Montag, Oktober 19, 2020

Feministinnen erbost über Statue mit abgeschlagenem Männerkopf – News vom 19. Oktober 2020

1. Wie Genderama vor einigen Tagen berichtete, wurde vor einem New Yorker Gerichtsgebäude zu Ehren von MeToo die Statue einer Medusa mit abgeschlagenem Männerkopf errichtet. Darauf reagieren jetzt Feministinnen mit erzürnten Protesten. Erzürnt über die nicht mehr zu übersehende Aggression gegen Männer, die hier öffentlich verewigt wird? Ach wo.

Warum ausgerechnet eine von einem Mann erschaffene Skulptur, die außerdem schon 2008 lange vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung entstanden sei, ausgewählt worden sei, fragten zahlreiche Menschen.


Manche Feministinnen kritisieren seufzend, dass MeToo von einer schwarzen Amerikanerin initiiert wurde, die Statue aber von einem Europäer stamme. Andere beanstanden, dass die dargestellte Frau zu dünn sei und über kein Schamhaar verfüge. Offenbar ist man besorgt über die unterschwellig vermittelte Botschaft, dass füllige Frauen keine Männer enthaupten könnten.

(Es ist manchmal schon schwer, dieses reine Nachrichtenblog nicht wie ein Satireblog wirken zu lassen. Oder den Feminismus der Gegenwart als eine grundsätzlich sympathische Bewegung darzustellen.)



2. In Wien-Donaustadt hat eine Mutter ihre drei Kinder getötet. Zwischen ihr und ihrem Mann habe es drei Wochen zuvor heftigen Streit gegeben, berichten Nachbarn. Damals verletzten sich beide Partner gegenseitig. Die herbeigerufene Polizei erteilte (wie üblich) gegen den Vater ein Betretungsverbot. Die Kinder bleiben bei der offenkundig psychisch angeschlagenen Mutter.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

auch wenn es nicht meine Art ist, anderen Leuten die Postfächer mit Nichtigkeiten zu verstopfen, ich muss es einfach loswerden: Der Artikel von Tonio Walter ist eine Wucht! Walter argumentiert brillant und sachlich, er bringt die Dinge auf den Punkt. Chapeau! Und Dank an Sie für die Zitierung!

Zur Zeit wird viel von Geschlechterquotierung gesprochen, aber ich befürchte, dass es in Zukunft auch zu Mehrfachquotierungen kommen kann, wenn auch nur in der Form von Absichtserklärungen. In der Abteilung, in der ich als IT-Spezialist arbeite, gibt es ca. 50 % Inder und 50 % EU-Europäer. Würde nun eine 50-prozentige Frauenquote eingeführt und die Migrantenquote konstant bleiben, dann hätte ich keine Chance, in dieser Abteilung zu arbeiten, falls ich mich neu bewerben müsste.

Warum? Bei den indischen Kollegen handelt es sich ausschließlich um Männer. Indische IT-Spezialistinnen sind rar. Da das Männerkontingent durch die Einstellung von Indern erschöpft ist, müsste bei einer Frauenquote das Frauenkontingent aus EU-Europäerinnen bestückt werden.

Irgendwann wird man sich wundern, wie es zu den hohen AfD-Wahlergebnissen kam.


Sonntag, Oktober 18, 2020

Die Welt: "Wie Gleichstellung das Grundgesetz missachtet und Frauenleben verkürzt" – News vom 18. Oktober 2020

1. In der "Welt" hat (hinter einer Bezahlschranke) der Professor für Strafrecht und Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht Tonio Walter einen Artikel zur Quotendebatte veröffentlicht:

Unsere Gesellschaft glaubt, Geschlechtergerechtigkeit müsse durch Quoten erzwungen werden. Das widerspricht der Gleichberechtigung. Der wahre Grund für diese Kollektivideologie ist ein ganz anderer.


In den ersten Absätzen seines Artikels schildert Walter, warum er sich (so wie ich) in den ersten Jahrzehnten seines Lebens aus guten Gründen als Feminist verortet hat.

Doch in den Neunzigerjahren begann die Sache zu kippen. Das Prinzip der Gleichwertigkeit der Geschlechter wurde von Männerverachtung verdrängt. Es gehörte alsbald zum guten, fast selbstverständlichen Ton, sie als geistig und moralisch minderwertig zu betrachten. Sie waren dumm, ungeschickt, roh und egoistisch, Frauen hingegen klug, sozial kompetent, mitfühlend und altruistisch.

Auf dieser Linie liegt auch das jüngst vorgestellte Dossier zur "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer“ aus dem Ministerium von Franziska Giffey. Es empfiehlt den Männern unter anderem, sie sollten doch "einfach mal die Klappe halten". Auch der Begriff der Gleichstellung steht für eine Entwicklung: weg vom Grundwert der Gleichberechtigung, hin zu einer Frauenbevorzugungsdoktrin.


Tonio Walter erörtert weiter, dass eine Frauenquote als Merkmal und Instrument für Geschlechtergerechtigkeit nur Sinn ergebe, wenn man Menschen nicht als Individuen, sondern als Kollektive begreife. Insofern haben Quoten mit echter Gleichberechtigung nichts zu tun, im Gegenteil:

Sollen zwei Menschen ungeachtet ihres Geschlechts die gleichen Rechte haben, dann widerspricht dem die Bevorzugung eines Menschen aufgrund seines Geschlechts. Und die wird jedenfalls dort logisch unausweichlich verlangt, wo es Geschlechterquoten gibt. Denn solche Quoten fordern vor jedem anderen Gedanken ein bestimmtes Geschlecht. Bei einer 50-Prozent-Quote immer, bei niedrigeren Quoten zumindest so lange, wie sie noch nicht erfüllt werden. Juristisch falsch ist das Denken in Geschlechterkollektiven, weil es Artikel 3 des Grundgesetzes verletzt. Dort steht: (…) "Niemand darf wegen seines Geschlechts … benachteiligt oder bevorzugt werden." Geschlechterquoten tun offensichtlich das Gegenteil: Solange sie nicht bis auf den letzten Prozentpunkt erfüllt sind, zwingen sie dazu, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen oder zu bevorzugen.


Der Staat habe

weder die Aufgabe noch das Recht, mit planwirtschaftlichen Quoten zu bestimmen, welchen statistischen Anteil ein bestimmtes Geschlecht an was auch immer hat. Und dabei spielt es die geringste Rolle, dass dies selbstverständlich auch faktisch ausgeschlossen wäre, da sich Interessen und Vorlieben statistisch betrachtet nun einmal unterschiedlich auf Männer und Frauen verteilen. Solange wir daran festhalten, dass sich jeder seinen Beruf selbst aussuchen darf, können wir weder im Ingenieurswesen noch in der Kosmetikbranche ein nach Geschlechtern ausgeglichenes Bewerberfeld erwarten – so sehr wir auch dafür sorgen müssen, dass jede Frau Ingenieurin werden kann und jeder Mann Kosmetiker.


Die sinnvolle Emanzipationsbewegung habe sich nun in den letzten Jahrzehnten

rasant beschleunigt. (…) Geschlechterquoten und Frauenbevorzugung sind ihre Endpunkte; Brechstangen, die unsere Gesellschaft einsetzt, weil es ihr nicht schnell genug geht. Es ist eine bislang unbemerkte Ironie, dass dies dem Kollektiv der Frauen schadet und dem der Männer nützt. Das lässt sich an den Lebenserwartungen ablesen: Die der Frauen steigt jetzt langsamer als die der Männer, die Lücke in der Lebenserwartung wird kleiner; früher waren es fast sieben, jetzt sind es nur noch knapp fünf Jahre. Die Lebenserwartung ist der verlässlichste Gesamtindikator für Lebensqualität.

(…) Und wir wissen auch, was die Lebensqualität beeinträchtigt: Belastung, Stress. Oft verkürzt er das Leben unmittelbar, zum Beispiel bei harter Arbeit und im Krieg. Er verkürzt es aber auch mittelbar, und zwar wenn jemand ungesund lebt, weil er gestresst ist: wenn er trinkt, raucht, Drogen nimmt und lieber eine Stunde am Schreibtisch oder vor dem Fernseher sitzt, statt Sport zu treiben.

Bislang hatten darunter vor allem Männer zu leiden. Das ändert sich gerade: Je stärker die Frauen in die Arbeitswelt kommen, desto ungesünder leben sie. Sie rauchen mehr als früher, trinken mehr, und auch ihr Drogenkonsum steigt. Hingegen dürfen sich die Männer auch um ihre Kinder kümmern; etwas, was die Lebensqualität erwiesenermaßen steigert. Wie kann sich ein Mann darüber beschweren? Nun, erstens kann es einen Humanisten nicht freuen, wenn sich auch nur irgendwer das Leben ruiniert. Zweitens und wichtiger: Ein Humanist betrachtet den Menschen stets als Individuum – nichts als Kollektiv oder Statistik. Und genau so möchte auch jeder und jede von uns betrachtet werden: als das eine einzigartige Wesen, das wir mit all unseren Vorzügen und Schwächen sind.

Eine Frau, die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wird, lässt sich nicht damit trösten, dass es dem Kollektiv der Frauen statistisch betrachtet doch ganz hervorragend gehe. Und das gilt dann eben auch für Männer. Daher ist es Zeit, sich von der Gleichstellungsdoktrin zu verabschieden und wieder das zu ermöglichen, was das Grundgesetz gebietet: Gleichberechtigung.


Ergänzend ließe sich hinzufügen, dass Frauen in den letzten Jahrzehnten gerade nicht glücklicher geworden sind. Das Paradies, als das viele Feministinnen das Männerleben phantasiert haben, war leider keines.



2. Die Kampagne #ichwill fordert mit der Unterstützung prominenter Stimmen die Installation von mehr Frauen in Machtpositionen:

Weil es mit Freiwilligkeit nicht gehe, forderte Maria Furtwängler, Schauspielerin und Mitgründerin der MaLisa-Stiftung, die sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt, auf der Pressekonferenz eine Quote "in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen". (…) Am Freitag stellte sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hinter die Forderung nach einer festen Quote. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte er: "Die Zeit für Freiwilligkeit ist vorbei, in vielen Unternehmen geht die Zahl der Frauen in Führungspositionen aktuell sogar zurück. Strukturellen Ungleichheiten müssen wir mit strukturellen Maßnahmen entgegentreten."


Nach dem Beitrag von Tonio Walter ist es besonders niedlich zu lesen, wie unkritisch die FAZ die Selbstdarstellung eines Quotenvereins übernimmt, dass er "sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt". Journalistische Distanz gibt es nur noch beim vom Mainstream abweichenden Stimmen – dafür tropft sie dort aus jeder Zeile.



3. Die Tagesschau berichtet:

In der Europäischen Union leben heute 70 Prozent mehr Obdachlose als noch vor zehn Jahren. Positiv sticht aber Finnland heraus. Kein anderes EU-Land konnte die Zahl seiner Obdachlosen so stark senken - mit einer besonderen Strategie.


Hier geht es weiter.



4. Die "Tagespost" berichtet über die aktuelle Welle des Männerhasses in Frankreich. Ein Auszug:

Der junge Buchautor und Redakteur des Figaro, Paul Melun, erkennt in den Aufrufen zum Männerhass Anzeichen für einen beunruhigenden Verfall des Verhältnisses zwischen Mann und Frau. (…) "Für diese Aktivistinnen geht es nicht mehr darum, Gleichheit zu fordern, wohl aber darum, gegen die Männer, gegen alle Männer, zu kämpfen". Daher auch schreibt Coffin - die 2020 auf der Liste der Grünen in den Pariser Stadtrat gewählt wurde –, dass sie keine Filme mehr von Männern anschaue und nicht mehr deren Musik höre. Allein, dass es den "grotesken und wunderlichen Stellungnahmen", gelungen ist, publiziert zu werden, ist "schon erstaunlich", wie Melun findet. Doch seit ihrem Erscheinen stoßen diese Pamphlete bei einer progressiven Anhängerschaft auf ein großes Echo. Vor dem "Conseil supérieur d’audiovisuel" (CSA, Hoher Rat für audiovisuelle Medien), werde zwar "der kleinste sexistische oder rassistische Verstoß mit Vehemenz gemeldet" – gegenüber den militanten Feministinnen verfahre man jedoch milde: "Wie kann es sein, dass derartige Äußerungen von allen Anhängern der Geschlechtergleichheit nicht öffentlich verurteilt werden?", fragt Melun.

In der Welt der politischen Korrektheit, so der Journalist weiter, ist "die einzig erlaubte Transgression der Hass in Bezug auf weiße Männer. Für die intersektionellen Kämpfer verkörpert der weiße Mann die nie versiegende Quelle aller unserer Übel". Daher sei es wohl ganz normal für die angeblichen "Opfer", sich zu rächen. Das Ergebnis ist der "verrückte Plan" von Alice Coffin und Pauline Harmange: "die Gesellschaft auf Rachefeldzüge zu schicken, bei denen sich alle Frauen an allen Männern rächen, zumindest symbolisch".

