Donnerstag, Juni 18, 2009

Mann zur Zwangsheirat nach Basel verschleppt

Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet:

Dass Männer gegen ihren Willen verheiratet werden, geschieht laut der Basler Integrationsbeauftragten Angela Bryner gleich oft wie bei Frauen.


Von der Art, wie unsere Medien über dieses Thema berichten, käme man nie darauf.

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Donnerstag, Juni 11, 2009

"taz": Bei Zwangsehen gibt es auch männliche Opfer

Die Zwangsverheiratung von Männern ist in Deutschland kein Thema. Opfer von Zwangsehen sind immer jung und weiblich - nicht zuletzt wegen der sogenannten Ehrenmorde, über die berichtet wird, hat sich dieses Bild in der Öffentlichkeit eingebrannt. Und weil die Medien die islamische Männerwelt als einen Parallelkosmos, in dem Möchtegern-Casanovas und raubeinige Unterdrücker leben, zeigen, passt der muslimische Mann als Opfer nicht in die Integrationsdebatte. "Weil sie immer stark sein sollen, führen viele Männer ein Doppelleben oder ersticken gar unter der großen Last, die Ehre der Familie tragen zu müssen", sagt Kazim Erdogan.


Cigdem Akyol berichtet.

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Freitag, April 24, 2009

Schweiz: Keine Gruppenvergewaltigung, keine Zwangsheirat

In der Schweiz sorgen zwei Fälle von "Verbrechen gegen Frauen" für Aufsehen, die es so nie gegeben hat. Betroffen sind in beiden Fällen Migranten.

Zum einen berichtet die "Weltwoche" ausführlich über eine Gruppenvergewaltigung, die keine war. Ein paar Auszüge aus dem Artikel:

«Am schlimmsten», klagt einer der Freigesprochenen, sei jedoch die Vorverurteilung durch die Polizei über die Medien gewesen. Das Bild der Sexmonster und Massenvergewaltiger wurde mit offiziellem Siegel verbreitet. Das mutet umso skandalöser an, als Severina ebenso wie die verhafteten Jugendlichen bereits in ihren ersten Aussagen von «freiwilligem Sex» gesprochen hatte. Trotzdem schilderte Rolf Nägeli, Fachgruppenleiter der Abteilung Kinderschutz der Stadtpolizei Zürich, am Tag der Verhaftung – live als Studiogast in der Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens – den Sachverhalt als feststehend, ohne den geringsten Hinweis auf die Unschuldsvermutung oder das hängige Verfahren. Nägeli fabulierte von «Geständnissen», erzählte detailliert (und teilweise falsch), wie die angeblichen Vergewaltigungen abgelaufen seien. Und verbreitete ungeniert seine reichlich spekulativen Eindrücke aus einer Einvernahme: «Der Täter wirkte kaltschnäuzig auf mich. Für ihn war nie klar, dass es sich um eine Vergewaltigung handelt.»


Die herbeigezogenen Therapeuten waren dem Bericht zufolge auch keine Hilfe. Sie wollten die Jugendlichen lediglich mit eindringlichen Worten dazu drängen, ihre «Taten» endlich zu bereuen.

Natürlich blieb das Spektakel für die betroffenen Jugendlichen nicht ohne Folgen. Die "Weltwoche" führt weiter aus:

Dabei war die Grenze zwischen dem Opfer und den (vermeintlichen) Tätern noch selten derart fliessend wie in diesem Fall. Gewiss, es ginge nicht an, Severina zur Täterin zu machen. Die Dreizehnjährige hat die Dinge von Anfang an auf den Tisch gelegt, wie sie sind, hat nichts dramatisiert und die Angeschuldigten sogar entlastet. Severina bleibt in dieser Geschichte ein Opfer. Zu den Opfern zählen aber auch die Burschen, die tagelang in der Ungewissheit der Untersuchungshaft schmorten, um ihre Zukunft, den schulischen und beruflichen Werdegang bangten. Noch heute werden sie im privaten wie im beruflichen Umfeld als «Täter von Seebach» erkannt, abgestempelt, angerempelt, beschimpft oder bedauert. Sie leiden an psychischen Störungen und Alpträumen. Die Suche nach einer Lehrstelle war aussichtslos. Erst dank einer «ambulanten Massnahme» der Jugendanwaltschaft konnte letztlich etwas gefunden werden.

