Samstag, Dezember 29, 2007

Lesermail (Abschiedsbrief)

Heute erreichten mich verschiedene Lesermails zum Abschiedsbrief eines Vaters, der an Weihnachten seinen kleinen Sohn und sich selbst tötete. Das erste Mail ist eigentlich ein Leserbrief an die Münchner "Abendzeitung", der aber mir und anderen in Kopie zuging und insofern als "offener Brief" zu bewerten ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie folgenden Leserbrief zum o. a. Beitrag zu veröffentlichen.

Alle Jahre wieder, zu Weihnachten, stellen einige - über 2 Millionnen - Väter fest, dass am Ende ihres an den Anwalt abzutretendes Geldes verdammt wenig Familie übrig geblieben ist.

In Väterkreisen ist es eine altbekannte Tatsache, dass Männer - so wie es Frau Thea Dorn mal formulierte - ihre Probleme ganz alleine lösen müssen. Denn die über 2 Millionen Väter: Das sind ja lauter Einzelfälle, mit denen die Medien die Öffentlichkeit doch nicht belästigen wollen.

Nun ist allerdings eine kleine Panne passiert. Der verzweifelte Vater hat auch einen verzweifelten Abschiedsbrief ins Internet gestellt, der nicht rechtzeitig gefunden und gesperrt wurde.

So konnten sich einige ein Bild über die wahren Zustände im Familienrecht machen.

Und Sie können sich noch so lange anstrengen, die Versäumnisse einer verfehlten Familienpolitik und einer wegsehenden Medienlandschaft werden Sie nicht mehr wettmachen können.

Obwohl es bereits alle Spatzen von den Dächern Deutschlands pfeifen, die Familie, die Keimzelle der Gesellschaft wird zerstört - wie es der verzweifelte Roman S. formulierte, durch die "Familienvernichtungsmafia" - scheint dies in den medialen Redaktionen kaum jemanden zu jucken.

Haben Sie vielleicht eine Bannmeile für Spatzen in Umkreis von 1 km um jede Redaktion eingeführt?

Ist Ihnen als Journalisten nicht aufgefallen, dass der Vater, dem automatisch das Sorgerecht anerkannt wird (da seine Frau ja gnädigerweise mit ihm mal verheiratet war), nun auf Betreiben der Mutter - und vor allem ihres Anwalts - dieses Sorgerecht verlieren sollte? Ist Ihnen denn nicht bewusst, dass dabei vor Gericht gelogen wird, dass das Sorgerecht des Vaters, nicht "zum Wohle des Kindes" gereicht? Dass "zum Wohle des Anwalts - pardon - Kindes" der Vater sein Sorgerecht abzugeben hat?

Das behauptete Verschulden des Vaters wird dann mit aller Macht vors Gericht durchgeboxt. Ex-Frau und ihr Anwalt belasten dann den Vater auf Teufel komm raus (habe selbst erlebt: trotz Unterhaltszahlungen an meinen Sohn in Höhe von gut 23.000 € behauptete seine Anwältin frech, ich hätte ihm keinen Cent bezahlt) und die Richter scheren sich einen Dreck um die Gegenbeweise oder Aktenlage (ibidem auch in meinem Fall).

Denn wie hatte es Herr Messmer auf der gleichen Seite im Interview formuliert: (Sorgerecht kann entzogen werden,) "Wenn eine Gefährdung des Kindeswohls dies erfordert. Etwa wenn es sexuell missbraucht wird, der Elternteil kriminell oder geistig krank wird."?

In solchen Fällen, liebe Journalisten, darf es nicht heissen, dass sich "die Väter in die Ecke gedrängt fühlen", sondern sie hätten als Tatsachenjournalisten berichten müssen, dass sie tatsächlich in die Ecke gedrängt, einfach überrollt, zermalmt werden, ihre Würde mit den Füßen getreten wird.

In solchen Fällen, liebe Journalisten, hättet ihr sofort den Anwalt der Ex-Frau fragen müssen, was genau dem armen Roman S. vor Gericht vorgeworfen wurde. Denn die Vorwürfe müssen so ungeheuerlich gewesen sein, dass dem Vater sein Freitod und der Tod seines Kindes als die bessere, die einfachere Lösung erscheinen musste. Denn ein solches Verfahren zieht sich über Jahre hinweg und kostet einige Tausend EURO für Gutachter und Anwälte (5400 für Gutachter + geschätzte 4000 für die Anwälte, 9 WF 26/03 , vom 6.3.2003, OLG Koblenz ). Am Ende dieses Verfahrens hat der Vater das, was ihm am Wichtigsten im Leben war, die Liebe seines Kindes, garantiert verloren.

Es sind bereits über 2 Millionen Väter die sich in der "inneren Immigration" (wie es Ihr Psychologe formulierte) zurückgezogen haben.

Nun haben wir ab dem 1.1.08 ein neues Unterhaltsrecht. Erneut bereiten sich die Anwälte in einschlägigen Seminaren darauf vor, auf die leichte Beute - die zahlungspflichtigen Väter - loszugehen. Wie Sie der Printausgabe der Seminarankündigung entnehmen können (angehängte Datei), erwarten die Juristen eine "Klagewelle".

Eine stille Klagewelle gegen die "inneren Immigranten" steht also bevor. Still, weil ihr Journalisten die Spatzen nicht pfeifen hört.

Und nächste Weihnachten, nach dem Klagewellen-Tsunami, werden Sie erstaunt feststellen, dass die Zahl der getöteten Kinder in Deutschland erneut gestiegen ist. Weil Sie schweigen! Weil Sie nicht in der Lage sind, endlich die Machenschaften der Scheidungsindustrie und die Seilschaften ihrer Helfershelfer aufzudecken und anzuprangern.

Kurz vor Silvester 2009 wird sich dann Ihr Psychologe erneut an uns, den "inneren Immigranten" mit dem hilflosen Aufruf wenden, wir sollten doch bitte, nachdem uns die Anwälte die Taschen geleert haben, auch noch eine milde Gabe an der psychologischen Berufssparte leisten und "professionelle Mediatoren oder auch eines Ehe- und Familienberaters" um Hilfe zu bitten.

Wir sind zwar nur 2 Millionen Einzelfälle, haben aber unsere Erfahrungen an weitere 6 bis 10 Millionen Väter erzählt. Mit der Folge, dass der Glaube an der Institution EHE (Errare Humanum Est) immer stärker schwindet. Glauben Sie, dass Sie diese Kettenreaktion - wo Sie doch so gegen Kernkraft sind - stoppen können?

Mit freundlichen Grüßen

und den besten Wünschen für das Jahr 2008 (insbesondere kein familienrechtliches Tsunami).


Der Verfasser einer weiteren Mail, die mich zu diesem Thema erreichte, empört sich insbesondere über die Zensur des Abschiedsbriefes:

In dem von der tz abgedruckten Brief erhob der Mann massive Vorwürfe gegen seine Ex-Frau, ein Familiengericht sowie die Politik.

DIE SEITE WURDE SCHLEUNIGST VON FRAU JUSTUTIA GESCHLOSSEN.
Die Botschaft an das gemeine Volk: Du sollst nicht merken!

Er ist -bis heute- lediglich und auszugsweise bei den "Aichacher Nachrichten" abrufbar. Der Brief wurde ursprünglich am Donnerstag in der "tz" veröffentlicht, ist aber online nicht abrufbar. Dagegen will die tz wohl Abbitte leisten für die Veröffentlichung und berichtet nun so:

"Vieles spricht dafür, dass Roman S. dieses *infame Verbrechen* schon länger geplant hat."

Die Mutter wurde nicht vorsorglich verhaftet, sondern darf ihrem Ex-Ehemann in der "tz" hinterherhöhnen:

"In letzter Zeit soll sich Roman S. verändert haben. Zwar hielt er sich weiterhin zuverlässig an alle Vereinbarungen. *Doch hatte Monika S. dass Gefühl, dass der Ex „irgendwie spinnt“*, wie sie später der Polizei sagte.

(...) Natürlich will ich diese Tat nicht gutheißen. Auffallend ist jedoch, wie mordende Mütter immer mit Samthandschuhen angefaßt werden. Krank sind sie meist und/oder überfordert. Mitleid soll hervorgezaubert werden und es wird nach der (Mit)Schuld des Partners gefragt.

In diesem Fall, gestehe ich, habe ich Mitleid mit diesem verzweifelten Vater, Roman S., der selbst post mortem noch mundtot gemacht wurde.


Dem Toten wurde das letzte Wort entzogen. In seinem Abschiedsbrief spricht er unter anderem von "femifaschistischen Vollidioten von der SPD und FDP, die vor 30 Jahren das heute gültige schwachsinnige Scheidungsrecht eingeführt haben" sowie einer "Familienvernichtungsmafia". Statt diese Zustände und ihre schrecklichen Folgen zum Thema zu machen, reduziert die Berichterstattung der "tz" die Ereignisse auf die Untat eines einzelnen zutiefst bösartigen Untermenschen:

Den Auslöser kennt die Mordkommission noch nicht, wohl jedoch das Motiv: Blanker Hass auf die Ex- Frau, die ihm in seiner Vorstellung das Liebste genommen hatte – sein Kind. So reifte in seiner fanatischen und egoistischen Liebe zu Mikey der grausame Plan, seine Ex-Frau zu „bestrafen“. Vermutlich in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember wurde das Häuschen in der Lerchenstraße Schauplatz eines unfassbaren Verbrechens. (...) Vieles spricht dafür, dass Roman S. dieses infame Verbrechen schon länger geplant hat. (...) Die fürchterliche Rache ihres Ex- Mannes – sie ist aufgegangen.