Daraus folgen Aufrufe zum Boykott von Arbeiten und Werken, die von Männern geleistet wurden. Besonders davon betroffen sei die akademische Lehre: Vorträge werden abgesagt oder abgebrochen und Professoren denunziert und angezeigt. "Dieser neue McCarthyismus dringt tief in die französischen Universitäten ein, die seitdem zu feministischen und ‚entkolonialisierten‘ Refugien werden. Die Aktivistinnen haben freien Zugang zu den Hörsälen, während Professoren und Dozenten unter Beschimpfungen und Drohungen den Ort in Polizeibegleitung verlassen müssen".




5. In der Augsburger Allgemeinen kommentiert Gregor Schmitz die aktuelle Identitätspolitik:

Wer sich – völlig zu Recht– darüber aufregt, dass Frauen herabgesetzt, Ausländer pauschal beurteilt oder sexuelle Ausrichtungen von Menschen nicht ausreichend sensibel behandelt werden, kann nicht gleichzeitig pauschal "alte weiße Männer" verspotten oder Polizisten auf Müllkippen entsorgen wollen. Nur weil jemand einer Gruppe angehört, die lange Privilegien genossen hat, ist er oder sie kein Freiwild.

Es hilft nicht weiter, wenn sich jemand einer Sache so sicher ist, dass jedes Mittel Recht scheint und aller Respekt überflüssig. Auch wir erleben in unserer Branche, dass Journalisten nicht mehr schreiben wollen, was ist – sondern was aus ihrer Sicht sein sollte. Doch Furor führt nur dazu, dass sich Fronten furios verhärten. Im Kern geht es immer um Respekt, und zwar in alle Richtungen.




6. Die Sprecherliste für die Internationale Konferenz für Männeranliegen, die gestern virtuell stattfand, ist mit 110 Experten für die unterschiedlichsten Unterbereiche ausgesprochen umfangreich.

Hier werden die Sprecherinnen und Sprecher ausführlicher vorgestellt. Zu ihnen gehören Professoren, politische Aktivisten, Menschen aus der Opferarbeit und viele andere mehr, darunter in der Männer-Community bekannte Namen wie Warren Farrell und Erin Pizzey. Deutschland wird durch den Publizisten Bernhard Lassahn vertreten, der über die Tragödie der Vaterlosigkeit spricht.

Zwischen dem 14. und dem 19. November sollen die Aufnahmen der Vorträge hier online gestellt werden: pünktlich zu jeder vollen Stunde ein neues.

Ich bin durchaus beeindruckt: Die Männerrechtsbewegung kann inzwischen aus einem beachtlichen Reservir an Intellektuellen und Praktikern beiderlei Geschlechts schöpfen – während Politik, Hochschulen und Leitmedien heute noch zu tun, als handele es sich um ein kleines Häufchen weltfremder Spinner. Wer seine Informationen ausschließlich aus diesen Leitmedien bezieht, lebt inzwischen in einer Filterblase, die mit der Realität kaum noch etwas zu tun hat.

Samstag, Oktober 17, 2020

Häusliche Gewalt: Sia unterstützt Johnny Depp – News vom 17. Oktober 2020

1. Die Popsängerin Sia hat auf Twitter ihre Solidarität zu dem Schauspieler Johnny Depp erklärt. Depp befindet sich in einem Scheidungskrieg mit dem Model Amber Heart und wirft ihr häusliche Gewalt gegen ihn vor. Sia erklärt, nach dem Anhören "der Bänder" (gemeint sind offenkundig die Aufnahmen, in der Amber Heard ihre Gewalthandlungen zugibt), sei es klar, dass Depp das Opfer in dieser Auseinandersetzung sei. Sias Tweet hat bis jetzt über zwölftausend Mal Zustimmung erhalten, manche Kommentare hingegen zeigen Entrüstung bis hin zu "delete Sia" und "rip Sia". Der Tweet der Sängerin wird in zahlreichen deutschen und englischen Presseartikeln aufgegriffen.



2. Die Spitze der Bundesagentur für Arbeit hat eine Frauenquote von 100 Prozent erreicht.



3. Einer aktuellen Umfrage zufolge fordern Frauen beim Berufseinstieg deutlich weniger Geld als Männer:

Junge Top-Talente erwarten beim Berufseinstieg durchschnittlich ein Gehalt von 55.800 Euro. Doch der Unterschied zwischen Frauen und Männern ist riesig: Während die besten Studentinnen nur 50.300 Euro verlangen, sind es bei ihren männlichen Kommilitonen 61.800 Euro — also 11.500 Euro oder rund 23 Prozent mehr. (…) Für ein höheres Gehalt würden Männer 46,5 Stunden pro Woche arbeiten, Frauen 43 Stunden. (…) Ein attraktives Gehalt liegt allerdings nur auf Platz acht der Wünsche an den Arbeitgeber. Am wichtigsten waren den Befragten herausfordernde Aufgaben, gefolgt von einem guten Ruf des Unternehmens und guten Chancen der Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt.




4. Auf Twitter trenden gerade die feministischen Hashtags #ichwill und #jetztreichts. Christian Schmidt kommentiert und fragt: Reicht das Wollen oder sollte man nicht auch etwas dafür machen?



5. "Die Welt" kommentiert den peinlichen Hickhack um das Vorlegen eines Gesetzesvorschlags in durchgehend weiblicher Form: "Die ärgerlichen Schaukämpfe der Gesetzgeber".



6. Die Schweizer "Mittelländische Zeitung" berichtet über ein Problem, das die Männerrechtsbewegung seit Jahrzehnten beklagt:

Ein Phänomen macht sich in den letzten Jahren immer breiter. Mütter halten sich nicht an Vorgaben des Gerichtes. Männer können kaum etwas dagegen tun. Wer holt, wer bringt das Kind? Wer bezahlt dies und das? Wer ist wann, wofür zuständig? Besuchsrecht? Ferien?

Dinge, die vom Gericht jeweils genau geregelt sind. Leider halten sich immer weniger Mütter daran, meist um dem Partner zu schaden - leider trifft es wie immer die Falschen - die Kinder. Es sei hier erwähnt, dass natürlich auch Väter ähnliches Verhalten zeigen können, aber wegen der Obhutssituation, meist nicht in der Lage sind, überhaupt etwas Falsches zu machen.


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7. Unter der Schlagzeile "Wenn Giffey politisch unkorrekt wird" berichtet N-tv:

Die Familienministerin hat für 700.000 Euro eine Serie "Ehrenpflegas" drehen lassen, die gut gemeint ist, aber Pfleger empört. Mit gutem Grund: Der Migrantensohn ist der Honk, die Mädels sind schön, wissbegierig und finden: "Helfen ist super cool."


Wohl niemand hätte das hintergefragt, wenn die Autoren der Serie den dargestellten Mann nicht zu einem Menschen mit Migrationshintergrund gemacht hätten. Das gewohnte Männerbashing, dem zufolge es Jungs halt nicht so drauf haben wie die schlauen und sozialen Mädchen, hätte kaum Beachtung erhalten. Macht man aber diese Figur auch noch zum Migranten, ist die Menschenfeindlichkeit solcher Klischees nicht mehr zu übersehen.



8. Die Zeitschrift "Eltern" positioniert sich in einem von der "Brigitte" übernommenen Artikel gegen unsinnige Rollenzwänge:

"Du blödes Weichei. Du bist kein Mann." Halblaut hat das der Spaziergänger in meine Schulter gemurmelt, als ich an ihm mit meinen Kindern im Transportfahrrad vorbeigefahren bin. Der Prototyp eines verbitterten alten Mannes, komplett in der Uniform aus dunkelblauer Winterjacke und Schiffermütze, konnte einfach nicht anders als mal im Vorbeigehen die Sau rauszulassen. Genau so, dass ich es hören musste, aber zu leise, um eine Szene auf der Straße zu provozieren.

Das ist jetzt schlecht für ihn, Szenen auf der Straße sind meine Spezialität, wenn mich jemand angreifen will. Quietschend bremse ich und rufe ihm hinterher: "Hey! Haben Sie ein Problem heute Morgen?". Der alte Herr stockt kurz und überlegt, ob er so tun soll, als habe er mich überhört. Dann aber fährt er herum, gewillt, das jetzt knallhart durchzuziehen.


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Als ich noch ein Baby war, hat mich mein Vater ebenfalls im Kinderwagen durch die Straßen unseres Dorfes gefahren. Das war damals, Anfang der siebziger Jahre, noch sehr unüblich, und er soll manche verwunderten Blicke geerntet haben. (Mein Vater war auf seine Weise ebenso ein Rollenpionier wie ich heute.) Es ist irre, wenn Männer, die sich für eine solche Form der Vaterschaft entschieden haben, heute von wildfremden Menschen immer noch dämliche Kommentare zu hören bekommen.



9. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet:

Der Freitod des Bürgermeisters von Seoul wirft ein Licht auf den Stand des Geschlechterkampfes in Südkorea. Kaum ein Politiker hat mehr für die Stellung der Frauen im Land getan als Park Won Soon. Er fiel einer undurchsichtigen Beschuldigung sexueller Belästigung zum Opfer.


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10. Harvey Weinsteins Freundin Alexandra Vino hält immer noch zu ihm und bezeichnet ihn als einen Sündenbock für MeToo:

"Alle scheinen Harvey zu hassen, aber sie merken nicht, dass es nicht wirklich Harvey ist, den sie hassen", sagte Alexandra Vino über ihren angeblichen Liebhaber Harvey Weinstein. "Man sagt ihnen, was sie fühlen sollen. Er ist der Sündenbock für diese ganze #MeToo-Bewegung, und sie haben sein Leben zerstört. Es war wie ein Menschenopfer. Leute bekommen 23 Jahre Gefängnis für die Ermordung von Menschen, nicht für das, was er getan hat."

(...) "Ich weiß, wie Oscar-Partys ablaufen, ich weiß, was vor sich geht", sagte Vino der New York Post. "Ich habe den ganzen Tag gesehen, wie sich die hinreißenden Frauen auf Harvey und andere mächtige Männer stürzen. Diese Mädchen in LA und New York sind nicht naiv. Sie flirten keinen Kerl wie Weinstein an, der eine Erfolgsgeschichte beim Anbaggern von Frauen hat. Was, und dann sagt ihr alle: 'Oh, ich kann nicht glauben, dass er mich um eine Rückenmassage gebeten hat?' Kommt schon."

(...) "Ich kenne Harvey schon sehr lange", sagte Vino der Post. "Ich habe Frauen gesehen, die darum wetteiferten, mit ihm zusammen zu sein, die darum bettelten, mit ihm zusammen zu sein. Ich habe das bei vielen Männern in der Branche gesehen. Ich habe auch gesehen, wie großzügig er sein kann - was für ein Gönner er für diese Menschen war. Ich finde es schrecklich, was die Presse ihm angetan hat, und ich glaube, es gab eine Agenda. Ich bin voll und ganz für die Frauenrechte und die Frauenbewegung. Aber können wir Frauen nicht gleichen Lohn und gleiche Rechte geben, ohne Männer zu töten?"




11. Ich erlaube mir mal wieder selbst eine Ausnahme und nehme in diesen Newsticker einen älteren Artikel des "Guardian" auf, in dem ein schwarzer Mann berichtet, wie er von weißen Frauen immer wieder auf übergriffige Weise zum Sexobjekt gemacht wird. Der Artikel enthält zwar einige Schwächen (wenn der Autor nicht bekundet hätte, dass das Verhalten von Männern im "Patriarchat" natürlich viel schlimmer sei, hätte der Guardian seinen Beitrag womöglich gar nicht erst veröffentlicht), trotzdem ist er lesenswert. Nur ein kurzer Auszug:

Im Laufe meines Lebens habe ich unter anderem erfahren, dass weiße Frauen mich dafür geschlagen haben, dass ich vor ihnen in den Bus gestiegen bin, habe sie sagen hören, dass ich nicht gut genug aussehe, um ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, habe erlebt, dass sie sich in einer vollbesetzten U-Bahn an mir reiben, als wäre ich gar nicht da, und dass sie, wie ich schon oben berichtet habe, maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich zwei Jobs verloren habe, von denen ich weiß, möglicherweise mehr, von denen ich nicht weiß.


Gebt dem "Guardian" ein paar Jahrzehnte, und er berichtet auch über ähnliche Erfahrungen von weißen Männern.



12. Zuletzt ein Hinweis auf eine Online-Veranstaltung am 6. November: "Mann kann kein Opfer sein. Die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber männlicher Verletzbarkeit." Ausrichter ist die Männerberatung in Thüringen.

Männliche Gewalttäterschaft gilt als "normal". Weniger bekannt hingegen ist, dass sich die mehrheitlich von Männern ausgeübte Gewalt auch überwiegend gegen Männer selbst richtet. Männer werden überdurchschnittlich oft zu Opfern von Gewalt und diese widerfährt ihnen in nahezu allen Lebensbereichen. Eine Tatsache, die nicht nur von den Betroffenen selbst verleugnet, sondern auch gesellschaftlich weitgehend ignoriert wird.

Die Verletzbarkeit (Vulnerabilität) von Männern ist ein Randthema in der Forschung aber auch in der öffentlichen Debatte. Wenn Männer im Zusammenhang mit Gewalt in Erscheinung treten, dann vor allem, wenn sie selbst zu Tätern geworden sind. Die eigene Verletztheit muss ein Mann klaglos wegdrücken können.

