Montag, September 14, 2026

14-Jährige erfindet Missbrauch, Mutter und Stiefvater kommen 20 Monate ins Gefängnis

1. Ein Ehepaar wird verhaftet und verurteilt, weil die Tochter körperliche und sexuelle Gewalt schildert. Vier Gutachter und zwei Gerichte lassen sich täuschen. Wie konnte es so weit kommen? Das untersucht der Schweizer Tages-Anzeiger.



2. In einem Artikel der Stuttgarter Zeitung, der für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online steht, beschäftigt sich Stefanie Unbehauen mit "Regretting Fatherhood", also Vätern, die ihre Kinder lieben, aber das Vatersein bereuen. Der Beitrag steht von Anfang an klar, dass über Mütter, die ihre Mutterschaft bereuen, seit vielen Jahren berichtet wird, Väter aber mal wieder einen blinden Fleck darstellen. In dem Artikel heißt es weiter:

Eine Umfrage von YouGov aus dem Jahr 2016 hat ergeben: 20 Prozent der Mütter und Väter würden sich nicht noch mal für ein Kind entscheiden, wenn sie könnten. (…) Heiner Fischer, Väterberater und Coach aus Krefeld, sieht ein anderes Problem. "Oft wird nicht das Kind bereut, sondern die eigene Rolle als Vater, wie sie von außen erwartet wird." Viele Väter würden innerlich einen großen Druck erleben, da solche Gedanken gesellschaftlich kaum akzeptiert sind. "Wichtig ist, diese Gefühle ernst zu nehmen und ihnen Raum zu geben", betont Fischer.

Hilfe finden betroffene Väter in der psychologischen Beratung, besonders bei Fachleuten, die sich mit Männerthemen und Vatersein auskennen. "Auch Gespräche in Vätergruppen wie auf ,Vaterwelten‘ können entlasten", sagt Fischer. Dort sei Platz für echte Zweifel, nicht nur für Erziehungstipps.

Auch offene Gespräche mit der Partnerin oder eine Paarberatung können helfen, falls das Reuegefühl in Verbindung mit der Beziehung steht. "Wichtig ist: Es ist möglich, das eigene Kind zu lieben und die Vaterschaft trotzdem zu bereuen", betont der Coach.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Müttern und Vätern, die die Elternschaft bereuen? "Eine Gemeinsamkeit bei beiden Elternteilen ist häufig das Gefühl eines radikalen Kontrollverlusts über das eigene Leben", sagt Fischer. Eltern erleben den Verlust von Freiheit, Autonomie und Selbstverwirklichung. Hinzu kommen eine massive Alltagsbelastung, zu wenig gesellschaftliche Unterstützung sowie emotionale oder partnerschaftliche Krisen. Auch ungeplante oder von außen beeinflusste Elternschaft könne zu solchen Gefühlen führen.

Bei Vätern würden darüber hinaus noch spezifische Ursachen auftreten. "Viele Männer werden emotional unvorbereitet in die Vaterschaft katapultiert." Sie finden kaum kulturelle oder gesellschaftliche Vorbilder für eine reflektierte, moderne Vaterschaft. "Die gesellschaftliche Erwartung an Väter ist häufig widersprüchlich. Einerseits sollen sie emotional präsent, partnerschaftlich engagiert und gleichberechtigt sein, andererseits stehen sie unter wirtschaftlichem Druck und erleben wenig Rückhalt, wenn sie sich tatsächlich Zeit für Familie nehmen wollen", gibt Fischer zu bedenken.

(…) Fischer sieht es problematisch, dass beim Thema "regretting parenthood" fast ausschließlich über Mütter gesprochen wird. "So entsteht das Bild, dass nur Frauen an der Elternschaft leiden und Männer gut damit klarkommen. Das stimmt aber nicht", betont der Väterberater. Auch Väter erleben Überforderung, Zweifel oder Reue. Wenn darüber nicht gesprochen wird, bleiben sie allein. "Sie finden keine Sprache für ihr Erleben und keine Räume, in denen sie gehört werden. Das kann krank machen und Beziehungen belasten."

Fischers Fazit: "Die feministische Debatte über Mutterschaft war wichtig. Sie hat Tabus gebrochen. Jetzt ist es Zeit, auch die Perspektive der Väter einzubeziehen." Nur wenn beide Seiten gesehen werden, könne Gleichstellung wirklich gelingen.




3. Nur elf Prozent aller Frauen erklären in einer aktuellen Umfrage, ihr Wunschpartner dürfe weniger verdienen als sie. Einmal mehr beißen sich die öffentlich vorgebrachten Forderungen von Feministinnen und die privaten Erwartungen der allermeisten Frauen miteinander. Von "verbaler Aufgeschlossenheit bewi weitgehender Verhaltensstarre" hatte der Soziologe Ulrich Beck bereits 1986 gesprochen.



4. Kaum anders sieht es bei der Körpergröße aus: Auch hier erwarten frauen offenbar den hochgewachsenen Krieger, als ob es heute noch wichtig wäre, Mammuts zu jagen, um erfolgreich zu sein. Unter der Schlagzeile "Bei 165 Zentimetern war Schluss" berichtet "Die Zeit" über die Ausgrenzung kleiner Männer auf dem Partnermarkt. Ein Betroffener berichtet von seiner ersten großen Liebe:

Sie hatte blaue Augen unter den markanten Brauen und war fast einen Kopf größer als ich. Wir verstanden uns gut, lachten viel. Irgendwann gestand ich ihr meine Gefühle. Sie sagte, dass da wirklich etwas zwischen uns sei. Dass sie es seltsam finde, mich mit einem anderen Mädchen zu sehen. Aber sie könne nicht mit mir zusammenkommen. Ich sei zu klein. Angetrunken im Stadtpark fragte ich sie, ob sie mir nicht wenigstens meinen ersten Kuss nehmen könne, als sei das eine Last, von der man sich besser schnell befreit. Dumme Frage. Ein paar Wochen später schrieb sie mir noch einen Brief, per Hand, aus ehrlichem Mitleid. Das machte es nur schlimmer.

(…) Bei Reddit gibt es ein Unterforum mit dem Namen Short Guys, wo 80.000 kleine Männer einander ihr Leid klagen. Neben den Namen der User prangen ihre Größenangaben wie kleine Siegel. 158 Zentimeter. 164 Zentimeter. 171 Zentimeter.


Na, dann haben unsere Medien ja ein Feindbild zum Ausweichen, falls es ihnen mit den Incels irgendwann langweilig wird.

Ansonsten tummeln sich in dem Forum Anekdoten von Männern, die sich wie Abschaum fühlen, Beinverlängerungen in Erwägung ziehen oder von ihrer Angst erzählen, niemals als starker Mann oder Anführer angesehen zu werden. Einer schreibt, dass er sogar von Kindern gemobbt werde und nicht mal seinem schlimmsten Feind ein so elendes Dasein wünsche. Die einzigen "Lichtblicke" sind Videos von kleinen Männern, die großen Männern auf die Schnauze hauen.


Ich sehe schon die ersten Schlagzeilen über "militante, gewaltgeile Zwerge" vor meinem inneren Auge.

Andere benachteiligte Gruppen gehen auf die Straße, formulieren Forderungen oder organisieren sich. (…) Ich weiß nicht, warum, aber der Gedanke wirkt auf mich gleichzeitig rührend und lächerlich. Wenn Schwarze oder Frauen für Gleichberechtigung auf die Straße gehen, dann hat das Stil. Aber eine Horde Knirpse, die mit Pappschildern bewaffnet durch die Straßen dackeln – das hat was von Slapstick.


Als Student hat der Mann, der in der "Zeit" seine Lebensgeschichte schildert, dann seine erste Freundin, "vielleicht eine Fingerbreite größer als ich":

Ich schätzte an ihr vor allem ihre Ehrlichkeit. "Wenn ich eine Sache an dir ändern könnte", sagte sie des Öfteren, "dann wäre es deine Körpergröße." (…) Nach drei Jahren war die Beziehung vorbei.

(…) Frauen bevorzugen größere Männer deutlich stärker als Männer kleinere Frauen. Laut Studien wünschen sich etwa 70 Prozent der Frauen einen größeren Partner. Evolutionspsychologen führen das gern auf die Welt der Jäger und Sammler zurück – eine Zeit, in der Größe ein Hinweis darauf war, wer Beute nach Hause brachte und im Ernstfall die Gruppe verteidigte.


Und da zeigt die "taz" einen Steinzeitmenschen auf dem Cover ihrer Ausgabe über Männer …

Diese alten Filter währen bis heute. Es gibt ein Lied, das 2024 auf TikTok viral ging und die Anspruchshaltung von Frauen beim Dating ankreidet. Im Songtext heißt es: "I’m looking for a man in finance, 6’5, blue eyes." Ich arbeite als freier Journalist, bin von 6’5 gefühlt eine Baguettelänge entfernt, und meine Augenfarbe ist Braun.

Trotzdem beschloss ich irgendwann, Bumble eine Chance zu geben. Ich machte mich in meinem Profil drei Zentimeter größer, als ich war, und traf mich dann aber nur mit denen, die kleiner waren als ich, weil ich ja sonst aufgeflogen wäre. Wie oft sah ich in den Bios "Bitte nur >1,85 m". Ich merkte, dass Onlinedating nichts für mich war.

(…) Im vergangenen Sommer war ich auf einem Musikfestival. Ich hatte mein Lieblingshemd an und unterhielt mich an der Bar mit einer Frau, die ich gerade kennengelernt hatte. Sie schaute mich mit einem ganz bestimmten Blick an. Ich kannte diesen Blick inzwischen. Es war dieser Ich-finde-dich-attraktiv-Blick. Sie war in etwa so groß wie Lea. Aber das war ja jetzt kein Ausschlusskriterium mehr für mich. "Wenn du 20 Zentimeter größer wärst, ich würde dich sofort abschlecken", sagte sie dann aus dem völligen Nichts, und ich merkte, wie es anstrengender wurde, mein Lächeln aufrechtzuerhalten.




5. Nur zehn Prozent aller Männer werden von Frauen als überdurchschnittlich attraktiv betrachtet. Zu diesem Ergebnis gelangte kein ominöses Incel-Forum sondern eine großangelegte Studie der Max-Planck-Gesellschaft.



6. Es beginnt harmlos mit Fitnessvideos und Dating-Tipps, warnt der Standard, aber schnell landet man in der Manosphäre, "eine Welt, in der traditionelle männliche Attribute großgeschrieben werden: Stärke, Aggression, Heterosexualität." Das falle auf bedenklich fruchtbaren Boden: In einer Studie der Universität Zürich äußerte jeder zweite der Befragten dass "richtige Männer" in der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden, "genau das, was Manosphere-Influencer propagieren".

Was also verbieten wir als erstes: die Dating- und Fitness-Tipps oder solche Umfragen? Jedenfalls "müssten die Plattformen für die digitalen Umgebungen zur Rechenschaft gezogen werden", die die Inhalte der Manosphäre "schaffen und von denen sie profitieren".



7. In Marchtrenk, Österreich, haben Männer eine Frau getötet. Sebastian Panny hält die Empörung fast aller anderen Männer über solche Verbrechen für verlogen, weil "alle Männer" zu diesem "Femizid" beitragen, und zwar "jeden Tag".

