Donnerstag, September 23, 2021

"Alles Männliche wird heute verteufelt: Das Leiden der Männer" – News vom 22. September 2021

1.
Es ist ein Tabu-Thema: Männer, die sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt fühlen.

Kaum einer traut sich, darüber zu sprechen. Zu gross ist die Angst, falsch verstanden zu werden. In der Sendung "Rundschau" wagen mehrere Männer den Schritt. Zwar teilen sie die Anliegen der Frauenbewegung im Grundsatz. Doch es sei an der Zeit, über die Schattenseiten zu reden – das Leiden der Männer.


Hier geht es weiter.



2. Während einerseits "alles Männliche verteufelt" wird, ist das Bestreben vieler Frauen danach, Männer zu imitieren und sich ihnen möglichst stark anzuähneln, ungebrochen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Debatte, ob der nächste Indiana Jones oder der nächste James Bond eine Frau sein solle. Letzteres lehnt der Bond-Darsteller Daniel Craig ab:

Der Schauspieler spricht sich dagegen aus, die Bond-Rolle mit einer Frau oder einem nicht-weißen Mann zu besetzen, nur um diesen im Kino lange unterrepräsentierten Gruppen große Rollen zu geben. Sein Gegenvorschlag: "Es sollte einfach bessere Rollen für Frauen und farbige Darsteller geben". Und weiter: "Warum sollte eine Frau James Bond spielen, wenn es eine Rolle für Frauen gäbe, die genauso gut wäre?"


Ich stimme Craig hierin zu. Beispielsweise gibt es die Romanfigur Modesty Blaise von dem Autor die 1963 vom englischen Autor Peter O’Donnell geschaffen wurde und dessen Storys problemlos mit den Bond-Geschichten mithalten können. Als ich 16 war, hatte ich selbst zum Beispiel sämtliche Modesty-Blaise-Romane verschlungen, während ich mich für Ian Flemings Bond-Bücher kaum begeistern konnte. Es gibt keinen Grund, warum man aus Modesty Blaise heute keine erfolgreiche Action-Film-Heldin machen könnte. Das starke feministische Bestreben danach, ausgerechnet jene Männer nachzuahmen, die man sonst durch den Schmutz zieht, ist psychologisch nicht uninteressant. Hier drängt sich der starke Verdacht auf, dass hinter vielen dieser Attacken nichts anderes als blanker Neid steht.



3. Vor ein paar Monaten fegte eine alarmierende Schlagzeile durch unsere Leitmedien: "Politikerinnen besonders oft Ziel von Hass" meldete beispielsweise die Tagesschau und berichtete von einer "Report-München"-Umfrage unter allen weiblichen Bundestagsabgeordneten, die zu schockierenden Ergebnissen gelangt sei. Mit "Der Hass auf Frauen, die Politik machen, ist viel schlimmer geworden" zitierte der Berliner "Tagesspiegel" Bundesjustizministerin Lambrecht.

Jeder allerdings, dem durch unsere Leitmedien allerdings kein sexistischer Blick antrainiert worden war, der fragte sich: Warum wird hier nur der Hass auf weibliche Politiker erforscht und skandalisiert und männliche Zielscheiben von Beschimpfungen außen vor gelassen?

Seit vorgestern liegt nun eine Studie der NGO Hateaid vor, die Online-Angriffe auf Politiker beiden Geschlechts ausgewertet hat, also Beschimpfungen wie "Idiot", "Schlampe", "Faschist", "Abschaum", "Hurensohn" und andere Freundlichkeiten in männlicher wie weiblicher Form (wobei es mir schwer fällt, eine gegenderte Variante zu "Abschaum" und "Hurensohn" zu finden). Das Ergebnis der Untersuchung ist nicht überraschend:

Der Trend aus dem ersten HateAid Report aus dem August hält an: Über den CDU-Spitzenkandidaten [Armin Laschet] wurde auf Twitter in den letzten Wochen am meisten gesprochen: Er wurde binnen eines Monats nicht nur 662.540-mal in Tweets erwähnt, sondern mit 27.476 entsprechenden Kommentaren auch am häufigsten im Zusammenhang mit potenziell beleidigender und verletzender Sprache genannt.

Olaf Scholz (SPD) wurde in 6.690, Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) in 5.524 Tweets im Kontext mit potenziell beleidigender und verletzender Sprache genannt. Zu Christian Lindner (FDP) gab es binnen eines Monats 1.599 solcher Kommentare, zu Janine Wissler (Die Linke) 283. Alice Weidel (AfD) wurde 684-mal im Kontext von potenziell beleidigender und verletzender Sprache erwähnt. Die inhaltliche Analyse dieser Tweets zeigt allerdings, dass ein signifikanter Teil der Kommentare Weidel zwar erwähnt, aber andere Personen angreift. Ein Beispiel: In Tweets, in denen Annalena Baerbock mit potenziell beleidigender oder verletzender Sprache angegriffen wurde, wurde Alice Weidel zwar ebenfalls erwähnt – allerdings als positives Gegenbeispiel.


Die Schlagzeile "Frauen besonders betroffen" lässt sich also auch in diesem Bereich nur halten, wenn man männliche Opfer von Anfang an ignoriert. So wie in vielen anderen Fällen machen unsere Leitmedien ein Problem, das geschlechtsunabhängig auftritt und das man entsprechend angehen sollte, ein Frauenproblem. Selbst in einem Spiegel-Online-Artikel, der über die Erkenntnisse der Hateaid-Studie berichtet, heißt es unverdrossen:

Eine von denjenigen, die sich wegen Hasskommentaren an Hateaid gewandt hat, ist Laura Dornheim. Sie will für die Grünen als Kandidatin in Berlin-Lichtenberg in den Bundestag einziehen.(…) . "Gerade in diesem Wahlkampf haben die sexistischen und misogynen Beleidigungen noch einmal zugenommen", sagt Dornheim, die sich bereits seit mehreren Jahren offen im Netz gegen Sexismus und für Frauenrechte engagiert.