Wenn man dieses Aufs-Grab-des-Vaters-Pissen mit der verständnisvollen, bemitleidenden Berichterstattung über mordende Mütter vergleicht, die grundsätzlich als "überfordert", "zu wenig unterstützt" und "psychisch gestört" geschildert werden, kann einem in der Tat nur noch übel werden. Gut und Böse werden im deutschen Journalismus fein säuberlich nach Geschlechtern getrennt.

Labels: , , , , ,

Montag, Juli 21, 2025

Weibliche Narzissten erkennen: Warnsignale beim Dating

1. Die Website "Watson" kärt auf: "Red Flag beim Dating: Woran erkennt man weibliche Narzisstinnen?" (Ja, das Wort "weibliche" ist in dieser Schlagzeile überflüssig.) Endlich mal ein Artikel mit Nutzwert.



2. In der Kontroverse um die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf, die als Verfassungsrichterin zur Debatte steht, werden inzwischen altbekannte Töne angeschlagen.

"Männer, einfach mal die Klappe halten!" keift Miriam Hollstein im STERN, verbunden mit dem üblichen ahnungslosen Väter-Bashing: "Fünf Milliarden Euro hat der deutsche Staat im vergangenen Jahr an Unterhaltsvorschuss gezahlt. Also als Ersatz für Väter, die ihre Kinder eher verhungern lassen würden, als ihrer finanziellen Verantwortung nachzukommen." (Tatsächlich können die meisten Väter schlicht nicht zahlen.)

Währenddessen zetert die Grünen-Cefin Britta Haßelmann, sie hätte "kein Interesse mehr, dass mir Männer diese Welt erklären." Wie man am letzten Absatz gesehen hat, sind diese Erklärungen aber manchmal leider notwendig.

(Zum Versagen verschiedener Medien im Fall Brosius-Gersdorf gibt es hier ein Video von etwas mehr als einer Viertelstunde.)



3. Männerfeindliche Sprüche seien für Jette Nitzard, Sprecherin der Grünen Jugend, bewusstes Kalkül, mutmaßt Spiegel-Online:

Am Silvesterabend schrieb sie auf X: "Männer die ihre Hand beim Böllern verlieren können zumindest keine Frauen mehr schlagen". Später entschuldigte sie sich dafür, weil es, räumt sie in Zeitz ein, "komplett drüber war". Mit dem Post habe sie aber "krank Follower gewonnen", sagt Nietzard.


Die Zahl der Männerhasser ist in Deutschland also nicht gerade klein und kann von populistischen Rattenfängerinnen leicht angezogen werden.

Der Artikel verrät über Nitzard weiter:

Der Feminismus, für den sie steht, ist radikal. "Ich will Männer nicht lieb fragen, ob ich was vom Kuchen abhaben darf", sagt sie in der alten Nudelfabrik in Zeitz. Sie wolle sich nicht anpassen, um dazuzugehören. "Ich will ihnen mehr als die Hälfte vom Kuchen wegnehmen. Damit mache ich mich natürlich unbeliebt." Bei vielen jungen Frauen trifft Nietzard damit allerdings einen Nerv, sie wird für ihre Angstfreiheit bewundert.


"Mehr als die Hälfte" ist immerhin erfrischend ehrlich.

Nietzard nennt als große Inspiration den Roman "Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl, den vor allem jüngere Feministinnen lieben. Darin springt eine Dreifachmutter ohne Erklärung oder Abschiedsbrief beim Abendessen vom Balkon; das Buch begleitet die jugendliche Tochter und die beste Freundin der Mutter dabei, wie sie mit dem Verlust umgehen. Die Tochter schließt sich einer Frauen-Schläger-Gang an, die sich an angeblich übergriffigen Männern rächt.


Gute Rollenvorbilder. So wichtig.

Weiter heißt es über Nitzard:

Die einzige Macht, die sie hat, ist Aufmerksamkeit. Insofern hat sie ihr erklärtes Ziel erreicht. Aber sie kann diese Aufmerksamkeit nicht für ihre politischen Anliegen nutzen, weil das, was sie sagt, in seiner Radikalität nirgends gut ankommt. Nicht bei der potenziellen Wählerschaft, nicht in der Partei. Und in der Öffentlichkeit erst recht nicht. Ein Teil ihrer Followerschaft seien keine Fans, sondern Hater, sagt sie selbst.


Das ist ja komisch. Wodurch wurden all diese "Hater" nur angelockt? Da brüllt man seinen Hass in unregelmäßigen Abständen in ein Megaphon, und plötzlich folgen einem lauter Hater. Echt komisch.

Sie differenziert nicht, wägt nicht ab, Nietzard ist erklärte Populistin. Sie sagt öffentlich, man solle die Aufmerksamkeitsstrategien der Rechten gegen diese verwenden. (…) Dass sie mit so schlichten Einlassungen zu einer immer stärker polarisierten Gesellschaft beiträgt, streitet sie gar nicht ab. "Ich check das, vielleicht läuft es am Ende voll schief", sagt sie. "Aber wenn wir ehrlich sind, läuft es jetzt gerade auch voll schief."


Ja. weil du nicht die erste bist, die diesen Quatsch macht, Jette.

Anfang Juli veröffentlichte die ehemalige grüne Außenministerin Annalena Baerbock bei Instagram ein Video, das man, womöglich nicht von ihr beabsichtigt, als Kommentar zu Nietzard verstehen kann: Darin zählt sie fünf Dinge auf, die sie in den vergangenen Jahren über Politik gelernt habe. Eins davon: "Gerade wenn dir alle sagen, dass du zu laut, zu jung, zu progressiv bist – dann bist du auf dem richtigen Weg." Ist das eine Aufforderung an Nietzard weiterzumachen? Gegen alle Widerstände?


Die Botschaft, die momentan aus dem grünen Lager kommt, istjedenfalls klar: Männer haben gefälligst ihre Klappe zu halten, damit Frauen ordentlich rumkrakeelen können.

Und dann wundert man sich über den Rechtsruck.



4. Die "taz" empfiehlt ein "feministisches Brettspiel", bei dem Frauen Polizisten verprügeln können. Es handelt sich um ein Spiel aus der Zeit, als die Forderung nach einem Frauenwahlrecht von Sprengstoffanschlägen und Brandstiftung in Wohnhäusern begleitet wurde. Schon die frühen Feministinnen hatten mit Gewalt nie wirklich Probleme, und die "taz", die sonst schon verbalen Unmut von Männern skandalisiert, äußert hier auch keine Spur von Kritik.



5. Für fünf neue Professuren an der Universität Linz dürfen sich ausschließlich Frauen bewerben. Juristen zufolge wird hier gegen EU-Recht verstoßen: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) habe in früheren Urteilen entschieden, dass eine absolute Bevorzugung eines Geschlechts unzulässig sei. Das scheint aber niemanden zu stören. Erstmals gab es an der Universität Linz dieses Vorgehen im Jahr 2010.



6. Die linke Website The Daily Beast berichtet von einem Vater, der von Texas nach Russland auswanderte, weil er fand, dass die USA zu freundlich gegenüber sexuellen Minderheiten wären. Jetzt wird er von Russland an die Front geschickt, obwohl ihm doch zuvor versichert worden sei, er würde nur außerhalb des Kampfgebiets eingesetzt.

Man setzt sich als Männerrechtler ja auch für Volltrottel ein, aber wer aus Angst vor Schwulen nach Russland umzieht und Putins Leuten offenbar jedes Wort glaubt, ist auch ein bisschen reif für den Darwin-Award.



7. In der Ukraine müssen auch untaugliche Männer zum Militär.



8. Mein im Eigenverlag herausgegebenes Buch "Sexuelle Gewalt gegen Männer. Was wir darüber wissen und warum wir dazu schweigen" gibt es jetzt auch als Hörbuch bei Audible und etwa einem halben Dutzend anderen Plattformen. Der Mann, der es einsprach, war danach begeistert davon. Zahlreiche Promo-Codes für eine einmalige Benutzung bei Audible sind im Gegenzug für eine Rezension bei mir erhältlich, eine Mail an mich genügt.



9. Einer meiner Leser macht mich auf eine Folge der Reihe "Akte Südwest - Der Kriminalpodcast" aufmerksam, nämlich "Mordlust aus Männerhass? Die Bluttat in Göppingen (Teil1)". Mein Leser schreibt mir dazu: "Der Kriminalfall ist so aktuell, das das Urteil erst am 25. Juli gesprochen wird. Dann folgt wohl der zweite Teil."

