Freitag, Juni 18, 2021

Neue Studie: Männer, die nicht im Haushalt helfen, haben ein höheres Einkommen – News vom 18. Juni 2021

1. Eine aktuelle Studie wirft einen Blick auf die Verteilung von Hausarbeit in einer Partnerschaft:

Es zahlt sich aus, egoistisch zu sein, zumindest für Ehemänner. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die gerade von Forschern der University of Notre Dame veröffentlicht wurde. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass "unsympathische" verheiratete Männer, die es vermeiden, im Haushalt mitzuhelfen, in der Regel ein höheres Einkommen haben als Ehemänner, die fleißig im Haushalt mithelfen.

Die Studie, die sich ausschließlich auf heterosexuelle Ehen konzentriert, zeigt, dass egoistische Ehemänner, die sich vor der Hausarbeit drücken, "mehr Ressourcen" haben, die sie für ihre Karriere einsetzen können. Folglich verdienen sie in der Regel auch mehr Geld.

Die Verwendung des Begriffs "unsympathisch" ist hier eine Anspielung auf "Verträglichkeit" - eine der "Big Five"-Dimensionen, die in der Psychologie zur Beschreibung der Persönlichkeit eines Menschen verwendet werden. Während jemand, der verträglich ist, normalerweise freundlich, großzügig und sympathisch ist, zeichnen sich unverträgliche Personen durch Egoismus und Konkurrenzdenken aus.

"In zwei Studien fanden wir Hinweise darauf, dass unverträgliche Männer im Vergleich zu ihren verträglichen männlichen Kollegen tendenziell mehr Geld verdienen, weil sie egoistischer und weniger hilfreich für ihre Frauen zu Hause sind, was ein größeres Engagement im Job und letztlich eine höhere Bezahlung ermöglicht", sagt die Hauptautorin Brittany Solomon, eine Management-Professorin am Mendoza College of Business von Notre Dame, in einer Universitätsmitteilung. "Dieser Effekt ist noch stärker bei unzufriedenen Männern mit traditionellerem Geschlechterrollenverhalten und wenn ihre Frauen sehr gewissenhaft sind, vermutlich weil in diesen Fällen ihre Frauen mehr Haushaltsmanagement übernehmen und die Aufgaben nahtloser ausführen."


Nicht im Haushalt zu helfen bringt einem Mann also Vor- und Nachteile: Der Nachteil: Er wird in solchen Studien als übler Egoist dargestellt. Der Vorteil: mehr Geld auf dem Konto. Die Wahl liegt jetzt bei jedem Mann selbst.

Davon abgesehen habe ich den Eindruck, dass hier Korrealtion und Kausalität mal wieder verwechsrlt wurden: Wenn ich im Beruf ständig Überstunden mache, um mir und meiner Partnerin ein angenehmes Leben zu finanzieren, kann ich mich natürlich nicht in derselben Zeit auch um den Haushalt kümmern. Warum ich dann von Wissenschaftlern als Egoist dargestellt werde, könnte ich nicht nachvollziehen.



2. Das Bundesforum Männer hat den DITIB-nahen Verein Sozialverband muslimischer Frauen aufgenommen. Lucas Schoppe kommentiert:

Wenn (…) das Bundesforum Männer einerseits eine Gruppe wie das Forum Soziale Inklusion öffentlich hart angreift, die für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen eintritt, und wenn es dann gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit einer knallreaktionären Erdogan-Anstalt beginnt – dann kann es seinen Anspruch, für gleiche Rechte von Frauen und Männern zu stehen, vergessen.




3. Das Wirtschaftsmagazin Forbes beschäftigt sich mit dem Verschwinden von Männern in den Colleges der USA. (Der Rückgang der Zahlen von Männern an Hochschulen ist ein internationales Problem.)

Wenn sich die jüngsten Trends fortsetzen, werden wir bald einen Meilenstein erreichen: Auf zwei männliche Studenten kommen mehr als drei weibliche. Studentinnen werden es schwer haben, Dates mit Jungs zu bekommen!!! Ironischerweise war das Gegenteil ein halbes Jahrhundert zuvor der Fall; fast 60 % der Schüler im Schuljahr 1969-70 waren männlich. Damals war die brennende Frage: Sollten Eliteschulen der Ivy League weibliche Studenten aufnehmen! Sie taten es, und die Zahl der reinen Männerschulen geht gegen Null.

(...) Junge Männer haben zunehmend das Gefühl, dass die Colleges sie nicht wollen. Professoren und Studentenaktivisten schimpfen über das "weiße männliche Privileg". Colleges versuchen, prominente tote weiße männliche Alumni buchstäblich vom Campus zu werfen, ihre Namen von Gebäuden zu entfernen oder sogar Statuten zu beseitigen. Eine Gruppe an der Washington and Lee versuchte (erfolglos), sogar den Namen eines weißen Mannes (Lee) aus dem Namen der Universität zu entfernen.

Bei all dem wird angenommen: Unsere männlichen Vorfahren, besonders die weißen, haben viele böse Dinge getan, die die heutige, moralisch aufrechtere und sensiblere Generation korrigieren muss. Unsere weitgehend männlich dominierte Vergangenheit ist keine gute. Die Diversity- und Inklusionsbürokratie auf dem Campus beschäftigt sich vor allem mit "Rassenfragen", gibt sich aber auch alle Mühe, Frauen zu fördern. Männer werden von angehenden College-Administratoren zunehmend als notwendiges Übel betrachtet, als Cash Cows, die helfen, die Rechnungen zu bezahlen. Infolgedessen sagen sich einige junge Männer vielleicht: "Zum Teufel damit, ich werde einen guten Job auf dem Bau, als Computerprogrammierer oder als medizinischer Techniker mit einer begrenzten nicht-universitären Berufsausbildung bekommen und so die implizite Ächtung auf dem Campus vermeiden, während ich gleichzeitig einer Tonne von Studentenschulden entkomme." Ich habe keine umfassenden geschlechtsspezifischen Aufschlüsselungen der Einschreibungen in Kodierakademien oder Schweißerschulen gesehen, aber ein Verwandter von mir, der kürzlich seinen Abschluss in der LKW-Fahrschule gemacht hat, war in einer Klasse, die zu 81% männlich war. Ich wette, das ist ziemlich typisch. Ich vermute, dass die Berufsschulen die Erbsenzählerei der Studenten nach Hautfarbe und Geschlecht weniger ernst nehmen als die Universitäten, die versuchen, ihre Weltoffenheit und ihr politisch korrektes Engagement für die Beseitigung von Ethnien- und Geschlechterbarrieren zu zeigen.

Es gibt vielleicht noch andere gute Gründe für den Anstieg der weiblichen Immatrikulationen im Vergleich zu den männlichen. Mädchen schneiden zum Beispiel im Durchschnitt besser in der Schule ab und sind daher vielleicht besser auf das College vorbereitet. Ich vermute auch, dass solche traurigen modernen Trends wie der Rückgang von Zwei-Eltern-Familien eher zu Dysfunktionalitäten bei männlichen Teenagern als bei Mädchen geführt haben. Es werden zum Beispiel weniger junge Frauen zu Drogendealern als Männer.

Wäre ich ein College-Präsident an einer Schule, die um Studenten kämpft, würde ich die Anmeldetrends nach Geschlecht untersuchen und, wenn die Zahl der Männer stärker zurückgegangen ist als die der Frauen, fragen: Was tun wir, um Männer von unserer Schule abzuhalten? Sollte "Vielfalt und Inklusion" eine zahlenmäßige Gleichstellung von Männern und Frauen bedeuten? Sollten wir mehr Bilder von glücklichen männlichen Studenten in unsere Broschüren und der Internetwerbung zeigen?




Donnerstag, Juni 17, 2021

Meinungsfreiheit: Hälfte der Bevölkerung fühlt sich gegängelt – News vom 17. Juni 2021

1. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine berichtet der Kommunikationswissenschaftler und Meinungsforscher Dr. Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach über die ergebnisse einer aktuellen Umfrage seines Instituts:

Heute klagen auffallend viele Bürger über eine starke soziale Kontrolle, haben den Eindruck, dass versucht werde, ihnen bis ins Detail vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten, und viele haben das Gefühl, sich nicht dagegen wehren zu können. (…) Der Druck geht nicht von der Mehrheit, sondern von einer Minderheit aus.


Einige wesentliche Erkenntnisse der Umfrage:

* Seit dem Jahr 1953 fragt Allensbach die Bürger: "Haben Sie das Gefühl, dass man heute in Deutschland seine politische Meinung frei sagen kann, oder ist es besser, vorsichtig zu sein?" Während noch niemals eine Mehrheit den Eindruck bekundete, die Meinungsfreiheit sei hierzulande eingeschränkt, ist diese Zahl seit Jahren rückläufig. Während bis ins vergangene Jahrzehnt die Bürger fanden, ihre Meinung frei äußern zu können, hat sich das inzwischen "dramatisch verändert": Aktuell sind nur noch 45 Prozent der Auffassung, sie könnten freiheraus sagen, was sie denken.

* Mit Abstand am wenigsten Druck, ihre Meinung zurückhalten zu müssen, empfanden Anhänger der Grünen. (Hier liegt die Vermutung nahe, dass von diesem Lager ja auch der Druck ausgeht.)

* "Dramatisch zugenommen" habe auch die Zahl der Themenfelder, bei denen man sich durch unbotmäßige Äußerungen leicht den Mund verbrennen könne.

* Beim Thema Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen ist ein Anstieg von drei auf 19 Prozent zu verzeichnen.

* Gut veranschaulichen lässt sich das am Beispiel des Gender-Deutsch. Nur 19 Prozent der Befragten hielten es für wichtig, neben der männlichen auch immer die weibliche Form zu benutzen. 71 Prozent hielten das für übertrieben, Frauen zu 65 Prozent. Ebenfalls 65 Prozent sind es bei den Unter-30-Jährigen. Am größten war die Begeisterung für die Gendersprache noch bei den Grünen: Aber auch hier waren lediglich 25 Prozent dafür und 65 Prozent dagegen.

Der Artikel schließt mit folgender Passage:

Eine interessante Frage ist, wie die Diskrepanz zwischen den Sprach- und Verhaltensnormen der Bürger und der Wahrnehmung dessen zustande kommt, was gesellschaftlich geduldet wird und was nicht. Wer (…) es sich erspart, im privaten Gespräch "Gendersternchen" mitzusprechen, wird kaum jemals auf den Unmut seiner Mitmenschen stoßen. Woher kommt also der Eindruck, man dürfe dies nicht tun? Dies ist nur erklärbar, wenn man die Rolle der Massenmedien in diesem Prozess mitberücksichtigt. Ohne sie könnte ein solcher öffentlicher Druck gegen die Einstellungen der Mehrheit nicht aufgebaut werden. Es spricht einiges dafür, dass sich die intellektuellen Diskussionen um solche Themen – einschließlich der Diskussionen in maßgeblichen Massenmedien – teilweise von der Lebenswirklichkeit der Bürger entkoppelt haben.

Dies aber bedeutet für die Gesellschaft Konfliktpotential. Für die beteiligten Medien ist es problematisch, weil Zuspruch und Glaubwürdigkeit in Gefahr sind. Und auch die Bereitschaft der Bevölkerung, sich sprachlich gängeln zu lassen, ist nicht grenzenlos. Es mag ein gewisses Maß an Selbsttäuschung dahinterstecken, dennoch ist es bemerkenswert, dass 55 Prozent der Befragten der Aussage zustimmten: "Ich weigere mich mit Absicht, meine Ausdrucksweise anzupassen und mich politisch korrekt auszudrücken, weil es mich nervt, wenn andere versuchen, mir ihre Sprachregelungen aufzudrängen." Nur 19 Prozent stimmten der Aussage ausdrücklich nicht zu. Und auch hier zieht sich diese Haltung durch das gesamte gesellschaftspolitische Spektrum. Lediglich die Grünen-Anhänger zeigten sich in dieser Frage gespalten. Wer aber versucht, Regeln zu setzen, denen zu folgen sich die Mehrheit weigert, ist am Ende machtlos.


Diese Machtlosigkeit dürfte erklären, dass überzeugte Vertreter der Gendersprache immer wieder erklären, man müsse das einfach durchziehen, die Nörgler würden das irgendwann einfach akzeptieren. Entsprechende Wortmeldungen habe ich hier ja immer wieder mal verlinkt.

