Mittwoch, Oktober 16, 2019

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: JOKER

Warnung: Der folgende Blogbeitrag enthält Spoiler zum aktuellen Kinophänomen "Joker" von Todd Phillips.

Disclaimer: Die in diesem Blogbeitrag zitierten Texte stellen nicht allesamt meine eine eigene Auffassung dar; auch war es zeitlich unmöglich, bei den zitierten Youtube-Beiträgen zu sichten, ob ihre Verfasser irgendwo in einem anderen Beitrag eine Äußerung getan wurde, die man im heutigen Jargon als "problematisch" bewerten könnte. Ich bilde in den zitierten Beiträgen vor allem den Stand der Debatte um den Film "Joker" ab.





Während die feministischen Superheldinnen-Serien "Supergirl" und "Batwoman" nach dem Motto "go woke and go broke" gerade in den Zuschauerzahlen abstürzen, startet Todd Phillips Film "Joker" – eine Zusammenfassung der Handlung findet man hieran den Kinokassen enorm durch. Angeblich handelt es sich um den erfolgreichsten Kinostart im Oktober überhaupt, und in den Charts der beliebtesten Filme aller Zeiten liegt "Joker" derzeit auf Platz 12.

Das ist einigermaßen erstaunlich: Die zitierten Kinocharts orientieren sich vor allem an den Bewertungen des Publikums – professionelle Filmkritiker schätzen den Film zwar auch ingesamt positiv, aber doch um einiges kritischer ein. (Noch sehr viel gravierender ist die Kluft zwischen Kritikern und Zuschauern bei der feministischen TV-Serie "Batwoman".) Während "Joker" im September auf dem Filmfestival in Venedig sogar mit dem Goldenen Löwen prämiert wurde, häuften sich vor allem aus dem Lager der postmodernen, identitätspolitischen Linken die Verrisse bis hin zu Aufforderungen, den Film nicht zu sehen, oder gar, ihn überhaupt nicht erst zu zeigen.

Es handele sich nämlich, wie der Youtube-Kanal "Midnight's Edge" zusammenfasst, um einen Film, der "lediglich weiße Männer mit geringer Ausbildung und niedrigem Status" ansprechen würde: also jene Menschen, die ein großer Teil unserer selbsterklärten "Qualitätsmedien" als Abschaum behandelt.

Der der Demokratischen Partei nahestehende Nachrichtensender CNN spricht von einer "heimtückischen Bestätigung der weiß-männlichen Ressentiments, die dazu beitrugen, Präsident Donald Trump an die Macht zu bringen". Dem Magazin Vanity Fair zufolge sei der Film zu einfühlsam gegenüber "weißen Männern, die furchtbare Verbrechen begehen". Der Rezensent des National Review sorgt sich, "dass ein bestimmtes Segment der wütenden, paranoiden, emotional instabilen jungen Männer Amerikas Joaquin Phoenix beim Abstieg in den Wahnsinn zusehen und (...) ausrufen werden: Endlich versteht mich jemand!".

Etliche andere Autoren werfen dem Film vor, die sogenannten "Incels" zu verherrlichen und zu legitimieren. "Incels", so informiert die Frankfurter Allgemeine die deutschen Leser, seien "sexuell frustrierte Männer, die vereint sind im Hass gegen Frauen". Der Film schüre nun in Amerika die Angst vor Gewalt durch diese Gruppe.

Angesichts der Flut solcher Beiträge gelangt der Youtube-Kanal Upper Echelon Gamers zu folgendem Eindruck: "Es kommt einem so vor, als wollten die Medien, dass etwas Schlimmes passiert. Es fühlt sich an, als geschähe das aus dem Wunsch heraus, ihre Kritik an diesem Film zu bestätigen." Anstatt sich mit dem Inhalt des Films ernsthaft auseinanderzusetzen, was eine Gegenrede zu diversen Anschuldigungen ermögliche, wollten die Leitmedien den Film unterbewusst scheitern sehen – und das direkteste und wirkungsvollste Versagen, das sie sich vorstellen könnten, sei Gewalt, eine Tragödie unter den Besuchern des Films. Tatsächlich ist aber nach dem weltweiten Start des Films kein einziger "Incel" durchgedreht, um ein Massaker anzurichten.

Der linke deutsche Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt stellt nach den erwähnten Artikeln folgende These auf:

Es gibt einen Hass auf die Kunst. Offizielle und inoffizielle Bedenkenträger, moralinsaure Weggucker sorgten für eine völlig absurde Debatte. Sie meinten, Kinos sollten besser "Joker" nicht zeigen, weil es ja Nachahmer geben könnte. (...) Kunst soll bloß noch die Erfüllungsgehilfin einer braven angepassten Pädagogik sein. Mit Ideologiekritik hat das (...) nichts zu tun. Die Zensoren wollen die Diskussion unterdrücken, die Ideologiekritik will die Diskussion mit Argumenten entfachen.


Die verantwortliche Filmfirma Warner Brothers hat auf diese "absurde Debatte" unter anderem damit reagiert, dass sie Journalisten zur Premiere des Films gar nicht erst zugelassen hat. Todd Phillips selbst, vor "Joker" vor allem durch die "Hangover"-Filme bekannt, hatte ohnehin schon vor einiger Zeit erklärt, keine Komödien mehr drehen zu wolen, weil das in unserer dauerempörten "woke" Kultur unmöglich geworden sei. Das Magazin "Rolling Stone" berichtet:

Keine Frage: "Joker" polarisiert und öffnet gerade in den USA Wunden, die noch lange nicht geheilt sind. Regisseur Phillips empfindet die Diskussion aber als problematisch und vermutet dahinter eine politische Agenda der "extremen Linken" in den Staaten, wie er "The Wrap" in einem Interview erzählte.

"Ich denke, es liegt daran, dass Empörung inzwischen so etwas wie eine Waffe ist", sagte Phillips in dem neuen Gespräch. "Das ist, glaube ich, schon sehr lange eine Waffe. Was mir in den Diskussionen rund um den Film aber auffällt, ist, wie leicht die extreme Linke genauso wie die extreme Rechte klingen kann, wenn es denn zu ihrer Agenda passt. Das hat mir wirklich die Augen geöffnet."


Warum wird dieser Film von einem bestimmten Lager in der Linken derart gehasst? Die Behauptung, er sei zu gewaltsam, ist ein grotesker Witz: Wenn ich mich nicht verzählt habe, tötet der "Joker" drei Männer in Notwehr, zwei weitere erschießt er, nachdem sie sich ihm gegenüber widerwärtig verhalten haben, und der Mord an einer schwarzen Frau wird zum Schluss des Films angedeutet. Die "Deadpool"- und John-Wick-Filme enthalten einige Dutzend Male so viele Toten, und in einer Reihe von anderen Filmen werden einzelne Gewalttaten sehr viel genüsslicher und sadistischer ausgebreitet als im "Joker". Diese alarmistische Rhetorik verdeckt, dass die Kritiker in Wahrheit die politische Aussage des Films zu beanstanden haben. Das liege daran, wie auf Youtube Paul Joseph Watson befindet,

wir eine ganze Generation junger Männer als wertlose Incels gebrandmarkt haben, die nichts als Verachtung verdienen. Wer ist dafür verantwortlich? Die Medien. Der Film spiegelt wider, wie eine Gesellschaft, die Menschen, beschämt, erniedrigt und entrechtet, selbst für die Erzeugung von Gewalt verantwortlich ist. Ist es da ein Wunder, dass die gleichen Kräfte, die für genau das in unserer Gesellschaft verantwortlich sind, diesen Film hassen?


Mit dieser These sind wir nach langer Vorrede endlich bei der versprochenen maskulistischen Filmkritik angelangt, die Peter Ryan auf den Seiten der männerpolitischen Initiative "A Voice for Men" vorgelegt hat. Wiewohl Ryan unglücklich pauschalisierend von "der Linken", "dem Feminismus", "den Frauen" und "den Medien" spricht, empfiehlt sich hier die Übersetzung eines längeren Auszugs:

"Joker" wurde angegriffen, weil er die Behauptung der Linken und explizit der feministischen Ideologie in Frage stellt, dass wir in einem Patriarchat leben, das das Wohlbefinden der Männer über das Wohlbefinden der Frauen stellt. "Joker" wirft ein Licht auf die Verfügbarkeit von Männern und das völlige Fehlen von Respekt, den die Gesellschaft für das Leiden und die Marginalisierung von Männern und Jungen hat. Aber was die Medien wirklich so irritierend an dem Film finden, ist, dass er die Lüge bloßstellt, der zufolge männliche Gewalt ihre Wurzeln in der toxischen Männlichkeit und dem Patriarchat hat. Männer sind anscheinend gewalttätig, weil sie toxische Männlichkeit und männliche Privilegien besitzen.

Kein anderer Faktor spielt eine Rolle, und solche Behauptungen aufzustellen, ist eine Ketzerei gegenüber der feministischen ideologischen Orthodoxie, die heute unsere Gesellschaft regiert. Das ist die Botschaft, die wir regelmäßig von der Häusliche-Gewalt-Industrie und von unseren elitären feministischen Medien, Regierungen und Institutionen in den Rachen gestopft bekommen.

Es gibt eine starke Botschaft im "Joker": Sehr viel männliche Gewalt entstammt nicht giftiger Männlichkeit, sondern einer giftigen Gesellschaft, die Männer und Jungen behandelt, als wären sie Müll. Viel männliche Gewalt ist ein Spiegelbild der Verachtung, die die Gesellschaft für Männer hat, und ihrer völligen Missachtung des Wohlbefindens und des Leids der Männer.

Das ist die peinliche Wahrheit, die das feministische Establishment nicht anerkennen will, weil es zu dieser gesellschaftlichen Denkweise beigetragen hat. Diese gesellschaftliche Mentalität der Apathie gegenüber männlichem Leiden wurde in einem Teil des Films festgehalten, als Arthur Fleck (der "Joker") sagt: "Wenn ich auf dem Bürgersteig sterben würde, würdest du direkt über mich hinweg laufen. Ich komme jeden Tag an dir vorbei und du bemerkst mich nicht!"