Die Vorwürfe der Jugendlichen an die Adresse der Polizei gehen aber noch weiter: Nach der öffentlichen Verhaftung hatte sich die Identität der «Täter» in den Quartieren schnell herumgesprochen. Bei einer Familie wurden Fensterscheiben eingeschlagen. Ein Zusammenhang mit dem «Fall Seebach» ist zwar nicht nachgewiesen, doch die geschockten Eltern trauten sich danach kaum mehr aus der Wohnung. Schlimm war auch, dass die Jugendlichen ihren Eltern, die sie in der Haft besuchten, nicht einmal ihre Sicht der Dinge darstellen durften (die Untersuchungsbehörden hatten es ihnen verboten).


In dem zweiten Fall, der diese Woche die Schweizer Gemüter erregte, ging es um eine Zwangsheirat, die sich als Urlaubsreise herausstellte. Die Zeitungen "Blick" und "20 Minuten" berichten.

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Samstag, November 08, 2008

Die männlichen Opfer von Zwangsehen

Die Geschichten türkischer Mädchen in Deutschland, die zwangsverheiratet werden, geschlagen und unterdrückt, sind oft schon erzählt worden. Schriftstellerinnen wie Necla Kelek oder Serap Çileli haben sie ausführlich beschrieben. Dass es aber auch viele junge muslimische Männer gibt, die gegen ihren Willen heiraten müssen und Gewalt durch ihre Familie erfahren, ist weitgehend unbekannt. Für diese Männer gibt es kaum Hilfsangebote, viele schämen sich so, dass sie es nicht wagen, über ihr Schicksal zu sprechen.


Also im Prinzip dieselbe Situation wie bei häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und diversen anderen Themen, bei denen es fast ausschließlich um die weiblichen Opfer geht. Spiegel-Online berichtet über Männer, die von Zwangsehen betroffen sind.

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Dienstag, Oktober 28, 2008

Das Tabu der zur Ehe gezwungenen Männer

Bei Zwangsheiraten ist wie bei zig anderen Themen auch – in Medien und Politik herrscht eine sehr einseitige Perspektive:

Bei der das Grundgesetz brechenden Praxis der Zwangsheiraten werden hierzulande eher Frauen als Opfer gesehen. Wie sehr das vermeintlich starke Geschlecht auch davon betroffen ist, wird dagegen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Die Zahl der Betroffenen geht nach Schätzungen von Experten in die Tausende.


Frontal 21 bricht das Tabu.

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Montag, Juli 14, 2008

"Zwangsheirat, Ehrenmord? Alles war gelogen!"

Es gab weder eine Zwangsheirat noch Todesdrohungen: Das Kreisgericht St. Gallen hat einen 48-jährigen Türken freigesprochen. Der Mann war wegen einem angeblich geplanten "Ehrenmord" an seiner Tochter ausgewiesen worden. (...) Auch die Mutter und der damalige Ehemann der jungen Türkin sind laut dem Gerichtsurteil unschuldig. Vielmehr habe die Tochter und Ehefrau der drei Angeklagten die Geschichte um die angebliche Zwangsheirat und einen geplanten Ehrenmord erfunden.


Verstehe ich das richtig, dass da ein Mann aufgrund einer bloßen Behauptung seiner Tochter hin des Landes verwiesen wurde? Auch nicht schlecht. Erinnert ein bisschen an den Umgang mit dem Panikthema "sexueller Missbrauch" von vor zehn Jahren. Nur dass es inzwischen vom Panikthema "Islam" abgelöst wurde.

Der Schweizer "Blick" berichtet.

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Pakistaner verzweifelt nach Zwangsheirat: tötet seine Frau

Vor Gericht gab der Angeklagte an, er sei verzweifelt gewesen über die von seinem Vater angeordnete Zwangsheirat mit dem späteren Opfer. Er sei eigens zur Eheschließung von Pakistan nach Deutschland gekommen, habe dort aber keine Arbeit gefunden. Die Frau habe ihn ständig bevormundet und unterdrückt. „Wie ein Blitz“ sei ihm plötzlich der Gedanke gekommen, die Frau umzubringen.


Bemerkenswert, dass über die männlichen Opfer von Zwangsheirat erst dann berichtet wird, wenn eines von ihnen zum Täter geworden ist. Da stimmen die Klischees wieder.