Der Journalist Marc Felix Serrao, der für die Neue Zürcher Zeitung arbeitet, kommentiert:

Jeder zweite Deutsche sorgt sich um die Meinungsfreiheit. So viele waren es noch nie – seit Beginn der statistischen Erhebungen 1953. Der zunehmende Eifer, auch von vielen Journalisten, Andersdenkende mit rufschädigenden Etiketten auszugrenzen, dürfte ein Hauptgrund sein.


Das stimmt zweifellos. Hier sollte sich gerade die Frankfurter Allgemeine an die eigene Nase greifen.



2. Ein Vater mit Depressionen berichtet, wie es ihm damit geht.



3. Die Tagespost sieht in dem Wort "Femizid" einen feministischen Kampfbegriff und erörtert, warum er problematisch ist.



Mittwoch, Juni 16, 2021

Apple gendert, FOCUS flippt aus vor Begeisterung – News vom 16. Juni 2021

1. "Apple zeigt es allen Kritiker:innen und macht Gendern zur normalsten Sache der Welt" berichtet aktuell der FOCUS. Wie der Titel des Beitrags bereits zeigt, bekommt sich sein Verfasser gar nicht mehr ein vor Begeisterung darüber, dass Apple die geschlechterseparierende Sprache übernimmt, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

Die Beta zeigt, dass es Apple ernst meint. Keine öffentlichen Diskussionen, dafür aber konkretes Handeln. Ein schöner Gruß in Richtung aller Kritiker:innen der Gendersprache. Es ist nicht das erste Mal, dass Apple vorneweg marschiert und der Konkurrenz zuvorkommt. Vor einigen Jahren war es schon das Unternehmen aus Cupertino, das verschiedenfarbige Emojis eingeführt hat.

Der Aufruhr damals war groß. Während die eine Seite groß Kritik übte und erklärte, sowas bringe doch nichts für Gleichberechtigung und Akzeptanz, freuten sich Milliarden Menschen weltweit darüber, endlich repräsentiert und gesehen zu werden. (…) Es ist normal. Ebenso normal, wie in naher Zukunft das Gendern im Deutschen sein wird. (…) Heute schreibt jeder "dass" mit zwei "s", ohne sich auch nur einen Gedanken darüber zu machen, warum es nicht mit "ß" geschrieben wird. (…) Wenn wir als Gesellschaft wollen, dass sich alle wohlfühlen, müssen wir auch handeln – die vielen Diskussionen sind langfristig doch meist Zeitverschwendung. (…) Wenn es das amerikanische Unternehmen Apple schafft, zu gendern, dann schaffen wir es im deutschsprachigen Raum wohl auch. (…) Unvorstellbar, wie es wäre, sprächen wir alle noch die gleiche Sprache wie unsere Urururgroßeltern. Ich finde es gut, was Apple macht. Ein klares Zeichen zu Weltoffenheit und Akzeptanz, ohne großes Plem-Plem.


Dementsprechend heißt es in einer fettgedruckten Zwischenüberschrift ergriffen: "Danke Apple!"

Ich kann nicht beurteilen, ob es sich bei dem Artikel um provokatives Clickbaiting handelt, um bezahlte Reklame oder eine neue Form religiöser Verzückung. Ein Leser, der mich auf diese Ideologisierung bei Apple hinwies, schreibt mir dazu: "Ich fürchte, mein aktuelles iPhone wird mein letztes gewesen sein ..."



2. Hamburgs CDU sagt Nein zum Gendern:

Bei einem virtuellen Landesparteitag stimmten die Delegierten am Dienstagabend mit großer Mehrheit für die Vorlage des Landesvorstandes, der das Gendern ablehnt. "Die Hamburger CDU spricht sich dafür aus, dass in allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen keine grammatisch falsche Gender-Sprache verwendet wird", heißt es darin.


Die Entscheidung erscheint überfällig: "Hamburgs Verwaltung lässt den Gender-Stern erstrahlen" titelt die "Welt":

Dafür, dass Hamburg schon seit sechs Jahren von SPD und Grünen regiert wird, kommt dieser Leitfaden beinahe überraschend spät – aber am Dienstag war es nun so weit. Die beiden Parteien, die den Hamburger Senat tragen, beschlossen einen Gender-Leitfaden, der insbesondere in der Hamburger Verwaltung Anwendung finden soll. (…) Zudem wird darauf verwiesen, dass mehr als 70 Landkreise und kreisfreie Städte – wie beispielsweise Köln, München, Frankfurt, Bremen, Stuttgart, Hannover, Lübeck oder Kiel – bereits seit mehreren Jahren gendersensible Formulierungen verwenden würden.




3. Eine gute Nachricht:

Baden-Württemberg beteiligt sich jetzt auch beim Hilfetelefon für Männer, die von Gewalt betroffen sind. Bisher wurde die Hotline von Augsburg in Bayern und Bielefeld in Nordrhein-Westfalen betrieben. Jetzt kommen auch Anlaufstellen in Stuttgart und Tübingen dazu. Nach den bisherigen Erfahrungswerten rufen den Angaben zufolge pro Tag im Schnitt sechs bis neun Männer an, Tendenz steigend. Die meisten Anrufer waren demnach zwischen 31 und 50 Jahren alt - der überwiegende Teil litt unter psychischer Gewalt, körperlichen oder sexualisierten Übergriffen, häufig von aktuellen oder ehemaligen Partnerinnen. Das Hilfetelefon bietet Beratung per Telefon, E-Mail oder Chat. Im ersten Jahr des Bestehens wurden mehr als 1.800 Hilfesuchende beraten. Das Projekt wird durch das Ministerium für Soziales und Integration mit Landesmitteln unterstützt.




4. Anja Reschke, Moderatorin des ARD-Magazins "Panorma" trifft auf einen kritischen Zuschauer und zeigt sich komplett überfordert von dieser Begegnung: Der Youtube-Kanal "Massengeschmack TV" zeigt und kommentiert die Szene hier ab Minute 27.



5. "Der Rat des Weißen Hauses zur Geschlechterpolitik lässt Jungen und Männer im Stich" berichtet das populärwissenschaftliche Magazin "Psychology Today":

Wie viele westliche Nationen hat auch die Regierung der Vereinigten Staaten viele Untersuchungen, Strategien, Räte, Ämter und Büros implementiert, die sich auf das Wohlergehen von Frauen und Mädchen konzentrieren. So schuf die Clinton-Regierung ein Office of Women's Initiatives and Outreach (Büro für Fraueninitiativen und Öffentlichkeitsarbeit), während die Obama-Regierung den White House Council on Women and Girls (Rat für Frauen und Mädchen) ins Leben rief.

Solche Initiativen sind zu begrüßen, da sie ein Schlaglicht auf Probleme werfen können, von denen Frauen und Mädchen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Dazu kann auch die Diskussion von Fragen der psychischen Gesundheit gehören, da Untersuchungen zeigen, dass Frauen häufiger unter Angstzuständen, Depressionen und Essstörungen leiden.

Solche Räte und Büros können die zugrundeliegenden Ursachen untersuchen und gleichzeitig mögliche Lösungen und Minderungsstrategien aufzeigen.

Verschiedene Wissenschaftler und Befürworter der psychischen Gesundheit haben festgestellt, dass es keine analogen Räte, Ämter oder Büros gibt, die sich mit Fragen des Wohlbefindens von Männern und Jungen befassen. Dies ist besorgniserregend, da Forschungsergebnisse zeigen, dass Männer erhöhte Raten verschiedener psychischer Gesundheitsprobleme aufweisen, einschließlich hoher Raten von Selbstmord, Drogenmissbrauch und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.

Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass verschiedene andere negative Auswirkungen Männer und Jungen unverhältnismäßig stark betreffen. Zum Beispiel brechen Männer viel häufiger die High School ab und erleben "Misserfolge beim Start". Es gibt auch erhöhte Raten von Einsamkeit unter jungen Männern, sowie hohe Raten von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Inhaftierung unter Männern ohne postsekundäre Bildung.

Diese Themen werden nur selten von Gesetzgebern, Bürokraten oder Akademikern diskutiert, was bedeutet, dass sie typischerweise unter dem Radar der Gesellschaft vorankommen, ohne dass die breite Öffentlichkeit es merkt.


Diese Themen werden vor allem von Männerrechtlern diskutiert, was bedeutet, dass diese Aktivisten verfemt und stigmatisiert werden müssen, damit diese Themen unter dme Radar der Gesellschaft bleiben und eine breite Öffentlichkeit nichts davon mitbekommt.

Ein Wechsel des Präsidenten ist immer ein Zeichen für neue Hoffnung auf politische Veränderungen. Daher begrüßten viele, denen psychische Gesundheit ein Anliegen ist, die jüngste Ankündigung, dass der neue Präsident per Durchführungsverordnung einen "Rat für Genderpolitik im Weißen Haus" geschaffen hat. Die Verwendung des Oberbegriffs "Gender" implizierte, dass sich der Rat sowohl mit Fragen befassen würde, die Männer betreffen, als auch mit solchen, die Frauen betreffen, was einen bedeutenden Fortschritt gegenüber früheren Bemühungen darstellen würde, die sich ausschließlich auf Frauen und Mädchen konzentrierten.

Ein genauerer Blick auf die Durchführungsverordnung zeigt jedoch, dass dieser neue "Gender Policy Council" einen ausschließlichen Fokus auf Frauen und Mädchen beibehält. So heißt es in der Anordnung, dass der Rat die Aufgabe hat, "eine regierungsweite Strategie zu entwickeln, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben ... bei der Entwicklung der Strategie soll der Rat die besonderen Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen berücksichtigen."

Bemerkenswert ist, dass in der 2.000 Wörter umfassenden Durchführungsverordnung regelmäßig von "Frauen" und "Mädchen" die Rede ist, aber "Männer" oder "Jungen" nirgends erwähnt werden. Traurigerweise versäumt es die Durchführungsverordnung, die vielen Probleme anzuerkennen, denen Männer und Jungen unverhältnismäßig stark ausgesetzt sind, geschweige denn, Wege vorzuschlagen, um sie anzugehen. Wie so oft ist der Name des Rates irreführend und spiegelt nicht die Kernaktivitäten des Rates wider.

Die Hoffnung, dass dieser neu geschaffene Rat für Geschlechterpolitik sich mit Themen befassen würde, die Männer und Jungen betreffen, verblasste schnell nach der Veröffentlichung der Durchführungsverordnung. Dennoch gab es zahlreiche Forderungen, den Aufgabenbereich dieses Rates zu erweitern, damit er sich gleichermaßen um die Belange von Männern und Jungen kümmert. Diese Forderungen müssen ernst genommen werden.

Wenn eine solche Erweiterung nicht machbar ist, dann wäre ein alternativer Ansatz die Schaffung eines analogen Rates, der sich auf das Wohlergehen von Männern und Jungen konzentriert. Dies könnte eine kritische Prüfung von Politiken und Programmen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Gesundheitsfürsorge beinhalten.

In der Tat muss das Erkennen und Angehen der Probleme, mit denen eine alarmierende Anzahl von Männern und Jungen konfrontiert ist, ein wesentlicher Bestandteil der nationalen öffentlichen Politik sein. Andernfalls laufen immer mehr unserer Söhne, Väter, Brüder, Ehemänner, Kollegen und Freunde Gefahr, sich zu entfremden und von der Gesellschaft zu isolieren, was zu vergeudetem Potenzial, zerstörten Familien und ruinierten Leben führt.

Hören Sie zu, Mr. President?




Dienstag, Juni 15, 2021

Tamara Wernli: "Wie Männer im Alltag DISKRIMINIERT werden: Die 20 heftigsten Benachteiligungen" – News vom 15. Juni 2021

1. In einem neuen Youtube-Video berichtet die Schweizer Publizistin Tamara Wernli über die größten Benachteiligungen für Männer und kündigt in der Einleitung zu diesem Beitrag an: "Einige Diskriminierungen dürften die männlichen Zuschauer hier überraschen." (Kommt drauf an, wie sehr man im Thema drin steckt.) In dem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, wurde das Video mit über 3000 Likes und 18 Dislikes bewertet: Deutlicher kann sich kaum zeigen, wie sehr die Leitmedien am Interesse der Bevölkerung vorbei schreiben und senden.