Der Podcast der Südwest-Presse stellt die Folge so vor:

Eine junge Frau, die aus Mordlust und "Hass auf Männer" tötet? Ein Fetisch-Sex-Treffen, das zur tödlichen Falle wird? Und ein Plan, als Serienkillerin berühmt zu werden? Es gibt Fälle, die derart bizarr anmuten, dass auch erfahrene Ermittler ins Staunen geraten. Am Landgericht Ulm läuft derzeit ein außergewöhnlicher Prozess gegen eine 26-jährige Frau, der die Staatsanwaltschaft eine solche Tat aus Mordlust vorwirft – und dessen Details bei Beobachtern Reaktionen von Kopfschütteln bis Verständnislosigkeit auslösen. Wie kann es sein, dass eine junge Frau den Beschluss fasst, berühmten Serienmördern nachzueifern? Was treibt eine damals 25-Jährige dazu, einen Mann, den sie über eine Internet-Plattform kontaktiert, zu fesseln, zu strangulieren und 27 Mal mit dem Messer auf ihn einzustechen? Und was für eine Persönlichkeit steckt dahinter, wenn eine solche Tat mit Fotos und Videos auch noch dokumentiert und mit der "besten Freundin" auf dem Sofa ausführlich nachbesprochen wird? Darüber berichtet in der neuesten Folge von „Akte Südwest“ Reporterin Susann Schönfelder aus der SÜDWEST-PRESSE-Redaktion in Göppingen, die den Prozess am Landgericht Ulm eng verfolgt.


Ich bin ein bisschen überrascht, dass es zu diesem Mord noch kein von der taz empfohlenes Brettspiel gibt.



10. Ein weiterer Leser schreibt mir:

Weil meine Stieftochter leider psychische Probleme hat und auch mal versucht hat sich mit Tabletten das Leben zu nehmen, habe ich vor nicht all zu langer Zeit ein bisschen recherchiert.

Damals ist mir zum ersten Mal auf einer Helfer Homepage die Zahl der Suizidtoten in Deutschland aus 2023 untergekommen. 10.300!

Diese Zahl habe ich seitdem immer mal wieder in den Medien gelesen.

10.300! Eine enorme Summe. 75% davon sind Männer. Das bedeutet 21,17 männliche Suizide am Tag. Fast jede Stunde ein Mann. Weil ich kein ideologieverblendetes Arschloch bin, schaue ich mir natürlich auch die Zahlen der Frauen an. Die kommen mit 25% Anteil auf 7,06 Suizidtoten pro Tag. Wenn also jeden dritten Tag eine Frau femizidiert wird, dann nehmen sich im selben Zeitraum 21 Frauen selbst das Leben. Und über 60 Männer!

(…) Die "Welt" hat nun ein relativ kurzes Interview zum Thema veröffentlicht. Es wird zwar später auch über die Männer gesprochen. Aber eigentlich macht man sich mehr Sorgen um die Mädchen. Wobei der gesamte Artikel recht dünn ist. Aber immerhin wird das Thema behandelt.


Der Artikel ist aber auch ein bisschen typisch. Nachdem bei den Frauen die Suizidrate um 8,8 Prozent und bei den Männern um 9,6 Prozent gestiegen ist, fragt die "Welt" eine Expertin natürlich als erstes: "Frau Lewitzka, wie erklären Sie sich die gestiegene Anzahl an Suiziden bei den Frauen in Deutschland?" Erst ein paar Absätze weiter unten geht es dann um die Männer als Hauptbetroffene.

Bemerkenswert ist, dass die Suizidrate bei Männern im Alter stark ansteigt. Aktuell sucht "Die Zeit" nach Männern, die darüber berichten möchten.



Donnerstag, April 11, 2024

ORF: Sexuelle Gewalt gegen Männer in der Ukraine

1. Der ORF berichtet, wie Bürger der Ukraine von russischen Besatzern sexueller Gewalt unterworfen werden. Grundlage ist die Dokumentation "HeToo", dessen Macher eigentlich nach weiblichen Opfern gesucht hatten.



2. Währenddessen beschäftigen sich Feministinnen mit sexuellen Übergriffen gegen Statuen:

Immer wieder werden Bronzestatuen an den nackten Brüsten berührt. Der weibliche Körper als Sexobjekt, mit dem man machen kann, was man will. Diese Einstellung scheint in vielen Köpfen immer noch festzusitzen. (…) Dass die Bronzestatuen immer wieder an den Brüsten berührt werden, hinterlasse Spuren – "genauso wie bei Betroffenen sexualisierter Gewalt".


Die Kampagne wurde von der Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends für Terres des Femmes entwickelt.



3. Der Cartoonist Ed Piskor hat sich das Leben genommen, nachdem er sexueller Übergriffe beschuldigt wurde. In seinem Abschiedsbrief beteuert er seine Unschuld und erklärt, er fühle sich "gegen einen Mob dieses Ausmaßes" hilflos:

In dem Brief beschrieb Piskor das tiefe Loch, in das er gefallen war. Er fühlte sich von Freunden verlassen und sah sich als Außenseiter. "Nachrichtenorganisationen belagern das Haus meiner Eltern und belästigen sie. Das ist unerträglich. Unsere Adressen werden im Fernsehen und im Internet verbreitet. Wie könnte ich jemals in meine Heimatstadt zurückkehren, in der mich jeder kennt?"

"Es tut mir leid, dass ich meiner Familie und meinen engsten Freunden Schmerz zufüge", schrieb er gegen Ende des Briefs. "Ich hoffe, dies bringt die Menschen dazu, zweimal nachzudenken, bevor sie sich an einem Online-Mob beteiligen. Da haben Sie es. Ein Kontrollfreak bis zum Schluss. Peace out."




Mittwoch, Oktober 29, 2025

Warum eine auf Männer ausgerichtete Psychotherapie dringend nötig ist

Vor über zwei Wochen habe ich hier ein Plädoyer für eine männerfreundliche Psychotherapie veröffentlicht. Das legt die Frage nahe, ob die bestehenden psychotherapeutischen Angebote dasselbe nicht auch leisten können. Gibt es wirklich Bedarf an einer Ausrichtung, die sich speziell auf Männer fokussiert? Der Plädoyer für eine männerfreundliche Psychotherapeut Kevin Talbott erklärt, warum das bestehende Angebot unzureichend ist.



Meine therapeutische Reise begann nicht in einem Beratungszimmer. Bevor ich Therapeut wurde, arbeitete ich mehrere Jahre in der Transportbranche – ein Umfeld, das mich unerwartet mit Traumata, Gewalt, Verlust und tiefer menschlicher Verletzlichkeit konfrontierte. In dieser Zeit war ich auch als Gewerkschaftsvertreter tätig, und viele Männer vertrauten mir an, mit welchen persönlichen, emotionalen und psychischen Schwierigkeiten sie kämpften – Dinge, über die sie sonst mit niemandem sprechen konnten. Allmählich fiel mir auf, dass viele Männer in meinem Umfeld still litten – ohne Unterstützung, ohne Verständnis. Diese frühen Eindrücke legten den Grundstein für meinen späteren Weg in eine auf Männer ausgerichtete Therapie – lange bevor ich eine formale Ausbildung begann.

Als ich mit 22 Jahren eine Nachtschicht leitete, rief mich ein Lkw-Fahrer an: Jemand war auf die Schnellstraße gesprungen – direkt vor seinen Wagen. Es war ein Suizid, der Mann überlebte nicht. Der Fahrer war völlig aufgelöst. Drei Jahre zuvor hatte sich ein Angehöriger von mir das Leben genommen – nach häuslicher Gewalt. Er hatte sich erhängt. Kurz darauf nahm sich ein Kollege das Leben, indem er sich mit Benzin übergoss und anzündete, nachdem ihm Haus und Kinder entzogen worden waren. Diese Todesfälle zeigten mir schon in jungen Jahren, wie tief Männer Schmerz verbergen und wie selten sie Hilfe finden.

Einige Jahre später wurde ich auf einer Landstraße in einen Frontalzusammenstoß verwickelt. Der andere Fahrer riss im letzten Moment das Steuer herum und prallte in mein Auto. In seinem Wagen standen Benzinkanister – offenbar sollte der Unfall sein Leben beenden, und falls nicht, sollte das Benzin es tun. Zum Glück waren die Kanister noch verschlossen. Der Mann starb an der Unfallstelle; zu Hause fand man seinen Abschiedsbrief. Die Rettungskräfte reagierten mit Wut auf ihn, ich hingegen empfand großes Mitgefühl. Später erfuhr ich, dass auch er Haus und Kinder verloren hatte.

Das war nicht der erste Suizidversuch per Unfall, den ich miterlebte. Jahre zuvor war mir ein anderer Mann mit 190 km/h ins Heck gefahren – ebenfalls mit der Absicht, zu sterben. Ich zog ihn selbst aus dem rauchenden Fahrzeug. Er hielt einen Rosenkranz in der Hand. Diese Erfahrungen ergaben ein Muster, das ich nicht mehr übersehen konnte: Männer aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen gelangten an einen Punkt, an dem sie keinen Ausweg mehr sahen – und niemandem davon erzählten. Ironischerweise erzählte mir einer meiner ersten Klienten während meiner Ausbildung, er habe versucht, sich das Leben zu nehmen, indem er frontal in einen Lkw fuhr.

