Samstag, Februar 23, 2019

"Sexismus" leuchtet über Berlin, Folgen der MeToo-Hexenjagd – News vom 23. Februar 2019

1. Eine Berliner Hochschule ließ das Gedicht "Avenidas" von Eugen Gomringer übermalen, weil Studenten es sexistisch fanden. Nun leuchtet es ganz in der Nähe mit neuer Strahlkraft.



2. In der L. A. Times berichtet die Journalistin Nancy Rommelmann, welche Folgen die moralische Panik im Zusammenhang mit MeToo inzwischen zeitigt:

Es war 9:30 Uhr nachts, als mein Mann sein iPad über das Bett zu mir schob. Darauf war eine E-Mail, die eine ehemalige Mitarbeiterin an die derzeitigen und ehemaligen Mitarbeiter seiner Kaffeerösterei in Portland, Oregon, geschickt hatte. Die Ex-Mitarbeiterin erklärte, dass eine neue YouTube-Serie, die ich moderierte, die #MeNeither-Show, in der eine andere Journalistin und ich unter anderem einige Exzesse der #MeToo-Bewegung diskutierten, "abscheulich, gefährlich und extrem fehlgeleitet" sei.

Sie betrachtete die Show als feindselig gegenüber Überlebenden und empfand es als ihre Pflicht, mehrere Zeitungen darauf hinzuweisen, dass meine Meinungen eine potenzielle Bedrohung für die weiblichen Mitarbeiter meines Mannes und die gesamte Gemeinschaft darstellen.

Ich sagte meinem Mann, das würde vorbeigehen. Schließlich gab es in der E-Mail keinen Hinweis darauf, dass er selbst sich jemals unangemessen verhalten hätte, nur dass meine Ansichten gefährlich waren. Und ich hatte zwei Jahre lang bloß in unterstützender Funktion in seinem Betrieb gearbeitet.

Ich hätte nicht falscher liegen können. Das Ding explodierte, und in weniger als einem Monat ist ein 15-jähriges Unternehmen mit makelloser Erfolgsgeschichte jetzt vom Zusammenbruch bedroht. Baristas kündigten und Großhandelskunden flohen. Ihr Unbehagen wurde von einer lokalen Presse gespeist, die immer wieder auf die Pauke haut.

Dies ist der aktuelle Höhepunkt der Empörungskultur, wo die Äußerung einer Meinung, von der jemand sagt, dass er sie als Bedrohung betrachtet, dich für eine sofortige Vernichtung qualifiziert, ohne Fragen zu stellen. Warum Fragen stellen, wenn es zweckmäßiger ist, vielleicht mehr Kick hat, etwas, dem man nicht zustimmt, zur Katastrophe zu erklären?

Nach dieser Alarmstimmung haben Menschen auf allen Seiten eine Sucht entwickelt. Zeige uns den nächsten Menschen, den wir hassen sollen, und wir stehen bereit; wir haben ein tierisches Vergnügen daran, den Jugendlichen mit dem MAGA-Hut fertigzumachen oder ein jahrzehntelanges Interview mit John Wayne zu einem Messer zu machen, mit dem wir den Schauspieler posthum ausweiden können. Und dann suchen wir nach dem nächsten Ziel.

Weil wir den nächsten Treffer brauchen, brauchen wir ihn sofort. In einem ständigen Ausnahmezustand zu sein - einem Zustand, in dem Menschen notorisch schreckliche Entscheidungen treffen - ist wie ein Feuer, das im Körper wütet und das gefüttert werden muss. Es braucht neuen Treibstoff, und so suchen wir nach neuen Feinden.

In der Zwischenzeit beobachten einige von uns von der Seitenlinie aus, versuchen, aus dem Weg zu gehen, in der Hoffnung, nicht der nächste zu sein. (Viel Glück dabei.)

Vielleicht ist die Reizbarkeit, in der wir derzeit leben – Menschen, die sich in immer kleinere Stämme aufteilen – eine Nebenwirkung dieser Sucht. Es braucht ein unbegrenztes Angebot an Menschen, die wir hassen, und je kleiner die Gruppe, desto größer der potenzielle Pool an Feinden. Dass dies Groll und Instabilität für alle schafft, ist ein Preis, den Süchtige bereit sind zu zahlen; in der Tat kann es nach Sieg schmecken.

(...) Es kann sicherlich belebend sein, sich in einen Kampf einzumischen. Man sollte jedoch mutig sein, anstatt, sagen wir, heimlich Fotos von mir in der Öffentlichkeit zu machen und sie in den sozialen Medien zu posten, oder anonym alle Verkäufer meines Mannes anzurufen und ihnen zu sagen, sie sollen aufhören, mit einem Unternehmen zu arbeiten, das die "Vergewaltigungskultur" unterstützt. Ja, das ist ein Zitat. Diese von so genannten Feministinnen geführte Kampagne sieht keine Ironie darin, einen Mann aus dem Geschäft zu drängen, weil seine Frau ihre eigene Meinung äußert.

Dennoch betrachte ich die Leute, die diese Schlacht schlagen, nicht als böse. Ich sehe sie als unwillig an, sich der Welt außerhalb ihrer kleinen ausgewählten Gruppen zu stellen. (...) Ich halte sie für ängstlich gegenüber den Ansichten anderer Menschen. In diesem Sinne habe ich mehrmals angeboten, Gespräche über Themen zu führen, die sie offensichtlich gefährlich genug finden, um in den Krieg zu ziehen. Niemand ist auf dieses Angebot eingegangen.




3. Die Post. Einer meiner Leser aus Österreichs schreibt mir zu einer der üblichen ausgewogenen und ideologiefreien Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen, diesmal zu "100 Jahren Frauenwahlrecht":

Diese Renate Schmidtkunz ist eine schreckliche Journalistin. In jedem Interview und dann dort in jeder zweiten Frage bringt sie mit einer Selbstverständlichkeit ihren Feminismus unter ... und lenkt genau auf die wesentlichen Lügen: Frauen wurden unterdrückt. Die Frauen hatten sich das Wahlrecht mühsam erkämpft. Jede weitere Verbesserung wurde mühsam erkämpft. Männer tun sich schwer, blablabla (z.B. ihren heimlichen Sexismus zuzugeben). Ohne Quote geht's halt nun nicht. Frauen werden nach wie vor gemansplained. Überparteiliche Allianzen müssten her (obwohl es sie schon längst gibt).

Kein Wort über Transferleistungen und Kinderentzug.

Gestern war ich zudem auf einer Veranstaltung, wo eine Frauenband (alle Ü50) auftrat. (Frag nicht wie ich da hingeraten bin.) Sie sangen mit Inbrunst Sinead O'Connors

"I don't wanna be no man's woman // It don't make me happy this mantrolling // Thing that you got for me so I become // No man's woman"

und wurden bejubelt.

Dass O'Connor von ihrer Mutter misshandelt wurde, wussten die natürlich nicht... und wehe, ich hätte es reingerufen.


Einer meiner Leser in Israel schreibt mir:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

hier eine Meldung aus den israelischen Nachrichten, die Ihre Leserschaft interessieren koennte (Zeitungsartikel auf Hebraeisch von Yoram Yarkoni).

Da wurde doch tatsaechlich einer Mutter eine saftige Strafzahlung dafuer auferlegt, dass sie ihr Kind jahrelang vom Vater entfremdete. Ein solches Gerichtsurteil ist auch in Israel hoechst ungewoehnlich. Ein Hoffnungsschimmer? Im Folgenden meine Uebersetzung des Artikels.

Der Preis der Hetze gegen den geschiedenen Vater

14 Jahre lang hetzte eine Mutter ihren Sohn gegen seinen Vater auf, und verhinderte den Kontakt - jetzt entschied das Gericht, dass sie ihn mit 250.000 Shekel (aktuell ca. 61.000 Euro) entschaedigen muss: "Sie versuchte, jede Erinnerung an den Vater auszuloeschen"

(...) Es handelt sich um eine juedische Mutter und einen Vater, der einer anderen Religion angehoert. Ihre Eltern ware gegen die Beziehung, aber sie heirateten trotzdem und bekamen ein Kind. Nach einem Jahr kam die Scheidung. Die Mutter zog mit dem Sohn um, und behauptete bei der Polizei, ihr Ex-Ehemann sei ihr gegenueber gewalttaetig gewesen. Seitdem verweigerte sie ihm den Kontakt zu seinem Sohn.

Der Fall kam vor Gericht. Der Vater wurde vom Rechtsanwalt Ronen Dlayahu vertreten. In den letzten 14 Jahren hatte das Gericht mehrmals entschieden, dass die Mutter verpflichtet sei, dem Vater den Kontakt mit seinem Sohn zu gewaehren. Sie tat dies aber nicht, und es wurden keine Massnahmen gegen sie ergriffen. Auch die Sozialbehoerden legten fest, dass sie den Kontakt zu ermoeglichen habe, und als der Sohn fuenf Jahre alt war, hiess es in einem Gutachten: "Die Mutter verhindert den Kontakt zwischen ihrem Sohn und seinem Vater. Sie verletzt den Sohn, dies stellt eine Misshandlung dar und erzeugt psychische Schaeden. Sie missachtet die gerichtlichen Entscheidungen und kooperiert nicht mit den Behoerden."

Der Hass und die Verachtung gegen den Vater, die die Mutter vor dem Sohn zum Ausdruck brachte, taten das ihre. Das Kind war zwischen den Eltern hin- und hergerissen, und wurde ab einem gewissen Zeitpunkt von den Geschichten der Mutter ueberzeugt. Die wenigen Treffen, die sie zuliess, endeten in bitterer Enttaeuschung.

Der Vater berichtete Yediot Acharonot (der Zeitung, in der der Original-Artikel erschien): "Das letzte Mal, dass ich das Kind gesehen habe, war vor vier Jahren. Ich wollte ihn umarmen, aber er wurde gewalttaetig und verliess das Zimmer."

Der Fall kam vor das Familiengericht in Tel-Aviv, wo die Richterin Iris Arbel-Asal in einem aussergewoehnlichen Schritt entschied, dass die Mutter den Vater mit einer Viertelmillion Shekel zu entschaedigen hat. In der Gerichtsakte steht: Die Mutter bereute ihre Entscheidung, den Vater zu heiraten, und waehlte ein Narrativ, demzufolge sie ein Gewaltopfer sei. Aus diesem Grund kaempfte sie mit allen Mitteln darum, jede Erinnerung an den Vater auszuloeschen, und den Sohn von ihm zu isolieren - sie aenderte den Namen des Minderjaehrigen, wechselte mehrmals den Wohnsitz und weigerte sich, mit den Behoerden zu kooperieren. Die Situation, in der das Kind darauf besteht, den Vater nicht sehen zu wollen, geht auf das Verhalten der Mutter zurueck, die systematisch den Kontakt zwischen ihm und seinem Vater unterband, den Vater in den Augen des Kindes herabsetzte und bei ihm Abneigung und Ablehnung (gegen den Vater) aufbaute.

Ausserdem merkte das Gericht an, dass der Vater mit den Sozialbehoerden kooperierte. Er sagte (der Zeitung) "Yediot Acharonot": "Natuerlich ist es eine Art Sieg, aber sie hat mir die Seele des Kindes gestohlen, und ihm sein Leben. Alles Geld, das ich bekommen werde, hebe ich fuer ihn auf. Er wird immer in meiner Seele sein, denn er ist mein aeltester Sohn und ist mir aehnlich. Ich brenne darauf, ihm Geschenke zu schicken und zu erfahren, wie es ihm in der Schule geht, aber das ist nicht moeglich. Ich bin sicher, im Alter von 18 oder 30 wird das Kind die Wahrheit wissen wollen und sehen wollen, wer sein Vater ist - dann wird sich alles aendern."

Rechtsanwalt Dlayahu: "Das Gericht sendet eine klare Botschaft, dass jedes minderjaehrige Kind ein fundamentales Recht darauf hat, mit beiden Eltern den Kontakt zu pflegen, unabhaengig davon, ob sie geschieden sind und unabhaengig von der Religions- oder Volkszugehoerigkeit."

Die Rechtsanwaeltin der Mutter, Tzipi Pik: "Das Gericht hat einseitig Position bezogen und dabei Expertengutachten ignoriert, und deshalb werden wir demnaechst Berufung einlegen."