(...) Von Männern wird erwartet, dass sie Leistung erbringen und sich anpassen. Wenn Männer Leistung erbringen und sich anpassen, kümmert sich die Gesellschaft um solche Männer, soweit sie für die Gesellschaft nützlich sind (wie Thomas Wayne und seine Mitarbeiter). Männer werden in dieser gynozentrischen Kultur als menschliches Handeln angesehen und nicht als menschliche Wesen. Die Sorge um das Wohlergehen der Männer ist abhängig von dem Nutzen, den sie für die Gesellschaft erbringen. Die Sorge um das Wohlbefinden der Frau hingegen ist bedingungslos. Frauen werden unterstützt, ohne etwas tun zu müssen, sie müssen nur existieren. Wenn Männer aber keine Leistung bringen, existieren sie nicht für unsere Gesellschaft.

Wenn sich Männer nicht anpassen, auch wenn sie sich selbst oder anderen nichts antun, werden sie verteufelt. Wenn Männer sich weder anpassen noch etwas leisten, dann nennen die Leute sie "überflüssig" und entmenschlichen sie. Wir sehen keine Artikel darüber, dass Frauen überflüssig werden (...) oder Bücher und Slogans, die das Recht der Frauen auf Existenz und Zukunft in Frage stellen. Das ist der Unterschied zwischen der Art und Weise, wie die Gesellschaft Männer betrachtet und wie die Gesellschaft Frauen betrachtet.

Männer werden als menschliche Taten und Frauen als menschliche Wesen betrachtet. Es ist die geschlechtsspezifische Empathielücke. Der Feminismus hat diese Dynamik von Anfang an genutzt, um das Wohlbefinden der Frau auf Kosten der Männer weiter in den Vordergrund zu stellen.

(...) Männer wie Arthur können von Frauen keine Unterstützung bei ihren Problemen erwarten, wie wir durch Arthurs desinteressierte Beraterin und eine abweisende alleinerziehende Mutter gesehen haben. Arthur, der nach jeglichem Mitgefühl des anderen Geschlechts hungert, muss sich in seinem Kopf eine Frau vorstellen, die sich wirklich um sein Wohlergehen kümmert, die auch nur irgendeine Form von Zuneigung ihm gegenüber ausdrückt und die ihn wahrnimmt (wie wir später feststellen, findet diese Liebesbeziehung allein in seinem Kopf statt).

In der realen Welt erwarten Frauen, dass männliche Fremde in der Gesellschaft Verantwortung für das kollektive Wohlbefinden von Frauen übernehmen, die sie nicht kennen. Wir sehen dies in feministischen Bewegungen wie HeForShe, der Förderung der männlichen Unterstützung für das Bewusstsein für Brustkrebs bei großen männlichen Sportveranstaltungen, öffentlichen Botschaften beim Thema häusliche Gewalt, die sich an Männer richten und so weiter.

Es gibt eine deutliche Asymmetrie bei der Empathie, die Frauen gegenüber Männern, und der Empathie, die Männer gegenüber Frauen zeigen. (...) Ich muss lachen, wenn behauptet wird, dass Frauen das einfühlsamere Geschlecht sind, während sie Bücher schreiben und Debatten darüber führen, dass Männer überflüssig wären, und Artikel darüber schreiben, dass es akzeptabel sei, Männer zu hassen. Was für ein Witz!

Arthur war anders und hat die anerkannten Standards, ein männlicher Nutzen für die Gesellschaft zu sein, nicht erfüllt. Dafür wurde er überfallen, gefeuert, verraten, verspottet, öffentlich gedemütigt und geschlagen. "Joker" gibt uns einen Einblick, wie das Leben für die wachsende männliche Unterschicht in unserer modernen Gesellschaft aussieht, bei dem das elitäre feministischen Establishment so tut, als ob es nicht existieren würde und dass es ihn absichtlich und bewusst geschaffen hat. Diese bedeutende Gruppe von Männern bleibt für Feministinnen, die auf den winzigen Bruchteil der Männer an der Spitze der Gesellschaft fixiert sind, weitgehend unsichtbar. Wenn Feministinnen ihre Existenz nicht ignorieren können, werden diese Männer von Feministinnen als Verlierer, bedrohlich, gruselig, gewalttätig, frauenfeindlich und gefährlich dargestellt.

Männer können keine Opfer sein und Männer können nach Ansicht der Feministinnen nicht verletzlich sein, also müssen sie als Bedrohung eingestuft und ihre Probleme verwässert und verharmlost werden. Wenn sie solche Männer und ihre Probleme nicht verteufeln oder verharmlosen können, dann versuchen Feministinnen und die Gesellschaft, die Erzählung neu zu gestalten, dass Frauen oder andere Gruppen das größere Opfer wären.

Wir können bereits sehen, wie Publikationen versuchen, die Debatte über "Joker" so zu drehen, dass der Film alles andere als eine Geschichte über männliche Verletzlichkeit ist. Dies ist die gleiche Mentalität hinter den Äußerungen von Politikerinnen wie Hillary Clinton, dass "Frauen immer die primären Opfer des Krieges waren", trotz der Millionen und Abermillionen von Männern, die gewaltsam in den Krieg eingezogen wurden und für Frauen, ihre Familien und ihr Land starben, und der Hunderte von Kriegsfriedhöfen, die voll von toten Männern sind.

(...) Wenn Feministinnen männliche Opfer nicht verteufeln oder trivialisieren können, hören wir von ihnen, dass "das Patriarchat auch Männer verletzen". Allerdings hören wir nie, dass Feministinnen anerkennen, dass sie von diesem Patriarchat finanziert werden und selbst Teil dieses sehr "patriarchalischen" Systems sind, das sie angeblich abbauen, oder dass dieses System das Wohlergehen der Frauen eindeutig über das des Mannes stellt (wie wir an den zahlreichen Politiken und Programmen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Recht und Gesundheit für Frauen und Mädchen und dem vergleichenden Mangel an solchen Politiken und Programmen für Männer und Jungen sehen können).

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, der Mehrheit der Obdachlosen und Arbeitslosen zu helfen, die zumeist männlich sind wie Arthur?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, Männer zu fragen, ob sie als Kinder missbraucht wurden, wie es Arthur ergangen ist?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, die Mehrheit der Opfer von Gewalt – so wie Arthur im Zug – zu unterstützen: eine Mehrehit, die männlich und nicht weiblich ist?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, wie wichtig Väter für Jungen und die jungen Männer sind, die sie einmal sein werden, wie es bei Arthur der Fall war?

Haben Feministinnen jemals Männer nach den Schwierigkeiten gefragt, die sie als Männer erleben, und wirklich versucht, ihnen zuzuhören, wie Arthur es von seiner desinteressierten Beraterin verlangt hat?

Feminismus ist ausschließlich an Frauen interessiert, und die Behauptung, dass es der Bewegung um die Gleichstellung der Geschlechter gehe, ist eine Lüge.

Wir sehen in dem Film die Auswirkungen, die der fehlende Vater auf Arthur hatte, und den extremen Missbrauch und die Vernachlässigung, die er durch seine Mutter erlitten hat. Dieser Film verteilt die "rote Pille" an unsere Gesellschaft.

(...) Wir wissen, dass eine geschlechtsspezifische Empathielücke besteht, und ich werde das Ende dieses Artikels mit einem Zitat [der Männerrechtlerin] Alison Tieman einleiten:

"Gerade den Joker gesehen. Nicht sicher, was ich erwartet habe, aber nicht das. Der große Gewinn? Jeden Monat 45 Minuten Therapie anzubieten, um die Gleichgültigkeit, den Hass und die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, denen viele Männer ausgesetzt sind, ist nutzlos. Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend verändern."

Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Zu diesem Zweck könnte es hilfreich sein, wenn unsere elitären feministischen Medien und Institutionen, anstatt Bücher zu schreiben und Debatten darüber zu führen, dass Männer überflüssig seien und anstatt sich über das Leiden von Männern zu freuen, eine gewisse Selbstreflexion an den Tag legen (insbesondere Frauen in den Medien und anderen Institutionen) und ihre Rolle bei der Schaffung der Bedingungen, die männliche Gewalt erzeugen, erkennen.

Wie wäre es, wenn wir ein gewisses Mitgefühl für Männer und Jungen zeigen und ein echtes Interesse an der Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung dieser Menschen, so wie wir es bei den Frauen tun? Wie wäre es, wenn man Männer und Jungen als Menschen respektiert und nicht die Botschaft verbreitet, dass Männer und Jungen "veraltet" sind, als wären sie Maschinen? Wie wäre es, wenn Hanna Rosin und Frauen wie sie, die behaupten, dass Männer überflüssig sind, aus ihren klimatisierten Büros aussteigen und den Familien verstorbener männlicher Kriegsveteranen einen Besuch abstatten und erfahren, was Männer für sie und die Gesellschaft getan haben.

(...) Wenn unsere Medien, Institutionen, Unternehmen und Regierungen Männer nicht als Menschen respektieren, keine Sorge um ihr Wohlergehen zeigen, ihre Probleme ignorieren und Maßnahmen ergreifen, um Männer jahrzehntelang auszubeuten, zu marginalisieren, zu demütigen und zu dämonisieren, dann wundern Sie sich bitte nicht, wenn ein winziger Bruchteil dieser Männer tatsächlich zu Monstern wird. Sie sollten aufgebracht sein, denn was Sie den nachfolgenden Generationen von Männern und Jungen angetan haben, ist beschämend und verwerflich. Ich freue mich darüber, dass Sie verärgert sind.


Man kann dem Film "Joker" viele Vorwürfe machen: etwa dass er zu vorhersagbar ist und Kritik zu oft dem Einzelnen statt dem System anlastet. Aber wie sein enormer Erfolg zeigt, haben er und die Debatte um ihn den Nerv unserer Zeit getroffen. Das gilt auch für deutsche Verhältnisse. Hierzulande wünscht man einem Comedian wie Dieter Nuhr den Tod, weil er nicht "woke" genug ist, sondern über eine Ikone vieler Linker (Greta Thunberg) Witze gemacht hat. Hierzulande stellen Journalisten der Leitmedien, Männer, die nicht mit der gynozentrischen Elite konform gehen, in ihren Artikeln als Loser und Freaks dar. Hierzulande sitzt eine Politikerin wie Marina Weisband (Grüne) bei Maybrit Illner und nutzt das atnisemitische Attentat von Halle, um Kritik am Feminismus und an der politischen Elite insgesamt als "antisemitisch", gefährlich und damit tabu darzustellen. (Sexistisch-rassistische Polemik gegen weiße Männer, die tatsächlich Parallelen zu antisemitischen Diskursen aufweist, ist von Weisband wohl kaum gemeint.)