Meine Erfahrungen als männlicher Therapeut

Nachdem ich viele dieser Situationen selbst erlebt hatte und schließlich Therapeut geworden war, wollte ich mehr über die Psychologie von Männern erfahren. Ich nahm an einer Fortbildung zu männlicher psychischer Gesundheit teil. Zehn Therapeuten waren anwesend, neun davon Frauen. Ich war fassungslos über das, was ich hörte: Männer seien das Problem – sie öffneten sich nicht, wegen ihres Stolzes, ihrer Männlichkeit, des Systems, in dem wir leben. Diese Erklärungen schienen mir zu oberflächlich, um das Ausmaß männlicher Verzweiflung zu begreifen.

In einem verpflichtenden monatlichen Treffen mit anderen Therapeutinnen war ich der einzige Mann. Dort fielen Sätze wie: "Alle Männer sind Perverslinge", "Habt ihr mal gesehen, was für alberne Klamotten Männer mittleren Alters tragen?" (ich bin mittleren Alters), oder "Männer sind wie Homer Simpson, in ihren Köpfen läuft nur ‚döh döh döh döh‘." Während meiner Ausbildung bekam ich bei einer Eignungsprüfung für ein Praktikum sogar die Ansage, ich solle "bitte keinen Sex mit Klientinnen haben" – ein klar sexistisches Vorurteil.

Als ich meine Qualifikation erlangte, bewarb ich mich bei einer bekannten Hilfsorganisation für häusliche Gewalt. Sie nimmt Spenden entgegen, um Erwachsene und Kinder zu unterstützen – aber sie teilte mir mit, sie beschäftige nur weibliche Berater. Männer seien ausgeschlossen. Andere Auszubildende bestätigten mir, dass männliche Klienten dort ebenfalls keine Hilfe erhalten.

Während meiner Tätigkeit als telefonischer Berater in einem Employee Assistance Program erlebte ich, wie weibliche Kolleginnen männliche Klienten mit Pornografieproblemen einfach zurückwiesen. Ich bewerte das nicht, jeder Mensch hat eigene Grenzen – aber es wirft die Frage auf, wo Männer Hilfe finden sollen.

In meiner späteren Praxis erzählte mir ein Klient: "Schicken Sie mich auch weg?" Er war bereits von vier Therapeutinnen abgewiesen worden, weil er Sexarbeiterinnen aufsuchte und sich deswegen hasste. Ein anderer berichtete, seine Therapeutin habe sich als überzeugte Feministin bezeichnet, was das Vertrauen zwischen ihnen zerstörte.

Ich höre zudem von Männern, deren Partnerinnen sich ebenfalls als Feministinnen verstehen und keine Hausarbeit mehr übernehmen wollen – aus der Überzeugung heraus, ihre Männer seien Teil des Problems, wenn sie um Unterstützung bitten.

Ich betone: Ich urteile nicht über meine Kolleginnen. Ich kenne viele hervorragende Therapeutinnen. Aber die Frage bleibt: Wenn nur etwa 20 % der Therapeuten Männer sind, wenn manche Organisationen Männer ausschließen und einige Therapeutinnen sich im Umgang mit männlichen Klienten unwohl fühlen – wohin sollen Männer sich wenden?

Vor Kurzem schrieb ich für ein bekanntes Fachportal einen Artikel über väterliche Entbehrung. Darin stellte ich wissenschaftliche Erkenntnisse vor und kritisierte die Pathologisierung von Männlichkeit. Grundlage waren analytische Übersichtsarbeiten, unter anderem von Tania Reynolds. Obwohl der Beitrag sorgfältig belegt war, lehnte das Portal die Veröffentlichung ohne Begründung ab. Offenbar sind selbst Fachleute nicht immer frei von unbewussten Vorurteilen.

Ich bin froh, dass ich nach meiner Weiterbildung am Zentrum für Männerpsychologie den Mut fand, mich offen als auf Männer fokussierter Therapeut zu bezeichnen. Anfangs hatte ich Sorge, dadurch als frauenfeindlich zu gelten – diese Angst habe ich überwunden.

Erfahrungen mit männlichen Klienten

Die Arbeit mit Männern ist vielfältig und tiefgehend. Nach unzähligen Sitzungen mit Klienten aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen erkenne ich immer wieder ähnliche Themen.

Eines der auffälligsten ist die fehlende Wahrnehmung männlicher Opfer häuslicher Gewalt. Viele meiner Klienten sehen sich selbst nicht als Opfer oder können nicht akzeptieren, dass emotionale, verbale oder körperliche Übergriffe gegen sie ebenfalls Missbrauch darstellen. Dieser blinde Fleck hängt oft mit gesellschaftlichen Bildern zusammen, die Männer ausschließlich als Täter darstellen. Das führt zu Scham, Verdrängung und Einsamkeit.

Ein weiteres häufiges Thema ist Überarbeitung. Viele Männer arbeiten lange, meist nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Pflichtgefühl – aus Angst, den Job zu verlieren oder ihre Familie nicht versorgen zu können. Zuhause stoßen sie dann oft auf Kritik oder emotionale Kälte. Der Druck von außen und innen zehrt an Selbstwert, Beziehung und Psyche.

Dazu kommt ein verbreitetes Gefühl der Orientierungslosigkeit. Trotz Einsatz und Disziplin spüren viele Männer Leere und den Verlust von Sinn. Fehlt die innere Richtung, wächst die Anfälligkeit für Stress, Verbitterung und Entfremdung.

Diese Erfahrungen zeigen mir, wie wichtig sichere, urteilsfreie Räume sind, in denen Männer sich öffnen und ihre Erfahrungen ordnen können. Therapie kann ihnen helfen, destruktive Muster zu erkennen, Selbstachtung wiederzufinden und ein Leben zu gestalten, das nicht nur auf Funktionieren, sondern auf Sinn beruht.

Ich arbeite mit Menschen aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen, beobachte aber, dass viele Männer anders über Gefühle sprechen. Sie suchen nicht immer tiefenpsychologische Analysen, sondern praktische Wege, um weiterzukommen. Obwohl ich in psychodynamischer Therapie ausgebildet bin, habe ich mich zusätzlich in lösungsorientierter Kurztherapie fortgebildet – ein Ansatz, der den Bedürfnissen vieler Männer besonders entgegenkommt.

Mein Ziel ist es, Männer nicht nur beim Verstehen ihrer Vergangenheit zu unterstützen, sondern ihnen zu helfen, eine Zukunft zu gestalten, die sich echt, stabil und sinnhaft anfühlt. Diese Reise beginnt damit, gehört zu werden – und führt dahin, verstanden zu werden.




Sonntag, November 26, 2006

Walter Hollstein: “Die deutsche Geschlechterpolitik ist auf dem männlichen Auge blind”

Von Walter Hollstein, dem Doyen der gegenwärtigen Männerforschung, gibt es im heutigen "Tagesspiegel" einen Artikel, der, wie es im MANNdat-Forum treffend heißt, „ebensogut eine Presseerklärung von MANNdat sein könnte“. (Heißt das eigentlich, wir sind schon nicht mehr radikal und vordenkerisch genug?)

Hollsteins Intro: „Die Dinge scheinen klar: Männer besetzen noch immer die wichtigsten Positionen in Wirtschaft, Politik, Kirche und Kultur; Männer verdienen im gesellschaftlichen Durchschnitt nach wie vor mehr als Frauen. Also müssen sie das mächtige Geschlecht sein. In seinem Abschiedsbrief notiert der 18-jährige Amokläufer von Emsdetten: `Das Einzigste , was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe, war, dass ich ein Verlierer bin.´ Sind die Dinge vielleicht doch nicht so klar?“

Den vollständigen, unkastrierten Text kann man hier nachlesen. Denn in der Veröffentlichung des „Tagesspiegels“ fehlen einige Passagen des Originals, die Walter Hollstein als „wichtig“ bezeichnet. Von kleineren redaktionellen Eingriffen abgesehen, wurden die folgenden Absätze vom „Tagesspiegel“ weggekürzt:

--- Die Bildungsforscherin Heike Diefenbach von der Universität München weist darauf hin, dass Jungen heute die Verlierer des deutschen Schulsystems sind: „Weil Jungen viel häufiger als Mädchen einen niedrigwertigen oder keinen Schulabschluss erwerben, haben sie deutlich schlechtere Chancen auf eine berufliche Bildung, deutliche höhere Chancen, eine Erwerbstätigkeit im Niedriglohnsektor und somit unsichere Jobs aufzunehmen, und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden. Arbeitslosigkeit wiederum führt früher oder später in eine `Fördermaßnahme´ des Arbeitsamts, in die Sozialhilfe oder in die Nichtsesshaftigkeit“. ---

--- (Auch hier ist wiederum interessant, wie mit diesem Problem öffentlich umgegangen wird. Es ist ja in den west- und nordeuropäischen Staaten üblich geworden, Sexualität bis in die intimsten Details auszuleuchten; über die dramatisch gestiegene Impotenz bei Männern wird hingegen geschwiegen). ---

