Dienstag, Oktober 13, 2026

Wegweisendes Urteil: Geschworene erkennen falschbeschuldigte Männer als Opfer sexueller Gewalt

1. Amanda Prestigiacomo berichtet über ein wegweisendes Urteil im US-Bundesstaat Maryland: Dort hat ein Gericht die University of Maryland dafür haftbar gemacht, einen Studenten nicht vor schwerer Belästigung geschützt zu haben, nachdem eine Kommilitonin ihn sexueller Übergriffe beschuldigt hatte. Eine universitätsinterne Untersuchung entlastete ihn; laut Klageschrift widersprachen auch Zeugenaussagen, Textnachrichten und forensische Befunde den Vorwürfen. Trotzdem wurde der Student öffentlich als Vergewaltiger diffamiert, in Bars angefeindet und durch eine organisierte Kampagne aus seinem Lacrosse-Team gedrängt. Die Universität ignorierte seine Beschwerden.

Die Geschworenen stellten fest, dass die Belästigung den gleichberechtigten Zugang des jungen Mannes zu Bildungsangeboten beeinträchtigte und die Universität dem Geschehen gegenüber bewusst gleichgültig blieb. Der Student verlangte lediglich einen Dollar Schadensersatz, um die Verantwortlichkeit der Universität feststellen zu lassen. Sein Anwalt bezeichnete das Urteil als ersten Fall, in dem eine Jury falsche Vergewaltigungsvorwürfe als geschlechtsbezogene Belästigung anerkannte und eine Universität dafür haftbar machte. Der Student hatte nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Dollar für seine Verteidigung ausgegeben; diese Kosten sind nicht automatisch durch das Urteil gedeckt.

Die Autorin des Beitrags zieht Parallelen zu den Entwicklungen an der Universität Cornell und sieht in dem Urteil ein Signal an amerikanische Hochschulen: Sie müssen männliche Studenten vor Belästigung und öffentlichen Rufschädigungskampagnen schützen, wenn sich Anschuldigungen als falsch erweisen.



2. Die Kriminologin Lara Christensen warnt in einem Beitrag für die britische Tageszeitung "Telegraph" vor einem gesellschaftlichen blinden Fleck beim sexuellen Missbrauch durch Lehrerinnen. Mehrere aktuelle Fälle in Großbritannien und Australien zeigen, dass Frauen Schüler sexuell missbrauchen, manipulieren und mitunter durch Schwangerschaften dauerhafte Folgen für ihre Opfer verursachen.

Eine britische Untersuchung von 71 Frauen, die in institutionellen Zusammenhängen sexuellen Missbrauch begangen hatten, ergab, dass diese im Durchschnitt 31 Jahre alt waren, meist allein handelten, häufig keine Vorstrafen hatten und überwiegend ältere männliche Jugendliche missbrauchten. Weitere Studien unterstreichen die Bedeutung des Problems: In einer australischen Polizeidatenanalyse gingen 12,2 Prozent der erfassten Sexualstraftaten auf Frauen zurück; in den USA entfielen mehr als 20 Prozent der bestätigten Fälle von Kindesmissbrauch auf weibliche Haupttäterinnen, während in einer Untersuchung sexuellen Fehlverhaltens von Schulbeschäftigten 33 Prozent der Täter Frauen waren. Da viele Opfer ihren Missbrauch nicht anzeigen, bleibt ein großer Teil der Täterinnen unerkannt.

Christensen kritisiert, dass Warnsignale bei Lehrerinnen häufig verharmlost und Beschwerden nicht ernst genommen werden. In einer von ihr mitverfassten Untersuchung von 40 Fällen sexuellen Fehlverhaltens durch Lehrkräfte waren mehr als ein Drittel der männlichen Lehrer zuvor wegen auffälligen Verhaltens gegenüber Schülern gewarnt worden, bei den Lehrerinnen dagegen keine einzige. Als mögliche begünstigende Faktoren nennt sie unter anderem frühere Traumata, problematische Beziehungen, psychische Schwierigkeiten, verzerrte Denkmuster und mangelnde Aufsicht. Diese Faktoren erklärten das Verhalten allenfalls, entschuldigten den Missbrauch aber nicht.

Die Folgen für männliche Opfer könnten ebenso schwerwiegend sein wie bei männlichen Tätern, würden jedoch durch Geschlechterklischees und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, zusätzlich verschärft. Christensen fordert deshalb klare Regeln für den Kontakt zwischen Lehrkräften und Schülern, verlässliche Beschwerdewege, eine konsequente Reaktion auf Warnsignale und verbindliche Richtlinien für digitale Kommunikation. Bloße Einstellungsüberprüfungen reichten nicht aus, da Täterinnen seltener vorbestraft seien und der Missbrauch laut ihrer Forschung häufig außerhalb der Schule stattfinde. Entscheidend sei eine Präventionskultur, die problematisches Verhalten unabhängig vom Geschlecht der Lehrkraft erkennt und verfolgt.



3. In der hier auf Genderama gern zitierten populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" warnt die Psychologin Lisa Pescara-Kovach davor, weibliche Täter bei Amokläufen und gezielten Massenangriffen zu unterschätzen. Geschlechterklischees, eine verzerrte Medienberichterstattung und unterschiedliche Definitionen von Massenschießereien führten dazu, dass die Gewalt von Frauen häufig übersehen werde. Während weniger als drei Prozent der Massenschießereien von Frauen verübt würden, seien Frauen laut der Autorin an 25 Prozent der Amokläufe und gezielten Angriffe beteiligt. Behauptungen, Frauen übernähmen bei gemeinsam geplanten Anschlägen mit Männern nahezu immer die führende Rolle, stützt sie ebenfalls auf ihre Erfahrungen und Auswertungen. Als Beispiele nennt sie die 16-jährige Brenda Spencer, die 1979 an einer kalifornischen Schule den Schulleiter und einen Hausmeister erschoss und acht Kinder sowie einen Polizeibeamten verletzte, weil sie keine Montage mochte, sowie Elizabeth Lecron, deren geplante Anschläge 2019 durch Ermittlungen vereitelt wurden. Weibliche Täterinnen hätten häufig ähnliche Motive wie männliche: Sie suchten Aufmerksamkeit, sammelten persönliche Kränkungen und wollten sich rächen. Auch die Faszination für frühere Amokläufer und Suizidgedanken spielten eine Rolle. Besonders problematisch sei, dass Menschen gefährliches Verhalten bei Frauen weniger schnell als Bedrohung wahrnähmen und deshalb Warnsignale ignorierten. Pescara-Kovach fordert mehr Forschung zu weiblichen Gewalttätern und eine konsequente Gefahreneinschätzung unabhängig vom Geschlecht. Schulen, Behörden und das soziale Umfeld müssten verdächtige Verhaltensweisen ernst nehmen und Hinweise auf geplante Gewalttaten melden, statt sich von traditionellen Vorstellungen über weibliches Verhalten leiten zu lassen.



4. Die Washington Sun berichtet über die wachsenden Bemühungen der US-Demokraten, junge Männer wieder für sich zu gewinnen. Beim zweiten "Symposium on Young American Men" in Washington diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Interessenvertreter über Probleme von Männern und Jungen, darunter Bildung, wirtschaftliche Perspektiven, psychische Gesundheit und fehlende soziale Gemeinschaften. Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona kritisierte, dass seine Partei die Bedeutung von Vätern für Kinder und die Probleme von Männern lange unterschätzt habe. Auch die pauschale Verwendung des Begriffs "toxische Männlichkeit" sei zu weit gegangen. Er setzt sich für ein eigenes Amt für Männergesundheit ein und betont, dass sinkende Kaufkraft, geringere Lebenserwartung und wirtschaftlicher Stress die Lebensbedingungen von Männern verschlechterten. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien verfolgt einen stärker wirtschaftspolitischen Ansatz: Junge Männer ließen sich vor allem durch gute Arbeitsplätze, die Stärkung lokaler Gemeinschaften und eine Politik überzeugen, die sich stärker auf die Bedürfnisse der amerikanischen Bevölkerung konzentriere. Dazu gehört für ihn auch eine kritischere Haltung gegenüber Auslandshilfen für Israel. Die Veranstaltung zeigt, dass sich innerhalb der Demokratischen Partei zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass die Probleme männlicher Wähler ernst genommen werden müssen. Zugleich bleibt offen, ob diese Bemühungen über die politische Debatte hinausreichen und tatsächlich zu einer dauerhaften Bindung junger Männer an die Partei führen.



5. In Lateinamerika erzielen feminismuskritische Politikerinnen inzwischen Rekordergebnisse. Besonders erfolgreich war bei den brasilianischen Wahlen die 23-jährige Eduarda Campopiano, die sich selbst als "größte Feindin der Feministinnen" bezeichnet und 1.956.238 Stimmen in São Paulo erhielt. Auch in den Senat ziehen mehr konservative Frauen ein: Zwölf der 54 neu vergebenen Sitze gingen an Frauen – so viele wie nie zuvor seit der Wiederherstellung der Demokratie. Ihre Themen – Mutterschaft, Familie, Sicherheit, Gewalt und Fürsorge – sprechen reale Alltagssorgen vieler Frauen an, werden aber mit anderen politischen Antworten verknüpft als in feministischen Bewegungen. Feministische Aktivistinnen warnen, dass die neuen Mehrheiten bereits erkämpfte Rechte, etwa bei Gleichstellung, reproduktiver Selbstbestimmung und dem Schutz vor Gewalt, zurückdrängen könnten. Zugleich räumt die Politikwissenschaftlerin Irina Frare ein, dass sich progressive Bewegungen selbstkritisch fragen müssten, warum sie bestimmte Wählerinnen nicht erreichen: Sie müssten deren konkrete Sorgen ernst nehmen, statt ihnen vorzuschreiben, welche Themen wichtig sein sollten.



6. Ein Beitrag im Forum der linken Männerrechtler auf Reddit beschäftigt sich kritisch mit Berichterstattung aus der Ukraine:

Ein aktuelles Video [aus Kiew] zeigt Pawlo Kasarin, einen Offizier einer Territorialverteidigungsbrigade. Während des gesamten Interviews setzte er sich minutenlang leidenschaftlich für eine noch härtere Gangart gegenüber Männern ein: Er forderte strengere Strafen für "Wehrdienstverweigerer" und drängte vehement darauf, beruflich begründete Zurückstellungen abzuschaffen – also die Befreiung von Männern, deren zivile Arbeit als besonders wichtig gilt. Er plädierte ausdrücklich für weniger Ausnahmen, eine aggressivere Zwangsrekrutierung und ein härteres Vorgehen gegen Männer, die ums Überleben kämpfen. Das übliche Sprachrohr des Systems: Mehr Männer sollen in den Fleischwolf gezwungen werden.

Dann stellte der Moderator die Frage nach einer Wehrpflicht für Frauen. Man höre sich an, wie schnell seine auf "Härte zeigen und seine Pflicht erfüllen" getrimmte, knallharte Fassade zusammenbricht und einer lupenreinen woken feministischen Rhetorik Platz macht: "Ich bin gegen eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen. Weißt du, warum? Weil wir ein zutiefst patriarchalisches Land sind. In vielerlei Hinsicht sind wir immer noch eine ziemlich konservative Gesellschaft, in der gläserne Decken Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es eine gewisse Geringschätzung gegenüber Frauen. Wenn wir vor dem Krieg 30 Jahre lang mit einer derart konservativen, patriarchalischen Sichtweise gelebt haben, dann ist der Verzicht auf eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen der Preis, den wir jetzt für unseren eigenen Konservatismus und unser Patriarchat zahlen."