Geht die Kritik von Peter Ryan auf "A Voice for Men" am derzeit herrschenden Feminismus zu weit? Zitieren wir hierzu abschließend ein Statement, das Susanne Gaschke (SPD, Pro-Quote-Feministin) zum "Joker" geäußert hat:

Er heult herum über seine schwere Kindheit und seine Traumata – eine gute Therapie hätte ihn gewiss retten können.






Wer sich noch intensiver mit dem Film und seiner Wahrnehmung beschäftigen möchte, seien unter einer Flut von Youtube-Beiträgen vor allem eine einstündige Debatte der "Serienjunkies" und eine fast dreistündige Debatte von "Quadratauge" ans Herz gelegt.

Dienstag, Oktober 15, 2019

CSU verschärft Frauenquote – News vom 15. Oktober 2019

1. Die CSU "will sich um die Anliegen der Genration Greta kümmern", wie die "Welt" berichtet, und legt deshalb einen Leitantrag der Parteispitze für den Parteitag am kommenden Freitag und Samstag vor:

In erster Linie zielt der Leitantrag (...) auf organisatorische Veränderungen: Die 40-Prozent-Frauenquote soll vom Landes- und den Bezirksvorständen auf die Kreisvorstände ausgeweitet werden. In den engeren Vorständen – Vorsitzende, Stellvertreter, Schriftführer, Schatzmeister – soll sogar eine 50-Prozent-Quote gelten.


Der Frauenanteil unter den CSU-Mitgliedern beträgt etwas mehr als 20 Prozent.



2. Gegen den Discounter "Netto" gibt es Sexismusvorwürfe, berichtet der FOCUS, zeigt aber bezeichnenderweise nur die Hälfte der Geschichte. Unsichtbar bleibt in dem Artikel, dass "Netto" ein männliches Model genauso zeigt wie Frauen.



3. In einer geleakten Audiodatei beantwortet Facebook-Begründer Mark Zuckerberg, warum Facebook auch "Men are trash" ("Männer sind Müll") zur Hate-Speech zählt. (Manche halten das für einen Skandal; ich finde es befremdlich, dass man das überhaupt derart ausschweifend erklären muss, wie Zuckerberg es tut.) Ich raffe Zuckerbergs Ausführungen in der Übersetzung ein bisschen:

Die Richtlinien zu Hate Speech sind am problematischsten. Also werde ich Ihnen die Gründe erklären, wie wir zu dieser Richtlinie gekommen sind. Es gibt hier ein paar Dinge, über die Sie vielleicht nachdenken möchten. Es ist zum Beispiel so, dass das Geschlecht eine geschützte Kategorie ist. Also ersetzen Sie in Ihrem Kopf, während Sie das durchdenken, was wäre, wenn es "Muslime sind Müll" hieße. Das würden Sie nicht auf unserem Service wollen.

Allgemeine Regeln, die wir an 30.000 Menschen auf der ganzen Welt übergeben, die für deren Durchsetzung sorgen, müssen sehr spezifisch sein, um eine einheitliche Durchsetzung zu erreichen. Dann kommen Sie also zu der Frage: "In Ordnung, vielleicht wollen Sie unterschiedliche Grundsätze für Gruppen, die historisch benachteiligt oder unterdrückt wurden". Vielleicht sollten die Leute nicht sagen: "Frauen sind Müll", aber "Männer sind Müll" wäre okay.

Wir haben die politische Entscheidung getroffen, dass wir nicht beurteilen sollten, welche Gruppe benachteiligt oder unterdrückt wurde, wenn auch aus keinem anderen Grund, als dass dies von Land zu Land sehr unterschiedlich sein kann. Es geht also um Nuancen in den USA, aber es gibt verschiedene ethnische Gruppen oder verschiedene Religionen, die in der Mehrheit oder die Minderheit in verschiedenen Ländern sind, und es wird einfach nicht passieren, dass man all das verfolgen und mit irgendeiner Genauigkeit bewerten kann, um dann diese Regeln wieder an 30.000 Menschen zu übergeben, die konsistente Urteile fällen müssen. Oder wir haben noch nicht die Technologie, um das zu tun.

Was wir also im Grunde genommen entschieden haben, ist, dass wir uns diese Kategorien ansehen werden, Dinge rund um Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder Religion, und wir werden sie einheitlich durchsetzen. Und das führt nun zu der Diskussion, die wir bei der letzten Frage hatten, nämlich: Ist das perfekt? Nein. Es stellt wirklich eine Herausforderung dar – ich meine, du wirst keine Antwort bekommen, mit der jeder einverstanden sein wird.

Einige denken, dass wir zu viel herunternehmen, andere denken, dass wir zu wenig herunternehmen. Aber wir versuchen, dies auf eine Art und Weise zu steuern, bei der wir einen prinzipientreuen Ansatz für einen globalen Rahmen haben, der tatsächlich weltweit durchsetzbar ist.

Die Frage, die Sie stellen, könnte ein Fall sein, in dem Sie mit der Richtlinie nicht einverstanden sind, aber die meisten Probleme entstehen, weil einer unserer 30.000 Mitarbeiter die Regeln bei seiner Entscheidung nicht konsequent angewendet hat. Und dann unterstellt man uns Motive wie: "Oh nein, du hast das nur getan, weil du versuchst, eine Gruppe von Leuten zu zensieren" oder "Du hast das nur getan, weil dir der Schutz dieser Gruppe von Menschen egal ist". So ist es wirklich nicht. Es ist nur so, dass man versuchen sollte, Richtlinien zu haben, die prinzipiell gelten.


Kurzfassung: Aus Sicht von Facebook sind Sexismus und Rassismus immer scheiße, auch wenn es Gruppen trifft, bei denen die identitätspolitische Linke gene Ausnahmen zulassen möchte.



4. Die Post. Mein Leser Kevin Fuchs schreibt mir zur schleichenden Übernahme der Klimaschutzbewegung Fridays for Future durch Feministinnen:

Ich habe mich schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis der übliche Geschlechterkrampf in die Klimabewegung einsickert. Ich wusste, dass ich nicht enttäuscht werde.

Also - es wird so laufen, wie einst bei der Piratenpartei: Zuerst wird es mit der feministischen Klimabewegung steil bergauf gehen, weil die Medien voll darauf abfahren. Es wird die üblichen Bilder geben: junge Frauen mit Transparenten und weit aufgerissenen, schreienden Mündern.

Dann versinkt die Bewegung im üblichen ideologischen Sumpf. Das eigentliche Thema rückt in den Hintergrund. Der Ton wird schrill und gehässig - die üblichen Anti-Männer-Parolen.

Am Ende bleibt von der Bewegung nur ein kontaminierter Trümmerhaufen, den keiner mehr anfassen will.

Die schlechte Nachricht: Kurzfristig wird's schlimmer.

Die gute Nachricht: Mittelfristig wird's besser.

Die ganz schlechte Nachricht: Langfristig ist das Thema Klimaschutz vergiftet und keiner will mehr was damit zu tun haben.


Luisa Neubauer erhält für ihre Männerfeindlichkeit inzwischen sehr kritisches Feedback. (Offenbar wurde auch Genderama in der Debatte prominent verlinkt; ich hatte gestern plötzlich mehrere tausend Leser mehr als sonst.)

Montag, Oktober 14, 2019

Fridays for Future: "Klimawandel im Kern sexistische Krise"

Lena Högemann, Pressesprecherin der Berliner Senatsverwaltung Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, zitiert auf Twitter Luisa Neubauer, die Frontfrau von Fridays for Future:

"Wenn uns die heutige Zeit etwas lehrt, dann dass #Frauen die Welt verändern werden. Denn die #Männer haben es ja nicht so auf die Kette bekommen", @Luisamneubauer beim #fffday. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.


Quelle für dieses Zitat dürfte eine Keynote-Speech sein, mit der Neubauer am Samstag den Female Future Force Day eröffnet hat.

Auch weitere Tweets melden entsprechende Statements von Neubauer. So berichtet Ellen Herzog:

Inspiration und Weckruf! Luisa Neubauer FFF Deutschland... "Mädchen und Frauen sind immer die ersten, die bei Klimakatastrophen aus der Schule genommen werden, krank werden und sterben"


Kathrin Werner schließlich zitiert Neubauer mit dem Befund, der Klimawandel sei "im Kern eine sexistische Krise".

Solche Positionen sind nicht neu für die Klima-Aktivistin, die schon im Juni bei Anne Will befand, "dass wir ein massivstes Problem mit Sexismus in der Politik, in den Medien, in der Gesellschaft haben, das ist ja gegeben ... so dass es vorherrscht ... und gerade Frauen in Spitzenposten sind dem ausgesetzt." Wenige Wochen später hatte "Die Welt" Neubauers Männerfeindlichkeit beanstandet.

Nun kann man argumentieren, dass Luisa Neubauer vielleicht nur eine Einzelmeinung in ihrer Bewegung vertritt. Doch das ist nicht der Fall. Beispielsweise bewirbt Fridays for Future Bremen einen Workshop zum Thema "Feminismus in der Klimakrise" so:

Wie viele Formen der Diskriminierung wird auch der Sexismus unserer Gesellschaft durch die Klimakrise verstärkt. (...) Gemeinsam wollen wir reflektieren, was Feminismus, Awareness und Empowerment für uns bedeuten, in wie weit wir diese bereits in der Bewegung erleben und durch welche Strukturen wir marginalisierte Gruppen unterstützen können.


Auch Fridays for Future Mainz engagieren sich für eine "feministische Zukunft", Fridays for Future Dortmund bietet Workshops wie "Feminismus und Empowerment bei FfF" an, und Fridays for Future Erfurt verkündet, dass "Klimaschutz ohne Feminismus, Antirassismus und Antikapitalismus nicht geht".

Ist Fridays for Future also die reine Klimaschutzbewegung, lagerübergreifend, politisch neutral und ohne dass man andere Weltanschauungen im Gesamtpaket dazukaufen muss? Es sieht nicht danach aus. Aber kurzzeitig war das für viele ein wirklich schöner Traum.

Sonntag, Oktober 13, 2019

"Rechter Terror: Sind Männer das Problem?" – News vom 13. Oktober 2019

1. Verschiedentlich wurde ja schon damit gerechnet, dass einige auch das Attentat von Halle ausschlachten würden, um Männerfeindlichkeit zu verbreiten. Genau das geschieht in einem Artikel auf ze.tt, Partner von "Zeit Online". Ich erspare euch die Lektüre, indem ich mit den letzten beiden Sätzen das Fazit des Beitrags verrate:

Grundsätzlich ist Feminismus auch ein gutes Projekt für Männer. Sie müssten dann keine Arschlöcher mehr sein, sondern könnten nette, solidarische Menschen werden.




