Montag, August 10, 2026

DER SPIEGEL: "Reichinneks Männerproblem"

1.
Linken-Frontfrau Heidi Reichinnek spricht vor allem junge Frauen in Städten an. Diese Strategie könnte ihrer Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt zum Verhängnis werden.


Das war gestern Abend die Top-Meldung auf SPIEGEL-Online und steht dort immer noch weit oben. In dem Artikel heißt es:

Wann immer Heidi Reichinnek irgendwo auftritt, gilt die Fifty-fifty-Regel. Die Hälfte der Zeit wendet die Linken-Bundestagsfraktionschefin für ihre Rede auf, die andere für Selfies mit ihren Fans.

Ein Dienstag im Juli, mehr als 300 Menschen haben sich auf dem Holzmarkt der kleinen Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt versammelt. Sie wollen Reichinnek und Eva von Angern hören, Spitzenkandidatin der Linken bei den Landtagswahlen am 6. September.

Eine Dreiviertelstunde lang reden die Frauen über häusliche Gewalt und Feminismus, über Sozialpolitik und Heimatverbundenheit. Dann kündigt die Moderatorin Zeit für Fotos an. Links der Bühne bildet sich rasch eine lange Schlange. Jüngere Frauen, ältere Damen, Teenagerinnen, sie alle wollen ein Foto mit Reichinnek.

Männer sind in der Schlange kaum auszumachen.

Als Reichinnek und andere Spitzenvertreterinnen der Linken damit begannen, auf TikTok und Instagram für ihre Politik zu werben, erlebte die Partei ein Comeback. Der Zuspruch kam zu einem großen Teil von jungen Frauen in Städten wie Berlin, Leipzig oder Köln. Bislang galt der weibliche Rückhalt als Erfolgsfaktor der Linken, doch jetzt könnte er ihr Probleme bereiten. Das Wachstum der Partei gerät dort an Grenzen, wo es kaum junge, urbane Milieus gibt, die links ticken. Will die Linke auch im ländlich geprägten Sachsen-Anhalt erfolgreich sein, braucht sie nicht nur die Stimmen von Wählerinnen, sondern auch die vieler Wähler.

Studien zeigen, dass das Geschlecht einen Einfluss auf das Stimmverhalten hat. Bei der vergangenen Bundestagswahl wählten in der Gruppe der unter 25-Jährigen 35 Prozent der Frauen die Linke, aber nur 16 Prozent der Männer. Für die AfD hingegen stimmten 27 Prozent der jungen Männer und 15 Prozent der jungen Frauen. In eher ländlich geprägten Bundesländern ist das Phänomen besonders ausgeprägt: Bei den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schnitt die AfD bei Männern deutlich besser ab als bei Frauen. Die extrem rechte Partei landete deutlich vor der Linken. Die schaffte am Ende nicht einmal den Sprung über die Fünfprozenthürde.

Was tut die Linke gegen ihre Schwäche bei Männern? Die Antwort erstaunt: nicht viel.

Die Partei plant für die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin keine gezielte Ansprache von Männern. Im Karl-Liebknecht-Haus, der Berliner Parteizentrale, glauben die Strategen, dass der Kampf für Gleichberechtigung am Ende allen zugutekommt. Wenn sie bei der Linken über Feminismus reden, sind Männer mitgemeint.

Die AfD spricht Männer gezielt an. (…) Selbst die Grünen öffnen sich für ein, wie es in der Partei heißt, positives Bild von Männlichkeit, aus Sorge davor, mit ihrer Emanzipationsrhetorik Wähler zu verschrecken. Reichinnek aber, selbst in Sachsen-Anhalt geboren, denkt nicht daran, ihren Landtagswahlkampf auf Männer auszurichten. (…) "Lasst euch nicht von so einer Westmänner-Elitepartei verarschen", ruft Reichinnek, sie meint die AfD. Das Publikum johlt, es sind vor allem Frauen.


Ebenfalls bei SPIEGEL-Online findet sich das Angebot zu einer Debatte über die Frage "Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Fehlt der Linkspartei eine Ansprache für Männer?" Automatisch möchte man zurückfragen: Im Vergleich zu wem? KEINE Partei hat ernstzunehmende Angebote im Gepäck, die die Anliegen von Männern bedienen und sich an ihre Interessen richten. Die Grünen haben ein verquastes Manifest, zu dem sie selbst kaum stehen und jede Interviewanfrage inzwischen verweigern. Frauenministerin Karin Prien von der CDU sagt manchmal verdruckst, man müsste ja auch etwas für die Männer tun, aber konkret ist ihr Portfolio hier leer, und die Ministerin steht blank da. Wie bei anderen offenen Baustellen auch, scheinen die Politiker zu glauben, ständiges Händeringen über den wachsenden Erfolg der AfD scheint zu genügen. Hauptsache, das eigene Publikum johlt.



2. Die CDU-Vizevorsitzende Silvia Breher hätte gerne eine Frau statt einem Mann als Bundespräsidenten. Man brauche nämlich "eine Person, die empathisch ist, eine positive Ausstrahlung hat und Menschen tatsächlich erreichen kann." Diese Eigenschaften fände man nun mal vor allem bei Frauen.



3. Die Zahl der kinderlosen Männer ist deutlich gestiegen.

Besonders stieg (…) der Anteil an kinderlosen Männern zwischen 30 und 34. In dieser Altersspanne erhöhte er sich um fast 30 Prozentpunkte von 42 auf 69 Prozent. Bei den 35- bis 39-Jährigen stieg der Anteil um rund 30 Prozentpunkte von 22 auf 54 Prozent. Auch der Anteil an Männern mit einer festen Partnerin ist demnach gesunken. Dieser sank ebenfalls besonders im Alter von 35 bis 39 Jahren: 1986 waren noch 93 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe in einer festen Partnerschaft. Laut einer vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden durchgeführten Studie waren es 2024 nur noch 79 Prozent.


Die Kommentare unter dieser Meldung sind deutlich. Gleich im ersten heißt es: "Der Mann trägt halt das größere Risiko finanziell und emotional. Die meisten Beziehungen halten ja nicht mehr. Heißt für die Männer: gezahlt wird weiterhin, beim Sorgerecht und Umgang mit dem Kind gibt's Trostpreise."



4. Collien Fernandes beklagt inzwischen einen Kontaktabbruch durch ihre Tochter. Dürfen wir bald mit einer SPIEGEL-Titelgeschichte über das Problem Eltern-Kind-Entfremdung rechnen?



5. Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit dem Frauenhass in der "chinesischen Manosphere". Herzlichen Glückwunsch zunächst einmal dafür, den tausendsten Artikel zur "bedrohlichen Manosphäre" gebaut UND dafür einen einigermaßen originellen Ansatz gefunden zu haben, statt ständig denselben Inhalt wiederzukäuen. Nur leider lässt der Beitrag inhaltlich zu wünschen übrig.

Sie sind zahlreich, und sie sind frustriert: akademisch gebildete Influencer aus China, die auf sozialen Netzwerken wie der Plattform Zhihu auf grosses Interesse stossen. Zum Beispiel Peng Huitang, der 50 000 Follower hat und regelmässig gegen moderne Frauen wettert: "Junge Frauen, die von feministischem Gedankengut einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, hassen Männer immer mehr. Das führt zu der Vorstellung, Männer würden Frauen von Geburt an etwas schulden."


Im Ernst? Die NZZ hält es für das drastischste Beispiel des beklagten "Frauenhasses", wenn der wachsende Männerhass vieler junger Frauen angesprochen wird? Schon von den ersten Zeilen an kann man nur den Kopf schütteln.

Ein anderer Influencer, bekannt unter dem Pseudonym Ying Yueyong, rief in einem Video auf der Plattform Bilibili, das vier Millionen Mal aufgerufen wurde, zum "Widerstand" auf: "Männer dürfen angesichts jahrelanger Schikane nicht länger schweigen." Dabei bedient er auch die unter solchen Akteuren populäre nationalistische Rhetorik: "Extremer Feminismus ist ein gemeinsames Instrument akademischer Cliquen und ausländischer Kräfte." Willkommen in der chinesischen Manosphere.