Freitag, Februar 22, 2019

Rot-Rot-Grün plant feministisches Wahlrecht auch für Thüringen – News vom 22. Februar 2019

1. Je mehr Verfassungsrechtler erklären, dass ein gelenktes Wahlrecht dem Gedanken unseres Grundgesetzes widerspricht, desto halsstarriger verfolgen die Parteien diese Idee. Jetzt ist Thüringen an der Reihe.



2. Auf den Seiten der "Welt" argumentiert Anette Dowideit, dass den Behörden das Wissen fehle, um überprüfen zu können, ob Trennungsväter, die keinen Unterhalt zahlen, diesen Unterhalt verweigern oder ihn schlicht nicht aufbringen können. Trotzdem ist der Artikel selbstverständlich mit "Die Flucht der Väter" betitelt.



3. Die männerfeindliche Reklame scheint Gillette weder genutzt noch geschadet zu haben: "Die Umsatzentwicklung im Einzelhandel entspricht dem Niveau vor der Kampagne", erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer von Procter & Gamble. Offenbar haben die große Medien-Aufmerksamkeit für die Kampagne und die Boykotte vergrätzter Männer einander ausgeglichen. (Allerdings ist der verlinkte Artikel einen Monat alt, es mag längerfristige Folgen für Gillette geben.)



4. Schwedische Feministinnen verlangen ein Verbot von Sexrobotern, weil diese genauso "gefährlich wie Pornographie" seien. Die Roboter bedrohen den Feministinnen zufolge die Sicherheit von Frauen, da sie nicht darauf programmiert seien, "nein" zu sagen.

(Hm. Ich frage mich gerade, ob unser Staubsaug-Roboter, der auch nicht darauf programmiert ist, "nein" zu sagen, die Wiedereinführung der Sklaverei begünstigt.)



5. Gestern habe ich hier noch geschrieben, dass ich auf Genderama ungern englischsprachige Videos verlinke, aber dieser TEDx-Talk ist auch sehr gut: Is Modern Feminism Undermining Itself? (Denkt dran, dass ihr Untertitel dazuschalten könnt.)



6. Aus den Kommentarspalten der Blogs gefischt: Das hier ist der Unterschied zwischen Social Activists und Social Justice Warriors.

Donnerstag, Februar 21, 2019

Grüne fordern feministische Außenpolitik – News vom 21. Februar 2019

1.
Eine Frauenquote für Botschafter, eigene Frauenbatallione auf Friedensmissionen - und mehr Geld für Geschlechtergerechtigkeit: Die Grünen wollen die Außenpolitik verweiblichen.


Spiegel-Online berichtet unter der Überschrift "Mehr Frauen für mehr Frieden".



2.
Frauen und CDU – eine Katastrophe? Yvonne Magwas kämpft als Chefin der Unionsfrauen im Bundestag für eine Quote. Und legt sich dafür auch mit der Fraktionsführung an.


"Die Zeit" berichtet unter der Überschrift "Wenn Männer unter Stress geraten".



3. Der Hass mancher Feministin verfolgt Karl Lagerfeld noch nach seinem Tod. Die Feministin Judith Basad verteidigt den Modeschöpfer lieber in einem würdigen Nachruf.



4. In den USA hat jetzt auch Bernie Sanders seinen Hut in den Ring des Wettbewerbs um die Kandidatur des US-Präsidenten geworfen. Menschen, die ihn unterstützen, wird Sexismus vorgeworfen. Einer Frau, die sich als 31 Jahre alte Hispanierin vorstellt, reicht das jetzt. Sie erklärt im britischen Independent: "Ich habe es satt, als jemand angesprochen zu werden, der seine eigene Unterdrückung nicht kapiert und für den alten weißen Kerl stimmen wird."



5. Ich verlinke hier auf Genderama ja ungern Videos, schon gar nicht englischsprachige, mache aber Ausnahmen bei wichtigen Themen wie ... öh ... Superhelden. :-) Dieses Video etwa erklärt sachkundig und differenziert, warum Marvel und Disney den Film "Captain Marvel" gezielt als feministischen Film promoten – und welches enorme Risiko damit verbunden ist: Eine vergleichbare Strategie hat "Star Wars" entgangene Einnahmen in Milliardenhöhe beschert, da das Verschrecken der eigentlichen Zielgruppe den Gewinn im feministischen Lager nicht annähernd ausgleichen konnte. Und wenn sogar ein weiblicher Comic-Fan sich auf Youtube eine Viertelstunde lang über zu viel Billig-Feminismus bei der Promotion von "Captain Marvel" aufregt, ist dieses Risiko auch in diesem Fall real.



6. In Neuseeland greift ein Richter gegen Falschbeschuldigungen sexueller Gewalt durch und erklärt sich nicht mehr bereit, die Anonymität einer Täterin zu schützen. Sie solle dieselben emotionalen Folgen zu spüren bekommen wie ihr Opfer:

Dannielle Terese Weir, 28, wurde wegen einer Falschbeschuldigung verurteilt, nachdem sie behauptet hatte, dass sie in ein Auto gezogen und vergewaltigt worden sie, als sie im Februar letzten Jahres allein nach Hause gegangen war.

Sie beantragte die Geheimhaltung ihres Namens und argumentierte, dass dessen Veröffentlichung ihre Familie und ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen könnte.

Aber Richter David Ruth erklärte, dass ihr Vergehen das, was echte Vergewaltigungsopfer durchmachen, untergraben habe, und jede Strapazen als Folge ihrer Namensnennung das normale Resultat einer Straftat seien.

(...) Sechs Ermittler waren mit dem Fall beauftragt worden und hatten umfangreiche Untersuchungen durchgeführt.

Aber einige Menschen traten vor und berichteten, dass Weir einvernehmlichen Sex mit einem Mann in der Nacht hatte, von der sie behauptete, dass sie damals vergewaltigt worden sei, und darüber die Polizei angelogen habe, was Weir später auch zugab.

(...) Richter Ruth sagte, die Veröffentlichung des Namens würde "die Not des Opfers lindern" und seinen Namen nach monatelangem Verdacht reinwaschen.

"Er hat einige Drohungen wegen der Anschuldigung gegen ihn erhalten, die seine Sicherheit gefährden", sagte Richter Ruth.

"Dies ist eine Situation, in der eine völlig unschuldige Person fälschlich verdächtigt woren war. Wenn sich nicht einige Leute im Lauf der Untersuchung des Falles gemeldet hätten, könnten wir jetzt vor einem Geschworenengericht sitzen."

(...) Er akzeptierte den Einwand, dass die Veröffentlichung des Namens die psychische Gesundheit von Weir beeinträchtigen würde, sagte aber, dass dies eine normale Folge von Gesetzesverstößen und nicht "extreme Härte" darstelle.

"Dieselbe Art von emotionalen Folgen wurde bei Ihrem Opfer beobachtet", sagte Richter Ruth.

"Es mag gut sein, dass es Auswirkungen auf Sie und Ihre Familie gibt, aber ich bin ehrlich gesagt der Meinung, dass es völlig unverantwortlich wäre, wenn ich die Nennung Ihres Namens unterdrücken würde."

Mittwoch, Februar 20, 2019

Beratungsstellen machen auf Gewalt gegen Männer aufmerksam – News vom 20. Februar 2019

1.
Mit Plakaten und Postkarten wollen Beratungsstellen auf Angebote für männliche Gewaltopfer aufmerksam machen. Dass es sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Männer gebe, sei vielen Menschen nicht bewusst, sagte der Diplom-Pädagoge Klaus-Peter David von pro familia in Flensburg.


Aus den Kieler Nachrichten erfährt man mehr.



2. Im "Cicero" erklärt der Staatsrechtler Otto Depenheuer, warum das feministische Wahlrecht, das die Rot-rote Regierung Brandenburgs beschlossen hat, einen offenen Verfassungsbruch darstellt:

Nicht das Ergebnis einer freien Wahl gleichberechtigter Bürger wird akzeptiert, sondern nur das richtige Ergebnis einer dann eben nicht mehr ganz so freien Wahl. Entscheiden die Bürger nicht, wie sie sollten, wird ihnen so viel Freiheit genommen, bis das Ergebnis stimmt. Die liberale Demokratie wandelt sich unter der Hand und aus sich selbst heraus in eine gelenkte Demokratie. Putin wird sich freuen und bestätigt sehen: Die freiheitliche Demokratie beginnt, sich selbst zu entsorgen – und das ganz ohne Hackerangriffe.




3. In der "Zeit" fragt Josef Joffe, warum klassische männliche Tugenden plötzlich als "toxisch" gelten.



4.
In Berlin feiern deutsche Sozialdemokratinnen 100 Jahre Frauenwahlrecht. Um Gleichberechtigung in den Parlamenten zu erreichen, fordern sie ein neues Wahlrecht. Als Feindbild werden "alte weisse Männer" beschworen. Welche Kassiererin und welcher Arbeiter soll sich davon angesprochen fühlen?


Hier geht es weiter mit dem Artikel "Die SPD forciert den Feminismus – und politisiert an ihrer Zielgruppe vorbei".



5. Aus den Kommentarspalten der Blogs gefischt: Der Gewerkschafter Billy Coen erklärt, warum er die Selbstbezeichnung von ver.di als "Gewerkschaft der Frauen" für hirnrissig hält.



6.
Vor einigen Jahren noch wurden Quoten mit Diskriminierungen jeder Art gerechtfertigt. Heute braucht es solche Argumente nicht mehr. Das Milieu der linken Parteien hält den Nachweis des weiblichen Genitals für ausreichend, um die Gleichstellung von dessen Besitzerinnen zu betreiben. Gleiche Chancen gelten nicht, Wettbewerb folglich ebenso wenig. Es geht nur noch um Gleichstellung. Ein enormes Projekt für linke Parteien. Nach der Verherrlichung des Proletariats in der Vergangenheit, oder, wie es in Bremen hieß, der "Mehrheit der Bevölkerung", sollen nun die Frauen Hoffnungsträger der Zukunft sein – Merkel! Nahles! Ob das stimmt, steht nicht zur Debatte, und ob die Rechnung aufgehen wird, ebenfalls nicht. Denn die neue Perspektive für den Aufbruch ist, eine andere Polarisierung der Gesellschaft wahlstrategisch aus dem Boden zu stampfen. Frauen gegen Männer.


Hier geht es weiter mit dem Gastbeitrag des Soziologen Professor Gerhard Amendt bei "Tichys Einblick".

Dienstag, Februar 19, 2019

Tagesschau: Andrea Nahles (SPD) fordert feministisches Wahlrecht – News vom 19. Februar

1. Inzwischen ist die Forderung nach einem feministischen Wahlrecht bei der SPD-Vorsitzenden angelangt.



2. "Millionärin muss Ex-Mann keinen Unterhalt zahlen" titelt die Schweizer Zeitung "20 Minuten". In dem Artikel heißt es:

Ein 57-jähriger Mann aus dem Kanton Zug musste vor dem Zuger Kantonsgericht eine Niederlage einstecken. Obwohl er seit 2008 Hausmann ist und somit grösstenteils für die Erziehung der Kinder zuständig, geht er in Sachen Obhut in erster Instanz leer aus. Das Zuger Kantonsgericht sprach diese der Frau zu. Der Mann darf die Kinder jedes zweite Wochenende besuchen.

Zudem erhält er keine Unterhaltszahlungen von der Frau, obwohl sie Millionärin ist. 2011, noch während der Ehe, wurde die Kaderfrau zur Multimillionärin, nachdem ihre Firma an die Börse gegangen war. Der Mann hat laut der "Zentralschweiz am Sonntag" aber keinen Job und ist an Krebs erkrankt. Er lebe am Existenzminimum und werde von Bekannten und Freunden finanziell unterstützt. Er hat den Fall ans Obergericht gezogen, wo die beiden Punkte demnächst neu verhandelt werden.


Hier geht es weiter. Der Artikel zitiert auch den Männer- und Väterrechtler Oliver Hunziker sowie Thomas Jakaitis, Präsident der Interessengemeinschaft geschiedener und getrennt lebender Männer.



3. Wir bleiben in der Schweiz. Dort wollen SVP- und EDU-Politikerinnen jetzt das Gleichstellungsbüro abschaffen, weil die Gleichstellung von Mann und Frau längst "gelebter Alltag" sei.