2. Auf der Internet-Nachrichten-Plattform "Mads" berichtet Nina Hoffmann über die Youtube-Influencerin Sashka, ihre aufgeklärte Haltung in der Geschlechterdebatte und die ablehnenden Reaktionen, die sie darauf von einigen Leuten erhält:

"Hier in Deutschland oder sonst irgendwo gibt es kein Patriarchat und keine patriarchalen Strukturen", sagt die Youtuberin in ihrem Video "Toxische Body Positivity". Patriarchat meint eine Gesellschaft, in der vor allem die Männer herrschen und Frauen unterdrücken. Ihre Begründung: Bei Männern gebe es eine höhere Suizidrate und große Nachteile im Sorgerecht. Männer als Nutznießer des Systems? Sicher nicht, findet die Studentin und löste damit vor rund vier Wochen die Diskussion auf ihrem Kanal aus.


Dass Nina Hoffmann vor alem den ablehnenden Reaktionen auf Sashkas Positionen viel Raum gibt, könnte vermuten lassen, dass die "Mads"-Autorin diese Ablehnung teilt. Tatsächlich ist unter Sashkas aktuellem Video die Zahl der Likes sehr viel höher als die Zahl der Dislikes. (Bei ihren beiden Vorgänger-Videos zu diesem Thema war es nicht anders.) Zustimmende Reaktionen auf Sashkas Videos werden von Nina Hoffmann allerdings nicht zitiert.



3. Ebenfalls um die Benachteiligung von Männern in unserer Gesellschaft geht es in einem aktuellen Beitrag des Blogs Asemann, der mir so gut gefällt, dass ich ihn hier gerne ausführlich zitiere, um so die Gesamt-Argumentation deutlich zu machen. Ich hoffe, dass das für "Asemann" okay geht. (Falls nicht, genügt ein Hinweis per Mail.)

Feministinnen verdächtigen Männerrechtler wegen ihrer Forderungen häufig, frauenfeindlich zu sein. Oft wird als eines der ersten Argumente dann aufgeführt, es sei frauenfeindlich, dass die Männerrechtler die tatsächlichen Benachteiligungen von Frauen ignorierten, indem sie sich nicht auch für die Beseitigung von Benachteiligungen von Frauen einsetzten.

Feministinnen glauben, dass der Feminismus sowohl für Frauen- als auch Männerrechte kämpfe, und darum eine Männerrechtsbewegung unnötig sei. Tatsächlich aber zeigt die Existenz der Männerrechtsbewegung, dass diese Innensicht von vielen Männern nicht geteilt wird, und der Vorwurf, sich nicht auch um das andere Geschlecht zu kümmern, ein wechselseitiger Vorwurf ist.

Forderungen von Männerrechtlern werden als frauenfeindlich deligitimiert, nur weil diese Forderungen eben Forderungen für Männer sind, und nicht immer auch irgendeine "ausgleichende" Forderung für Frauen beinhalten.

Beschweren sich allerdings Männer über feministische Forderungen, die die Situation nur für Frauen verbessern sollen, wird dies als böswillige Ablenkung von einem wichtigen Punkt interpretiert bzw. geframed ("Whataboutism").

Ein Beispiel: Wenn Männerrechtler Schutzwohnungen für Männer fordern, empören sich Feministinnen, wie Männer soetwas fordern könnten, solange noch immer mehrheitlich Frauen Opfer häuslicher Gewalt seien. Umgekehrt aber gilt eine Forderung nach mehr Schutzwohnungen für Frauen als vollkommen okay, und niemand findet es angebracht zu fragen, warum es faktisch keine Finanzierung für Schutzwohnungen für die mindestens 20% männlichen Opfer häuslicher Gewalt gibt.

Tatsächlich glaube ich, Feministinnen sollten in sich gehen und sich fragen, warum es neben ihrer angeblichen Gleichberechtigungsbewegung überhaupt eine Männerrechtsbewegung gibt. Man kann diese Tatsache doch nicht anders interpretieren als als Zeichen, dass der Feminismus seinen Anspruch, für Gleichberechtigung einzutreten, nur so unvollkommen erfüllt, dass immer mehr Männer die Notwendigkeit sehen, eine eigene, unabhängige Bewegung für ihre Rechte zu unterstützen.

Warum ist es für Feministinnen überhaupt ein Problem, dass es eine Männerrechtsbewegung gibt? Wie könnte es überhaupt illegitim sein, dass eine Männerrechtsbewegung nicht nur existiert, sondern auch vor allem Dinge für Männer fordert?

Niemand würde verlangen, dass eine Bewegung für die Rechte der Inuit sich auch für Schwarze einsetzt, oder dass die Umweltbewegung auch an die Wirtschaft denkt. Ist die Ablehung der Männerrechtsbewegung einfach nur Folge der narzisstischen Kränkung, dass viele Männer mit dem aktuellen Feminismus nichts anfangen können? Müsste der Feminismus nicht auf die Männerrechtsbewegung zugehen und versuchen sie zu integrieren, ginge es ihm wirklich um Gleichberechtigung und angemessene Vertretung der Rechte von Frauen und Männern?

Ausgehend von diesen Überlegungen glaube ich, dass Männer in Deutschland tatsächlich insofern benachteiligt sind, als dass Männerrechtler häufig als frauenfeindlich und möglicherweise rechtsextrem diskreditiert werden.

Hier besteht ein deutliches Ungleichgewicht bei der Beurteilung von Frauen- und Männerrechtlern, was ein Ungleichgewicht in der Repräsentation und Kampagnenfähigkeit nach sich zieht. Ein Ungleichgewicht, das nur in Bezug auf Männer einfach hingenommen wird, während bei anderen Gruppen stets auf eine angemessene Sichtbarkeit, Parität etc. gepocht wird.




4. Die Bildzeitung berichtet über befremdliche Entwicklungen im Auswärtigen Amt unter Heiko Maas (SPD):

Das Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes (AA) "InternAA" forderte seine Mitarbeiter in der aktuellen Juni-Ausgabe auf, "woke" zu werden!

Das heißt: Die Mitarbeiter sollen sich einer Bewegung anschließen, die vor allem in den USA für ihre umstrittenen Methoden bekannt ist. So stören besonders "woke" Aktivisten Veranstaltungen, wenn ihnen die Redner nicht passen, beschimpfen Weiße als Rassisten oder organisieren Uni-Tage, an denen Weiße zu Hause bleiben sollen.

Jetzt ist diese Ideologie auch im Auswärtigen Amt angekommen.

Wenn zu viele „weiße Männer“ in dem Amt arbeiteten, dann entspreche das einem "pale & male"-Phänomen ("blass & männlich"), das man nur mit Quoten und einer "woken" Geisteshaltung bekämpfen könne, liest man in der Zeitschrift.


Konkret kündige das Auswärtige Amt an, "Menschen mit Migrationshintergrund, Ostdeutsche und Frauen" beim Auswahlverfahren so lange zu bevorzugen, bis "der Anteil dieser Menschen in allen Laufbahnen auf dem gleichen Niveau liegt wie in der deutschen Gesellschaft". Der Anteil solcher Gruppen unter den Bewerbern auf eine Stelle spielt offenkundig keine Rolle, was nur bedeuten kann: Wenn sich auf zwei freie Positionen zwanzig Männer und zwei Frauen bewerben, hat eine weibliche Bewerberin eine Chance von fünfzig und ein männlicher Bewerber eine Chance von fünf Prozent, hier zu landen. (Wenn für das Auswärtige Amt bislang überweigende Männer arbeiten, sind die Erfolgsaussichten für eine Bewerberin noch größer, denn es soll ja ein "Ausgleich" hergestellt werden.)

Die Bildzeitung fasst korrekt zusammen: "Im AA sollen Mitarbeiter für ihre Hautfarbe, (Ost-)Herkunft und Geschlecht bevorzugt oder benachteiligt werden!"



5. In der "Zeit" stellt die Feministin Jana Hensel die in wenigen Tagen erscheinende Autobiographie der Feministin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vor. Der Beitrag enthält auch eine geschlechterpolitisch interessante Passage:

Über ihren Vater allerdings erfährt man überraschenderweise nicht mehr, als dass er seiner Tochter beigebracht hat, wie man einen Autoreifen wechselt. Baerbock erzählt auf den wenigen Buchseiten allein über die matriarchale Seite der Familie.


Ich finde das gar nicht so überraschend, sondern absolut nachvollziehbar, dass Baerbock von einer matriarchalen Familie in eine andere gewechselt ist.



Montag, Juni 14, 2021

CSU warnt CDU vor Genderdebatte – News vom 14. Juni 2021

1. Die CDU Hamburg will ihr Nein zur Gendersprache in staatlichen Institutionen auf einem Landesparteitag formell absegnen lassen.

"Die Hamburger CDU spricht sich dafür aus, dass in allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen keine grammatisch falsche Gender-Sprache verwendet wird", heißt es in einem Antrag des Landesvorstands für die Online-Veranstaltung am Dienstag (18.30 Uhr). Auch dürfe es keine Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen geben, die keine gendergerechte Sprache verwenden möchten.

Sprache als eines der wichtigsten Ausdrucksmittel präge die Kultur, heißt es in dem Antrag. "Eine Überfrachtung der Menschen mit der Einführung neuer Sprachregeln im Kontext gesellschaftspolitisch geforderter Neujustierungen verunsichert Menschen und führt damit auch immer zu kulturellen Konflikten." Sprache sollte jedoch zusammenführen und nicht ausschließen, ist die CDU überzeugt.




2. Diese Entwicklung bei den Christdemokraten führt zu folgender Reaktion von der CSU:

CSU-Generalsekretär Markus Blume warnt die Schwesterpartei CDU vor einer Genderdebatte. "Ein Wahlkampf kann und darf sich in einer Genderdebatte nicht erschöpfen. Klar ist, dass wir für Frauen in unserer Gesellschaft noch mehr tun müssen", sagte Blume der "Welt am Sonntag".

Zwar treffe der Ärger über die "Auswüchse der Genderideologie" ein Grundgefühl in der Bevölkerung, aber "über Identität zu theoretisieren, führt nur zur Spaltung, von der zwei Parteien profitieren: die kosmopolitisch-elitären Grünen, die jeden Tag von Weltgerechtigkeit träumen; und die nationalistische AfD, die sich von allem und jedem am liebsten mit einer Mauer abschotten würde". Beides sei grundfalsch. "Identitätsthemen muss man lösen, nicht monatelang darüber debattieren."


Der Journalist Robin Alexander berichet in Kapitel 3 seines gerade erschienenen Buchs Machtverfall, dass die CSU vor ein paar Jahren erschrocken darüber war, wie sehr die Partei vor allem weibliche Wähler verloren hatte. Die Gegenreaktion bestand in einer betont frauenfreundlichen Politik und Söders Selbstinszenierung während der Corona-Krise als streng, aber fürsorgend zu großer Vorsicht mahnende Vaterfigur. Die Strategie war erfolgreich, und die CSU legte bei Wählerinnen stark zu. Ich vermute, dass Statements wie "dass wir für Frauen noch mehr tun müssen" diese Strategie ebenfalls bedienen sollen.



3. Währenddessen verbreitet der ehemalige Gender-Studies-Professor Lann Hornscheidt über die "Tagesthemen" die Forderung, man solle sprachlich zukünftig mit "ens" gendern: Die Endung "ens", der Mittelteil von "Mensch", könnte für alle stehen, wenn man anstatt "Ein Käufer und sein Einkaufskorb", lieber "ens Käufens und ens Einkaufskorb" sagt. Die sei eine "neue Form" des Sprechens, die "die Gesellschaft zusammenführt".

Im Moment mag sich das noch bizarr anhören. Aber sobald Anne Will einmal damit anfängt, werden das viele Kollegens übernehmen, und wen das stört, wird zu hören bekommen, Sprache ändere sich nun mal, man spreche schließlich auch kein Althochdeutsch mehr.



4. Nur 36 Prozent der Grünen stimmten für den Antrag, in ihr Wahlprogramm die Forderung aufzunehmen, dass man Allein- und Getrennterziehenden den Rücken stärken solle, berichtet der Journalist Oliver Hinz auf Twitter. Der Pädagoge Johannes Schölch-Mundorf fügt unter dem Tweet hinzu: "Mein Antrag auf paritätische Erziehung durch beide Eltern nach Trennung/Scheidung erreichte das notwendige Quorum, wurde aber da 'zu konkret' von Vorstand nicht angenommen."