--- Die französische Feministin Elisabeth Badinter konstatiert in ihrem jüngsten Buch „Die Wiederentdeckung der Gleichheit“, dass sich die Männer inzwischen „jeder Eigenheit beraubt“ fühlen und sich „nur noch als Adressaten widersprüchlicher Erwartungen“ von Frauenseite erleben. Die Männer „haben oft den unangenehmen Eindruck, dass ihre Identität gegenüber den Frauen ihre klaren Konturen verliert. Die Frauen zögern nämlich immer weniger, sich wie die Männer von früher zu verhalten, ja sogar ihnen ihr Gesetz aufzuzwingen“. ---

--- In diesem Kontext reicht es auch nicht aus, Erziehungszeiten für Männer finanziell besser zu alimentieren, wenn die traditionelle Männerrolle unangetastet bleibt. ---

--- Heike Diefenbach hat den „Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Nachteile von Jungen und dem Anteil von Grundschullehrerinnen“ empirisch belegt: „Je höher der Anteil von Grundschullehrerinnen, desto größer die Nachteile von Jungen“. Nur konsequent sind Forderungen nach mehr männlichem Erziehungspersonal in Vorschulen und Schulen. Pädagogen haben darauf auch immer wieder hingewiesen; ihre durchaus dringlichen Appelle sind von der deutschen Geschlechterpolitik aber nie aufgenommen worden. ---

--- Männer und vor allem Jungen fühlen sich gegenwärtig allein gelassen. Mit diesem Tatbestand kann verschieden umgegangen werden. Männerrechtler, wie sie sich beispielsweise zuhauf bei „Manndat.de“ im Internet äußern, haben für den Dezember die Gründung der ersten deutschen „Männerpartei“ angekündigt. Überlegt werden könnte auch, inwiefern das Antidiskriminierungsgesetz der Bundesregierung gegen sie selbst angewandt werden kann; denn das Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend spart Männer und Jungen aus allen politischen Bemühungen aus und diskriminiert damit ein ganzes Geschlecht. ---

--- Dass Männer in der offiziellen Geschlechterpolitik bisher fast nur als Objekt der Kritik ins Visier geraten sind, ist vielfach problematisch. Grundsätzlich läuft es der demokratischen Verfasstheit eines Staatswesens zuwider, wenn ein ganzes Geschlecht aus politischen Bemühungen ausgespart bleibt. Überdies hat sich diese Praxis auch als kontraproduktiv erweisen, weil Frauenpolitik ohne Männerpolitik nicht wirklich vorankommen kann. Wenn Männer kein Terrain räumen und keine Machtaufgaben mit Frauen teilen, wenn Männer sich nicht auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum eigenen Thema machen, dann können sich Frauen nicht wirklich befreien. ---

Warum wohl gerade diese Passagen herausgenommen wurden?

Sonntag, Dezember 28, 2014

Die Zukunft des Feminismus (und andere Fundstücke)

Die Nachrichtenlage in der Geschlechterdebatte ist (bis auf eine neue idiotische Femen-Aktion) relativ ruhig, so dass ich in diesem Beitrag einfach mal ein paar Fundstücke aus dem Internet zusammenstelle.

Jesse Eisenberg schildert, wie es heute aussieht, wenn ein erfreulich durchgenderter Mann – anstelle dieser ekelhaften Pick-up-Artists – eine Frau an einer Bar anflirtet.

Rachael Lefler hat einen Abschiedsbrief an den Feminismus online gestellt. Ein Auszug:

I bought into the idea that feminist just meant gender egalitarian, and I believed that any decent person should believe in equality between the sexes in terms of political power. I thought that women needed better representation in sexist media, which is reflected by some of my earlier articles on here. I think I made good points in those articles, but I no longer see the world through the lens of patriarchy theory, and I have shifted away from feminist attitudes in a lot of my thinking.

(...) So no, I think it is completely ridiculous to insist that I or anyone has to label themselves "feminist" simply because they affirm a support for gender equality. And I think, in today's society, to be a true advocate for gender equality might be closer to being an MRA (men's rights activist). Defining your terms in such a way so that anyone who does not support you looks like an asshole is intellectual dishonesty.


Eine ehemalige Feministin stellt fest, dass das Ideal der Geschlechtergerechtigkeit inzwischen eher von Männerrechtlern vertreten wird? Eine erfreuliche Entwicklung.

Nicht weniger reizvoll ist ein feminismuskritischer Artikel, dessen Verfasser darin auch die zukünftige Entwicklung dieser Ideologie voraussagt:

Sooner of later the feminist movement is going to collapse in on itself. Why? Because it does not obey a simple fundamental law, the law of sustainability. Taking action to demean and exclude half the population from society to support women’s rights is unsustainable. Justifying their actions on the basis of a belief system in patriarchy is going to become increasingly difficult. The public is going to find it harder and harder to reconcile the notion it is a man’s world, when in reality so many men are struggling. Eventually there is going to be a major public backlash to modern feminism and there are signs that this has already begun. Perhaps the greatest enemy of modern feminism has been the internet. No longer do radical feminists have a monopoly over the flow of information through their control, censorship and disinformation campaign in the media. People are starting to come out of the woodwork in droves on YouTube, internet blogs and websites like "A Voice For Men" and even on HubPages. There is no sign of this decreasing and in fact the numbers of dissidents are growing in both genders at a rate that would have most radical feminists alarmed.

I am convinced that the man crisis in society is going to have a profound impact on our economy over the next thirty years, as we all reap the destructive seeds sown by the application of feminist dogma in the 80s, 90s, 00s and 10s. Sooner or later the public outcry will no longer be something our politicians will be able to ignore. Feminist organisations will risk losing public support, funding and the political and social influence they have long enjoyed, if they fail to change their ways. Ironically old age feminists were hoping that the next wave of feminism would see a return to the authentic advocacy of equality, but have been sadly disappointed by the continued growth of radicalism in the movement.

If feminism wants to remain relevant to society, then it must stop allowing bigots to hold prominent and influential positions within the movement, develop a cooperative orientation rather than an antagonistic one with the emerging men’s movement and adopt a belief system that recognises that sexual discrimination affects men as well as women. Anything less and feminism will become extinct like Nazism, White Supremacy and so many other hateful totalitarian ideologies. Indeed in the light of the actions of modern feminists, I consider the term, "Feminazi’s", to be a fairly accurate description of members of what is now undoubtedly a hate movement.


Wie um diese These zu bestätigen und jegliche Vorstellung von einer Zusammenarbeit zwischen Feministinnen und Männerrechtlern ins Reich der Utopie zu verweisen, keilt die bekannte Feministin Amanda Marcotte in einem neuen Artikel gegen das Creepy Misogynist Movement aus, als das sie die Männerrechtler phantasiert.

Hier bleibt es nicht aus, dass einem ein Stilmittel feministischer Hasstexte besonders auffällt. Sobald über irgendeinen Menschen berichtet wird, den viele als besonders widerwärtig wahrnehmen, wird dieser von Feministinnen augenblicklich den Männerrechtlern untergeschoben, auch wenn es in Wahrheit keinerlei Berührungspunkte gibt. Wir haben das mit Anders Breivik erlebt, mit Elliot Rodger und mit Akif Pirincci. (Aber wehe man erinnert manche Feministinnen an Gewalttäterinnen wie Valerie Solanas, die tatsächlich vom feministischen Lager gefeiert werden ...) Nun habe ich hier auf Genderama am 18. Dezember unter der Überschrift Hey, Feministinnen: Hier wäre Empörung einmal verständlich über durchgeknallte rechtskonservative US-Politiker berichtet, beispielsweise Rick Brattin, der findet, eine Frau solle nur abtreiben dürfen, wenn der Vater des entstehenden Kindes dazu einwilligt. Und wen schiebt Amanda Marcotte sechs Tage später der Männerbewegung unter? Erraten:

The influence of MRA thinking was all over the recent story of Missouri state legislator Rick Brattin, who introduced a bill that would require women to get permission from the man who impregnated them in order to get an abortion. The story was notable not just because this runs counter to what the mainstream anti-choice movement prefers to do--their line now is that they want to restrict abortion to "protect" women--but also because Brattin’s explanations of his thinking were pure MRA paranoia and misogyny.


Im Kopf vieler Feministinnen geht offenbar alles mögliche wild durcheinander. Wer auch immer ihre Ideologie einer Vormachtstellung feministischer Forderungen in Frage stellt, wird Teil einer einzigen Soße: vom Rechtsextremisten über den radikalen Abtreibungsgegner bis zum Männerrechtler. Aus radikalfeministischer Perspektive gibt es hier keinerlei Unterschied. Wie noch jeder mit einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeit empfinden viele Feministinnen offenbar jede Form von Widerspruch als gleichermaßen unterträglichen Horror.

Alle, die diese extremistische Perspektive nicht teilen, nehmen sie allerdings oft nur noch als belustigend wahr – so wie die Youtube-Publizistin "Katy Khaos", die einen Videoclip der Most Insane Feminists of 2014 erstellt hat.

Freitag, November 08, 2024

USA: Frauen bestrafen Trump-Wähler mit Sex-Entzug

1. Wir beginnen heute mit der Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu meinem Beitrag über Trumps Wahlsieg.

Ich habe das meiner geistigen Gesundheit zuliebe nicht zu genau verfolgt: Hat Trump im Wahlkampf denn konkret irgendwelche maskulistischen Themen angesprochen, abgesehen von "They hate you, we don't"?


