Dienstag, März 31, 2009

EU will "sexistische Wörter" vermeiden

Genderama berichtete bereits vor zwei Wochen darüber – jetzt hat auch "Die Welt" den neuesten Irrsinn aus dem Europaparlament entdeckt.

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Dienstag, Februar 10, 2009

"In dieser Satzung wurde nur die weibliche Sprachform gewählt"

Gut, ich sehe ein, dass ein höherer Anteil von Studentinnen in einem Fach wie Maschinenbau für manchen wünschenswert wäre. Aber ob man den so einfach herbeischreiben kann, wie die Studien- und Prüfungsordnung der Universität Karlsruhe (TH) für den Bachelorstudiengang Maschinenbau es versucht? Dort heißt es:

In dieser Satzung wurde nur die weibliche Sprachform gewählt. Alle personenbezogenen Aussagen gelten jedoch stets für Frauen und Männer gleichermaßen.


Das führt zu Feministendeutsch wie beispielsweise der folgenden Verordnung:

Mit Zustimmung der Studentin kann die Prüferin die entsprechenden Erfolgskontrollen in einer anderen Sprache als Deutsch abnehmen.


Aber war uns nicht allen insgeheim klar, dass das Binnen-I, wie es beispielsweise die taz verwendet, nur eine Übergangsphase zur Umgewöhnung darstellen sollte?

(Warum die feministische Sprachverwendung aus linguistischer Sicht Unsinn ist, wird übrigens hier gut erklärt.)

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Montag, Januar 14, 2008

Ist das Wort "Präsidentin" frauenfeindlich?

Seit etwa sieben Jahren steht ein leicht satirisch angehauchter Text von mir im Web, der sich mit den Wirren der "feministischen Linguistik" auseinandersetzt. Einer seiner Kritikpunkte daran lautet: "Da, wo das Geschlecht nie ein Thema war, wird es erst zu einem gemacht."

Diese Weisheiten hatte ich mir damals natürlich nicht aus den Fingern gesogen. In der nicht ideologisch ausgerichteten Sprachwissenschaft waren die Tücken der "feministischen Linguistik" schon Jahre vorher wohlbekannt. Das erste Mal stieß ich darauf im Jahr 1990, als ich zu Beginn meines Germanistik-Studiums ein Referat zu diesem Thema halten sollte (zusammen mit zwei Feministinnen übrigens). Aber auf die nicht-ideologisierte Sprachwissenschaft zu hören, war damals eben nicht schick, als man sich immer eifriger daran machte, unsere ganze Gesellschaft auf feministisch zu trimmen.

Jetzt, sieben Jahre später, entdeckt plötzlich auch der FOCUS die Kritik am Feministinnendeutsch. Die zentrale These lautet: "Die Fixierung auf männliche und weibliche Bezeichnungen hat erst die Trennung geschaffen, die sie eigentlich beseitigen wollte." Und weiter heißt es: "Jedes Wort besitzt die Bedeutung, die sich geschichtlich herausgebildet hat, und lässt im Kopf das zugehörige Stereotyp entstehen. So ist der Begriff 'Koryphäe' beispielsweise weiblich, und dennoch stellen sich die meisten dabei eher einen kahlhauptigen männlichen Gelehrten als eine hochkompetente Wissenschaftlerin vor."

Beide Argumentationen kommen mir irgendwoher bekannt vor ...

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Freitag, Februar 02, 2007

Fachkräftische Gedanken zur feministischen Sprachverwirrung

Normalerweise geht es in Genderama ja um News und nicht um analytische Debatten. Dabei kommt eines meiner Lieblingsthemen, die feministische Sprachkritik („Liebe Bürgerinnen und Bürger ...“), häufig etwas zu kurz. Deshalb folgt hier zur Abwechslung einmal keine News, sondern ein Langzitat, das ich sehr hübsch finde.

Allerdings sollte man sich nichts vormachen; eine durchgehende grammatische Gleichbehandlung von Männern und Frauen stößt auf grundsätzliche Schwierigkeiten. So gelingen etwa Rückbezüge nicht ganz befriedigend: Man konnte drei Wanderer ausmachen. Eine/Einer davon war eine Frau mittleren Alters. Oder: Ilse Aichinger war die erste österreichische Autorin, die diesen bedeutenden Preis erhielt. Unklar bleibt: War sie die erste der Autorinnen oder die erste der Autorinnen und Autoren?

Immerhin hatten die Abgeordneten des NRW-Landtages 1990, als dieses Thema noch heißer war, ihr Treugelöbnis schon gegen jedermensch abzugeben. (Und jefrau und niefrau?)

Und wie sieht es mit der grammatischen Konsequenz bei Ableitungen aus? göttinlich, teuflinisch, freundinlich, kämpferinisch bzw. frauscheln, überfrauen oder gar entfrauen?

Aber: Wäre dann das -in nicht selbst schon diskriminierend – als ein Anhängsel (und nahezu albern bei der real existierenden Amtmännin)?

Gelegentlich wird versucht, das Problem der Umständlichkeit zu umgehen statt zu lösen – durch „geschlechtsbereinigte“ Ausdrücke, etwa Studierende statt Student(inn)en, Fachkraft statt Fachmann/Fachfrau. Aber akzeptierte man gleichermaßen ein fachkräftisches Urteil?

Und was wird aus Sandmännchen, Hampelmann, Biedermann, Spitzbube oder Hanswurst? Will man/frau sich dann konsequenterweise auch von einem Sandweibchen Sand in die Augen streuen, sich von irgendwelchen Biederfrauen und Spitzschlampen zur Hampelfrau respektive zur Johannawurst machen lassen?


Quelle: Klaus Mackowiak: Die 101 häufigsten Fehler im Deutschen. Beck 2004, S. 37

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