Das war seine gesamte Rechtfertigung für ein staatlich erzwungenes, ausschließlich Männern auferlegtes Opfer: eine Ansammlung vager, unbelegter Schlagwörter wie "Patriarchat", "gläserne Decken" und "Geringschätzung". Er nannte kein einziges gesetzlich verbrieftes Recht, das Männer besitzen, Frauen aber nicht. Er konnte kein einziges institutionelles Privileg benennen, das Männern zugutekommt, während sie von Rekrutierungstrupps gejagt werden. Er hat keinerlei Fakten zu bieten – nur emotional aufgeladene Rhetorik voller Schlagwörter.

Das sind genau dieselben knallharten Alpha-Traditionalisten, die euch erzählen, ihr sollt euch zusammenreißen, eure "Pflicht" erfüllen und eure Gefühle und euren Selbsterhaltungstrieb unterdrücken. Doch sobald ihre offensichtlichen Doppelstandards ans Licht kommen, wechseln sie augenblicklich zu einer radikal woken feministischen Sprache. Plötzlich ist die Befreiung von Frauen keine Doppelmoral mehr, sondern eine Art "Wiedergutmachung" für männliche Sünden! In seiner Welt müssen Männer aus der Arbeiterklasse ihr Leben opfern, um für ein vages, abstraktes System zu büßen, das sie weder geschaffen noch gewählt haben und von dem sie nicht profitieren. Das ist buchstäblich die Lehre von der Erbsünde – nur dass es nicht einmal eine ursprüngliche Sünde gibt.

(…) Man soll also gleichzeitig die Prämisse akzeptieren, dass Frauen zu 100 Prozent gleichberechtigt, genauso leistungsfähig und zu jeder Karriere, jedem Recht und jeder Chance berechtigt sind – UND DOCH wird das männliche Opfer, wenn es darum geht, im Schützengraben zu sterben, als Buße für ein nicht existierendes Patriarchat umetikettiert. Sie verlangen tatsächlich, dass man beide Überzeugungen gleichzeitig vertritt.




7. Der SPIEGEL hat mit zehn israelischen Soldaten gesprochen, die an dem Völkermord in Gaza beteiligt waren. Die meisten von ihnen weigern sich, weiter daran mitzuwirken. Einige Auszüge aus den Berichten:

"In manchen Einheiten hieß es: Erschießt jeden, den ihr seht. Unser Kommandeur war nicht so, er sagte: Schießt nicht auf Frauen und Kinder, aber auf Männer im wehrfähigen Alter schießt ihr, um sie zu töten. (…) Einmal war ich mit einigen anderen Soldaten im Dunkeln auf Patrouille. Plötzlich hörten wir Geräusche und gingen in Deckung. Dann sahen wir zwei Männer auf Fahrrädern, vielleicht 25 Meter entfernt, und eröffneten das Feuer auf sie. Sie waren nicht bewaffnet. Etwas weiter entfernt wurde ein Laster von zwei Männern beladen, auch auf die schossen wir. Sie fuhren weg, ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. Und dann liefen da noch zwei weitere Männer, auch auf sie haben wir gefeuert. Danach waren wir erschrocken über uns selbst. Wir hatten mehrere Menschen getötet. Wir hatten damit zwar getan, was uns befohlen worden war, aber es stand im Widerspruch zu unserer Ausbildung. In der Ausbildung schießt man nur auf Bewaffnete, nie aus dem Hinterhalt auf Zivilisten.

(…) Man gewöhnte sich schnell daran. Beim ersten Mal war man vielleicht verwirrt, beim nächsten Mal zündete man sich danach eine Zigarette an, rief seinen Vater an und sagte: 'Ich habe noch einen erwischt.' Meine Einheit hat viele unbewaffnete Männer getötet. Einfach weil sie Männer im wehrfähigen Alter waren, die sich in unserem Sektor aufhielten. Wir haben oft aus dem Hinterhalt geschossen. Man ging frühmorgens los, im Schutz der Dunkelheit, mit Nachtsichtgerät, marschierte irgendwohin, bezog Stellung. Und dann schoss man im Grunde auf jeden, der vorbeikam. Wir wussten nichts über Völkerrecht. Wenn man als Soldat dort ist, denkt man nicht darüber nach. Man macht einfach mit.

(…) Jedes Mal, wenn ein Soldat aus meiner Einheit jemanden tötete, zählten wir ihn als Terroristen, obwohl wir die Leiche hinterher meist nicht überprüften. Wir haben viele Palästinenser getötet. Ich glaube, die meisten waren unbewaffnet. Kinder wurden in meiner Einheit nie absichtlich ins Visier genommen. Sie wurden eher versehentlich erschossen, weil ein Soldat sie für Männer hielt."




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Montag, Oktober 12, 2026

Extremismusexpertin: "Linke und Liberale haben die Probleme junger Männer zu lange übersehen"

1. DER SPIEGEL hat die Extremismusforschin Julia Ebner, die sich feministisch verortet, zu ihrem neuen Buch "Von Fitness zu Faschismus: Gefahren extremer Männlichkeit" interviewt. Ebner spricht von einer "Renaissance destruktiver Männlichkeit", wobei natürlich die "Manosphere" erwähnt werden muss, sagt dann aber auch ein paar maskulistisch relevante Dinge:

"Weil die #MeToo-Debatte für männliche Teenager und junge Männer eine viel größere Bedeutung hatte, da sie in ihrer Männlichkeit noch nicht so gefestigt waren und noch nach ihrer Identität suchten. Manchmal wurde die Debatte dazu nicht differenziert geführt. Zu viele Männer hatten das Gefühl, in ihrer Identität als Mann unter Generalverdacht gestellt, vielleicht sogar dämonisiert zu werden. Als würden alle Männer als gefährlich abgestempelt, als wäre jede Art der Männlichkeit toxisch, nicht nur eine bestimmte Ausprägung von Männlichkeit. Letztlich fühlten sich zu viele Männer gekränkt, vielleicht sogar erniedrigt. Sie wähnten sich als Opfer von angeblich radikalem Feminismus. Dieses Gefühl hat den Backlash gegen #MeToo verstärkt, den Wunsch nach einer radikalen Gegenkultur. Was in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren die linke Gegenkultur war, das Civil Rights Movement, sehen manche heute in der Männerrechtsbewegung."


Aus gutem Grund.

"Es geht um ein soziales Angebot, das junge Männer auffängt und einbindet, das ihnen Selbstbewusstsein vermittelt, ein Gefühl von Selbstermächtigung. Denn viele junge Männer haben derzeit den Eindruck, auf der Strecke zu bleiben. Viele sind einsam und fühlen sich sozial isoliert, was vielleicht auch daran liegt, dass die Gesellschaft ihnen tatsächlich weniger Angebote macht als jungen Frauen."


"Wir werden nicht umhinkommen, auch auf die Ängste und Unsicherheiten junger Männer einzugehen, auch ihre Frustrationen und Negativerfahrungen erst mal gelten zu lassen. Denn viele Probleme, die junge Männer in unserer Gesellschaft haben, sind für sie ähnlich emotional besetzt wie andere Probleme für junge Frauen. Wichtig wären Bridging-Algorithmen auf Social Media, also überbrückende Algorithmen, die dafür sorgen, dass wir nicht nur die Positionen der eigenen Gruppe sehen. Da gibt es vielversprechende Experimente. Aktuell sehen sich alle bestätigt im eigenen Leid, aber übersehen das Leid der anderen. Was fehlt, ist wechselseitiges Verständnis."


"[Linke und Liberale] hinken der Dynamik hinterher. Sie haben die Probleme junger Männer zu lange übersehen. In dieses Vakuum konnten radikale Influencer und Politiker vorstoßen. Von der AfD über Reform UK bis MAGA haben populistische Rechte erfolgreich den Eindruck vermittelt, sie seien die Einzigen, die sich um das Wohlergehen von Männern kümmern würden. Das muss sich ändern. Wenn wir über Prävention reden, beschäftigen wir uns zu Recht oft damit, wie wir Falschinformationen effektiv begegnen können. Aber wir beschäftigen uns viel zu selten damit, welches Angebot wir dem Angebot rechter Gruppen entgegensetzen könnten. Es geht um Zugehörigkeit und Identität."


Dazu einige Anmerkungen von mir:

Es geht nicht allein "um Zugehörigkeit und Identität", sondern um ganz konkrete Benachteiligungen von Männern, die beendet werden sollten.

Das seufzende "Wir werden nicht umhinkommen, auch auf die Ängste und Unsicherheiten junger Männer einzugehen", klingt zu sehr danach, dass Ebner das ja gerne vermeiden würde und allein durch den wachsenden gesellschaftlichen Druck gezwungen wird, sich dazu aufzuraffen.

Es ist natürlich keine subjektive Wahrnehmung vieler Männer, dass ihr gesamtes Geschlecht verdammt wird, sondern nachweisbar. Allein in diesem Jahr hat Genderama etliche Beispiele verlinkt und kann problemlos damit weitermachen (siehe gleich den nächsten Eintrag der heutigen Presseschau).

Julia Ebner darf ihr Buch auch bei der "Welt" bewerben, hier unter der Schlagzeile: "Es ist bei vielen Männern das Gefühl entstanden, sie würden dämonisiert" Wo diese Gefühle nur herkommen mögen? Man käme im Kampf gegen Extremismus womöglich besser voran, wenn man nachweisbare Probleme nicht auf bloße "Gefühle" reduzieren würde.



2. Der angebliche Vergewaltigungsfall an der Universität Cornell motiviert eine andere Autorin auf Spiegel-Online zu ihrem Artikel "Warum es wichtig ist, zu verstehen, dass es doch All Men sind" – so als wollte sie das Versagen der Linken und Liberalen, von denen Julia Ebner spricht, noch einmal veranschaulichen. Christian Schmidt hat diesen neuesten Anfall von Geschlechterhass schon am Samstag zerpflückt. Mir genügt hier der Hinweis, dass zum Jugendwort des Jahres 2026 wohl nicht grundlos "Ragebait" gekürt wurde.



3. Mit "Wir sind diesen Männern intellektuell überlegen" betitelt "Die Zeit" ein Gespräch mit den Frauen, die den drei linken Fraktionen im Magdeburger Landtag vorsitzen. Das Foto, das den Artikel illustriert, wirkt ähnlich sympathisch wie diese Schlagzeile.

Bezeichnende Interviewfrage der ZEIT: "Lässt sich trotzdem sagen: Es sind nun die Frauen, die die Demokratie retten?" Das passt zum Weltbild des Artikels insgesamt.



4. Wenn schon nicht die Demokratie insgesamt, dann wenigstens die Sozialdemokratie? "Frauen retten die SPD!" schlagzeilt Silke Burmester in der taz. Das kann sein, Bärbel Bas ist gerade von ihren Ämtern zurückgetreten und lässt einen Mann das Ruder übernehmen. "Alternative zu Arschgeigen" schimpft eine weitere Überschrift des taz-Artikels, in dessen Teaser es heißt: "Männer haben die Volksparteien abgewirtschaftet, lebenserfahrene Frauen könnten sie wieder aufbauen." Ich bezweifle, dass narzisstischer Sexismus allein ausreicht.

Einige Kommentare unter dem Beitrag:

Genau, verdammte Männer! Wenn es in den großen Volksparteien mehr Frauen wie Julia Klöckner, Bärbel Bas, Nancy Faeser oder Christiane Lambrecht gäbe, könnten die den eitlen Männern mal zeigen, wie man richtig gute Politik macht.