Warum? "Die gemeinsame Erniedrigung verbindet, schweißt uns zusammen und bildet einen Teil unserer Identität als Männer in diesem Land." Es gibt keine Männer, die sich nicht an einer "gemeinsamen Erniedrigung" beteiligen? Nicht mal die hardcore feministischen Männer? Nein, denn solche Kerle nutzen diese Haltung oder täuschen sie vor, "um Punkte zu sammeln (…), um Frauen von uns zu überzeugen. Wer besser ist, hat schließlich verdient, dass man mit ihm ins Bett geht. Das macht das Ganze noch unsympathischer. Seien wir doch zumindest ehrlich." Alle Männer sind Schweine in Pannys Augen, und es gibt kein Verhalten, das als Gegenbeleg akzeptabel ist.



8. Die Post. Einer meiner Leser weist mich auf einen männerfreundlichen Gastbeitrag hin, den die Schriftstellerin Monika Maron in der "Welt" unter dem Heading "Feminismus" veröffentlichte. Er beginnt so:

Es ist noch nicht lange her, da geisterte durch die deutsche Presse der Verdacht, in jedem Mann stecke ein Frauenmörder. Überhaupt scheint sich in einer bestimmten, besonders meinungsfreudigen Szene die Überzeugung zu verbreiten, die Welt wäre eine bessere ohne Männer – oder wenigstens mit so wenigen, wie für die Fortpflanzung unumgänglich wäre. Wobei allerdings sogar die menschliche Fortpflanzung unter dem Verdacht steht, nur Schaden anzurichten.

Ich frage mich, ob die Männerverächterinnen sich ihr Leben ohne Männer einmal vorgestellt haben, ich meine nicht ihr erotisches Leben, für das sie sich ja unendliche Varianten ausgedacht haben, sondern das ganz praktische Leben, in dem Möbel transportiert werden müssen, Bäume gefällt, Dächer gedeckt und dergleichen mehr, ob sie sich ihr Leben ohne die ritterliche Hilfsbereitschaft ihrer männlichen Freunde, Männer wie mein Freund Andy, wirklich einmal vorgestellt haben.




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Freitag, September 11, 2026

"'Tötet Männer' – Ist das kriminell, Notwehr oder Kunst?"

Diese Woche sind wegen der beiden Langbeiträge und weil Genderama gestern aufgrund eines Arzttermins ausfallen musste, einige Meldungen liegengeblieben. Zeit, sie allesamt nachzuholen.



1. Unter der Schlagzeile "'Tötet Männer' – Ist das kriminell, Notwehr oder Kunst?" berichtet die Sächsische Zeitung über die Feministin Valerie Solanas, die den Künstler Andy Warhol niederschoss, nachdem sie in einer Kampfschrift Männer als genetisch minderwertig erklärte und ihre massenweise Vergasung forderte. In dem Artikel heißt es über ein Theaterstück in Dresden, das sich darum dreht:

Valerie Joan Solanas beging nicht nur diese Tat [die Schüsse auf Warhol – A.H.]. Sie veröffentlichte ein Jahr zuvor auch das "Scum Manifesto", in dem sie eine durch das Handeln der Männer unmenschliche Welt beschreibt und letztlich fordert, nicht nur das kapitalistische System, sondern auch "das männliche Geschlecht zu vernichten". Solanas wird von Sarah Schmidt als vielschichtige, extrem feinsinnige und zugleich sehr direkt auf ihre Umgebung reagierende Frau verkörpert. (…) Wie durch eine Ausstellung wird das Publikum durch die Szenen geführt, die so vielschichtig, anspielungsreich und zugleich oft auch humorvoll sind wie das Bühnenbild von Felix Remme.

Zentrale Elemente sind transparente Stelen, geformt wie Scherben oder die Zacken einer Krone, die Warhols Porträt in Pop-Art-Manier zitieren, aber offensichtlich verwüstet und besprüht worden sind. Auch ist da die schlichte Küche, in der Solanas von ihrer Mutter (Leonie Hämer) geopfert wird, die sich an den alten Rollenbildern festklammert. Dort laufen auf einem Schwarz-Weiß-Fernseher Szenen aus Popeye-Trickfilmen, in denen Popeye von seiner Geliebten Olive vermöbelt wird.

(…) "I Shot A Pop Star" ist eine biografische Collage und Hommage an eine Frau, deren Geschichte viel mehr bereithält als jene Gewalttat. Über das "Scum Manifesto" und viele große Fragen, die daran anknüpfen, erfahren die Zuschauer nicht allzu viel. Doch die gezeigten Ausschnitte von Gesellschaft, die kurzweilig und mit viel bissiger Ironie bis in die Gegenwart reichen, geben dazu eine Menge Hinweise.


Natürlich erfahren die Zuschauer über die Inhalte dieses Manifests wenig. Eine "Hommage" an eine Frau, die forderte, in ihren Augen unwertes Leben massenweise zu vergasen, wäre sonst ein klein wenig heikel geworden.



2. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat vorgeschlagen, der ukrainischen Regierung Meldedaten über ukrainische Männer im wehrfähigen Alter weiterzugeben, die sich in Deutschland aufhalten. Im Podcast "Ronzheimer" von Bild-Vize Paul Ronzheimer sagte Wadephul am Dienstagabend: "Wir wissen ganz genau, wer hier lebt. Wer Sozialleistungen bezieht, wer bei den Behörden gemeldet ist, wer einen Aufenthaltsstatus hat." Diese Informationen könne Deutschland an Kiew übermitteln, damit die ukrainischen Behörden die Männer direkt über ihre Einberufung kontaktieren könnten.

Die Berliner Zeitung beurteilt dies unter der Überschrift "Wadephul will Ukrainer per Meldeamt zurück in den Krieg schicken" kritisch:

Nach Wadephuls Worten sollen solche Rückkehrstrategien "ohne Zwang" erfolgen. Doch genau an diesem Satz zerbricht der Vorschlag. Denn wofür sollen die rund 355.000 wehrfähigen ukrainischen Männer, die zum Stichtag 30. Mai 2026 in Deutschland registriert sind, kontaktiert werden? Wenn nicht für die Einberufung in einem Land, in dem ein Ausreiseverbot herrscht.

Eine Einberufung, die "ohne Zwang" erfolgt, ist in der Logik des ukrainischen Kriegsrechts, das Ausreiseverbote verhängt und Männer notfalls von der Straße weg mobilisiert, ein Widerspruch in sich. Freiwilligkeit endet dort, wo eine Wehrpflicht beginnt.

Bemerkenswert ist vor allem, was Wadephul nicht gesagt hat. Wie sollen Meldedaten – ein hochsensibler Datenbestand, der Menschen betrifft, die in Deutschland als Kriegsflüchtlinge Schutz gefunden haben – rechtssicher an eine ausländische Regierung übermittelt werden? Auf welcher Rechtsgrundlage? Mit welchen Kontrollen gegen Missbrauch? Und was geschieht mit jenen, die dem "Aufruf" aus Kiew nicht folgen? Bleibt es für die Betroffenen dann tatsächlich folgenlos?

(…) Wadephuls Vorschlag bedient vor allem eine Erwartungshaltung, die in Teilen der Union wächst: dass Deutschland als Aufnahmeland – mehr als 1,1 Millionen Kriegsflüchtlinge, so viele wie kaum ein anderes Land außer Polen und Tschechien – aktiv an der ukrainischen Mobilisierung mitwirken solle.




3. Währenddessen beschäftigt sich der Kyiv Independent mit der Frage, ob die Ukraine angesichts ihres zunehmenden Personalmangels künftig Frauen zwangsweise zum Militärdienst einziehen sollte. Der frühere Verteidigungsminister Oleksii Reznikov hatte im August gefordert, Militärdienst für Männer und Frauen verpflichtend zu machen. Wenn mehr Frauen im Hinterland eingesetzt würden, könnte man mehr Männer an die Front schicken. Der US-Sondergesandte Keith Kellogg sprach sich ebenfalls dafür aus. Das ukrainische Parlament stellte allerdings unmittelbar klar, dass eine Mobilisierung von Frauen derzeit weder durchgeführt noch vorbereitet oder erwogen werde. Selenskyj hatte schon 2023 erklärt, er werde eine solche Regelung nicht unterzeichnen.

Der Politologe Ihor Reiterovych hält Reznikovs Äußerung für politisch motiviert. Er vermutet, dass aus dem Umfeld des Präsidenten ein Interesse daran bestanden haben könnte, mit dem Thema von anderen Problemen abzulenken – unter anderem von einem Korruptionsskandal und einer politischen Krise. Eine tatsächliche Mobilisierung von Frauen hält er derzeit für unwahrscheinlich, denn die Ukraine habe noch andere Möglichkeiten, bevor sie diesen Schritt gehen müsse. Er verweist unter anderem auf schätzungsweise 2,5 bis 3 Millionen Männer, die ihre militärischen Registrierungsdaten nicht aktualisiert hätten. Außerdem könnten Befreiungsregeln überprüft und mehr Zivilisten eingesetzt werden, ohne sie formal zu Soldaten zu machen.

Die Reserveoffizierin Yuliia Mykytenko, die selbst nicht grundsätzlich gegen Frauen im Militär ist, stellt die Frage andersherum: Warum ist die Ukraine überhaupt in eine Situation geraten, in der sie nun über eine Zwangsmobilisierung von Frauen nachdenkt? Sie kritisiert unter anderem den Umgang mit den Rechten der Soldaten, die Regelungen für wirtschaftlich begründete Befreiungen und die Tatsache, dass sich manche Männer der Mobilisierung entziehen. "Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass Frauen mobilisiert werden, werde ich das als Zeichen dafür werten, dass unser Land verloren hat", sagte Mykytenko.



4. Aus Angst vor einer neuen Mobilisierungswelle nach der Parlamentswahl am 20. September verlassen immer mehr Männer Russland. Das berichtet die New York Times. Während Putin beteuert, die befürchtete neue Massenmobilisierung werde es nicht geben, vertrauen viele Menschen den offiziellen Dementis des Kremls nicht mehr. Der Grund ist die Erfahrung von 2022: Damals hatte der Kreml ebenfalls wiederholt dementiert, dass eine Invasion beziehungsweise später eine Mobilisierung bevorstehe.

Westliche Geheimdienstangaben und ukrainische Politiker behaupten, Russland verliere derzeit mehr Soldaten, als es durch Rekrutierung ersetzen könne. Der russische Militäranalyst Dmitri Kusnez widerspricht dieser Einschätzung. Nach seiner Auswertung von russischen Haushaltsdaten, Notariatsdaten und Todesanzeigen rekrutiere Russland nach wie vor mehr Menschen, als es auf dem Schlachtfeld verliere.

Der Artikel berichtet darüber, wie sich verschiedene russische Männer in Sicherheit bringen. Manche planen ihren Urlaub gezielt so, dass sie während der Parlamentswahl und der Zeit danach im Ausland sind. Ein 26-jähriger Ingenieur verlässt Russland, weil die einzige Pro-Friedens-Partei von der Wahl ausgeschlossen wurde. Manche ziehen Geld von ihren Konten ab, weil sie befürchten, dass es nach einer elektronischen Einberufung eingefroren werden könnte. Andere können sich eine Ausreise nicht leisten und versuchen beispielsweise, ihren offiziellen Wohnsitz in Moskau zu registrieren, weil sie glauben, dort besser vor einer Einberufung geschützt zu sein.



5. Dem US-Arbeitsmarktbericht für August zufolge fielen von 162.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen 158.000 auf Frauen – rund 98 Prozent. Männer kamen nur auf etwa 4.000 zusätzliche Jobs. Der strukturelle Grund: Branchen mit hohem Frauenanteil wachsen derzeit relativ stark, insbesondere Gesundheitswesen, Bildung, Gastronomie und andere Dienstleistungen. Gleichzeitig stagnieren bzw. schrumpfen einige traditionell männerdominierte Bereiche. Frauen profitieren außerdem davon, dass sie inzwischen mehr Hochschulabschlüsse erwerben als Männer und deshalb in bestimmten wachsenden akademischen Berufen gut vertreten sind.



6. Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen einen deutlichen Rückgang der Lesekompetenz (im OECD-Durchschnitt um etwa 14 Punkte gegenüber 2022 bzw. 28 Punkte gegenüber 2015). Der seit Langem bestehende Gender-Gap beim Lesen bleibt bestehen bzw. wird in mehreren Ländern hervorgehoben: Mädchen schneiden deutlich besser ab als Jungen.Wie das Deutsche Schulportal in seiner ausführliche Auswertung für Deutschland berichtet, erreichen Mädchen beim Lesen im Schnitt 478 Punkte, Jungen 453 Punkte. 32 Prozent der deutschen 15-Jährigen verfehlen das Mindestniveau beim Lesen. Die Männerrechtsbewegung macht seit Jahrzehnten auf diese Misere aufmerksam, ohne dass sich politisch etwas tut.

Im Magazin Spektrum der Wissenchaft heißt es:

Wo das Lesen schwerfällt, sind Mathe und Naturwissenschaft mitbetroffen. Die Jugendlichen haben Probleme, einfache Texte zu verstehen und einfache Zahlen, Daten oder Grafiken zu interpretieren, erläutert der PISA-Koordinator Andreas Schleicher im Vorwort. (…) Die Leistungen im Lesen sind zwischen 2015 und 2025 im OECD-Mittel um 28 Punkte gesunken – mehr als ein Schuljahr Unterschied. Und das ausgerechnet in jener Kompetenz, "auf die es im Zeitalter der künstlichen Intelligenz besonders ankommt: Informationen bewerten, Bezüge zwischen verschiedenen Quellen herstellen und das Gelesene kritisch hinterfragen", wie Schleicher schreibt. (…) "PISA zeigt uns, dass sich die Welt nicht mehr in reiche Länder mit guten Schulen und arme Länder mit schwachen Schulen teilt", sagt Schleicher. Allerdings teilt sie sich weiterhin in Mann und Frau.




7. In Großbritannien hat die selbsternannte "stolze Feministin" und Labour-Abgeordnete Stella Creasy (Nord-London) eine geschlechtergetrennte muslimische Parade in ihrem Wahlkreis verteidigt. Sie nahm am Wochenende am Milad-Al-Nabi-Marsch (Feier zum Geburtstag des Propheten Mohammed) teil und bezeichnete ihn als "laute jährliche Feier unserer lokalen muslimischen Gemeinde". In ihrem Social-Media-Video waren jedoch keine Frauen zu sehen. Nach darauf erfolgter Kritik gab Creasy offen zu, dass die Frauen getrennt waren. Sie argumentierte: "Viele Religionen haben getrennte Veranstaltungen und Strukturen." Da Creasy wenige Jahre zuvor einen privaten Männerclub als "Old-Boys’-Club" kritisiert hatte, der Frauen zurückhalte, warfen ihr andere Politiker Heuchelei vor.



8. Aktuellen US-amerikanischen Umfragedaten zufolge stimmen 66 Prozent der Frauen im Alter von 18–29, die zur Partei der Demokraten zählen, der Aussage zu, dass die Herausforderungen von Frauen "in hohem Maße auf das Verhalten oder die Handlungen von Männern" zurückzuführen sind. Bei republikanischen Frauen derselben Altersgruppe liegt der Wert bei nur 18 %. Auch bei älteren demokratischen Frauen ist die Zustimmung höher als bei republikanischen (z. B. 54 % vs. 23 % bei 30- bis 49-Jährigen). Diese Ablehnung gegenüber Männern besteht trotz aller Fortschritte von Frauen (höhere Hochschulabschlüsse, steigender Anteil an Führungspositionen) besteht. Als mögliche Ursachen werden der Einfluss von Feminismus und kritischer Geschlechtertheorie ebenso genannt wie politische Polarisierung sowie Gender-Polarisierung durch Social-Media-Algorithmen, die negative Botschaften über das jeweils andere Geschlecht verstärken.



9. Die New York Post berichtet über eine Welle von Verschwörungstheorien gegen Patrick Clancy, den Ex-Mann von Lindsay Clancy, nachdem deren Prozess wegen der Tötung ihrer drei Kinder mit einem nicht eindeutigen Juryergebnis ("mistrial") endete.

Patrick Clancy lässt über seinen Anwalt Howard Cooper erklären, dass er und seine Familie seit Monaten einer zunehmend aggressiven Desinformations- und Verleumdungskampagne ausgesetzt seien. Influencer, kleinere Prominente und Verschwörungstheoretiker behaupten demnach, Patrick selbst sei in den Tod der Kinder verwickelt gewesen oder habe Lindsay die Tat angelastet. Die Behauptungen seien unbelegt und hätten inzwischen reale Konsequenzen: Cooper spricht von Bedrohungen gegen Patricks Leben, seine Existenzgrundlage und seinen Ruf. Die Polizei sei eingeschaltet worden; rechtliche Schritte gegen Verantwortliche werden erwogen.

Der New Yorker beschreibt die Unterstützer von Lindsay Clancy als überwiegend weibliches Online-Milieu. Ein Teil dieser Unterstützer stellt nicht nur die psychiatrische Erklärung für die Kindstötungen in den Mittelpunkt, sondern entwickelt alternative Erklärungen für die Tat. Der britische Guardian schildert Verschwörungstheorien, nach denen Patrick Clancy Lindsay die Tat zugeschoben haben könnte. Dass etwa Überwachungskameras ihn fern vom Tatort zeigen, als Lindsay die Kinder umbrachte, wird mit einem "body double" erklärt.

"Ist es möglich, dass sie gar nicht psychotisch war?", spekulierte kürzlich ein TikToker mit 100.000 Followern über Lindsay und fügte hinzu: "Hat Patrick oder jemand anderes Umstände geschaffen, um Lindsay tatsächlich in den Wahnsinn zu treiben, damit sie verrückt wirkte?" Der TikToker hat mehrere Videos über den Clancy-Prozess gepostet, von denen einige Millionen Aufrufe verzeichnen.


Eine Recherche von PJ Media dokumentiert einen TikTok-Beitrag einer feministischen Lindsay-Unterstützerin, die behauptete, Patrick habe Lindsay telepathisch zum Töten der Kinder angewiesen. Außerhalb des "Patriarchats" der westlichen Welt, heißt es, würden Frauen wegen ihrer Empfänglichkeit für telepathische Botschaften verehrt. Andere Feministinnen ziehen Parallelen zwischen der Strafverfolgung Lindays und den Hexenprozessen früherer Jahrunderte. In weiteren Berichten über die TikTok-Szene werden "Witchcraft"- und "Justice Spell-Aktivitäten zugunsten Lindsay Clancys beschrieben, wobei negative Energie gegen Patrick gerichtet wird.

Wer also geglaubt hat, dass schon die feministischen Attacken gegen die Männerbewegung und die "Manosphäre" jeglichen klaren Verstand verloren haben, muss damit klar kommen, dass es noch wesentlich irrer zugehen kann.



10. Zu den nächsten großen US-amerikanische Bestsellern dürfte der Roman "Honey" von Imani Thompson gehören. In einer Buchvorstellung etwa heißt es darüber:

Imani Thompsons Debütroman "Honey" beleuchtet die heikle Seite dessen, was es bedeutet, eine Frau in einer Welt voller Männer zu sein, die Frauen praktisch ignoriert. Yrsa hat genug von ihrem Schulalltag und langweilt sich, also tötet sie. Zunächst, weil sie es kann, aber im Grunde genommen, weil sie es für eine wichtige Aufgabe hält, die Erde von der Art von Männern zu befreien, die es Frauen schwer machen, hier zu leben. Männer, die ihr, ihren Freundinnen und Frauen im Allgemeinen wehtun. Thompsons Roman ist witzig, mitreißend, spannend und regt zum Nachdenken an. Sie verwebt Themen wie Frauenfeindlichkeit, Narzissmus, Rasse und Klasse mühelos miteinander und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Leser weiterhin die Sanftheit und Menschlichkeit der Protagonistin Yrsa erkennen kann.


In einem Interview mit der Autorin kann sich die Verfasserin dieser rezension kaum noch beherrschen vor Euphorie. "Incredible, incredible work you’re doing here with this novel." Man könne der Serienmörderin nicht böse sein, weil ihre Opfer den Tod wahrlich verdient hätten.

In einer aktuellen Buchvorstellung des auflagenstarken Magazins The Nation erfährt man Näheres:

Lange bevor sie sich auf ihre eigenen mörderischen Streifzüge begibt, schwelgt Yrsa – eine schwarze britische Doktorandin an der Universität Cambridge – bereits in der krassen Ästhetik des Todes. Nachdem es ihr nicht gelungen ist, einem Professor bei einer schließlich tödlichen allergischen Reaktion auf einen Bienenstich einen EpiPen zu reichen, wird Yrsa von Freude überwältigt: "Arterien, Venen, Kapillaren. Plopp! Ein Orchester der Gerechtigkeit. Er hatte sich auf sie gestürzt – das war schockierend gewesen. Aufregend. Die Theatralik des keuchenden Mannes. Das glühend rote Himbeerrot seines Gesichts." (…) Nachdem sie Zeugin seines Todes geworden ist, führt die Euphorie, die sie empfindet, zu einer Reihe von Morden, die sie in Cambridge und im Großraum London begeht.

"Honey" ist rasend verworren und sarkastisch düster. Yrsa ist eine Serienmörderin, die sich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis als tugendhafte schwarze Feministin inszeniert und Rassismus und Sexismus unmissverständlich und lautstark verurteilt. Aufgrund ihrer selbsternannten moralischen Überlegenheit fühlt sie sich berechtigt, das Leben von Männern zu beenden, deren Verhalten sie als verwerflich erachtet – akademische Frauenhelden, Finanzbro-Typen, amerikanische Sportler. Sie macht diese Männer nicht nur für die Probleme der Gesellschaft verantwortlich, sondern glaubt auch, das Recht zu haben, die "Manosphäre" einen nach dem anderen auszuschalten – und das alles unter dem Banner der Critical Race Studies. Ihre Rache ist nicht nur instinktiv – sie ist akademisch fundiert.


Mit anderen Worten: Es ist der neueste Aufguss von Valerie Solanas, und Feministinnen können sich mal wieder gar nicht einkriegen vor Begeisterung.



11. Die Post. Einer meiner Leser weist mich auf das neueste taz-Machwerk hin, das unter dem Titel "Wozu Männer?" erschienen ist und auf dessen Cover selbstverständlich ein Steinzeitmensch abgebildet ist. Das Inhaltsverzeichnis präsentiert nach dem Teaser "Patriarchat, Unterdrückung, Gewalt, Ehrenmorde, AfD" Beiträge wie diese:

Harald Welzer: Wozu Männer? Man fragt es sich immer noch. Der Titelessay.


Heike-Melba Fendel, Schriftstellerin: Frauen haben Männer aufgegeben. Warum bloß arbeiten sie sich weiter so verbissen an ihnen ab?


Christina Clemm, Strafrechtlerin: Wie können Männer das strukturelle Patriarchat als ihr Problem behandeln?


Rahel Gubser und Maxim Keller: Wie junge Männer in die Manosphere geraten und was man dagegen tun kann.