Ich habe das sehr intensiv verfolgt (ich habe ja auch Amerikanistik studiert, mein Interesse war insofern stark) und kann insofern sagen: Nein, hat er nicht. Wie bei anderen Themen sind viele Wähler Trump vor allem deshalb zugelaufen, weil sie mit der Biden-Regierung so unzufrieden waren. Die Demokraten haben Männer aktiv verprellt, die auch ohne ein maskulistisches Regierungsprogramm aufgesammelt werden mussten. "Wir sehen und respektieren euch" hat als Botschaft gereicht. Jetzt steht an, dass Männerrechtler wie Richard Reeves den Demokraten erklären, wie man mit einer vernünftigen Männerpolitik werben könnte.



2. Mehr Post. Ein weiterer Leser schreibt mir:

Schönen Tag, Herr Hoffmann,

Ihrer Analyse zur US-Wahl möchte ich noch eine hinzufügen, das gestern ausgerechnet bei Kulturzeit lief. Ein Interview mit Kerstin Kohlenberg, ausgerechnet von "Die Zeit".

Das Leben ist voller Überraschungen. Eine unaufgeregt vorgetragene sachliche Analyse des Wahlergebnisses. Auch hier geht es vorwiegend um Männer, die "bei den Demokraten gar nicht mehr vorkommen". Sie sagt aber auch, dass etwa 52% der weißen Frauen Trump gewählt haben. Etwa 10 Minuten die sich unbedingt lohnen.

"Kulturzeit" vom 06.11.2024: Trump und wir: Was die US-Wahl für uns bedeutet

Kerstin Kohlberg war lange USA-Korrespondentin von "Die Zeit" und hat gerade ein Buch herausgebracht: "Das amerikanische Versprechen: Vom Streben nach Glück in einem zerstrittenen Land."

Das, was Kulturzeit dazu schreibt, sollte man vorher gar nicht lesen, sonst schaut man sich das nicht an. Es ist sowas von kulturzeit-versifft, dass es den Inhalt verschleiert.

Die Kulturzeit sehe ich schon lange nicht mehr. Normalerweise schaue ich ZDF Heute auf 3sat und schalte dann um auf arte-Journal. Gestern war ich aber gerade mit Essen zubereiten beschäftigt, konnte nicht umschalten und war völlig überrascht.




3. "Progressive haben zu wenig Geduld mit den Problemen weißer Männer" titelt der Berliner Tagesspiegel über einem Interview mit dem "Männlichkeitsexperten" Jackson Katz, dem Autor von Büchern wie "Every Man: Why Violence Against Women is a Men’s Issue, and How You Can Make a Difference". Ein Auszug:

Tagesspiegel: Gleichzeitig wird viel über "toxische Männlichkeit" gesprochen. Die New York Times beobachtete sogar eine "Männlichkeitsfeindlichkeit". Werden Männer vielleicht auch stigmatisiert?

Jackson Katz: Reagieren die Männer auf etwas, das real und nicht nur eingebildet ist? Ich denke ja. Ich verwende den Begriff toxische Männlichkeit nicht, ich denke nicht, dass er hilfreich ist. Es gibt unter Progressiven teilweise wenig Geduld für die Probleme insbesondere weißer Männer, weil sie so lange so viele unverdiente Vorteile hatten. Das ist verständlich, aber viele dieser Männer verstehen das als Ablehnung, als Mangel an Interesse, als Negation des Mitgefühls.

Tagesspiegel: Was ist die Konsequenz daraus?

Jackson Katz: Die Strategen der Demokraten müssen sich fragen: Was können wir anders machen? Wie können wir eine Geschichte erzählen, an der sich Männer in positiver Weise beteiligt fühlen und in die Veränderungen einbezogen werden, die notwendig sind, um eine bessere und stärkere Gesellschaft aufzubauen? Ich glaube, bis jetzt waren sie nicht davon überzeugt, dass es sich lohnt, viel Zeit und Geld zu investieren, um weiße Männer davon zu überzeugen, dass sie ihnen wichtig sind. Und sehen Sie, was daraus geworden ist.




4. Das Magazin "Quilette" schreibt unter der Überschrift "Die Rache des stillen männlichen Wählers"

In den kommenden Tagen wird viel über die Sorgen der Arbeiterklasse geschrieben werden - Themen, die für diejenigen, die Trumps Unterstützung verstehen wollen, zu vertrauten Schwerpunkten geworden sind. Aber während Inflation und Grenzpolitik zweifellos eine Rolle beim Erdrutschsieg der Republikaner gespielt haben, sollten wir uns auch die Gefühle der jungen männlichen Wähler ansehen - Wähler, die eine neue und aufstrebende Gruppe in der amerikanischen Politik darstellen. Die jungen Männer, mit denen ich sprach, wirkten nicht besonders konservativ oder "rechts". Dennoch war es für sie ein Leichtes zu erklären, warum sie Trump gewählt haben. Und wenn wir einen Blick auf die breiteren kulturellen Trends werfen, sollte es auch für uns leicht zu verstehen sein.

Wenn wir eine Makroperspektive einnehmen, sehen wir, dass diese jungen Männer nie eine Kultur kennengelernt haben, in der Männer nicht routinemäßig als "problematisch", "giftig" oder "unterdrückend" bezeichnet werden. Wenn sie zur Universität gehen und in modernen Unternehmen arbeiten, leben sie in einer Welt der Diversity-, Equity- und Inclusion-Strategien (kurz: DEI) - von denen viele eine heimtückische und allgegenwärtige Form der männerfeindlichen Diskriminierung fördern. Doch wer öffentlich darüber spricht, wird sozial geächtet. Wer DEI kritisiert, riskiert, als Nazi bezeichnet zu werden.

Diese jungen männlichen Wähler kennen die Theorien des Patriarchats und der weißen Vorherrschaft, aber sie haben nie eine Kultur kennengelernt, in der die Theorie des großen Mannes in der Geschichte gefeiert wird. Thomas Carlyles Rahmen für das Verständnis der Vergangenheit aus dem neunzehnten Jahrhundert wird als Anachronismus betrachtet, der es nicht wert ist, dass man ernsthaft darüber nachdenkt. Heute würdigen wir historische Persönlichkeiten nicht für ihre Taten, sondern für ihre Verbrechen. Ob es um Sklaverei, Kolonialisierung, Rassismus oder Sexismus geht, wir reißen die Denkmäler unserer Vergangenheit nieder, während wir keine neuen Helden für unsere Zukunft aufbauen.

Das Problem mit dieser Art, die Welt zu betrachten, ist, dass sie entfremdend und selbstzerstörerisch ist. Sie ist auch falsch. Nach objektiven Maßstäben ist Elon Musk ein großer Mann der Geschichte, der den Lauf der menschlichen Zivilisation für künftige Generationen beeinflusst. Wie mir ein Partygast sagte: "Er hat eine verdammte Rakete mit mechanischen Essstäbchen gefangen." Doch trotz seiner Leistungen wird Musk vom demokratischen Establishment eher verhöhnt als gefeiert.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen Leistung und Ressentiments erklärt vieles an unserer gegenwärtigen Situation. Die jungen Männer, die ich an jenem Abend in Manhattan traf, haben nicht nur für Trumps Politik gestimmt. Sie stimmten für eine andere Sicht der Geschichte und der menschlichen Natur. In ihrer Welt zählt individuelle Größe. Männlicher Ehrgeiz dient einem Zweck. Risikobereitschaft und Trotz schaffen Fortschritt.

Deshalb geht der Sieg von Trump über die konventionelle politische Analyse hinaus. Er bedeutet mehr als eine Rüge der Grenzpolitik oder der Inflationsraten. Er signalisiert die Wiederauferstehung alter Wahrheiten: dass die Zivilisation durch die Handlungen bemerkenswerter Individuen voranschreitet, dass männliche Eigenschaften eher aufbauen als zerstören können und dass großartige Leistungen - trotz unseres modernen Unbehagens an diesem Konzept - eine Kraft in menschlichen Angelegenheiten bleiben.




5. Das Magazin "New York" schreibt zum selben Thema unter der Überschrift "Trump’s Multiracial Coalition of Men Is Here":

In den nächsten vier Jahren wird es viele gegenseitige Schuldzuweisungen bei den Demokraten geben, und die Strategen werden sich mit der Frage abmühen, was schief gelaufen ist und wer die Schuld trägt. Aber wenn Demografie tatsächlich Schicksal ist, wie viele Demokraten einst annahmen, dann müssen sich die Republikaner über ihr Ansehen bei Männern aller Ethnien und insbesondere bei Latinos besonders freuen - ein Problem, das die Demokraten lösen müssen, wenn sie überhaupt noch Hoffnung haben wollen, das Weiße Haus zurückzuerobern.