4.
Vor knapp einem Jahr erschütterte ein schwerer Fall von körperlicher und seelischer Misshandlung Großbritannien. Jordan Worth (22) wurde zu zwei Mal sieben Jahren Haft wegen häuslicher Gewalt verurteilt, nachdem sie ihren Freund – und Vater ihrer zwei Kinder – Alex Skeel (21) mit kochendem Wasser übergossen, mit Messern attackiert und ausgehungert hatte. Jetzt hat der Brite in einer Dokumentation der BBC über seine Tortour gesprochen.


Die Bild-Zeitung berichtet ausführlich, auch n-tv, der Focus und heute.at greifen den Fall auf.



5. Nachdem die ARD, wie das Handelsblatt berichtet, wegen seiner Framing-Anleitung "massiv in der Kritik" steht, widmet sich auch Lucas Schoppe diesem Handbuch in seinem absolut lesenswerten Beitrag "Demokratie ist gut, Kontrolle ist besser".

Der Umgang damit ist insbesondere für Linke und Liberale ein Lackmustest, wie viel ihnen die Demokratie eigentlich bedeutet: Kritisieren sie die ARD klar, oder schrecken sie davor zurück, weil Kritik am Manual auch schon von rechts geäußert wird?


Für Genderama ist dieses Thema deshalb nicht off-topic, weil auch die Männerrechtsbewegung unter der einseitigen Berichterstattung der ARD zu leiden hat. Sogar die Spenden, die Genderama finanziell unterstützen, waren ursprünglich einem grottigen ARD-Beitrag zu verdanken.

Auch andere Medien berichten mittlerweile, etwa "Die Zeit", Spiegel-Online, die FAZ, die "Neue Zürcher Zeitung", die von "satireverdächtigen Propagandatricks" spricht, und "Bild". Besonders kritisch formuliert "Die Welt":

Es ist ein bisschen so, als hätten die Verfasser von "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen", die nach 1945 die Nazisprache analysierten, anschließend ein "Wörterbuch für Gutmenschen" geschrieben, in dem sie lehrten, wie man Goebbels’ Methoden nun für die Demokratie nutzbar machen könne.


Zuvor war das ARD-Handbuch lediglich ein Thema in den sozialen Medien gewesen, aber inzwischen dürften viele Journalisten gemerkt haben, dass das Handbuch sämtliche "kommerziellen", also nicht von Zwangsgebühren getragenen, Medien herunter macht.

Ich habe Elisabeth Wehlings Taschenbuch "Politisches Framing" übrigens selbst vor einiger Zeit gelesen und fand es wenig überzeugend und nicht gut verwertbar. Trotz meiner inhaltlichen Sympathie für verschiedene Positionen liest sich dieses Buch für mich so, als ob Wehler glaube, die Wahrheit gepachtet zu haben, während ihre konservativen Gesprächspartner die Dinge manipulativ "framen" würden. Ausgewogenheit sieht anders aus. Ansonsten sagt Lucas Schoppe alles Nötige zu diese Thema.



6. Das Blog "Geschlechterallerlei" beklagt "patriarchale Machtstrukturen", die unbemerkt bleiben.



7. Die ostdeutsche Feministin Jana Hensel fordert eine Ostdeutschen-Quote in Parlamenten: "Quoten sind nicht problematisch. Im Gegenteil, wir sehen bei Frauenquoten z. Bsp. in den Parteien, dass sie funktionieren."



8. Die Frauenzeitschrift Brigitte kündigt für den 18. März eine "Kampagne für mehr Lohngerechtigkeit" mit Berichten, Interviews, Statements, Aktionen und Events an, da Frauen 21 Prozent weniger verdienen würden als Männer.

Montag, Februar 18, 2019

Neue Abgeordnetengruppe fordert Frauenquote im Bundestag – News vom 18. Februar 2019

1.
Noch sind es nur 16 Abgeordnete. Ihre Gruppe könnte jedoch die Keimzelle sein, aus der eine Frauenquote für den Deutschen Bundestag erwächst. An diesem Donnerstag hat sich die neu gegründete Parlamentarierinnen-Gruppe erstmals getroffen. Bei Kaffee und Mohnbrötchen diskutierten sie gut eine Stunde lang, wie der Frauenanteil von derzeit knapp 31 Prozent im Bundestag erhöht werden kann. Mit dabei: Frauen aus allen Fraktionen, mit Ausnahme der Alternative für Deutschland (AfD). "Das war eine sehr konstruktive und offene Debatte", sagt Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin der Bundestags-Grünen im Gespräch mit der [Deutschen Welle]. Mit ähnlichen Worten lobten auch Vertreterinnen von CDU, CSU, SPD, Linke und FDP das Treffen. "Ich bin optimistisch, dass wir uns in dieser Gruppe interfraktionell auf Ziele verständigen und eine kraftvolle Stimme werden", sagt Schauws.


Hier geht es weiter.



2. Die Alternative für Deutschland gewinnt immer mehr weibliche Mitglieder. Warum? Das erörtert die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift "Radikal, rechts, Frau".



3. Die "taz" bereitet Deutschland schon mal auf den bundesweiten Frauenstreik am 8. März vor. Gefordert werden eine Abschaffung des Paragraphen 218 (also vollständige Legalisierung sämtlicher Formen von Abtreibung), gleicher Lohn für gleiche Arbeit (den es längst gibt) und weniger Belastung durch "unbezahlte Care-Arbeit" wie die Führung des eigenen Haushalts oder das Erziehen der eigenen Kinder.



4. Anlässlich der Debatte um das Framing-Handbuch der ARD (einen Ratgeber, welche manipulativen Formulierungen man gegen Kritiker einsetzen sollte) beschäftigt sich das Blog "Maskulismus für Anfänger" mit feministischem Framing.



5. Von den neun Kandidaten der US-amerikanischen Demokraten für die Präsidentschaft ist nur einer ein heterosexueller weißer Mann. Das berichtet das Magazin Politico. Heterosexuelle weiße Männer wie Biden und Sanders führten zwar jedesmal weit in den Umfragen, zugleich aber stelle ihre Kandidatur ein Minenfeld dar:

Die heterosexuellen weißen Männer - darunter Biden und Sanders – verhalten sich nicht irrational, wenn sie zögern. Ja, sie riskieren die Aufmerksamkeit der Medien ebenso zu verlieren wie das beste Personal und Zugang zu Netzwerken von Spendern, indem sie anderen einen Vorsprung verschaffen. Aber sie haben guten Grund, vorsichtig zu sein. Fragen der ethnischen Herkunft und des Geschlechts werden in der Kampagne sicherlich eine wichtige Rolle spielen, und weiße Männer haben nicht gerade die beste Erfolgsbilanz im Umgang damit. (...) Andere darüber zu informieren, was politisch realistisch ist, könnte leicht dazu führen, dass ein Kandidat als "Mansplainer" etikettert wird. Darüber hinaus wäre jeder Angriff eines weißen Mannes auf eine Frau oder ein Mitglied einer Minderheit - sei es vom Kandidaten oder von seinen Anhängern - äußerst gefährlich zu führen, insbesondere wenn diese Angriffe aus dem relativ rechten Flügel der Partei stammen.

Eine Frage, die für jeden männlichen Kandidaten besonders schwierig sein wird: Warum sollte der nächste Präsident keine Frau sein? Schließlich können demokratische Wählerinnen unter den fünf weiblichen Mitgliedern des Kongresses, die sich bereits aufgestellt haben, zwischen verschiedenen Ideologien, verschiedenen geografischen und demografischen Hintergründen und verschiedenen Arten von Erfahrungen wählen. Bei so vielen qualifizierten Entscheidungen: Sollten da die männlichen Kandidaten nicht einfach aus dem Weg gehen?

(...) Sicherlich wird kein Kandidat zu Protokoll geben, was ein Beinahe-Kandidat, Michael Avenatti, im letzten Jahr gesagt hat: Um die besten Chancen zu haben, Präsident Donald Trump zu schlagen, sollte der demokratische Kandidat "besser ein weißer Mann sein".

Sonntag, Februar 17, 2019

Kramp-Karrenbauer (CDU): Frauenpolitik statt Sicherheitspolitik – News vom 17. Februar 2019

1. Der Tagesspiegel berichtet über eine feministische Veranstaltung bei der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende:

Am Rednerpult steht CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für viele der Frauen aus dem Ausland ist das ein erster neugieriger Blick auf die vielleicht zukünftige Kanzlerin Deutschlands. Und Kramp-Karrenbauer macht ihre Sache so gut, dass man den Rest der Prominenz am Tisch in der Mitte für einen Moment fast vergisst. Dort sitzt – sehr gerade - zwischen der estnischen Präsidentin Kersti Kaljulaid und der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland Ivanka Trump, hält sich elegant den Übersetzungskopfhörer an ein Ohr und nickt gelegentlich zu dem, was Kramp-Karrenbauer sagt.

(...) Kramp-Karrenbauer macht noch einmal deutlich, dass sie für eine offensivere Frauenpolitik stehen würde als Angela Merkel. Sie befürwortet Quoten und sagt von sich: "Ich bin stolz eine Quotenfrau zu sein." Man müsse politische Instrumente nutzen, um Frauen gleichzustellen. Auf Nachfrage deutet sie an, sie könne sich vorstellen, die Frauenquote für Aufsichtsräte auch auf Vorstände auszudehnen. "Wir werden immer erst versuchen, durch Argumente zu überzeugen, aber irgendwann steht man auch vor der Frage, ob man etwas gesetzlich regeln muss."




2. Der am 7. März auch in Deutschland anlaufende Kinfofilm Captain Marvel droht weniger erfolgreich zu werden als erwartet:

Noch im Januar (...) hieß es, dass Captain Marvel ein massives Eröffnungswochenende von 160 Millionen Dollar bevorstehen würde, wobei einige Schätzungen sogar bei 180 Millionen Dollar rangierten. Die schlechte Nachricht für Kevin Feige und Captain Marvel ist jedoch, dass diese Prognosen inzwischen auf etwas über 80 Millionen Dollar (...) gefallen sind, da berichtet wird, dass der Film nur mit etwa 100 Millionen Dollar Einspielergebnis eröffnen dürfte.

(...) Es gibt ein großes Problem mit [der Hauptdarstellerin] Brie Larson, die "Captain Marvel" als feministischen Film präsentiert und damit das Publikum gespalten hat. Kürzlich hat sie sich sogar aus irgendeinem Grund gegen weiße Männer ausgesprochen. (...) Es ist nie eine gute Idee, das Publikum zu teilen oder zu beleidigen. Wollen die Leute nicht, dass weiße Männer den Film sehen?




3. Den Sexismus-Aufschrei der Woche trifft diesmal ein Werbeplakat für Dessous.

Samstag, Februar 16, 2019

"Noch nie erlebt": Polizei warnt Männer vor neuer "Sex-Masche" – News vom 16. Februar 2019

1. Die Kriminalpolizei warnt vor Betrügerinnen mit einer neuen Methode.



2. Auch ein Autor der Wiener Zeitung schüttelt den Kopf über das, was in Deutschland vorgeht: "Frauenquote statt Demokratie".



3. Wusstet ihr, dass am 8. März ein großer Frauenstreik auf uns zukommt?



4. Das maskulistische Blog Uepsilonniks widmet sich ausführlich dem Thema "Falschbeschuldigungen".



5. Die L.A. Times berichtet, wie an kalifornische Hochschulen nach einem wegweisenden Gerichtsurteil der Rechtsstaat zurückkehrt:

Colleges und Universitäten in ganz Kalifornien wuseln in Alarmstimmung herum, um die Art und Weise zu überarbeiten, wie sie mit Fällen von sexuellem Fehlverhalten umgehen, nachdem ein staatliches Berufungsgericht entschieden hat, dass beschuldigten Studenten "grundlegende Fairness" und damit das Recht auf eine Anhörung und auf ein Kreuzverhör ihrer Ankläger zusteht.

Die Entscheidung des letzten Monats betraf einen Fall der University of Southern California, gilt aber für alle öffentlichen und privaten Colleges in Kalifornien und veranlasste viele, die Untersuchungen zu Titel IX sofort einzustellen, während sie ihre Verfahren umgestalten. Die California State University, die University of California und die USC, Claremont McKenna und Occidental Colleges bestätigten, dass sie Änderungen vorgenommen haben oder in Kürze vornehmen werden.