2. Lesenswerter ist hingegen dieser Beitrag von Lucas Schoppe, der die zentralen Probleme feministischer Positionen zusammenfasst. In einem Reader mit sachlicher Feminismuskritik könnte das einer der Kerntexte sein. (Aus Sicht von ze.tt hingegen ist Schoppe mit seiner Analyse vermutlich nur ein "Arschloch".)



3. Die Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" beschäftigt sich mit der Babypause für Väter. Ein Auszug:

Wollte man es positiv formulieren, könnte man sagen: Frauen wird eine Auszeit vom Job grundsätzlich eher ermöglicht, und zwar sowohl innerhalb der Partnerschaft als auch vom Arbeitgeber. Befragungen Bünnings ergaben: Dass Mütter ungefähr ein Jahr lang Elternzeit nehmen, gilt ihren Vorgesetzten meist als selbstverständlich. Eine Auszeit dieser Länge wird daher selbst bei Frauen, die in Führungspositionen arbeiten, oft toleriert. Bei Vätern ende das Wohlwollen dagegen häufig mit den "klassischen" zwei Partnermonaten, so Bünning: "Arbeitgeber erwarten von Männern nach wie vor eine größere Rücksichtnahme gegenüber dem Betrieb. Und zwar nicht nur, was die Länge, sondern auch, was das Timing der Elternzeit angeht."

Väter zerbrachen sich in den Befragungen der Soziologin folgerichtig eher den Kopf darüber, ob sie mit einer Elternzeit ihre Kollegen vielleicht zu stark belasten würden oder ob sich die Arbeit die gesamte Zeit über auf ihrem Schreibtisch stapeln würde. Existierten in ihrem Unternehmen jedoch konkrete Regelungen zur Vertretung, förderte das die Entscheidung für eine Elternzeit.

Freitag, Oktober 11, 2019

"Männlich, arbeitslos, hohes Sterberisiko" – News vom 11. Oktober 2019

1.
Eine Studie zeigt, dass im arbeitsfähigen Alter niedriger Sozialstatus mit hoher Todeswahrscheinlichkeit einhergeht – und davon vor allem Männer betroffen sind. Für diesen Zusammenhang gab es in Deutschland noch nie so belastbare Zahlen wie jetzt.


Hier geht es weiter.



2.
Ein Mann hat jahrelang Alimente für ein Kind bezahlt, das nicht seines war. Er will das Geld von der Mutter zurück. Das Oberlandesgericht Linz (OLG) wies die Klage ab. Wie die "Presse" am Montag berichtete, lässt der Oberste Gerichtshof (OGH) den OLG nun aber noch einmal prüfen, ob die Frau den Mann tatsächlich bewusst falsch über seine Vaterschaft informiert hat.


Der Kurier berichtet.



3. Christian Schmidt hat eine sehr ausführliche juristische Einschätzung zu der Stellungnahme der "IG Jungen, Männer, Väter" verfasst, was die Bundestagsanhörung zur Verbesserung familiengerichtlicher Verfahren angeht.



4. Die liberale Journalistin Joanna Williams blickt zurück auf zwei Jahre MeToo und erkennt in den Folgen eine "Katastrophe für Männer und Frauen".

Donnerstag, Oktober 10, 2019

Immer mehr Linke kritisieren Feminismus – News vom 10. Oktober 2019

1. Bilke Schnibbe, Journalistin und Psychologin, empört sich über wachsende Feminismuskritik in der Linken.

(Die lustigen Zahlen, die Schnibbe in ihrem Beitrag zur Täter-Opfer-Verteilung bei häuslicher und sexueller Gewalt nennt, sind natürlich Humbug.)



2. Der Kulturjournalist David Wonschewski schreibt einen offenen Brief an Robert Habeck: "Von einem, der so gerne Grüne wählen würde. Und es nicht kann."



3. Die Frankfurter Rundschau, die sich sonst gerne gegen Männerrechtler und ihre Forderungen positioniert, lässt in einem aktuellen Artikel den Bindungsforscher Claus Koch (mit einigen Einschränkungen) für das Wechselmodell plädieren.



4. Die aktuellen Nobelpreise gingen schon wieder an die verhassten alten, weißen Männer. Beschämend für die Frauen? Nicht für Spiegel-Online: Dort hat wegen der herausragenden Leistungen dieser Männer der Nobelpreis ein Frauenproblem, und die Preisverleihung sei "zur Karikatur geworden".

Einer meiner Leser schreibt mir hierzu:

Interessant daran jst, dass die Kommentare unter dem Artikel mal wieder deutlich mehr Sachkenntnis aufweisen als der Kommentar selbst. Dort wird nachvollziehbar erklärt, warum die Gewinner nun mal meist alt, weiß und auch männlich sind. Und offensichtlich war der Artikel dann selbst Spiegel-Online so peinlich, dass sie diesen von der Startseite runter genommen haben und er nur noch über das Wissenschafts-Ressort aufzufinden ist (wo ihn kaum noch jemand liest).




5. Anja Reschke, Journalistin und Unterstützerin von "Pro Quote", bekundet auf Twitter, dass sie nicht glücklich mit der Welt ist, die sie erkämpft hat. Und ja, auch sie erhält die passenden Antworten.

Mittwoch, Oktober 09, 2019

Mädchen schwänzen Schule, weil sie Angst vor geschlechtsneutralen Toiletten haben – News vom 9. Oktober 2019

1. Die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet über das wachsende Unbehagen von Schülerinnen gegenüber geschlechtsneutralen Toiletten ("Unisex-Toiletten"):

Geschlechtsneutrale Toiletten in Schulen haben dazu geführt, dass sich Mädchen unsicher fühlen und sogar ihre Gesundheit gefährden, warnen Eltern und Lehrer.

Mädchen, die ihre Tage haben, fühlen sich so unwohl damit, sanitäre Einrichtungen mit Jungen zu teilen, dass einige zu Hause bleiben, weil sie Angst haben, wegen ihrer Periode gehänselt zu werden.

Da eine wachsende Zahl von Grund- und Mittelschulen Unisex-Toiletten einrichtet, riskieren einige Mädchen Infektionen, indem sie sich den ganzen Tag verkneifen zu urinieren.

Andere sind so ängstlich, dass sie in der Schule aufgehört haben, etwas zu trinken.

Eltern und Lehrkräfte haben "The Mail on Sunday" mitgeteilt, dass sich Schülerinnen zutiefst unwohl oder sogar unsicher fühlen, wenn sie Toiletten mit männlichen Schülern teilen.

Der Trend zu Unisexex-Toiletten wird durch den Wunsch getrieben, Kinder stärker einzubeziehen, die sich als Transgender identifizieren und die gleichen Einrichtungen wie das andere Geschlecht nutzen wollen.

Aber gestern Abend forderten Ärzte und Politiker die Schulen auf, den Trend zu Unisex-Toiletten zu stoppen, um weitere Schäden für Schülerinnen zu verhindern.

Die AllgemeinmedizinerinTessa Katz sagte, dass das regelmäßige Einhalten von Urin für längere Zeiträume das Risiko von Mädchen erhöhen könnte, an Harnwegs- und Blasenentzündungen zu leiden.

"Die psychologischen Auswirkungen, dass sich Mädchen nicht sicher genug fühlen, um gemischtgeschlechtliche Toiletten zu benutzen, sind ebenfalls beunruhigend", sagte Dr. Katz.

Gleichzeitig hat der Anstieg der geschlechtsneutralen Toiletten eine Gegenreaktion unter den Eltern ausgelöst, von denen viele sagen, dass sie nicht mit einbezogen wurden, bevor die Änderung an den Schulen ihrer Kinder vorgenommen wurde.

Die jüngste Welle von Aufregung trifft die Deanesfield Primary School in South Ruislip, West London, wo die Eltern letzten Monat eine Petition gegen die Einführung von Unisex-Toiletten einreichten.


Ein Ziel von Unisex-Toiletten sollte eigentlich "Geschlechtergerechtigkeit" sein. Die Wikipedia berichtet darüber wie immer in lobenswert neutraler und von jeglicher Ideologie ungetrübter Darstellungsweise (ja, das war Sarkasmus):

Frauen werden jedoch nicht nur dadurch benachteiligt, dass für sie keine Urinale vorgesehen und somit die Möglichkeiten zur Miktion eingeschränkt sind. Auch indirekt wird über die "Toiletten-Apartheid" ein Zwei-Klassen-System erzeugt, indem Frauen von wichtigen Networking-Prozessen auf Männertoiletten ausgeschlossen werden.


Die Jüngeren von euch haben es leider nicht mehr mitbekommen: In den nuller Jahren war die Wikipedia eine durchaus brauchbare Online-Enzyklopädie statt eine Website, auf der jeder anonym seine persönlichen politischen Auffassungen als "Lexikonwissen" unterbringen konnte.



2. Auch die "Tagesschau" hat ihren schwer erarbeiteten Ruf als Aushängeschild für seriöse und sachliche Berichterstattung inzwischen aufgegeben und das Feld den Ideologen überlassen: "Politikerinnen besonders oft Ziel von Hass" behauptet die ARD-Nachrichtensendung in einer aktuellen Meldung. Der Sozialwissenschaftler Michael Klein erklärt, warum diese Pseudo-Nachricht in die Irre führt.



3. Lucas Schoppe stellt das zynische Kinderbuch "Mondpapas" vor und knüpft daran einige Gedanken zur politischen Ausgrenzung von Vätern insbesondere durch die SPD.



4. Ein US-amerikanischer Student, dem ein sexueller Übergriff vorgeworfen wurde, hat von seinem College per Gerichtsurteil 100.000 Dollar Schmerzensgeld erwirkt.

Dienstag, Oktober 08, 2019

So sexistisch schlachtet Katharina Schulze (Grüne) die Morde von Kitzbühel aus – News vom 8. Oktober 2019

1. "Das ist nun endgültig irre", schreibt mir einer meiner Leser zu dieser Meldung über ein tödlich verlaufenes Eifersuchtsdrama in Kitzbühel. "Drei der fünf Mordopfer sind Männer, und es geht um Gewalt gegen Frauen."

Endgültig irre? Ach wo, es geht immer noch eine Sput durchgeknallter. Etwa wenn Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, dazu twittert:

Es ist ein Femizid. Und toxische Männlichkeit ist ein massives Problem in unserer Gesellschaft.