Was folgt aus der gesellschaftlichen Ignoranz gegenüber männlicher Verletzbarkeit? Welchen Umgang mit männlichen Opfererfahrungen braucht es und sind Männer in Sachen Gewaltschutz benachteiligt?

Darüber diskutieren:

Prof. Dr. Sylka Scholz: Männlichkeitssoziologin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Geschlechterforschung, insbesondere Männlichkeitsforschung und Geschlechterbilder in Ost- und Westdeutschland

Hans-Joachim Lenz: Sozialwissenschaftler. Mitbegründer der kritischen Männerforschung, Mitautor der Pilotstudie "Gewalt gegen Männer in Deutschland" vom BMFSFJ (2004)

Hagen Bottek: Männertherapeut und Berater beim PROJEKTA4 – Männerberatung in Thüringen

Moderation: Christian Stadali (Wortwerk Weimar)

Wir bitten um kurze formlose Anmeldung über info@projekt-a4.de. Der Link zum Zoom Meeting wird dann vor der Veranstaltung verschickt.


Hans-Joachim Lenz ist ein anerkannter Fachmann in diesem Bereich und hat Gewalt gegen Männer lange vor mir zum Thema gemacht.

Donnerstag, Oktober 15, 2020

Lambrecht (SPD) lässt den Quatsch bleiben: Neues Gesetz doch in "männlich" – News vom 15. Oktober 2020

1. Die "Tagesschau" berichtet:

Der Entwurf für ein geändertes Insolvenzrecht sorgte für Aufregung: Nicht wegen des Inhalts, sondern weil darin erstmals die weibliche Form verwendet wurde. Nach Zweifeln der Regierung ging er nun doch in "männlich" durchs Kabinett. (…) Allerdings nicht, weil man deren Sichtweise teile. Vielmehr habe man eingelenkt, um die Gesetzesänderung schnell auf den Weg bringen zu können. Denn: Die Änderungen seien "gerade in der Pandemie von großer Bedeutung, weil von ihr insbesondere auch Unternehmen Gebrauch machen können, die durch Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind", so der Sprecher des Ministeriums.


Nach dieser Argumentation darf man also wohl erwarten, dass Justizministerin Lambrecht (SPD) einen neues Gesetzvorschlag dann wieder in ihrer Phantasiesprache vorlegt, wenn sie dieses Gesetz weniger wichtig findet.



2. Der MDR macht Eltern-Kind-Entfremdung zum Thema: "Ich will nicht zu Papa!"



3. RTL berichtet beispielhaft über einen Vater, dem seine Kinder vorenthalten werden.



4. In Hessen gab es jetzt die erste Wechselmodell-Entscheidung gegen das andere Elternteil.



5. Die Oxford University Press bringt heute das Buch "Unassailable Ideas" heraus. Es untersucht, wie politischer Druck vor allem durch die Empörungskultur auf Twitter darüber entscheidet, welche Themen in Universitäten behandelt werden dürfen und welche nicht. Zu den tabuisierten Feldern gehören bekanntlich Forschung und Analysen der Männerrechtsbewegung.



6. Die Post. Einer meiner Leser weist mich darauf hin, dass diese gestern auf Genderama verlinkte Meldung inzwischen nicht mehr aktuell ist:

Die Partei der Humanisten hat die Unterstützung zurückgezogen, da gemeinsame Absprachen von der Kandidatin nicht eingehalten wurden.


Ob das eine so gute Idee war, dass eine so an faktenbasierter Politik interessierte Partei wie die Humanisten ausgerechnet mit der "Zwinker-Zwinker"-Spaßpartei zusammengearbeitet hat?

Mittwoch, Oktober 14, 2020

"Geplante Frauenquote für Vorstände spaltet Deutschland" – News vom 14. Oktober 2020

1. Die "Neue Zürcher Zeitung" beschäftigt sich mit der deutschen Debatte über Frauenquoten. Ein Auszug:

Die sozialdemokratische Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey (hat) mit der Parteikollegin und Justizministerin Christine Lambrecht (…) im Frühjahr einen einschlägigen Gesetzesentwurf vorgelegt, der aber vom Kabinett noch immer nicht verabschiedet worden ist. Laut Giffey leistet der Koalitionspartner CDU/CSU beharrlichen Widerstand. Nun soll eine von den Koalitionären eingesetzte Arbeitsgruppe eine Lösung suchen. Die Zeit drängt: Der Entwurf müsse spätestens im Dezember durch die Regierung, damit der Bundestag das Gesetz noch in der laufenden Legislatur beschliessen könnte, sagte Giffey.

(…) Das Ziel einer besseren Vertretung von Frauen in Führungspositionen ist kaum mehr umstritten. Umstritten ist der Weg. In der Wirtschaft stossen Quotenregeln, die tief in die Vertragsfreiheit eingreifen, auf viel Skepsis, ebenso die Aussicht, mitten in einer Wirtschaftskrise zusätzliche Begründungspflichten zu erhalten. Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), lässt ausrichten, die Präsenz von Frauen in den Vorständen grosser Aktiengesellschaften in Deutschland sei im internationalen Vergleich noch zu gering. Es möge inzwischen nachvollziehbar sein, dass der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben machen wolle, "aber eine erzwungene Quote halten wir für einen sehr harschen und die Wirtschaft einseitig belastenden Eingriff".

Noch deutlicher äussert sich Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, die laut dem Gesetzesentwurf neu der Aufsichtsrats-Quote unterworfen wäre. Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg ist mit seinen – auch beim Bau des neuen Gotthardtunnels eingesetzten – Tunnelbohrmaschinen Weltmarktführer. Man könne nicht "par ordre du mufti" bestimmen, wie ein Unternehmen seine Führungsgremien besetze, sagt Herrenknecht gegenüber der NZZ. Falls eine 30%-Quote für Aufsichtsräte käme, müsste sich sein Unternehmen von bewährten Aufsichtsratsmitgliedern trennen. Er könne sich durchaus vorstellen, mehr als ein Drittel Frauen in diesem Gremium zu haben, sofern sie qualifiziert seien. "Wenn sie keine Ahnung vom originären Metier haben, brauche ich sie aber nicht." Zu den Plänen der beiden SPD-Ministerinnen meint er: "Wir müssen aufpassen, dass wir hier kein kommunistisches System übergebraten bekommen."




2. Im Magazin "Cicero" beschäftigt sich Mathias Brodkorb (SPD) mit dem "Narzissmus der gendergerechten Sprache". Brodkorb zeichnet zunächst nach, wie feministische Sprachtüftler von Schrägstrich und Klammer über das Binnen-I, den Gender-Unterstrich und das Gender-Sternchen immer wieder neue Ideen als das Nonplusultra vorgestellt haben, nur um dann doch schnell missmutig zu werden:

Und selbstverständlich gibt es auch Debattenvertreter, die dies alles immer noch für völlig unzureichend halten, darunter die schon erwähnte Luise F. Pusch. (…) Dazu will sie die grammatikalische Geschlechtlichkeit der Sprache völlig umbauen und letztlich das generische Femininum etablieren. Aber lesen und genießen Sie selbst: "Wir hätten dann etwa Freundin (Frau), Freundis (Mann) und Freundil (divers), Plural Freundinne, Freundisse, Freundille. Wenn das Geschlecht (welches auch immer) keine Rolle spielen soll, entfällt die Endung. Beispiel: Fragen Sie Ihre Freund, Arzt oder Apotheker. Wieso Ihre und nicht Ihren? Weil es (…) nur noch ein Genus gibt: Das Femininum." Nein, ich habe da nichts falsch abgetippt. Das steht da wirklich so. Bleibt nur ein Problem: Wenn das generische Maskulinum ungerecht ist, weil es zu Unterdrückung führt, nämlich der Frauen, wäre dann nicht auch das generische Femininum böse, weil es zur Unterdrückung der Männer und vor allem der Diversen führte?

(…) Bereits "Frau" ist, folgt man der Logik der feministischen Linguistik, eigentlich ein diskriminierendes Wort. Denn es bringt diese konkrete Frau Müller ebenso zum Verschwinden wie diese konkrete Frau Meyer. Im Grunde handelt es sich aber nur um eine gedankliche Abstraktion. Es gab Zeiten, in denen gerade dieses Denkvermögen, das Vermögen also, sich vom konkreten Einzelfall zu lösen und zum abstrakten Allgemeinen aufzusteigen, als bedeutendste Fähigkeit des Menschen angesehen wurde. Es gehen Gerüchte um, dass auf dieser Fähigkeit sogar Wissenschaft und Rechtsstaat basieren sollen.

(…) Seit nunmehr 40 Jahren wird wie wild daran gebastelt, den Frauen (und nunmehr Diversen) in unserer Sprache einen angemessenen Ort zu geben und es kommt nach all’ den Büchern, Zeitschriftenaufsätzen, Diskussionen und politischen Initiativen funktional genau das dabei heraus, was wir vorher schon hatten. Das Gendersternchen ist - sprachlogisch betrachtet - nichts anderes als das generische Maskulinum durch die Hintertür. Es ist ein sprachlicher Sammelcontainer von Eigenschaften und die gesamte Debatte seit Jahrzehnten eine mit Inbrunst betriebene Donquichotterie.




3.
Vanessa Schulz ist eine der sechs Kandidaten um den Posten des Oberbürgermeisters. Gemeinsam mit "Die Partei" und der "Partei der Humanisten" zieht Vanessa Schulz in den Wahlkampf für die Oberbürgermeisterwahl am 6. Dezember. (…) In Schulz' Wahlprogramm kommen Humor und Satire nicht zu kurz.

(…) Bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms machte Vanessa Schulz schnell eines deutlich: Sie will sich für Gleichbehandlung jeglicher Art einsetzen. Neben der Gleichbehandlung in Beruf und Bildung möchte sich Schulz für eine Umbenennung Karlsruhes stark machen.

"Karlsruhe trägt seit mehr als 300 Jahren einen Männernamen, es ist Zeit dass die Fächerstadt nun weiblich benannt wird", so Schulz. "Denkbar wäre Karlasruhe oder ein anderer Frauenname". Warum das Problem nicht auf diese Art und Weise anpacken? "Um Diskriminierung zu beseitigen"


Hier findet man den vollständigen Artikel.



4. MANNdat empfiehlt mein "Lexikon der feministischen Irrtümer" einschließlich der kostenlosen Online-Version:

Das "Lexikon der feministischen Irrtümer" bietet viel Aufklärungsarbeit, die eigentlich die Leitmedien übernehmen müssten, es aber schon lange nicht mehr tun. (…) Wir können diese Faktensammlung auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Wenn man diese Faktenlagen, alles belegt mit Quellen, liest, ist man schockiert, wie Politik und Medien das geschlechterpolitische Thema kolportieren.


Herzlichen Dank für diese Anerkennung meiner Arbeit!



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

In dem Blog "Alles Evolution" von Christian Schmidt heißt es zum "feministischen" Gesetztesentwurf des Justizministeriums:

"Nur gibt es eben im normalen Sprachgebrauch kein generisches Femininum."

Dazu möchte ich mitteilen: Doch es gibt im normalen Sprachgebrauch durchaus das generische Femininum. Die meisten sind sich nur nicht dessen bewusst (man beachte die Implikation dieser Aussage). Das Wort "die Geisel" ist vom Genus her Femininum, bezeichnet aber (unstrittig) auch Männer.


Man könnte hier Wörter wie "die Führungspersönlichkeit", "die Fachkraft", "die Koryphäe", "die Majestät" und so weiter hinzufügen.

Um konkret auszuformulieren, was ich mit "Implikation" meine: Dass sich die meisten Menschen der Existenz des generischen Femininums überhaupt nicht (!) bewusst sind, zeigt klar, dass das grammatische "Geschlecht" mit dem biologischen Geschlecht nichts zu tun hat.

Wer sich für solchen Themen interessiert, möge sich der/die/das Blog von Belle Lettres anschauen. Diese Seite ist für jeden Sprachinteressierten interessant und kurzweilig.

In Bezug auf das Thema von Genderama dürfte insbesondere der Beitrag "Die empirischen Forschungen der feministischen Linguistik" von Interesse sein.


Dienstag, Oktober 13, 2020

Gender-Streit in der Regierung: Justizministerin schreibt Gesetz in rein weiblicher Form – News vom 13. Oktober 2020

1. Ich hatte ja schon lange vermutet, dass die auf das politische Lager der Grünen beschränkte Gender-Sprache mit Wörtern wie "Leser*innen" nur eine Zwischenstation sein würde. Jetzt hat Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) das erste Gesetz vorgelegt, das im reinen Femininum verfasst ist. Darüber gibt es jetzt kurz Aufregung, so wie zuvor über "Leser_innen" oder die Genderpause bei Anne Will und Co ("Zuschauer… innen"), dann wird auch das zum Normalzustand werden. Dass in der Bevölkerung, ja selbst unter den Frauen eine Mehrheit gegen die Gendersprache ist, war den Ideologinnen schon immer schnuppe, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollten.