5. In einem Beitrag für das Magazin CICERO erörtert Professor Bernd Stegemann, welche rhetorische Strategie Carolin Emncke fährt, wenn sie auf dem Parteitag der Grünen Feministinnen, Klimaforscher und Virologen mit verfolgten Juden vergleicht. Ein Auszug:

Die Schlechten haben nicht nur eine andere Meinung als die Guten, sondern sie sind auch gefährlich. Der logische Kurzschluss, der dieser Drohkulisse zugrunde liegt, besteht in einem atemberaubenden Zirkel: Wer die Guten kritisiert, muss schlecht sein. Und wer schlecht ist, der ist eine Bedrohung für die Guten. Darum haben die Kritiker der Guten nicht einfach eine andere Meinung, sondern sie sind aufgrund ihrer abweichenden Meinung gefährliche Menschen. Und davor müssen die Guten Angst haben.

Mit dieser Argumentation erringen Carolin Emcke, die Guten und die Grünen seit einigen Jahren immer mehr politische Macht. Das Erfolgsgeheimnis besteht darin, dass sie selbst als gefährdete Opfer erscheinen und zugleich die Diskursmacht besitzen. Damit folgen sie der alten politischen Wahrheit, dass derjenige, der herrschen will, dieses am besten im Gewand des Dieners tut.

Die gegenwärtig erfolgreichste Variante des Dieners ist die Opferrolle, die mit der realen gesellschaftlichen Machtverteilung nichts zu tun haben muss. Denn wer würde ernsthaft glauben, dass eine bekannte Autorin oder eine Parteivorsitzende der Grünen das schwere Schicksal eines Opfers in dieser Gesellschaft erdulden müssen? Der Trick besteht also darin, dass man es auch ohne ausreichenden Grund schafft, in die Opferrolle zu schlüpfen.

Wie dieser Trick funktioniert, hat Carolin Emcke auf dem Parteitag der Grünen in seltener Offenheit klargemacht. Ihre prophetischen Worte über den kommenden Wahlkampf lauteten: "Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feminist:innen und die Virolog:innen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher:innen."

Der offensichtliche Skandal dieser Aufzählung liegt darin, dass hier eine direkte Verbindung vom Antisemitismus zu jeder Art von Elitenkritik gezogen wird. So wird der Unterschied eingeebnet, der zwischen dem mörderischen Antisemitismus und einer Kritik an Feministen, Virologen und Klimaforschern beiderlei Geschlechts liegt. (…) Was will sie damit erreichen?

Die Antwort ist interessant, da sie ins Herz der Grünen Partei und ihrer linksidentitären Ideologie trifft. Deren Prämisse lautet, dass man selbst zu den Guten und damit zu den Opfern gehört. In ihrer radikalsten Ausprägung identifizieren sich die heutigen Opfer so sehr mit den Opfern des Antisemitismus, dass sie sich selbst in der gleichen gesellschaftlichen Position wähnen. Jana aus Kassel identifizierte sich mit einer Widerstandskämpferin, das ist verboten. Die Guten von heute identifizieren sich mit den Opfern der Nazis, das sollte allen eine Mahnung sein.

(…) Indem [Carolin Emcke] Moraleliten und Funktionseliten miteinander vermischt, wird der Begriff so unscharf, dass man damit nun alle meinen kann, die "irgendwie über den Menschen" stehen und dafür angegriffen werden. Dadurch gelingt ihr das Kunststück, dass alle, die zu der von ihr definierten Elite gehören, verteidigt werden müssen gegen eine ebenso große Bedrohung, wie es der Antisemitismus für die Juden ist. Damit hat sie sich selbst und ihrem politischen Milieu den ultimativen Opferstatus zugesprochen. Und je mehr dieser Opferstatus geglaubt wird, desto mehr entsteht eine politische Öffentlichkeit, in der Kritik am Feminismus oder an der Klimaforschung ebenso mörderisch wirkt wie Antisemitismus. Ist eine solche gefühlte Gleichsetzung einmal durchgesetzt, sind die Grünen unkritisierbar.




Sonntag, Juni 13, 2021

Grünen-Parteitag: Carolin Emcke vergleicht Feministinnen mit verfolgten Juden – News vom 12. Juni 2021

1. Beim Auftakt des Parteitags der Grünen hat eine Gast-Rednerin die Kritik an mehreren Gruppen, darunter Feministinnen, mit der Verfolgung von Juden verglichen. Darüber berichten verschiedene Medien, so etwa die Bildzeitung:

Per Video zugeschaltet, sagte die Autorin und Publizistin Carolin Emcke (53, u.a. Süddeutsche Zeitung): "Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen und die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen." (…) Die Partei-Chefs Annalena Baerbock (40) und Robert Habeck (51) hörten der Rede von der Bühne aus zu.


Emcke wurde mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Für "Die Welt" kommentiert Johannes Bole:

Man stelle sich vor, ein konservativer oder rechter Publizist hätte das Leid der Juden in einer solchen Aufzählung bagatellisiert, eine konservative oder rechte Parteispitze hätte ergriffen gelauscht, der oder die Fraktionsvorsitzende applaudiert. Vor ein paar Wochen wurden Hans-Georg Maaßens Äußerungen über "Globalisten" zu Recht sehr kritisch diskutiert. Vor wenigen Monaten hagelte es, ebenfalls zu Recht, Häme für "Jana aus Kassel", die junge Frau, die sich auf einer Querdenker-Demonstration unerträglicherweise in der Tradition von Sophie Scholl sehen wollte.


Unabhängig von der Frage, ob man sich rhetorisch verhebt, wenn man Anhänger des eigenen Lagers mit verfolgten Juden vergleicht, wäre ein anderer Vergleich womöglich angebrachter: nämlich der, wie politische Organisationen – von Parteien bis zu den Vereinten Nationen – und die Leitmedien mit Feministen und wie sie mit Männerrechtlern umgehen. Welche Gruppe wird hier unterstützt und gehätschelt, welche wird ausgegrenzt und dämonisiert?

Inzwischen gibt es von Vertretern verschiedener Parteien erste Reaktionen auf den Eklat.



2. Frauen sind Männern genetisch überlegen, befindet der kanadische Wissenschafter und Autor Sharon Moalem. Die Neue Zürcher Zeitung stellt ihm daraufhin Fragen wie "Der Feminismus hat viel bewegt in den letzten Jahren. Glauben Sie, es könnte Frauen noch weiter ermächtigen, wenn mehr über ihre biologische Überlegenheit bekannt wäre?"



3. Das Europäische Parlament fordert Quoten für Frauen und Minderheitsgruppen im MINT-Sektor. Vor allem Gründerinnen und weibliche Rollenvorbilder sollen besonders unterstützt werden.



4. Die Augsburger Allgemeine hat den Kabarettisten Sigi Zimmerschied unter anderem zu seinen Erfahrungen mit selbstgerecht moralischen Eiferern interviewt:

Zimmerschied: Man entkommt doch diesen Strömungen sowieso nicht. Wir leben momentan in einem Rigorismus, der mit den 70ern vergleichbar ist. Nur jetzt hat man das Problem, dass diese katechetische Unbeweglichkeit von Menschen kommt, mit denen man sich verbunden gefühlt hat.

Augsburger Allgemeine: Was heißt das genau?

Zimmerschied: Früher hat man nichts gegen den Heiligen Geist und die Jungfrau Maria sagen dürfen, und heute darf man nichts gegen Klima-Überschwang und Gender-Wahn sagen. Da gibt es diese neuen Tabus, die mit derselben ironiefeindlichen Unterkühltheit präsentiert werden. Man kommt dem Menschen nirgends aus. Ob du in Passau bist oder in München oder in Berlin oder auf der Zugspitze – da vielleicht noch am ehesten.

Augsburger Allgemeine: Überrascht Sie, dass dieses neue Zelotentum eher auf der linken Seite des politischen Spektrums zu finden ist?

Zimmerschied: Nein. Ich habe das viel eher erwartet. Man ist als Autor doch auch Seismograf. Diese Tendenzwende war überfällig, weil jede Generation aus denselben Bestandteilen besteht. Da gibt es nun mal die Eiferer und die sind normalerweise ein bisschen im Hintergrund. Aber im Zusammenhang mit einer Katastrophe wie der Pandemie steigen die Ängstlichkeiten, und jeder versucht schnell, auf der gerechten Seite zu sein, für den Fall, dass es das Fegefeuer doch gibt. Da sind Verhärtungen und Verkrustungen erwartbar.

Augsburger Allgemeine: Sie klingen so gelassen, als würde Sie das nicht weiter beunruhigen.

Zimmerschied: Das wird auch vorbeigehen. Ich habe in dieser Hinsicht bereits eine Impfung. Ich bin immun. Ich habe den Strauß und die Päpste und die katholischen Kleriker, die Weltkriegsveteranen und die 80 Prozent CSU in Passau überlebt. Da werde ich diese paar Jahre Genderwahnsinn und neue Moralität überstehen. Die Fähigkeit, Ironie verstehen zu können, hat sich kurioserweise schon längere Zeit abgebaut. Das habe ich als Kabarettist frühzeitig begriffen. Das hängt sehr viel zusammen mit der Trivialisierung von Ironie durch die Medien. Die Unterhaltungsabteilungen in den Fernsehstationen haben der Ironie einen oberflächlichen Teppich bereitet. Auf diese Weise haben Sie deren tieferschürfende Form im Kabarett kaputt gemacht.




Samstag, Juni 12, 2021

"taz" hält selbstbestimmte Vaterschaft für utopisch – News vom 12. Juni 2021

1.
Ein Mann sollte bei einer ungeplanten Schwangerschaft Nein zur Vaterschaft sagen können, sagen Männerrechtler. Im Jetzt wäre das misogyn.


Mit diesem Teaser beginnt ein aktueller Beitrag von Caroline Schwarz in der "taz".

Tatsächlich wird in dem Artikel kein einziger Männerrechtler genannt, stattdessen Alice Schwarzer und Antje Schrupp – Personen, die auch mit viel gutem Willen nicht als Männerrechtler durchgehen. Das Wort "Männerrechtler" wird im Teaser offenbar nur verwendet, um daran mal wieder das Wort "misogyn" (frauenfeindlich) zu koppeln.

Hier rächt sich allerdings auch, dass die "taz" über Männerrechtler seit langen Jahren schreibt, als wären es Phantome und Spukgestalten. Nachdem unsere Positionen in der Geschlechterdebatte immer mehr Raum erhalten, entstehen Artikel wie dieser, der stellvertretend für Männerrechtler Schrupp und Schwarzer anführen muss und dessen weitere Argumentation bereits in mehreren Kommentaren darunter zerpflückt wird.

Zu der Rhetorik, die Väter als massenhafte Unterhaltspreller anprangert, habe ich hier schon geschrieben.



2. Lucas Schoppe beschäftigt sich in einem neuen Beitrag mit dem aktuellen Debakel der Grünen. Ein Auszug:

Es ist noch nicht einmal einen Monat her, dass Angriffe gegen die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im Spiegel als "Hasskampagne der Maskulinisten" abgetan wurden. Das war ohnehin ungefähr so sinnvoll, als hätte jemand die Angriffe gegen Spahn oder Laschet als "Hasskampagne der Femininistinnen" hingestellt, die nach 16 Jahren Kanzlerin einfach keine Männer in Machtpositionen ertragen könnten.

Mittlerweile aber unterscheidet Inga Barthels im Tagesspiegel frauenfeindliche Angriffe, wie gefälschte Nacktfotos Baerbocks, von legitimer Kritik und findet, die Grünen täten sich keinen Gefallen damit, "all das zusammenzuschmeißen und als frauenfeindlich abzustempeln". Silke Mertens kritisiert in der taz den unprofessionellen Umgang mit den Ungereimtheiten im Lebenslauf: "Baerbock und ihr Team tragen ganz allein die Verantwortung für die tiefen Kratzer an ihrem Image." Bettina Gaus empfiehlt Baerbock im Spiegel sogar, die Kanzlerkandidatur an Robert Habeck weiterzugeben, um die grünen Wahlchancen nicht zu zerstören, und schließt: "Der Kampf für Gleichberechtigung kann nicht bedeuten, dass Frauen keinerlei Kritik aushalten müssen."

Beides trifft nicht den Kern von Baerbocks gegenwärtigen Problemen. Zwar wird sie tatsächlich mit Zweifeln konfrontiert, mit denen ein Mann sich nicht auseinandersetzen müsste, und sie hat mit ihrem Wahlkampfteam auch tatsächlich unglaubliche Fehler gemacht. In große Schwierigkeiten aber gerät sie, weil ihre Kandidatur von ungelösten inneren Widersprüchen der Grünen insgesamt geprägt ist. Denn ihre Partei missversteht sich selbst mit einer solchen Konsequenz, wie es sonst nur die SPD tut, die sich gegen alle Evidenz immer noch für die Partei Helmut Schmidts und Willy Brandts hält.