Ein Engagement gegen die nach dieser unausgegorenen Logik "misandrischen" ("männerfeindlichen") Angriffe auf Laschet, Scholz und Lindner wird in diesem Artikel nicht erwähnt.

Gerade gestern wurde es auf Twitter übrigens besonders wild: Karl Lauterbach bezeichnete Hans-Georg Maaßen als "Nazi", Wolfgang Kubicki berichtete, in seiner Stammkneipe werde Lauterbach als "Spacken" betitelt (er selbst halte viel von Lauterbach und trete solchen Beschimpfungen entgegen), woraufhin sich halb Twitter über Kubicki ereiferte und der FDP-Politiker beispielsweise als "Protofaschist" beleidigt wurde. Weibliche Opfer bei dieser Massenkeilerei: keine.



4. Der Berliner Verdienstorden wird künftig streng nach Quote vergeben: "Bei mindestens der Hälfte der Auszuzeichnenden soll es sich um Frauen handeln." ("Mindestens"!) Diese vom rot-rot-grün geführten Berliner Senat eingeführte Regelung war dringend notwendig geworden: In den vergangenen Jahren hatte man 27 Frauen und 30 Männer mit dem Orden ausgezeichnet.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu der gestern veröffentlichten Genderama-Meldung über das Männerhaus in Bern:

Danke für die Veröffentlichung des Artikels in Genderama. Deine Bemerkung, dass es in der Schweiz etwas besser laufe teile ich jedoch nicht. Das Männerhaus ist eine absolute Ausnahme. Aktuelles und persönliches Beispiel: Wir suchten kürzlich einen neuen Mitarbeiter (m/w/d). Die Personalabteilung teilte mir mit, dass wir einer Frau eine Festanstellung geben dürfen, einem Mann aber nur einen befristeten Vertrag. Begründung der Mitarbeierin (w): "Bei uns arbeiten zu wenige Frauen, wir brauchen unbedingt mehr". Bei dieser Firma handelt es sich um einen sogenannten bundesnahen Betrieb. Als bundesnahnah gelten Firmen, bei welchen der Bund die Aktienmehrheit hält (z.B. Post, Telekom, Bahn).




Mittwoch, September 22, 2021

"Es ist das perfekte System, um jede Kritik zu verhindern" – News vom 22. September 2021

1. Der Professor für Philosophie Peter Boghossian wurde einer breiten Öffentlichkeit, durch die sogenannte "grievance studies affair" bekannt. Boghossian und seine Mitstreiter hatten offenkundig absurde Beiträge, die sich passgenau beispielsweise in die Weltsicht der Gender Studien passten, entsprechend ideologisierten Fachzeitschriften angeboten und waren dort auf positive Resonanz bis hin zur Veröffentlichung solcher Beiträge gestoßen. Damit zeigten Boghossian & Co. auf, dass solchen Fachbereichen die "korrekte" politisch-moralische Haltung weit wichtiger als wissenschaftliche Seriosität war. Genderama berichtete über diesen Vorfall ausführlich.

Seit mehreren Tagen wird nun ein offener Brief verbreitet, mit dem Boghossian seine Kündigung bei der Universität Portland erklärt: Er könne die dortige Cancel Culture und das Heranzüchten einer Generation ideologisierter Fanatiker nicht länger ertragen. Jetzt hat "Die Welt" Boghossian hierzu ausführlich interviewt. Ein Auszug aus dem insgesamt lesenswerten Gespräch:

WELT: Sie haben zehn Jahre lang als Vollzeit-Assistenzprofessor für Philosophie an der Portland State University gearbeitet – bis Sie letzte Woche Ihr Rücktrittsschreiben (das auch in WELT erschien) veröffentlichten. Darin bezeichnen Sie die Universität als "Fabrik für soziale Gerechtigkeit", die von "Intoleranz gegenüber abweichenden Überzeugungen" geprägt sei. Kurz darauf haben Sie getwittert: "Seit ich gekündigt habe, wache ich mitten in der Nacht vor Glück auf. Das ist ein ungewöhnliches Problem." Was macht Sie so glücklich?

Peter Boghossian: Nun, heute Morgen stand ich unter der Dusche und fing spontan an zu singen. Ich muss keine Kompromisse mehr eingehen. Einer meiner Stalker hat mir gerade wieder eine E-Mail geschickt, in der er mir mitteilte, er würde meinen Chef anrufen, die Universität anrufen. Das kann er jetzt machen, wie er lustig ist. Die Universität kann mir nichts mehr antun. Sie können mich nicht mehr schikanieren, sie kann mich nicht mehr quälen, also bin ich wirklich frei.

(…) WELT: Wodurch entsteht das, was Sie als Klima der ideologischen Konformität beschreiben?