Sie hatten sich bereits bemüht, dies zu tun. Im November schlug die US-Bildungsministerin Betsy DeVos umstrittene neue Bundesregeln vor, die die Rechte der Angeklagten in Fällen [angeblichen] sexuellen Fehlverhaltens stärken würden. Die Regeln würden für Titel IX gelten, ein Gesetz, das Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Bildungsprogrammen und an Schulen verbietet, die Bundesmittel erhalten.

(...) Beamte und Anwälte stellen die Frage, wie akademische Institutionen in der Lage sein werden, mit den in Gerichtssäle üblichen Verfahren umzugehen, sowie welche Auswirkungen potenziell harte Konfrontationen zwischen Studenten haben werden. Sie fragen sich auch, wie viel neue Finanzmittel, Einstellungen und Schulungen erforderlich sein werden, um sich anzupassen.

"Wir haben es mit einem möglichen Fiasko zu tun", sagte Brett Sokolow, Präsident der Vereinigung von Title-IX-Verwaltungsbeamten.

Das kalifornische Gerichtsurteil markiert die neueste Wendung in der hoch umstrittenen Arena des sexuellen Übergriffs auf dem Campus. Viele Universitäten haben 2016 neue Titel- IX-Verfahren eingeführt, wie sie die Obama-Regierung vorgegeben hatte, um für Opfer sensibler zu werden – beispielsweise nur indirekte Befragungen durchzuführen.

Die aktuellen Änderungen lösen ein nationales Gefühl eines "Backlash" aus. Studenten, die wegen sexuellen Fehlverhaltens angeklagt sind, haben eine Vielzahl von Klagen eingereicht, die darauf hindeuten, dass ihnen die Universitäten faire Anhörungen verweigert haben. Sie haben Fälle in Staaten wie Kalifornien, Ohio, Michigan, Mississippi und New Mexico gewonnen.

Die kalifornischen Universitäten müssen der Entscheidung des Berufungsgerichts, die eine Vielzahl von Reaktionen ausgelöst hat, unverzüglich nachkommen.

"Es wird Millionen von Studenten in Kalifornien davor schützen, ihre Ausbildung in einem willkürlichen Prozess zu verlieren", sagte Mark Hathaway, ein Anwalt aus Los Angeles, der einen Großteil der Rechtsstreitigkeiten im Namen der beschuldigten Studenten vorangetrieben hat.

An [der Hochschule] Cal State Dominguez Hills verunsicherten Nachrichten, dass diejenigen, die [angebliches] sexuelles Fehlverhalten melden, bald kontrovers befragt werden könnten, viele Studenten.

"So wie das läuftt, ist es schwer zu berichten, was mit einem passiert ist." sagte Mariah Rubira, eine Studentin, die als Zeugin in einem Fall von [angeblichem] sexuellem Fehlverhalten auf dem Campus befragt wurde und sagte, dass der aktuelle Prozess gut funktioniert. "#MeToo war großartig. Die Menschen begannen, eine Haltung einzunehmen. Ich denke, diese Veränderung würde die Menschen einfach wieder zum Schweigen bringen."

(...) Im Rahmen des aktuellen Verfahrens von UC werden Fragen sowohl von Anklägern als auch von Angeklagten an den Titel IX-Ermittler weitergeleitet, der sich dafür entscheiden kann, einige Fragen, die als "belastend" gelten, nicht zu stellen.

"Natürlich müssen wir uns an das Gesetz halten, und das werden wir auch", sagte [Suzanne Taylor, Interims-Koordinatorin der University of California für Titel IX]. "Wir werden wirklich alles in unserer Macht Stehende tun, um sowohl unsere Gemeinschaft als auch die Integrität unseres Prozesses zu schützen."

(...) Das Gericht entschied, dass in Fällen, in denen die Studenten mit "ernsten disziplinarischen Maßnahmen" konfrontiert sind, wie z.B. einer Suspendierung oder Exmatrikulation, und die Glaubwürdigkeit der Zeugen von entscheidender Bedeutung ist, eine Universität das Kreuzverhör von "feindlichen Zeugen" bei einer Anhörung entweder persönlich oder mittels Videokonferenzen zulassen muss.

Die Person, die den Fall untersucht, so das Gericht, könne auch nicht entscheiden, ob die Vorwürfe wahr seien. Dieses Modell, das von der USC und vielen anderen Universitäten verwendet wird, befand das Gericht als Unrecht, denn es "platziert in einer Person die sich überschneidenden und inkonsistenten Rollen von Ermittler, Staatsanwalt, Faktenfinder und Verurteiler".


Eigentlich vollkommen irre, dass Verfahren, bei denen Ankläger und Richter dieselbe Person und eine direkte Befragung der Anklagezeugen untersagt waren, überhaupt so lange Bestand hatten.

Der von mir zitierte Artikel der LA Times enthält in den von mir übersprungenen Passagen einiges Händeringen darüber, dass die Wiedereinführung rechtsstaatlicher Prinzipien für die Opfer sexueller Gewalt eine Zumutung darstellten.

Freitag, Februar 15, 2019

Ist dies das erste Baby ohne Mutter? – News vom 15. Februar 2019

1. "Ist dies das erste britische Baby ohne Mutter?" fragt der Daily Telegraph und berichtet über einen Fall, bei dem mir auch außerhalb Großbritanniens nichts Vergleichbares bekannt ist:

Der ranghöchste Richter in der Familienabteilung des High Court hört diese Woche den Fall eines trans Mannes an, der nur als TT identifiziert wurde und der ein Kind zur Welt gebracht hat, das als YY bezeichnet wird. TT möchte in der Geburtsurkunde von YY als Vater bezeichnet werden, nicht als Mutter.

Die Logik ist in erster Lesung schwer nachvollziehbar - und als Kompromiss schlägt TT dem Gericht auch vor, dass er, um die Sache zu vereinfachen, einfach als Elternteil oder "Schwangerschaftselternteil" registriert werden könnte.

Der Generalstaatsanwalt hat jedoch alle diese Optionen abgelehnt und darauf bestanden, dass TT die Mutter von YY ist. Das bedeutet nach Ansicht des Rechtsteams von TT "Diskriminierung".

Wenn das Urteil zugunsten von TT ausfällt, wird mindestens eine neue Grenze überschritten worden sein. YY wird die erste Person sein, die in England und Wales geboren wurde und keine legale Mutter haben wird.

Unter dem Eintrag "Vater" eine Leerzeile zu lassen ist eine lange und unwürdige Tradition - und während die Wissenschaft über ihre Fähigkeit spricht, Männer aus dem Fortpflanzungsprozess zu entlassen, wird der High Court nun aufgefordert, auch Mütter juritstisch entbehrlich zu machen.

Um die moralische Komplexität und Komplikationen, die wir in den Griff bekommen müssen, noch zu erhöhen, sprach ein führender britischer Chirurg, Christopher Inglefield von der London Transgender Clinic, letzten Monat öffentlich darüber, wie Fortschritte bei der Gebärmuttertransplantation - die entwickelt wurde, um unfruchtbaren Frauen zu helfen, Kinder zu bekommen, wobei das erste Baby 2014 in Schweden auf diese Weise geboren wurde – jetzt auch für Transgenderfrauen (die biologisch männlich geboren wurden) zugänglich sein sollten, damit sie Mütter werden können. Es gibt keinen medizinischen Grund, warum die neuen Verfahren nicht für sie funktionieren könnten, argumentiert Inglefield und fügt hinzu, dass es seiner Meinung nach "illegal" wäre, ihnen den Zugang zur Chance zu verwehren, ein Kind zur Schwangerschaft in einer transplantierten Gebärmutter zu tragen.

Ein solches Gespräch erhöht zwangsläufig den Einsatz in der laufenden und bereits hitzigen Debatte über die Rechte von Transgender-Personen ("vorläufig" geschätzt vom Equalities Office der Regierung auf 200.000 bis 500.000 im Vereinigten Königreich) und wie man sie mit den Rechten der Allgemeinbevölkerung in Einklang bringt.




2. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtet, welcher Experte bei der vorgestrigen Anhörung zum Wechselmodell welche Position vertrat. In dem Artikel heißt es abschließend:

FDP-Rechtsexpertin Katrin Helling-Plahr äußerte sich nach der Anhörung zufrieden. Natürlich sei es kontrovers gewesen, sagte sie dem rbb, das habe sie nach der Debatte im Bundestag zu dem Thema vor knapp einem Jahr auch nicht anders erwartet. Dennoch habe sich gezeigt, dass die Sachverständigen sich darin einig gewesen seien, "dass da, wo das Wechselmodell gelebt wird, es auch positiv für das Kind ist." Und das ließe sich auch durch internationale Studien, die zur Sprache kamen, belegen.


Unabhängig vom Ergebnis dieser Anhörung hat sie die Vorzüge dieser Regelung weiter ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Der Berliner "Tagesspiegel" etwa schlagzeilt: "Fördert das Wechselmodell!", und die Saarbrücker Zeitung befindet "Für Trennungskinder sind zwei halbe Zuhause besser als keins ". "Die Welt" stellt eine Frau vor, die unter der Parole "Ich bin doch kein Hausmütterchen" ebenfalls das Wechselmodell fordert. In ihrem Fall ist es der Vater, der weniger Kontakt zu seinem Nachwuchs wünscht.

Auch Lucas Schoppe hat die Bundestags-Anhörung zum Wechselmodell noch mal zum Thema eines Beitrags gemacht: "Eine moderne Familienpolitik und ihre Feinde". In diesem lesens- und verlinkenswerten Beitrag beantwortet Schoppe acht Fragen, die zum Wechselmodell immer wieder gestellt werden.



3. Der Humanistische Pressedienst berichtet über Österreichs Verhütungsreport 2019:

Der Gynmed-Report zeigt (...) ein großes Verhütungs-Missverständnis zwischen Männern und Frauen. Während die meisten Männer resigniert zur Kenntnis nehmen, dass sie mit den aktuellen Methoden wenig bis keine Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit haben, sind Frauen überzeugt, dass dies den Männern egal ist, sie nicht darüber nachdenken oder es ihnen sogar recht ist. Hier gibt es also großen Kommunikationsbedarf zwischen den Geschlechtern.




4. Filmstudios haben aus der Pleite des mit rein weiblichen Helden besetzten "Ghostbusters"-Spinoffs gelernt: Einem vorgeschlagenen X-Men-Film, der ebenfalls nur weibliche Hauptfiguren haben sollte, wurde eine Absage erteilt. (Die X-Men haben durchaus interessante Frauenfiguren, und die Phase, in der es in den X-Men-Comics fast nur weibliche Helden gab, war nicht die schlechteste, aber das war 30 Jahre vor der aktuellen Manie, in den verschiedensten Filmen männliche Handlungsträger ausmerzen zu wollen. "Ocean's 8" etwa war ja trotz Starbesetzung genauso ein Desaster.)



5. Singapur erkennt mit einem neuen Gesetz womöglich bald auch Männer als Opfer von Vergewaltigungen an. In Deutschland war das vor etwas mehr als zwanzig Jahren der Fall.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu einem "Zeit"-Artikel über Obdachlosigkeit:

Beim Lesen des Artikels ist mir wieder einmal aufgefallen, wie Männer, wenn es sich um die hauptsächlich betroffene Gruppe handelt, unsichtbar gemacht werden. Im Artikel wird es tunlichst vermieden, die Geschlechterverhältnisse klar zu benennen oder diesem Sachverhalt einen großen Raum zu geben. Der einzige Hinweis: "Sogar Familien werden immer häufiger wohnungslos, mehr als jede vierte Betroffene ist weiblich, schätzt die BAGW. " Das Wort Männer kommt dementsprechend nicht einmal im Text vor. Frauen werden immerhin zwei Mal erwähnt, wenn es um Angebote geht, die sich nur an Frauen wenden.

Unterdessen wende ich mich nicht mehr schriftlich an Zeit.de, um etwas über die Beweggründe der Autoren solcher Artikel zu erfahren. Antwort habe ich nämlich noch nie erhalten.