Man muss schon die Augen ganz fest zumachen, um nicht zu sehen, dass in 16 Jahren Merkel der Stillstand verwaltet, notwendige Reformen ausgesessen und damit der Grundstein für den Politikverdruss der Menschen und gelegt wurde. Die Ampel mag an ihrer Zerrissenheit gescheitert und Merz eine Kardinalspfeife sein. Aber den Berg an nahezu unlösbaren Aufgaben hat Angela Merkel hinterlassen. Da muss man auf Kramp Karrenbauer, von der Leyen, Klöckner oder Reiche gar nicht mehr eingehen. Aber Hauptsache, einfach mal einen rausgehauen.


Le Pen, Meloni, von Storch, Weidel, Brinker: Läuft doch. Was will man mehr?


Na ja, der Artikel ist doch etwas einseitig. Es gibt eine ganze Reihe von Frauen in der Politik, die man besser rausschmeißen sollte. Z.B. Weidel, Reiche, Wagenknecht, usw.




5. Es hört nicht auf mit weiblicher Selbstbeweihräucherung: "Männer haben gelernt, von ihrer Arbeit zu erzählen. Frauen haben gelernt, sie zu erledigen", lobt sich eine Mitarbeiterin der "Zeit". Auch bei diesem Artikel sind die Kommentare das Beste:

Das Problem scheint wohl auch darin zu liegen, dass hier Frau ihren Blick auf "ihre" Care-Arbeit legt und die andere, im Haushalt ebenfalls notwendige, Care-Arbeit übersieht.

Ohne Ankündigung wechsle ich jeweils Sommer-/Winterräder, reinige diese, kontrolliere Profil und Reifendruck und lagere sie ein. Ebenfalls ohne Ankündigung kontrolliere ich Öl und andere Flüssigkeiten und fülle, falls nötig, auf. Des weiteren erneuere ich Schläuche, Reifen, Bremsbeläge, Bremsscheibe, Brems- und Schaltzüge oder entlüfte die Bremshydraulik, schmiere Ketten und stelle die Spannung ein. Habe fast unbemerkt die dazu notwendigen Werkzeuge und Utensilien herangeschafft. Dazu kommen die Reparaturen im Haushalt, wo ich die Unterschrankbeleuchtung in der Küche erneuert habe, die Ursache für den Schwarzschimmelfleck im Bad gefunden und behoben habe, die Türen nachjustiere, die defekte Steckdose erneuere, die PV-Anlage plane usw.

Es gibt viel zu tun und ich stelle fest, dass diese Tätigkeiten ebenfalls kaum wahrgenommen werden. Das typische "Vorsorgeparadoxon", so lange etwas funktioniert, wird es nicht wahrgenommen.

Jetzt sollte auch mal gut sein mit diesen wiederholenden Mann/Frau Erzählungen. In meiner Umgebung erlebe ich interessanterweise, dass die Beziehungen halten, die sich auf getrennte Arbeitsbereiche geeinigt haben.


Das Gejammer kann ich kaum mehr ertragen. Männer sind laut, dumm, unsensibel, eigentlich überflüssig. Frauen sind der bessere Teil der Menschheit. Zumindest in Deutschland. Ja, ja, ja, ich hab's verstanden. Und natürlich tragen Frauen keinerlei Verantwortung für ihr Schicksal. Weil sie nicht wählen dürfen.


Wann wurde im Laufe des Artikels eigentlich aus 'mein Mann' Männer und aus ich 'Frauen'? Bei uns im Haushalt ist es genau andersrum. (…) Finde es aber unsäglich, wie da wieder ein gender Thema draus gemacht wurde. Auch noch völlig ohne Einordnung. Ist das Arroganz, dass die Autorin meint, sie sei gleichzeitig die Gesellschaft? Ist das klickbait?




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Freitag, Oktober 09, 2026

Juli Zeh: "Ich würde nicht mit Männern tauschen wollen"

1. Die Autorin und Richterin Juli Zeh, die als denkbare Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch ist, glaubt zwar, dass wir in einem "Patriarchat" leben, zeigt in einem Interview mit dem STERN aber viel Einsicht in die Lebenswirklichkeit von Männern:

"Patriarchale Privilegien werden oft als eine Ressource angesehen – etwas Begrenztes, das Männer und Frauen wollen und um das ein Verteilungskampf ausgebrochen ist. Aber mal genau hingeschaut: Sind diese vermeintlichen Segnungen wirklich erstrebenswert? Das Patriarchat hat dazu geführt, dass Männer früher sterben als Frauen und ein höheres Suchtpotenzial haben. Mehr Selbstmorde und mehr Depressionen. Männer werden in Kriegen verheizt. Von Männern wird erwartet, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz aufopfern, weil sie sonst als Versager gelten. Sie können gar nicht Hausmann sein, selbst wenn sie das wollten, weil alle anderen, denen sie davon erzählen, betroffen zu Boden schauen und das Thema wechseln. Männer werden nach wie vor dazu erzogen, Sicherheitsabstand zur eigenen Emotionalität zu halten. Ich würde nicht mit Männern tauschen wollen."


Wenn einem das klar ist, dann ist "Patriarchat" zu einem Wieselwort geworden, das alles und nichts bedeuten kann. Die Sonnenseite des Lebens bietet dieses ominöse "Patriarchat" Männern gerade nicht.



2. Feitani Keilani beschäftigt sich mit dem Streik der Gender-Ideologen im Auswärtigen Amt (Genderama berichtete).

Wie lange es wohl dauert, bis im Büro des Außenministers überhaupt bemerkt wird, dass Akten nicht ankommen? Irgendwann jedenfalls fiel dort auf, dass Vorgänge stockten. Wie sich dann herausstellte, hatten zwei Abteilungsleiterinnen die Akten nicht weitergeleitet, weil darin auf Gender-Sonderzeichen verzichtet worden war.

(…) Die beiden Beamtinnen wurden dem Bericht zufolge noch zur Ampel-Zeit von Außenministerin Annalena Baerbock auf ihre B9-Posten gehievt (gut 14.000 Euro monatliches Grundgehalt). Damals wurde natürlich gegendert, was das Zeug hielt, auch in anderen grünen Ministerien, etwa dem für Familie. Man erinnere sich an die gescheiterte Ministerin Anne Spiegel ("noch gendern, dann Freigabe").

Der amtierende Außenminister Johann Wadephul (CDU) wies im Juli seine Bediensteten darauf hin, dass das Gendern mit Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt, Mediopunkt oder Tiefstrich nun nicht mehr toleriert werde. (…) Den beiden Leiterinnen der Abteilungen Kultur und Globale Ordnung soll diese Kurskorrektur missfallen haben. Laut "Bild" genehmigten sie Vorgänge ohne Gender-Sprache nicht, sondern ließen sie liegen, statt sie an Staatssekretäre und Minister weiterzureichen. Diese Art der Obstruktion ist im Beamtenverhältnis jedoch nicht vorgesehen und kann als Dienstvergehen bestraft werden.

(…) Dabei geht es nicht um Untertanengeist, sondern um demokratische Gewaltenteilung. Die politische Richtung wird von der gewählten Regierung vorgegeben. Die Verwaltung liefert den Sachverstand, die Kontinuität und den Gesetzesvollzug. Würde jeder Abteilungsleiter nur jene Vorgaben umsetzen, die seinem eigenen politischen Weltbild entsprechen, regierte nicht mehr das parlamentarisch verantwortliche Kabinett, sondern eine Bürokratie ohne Mandat.




3. Der Bayrische Rundfunk berichtet über den vom Bundeskabinett gebilligten Gesetzentwurf zum Schutz von Opfern häuslicher Gewalt:

Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf gebilligt, wonach Gerichtsverfahren nicht mehr zwingend am Wohnort der Betroffenen stattfinden müssen. So soll der Aufenthaltsort von Frauen geschützt werden können.


Der Hütchenspielertrick bei häuslicher Gewalt, bei dem man "Opfer" gegen "Frauen" tauscht, wird niemals alt.



4. Die Tochter von Collien Fernandes hat eine Unterlassungserklärung gegen ihre Mutter erwirkt.



5. Russland schickt auch offensichtlich untaugliche Männer in den Krieg. Einen Bericht darüber hat die "taz" übernommen.



6. Die israelische Oppositionszeitung Haáretz beschäftigt sich noch einmal mit dem Horror, dem tausende Häftlinge – weit überweigend Männer – in den dortigen Folterlagern ausgesetzt sind. Zwei Journalisten, ein Menschenrechtsaktivist und zwei Bewohner der West Bank berichten von den Dingen, die ihnen angetan wurden.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Donnerstag, Oktober 08, 2026

"Ein fairer Prozess ist kein Frauenhass / Was Männer tun können"

Der Männerrechtler Sage Synclair hat vorgestern einen Beitrag veröffentlicht, der als erstes Zwischenfazit zum Fall der angeblichen Vergewaltigung an der Universität Cornell eine vollständige Übersetzung wert ist, zumal er Parallelen zu anderen Fällen zieht und mit konkreten Verhaltenstipps für Männer in solchen Situationen endet. Ich selbst habe in vielen Büchern sowohl gegen sexuelle Gewalt als auch gegen Falschbeschuldigungen Position bezogen; dieser Text führt beides bestens zusammen. Quellen zu Belegen finden sich im verlinkten Original.



Innerhalb weniger Tage erhielten sieben Männer einen Sammelnamen, einen Hashtag und ein gemeinsames Schicksal. Die Bezeichnung "Cornell 7" unterstellt eine Tatsache, die sich aus den Akten nicht ergibt, nämlich dass es überhaupt sieben von irgendetwas gibt.

Nach eigener Darstellung des Präsidenten der Cornell University wurden zwei der Beschuldigten der Universität verwiesen, zwei für mindestens zwei Semester suspendiert, einer hatte seinen Abschluss gemacht, bevor Sanktionen verhängt werden konnten, und zwei wurden für nicht verantwortlich befunden. Eine Menge, die einen für verantwortlich befundenen Mann nicht von einem für nicht verantwortlich befundenen unterscheiden kann, hat den Fall nicht gelesen. Manche haben zudem darauf hingewiesen, dass der Name an den Fall der zu Unrecht verurteilten Central Park Five erinnert.

Die Anklägerin, die unter dem Namen Jane Doe auftritt, gibt an, zwei Mitglieder einer Studentenverbindung hätten sie, als sie bereits berauscht war, zur Einnahme einer Substanz gedrängt, die sie als Ketamin ausgaben. Um 1:42 Uhr habe eine derbe Snapchat-Nachricht ihre Verfügbarkeit angepriesen, und die Übergriffe hätten bis 5:45 Uhr angedauert. Die Nachricht ist schon für sich genommen widerwärtig. Eine widerwärtige Nachricht ist jedoch noch keine Tat, und der Bezirksstaatsanwalt selbst erklärte, sie habe mit der rechtlichen Frage der Einwilligung nichts zu tun.

