Mittwoch, April 25, 2018

"Ein Leben lang bezahlen für das Kind eines anderen" – News vom 25. April 2018

1.
Vaterschaftsklagen sind in der Schweiz enge Grenzen gesetzt. Ein Mann, der nicht der leibliche Vater seines Sohnes ist, hat das soeben erfahren.


Der Tages-Anzeiger berichtet.



2. "Wird Müttern etwas weggenommen, wenn Väter das selbe wollen?" fragt Sandro Groganz auf der Website "Freiheit für Familien":

Mütter, die gegen das Wechselmodell sind, reagieren auf Väter, die dafür sind, als wollten sie den Müttern die Kinder weg nehmen. Ein Farmbesitzer, dem man einst die Sklaven wegnehmen wollte, damit sie so frei sind wie er, hatte auch das Gefühl, dass man ihm etwas weg nimmt.

Das Prinzip ist bei ungleichen Machverhältnissen immer das selbe: Für diejenigen, die die Vorteile der Macht genießen, erscheint es immer so, als würden die anderen, die für gleiche Rechte kämpfen, ihnen etwas nehmen. Das Problem der Mächtigen ist nicht die Gleichheit, sondern der Verlust der Vorteile der Ungleichheit.


Hier geht es weiter.



3. Und da es derzeit nur spärlich erwähnenswerte Nachrichten und Artikel gibt, sind wir schon bei der Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Soeben bin ich auf den Fall "Leverett" gestoßen. Caleb Leverett ist ein Vater, dessen 14 jähriger Sohn Parker nach der Trennung bei ihm leben will. Das Besondere hier ist, dass es in erster Linie der Sohn selbst ist, der gegen den Widerstand der Gerichte, der Staatsmacht und der Mutter um sein Recht kämpft.

Leider ist dieses Video sehr lang (72 Minuten), aber es lohnt sich. (Das zeigen sechs Millionen Views).

Ein Gericht hatte die gemeinsame Sorge beider Elternteile angeordnet. Das Video dokumentiert das Geschehen nach einer von Vater und Sohn gemeinsam verbrachten Zeit und vor der Übergabe an die Mutter. Parker weigert sich nämlich einfach, aus dem Wagen seines Vaters auszusteigen und der wiederum kann (bzw. will) ihn nicht zwingen. Da Leverett die ganze Szenerie aufzeichnet, kann die Mutter auch keinen körperlichen Zwang erzeugen (die Wagentür öffnen und ihren Sohn rauszerren), sondern kann nur auf ihren Sohn "einreden" und "die Cops rufen".

Wer noch keine Vorstellung vom möglichen Charakter "toxischer Weiblichkeit" hat, möge bei den nun folgenden Szenen besonders aufpassen, denn sie greift auf das komplette Manipulationsarsenal einer narzisstisch-gekränkten Mutter zurück.

Ich kann nur sagen, dass das Video von außen betrachtet eher harmlos wirkt, weil es im klassischen Sinne keine "Action" gibt, dennoch "triggert" es. Zumindest jene Menschen, die sich in die jeweilige Situation der Protagonisten hineinversetzen können.

Dienstag, April 24, 2018

Deutschlandradio: "Maskulismus – Zwischen Männerthemen und Frauenhass" – News vom 24. April 2018

1. In einem aktuellen Beitrag für den Deutschlandfunk, den man sich auch als Podcast anhören kann, beleuchtet Laura Lucas aus feministischer Sicht die Debatte um den Maskulismus. Ich selbst komme dort als Mitglied von MANNdat sowie der Liberalen Männer (FDP) zu Wort. Außerdem äußern sich der Antimaskulist Andreas Kemper, der die Männerrechtsbewegung missbilligt, sowie der Paar- und Sexualtherapeut Eilert Bartels, der aufhörte, sich als Feminist zu bezeichnen, nachdem er dessen Sichtweise als einseitig erkannt hatte. (Ich bin mit Eilert Bartels auf Facebook befreundet, wo er für eine Zusammenarbeit von Feminismus und Maskulismus plädiert.)