Von einem "Femizid", wenn der kleinere Teil der Mordopfer weiblich ist, spricht auch die Berliner "taz", die "Neue Zürcher Zeitung" und das feministische Magazin "Vice", das in solchen Taten natürlich "eine der vielen Folgeerscheinungen des Patriarchats" sieht.

Immerhin erhält Katharina Schulze unter ihrem Tweet massenweise Kritik.



2. Die feministische Autorin Mona Eltahawy befindet in einem aktuellen Interview, das Elthaways neues Buch bewirbt, es müssten "radikale Schritte" stattfinden, um dieses "Patriarchat" zu zerstören, einschließlich "gerechtfertigter Gewalt" gegen Männer:

Interviewfrage: Mona, du lehnst im Wesentlichen die Idee ab, dass das Patriarchat gestürzt, demontiert, niedergebrannt werden kann, während man zivil, friedlich und höflich ist. Du argumentierst, dass Gewalt eine notwendige Sünde für Frauen und Mädchen ist. Das ist sehr umstritten. Was genau meinst du damit?

Mona Elthaway: Ich habe verstanden, dass es sehr umstritten war, und ich habe das bewusst so gesagt. Ich bitte die Leute, sich vorzustellen - jetzt verwende ich dieses Wort vorstellen, und ich betone es dreimal -, dass wir jede Woche eine bestimmte Anzahl von Männern töten. Wie viele Männer müssen wir töten, bis das Patriarchat uns gegenüber am Tisch sitzt und sagt: "Okay, hört auf. Was müssen wir tun, damit Sie dieses Ausmerzen stoppen können?"

Seitdem mein Buch herauskam, haben mehrere Frauen zu mir gesagt: "Oh mein Gott, ich bin eine Mutter von Söhnen. Wie kannst du über so etwas reden?" Und ich sage zu ihnen: "Du bist mehr verärgert und beunruhigt über das imaginäre Szenario der Gewalt gegen deine Söhne als über die tatsächliche Gewalt, die jeden Tag gegen deine Töchter oder die Tochter eines anderen verübt wird." Was sagt das darüber aus, was das Patriarchat uns angetan hat?




3. Unter der Schlagzeile "Frei erfundene Berichte über Missbrauch: Scotland Yard ermittelt stümperhaft und gesetzeswidrig" berichtet die Neue Zürcher Zeitung:

Ehemalige Minister, Wirtschaftsakteure und hohe Militärs standen im Verdacht, Jahrzehnte zuvor Buben vergewaltigt zu haben. Das ist nicht wahr – und der Bericht über die Ermittlungen lässt Zweifel an der Urteilsfähigkeit der Hauptstadtpolizei aufkommen.


Hier geht es weiter.



4. Feedback: Einer meiner Leser schreibt in einer Amazon-Rezension meines Buches ""Feindbild weiße Männer":

Neulich hab ich in einem norddeutschen Radiosender diese Programmankündigung für den 3. Oktober gehört: "Sie erfahren, warum Männer Schweine sind". Wem, wir mir, bei solchen Beleidigungen der Hut hoch geht, der wird mit dem Buch von Arne Hoffmann seine helle Freude haben: eine unglaublich gut geschriebene und faktenreiche Abrechnung insbesondere mit dem radikalen Feminismus und im allgemeinen mit linker Identitätspolitik. Arne Hoffmann gibt Linken eine Stimme, die sich zunehmend von dieser Identitäspolitik entfremden, aber deswegen noch lange nicht ins rechte Lager wechseln wollen.

Montag, Oktober 07, 2019

Österreich: Langjährige Feministin distanziert sich von MeToo – News vom 7. Oktober 2019

1. Die "Neue Zürcher Zeitung" hat Valerie Export interviewt, die seit Jahrzehnten in der feministischen Bewegung aktiv ist. Trotzdem geht sie zur MeToo-Bewegug auf Distanz:

Es ist richtig, dass Frauen sich wehren können und müssen. Sie brauchen Mut dazu. Mich stört die #MeToo-Bewegung aber, wenn die Fälle Jahrzehnte zurückliegen. Am meisten fiel mir das bei Placido Domingo auf, als er von der Metropolitan Opera in New York weggehen musste. Das ist sehr hart. Er hat eine grosse Karriere, ist 78, jetzt kocht das hoch. Die Ereignisse liegen ja fünfzehn und mehr Jahre zurück. Jetzt werden ihm die letzten Jahre als Sänger weggenommen. So einen Abgang finde ich nicht richtig. Man kann nicht erst so spät mit solchen Vorwürfen kommen, das muss man sofort machen. Die Frauen haben sich ja nicht einmal gleich zu Beginn der #MeToo-Bewegung gemeldet. Das ist bei solchen Bewegungen schon zwiespältig.


Auf die Frage, wie sie es sehe, wenn junge Frauen verlangen, dass Bilder abgehängt oder an Universitäten Texte nicht mehr gelesen werden, entgegnet Valerie Export:

So etwas darf man, kann man nicht abhängen. Künstlerinnen und Künstler müssen die Freiheit haben, sich zu äussern. Das ist in der Literatur ähnlich, Theaterstücke wurden verboten, Musikstücke nicht aufgeführt. Was haben die Surrealisten nicht alles gemacht! Es gibt kein Abhängen und keine Bücherverbrennungen, es gibt keine entartete Kunst, egal aus welcher Perspektive.




2. Die "IG Jungen, Männer, Väter" hat ihre Auswertung zur Anhörung des Rechtsausschusses des Bundestages vom 25.09.2019 online gestellt, die auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema "Fortbildung von Richterinnen und Richtern sowie Qualitätssicherung in familiengerichtlichen Verfahren" erfolgte. Diese Auswertung gelangt zu dem Fazit:

So begrüßenswert eine Implementierung und Qualifizierung von Fachrichterschaft ist, die grundsätzlichen Defizite im deutschen Familienrecht werden dadurch nicht angetastet.


Daher greife der Antrag zu kurz: "Letztendlich trägt er dazu bei, die bestehenden Ungerechtigkeiten und Defizite weiter festzuschreiben."

In einer aktuellen Pressemitteilung der "IG Jungen, Männer, Väter" heißt es außerdem:

Sowohl Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) als auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) verweigern persönliche Gespräche mit Vertretern von authentischen Männer- und Väterverbänden. Mit Vertreterinnen von Frauen- und Mütterverbänden werden regelmäßig Gespräche geführt.




3. Die Post. Viele Leser haben mir mine Frage von gestern beantwortet, was im Zusammenhang mit der Schweizer Armee eigentlich das Kürzel "WK" bedeutet. Herzlichen Dank dafür! Ich veröffentliche hier die längste Antwort, die ich dazu erhalten habe und die weiterführende Gedanken enthält.

Als ehemaliger "AdA" (Angehöriger der Armee): zu deiner Frage was "WK" bedeutet: Wiederholungskurs. Das sind die jährlichen drei Wochen Armee (nicht vier Wochen; selbst Offiziere müssen nur zwei Tage zur WK-Vorbereitung)..

Auch ist es ein NICHT-Problem: Wer weiß, dass er während des nächsten Dienstes länger verhindert ist, stellt einfach ein Gesuch auf Verschieben des WK. Wer das Gesuch rechtzeitig eingereicht hat (so eine Geburt/Vaterschaft kündigt sich normalerweise neun Monate vorher an, drei Monate sind für ein Gesuch ausreichend, auch im Job muss der Vaterschaftsurlaub im Voraus angekündigt werden), kann seinen Dienst problemlos verschieben. Die Armee ist da sehr entgegenkommend und unkompliziert.

Dies kann allerdings Folgen haben: Die Entlassung aus der Dienstpflicht kann sich verschieben (wer seine "Tage" (Abhängig vom Dienstgrad) abgeleistet hat, wird entlassen – wer verschiebt, oder zu oft Urlaub benötigt (Urlaubstage gelten nicht als Diensttage), wird eben erst später abgemustert weil die "Tage" abgeleistet werden müssen)

Muss zu oft verschoben werden (ich glaube zwei WK in Folge), wird Wehrpflichtersatz (Höhe ist lohnabhängig) fällig; dieser kann aber zurückgefordert werden, wenn die verschobenen WKs nachgeholt wurden (entweder zwei WK pro Jahr, oder alle Diensttage vor der Alters-Abmusterung geleistet).

Lösungen:

Wehrpflichtersatz zahlen und vergessen,

WKs nachholen (zwei WK pro Jahr, abhängig von der Funktion),

Versetzung in Einheiten, die ganzjährig Dienst leisten und so mehr Flexibilität bieten,

oder auf "untauglich" machen; heute leichter denn je: Vegetarier/Veganer? Untauglich. Brille? Untauglich. Etcetera.

Die Armee bietet bereitwillig Hand zu Lösungen. Das bedingt natürlich, dass sich der Angehörige der Armee mit Vorgesetzten unterhält und sich auch mit dem Dienstreglement befasst (in dem dies alles geregelt ist; wird jedem Soldaten in der Rekrutenschle ausgehändigt). Das machen die wenigsten Soldaten, aber hinterher fluchen, das können's dann. Speziell die Journalisten, die ja "so gut recherchieren können" ...


Wenn einer von euch zu den betroffenen Fällen gehören sollte, genügt eine Mail an mich, die ich dann an meinen Leser weiterleiten würde: "Ich helfe beim Aufsetzen des Verschiebungsgesuchs! Ich hab Erfahrung!"

Sonntag, Oktober 06, 2019

"Herr der Ringe": Schauspielerin fordert weiblichen Gandalf – News vom 6. Oktober 2019

1. Der Versuch, klassisch männliche Heldenfiguren mit Frauen zu besetzen, geht weiter:

Geht es nach der Schauspielerin Robyn Malcolm, soll sich die geplante "Herr der Ringe"-Serie nicht mehr auf Männer fokussieren. So wünscht sie sich etwa, dass der Zauberer Gandalf nun von einer Frau gespielt wird. (...) "Diese alten Legenden und mythischen Geschichten sind eingebettet in patriarchalischen Strukturen", erklärt Malcolm gegenüber Stuff. "Warum schauen wir uns nicht die Magie einer matrilinearen Welt an, in der die magischen Kraftzentren Frauen sind?"


Weil das eher Robert Jordans Fantasyzyklus "Das Rad der Zeit", entspräche (der übrigens auch gerade zur Serie wird) als dem "Herrn der Ringe"?