Arno Frank: Meinetwegen kann der Mann weg! Die Kolumne


Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass es keine Beiträge über telepathische Frauenunterdrückung, Hexerei und die Lobpreisung feministischer Serienmörderinnen gibt. Vermutlich ist aber auch das nur eine Frage der Zeit.



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Mittwoch, September 09, 2026

Falschbeschuldigungen sexueller Gewalt: Was du tun kannst, wenn du zum Opfer wirst

Heute, der 9. September, ist der International Falsely Accused Day. Um ihn zu begehen, gibt es, entgegen der sonstigen Gepflogenheiten dieses Blogs, einen zweiten vollständig übersetzten Artikel in einer Woche. Er stammt vom Zentrum für Männerpsychologie und beschäftigt sich mit der Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst Opfer sexueller Gewalt geworden ist. Der Artikel ist auf amerikanische Verhältnisse gemünzt, Anlaufstellen für solche Opfer beispielsweise gibt es in Deutschland nicht, aber die meisten Ratschläge lassen sich auch auf Deutschland übertragen.



Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, ich nähme Falschbeschuldigungen auf die leichte Schulter. Sie sind ein sehr ernstes Problem. Mal werden sie als "halb so wild" beschrieben, mal als "Todesurteil", doch die meisten der zu Unrecht Beschuldigten finden sich irgendwo zwischen diesen beiden Polen wieder. Für manche ist das Verfahren vergleichsweise schnell überstanden, sie bauen sich ihr Leben wieder auf und kommen ohne allzu große Verwerfungen davon, während andere sich das Leben nehmen. Zumindest aber sind Falschbeschuldigungen unberechenbar und gefährlich.

Im September jährt sich zum sechsten Mal der Internationale Tag der Falschbeschuldigten, der am 9. des Monats begangen wird. Ins Leben gerufen wurde er 2021 von Lyn Crabtree, um auf eine Geißel aufmerksam zu machen, die derzeit mehr Menschen trifft, als Feministinnen und Behörden einzuräumen bereit sind. Nach dem ersten Jahr wurde aus dem Falsely Accused Day der International Falsely Accused Day, weil zahlreiche Länder nachziehen wollten. In diesem Jahr beteiligen sich über 20 Staaten. Es handelt sich also ganz offensichtlich um ein globales Problem.

Bitte beachten Sie, dass nichts von dem, was folgt, eine Rechts- oder medizinische Beratung darstellt – es sind lediglich ein paar Hinweise und Tipps, die auf Erfahrung beruhen.

Was also ist eine Falschbeschuldigung? Offenbar kann niemand in den Behörden sie definieren; stattdessen behilft man sich mit einem Geständnis oder einer Verurteilung wegen Rechtsbeugung als Maßstab. Nicht einmal ein Freispruch vor Gericht genügt, jedenfalls juristisch gesehen. Dennoch bleibt es dabei: Wenn man Ihnen etwas vorgeworfen hat, das Sie nicht getan haben, dann haben Sie es nicht plötzlich doch getan, nur weil sich vor Gericht nicht beweisen lässt, dass Sie es nicht getan haben. Wenn Sie es nicht getan haben, haben Sie es auch dann nicht plötzlich getan, wenn Sie zu Unrecht verurteilt werden.

Die meisten Menschen denken bei "Falschbeschuldigungen" an Sexualdelikte, doch sie nehmen viele Formen an. Sämtliche Horizon-Verfahren wegen Diebstahls und Bilanzfälschung beruhten auf Falschbeschuldigungen. Die Birmingham Six, die Guildford Four und all die anderen, die man in Prozesse und Verurteilungen hineingezwungen hat, die später aufgehoben wurden, waren Opfer von Falschbeschuldigungen – von Beschuldigungen durch den Staat. Jeder Vorwurf eines Fehlverhaltens am Arbeitsplatz, vom kleinen Diebstahl bis zum Mobbing, kann falsch sein, wenn er ohne Grundlage erhoben wird. Die Folgen können gravierend sein – und was könnte gravierender sein, als vom Staat hingerichtet zu werden, weil man fälschlich des Mordes beschuldigt wurde, wie es Timothy Evans erging? – oder praktisch folgenlos bleiben, wenn sich ein Vorwurf rasch aufklärt. Sie können versehentlich erhoben werden, etwa bei Verwechslungen, oder als Waffe dienen, um sich für allerlei tatsächliche oder eingebildete Kränkungen zu rächen.

Das Spektrum ist gewaltig, und die Gründe sind fast so zahlreich und vielfältig wie die Falschbeschuldiger selbst. Das Ausmaß derjenigen Fälle, die auf Sexualstraftaten beruhen, hat Rick Bradford hier umfassend untersucht. In den vier Jahren seit der Veröffentlichung hat sich nicht viel verändert, abgesehen vielleicht davon, dass die Regierung ihre Unterstützung für weibliche – nicht männliche – Opfer häuslicher und sexueller Gewalt, ob real oder eingebildet, noch einmal ausgeweitet hat. Für einen Plan, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen innerhalb von zehn Jahren zu halbieren, wurden gewaltige Summen an Staatsgeldern reserviert; veröffentlicht wurde er erst im Mai 2026.

Wie sollte man auf eine Falschbeschuldigung reagieren? Man kann sich unmöglich vollständig darauf vorbereiten oder die eigene Reaktion vorhersehen. Der Schock, davon getroffen zu werden, ist eine zutiefst persönliche Erfahrung. Außerdem: Wer möchte schon ein Leben führen, in dem er jede Beziehung hinterfragt und ständig über die Schulter blickt? Zumal Falschbeschuldigungen auch von Menschen ausgehen können, denen man nie begegnet ist, oder sogar von Maschinen, wie das Horizon-Debakel der britischen Post gezeigt hat.

Dennoch gilt: Während die Regierung ihre Unterstützung für Frauen ausbaut und sie ermutigt, sich zu melden und Anzeige bei der Polizei zu erstatten, ob berechtigt oder nicht, brauchen besonders Männer Strategien, um sich im Falle einer Falschbeschuldigung nicht nur zu schützen, sondern auch mit den womöglich tiefgreifenden Folgen für ihre psychische Gesundheit und ihren Alltag zurechtzukommen.

Das Allerwichtigste ist vielleicht, nach Möglichkeit nicht in Panik zu verfallen. Viele Männer haben das Gefühl, ein Vorwurf sexueller Übergriffe führe geradewegs zur Verurteilung, doch das stimmt nicht. Die offiziellen britischen Statistiken zu Festnahmen, Anklagen und Verurteilungen mit Stand 2025 finden sich hier.

Frauenhilfsorganisationen betonen gern, wie wenige angezeigte Straftaten überhaupt zu einer Anklage führen, geschweige denn zu einer Verurteilung. Dabei gehen sie jedoch nicht darauf ein, dass viele Anzeigen die Beweisschwelle nicht erreichen und deshalb von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht weiterverfolgt werden. Auf die eine oder andere Weise leisten diese Institutionen also durchaus ordentliche Arbeit darin, nicht belegbare Vorwürfe auszusortieren. Bis dieser Schluss gezogen ist, können allerdings Monate, wenn nicht Jahre vergehen, und das Verfahren selbst ist bereits eine Strafe.

Arbeitsplätze, Familien und Kinder können dabei verloren gehen, und diese Tatsache lässt sich nicht schönreden.

Wie also damit umgehen? Ein Stück weit lässt sich die Lage steuern, und wie bereits erwähnt, kommt es darauf an, wenigstens zu versuchen, nicht in Panik zu geraten und sicherzustellen, dass Sie bei einer förmlichen polizeilichen Vernehmung anwaltlich vertreten sind. Die Polizei ist in solchen Situationen nicht Ihr Freund, und der Rechtsbeistand steht Ihnen kostenfrei zu.

Eine Falschbeschuldigung wegen eines Sexualdelikts dürfte das Verheerendste sein, was einem Mann widerfahren kann, und genau darum nennen Frauen, die sich dazu äußern, "Rache" als einen der vielen Gründe für eine solche Beschuldigung. Der Schock kann einen Mann – und in geringerem Maß auch seine Familie – völlig aus der Bahn werfen und das Gefühl hinterlassen, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Das gilt besonders dann, wenn die Beschuldigung zu einer Festnahme führt, zu Auflagen, die ihn von Wohnung und Familie fernhalten, und obendrein zur sofortigen Suspendierung oder zum Verlust von Arbeitsplatz, Karriere und Einkommen.

Das Gefühl, dass sich alles dreht, dass man dem nicht gewachsen ist, und womöglich auch Wut sind Stressreaktionen und völlig zu erwarten. Aus polizeilicher Sicht wird nichts überstürzt geschehen, und selbst wenn das Schlimmste eintritt und Untersuchungshaft angeordnet wird, tut man gut daran, sich Zeit zum Durchatmen zu nehmen und das Trauma abklingen zu lassen. Dieses Gefühl WIRD nachlassen, und auch wenn die Sorge bleibt, lässt sich das Gefühl der Hilflosigkeit in den Griff bekommen.

Schock und Trauma sind eine Verletzung des Gehirns, deren Heilung Zeit braucht, und falls nötig, kann ein Besuch beim Hausarzt medizinische Hilfe und eine gewisse Erleichterung bringen. Scheuen Sie sich nicht zu fragen. Sehr viele Männer haben im Verlauf des Verfahrens Suizidgedanken, ebenso ihre Angehörigen, und niemand muss das allein durchstehen.

Es gibt Organisationen, die Informationen und Unterstützung anbieten, etwa FACT, vor allem für England, Wales und Nordirland zuständig, wobei auch schottische Mitglieder aufgenommen werden, sowie JIMS (Justice for Innocent Men Scotland). Daneben existieren verschiedene Facebook-Gruppen, unter anderem AccusedMe und Falsely Accused Letters to the Establishment.

Wer es sich leisten kann, kann eine privat finanzierte anwaltliche Vertretung schon vor einer möglichen Anklageerhebung in Anspruch nehmen, denn dafür steht nur ein verschwindend geringer Betrag an Prozesskostenhilfe zur Verfügung. Sie sind nicht verpflichtet, bei dem Pflichtverteidiger zu bleiben, der Sie bei der Vernehmung vertreten hat, und es lohnt sich, herumzutelefonieren und gezielt einen Anwalt auszuwählen, der Sie vertritt, falls Sie eine Vertretung vor Anklageerhebung wünschen oder es tatsächlich zur Anklage kommt. Eine Anklage allein ist noch nicht das Ende der Welt, denn viele Anklagen werden vor dem Prozess oder sogar mitten im Verfahren fallengelassen – man denke etwa an den Fall Liam Allan.

Bedenken Sie allerdings, dass es nicht Aufgabe eines Anwalts ist, in Ihrem Fall zu ermitteln. Er kann nur mit den Informationen arbeiten, die man ihm gibt. Deshalb hilft es langfristig, alles aufzuschreiben, was Ihnen zu dem geschilderten Vorfall einfällt, alles festzuhalten, woran Sie sich im Lauf der Zeit erinnern, und sämtliche Nachrichten, SMS, Screenshots und Ähnliches aufzubewahren, selbst wenn Sie das alles nie brauchen sollten. Am Ende ist es besser, dem Anwalt zu viele Informationen zu geben als zu wenige.