Donnerstag, Februar 14, 2019

Bundestag: Einseitig ausgewählte Experten gegen Wechselmodell – News vom 14. Februar 2019

1.
Für eine bessere Betreuung von Kindern geschiedener Eltern, aber gegen eine Festlegung auf das sogenannte Wechselmodell, hat sich die Mehrheit der Sachverständigen am Mittwoch, 13. Februar 2019, in einer Anhörung im Rechtsausschuss zu Anträgen der FDP-Fraktion und der Fraktion Die Linke ausgesprochen. Während die FDP (19/1175) das familienrechtliche Wechselmodell als Regelfall einführen will, ist Die Linke (19/1172) gegen eine Festschreibung des Modells, bei dem die Kinder von beiden Elternteilen im Wechsel zeitlich annähernd gleich lang betreut werden, fordert aber eine Neuregelung des Unterhalts. Der FDP-Antrag war vor rund einem Jahr bereits Thema einer Plenardebatte, wurde aber von den anderen Fraktionen abgelehnt.


Hier geht es weiter.

Der Interessensverband Unterhalt und Familienrecht berichtet von der Anhörung:

"Von pädagogischer Aufbruchsstimmung, von der Maxime, das Wechselmodell wagen, weil es den Kindern guttut, war nichts zu spüren." (...) Die große Mehrheit der Sachverständigen orientiert sich am Status quo. Mehrheitlich sprachen sie sich gegen eine Einführung des Wechselmodells als Regelfall aus. Man wolle den Eltern die Freiheit lassen, das Modell zu wählen das für ihre Situation am günstigsten ist. Schon heute können Eltern wählen, ob sie ein Wechselmodell praktizieren möchten. Übereinstimmung bestand darin, dass ein von beiden Eltern getragenes Wechselmodell dem Kindeswohl dient.

Gegenwärtig praktizieren 9 Prozent der Trennungseltern ein Wechselmodell. Tatsache ist auch, dass erheblich mehr Eltern trotz Trennung und Scheidung gemeinsam betreuen wollten, jedoch ein Elternteil – oft die Mutter – sich dem verweigert. Väter fühlen sich diskriminiert und reagieren entsprechend heftig.

Die Heftigkeit der Debatte liegt auch darin begründet, dass das deutsche Familienrecht von Verhältnissen ausgeht, die so rigoros nur noch selten in der sozialen Wirklichkeit anzutreffen sind: Einer betreut, der andere bezahlt, der eine bestimmt de facto über die Kinder, dem anderen wird Umgang gewährt.

(...) Unabhängig davon, ob sich die Eltern für oder gegen ein Wechselmodell entscheiden, es besteht Reformbedarf im Familienrecht. Das hat mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun. Die innerfamiliäre Arbeitsteilung hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert: Männer nehmen immer mehr Aufgaben der Betreuung auch kleiner Kinder wahr, die Berufstätigkeit von Frauen ist stetig angestiegen und wird weiter steigen, weil ein Einkommen sehr oft schon nicht mehr während der Ehezeit ausreicht. Dies gilt dann umso mehr nach der Trennung. Diese schon in der Ehe gelebte Struktur kann in einem Wechselmodell fortgeführt werden, weil sich dann beide Elternteile die Betreuung teilen, was wiederum für die Berufstätigkeit einen erweiterten zeitlichen Rahmen schafft.

(...) Die Agenda – so Linsler – ist eine Aufforderung zum Handeln, zur Reform. "Bitte keine weiteren 'Studien', 'Umfragen', die quasi dem Stillstand Vorschub leisten. Wir empfehlen den heilsamen Blick über die Grenzen, verbunden mit der Frage: Wie machen das die Anderen und warum funktioniert das da? Es überzeugt nicht, wenn immer wieder gesagt wird, in Belgien, in Schweden ist alles anders. In westlichen Ländern sind die Lebensverhältnisse sehr ähnlich", betont Linsler.


So zeigte gestern das ZDF in einem zweiminütigen Film, wie das von der FDP vorgeschlagene Wechselmodell beispielsweise in Belgien längst zur Realität gehört. Auch der Europarat spricht sich bekanntlich für das Wechselmodell aus.

Bei Christian Schmidt ist die einseitige Auswahl der Experten bei der Bundestags-Anhörung Thema:

Es ist erstaunlich, wer mitunter alles irgendwo sprechen darf. Nicht selten sind radikale Feministen oder sehr radikale Frauengruppen dort als Repräsentant der Lage. Männervertreter – so scheint der Eindruck zu sein – braucht man nicht. Es reicht, wenn die Frauenvertreter, die teilweise eben auch sehr spezielle Ansichten haben, die keineswegs für "Die Frauen" stehen, einbezogen werden. Eine spezielle Männersicht erscheint schon fast als etwas Unerhörtes, etwas Kurioses – wie sollen Männer diejenigen sein, die Wünsche anmelden, wenn sie eh schon die Macht haben? Wenn man gerade die Lage für Frauen verbessern will?

Natürlich: Das Anhörungswesen des Bundestages ist teilweise auch schlicht eine Pflichtveranstaltung, bei der es nicht tatsächlich darum geht, dass man sich eine Meinung bilden kann.

Ein Teilnehmer an einer solchen Veranstaltung, der zu einem hochkomplexen Gesetzesentwurf mit vielen verschiedenen Punkte als ausgewiesener Experte und Praktiker, der er auch war, geladen war, schilderte es einmal so, dass man da 5 Minuten hat, etwas zu sagen, mit dem Ablauf dieser muss man das Podium verlassen und der nächste ist dran. In 5 Minuten eine Stellungnahme abzugeben, die bei einem komplexen Thema nicht nur an der Oberfläche kratzt, ist da kaum möglich. Immerhin habe er sich danach noch kurz mit dem Vorsitzenden des entsprechenden Ausschusses unterhalten können, der ihm aber auch mitteilte, dass man den dortigen Kompromiss hart ausgehandelt habe und man jetzt – auch wenn man um die Schwächen wisse – daran nichts mehr ändern könne.

Der Einfluss findet insofern weit vorher statt, über Interessengruppen, Lobbyisten, Leuten, die sich mit den Zuständigen Politikern weit vorher diesen Anhörungen treffen. Aber auch dort wäre es wichtig, dass es dort echte Männer-Lobbyisten geben würde. Was natürlich bereits dadurch erschwert wird, dass Feminismus und feministische Gruppen teilweise stark gefördert werden, Männergruppen aber nicht.


Im ersten Kommentar unter diesem Beitrag merkt der Gymnasiallehrer und maskulistische Blogger Lucas Schoppe an:

Natürlich hast Du recht: Es wäre unrealistisch, davon auszugehen, dass eine Vorstellung bei einer solchen Veranstaltung alles entscheiden könnte. In aller Regel finden die wesentlichen Gespräche vorher oder neben solch einer Veranstaltung statt.

Trotzdem ist die Nicht-Einladung von Vätervertretern hier ein sehr schlechtes Signal. Es demonstriert, und das durchaus mit Absicht, dass in den Augen des Rechtsausschusses Väter eben grundsätzlich für nicht so wichtig erachtet werden, wenn es um die Betreuung von Kindern geht: ein sehr konservatives Geschlechtermodell, das aber eben auch von den vielen Mütterlobbyistinnen bei Rot-Grün vertreten wird.

Zudem zeigt die Nicht-Einladung eben, dass es für Väter auch außerhalb dieser Veranstaltung kaum politische Zugänge gibt. Es ist schon hart, dass der Ausschuss glaubt, sich das leisten zu können – nicht einmal symbolisch Vätervertreter dabei zu haben.

Vom Bundesforum Männer erzählt Dag Schölper übrigens, dass "selbsternannte Sprachrohre" sich hier nicht aufregen sollten, Väterrechte wären doch vertreten. Tatsächlich hat die Sachverständige Hildegund Sünderhauf-Kravets in den letzten Jahren sehr seriös zum Thema gearbeitet und wichtige Texte veröffentlicht, aber natürlich ist sie keine Vertreterin von Väterinteressen.

Auch hier zeigt sich, wie sehr die Beteiligten in den 50er oder 40er Jahren steckengeblieben sind. Wer würde bei einer Anhörung z.B. behaupten wollen, dass schon ausreichend "Frauenrechte vertreten" sind, wenn ein männlicher Professor einige Positionen vorstellt, die sonst auch von Frauen vertreten werden?


Man wäre dem Bundesforum Männer ja schon dankbar, wenn man dort wenigstens nicht ständig den tatsächlich engagierten Männer-Aktivisten Knüppel zwischen die Beine werfen würde, um sich bei Feministinnen lieb Kind zu machen. Der Spitzname "Bundesforum gegen Männer" ist nicht ohne Grund entstanden. Witzigerweise beklagt sich das selbe Bundesfourm, das immer wieder gegen die Basis der Männerbewegung feuert, dass Männeranliegen bei keiner der etablierten Parteien eine Rolle spielen. Ja, dafür habt auch ihr Bundesforisten emsig gesorgt. Wenn man Simone Schmollack von der "taz" ins Blatt diktiert, dass schon alles seine Ordnung habe und sich nur "selbsternannte" statt feministisch zertifizierte Männer aufregen würden, braucht man sich hinterher nicht zu wundern, wenn ernstzunehmende Männerpolitik in Deutschland weiterhin brach liegt.

Auf Twitter kommentiert der "Sexismusbeauftragte" ein Interview, das Justizministerin Barley (SPD) gestern den Tagesthemen zu diesem Thema gegeben hatte:

Am 18. März wird @katarinabarley wieder weinen, weil Frauen weniger Geld verdienen. Schweden hat 40 Jahre aktive Väterpolitik betrieben, um diese Gleichberechtigung zu erreichen, und die SPD weigert sich seit 50 Jahren, Väter irgendwo gleichberechtigter zu machen.




2.
Das Festival-Kino will die Männer erziehen und friedfertiger machen. Die gewählte Methode ist fragwürdig, um es friedfertig zu sagen.


Die Neue Zürcher Zeitung berichtet von einem "gespenstischen Theater der Männlichkeit" bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.



3. Passend dazu: Kevin Fuchs erklärt in einem englischsprachigen Video, was man unter Camouflage Sexism versteht. Das veranschaulicht er anhand der Gilette-Reklame – es ist eben nichts so übel, dass es nicht wenigstens als schlechtes Beispiel dienen kann – sowie anhand der MeToo-Kampagne.



4. Auch der Tagesspiegel bewertet das von Rot-rot-Grün geforderte feministische Wahlrecht kritisch:

Das Grundgesetz verlangt ganz generell, dass der Gesetzgeber die "tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern" fördert. Gleichberechtigung aber ist beim aktiven wie beim passiven Wahlrecht tatsächlich gegeben. Niemand zweifelt das an. Die Gleichstellung aber, und darum geht es beim Paritätsverlangen, fordert die Verfassung nicht. Es ist auch gar nicht klar, woran diese sich vernünftigerweise orientieren soll. Am Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft, also etwa fifty-fifty? Oder an den tatsächlichen Geschlechterverhältnissen in der Mitgliedschaft der Parteien? In denen sind Frauen überall in der Minderheit. Man könnte also auch so verfahren wie bei Wahlen zu Betriebsräten, in denen das Geschlecht, das in der Firma in der Minderheit ist, mindestens entsprechend seinem zahlenmäßigen Verhältnis vertreten sein muss. Von dieser Parität aber sind wir im Bundestag gar nicht so weit entfernt.




5. Eine Münchner Erzieherin machte Nacktfotos von sechs Kleinkindern und missbrauchte ein Kind sexuell. Sie sieht sich selbst als Opfer.

Mittwoch, Februar 13, 2019

Scheidungsanwalt und Kindergärtner packen aus, Gender-Klos, das Schweigen der Männer – News vom 13. Februar 2019

1. In einem von Spiegel-Online veröffentlichten Job-Protokoll berichtet ein Scheidungsanwalt von seinem Beruf, den Taktiken so mancher Mutter und dem "neuen Vater-Selbstbewusstsein".



2. Auch ein Kindergärtner plaudert aus dem Nähkästchen und berichtet, wie es ihm als Mann in diesem Job geht.



3. Kommen in Hannover nach der Gender-Sprache bald auch die Gender-Klos?



4. Auch Mexikons Regierung hat jetzt gendersensiblen Sprachgebrauch angeordnet.



5. Anne-Sophie Keller beschäftigt sich mit dem Schweigen der Männer, die von ihrer Partnerin geschlagen werden. Lesenswert.



6. Einer meiner Leser empfiehlt ein Video darüber, "wie in Film und Fernsehen sexuelle Übergriffe, Misshandlungen, bis hin zu Vergewaltigungen von Männern als große Lacher eingesetzt werden. Die Auswirkungen: Das Senken gesellschaftlicher Empathie."