Viele Medien berichten, darunter der Focus:

Das Bundesjustizministerium hat einen ungewöhnlichen Gesetzentwurf vorgelegt, der Feministinnen und Feministen in Deutschland freuen dürfte. Statt wie üblich in der männlichen Form etwa "Geschäftsführer", "Verbraucher" oder "Schuldner" zu schreiben, heißt es in dem Gesetz zum Insolvenzrecht durchweg "Geschäftsführerin", "Verbraucherin" und "Schuldnerin".

(…) Das Innenministerium stimmte dem Gesetzentwurf mit den weiblichen Formen daher nicht zu. Es gebe Zweifel, ob er verfassungsgemäß sei, sagte ein Sprecher.


Spiegel-Online berichtet ausführlicher:

In der Bundespressekonferenz ergänzte ein Sprecher des Innenministeriums, die Formulierungen des Gesetzentwurfs hätten "bei formaler Betrachtung zur Folge, dass das Gesetz gegebenenfalls nur für Frauen oder Menschen weiblichen Geschlechts gilt und damit höchstwahrscheinlich verfassungswidrig wäre". Eine Anpassung sei nötig - "unabhängig davon, ob ein bestimmter gesellschaftlicher Zustand gewünscht ist", sagte der Sprecher. Das generische Femininum sei "zur Verwendung für weibliche und männliche Personen bislang sprachwissenschaftlich nicht anerkannt".


Die Bild-Zeitung zitiert beispielhaft einen Absatz des umstrittenen Gesetzes:

"§1 Abs. 2: Haftet für die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit keine natürliche Person als unmittelbare oder mittelbare Gesellschafterin, gilt Absatz 1 entsprechend für die Geschäftsleiterinnen der zur Geschäftsführung berufenen unmittelbaren oder mittelbaren Gesellschafterinnen."


Die "Tagesschau" schließlich berichtet:

Das Justizministerium erklärte, die Arbeiten an dem Entwurf seien noch nicht abgeschlossen - unter anderem stehe noch eine Rechts- und Sprachprüfung aus. (…) "Insofern wird der Entwurf noch überarbeitet, bevor er dem Kabinett vorgelegt wird", sagte ein Sprecher. Er verwies aber auch darauf, dass Gesetzentwürfe laut der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien die Gleichstellung von Frauen und Männern "auch sprachlich zum Ausdruck bringen" sollen".

"Ein wenig geschlechtergerechte Sprache wird die Bundespolitik schon aushalten", kommentierte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast den Zwist zwischen den Ressorts. Frauen würden in Deutschland nach wie vor diskriminiert. "Ich finde es gut, dass wir jetzt über geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten diskutieren und ein Stein ins Rollen kommt", sagte sie.

Der CDU-Wirtschaftsrat zeigte kein Verständnis für das Vorgehen des Justizministeriums. "Liebe Frau Lambrecht, suchen Sie sich bitte irgendein anderes Gesetz für solche Spielereien aus", sagte dessen Generalsekretär Wolfgang Steiger der "Augsburger Allgemeinen". Die Zeit für ein reformiertes Insolvenzrecht, das Transparenz schafft, zerrinnt - aber das Bundesjustizministerium nimmt es nicht ernst", kritisierte der CDU-Politiker.

Auch der Verein Deutsche Sprache (VDS) konnte dem Vorgehen des Ministeriums nichts abgewinnen. "Dass ausgerechnet das Justizministerium beim Formulieren eines rechtsverbindlichen Textes versagt, ist schon ein starkes Stück", erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Wer "diese missverständliche Formulierung nutzt, lädt geradezu dazu ein, ein Gesetz anzufechten".


Christian Schmidt analyisert und kommentiert diesen Gesetzesvorschlag ebenfalls und zitiert weitere Stellungnahmen aus der Politik. Unterstützung findet er beispielsweise bei den Grünen. Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin der Partei, befindet beispielsweise: "Einen gut verständlichen Gesetzentwurf, der in weiblicher Form verfasst ist, zu kritisieren, weil er die bisherige sogenannte 'Gebrauchsgewohnheit' des generischen Maskulinums (hier sollen alle Geschlechter 'mit gemeint' sein), ist absurd". (Vielleicht sollte Frau Schauws erst einmal lernen, vollständige Sätze zu bilden, bevor sie sich als Sprachexpertin ausgibt.)

Die Strategie im feministischen Lager scheint derzeit so auszusehen, dass man so radikale Änderungen wie möglich anstrebt, während man zugleich sämtliche Männer, die ihre Anliegen selbstbewusst äußern als Wirrköpfe darstellt oder schlicht ignoriert. Auf die Unterstützung der meisten Leitmedien kann man dabei ohnehin zählen. Das Gesetz in rein weiblicher Sprache wird als Gesetz vermutlich keinen Bestand haben, hat aber klaren Appell- und Beispielcharakter.



2. Die Amadeu-Antonio-Stiftung gibt im Auftrag des Deutschen Frauenrats eine "Expertise" heraus, die die Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände untersucht. Als Täter dieser "Angriffe" genannt werden "Kritiker*innen aus den eigenen Reihen", "konservative und eher bürgerliche Kräfte", "männerrechtliche Gruppierungen" sowie "rechtspopulistische und extrem rechte Akteur*innen". Die unterschiedlichen Strömungen hätten "einen ähnlichen inhaltlichen Einschlag", nämlich "eine rückwärtsgewandte, vereindeutigende, traditionalistische und biologistische Vorstellung von Geschlechterrollen", die verteidigt werden müsse.



3. Auf einer Website von "Menschenrechtsreportern" kritisiert Andreas Klamm, Parteimitglied der LINKEN, die polizeiliche Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße als inakzeptable Gewalt gegen Frauen. Bei dieser Aktion von Männern, "die im allgemeinen Verständnis bei traumatisierten, verfolgten, repressiv bedrohten, politisch andersdenkenden Frauen auch als potentielle Gewaltverbrecher gegen Frauen betrachtet werden können oder zumindest in einem solchen Verdacht oder Anfangsverdacht stehen können" gegen Aktivistinnen, "die sich einer kapitalistischen Werteordnung (…) NICHT unterwerfen" wollten, handele es sich um einen "politischen Skandal".

Gewalt gegen Frauen sei grundsätzlich abzulehnen. Von daher müsse man sich fragen, ob auch in Berlin "NO to violence AGAINST Women" gelte, "wie es U.N. WOMEN seit mehreren Jahren fordert". Die Bilder der Räumung, die "aus Deutschland in alle Welt transportiert wurden", werde als "Demonstration der Aufrechterhaltung und Durchsetzung eines patriachalischen Gewalt- und Machtmonopols" wahrgenommen: "Das verwundert nicht ganz so sehr, denn immerhin ist der Innensenator von Berlin, Andreas Geisel (SPD), leider keine Frau, sondern ein Mann. Männer denken oft in anderer Weise als Frauen."



4. Als Männerrechtler müsste ich offenbar "rückwärtsgewandte, vereindeutigende, traditionalistische und biologistische Vorstellung von Geschlechterrollen" verteidigen. Stattdessen ist hier das Gegenteil der Fall. Das gilt auch und gerade, wenn es um Polizeigewalt geht.



5. Das Blog "54 Books" rezensiert Pauline Hermanges Aufruf zum Männerhass. Positiv natürlich.



6. In Gedenken an MeToo wird in Manhattan gegenüber dem New York County Criminal Court die Statue Medusas mit einem angeschlagenen Männerkopf errichtet. Gut, sie passt auch viel mehr in unsere Zeit als die langweilige Justitia.

Montag, Oktober 12, 2020

Genderama dokumentiert: "Die stille Krise der Männer"

Für die Association of Commonwealth Universities berichtet der kanadische Professor für Psychiatrie Rob Whitley über den stillen Kampf vieler junger Männer gegen Vorurteile und Stigmatisierung sowie die psychischen Folgen ihrer Situation.

Ich habe es für sinnvoll gehalten, den Artikel trotz seiner Länge vollständig zu übersetzen und ihm einen eigenständig verlinkbaren Genderama-Eintrag zu gönnen, statt ihn nur als Unterpunkt meines fast täglichen Newstickers aufzunehmen. Ein Text wie dieser hätte in das Männer-Dossier des Frauenministeriums gehört. Die von Professor Whitley genannten Zahlen gelten in der Tendenz weit über das Commonwealth hinaus.

Selbstmord ist die häufigste Todesursache für junge Männer in vielen Commonwealth-Nationen, darunter Australien, Neuseeland und Großbritannien. Tatsächlich sind Männer weltweit für 70% der Selbstmorde verantwortlich, in afrikanischen Commonwealth-Ländern wie Ghana, Kenia und Südafrika sind es sogar über 80%.

Männer machen auch über 75% der Menschen mit Drogenmissbrauchsstörungen aus, die typischerweise im frühen Erwachsenenalter beginnen und einen zerstörerischen Tribut an Bildung und Beschäftigung fordern können. Solche Störungen können das Risiko von Verletzungen, Unfällen und sogar Todesfällen erhöhen. Tatsächlich weisen Statistiken darauf hin, dass über 80% der Todesfälle durch Drogenüberdosierung und AlkoholvergiftungMänner treffen, was darauf hinweist, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Selbstmord und Substanzkonsum buchstäblich eine Frage von Leben und Tod sind.

Diese Statistiken wecken ein wachsendes Interesse an den umfassenderen sozialen Herausforderungen und den zugrunde liegenden Problemen, die einen Einfluss auf die hohen Raten psychischer Belastung bei jungen Männern haben können. Was läuft also schief und was muss sich ändern?

Scheitern des Starts

Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass junge Männer und Jungen zunehmend Schwierigkeiten haben, eine Ausbildung abzuschließen und ins Berufsleben einzusteigen - ein Phänomen, das manchmal als "Scheitern des Starts" bezeichnet wird. Diese Erfahrung kann junge Männer ohne Sinn und Zweck im Leben zurücklassen und zu Entfremdung und Entfremdung von der Gesellschaft führen.

Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass in vielen Ländern des Commonwealth Jungen in Bezug auf ihren Bildungsabschluss deutlich schlechter abschneiden als Mädchen. In Kanada ist die Schulabbrecherquote bei Jungen etwa doppelt so hoch wie bei Mädchen, und etwa jeder fünfte kanadische Junge schließt die Highschool nicht ab. Auch im tertiären Bildungsbereich sind Männer oft unterrepräsentiert und machen etwa 40% der Universitätsstudenten im Vereinigten Königreich und Kanada aus. In karibischen Ländern wie Barbados, Guyana und Jamaika ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Frauen ein Hochschulstudium absolvieren, mehr als doppelt so hoch wie bei jungen Männern.

Umfragen zeigen auch, dass junge Männer in der Kategorie "nicht in Ausbildung, Beschäftigung oder Training" (NABTs) überproportional vertreten sind. Jüngste britische Statistiken belegen beispielsweise 191.000 männliche NABTs im Alter von 16-24 Jahren im Vergleich zu 124.000 weiblichen NABTs in der gleichen Altersgruppe. In Kanada ist die NABT-Quote bei 25-29-jährigen Männern doppelt so hoch wie bei Frauen. Dies kann auch zu einer geschlechtsspezifischen Diskrepanz bei den Wohnverhältnissen beitragen, da 47% der kanadischen Männer im Alter von 20 Jahren noch bei ihren Eltern leben, im Vergleich zu 38% der kanadischen Frauen.

Diese Erfahrung des "Scheiterns des Starts" kann auch zu ungewöhnlich hohen Einsamkeitsraten bei jungen Männern auf der ganzen Welt beitragen: Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass sich fast jeder dritte Mann der Milennial-Generation immer oder oft einsam fühlte und etwas mehr als ein Viertel keine engen Freunde hatte. Diese Raten waren fast doppelt so hoch wie die Raten der Einsamkeit bei Männer in den Baby-Boomer-Jahren und höher als die Raten bei den Frauen der Milennials.

Eine große Anzahl von Forschungsergebnissen weist darauf hin, dass Faktoren wie niedriges Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die psychische Gesundheit stark beeinflussen, einschließlich Substanzmissbrauch, Depression und Selbstmord. Der Ernst dieser Situation wurde von vielen offiziellen Stellen erkannt, darunter das britische Parlament, das 2019 eine Untersuchung über die psychische Gesundheit von Männern und Jungen einleitete. Es gab Forderungen nach ähnlichen Initiativen in anderen Commonwealth-Ländern. Ich traf kürzlich mit dem kanadischen Justizminister zusammen und bat ihn, eine ähnliche Untersuchung einzuleiten.

Soziale Stigmatisierung

Diese Probleme werden durch abwertende Stereotypen und soziale Stigmata verschärft, die sich häufig gegen Männer mit psychischen Problemen richten. Diese können verschiedene Formen annehmen und innerhalb von Familien, Institutionen und der Gesellschaft als Ganzes auftreten. Wichtig ist, dass diese Stigmata eine Schlüsselrolle dabei spielen, Männer davon abzuhalten, Hilfe zu suchen und ihre Probleme der psychischen Gesundheit mit anderen zu besprechen.