2. Das Schweizer "Tagblatt" berichtet, dass es für den in der Schweiz neu eingeführten zweiwöchtigen Vaterschaftsurlaub ein unerwartetes Hindernis gibt: die Armee.

120 000 junge Schweizer Männer rücken jedes Jahr für drei oder vier Wochen in einen WK ein. Auch wenn sie gerade eben Vater geworden sind. Wenn das Kind während des WKs zur Welt kommt, werden ein paar Urlaubstage bewilligt – dann geht’s zurück in die Kaserne. Das Militärrecht kennt keinen Vaterschaftsurlaub.

(...) "Die Armee hat sich der modernen Rollenteilung in der Familie nicht verschlossen", sagt Armeesprecher Reist. Aber wenn die Mutter da ist, sehen viele Kommandanten offenbar keinen Grund, den WK zu verschieben. Betreuungsproblem gelöst. Um den abwesenden Vater geht es nicht.


(Was bedeutet hier eigentlich "WK"? "Weltkrieg" kann es ja nun nicht sein.)



3. In Berlin gibt es die europaweit erste betreute Wohngemeinschaft für homosexuelle Männer.



4. Amina Yousaf, SPD-Politikerin, ehemalige Gender-Studentin und Autorin der feministischen Magazine "Kleiner drei" und "Missy", befindet, Gewalt im Internet wäre für Männer nicht so schlimm. Christian Schmidt kommentiert.

Freitag, Oktober 04, 2019

Warum das Patriarchat Greta Thunberg hasst – News vom 4. Oktober 2019

1. In einem der meistgelesenen Artkel des vergangenen Tages, "Das Patriarchat kocht", erklärt die Kolumnistin Suzanne Moore: "Greta Thunbergs Weigerung, nach ihren Regeln zu spielen, treibt alte weiße Männer in den Wahnsinn. Und das ist auch gut so". Moore zufolge kommen "die alten weißen Herren (...) damit überhaupt nicht klar", wenn sich eine junge Frau wie Greta Thunberg "einfach mal weigert, sich sexualisieren zu lassen". Belege für ein "kochendes Patriarchat" und "Wahnsinn" sind die herablassenden Kommentare einiger weniger Männer. Der Artikel fügt sich ein in eine lange Reihe von Beiträgen, denen zufolge vor allem Männer Thunberg "hassen" oder vor ihr "Angst haben" würden.

Ein Großteil dieser Rhetorik beruht auf der Vorstellung von der Frau als Erlöserin und dem Mann als Zerstörer der Zivilisation. Von den Fakten getragen wird die Behauptung, vor allem Männer seien gegen Thunberg, keineswegs: Tatsächlich sehen mehr Frauen Thunbergs Auftreten kritisch als Männer. (Die Journalistin Birgit Kelle argumentiert treffend, wenn Thunberg ernst genommen werden wolle, dürfe es für sie keinen "Welpenschutz" geben.) Einen Nobelpreis für Thunberg würden insgesamt nur 15 Prozent der Deutschen begrüßen. Zwei Drittel sind dagegen – eine Mehrheit, die sich in der journalistischen Berichterstattung nicht einmal im Ansatz widerspiegelt. Dort gibt es nur in seltenen Einzelfällen verhaltene Kritik an Thunberg (hier übrigens wieder von einer Frau).

Die Verschwörungstheorie eines Frauen unterdrückenden Patriarchats lässt sich also auch bei diesem Thema nicht mit der Wirklichkeit in Übereinklang bringen.

Einer der Männer, die Fragwürdiges in der Klimabewegung kritisieren, ist der Blogger Lucas Schoppe. In seinem aktuellen Beitrag "Unschuldsgier und Mordlust" untersucht er, wie sich die Klimadebatte in Klischees auch über Geschlechter festläuft: "Weiblichkeit steht dann für politische Machtlosigkeit, aber dadurch eben auch für Unschuld und eine Nähe zum Lebendigen – Männlichkeit steht für eine korrupte Macht, für uneingestandene Schuld und für Technokratie." Der Artikel ist insgesamt lesenswert, ebenso der erste (und bislang einzige) Kommentar darunter.



2. Die "Süddeutsche Zeitung" beschäftigt sich weiter mit der Debatte über eine Frauenquote in der CDU. Ein Auszug:

Im November trifft sich die CDU in Leipzig zu ihrem nächsten Bundesparteitag. Dort müsse es endlich zu Verbesserungen des bisherigen Quorums kommen, heißt es in der Frauen Union. Doch in anderen Teilen der Partei gibt es entschiedenen Widerstand. Warum Frauen bei einem Mitgliederanteil von 26 Prozent ein Drittel oder gar die Hälfte aller Posten in der CDU bekommen müssten, wird da gefragt. In der Jungen Union sagen auch weibliche Landesvorsitzende, sie wollten wegen ihrer Qualifikationen - und nicht wegen einer Quote - gewählt werden. (...) Auf ihrem Deutschlandtag in der kommenden Woche wird die Junge Union auch über einen Antrag beraten, in dem Paritätsgesetze abgelehnt werden. Es gilt als sicher, dass er eine Mehrheit bekommt.

Und wie fällt die Bilanz [des CDU-Abgeordneten und Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung Norbert] Lammert aus? Mit der gesetzlichen Regelung eines Frauenanteils in den Parlamenten "wäre ich persönlich eher vorsichtig", sagt er der [Süddeutchen Zeitung]. "Wenn man einmal damit anfängt, wichtige Aspekte der gesellschaftlichen Vielfalt für dringend parlamentarisch abbildungsbedürftig zu halten, spricht fast nichts dafür, dass das dann bei dem Frauen-Männer-Thema endet." Das Geschlecht sei "nicht die einzige identitätsstiftende Kategorie - auch Religionszugehörigkeit, Alter, Behinderung und sexuelle Orientierung könnten ähnliche Ansprüche begründen". Er würde deshalb "jede Regelung, die unterhalb gesetzlicher Fixierung erfolgt, einer gesetzlichen vorziehen".

"Als Stiftungsvorsitzender möchte ich jetzt keine Empfehlung abgeben", sagt Lammert. Als CDU-Mitglied würde er "bei einer Diskussion auf dem Parteitag aber mit Nachdruck darauf aufmerksam machen, dass das Repräsentationsprinzip sowohl historisch wie aktuell ja nicht bedeutet, dass eine Gesellschaft sich möglichst spiegelbildlich in ihren Sozialstrukturen im Parlament wiederfinden muss, sondern dass souveräne Wähler selbst entscheiden, von wem sie repräsentiert sein wollen".




3. Es ist nett von euch, liebe Leser, dass ihr mir immer wieder Hinweise auf Meldungen schickt, in denen sich der Vorwurf einer Vergewaltigung als falsch oder zumindest enorm fragwürdig herausstellt, aber ich möchte ungern zu jedem einzelnen dieser Fälle hier bloggen. Manche dieser Fälle haben in meinen Augen allerdings durchaus Nachrichtenwert – etwa wenn der Vorwurf einen SPD-Ratsherren trifft und es danach zu einer "spektakulären Wende" kommt. Die Anzeigeerstatterin, gegen die die Staatsanwaltschaft jetzt wegen falscher Verdächtigung ermittelt, ist bei den Jusos aktiv. Die Jusos wiederum "schrieben einen Drohbrief an den SPD-Partei- und den Fraktionsvorstand und forderten, dass sich beide mit der jungen Frau solidarisieren müssten".



4. Nach Vorwürfen sexueller Belästigung ist Placido Domingo jetzt auch als Leiter der Oper in Los Angeles zurückgetreten. Domingo bestreitet die Vorwürfe.

Donnerstag, Oktober 03, 2019

Vor Fußball-WM: Hunderte von Arbeitern sterben in der Hitze von Katar – News vom 3. Oktober 2019

1. Der britische Guardian hat in einem großen Artikel Zustände aufgedeckt, die ein Kernanliegen der maskulistischen Bewegung betreffen: eine gesundheitsgefährdende bis oft tödliche Situation für Männer bei der Ausübung ihres Berufs. Ein Auszug aus dem Artikel:

Wanderarbeiter müssen sich in Katar bei sengender Hitze zu Tode schuften, wobei jedes Jahr geschätzte Hunderte an Hitzestress sterben, wie eine Untersuchung der Guardian zeigt.

In diesem Sommer kochten Hunderttausende von Wanderarbeitern bei Temperaturen von bis zu 45 Grad bis zu 10 Stunden am Tag, als der Bauboom in Katar seinen Höhepunkt vor der Fifa-Weltmeisterschaft 2022 erreichte.

(...) Die Arbeit bei hohen Temperaturen stellt eine enorme Belastung für das menschliche Herz-Kreislauf-System dar, wobei extreme Hitzebelastung zu tödlichen Herzinfarkten und anderen kardiovaskulären Todesfällen führt, wie jüngste Forschungen gezeigt haben.

Jedes Jahr sterben Hunderte von Arbeitern - viele junge Männer zwischen 25 und 35 Jahren - bei der Arbeit in Katar. Die meisten dieser Todesfälle werden von den katarischen Behörden auf kardiovaskuläre Ursachen oder "natürlichen Tod" zurückgeführt.

Doch jüngste Forschungen, die im Cardiology Journal von einer Gruppe führender Klimatologen und Kardiologen veröffentlicht wurden, gelangten zu dem Schluss, dass die Todesfälle wahrscheinlich durch einen Hitzschlag verursacht wurden, nachdem sie den Zusammenhang zwischen dem Tod von 1.300 nepalesischen Arbeitern in den Jahren von 2009 bis 2017 und steigenden Temperaturen untersuchten.

Die Forschung ergab, dass in den kühleren Monaten etwa 22% der Todesfälle von den katarischen Behörden auf Herzinfarkte, Herzstillstand oder andere kardiologische Ursachen zurückgeführt wurden. In den Sommermonaten stieg dieser Wert auf 58%.

"Aus unseren Untersuchungen ging hervor, dass Arbeitnehmer in ihren Heimatländern zum Teil auf der Grundlage ihrer Gesundheit rekrutiert werden und arbeitsfähig in den Golf kommen", sagte Dr. Dan Atar, Professor für Kardiologie und Forschungsleiter am Universitätsklinikum Oslo, der die Forschung zu kardiovaskulären Todesfällen und Hitzestress mitverfasste.