Von weiblicher Seite lese ich die exakt umgekehrte Rhetorik seit Jahrzehnten, und keineswegs nur in den radikalisiertesten "Femosphere"-Foren, sondern unzähligen Büchern und Artikeln. Dass die feministische Radikalisierung und Indoktrinierung vor allem im akademischen Milieu stattfindet, ist auch nicht gerade eine gewagte Verschwörungstheorie. Für die Neue Zürcher Zeitung scheint es schon unerträglich zu sein, wenn manche auf einen groben Klotz einen groben Keil setzen, wenn es also aus dem Walde herausschallt, wie man hineinruft.

Der digitale Zorn der chinesischen Männer ist nur der radikalste Ausdruck einer weitaus breiteren Frustration, die Millionen Männer im ganzen Land teilen – sowohl online als auch offline.


Gibt es solchen "digitalen Zorn" von Frauen, gelangt beispielsweise DIE ZEIT zu dem Fazit: "Vielleicht wäre es Zeit, ihnen aufmerksamer zuzuhören." Was von Frauen als Hilfeschrei wahrgenommen wird, erkennt man bei Männern als Bedrohung. Dabei plagen chinesische Männer offenbar ähnliche Sorgen wie westliche:

Zudem sind junge Frauen heute immer besser ausgebildet und übertreffen die Männer oft formal: 2024 stellten sie 51 Prozent der Studierenden an Hochschulen – 14 Prozentpunkte mehr als noch vor zwanzig Jahren.


Und so bedauerlich und ärgerlich ich persönlich das finde: Solange man nicht laut wird, ändert sich an solchen Entwicklungen nichts. Selbst die rein verbalen Bekundungen Karin Priens gäbe es nicht, wenn sich eine Männerbewegung nicht immer wieder deutlich zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen hätte, dass die männliche Hälfte der Bevölkerung auch wahlberechtigt ist.

Auch in anderer Hinsicht spiegelt sich die hiesige Situation in China:

Während urbane Chinesinnen also die Last traditioneller Rollen ablegen konnten, wird von Männern erwartet, dass sie ihre alten Verpflichtungen weiterhin erfüllen. Wer heiraten will, muss meist eine Eigentumswohnung vorweisen. Zudem fordern viele Brautfamilien ein beträchtliches "Brautgeld".

Lan Zhaoxia, eine Partnervermittlerin aus Langfang nahe Peking, bestätigt, dass der demografische Wandel den Heiratsmarkt aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Sie führt Datenbanken junger Singles, in denen auch die finanzielle Situation der Eltern erfasst wird. Männliche Migranten aus ländlichen Regionen nimmt sie mittlerweile gar nicht mehr als Kunden an – die Chancen stehen schlicht zu schlecht. "Da alle Mädchen aus den Dörfern die Schule besucht haben, gibt es auf dem Land heute mehr durchschnittliche Männer, in den Städten hingegen mehr herausragende Frauen", erklärt sie.

(…) Die Debatten über Chinas Manosphere drehen sich stark um wirtschaftliche Fragen. Ärmere Männer (…) stehen unter immensem finanziellem Druck. Online nutzen sie den Begriff baojinbi ("Goldmünzen explodieren lassen"), um Frauen zu beschreiben, die sie durch Forderungen nach teuren Dates, Geschenken und Brautgeldern finanziell ausbluten lassen.

Eine Studie der Universitäten von Nankai und Peking zeigt, dass rund ein Drittel der jungen männlichen Arbeitsmigranten mit Heiratswunsch ihre Chancen, bis zum 30. Lebensjahr eine Frau zu finden, auf bestenfalls 50 Prozent schätzt. Laut der Untersuchung müsste beispielsweise ein junger Wanderarbeiter sechs Jahre lang jeden Cent sparen, um das durchschnittliche Brautgeld von 127.300 Yuan (gut 15.000 Franken) aufzubringen.

Inzwischen befürchtet allerdings die Führung in Peking, dass der sich verschärfende Geschlechterkonflikt den Nährboden für breitere soziale Instabilität bereiten könnte. Die Behörden versuchen nun, den Ursachen des männlichen Zorns entgegenzuwirken, etwa durch Kampagnen gegen die Praxis der Brautgelder. Vor allem die einbrechenden Heirats- und Geburtenraten bereiten der Staatsführung Sorgen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden in China nur 1,7 Millionen Ehen registriert – halb so viele wie im Vergleichszeitraum 2017.


Schau einer an. Sobald Männer das tun, worüber die Redaktionen in Wehklagen verfallen, kommen Politiker auch in China allmählich in die Pötte. Die Neue Zürcher Zeitung ärgert sich darüber:

In einem Land mit rigoroser Internetzensur wird Misogynie selten stummgeschaltet.


Zuletzt schließt der Artikel mit unverhohlener Genugtuung: Während all das geschieht, boomen in den chinesischen Städten Angebote für Single-Frauen wie Shows mit oben ohne auftretenden Tänzern.



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Freitag, August 07, 2026

"Selbstmordraten nicht hoch genug" – DIE ZEIT berichtet über den Männerhass der Femosphere

1. In einem aktuellen Beitrag beschäftigt sich DIE ZEIT mit dem Männerhass, der in der Femosphere zutage tritt (zu der sich die ZEIT selbst demnach nicht zu rechnen scheint). Der Beitrag enthält unfassbar viel Geschwurbel wie diesen:

Würde man in der Fußgängerzone einer beliebigen deutschen Innenstadt herumlaufen und dagegen Männer fragen, was eine Femcel ist, hätten vermutlich die wenigsten eine Antwort parat. Nicht nur, weil kaum über Femcels, also female incels, weibliche Incels, berichtet wird. Sondern auch, weil Männer sich nicht so gut mit Männerhass auskennen und auskennen müssen. Es gab noch keine Attentate im Namen der Misandrie, und es gibt auch keine weiblichen Andrew Tates, die mit ihrer Hetze Millionen von Followern mobilisieren. Femcels laufen gemeinhin unter dem Radar.


Der Grund, dass – vermutlich – generell weniger Menschen wissen, was eine Femcel ist, liegt vor allem daran, dass Leitmedien diese Fraktion nicht thematisieren, schon gar nicht als Problem erkennen, sondern ihren Männerhass oft übernehmen. Das war bei der ZEIT erst vor wenigen Tagen der Fall. Es gab sehr wohl schon Attentate im Namen der Misandrie – der Sprung von "ich weiß nichts davon" zu "das gibt es nicht" ist ein kühner Sprung der Autorin –, es gibt sehr wohl Frauen, die mit ihrer Hetze zahllose Follower mobilisieren, und über den Hass dieser Fraktion und seine Folgen berichtet Genderama täglich.

Nach diesem Quatsch wird der Artikel immerhin aufschlussreicher (auch wenn er die extrem heterogene Manosphere auf ihre radikalen Ränder reduziert):

Trotzdem existiert diese Parallelwelt zur Manosphere, eine Welt der unfreiwillig (und freiwillig) Zölibatären, der Frustrierten und Enttäuschten, der Einsamen und Abgehängten; eine Welt des Männerhasses und der Gewaltfantasien. Diese Welt wird Femosphere genannt, ein Sammelsurium aus Internetforen mit zum Teil mehreren Tausend Mitgliedern. Genau wie die Manosphere ist sie ein Ort, um Gleichgesinnte zu treffen, um sich aus der realen Welt zurückzuziehen, um zu ranten, seiner aufgestauten Wut Luft zu machen. Auch sie ist ein Ort der Extreme, der Ideologie und der Radikalisierung.