7. Christian Schmidt widmet sich heute der Szene in der männerfeindlichen Gillette-Reklame, die ich selbst am bescheuertsten fand.



8. In der vielgelesenen Tageszeitung USA Today berichtet der Juraprofessor Glenn Reynolds, wie amerikanische Universitäten Männer diskriminieren und welchen Widerstand es inzwischen dagegen gibt. Der Artikel fasst auch für Neulinge in der Debatte wunderbar den Stand der Dinge zusammen:

Mit einem Überschuss an Frauen und einem Mangel an männlichen Studenten werden die Hochschulen immer unausgewogener. Die weitsichtigeren unter den Universitätsverwaltungen beginnen zu befürchten, dass dies die Universitäten in ein rosafarbenes Ghetto verwandeln wird: Orte, die die Öffentlichkeit eher als Abschluss-Schulen für Mädchen denn als Tore zur Stabilität der Mittelschicht betrachtet.

Ein Teil des Problems besteht natürlich darin, dass unser Erziehungssystem vom Kindergarten bis zur Oberstufe, das überwiegend von Frauen besetzt ist, die nachweislich Mädchen bevorzugen, viele Jungen demoralisiert und uninteressiert an Weiterbildung lässt. Aber ein weiterer großer Teil des Problems ist, dass das College zu einem männerfeindlichen Raum geworden ist.

An den heutigen Universitäten wird Männlichkeit fast nie diskutiert, außer in negativen Begriffen, meist mit dem Wort "toxisch" im Anhang. Wenn es um Mädchen und Frauen geht, geht es immer darum, wie man ihnen helfen kann, damit es ihnen besser geht. Wenn Jungen und Männer erwähnt werden, dann fast immer als Problem.

Das Anti-Diskriminierungsgesetz Titel IX soll die Gleichstellung der Geschlechter fördern, wurde aber in Wirklichkeit zu einer Keule gemacht, mit der männliche Schüler und Studenten geprügelt werden können. An den Universitäten werden Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber männlichen Studierenden (unverhältnismäßig oft, obwohl man es nicht gerne zugibt, männlichen Angehörigen von Minderheiten) als vermutlich wahr behandelt. Die Anklägerin erhält jede Art von Hilfe und Respekt, der Angeklagte wird vom ersten Tag an als Krimineller behandelt und darf oft keine Zeugen aufrufen, seine Anklägerin nicht befragen oder anderweitig ein ordentliches Verfahren genießen, wie es beispielsweise ein Universitätsangestellter verlangen würde, wenn er wegen einer Straftat angeklagt wäre. (Zum Beispiel wurde der Yale-Schüler Saifullah Khan wegen Vergewaltigung freigesprochen, basierend auf harten Beweisen, aber trotzdem von Yale verwiesen.)

Jetzt beginnen die Menschen, sich zu wehren. Im ganzen Land reichen männliche Studenten Klagen und Titel IX-Beschwerden gegen Universitäten wegen männerfeindlicher Diskriminierung ein.

Die Cornell University wurde gerade von einer Titel IX-Beschwerde betroffen, die beim Bildungsministerium eingereicht wurde. Die Beschwerde stellt fest, dass Cornell über immense Ressourcen für weibliche Studenten verfügt, ein Women's Health Center (aber nichts dergleichen für Männer), ein Women's Resource Center (aber kein Men's Center) und insgesamt 390 Stipendien, die nur für Frauen zugänglich sind.

Die Beschwerde wurde von Kursat Christoff Pekgoz, einem Doktoranden der University of Southern California, eingereicht und von mehr als 185 führenden Wissenschaftlern und Aktivisten unterstützt, darunter so renommierte Namen wie Jordan Peterson und Lawrence Alexander. Pekgoz hat auch Titel IX-Beschwerden gegen seine eigene Schule, die University of Southern California, eingereicht. Das U.S. Department of Education untersucht die Yale University bereits aus ähnlichen Gründen als Reaktion auf eine frühere Beschwerde von Pekgoz. Pekgoz hat auch eine Beschwerde gegen die Harvard University eingereicht, die auf ihrer Partnerschaft mit der American Psychological Association basiert, die kürzlich Richtlinien herausgegeben hat, die "traditionelle Männlichkeit" als schädlich bezeichnen.

(...) Da Menschen diese Beschwerden einreichen und gewinnen, erwarte ich, dass sich immer mehr Menschen, die die Diskriminierung von Männern wahrnehmen, beim Bildungsministerium beschweren und vielleicht sogar einen der wachsenden Zahl von auf Title IX spezialisierten Anwälten einstellen, um Klagen einzureichen.

Tatsache ist, dass Hochschulen und Universitäten männliche Studenten seit Jahrzehnten offen diskriminieren, wobei Frauen eine Sonderbehandlung in Bezug auf Stipendien, Wohnen und Campusressourcen erhalten. Wirklich überraschend ist, ist, dass es so lange gedauert hat, bis die Leute angefangen haben, sich zu wehren.

Die Ironie der Geschichte besteht darin, dass diese Beschwerden und Klagen den Effekt haben könnten, die Hochschulbildung vor sich selbst zu retten. Wenn das College aufhört, ein männerfeindlicher Raum zu sein, werden es vielleicht wieder mehr Männer besuchen wollen und die Hochschulbildung vor ihrer fortschreitenden Selbstmarginalisierung bewahren.

Dienstag, Februar 12, 2019

Wolfgang Wenger: Wegbereiter des Linken Maskulismus gestorben

Einer der frühesten, profiliertesten und engagiertesten deutschen Männerrechtler, Wolfgang Wenger, ist am 8. Februar 2019 im Alter von 61 Jahren verstorben. Das berichtet eine im Oberbayrischen Volksblatt Rosenheim veröffentlichte Traueranzeige der Familie. Die Beerdigung findet morgen, am 13. Februar 2019, um 14:30 Uhr in Wegscheid statt.

Wenger leitete als Teil seines Berufs als Sozialarbeiter die Männer- und Jungenzentrale Rosenheim, verfasste ein wegweisendes Manifest für einen linken Maskulismus und führte darüber hinaus ein Blog des linken Maskulismus. Mehrere filmische Beiträge von ihm finden sich auf Youtube. Ein Interview habe ich mit ihm für mein Buch "Männerbeben" geführt, ein anderes vor fünf Jahren auf Genderama online gestellt. Genderama wurde auch finanziell durch ein Dauer-Abonnement von Wolfgang Wenger unterstützt.

Als vor über zehn Jahren die damalige Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) ein Gesetz einbrachte, das Männern verbot, durch diskrete Vaterschaftstests herauszufinden, ob ihre angeblichen Kinder tatsächlich ihre eigenen waren, erstellte Wenger eine Online-Petition dagegen, woraufhin das Magazin Men’s Health darüber berichtete. Es dauerte nicht lange und andere Medien, vom FOCUS bis zur Bild-Zeitung, sowie verschiedene Fernsehsender stiegen ein. Bald konnte sich Wenger vor Interviewanfragen kaum noch retten. Bekanntlich hat sich die SPD damals trotzdem durchgesetzt.

Ich habe mit Wolfgang, der als Urgestein der deutschen Männerbewegng auch Mitglied bei MANNdat gewesen war, so häufig bei Treffen und Veranstaltungen unserer Bewegung wie beispielsweise dem ersten ganzheitlichen Genderkongress in Nürnberg gesprochen, dass er ein persönlicher Freund von mir geworden ist. Trotzdem kommt sein Tod auch für mich überraschend; die Hintergründe kenne ich nicht. Auffällig war lediglich, dass Wolfgang in der letzten Zeit auf Facebook immer bitterer wirkte: Vor allem von der von ihm bis ins letzte Jahr verteidigten SPD schien er sich aufgrund ihres anhaltenden Einprügelns auf Männer zuletzt doch verraten zu fühlen. Für ihn als eingefleischten Linken gab es aber keine echte Wahlalternative: Meinen Weg zur FDP wollte er nicht mitgehen; die AfD stand für uns beide nie zur Debatte. Darüber hinaus führte ich Wolfgangs wachsenden Missmut auf persönliche Belastungen zurück: wie etwa dass sich einer seiner Freunde – aufgrund der von uns bekämpften männerspezifischen Problemlagen – das Leben genommen hatte.

Anfang 2017 berichtete mir Wolfgang noch, dass er, wenn sein Leben als Sozialarbeiter in sechs bis sieben Jahren vorüber sei (wobei er hoffte, es ginge früher zuende, damit er nach Bolivien auswandern könne), ein Enthüllungsbuch über die Arbeitsbedingungen in seinem Beruf veröffentlichen wollte. Vor allem von weiblichen Kollegen, die in ihren Konferenzen säßen, während er sich um die Nöte der Männer zu kümmern gehabt hätte, hatte er sich vielfach im Stich gelassen gefühlt: "Es ist scheiße in einem Frauenberuf."

Nach dem Versterben des männerpolitischen Anti-Gewalt-Beraters Burkhard Oelemann vergangenes Jahr erinnert uns auch Wolfgang Wengers Tod daran, dass gerade diejenigen von uns, die als erste und am engagiertesten für eine Verbesserung der Lebenssituation von Jungen und Männern gekämpft haben, die durch ihr Engagement angestoßenen Verbesserungen nicht selbst erleben dürfen. Öffentliche Anerkennung und Empfänge mit Lachsschittchen gibt es nur für die Opportunisten der Männerszene, die die herrschende Politik niemals ernsthaft kritisieren würden.

[Nachträglich einen Satz korrigiert und Link zur Traueranzeige eingefügt. A.H.]

[Zweiter Nachtrag: Wolfgang ist an einer Lungenentzündung in Kombination mit einer Blutvergiftung gestorben.]

Wechselmodell: Fraktionen mauscheln hinter verschlossenen Türen – News vom 12. Februar 2019

1. Morgen findet im Rechtsausschuss des Bundestages eine Anhörung zum Thema Wechselmodell/Doppelresidenz statt. Wie nicht nur der Väteraufbruch für Kinder zu Recht beklagt, sind zwar Alleinerziehenden- und frauenorientierte Verbände geladen, aber

Väter haben dort, wieder einmal, keine Stimme. Dies ist umso unverständlicher, als dass es gerade die Väter sind, die die Last des Alleinerziehens mindern könnten und dazu häufig auch gerne bereit wären. Mehr Betreuungs-Engagement von Vätern wird aber erstaunlicher Weise nie gefordert. Väter werden häufig nur auf den Unterhalt reduziert.


Das Unterlaufen demokratischer Prozesse ist aber sogar noch dramatischer. Während nämlich normalerweise auch Anhörungen zu Themen geringerer Relevanz vom Bundestagsfernsehen für die Öffentlichkeit übertragen werden, bleibt ausgerechnet bei einem Thema von solcher Bedeutung, dass es beispielsweise die Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL ist, auf Wunsch der Fraktionen die interessierte Öffentlichkeit außen vor. Vätern wird damit nicht nur die Teilnahme an einer Anhörung, die sie stark betrifft, verweigert – sie dürfen nicht einmal Zeuge davon sein, was bei dieser Anhörung zur Sprache kommt.



2. Der FDP-Wahlrechtsexperte Stefan Ruppert lehnt das von Rot-rot-Grün forcierte feministische Wahlrecht ab:

Vor hundert Jahren, zu Beginn der Weimarer Republik, wurde ein einheitliches Wahlvolk geschaffen, in dem alle Frauen und Männer wählen und gewählt werden durften. Eben diese Errungenschaft wollen die Vorschläge zum Wahlrecht seitens der Grünen, der SPD und der Linken nun rückgängig machen, wenn auch mit vermeintlich wohlmeinend-feministischer Intention. (...) Das Wahlvolk soll durch Paritätsgesetze wieder nach Geschlechtern geteilt werden. Zwar dürfen weiterhin alle wählen, aber es können nicht mehr alle von allen gewählt werden. Das Ergebnis der Wahl muss nämlich in Bezug auf das Geschlechterverhältnisses von vorneherein feststehen. (...) Die Entscheidung für ein Paritätsgesetz provoziert Unsicherheit, ob kommende Wahlen demokratisch im Sinne der Verfassung ablaufen.