Nun zu den Akten, die kaum jemand von denen, die die sieben Gesichter verbreiten, aufgeschlagen zu haben scheint. Laut Bezirksstaatsanwalt beschrieb ihre beeidete Aussage vom November 2024 den Drogenkonsum und die sexuellen Handlungen als freiwillig, bei Bewusstsein und einvernehmlich. Im Protokoll der Vernehmung, die dieser Aussage zugrunde liegt, sagt sie der Polizei jedoch, sie könne mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass sie vergewaltigt worden sei. Dieses Protokoll hat den Bezirksstaatsanwalt nach dessen Angaben nie erreicht. Dieselbe unterschriebene Aussage beschreibt sie außerdem als stark beeinträchtigt und unfähig, Entscheidungen zu treffen. Zwei Tage später schrieb sie einem der Beschuldigten, keine der sexuellen Handlungen sei illegal gewesen, und scherzte darüber, wieder einmal zusammen zu kiffen, diesmal ohne die zusätzlichen Männer und ohne das Ketamin. Ihre Anwältin deutet das als Verdrängung und Trauma. Eine Mitbewohnerin erinnert sich, dass sie lachend von der Nacht erzählte, ohne sie als Vergewaltigung zu bezeichnen; eine andere erinnert sich, dass sie sagte, sie habe sich unwohl gefühlt.

Jeder Satz in diesem Absatz lässt sich von beiden Seiten zitieren.

Echte Wut verdient das institutionelle Versagen. Der Bezirksstaatsanwalt gibt an, die Campuspolizei von Cornell habe ihm eine sechsseitige Aussage und ein Snapchat-Video übergeben, sonst nichts. Cornell erklärt, die Weitergabe der Aussage und eines Screenshots entspreche dem etablierten Verfahren. Die Title-IX-Unterlagen hat der Bezirksstaatsanwalt nie gesehen, und er hat nach eigenen Worten keinen Hinweis darauf, dass die Campuspolizei die Beschuldigten vernommen hat. Zwei Institutionen gingen jeweils davon aus, die andere erledige die Arbeit. Eine Frau, die eine mögliche Gruppenvergewaltigung angezeigt hatte, bekam dadurch ein Verfahren, für das sich niemand zuständig fühlte. Gouverneurin Hochul hat inzwischen Generalstaatsanwältin Letitia James zur Sonderermittlerin ernannt.

Gut so.

Man lasse sie arbeiten.

Unterdessen wurde einer unbeteiligten Familie nach Recherchen von The Free Press die 101-seitige Klageschrift zugestellt. Anschließend wurde sie belästigt, weil ihre Adresse im Prozessregister unter einem Namen auftauchte, den sie mit einem der Beschuldigten teilt. Davon unabhängig startete ein ehemaliger Autor von "South Park" eine Website, auf der er die sieben namentlich nennt. Er erklärte, er finde gerade heraus, wo sie arbeiten, und warnte, als Nächstes seien die Cornell-Mitarbeiter dran, die sie "geschont" hätten. Rechenschaft folgt auf eine Feststellung. Hier kommt die Strafe zuerst, während die Beweise für später versprochen werden.

Niemand sollte etwas dagegen haben, dass Männer über eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung entsetzt sind. Die meisten sind es. Problematisch wird es, wenn Entsetzen zum Treueschwur wird und jeder Zweifel an einer einzelnen Tatsache als Charakterfehler gilt.

Der Rausch zieht sich durch jede Darstellung.

Sie sagt, sie sei nie zuvor so berauscht gewesen. Einer der beschuldigten Männer schrieb, seine Erinnerung sei verschwommen, er und ein anderer Mann seien zu betrunken gewesen, um die Sache abzubrechen. Sie antwortete, auch ihre Erinnerung sei getrübt.

Daraus folgt zweierlei.

Erstens die Rechtslage.

Der eigene freiwillige Rausch entschuldigt einen Angeklagten in der Regel nicht. Im Fall Montana v. Egelhoff, 518 U.S. 37 (1996), bestätigte der Supreme Court ein bundesstaatliches Gesetz, das es Geschworenen untersagte, ihn zu berücksichtigen. New York ist weniger absolut: Rausch ist zwar keine Verteidigung als solche, doch ein Angeklagter darf Beweise dafür vorlegen, wenn sie geeignet sind, ein Tatbestandsmerkmal des angeklagten Delikts zu widerlegen (Penal Law § 15.25). Ich plädiere nicht für eine Ausnahme.

Zweitens die Erkenntnislage. Wenn die Erinnerung aller Beteiligten beschädigt ist, kann keine unbestätigte Darstellung ein Urteil tragen, weder ihre noch die der Männer. Handys, Gruppenchats, toxikologische Befunde und Zeugen müssen leisten, was die Erinnerung nicht leisten kann. Das spricht für Ermittlungen. Es spricht weder dafür, dass sie nicht vergewaltigt wurde, noch dafür, dass die Männer es getan haben.

Autonomie ist nicht dasselbe wie Handlungsunfähigkeit

Zur Autonomie einer Frau gehört das Recht, zu trinken, Drogen zu nehmen, Sex zu haben, ihre Meinung zu ändern, unkluge Entscheidungen zu treffen und Risiken einzugehen, die andere meiden würden. Sie verliert ihre moralische Handlungsfähigkeit nicht dadurch, dass eine ihrer Entscheidungen später Scham, Reue, Peinlichkeit oder soziale Folgen nach sich zieht. Erwachsene haben keinen Anspruch darauf, als hilflos behandelt zu werden, sobald ihre Entscheidungen schlecht ausgehen.

Niemand ist verpflichtet, eine Erwachsene vor ihren eigenen Entscheidungen zu schützen.

Autonomie ist aber kein Freibrief, mit jemandem Sex zu haben, der handlungsunfähig ist. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Risikobereitschaft und Handlungsunfähigkeit. Ein Mensch kann freiwillig trinken oder Drogen nehmen und trotzdem so beeinträchtigt werden, dass er nicht mehr einwilligen kann. Ein anderer muss sie nicht "vor sich selbst schützen", wohl aber darf er niemanden sexuell ausnutzen, der nicht wissentlich und freiwillig zustimmen kann.

Dieses Prinzip gilt unabhängig vom Geschlecht.

Es sollte konsequent angewandt werden.

Das freiwillige Trinken einer Frau beweist keine Einwilligung, und das freiwillige Trinken eines Mannes beweist keine Schuld. Eine sexuelle Begegnung nach Alkoholkonsum ist nicht automatisch ein Übergriff, ebenso wenig ist Rausch eine universelle Verteidigung. Die Beweise müssen klären, was jeder Beteiligte wusste, was jeder kommunizierte und ob das vorgeworfene Verhalten die maßgebliche rechtliche Definition von Handlungsunfähigkeit oder fehlender Einwilligung erfüllt. Im Fall Cornell ist umstritten, auf welche Seite dieser Linie die Nacht fällt: Sie beschreibt, wie sie bereits berauscht zu einer Droge gedrängt wurde, während die Beschuldigten von ihrem eigenen Rausch berichten. Das ist ein Grund, es herauszufinden.

Was passiert, wenn Institutionen feste Überzeugungen mit Beweisen verwechseln

Brian Banks, Kalifornien.

2002 beschuldigte ihn eine Mitschülerin, Wanetta Gibson, der Vergewaltigung. Angesichts einer drohenden Höchststrafe von 41 Jahren plädierte er auf "no contest", verzichtete also darauf, die Anklage zu bestreiten, und verbrachte rund fünf Jahre im Gefängnis. Seine Verurteilung wurde am 24. Mai 2012 aufgehoben, nachdem sie zugegeben hatte, die Geschichte erfunden zu haben. 2013 erstritt der Schulbezirk ein Urteil über 2,6 Millionen Dollar gegen sie, nachdem sie zuvor eine Vergleichszahlung von ihm erhalten hatte.

William McCaffrey, New York.

Eine Frau behauptete 2005, er und zwei andere Männer hätten sie mit vorgehaltenem Messer vergewaltigt. Von seiner 20-jährigen Haftstrafe verbüßte er fast vier Jahre, bevor das Verfahren im Dezember 2009 eingestellt wurde. Sie gestand die Lüge zuerst einem Priester, dann den Behörden. Laut Staatsanwaltschaft wollte sie, dass ihre Freundinnen Mitleid mit ihr hatten, und fühlte sich danach in ihrer Geschichte gefangen. Neue DNA-Tests ergaben, dass das genetische Material von mindestens zwei Frauen stammte, nicht von McCaffrey. Sie wurde wegen Meineids zu einer Haftstrafe von einem bis drei Jahren verurteilt. Ihre Anwälte argumentierten, sie sei in jener Nacht so betrunken gewesen, dass sie begonnen habe, ihre eigenen Lügen zu glauben.

Die Lacrosse-Spieler von Duke.

2006 beschuldigte Crystal Mangum David Evans, Collin Finnerty und Reade Seligmann. Der Generalstaatsanwalt von North Carolina ließ alle Anklagen fallen und erklärte die drei für unschuldig. Er sprach von einer "tragischen, überstürzten Anschuldigung", und der zuständige Staatsanwalt verlor später seine Zulassung. DNA-Tests fanden genetisches Material mehrerer Männer an und um Mangum, jedoch von keinem der Lacrosse-Spieler. Jahre später erklärte Mangum öffentlich, sie habe falsch ausgesagt.

Seneca Valley, Pennsylvania, 2017 bis 2018.

Ein Jugendlicher wurde zweimal von Mädchen seiner Schule des sexuellen Übergriffs beschuldigt. Nach der ersten Anschuldigung akzeptierte er eine Auflagenvereinbarung ohne Schuldeingeständnis und stand sechs Monate unter Bewährung. Nach der zweiten wurde er laut der Klage seiner Familie in einer Jugendeinrichtung und anschließend zu Hause festgehalten. Dieser Klage zufolge begannen die Strafanzeigen in sich zusammenzufallen, als drei der Zeuginnen zugaben, gelogen zu haben. Die Bezirksstaatsanwaltschaft sagte zu, die Löschung seiner Akte zu beantragen. In der Klage heißt es zudem, eine andere Gruppe von Mädchen habe Aussagen gemacht, die stützten, dass die Anklägerinnen gelogen hatten. Die Fußfessel wurde entfernt; der Schulbezirk bestrafte die Mädchen nicht. Ein Bundesrichter wies später die Ansprüche der Familie gegen den Schulbezirk ab. Die Verleumdungsklagen gegen die Mädchen und ihre Familien wies er ab und lehnte es ausdrücklich ab, sich dazu zu äußern, ob die Anschuldigungen falsch waren.

Der Fall bleibt dennoch bedeutsam, weil er drei Fragen trennt, die gern vermischt werden: ob der Beschuldigte unschuldig war, ob die Anklägerinnen bewusst gelogen haben und ob die Institutionen rechtmäßig gehandelt haben. Ein Junge wurde festgehalten und aus seiner Schule und seinem Sport gedrängt, bevor irgendjemand die Geschichte überprüft hatte. Zur Rechenschaft gezogen wurde dafür niemand.

Ein Mann in Middletown Township, Pennsylvania, 2024. Eine 20-jährige Frau erfand eine versuchte Vergewaltigung und Entführung durch einen Fremden, den sie "unheimlich" fand. Er saß 31 Tage im Gefängnis, bis Überwachungsvideos und eine forensische Auswertung ihres Handys die Widersprüche offenlegten und sie zugab, gelogen zu haben. Im April 2025 wurde sie zu einer Haftstrafe von 45 Tagen bis 23 Monaten verurteilt.

Man beachte, was diese Fälle schließlich aufbrach: DNA, Videoaufnahmen, Handydaten, ein Widerruf, ein Zeuge, der endlich redete. Den Ausschlag gab weder wie glaubwürdig jemand klang noch die öffentliche Empörung in der Form eines Hashtags. Auch im Fall Cornell wird es auf diese Art von Beweisen ankommen, und deshalb muss dieser Maßstab Bestand haben. Das Argument für ein rechtsstaatliches Verfahren beruht nicht darauf, wie oft eine Anschuldigung falsch ist. Es beruht darauf, was eine einzige falsche Anschuldigung kostet. In diesen Fällen waren es Jahre, im Fall Duke zudem die Stelle eines Trainers und ein guter Ruf.