Aber natürlich sind Frauen bei der ZEIT immer noch bessere Menschen:

Und während sich die Wut der Männer oft gegen die Frauen richtet, die sie verschmähen, richtet sich die Wut der Frauen – zumindest die Wut der "Forever Alone Women" – häufiger auch gegen sich selbst. In Form von Essstörungen, Selbsthass, Suizidgedanken. "Der Zorn von Femcels ist kein Ressentiment, das in rachsüchtige Gewalt umschlägt, sondern eine tragische Form des Ressentiments, die sich Gerechtigkeit nicht einmal vorstellen kann", schreibt die britische Medienwissenschaftlerin Jilly Boyce Kay in einer der wenigen akademischen Auseinandersetzungen mit dem Thema. Kay war es auch, die zuerst den Begriff der "Femosphere" vorgeschlagen hat, um die Onlineszene zu beschreiben. "Kein zuvor bestehendes Anspruchsdenken wurde verletzt. Der Zorn der Femcels ist tragisch, weil es keine Möglichkeit gibt, Unrecht wiedergutzumachen. Es kann nichts getan werden."


Auch viele männliche Incels richten ihre Depression und Verzweiflung vor allem gegen sich selbst.

Sonja ist seit drei Jahren Mitglied bei "The Female Strategy", einem Forum "exklusiv für Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen". Sie werde bald 40 und sei zweimal geschieden. Sie habe ein Kind und stecke in einem Sorgerechtsstreit mit dem Vater. Als sie sich damals angemeldet habe, habe sie selbst noch gedatet, schreibt sie. "Mittlerweile möchte ich nichts mehr mit Männern zu tun haben. Wenn man sich länger mit der Thematik beschäftigt, merkt man relativ schnell, wie schlecht Männer für uns Frauen sind." Stalking, Vergewaltigungen, Mobbing, Mord – die Liste negativer Dinge, die Frauen mit und durch Männer widerführen, sei lang.


Aus welchen Foren Sonja diese sexistischen Gedanken wohl hat? Die Schuld der Leitmedien kann es doch nicht gewesen sein?

In Foren wie "The Female Strategy" gibt es weniger Selbstzweifel, kein Zögern bei der Frage, wer schuld daran ist, dass sie nicht die Intimität finden, die sie sich trotz allem wünschen. Schuld sind "Low Value Men", abgekürzt LVM, Männer geringen Wertes. Schuld ist das Patriarchat. Persönliche Enttäuschung und politische Haltung münden in der Überzeugung, ohne Männer besser dran zu sein. Und das ist gar nicht so weit weg von Hashtags wie #Boysober, die zu einem männerfreien Leben ermutigen; oder von der 4B-Bewegung in Südkorea, die Nein sagt zu Dating, Sex, Ehe und Kindern. Man muss nicht mehr in den Nischen des Internets suchen, um Frauen zu finden, die ihrem Begehren entsagen. Es wird kritischer darüber gesprochen, wie gewaltvoll Männer sein können. Was sich online zum Teil zu radikalem Männerhass steigert, heißt in gemäßigten Sphären Heteropessimismus. Es beschreibt den kollektiven Frust angesichts der eigenen Heterosexualität; die Resignation darüber, dass Männer in kulturellem Aspik gefangen sind, wie die US-Autorin Jessica Grose es einmal formuliert hat.


Es handelt sich also um völlig spiegelbildliche Prozesse, nur dass a) Männerhass Teil der allgemeinen Kultur ist und b) diese Kultur deshalb wesentlich sanfter darüber schreibt. Eine analoge Formulierung zu "Es wird kritischer darüber gesprochen, wie gewaltvoll Männer sein können" fände sich bei Berichten über männliche Incels nie.

Ihre extreme Form findet die Femosphere unter anderem in Imageboards (anonymen Internetforen, vergleichbar mit 4Chan, einer von vielen Incels genutzten Plattform). Hier baut sich der Männerhass, gestützt durch ein ideologisches Gerüst, zu Fatalismus auf. Statt von Männern ist nur noch von moids die Rede – male humanoids, in Anlehnung an die femoids, also female humanoids, eine entmenschlichende Bezeichnung für Frauen aus der Incel-Sprachwelt. Nicht nur gegen Männer wird hier – oft im Namen eines radikalen Feminismus – gehetzt, sondern auch gegen Transmenschen, die Frauenräume vermeintlich infiltrieren.

"Hasst ihr moids so sehr, dass ihr sie gerne alle tot sehen würdet?"

"Frauen dominieren Männer in der Arbeitswelt und bei der Bildung. Aber sie verlassen sie einfach nicht. Frauen scheinen sich immer noch gegen die Möglichkeit zu wehren, echte Gemeinschaften und Familien aufzubauen, die sie platonisch respektieren. Sie bestehen weiter darauf sich diesen Untermenschen zu verpflichten."

"Tägliche Erinnerung daran, dass die Selbstmordraten bei Männern nicht hoch genug sind."


Allmählich kommen wir zur Sache. Der nächste Schritt wäre zu fragen, wie unsere Kultur diese Frauen geprägt hat, damit sie sich derart entwickelt haben. Das könnte DIE ZEIT ruhig auch mal selbstkritisch tun. Stattdessen endet der Artikel mit exakt jenem Fazit zur den Frauen der Femosphere, das man von Anfang an erwarten durfte:

Vielleicht wäre es Zeit, ihnen aufmerksamer zuzuhören.




2. "Väter spielen eine einzigartige Rolle in der emotionalen und sozialen Entwicklung eines Kindes" stellt die britische Evolutionsanthropologin Anna Machin in einem Interview mit Stefanie Unbehauen für "Die Welt" klar. Machin führt darin aus:

"Väter möchten sich stärker einbringen und emotional präsenter sein. Viele von ihnen erkennen heute ihre Bedeutung im Leben ihrer Kinder. Allerdings hat die Gesellschaft diesen Wandel noch nicht vollständig vollzogen. Unterstützende Strukturen – insbesondere am Arbeitsplatz und beim Thema Vaterschaftsurlaub – sind noch nicht ausreichend angepasst. Flexible Arbeitsmodelle und eine väterfreundliche Arbeitskultur fehlen vielerorts. Echter Fortschritt erfordert umfassendere gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen, damit Väter diese Rolle auch tatsächlich ausfüllen können."




3. Eine aktuelle Studie begleitete über einen Zeitraum von 14 Jahren mehr als 3.000 Erwachsene und untersuchte den Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und sozialer Isolation. Das zentrale Ergebnis lautet, dass psychische Belastungen wie Depressionen oder Angstzustände bei Männern deutlich häufiger mit einem Rückzug aus sozialen Beziehungen einhergehen als bei Frauen. Während sich die sozialen Netzwerke von Frauen trotz psychischer Probleme im Durchschnitt vergleichsweise stabil hielten, verloren Männer im Verlauf der Studie häufiger enge soziale Kontakte und berichteten von zunehmender Isolation. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Alter, Einkommen, Bildungsstand oder körperliche Gesundheit berücksichtigt wurden. Die Forscher betonen deshalb, dass Maßnahmen zur Förderung sozialer Beziehungen und frühzeitiger psychischer Unterstützung insbesondere für Männer wichtig sein könnten, um einer zunehmenden Isolation entgegenzuwirken.



4. Die Post. Einer meiner Leser weist mich darauf hin, wie unterschiedlich die britische und die deutsche Presse Schlagzeilen zu ein und derselben Tat formulieren.

Die britischen Zeitungen:

"Woman arrested after four men stabbed in London’s Covent Garden"

"Covent Garden stabbing: woman arrested after four men attacked"

"Covent Garden stabbing: Four men injured - as police arrest woman"

Viele deutsche Medien hingegen titeln:

"Vier Menschen in London niedergestochen – eine Frau festgenommen"

"Großbritannien: Vier Menschen in London niedergestochen"

"Eine Frau festgenommen: Vier Menschen in London bei Angriff niedergestochen"

"London: Mehrere Menschen in beliebtem Viertel niedergestochen– 47-Jährige angeklagt"

Mein Leser merkt dazu an:

Natürlich schreibt man im deutschen Blätterwald gerne alles von ein- und demselben Newsticker ab. Dass das Geschlecht der Opfer vielerorts so nonchalant hinter dem Wörtchen "Menschen" verschwindet, ist trotzdem auffällig, obgleich nicht wirklich überraschend. Hätte ein Mann vier Frauen niedergestochen, wären vermutlich bereits drei Talkshows über "toxische Maskulinität" und "männliche Gewalt im öffentlichen Raum" in Vorbereitung.