All das kann einen rund um die Uhr beschäftigen, doch man darf es nicht so weit kommen lassen, sonst zehrt es einen bis zum Burnout aus. Denken Sie daran, auch anderes zu tun: familiäre Beziehungen und Freundschaften zu pflegen, Hobbys nachzugehen und sich zu bewegen. Zu den traurigen Begleiterscheinungen einer Falschbeschuldigung gehört, dass Familie und Freunde Partei ergreifen und auf Abstand gehen, manchmal aus Furcht, selbst in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Konzentrieren Sie sich deshalb, wenn irgend möglich, auf die Menschen, die zu Ihnen halten und Sie unterstützen. Es kann überraschend sein, wer sich als Unterstützung erweist und wer nicht.

Denken Sie außerdem daran, dass all dies ein Ende haben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Fehlverurteilung als schlimmstmöglichem Ausgang ist sehr gering, und es gibt viele Wege, dieses Risiko noch weiter zu senken.

Kurz zusammengefasst:

Erstens: nicht in Panik verfallen.

Zweitens: für jede erforderliche Vernehmung einen Anwalt hinzuziehen.

Drittens: eine Chronologie all dessen aufschreiben, woran Sie sich im Zusammenhang mit dem Vorwurf erinnern können.

Viertens: sich Unterstützung suchen und bei Bedarf ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Jemanden zum Reden zu haben, kann von unschätzbarem Wert sein, damit Sie nichts in sich hineinfressen.

Fünftens: sich für den Fall der Fälle einen Anwalt suchen, dem Sie vertrauen, und die Möglichkeit einer anwaltlichen Vertretung schon vor einer Anklageerhebung ausloten, falls Sie sie sich leisten können.

Sechstens: sich beschäftigt halten und den Kopf mit Dingen füllen, die nichts mit den juristischen Problemen zu tun haben, die Sie gerade bewältigen müssen.

Siebtens: daran denken, dass kein Anwalt dafür bezahlt wird, für Sie zu ermitteln. Sammeln Sie deshalb alle Beweise, die Sie bekommen können, bewahren Sie sie sicher auf und schicken Sie Kopien an Ihren Anwalt, sobald Sie einen mandatieren.

Achtens: sich vor Augen halten, dass auch das vorübergeht.




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Dienstag, September 08, 2026

Gloria Steinem ist tot

Gloria Steinem, die "berühmteste Feministin der Welt", ist vergangene Woche mit 92 Jahren gestorben.

Die Reaktionen der deutschen Medien waren vorhersehbar: In der ZEIT durfte Alice Schwarzer noch einmal dieser Frau huldigen, die sie als ihr Vorbild bezeichnete. Die "Welt" huldigte Steinem in einem ausführlichen, unkritischen Artikel, die Neue Zürcher Zeitung tönte kaum anders. Wie gehabt bekommt man überall dieselbe Soße serviert: Kritische Artikel oder abweichende Meinungen gibt es in der Berichterstattung deutscher Leitmedien nicht.

Was man verstehen könnte, wenn es nur um die alte Regel ginge, dass man über Verstorbene nichts Schlechtes sagen soll. Allerdings gilt das bei politisch einflussreichen Persönlichkeiten so zwingend keineswegs: Weil ihr Einfluss nachwirkt, muss es auch erlaubt sein, diese Leute und ihre Weltsicht kritisch zu hinterfragen. Würde allein der Tod einen davor schützen, müsste man sogar über nachweisliche Übeltäter in den höchsten Tönen schwärmen.

Aus diesem Grund und um zu zeigen, dass eine abweichende Perspektive überhaupt möglich ist, statt sich von selbst zu verbieten, weil Gloria Steinem tatsächlich einen Heiligenschein getragen hätte, präsentiere ich hier einen Artikel in deutscher Übersetzung, den die Feminismuskritikerin Cathy Young über sie verfasst hat: Gloria Steinem steht für das Schlimmste am modernen Feminismus.



Dass Präsident Obama der Feminismus-Ikone Gloria Steinem vergangene Woche die Presidential Medal of Freedom verliehen hat – unter sechzehn Geehrten, darunter Oprah Winfrey, Bill Clinton und der verstorbene Bürgerrechtler Bayard Rustin –, ist weitgehend unumstritten geblieben. Abgesehen von einigen Breitseiten aus rechtsaußen stehenden und Abtreibungsgegner-Blogs, die sich vor allem an Steinems Eintreten für das Recht auf Abtreibung stießen, blieb es still. Dabei kann man durchaus für die Wahlfreiheit und für die Gleichberechtigung der Geschlechter sein und trotzdem bei dieser Ehrung zusammenzucken. Bei allem unbestreitbaren Talent und aller Ausstrahlung ist Steinem geradezu ein Aushängeschild für jene Geschlechterkriegs-Paranoia und jenen ideologischen Dogmatismus, die die Frauenbewegung auf einen so zerstörerischen Weg geführt haben.

Wie also verkörpert Steinem die schlimmsten Züge des modernen Feminismus? Zählen wir sie auf.

Dogmatisches Leugnen von Geschlechtsunterschieden. Es gibt ein vollkommen legitimes Argument, dem ich selbst zuneige, wonach Unterschiede zwischen Männern und Frauen kulturell geprägt und weniger bedeutsam sind als individuelle Unterschiede. Für die Lockerung traditioneller geschlechtsgebundener Beschränkungen gibt es zweifellos breite Unterstützung. Aber Steinem treibt die Position gegen Unterschiede bis zu jenen fanatischen Extremen, die die feministischen Dissidentinnen Daphne Patai und Noretta Koertge als "Biodenial" bezeichnet haben. In einem Interview für John Stossels ABC-News-Sondersendung "Boys and Girls Are Different: Men, Women and the Sex Difference" verspottete Steinem 1997 die wissenschaftliche Forschung zu Geschlechtsunterschieden in der Hirnfunktion als "antiamerikanisches Irrdenken". Sie legte außerdem nahe, dass Krafttests für den Oberkörper, mit denen Feuerwehrleute schwere Lasten heben müssen, sexistisch seien. Und was ist mit Situationen, in denen Feuerwehrleute Verletzte oder Bewusstlose aus brennenden Gebäuden tragen müssen? Steinem beharrte mit unbewegter Miene darauf, es sei besser, sie zu schleifen, denn "dort unten ist weniger Rauch". Ich hielt die ABC-Sendung selbst für zu sehr auf Verallgemeinerungen über Unterschiede ausgerichtet, doch Steinem gab die denkbar schlechteste Fürsprecherin der Skeptiker ab.

Fixierung auf männliche Bösartigkeit. Wie viele in der Schwesternschaft lässt sich Steinem von ihrem Glauben an absolute Gleichheit nicht davon abhalten, Männer als Täter von Gewalt und Übel in den Mittelpunkt zu rücken. In der Theorie macht sie "das Patriarchat" verantwortlich und behauptet, es habe Männern wie Frauen ihre volle Menschlichkeit geraubt. Sie hat sogar – zu Recht – gesagt, wir würden keine echte Gleichberechtigung haben, solange wir nicht die Fähigkeit von Männern zu Fürsorge und Zuwendung ebenso anerkennen, wie wir die Fähigkeit von Frauen zu Stärke und Leistung anerkannt haben. Doch leider treten tatsächliche, unbekehrte Männer in Steinems Schriften meist als gefährliche Rohlinge auf.

In ihrem Buch "Revolution from Within: A Book of Self-Esteem" von 1992 schreibt Steinem, die gefährlichste Situation für eine Frau sei nicht ein unbekannter Mann auf der Straße oder gar der Feind im Krieg, sondern ein Ehemann oder Liebhaber in der Abgeschiedenheit der eigenen vier Wände. Sie hat außerdem die längst widerlegte Vorstellung einer langen vorgeschichtlichen Epoche friedlicher, wohlwollender, egalitärer "gynozentrischer" Gesellschaften propagiert, die später von gewalttätiger, unterdrückerischer Männerherrschaft verdrängt worden seien.

Pseudowissenschaft. Steinems Rede von friedliebenden prähistorischen Matriarchaten ist nur ein Beispiel ihrer Neigung, pseudowissenschaftlichen Unsinn zu verbreiten – oft an Hochschulen, wo sie eine beliebte Rednerin ist. So wärmte Steinem in einer Rede am Salem State College 1993 nicht nur die Matriarchatstheorie auf, sondern auch den Mythos, die europäischen Hexenverfolgungen seien ein Versuch gewesen, eine noch existierende heidnische Religion auszurotten, und hätten bis zu neun Millionen Frauen das Leben gekostet. Sie spann außerdem eine fantasievolle "revisionistische" Geschichte über Jeanne d'Arc als heidnische Gottesanbeterin, die französische Heere zum Sieg geführt habe und nach dem Krieg als Hexe hingerichtet worden sei, weil sie zu mächtig geworden war. Tatsächlich war Jeanne allen verfügbaren Zeugnissen zufolge eine fromme Katholikin und wurde wegen Ketzerei hingerichtet, nachdem sie im noch andauernden Krieg gefangen genommen worden war. Steinem ist zwar keine Wissenschaftlerin, doch ebenso schludrige Pseudowissenschaft ist in den Seminarräumen der Frauenforschung nur allzu verbreitet.

Fehlinformation. Steinems Verbreitung von Scheinfakten beschränkt sich nicht auf ferne Geschichte. In "Revolution from Within" behauptet sie, in den Vereinigten Staaten stürben jedes Jahr 150.000 Frauen und Mädchen an Magersucht – womit sie die tatsächliche Zahl um etwa das Tausendfache übertreibt. Wie Christina Hoff Sommers in ihrem Buch "Who Stole Feminism?" von 1994 belegte, beruhte die Behauptung von 150.000 Toten darauf, dass eine feministische Professorin eine Statistik über die Zahl der Erkrankten verstümmelt hatte. Dasselbe Buch erörtert eine angebliche Krise des Selbstwertgefühls von Mädchen auf der Grundlage einer einzigen schludrigen Studie der American Association of University Women.

Der Opferkult. In Steinems Fall hat die Fixierung auf die sexuelle Viktimisierung von Frauen und Mädchen die Aktivistin an einige merkwürdige Orte geführt, etwa zur aktiven Förderung "wiedergefundener Erinnerungen" an sexuellen Missbrauch. E. Sue Blumes Buch "Secret Survivors: Uncovering Incest and Its Aftereffects in Women" von 1990, das die prominente Journalistin Joan Acocella als eines der ungeheuerlichsten Handbücher dieser Art bezeichnete, trug einen Werbetext von Steinem, wonach es Millionen befreien könne, indem es sie ermutige, verborgenen Erinnerungen an Missbrauch nachzuspüren. Sie ist auch in einen besonders bizarren Ableger der "Recovered Memory"-Bewegung verstrickt, nämlich in die Panik über angeblich grassierenden satanischen Ritualmissbrauch. 1993 brachte "Ms.", die von Steinem gegründete und eng mit ihr verbundene Zeitschrift, einen reißerischen Artikel unter dem Titel "Surviving the Unbelievable", einen angeblichen Erfahrungsbericht einer Frau, die in einem satanischen Kult aufgewachsen sein wollte. Linke Kritiker wie Alexander Cockburn und Debbie Nathan haben das radikalfeministische Establishment und insbesondere Steinem als maßgebliche Wegbereiter der Ritualmissbrauchs-Hysterie der 1980er und 1990er Jahre ausgemacht.

Ironischerweise trieb der Missbrauchswahn nicht nur ungezählte Frauen in schädliche Quacksalber-Therapien, sondern führte auch zur Fehlverurteilung mehrerer Kindergärtnerinnen. Tatsächlich hat Steinem persönlich daran mitgewirkt, eine solche Verfolgung voranzutreiben, nämlich im berüchtigten Fall der McMartin-Vorschule in Manhattan Beach, Kalifornien, in den 1980er Jahren. Die berühmte Feministin stellte Geld für eine – erfolglose – Ausgrabungsaktion bereit, mit der Tunnel unter der Schule gefunden werden sollten, um die Behauptungen einiger Kinder zu erhärten, sie seien in solche Tunnel gebracht und dort grotesken sexuellen Ritualen unterzogen worden. Diese Aussagen waren unter Anleitung einer skrupellosen Therapeutin zustande gekommen.