So habe ich zum Beispiel vor kurzem mit einem meiner Doktoranden, Will Affleck, eine Studie abgeschlossen, in der die breitere psychosoziale Erfahrung von Männern mit Problemen der psychischen Gesundheit untersucht wurde. In der Studie berichteten viele Männer, dass diese Probleme ihre Fähigkeit, für die Familie zu sorgen, einschränkten. Anstatt Sympathie und Unterstützung zu erhalten, berichteten einige Teilnehmer, dass ihre Ehepartner versuchen würden, sie durch Beschämung zu größerer Leistung zu treiben, indem sie sie ständig an ihre "Misserfolge" erinnern. Dies war eine beunruhigende Erfahrung und hielt die Männer davon ab, weiter über ihre Probleme der psychischen Gesundheit zu sprechen.

In ähnlicher Weise deuten einige Studien darauf hin, dass der Staat und die Gesellschaft gegenüber Frauen mit psychischen Erkrankungen einfühlsam handeln, während sie gegenüber Männern mit psychischen Erkrankungen eher strafend reagieren - eine Manifestation der stereotypen Dichotomie "weibliches Opfer/männlicher Bösewicht". In einer anderen Studie fand ich heraus, dass die Medien dazu neigen, Männer mit psychischen Erkrankungen mit stigmatisierender und abwertender Sprache zu beschreiben, während Frauen tendenziell empathischer und mitfühlender dargestellt werden - vielleicht ein Beispiel für die bekannte Kluft zwischen der Empathie für die beiden Geschlechter.

Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass junge Männer mit psychischen Gesundheitsproblemen und strafrechtlicher Verstrickung mit größerer Wahrscheinlichkeit eine härtere Behandlung durch die Behörden erhalten. Eine Studie ergab, dass Männer für ähnliche Straftaten 63% längere Strafen als Frauen erhalten und doppelt so häufig ins Gefängnis gehen. Dieser bestrafende und unversöhnliche Ansatz kann insbesondere Männer mit Störungen des Substanzkonsums betreffen, die bei relativ geringfügigen Straftaten (wie Cannabisbesitz) unter Umständen streng behandelt werden, was dann ihre Fähigkeit, einen Arbeitsplatz zu finden, behindern und weiter zum "Scheitern des Starts" beitragen kann.

Hilfe und Heilung

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass junge Männer die offiziellen psychiatrischen Dienste nicht ausreichend in Anspruch nehmen. Aus den Zahlen geht hervor, dass Männer etwa 30% der offiziellen Nutzer psychosozialer Dienste ausmachen, wobei die Nutzungsraten bei jungen Männern besonders niedrig sind. Obwohl die soziale Stigmatisierung ein Schlüsselfaktor ist, gibt es Hinweise darauf, dass mehrere andere Faktoren eine Rolle spielen.

Wichtig ist, dass es viele verschiedene Modalitäten der Heilung gibt, und einige Studien deuten darauf hin, dass Männer psychosoziale Dienste meiden, weil sie der Meinung sind, dass diese Dienste "feminisiert" sind und nicht auf die Präferenzen der Männer eingehen. Die Forschung zeigt zum Beispiel, dass Männer oft formelle, auf Einzelgesprächen basierende Therapien ablehnen und stattdessen informelle, handlungsorientierte oder kompetenzbasierte Interventionen zur psychischen Gesundheit bevorzugen. Psychiatrische Gesundheitssysteme bieten jedoch nur selten solche Optionen an und gehen in der Regel auf einer "Einheitsgrundlage" vor.

Dieser Mangel an Wahlmöglichkeiten kann Männer davon abhalten, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, und dies war die Schlussfolgerung eines kürzlich erschienenen Übersichtspapiers der Universität von Melbourne. Darin wurde ein Mangel an wirksamen Programmen zur Verbesserung des Wohlbefindens junger Männer festgestellt, wobei die Autoren anmerkten, dass "gezielte Interventionen für Männer für junge Männer vorteilhafter sein können als geschlechtsneutrale Programme".

Dieser Mangel an männerfreundlichen, geschlechtsspezifischen Interventionen im Bereich der psychischen Gesundheit bedeutet, dass junge Männer verzweifelt darum ringen, psychische, soziale und emotionale Unterstützung aus anderen Quellen zu erhalten - von denen einige möglicherweise unappetitlich sind. Ein Student (JunWei Zhou) und ich haben vor kurzem eine Forschungsstudie abgeschlossen, die darauf abzielt, zu verstehen, warum sich junge Männer in der "Verführungsgemeinschaft" - auch bekannt als "Pick-up-Künstler" - engagieren. Dies ist eine mehrere Millionen Dollar schwere Industrie mit Zehntausenden von jungen männlichen Teilnehmern auf der ganzen Welt. Das vordergründige Ziel dieser Gemeinschaft ist es, den "Erfolg von Männern bei Frauen" zu verbessern, aber wir fanden heraus, dass viele Männer sie als inoffiziellen psychosozialen Dienst nutzen. Die Teilnehmenden erzählten uns regelmässig, dass sie sich der Gemeinschaft als letztes Mittel anschlossen, um eine Reihe psychosozialer Probleme anzugehen, wie z.B. den Kampf mit psychischen Erkrankungen, Einsamkeit, sozialen Ängsten, Schüchternheit und dem Mangel an männlichen Vorbildern oder Führung.

Viele Studienteilnehmer gaben an, dass sie von alleinerziehenden Müttern in zerrütteten Familien aufgezogen wurden - eine häufige Erfahrung in Ländern wie Kanada, wo die Scheidungsrate bei über 40% liegt. Diese Teilnehmer merkten häufig an, dass dieses Fehlen von männlichen Vorbildern und Anleitung ihrer psychischen Gesundheit abträglich sei. Dieser Befund überschneidet sich mit der vorhandenen Literatur, die darauf hinweist, dass sich die Abwesenheit des Vaters verheerend auf die psychosoziale Entwicklung von heranwachsenden Jungen und jungen Männern auswirken kann.

Männer schlossen sich oft der "Verführungsgemeinschaft" an, um ein psychosoziales Vakuum zu füllen, und fanden die informelle, von Männern geführte und auf Männer ausgerichtete Natur dieser Gemeinschaft ansprechend und einnehmend. Dies deutet darauf hin, wie wichtig Innovation innerhalb des offiziellen psychosozialen Gesundheitssystems ist, mit einem Bedarf an alternativer männlich geführter und männlich fokussierter Unterstützung für junge Männer.

Der universitäre Kontext

Wie bereits erwähnt, gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Hochschulbesuchsrate, der Jugendarbeitslosigkeit und dem Scheitern von Studienanfängern, wobei junge Männer in der Regel schlechter abschneiden als junge Frauen. Diese Faktoren wurden als soziale Determinanten der Gesundheit identifiziert und können zu erhöhten Selbstmordraten und Drogenmissbrauch bei jungen Männern beitragen.

Angesichts dieser dramatischen geschlechtsspezifischen Unterschiede wäre zu erwarten, dass die Universitäten hektisch in Programme investieren würden, die das Engagement von Männern im tertiären Bildungsbereich fördern und gleichzeitig eine Politik schaffen, die ein einladendes und integratives Umfeld für männliche Studenten fördert.

Leider ist dies nicht immer der Fall, wobei einige argumentieren, dass die Universitäten in einigen Ländern männer- und männlichkeitsfeindlich geworden sind. Während es auf dem Campus zahlreiche gut finanzierte Gruppen, Programme und Büros gibt, die sich mit Frauenfragen befassen und sich für weibliche Studenten einsetzen, gibt es nur wenige Gruppen oder Programme, die sich auf Männerfragen und das Engagement männlicher Studenten konzentrieren. Frauengruppen und -programme erhalten oft offizielle Unterstützung von verschiedenen Seiten und werden selten als kontrovers angesehen, während den wenigen Gruppen, die versucht haben, Diskussionen über Männerfragen zu organisieren, die Akkreditierung durch Studentengewerkschaften verweigert wurde. Einige sind sogar auf gewaltsamen Protest gestoßen.

Akademiker und Verwaltungsangestellte an Universitäten können manchmal zu einer moralischen Panik um männliche Studenten beitragen, indem sie eine stigmatisierende, allumfassende Sprache verwenden. Begriffe wie "Vergewaltigungskultur" und "toxische Männlichkeit" wurden im akademischen Bereich geprägt und verfochten und werden manchmal von Universitätsverwaltungen als Pauschalbegriffe in Bezug auf männliche Studenten verwendet. Solche unvalidierten und nicht-wissenschaftlichen Konzepte stellen implizit alle männlichen Studenten als potentielle Barbaren dar und könnten wiederum als sexistische und verleumderische Darstellung der stereotypen Dichotomie "weibliches Opfer/männlicher Bösewicht" betrachtet werden. Dies könnte männliche Studenten von der Einschreibung abhalten und der psychischen Gesundheit gefährdeter männlicher Studenten schaden.

Der Weg in die Zukunft

Der psychischen Gesundheit junger Männer sollte größere öffentliche und politische Aufmerksamkeit geschenkt werden - insbesondere an Universitäten, wo sich männliche Studenten in einigen Ländern besonders ausgegrenzt fühlen können. Drei spezifische Maßnahmen können dabei helfen.

Erstens sollten die Universitäten die Bildung und Ausweitung von Basisgruppen fördern, die sich der Diskussion und Behandlung der oben beschriebenen Männerprobleme widmen. Solche Gruppen sollten offiziell finanziert und anerkannt werden und bei umfassenderen Diskussionen über Geschlechterfragen sowie bei Diskussionen über die Förderung der Einschreibung und Bindung unterrepräsentierter Studenten einen Platz am Tisch erhalten.

Zweitens sollten die Universitäten eine größere Auswahl bei der Bereitstellung psychosozialer Dienste anbieten, um sicherzustellen, dass diese für männliche und weibliche Studenten gleichermaßen zugänglich und integrativ sind. Ein Ansatz könnte die Bildung und Finanzierung von fähigkeitsbasierten, von Männern geleiteten und auf Männer ausgerichteten Gruppeninterventionen sein, die sich auf den Erwerb von Fähigkeiten, die persönliche Entwicklung und Mentoring konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf positiven pro-sozialen Lösungen liegen sollte.

Drittens sollten die Universitätsverwaltungen und die damit verbundenen Programme mit der Verwendung stigmatisierender, allumfassender Konzepte aufhören, die männliche Studenten verleumden. Alle Politiken oder Praktiken, die auf solchen schädlichen Stereotypen beruhen, sollten abgebaut und durch Politiken und Praktiken ersetzt werden, die die volle Einbeziehung und Teilnahme aller Studenten, unabhängig vom Geschlecht, fördern.

Solche Bemühungen können dazu beitragen, die oft ignorierten psychosozialen Probleme anzugehen, die eine wachsende Zahl junger Männer in unserer Gesellschaft plagen.




Was die Association of Commonwealth Universities hier veröffentlicht hat, entspricht natürlich exakt den Positionen der Männerrechtler, die dafür von deutschen Leitmedien als geistig verwirrt, frauenfeindlich und radikal rechts dargestellt werden.

Sonntag, Oktober 11, 2020

Bahn-Chefs sperren sich gegen Frauenquote – News vom 11. Oktober 2020

1.
Die Bundesregierung will die Gleichstellung in Staatsunternehmen voranbringen - stößt aber auf Widerstand der Deutschen Bahn. Die männlichen Bosse warnen vor "erheblichen negativen Auswirkungen".


Hier erfährt man mehr.

2. Meine Lokalzeitung, das Wiesbadener Tagblatt, lässt geschlechterpolitisch relevante Artikel normalerweise von einer Redakteuerin schreiben, die Themen wie "häusliche Gewalt" stark auf weibliche Opfer beschränkt. In der Ausgabe von diesem Wochenende nimmt sich jetzt Julia Anderton dem Thema an und legt einen ganzseitigen Artikel über männliche Opfer vor, der leider nicht online steht. Ein Auszug:

Dabei erleiden nach Schätzungen des Deutschen Ärzteblatts mindestens eine Million Männer in Deutschland regelmäßig häusliche Gewalt von ihrer Partnerin. (…) "Die Dunkelziffer in dem Bereich ist sehr hoch, da die Scham groß ist, das anzuzeigen", bestätigte Polizeihauptkommissarin Michaela Plock von der Polizei Wiesbaden. Der Anteil männlicher Geschädigter liege in Wiesbaden bereits seit Jahren bei 15 Prozent: "Dabei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um wechselseitige Anzeigen. Der Anteil an allein geschädigten Männern ist sehr gering." Wohl auch, weil diese sich eben in den seltensten Fällen zu einer Anzeige durchringen, weiß Achim Dilcher, der seit 2006 bei der Beratungsstelle "BIZeps" tätig ist. "In der Regel gehen Männer diesen Schritt nicht."

Die Ursachenforschung ist sehr schwierig, weil Betroffene (in der Mehrzahl im Alter zwischen 30 und Jahren) häufig nach der ersten Beratung den Kontakt abbrechen. Das Geschlagenwerden impliziert eine Opferrolle und somit das Eingeständnis von Schwäche. "Wer will sich schon so fühlen?", fragt Dilcher.