(…) Die erstaunlich unprofessionelle Mischung aus Hilflosigkeit, Unbedarftheit und Arroganz, mit der Baerbock und ihr Team auf die völlig erwartbare Untersuchung ihres Lebenslaufes reagierten, sind eigentlich nur erklärlich, wenn sie mit solchen kritischen, auch übelwollenden Blicken überhaupt nicht gerechnet hatten.

Das muss für jeden enorm naiv wirken, der etwa noch von den Angriffen auf Helmut Kohl weiß, die ihn konsequent als Persönlichkeit abwerteten, oder gar von den ungeheuer bösartigen Attacken auf Willy Brandt ("Brandt an die Wand"). In die Binnenstruktur einer Partei aber, in der Männer sich als modern missverstehen, wenn sie Frauen Prestigepositionen erarbeiten – und in der offene Kritik an Frauen so unziemlich ist, als würde damit die Dame des Hauses beleidigt – in eine solche erstarrte Binnenstruktur dringt der Gedanke gar nicht vor, dass es in der Welt da draußen berechtige oder überzogene, legitime oder bösartige Kritik an einer grünen Kanzlerkandidatin geben könnte.


Hier findet man den in Gänze lesenswerten Beitrag Lucas Schoppes.



3. "Die Eine-Frau-Regel hilft Frauen wenig – und steigert die Empörung der Männer" beschäftigt sich Anne Kunz in der "Welt" mit dem gestern vom Bundestag durchgewinkten Gesetz, dem zufolge Unternehmen mit mindestens vier Vorstandsmitgliedern mindestens einen dieser Posten einer Frau zu geben.

In der Praxis heißt das: Solange es keinen weiblichen Vorstand gibt, muss die nächste frei werdende Top-Position an eine Managerin vergeben werden. Punkt. Selbst wenn ein männlicher Kandidat objektiv besser geeignet ist, hat er das Nachsehen. Das Prinzip Chancengleichheit wird dann also im Dienst der vermeintlich guten Sache nicht durchgesetzt, sondern mit einem starken Eingriff in die unternehmerische Freiheit ausgehebelt.


Dabei dürfte diese Regelung Frauen nicht einmal helfen, glaubt Anne Kunz:

Denn vermutlich werden die Unternehmen nun flugs neue Vorstandsposten für weniger zentrale Funktionen wie Marketing, Personal, Recht oder gute Unternehmensführung schaffen – so wie es in den vergangenen Jahren wegen des politischen und gesellschaftlichen Drucks bereits vielfach geschehen ist. Viele der mit diesen Jobs beglückten Frauen wurden außerhalb des Unternehmens rekrutiert, waren dort kaum vernetzt – und nach relativ kurzer Zeit wieder weg.


Sinnvoller sei eine bessere Unternehmenskultur:

Elternzeit muss für Väter Normalität werden, genauso wie Teilzeit in Führungspositionen möglich sein muss. Ständige Erreichbarkeit gehört abgeschafft. Erst wenn die Unternehmen und Mitarbeiter dazu bereit sind, wird Chancengleichheit möglich sein. Doch dafür muss man die richtigen Anreize setzen – und nicht noch stärker regulieren.




4. Jan Kanon ist 28 Jahre alt und wähnte sich, so heißt es im Teaser zu seinem Essay in der Berliner Zeitung, "lange Zeit auf der guten Seite: fortschrittlich, aufgeklärt, links". Jetzt aber hat er mit diesem Milieu gebrochen und erklärt warum. Dabei berichtet er auch, wie seine Eltern inzwischen politisch heimatlos geworden sind:

Für die aufgeweckte Berliner Generation sind meine weißen Eltern Feindbilder. Das Deutsch meines Vaters, das er sich bei der emsigen Lektüre der "Buddenbrooks" aneignete und das er bis heute mit schwerem osteuropäischem Akzent spricht, birgt keinen Platz für gegenderte Substantivformen. Meine Mutter hegt Vorurteile gegenüber einigen muslimischen Mitmenschen. Kandel hat dazu beigetragen. Sie spricht das auch offen aus. Von radikalfeministischen Kämpfen halten meine Eltern nichts. (...) Gleichzeitig stellen sich meine Eltern hinter die polnische Demokratiebewegung und würden nie die AfD unterstützen. Aber zählt das noch? Viele Prämissen der "Generation woke" verstehen sie nicht ansatzweise. Und mit den klassisch linken Klassenkämpfen haben sie ohnehin nichts gemein, denn als Polen vertreten sie auch einen antikommunistischen Grundkonsens. Mutter und Vater sind das, was man heute politisch heimatlos nennt.




5. "Das Gendersternchen ist irrwitzig", befindet Iris Hanika, die Trägerin des diesjährigen Deutschen Buchpreises, im Interview mit der Mainpost: "Kein Mensch kann so sprechen, geschweige denn einen ernstzunehmenden Text schreiben. Uns das Gendern aufzwingen zu wollen, ist unerhört. Das treibt den Rechten die Wähler zu."



6. Das Väter-Blog "Papalapapi" stellt Udo Baers Buch "Männerwürde" vor:

Udo Baer zeigt anhand von Fallbeispielen und intimen Geschichten aus seiner langjährigen Praxis anschaulich, welchen Verletzungen und Traumatisierungen Männer in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. Und er bietet praktische Hinweise und konkrete Hilfestellungen, wie Männer den Weg zu einem würdevollen Leben finden.




Freitag, Juni 11, 2021

Fußball: "Frauenquote ist erst der Anfang" – News vom 11. Juni 2021

1.
Die derzeit lauter werdende Forderung nach einer Frauenquote im Fußball ist gut und wichtig. Aber sie kann nur der Anfang sein hin zu einem besseren Fußball für alle.


Hier geht es weiter mit den Forderungen von Mara Pfeiffer.



2. Hat wahrscheinlich eh jeder mitbekommen, aber nur fürs Protokoll: Die ehemalige Frauenministerin Giffey hat ihren Doktortitel verloren, weil sie ihn nach gründlicher Überprüfung durch "Täuschung" erworben hatte. Von Fehlern durch Nachlässigkeit ist nicht mehr die Rede.



3. Mal so rein interessehalber: Nachdem gestern der "Tagesspiegel"-Journalist Harald Martenstein der "Jungen Freiheit" ein Interview gegeben hat und Kontaktschuld sowie Sippenhaft im links-autoritären Spektrum gerne eingesetzt werden, um unliebsame Meinungen ins Zwielicht zu rücken: ist dann nach diesem Interview der "Tagesspiegel" rechtsoffen oder die Junge Freiheit nicht mehr rechtsradikal?

Immerhin lässt der Tagesspiegel Dietrich Brüggemann aktuell schildern, als wie unterirdisch er den "Journalismus" dieses Blattes empfand, dessen Opfer er wurde. Für uns Männerrechtler gibt es diese Möglichkeit natürlich nicht: Auf uns darf man in diesem Stil hemmungslos draufhauen, wir sind einfach nicht prominent und einflussreich genug, um uns wirkungsvoll zu wehren und eine Klarstellung in diesem Blatt durchzusetzen, wie es Brüggemann gelungen ist.



4. Die Neue Zürcher Zeitung erörtert, wie die neue Prüderie den Feminismus verzehrt.



Donnerstag, Juni 10, 2021

"Frau Baerbock, ziehen Sie Ihre Kandidatur zurück!" – News vom 10. Juni 2021

1. Im Debattenmagazin "The European" beschäftigt sich Jürgen Fritz mit charakterlichen Mängeln der grünen Kanzlerinnenkandidatin Annalena Baerbock und gelangt zu dem Fazit, dass sie ihre Kandidatur zurückziehen sollte. Dabei kommt er auch auf jene Ausrichtung des Feminismus zu sprechen, die Baerbock ihre Kandidatur überhaupt erst ermöglicht hat:

Altlinken und Feministen der ersten und zweiten Welle geht es, anders als denen der dritten Welle (…), nicht um Frauenförderung – der ganze Grundansatz ist schon völlig falsch –, sondern um Geschlechtergerechtigkeit. Das ist etwas völlig anderes.

Gerechtigkeit heißt, nicht den Einen auf Grund äußerer Merkmale, die nichts mit der Sache, nichts mit seiner Qualifikation für die Aufgabe zu tun haben, zu privilegieren, sei es weil er derselben Geschlechtergruppe angehört wie man selbst oder sei es weil er einer Gruppe angehört, die früher benachteiligt wurde. Dieses Unrecht kann man nicht nachträglich durch inverses Unrecht heilen, sondern man begeht dann eben neue Ungerechtigkeiten.

Gerechtigkeit bedeutet hier vielmehr: von solchen äußerlichen Dingen völlig zu abstrahieren. Sie dürfen schlicht gar keine Rolle spielen. Den einen Sexismus durch einen inversen solchen zu ersetzen, dreht das ganze nur um, stellt aber das Grundübel nicht ab, sondern verlängert es gerade, nur eben mit umgekehrten Vorzeichen.


Darum treten wir Männerrechtler dagegen an.

Siehe zum selben Thema: "Die Mary Sue der deutschen Politik".



2. Auch die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig plädiert dafür, ein Genderverbot in das Bundestagswahlprogramm der CDU aufzunehmen.



3. Die Kieler Nachrichten (Bezahlschranke) melden:

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) sprach sich im aktuellen Wahlkampf an der Uni in Kiel gegen einen Gender-Zwang aus. Unbekannten gefiel das offenbar nicht - sie rissen RCDS-Plakate ab oder beschmierten sie. Die Hochschulgruppe will nun rechtliche Schritte prüfen.




4. Hannah Wettig, Autorin des feministischen Blogs "Mädchenmannschaft" und Mitglied der Grünen, benennt problematische Aspekte ihres Lagers und die Art, wie dort mit ihr umgegangen wurde: "Es findet gar keine Debatte mehr statt."



5. Die linke Wochenzeitung "Freitag" widmet einen ausführlichen Artikel Menschen, die dem sozialen Druck trotzen, indem sie trotz Anfeindungen unliebsame Meinungen beharrlich vertreten. Ein Auszug:

Kuschelig könnte es sein im Feminismus-Nest. Schmiegt man sich an, genießt man Schutz und Wärme. Wehe der aber, die den Schnabel öffnet und ein anderes Liedchen zwitschert! Dann entpuppt sich die viel beschworene weibliche Solidarität flugs als hohle Phrase. Man fristet sein Leben geteert und gefedert oder zieht als Paradiesvogel durch die Lande und sucht sich seine eigene Schar.




6. Der FOCUS berichtet über einen aktuellen Prozess am Landgericht München, bei dem auch "giftige Weiblichkeit" eine Rolle spielt

Im Sorgerechtsstreit um drei Kinder soll Andrea B. zusammen mit einem Helfer versucht haben, ihrem Ex-Mann schwerste Straftaten unterzuschieben, darunter eine versuchte Vergewaltigung. Laut Anklage verstreute die 29-Jährige seine DNA an "Tatorten" und bezahlte Zeugen für Falschaussagen. Am Schluss wollte sie ihn sogar drogenabhängig machen – mit gewaltsam gespritztem Kokain.


Hier geht es weiter.



7. Reklame, inspiriert durch die Amadeu-Antonio-Stiftung: Eine weitere Leserin bespricht einen meiner Sex-Ratgeber (diesmal: "Spanking").



8.
Frauen sollen künftig gleich lang arbeiten wie Männer. Ihr Privileg beim Rentenalter ist überholt und gehört abgeschafft.


Das fordert Katharina Fontana in der Neuen Zürcher Zeitung. Ein Auszug aus dem Artikel:

Das tiefere Rentenalter fusst auf der paternalistischen Überzeugung, dass man das weibliche Geschlecht schützen müsse. Als das Parlament das AHV-Alter der Frauen in den 1950er Jahren erstmals herabsetzte, wurde damit argumentiert, dass die Frau "physiologisch dem Mann gegenüber im Nachteil" sei. "Ihre Körperkräfte lassen im Allgemeinen früher nach", hielt der Bundesrat damals fest – eine Aussage, die man heute mit Fug als frauendiskriminierend bezeichnen kann. Insofern ist es fast schon ein Treppenwitz, dass es heute vorab linksfeministische Kreise sind, die das Privileg vehement verteidigen (…).




9. Die Post. Dr. Bruno Köhler, Beisitzer im Vorstand von MANNdat, schreibt mir:

Hallo Arne,

zu deiner Info zum Artikel der NZZ, in dem die Zeitung den die feministische Interpretation des Gender Pension Gaps kritisch hinterfragt und zu einem ganz andren Ergebnis kommt als der Politfeminismus, eine Anmerkung.