Boghossian: Durch Angst. Angst davor, seine Meinung zu äußern, Angst davor, als Rassist bezeichnet zu werden. Ich habe einen kritischen Artikel im "Chronicle of Higher Education" veröffentlicht, woraufhin man in einer Fakultätssitzung die Entscheidung traf, dass Kritik an der "Critical Race Theory" einer Belästigung von Wissenschaftlern gleichkommt. Doch Kritik an Ideen ist keine Belästigung, das habe ich auch öffentlich kundgetan. Tatsächlich ist es nicht nur keine Belästigung, es ist unser Job. Als Wissenschaftler wird man dafür bezahlt, zu lehren, zu veröffentlichen und sich mit Ideen auseinanderzusetzen. Doch so wird man daran gehindert, diese Orthodoxie infrage zu stellen. Stellt man eine Frage, gilt das als Mikro-Aggression. Stellt man einen Grundsatz der "Critical Race Theory" in Frage, ist man ein Belästiger oder ein Rassist. Es wurde also ein auf bizarre Weise perfektes Vorgehen implementiert, um zu verhindern, dass diese Ideen kritisiert werden. Dazu kommt eine ganz eigene Sprache. Man hört Dinge wie: "Ich rede nicht mit Ihnen, weil das platforming ist", oder "Ich werde Ihren Ideen keine Möglichkeit zur Verbreitung bieten". Mit anderen Worten: Allein dadurch, dass ich mit jemandem rede, gebe ich dessen Ideen eine Stimme. Abgesehen davon, wie kaputt allein das ist, wollen sie nicht einmal, dass jemand anderes mit jemandem spricht, den sie nicht mögen. Wenn sie also sagen "Der ist ein Nazi, der ist ein schrecklicher Kerl" – und heutzutage ist ja jeder ein Nazi –, dann darf auch nicht mit diesem jemand gesprochen werden. Es ist wirklich ein perfektes System, um jede Form der Kritik an einer Idee zu verhindern.

(…) WELT: Der klassische Liberalismus geht davon aus, dass menschlicher Fortschritt durch Debatten und Reformen zustande kommt. Versagen die Universitäten heutzutage in dieser Hinsicht?

Boghossian: Ideologen betrachten die Universität als einen Ort, an dem sie Menschen indoktrinieren können. Sie bilden Menschen zu Aktivisten aus. Das Problem ist, dass die Wahrheit dann nicht mehr unser Leitstern ist – dabei muss sie das immer sein.

(…) WELT: Sie haben viele Ihrer akademischen Kollegen verärgert, indem Sie Pseudo-Forschungsarbeiten verfasst und in sozialwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht haben, um fragwürdige akademische Standards in Bereichen wie der Geschlechterforschung aufzuzeigen. Zu diesen Arbeiten gehörte ein Artikel, in dem behauptet wurde, Penisse seien ein soziales Konstrukt – und für den Klimawandel verantwortlich. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Boghossian: Unser Vorbild war Alan Sokal (Physiker, Anm. der Redaktion). Er war Erste, der einen solchen Hoax-Artikel veröffentlicht hat, weil er sich darüber aufregte, dass die wissenschaftliche Sprache bisweilen missbraucht und somit schlicht Blödsinn verbreitet wird. Er schrieb also einen Artikel in einer postmodernen Zeitschrift, der eine riesige Kontroverse auslöste und viel Aufsehen erregte. So kamen wir auf diese Idee. Wir sahen den Illiberalismus an der Universität, die Zensur. Wir sahen, dass Dinge nur veröffentlicht werden, wenn sie einen bestimmten Standpunkt teilen. Widerspricht man dem, gibt es keine Chance auf Veröffentlichung. Und wenn man nicht veröffentlicht wird, wird man nicht befördert. Will man also befördert zu werden, muss man am immer selben Strang ziehen, dieselben Ideen haben. Bloß nicht widersprechen. Also dachten wir: Warum veröffentlichen wir nicht auch eine solche Arbeit. Und dann fingen meine Probleme erst richtig an.

WELT: Können Sie das näher ausführen? Wie hat Ihre Universität reagiert?

Boghossian: Um es vorsichtig auszudrücken: Man war nicht glücklich darüber. Meine Kollegen sprachen nicht mehr mit mir. Es gab Kritik, die Medien – vor allem die linken – drehten durch. Sie waren der Ansicht, unser Artikel bewirkte nicht, was wir erreichen wollten, dazu müssten wir noch viele weitere solcher verrückten Artikel veröffentlichen. Besser konnte es für uns gar nicht laufen. Also legten wir nach.

WELT: Und dann begannen die Schikanen, von denen Sie in Ihrem Rücktrittsschreiben erzählen.

Boghossian: Ich habe schon vor den Fake-Veröffentlichungen begonnen, Dinge zu hinterfragen – ich fand nur keine Antworten, daher diese Artikel. Es war klar, dass Leute sich über mich aufregen würden; dabei habe ich stets auf meinen Ton geachtet, ich war höflich. Doch die Reaktionen lauteten nicht etwa, dass ich etwas nicht wüsste, dass ich keine Informationen hätte – vielmehr wurde mir Rassismus vorgeworfen oder einfach, dass ich ein schlechter Mensch sei. Das fand ich so bizarr, dass so etwas an einer Universität passieren konnte. Und all das, weil ich über einen abstrakten Penis geschrieben hatte. Dann begannen die gezielten Belästigungen, dann kamen die Hakenkreuze (mit seinem Namen darunter in Badezimmern in der Nähe des Fachbereichs Philosophie der Portland State University, Anm. der Redaktion).

(…) Ich habe die Leute wiederholt gebeten, mit mir zu reden, aber das wollte niemand. Ich habe sogar zu einem wichtigen Mann, der an meiner Universität für Diversität zuständig ist, gesagt, dass ich es einfach nicht verstehe, und dass ich ihn gerne zum Mittagessen einlade, damit er es mir erklärt. Daraufhin meldete er mich bei der Verwaltung, weil ich ihm diese Frage gestellt hatte. Dabei wäre das genau sein Job, im wahrsten Sinne des Wortes. Warum ich also gekündigt habe? Es gibt einige Gründe. Die ständigen Untersuchungen gegen mich war einer.

WELT: Auch das führen Sie in ihrem offenen Brief aus: Immer wieder kam es zu Untersuchungen Ihrer Person seitens der Universität. Blieben sie alle ergebnislos?