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Mittwoch, August 05, 2026

Bosnien: Sexuelle Gewalt gegen Tausende von Männern

1. Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet, wie sich allmählich herausstelle, dass im Bosnienkrieg auch gegen tausende männlicher Opfer sexuelle Gewalt stattgefunden hat. Ein Auszug:

Für die auf Kriegsverbrechen spezialisierte Anwältin Ajna Mahmić-Ćatić ist das ein häufiges Muster. Betroffene Männer sprächen oft erst "aus der Not heraus", sagt sie. Was nicht bedeute, dass Männer Betroffenheitsgeschichten erfänden. "Es gibt keinen Mangel an Beweisen", betont sie. In den Urteilen des Haager Kriegstribunals sowie des obersten Gerichts von Bosnien-Herzegowina finden sich etliche: Von erzwungener Masturbation, Genitalverstümmelungen bis zu forcierten Vergewaltigungen zwischen Familienmitgliedern. Die Urteile sind öffentlich einsehbar. Wenn sexualisierte Gewalt an Männern die letzten Jahrzehnte also ein Geheimnis gewesen sein soll, dann war es vor allem: ein offenes.


In meinem Buch "Sexuelle Gewalt gegen Männer" (2023) habe ich ausführlich auch über den Bosnienkrieg berichtet.



2. Zwangsrekrutierungen in Russland finden immer aggressiver statt:

Berichte über Machtmissbrauch und die Misshandlung von Soldaten im Militär machen die Runde, hinzu kommt das hohe Sterberisiko an der Front: Die durchschnittliche Überlebensdauer eines russischen Soldaten im Kriegseinsatz beträgt nur wenige Tage bis Wochen.

Die Verluste Russlands im Krieg sollen laut Militäranalysten zwischen 30.000 und 40.000 Soldaten im Monat betragen. Nachschub wird entsprechend dringend gebraucht. Auch deshalb werden die Rekrutierungsmethoden offenbar rabiater.

"Die Behörden bedienen sich nun gewaltsamer Mittel, indem sie Männer festnehmen und fortschicken", sagte der Anwalt Artyom Klyga dem "Wall Street Journal". Klyga setzt sich für die Belange Zwangsrekrutierter ein.

Offiziell ist der Kriegsdienst in Russland freiwillig. Doch tatsächlich soll die Polizei bisweilen mit Rekrutierern zusammenarbeiten, um Männer unter Druck zu setzen, bis sie schließlich nachgeben und unterschreiben. Angehörigenberichten zufolge droht die Polizei den Betroffenen oftmals an, ihnen Drogen unterzuschieben und sie damit an Ort und Stelle zu verhaften.

Die Stadt Pensa im Südwesten des Landes gilt dabei als Hotspot. Laut dem Einwohner Vladislav Leonidov fand er einen vermissten Bekannten im örtlichen Rekrutierungsbüro auf, wo er in die Leber und die Nieren geschlagen worden war. Durch sein Einschreiten sei erreicht worden, dass der Mann freigelassen wurde. "Wenn wir zwei Stunden später gekommen wären, hätten sie ihn schon mitgenommen", sagte Leonidov. "Sie gehen äußerst schnell vor."




3. Die Bedeutung der Frauen für Hitler und die NSDAP darf man auf keinen Fall unterschätzen, erklärt die Süddeutsche Zeitung in ihrem Artikel "War auch Oma ein Nazi?". In unserer Frauen-sind-bessere-Menschen-Gesellschaft stellt diese Erwähnung einen Tabubruch dar:

Der britische Historiker Richard J. Evans behandelt in seinem jüngsten Buch "Hitlers Komplizen" auf knapp 800 Seiten bezeichnenderweise nur etwas mehr als eine Handvoll Protagonistinnen wie die Regisseurin Leni Riefenstahl. Auch in der aktuellen Debatte um die NSDAP-Mitgliederkartei bleiben Frauen unter dem Radar. Zu Unrecht: Auch der weibliche Teil der Deutschen brachte die Nazis an die Macht und stabilisierte den NS-Staat.

(…) Seit den Zwanzigerjahren gab es etwa eine kleine Gruppe vermögender und einflussreicher Frauen, die den Aufstieg Adolf Hitlers aktiv förderten, mit Geld und guten Kontakten zu Unternehmern oder Generälen. Einige von ihnen wie Else Bruckmann, Viktoria von Dirksen oder Helene Bechstein machten Hitler in konservativ-nationalistischen Kreisen salonfähig. Winifred Wagner, die Schwiegertochter des Komponisten Richard Wagner und Leiterin der Festspiele in Bayreuth, die Hitler regelmäßig besuchte, zählte seit 1923 zu seinen glühendsten Bewunderinnen, sie hielt ihrem "seligen Adolf" auch nach 1945 die Treue.

(…) Jedenfalls ist die Zahl erschreckend hoch und vor allem hoch genug, um in der eigenen Familienforschung auch auf weiblicher Seite beklemmende Entdeckungen zu machen. War Opa ein Nazi?, das ist gerade die allgegenwärtige Frage, seit die National Archives in Washington die Dateien online gestellt haben. Es gibt Podcasts mit diesem Titel, entsprechende Bücher, Artikelserien über die Verstrickung der Großväter. Aber was ist mit den Großmüttern? Hat auch Oma bei den Nazis mitgemacht?

Dass Frauen im Vergleich zu den Männern in der NSDAP immer eine Minderheit blieben, bedeutet nicht, dass sie das NS-System nicht in der Breite gestützt haben – und damit die für sie vorgesehene Rolle akzeptierten. Wie die aussah, daran hat gerade die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink nie einen Zweifel gelassen. In zahlreichen Funktionen, etwa als Leiterin des weiblichen Reichsarbeitsdienstes und vor allem der 1931 gegründeten NS-Frauenschaft (NSF), die der NSDAP angegliedert war, erreichte sie mit ihren Auftritten und Reden, meist im reinweißen Kleid und mit zum Kranz geflochtenem Haar, ein Massenpublikum: Zwölf Millionen Frauen gehörten 1939 mindestens einem der NS-Verbände an.

(…) Dass der NS-Staat ein weibliches Gesicht hatte mit Funktionsträgerinnen, Hunderttausenden Parteimitgliedern, linientreuen Müttern, damit tat sich die Welt und tat sich Deutschland nach 1945 offenbar schwer – als wollte man nicht wahrhaben, dass Frauen ein aktiver Teil eines Terrorsystems sein können. In den Entnazifizierungsprozessen und ganz allgemein bei der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gab es in der Nachkriegszeit nach Einschätzung von Historikern jedenfalls keine einheitliche Linie. Einerseits galten Frauen lange als fehlgeleitete Mitläuferinnen, man verharmloste ihre Taten, die Gerichtsurteile fielen zum Teil vergleichsweise mild aus. Andererseits wurden, wie Richard Evans betont, Täterinnen wie KZ-Aufseherinnen oder die berüchtigte Ehefrau des Lagerkommandanten von Buchenwald, Ilse Koch, mit Begriffen wie "Hexe von Buchenwald" oder "blonde Bestie" dämonisiert. Bei der kollektiven Aufarbeitung oder eher Nichtaufarbeitung habe diese Dämonisierung wie ein indirekter Freispruch für alle anderen gewirkt.




4. "Sollte eine Wehrpflicht nicht auch für Frauen gelten?" fragt heute die Augsburger Allgemeine in einem Pro und Contra.