2.
Die #MeToo-Debatte hat gezeigt, wie oft Männer ihre Machtpositionen ausnutzen. Aber welche Rolle spielen dabei die Frauen? Machen sie sich schwächer, als sie sind? Festigen sie mit ihrem Verhalten nicht vielleicht sogar männliche Macht?


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Svenja Flaßpöhler.



3. Lucas Schoppe wird in einem aktuellen Beitrag, den Sie eigentlich genauso gut gleich im Volltext lesen könnten, grundsätzlich, was die politische Situation in unserem Land betrifft. Ich zitiere einmal sehr ausführlich:

Im Gespräch mit Kolleginnen erlebte ich neulich eine Reaktion, die mich überraschte. Ich hatte den Eindruck geäußert, dass wir uns langsam in die Richtung einer Politik nach DDR-Stil bewegen, hin zu einem ständig moralisierenden Autoritarismus. (...) Unser Kollegium ist politisch weit überwiegend rot-grün, aber die Kolleginnen stimmten sofort zu, als hätten sie längst dasselbe Gefühl. Nach vielen persönlichen Erfahrungen wie dieser bin ich mir sicher: Das Unbehagen an der Entwicklung unserer Demokratie ist nicht einfach ein spinnertes Ressentiment einiger "Lügenpresse"-Rufer von rechts, sondern reicht weit in ein links-liberales Spektrum hinein.

Das ist, insbesondere in dem großen Text von Leszek, ja auch hier im Blog immer wieder Thema gewesen: Im politischen Feld ersetzt das moralisierende Abqualifizieren des Gegners mittlerweile ganz selbstverständlich die Auseinandersetzung mit ihm – Gruppen kommunizieren intern und untereinander, aber nicht mit Akteuren aus anderen Gruppen – das Bewusstsein verschwindet, dass sich alle Beteiligten, und sei es aus noch so begrenzten Perspektiven, auf eine gemeinsame Wirklichkeit beziehen.

Bei aller Ablehnung der Positionen von rechtsaußen habe ich gleichwohl den Eindruck, dass diese Balkanisierung der Politik besonders intensiv von Gruppen betrieben wird, die sich als "links" verstehen.


Schoppe konkretisiert diese allgemeinen Gedanken nun anhand der Vorkommnisse um den Frankfurter Wissenschaftskongress gegen häusliche Gewalt vom vorvergangenen Wochenende:

AStA und Homosexuellen-Aktivisten organisierten Proteste und versuchten, den Kongress zu verhindern. Wie abgekoppelt von der Wirklichkeit ihre Begründungen waren, demonstrierten unbeabsichtigt zwei türkische Migranten, die bei dem Protest auftraten:

"Wir sind vor dem IS geflohen, jetzt müssen wir in einem der fortschrittlichsten Länder in Europa so etwas erleben."

So hat eben jedes Land seine unvorstellbaren inhumanen Schrecknisse: In dem einen wütet der massenmörderische Terror des IS, im anderen wird ein Kongress zur häuslichen Gewalt abgehalten. In einer bezeichnenden, an Orwell geschulten, aber gar nicht beabsichtigten Selbstironie bezeichnen die Demonstranten, die den Kongress über häusliche Gewalt verhindern wollten, ihre Aktionen als Demo für Akzeptanz und Vielfalt.

Nicht nur queer.de, die Quelle dieses Zitats, auch Medien mit dem Ruf der Seriosität wie die Frankfurter Rundschau, die Hessenschau oder bento vom "Spiegel" berichteten in ähnlich entkoppelter Weise über den Kongress. Dazu kamen schnell Akteure der Grünen, der SPD und, ausgerechnet, der Ex-SED. Sie fixierten sich auf die Unterstellung von Homosexuellenfeindlichkeit und blendeten ganz aus, worum es den Wissenschaftlern eigentlich ging.