Boghossian: Bei all diesen Untersuchungen wurde niemals etwas gefunden. Ich weiß nicht, wie viele Hunderttausende Dollar man ausgegeben hat, um gegen mich zu ermitteln. (…) Das war ein Teil der ganzen Geschichte. Die andere Sache war, dass der Rektor der Universität sich nicht mit mir treffen wollte. Er weigerte sich, obwohl ich ihn wiederholt um bloß fünf Minuten seiner Zeit bat. Seine Mitarbeiter sagten mir stets, er sei zu beschäftigt. Es gelang mir aber, ein Treffen mit einem der Dekane zu bekommen, und ich sagte zu ihm, dass die "Stiftung für individuelle Rechte im Bildungswesen" die Portland State University im Jahr 2020 als eine der zehn schlechtesten Hochschulen in Bezug auf Redefreiheit einstufte. Darauf sagte er zu mir, es sei gut, auf diesen Listen zu stehen. Das hat mich einfach umgehauen, weil mir in diesem Moment klar wurde, dass dies kein Fehler im System ist, sondern ein Wesensmerkmal. Das System ist so konzipiert. Da wurde mir klar, dass ich nicht mehr an der Portland State lehren konnte.

(…) WELT: Das heißt, dass die Verwaltungsbeamten intoleranter sind als die Studenten?

Boghossian: Es gibt einige sehr lautstarke Studenten. Aber die Leute, die zu mir kamen, haben sich meine Kurse selbst ausgesucht. Ich denke, dass die überwiegende Zahl der Studenten, die meine Kurse besuchten, deswegen kamen, weil ihnen gefiel, was ich zu sagen hatte, oder weil sie die Kontroverse interessierte. Eine sehr kleine Minderheit kam, weil sie mich hasste und mich verhöhnen wollte.

WELT: Wie würden Sie die Atmosphäre an Ihrer Universität beschreiben?

Boghossian: Es ist ein ständiger Eiertanz, alle haben Angst. Die vielen Studenten, mit denen ich gesprochen habe, mögen die Atmosphäre nicht. Sie mögen den Mangel an Freiheit ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie keine herausfordernden Fragen zu bestimmten Dingen stellen können. Fragen speziell zu Themen wie Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Transgender sind einfach eine rote Zone. Das universitäre Umfeld ist also, wenn man die vorherrschende Orthodoxie infrage stellt, von Angst geprägt. Ich selbst wachte jeden Tag auf, schaute in mein E-Mail-Postfach an und sah die Zahl der Universitäts-E-Mails von null auf hundert steigen. Stets fragte ich mich, wer sich über mich beschwert und welche Untersuchungen gegen mich geführt werden. Es wird also ein Angstklima geschaffen, um die Leute bei der Stange zu halten und zu verhindern, dass etwas infrage gestellt wird. Darum fühle ich mich jetzt so frei: Ich muss mich einfach nicht mehr damit auseinandersetzen.

(…) WELT: Welche Auswirkungen hat diese Verderbtheit auf die Studenten?

Boghossian: Nun, sie werden reizbarer und zerbrechlicher sein. Sie werden weniger tolerant gegenüber anderen Ideen sein, weil sie davon überzeugt sein werden, die Wahrheit zu kennen. Sie werden außerdem weniger neugierig sein. Wir erweisen diesen Studenten also wirklich einen Bärendienst. Das ist der andere Grund, warum ich da nicht länger mitmachen wollte – damit will ich nichts zu tun haben.

WELT: Klingt nach einer ausweglosen Situation. Was kann man dagegen tun?

Boghossian: Man sollte zu den Treffen gehen, Dinge dokumentieren. Keine Angst vor dem Mob haben, ehrlich zu sich selbst sein und sich klarmachen, dass selbst einfache Fragen einen Preis haben und manche alles daran setzen werden, dass er bezahlt wird. Nach Sokrates kann einem sittlich guten Menschen von einem sittlich schlechten Menschen kein Schaden zugefügt werden. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob das stimmt, aber es ist ein schöner Gedanke. Deshalb ist es wirklich wichtig, immer ehrlich zu den Menschen zu sein, denn das ist der beste Schutzschild: Sie mögen zwar unterschiedliche Meinungen haben, aber sie werden nie deine Integrität infrage stellen. Solange man seine Integrität bewahrt, kann man das alles überstehen.


Die Erfahnrungen, die wir Männerrechtler machen, wenn wir Argumente und Fakten vorlegen, die bei einigen Ideologen unerwünscht sind, sind ganz ähnlich. In Politik, Leitmedien und akademischen Institutionen gelten wir als unberührbar.

Einen satirisch angehauchten Überblick über die aktuellsten Trends, die zum Verfall der akademischen Institutionen beitragen, bietet das (neglschsprachige) Orwellexicon.



2. In der Schweiz immerhin läuft es ein wenig besser: Die Neue Zürcher Zeitung stellt in einem ausführlichen Artikel das Männerhaus in Bern vor, das gerade mit dem Swiss Diversity Award in der Kategorie Equality ausgezeichnet worden ist, und berichtet über die Erfahrungen von drei Bewohnern.



3. Ebenfalls in der Neuen Zürcher Zeitung findet man einen Gastkommentar von Margit Stamm: "Welche Väter braucht das Land? – Wenn Fürsorgearbeit ein Karrierekiller ist" Ein Auszug:

Dass Männern Hindernisse in den Weg gelegt werden, sobald sie Nachwuchs bekommen, ist nicht neu. Manche berichten von negativen Erfahrungen, wenn sie vom Bild des Mainstream-Mannes abweichen und ihnen dies als Verweigerungshaltung ausgelegt wird. Kommunizieren sie, dass sie ihre beruflichen Verpflichtungen reduzieren wollen, müssen sie sich manches anhören. Entweder werden sie als Ferientechniker etikettiert ("Willst du nun zu Hause chillen?") oder dann als Versager ("Wie geht es dir, du Aussteiger?")