"Junge Männer haben eine sehr geringe Inzidenz von Herzinfarkten, aber jedes Jahr sterben in Katar Hunderte von ihnen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die klare Schlussfolgerung, die ich als Kardiologe daraus ziehe, ist, dass diese Todesfälle durch tödlichen Hitzschlag verursacht werden. Ihr Körper kann den Hitzestress, dem sie ausgesetzt sind, nicht ertragen."

(...) "Nachdem es bis zur Weltmeisterschaft nur noch zwei Jahre hin ist, muss die hohe Zahl der Todesfälle junger Männer durch Herzstillstand in Katar dringend untersucht werden", sagte Nick McGeehan, Direktor des Fair/Square-Projekts, das Untersuchungen zu Hitzestress und Wanderarbeitnehmerrechten durchgeführt hat. "Seit Jahren sprechen Menschenrechtsaktivisten über die Auswirkungen von Hitzestress auf die Todesfälle von Arbeitnehmern, und doch dauern die Todesfälle an."

(...) In einem Gespräch mit dem Guardian im August sagten Wanderarbeiter, dass sie unter einer Reihe von hitzebedingten Zuständen litten, darunter Hautallergien, Kopfschmerzen, verändertes Sehen, Benommenheit und Atembeschwerden. "Innerhalb von einer Minute bin ich schweißgebadet", sagte ein nepalesischer Bauarbeiter.

(...) Todesfälle durch Hitzestress können vermieden werden, wenn die Arbeitnehmer Zugang zu sofortiger medizinischer Hilfe haben, doch einige der in Katar befragten Arbeitnehmer sagten, ihr Arbeitgeber habe sich geweigert, ihnen katarische Gesundheitskarten auszustellen oder ihnen Zugang zu medizinischen Einrichtungen zu gewähren, wenn sie krank wurden.

"Uns steht in acht Stunden eine 30-minütige Pause zu", sagte ein Mann aus Bangladesch, der auf einer Baustelle bei Doha arbeitet. "Wenn wir eine zusätzliche 20-minütige Pause machen, sagen sie uns, wir sollen zusätzliche 20 Minuten Arbeit leisten."




2. Der Süddeutschen Zeitung zufolge drohen der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer Probleme "mit ihrer bisher treuesten Anhängerschaft", der Frauen-Union (FU) in ihrer Partei, ohne die Kramp-Karrenbauer "nie Parteichefin geworden" wäre, weshalb diese Lobbygruppe dafür Gegenleistungen erwarten dürfte:

Die FU verlangt einen höheren Frauenanteil in den Fraktionen und Vorständen der CDU. (...) Auf dem Bundesparteitag im November wird die Auseinandersetzung nicht mehr zu vermeiden sein. Und Kramp-Karrenbauer dürfte mal wieder zwischen allen Fronten stehen: Spricht sie sich für eine verbindliche Quote aus, verdirbt sie es sich mit dem einen Teil der Delegierten - tut sie es nicht, verscherzt sie es sich mit dem anderen Teil und der Frauen Union.

Dass die FU nicht mehr bereit ist, den Status quo weiter zu akzeptieren, hat sie auf ihrem Bundesdelegiertentag im September gezeigt. Dort haben die Frauen einen (...) harten Forderungskatalog beschlossen. (...) "Deshalb müssen wir das Drittel-Quorum zu einer verbindlichen Mindestvorgabe weiterentwickeln und schrittweise durch weitere messbare und konkrete Zielvereinbarungen bis zur Parität" ergänzen, heißt es in dem FU-Beschluss. Anspruch der Frauen Union sei es, "dass Listen der CDU verbindlich zur Hälfte mit Frauen besetzt" werden.

(...) Im Januar hatte Kramp-Karrenbauer bei einer Veranstaltung zu "100 Jahre Frauenwahlrecht" kämpferisch gesagt: "Ich bin eine Quotenfrau." Dass sie da stehe, wo sie jetzt stehe, habe sie der Quote zu verdanken. (...) Damals hatte Kramp-Karrenbauer noch sehr gute Umfragewerte - und konnte sich entsprechend stark fühlen. Inzwischen spricht sie zurückhaltender. (...) In der Frauen Union gibt es deshalb die ersten, die sich Sorgen machen, in Kramp-Karrenbauer am Ende doch keine so starke Bündnispartnerin zu haben, wie sie dachten.




3. Im Berliner "Tagesspiegel" plädieren Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), und WZB-Kommunikationschef Harald Wilkoszewski, für eine "gesellschaftlich engagierte Forschung" bei den Themen Klimaschutz und Gleichstellung:

Die Sozialwissenschaften können gar nicht unpolitisch sein – und das gilt für viele andere Disziplinen auch. Alle wichtigen Forschungsfragen unserer Zeit sind hoch politisch, denn sie betreffen zentrale Lebensbereiche der Menschen, die politisch gestaltet werden. Über Demokratie, Integration, Gleichstellung oder soziale Ungleichheit zu forschen, bedeutet automatisch, politisch zu wirken.

(...) Forscherinnen und Forscher werden auch nicht zu Propagandisten, wenn sie Kampagnen unterstützen. Der Schulterschluss über Fachgrenzen hinweg und mit anderen gesellschaftlichen Akteuren bleibt zuweilen das einzig wirksame Mittel, um überfällige Reformen anzustoßen.

Es gibt einen immensen Reformstau in einigen Bereichen des Landes. Stellvertretend seien drei genannt: Die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern hinkt im internationalen Vergleich immer noch weit hinterher, gerade auf dem Arbeitsmarkt. WZB-Studien zeigen: Frauen werden beispielsweise bei der Jobwahl systematisch diskriminiert.

(...) Nicht zuletzt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders dieser Tage dazu aufgerufen, Kampagnen in eigener Sache zu machen. Denn die Angriffe auf die Freiheit von Forschung und Lehre reißen nicht ab, die Kommentare in den sozialen Medien sind voll davon. Genderforscherinnen etwa sehen sich ob ihres Forschungsthemas persönlichen Drohungen ausgesetzt.


Dass es "persönliche Drohungen" gegen Genderforscherinnen gäbe, die über Kritik an diesem "Fachbereich" hinaus gehen, wird von Allmedinger in dem Artikel ebensowenig belegt wie die angebliche Diskriminierung von Frauen bei der Jobwahl. Aber vielleicht kann parteiliche Forschung irgendwann solche Belege konstruieren.



4. Zur Situation der Väter in der Schweiz:

Vier Wochen Vaterschaftsurlaub sind vom Tisch. Das Komitee hat entschieden, die Initiative aus Furcht vor einem Rückschlag zurückzuziehen. Ziel ist nun eine längere Elternzeit.


Die Basler Zeitung berichtet über den aktuellen Stand der Dinge.



5. Wie zahlreiche US-amerikanische Medien berichten, hat Melinda Gates, die Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates, angekündigt, eine Milliarde Euro für die Gleichstellung von Frauen zu spenden:

Gates und ihr Team von Pivotal Ventures identifizierten drei Veränderungen, von denen sie glaubt, dass sie bis 2030 messbare Auswirkungen haben werden: die Beseitigung der Barrieren, mit denen Frauen bei der Arbeit konfrontiert sind, die Schaffung von Möglichkeiten für Frauen, Führungspositionen einzunehmen, und die Sicherstellung, dass Unternehmen für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter verantwortlich gemacht werden.

Durch Pivotal Ventures werden Gates und ihr Team die Milliarde Dollar nutzen, um Organisationen und politische Entscheidungsträger zu identifizieren und zu finanzieren, die sich für die drei Prioritäten einsetzen. Dazu gehören Organisationen, die eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, wie den Kampf gegen sexuelle Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz, den Abbau von Barrieren, die Frauen daran hindern, Führungspositionen zu übernehmen, die zunehmende Vertretung von Frauen in traditionell von Männern dominierten Branchen und der Druck auf die Institutionen, Reformen durchzuführen.


In dem Artikel des Magazins "Time", in dem Gates ihre Spende ankündigt, schreibt Gates:

Auch wenn die meisten Frauen heute Vollzeit (oder mehr) arbeiten, übernehmen wir immer noch die Mehrheit der Verantwortung für häusliche Pflege und Betreuung; wir sind mit durchdringender sexueller Belästigung und Diskriminierung konfrontiert; wir sind umgeben von voreingenommenen und stereotypen Darstellungen, die schädliche Geschlechternormen aufrechterhalten. Von den Unternehmern, die marktbasierte Betreuungslösungen entwickeln, bis hin zu den Gruppen, die sich für eine bessere Politik und einen besseren Schutz von Frauen am Arbeitsplatz einsetzen, brauchen die Menschen, die an diesen Themen arbeiten, Unterstützung, um bahnbrechende Lösungen in großem Maßstab zu liefern.

(...) Eine Milliarde Dollar ist eine Menge Geld, aber ich erkenne auch, dass es nur ein kleiner Bruchteil dessen ist, was notwendig ist. Deshalb hoffe ich, dass das finanzielle Engagement, das ich heute eingehe, sowohl als Vertrauensbeweis für die Experten und Anwälte, die bereits an diesen Themen arbeiten, als auch als Einladung an andere, sich der Sache anzuschließen und eigene Verpflichtungen einzugehen, gesehen wird. Gleichberechtigung kann nicht warten, und auch niemand, der in der Lage ist zu handeln, sollte das tun.


Die Kasse des feministischen Lagers (das unterdrückte Gesclecht) ist also gerade um eine Milliarde Dollar voller geworden. Die Kasse des maskulistischen Lagers (das Geschlecht der fiesen Unterdrücker) bleibt bei kaum mehr als null Euro. Für die Männer, die sich beispielsweise in Katar zu Tode schuften, öffnen die Wenigsten ihr Portemonnaie.

Mittwoch, Oktober 02, 2019

Männer sehen FDP-Werbung, Frauen Inserate der Grünen – News vom 2. Oktober 2019

1. In einem Artikel mit der Schlagzeile "Männer sehen FDP-Werbung, Frauen Inserate der Grünen" (nicht kostenfrei abrufbar) berichtet der Schweizer "Tagesanzeiger" über die unterschidliche Wahrnehmung der Parteien in den sozialen Medien. Ein Auszug:

3091. So viele Inserate hat die FDP bis heute im Wahlkampf bei Facebook und Instagram eingekauft. Rund Tausend der Inserate werden ausschliesslich Männern gezeigt und 854 nur Frauen. Insgesamt wird die FDP-Wahlwerbung zu fast 60 Prozent von Männern gesehen, bei der CVP und den Grünliberalen sieht es ähnlich aus.