5. Eine aktuelle Studie zeigt, dass vor allem Männer, die ihre Kindheit als besonders chaotisch und unberechenbar erlebt haben, häufiger bestimmte psychopathische Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Der Zusammenhang betrifft vor allem Eigenschaften wie geringe Empathie, Rücksichtslosigkeit und Impulsivität. Die Forscher erklären dies mit der sogenannten Life-History-Theorie: Wenn eine Umwelt als instabil wahrgenommen wird, könnte eine Person eher kurzfristige Strategien dagegen entwickeln – etwa stärker auf unmittelbare Vorteile, Konkurrenz und Selbstschutz zu setzen. Allerdings führe eine schwierige Kindheit nicht automatisch zu psychopathischen Zügen.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Dienstag, August 04, 2026

Nach erfundener Vergewaltigung in Stuttgart: Warum denkt sich jemand so etwas aus?

1. In den letzten Tagen ging der Fall einer 16-Jährigen durch die Medien, die eine Vergewaltigung am Stuttgarter Charlottenplatz erfand. Der SWR befragt nun die Kriminalpsychologin Elsa Gewehr nach den Hintergründen solcher Geschichten.

Gewehr erklärt zunächst, man müsse sich bewusst machen, dass es sich bei solchen Fällen "nicht immer um Lügen handelt. Was wir aber auch gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig sehen, sind unabsichtliche Falschaussagen. Das sind Falschaussagen, bei denen Menschen selbst davon überzeugt sind, dass etwas passiert ist oder zur Überzeugung gebracht werden, dass etwas passiert ist und dann Angaben zu einem Geschehen machen, das sich eigentlich so nie ereignet hat." Gewehr kommt dann auch Fehlerinnerungen zu sprechen, die durch eine suggestive Befragung beispielsweise von Therapeuten ausgelöst werden können. Das ist tatsächlich gut belegt, ich habe mich im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" (2001) ausführlich mit diesem Thema beschäftigt.

Aber wie ist es nun mit absichtlichen Falschaussagen? Gewehr erklärt hierzu: "Bei der Suche nach Motiven sollte man sich immer die Frage stellen, welche Funktion oder Vorteil eine solche Aussage für eine Person hat. Das kann zum einen bedeuten, dass man der anderen Person schaden will. Wenn jetzt aber die Person, die die Aussage macht und die Beschuldigte sich vorher gar nicht kannten, dann muss man sich eher die Frage stellen, welche Funktion könnte eine Falschaussage sonst noch für die Person selbst gehabt haben."

Auch das ist nachvollziehbar. Dieser Tage beispielsweise erfand eine Polizistin eine Vergewaltigung, weil sie zu spät zur Arbeit kam.

Elsa Gewehr führt weiter aus: "Aufmerksamkeit kann ein Motiv sein, was wir diskutieren. Zum Beispiel dann, wenn eine Person aus einer absichtlichen Falschaussage Selbstwert ziehen kann. Oder: Steckt die Person in Beziehungen, in denen sie vielleicht positive Erfahrungen machen kann, wenn sie sich als Opfer von einer Straftat darstellt?"

~ Gut, dass wir eine Expertin gefunden haben, die uns all das erklärt, auf das wir nicht selbst gekommen wären. ~

Klar, Leute tun Dinge, wenn es ihnen nützt. Weshalb einer Frau, die zu spät zur Arbeit kommt, als erstes eine Vergewaltigung einfällt, weiß ich immer noch nicht.



2. Die Hasstiraden gegen Männer, die "Die Zeit" veröffentlicht, werden zunehmend durchgeknallter. Auch aktuell hat das Blatt wieder eine Autorin gefunden, die so viel Schaum vorm Mund hat, dass sie fast daran erstickt:

Wenn wir dem Kassandra-Chor der Frauen vor uns lauschen, hören wir ihre Warnungen: Seid wachsam! Rüstet euch! Weltweit, auch in unseren Breiten, ist eine aggressive Maskulinität wieder unverkennbar auf dem Vormarsch. Wir sehen sie überall: Männer in überbordend goldenen Amtszimmern, Männer an lächerlich langen Tischen, Männer mit grotesk aufgepumpten Muskeln; Männer, die sich in die Stratosphäre schießen lassen; Männer, die mit Kettensägen hantieren; Männer, die uns unentwegt die Welt erklären. Männer, die zunichtemachen wollen, was Frauen erreicht haben. (…) Autokraten, Erzkonservative, Islamisten, Incels, Manosphere-Propagandisten, Männerrechtsaktivisten, Rechtsextremisten und andere Vertreter toxischer Maskulinität sind sich bei allen weltanschaulichen Differenzen einig darin, dass es männliche Privilegien zu sichern gilt. Und sie wenden durchaus ähnliche Methoden an.


Ich bin mir sicher, dass man sich noch mehr in pauschalen Hass hineinsteigern kann, wüsste aber aus dem Stand nicht wie. Wie man Männer damit für den Feminismus gewinnen will, die nicht selbst längst massiv ideologisiert sind, ist mir schleierhaft. Derartig wildes Um-sich-Schlagen dürfte viele stark abschrecken.



3. Andererseits sind solche Feindseligkeiten in Politik und Medien bereits gut etabliert. Die britische Politikerin Baronin Harriet Harman fordert, dass bei der nächsten Wahl des Labour-Parteivorsitzes keine Männer kandidieren dürfen. Ziel sei, zu erzwingen, dass Labour eine Frau zur Parteivorsitzenden wählt.

Harriet Harman ist keine Hinterbänklerin, sondern eine der prägendsten Figuren der Labour Party der letzten vier Jahrzehnte. Ihre Aussagen haben deshalb in der britischen Politik erhebliches Gewicht. Sie war 42 Jahre lang Abgeordnete (1982–2024) und gehörte damit zu den dienstältesten Labour-Politikern, von 2007 bis 2015 war sie stellvertretende Vorsitzende der Labour Party, dabei auch übergangsweise Parteivorsitzende und damit Oppositionsführerin sowie als Ministerin für Frauen und Gleichstellung tätig. Seit 2025 ist sie Sonderbeauftragte der britischen Regierung für Frauen und Mädchen. Besonders bekannt wurde Harman als treibende Kraft hinter den "all-women shortlists": Wahllisten beziehungsweise Auswahlverfahren, bei denen ausschließlich Frauen als Kandidaten zugelassen werden. Diese Regel trug wesentlich dazu bei, den Frauenanteil der Labour-Fraktion zu erhöhen. Harmann gilt seit Jahrzehnten als eine der einflussreichsten feministischen Stimmen innerhalb der Partei.



4. Eine aktuelle Studie der Universitäten Cambridge und Bristol zeigt eine systematische Benachteiligung von Jungen bei der Benotung durch Lehrkräfte in England. So schätzen Schulen schätzen die künftigen A-Level-Noten (Abituräquivalent) von Jungen systematisch schlechter ein als die von Mädchen, die letztlich dieselben Prüfungsergebnisse erzielen. Mädchen haben eine um 3 bis 11 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Noten von Lehrkräften zu hoch vorhergesagt werden. Umgekehrt liegt die Wahrscheinlichkeit für Jungen, zu ihrem Nachteil fehleingeschätzt zu werden, um 15 bis 41 Prozent höher als bei Mädchen. Da das britische Zulassungssystem (UCAS) stark von den von Lehrkräften prognostizierten Noten abhängt, verschlechtern sich die Chancen von Jungen auf Studienplätze erheblich. Insbesondere bei stark umkämpften Studiengängen wie Medizin, Jura oder Tiermedizin führt dies zu spürbaren Nachteilen bei der Zuteilung von Studienangeboten.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Servus Herr Hoffmann,

haben wir es aktuell mit einer Epidemie weiblicher Gewalt und toxischer Feminität zu tun? Hier nur ein paar Meldungen der vergangenen Tage:

Meldung 1, 30.07.2026

"Im Vorarlberger Hohenems ist in der Nacht auf Mittwoch ein Beziehungsstreit eskaliert. Eine Frau soll ihren Lebensgefährten schwer verletzt haben, dieser wies Schnitte an Hals, Armen und Beinen auf. Das Opfer kam ins Spital, die Verdächtige wurde wenig später von der Polizei festgenommen und in die Justizanstalt überstellt."