(…) Grundsätzlich hat sich das Selbstverständnis der Väter jedoch deutlich gewandelt. 75 Prozent wollen am Aufwachsen ihrer Kinder beteiligt sein. Trotzdem fühlen sie sich verpflichtet, die finanzielle Familienverantwortung zu tragen und im richtigen Moment Karriere zu machen. Dies zu balancieren, gelingt nur 40 Prozent, und lediglich jeder Dritte hat das Gefühl, genug Zeit für Partnerin und Familie zu haben. Obwohl dieses männliche Vereinbarkeitsproblem empirisch gut belegt ist, wird es im Gegensatz zur Glorifizierung der mütterlichen Vereinbarkeitsleistungen oft herablassend als männliche Schwäche abgetan.

(...) Wir brauchen eine zukunftsfähige Familien-, Gesellschafts- und Unternehmenspolitik. Ihre Aufgabe ist es, nach Wegen zu suchen, wie Männer zusammen mit der Partnerin die Vorstellungen von Erwerbstätigkeit und Vaterschaft realisieren und ihre Berufsidentität zusammen mit der Verantwortung in der Familie neu definieren können. Männer, die beschliessen, den Fokus stärker auf Familie und Fürsorge zu legen, sind weder neue Helden noch Versager oder Aussteiger.

Aber sie sind Vorreiter, welche Betriebe zur Veränderung der Unternehmenskultur provozieren können. Damit machen sie Druck für einen gesellschaftlichen Wandel, wenn vorerst auch eher in homöopathischen Dosen. Um die Wirkung zu verstärken, sollten Väter endlich ihre Stimme erheben und sich auch getrauen, Forderungen zu stellen. Damit schaffen sie das Fundament für die nächste Phase einer geschlechtergerechteren Emanzipation.


Dass Männer, die "sich getrauen Forderungen stellen", als rechtsextreme frauenhasser etikettiert zu werden, bis dieses Fundament steht, da müssen wir offenbar einfach durch.



4. Wie das Ärzteblatt aktuell berichtet, sterben fast zwei Millionen Männer jährlich wegen ihres Berufs. Die Experten warnten, dass die Coronakrise die Lage noch verschlimmern könnte. Überproportional betroffen von berufsbedingten Todesfällen waren Menschen über 54 Jahren, vorrangig aus dem Raum Südostasien und im Westpazifik sowie natürlich Männer. "Es ist schockierend, dass so viele Menschen buchstäblich durch ihren Beruf getötet werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. NGOs wie MANNdat machen dieses Problem und das bestehende Ungleichgewicht allen Anfeindungen und Ausgrenzungen zum Trotz beharrlich zum Thema.



5. "Ich finde es interessant, dass diejenigen, die ständig von Diskriminierung sprechen, den Begriff ‚alter weißer Mann‘ diskriminierend gebrauchen," sagt FDP-Vize Wolfgang Kubicki.



Dienstag, September 21, 2021

Neue Erkenntnisse: Frauenförderung macht Frauen immer arroganter – News vom 21. September 2021

1. Vorgestern berichtete die Neue Zürcher Zeitung über bemerkenswerte neue Forschungsergebnisse. In dem Artikel heißt es:

Frauen seien weniger kompetitiv, harmoniebedürftiger und teamorientierter als das andere Geschlecht, heisst es (…). Und: Wegen des schlechteren Selbstvertrauens träten Frauen in Lohngesprächen zu wenig bestimmt auf – was zu tieferen Löhnen führe und dazu, dass sie es oft nicht bis ganz nach oben in der Hierarchie schafften. Nur: Sind diese Aussagen in ihrer Absolutheit so wirklich noch korrekt? (…) Seit langem machen mehr Frauen als Männer Abschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen. Und bei Rekrutierungen und Beförderungen werden Frauen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor bevorzugt.

Eine neue Untersuchung zeigt denn auch ein differenzierteres Bild. So wertete die Avenir Group Daten aus ihren Assessments der letzten fünfzehn Jahre aus. Assessment-Center beurteilen im Auftrag von Headhuntern und Unternehmen Bewerber für Kaderjobs. Dies anhand von Tests, Rollenspielen und Gesprächen.

Die Firma testet 600 bis 700 Kandidatinnen und Kandidaten pro Jahr. Aus den Daten analysierte sie eine repräsentative Auswahl von 728 im Detail. Das Ergebnis: Frauen zwischen 25 und 40 Jahren stufen ihre Fähigkeiten und Leistungen noch deutlich schlechter ein, als das gleichaltrige Männer tun. Ab 40 dann aber steigt das Selbstvertrauen der Frauen – und zwar deutlich. Und überholt etwa ab 45 dasjenige der gleichaltrigen Männer.

(…) Zum einem ähnlichen Schluss gelangte eine Studie aus den USA, die im Juni 2019 in der "Harvard Business Review" publiziert wurde. Auch dort stuften sich 5000 Frauen bis 40 im Mittel deutlich tiefer ein als die gut 4000 befragten Männer. Das Selbstvertrauen der in den USA befragten Frauen stieg dann deutlich an, ab 45 waren die Männer überholt. Insgesamt gewannen die Männer über den Zeitraum von 25 bis +60 Jahre "nur" 8,5 Prozentpunkte an Selbstvertrauen, die Frauen dagegen um ganze 29%.

(…) Seit einigen Jahren werden Frauen auf allen Ebenen stark gefördert. Es ist heute sogar so, dass faktisch jedes Unternehmen inklusive der öffentliche Arbeitgeber schriftlich festgesetzt hat, dass Männer bei Rekrutierungen und bei Bewerbungen diskriminiert werden. So heisst es stets: Selbst wenn der Mitbewerber über die gleiche Qualifikation verfügt, wird die Frau bevorzugt – wegen ihres Geschlechts.