Wie aus einer verschwommenen Nacht ein ruiniertes Leben wird

Zwei Menschen, die sich kaum kennen, trinken auf einer Party. Sie gehen zusammen nach Hause. Beide sind beeinträchtigt, niemand sonst ist anwesend, und keiner von beiden schickt in dieser Nacht eine Nachricht. Am nächsten Morgen empfindet einer von ihnen etwas zwischen Peinlichkeit und Scham und erzählt es einer Freundin. Die Erinnerungen gehen auseinander, wie es nach starkem Alkoholkonsum üblich ist, ohne dass irgendjemand lügt. Es wird Anzeige erstattet.

Von diesem Moment an hängt das Schicksal des Mannes vom Verfahren ab, nicht von der Wahrheit. Ein Campusgremium kann nach einem niedrigeren Beweismaßstab entscheiden als ein Gericht. Eine Suspendierung kann vor jeder Anhörung beginnen. Sein Name kann öffentlich sein, bevor seine Darstellung gehört wurde. Ein Stipendium, ein Praktikum oder eine Stelle kann allein aufgrund von Gerüchten enden, während ein Freispruch oder eine Einstellung des Verfahrens kaum etwas davon zurückbringt. Banks verlor sein Stipendium und Jahre seines Lebens. McCaffrey verlor vier Jahre. Die Duke-Spieler wurden angeklagt und galten monatelang landesweit als Schurken, bevor die Beweise vorlagen.

Eine fremde Person verschärft all das. Man kennt weder ihre Freunde noch ihre Vorgeschichte, ihre Gründe für Reue oder ihre Beziehung zu den Menschen, die davon erfahren werden. Ohne gemeinsame Vorgeschichte gibt es nichts, woran sich Mehrdeutiges messen ließe.

Nichts davon behauptet, Reue sei Vergewaltigung. Ebenso wenig entschuldigt es einen Mann, der weitermacht, obwohl er nicht sicher ist, ob die andere Person einwilligen kann.

Wer unsicher ist, für den lautet die Antwort Nein. Diese Regel schützt beide.

Was Männer tun können

Auch ein Mann, der alles auf dieser Liste befolgt, kann falsch beschuldigt werden, wie Banks und McCaffrey zeigen. Wer sich daran hält, kann das Risiko aber möglicherweise senken.

- Meide Partnerinnen, die du nicht kennst. Fremde bringen unbekannte Motive, Freunde und Vorgeschichten mit.

- Meide Partnerinnen, die widersprüchliche Signale senden. Mehrdeutigkeit ist der Rohstoff jedes Streits.

- Meide berauschte Partnerinnen. Ethisch wie praktisch ist das ein enormer Risikofaktor, für sie wie für dich.

- Meide Partnerinnen, die sich erkennbar in einer Krise befinden oder sprunghafte, manipulative oder rachsüchtige Muster zeigen. Das eigentliche Warnsignal ist ein Muster aus Konflikt, Vergeltung oder Drama, nicht irgendeine Diagnose.

- Meide toxische Dynamiken, also eine Vorgeschichte von Zwang, Eifersucht oder Meinungsverschiedenheiten, die zu Drohungen werden.

- Meide Partnerinnen in festen Beziehungen. Heimlichkeit und Schuldgefühle schaffen Motive, das Geschehene umzudeuten.

- Respektiere deine Partnerin, wie du dich selbst respektierst. Frag klar, achte auf Zögern und hör auf, wenn du unsicher bist.

Was bleibt, ist ein schwerwiegender Vorwurf, eine Aktenlage, die in beide Richtungen weist, zwei Institutionen, zwischen denen die Beweise verloren gingen, und ein Online-Mob, der bereits eine unbeteiligte Familie getroffen hat. Über Schuld oder Unschuld eines einzelnen Mannes sagt das nichts aus. Erst recht belegt es nicht, dass sieben Männer ein einziger Mann sind.

Man lasse die Sonderermittlerin und die Grand Jury arbeiten. Man verlange von Cornell und dem Bezirksstaatsanwalt eine Erklärung, wer wann was hatte. Man weise jede Regel zurück, nach der Zweifel ein Geständnis und ein rechtsstaatliches Verfahren eine Beleidigung ist.

Ein rechtsstaatliches Verfahren weigert sich, einen Vorwurf in ein Urteil zu verwandeln, bevor die Beweise geprüft sind.

Das ist keine Verachtung von Frauen.

Die Vorstellung, ein rechtsstaatliches Verfahren beleidige Frauen, birgt einen eigenen Sexismus. Sie unterstellt, die Darstellung einer Frau müsse ungeprüft akzeptiert werden, weil sie Fragen, Widerspruch oder Unsicherheit nicht standhalten könne. Damit wird die Frau von einer erwachsenen Zeugin zu einem heiligen Objekt, dessen Würde die Aussetzung gewöhnlicher Maßstäbe verlangt. Das ist Bevormundung im Gewand der Solidarität und ein schlechter Ersatz für Gleichberechtigung.

Eine Frau hat Anspruch darauf, gehört zu werden.

Sie hat keinen Anspruch darauf, dass jede Deutung ihrer Geschichte als wahr behandelt wird. Eine Gesellschaft, die Frauen respektiert, sollte ihnen zuhören können, ohne ihr Urteilsvermögen preiszugeben. Eine Gesellschaft, die Männer respektiert, sollte gegen sie ermitteln können, ohne ihre Schuld vorauszusetzen.

Nach dem Fall Seneca Valley fasste die Redaktion der Pittsburgh Post-Gazette das Prinzip in einem Satz zusammen: Der Person, die einen Vorwurf erhebt, gebührt Respekt, dem Vorwurf selbst Skepsis. Die menschliche Haltung vereint beides – Mitgefühl für die Person, die den Vorwurf erhebt, und Skepsis gegenüber dem Vorwurf –, und ein Urteil fällt erst, wenn die Beweise es tragen.

Die Beweise sollen entscheiden.




All die geschilderten Fälle sind weithin bekannt. Trotzdem reagieren viele Journalisten bei neuen Vorwürfen reflexhaft mit "Diese Schweine!" statt zum Beispiel mit "Das klingt schlimm, ich bin gespannt, was der Prozess ergibt". Es scheint hier in dieser Branche kaum Lernfähigkeit zu geben. Ich habe interessehalber eine KI gefragt, woran das liegt, weil eine KI-Antwort nicht so entnervt ausfällt, wie ich sie geben würde, sondern nüchtern und analytisch:

Ein frischer Vorwurf hat einen hohen Nachrichtenwert, eine Einstellung oder ein Freispruch Monate später einen viel geringeren, weshalb die Korrektur selten dieselbe Reichweite erhält wie die Anschuldigung. Hinzu kommt eine Asymmetrie der Quellen: Anklägerinnen und ihre Anwälte sprechen oft öffentlich, während Beschuldigte von ihren Verteidigern meist zum Schweigen angehalten werden. Wer nur eine Seite hört, schreibt leicht eine einseitige Geschichte. Schließlich spielt das soziale Risiko eine Rolle: Ein Journalist, der Zurückhaltung anmahnt, muss damit rechnen, als Verharmloser zu gelten, während vorschnelle Empörung kaum berufliche Folgen hat, solange sie im Rahmen des Üblichen bleibt.


Da das soziale Risiko für uns Männerrechtler eine weniger große Rolle spielt (wir werden ohnehin angefeindet), müssen sich Blogs wie Genderama umso intensiver mit den Lücken in der Berichterstattung beschäftigen und ihre Einseitigkeit und Voreingenommenheit wettmachen.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Mittwoch, Oktober 07, 2026

"Influencerin ruft zu Kastration auf – Was diese Kampagne über unseren Feminismus verrät"

1. Im Frauenmagazin "Desired" bricht Andrea Zschocher mit der in solchen Zeitschriften ungeschriebenen Regel, Unsäglichkeiten im Feminismus zu ignorieren, und macht einen konkreten Fall zum Thema:

"Kastrieren statt kontaktieren" – so wirbt Content-Creatorin Lisa Sophie Wolff zusammen mit der Mission Tierrettung für eine Kampagne für die Kastration rumänischer Straßenhunde. Die Idee: Mit einer Spende von 40 Euro kannst Du einem Hund diese tierärztliche Behandlung ermöglichen und dabei den Namen Deines Ex-Partners oder Deiner "Red Flag" symbolisch beisteuern. Was viele als humorvoll feiern, offenbart gesellschaftliche Abgründe, die feministische Gleichheit auf den Prüfstand stellen.

Mir ist klar, dass die Aktion nicht wörtlich gemeint ist. Die Kastration betrifft einen Hund, nicht den Expartner. Aber der implizite Kontext bleibt: die symbolische Verbindung von jemandem, der dich enttäuscht hat, mit einer Handlung, die historisch mit Gewalt, Bestrafung und Machtdemonstration assoziiert wird. Was auf den ersten Blick für viele auf Social Media witzig und erleichternd erscheint, sendet in meinen Augen eine gefährliche Botschaft. Klingt nach Spielverderberin, wenn ich sage: Gewalt ist nie okay, auch nicht gegen Männer. Ist aber eine Tatsache.

Stellen wir uns nur mal vor, dass Männer denselben „Scherz“ machen und dazu aufrufen würden, Ex-Freundinnen symbolisch sterilisieren zu lassen. Es gäbe einen Aufschrei, Empörung und Wut wären verständlicherweise groß. Warum also fällt es uns dann so leicht, genau diese Mechanismen umgekehrt zu akzeptieren?


Hier geht es weiter.



2. Mehrere Medien berichten über eine Entwicklung im Auswärtigen Amt unter Johann Wadephul, wobei sie sich offenbar auf folgenden Artikel der B.Z. beziehen, der nicht online steht:

Deutschlands Chefdiplomat hatte vor einigen Wochen das Gender-Regime seiner Vorgängerin Annalena Baerbock (45, Grüne) beendet. In einer Anweisung im Intranet erlaubte er allen Beamten ausdrücklich, auf die von Baerbock noch verlangten weiblichen Formen (u. a. Sternchen im Wort) zu verzichten. Einen Zwang zum Gendern gibt es seitdem nicht mehr.

Doch zwei Abteilungsleiterinnen geht dies offenbar gegen den Strich. Nach B.Z.-Informationen weigerten sich die Leiterinnen der Abteilungen Kultur und Globale Ordnung, Aktenvorgänge ohne gendergerechte Sprache zu genehmigen. Mehr noch: Sie ließen die Dokumente links liegen, anstatt sie an Staatssekretäre und Minister weiterzureichen. Der Gender-Streik fiel irgendwann auf, weil wichtige Dokumente nicht im Ministerbüro ankamen.

Das Auswärtige Amt bestreitet die Vorgänge auf B.Z.-Anfrage nicht. Ob die beiden Beamtinnen dienstrechtliche Konsequenzen fürchten müssen, ist offen. Insider sprechen von "Sabotage der Verwaltungsvorgänge".

Die Abteilungsleiterinnen ließen eine B.Z.-Anfrage unbeantwortet.




3. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass alleinstehende, gesunde und erwerbsfähige Frauen, die in Griechenland bereits internationalen Schutz erhalten haben, nicht allein aufgrund ihres Geschlechts als besonders vulnerabel gelten und deshalb grundsätzlich dorthin zurücküberstellt werden können. Im konkreten Fall ging es um eine jesidische Irakerin, die zu ihren in Deutschland lebenden Eltern wollte; das Gericht sah trotz der schwierigen Lebensbedingungen in Griechenland keine hinreichende Gefahr einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung. Frauen müssten sich demnach grundsätzlich ebenso wie Männer auf wechselnde Unterkünfte, Hilfsorganisationen und die Aufnahme von Arbeit einstellen. Der Verwaltungsgerichtshof verwies sogar auf Beschäftigungsmöglichkeiten in Landwirtschaft, Tourismus, Gastronomie, Pflege und Reinigung sowie gegebenenfalls in der Schattenwirtschaft. Auch das Risiko sexualisierter Gewalt bewertete er in Griechenland nicht als außergewöhnlich hoch. Frühere Gerichtsurteile hatten in solchen Fällen Frauen einen besonderen Schutz zugesprochen, der Männern versagt blieb.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Dienstag, Oktober 06, 2026

Klare feministische Ansage der taz: "Was wir dürfen, dürft ihr noch lange nicht"

1. In der Berliner tageszeitung ("taz") erklärt Lilly Schröder, dass "Objektifizierung" danach beurteilt werden sollte, von welchem Geschlecht sie ausgeht:

Es ist kein doppelter Standard, wenn Frauen Männer objektifizieren und sich gleichzeitig über die eigene Sexualisierung aufregen. Der Unterschied liegt im Kontext: Frauen werden seit Jahrhunderten strukturell objektifiziert, auf ihre Körper reduziert und ihr gesellschaftlicher Wert an ihre fuckability geknüpft.

Wenn Frauen nun den Spieß umdrehen und Männer mit ihren eigenen Waffen schlagen, ist das Aneignung, nicht Diskriminierung. Wenn Ikkimel rappt: "Baby, du bist lecker, gibts den Pimmel auch in groß?" ist das Empowerment. Wenn Influencerin Maria Ludovica fordert, Männer sollten "sich doch entschuldigen, wenn die nicht anständig ficken" ist das Empowerment. Und wenn Influencerin Evil Suki für das Oktoberfest nach einem "Geldsklaven" sucht, der ihr den Besuch finanziert, ist auch das Empowerment.




2. An der Universität Cornell gibt es immer aggressivere Proteste zum angeblich nachlässigen Umgang mit sexueller Gewalt:

Vor dem Verwaltungsgebäude hielten Studenten ein Banner mit der Aufschrift hoch: "Burn Down the Patriarchy" ("Nieder mit dem Patriarchat").

Die Ivy-League-Universität bemüht sich seit Tagen, einen Sturm der Empörung – auf dem Campus und darüber hinaus – über ihren Umgang mit der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung aus dem Jahr 2024 einzudämmen. Am frühen Montagmorgen fand die Universität die Spuren dieser Wut direkt an den Wänden ihrer Verwaltung, die mit Graffiti besprüht worden waren.

In der Nacht zum Montag wurde auch eine Glastür beschädigt. Auf den Wänden daneben waren in Rot Botschaften geschrieben, die sich gegen ein Patriarchat und die Reaktion der Elite-Uni auf Vorwürfe des sexuellen Angriffs richteten, wie Fotos in Nachrichtenmedien zeigten.


Die deutschen Medien widmen sich immer noch intensiv diesem Thema, wobei die Berichterstattung massiv einseitig bleibt. Allein Shantanu Patni wagt im Magazin CICERO eine abweichende Perspektive:

Die Klägerin, die in den Gerichtsakten nur "Jane Doe" heißt, hat ihre Geschichte inzwischen dreimal erzählt, und die jüngste Fassung weicht von den früheren so weit ab, dass auch der bis vor kurzem zuständige Staatsanwalt von einer "dramatisch anderen" Darstellung spricht. Die früheren Fassungen erzählen von einer Nacht, auf die sie sich selbst eingelassen hatte. Zur Vergewaltigung wurde sie offenbar erst, als ihr Ruf auf dem Spiel stand.

Die erste Fassung entstand in den Tagen nach jener Nacht und lässt sich inzwischen gut nachzeichnen. Die New York Times hat die Akten des universitätsinternen Verfahrens ausgewertet, Hunderte Seiten mit Nachrichten, E-Mails und Befragungsprotokollen. Am Morgen danach erzählte die Studentin ihren Mitbewohnerinnen von Ketamin und Sex mit mehreren Männern. "Ist das nicht verrückt?", habe sie gesagt und dabei gelacht, gab eine von ihnen später zu Protokoll. Ihrer Mentorin in der Studentinnenverbindung erzählte sie, auf dem Campus heiße es, sie sei eine Schlampe. Leider seien die Gerüchte wahr, habe sie lachend hinzugefügt, so die Mentorin gegenüber den Ermittlern.

Kurz darauf entschuldigte sich einer der Männer bei ihr. Er und ein zweiter seien zu berauscht gewesen, um die Sache zu beenden, bevor sie völlig aus dem Ruder lief. Sie antwortete, nichts von dem Sexuellen sei illegal gewesen, sie sei gern mit den beiden zusammen gewesen, und schlug vor, wieder einmal gemeinsam zu kiffen, nur ohne "die zusätzlichen fünf Milliarden Männer und das Ketamin". Dem anderen schrieb sie zwei Tage später, ihr Ruf sei zerstört und sie schäme sich zutiefst. Zugleich versicherte sie ihm, sie werde jedem, der ihm deswegen Ärger mache, persönlich eine verpassen. Die Leute müssten eben erwachsen werden, Sexualität verändere sich. Dann folgte: "I love you, King."

(…) Was zwischen der ersten Fassung gegenüber dem unmittelbaren Bekanntenkreis und der zweiten Fassung gegenüber der Campuspolizei lag, steht ebenfalls in den Akten. Ende Oktober wurde Jane Doe von der Halloween-Party derselben Studentenverbindung ausgeladen. "Die Frau zieht immer den Kürzeren", schrieb sie demselben Mann, dem sie wenige Tage zuvor "I love you, King" geschrieben hatte. "Ihr seid nicht meine Freunde." Anfang November behauptete sie dann gegenüber dem Mann, der sich bei ihr entschuldigt hatte, gut 90 Prozent dessen, was in jener Nacht passiert war, seien nicht einvernehmlich gewesen.

(…) Mit der Klage wurden auch die Namen der sieben Männer öffentlich, kurz darauf kursierten ihre Gesichter. Einem von ihnen hat sein Arbeitgeber bereits gekündigt. Wie auch immer das Laiengremium entscheidet, das Netz hat sein Urteil längst gesprochen: Junge Frauen filmen sich unter dem Ruf "Ich bin Jane Doe" und erklären, es hätte jede von ihnen treffen können.

(…) Auch die Politik hat sich festgelegt. Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez sprach von sieben Männern, die eine Studentin betäubt und stundenlang vergewaltigt hätten. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul erklärte, die junge Frau habe "etwas völlig Unaussprechliches" erlitten und sei "bei jeder Gelegenheit von Menschen und Institutionen im Stich gelassen" worden. Die Gouverneurin ließ es nicht dabei bewenden. Sie hat den Fall nun dem Bezirksstaatsanwalt entzogen und ihn Generalstaatsanwältin Letitia James übertragen.

James wiederum hatte schon drei Tage vor ihrer Ernennung auf Facebook geschrieben, was die junge Frau habe ertragen müssen, sei "entsetzlich", und von einer "Überlebenden" gesprochen. Damit haben sowohl die Regierungschefin des Staates, dessen Justiz nun über eine Anklage entscheiden soll, als auch die Anklägerin, die die Ermittlungen übernimmt, das Ergebnis bereits vorweggenommen, bevor eine Grand Jury auch nur zusammengetreten ist.

Wer in diesem Klima nach Belegen fragt, macht sich verdächtig, zumal die Rollen von vornherein verteilt scheinen. Verbindungsstudenten einer Eliteuniversität sind seit Jahrzehnten die Schurken eines festen Erzählmusters. Es trug schon die Vorwürfe gegen die Lacrosse-Mannschaft der Duke University im Jahr 2006 und die Reportage des Magazins "Rolling Stone" über eine angebliche Gruppenvergewaltigung an der University of Virginia acht Jahre später. In beiden Fällen erwies sich die Geschichte als falsch.

Die Studentin hatte sich die Nacht zunächst mit der Sprache der sexuellen Befreiung zurechtgelegt. Doch diese Sprache hielt genau so lange, bis der Campus anfing, sie eine Schlampe zu nennen. Für etwas, in das man eingewilligt hat und dessen man sich am nächsten Morgen schämt, hat diese Sprache kein Wort. Also wurde daraus eine Gruppenvergewaltigung, und aus sieben Männern wurden Täter eines Verbrechens, für das sie bisher noch nicht einmal angeklagt worden sind.

(…) Für junge Männer ist das keine abstrakte Debatte. Sie sehen sieben Altersgenossen, deren Namen, Gesichter und Arbeitgeber im Netz kursieren, dazu einen Unbeteiligten, dem die Klage zugestellt wurde, weil er zufällig denselben Namen trägt. Sie sehen ein Video, in dem einer der Beschuldigten auf dem Campus beschimpft wird, und Beiträge, in denen es heißt, "Jungen beizubringen, nicht zu vergewaltigen, hat offensichtlich nicht funktioniert. Bringen wir also den Mädchen bei, zu töten." Und sie sehen, wie sich eine Gouverneurin und eine Generalstaatsanwältin festlegen, bevor ein Gericht es getan hat.


Menachem Rosensaft, Juraprofessor an der Universität Cornell zeigt sich erschüttert über die "Lynchmob-Mentalität", die in diesem Fall inzwischen herrscht: "Im Grunde genommen wurden die sieben betroffenen Studenten vor dem Gericht der öffentlichen Meinung bereits verurteilt, bestraft und verdammt."

"Von einer Vergewaltigungskultur zu sprechen, die über 20.000 Studenten in einen Topf wirft, die absolut nichts damit zu tun haben, ist einfach unverantwortlich und falsch", sagte Rosensaft weiter . Die Tendenz, "ohne Rücksicht auf Fakten oder Nuancen nur auf billige Schlagzeilen und den schnellen Moment der Publicity aus zu sein", bereite ihm Sorgen. "Wenn es in Midtown Manhattan zu einem Überfall kommt, ist der Verantwortliche der Räuber, nicht die gesamte Bevölkerung von Manhattan."

In einem ausführlichen Beitrag beschäftigt sich die konservative New Yorker Zeitschrift National Review mit dem Fall. Einige Auszüge daraus:

Gerechter Zorn kann etwas Gutes sein, wenn er aus den Beweisen erwächst, aber er darf nie zum Werkzeug werden, um die Beweise niederzuschreien oder das Gesetz zu ignorieren. Sowohl unser moralisches Empfinden als auch der Wert eines rechtsstaatlichen Verfahrens zählen mehr und nicht weniger, wenn sich die Leute in den sozialen Medien in einen Fieberrausch hineinsteigern.

(…) Natürlich kann auch etwas, das keine Vergewaltigung ist, auf vielerlei Weise moralisch abscheuliches Verhalten sein, aber es wird nicht dadurch zur Vergewaltigung, dass man hitzige Rhetorik darauf anwendet. (…) Das meiste von dem, was wir über diesen Fall zu wissen glauben, ist Hörensagen oder Spekulation. Tatsächlich liegen bislang nur sehr wenige Beweise öffentlich vor. Wir können also zwar darüber sprechen, was bekannt zu sein scheint oder umstritten ist, aber es ist durchaus möglich, dass die meisten Leute, die selbstsichere Behauptungen über diese Fakten aufstellen, in Wahrheit keine Ahnung haben, was geschehen ist.