Wäre es umgekehrt gewesen, wäre diese Tat sicher nicht bloß unter "Beziehungsstreit" gepackt, sondern wohl als "versuchter Femizid" oder Ähnliches eingeordnet worden.

Meldung 2, 31.07.2026

"Mutter und Großmutter ließen laut Anklage autistischen Teenager verhungern

Der 16-Jährige kam mit massivem Untergewicht ins Krankenhaus – doch die Ärzte konnten nicht mehr helfen: In New York ist ein Teenager verhungert. Nun gibt es schwere Anschuldigungen gegen engste Verwandte. (...) Medienberichten zufolge wog der Junge zum Zeitpunkt seines Todes 27 Kilogramm. Sein Zwillingsbruder sei in einem ähnlichen Zustand gewesen, habe aber überlebt. Beide Jungen konnten laut US-Medien nicht sprechen und waren komplett auf Hilfe angewiesen. Der überlebende Bruder befindet sich in einer Reha-Behandlung und soll bereits mehr als 13 Kilogramm zugenommen haben, wie CBS News berichtet. (…) Neben dem Mordvorwurf gibt es noch zahlreiche weitere Anschuldigungen gegen die beiden Frauen. 'Diese beiden Personen haben ihre Pflicht und Verantwortung gegenüber den Jungen missachtet. Ein Kind ist tot, das andere hat einen langen Genesungsprozess vor sich', sagte Darcel Clark von der Staatsanwaltschaft der Bronx."

Meldung 3, 31.07.2026

"Vergewaltigung am Charlottenplatz: 16-Jährige hat Tat erfunden

Eine angebliche Vergewaltigung am Charlottenplatz in Stuttgart hat nie stattgefunden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag gemeinsam mitteilen, hat eine 16-Jährige die Tat erfunden. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Widersprüche im Tatablauf ergeben, sodass Zweifel an der Tat aufkamen. In einer Vernehmung habe die 16-Jährige dann eingeräumt, dass die Vergewaltigung vorgetäuscht war. (...) Damals wie jetzt hatten die angeblichen Vergewaltigungen jeweils eine neue Sicherheitsdebatte in der Stadt ausgelöst. Im Zentrum stand die Frage, ob vor allem die Videoüberwachung ausgeweitet werden könne. Im Fall der angeblichen Tat am Charlottenplatz hatte die Polizei kurzfristig als Maßnahme ergriffen, vor Ort mehr Präsenz zu zeigen."

Als Gegner der Massenüberwachung finde ich es immer wieder interessant, wie schnell "Sicherheitsdebatten" wieder eingepackt werden, wenn die Falschen der Täter sind. Müsste man nicht angesichts solcher Falschbeschuldigungen dringend genauer hinschauen, was junge Frauen da so treiben? Brauchte es nicht härtere Gesetze gegen "weibliche Kriminalität"? Oder zumindest eine Analyse der Wurzeln "toxischer Feminität"?

Meldung 4, 01.08.2026

"Gegen 2.40 Uhr war in Höhe des Plankenkopfes ein Streit zwischen mehreren Frauen gemeldet worden. Eine Streife des Polizeireviers Mannheim-Innenstadt schlichtete den Streit zunächst. Während die Beamten den Vorfall aufnahmen, störte die 18-Jährige, die an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen war, die Arbeit der Polizei aggressiv und ging schließlich mit den Fäusten auf eine 28-jährige Polizeibeamtin los. Bei dem Versuch, sie zu schlagen, verletzte sie die Beamtin leicht. Die Beamten unterbanden den Angriff und nahmen die 18-Jährige fest. Ein Alkoholtest auf dem Polizeirevier ergab einen Atemalkoholwert von über 1,8 Promille. Die Teenagerin wurde später in die Obhut ihrer Eltern übergeben."

Ob ein 18-Jähriger Junge auch einfach nur der Obhut seiner Eltern übergeben worden wäre ..?

Meldung 5, 03.08.2026

"Eine 14-Jährige soll versucht haben, eine 16-Jährige bei Obersulm-Willsbach (Kreis Heilbronn) umzubringen. Die Tat soll bereits am 23. Juli geschehen sein. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag bekannt. Die 14-Jährige habe die 16-Jährige nicht gekannt, soll sie aber unter einem Vorwand auf einen Feldweg am Ortsrand von Willsbach gelockt haben. Dort habe sie ihr Opfer mit einem Messer bedroht, um an ihr Handy zu kommen, heißt es von den Behörden. Nachdem die 16-Jährige ihr Smartphone herausgegeben hatte, soll die Tatverdächtigen mit dem Messer auf sie losgegangen sein. Das Opfer erlitt Schnittverletzungen - und musste nach SWR-Informationen auch im Krankenhaus behandelt werden."

Mein abschließendes Verdikt: Wären das jeweils Männer gewesen, müsste man angesichts dieser Nachrichten wohl stark verunsichert sein, endgültig das Vertrauen in das "toxische Geschlecht" verlieren und sich auf YouTube oder Instagram lauthals fragen, "ob Liebe mit ihnen überhaupt noch möglich ist". Zum Glück wissen "wir" aber, dass die meiste Gewalt "ganz klar von Männern gegenüber Frauen ausgeht" und können deshalb beruhigt weiterklicken.


Das Bild wird noch düsterer, wenn man einen Überblick über internationale Medien hat. In New York etwa steht gerade eine Frau unter Anklage, die ihrem Vater das Herz herausgeschnitten und seiner Leiche auf den Bauch gelegt haben soll.



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Montag, August 03, 2026

"Die glücklichsten Menschen sind alleinstehende Frauen ohne Kinder"

1. Eine junge Influencerin wird Opfer digitaler Gewalt. Danach verliert sie das Vertrauen in Männer und fragt sich, ob Liebe mit ihnen überhaupt noch möglich ist. Grund genug für "Die Welt", für das Buch Reklame zu machen.



2. Hessen eröffnet die erste Schutzwohnung für Männer. Natürlich kann die Hessenschau unmöglich darüber berichten, ohne gleich in den ersten Satz eine Lüge zu packen: "Die meisten Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen." An längst überholten Geschlechterklischees MUSS offenbar festgehalten werden. Der Zwang von Journalisten, ihre Leser zu einer gewünschten Weltsicht zu führen, ist in solchen Momenten schlimmer als bei Orwell. In dem Artikel finden wir dann einen alten Bekannten, Boris von Heesen, der es nicht einmal merkt, wenn er sich innerhalb weniger Worte selbst widerspricht:

Von Heesen betont zugleich, dass Frauen und Männer nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. "Die meiste Gewalt geht ganz klar von Männern gegenüber Frauen aus", sagt er.


Wenn man schon keine Ahnung von der Forschungslage hat, warum blamiert man sich dann, indem man solche Sätze überhaupt raushaut? Ich äußere mich doch auch nicht zur Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank. Wenn man Männer und Frauen nicht gengengeinander ausspielen möchte, warum befeuert man dann regelmäßig eine Opferolympiade zwischen den Geschlechtern?

Immerhin räumt von Heesen ein, dass auch schwere Gewalt durch Frauen überhaupt möglich ist:

Ein Schutzangebot für Männer sei deshalb keine Konkurrenz zu Frauenhäusern, sondern eine notwendige Ergänzung. "Gewalt hat viele Facetten", sagt von Heesen. “Das kann die fliegende Kaffeetasse sein, ein Kneifen oder ein Schlag auf den Arm." Hinzu kämen psychische Gewalt, Einsperren, ständige Kontrolle, das Vorenthalten von Geld oder Abwertung. Auch schwere körperliche Gewalt könne Männer treffen. "Man kann ja auch Hilfsmittel nehmen, um Menschen schwer zu verletzen."


Halbherzig ist auch eine SPD-Politikerin an Bord:

"Ausmaß und Intensität der Gewaltbetroffenheit zwischen Frauen und Männern sind sicherlich nicht vergleichbar", sagt Sozialministerin Heike Hofmann (SPD). "Doch die Daten zeigen: Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Deshalb brauchen wir auch in diesem Bereich Schutzstrukturen."