Das hat Auswirkungen auf das Ego der Frauen. Und das hat nicht nur positive Folgen. Laut Doris Keller Creus, Partnerin beim Personalberater XCG, suchen Kunden heute oft explizit Frauen für Chefjobs. "An Headhunter werden Suchaufträge vergeben, in denen Firmen ausschliesslich Frauen auf der Shortlist haben wollen. Diese stehen dann unter hohem Erfolgsdruck und müssen oft Kompromisse bei ihrer Personalsuche eingehen. Entsprechend kommen immer wieder Kandidatinnen in die Auswahl, die zwar grundsätzlich über gutes Potenzial, aber häufig noch nicht über die nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen für eine Top-Position verfügen oder einfach zu früh in ihrer Karriere gepusht werden", kritisiert sie."Dabei erhalten Bewerberinnen oft zu wenig ehrliches, konstruktiv-kritisches Feedback vom Unternehmen oder dem Rekrutierer. Das aber wäre für die Weiterentwicklung essenziell, eine bessere Selbsteinschätzung würde für künftige Bewerbungen helfen."

(…) Das Pendel hat jetzt stark auf die andere Seite ausgeschlagen. Zu stark? Denn auch das Ego der Männer hat sich verändert. Ein Mann, der eine Stelle im öffentlichen Dienst sucht, ist überzeugt, "nur dann eine Chance zu haben, wenn sich keine Frau bewirbt". Fatalistisch auch ein Jugendlicher zur "NZZ am Sonntag": "Auf die coolen Lehrstellen habe ich eh keine Chance, da bewerben sich immer auch Frauen".

Zwei Partner eines grossen Headhunters möchten sich nicht öffentlich zum Thema äussern. Sie bestätigen aber, dass heute öfter jüngere Frauen für Kaderjobs angesprochen werden. Und zwar mehr als gleichaltrige, gleich qualifizierte Männer. Manchmal hole man diese Frauen zu früh. Es sei in der Tendenz "eher" so, dass jüngere Frauen bei Bewerbungen auf Führungspositionen arrogant auftreten und ihre Fähigkeiten überschätzen würden.




2. Die "IG Jungen, Männer, Väter" hat von den Parteien die Antworten zu den Fragen und Forderungen in den Wahlprüfsteinen erhalten und veröffentlicht. Dazu merken die Vertreter der IG an:

Insgesamt lässt sich anhand der Antworten festhalten, dass bei allen Parteien großer Aufklärungsbedarf für Themen von Jungen, Männern und Väter besteht. Dieser reicht vom Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung, über die Umsetzung von Kindeswohl bis hin zur Priorisierung von Gewaltprävention zwischen sogenannten Hassverbrechen und echter, physischer Gewalt.


Ein Totalausfall beim Beantworten der Bürgerfragen gab es diesmal bei SPD und FDP.



3. Hm, so richtig beherrscht Olaf Scholz korrektes Gendern aber noch nicht.



4. In der Schweiz soll das Renteneintrittsalter von Frauen und Männern einander angeglichen werden. Dieser Versuch einer echten Gleichstellung führte prompt zu Massenprotesten von Frauen, die ihre Privilegien nicht verlieren wollten. Bei Christian Schmidt kann man darüber diskutieren.



5. Einer meiner Leser weist mich auf eine Sammlung feminismuskritischer Cartoons von wechselnder Qualität hin. Bei diesem, diesem und diesem etwa halte ich die Satire für gelungen.



Samstag, September 18, 2021

Ehemann und Familienvater kandidiert als Frau für die Grünen – News vom 18. September 2021

1.
"Ich definiere mich heute als Frau und berufe mich auf das grüne Grundsatzprogramm und das Frauenstatut" – das sagte der Familienvater und Ehemann David Allison, als er bei der Vorstandswahl des Kreisverbands der Grünen für einen Frauenquoten-Platz im deutschen Reutlingen kandidierte. Widerstand habe es keinen gegeben, hitzige Diskussionen allerdings schon.


Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet mit Bezug auf einen Artikel in Alice Schwarzers Magazin "Emma", der einige Hintergründe erklärt.

In Österreich kommentiert das Magazin "Profil" die irrwitzige Aktion:

Falls es wen juckt, die Spaß-Aktion zu kopieren: Grundsätzlich möglich wäre das auch in Österreich. "Frauen* sind keine homogene Gruppe", heißt es auf der Homepage der österreichischen Grünen. Und weiter: "Der Genderstern steht für alle, die sich selbst als Frauen sehen." Biologische Tatbestände werden nicht eingefordert, die bloße Behauptung scheint zu genügen.

Eigentlich erstaunlich, dass vor dem munteren Schwaben noch keiner auf die Idee kam, so ein absurdes Prinzip in der Praxis zu testen. Fundamentalismus dieser Spielart bekämpft man am besten mit grimmigem Humor, finde ich.




2. Ein einfaches Schaubild erklärt den Gender Pay Gap.



3. Ist das eine Schwarze Liste? In der Wikipedia findet man jetzt eine Übersicht von deutschsprachigen Einrichtungen, die Genderzeichen nutzen. Zu denen, die eine Rückkehr zur deutschen Rechtschreibung und Grammatik insbesondere in der Verwaltung fordern, gehört inzwischen auch die kommunale Wählergemeinschaft Fraktion Junges Duisburg.



Freitag, September 17, 2021

Afghanistan, schwangere Männer und gläserne Decken – News vom 17. September 2021

1. Menschenrechte sind für die Europäische Union an das richtige Geschlecht gebunden: Mit einer Resolution setzt sich das EU-Parlament dafür ein, dass es ein spezielles Visa-Programm für Frauen aus Afghanistan gibt.