Bei den Grünen hingegen ist es umgekehrt. Vor allem wenn es um Gleichstellungsthemen geht, zielt deren Werbung hauptsächlich auf Frauen. Das zeigt eine systematische Analyse des Politwerbe-Archivs von Facebook durch das Daten-Team von Tamedia.

Dank sozialen Medien können die Parteien heute mit Werbebotschaften gezielt die gewünschten Bevölkerungsgruppen erreichen. Das war in den traditionellen Medien nicht möglich. Warum also peilt die FDP im aktuellen Wahlkampf im Internet mehrheitlich Männer an – und warum setzen die Grünen vorab auf Frauen?

Die FDP verweist zur Erklärung auf das soziale Netzwerk Facebook: "Um möglichst viele Klicks zu erzielen, optimiert Facebook selbständig, wem es ein Inserat zeigt. Wenn wir überhaupt nicht eingreifen, wird unsere Werbung zu 80 Prozent Männern angezeigt", sagt Matthias Leitner, stellvertretender Generalsekretär der FDP. Heute sind es 60 Prozent. Leitner sagt: "Um eine ausgewogenere Verteilung zu erreichen, investieren wir deshalb in Werbung direkt an Frauen. Jedes Prozent mehr Frauen, das wir ansprechen wollen, kostet extra. Das ist es uns aber wert."

Auf Anfrage bestätigt Facebook, dass der Algorithmus eine automatische Optimierung der Werbeplatzierung vornimmt. Konkret heisst das: Weil der Algorithmus gelernt hat, dass mehr Männer als Frauen auf Politwerbung klicken, wird er auch in Zukunft politische Werbung häufiger Männern als Frauen zeigen. Dies ist im Interesse des Internet-Giganten, weil dadurch mehr Klicks erzielt werden die von den Werbetreibenden bezahlt werden.




2. Das Blog Zeitgeistlos beschäftigt sich mit Sexismus in der Pädagogik:
Im Deckmantel der objektiven Forschung werden Verhaltensweisen von Jungen oft eher negativ und das Verhalten von Mädchen eher positiv bewertet. Ich kann so einer einseitigen, klischeebehafteten und häufig reproduzierten Beobachtung nicht zustimmen. Die vermeintlich großen emotionalen Fähigkeiten von Mädchen haben immer auch eine empathische Kehrseite. So üben sich Mädchen vielfältig im Ausüben sozial‐emotionaler Macht. Sie steuern, kontrollieren, bestimmen und manipulieren ihre Mitmenschen deutlich mehr als Jungen.

(...) Auch beim Ausgrenzen und Mobben gegenüber anderen Kindern nehmen sich Jungen und Mädchen absolut nichts. Ich kann das täglich an meiner Grundschule mit mehr als 600 Kindern sowie an der Nachbarschule, bei der ich ebenfalls für rund 2 Monate im Jahr arbeite, beobachten. Da gibt es beispielsweise Mädchengruppen (von bis zu 5 Kindern), die sich regelmäßig an keinerlei Regeln halten wollen, bestimmte Jungen als Opfer auserkoren haben und ständig die Lehrer und Pädagogen vor Ort belügen oder für ihre Interessen und Befürfnisse instrumentalisieren wollen. Ja, Jungen machen das auch alles -es sind eben Kinder‐ nur findet solch ein Verhalten von Mädchen in der pädagogischen Fachliteratur kaum Erwähnung. Stattdessen wird ständig das aggressive Verhalten von Jungen thematisiert.




3. Toxische Weiblichkeit? Thomas Pany berichtet auf Telepolis über das Gewaltregime der IS-Anhängerinnen.



4. Birgit Kelle kommentiert das Aus für die Cheerleader eines Berliner Basketball-Vereins, wovon die betroffenen Frauen nicht sehr angetan sind:

Es ist der Punkt, an dem sich Feminismus und Islamismus am nächsten kommen. Beide ertragen es nicht, wenn Frauen selbst entscheiden, wieviel Haut sie öffentlich zeigen, wie sie ihre Reize einsetzen oder dass sie sich gar dazu entscheiden, diesen Vorgang nicht als Unterdrückung, sondern als Emanzipation zu betrachten. Der einzige Unterschied ist nur: Im Feminismus zensieren Frauen, im Islamismus tun es nach wie vor die Herren.




5. Britische Feministinnen gehen gegen Sex-Arbeiterinnen, in diesem Fall Stripperinnen, vor, indem sie sie bei ihrer Arbeit heimlich filmen und das Video öffentlich machen, woraufhin die betroffenen Frauen namentlich bekannt werden. Das feministische Blog Jezebel ist nicht begeistert und zeigt so, dass es im Feminismus bei solchen Fragen keine einheitliche Front gibt:

Diese Frauen wurden nicht nur ohne ihre Zustimmung bei der Ausübung ihrer Arbeit gefilmt, woraufhin das Filmmaterial bald weit verbreitet sein könnte, sondern werden auch als Sexarbeiterinnen vor Gericht geoutet. All dies, weil eine feministische Organisation angeblich, wie der Guardian es ausdrückt, "über die Ausbeutung von Frauen" besorgt ist. Ich schätze, es ist in Ordnung, wenn selbsternannte Feministinnen diejenigen sind, die die Ausbeutung vornehmen - und zwar zu politischen Zwecken. (....) Es ist klar, dass sich diese Aktivisten zwar um den Kauf und Verkauf von Frauenkörpern kümmern, aber diesen Frauen nicht wirklich zuhören.

Dienstag, Oktober 01, 2019

MeToo-Vorwürfe gegen Boris Johnson – News vom 1. Oktober 2019

1. Aufregung nicht nur in der britischen Presse: Eine Journalistin wirft dem britischen Premierminister Boris Johnson vor, sie vor 20 Jahren "weit oben" an die Innenseite des Oberschenkel gefasst zu haben. Johnson weist diesen Vorwurf zurück.

Davon abgesehen muss die Dame es in ihrem journalistischen Umfeld nur mit unzivilisierte Barbaren zu tun gehabt haben: "Die Männer in der Redaktion hätten generell nicht gesprochen, sondern nur gebrüllt, getönt, schallend gelacht." Gut, das kennen wir Männer ja selbst von uns, dass wir uns eigentlich nur in der Form von Grunzlauten miteinander verständigen.

Ein Leser schreibt mir zu den Vorwürfen gegen Johnson:

Natürlich liegen diese Vorfälle immer soweit zurück oder sind so harmlos, dass sie nie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können. Und natürlich werden sie immer erst dann geäußert, wenn ein wichtiges "politisches" Ereignis bevorsteht, das verhindert werden soll (hier: Brexit). (...) Ich befürchte, dass wir auf eine solche Zukunft zusteuern. Vorwürfe sexueller Belästigung werden Alltag, und niemand wird sich mehr für sie interessieren.




2. "Töchter des studierten Bürgertums verdrängen männliche Arbeiterkinder" schlagzeilt "Die Welt"



3. Am 25. Oktober findet an der Fachhochschule Kiel ein Fachtag Männerberatung unter dem Motto "Auch Männer brauchen mal Hilfe" statt:

In den vergangenen Jahren haben die Themen sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Männer immer mehr an öffentlichem Interesse gewonnen. (...) Das in Schleswig-Holstein gestartete Modellprojekt zur Beratung männlicher Betroffener macht deutlich, dass immer mehr Männer einen Bedarf an spezialisierter Beratung durch Fachberatungsstellen haben. Gleichzeitig zeigt sich, wie schwierig es sein kann, Betroffene zu erreichen in einem Problemfeld, das kaum öffentliches Bewusstsein erlangt hat und noch immer mit verbreiteten Männlichkeitsbildern im Konflikt steht.

(...) Auf dem Fachtag "Auch Männer brauchen manchmal Hilfe" soll durch unterschiedliche Beträge die Frage behandelt werden, wie eine dauerhafte spezialisierte Beratung für männliche Betroffene von sexualisierter und häuslicher Gewalt in Schleswig-Holstein gestaltet werden kann. Matthias Katsch, ehemals Beauftragter im Betroffenenrat und jetzt Mitglied in der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wird dieser Frage in seinem Vortrag aus Sicht der Betroffenen nachgehen. Frank Scheinert, Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen und Männer aus Sachsen wird Erfahrungen aus seiner praktischen Arbeit mit Betroffenen von häuslicher Gewalt berichten. Ein Fachgespräch zwischen Politik und Fachkräften, in dem sich alle Teilnehmenden des Fachtags aktiv einbringen können, wird im Anschluss an die Vorträge der Frage nachgehen, ob spezialisierte Beratungsangebote für männliche Betroffene auch ein Element der „Normalisierung“ der Geschlechterverhältnisse sein könnten und welchen Beitrag die Politik leisten kann, um die Situation männlicher Betroffener weiter zu verbessern.




4. In Ulm wird eine Pflegerin wegen der Vergewaltigung zweier demenzkranker Frauen sowie wegen Kinderpronographie angeklagt:

Auf Antrag der Verteidigung wurde die Öffentlichkeit noch vor Verlesung der Anklageschrift von der Verhandlung ausgeschlossen. Ein Gerichtssprecher begründete dies damit, dass die Angeklagte Anspruch auf den Schutz ihrer Intimsphäre habe. In der Anklageschrift gehe es womöglich um Details, die für die Frau peinlich sein könnten.


Hierzu schreibt mir ein Leser:

Dass auch Frauen vergewaltigen können, hört man seltener. Dass überhaupt darüber berichtet wird, ist daher schon bemerkenswert. Dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, weil es der tatverdächtigen Person peinlich sein könnte, ist mir so eigentlich noch nie klar gewesen. Demnach könnten doch alle Männer, die angezeigt werden, ebenfalls auf den Schutz ihrer Intimsphäre pochen.




5. Dem Mädchen, das dessen Mutter in einen Berliner Knabenchor einklagen möchte, wurde ein Vorsingen beim Thomanerchor in Leipzig angeboten. Daran werde die Kleine nicht teilnehmen, richtet die Mutter aus: Ihre Tochter müsse erst noch den "Knabenchorklang erlernen". Eine solche stimmliche "Umerziehung", heißt es daraufhin von der Stadt, entspreche weder dem Menschenbild der Leitung des Chores noch seiner Auffassung vom Kindeswohl. Da das Mädchen genauso wie andere Bewerber behandelt werden soll, müsse sie auch zu den vorgegebenen Terminen vorsingen. Ansonsten sei das Aufnahmeverfahren beendet.

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