Für neue Leser: Ich habe die tatsächliche Forschungslage zur Geschlechterverteilung bei häuslicher Gewalt hier zusammengefasst, es gibt inzwischen auch zuhauf Literatur dazu. Für deutsche Leser empfiehlt sich etwa dieses Buch. In aller Kürze zitiere ich auch mal aus einem kommenden Buch von mir:

Eine EKD-Studie aus dem Jahr 2010, durchgeführt vom Antidiskriminierungsforscher Peter Döge, ergab: 45 Prozent der befragten Männer und 41 Prozent der befragten Frauen gaben an, häusliche Gewalt erlitten zu haben. 2013 bestätigte das Robert-Koch-Institut in seiner Studie zur Gesundheit Erwachsener, dass Frauen häufiger als Männer körperliche Partnergewalt ausüben – und wies darauf hin, dass die Themen "Frauen als Gewalttäterinnen" und "Männer als Gewaltopfer" noch weitgehend tabuisiert seien. Im Jahr 2026 berichtete unter anderem der Berliner Tagesspiegel über eine frisch veröffentlichte Studie der deutschen Bundesregierung: "Männer und Frauen haben psychische und körperliche Gewalt in Partnerschaften annähernd gleich häufig erlebt. Körperliche Gewalt erfuhren 5,2 Prozent der Frauen und 6,1 Prozent der Männer."


Aber für die SPD ist das "sicherlich nicht vergleichbar". Wenn wir Männerrechtler nicht Jahrzehnte lang politischen Druck gemacht hätten, gäbe es selbst diese allerersten Gewaltschutzwohnungen für Männer nicht. Aktuell bekommen wir sie zu dem Preis, dass die Leute weiter ideologisch verdummt werden.



3. In den USA wächst allmählich der Männeranteil in der Krankenpflege. Derzeit ist nur etwa eine von acht Pflegekräften in den USA ist männlich, obwohl das Arbeitsministerium jährlich 189.000 offene Stellen für examinierte Pflegekräfte über das nächste Jahrzehnt prognostiziert. Da männerdominierte Branchen wie Fertigung und Softwareentwicklung schrumpfen, wird Pflege für Männer zu einer stabilen Alternative mit Aussicht auf ein Leben in der Mittelschicht.

Beispielhaft nennt der verlinkte Artikel die University of Alabama at Birmingham, die durch Marketingmaterialien und eine Rekrutierung an Schulen gezielt um Männer wirbt. In dem Artikel vorgestellte studenten (Ethan Stinson, Hatim Nasser und Amiri Saadiq) berichten von guten Jobaussichten direkt nach dem Abschluss. Professor Curry Bordelon, der in den 1990er-Jahren selbst als einer von nur drei Männern unter 90 Studierenden anfing, erzählt von damaligen Vorurteilen (Männer als "Quotenerfüllung") und seiner späteren Arbeit auf einer Neugeborenen-Intensivstation, wo er gezielt Väter einband. Noch heute herrschen aber in vielen Köpfen Klischeevorstellungen: Männliche Pflegekräfte werden oft für Ärzte gehalten; manche gehen zudem automatisch davon aus, männliche Pfleger seien homosexuell, da Empathie und Geduld traditionell als "weiblich" gelten. Bordelon zufolge bräuchten Männer oft regelrecht "Erlaubnis", in den Beruf einzusteigen.

Bordelon übernimmt im Herbst die Leitung der American Association for Men in Nursing und hat mit einem Kollegen erreicht, dass "Männergesundheit" offiziell als Pflegefachrichtung anerkannt wurde – mit dem Ziel, künftig auch spezialisierte Pflegekräfte für Männergesundheit auszubilden.



4. Eine britische Kriminalbeamtin, die im Bereich Kinder-/Opferschutz bei der Northumbria Police tätig war, wurde nach einer Disziplinaranhörung wegen schweren Fehlverhaltens entlassen. Sie hatte gesagt, "alle Männer" seien Vergewaltiger und sollten eine Ausgangssperre ab 21 Uhr bekommen, um nächtliche Sexualstraftaten zu verhindern. Zudem soll sie trans Frauen als "cocks in frocks" ("Schwänze im Kleid") beschimpft haben. In einem bestimmten feministischen Lager gehen Attacken auf Männer und Attacken auf trans Personen, die dort oft als "verkappte Kerle" betrachtet werden, Hand in Hand.



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Freitag, Juli 31, 2026

"Da ist nichts Toxisches an dieser Männlichkeit"

1. Während in der queeren Szene nach dem CSD-Anschlag die Gelegenheit zum Männerhass genutzt wird, wagt Andrea Widburg auf der konservativen Website American Thinker einen aus deutscher Medienperspektive ungewöhnlichen Blick und widmet sich männlichen Helden. Ein Auszug aus dem mit vielen beispieln getränkten Artikel:

Geben Sie die Phrase "man dies rescuing" in eine Suchmaschine ein, erhalten Sie eine unendliche Liste von Männern, die sich ohne einen einzigen Gedanken opferten, um andere zu retten – und das nicht nur Familienmitglieder, sondern auch Fremde. (…) Das ist der Grund, warum Männer, obwohl sie 75 % der Passagiere an Bord der Titanic ausmachten, nur 46 % der Überlebenden stellten. "Frauen und Kinder zuerst" war ihr letzter Antrieb.

Wenn Sie die Website der Carnegie-Hero-Stiftung besuchen, finden Sie unzählige Berichte von Menschen, die unter großem Eigenrisiko völlig Fremde retten. Auffallend ist, dass 91 % der Ausgezeichneten Männer sind. Das ist es, was Männer tun.

Oder besser gesagt, das ist es, was Männer tun, die in der westlichen Tradition erzogen wurden. Wir werden bald in die Barbarei abgleiten, wenn wir zulassen, dass die Linken diese einzigartig männliche Tugend zerstören – eine Tugend, die Stärke, Impulsivität, einen charmanten Superheldenkomplex (über den sich Jerry Seinfeld sanft lustig machte) und eine kulturell angelernte Ritterlichkeit verbindet.


Der Artikel wäre noch besser, wenn er erstens auf Kulturkampf verzichten würde (es gibt keine Hinweise darauf, dass Männer außerhalb der westlichen Tradition weniger heldenhaft sind) und er zweitens passagenweise nicht den seltsamen Unterton hätte, dass es richtig ist, von Männern zu fordern, ihr Leben für das von Frauen zu opfern.



2. Die "taz" erklärt, wie die EU jetzt ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg erschwert. Besonders Grüne und Linke hatten Kritik daran geäußert.



3. Tabuthema Mädchengewalt: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg hat das Amtsgericht Heidelberg Haftbefehle gegen drei weibliche Tatverdächtige im Alter von 14, 16 und 17 Jahren erlassen. Ihnen wird eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung vorgeworfen.



4. Die Kölner Polizei hat drei Wohnungen von Teilnehmerinnen des Weltfrauentags durchsucht. Den Beschuldigten wird gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruchs, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Gefangenenbefreiung und Strafvereitelung vorgeworfen.



5. Die britische Tageszeitung Sun berichtet über Vorwürfe gegen den britischen Child Maintenance Service (CMS), die staatliche Behörde für Kindesunterhalt. Demnach sollen zwischen 2012 und 2022 mindestens 24.400 Elternteile durch fehlerhafte Berechnungen insgesamt 4,3 Millionen Pfund zu viel an Unterhalt gezahlt haben. Ursache seien unter anderem IT-Probleme und Verwaltungsfehler gewesen. Betroffene, die über Jahre hinweg zu hohe Forderungen erhalten haben sollen, berichten, die Behörde habe ihre Beschwerden ignoriert und selbst nach erfolgreichen Gerichtsverfahren weiterhin unberechtigte Forderungen gestellt. Die fehlerhaften Forderungen haben demnach zum Suizid von mindestens zwei Vätern beigetragen.