2. Mit 37 neuen Emojis in unterschiedlichen Farbvarianten ist die 14. Fassung der Unicode- und Emoji-Spezifikation offiziell erschienen:

Der "schwangere Mann" und eine weitere "schwangere Person" stellen klar, dass im Grunde heutzutage jeder geschlechtsunabhängig schwanger werden (…) kann.


Ich stelle es mir für mich persönlich immer noch knifflig vor, schwanger zu werden, aber wenn es dazu schon Emojis gibt, scheine ich da den neuesten Trend verpasst zu haben.



3. Der Schriftsteller David Wonschewski diskutiert mit der Feministin Nikoletta über gläserne Decken.



Donnerstag, September 16, 2021

Polizei nimmt Vater fest, weil er mit seinem Sohn kuschelt – News vom 16. September 2021

1. Die von einigen Ideologen beständig geschürte Männerfeindlichkeit unserer Gesellschaft führte am Wochenende zu einem besonders bizarren Vorfall:

Ene Slawow (55) und sein Sohn (7) hatten auf einer Zugfahrt nach Hamburg Spaß zusammen: Die beiden spielten und knuddelten miteinander, auch Küsse wurden wohl verteilt. Ein Verhalten, das offenbar nicht allen Reisenden gefiel: Eine Mitfahrerin wählte den Notruf, die Polizei nahm den Vater vorläufig fest.

Das berichtet die "MOPO". Demnach sei die Zugfahrt am Sonntag plötzlich unterbrochen worden, angeblich wegen technischer Probleme. Doch der Grund war offenbar ein anderer: Zwei Polizisten betraten demnach das Abteil, in dem Slawow und sein Sohn saßen. Sie seien alarmiert worden. Einer Frau sei das Verhältnis zwischen Vater und Sohn komisch vorgekommen, so die Polizisten.

"Die haben mich behandelt, als wäre ich Pablo Escobar. Ich wusste überhaupt nicht, was die von mir wollen. Alle anderen Fahrgäste haben mich angeschaut. Einfach unangenehm", schildert Slawow die Situation gegenüber der "MOPO". "Irgendwann wurde mir dann erklärt, dass es Hinweise für sexuelle Belästigungen gegen meinen Sohn geben soll. Ich dachte, ich höre nicht richtig", sagt er.


Hier geht es weiter.



2. Der Bayrische Rundfunk berichtet, was passiert, wenn Männer häusliche Gewalt erfahren.



3. In einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung geht es um die psychischen Erkrankungen von Afghanistan- und Irak-Veteranen: "Auf jeden gefallenen US-Soldaten kommen vier Suizide".



4. Haben Sie mitunter Schlafprobleme? Das könnte einer neuen Studie zufolge an der jeweiligen Mondphase liegen:

Forscher der Universität Uppsala in Schweden berichten, dass das Schlafverhalten von Männern möglicherweise stärker auf den Mondzyklus reagiert als das von Frauen. Das Forscherteam kommt zu dem Schluss, dass Männer in der ersten Hälfte des Mondzyklus schlechter schlafen.

(...) "Wir verwendeten Schlafaufzeichnungen von 492 Frauen und 360 Männern, die eine Nacht zu Hause verbracht hatten. Dabei fanden wir heraus, dass Männer, deren Schlaf in Nächten in der zunehmenden Periode des Mondzyklus aufgezeichnet wurde, eine geringere Schlafeffizienz und eine längere Wachzeit nach Einsetzen des Schlafs aufwiesen als Männer, deren Schlaf in Nächten in der abnehmenden Periode gemessen wurde. Im Gegensatz dazu blieb der Schlaf von Frauen weitgehend unbeeinflusst vom Mondzyklus. Unsere Ergebnisse waren robust, wenn man sie um chronische Schlafprobleme und den Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe bereinigte", sagt der Autor der Studie, Christian Benedict, außerordentlicher Professor am Uppsala Department of Neuroscience, in einer Medienmitteilung.

(...) Die Studienautoren stellen die Theorie auf, dass die zunehmende Periode die männlichen Schlafgewohnheiten stören könnte, weil der Mond abends mehr Sonnenlicht reflektiert, und zwar genau dann, wenn die Menschen normalerweise ins Bett gehen. In diesem Zusammenhang hat die jüngste Forschung Hinweise darauf gefunden, dass Männer empfindlicher auf Umgebungslicht reagieren als Frauen.




Mittwoch, September 15, 2021

Söder lässt Gender-Leitfäden an Unis überprüfen – News vom 15. September 2021

1.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ein entschlossenes Vorgehen gegen Gender-Sprachregelungen an bayerischen Universitäten angekündigt. "Es kann nicht sein, dass Studenten möglicherweise eine schlechtere Bewertung bekommen, nur weil sie keine Gendersternchen verwenden", sagte der CSU-Vorsitzende unserer Redaktion. "Das geht nicht, Bayern ist ein Freistaat und kein Belehrungsstaat", betonte Söder. Er sehe deshalb spezielle Sprachleitfäden an Universitäten kritisch und habe den Bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) "gebeten zu überprüfen, was es da so alles gibt", fügte Söder hinzu.


Die Augsburger Allgemeinen berichtet.



2. Die Bayernpartei fordert ein Volksbegehren zur Gendersprache:

Seit kurzem verunzieren Sternchen oder Doppelpunkte mitten im Wort geschriebene Texte; gesprochen – etwa in Nachrichten – hört sich das an, als ob sich der Sprecher verschluckt. Auch schwerfällige Partizip-Konstruktionen – wie etwa "Studierende" – werden vermehrt angewendet. Dabei machen letztere Texte vor allem eins, nämlich weniger eindeutig und klar. Denn es ist ein Unterschied, ob man vom einem "Backenden" oder einem "Bäcker" schreibt. Bekannt ist dieses Phänomen als "Gendern".