Hinzu komme das Problem der Glaubwürdigkeit. Schließlich sei Betroffenen die Verwunderung Dritter nur zu bewusst, dass ein Mann sich von seiner körperlich zumeist unterlegenen Partnerin schlagen lasse. Dass es nicht zur Gegenwehr kommt, könne verschiedene Gründe haben. Sei es die Furcht vor Ansehensverlust, Trennung (und somit etwa der Einzug gemeinsamer Kinder), die Hemmschwelle, eine Frau zu schlagen, oder eine Traumatisierung in der Kindheit, wenn im Elternhaus selbst Gewalt erlebt oder beobachtet wurde. Er habe in all den Jahren nicht ein einziges Mal erlebt, dass ein geprügelter Mann einen Arzt aufgesucht hat, schildert Dilcher. Auch der empfohlene Gang zur Polizei werde meist aus Angst abgelehnt, es werde den Betroffenen nicht geglaubt.

(…) Während Wiesbaden über 18 Frauenhausplätze verfügt, gibt es bundesweit nur fünf Einrichtungen für Männer, weiß Bilcher. Wiesbaden hat keine solche Unterkunft, dafür mit "BIZeps" eine Anlaufstelle, die trotz eines leichten Anstiegs in den vergangenen drei Jahren von Opfern häuslicher Gewalt nicht ausreichend genutzt werde: "Das Hilfsangebot gibt es ja, doch es ist die eigene Entscheidung, es auch anzunehmen." Er hofft auf ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein inklusive einer differenzierten Perspektive. "Dass der Mann der Täter ist und die Frau das Opfer, trifft in bestimmten Bereichen ja zu. Aber der Blick ist oft darauf reduziert und das Thema deutlich umfassender. Ich wünsche mir mehr Hinterfragen."




3. Die Berliner Zeitung widmet dem vorgestern von der Polizei geräumten feministischen Wohnprojekt einen Nachruf: "Man sollte nicht vergessen, wie viel Gewalt von der 'Liebig34' ausging." Bei den Protesten gegen die Räumung kam es zu 132 Festnahmen und 19 verletzten Polizisten. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Thomas Haldenwang, warnt: Die Gewalt im Linksextremismus werde "zunehmend brutaler und personenbezogener. Es war nach Auflösung der RAF in der Szene lange Konsens, auf Gewalt gegen Personen, die auch tödlich sein kann, zu verzichten. Da ist jetzt ein Sinneswandel da." Beispielhaft erwähnte Haldewang "die Baukräne, die man in Leipzig in Brand gesetzt hat, die dann auf Wohnhäuser umzustürzen drohten". Haldewang kritisierte auch, dass manche Politiker diese linksextreme Gewalt nicht ausreichend verurteilten.

Der Berliner SPD-Politiker Andreas Geisel immerhin verurteilte "die blinde Gewalt aufs Schärfste", die von den Unterstützern des feministischen Projektes ausging.

Ich denke, trotz so mancher demagogischer Presseartikel ist längst auch allen Berlinern klar, dass es nicht Männerrechtler sind, die ihre Stadt zerlegen.



4. Wie das Brookings Institut berichtet, sind inzwischen die meisten Amerikaner besorgter um ihre Söhne als um ihre Töchter:

Die Amerikaner machen sich im Allgemeinen mehr Sorgen über die Aussichten für Jungen als für Mädchen und über ihre eigenen Söhne mehr als über ihre eigenen Töchter, so die neuen Daten des American Family Survey. Konservative und Männer sind im Allgemeinen am meisten besorgt über Jungen - Linke hingegen sind am meisten besorgt über ihre eigenen Söhne. Diese Ansichten können politische Trends beeinflussen, insbesondere die wachsende Parteizugehörigkeitskluft zwischen Männern und Frauen.

(...) Einundvierzig Prozent stimmen der Aussage zu "Ich mache mir Sorgen, dass Jungen in den Vereinigten Staaten erfolgreiche Erwachsene werden", verglichen mit 33 Prozent, die dasselbe über Mädchen sagen. Aber es gibt hier eine große parteiische Kluft. Die Hälfte (48%) der Konservativen macht sich Sorgen um Jungen, und nur 28% machen sich Sorgen um Mädchen. Die Linken hingegen machen sich eher etwas mehr Sorgen um Mädchen (44% gegenüber 41%). Es gibt auch eine Kluft zwischen den Geschlechtern: 45 % der Männer machen sich Sorgen um Jungen, nur 31 % machen sich Sorgen um Mädchen. Insgesamt machen sich Frauen auch mehr Sorgen um Jungen als um Mädchen, allerdings mit einem viel geringeren Abstand (38% gegenüber 35%).

(...) Der American Family Survey fragt die Befragten auch nach den Aussichten für ihre eigenen Söhne und Töchter. (...) Alle vier Gruppen - Liberale, Konservative, Mütter und Väter - machen sich mehr Sorgen um ihre Söhne als um ihre Töchter. (...) Es ist bemerkenswert, dass die Amerikaner es eher für möglich halten, dass ihre Tochter einmal Präsident werden könnte, als ihr Sohn.


Samstag, Oktober 10, 2020

Terror und Chaos in Berlin: Feministisches Wohnprojekt von Polizei geräumt – News vom 10. Oktober 2020

1. Mehrere Jahrzehnte lang war das Haus in Berlins Liebigstraße 34 besetzt. Die Bewohner bezeichneten sich als "anarcha-queer-feministisch". Jetzt wurde das Haus von der Polizei geräumt, worüber viele Medien berichten, darunter die Berliner Zeitung:

57 Frauen waren von der Polizei aus dem Gebäude geführt worden. Ihre Identität wurde festgestellt, dann konnten sie gehen.


Weiter erfährt man aus dem Artikel:

Das Innere des Hauses, das seit vielen Jahren nur von den radikalen Bewohnerinnen und ihren Gästen betreten werden durfte, wurde durch die Räumung und die damit verbundenen baulichen Veränderungen der Linksradikalen stark beschädigt. In den Fluren waren Stolperfallen errichtet worden, politische Parolen waren an die Wände geschmiert. Eine zentnerschwere Eisentür war zu einer lebensgefährlichen Falltür umfunktioniert worden. Balkone wurden mit spitzem Metall und scharfem Gerümpel vollgestellt, um ein Eindringen der Polizisten zu verhindern.


In ganz Berlin kam es in der Nacht vor der Räumung zu Ausschreitungen. Beispielsweise

wurden zwei Autos bei Bränden vollständig zerstört. Wie ein Feuerwehrsprecher am Freitagmorgen sagte, brannten die Wagen "in ganzer Ausdehnung". In Lichtenberg stand gegen 3.40 Uhr in der Ruschestraße ein Audi in Vollbrand. In Grunewald brannte ein nach Angaben des Besitzers 175.000-Euro-Mercedes gegen 0.40 Uhr vollständig aus. Neben dem Wagen wurden in derselben Straße außerdem Schriftzüge mit "Krieg den Palästen Liebig34" gefunden.


Vor einigen Tagen berichtete eine Nachbarin des besetztgen Hauses, dass sie sich seit Jahren von den Bewohnern bedroht fühle:

"Es ist mit Terror zu vergleichen", erzählt die Anwohnerin, die aus Angst vor den Besetzern und Anhängern der linken Szene nicht erkannt werden möchte. "Nachts kann man nicht schlafen. Es werden Feuerwerkskörper abgebrannt, es knallt, es ist laut, es wird geschrien." Wer sich vor Ort umschaut, dem fallen sofort die Farbflecken an den Fassaden umliegender Häuser auf. Seit Jahren werden vor allem Neubauten beschmiert oder mit Fäkalien und Farbbeuteln beworfen. Auch Flaschen und Steine fliegen.

"Eine normale Wohngegend mitten in Berlin wird besonders nachts zu einer gefährlichen Straße", erzählt die Anwohnerin. "Die Sicherheit, die man am Anfang gedacht hatte zu haben, fühlt man nicht. Nachts werden die Häuser besprüht und wenn man denen was entgegenruft oder sie auf frischer Tat ertappt, machen sie weiter und beschimpfen und bepöbeln einen." Sogar Scheiben umliegender Häuser sollen die Radikalen mit Vorschlaghammern eingeschlagen haben. "Ich habe gedacht, irgendjemand wird erschossen. Ich habe ein sehr, sehr unsicheres Gefühl."

Die Anwohnerin hat bereits ihr Auto in einen anderen Bezirk gefahren aus Angst davor, dass es angezündet werden könnte. Sie habe auch überlegt, im Hotel zu übernachten. "Ich habe aber dann gesagt: Nein, ich zahle so viel Miete, es ist mein Zuhause und mein ganzes Hab und Gut ist dort. Ich lasse mich nicht verdrängen, denn genau das ist es, was sie wollen."


Einem Bäcker aus der Liebigstraße geht es kaum anders:

Die Backstube an der Ecke Rigaer-/Liebigstraße macht heute zwar außergewöhnlich hohe Umsätze. Allerdings durfte der Besitzer Kaffee und belegte Brötchen nur an Journalisten verkaufen, sagt er verschämt zu einem Polizisten aus NRW, der gern einen Kaffee möchte. Die Hausbesetzer hätten ihm mit "Maßnahmen" gedroht, falls er auch Polizisten bediene: "Ich darf an Polizisten nichts verkaufen." Kurzes Schweigen, dann geht der Mann mit Helm und Schutzanzug aus NRW wortlos wieder hinaus. Der Besitzer der "Bäckerei 2000" zuckt entschuldigend die Achseln.

(…) Der Backstuben-Besitzer ist nicht der einzige, der von den Linksradikalen bedroht wird. Missliebigen Nachbarn aus den Neubauten werden regelmäßig die Scheiben eingeschmissen, die Anarchos sprayen ihnen "Yuppie-Abschaum" an die Hauswand oder kippen Fäkalien vor die Tür. Immobilienmakler, Gerichtsvollzieher, Politiker und Richter werden bedroht und in einer interaktiven Karte mit Namen und Adresse markiert.


Generell scheinen die Anwohner des besetzten Hauses mit ihren Nachbarn nicht sonderlich glücklich gewesen zu sein:

Es gab Spuckattacken auf Anwohner, brennende Autos, Farbbeutel- und Fäkalienwürfe auf angrenzende Neubauten. Das Verhältnis zwischen den Bewohnern des Hauses Nummer 34 und ihren Nachbarn kann man kaum anders als zerrüttet bezeichnen. In einem Szene-Podcast formulierte eine Bewohnerin des besetzen Gebäudes es im Frühjahr so: "Das ist auf jeden Fall so ein bisschen... sozial unruhig, sagen wir es mal so."

Gegenüber WELT berichteten Anwohner der nahen Rigaer Straße 94 – ebenfalls ein linkes Hausprojekt – bereits vor zwei Jahren, wie Zeugen einer Auseinandersetzung vor eine Art selbsternanntes Kiezgericht zitiert wurden. Nachbarn seien bedroht, ihre Adressen im Internet veröffentlicht worden. Eine Frau sprach von "Psychoterror".

Der "Spiegel" sprach im September mit einer Anwohnerin, die erzählte, sie habe ein mulmiges Gefühl, wenn sie das Haus verlasse. Sie sei bedroht und körperlich angegangen worden, nachdem sie mit Bewohnerinnen des Projekts aneinandergeraten war, die den Neubau besprüht hätten, in dem sie wohnt: "Man kann nie wissen, was einen erwartet. (...) Die machen einen fertig."

Die meisten Nachbarn, mit denen das Magazin sprach, stünden politisch eher links, hätten eine "Grundsympathie" für die Hausprojekte. Das helfe aber nicht. Wer nicht auf Linie sei, werde terrorisiert.

So seien innerhalb einer Woche zwei Dutzend Steinkugeln gegen das Kinderzimmerfenster einer Familie geflogen, knapp die Hälfte davon sei durchgeschlagen. Ein älteres Ehepaar sei weggezogen, nachdem es massiv eingeschüchtert worden sei. Die Frau hatte demnach zuvor Polizei und Krankenwagen gerufen, als ein Bewohner der nahen Rigaer Straße 94, eines weiteren Hausprojektes, einen Passanten beinahe bewusstlos geprügelt habe.


Gut, das habe ich selbst schon erlebt: Politisch links zu stehen bietet vor Linksextremen keinerlei Schutz. Solange du nicht so extrem bist, wie sie selbst, sprechen sie dir die linke Haltung schlicht ab. Jutta Ditfurth etwa schimpft derzeit über "rechte Parteifuzzis" bei den Jusos.

Diese Aufnahmen geben Einblick in das anarchistisch-feministische Wohnprojekt und verraten, wie eine feministische Utopie konkret aussieht, die endlich von patriarchaler Unterdrückung befreit ist.

Linkspartei und Grüne trauern den Hausbesetzern nach: Bei dem Wohnprojekt habe es sich um einen "einzigartigen Schutzraum" gehandelt. Das ARD-Magazin "Kontraste" berichtet darüber kritisch:

Stellen sie sich vor, Extremisten besetzen ein Haus und machen es zu einer Art Festung, ganz offen mit Parolen an der Fassade. Sie terrorisieren Nachbarn und greifen Polizisten an. Und das Jahrelang. Grauenhafte Vorstellung? Genau das passiert. Mitten in der Hauptstadt. Gleich zwei Häuser werden hier von Autonomen regelrecht beherrscht. Für die Grünen Lokalpolitiker aber geht das offenbar noch als bunte Berlin-Folklore durch. Und so wurden sie sehr lange einfach in Ruhe gelassen.