In den folgenden Absätzen versucht der Autor des Artikels aufzudröseln, welche Fakten über den Fall als tatsächlich belegt gelten, was sich als extrem schwierig herausstellt, weil, wie gesagt, viele Informationen der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, weil man bei keinem der Beteiligten weiß, ob er zu unterschiedlichen Aspekten die Wahrheit sagt oder nicht und weil von dem angeblichen Opfer selbst stark widersprüchliche Darstellungen vorliegen.

Dann kommen wir zu dem Punkt, der die aktuelle Debatte beherrscht: Haben betrunkene junge Männer die Pflicht, auf betrunkene junge Frauen mit beeinträchtigtem Urteilsvermögen achtzugeben? Ich meine, ja. Doch wenn man es zu Ende denkt, ist diese Annahme im Kern patriarchalisch. Sie war jung, aber die Männer waren ebenfalls jung. Sie trank und nahm Drogen, aber das taten die Männer auch. Sie traf eine schlechte Entscheidung, die sie verfolgen mag, und die Männer taten dasselbe. Warum sollen sie die gesamte Verantwortung tragen? Ich für meinen Teil beantworte diese Frage gern damit, dass sie Männer sind und Männer bestimmte Pflichten haben, die Frauen nicht haben. Von Natur aus sind sie größer und stärker als sie. Von Natur aus haben Frauen unter den Folgen unbedachten Sex stärker zu leiden als Männer. Als Gesellschaft sollten wir von Männern ein gewisses Maß an ritterlicher Verpflichtung gegenüber Frauen verlangen. Doch dies von Männern zu verlangen, ist kein Schlag gegen das Patriarchat; es ist das Patriarchat. Es ist die Überzeugung, dass Männer Pflichten zum Schutz von Frauen haben, die darüber hinausgehen, Sex allein als Frage der Einwilligung zu behandeln, als handle es sich um ein Handelsgeschäft.

Und ja, das bedeutet auch, dass eine richtig geordnete moralische Gesellschaft von den Umstehenden hier verlangen würde, nicht einfach wegzugehen, sondern einzugreifen und das Mädchen nach Hause ins Bett zu bringen, wo es hingehörte, ob es das wollte oder nicht. Solche Männer bekommen wir aber nicht, wenn wir Männer nicht mit einem Sinn für patriarchalische Verantwortung erziehen und ihnen stattdessen einbläuen, dass das Sexleben einer Frau sie verdammt noch mal nie etwas angeht.

(…) Ist es wirklich Aufgabe des Gesetzes, Frauen zu sagen, dass sie sich nicht betrinken und keinen unverbindlichen Sex haben dürfen? Darauf liefe eine Änderung des Gesetzes in Bezug auf beeinträchtigtes Urteilsvermögen im Ergebnis hinaus. Und wenn eine Frau nicht für das verantwortlich ist, was sie nach ein paar Drinks zu viel tut, ist dann der Mann strafrechtlich verantwortlich, wenn er sich im selben Zustand befindet? Zwar wäre es nicht das Schlimmste, das Gesetz in dieser Hinsicht etwas paternalistischer zu gestalten, aber ich glaube nicht, dass wir so weit gehen wollen. Zudem ist es schwierig, im Recht zwei unterschiedliche Maßstäbe für beeinträchtigtes Urteilsvermögen zu haben, einen für Männer und einen für Frauen.




3. Das Magazin Aporia beschäftigt sich ungewöhnlich tiefgehend mit der häufig zitierten Behauptung, lediglich 2–8 Prozent der Vergewaltigungsanzeigen seien falsch. Die Autoren überprüfen dazu mehrere Studien, auf denen diese Zahl beruht, und argumentieren, dass dort häufig Fälle, bei denen die Ermittler weder Wahrheit noch Falschheit feststellen konnten, in den Nenner einbezogen wurden, während nur ausdrücklich als falsch eingestufte Fälle in den Zähler gelangten. Bei einer Neuberechnung der von ihnen untersuchten Datensätze kommen sie deshalb auf deutlich höhere Werte: je nach Studie und Umgang mit zurückgezogenen Anzeigen etwa 14 bis 30 Prozent, in einer australischen Untersuchung sogar 42,4 Prozent. Sie betonen allerdings selbst, dass diese eigenen Berechnungen wegen der subjektiven Klassifizierung der Fälle nicht als verlässliche neue Prävalenzschätzungen verstanden werden sollten. Der zentrale Punkt des Artikels ist letztlich nicht, eine belastbare neue Quote von 20–30 Prozent zu beweisen: Die Autoren erklären ausdrücklich, dass sich aus der vorhandenen Literatur keine seriöse genaue Rate ableiten lasse. Das ist seit über 25 Jahren auch meine eigene Einschätzung der Datenlage. Wenn etwa der auf Sexualstraftaten spezialisierte Rechtsanwalt Alexander Stevens über den Stand der Forschung schreibt, "Studien und Schätzungen aus dem Bereich der Justiz und Strafrechtspflege zufolge dürften zwischen 25 und 75 Prozent aller Vergewaltigungsanzeigen unbegründet sein", dann zeigt schon diese irrwitzig große Spannbreite, dass man hier kaum verlässliche Aussagen treffen kann.



4. In Bolivien, Chile, Argentinien und Peru liegen Gesetzesvorhaben vor, die härtere Strafen oder neue Verfahren für nachweislich falsche Anzeigen wegen häuslicher, sexueller oder "geschlechtsspezifischer" Gewalt vorsehen. "Ich möchte die erste Ministerin in der Geschichte des Westens sein, die sich für Männer einsetzt", bekundete in diesem Zusammenhang die chilenische Senatorin Vanessa Kaiser. "Ich möchte euch gegen die Vorstellung verteidigen, dass ihr schuldig seid, nur weil ihr als Mann geboren wurdet. Denn jetzt müssen wir – zusätzlich zu all den Belastungen, die wir ohnehin schon hatten – dank dieser schrecklichen Ideologien, die man Feminismus und Gender-Perspektive nennt, auch noch unsere Männer verteidigen."



5. Unter jungen Männern in Kanada kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung der seelischen Gesundheit. Zwischen 2012 und 2022 stieg bei Männern zwischen 15 und 24 Jahren der Anteil mit Stimmungserkrankungen von 11 auf 16 Prozent und der Anteil mit generalisierten Angststörungen von 4 auf 10 Prozent; zugleich sank der Anteil, der seine psychische Gesundheit als "sehr gut" oder "ausgezeichnet" bezeichnete, von 70 auf 52 Prozent. Suizid ist bei 15- bis 34-jährigen Jungen und Männern die zweithäufigste Todesursache. Als verantwortlich für diese Entwicklung wird von einigen "die Manosphäre" gemacht. Die kanadische Bundesregierung plant jetzt erstmals eine eigene Strategie zur seelischen Gesundheit von Jungen und Männern, die unter anderem Mentoring, Peer-Unterstützung, Sport und Freizeitangebote, gesunde Beziehungen und positivere soziale Normen fördern soll.



6. Vergangene Woche wurde in Texas eine Vierjährige von ihrer Mutter erschossen. Nach Angaben der Polizei hatte am selben Tag eine Sorgerechtsanhörung stattgefunden, bei der dem Vater des Mädchens die hauptsächliche Betreuung zugesprochen worden war; sie sollte noch am Abend zu ihm zurückkehren. Die Familie identifizierte das erschossene Mädchen und erklärte, der Vater habe alle gerichtlichen Vorgaben befolgt und darauf vertraut, dass das Sorgerechtsverfahren seine Tochter schützen würde. Des weiteren erklärte die Familie: "Wir bitten die Öffentlichkeit, sich daran zu erinnern, dass es überall Väter gibt, die still, geduldig und im Rahmen des Gesetzes dafür kämpfen, ihre Kinder zu schützen. Ihre Geschichten werden selten erzählt, das sollte man aber tun."



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Montag, Oktober 05, 2026

Spiegel-Online: "Männer brauchen radikales Mitgefühl"

1. In einem aktuellen Beitrag befindet Spiegel-Online zwar nicht selbst, dass Männer "radikales Mitgefühl" brauchen – Empathie für Männer wäre ein Bruch mit der langjährigen Redaktionslinie – , berichtet aber über die Autorin Sophia Fritz, die in ihrem neuen Buch entsprechend argumentiert:

Ab Oktober wird Fritz auf Lesereise gehen, um aus ihrem neuen Sachbuch vorzulesen. Der provokante Titel: "Der Mann, das Opfer". (…) Mit "Toxische Weiblichkeit" veröffentlichte sie vor zweieinhalb Jahren einen Bestseller. Ihr Ansatz, die Aufrechterhaltung des Patriarchats nicht nur den Männern, sondern auch den Frauen anzulasten, sorgte zunächst für Irritationen. Dann aber verbreiterte Fritz mit ihrem Blick auf Konflikt meidende, sich selbst optimierende und es allen Recht machende Frauen die Diskussion. Und wurde, auch wegen ihrer darin verarbeiteten Selbstkritik, zu einem Shootingstar in der feministischen Debatte.

Der Erfolg von "Toxische Weiblichkeit" habe alle überrascht, sagt Fritz. Ihren Verlag, der mittlerweile die 16. Auflage des Sachbuchs druckte, ihr Umfeld, am meisten vielleicht Fritz selbst. Sie wisse, dass der Titel "auf die Zwölf" war. Aber dass sie plötzlich in bekannte Podcasts und zu Interviews eingeladen wurde, dass ihr bei Instagram mittlerweile mehr als 21.000 Accounts folgen, damit habe sie nicht gerechnet. (…) "Der Mann, das Opfer" könnte das sogar noch übertreffen, schließlich zielt das Buch wieder auf eine erregt geführte Debatte.

(…) 2023, zwei Monate nach dem Unterzeichnen des Buchvertrags für "Toxische Weiblichkeit", starb Fritz’ jüngerer Bruder Chrissi an den Folgen einer Medikamentenabhängigkeit. Lange hatte der Anfang Zwanzigjährige pedantisch im Fitnessstudio gepumpt und leistungssteigernde Mittel genommen. "Das Krafttraining meines Bruders", so schrieb es Fritz mal in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL, "habe ich lange als 'Männerding' belächelt." Die Diskurse darüber, wie sehr Menschen unter Schönheitsnormen leiden, würden ausschließlich mit Frauen geführt. Obwohl Männer oft ebenfalls viel Energie in die künstliche Verformung ihrer Körper stecken, "wird dies selten von Männern als gesellschaftlich bedingter Zwang reflektiert".

(…) Der Kern von "Der Mann, das Opfer" ist Fritz’ Mitgefühl mit Männern. Es ist ein bisschen wie bei "Toxische Weiblichkeit": Fritz’ Haltung ist dermaßen gegensätzlich zur vorherrschenden ihrer Generation, dass man erst mal irritiert ist. Denn waren es nicht die Männer, die das Patriarchat – sich selbst zum Vorteil – erschaffen haben? Und soll man sie dafür auch noch bemitleiden?

Auch sie sei eine wütende Feministin, sagt Fritz im Gespräch. (…) Sie sei, sagt sie, wütend auf Männer, die anderen Gewalt antun, wütend auf die individualisierende Erzählung über diese Täter und wütend auf die Verhältnisse, die all das hervorbringen. Wut sei wichtig für aktivistische Arbeit, auf jeden Fall. Zu ihrer Wut sei aber Mitgefühl hinzugekommen. Sie nennt es radikales Mitgefühl.