Du kommentierst: "Also eigentlich alles wie gewohnt."

Ich denke, das ist etwas missverständlich formuliert. Dass uns der Politfeminismus eine einseitig subjektive Darstellung der Gender-Verhältnisse präsentiert, ist gewohnt. Ungewohnt ist aber, dass hier Pressevertreter feministische Aussagen kritisch hinterfragen. Ungewöhlich ist, dass ein Ergebnis präsentiert wird, das so gar nicht in die Männertäter-Frauenopfer-Filterbubble der feministisch ausgerichteten Mainstreammedien passt. Das kennt man aus Deutschland fast überhaupt nicht mehr. Da wird von den Mainstreammedien nahezu jeder politfeministische Aufschrei unreflektiert als "Wahrheit" übernommen, solange sie mit dem politfeministischen Weltbild übereinstimmt.

Liebe Schweizer, seid froh, dass ihr so ein Medium habt. Hoffen wir, dass es euch und uns noch möglichst lange erhalten bleibt.

Und dir lieber Arne, vielen Dank für deine unermüdliche Presseschau über männerpolitisch wichtige Themen.


Den Dank erwidere ich gerne; Bruno gehrt zu den engagiertesten und sachkundigsten Aktivisten unserer sozialen Bewegung.



Mittwoch, Juni 09, 2021

SPD-Abgeordneter: "Gendersternchen und Tugendterror spalten unsere Gesellschaft" – News vom 9. Juni 2021

1. Der SPD-Dissident Florian Post spricht sich im "Focus" gegen den Fanatismus des "woken" Lagers aus:

Straßen müssen also umbenannt, Denkmäler von den Sockeln gestürzt und unsere Sprache und Schrift gendergerecht verhunzt werden! Eine Römerstraße darf aufgrund des kriegerischen Charakters des Imperium Romanum sicher bald nicht mehr so heißen, eine dritte Toilette für Diverse wird wohl auch bald Vorschrift, wer nicht gendert gilt als alter weißer (und dummer) Mann. Übrigens eine altersdiskriminierende, nicht gegenderte und zudem rassistische Äußerung.

Und wer bei all dem Unsinn nicht mitmacht oder sich sogar noch traut, diesen Blödsinn zu kritisieren, für den erledigt die Cancel-Culture als neue Inquisition unserer Zeit den Rest. Der wird ausgegrenzt, dem wird ganz offen mit Berufsverboten oder der Vernichtung seiner wirtschaftlichen Existenz gedroht, der wird als rückständig gebrandmarkt. Wo führt das hin und wann hört das alles auf?




2. Wie um die wachsende Absurdität in diesem Bereich zu veranschaulichen, ist eine simple Begrüßung der Fahrgäste eines Zuges von diesem Lager zum Skandal hochgejazzt worden. Der Schaffner einer Londoner Bahnlinie beging nämlich den Fehler, seinen Gruß mit den Worten "Good afternoon ladies and gentlemen, boys and girls" zu formulieren.

Ein Passagier, der die Worte des Schaffners gehört hatte und sich selbst als nicht-binär identifiziert, zeigte sich entrüstet über die sprachliche Formulierung der Zuggesellschaften und beschwerte sich auf der sozialen Plattform Twitter. Prompt reagierte die London North Eastern Railway, entschuldigte sich bei dem Fahrgast und gelobte auf der sozialen Plattform, in Zukunft nach mehr Inklusivität zustreben und die Richtlinien der Unternehmens-Sprache zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen.




3. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet aus der Schweiz:

Der Widerstand ist laut, die Botschaft klar: Die laufende AHV-Reform werde «auf dem Buckel der Frauen» ausgetragen. So lautet die Kritik von linken Parteien und Gewerkschaften an der Vorlage, die diese Woche im Nationalrat behandelt wird. Eine Anhebung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahre wäre zutiefst ungerecht, denn Frauen würden heute in der Altersvorsorge diskriminiert und erhielten massiv weniger Rente als Männer, heisst es.

Diese Behauptung tönt eingängig, entspricht sie doch dem Narrativ, dass es um die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Schweiz generell schlecht stehe und dass die Frauen auch finanziell unfair behandelt würden. Ein nüchterner Blick auf die Daten zeigt allerdings, dass der Vorwurf bei der Altersvorsorge nicht zutrifft. Bei der AHV, der ersten Säule, ist gerade das Gegenteil der Fall.


Hier geht der Artikel weiter und führt zu folgendem Zwischenfazit:

Wenn man die Geschlechterrechnung für die AHV anstellt, fällt das Ergebnis also wie folgt aus: Erstens zahlen mehr Männer in das Sozialwerk ein als Frauen, zweitens leisten sie mehr Beiträge, und drittens bekommen sie weniger Geld heraus. Diese Umverteilung von Mann zu Frau ist gewollt, die erste Säule ist auf Ausgleich und Solidarität ausgerichtet. Das ändert aber nichts daran, dass es die Frauen sind, die bei der AHV heute gesamthaft profitieren.


Also eigentlich alles wie gewohnt.



4. Der Oberste Gerichtshof der USA bringt eine Klage von Männerrechtlern gegen den sexistischen Zwangseinzug zum Militär ("draft") nicht zur Anhörung, da sich der Kongress ohnehin bald mit diesem Thema beschäftigen könnte.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute zum von der SPD angestoßenen Beschluss für gegenderte Verkehrsschilder in Hamburg:

Damit nicht der Eindruck bleibt, es ginge dabei allenfalls nur um etwas Geld zugunsten einer Nettigkeit oder eines Spleens, sollten folgende Punkte hinzugefügt werden, die verdeutlichen, das hier ganz offen eigenes Recht gebastelt wird.

1: Über Verkehrszeichen bestimmt der Bundesverkehrsminister. Welche Zeichen verwendet werden dürfen, ist in der StVO abschließend geregelt. Andere dürfen nicht verwendet werden. Damit fällt JEDE Veränderung flach.

2: Allein (lokale) Behörden bestimmen, nach Maßgabe diverser Regelungen, über die Verwendung der Verkehrszeichen, also wo welche wann angebracht und entfernt werden, allein nach objektiven Kriterien.

3: "Es gibt keinen Grund, warum nicht auch weibliche Personen auf Verkehrszeichen abgebildet werden sollten" ist eine glatte Lüge. Verkehrszeichen sollen mit beiläufigem Blick bei jeder zulässigen Geschwindigkeit erkannt werden, auch unter schwierigen Verhältnissen, so die ständige Rechtssprechung. Die Beschränkung des Bild"vorrates" dient der Vekehrssicherheit. Mehr Figuren bedeutet größere Ähnlichkeit mit anderen Schildern, und damit zunehmender Dauer des Erkennens. Wenn das Zeichen 239, Gehweg, Mann+Frau+sonstwas enthält, wird es dem 237er, Radweg, dem symbolischen Fahrrad immer ähnlicher werden. Und was machen sie erst mit dem 240 und 241, beides auf einem Schild?

4: Umgekehrt kann man dann bei unterschiedlichen Schildern nicht mehr von unterschiedlichen Inhalten ausgehen, wie das bisher der Fall ist. Wenn ich ganz beiläufig ein abweichendes Schild sehe, muß ich es erst studieren zwecks Festellung, ob auch der Inhalt differiert. Das wird sich langsam aber sicher bei den meisten Schilder nachteilig auswirken.

5: Dank entsprechender Absprachen sind viele Schilder in vielen verschiedenen Ländern gleich oder zumindest hinreichend ähnlich gestaltet, damit nicht jeder Ausländer jedes Schild in jedem Land neu studieren muß. Auch das wird dann zunehmend flach fallen.

Das die Politik von Rechtsstaat nichts hält, kann man eben auch an Verkehrssachen sehen, bei denen sie fast schon regelmäßig meinen, sich in Behördenangelegenheiten mischen zu dürfen, die dann aber auch nur selten dagegen halten.

Und so bin ich auf das Verhalten sowohl der Behörden als auch der AfD gespannt, erstere, ob sie sich so einspannen lassen, und letztere, ob sie, wie in Berlin, auf Rechtsstaatlichkeit besteht.




Dienstag, Juni 08, 2021

Wie Sexismus gegen Männer jedem schadet

Mangels erwähnenswerter News habe ich mich heute für einen Langbeitrag aus dem Blog "Woke Father" entschieden. Weterführende Links beispielsweise zu Belegquellen findet ihr bei Interesse im Originaltext.





Im Jahr 2012 griff Tina Terlato ihre eigenen Zwillingstöchter an, die zu diesem Zeitpunkt erst wenige Wochen alt waren. Sie tötete eine und verletzte die andere dauerhaft, so dass sie körperlich und geistig behindert blieb. Trotzdem verhängte das Gericht keinen einzigen Tag Gefängnis gegen sie. Stattdessen gewährten sie Terlato, ungeachtet der Proteste des Vaters, weiterhin Kontakt zu den Mädchen und ordneten an, dass sie genau die Kinder sehen darf, die sie versucht hat zu töten, und brachten sie so in Gefahr.

In der Zwischenzeit wurde Männern verboten, ihre Kinder für viel weniger zu sehen.

Männer sind in unserer Gesellschaft in vielen verschiedenen Bereichen mit Sexismus konfrontiert, und diese Diskriminierung hat schädliche Auswirkungen auf die Gesellschaft. Hier sind einige der Hauptbereiche, in denen Sexismus gegen Männer auftritt und wie die Beseitigung dieses Sexismus uns allen zugute kommen könnte.



JURISTISCHE BENACHTEILIGUNG ENTFERNT VÄTER AUS DEM HAUS

Sexismus gegen Männer im Familiengericht ist bekannt und offensichtlich. In Fällen von strittigem Sorgerecht gewinnen Frauen in etwa 90% der Fälle, eine eklatante Bevorzugung von Frauen durch die Behörden innerhalb des Systems.

Sexistische Feministinnen entschuldigen diese Diskriminierung in der Regel mit der Behauptung, es sei das Beste für die Kinder. Während sie normalerweise nicht so weit gehen, zu behaupten, dass Frauen in buchstäblich 90 % der Fälle die besseren Betreuer sind, sagen sie, dass eine systemische Voreingenommenheit zugunsten von Frauen es im Durchschnitt wahrscheinlicher macht, dass der fürsorglichere Elternteil am Ende die Kinder aufzieht. Aufgrund von Sexismus gegen Frauen, so behaupten sie, werden Frauen eher dazu erzogen, fürsorglich zu sein.

Das Problem bei diesem Argument ist jedoch, dass es die Bedeutung der väterlichen Präsenz im Leben des Kindes völlig außer Acht lässt. Mütterliche und väterliche Präsenz sind nicht gleichzusetzen, und beide sind wertvoll. Folglich müssen wir die Anwesenheit des Vaters wertschätzen, auch wenn wir uns nur um das Wohl des Kindes kümmern.

Tatsächlich haben Studien ergeben, dass Kinder, die eine enge Beziehung zu ihren Vätern haben, am Ende besser bezahlte Jobs und stabilere Beziehungen als Erwachsene haben. Sie haben höhere IQ-Test-Ergebnisse schon im Alter von drei Jahren und weniger psychische Probleme.

Sexismus im Familiengerichtssystem bedeutet nicht nur, dass Väter ihre Kinder nicht sehen können. Es bedeutet, dass Kinder ihre Väter nicht sehen können. Und das führt zu ernstzunehmenden Langzeitschäden für Kinder.



BILDUNGSDISKRIMINIERUNG SCHAFFT ARMUT

In den letzten Jahrzehnten haben die Jungen in der Schule gelitten. Mädchen sind viel erfolgreicher in der Bildung mit höheren Schulabschlussraten, häufigerer Einschreibung im College und höheren Abschlussraten dort. Mehrere Studien haben bestätigt, dass dies auf die männerfeindliche Diskriminierung im Bildungssystem zurückzuführen ist:

Die OECD hat herausgefunden, dass Lehrer in entwickelten Ländern wie den USA Mädchen bei gleicher Leistung bessere Noten geben als Jungen. Sie fanden auch heraus, dass diese Noten einer der größten Bestimmungsfaktoren für die Aufnahme einer höheren Ausbildung sind. Grundsätzlich haben Jungen, die schlechtere Noten erhalten und damit das Gefühl erworben, weniger intelligent oder begabt zu sein. Sie entscheiden sich daher, ihre Ausbildung nicht fortzusetzen, obwohl sie in Wirklichkeit genauso gut oder sogar besser als ihre weiblichen Mitschüler sind.