In der Verschriftlichung des "Kontraste"-Beitrags heißt es weiter:

Bei einem Polizeieinsatz im Haus Rigaer Straße 94 treffen wir Canan Bayram, einzige direkt gewählte grüne Bundestagsabgeordnete Deutschlands. 

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete: "Ich hab mir jetzt mal Eindrücke vor Ort verschafft. Bin aber noch dabei."

Die Abgeordnete ist eine einflussreiche Unterstützerin der Szene, setzt sich zum Beispiel beim Regierenden Bürgermeister Berlins Michael Müller, seinen Stellvertretern von Grünen und Linken, Ramona Pop und Klaus Lederer für die Nutzer der Liebigstraße 34 ein. Wörtlich: "Das Haus ist ein einzigartiger Schutzraum, ein solidarisches Zuhause."

Polizeibeamte behaupten sogar, sie würden durch Auftritte der grünen Abgeordneten eingeschüchtert: "Frau Bayram ist bei jeder großen Demonstration vor Ort und übt dort massiven Druck auf die Polizeiführung aus."

Gern hätten wir erfahren, was die Abgeordnete zur zunehmenden Gewalt auch gegen Nachbarn sagt. Mehrere Interviewanfragen lehnt die Grüne ab. Also besuchen wir sie am Infostand.

Kontraste: "Warum solidarisieren Sie sich mit den Aktivisten der Liebig und Rigaer. Eine Frage für Kontraste-Die Reporter bitte!"

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete: "Sie sehen schon, dass ich hier Familienpolitik zum Thema mit den Bürgerinnen im Austausch bin."

Kontraste: "Aber noch ist ja ganz entspannt hier, das können wir doch kurz drüber sprechen!"

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete: "Ich weiß nicht, warum Sie das jetzt so machen müssen. Bestimmt haben sie jemanden, der ihnen das gesagt hat, dass Sie das so machen sollen."

Kontraste: "Wie meinen Sie das, dass uns das jemand gesagt hat? Wir haben bei Ihnen ganz offiziell Interviews angefragt. Das haben Sie nicht machen wollen. Warum eigentlich? Ist doch ein wichtiges Thema."

Schweigen.


Den neunminütigen "Kontraste"-Beitrag, der unter anderem eine "Strafaktion" von Linksextremisten gegen einen Kioskbesitzer zeigt, sollte man sich – und das schreibe ich selten – unbedingt in Gänze anschauen. Hier haben die Öffentlich-Rechtlichen einmal gute Arbeit geleistet.

Die Berliner "taz" findet "die Wut der Bewohner*innen und Sympathisant*innen der Liebig 34 (…) verständlich". Der "martialische Einsatz" gegen die Besetzer habe jeden nachvollziehbaren Rahmen gesprengt, und die angebliche Überlegung, notfalls das SEK einzusetzen, "war eine Grenzüberschreitung, mit der der Möglichkeitsraum eröffnet wurde, notfalls auf Demonstrant*innen zu schießen. Belarus kann näher sein, als man denkt."

Eine Kreuzberger Grundschule kündigte an, dass die Kinder sich an den Protesten gegen die Räumung des Hauses beteiligen werden:

In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Grundschule heißt es: "Wir als Freie Schule Kreuzberg, ein Ort des Freien Lernens, Gestaltens und Lebens, stellen uns entschieden gegen die geplante Räumung des Hausprojekts Liebig 34 am morgigen Freitag den 09.10.2020!" Mitarbeiter der Schule hatten zudem für die Aktion einen Flyer gestaltet, der damit wirbt, es handele sich dabei um eine "Kundgebung für Groß und Klein". Weiter heißt es auf dem Plakat, das offensichtlich von Kindern bemalt wurde: "Bringt gerne Transpis & alles was Krach macht mit!"


RTL fügt hinzu:

"Wir stehen zusammen für die Verteidigung der Hausprojekte und Kneipen, Clubs und Veranstaltungsräume, Schulen und Kitas, die für Alle Menschen, gleich welchen Geschlechts, welcher Herkunft, welchen Aufenthaltsstatus, welchen Bildungshintergrunds, welcher religiösen Zugehörigkeit, welcher sexuellen Identität und welchen Alters offen stehen!", lautet es auf der Website der Schule.


Die Polizei rechnet mit Randale und Ausschreitungen bis in die kommende Woche und befürchtet neue gewalttätige Aktionen als Rache für die Räumung:

Dazu können wie bereits zuvor in dieser Woche Angriffe auf Liegenschaften und Fahrzeuge der Polizei sowie auf die Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr und Versorgungsleitungen gehören. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Szene mit weiteren Kabelbränden auf Anlagen der Bahn, dem "Abfackeln" von Autos und schweren Sachbeschädigungen ihren Widerstand gegen den angeblich repressiven Staat dokumentieren werde. "Die Aktionen stehen unter dem Motto, die Hauptstadt in Schutt und Asche legen zu wollen", heißt es in Polizeikreisen. Ziel sei es, möglichst an mehreren Stellen gleichzeitig "Brandherde" zu schaffen.


Gestern Abend ging es los mit der befürchteten Randale. Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Randalierer warfen immer wieder Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine gezielt auf Einsatzkräfte, wie die Polizei auf Twitter schrieb. In der Nähe des Hackeschen Marktes wurden Steine in Schaufenster geworfen. Mehrere Autos wurden angezündet.


Das alles sollte man aber natürlich als maskulistischer Blogger nicht öffentlich kritisieren, weil das "antifeministisch" wäre und man durch eine derartige Positionierung zu einer Unperson in der politischen Debatte würde. Der wahre Terror geht der Berliner Presse zufolge noch immer von Männerrechtlern und ihren Websites aus. Solche Artikel tragen natürlich dazu bei, auch uns zur Zielscheibe von gewaltgeilen Extremisten zu machen.



2. Weil er nur Wasser statt Bier mitgebracht hatte, hat eine Frau in Bayern ihren Ehemann krankenhausreif geprügelt:

Nach dem Streit alarmierte die 67-jährige Frau auch die Polizei, heißt es in einer Mitteilung. Dabei soll sie die Beamten sogar gebeten haben, ein Paar Flaschen Bier mitzubringen. Weil die Polizisten ihrem Wunsch nicht nachkamen, wählte sie vom frühen Freitagmorgen an noch sechs Mal den Notruf - jedoch ohne Erfolg: "Eine Bierlieferung durch die Beamten unterblieb", teilte die Polizei mit. Stattdessen wurde das Ehepaar wegen Körperverletzungsdelikten angezeigt.




3. Amber Heard, die gewalttätige Ex von Johnny Depp, befindet sich in andauernden Konflikten mit seinen Fans in den sozialen Medien:

Die "Daily Mail" hat einen Artikel über das ehemalige Ehepaar veröffentlicht, in dem es heißt: "Amber Heard hat einen Privatdetektiv beauftragt, Dreck über Johnny Depp auszugraben".

Ein Fan von Johnny Depp kommentierte den Bericht mit den Worten: "Amber wir werden niemals zum Schweigen gebracht werden. Wir stehen an der Seite der Opfer häuslicher Gewalt. Verstehen Sie, dass das, was Sie getan haben, falsch war? Sie haben einen Mann misshandelt und dann darüber gelogen. Wir werden nicht vergessen, was Sie getan haben. Johnny Depp und andere Opfer haben Gerechtigkeit verdient."

Amber hat über 140.000 Follower auf Twitter, während Johnny Depp auf der Social-Media-Website nicht präsent ist. Der Darsteller genießt jedoch die Unterstützung zahlreicher Twitter-Konten, die Amber immer wieder angreifen, wenn neue Informationen über das ehemalige Paar online veröffentlicht wird.




4. Wie werden junge Frauen überhaupt dazu sozialisiert, sich so zu verhalten wie Amber Heard? Ein Beispiel dafür ist ein (relativ) neuer Tik-TokTrend, die sogenannte Purse Challenge. Auffällig ist, dass sich die gezeigten Frauen ihr Verhalten bei all diesen angeblich so bedrohlichen, so "toxischen" jungen Männern problemlos leisten können. Der einzige Mann, der körperlich auf eine solche Aktion reagiert, ist in Minute 6:50 zu sehen; seine Partnerin ist daraufhin bemerkenswert geschockt. Die meisten Männer äußern lediglich Unmut darüber, dass ihnen ein oft schwerer Gegenstand über den Schädel gezogen oder ins Gesicht geklatscht wird, und können ihre Partnerin so nicht dazu bringen, damit aufzuhören.



5. Die Post. Einer meiner Schweizer Leser schreibt mir heute zu der Demütigung von Rekrutinnen durch einen weiblichen Feldweibel:

Sind solche "Strafen" im Militärdienst nicht allgemein üblich? Meine männlichen Freunde (in Deutschland und der Schweiz) haben über ähnliches Erfahrungen berichtet. Das interessiert aber niemanden.

Sind weinende Soldatinnen wirklich die richtige Besetzung für den Ernstfall? Militärdienst ist Vorbereitung für den Krieg. Frauen machen dies in der Schweiz freiwillig, Männer sind verpflichtet

Ich selbst habe in Deutschland Zivildienst gemacht, da ich weder auf Krieg, noch auf solche "Spielchen" Lust hatte.


Donnerstag, Oktober 08, 2020

16 Rekrutinnen halb nackt gedemütigt – News vom 8. Oktober 2020

1. Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet über einen aktuellen Fall toxischer Weiblichkeit:

Die Stimme der für sie zuständigen Frau Feldweibel hallt noch immer in den Köpfen von 16 weiblichen Rekrutinnen des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere in Sand-Schönbühl BE. Die Unteroffizierin war wegen der verspäteten Anwesenheit der Rekrutinnen in Rage geraten. "Man hat uns lediglich zehn Minuten Zeit zum Duschen und Umziehen gegeben", schildert eine der Betroffenen aus der Romandie. "Wir waren 16 Personen, das war unmöglich zu schaffen."

Als der Feldweibel zurückkehrte, standen einige noch in Unterwäsche da. "Wir mussten in den Unterarmstütz kommen und so verweilen – manche von uns halbnackt", so die Zeugin. Die Tortur habe neun Minuten gedauert. Mehrere Frauen hätten Tränen in den Augen gehabt. "Wenn eine von uns auf dem nassen Boden abrutschte, wurden wir mit den Füssen getreten. Dieses Verhalten ist einfach widerlich."

Die Rekrutinnen prangerten den Vorfall beim Kompaniechef an. Ein Armeesprecher bestätigt gegenüber "20 Minutes", dass die Hauptbeschuldigte sowie eine Komplizin, die passiv blieb, eine "disziplinarische Sanktion" erhalten haben. Um was für eine es sich dabei handelt, ist aber unklar.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Aber natürlich ist destruktives Verhalten vor allem an das männliche Geschlecht gekoppelt; das liest man in den Leitmedien ja landauf landab. Gottseidank schließt sich jetzt das Modelabel Gucci an das feministische Geschäftsmodell an und verkauft ein Männerkleid gegen toxische Maskulinität.



3. Andererseits tragen, wie MDR Wissen mit Bezug auf diese Studie berichtet, traditionelle Rollenbilder zur Zufriedenheit aller Beteiligten bei. Frauen hingegen sind sogar dann unzufrieden, wenn Männer fast die gesamte Hausarbeit machen (womöglich sogar, wenn die Kerle dabei das neue Gucci-Kleid tragen). Das zeigen Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (repräsentative Wiederholungsbefragung von Privathaushalten in Deutschland).

Wir hören also einerseits die Dauerbotschaft, dass Männer Schweine und die althergebrachten Geschlechterrollen schädlich sind. Vergangene Woche hat uns sogar ein Dossier aus der Männerabteilung des Frauenministerums erklärt, dass wir Kerle gefälligst endlich so sein sollen, wie es vom Feminismus gefordert wird. Andererseits sind auch die Frauen unglücklich, wenn sich Männer nach diesen regierungsamtlichen Vorgaben richten. Ist es da ein Wunder, dass unsere Geschlechterdebatte derart verkorkst geraten ist? Könnte es eventuell eine Lösung darstellen, dass man generell damit aufhört, an Frauen und Männern herumzuzerren, bis sie irgendwelchen gerade angesagten Rollenbildern entsprechen, und stattdessen jeden Einzelnen und jedes Paar nach seinen eigenen Vorstellungen glücklich werden lässt? Die freigewordenen Kapazitäten könnte man darauf verwenden, in der Geschlechterpolitik echte Notsituationen anzugehen, also Obdachlosigkeit, häusliche Gewalt etcetera.

Aber das wäre ja eine liberale Haltung, und wir Liberalen haben in der deutschen Politik nun mal einen ganz schweren Stand.

Mittwoch, Oktober 07, 2020

Geheimes Gutachten zeigt Ausmaß von Giffeys Täuschungen – News vom 7. Oktober 2020

1.
205 Seiten, mindestens 27 Plagiate: Ein zuvor geheimes Gutachten der FU Berlin beschreibt detailliert, wie Familienministerin Franziska Giffey bei ihrer Dissertation geschummelt hat. Studenten sind empört.


Hier geht es weiter.