"Gender-Parität bedeutet das Gegenteil von Freiheit" befindet auch "Die Welt". Und die Partei der Humanisten hat untersucht, ob Frauen in den politischen Parteien tatsächlich benachteiligt werden. Ihr Ergebnis:

Entgegen dem Mythos einer "strukturellen Diskriminierung" legen Frauen in fast allen Parteien eine erfolgreichere Karriere hin als Männer und sind in der Führung sowie unter Mandatsträgern im Vergleich zur jeweiligen Basis "überrepräsentiert". Dennoch werfen diese Parteien sich selbst oder gegenseitig Diskriminierung vor und wollen Frauen noch stärker durch Quoten nach oben befördern. Dass es in ihrer Basis an Frauen mangelt, ist in der öffentlichen Debatte jedoch ein nachrangiges Thema – selten thematisiert, noch seltener intensiv diskutiert.

Kein Wunder, denn das Thema ist nicht einfach. Auch wir erhalten deutlich weniger Mitgliedsanträge durch Frauen als durch Männer. Wie in den meisten anderen Parteien liegt es bei uns mit Sicherheit nicht an Diskriminierung. Etwa 21% unserer Basis ist weiblich, 20% der AGs und 50% der Verwaltungsteams werden von Frauen geführt oder mitgeführt, 22% der Ämter in LVs sind von Frauen besetzt, 20% der Bundesvorstandsmitglieder sind Frauen. Gemessen an unserem Mitgliederanteil haben wir also eine genau zu erwartende Verteilung der Geschlechter.

(...) Wir können weiter das Phantom "strukturelle Diskriminierung" jagen oder wir können anerkennen, dass diese Hypothese zumindest im politischen Kontext der Empirie nicht standhalten kann. Zwar können wir Diskriminierung nicht vollständig ausschließen und wir wollen niemandem eventuelle persönliche Erlebnisse absprechen – sich falsch verhaltende Einzelpersonen gibt es leider immer wieder –, auf der Gesamtebene kann systematische Diskriminierung aber nicht die Hauptursache sein. Gäbe es strukturelle Diskriminierung in den Parteien, müsste sich diese in den Ergebnissen, der Posten- und Ämterverteilung auf breiter Front in signifikantem Maße manifestieren, doch die Daten lassen diesen Schluss nicht zu.




3. Eine Erzieherin in Landshut soll einen 15jährigen Asylbewerber vergewaltigt haben.



4. Vor zehn Jahren gab es im brtischen Manchester noch keine Anlaufstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt. Inzwischen wurde dort Tausenden geholfen.



5. Ein Gerichtsurteil in Indien soll die Epidemie an Falschbeschuldigungen sexueller Gewalt eindämmen:

Letzter Monat entschied das Oberste Gericht, dass Vergewaltigung nicht in Fällen von einvernehmlichem Sex geltend gemacht werden kann, nachdem eine Beziehung beendet ist und der Mann es ablehnt, die Frau zu heiraten, aus welchem Grund auch immer. Die Richter sagten, dass eine klare Unterscheidung zwischen beidem getroffen werden müsse. Aber das Urteil hilft [dem falschbeschuldigten Mann Pavan] Gupta nicht weiter. Sein Leben ist bereits am Boden zerstört.

Seine Mutter erlitt eine Woche, nachdem sie von der Anschuldigung gegen ihn erfuhr, einen Herzinfarkt. Sie starb ein paar Tage später. Seine Verlobte hat die Hochzeit abgesagt. Er hat seinen Job verloren. Sein Seelenfrieden war zerstört. Der Gerichtsprozess zieht sich in die Länge, weil [die Beschuldigerin] Jain häufig nicht zu den Anhörungen erscheint.

Etwas Seltsames geht in Indien vor sich. Frauen werden gebildeter und selbstbewusster. Der voreheliche Sex nimmt zu - eine Hotelkette namens StayUncle bietet Paaren, die irgendwo Sex haben wollen, Zimmer für ein oder zwei Stunden. Aber gleichzeitig steigt die Zahl der Frauen, die behaupten, dass sie auf der Grundlage eines falschen Eheversprechens vergewaltigt wurden.

(...) "Wenn eine Beziehung endet, erheben Frauen, die einvernehmlichen Sex hatten, falsche Anschuldigungen der Vergewaltigung unter dem Versprechen der Ehe – aus Rache, um den Mann zu verletzen. Oder sie tun es, um Geld von ihm zu erpressen und versprechen, die Klage zurückzuziehen, wenn er ihnen gibt, was sie wollen", sagt Anwalt Vinay Sharma.

Sharma, der in seinen winzigen Kammern in Dwarka sitzt und 90 solcher Fälle bearbeitet, deutet diskret auf zwei Familien, die auf der anderen Seite der Glaswand auf ihn warten. "Die Familie des Mädchens hat zugestimmt, die Klage für eine Gegenleistung von 500.000 Rupien (£5.400) zurückzuziehen", sagt er. "Sag mir, würden sich Eltern mit Geld statt mit Gerechtigkeit zufrieden geben, wenn ihre Tochter wirklich vergewaltigt wurde?"

In vielen Fällen sind falsche Vergewaltigungsvorwürfe einfach die Folge davon, dass Eltern die "Schande" einer unverheirateten Tochter beim Sex vertuschen. Untersuchungen, die der Journalist Rukmini Shrinivasan, der damals für die Zeitung The Hindu arbeitete, im Jahr 2015 durchführte, ergaben, dass, wenn Eltern entdecken, dass ihre unverheirateten Töchter in einer sexuellen Beziehung sind, ihr Entsetzen über eine mögliche "Schande" für die Familie viele von ihnen dazu veranlasst, falsche Vergewaltigungsvorwürfe zu erheben, nachdem sie ihre Kinder dazu gedrängt haben, dabei mitzumachen.

Männerrechtsgruppen und einige Anwälte glauben, dass diese Falschbeschuldigungen von Vergewaltigung durch Frauen, die sich in einvernehmlichen Beziehungen befanden, die Schwere einer Vergewaltigung verharmlosen. Sie werfen auch viele Fragen auf. Selbst wenn ein Mann versprach, eine Frau zu heiraten, kann er seine Meinung nicht ändern? Wie können Richter die Aufrichtigkeit oder Falschheit eines Mannes feststellen, als er von einer Ehe sprach?

Noch beunruhigender ist, dass die Vorstellung von Sex als Vergewaltigung, wenn ein Mann sich von einem Eheversprechen zurückzieht, nicht im Strafgesetzbuch steht. Sie hat sich von Fall zu Fall weiterentwickelt, da Richter den Begriff "Zustimmung" auf diese Weise interpretieren. Infolgedessen können Männer wegen Vergewaltigung angeklagt werden, wenn sie die Zustimmung zum Sex erhalten, weil sie versprachen, diese Frau zu heiraten, und dann ihre Meinung änderten.




6. Die Internationale Konferenz für Männerrechte 2019 kündigt sich an.

Montag, Februar 11, 2019

Sexismus-Vorwürfe gegen Lidl, Giffey, Yale – News vom 11. Februar 2019

1. Das Magazin "Cicero" kommentiert die Sexismus-Vorwürfe gegen Lidl wegen der Reklame "Loch ist Loch" (Genderama berichtete):

Schon wieder ein Shitstorm. Nach einer Werbeanzeige auf Facebook wird dem Lebensmittelkonzern Lidl Sexismus vorgeworfen. Die Debatte ist verbohrt und offenbart vor allem die Bequemlichkeit der linken Identitätspolitik.


Hier geht es weiter.



2. Die Süddeutsche Zeitung bleibt dran an den Plagiatsvorwürfen gegen Frauenministerin Giffey (SPD):

Kann man es einer Dr. rer. pol. durchgehen lassen, wenn sie Passagen aus Wikipedia als Wissenschaftstext ausgibt, ohne dies zu kennzeichnen? Wenn sie fast eine Seite eines anderen Autors aus dem Englischen übersetzt, ohne das offenzulegen? Und was ist mit den zahlreichen Verweisen auf Quellen, die offenbar erfunden sind? Wenn Giffey hier nicht eine plausible Erklärung anbieten kann, sind das alles gute Gründe für eine Universität, ihr den Doktorgrad zu entziehen.

(...) Politisch kommt noch ein weiterer Aspekt ins Spiel. Zwei Ressortchefs aus Angela Merkels Kabinett mussten wegen ihrer Plagiate bereits gehen, Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan. Der neue Fall aber erregt die Menschen weit weniger als die damaligen. Es ist bezeichnend, dass dem Spiegel seine Geschichte nur eine Meldung auf Seite 21 wert war. Und wer am Freitag im Internet nach dem Thema Plagiate suchte, stieß auf manchen Nachrichtenseiten eher auf den Schmähpreis "Plagiarius", der für besonders dreiste Produktfälschungen verliehen wird, als auf den Fall Giffey.


Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass in unseren Leitmedien die Sympathien für Rot-Grün außerordentlich hoch sind.



3. An der US-amerikanischen Elite-Universität Yale gibt es jetzt ein Wellness-Center für Frauen.

Sonntag, Februar 10, 2019

Giffey, gewalttätige Nonnen, Falschfahrer*innen – News vom 10. Februar 2019

1. Die Plagiatsvorwürfe gegen Frauenministerin Giffey (SPD) könnten schwerwiegender sein, als zunächst gedacht:

Anders als in früheren Fällen geht es bei Giffey (...) nicht nur um den Vorwurf des Plagiats, sondern auch um den Verdacht, dass Belege für Aussagen in dem Text willkürlich gewählt sind, dass also die angegebenen Literaturstellen gar nicht untermauern, was sie untermauern sollen. Dies sei in "mindestens 68 Fällen" erkennbar, heißt es auf der Seite [VroniPlag Wiki]. Ein solches Vorgehen sei ein "gravierendes wissenschaftliches Fehlverhalten", sagte Gerhard Dannemann der [Süddeutschen Zeitung]. "Das ist der Tod der wissenschaftlichen Arbeit."




2. In Tirol wird die Gewalt in Erziehungsheimen weiter aufgearbeitet:

Mit der vom Land eingesetzten Dreierkommission unter der Leitung der renommierten Expertin auf dem Gebiet von Missbrauch und Gewaltschutz, Margret Aull, könnte das nach wie vor latente Tabu gebrochen werden: die weibliche Täterschaft von Ordensschwestern. "Die Mädchen in Martinsbühel wurden von den Schwestern grausam penetriert. Mit dem Vorwurf, du bist Bettnässerin, wurden die wehrlosen Kinder geschnappt. Die Übergriffe erfolgten meist bei den Hygienehandlungen, beim Waschen und Duschen." Die Opfer waren hilflos, wer sich Erwachsenen anvertraut hat, dem wurde nicht geglaubt. Dass Nonnen zu dieser Gewalt fähig seien, habe man ihnen nicht zugetraut. "Es wurde mit Mutterliebe abgetan und nicht als Missbrauch gesehen."




3. In der Neuen Zürcher Zeitung kritisiert Claudia Wirz die "Unterwerfung von Sprache und Denken unter das Diktat der politischen Korrektheit":

Die Verwendung von Gendersprache samt ihren Begrifflichkeiten wird in den meisten Fällen entweder institutionell angeordnet oder gedankenlos nachgeahmt. So sind es vorab staatliche oder staatsnahe Institutionen, die die schönsten Blüten in diesem Garten züchten. So hat es etwa die Fachschaft am Institut für Romanistik an der Universität Rostock – immerhin ein sprachwissenschaftliches Institut – fertiggebracht, auf ihrer Website aus dem sächlichen Mitglied ein "geschlechtergerechtes" MitgliederIn zu machen.

(...) Die politisch korrekte Sprache ist nicht harmlos, weil sie all jene, die sich ihr und ihrer Glaubenslehre verweigern, als Machos, Menschenfeinde oder verknöcherte Ewiggestrige markiert. Auch das Schweizer Radio SRF gibt sich deshalb demonstrativ korrekt und macht die Frauen durch penetrante Doppelnennungen unüberhörbar – und die Zuhörer mürbe. Die einzigen Meldungen am Schweizer Radio, die noch nicht durchgegendert scheinen, sind die Verkehrshinweise: "Vorsicht, auf der A 1 kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen!" Welch eine Wohltat! Und wir wissen trotzdem ganz genau, dass es auch ein/eine Falschfahrer*in sein könnte.