Die Bayernpartei lehnt diese Sprachverhunzung aus vielen Gründen ab. Denn "Gendern" ist der Versuch, breite Bevölkerungsteile zu zwingen, gewachsene Sprache durch diese Kunstsprache zu ersetzen. Der Vergleich mit dem "Neusprech" aus der Orwellschen Dystopie "1984" drängt sich hier geradezu auf.

Dabei schafft das "Gendern" noch nicht einmal das, was es nach Ansicht seiner Befürworter schaffen soll, nämlich eine größere Inklusion. Denn es führt etwa zur Ausgrenzung von Personen mit Leseschwäche oder solchen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Aus diesem Grund wird die Bayernpartei in Kürze eine Petition beim bayerischen Landtag einbringen mit dem Ziel, der bayerischen Verwaltung auf allen Ebenen das "Gendern" zu untersagen. Ein Volksbegehren mit gleichem Ziel ist in Vorbereitung.

Ergänzend hierzu der Landesvorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber: "Glaubt man Umfragen, lehnt eine sehr breite Mehrheit der Bevölkerung das „Gendern“ ab. Und dieser Mehrheit wollen wir eine Stimme geben. Unsere Petition bzw. das in Vorbereitung befindliche Volksbegehren richten sich zwar an die bayerische Verwaltung, sollen aber auch darüber hinaus Zeichen setzen. Wir wollen aufzeigen, dass „Gendern“ nur die Spielwiese einer polit-medialen Blase ist, die über zu viel Zeit verfügt und von Steuergeldern zu gut lebt. Es handelt sich meiner Meinung nach um Wohlstandsverwahrlosung, sonst nichts. Wenn aber etwa Unternehmen vor Augen geführt bekommen, dass ihre tatsächlichen oder potentiellen Kunden diesen Neu-Sprech ablehnen, werden sie erkennen, dass die Bevölkerung zwar gerne ihre Sachen kauft, auf Erziehungsmaßnahmen aber nicht scharf ist."




3. "Aufstand gegen Dresdens Gender-Rathaus" schlagzeilt die Nachrichtenplattform "Tag 24". In dem Artikel heißt es:

Einzelne Ämter im Dresdner Rathaus sind dazu übergegangen, Briefe und offizielle Schreiben offensiv zu gendern und geschlechterneutral zu sprechen.

(…) Im Rathaus herrscht dazu jedoch Uneinigkeit. OB Dirk Hilbert (49, FDP) spricht in seinen Reden weiter die "Dresdnerinnen und Dresdner" an. Das Presseamt von Chef Kai Schulz (46) verbietet die Sternchen-Schreibweise bei Veröffentlichungen. So soll die "Lesbarkeit von Texten unter anderem für ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund" erleichtert werden.

Ein gemeinsamer Antrag ("Schluss mit dem Genderwahn – Sprache muss einfach und verständlich bleiben") von AfD und Freien Wählern will dem Rathaus den Gebrauch "gendergerechter und geschlechtsumfassender" Sprache nun generell untersagen. Stattdessen soll die amtliche Rechtschreibung gelten. "Verwaltung muss sich neutral verhalten. Gendersprache darf nicht von oben nach unten durchgedrückt werden", sagt Silke Schöps (46, AfD).

Buchhändlerin und Rätin Susanne Dagen (49, Freie Wähler): "Es wird versucht, durch formale und ideologische Bevormundung, die Schönheit und den Reichtum unserer Sprache zu zerstören."

Im Rat wird es zu einer engen Abstimmung kommen. Die CDU im Land hat bereits eine ähnliche Haltung wie AfD und Freie Wähler eingenommen.




4. Die Frankfurter Allgemeine titelt: "Kindesmissbrauch durch Frauen – das stumme Verbrechen". Der Artikel steht natürlich hinter einer Bezahlschranke. Für jeden frei zugänglich ist hingegen mein Beitrag zu diesem Thema. Die 20 Prozent weiblichen Täter, von denen die FAZ schreibt, scheinen eher gering angesetzt – verschiedene Studien zeigen ein deutlich höheres Ausmaß.



5. Die Gruppe "Eltern für Kinder im Revier" weist auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hin, das einmal mehr auf die Verletzung solcher Menschenrechte durch die Bundesrepublik Deutschland befindet. (Der Artikel ist schon etwas älter und passt damit eigentlich nicht in den "News"-Anspruch von Genderama, ich wollte diese Meldung, auf die ich erst jetzt gestoßen bin. aber auch nicht untergehen lassen.)



6. Tilman Weigel, Betreiber des Männergesundheitsportals Gesund.men hat ein Videopodcast online gestellt und erklärt hierzu:

Nachdem meine Umfrage unter den Parteien zur Männergesundheit auf so großes Interesse gestoßen ist, habe ich vor der Bundestagswahl noch eine neue Befragungsrunde gestartet und das als Video-Podcast aufbereitet.

Nur SPD und Bündnis90/Die Grünen habe leider überhaupt geantwortet. Ein klares Bekenntnis zum Ziel, den Unterschied in der Lebenserwartung zu reduzieren, fehlt leider. Allerdings räumen beide Parteien ein, dass hier Handlungsbedarf besteht.




7. Die Boy Scouts of America haben am Dienstag Vergleiche über mehr als 1 Milliarde Dollar abgeschlossen, um Ansprüche wegen sexuellen Missbrauchs zu befriedigen. 787 Millionen Dollar kommen von der Versicherungsgruppe The Hartford und weitere 250 Millionen Dollar von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, einer ihrer Gründungsorganisationen.



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