(…) Diese Sprach- und Gefühlsarmut falle ihr bei Männern immer wieder auf, sagt sie. Manche fänden kaum Worte für das, was in ihnen vorgeht, könnten ihre Gefühle nur schwer einordnen und erlebten ihren Körper eher als Werkzeug, das funktionieren soll. Und, auch das spielt hinein, dieser fehlende Zugang zu seinen Gefühlen habe ihrem Bruder womöglich das Leben gekostet. Auch über sein Leben schreibt sie in "Der Mann, das Opfer". Denn dass ihr Bruder eines war, auch wenn der Opferdiskurs ihn so gern übersieht, das steht für sie außer Frage.

In dem Buch zeichnet sie auch nach, wie gefährlich diese Spracharmut werden kann. Weil Gefühle nicht einfach verschwinden, nur weil man dafür keine Worte hat. Fritz schreibt, dass es dringend eine neue Sprache für Männlichkeit brauche, "bevor sich Verletzung weiter in Wut, Polarisierung und neue Formen patriarchaler Gewalt übersetzt". Auch darauf zielt ihr Konzept des Mitgefühls: Sie glaubt nicht, dass Männer sich vom Patriarchat emanzipierten, wenn sie sich dabei permanent beschämt fühlten. Männer, so sagt es Fritz an ihrem Küchentisch, bräuchten mehr Zugänge zu emotionaler Verbundenheit.

(…) Fritz’ Idee ist es, dass sich die Menschen verbinden, auch physisch. Sie will die Schwesternschaft, die Feministinnen im Kampf gegen das Patriarchat errichteten, um Männer erweitern. "Aktuell", sagt sie, "fehlen mir die Männer. Ich vermisse die Hälfte der Menschheit." Aber, und das ist wohl der Knackpunkt: Männer müssen erst zu dieser vermissten Hälfte werden wollen. Sie müssen sich und ihr Männlichkeitsbild hinterfragen.


In Österreich berichtet "Die Presse" unter der Schlagzeile "Der Feminismus hat die Jungs allein gelassen" über Sophia Fritz: "Mit Wut allein könne toxische Männlichkeit nicht bekämpft werden", heißt es im Teaser. Mit "Der Ansatz, Männer als Opfer des Patriarchats zu sehen, ist heute eigentlich mutig" eröffnet ein Interview mit der Autorin, die darin ausführt: "Wenn ein Mann einen Rock trägt, sich die Fingernägel lackiert und offen über seine Gefühle spricht, wird sein Mannsein viel schneller infrage gestellt."

Die zahlreichen weiteren Benachteiligungen, die Männer betreffen, bleiben auch in diesem Buch offenbar unerwähnt.



2. "Dass wir immer noch im Patriarchat leben, finde ich unterkomplex" befindet die Feministin und Philosophin Svenja Flasspöhler, die zu diesem Thema ebenfalls gerade ein Buch geschrieben hat. Flasspöhler war schon durch Widerworte in der MeToo-Debatte mit vielen anderen Feministinnen in den Konflikt geraten.

Darauf ging ein Shitstorm auf Flasspöhler nieder, da konnte sie noch so betonen, wie viel Gutes #MeToo bewirkt habe. Man warf ihr eine Täter-Opfer-Umkehr vor. Dasselbe erfährt sie jetzt wieder, bloss viel milder. Diesmal geht es um Gisèle Pelicot, an deren Fall sie in ihrem neuen Buch aufzeigt, wie Frauen manchmal Alarmsignale nicht sehen wollen und an ihrem idealisierten Mann, dem zweifellos Schuldigen, festhalten.

Auch wenn dieser Befund stimmt, wird sie in den sozialen Netzwerken erneut als Antifeministin beschimpft. Andere nennen sie "pick-me girl", also eine Frau, die absichtlich Dinge sagt und tut, oft auch auf Kosten anderer Frauen, um es mit Männern gut zu haben. Sie weiss von den Anwürfen, obwohl sie seit längerem raus ist aus X oder Instagram.




3. Der FOCUS hat zusammengetragen, in welchen Berufen Frauen besser verdienen als Männer: "Bis zu 7000 Euro mehr" oder auch "bis zu 16 Prozent". Leider Bezahlschranke.



4. Über Männer in der Krise berichtet der Therapeut Andreas Haase, der als Berater bei der "man-o-mann männerberatung" in Bielefeld auch mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt zu tun hat. Die gänige feministische Weltsicht hat aber auch Haase verinnerlicht:

"Wir haben bis vor Kurzem in einer absolut klar patriarchalen Gesellschaft gelebt: Bis 1957 fiel das Vermögen der Frau durch Heirat automatisch an ihren Mann; bis 1977 musste sie ihn nach Ende der Kinderzeit um Erlaubnis fragen, wieder arbeiten zu gehen; bis 1997 war Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar. Männer erleben seit wenigen Jahrzehnten, wie peu à peu diese Ungerechtigkeiten abgebaut werden – ein Verlust von Privilegien, wenn man so will."


Das ist alles arg verkürzt. Zutreffend ist: Im gesetzlichen Güterstand blieb die Frau auch vor 1958 Eigentümerin; aber der Ehemann hatte weitgehende Verwaltungs- und Nutzungsrechte. Die Erwerbstätigkeit der Ehefrau musste vor 1977 nicht erbettelt werden; der Ehemann konnte ihre Berufstätigkeit aber verhindern, wenn darunter Ehe und Familie gelitten hätten. (Stockreaktionär natürlich, aber auch ein halbes Jahrhundert her.) Und erzwungener Geschlechtsverkehr innerhalb der Ehe war auch vor 1997 strafbar, es wurde aber nicht als Vergewaltigung erfasst, sondern als Nötigung und gegebenenfalls als Körperverletzung.

Haase berichtet über seine Klienten:

"Oft sagen die Männer nach der ersten Beratungsstunde, so hätten sie sich noch nie gefühlt. Sie erwarten, bewertet zu werden und gesagt zu bekommen, was sie alles falschgemacht haben. Mit ihren Problemen beachtet, respektiert und gesehen zu werden, ist diesen Männern oft fremd. Sie haben gelernt, zu funktionieren, und wenn das nicht klappt, werden sie häufig aus Hilflosigkeit laut.

Oft geht es darum, den Männern Mut zuzusprechen, die Dinge, die sie uns erzählen, auch ihrem Umfeld gegenüber anzusprechen – vor allem, wenn das Gegenüber nicht offen dafür ist. Wenn zum Beispiel die Ehefrau bei jeder Kritik sofort abwinkt, fällt es schwer, am Ball zu bleiben. Männer sind oft nicht gut darin, mit Kränkungen umzugehen. Viele werden dann aggressiv und schneiden sich damit unter Umständen ins eigene Fleisch.

Trennungsväter zum Beispiel, die den Eindruck haben, Ex-Partnerin oder Behörden würden den Kontakt zu den Kindern erschweren, werden schnell laut, weil sie keine Konfliktlösungsstrategie haben. Die Konsequenz ist dann häufig, dass der Kontakt zu den Kindern ganz wegfällt. Wir müssen also schauen: Wie kannst du deine Interessen, Wünsche und Bedürfnisse vertreten, sodass sie beim anderen ankommen, ohne dass Grenzen überschritten werden?"


Nach "toxischer Männlichkeit" befragt, nennt Haase Strategien wie Schweigen und Liebesentzug. Dass mitunter Frauen in einem Konflikt dieselben Mittel anwenden, bleibt ungesagt.



5.
Die perfideste Taktik im Kampf ums Kind heisst: Entfremdung. Wer den Partner im Verlauf der Trennung einer Untat beschuldigt, kann eine Suspendierung des Besuchsrechts erwirken – mit tiefgreifenden Folgen. Jetzt will der Bundesrat die Verfahren beschleunigen.


Aus der Schweiz berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Der Artikel erwähnt auch die Schutzräume für männliche Gewaltopfer, die der maskulistische Verein "Zwüschehalt" anbietet.



6. "Packt sie beim Geld!" fordert die "taz" in einem Plädoyer dafür, die politisch gewünschten Wahlergebnisse durch finanziellen Druck herbeizuführen:

Im politisch-parlamentarischen Raum aber stagniert die Gleichstellung. Der Frauenanteil in Bundestag und Landtagen verharrt seit Längerem bei etwa einem Drittel, obwohl eine Mehrzahl der Wahlberechtigten weiblich ist. Zu beobachten sind sogar immer wieder Rückschritte. So sank im neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt der Frauenanteil bei den Abgeordneten von schon niedrigen 28 Prozent auf nur noch 22 Prozent. (…) Mehr Frauen in Parlamenten heißt meistens auch, dass Themen, die Frauen besonders betreffen, wie Sorgearbeit, Gewalt gegen Frauen oder weibliche Gesundheit, mehr Bedeutung zugemessen wird.


~ Kennt man ja: Weil weit überwiegend Männer in den Parlamenten sitzen, wird auch allein häusliche Gewalt gegen Männer als Thema ernst genommen. ~

Woran man ansetzen könnte, um Parteien künftig eine höhere Repräsentanz von Frauen bei der Kandidatenaufstellung für Parlamente nahezulegen, wäre beim Geld. (…) Die zur Parteienfinanzierung staatlicherseits zur Verfügung gestellten Mittel sind erheblich. Für 2025 etwa waren es 225 Millionen Euro. Mein Vorschlag ist: Die Erstattung für eine Partei sei künftig davon abhängig zu machen, dass wenigstens die Hälfte der von ihr nach einer Wahl gewonnenen Parlamentssitze von Frauen besetzt wird. Andernfalls wird der Zuschuss proportional gekürzt.

(…) Eine mit dem Frauenanteil atmende Wahlkampfkostenerstattung belässt den Parteien alle Rechte der Kandidatenaufstellung, es kommt sie nur teuer zu stehen, setzt sie weiter auf Geschlechtsungleichheit. (…) Die Regelung muss auch nicht symmetrisch sein. Fraktionen mit einem Frauenüberschuss sollen von Kürzungen unbehelligt bleiben.


Die Kommentare unter dem Artikel sind vernichtend.



7. Aus einem neuen Spiegel-Online-Artikel über die Vergewaltigungsvorwürfe an der Universität Cornell:

Zumal einige der beklagten Männer laut US-Medienberichten an der Darstellung festhalten, sie habe den sexuellen Handlungen zugestimmt. So könnte passieren, dass sie am Ende straffrei davonkommen.


~ Es ist sogar noch viel schlimmer: Männer kommen zuhauf "straffrei davon", weil ihre Partnerin mit dem Sex einverstanden war (Rape Culture). ~

Im Ernst: Ich finde es bezeichnend, dass der Autor des Artikels offenbar gar nicht erst ernsthaft in Erwägung zieht, dass die Darstellung der Männer zutreffend sein könnte.



8. Olivier Martinez hat am 1. Oktober 2026 vor einem Gericht in Los Angeles eine einstweilige Schutzanordnung gegen seine Ex-Frau Halle Berry erwirkt, nachdem er ihr vorgeworfen hatte, ihren zwölfjährigen Sohn Maceo körperlich misshandelt zu haben. Martinez behauptet unter anderem, Berry habe den Jungen am Hals gepackt und gewürgt und ihn in den vergangenen Jahren mehrfach körperlich sowie ihn selbst verbal und emotional misshandelt. Das Gericht untersagte Berry nicht den Kontakt zu ihrem Sohn, schränkte ihre Besuchszeiten aber vorläufig auf montags und dienstags sowie samstags und sonntags jeweils von 10 bis 20 Uhr ein.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



kostenloser Counter