Verachtung für die Meinungsfreiheit. Steinem trug maßgeblich dazu bei, dass die Frauenbewegung sich den spaltenden Feldzug gegen Pornografie zu eigen machte. Ihre Neigung zur Zensur erstreckt sich jedoch auch auf politische Äußerungen. Im vergangenen Jahr verfasste sie gemeinsam mit den Mitstreiterinnen Robin Morgan und Jane Fonda, mit denen zusammen sie das Women's Media Center gegründet hat, einen Gastbeitrag auf CNN.com, in dem sie die Rundfunkaufsicht FCC aufforderte, jenen Radiosendern die Lizenz zu entziehen, die Rush Limbaughs Sendung ausstrahlen. Sie warfen Limbaugh "giftige, hassschürende Rede" vor und beklagten, er verstecke sich seit zwanzig Jahren hinter dem Ersten Verfassungszusatz. Während das Trio urkomischerweise behauptet, seine Haltung sei "nicht politisch", merkte der Verfassungsrechtler Eugene Volokh von der UCLA an, sie drängten die FCC dazu, Limbaughs Rede aufgrund der darin ausgedrückten Ideologie einzuschränken – und genau das habe der Supreme Court zu Recht für unzulässig erklärt.

Reflexhafte Parteilichkeit. Steinems Solidarität mit Frauen endet an der Parteilinie. 1993 flog sie nach Texas, um gegen die damalige Senatskandidatin Kay Bailey Hutchison zu kämpfen, eine gemäßigte, abtreibungsfreundliche Republikanerin, die sie als "Frauendarstellerin" verunglimpfte.

Steinem ist eine unbestreitbar talentierte und charismatische Frau, und ihre Botschaft kommt oft in ansprechenden Begriffen wie weibliche Selbstermächtigung, Freiheit und elementare Fairness daher. In der Praxis aber befördert ihr Wirken weit weniger positive Werte. Hier wird jemand mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet, der Angriffe auf die Meinungsfreiheit unterstützt und an der Inhaftierung Unschuldiger mitgewirkt hat.

Hätte der Präsident die feministische Bewegung ehren wollen, wäre eine posthume Auszeichnung für Betty Friedan, die Autorin von "Der Weiblichkeitswahn", die weit bessere Wahl gewesen. Friedan hat bei allen eigenen Fehlern zu Recht davor gewarnt, sich antimännliche und antifamiliäre Ideologien zu eigen zu machen, die das Verhältnis der Geschlechter als Klassenkampf begreifen. Steinem ist eine Klassenkampf-Feministin. Indem Obama sie ehrt, signalisiert er, welches Gewicht der organisierte Feminismus für die demokratische Wählerbasis hat – zugleich aber stärkt er die Vorstellung, wir befänden uns in einem "Krieg gegen Frauen", in dem die Geschlechterkrieger unsere letzte Verteidigungslinie seien.




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Montag, September 07, 2026

Sachsen-Anhalt: AfD punktete vor allem bei den Männern

1. Die AfD wurde gestern deutlich häufiger von Männern als von Frauen gewählt 49 gegenüber 39 Prozent. Extrem stark war die Partei bei Männern zwischen 44 und 59 Jahren (56 Prozent) sowie bei unter 35-Jährigen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen (62 Prozent).

Die konkurrierenden Parteien und viele Journalisten reagieren auf diese Abwanderung vor allem männlicher Wähler bislang entweder mit sturem Ignorieren, vorwurfsvollem Sexismus oder dem schlichten Finden von Sündenböcken ("die Manosphäre!!!")

Was ich als Männerrechtler darüber denke, ist sattsam bekannt, und jeder kann es inzwischen mitbeten. Ich habe deshalb nach längerer Zeit spaßeshalber wieder einmal eine KI (ChatGPT) als neutralere Instanz nach ihrer Antwort gefragt: Mit welcher Strategie sollten die anderen Parteien am besten auf diese Entwicklung reagieren?

Ich würde den Unterschied ernst nehmen, aber nicht zu einer speziellen "Männerstrategie" der Parteien verkürzen.

Die aktuellen Analysen zur Sachsen-Anhalt-Wahl zeigen nämlich ein größeres Problem: Die AfD liegt nicht nur bei Männern vorn, sondern in fast allen gesellschaftlichen Gruppen. Zugleich hat sie viele frühere Nichtwähler und vor allem frühere CDU-Wähler gewonnen.

Für die konkurrierenden Parteien würde ich daraus fünf Konsequenzen ableiten:

1. Männer ausdrücklich als politische Zielgruppe behandeln.

49 gegenüber 39 Prozent ist groß genug, um nicht einfach zu sagen: "Geschlecht spielt keine Rolle." Parteien sollten untersuchen, warum Männer häufiger AfD wählen: Welche Themen, welche Milieus, welches Gefühl politischer Repräsentation? Dabei sollte es nicht um platte "Männerpolitik" gehen, sondern etwa um Arbeit, berufliche Perspektiven, Bildung, Sicherheit, gesellschaftlichen Status und die Frage, ob Männer sich von den etablierten Parteien angesprochen fühlen.

2. Nicht versuchen, die AfD durch eine Kopie der AfD zu schlagen.

Eine Partei, die lediglich deren migrations- oder kulturpolitische Positionen übernimmt, gibt der AfD ihren größten Vorteil: das Original zu sein. Die bessere Strategie wäre, bei den Sorgen anzusetzen, ohne automatisch die politischen Antworten der AfD zu übernehmen.

3. Die Sprache gegenüber männlichen Wählern verändern.

Das halte ich für ziemlich wichtig. Wenn sich ein beträchtlicher Teil männlicher Wähler von Parteien nicht angesprochen oder sogar moralisch abgewertet fühlt, hilft es wenig, ihnen zu erklären, dass ihre politische Haltung problematisch sei. Man muss ihnen zunächst vermitteln: "Wir sehen eure Probleme und nehmen euch als Wähler ernst." Das ist etwas anderes als Zustimmung zu jeder ihrer politischen Forderungen.

4. Die Ursachen der AfD-Wahl ernst nehmen, statt nur die AfD zu bekämpfen.

Die Forschungsgruppe Wahlen führt für das Ergebnis unter anderem Unzufriedenheit und Polarisierung an; zugleich konnte die AfD offenbar auch bei Themen wie Wirtschaft und Bildung Kompetenzzuschreibungen gewinnen. Eine reine "AfD-verhindern!"-Kampagne kann deshalb an ihre Grenzen stoßen. Man muss ein attraktives eigenes Angebot haben.

5. Vor allem die CDU müsste besonders aufmerksam sein.

Die Wählerwanderung ist hier bemerkenswert: Neben vielen ehemaligen Nichtwählern kamen besonders viele neue AfD-Wähler aus der CDU. Für die CDU wäre es deshalb gefährlich, die AfD-Wähler pauschal als politisch unerreichbar abzuschreiben. Ein Teil davon sind offenbar Menschen, die früher durchaus eine etablierte bürgerliche Partei gewählt haben.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist aber ein anderer: Die 49 % bei Männern sollten nicht als Beleg dafür genommen werden, dass "Männer nach rechts kippen" und Frauen dagegenhalten. Denn 39 % AfD bei Frauen sind ebenfalls ein enormes Ergebnis. Die AfD hat in Sachsen-Anhalt ein Problem der etablierten Parteien sichtbar gemacht, das beide Geschlechter betrifft – bei Männern allerdings stärker.

Wenn ich einer konkurrierenden Partei einen einzigen strategischen Satz mitgeben müsste, wäre es daher:

Nicht versuchen, Männer von der AfD wegzudiskutieren, sondern herausfinden, warum sie überhaupt das Bedürfnis haben, AfD zu wählen – und darauf glaubwürdige eigene Antworten geben.

Gerade für SPD, Grüne und Linke wäre das allerdings eine größere Herausforderung als für die CDU, weil sie bei bestimmten männlichen Milieus inzwischen offenbar ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem haben. Die CDU wiederum hat den Vorteil, dass sie einen Teil dieser Wähler schon einmal besaß.


Zugegeben: Diese Antworten sind nicht gerade Lichtjahre von dem entfernt, was ich zu dieser Frage denke.



2. Julia Klöckner möchte Frauen in der Politik stärken, was persönliche Angriffe betrifft:

Eine Studie der Europäischen Akademie für Frauen in der Politik (EAF) hatte zuletzt belegt, dass Hass und Hetze für viele Politikerinnen zum Alltag gehören – etwa in Form von Bedrohungen und massiven Angriffen per E-Mail oder in Kommentarspalten. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas beklagte kürzlich, dass Frauen deutlich heftiger angefeindet und beleidigt würden. „Ich bin so ein personifiziertes Feindbild geworden“, sagte sie im Juni unserer Redaktion. Gerade rechte Netzwerke versuchten, selbstbewusste Frauen mit persönlichen Angriffen kleinzukriegen.


Natürlich ist es abwegig zu behaupten, weibliche Politiker würden schärfer angegriffen als männliche, wenn man allein Angriffe auf Frauen in der Politik untersucht.



3. Weiter geht es mit dem Ukrainekrieg:

Geleakte Daten verraten, mit welchen Begriffen Russlands Militär eigene Soldaten zum bloßen Material und Kapital abstempelt. Sichtbar wird eine Hölle für Soldaten, die noch als Tote ausgebeutet werden.


"Die Welt" berichtet.



4. Neu auf dem Buchmarkt: "Mitreden können: 99 Fakten, die du über die Männerrechtsbewegung wissen solltest".



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Donnerstag, September 03, 2026

Gender-Ratgeber: "Sag nicht 'Vater", sag 'Elternteil""

1. Die Frankfurter Allgemeine stellt einen Genderratgeber für Juristen vor, der eine "diskriminierende Sprache" bekämpfen soll. Darin heißt es unter anderem:

Für den Begriff "Vater", den wir bislang für unproblematisch hielten, heißt es bei der "Initiative offene Rechtswissenschaft", es komme für seine Verwendung auf die Kontextsensibilität an. "Für Menschen kann es wichtig sein, sich als ‚Vater‘ zu bezeichnen, bspw. für trans*Männer. Möchte eine Person deshalb als ‚Vater‘ bezeichnet werden, ist dies auch zu respektieren."

Aha! Da braucht es bei der Abfassung einer Dissertation im Familienrecht neben der eigentlichen dogmatischen Darlegung noch einiger empirischer Untersuchungen. Zudem fragt die Initiative: "Kommt es auf die rechtliche Zuordnung als ‚Mutter‘, ‚Vater‘ oder nach der ausstehenden Reform des Familienrechts womöglich eher auf die Kategorie ‚Elternteil‘ an?" Nun, wer weiß das schon?

Es geht munter weiter. Der "Verfassungsgeber" wird zu: "Verfassungsgebende Gewalt", der "V-Mann" zur "V-Person", der "Täter" zur "Täterschaft", die "Ausländerbehörde" zum "Welcome Center"; für "Terrorist" und "Extremist" gibt es keine Gendervorschläge; aus "mankind" wird "humankind", aus "boyfriend/girlfriend" ein "romantic partner".