Frauenministerin Giffey (SPD) dürfte nicht begeistert sein über diesen Artikel: Da wird aus "Studierenden" einfach so wieder "Studenten" gemacht. Im Verlauf des Beitrags wird das immerhin besser:

Details zu den beanstandeten Textstellen in Giffeys Arbeit nannte die Universität damals nicht. Das hat nun der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der FU übernommen – und das zuvor geheime Dokument an die Öffentlichkeit gebracht. (...) In dem Dokument wird klar, dass Giffey bei mindestens 27 Textstellen vorsätzlich getäuscht hat: Fünf Mal übernahm Giffey in der Arbeit ganze Sätze aus anderen Arbeiten, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen und die Quelle zu nennen. An weiteren 22 Stellen wurden "deutliche Textübernahmen oder Paraphrasen ausgemacht, bei denen keine Quelle genannt wurde", heißt es in dem Gutachten. In diesen Passagen sei "der Tatbestand der objektiven Täuschung" erfüllt, so die Prüfer der Universität weiter. Weitere 29 geringfügige Mängel listet das Gutachten ebenfalls auf. Hier waren Zitate erst spät genannt oder geringfügige wörtliche Übernahmen nachgewiesen worden. Für die Uni Bagatellen.

"Studierende fallen durch Prüfungen, weil sie zwei Zitatangaben vergessen haben", sagt Anna Müller, Referentin im AStA der FU. Andere Politiker hätten bereits bei deutlich geringeren Vergehen ihren Doktortitel abgeben müssen. "Wir sehen hier keinerlei Verhältnismäßigkeit, sondern politisches Kalkül der FU-Führung", so Müller weiter. Familienministerin Giffey strebt in den Berliner Senat und will 2021 Regierende Bürgermeisterin in der Bundeshauptstadt werden.


Viele andere Medien greifen die aktuellen Enthüllungen über die Betrügerin Giffey auf, so neben diversen Berliner Blättern etwa auch "Focus", "Bild" und "taz".



2. "Studie: Jedes 8. Sexualdelikt vorgetäuscht - kaum Strafen für Falschbeschuldiger" titelt der "Focus". In dem Artikel heißt es:

Das Institut für Rechtsmedizin in Essen hat rund 100 Ermittlungsverfahren zu Sexualdelikten ausgewertet. Eines der überraschendsten Ergebnisse: In 12 Prozent der untersuchten Fälle hatten die "Opfer" eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht.

(…) Studienautor Kurt Trübner sagte zu FOCUS Online: "Das bestätigt unsere Erfahrungen, wonach sich in 10 bis 15 Prozent solcher Delikte die angeblichen Opfer ihre Verletzungen selbst zugefügt haben und unschuldige Personen der Tat bezichtigen. Aber gerade daran zeigt sich, wie wichtig rechtsmedizinische Untersuchungen für die Aufklärung solcher Fälle sind."

(…) Von den elf angeblichen Opfern, die eine Sex-Straftat nur vorgetäuscht hatten, wurden lediglich fünf (45 Prozent) strafrechtlich verfolgt, und nur in zwei Fällen (18 Prozent) kam es zu einer Verurteilung wegen Vortäuschens einer Straftat. In einem Fall sprach das Gericht eine Geldstrafe aus, in dem anderen Fall verhängte es eine Arbeitsauflage.

Zu den 57 angeklagten Sexualstraftaten, bei denen es zu Strafprozessen kam, lagen den Studienautoren insgesamt 53 Gerichtsurteile vor (in vier Fällen standen die Urteile zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch aus). Auch hier sind die Ergebnisse aufschlussreich.

Von den 53 Angeklagten wurden zehn freigesprochen (rund 19 Prozent), elf kamen mit Bewährung davon (rund 21 Prozent), einer wurde zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

Immerhin 31 Angeklagte (rund 59 Prozent) wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Haftdauer betrug in der Regel zwei bis fünf Jahre, die Maximalstrafe lag bei 13 Jahren und sechs Monaten. In drei Fällen wurden die Täter außerdem zu anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.


Bisherige Studien zeigen eine große Bandbreite, was die Häufigkeit von Falschbeschuldigungen betrifft – oft deutlich über zwölf Prozent hinaus.



3. Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels berichtet über den Ankauf von Pauline Harmanges Aufrufs zum Männerhass durch den deutschen Rowohlt-Verlag:

Harmange appelliere "offenherzig, provokativ und nicht ohne Witz" an alle Frauen, "sich nicht mehr darum zu scheren, was eine männerdominierte Umwelt ihnen entgegenbringt", heißt es im Klappentext zum Buch bei Rowohlt. Ihr Buch sei eine Aufforderung zum Umdenken: "Frauen sollten das Recht haben, Männer abzulehnen und ihnen misstrauisch zu begegnen." Denn dieser Perspektivwechsel könne "ein emanzipatorischer und freudvoller Umgang mit einer Welt sein, die noch immer von Ungleichheiten in den Geschlechterbeziehungen geprägt ist".

Bei Rowohlt freut man sich schon auf die Debatte. "Aufsehenerregend und beinahe ironisch, dass da ein französischer Regierungsmitarbeiter die wütende, ausnahmsweise nicht nivellierende Schrift einer Autorin verbieten wollte. Und es bleibt spannend, wenn sich auch hierzulande abzeichnet, dass über die Tatsache, dass Misandrie und Misogynie eben nicht miteinander zu vergleichen sind, noch mal gesprochen werden muss. Wenn ein Buch vermag, eine solche Debatte anzustoßen, kann das nur gut sein", so Rowohlt-Lektorin Ricarda Saul in einem Statement für das Börsenblatt.




4. Die "Hart-aber-fair"-Talkshow vom Montag führte gestern zu Schlagzeilen wie "Der alte weiße Mann ist eine Dreifach-Diskriminierung" (siehe auch hier). Der Kölner "Express" berichtet über die Sendung:

Jan Weiler berichtete von einem Vorfall, der aufzeigt, wie kurios und skurril derlei Sprachversuche mitunter werden können. Er erzählte Plasberg von einem Bekannten, der ihm seinen Sohn aus der Kita abholen wollte. Und als er das Wort "Junge" sagte, sei er sofort von der Erzieherin belehrt worden, dass das nicht Junge sondern "Kind mit Penis" hieße.

Plasberg war völlig verdutzt. "Das denken sie sich doch aus", entgegnete der Moderator. Weiler aber beteuerte, die Geschichte sei echt. Weiler selbst kritisiert derlei Sprach-Tabus. Gendern sei "total übergriffig", meint er, und frauenverachtend.

Denn spezielle gendergerechte Sprache – wie etwa das umstrittene Gendersternchn – würde betonen, dass Frauen schwach seien. Zudem kreiere die Genderdebatte nur Widerstand und Widersprüche. "RAF-Manifest", so nannte der Kolumnist Texte, die gegendert seien. Nicht die unschuldige Sprache müsse entdiskriminiert werden, sondern "die Diskriminierten müssen von Diskriminierung befreit werden".

Die Feministin Stefanie Lohaus ist da völlig anderer Meinung. Die Herausgeberin eines feministischen Magazins wisse "aus Geschichte und Hirnforschung": "Vor der Gewalt kommt immer die Sprache", diese sei also alles andere als – wie von Weiler proklamiert – unschuldig.


Wäre ich Gast dieser Talkrunde gewesen, hätte ich in aller Höflichkeit darauf hingewiesen, dass dieselbe Stefanie Lohaus unbekümmert Statements veröffentlicht wie "Der einzige sinnvolle Twittertrend momentan: #MenAreTrash" und dass in dem von ihr herausgegebenen Missy-Magazin entsprechende Texte erscheinen. Ich hätte auch deutlich gemacht, dass ich gegen die Zensur solcher Texte bin, weil ich nämlich gerne wüsste, mit wem ich es bei meinem Gesprächspartner zu tun habe. Das hätte auch gleich eine völlig andere Gesprächsbasis in dieser Runde gegeben – so von Müll zu Mensch.

Vermutlich ist genau das einer der Gründe, warum mich die Redaktionen von Talkshows erst gar nicht einladen. Ich würde das schönste Framing kaputtmachen.



5. Lucas Schoppe beschäftigt sich in seinem aktuellen Beitrag "Für Gerechtigkeit die Klappe halten" mit dem Dossier "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer". Ein Auszug:

Meine Mutter war eine ganze Weile ebenso aktiv in der SPD wie mein Vater. Wir haben noch einen alten Wahlkampfflyer der SPD, der weithin verteilt worden war und der ganz daraus bestand, dass sie neben einem seitenfüllenden Foto von ihr erzählt, warum sie SPD wählt. In den Siebziger Jahren wollte sie dann frauenpolitisch in der SPD arbeiten und ging zu Treffen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.

Sie wird heute immer noch wütend, wenn sie von dem erzählt, was sie da erlebte. Die offene Verachtung für Männer, der demonstrative Ekel vor ihnen, ständige "Männer-sind-Schweine"-Sprüche – aus ihrer Sicht war die Atmosphäre so primitiv und aggressiv, dass sie nach wenigen Treffen niemals wieder dabei war.

Sie baute dann stattdessen mit ein paar Freundinnen eine ökumenische Frauenarbeit der katholischen und evangelischen Kirche auf. Dabei ging es ihnen um eine Zusammenarbeit über Grenzen zwischen den Kirchen hinweg, aber auch darum, Frauen – wie wir das heute ausdrücken würden – in der Kirche "sichtbarer zu machen".

Denn neben aller marientechnischen Verehrung für die Frau als Idee sollten real existierende Frauen gerade in unserer katholischen Kirche die Klappe halten und nicht weiter auffallen, und der knallreaktionäre Papst Johannes Paul II. erklärte, dass Frauen in der Nähe des Altars nichts zu suchen hätten.

Natürlich war den Frauen klar, dass sie sich in der Kirche mit konservativen oder herablassenden Pastoren auseinandersetzen mussten. Trotzdem fand meine Mutter für ihre frauenpolitische Arbeit selbst noch in der katholischen Kirche einen größeren Spielraum als in der SPD. Sie hat sich ihr Leben lang als Linke verstanden – aber der Hass auf Männer, den sie in sozialdemokratischen Frauengruppen erlebte, empörte sie.

Diese Empörung hat gute Gründe. Meine Eltern sind beide unter Bedingungen begrenzter Ressourcen aufgewachsen, und das sind nun einmal Bedingungen, in denen Menschen auf die Kooperation miteinander angewiesen sind. Einen Geschlechterkampf zu inszenieren müssen sich Menschen überhaupt erst einmal leisten können – und er passt eigentlich überhaupt nicht in ein sozialdemokratisches Milieu.

Wie sehr sich aber die Ressentiments gehalten haben, die meine Mutter schon vor Jahrzehnten aus der Parteiarbeit hinaus trieben, wie umfassend sie mittlerweile institutionalisiert und zur unhinterfragten Selbstverständlichkeit geworden sind – das zeigt sich ausgerechnet am Dossier "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer", das gerade vom SPD-geführten Frauen- und Familienministerium herausgegeben worden ist.

(…) Ein wenig irritierend ist es (…) schon, dass ein Bundesministerium über die Hälfte der Bevölkerung so ressentimentgeladen daherredet wie die AfD über Ausländer: Diese Leute würden überall bevorzugt, ohne dass sie etwas dafür tun müssten – andere ehrlich arbeitende Menschen würden dafür benachteiligt – sie wären gewalttätig und unzivilisiert und könnten sich nichtmal richtig verständigen.

(…) Das zeigt nebenbei auch, wie falsch der konservative Vorwurf ist, Gleichstellungspolitik würde eine – gar "sozialistische" – Gleichmacherei betreiben. Tatsächlich reproduziert diese Politik beständig eben die Geschlechterklischees, die abzubauen sie vorgibt.

In der SPD aber ist darüber schon lange keine Diskussion mehr möglich: In dieser sterbenskranken Partei gibt es schon viel zu lange viel zu viele Menschen, die zuverlässig im falschen Moment die Klappe halten.

(…) Obwohl jedoch "fast zwei Drittel aller Gewaltopfer männlich" sind (…), gibt es fast keine Gewaltschutzeinrichtungen für Männer. Die Kurzfassung des Dossiers stellt dazu ungerührt fest, dass männliche Gewalterfahrungen "besonders sorgfältig" zu thematisieren wären "– auch um zu verhindern, dass dies als Relativierung der Gewalterfahrungen von Frauen wahrgenommen wird." (…)

Mit derselben Argumentation war bei den Grünen schon vor Jahrzehnten verhindert worden, die sexuelle Gewalt gegen Jungen im Umfeld der Partei offen zu thematisieren: Damit würden nämlich "wieder (…) die Jungen/Männer in den Vordergrund" rücken. Würden rechte Politiker ähnlich fordern, dass die Opfererfahrungen von Ausländern nur "besonders vorsichtig" thematisiert werden sollten, um die Opfererfahrungen von Deutschen nicht zu relativieren – dann würden wir die Ressentiments und das Hierarchiedenken hinter dieser Forderung wohl kaum übersehen.


Schoppes Analyse von Markus Theunerts Dossier, das vom Bundesforum Männer als "direktes Resultat unserer eigenen politischen Arbeit" gefeiert wird, ist in Gänze lesenswert und wird bereits munter kommentiert.

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