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Mittwoch, Juli 29, 2026

Neue US-Studie schlägt Alarm: College-Studentinnen finden immer weniger heiratwürdige Männer

1. Die britische Tageszeitung Independent berichtet über die sich verschärfende Situation junger Studentinnen, die keinen angemessenen Partner mehr zum Heiraten finden:

An vierjährigen Hochschulen studieren derzeit rund 1,6 Millionen mehr Frauen als Männer. Diese Kluft hat laut einer neuen Studie des National Bureau of Economic Research gravierende langfristige Auswirkungen auf die Ehechancen und die finanzielle Stabilität der Millennial- und Gen-Z-Generationen.

"Hochschulgebildete Frauen halten stabile Eheraten aufrecht, indem sie sich mit gut verdienenden Männern ohne Hochschulabschluss verbinden. Das verkleinert die Auswahl an wirtschaftlich tragfähigen Partnern für Frauen ohne Hochschulabschluss", heißt es in der Studie.

Über Generationen hinweg stand studierten Frauen eine vergleichsweise große Gruppe studierter Männer zur Auswahl. In der Stillen Generation und bei den frühen Babyboomern besaßen mehr Männer einen Abschluss als Frauen.

Männer haben heute eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit wie Frauen, zu den untersten 10 Prozent der Notendurchschnitte an der Highschool zu gehören, was zu niedrigeren Einschreibungsquoten an den Hochschulen führt.

Als Konsequenz schrumpft die Auswahl an akademisch gebildeten Männern für heiratswillige Absolventinnen. Sie weichen daher auf Männer ohne akademischen Grad aus, die ein hohes Einkommen erzielen.

Diese Entscheidungen wirken sich nach unten auf Frauen ohne Hochschulabschluss aus: Für sie bleiben kaum noch akademisch gebildete oder gut verdienende Männer übrig.

"Sich verschlechternde Aussichten für Männer haben in erster Linie die Ehechancen von Frauen ohne Hochschulabschluss untergraben", so die Studie.

Langfristig wird dieser Trend erhebliche Auswirkungen darauf haben, wie viele Frauen der Millennials und Gen Z ohne Hochschulabschluss heiraten: Mehr als die Hälfte bleibt eher ledig, als eine Ehe mit ungebildeten Männern mit geringem Einkommen einzugehen.

Setzen sich die aktuellen Ehe- und Einkommenstrends bei Gen Z und Millennials fort, droht amerikanischen Frauen eine Rentenkrise.

Frauen in den USA leben etwa fünf Jahre länger als Männer und gehen mit rund 39 Prozent weniger Ersparnissen in den Ruhestand, wie aus einem Bericht des Finanzdienstleisters Morgan Stanley hervorgeht.

"Allgemein gesprochen haben Männer und Frauen zwar ähnliche Bedürfnisse bezüglich der Grundkosten und des Zeitpunkts des Ruhestands, Frauen stehen jedoch vor zahlreichen persönlichen und beruflichen Herausforderungen, die das Erreichen einer finanziellen Absicherung im Alter erschweren", erklärt Morgan Stanley.

Diese Herausforderungen betreffen alleinstehende Frauen in besonders hohem Maße.

Frauen, die heiraten, verdienen mehr als Frauen, die nie heiraten, ergab eine Analyse des Finanzdienstleistungsunternehmens Farther.

Rechnet man die im Laufe der Zeit höheren Gesundheitskosten von Frauen und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hinzu, stehen den Frauen der Gen Z und der Millennials finanziell schwere Zeiten bevor.

"Diese finanziellen Herausforderungen machen die Planung für eine sichere Zukunft für viele alleinstehende Frauen schwieriger und belastender", betont Farther.




2. Nicht alle Männer, aber immer ein Mann: Muhammad Afzal stoppte 2025 den Amokfahrer, der in Mannheim zwei Menschen tötete. Dafür erhielt der Taxifahrer jetzt die Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Solche Preisvergaben werden exakt nichts an der grassierenden Debatte über die schlimmen Männer (oder männliche Zuwanderer) ändern.



3. Ich lese gerade das Buch Bullshit-Bingo Psychologie, in dem die Autoren Jochen Metzger und Jens Schröder populäre Irrtümer in diesem Buch auseinandernehmen. Darin gibt es auch das Kapitel "Frauen sind schlauer als Männer". Ein Auszug daraus:

Später hat Jochen [Metzger] sein Geld als Journalist bei diversen Frauenzeitschriften verdient. Er durfte dort den ganzen Tag lang die Texte anderer Leute redigieren – also auch lesen. Die allermeisten dieser Leute waren weiblichen Geschlechts. Man tritt niemandem zu nahe, wenn man gesteht: Nach einiger Zeit in diesem Job hat Jochen gemerkt, dass sich bei den Artikeln für diese Frauenzeitschriften einige Argumente und Thesen regelmäßig wiederholten. Ein besonders beliebter Topos erinnerte stark an die Beobachtung von Jochens Kindern: Er spielte in allen möglichen Varianten die Tatsache durch, dass es in Männerköpfen wesentlich dunkler, schwerfälliger und langsamer zuging als in Frauenköpfen. Was in den Texten der Kolleginnen so zuverlässig wiederkehrte wie der Nikolaus am 6. Dezember, war die Story mit der mangelnden Selbstfürsorge. Die ging so: Der Mann fühlt sich nicht wohl. Die Frau sagt: Geh doch zum Arzt. Aber er hört nicht auf sie. Irgendwann ist der Mann so krank, dass jede Hilfe zu spät kommt. Tja. Selbst schuld! Männer erscheinen in vielen dieser Geschichten wie schadhafte B-Ware der Schöpfung, die schlechtere, billigere, dümmere Version des eigentlichen Menschen: der Frau.

Kürzlich ist uns Psycho-Autoren klar geworden, dass weder Jochens Kinder noch die Kolleginnen von der FÜR SIE irgendwelche Einzelmeinungen vertreten. Wenn man sehr vielen achtjährigen Kindern von einer Person erzählt, die besonders dämlich und "langsam im Kopf" ist, dann sind sowohl die befragten Mädchen als auch die Jungen sofort überzeugt: Bei dieser Person muss es sich um einen Jungen handeln. Als wäre das offensichtlich. Wenn jemand dumm ist, dann ist diese Person vermutlich männlich!


Die Kinder übernehmen die Vorurteile der Alten. Man darf davon ausgehen, dass das ständige Gejammer über die vermeintlich ach so zurückgebliebene "Manosphäre" denselben rhetorischen Zweck in solchen Artikeln verfolgt.

Jochen Metzger und Jens Schröder weisen im restlichen Kapitel nach, dass an der Vorstellung vom blöderen Mann, der den Leuten beharrlich eingetrichtert wird, nichts dran ist: "Wenn man viele Frauen und viele Männer einen allgemeinen Intelligenztest absolvieren lässt, findet man im Durchschnitt keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern." Nur eines zeigt sich: "Auch wenn die Gesamtwerte in etwa gleich aussehen, gehen die beiden Kurven am unteren Ende doch deutlich auseinander. Unterhalb von etwa 80 IQ findet man nur noch ganz, ganz wenige Frauen – aber ziemlich viele Männer."

Was die Autoren weglassen, ist die logische Schlussfolgerung, die das nahelegt: Wenn der Durchschnitts-IQ trotzdem gleich ist, müssen sich auch am oberen Ende der IQ-Skala sehr viel mehr Männer als Frauen finden. Diplomatischerweise formulieren das die Autoren nicht aus, sondern überlassen es den klügeren Lesern ihres Buchs, dies selbst zu erschließen. Also vermutlich den Männern.

Vom selben Verlag gibt es übrigens auch das Buch Bullshit-Bingo – Was Frauen nicht mehr hören wollen: Schlagfertig kontern, cool bleiben und Eindruck hinterlassen. Ein vergleichbares Buch über Dinge, die Männer nicht mehr hören können, gibt es selbstverständlich nicht.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



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