Auch das ist, bei allen Unterschieden, eine Parallele zum DDR-Staat. Die völlig selbstverständliche Lancierung von Falschmeldungen, von denen eigentlich alle wissen, dass es Falschmeldungen sind, ist eine Machtdemonstration. Ich weiß, dass es falsch ist, was ich über Dich sage – Du weißt, das es falsch ist – andere wissen, das es falsch ist – aber ich sage es trotzdem, und Du kannst nichts daran ändern.

Der Faschismus-Vorwurf hat dabei eine ganz besondere Funktion. Für ein linkes Selbstverständnis muss der Marsch durch die Institutionen notwendig Widersprüche produzieren: Das Volk wird gegen die Herrschenden vertreten – aber die Vertreter gelangen dabei selbst in Herrschaftspositionen dem Volk gegenüber. Wenn diese Herrschaft dann nicht selbstverständlich akzeptiert oder bejubelt, sondern aus der Bevölkerung offen kritisiert wird, dann werden die Widersprüche sichtbar und erfordern eine Reaktion.

Der Faschismus wiederum ist ohnehin, und ja völlig zurecht, verbucht als destruktiver Volksverführer, als reaktionäre Propagandamaschine, der Einhalt geboten werden muss. Der beliebige Faschismus-Vorwurf zielt vor diesem Hintergrund gar nicht auf politische Inhalte und ist daher auch mit sachlichen Klärungen kaum zu entkräften. Er ist eine projektive Reaktion darauf, dass ausgerechnet die Menschen, für die linke Akteure Politik machen, gegen diese Politik aufstehen. Sie lassen sich dann als Verführte darstellen, aber eben gefährliche Verführte, denen Einhalt geboten werden müsse. Damit kann das Selbstverständnis aufrecht erhalten bleiben, gegen deren Proteste für diese Menschen Politik zu machen. "Ich liebe doch alle – ich liebe doch alle Menschen. Ich liebe doch."

Das hat nicht nur den Nachteil, dass so die Auseinandersetzung mit den eigenen, objektiven Widersprüchen vermieden wird. Tatsächlich wird auch unterschwellig ausgerechnet das faschistische Bild "des Volkes" übernommen, das verführbar, formbar, irrational und daher der Führung bedürftig wäre. Selbst wer die Menschen offen anlügt, kann sich dann einreden, er täte es nur in ihrem Interesse.

Wie massiv diese Fehleinschätzung ist, zeigt sich beispielhaft an der Frankfurter Rundschau, die einmal eine der wichtigsten Zeitungen des Landes war, die aber mittlerweile so viele Leser verloren hat, dass sie Zahlen zu ihrer Auflage schon seit einigen Jahren gar nicht mehr veröffentlicht (...). Die Leser, die dieser Zeitung verloren gingen, waren ja eben gerade keine Angehörigen einer verhetzten, "rechtsoffenen" Masse, sondern Linksliberale, und offenbar kritische Linksliberale.

Die DDR musste sich schließlich einmauern, um zu verhindern, dass die Menschen, die sie brauchte, scharenweise das Land verlassen (...). Das könnte eine wichtige Einsicht für unsere heutige Linke sein, ob nun für linksliberale Blätter oder für eine sozialdemokratische Partei: Wer sich darauf fixiert, die politisch Bösen zu identifizieren und draußen zu halten – der grenzt nicht das Böse aus, sondern verliert eben die Menschen, die er für eine humane Politik braucht.

Montag, April 23, 2018

Leitmedien verlieren weiter rasant an Auflage – News vom 23. April 2018

1. Obwohl sich viele Journalisten verlässlich an dem orientieren, was ihre Kollegen lesen möchten, ist die Auflage verschiedener Leitmedien im ersten Quartal des Jahres erneut drastisch gesunken. So hat beispielsweise der "Spiegel" im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2017 knapp 9 Prozent seiner Leser verloren. "Süddeutsche Zeitung" und "Frankfurter Allgemeine" kamen mit lediglich zwei Prozent vergleichsweise glimpflich davon.