(…) Das Abwandern der schwarzen Männer steht im Einklang mit der zunehmenden Desillusionierung aller schwarzen Wähler gegenüber den Demokraten, die sich in der sinkenden Unterstützung für die Präsidentschaftskandidaten der Partei in jedem Rennen seit 2008 zeigt. Das Gefühl, dass die Politiker der Demokraten nach den Bürgerrechten keine bedeutenden Fortschritte für schwarze Männer erzielt haben, gepaart mit der Sehnsucht nach Trumps Vor-COVID-Wirtschaft, warf auch einen Schatten auf Harris' schwache Appelle an die Wählerschaft, zu denen auch die Zusage gehörte, Gras zu legalisieren und Kryptowährungswerte zu schützen.




6. Ein Professor an der Universität Boston bekundete, die Niederlage von Kamala Harris sein keineswegs die Schuld von Kamala Harris, sondern von "toxischer Männlichkeit" und "weißem Herrenmenschendenken".



7. Amerikanerinnen bestrafen ihre Partner, wenn diese Donald Trump gewählt haben, mit der Verweigerung von Sex. Damit schließen sie sich der aus Südkorea importierten 4-B-Bewegung an. Die vier Bs stehen für die Dinge, auf die verzichtet wird: bisekseu = kein Sex mit Männern, biyeonae = keine heterosexuellen Beziehungen, bihon = keine heterosexuelle Hochzeit, bichulsan = kein Kinderkriegen.

"Spiele meinen Part als amerikanische Frau, indem ich letzte Nacht mit meinem republikanischen Freund Schluss gemacht habe und heute Morgen offiziell dem 4B-Movement beitrete", postete etwa Userin "rabbitsandtea" auf Tiktok.

(…) "Ich habe meinem Verlobten letzte Nacht den Ring zurückgegeben und eine vierjährige Beziehung beendet", schreibt etwa Userin Janice.

Eine weitere Amerikanerin schreibt: "Ich werde von jetzt an keinen Sex mehr mit meinem Freund haben. Wenn er darüber wütend wird, hätte er sich vorher überlegen sollen, rot zu wählen."


Auch der britische Telegraph berichtet darüber:

In einem auf TikTok geteilten Video verspricht eine junge Frau, enthaltsam zu leben, und ermutigt andere, Dating-Apps zu löschen, um "Souveränität" über ihren Körper auszuüben.

"Als Frau ist meine körperliche Autonomie wichtig, und das ist meine Art, die Souveränität darüber auszuüben", sagt sie. "Ich ermutige also alle anderen Frauen, die Single sind und denen es wichtig ist, die Rechte der Frauen voranzubringen und für ihre körperliche Autonomie zu kämpfen, dasselbe zu tun. Löscht eure Dating-Apps."

Die Frau ermutigt auch andere, ihre Freundinnen um Trost zu bitten, "wenn man jemanden zum Kuscheln braucht"

(…) In einem weiteren Video sagte eine Frau: "Ich persönlich denke, wenn all diese Männer dafür stimmen, uns unsere Rechte zu nehmen, verdienen sie es nicht, in den nächsten vier Jahren eine Frau anzufassen. Ich hoffe, ihr habt euch das gut überlegt,Jungs.".




8. Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit dem Misserfolg von Kamala Harris bei weiblichen Wählern. In dem Artikel heißt es: "Inwiefern Wut und Enttäuschung die Männer zu Trump-Wählern macht, ist aus der Nachwahlbefragung nicht ersichtlich." Doch, eigentlich schon, und es dürfte immer klarer werden, je mehr man beginnt, Männern zuzuhören.



9. Es gibt noch andere Themen. Beispielsweise hat das deutsche Kabinett die Pläne für einen neuen Wehrdienst gebilligt.

Ziel des Entwurfs von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist es, dass alle jungen Männer, die vom kommenden Jahr an 18 Jahre alt werden, in einem digitalen Fragebogen Auskunft über ihre Bereitschaft und Fähigkeit zum Militärdienst geben müssen. (…) Für junge Frauen ist das Ausfüllen optional – "da es im Grundgesetz nur eine Wehrpflicht für Männer, nicht aber für Frauen gibt", sagte Pistorius.




10. Toxische Weiblichkeit der Woche: Der "Standard" berichtet über eine Frau, die ihren Partner zweimal töten und ihm einen Mordversuch anhängen wollte. "Kaltblütig, ohne mit der Wimper zu zucken, hat sie zwei unschuldige Männer ins Gefängnis gebracht und ihre unmündige Tochter zur Komplizin gemacht", fasst die Staatsanwältin in ihrem Eröffnungsplädoyer die Vorwürfe zusammen.



11. Eine Meldung aus der Schweiz:

Vergangene Woche sorgte ein Bericht der Armeefachstelle Frauen in der Armee und Diversity unter dem Titel "Diskriminierung und sexualisierte Gewalt aufgrund des Geschlechts und/oder der sexuellen Orientierung in der Schweizer Armee" sogar in bürgerlichen Medien für Alarmismus. Die NZZ titelte: "‹Weckruf› in der Schweizer Armee: Laut einer Studie haben über 90 Prozent der Frauen sexualisierte Gewalt erlebt." Offenbar ist das Leben in unserem Militär die Hölle auf Erden, vor allem für Frauen und sexuelle Minderheiten.

Die Armeegegner liessen sich nicht zweimal bitten. Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) vermeldete auf der Plattform X, der Bericht zeige, dass "dieser sexistische Trachtenverein nicht reformierbar ist und die Dienstpflicht abgeschafft gehört". Und würden wirklich 9 von 10 weiblichen Armeeangehörigen Opfer von "sexualisierter Gewalt", hätten die pazifistischen Radikalinskis recht: Organisationen, die Frauen derart systematisch viktimisieren, sind in der Tat so dysfunktional, dass man sie ohne Verluste ausrangieren kann. Das Problem an den schockierenden Zahlen ist, dass sie das Produkt von wissenschaftlichem Unfug sind.


Hier geht es weiter.



12. Die kanadische National Post berichtet in einem gigantischen Feature über männliche Opfer häuslicher Gewalt. Auch die Aktivisten der Männerbewegung erhalten in diesem Beitrag viel Raum. Ein Auszug:

In einem Teil des Studentenghettos der York University im Norden Torontos befindet sich ein unscheinbares, dreistöckiges Stadthaus aus rotem Backstein, das eine Art Nationalschatz darstellt. Es ist einer der wenigen Orte in Kanada, an dem misshandelte Männer und Väter mit Kindern eine Notunterkunft finden können.

"Wir sind die einzige Anlaufstelle in der Stadt, wenn es um familiäre Gewalt für Väter und Kinder geht", sagt Justin Trottier, der das Family Shelter for Abused Men and Children leitet. Die Einrichtung wurde auf dem Höhepunkt der Pandemie im März 2021 eröffnet und ist das Ergebnis von mehr als sieben Jahren Arbeit von Trottier und dem Canadian Centre for Men and Families (CCMF).

Das gemeinnützige Männerzentrum bietet seit 2014 Beratungs- und psychosoziale Dienste für männliche Opfer von Missbrauch und Gewalt an und schließt damit kritische Lücken in der Männerhilfe. Doch die große Nachfrage nach einer Notunterkunft veranlasste sie, ein richtiges Wohnhaus zu eröffnen.

"Wir bekamen jahrelang Anrufe, bevor wir es aufmachten, und das war es, was uns den Anstoß gab, ein Heim zu eröffnen. Die Nachfrage war schon immer groß", sagte Trottier.

In ganz Kanada gibt es fast 600 Heime für Opfer von häuslicher Gewalt und Gewalt in der Partnerschaft, aber nur vier Prozent davon sind für Männer da. Mehr als zwei Drittel der Einrichtungen (68%) sind für Frauen und ihre Kinder zuständig, während weitere 11% nur Frauen betreuen. Nach Angaben des kanadischen Statistischen Amtes haben von den etwa 24 Notunterkünften, die 2021-22 ihre Türen für Männer geöffnet haben, praktisch alle auch Frauen aufgenommen. Mehr als 99 Prozent der 46.827 Bewohner von Notunterkünften für häusliche Gewalt im Jahr 2021-22 waren Frauen und ihre Kinder.

Für männliche Opfer häuslicher Gewalt bleiben nur wenige Punkte auf der riesigen Landkarte Kanadas übrig, in denen sie Sicherheit finden können. Noch seltener gibt es Orte, zu denen misshandelte Väter ihre Kinder bringen können.

(...) Etwa 90 Prozent der Bewohner der Notunterkunft in Toronto sind "männliche Überlebende von Gewalt in der Familie und ihre Kinder", so Trottier gegenüber der Post. Aber auch männlichen Flüchtlingen, Menschen mit psychischen Problemen und von ihren Familien entfremdeten Jungen werden die Türen geöffnet. "Es gibt keine harte Regel gegen Männer in anderen Situationen", sagte er.

Den Bewohnern wird eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen angeboten, die Trottier gerne als "Rundum-Service" bezeichnet, von der Bereitstellung von Kleidung und Lebensmitteln bis hin zu Notfall-Trauma-Beratung, psychologischer Betreuung, Peer-Unterstützung und Mentoring, Vaterschaftskursen und Rechtshilfe. Die Verweildauer ist auf 90 Tage begrenzt. Trottier sagte, dass die Warteliste häufig zwischen vier Wochen und zwei Monaten beträgt.