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Montag, Mai 05, 2008

Zwangsverheiratete Männer Thema in der "Welt"

Ein weiteres Tabu in der deutschen Presse-Berichterstattung wurde heute morgen gebrochen:

Man liest viel über zwangsverheiratete Frauen in der Türkei und anderswo. Dass bei arrangierten Ehen Männer genauso wie Frauen zur Ehe gezwungen werden, ist zwar logisch – aber selten wird davon erzählt. WELT ONLINE traf Hakan, der zwangsverheiratet wurde. Und sich später in seine Ehefrau verliebte.


Klar: Wenn es schon ausnahmsweise auch um männliche Opfer dieser Praktik geht, war zum Schluss natürlich alles halb so schlimm. Und der Mann ist zum Schluss natürlich wieder das größere Schwein:

Er ist glücklich. Zwar wollte er sich einmal scheiden lassen, aber dann ließ er es doch sein. Zwar hat er seine Frau bislang zehnmal betrogen, "aber danach fühle ich mich immer schlecht. Es sind nur Augenblicke der Lust, glaube ich. Es bedeutet nichts.“ Seine Frau, sagt er, vertraut ihm vollkommen und ahnt nichts von den Seitensprüngen.


Offenbar ist dieses Zugeständnis an den Zeitgeist nötig, um überhaupt darüber berichten zu dürfen, dass Männer idiotischen Zwängen genauso unterworfen sind wie die dauerbemitleideten Frauen. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Hakan ging nach Ankara, um ein Visum zu besorgen. Da rief sein Vater an: Er müsse dringend nach Hause, seine Mutter liege im Sterben. So eilte er nach Hause, wo ihn seine Mutter kerngesund an der Tür empfing. Sein Arbeitgeber hatte den Vater angerufen, um ihn zu warnen, sein Sohn habe vor, zu heiraten und auszureisen. Das, so sagten die Eltern ihrem Sohn, gehe nicht. Sie hätten schon eine Braut für ihn ausgesucht, hier im Dorf. "Es ist versprochen“, sagte sein Vater. "Es ist jetzt Ehre. Du kannst nicht Nein sagen.“ Hakan wusste, was das heißt. "Meine Weigerung hätte für das Mädchen bedeutet, dass niemand anderes sie geheiratet hätte. Für mich hätte es bedeutet, dass meine Familie mich verstößt. Und für meine Familie, dass sie im Dorf geächtet wird.“


Den kompletten Artikel gibt es hier.

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Donnerstag, September 27, 2007

"Bundesregierung will Frauen besser gegen Gewalt schützen"

Der Deutsche Depeschendienst (ddp) berichtet Näheres. Ein Auszug:

Dieser Plan, der auf Erkenntnissen eines ersten Aktionsplans von 1999 aufbaut, umfasst laut Familienministerium 133 Maßnahmen gegen alle Formen von Gewalt an Frauen wie häusliche oder sexuelle Gewalt, Stalking, Frauenhandel, Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung. Von der Leyen verwies darauf, dass Frauen häufig Opfer von häuslicher Gewalt würden. Nach einer repräsentativen Studie von 2004 hätten 37 Prozent aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal körperliche Gewalt oder Übergriffe erlebt und jede siebte Frau sexuelle Gewalt «in strafrechtlich relevanter Form». Jede vierte Frau sei mit Gewalt durch ihren Partner konfrontiert.


Wie es bei Propaganda-Meldungen aus dem Hause von der Leyen bekanntermaßen üblich ist, werden auch diese Behauptungen derzeit in Windeseile von verschiedenen Zeitungen unhinterfragt als Tatsache übernommen. "Jede dritte Frau erlebt Gewalt" titeln so beispielsweise bereits die "Financial Times" und die "Welt". Dabei hatte gerade die "Welt" vor drei Jahren alles Wesentliche zu diesem Thema gesagt:

"Auch gut gemeinte Statistiken müssen stimmen"

"Jetzt leiden sie wieder"

Der ministerielle Trick scheint darin zu bestehen, dass man einfach abwartet, bis sich kaum einer mehr an das damalige Zerpflücken der hausgemachten Statistiken erinnert, um dann drei Jahre später auf die Ergebnisse "einer repräsentativen Studie von 2004" zu verweisen. Und wie man sieht: Dieser Trick funktioniert glänzend.

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Donnerstag, August 09, 2007

Debatte zum Thema Zwangsheirat

Dem SPIEGEL gerät ein aktueller Artikel zum Thema Zwangsheirat ein wenig arg reißerisch und undifferenziert. Norbert Ost von MANNdat hätte das Thema lieber sachlich analysiert und schreibt der Redaktion deshalb einen offenen Brief.

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