte mitunter schon weiter ist als hierzulande. Nehmen wir heute mal Botswana, einen Staat, von dem vermutlich die Mehrzahl selbst der gebildeten Mitteleuropäer nicht mal weiß, wie die Hauptstadt heißt. Auch dort fasst die Männerbewegung inzwischen politisch Fuß – und erhält publizistische Unterstützung durch positive Berichterstattung:

With lots of activities happening around the world on gender, there are some who believe that men now feel the pinch in the struggle for gender equality. One of the topics that came up recently in Botswana is about the laws that discriminate against men, specifically about cases of child custody. (…)

The men, in that case, can't get legal help. While women's rights organisations booming all over the world advocate for women's rights, represented locally by Emang Basadi, men seem to be lagging behind in organising to form an organisation which can deal with men's rights and other issues that affect them.

Men Sector was introduced in 2002. Even though it serves a different purpose altogether, it is a step in the right direction. Men Sector was established as a result of perceptions that there was no male involvement in sexual health and reproduction programmes.


Hier kann man den kompletten Artikel lesen.

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