(...) In Kanada zeigten 2018 die von StatsCan veröffentlichten Statistiken über Misshandlungen, dass 23 Prozent der Frauen in irgendeiner Form misshandelt wurden, gegenüber 17 Prozent der Männer. Vierundvierzig Prozent der Frauen gaben an, sexuell missbraucht worden zu sein, verglichen mit 36 Prozent der Männer, mit ähnlichen Vergleichen für seelische Gewalt.

Und obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen von ihren Partnern getötet werden, siebenmal höher ist als bei Männern, sind auch Männer in diesen harten Opferstatistiken zu finden. Im Jahr 2021 entfiel fast ein Viertel (24 %) der 90 Tötungsdelikte durch Intimpartner auf Männer. Nationale Medien übersehen oft Geschichten wie die von Blake Bibby, einem 36-jährigen Mann aus Newmarket, Ontario, der im Juli von seiner Ex-Freundin erstochen wurde.

(...) Elizabeth Bates, eine Spezialistin für dieses Thema an der Universität Cumbria im Vereinigten Königreich, erklärte in einer E-Mail an die National Post, dass die Wahrnehmung, die man über häusliche Gewalt gewinnt, stark von dem Datensatz beeinflusst wird, den man auswählt. Während aus Polizeiberichten hervorgeht, dass "die große Mehrheit der Täter männlich und die Opfer weiblich sind", zeigen Umfragedaten von Regierungsbeamten in England und Wales, "dass von drei Opfern häuslicher Gewalt eines männlich und zwei weiblich sind", sagte sie.

"In der akademischen Literatur, die sich in der Regel auf Selbstauskünfte stützt, liegt das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Opfern eher bei 50:50", so Bates. "Es gibt eine Reihe von Gründen für diesen Unterschied, aber einer der Hauptgründe liegt meiner Meinung nach in den Hindernissen, die bei der Anzeige von Viktimisierung bestehen", so Bates.

Alexandra Lysova, Kriminologie-Professorin an der Simon Fraser University, erklärte gegenüber der National Post, dass die von der kanadischen Regierung in Auftrag gegebene Viktimisierungsstudie General Social Survey (GSS) für 2019 ebenfalls ein "sehr, sehr enges" Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Opfern von Gewalt in Paarbeziehungen feststellte, sowohl bei seelischer als auch bei körperlicher Gewalt.

Solche Erkenntnisse sollten die Öffentlichkeit dazu ermutigen, Stereotypen über häusliche Gewalt zu überwinden, die ausschließlich Männer als Täter darstellen, so Lysova, denn einem großen Teil der Gesellschaft werden dringend benötigte soziale Dienste vorenthalten. "Wir stellen fest, dass die Spitze des Eisbergs und ein großer Teil der Gewalt in Paarbeziehungen unter der Oberfläche stattfindet und der Polizei nicht bekannt ist", sagte Lysova.

"Ich höre so oft: 'Oh, es passiert mehr von Männern an Frauen'. Aber nein, das ist nicht richtig. Richtig ist, dass mehr Frauen als Männer Anzeige erstatten, und dass mehr Frauen Anzeige erstatten, wenn der Täter ein Mann ist, als wenn der Mann von einer Frau misshandelt wird", sagte Phil Mitchell, ein britischer Berater, der sich auf männliche Gewaltopfer spezialisiert hat.

[Mit Phil Mitchell habe ich auch eines der Interviews meines Buchs "Sexuelle Gewalt gegen Männer" geführt – A.H.]

(...) Das Heim in Toronto war nicht das erste, das missbrauchten kanadischen Männern einen sicheren Hafen bot. In den 1990er Jahren stapfte Earl Silverman durch Calgary auf der Flucht vor seiner gewalttätigen Frau. Er suchte verzweifelt nach einem Ort, an dem er wieder auf die Beine kommen konnte, aber jedes Mal, wenn Silverman versuchte, sich in einem Heim für häusliche Gewalt anzumelden, wurde er abgewiesen und aufgefordert, stattdessen eine Therapie zu machen.

"Als ich in der Gemeinde nach Hilfsangeboten suchte, konnte ich keine finden. Es gab viele Angebote für Frauen, und die einzigen Programme für Männer waren für Wutbewältigung. Als Opfer wurde ich erneut viktimisiert, weil mir diese Dienste sagten, ich sei kein Opfer, sondern ein Täter", sagte Silverman 2013 der National Post.

Er wurde zu einem Fürsprecher für männliche Opfer von häuslicher Gewalt. Silverman gründete das Men's Alternative Safe House, die damals erste und einzige Zufluchtsstätte in Kanada für männliche Opfer häuslicher Gewalt. Zu Spitzenzeiten beherbergte die Einrichtung etwas mehr als ein Dutzend Männer und eine Handvoll Kinder und wurde hauptsächlich durch private Spenden, aber auch aus Silvermans eigener Tasche finanziert. Er hatte sich an die Regierung gewandt, um Hilfe zu erhalten, wurde aber abgewiesen.

"Gewalt in der Familie ist nicht mehr ein soziales Problem, sondern nur noch ein Problem der Frauen. So wird jede Unterstützung für Männer als gegen Frauen gerichtet interpretiert", sagte er damals einem Medienunternehmen in Alberta.

Der Kampf um Anerkennung und Akzeptanz forderte von Silverman seinen Tribut. Im Laufe der Jahre hatte er mit seinen Dämonen und Traumata zu kämpfen und verfiel häufig in Alkoholismus. Das Projekt gab ihm einen neuen Sinn und Zweck - bis sich die Rechnungen zu stapeln begannen und er darum kämpfte, die Tür offen zu halten. Die Finanzen wurden schließlich untragbar, und er war gezwungen, sein Haus zu verkaufen.

Silverman wurde kurz nach seinem Interview mit der National Post im Jahr 2013 von dem neuen Eigentümer, der das Anwesen besichtigte, erhängt in der Garage entdeckt. In einem vierseitigen Abschiedsbrief beschuldigte er die Regierung, die Notlage der Männer zu ignorieren.

(...) Oberflächlich betrachtet scheint Trottier ein unwahrscheinlicher Nachfolger für Silverman zu sein, ein Vermächtnis, das er mit der Eröffnung eines zweiten Männerhauses in Calgary in diesem Monat antreten wird - mehr als ein Jahrzehnt nach der Schließung von Silvermans Zuflucht.

Mit 41 Jahren ist sein Leben mit scheinbar unzusammenhängenden Initiativen gespickt. In seinen Zwanzigern und Dreißigern gründete er eine säkulare Organisation und argumentierte vor dem Obersten Gerichtshof gegen öffentliche Gebete in Regierungssitzungen in Quebec. Er gab atheistische Buswerbung in Auftrag und kandidierte als Abgeordneter der Grünen Partei im Wahlkreis Toronto Parkdale-High Park. Er verlor das Rennen, stand aber auf der richtigen Seite der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.

"Ich neige dazu, mich zu diesen wenig erforschten Themen zu hingezogen zu fühlen, die einerseits wirklich wichtig sind, gegen die andererseits aber mysteriöserweise niemand etwas unternimmt. Wenn es eine Art roten Faden gibt, der all meine sonst so eklektischen Interessen miteinander verbindet, dann ist es dieser", sagte er.

Vor einem Jahrzehnt stolperte Trottier über das Thema Männer. "Es ist mir klar, dass es hier um Leben und Tod geht. Ich meine Selbstmordprävention, Entfremdung von den Eltern, Todesfälle am Arbeitsplatz, Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit - all diese Dinge, die Jungen und Männer unverhältnismäßig stark betreffen. Und niemand nimmt das wahr. Das hat mich wirklich fasziniert und auch frustriert."

Die Aufmerksamkeit, die Trottier zuvor in den Medien erhielt, verflog, als er begann, über Männer in Not zu sprechen. "Meistens denken die Medien nicht einmal, dass dies eine legitime Sache ist. Sie sind es einfach gewohnt, über Geschlechterfragen auf eine bestimmte Art und Weise zu berichten, und sie halten das Gespräch für abgeschlossen, wenn man es aus einer, ich würde sagen, ideologischen Perspektive angeht. Es gibt nicht viel Appetit auf ein umfassenderes Gespräch, um die Dinge aus einem ... umfassenderen Blickwinkel zu betrachten."

(...) "Wir wollen nichts über misshandelte Männer wissen", schrieb Janice Fiamengo, Professorin an der Universität von Ottawa und entschiedene Verfechterin der Männerproblematik, in einer E-Mail an die National Post. "Wir wenden unsere Augen ab. Und wir wollen definitiv nichts von gewalttätigen Frauen wissen."

Schlimmer noch, diese Männer sind oft politisch und gesellschaftlich heimatlos, und es gibt nur wenige Fürsprecher, die sich ihrer Sache annehmen. "Männliche Opfer von häuslicher Gewalt sind gefangen zwischen der progressiven Linken, die nicht glaubt, dass Männer Opfer sein können, weil sie Macht haben, und der ritterlichen Rechten, die Männern sagt, dass sie echte Kerle sein und Frauen beschützen sollen", fügte Fiamengo hinzu.




kostenloser Counter