Daten des Massachusetts Institute of Technology haben ergeben, dass Lehrer der Mittelstufe in den USA Mädchen bessere Noten geben, wenn sie deren Geschlecht kennen. Die Forscher beschreiben dies als eine Abwärtsspirale und selbsterfüllende Prophezeiung, bei der Lehrer erwarten, dass Jungen schlechte Leistungen erbringen und sie deshalb schlechter benoten, was dann dazu führt, dass Jungen zurückbleiben und die schlechten Noten in den Augen der Lehrer rechtfertigen. Die Studie sagt, dass diese Voreingenommenheit "für 21 Prozent der Jungen verantwortlich ist, die in der Mittelstufe in Mathematik hinter Mädchen zurückfallen."

Auch an Universitäten werden Männer diskriminiert. "U.S. News" fand heraus, dass Frauen bei der Bewerbung für ein Studium einen Vorteil von 2,6 Prozent gegenüber Männern haben. Sexismus gegen Männer in der Bildung schadet nicht nur diesen Männern selbst. Vor allem in einer Gesellschaft, in der wir von Männern erwarten, dass sie finanzielle Leistungen erbringen, und diese Erwartung mit Gesetzen untermauern, führt die Benachteiligung von Männern bei der Ausbildung zu Armut und finanziellem Stress in Familien und Gemeinden, da die Verdienstmöglichkeiten und das Potenzial von Männern eingeschränkt werden.

Die Zahlen machen dies deutlich. Die Löhne von Männern stagnieren seit etwa 50 Jahren und waren 2017 sogar niedriger als 1970. Die Löhne von Frauen sind im gleichen Zeitraum gestiegen.

Männer sind im gleichen Zeitraum, in dem dieser Bildungsunterschied auftrat, auch anfälliger für Arbeitslosigkeit geworden. Während der Rezession 2008 erreichte die Arbeitslosigkeit bei Männern beispielsweise 11 %, bei Frauen jedoch nur 8,4 %.

Trotz niedrigerer Löhne und höherer Arbeitslosigkeit müssen Männer immer noch ihre Familien unterstützen, was oft vom Gericht durch Dinge wie Alimente und Kindergeld angeordnet wird. Infolgedessen führt der Sexismus gegen Männer in der Ausbildung zu verarmten Kindern und finanziell benachteiligten Familien.



DISKRIMINIERUNG IM GESUNDHEITSWESEN BERAUBT MENSCHEN IHRER MÄNNLICHEN FAMILIENMITGLIEDER

Unser Gesundheitssystem ist voll von männerfeindlichem Sexismus, der sich auf verschiedene Weise manifestiert. Trotz der Tatsache, dass Männer eine viel kürzere Lebenserwartung haben als Frauen (76 Jahre gegenüber 81 Jahren), fließen viel mehr staatliche Mittel in die Gesundheitsversorgung von Frauen. Trotz der Tatsache, dass Männer bei neun der zehn häufigsten Todesursachen eine höhere Sterblichkeitsrate aufweisen, sieht die Gesetzgebung viel mehr Programme und Mandate für die Gesundheit von Frauen vor.

Hier sind nur einige Beispiele:

Im Jahr 2017 gaben die Nationalen Gesundheitsinstitute 4,5 Milliarden Dollar für frauenspezifische Forschung (gegenüber nur 1,5 Milliarden Dollar für männerspezifische Forschung) aus, also etwa dreimal so viel.

Der Affordable Care Act, auch bekannt als Obamacare, schreibt kostenlose jährliche Vorsorgeuntersuchungen für Frauen vor, die sogenannten "Well-woman"-Besuche, aber kein Gegenstück für Männer.

In den USA sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Frauen etwa 25 % höher als für Männer: 8.315 Dollar gegenüber 6.788 Dollar.

Das ist natürlich schrecklich für Männer, die an ernsthaften Gesundheitsproblemen leiden, aber es schmerzt uns alle. Zunächst einmal verlieren Familien geliebte Menschen früher, als sie es sonst tun würden. Sie müssen sich von ihren Vätern, Brüdern und Söhnen verabschieden.

Außerdem entsteht dadurch auch eine allgemeine soziale Belastung. Wie das Sprichwort sagt, ist eine Unze Prävention mehr wert als ein Pfund Heilung. Wenn wir aufhören, Männer in der Gesundheitsversorgung zu diskriminieren, können wir sie insgesamt gesünder halten und auf lange Sicht Geld und Arbeit sparen, indem wir schwere Krankheiten und Komplikationen verhindern.



DISKRIMINIERUNG AM ARBEITSPLATZ SCHADET DER VIELFALT; PRODUKTIVITÄT UND EFFEKTIVITÄT

Es wird nicht viel darüber gesprochen, aber Männer sind am Arbeitsplatz genauso wie Frauen mit erheblichem Sexismus konfrontiert. Normalerweise geschieht dies in frauendominierten Branchen wie Bildung, Gesundheitswesen und Sozialarbeit. Das ist bedauerlich für die Männer in diesen Branchen, die sich vielleicht unwohl fühlen oder das Gefühl haben, dass sie einfach weniger Möglichkeiten haben als ihre weiblichen Kollegen, aber es schadet der Branche und unserer Gesellschaft als Ganzes noch mehr.

Nehmen Sie zum Beispiel das Bildungswesen. Wir haben bereits darüber gesprochen, wie Jungen als Schüler in der Schule diskriminiert werden und wie das uns allen schadet, aber es ist wichtig zu verstehen, warum diese Diskriminierung stattfindet. Es liegt daran, dass es kaum männliche Lehrer gibt. Im Jahr 2018 waren 89% der Grundschullehrer Frauen: eine Quote, die in den letzten 20 Jahren sogar noch gestiegen ist. Selbst in der Sekundarstufe sind die Frauen fast zwei zu eins in der Überzahl.

Der Mangel an geschlechtsspezifischer Vielfalt in der Bildung ist direkt verantwortlich für die männerfeindliche Diskriminierung durch Lehrer, die wir oben gesehen haben. Manchmal geschieht dies absichtlich, z. B. geben Frauen Mädchen höhere Noten, wenn sie das Geschlecht kennen. Häufiger jedoch sind diese Lehrerinnen nicht unbedingt böswillig. Sie verstehen die Jungen und ihre Bedürfnisse einfach nicht so gut wie die der Mädchen.

Zum Beispiel konzipieren Lehrerinnen normalerweise Lese- und Schreibprogramme, die sich an der Art von Büchern orientieren, die Mädchen ansprechen, was dazu führt, dass die Lese- und Schreibfähigkeit von Jungen schon im Alter von 9 Jahren sinkt. Sie haben auch Probleme, sich auf den Lernstil von Jungen einzustellen, die tendenziell aktiver und weniger umgänglich sind als Mädchen. Das Ergebnis ist, dass Jungen einfach diszipliniert oder unter Medikamente gesetzt werden, was zwar hilft, die Ordnung in der Klasse aufrechtzuerhalten, aber diese Jungen zurücklässt.

Genauso wie das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Lehrern in den letzten Jahren gestiegen ist, ist auch die Anzahl der Jungen, die Medikamente erhalten, gestiegen. Insbesondere die Verschreibungsraten für ADHS-Medikamente wie Adderall sind seit dem Jahr 2000 um über 800% gestiegen. Wie Sie sehen können, leidet die Bildungsindustrie unter einem Mangel an männlichen Perspektiven, und das wirkt sich auf unser gesamtes Bildungssystem aus, was wiederum Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Lebensweise hat.

Und Bildung ist nur ein Beispiel. Haben Sie sich jemals gefragt, warum Männer so viel seltener eine psychologische Behandlung und Therapie in Anspruch nehmen als Frauen? Vielleicht liegt es daran, dass es kaum männliche Therapeuten gibt. Nur 10 % der Mitglieder der American Counseling Association sind Männer, und das hält Männer davon ab, sich Hilfe zu holen - ein echter Nachteil für das Wohlergehen unserer Gesellschaft insgesamt.



ÜBERSEHENE HÄUSLICHE GEWALT GEGEN MÄNNER SCHADET KINDERN

Eine der schlimmsten Arten, wie unsere Gesellschaft sexistisch gegenüber Männern ist, besteht darin, dass sie völlig ignoriert werden, wenn sie Opfer von häuslicher Gewalt werden. Überall gibt es Geschichten von Männern, die zur Polizei oder zu anderen Behörden gehen, um ihre Partnerinnen wegen Missbrauchs anzuzeigen, nur um daraufhin abgewiesen, ausgelacht und ignoriert zu werden. Und das, obwohl eine Harvard-Studie herausgefunden hat, dass "in nicht-reziproken Gewaltbeziehungen in mehr als 70 % der Fälle die Frauen die Täter waren." Außerdem gibt es keine Schutzräume, an die sich solche Männer wenden können.

Das ist schrecklich für diese Männer. Sie müssen oft in diese Beziehungen zurückkehren, wo sie weiterhin missbraucht werden. Manchmal verlieren sie sogar ihr Leben.

Als ob das nicht schon genug wäre, bringen die Behörden, wenn sie diese männlichen Opfer ignorieren, auch noch die Kinder im Haushalt in Gefahr. Die Kinder werden dann möglicherweise zusammen mit dem Mann misshandelt und haben noch weniger Chancen zu entkommen.

Wenn sich der Mann und die Frau beispielsweise trennen, kann der Mann auf das Sorgerecht klagen und das missbräuchliche Verhalten der Frau ihm und den Kindern gegenüber anzeigen. Oftmals spricht das Gericht der Frau aber trotzdem das Sorgerecht zu. Die Kinder, die nun allein in einem Haus mit einem misshandelnden Elternteil leben, leiden noch mehr, oft mit tragischen Folgen. Erinnern Sie sich an die Geschichte von Tina Terlato?

Unser institutioneller Sexismus gegenüber männlichen Opfern häuslicher Gewalt schadet nicht nur diesen Männern, sondern gefährdet aktiv die Kinder.



MÄNNERRECHTE SIND MENSCHENRECHTE

Männerechtler sollten nicht nur eine politische Randbewegung sein. Wie Sie sehen können, betreffen diese Themen uns alle. Von Kindern bis zu älteren Menschen schadet Sexismus gegen Männer uns allen, indem er sinnvollen Fortschritt verhindert und unsere Gesellschaft hemmt. Wir müssen diese sexistischen Praktiken beenden, sowohl indem wir unsere Einstellung gegenüber Männern ändern als auch indem wir gegen Gesetze und politische Maßnahmen kämpfen, die Männer diskriminieren. Am Ende werden wir alle davon profitieren.






In den letzten Jahrzehnten habe ich überdeutlich erlebt, wie das Thema "Männeranliegen" von Politik und Leitmedien nicht ernst genommen wird. Stattdessen ist von "Jammermännern" die Rede, um zu betonen, dass auch in der neuen "gendergerechten" Welt ein echter Kerl gefälligst hart, zäh und stoisch zu sein hat. Über uns Männerrechtler und unsere Anliegen wird in Blättern wie FAZ und Tagesspiegel geschrieben, als ob wir radikale Irre wären. Vermutlich muss man Politikern und Journalisten (die breite Bevölkerung begreift es ohnehin immer mehr) anhand von Beiträgen wie diesem immer wieder klar machen, dass es der gesamten Gesellschaft nutzen würden, wenn sie auch die Probleme der männlichen Bevölkerungshälfte ernstnehmen würden.



Montag, Juni 07, 2021

NZZ: "Zwischen Gender und Klima: Wie der öffentlichrechtliche Rundfunk junge Menschen indoktriniert" – News vom 7. Juni 2021

1. Die Neue Zürcher Zeitung analysiert, mit welchen Methoden die Öffentlich-Rechtlichen vor allem junge Menschen ins "woke" Lager zu ziehen versuchen. Ein Ausschnitt aus dem insgesamt lesenswerten Artikel:

Überhaupt ist Männlichkeit auf den Jugend-Kanälen des öffentlichrechtlichen Rundfunks nicht wohlgelitten. Wenn sie ausnahmsweise nicht in Verbindung mit dem Wort "toxisch" vorkommt, wird bei Funk schon mal gegen "Hetero-Männer mit zu viel Geld" geschossen. An anderer Stelle werden im Rahmen einer Themenwoche zu Männlichkeit ein Balletttänzer, ein Mann mit Erektionsstörungen, zwei Männer in Röcken und ein männliches Opfer von häuslicher Gewalt aufgeboten. Männlichkeit, so scheint man jungen Menschen vermitteln zu wollen, lässt sich nur in ihrer Negation zeitgemäss ausleben.