2. "Männer haben unter patriarchalen Strukturen unglaublich gelitten" erklärt der explizit feministische Zukunftsforscher Tristan Horx. Vielleicht sollte man dann aufhören, ideologisch aufgeladene Begriffe wie "Patriarchat" zu verwenden, die so klingen, als hätten sich die Männer einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens erschlichen, um Frauen schuften und leiden zu lassen. So wie viele Feministen und Feministinnen hat Horx ein neues Buch über Männer geschrieben, und weil er so erwünscht feministisch ist, darf er es in den Leitmedien bewerben.

Immerhin gibt es Entwicklungen, die auch diesem feministischen Mann nicht entgehen:

Es gibt allerdings ein Lager im gegenwärtigen Feminismus, das mich wahrscheinlich nicht dazuzählen würde. Dort entsteht manchmal genau das Bild, das dem Feminismus von seinen Gegnern immer unterstellt wurde: dass er keine Gleichstellungsbewegung mehr sei, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen akzeptiert und den ältesten Vertrag der Menschheit – den zwischen den Geschlechtern – für Frauen verbessern will, sondern eine Bewegung mit einem starken Anti-Männer-Bild ist.


Diese Tendenz wurde Feministinnen immer "unterstellt", weil es immer schon zutraf.

Auch eine andere Entwicklung kann Horx nicht übersehen, auch wenn er sie ideologisch zu rahmen versucht:

Frauen haben höhere Bildungsabschlüsse und bessere Noten. Jungen fallen häufiger durch. Lange hat sich dieser Bildungsvorsprung aufgrund patriarchaler Strukturen und vor allem aufgrund der traditionellen Mutterrolle nicht entsprechend in Status und Einkommen übersetzt. Wenn die Frau ein Kind bekam, griffen die alten Rollenbilder wieder. Das verändert sich jetzt mit den sinkenden Geburtenraten. Männer sind darauf überhaupt nicht vorbereitet. Ihnen wurde über Generationen beigebracht, beruflicher Erfolg erhöhe ihre Attraktivität beim anderen Geschlecht. Wenn dieser Weg plötzlich versperrt scheint, kann das für einen jungen Mann eine massive Kränkung sein.


Ihnen "wurde beigebracht", erfolgreiche Männer seien bei Frauen beliebter. :D

Und wenn Männer beruflich diskriminiert werden, dann ist das in Horx Augen offenbar nur ein Problem, weil sie darauf "gekränkt" reagieren. Denn dann taucht das Bild vom Mann als monströser Bedrohung wieder auf:

Wenn wir einfach so weitermachen, bekommen wir junge, frustrierte und perspektivlose Männer. Ganze Gruppen solcher Männer können sehr destruktiv werden. Die können dir den ganzen Laden abfackeln, das kann doch keiner wollen. (…) Egal, wie sehr einem diese Männer auf die Nerven gehen: Man sollte die Konsequenzen bedenken und erkennen, dass wir etwas verändern müssen. Was wir bisher versucht haben, funktioniert offensichtlich nicht besonders gut.


Mit anderen Worten: "Solange ich keine Angst haben muss, dass sie mir den Laden abfackeln, sind mir diese Kerle scheißegal." Immerhin ist das ein klarer Appell, Feministen wie Horx "auf die Nerven zu gehen", wenn man als Mann auch mal eigene politische Anliegen vorbringen möchte.

Die folgenden Versatzstücke des Interviews sind vorhersehbar, weil Journalisten offenbar dazu gezwungen werden, sie alle in einem Artikel über Männer wiederzukäuen: Andrew Tate: check, "Manosphäre": check, "Adolescence": check. Hier ist nichts Neues zu erwarten.



3. Gelungener ist ein Artikel über männliche Opfer häuslicher Gewalt, der fernab der Leitmedien veröffentlicht wurde:

"Es fing schon nach zwei, drei Monaten an", erinnert sich Martin, "ganz komische Situation, wir hatten uns gestritten." Vor ihm steht eine Tasse Kaffee, er spricht ruhig, als er an den Tag zurückdenkt. Er habe noch versucht, seine damalige Partnerin zu beruhigen, "dann hat sie mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen". Ein gutes halbes Jahr wird Martin in der Beziehung bleiben, in der er körperliche und psychische Gewalt erfährt, bis er sich schließlich trennt.

Für ihn, erzählt er, habe dieser Tag mit einer Platzwunde geendet – und mit einer Anzeige gegen seine ehemalige Partnerin. Martin ist nicht sein richtiger Name. Um seine Anonymität zu wahren, wurde er geändert. Was er erlebt hat, ist kein Einzelfall: Laut Bundeskriminalamt (BKA) gab es 2024 mehr als 35.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt mit männlichen Opfern, insgesamt waren knapp 80.000 Männer von häuslicher Gewalt betroffen. Hilfsangebote speziell für männliche Betroffene gibt es nur wenige. Eine Anlaufstelle für Männer, die Gewalt im sozialen Nahraum – oft bezeichnet als häusliche Gewalt – erfahren haben, ist der Verein Lemann in Leipzig. Seit neun Jahren gibt es dort Schutzwohnungen für Männer, seit 2024 auch Vater-Kind-Wohnungen. Im Juni wurde zusätzlich eine Beratungsstelle eröffnet.

(…) Gewalt gegen Männer sei immer noch ein "Nischenthema", so [der Männerhaus-Mitarbeiter Peter] Panda – wenn auch eines mit großen Dimensionen: Laut einer BKA-Studie aus dem Jahr 2024 sind gut 20 Prozent der von Partnerschaftsgewalt betroffenen Personen männlich, bei häuslicher Gewalt sind es knapp 30 Prozent. Dass die Zahlen in der Realität weitaus höher sind, legt die Dunkelfeldstudie "Lesubia" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Februar nahe. Darin wurden Teilnehmende nach erlebter Partnerschaftsgewalt befragt. Männer sind ähnlich häufig davon betroffen wie Frauen.

Um gesellschaftliche Vorurteile und Stigmata abzubauen sowie Männern den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern, sei es nötig, offen über Gewalt gegen Männer zu sprechen, unterstreicht Panda: "Häusliche Gewalt passiert vor allem da, wo sie nicht sichtbar ist, nicht als solche benannt und besprochen wird." Man müsse mehr Zugang zu Männerschutzeinrichtungen gewährleisten, betont Kollegin Rita Schwaiger.

Im Jahr 2024 gab es in Deutschland zwölf Männerhäuser. Von flächendeckender Versorgung kann nicht die Rede sein. "Je mehr Angebote es gibt, desto sichtbarer wird das Thema auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext", so Schwaiger.


Um das zu erreichen, werden wir den Tristan Horx' dieser Welt noch einige Zeit lang "auf die Nerven gehen" müssen.



4. Natascha Ochsenknecht spricht sich gegen Männerbashing aus und erntet dafür selbstverständlich einen Shitstorm. Wie immer, wenn eine Frau eine ideologisch abweichende Meinung vertritt, wird sie danach als "Pick-me-Girl" beschimpft.



5. Die Epoch Times, deren internationale Ausgabe als leicht rechts der Mitte eingeordnet wird, beschäftigt sich mit der Situation der Männer (nicht nur) in Kanada. Ein Auszug:

Es gibt Warnsignale, die wir nicht ignorieren sollten, darunter die Tatsache, dass kanadische Männer nach wie vor fast dreimal so häufig durch Selbstmord sterben wie Frauen. Die Anerkennung der Probleme, mit denen Männer konfrontiert sind, schmälert weder die Herausforderungen, denen Frauen gegenüberstehen, noch bedeutet die Unterstützung von Jungen, dass Mädchen etwas vorenthalten wird. Kanada sollte von einem einfachen Grundsatz ausgehen: Jeder junge Mensch verdient die Chance auf Erfolg, und weder die ethnische Zugehörigkeit noch das Geschlecht sollten darüber entscheiden, wer unsere Förderung verdient.

Das bedeutet, bei der Einstellung und in der Bildung wieder Leistung in den Vordergrund zu stellen, Lehrstellen und berufliche Bildung auszubauen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen wiederzubeleben, die Mentoring und Zugehörigkeit bieten. Es bedeutet auch, wieder positiv über Verantwortung, Ehe, Vaterschaft, Dienst am Nächsten und Arbeit zu sprechen, anstatt Männlichkeit an sich als etwas zu behandeln, für das man sich entschuldigen muss. Eine gesunde Gesellschaft braucht gute Männer, die arbeiten, Unternehmen aufbauen, Kinder großziehen, Eishockeymannschaften trainieren, sich ehrenamtlich in ihren Gemeinden engagieren, ihr Land verteidigen und Verantwortung für andere Menschen als sich selbst übernehmen.

Jahrzehntelang haben wir jungen Frauen zu Recht gesagt, dass es keine Grenzen dafür geben sollte, was sie erreichen können, und unsere Gesellschaft ist besser geworden, weil wir das getan haben. Wir sollten jungen Männern dasselbe Gefühl der Unbegrenztheit vermitteln, ohne dabei die Leistungen oder Chancen von Frauen zu schmälern. Eine Generation junger Männer ist auf der Suche nach Sinn und Zweck, und es ist an der Zeit, dass wir ihnen sagen, dass die Gesellschaft auch sie braucht.




6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ein Text der ZEIT zur weiteren Förderung der Spaltung Männer vs. Frauen lässt einen zunächst sprachlos zurück bevor man dann doch lieber schreiend davonlaufen will.

Das Diabolische: Richten sich Frauen danach, begründen sie automatisch eine neue Feststellung, dass Frauen am Kapitalmarkt weniger verdienen. Damit sind sie benachteiligt und bedürfen einer Kompensation. Und schuld ist wieder mal das Patriarchat.


Der Artikel ist heute auch Thema bei Christian Schmidt.



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Mittwoch, September 02, 2026

Männergesundheit soll wieder ins Aus gedrängt werden

Gestern veröffentlichte der maskulistische Blogger "Tin Men" folgenden Text auf Instagram:



Immer wieder wird Männern gesagt, wenn sie Veränderung wollen, sollten sie "es selbst in die Hand nehmen".

Wenn du Schutzhäuser für Missbrauchsopfer willst, dann baue sie.

Wenn du eine Debatte über Männerthemen willst, dann stoße sie an.

Und wenn du Politik für die Gesundheit von Männern willst, dann fang an, sie zu schreiben. Das ist eigentlich guter Rat, und viele Männer haben ihn ernst genommen.

Das Problem ist nur: Was passiert so oft, wenn Männer genau das tun?

Was passiert, wenn Männer Schutzhäuser eröffnen? Was passiert, wenn Männer für Unterstützung kämpfen oder um Fördermittel bitten? Was passiert, wenn Männer "Männerräume" oder Gesprächsgruppen gründen?

Nun, dann ändert sich etwas –

Jetzt erhebt sich eine Stimme (meist dieselbe, die ihnen zuvor gesagt hat, sie sollten "es selbst tun") und schreit sie nieder, demonstriert vor ihrer Tür, prangert sie an und protestiert, und richtet ein solches Chaos an, dass diese neuen, kaum entstandenen Bemühungen niedergerungen und zertreten werden, bis sie vollständig und unwiederbringlich zerstört sind.

Wir erleben das gerade jetzt.

Ein neuer Gesetzentwurf zur Gründung des ersten amerikanischen Office on Men's Health soll die Flut vorzeitiger Todesfälle eindämmen, Suizid und Sucht bei Männern angehen, Forschung zu männerspezifischen Krebsarten finanzieren und das Stigma rund um psychische Gesundheit bekämpfen. Und dieser Entwurf kommt immer weiter voran.