4. Ein vergewaltigter Mann in Tunesien ist hinter Gittern gelandet.



5. Ein Dutzend von Akademikern, darunter bekannte Namen wie Warren Farrell, Stammvater der internationalen Männerrechtsbewegung, sowie die Professoren Jordan Peterson und Christina Hoff Sommers, führen Beschwerde gegen Männerfeindlichkeit an der US-amerikanischen Elite-Universität Cornell. Die Nachrichten-Website Campus Reform berichtet:

Der Doktorand der University of Southern California, Kursat Christoff Pekgoz, reichte die Beschwerde ein und mehr als 185 Professoren, Wissenschaftler und Aktivisten unterschrieben sie. Die Beschwerde behauptet Fälle von männerfeindlicher Parteilichkeit an der Universität Cornell, wie aus Dokumenten, die "Campus Reform" vorliegen, entnehmbar ist.

Das 28-seitige Dokument, das an das Justizministerium und das Büro für Bürgerrechte des Bildungsministeriums geschickt wurde, enthält eine "Liste der Exklusionsprogramme" bei Cornell. Pekgoz behauptet, dass diese Programme Männer diskriminieren. Die Beschwerde stützt sich hauptsächlich auf die Tatsache, dass es bei Cornell keine reinen Männerprogramme gibt, verglichen mit einer beträchtlichen Anzahl von der Universität geförderten reinen Frauenprogrammen.

"Es gibt keine reinen Männerprogramme an der Cornell University, die die hierin aufgeführten reinen Frauenprogramme ausgleichen können", heißt es in der Beschwerde. So nennt die Beschwerde beispielsweise das Cornell Women's Resource Center als Hinweis auf eine männerfeindliche Parteilichkeit, behauptet, dass das Zentrum gegen [das Gesetz zur Gleichberechtigung] Titel IX verstößt, und erklärt, dass es bei Cornell kein gleichwertiges "Men's Resource Center" gibt. Darüber hinaus wird die Beschwerde gegen das Iris Cantor Women's Health Center erhoben, da es an der Universität kein vergleichbares Men's Health Center gibt.

(...) Pekgoz' Beschwerde behauptet auch, dass Cornell gegen Titel IX verstößt, indem es 390 Stipendien auf seiner Website billigt, die alle nur für Frauen zugänglich sind.

"Es gibt keine rationale Grundlage für diese Befürwortung", heißt es in der Beschwerde. "Der Titel IX verbietet es einer Institution, auch nur externe Programme aufzulisten, die diskriminierend sind. Der Gesamteffekt ist eindeutig diskriminierend, wenn man bedenkt, dass eine große Zahl von reinen Frauenstipendien für die weibliche Mehrheit vergeben wird."

(...) Warren Farrell, Doktorand und Autor von "The Boy Crisis", bestätigte gegenüber Campus Reform, dass er die Beschwerde unterschrieben hat, weil er an Gleichberechtigung glaubt: "Ich glaube, dass akademische Integrität beinhaltet, Männer und Frauen gleichermaßen zu verstehen. Wenn nur ein Geschlecht gewinnt, verlieren beide Geschlechter."

Samstag, Februar 09, 2019

"Ernstzunehmender Verdacht": Hat Frauenministerin Giffey (SPD) Plagiat begangen? – News vom 9. Februar 2019

1.
Wegen eines Plagiatsverdachts prüft die Freie Universität Berlin (FU) die Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin hat die Hochschule selbst um diese Prüfung gebeten. Ein Jurist spricht von einem "ernstzunehmenden Fall".


Es gebe "zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind". In "mindestens 68 Fällen" habe die Verfasserin zudem Aussagen ganz oder teilweise mit Quellen belegt, "die dem Anschein nach willkürlich gewählt sind" oder mit denen sich das Geschriebene nicht ausreichend belegen lasse.


Das berichten unter anderem Focus und Spiegel.

Giffey war bereits vergangenes Jahr vorgeworfen worden, ihre Biographie geschönt zu haben.

Immerhin scheint der Spiegel schon zu wissen, dass natürlich keine Betrugsabsicht vorlag, und spricht stattdessen von "riskanter Schludrigkeit" in einer "stressigen Zeit". Wir müssen die arme Frau Giffey bedauern, die "ins Visier von Plagiatsjägern geraten" ist. In erster Linie, suggeriert der Artikel durch solche Formulierungen, handelt es sich bei der mutmaßlichen Plagiatorin um ein Opfer.



2. Titelgeschichte im aktuellen SPIEGEL ist das Wechselmodell (gemeinsame Erziehung des Nachwuchses auch nach elterlicher Trennung) oder, im SPIEGEL-Deutsch, das "Pendelkind". Der Artikel steht nur im Anriss online. Der Artikel umfasst ohne Fotos fünf zwei Seiten; dazu kommt ein zwei Seiten umfassendes Interview mit Justizministerin Barley. Ein Auszug aus dem Artikel:

Verbände wie "Väteraufbruch" fordern seit Jahren, das Wechselmodell als Regelfall im Gesetz festzuschreiben. Die negativen Folgen einer Trennung würden sich so reduzieren lassen, den Kindern würde es besser gehen. Das Deutsche Jugendinstitut und der Verband für Alleinerziehende Mütter und Väter lehnen die Forderung nach einem Regelfall ab, ebenso die SPD.

(...) Um endlich eine belastbare gesetzliche Grundlage zu haben, welchen Änderungsbedarf es gibt, arbeiten im Bundesjustizministerium Fachreferenten seit einiger Zeit an Reformplänen; erste Konzepte sollen frühestens im Spätsommer vorliegen. Am Mittwoch wird das Thema im Bundestag debattiert. Der Rechtsausschuss hat das Wechselmodell auf die Tagesordnung einer öffentlichen Anhörung gesetzt. Zwei Fraktionen haben Anträge eingereicht. Die FDP möchte das Modell als neues Leitbild festschreiben und zum "Regelfall" machen. Die Linksfraktion lehnt das ab, will aber die Beratungen für Trennungspaare ausbauen und Jugendämter stärken.

(...) An einem Novembertag sitzt [der Psychologe Stefan] Rücker in Saal 1 des Europapalastes, Sitz des Europarats in Straßburg. Zwei Tage lang findet hier die "International Conference on Shared Parenting" statt, eine Fachtagung zur geteilten Elternschaft. Mehr als 170 Teilnehmer aus 28 Ländern sind angereist: Psychologen aus Schweden, eine Familienrichterin aus Belgien, spanische Soziologen. Auf den Gängen haben Betroffenenverbände Stände aufgebaut, verteilen Broschüren und Aufkleber. "Papa auch" steht auf ihnen. In Gesprächen ist von der "Scheidungsindustrie" die Rede, vom "radikalen Feminismus", der den Vätern die Kinder entziehe. Als jemand in einem Vortrag sagt, Alleinerziehung sei eine Menschenrechtsverletzung, brandet Applaus auf. In solchen Momenten wirkt die Konferenz wie eine mehrtägige Anklage.


Der Autor des Artikels, Christopher Piltz, gibt sich gerade für SPIEGEL-Verhältnisse erkennbar Mühe, das Thema sachlich und differenziert anzugehen, ohne selbst pro oder kontra Wechselmodell Stellung zu beziehen. So erwähnt er die zahlreichen Studien, die für das Wechselmodell sprechen, gewährt dem schon erwähnten Psychologen Stefan Rücker, einem Kritiker dieser Studien, aber ebenfalls viel Raum. Rücker argumentiert, dass zu viele individuelle Faktoren in diesen Untersuchungen nicht berücksichtigt würden.



3. Wie der Schweizer Tages-Anzeiger mit erkennbarer Zustimmung berichtet, sagt der Kanton Waadt "dem Sexismus den Kampf an". Neutraler formuliert bedeutet das, dass ein neues Gesetz erlassen wird, dem zufolge jeder Bürger eine "Lauterketskommission" zum Eingriff aufrufen dürfe, wenn er irgendwo Werbung sieht, die seiner Auffassung nach "geschlechtsspezifische Merkmale vermittelt, verinnerlicht und Klischees bildet".

Im äussersten Fall wird gar zu sexueller Gewalt angestiftet. Wie im Fall der Plakate einer italienischen Kleidermarke, die eine Massenvergewaltigung andeuten. Eine Gruppe Männer macht sich über eine am Boden liegende Frau her. (...) Solches werde aus dem öffentlichen Raum verbannt.


Gemeint ist zweifellos diese Dolce-&-Gabbana-Reklame aus dem Jahr 2007. Ob sie tatsächlich "zu sexueller Gewalt anstiftet", mag jeder für sich selbst entscheiden.



4. Im Verfassungsblog analysiert die Juniorprofessorin für öffentliches Recht Monika Polzin das feministische Wahlrecht, das von Rot-Rot in Brandenburg eingeführt wurde und von den Grünen in Bayern gefordert wird. Polzin sieht darin keinen Sieg für die Demokratie: "Das Gesetz ist nicht nur verfassungswidrig, sondern auch – in der Terminologie des Bundesverfassungsgerichts – verfassungsidentitätswidrig. (...) Durch diesen Ansatz der geschlechtsbezogenen Repräsentation wird (...) das im Grundgesetz verankerte Demokratieprinzip in seinen Grundfesten verletzt."



5. Unter der Überschrift "Fußgänger sind von gestern" berichtet Jan Sellner in der "Stuttgarter Zeitung" in vorbildlichem Genderdeutsch:

In einem aktuellen Antrag der grünen Gemeinderatsfraktion treten weitere unspezifische Wesen in Erscheinung; man kann sie unter dem Begriff Verkehrsteilnehmende bündeln: "Der Schwabtunnel", so formulieren es die Volksvertretenden Christine Lehmann und Andreas Winter auf Basis der geschlechtsneutralen Straßenverkehrsordnung, "ist nicht nur für Autofahrende, sondern auch für Radfahrende und Zufußgehende eine gute Verbindung zwischen West und Süd. Leider benutzen Radfahrende häufig regelwidrig den Gehweg, weil sie auf der Fahrbahn Angst haben. Das wiederum stört zu Recht die Zufußgehenden ..." Ampeln könnten Abhilfe schaffen, meinen diverse Politikbetreibende.


Bei DerTag24 ist Patrick Hyslop mit seiner Kritik einen Hauch weniger subtil:

"Schwabtunnel für Zufußgehende und Radfahrende aufwerten" heißt er. Das lässt nichts Gutes ahnen. Und dreht mir beim Anblick des Wortes "Zufußgehende" schon den Magen um. Von den "Radfahrenden" ganz zu schweigen. Die Wörter "Fußgänger" und "Radfahrer" wären wohl zu hardcore-männlich gewesen. In dem Antrag heißt es dann: "Der Schwabtunnel ist nicht nur für Autofahrende, sondern auch für Radfahrende und Zufußgehende eine gute Verbindung zwischen West und Süd." Jetzt geht's los! Jetzt lassen sie uns nicht mal mehr die "Autofahrer".

(...) Wie so oft gilt für mich auch im Fall der Sprach-Verschlimmbesserung: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und hier war es offensichtlich sehr gut gemeint. Denn das Ergebnis ist Bockmist.




6. Im Magazin Sp!ked untersucht Ella Whelan, warum sich nur eine klare Minderheit von Frauen als Feministinnen bezeichnet, obwohl Gleichberchtigung für sie einen wichtigen Wert darstellt. Ein Auszug:

Der zeitgenössische Feminismus hat das Gefühl einer religiösen Sekte, deren Anhänger ein Gefühl der moralischen Überlegenheit bewahren wollen. Wie jedes eifernde Projekt tolerieren Feministinnen keine abweichenden Meinungen. Jede Frau, die Bedenken über den Hexenjagdcharakter von #MeToo äußert, die bürgerliche Orientierung feministischer Kampagnen in Frage stellt oder vorschlägt, dass wir vielleicht die Tatsache feiern sollten, dass es Frauen heutzutage ziemlich gut geht, wird gesagt, dass sie an "verinnerlichter Frauenfeindlichkeit" leide. Der heutige Feminismus ist nicht nur freiheitsfeindlich, er hat auch Angst vor freien, unabhängigen, starken Frauen.


Gut, das war natürlich stark pauschalisierend, dürfte aber ganz gut mehrere Gründe erfassen, warum auch viele Männer dem Feminismus skeptisch gegenüber stehen. Statt sich damit auseinanderzusetzen ist es aber einfacher, sie als "Antifeministen" und "Frauenfeinde" zu diffamieren.

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