Nun sollte es wirklich nicht anstößig sein, auch mal ein männliches Opfer von häuslicher Gewalt zu zeigen. Davon abgesehen ist diese merkwürdige Neigung, Männer immer wieder im Zusammenhang mit möglichst wenig Männlichkeit zu präsentieren, in der Tat befremdlich.

Dem SWR-Intendanten Kai Gniffke zufolge ist diese Themensetzung mit Beiträgen über "toxische Männlichkeit" und korrekte Teil eines "ausgewogenen Meinungsbilds". Das ist natürlich ein schlechter Scherz: Für Mitglieder der Männerrechtsbewegung und ihre Positionen ist bei den Öffentlich-Rechtlichen nach wie vor kein Platz.

Die Neue Zürcher Zeitung gelangt zu dem Fazit:

Noch irritierender als die Einseitigkeit vieler öffentlichrechtlicher Jugend-Kanäle ist, wie unverhohlen diese dort verbreitet wird. Entweder sind sich die Redakteure ihrer Parteinahme nicht bewusst – oder sie fühlen sich dem Auftrag zu Ausgewogenheit nicht mehr verpflichtet. Eines wie das andere spräche Bände über den Zustand des öffentlichrechtlichen Rundfunks.


Siehe zum Thema der einseitigen und unsachlichen Darstellung kontroverser Themen in den Leitmedien auch den Artikel "Wenn Medien kritisiert werden" auf Telepolis, wo der Berliner "Tagesspiegel" als Negativ-Beispiel für eine Berichterstattung herausgegriffen wird, "die möglicherweise an den Tatbestand der üblen Nachrede heranreicht".



2. Laut der Grünen-Politikerin Katrin Goering-Eckardt, die inzwischen als denkbare nächste Bundespräsidentin im Gespräch ist, liegen die Berichte über immer neue Ungereimtheiten in Annalena Baerbocks Biografie und über ihren Umgang mit Nebeneinkünften vor allem daran, dass sie eine Frau sei. Dass die Kanzlerkandidatin Baerbock stark kritisiert werde, schrecke viele andere Frauen von einer Karriere in der Politik ab. Frauen beispielsweise aus der SPD hätten Göring-Eckhardt zufolge erklärt: "Wir wollen nicht, dass mit Spitzenfrauen in der Politik so umgegangen wird."



3. Die Berliner Zeitung erklärt, warum es keinen Genderstern in Frankreich gibt.



4. Dass männliche Opfer häuslicher und sexueller Gewalt von Polizisten unprofessionell behandelt werden, sobald sie ihre Situation zur Anzeige bringen möchten, ist seit Jahrzehnten ein Thema der Männerrechtsbewegung. Ein Australier, der berichtet, Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein, hat die desinteressierten Reaktionen von Polizeibeamten heimlich gefilmt. Die Daily Mail berichtet.



5. In den USA naht die Hurrikan-Saison, und Präsident Biden verspricht bereits die nötige Katastrophenhilfe. Frauengruppen fordern nun, dass der Löwenanteil davon an Frauen gehen sollte:

In Erwartung der Hurrikan-Saison sagen Experten wie Christian Nunes, Präsident der National Organization for Women, dass Biden die Politik für Naturkatastrophen und die Regierungsbudgets an den Bedürfnissen der Frauen ausrichten muss, die zu den am meisten gefährdeten Personen gehören, wenn es um den Klimawandel und die Erwärmung des Planeten geht.

"Wenn Frauen aufgrund dieser Katastrophen vertrieben werden, sind sie einem größeren Risiko für Belästigung und Gewalt ausgesetzt. Dies ist eine direkte Auswirkung, die dazu beiträgt, warum wir bei Frauen ein höheres Risiko für posttraumatische sowie andere Angst- und akute Belastungsstörungen sehen", sagte Nunes.

"Sie haben nicht nur mit der traumatischen Erfahrung der Krise zu tun, sondern auch mit anderen Faktoren, die sie in ihren Gemeinschaften betreffen", fuhr sie fort.

Partnergewalt ist zum Beispiel einer dieser Faktoren und nimmt in Staaten wie Florida nach Naturkatastrophen nachweislich zu. Solche Daten verdeutlichen, dass die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf das Leben von Frauen vielschichtig sind und Frauen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses betreffen.




6. Die Post. Zu der aktuellen Forderung Alice Schwarzers, Männer sollten Nein zur Vaterschaft sagen sollen, hat mir Torsten Herwig einen Leserbrief geschrieben, den ich hier leicht gekürzt veröffentliche:

Alle sind erstaunt, Männerrechtler reiben sich irritiert die Augen, einige äußern sich geradezu euphorisch. "Ist Alice Schwarzer auf ihre alten Tage etwa einsichtig geworden?" ist zu lesen. "Späte Einsicht"? "Altersweisheit"?

HAHAHAHAHA. Das ist echt lustig.

Du meine Güte. Die Leute glauben doch hoffentlich nicht wirklich daran, dass sich Alice Schwarzer (!) plötzlich für die Belange und Rechte von MÄNNERN stark machen würde?!? Das ist doch Realsatire pur. Also ich will ja niemandem die Stimmung kaputtmachen, aber - da ist KEIN JOTA an echtem männerrechtlichem Engagement drin, das ist eine reine Nebelkerze! Es geht ihr einerseits nach wie vor und schon immer einzig und allein um die Abschaffung des Paragraphen 218.

Und andererseits geht es um richtig GELD! Mittlerweile sehen die Feministinnen nämlich ihre Pfünde bedroht durch Organisationen und Verbände, die sich für Männeranliegen stark machen – und damit mittlerweile tatsächlich in politische Gefilde vordringen konnten! Du hast das mit Deinem Blog Genderama ja wunderbar festgehalten. Das Geschrei, als das Forum Soziale Inklusion vom Frauenministerium 400.000 Euro bewilligt bekam, ist noch lange nicht verhallt.

Nach wie vor werden hier doch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um hier gegenzusteuern, politische Connections und Interessenvertreter genutzt, um die Auszahlung dieser Gelder bis heute rechtwidrig zu unterbinden – was zudem von unseren "Qualitätsmedien" nicht etwa richtigerweise als Skandal breit recherchiert, sondern stattdessen noch hämisch grinsend als in Ordnung angetan wird.

Der Feminismus hat IMMER die dreiste Lüge vor sich hergetragen, er wäre "auch für Männer gut", und würde "beide Geschlechter in den Fokus nehmen". Und mittlerweile ist der Feminismus am Ende, denn in allen neueren Umfragen lehnen die Leute ihn mehrheitlich ab, vor allem junge Männer. So was aber auch. Da wollen die jungen Männer allen Ernstes nichts mit einer Ideologie zu tun haben, die sie aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert und als verantwortlich für alles Schlechte in der Welt hinstellt, sie teilweise sogar mit Ausrottungsphantasien bedenkt. Sowas Undankbares aber auch.

Der Feminismus sieht somit langsam seine Felle davonschwimmen, da ihn einerseits der Rückhalt in der Bevölkerung verloren gegangen ist und andererseits die Konkurrenz männerrechtlicher Organisationen plötzlich gefährlich zu werden droht. Denn wir wissen, ein Budget kann man nur EINMAL ausgeben! Das bedeutet wenn ich einen Betrag X plötzlich durch zwei teilen muss, kriegt der, der vorher alles bekam, nur noch die Hälfte. Und GENAU DA liegt der Hase im Pfeffer.

Schwarzer wirft hier also eine reine Nebelkerze, damit feministische Organisationen GENAU DARAUF verweisen können: "Seht her, wir WOLLEN ja was für Männer tun, ihr braucht die doofen Männerrechtsorganisationen doch gar nicht, wir machen das schon selbst." Oh ja, ganz bestimmt.

Und wenn sie damit Erfolg hat, wird sich genau GAR NICHTS ändern!

Zudem: Was Schwarzer ihren Worten nach von "Gleichberechtigung" hält, sieht man ja auch am Verhältnis der Rechte, die sie den jungen Vätern (angeblich) überhaupt zugestehen würde: "Wenn ein Mann [..] nicht einsteigen will, sollte er in den ersten drei Monaten die Möglichkeit haben, Ja zu der Vaterschaft zu sagen oder Nein. Innerhalb einer engen Frist, sagen wir eine Woche."

EINE WOCHE innerhalb der ersten drei Monate! Eine läppische Woche, in der der frischgebackene Vater völlig überfahren und ohnehin mit der Situation überfordert sein dürfte.

Und im Gegenzug möchte sie Paragraph 218 komplett kippen, also faktisch freies Abtreibungsrecht für die Frau bis zur Geburt.

Na DAS nenne ich mal ein ausgewogenes Verhältnis von Rechten ...

Unter deiner Verlinkung deines Genderama-Beitrags auf Facebook wurde ja schon über die "schwierige Umsetzbarkeit" philosophiert. Ich kann nicht wirklich erkennen, wo da das Problem sein sollte – WENN der Staat das WIRKLICH WOLLEN würde.

Rechtssicherheit für den Vater in Bezug auf die Zustimmung/Ablehnung könnte dadurch geschaffen werden, dass ab Feststellung der Schwangerschaft verbindliche Fristen zur Vaterschaftsanerkennung durchgesetzt werden. Und zwar müsste einfach gelten: Keine Unterschrift = keine Zustimmung. Ist die Frist abgelaufen, hat die Mutter halt Pech gehabt. Das dürfte vor allem einigen unwilligen Damen etwas Feuer unterm Hintern machen. Vorsätzliches Verschweigen, um die Einspruchsfrist zu überschreiten, würde hier zu einem Bumerang für die Frau. Ich sehe da auch kein juristisches Problem. Es gibt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen für Ungeborene. Diese sind im Gegensatz zu einigen Kleinkinduntersuchungen nicht verpflichtend. In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. sind die Untersuchungen U1 bis U9 seit 2009 verpflichtend. Juristisch spräche nichts dagegen, diese Untersuchung für Ungeborene verpflichtend zu machen und damit den Countdown für die Vaterschaftsanerkennung zu starten, selbstredend mit mehr als einer läppischen Woche Bedenkzeit.

Ja, ein Rückzug des Vaters würde, sofern das Kind von der Mutter doch ausgetragen und behalten würde, das Unterhaltsrecht des Kindes berühren. Na und? Wir haben doch jetzt schon den staatlichen Unterhaltsvorschuss (UHV), der ohnehin dann greift, wenn ein Unterhaltselternteil "nicht leistungsfähig" ist, also entweder zu wenig für Unterhaltsleistungen verdient oder arbeitsunfähig ist. Wenn ein Unterhaltsvorschuss fließt, laufen Schulden (für den Unterhaltselternteil) auf, die der Staat sich später wieder von ihm zurückholt, sollte er später wieder leistungsfähig(er) werden.

Wo läge also das Problem, in einem Fall, in dem ein Mann nicht Vater werden will, die Frau das Kind aber gegen seinen Willen bekommt, IHR diese Unterhaltsschuld aufzuerlegen? Der Staat springt ein, bis sie über den Berg ist, und holt sich dann seinen Vorschuss direkt bei der Empfängerin wieder. Ich sehe darin kein Problem,. Schließlich hat sie ja vorher explizit die volle alleinige Verantwortung für dieses Kind übernehmen wollen. Immerhin wird bei Vätern doch auch immerfort moralisierend von deren "Verantwortung" geschwafelt.

Letzten Endes dürfte das sogar eher im Interesse des Staates sein, als wenn das Kind abgetrieben würde. Unsere demographische Situation ist ja freundlich ausgedrückt katastrophal. Jeder potentielle spätere Steuerzahler sollte aus volkswirtschaftlich Perspektive wichtiger sein als ein vorübergehender Kredit aus Steuermitteln – den man sich ja wiederholt.

Halten wir fest – all die Möglichkeiten könnten umgesetzt werde – WENN der Staat das wirklich WOLLEN würde.

Ich persönlich glaube nicht daran. Ich glaube auch keine Sekunde, dass jemand wie Alice Schwarzer wirklich und ehrlich plötzlich Männeranliegen für sich entdeckt hätte. Ich gehe davon aus, dass dies einfach nur ein weiterer geschickter Schachzug von ihr ist, um Organisationen wie dem FSI und anderen das Wasser (wieder) abzugraben und den verlorenen Boden bei Einfluss und Budgets zurückzuerobern.




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