Ein solches Amt würde neben den (mindestens) ACHT bereits bestehenden Ämtern für Frauengesundheit arbeiten, aber zusätzliche, staatlich finanzierte, landesweite Forschung eigens für Männer bereitstellen.

Und dann geschah es.

Die Empörungstruppe zieht in die Stadt ein, berauscht von Wut und Anspruchsdenken, fest entschlossen, ein weiteres wohlmeinendes Vorhaben zur Unterstützung von Männern und Jungen zu zerstören.

Dieselben Rufe und Drohungen, dieselben Erpressungsversuche, dasselbe notorische Opfergehabe; dieselben naiven Parolen, ausgespuckt aus denselben ignoranten Mündern.

Wir beobachten es live, und wir können nur hoffen, dass jene mutigen Senatoren und Politiker die Kraft haben, die Trolle zu ignorieren und unbeirrt weiterzumachen.

Wir brauchen sie, damit sie weitermachen.

Denn die Politik, um die sie bitten, ist lebensrettend und transformativ, und sie verdient es, verabschiedet zu werden.

Was also lässt sich zu diesem neuen Gesetzentwurf für ein Office on Men's Health sagen, und wie können wir gegen die Ignoranz vorgehen, die auch dieses Mal wieder droht, es im Keim zu ersticken?




Was ist hier schon wieder los? Das erfahren wir ausführlicher durch einen Beitrag, den Lisa Britton aktuell veröffentlicht hat: Men's Health Is Being Silenced Again. Es geht um eine Kontroverse, die in den USA stattfindet, aber von grundsätzlicher Bedeutung ist:



Ich wachte auf, sah auf mein Handy und fand eine Nachricht von meinem Freund und Mitstreiter für das Wohlergehen von Jungen und Männern, George (auf Social Media unter dem Namen TheTinMen bekannt): "Verdammt … das explodiert gerade auf Instagram." Es handelte sich um ein virales Video der Journalistin Katie Couric, das bereits Tausende von Aufrufen und Kommentaren gesammelt hatte. Sie nahm den State of Men's Health Act ins Visier.

Zuerst dachte ich, das müsse ein Scherz sein. Ich konnte nicht glauben, dass jemand ein Gesetzesvorhaben, das zum ersten Mal ein Bundesamt für Männergesundheit schaffen würde, als Pointe behandelt. Couric griff gezielt Senator Ruben Gallego aus Arizona heraus, der gemeinsam mit Senator Roger Marshall aus Kansas den entsprechenden Gesetzentwurf im Senat eingebracht hatte. Sie lachte und beteuerte, das sei keine Satire – als wäre ein Amt, das der Gesundheit von Männern gewidmet ist, eine Art Witz.

Ich setze mich seit fast einem Jahrzehnt für das Wohlergehen von Jungen und Männern ein. Viele von uns haben dafür gekämpft, ein Office of Men's Health einzurichten. Derzeit gibt es acht Bundesämter, die sich über das Gesundheitsministerium (HHS) und dessen Behörden hinweg der Frauengesundheit widmen, und null für Männer. Null. Das sieht für mich nicht nach Gleichberechtigung aus.

In dem Video führte Couric die altbekannten Argumente an, die ein Amt für Männer als Beleidigung der Frauen darstellen. Es ist erstaunlich, wie oft dieses Thema von Frauen wie ihr als Nullsummenspiel gerahmt wird. Menschen aus meinem Umfeld betonen ständig, dass dem nicht so sei, aber das fällt mir schwer zu glauben, wenn die Gegenseite sich immer wieder so verhält, als wäre es genau das.

Investitionen in die Gesundheit von Männern nehmen den Frauen nichts weg. Das steht im Gesetzestext selbst ganz unmissverständlich. Die Mittel für das geplante Amt sollen sich „aus Beträgen ableiten, die durch andere gesetzliche Bestimmungen zur Bereitstellung von Mitteln autorisiert sind, unter Ausschluss jeglicher Beträge, die dem Office on Women's Health … oder einem anderen Amt für Frauengesundheit zugewiesen werden dürfen." Warum wird der Öffentlichkeit dann weiterhin etwas anderes erzählt?

Zum Hintergrund: Der State of Men's Health Act wurde am 20. Februar 2026 im Repräsentantenhaus als H.R. 7602 eingebracht, von der Demokratin Troy Carter aus Louisiana und dem Republikaner Greg Murphy aus North Carolina. Er würde das Government Accountability Office verpflichten, die Gesundheit von Männern in den Vereinigten Staaten zu untersuchen, und das amerikanische Gesundheitsministerium anweisen, ein Office of Men's Health einzurichten. Die Aufnahme war respektvoll, doch der Entwurf brauchte mehr Schwung. Am 23. Juli brachten die Senatoren Gallego und Marshall die entsprechende Fassung im Senat als S. 5113 ein. Die Demokraten übernehmen bei diesen Entwürfen die Führung, mit republikanischer Mitunterstützung. Das ist bemerkenswert, anerkennenswert und politisch mutig von ihnen.

Frauenorganisationen stellen Hilfe für Jungen und Männer seit Langem als Bedrohung für Mädchen und Frauen dar. Wenn man erkennt, dass dahinter auch ein gut finanzierter Lobbysektor steckt, ergibt dieses Muster plötzlich Sinn. Erst vor wenigen Wochen forderten Frauenorganisationen – darunter das American College of Obstetricians and Gynecologists, die Society for Women's Health Research und die Women First Research Coalition – vom Kongress 20 Milliarden Dollar über zehn Jahre, um "die Gesundheitslücke bei Frauen zu schließen". Wir fordern das erste Office of Men's Health in der amerikanischen Geschichte. Sie fordern 20 Milliarden Dollar. Das sollte kein Wettbewerb sein.

Männer und Frauen sitzen im selben Boot. Wenn die Gesundheit von Männern vernachlässigt und ignoriert wird, schadet das auch Ehefrauen, Müttern, Töchtern und ganzen Gemeinschaften, nicht nur Jungen und Männern selbst. Der Gesetzentwurf richtet sich gegen Krisen, die uns längst bekannt sind: eine kürzere Lebenserwartung von Männern, vermeidbare Krankheiten, Überdosierungen und Suizid. Männer sterben viermal so häufig durch Suizid wie Frauen. Wer könnte ernsthaft gegen eine koordinierte staatliche Reaktion darauf sein?

Liebe Leserinnen: Denkt an eure Söhne, Partner, Väter, Neffen und Freunde. Verdienen sie nicht Aufmerksamkeit, Forschung und Ressourcen, damit sie länger und gesünder leben?

Couric führte die jahrzehntealte Ausgrenzung von Frauen aus klinischen Studien als Grund an, die Gesundheit von Männern jetzt nicht ernst zu nehmen. Wie mein Freund und Forscher James L. Nuzzo und andere dokumentiert haben, ist das historische Bild komplizierter, als es in dieser Darstellung erscheint. Als Frauen im gebärfähigen Alter aus bestimmten frühen Arzneimittelstudien ausgeschlossen wurden, geschah dies zu ihrem Schutz, nicht aus einer Verschwörung heraus, für immer nur Männer zu untersuchen. Wären diese Frauen in ungetestete Medikamentenstudien aufgenommen worden, würden dieselben Stimmen, die heute über den Ausschluss von Frauen klagen, den Forschern vorwerfen, Frauen historisch als Versuchskaninchen missbraucht zu haben. Seit Jahrzehnten schließt die vom National Institute of Health finanzierte Forschung in den meisten Jahren mehr Frauen als Männer ein.

Das ändert nichts daran, dass manche Erkrankungen, die ausschließlich Frauen betreffen, weiterhin unzureichend erforscht sind, aber der Öffentlichkeit wird etwas vorgemacht, wenn jede Diskussion über Männergesundheit als Diebstahl an Frauen dargestellt wird.

Ich bin nicht gegen Investitionen in die Gesundheit von Frauen. Ich bin selbst eine Frau. Natürlich wünsche ich mir Aufmerksamkeit für Frauengesundheit. Ich habe einige der Schwierigkeiten, die andere beschreiben, selbst erlebt. Vor einigen Jahren war ich krank, und niemand konnte mir sagen, warum. Man wies mich ab und sagte mir, es sei alles nur in meinem Kopf. Die Geschichte, die Frauen nur zu gut kennen. Es stellte sich heraus, dass man mir die falschen Untersuchungen gegeben hatte. Es lag tatsächlich etwas vor. Ich musste notfallmäßig operiert werden. Deshalb verstehe ich, warum Frauen fürchten, ignoriert zu werden. Ich verstehe die Notwendigkeit von Forschung zu Endometriose, Fruchtbarkeit und anderen Erkrankungen, die uns besonders hart treffen. Das bedeutet aber nicht, dass wir nur die Gesundheit von Frauen finanzieren sollten. Es bedeutet nicht, dass Jungen und Männer hintanstehen müssen. Es bedeutet nicht, dass wir über ein Office of Men's Health spotten sollten. Das ist kein Nullsummenspiel. Wir können uns um beides gleichzeitig kümmern.

Anfang Juni, in der ersten Woche des Men's Health Month, veranstaltete der Congressional Men's Health Caucus auf dem Capitol Hill eine Konferenz, um den Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus und die Argumente für Prävention hervorzuheben. Am selben Tag verkündete Melinda French Gates weitere 215 Millionen Dollar für die Gesundheit von Frauen weltweit, womit ihre jüngsten Zuwendungen in diesem Bereich in zwei Jahren auf mehr als 600 Millionen Dollar anstiegen – und diese Nachricht stahl die Schlagzeilen. Ich habe das Timing damals kritisiert. Ich bin dankbar für Gates' finanzielle Beiträge zu den Anliegen von Jungen und Männern in den letzten Jahren, aber es war eine Erinnerung daran, dass die Gesundheit von Männern nicht einmal in dem Monat, der ihr gewidmet ist, im Rampenlicht stehen kann. Philanthropie für Frauen ist nicht das Problem, aber den Men's Health Month als lästige Kulisse zu behandeln, ist es sehr wohl!

Ich habe es satt, zuzusehen, wie Frauenorganisationen und eine mediale Erzählweise die Gesundheit von Männern übertönen. Das hilft niemandem. Es hilft nicht den Jungen und Männern, die Mitgefühl und Unterstützung brauchen. Es hilft nicht den Mädchen und Frauen, die mit den Folgen leben müssen, wenn die Männer in ihrem Umfeld früher sterben, unbehandelt bleiben oder durch Suizid und Sucht verschwinden.

Ein Bundesamt für Männergesundheit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die Daten, die gelebte Erfahrung von Millionen Männern und die leeren Stühle an zu vielen Familientischen weisen alle auf dieselbe Schlussfolgerung hin. Es ist Zeit, längst überfällige Zeit, damit aufzuhören, die Gesundheit von Männern zum Schweigen zu bringen.




Das Video, auf dem Katie Couric gegen ein nationales Amt für Männergesundheit wettert, hat auf Instagram inzwischen mehr als 57.000 Likes. Gäbe es jemals solche männerpolitische Anstrengungen in Deutschland, habe ich keinen Zweifel daran, dass ein ähnliches Video von, sagen wir, Carolin Kebekus oder Anja Reschke, das gegen diese Männerpolitik zu Felde zieht, ähnlich erfolgreich wäre. Ein Großteil der Feministinnen gönnt Männern nicht die Butter auf dem Brot. Schon gegen Männer, die im Internet ihre Meinung vertrteten ("Manosphäre"), gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in deutschen Leitmedien ein andauerndes Trommelfeuer.



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