2. Sandro Groganz berichtet über die psychischen Folgen seiner Entrechtung als Vater.



3. Das nächste Kuckucksvätertreffen findet am 5. Mai in Bonn statt.



4. Der Londoner Marathon zog einigen Unmut auf sich, weil dort der "Geschlechtergerechtigkeit" zuliebe Männer schneller laufen mussten als Frauen, um antreten zu dürfen.

Samstag, April 21, 2018

Rückblickende Pressemitteilung Professor Gerhard Amendts zum Frankfurter Anti-Gewalt-Kongress

Mich erreicht gerade eine aktuelle Pressemitteilung, worin der Soziologe Professor Gerhard Amendt auf den Wissenschaftskongress über sinnvolle Maßnahmen gegen häusliche Gewalt zurückblickt, der letztes Wochenende an der Frankfurter Goethe-Universität stattgefunden hat. Genderama dokumentiert diese Pressemitteilung im Wortlaut:

Am vergangenen Wochenende haben ca. 150 Teilnehmer am Kongress "Familienkonflikt" teilgenommen. Der Kongress bot eine differenzierte Sicht auf partnerschaftliche Gewalt und deren Entstehung, die in der internationalen Forschung schon länger auf der Basis der empirisch bewiesenen Symmetrie der Gewalt zwischen Männern und Frauen entwickelt wird.

Die Vorträge der Wissenschaftler aus USA, Großbritannien und Israel stießen auf großes Interesse. Sie vermittelten einen Einblick in den Stand der Internationalen Forschung im Bereich der Partner- und Familiengewalt. Dabei ging es um Prozesse, die Gewalthandlungen vorausgehen und die für die praktische Arbeit wie die Gesundheitspolitik von Bedeutung sind. Unmittelbare Handreichungen für Beratung und Therapie konnte der Kongress nicht liefern. Die Assimilierung von neuem Wissen für die Praxis muss vor Ort geleistet werden. Zukünftige Kongresse sollen jedoch eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Berufspraxis verfolgen.

Der Kongress war von Protestaktionen und massiven Störungen begleitet. Sie waren gegen den Veranstalter, Kongress und Referenten gerichtet. Unwahrheiten und Schmähungen wurden durch einstweilige Verfügung des Gerichts oder Unterlassungserklärungen begegnet; u. a. der Frankfurter Rundschau, der Hessenschau.de und dem Merkurist als Quelle aller Falschbehauptungen.

Verwundert hat, dass die Präsidentin der Goethe Universität den Falschbehauptungen folgte und vom Veranstalter die schriftliche Zustimmung zum Werteverständnis der Universität - auch der Referenten – als Bedingung des Kongresses verlangte. Letztlich saßen mediale Berichterstattung, Demonstrationen und Universität einer Reihe von Unwahrheiten auf.

Der Kongress war ein Erfolg, weil er der den Teilnehmern den Blick auf die Forschungslandschaft im Ausland eröffnete. Die Bundesregierung ist daher gut beraten, mehr für die hiesige Forschung zu tun. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Kontrolle der Forschung über familiäre Gewalt vor allem durch das Familienministerium den Fortschritt hemmt und den Blick auf die Realität versperrt.

Vorträge und Bilder des Kongresses werden in Kürze auf familyconflict.eu zur Verfügung gestellt.

Gerhard Amendt

"Justizministerin Barley: Frontalangriff auf Meinungsfreiheit und Pluralismus" – News vom 21. April 2018

1. Die Selbstbestimmtheit der Bürger im Internet ist denjenigen Politikern, die ihre eigene Meinung flächendeckend durchsetzen möchten, weiterhin ein Dorn im Auge. So berichtet der Tagesspiegel über aktuelle Pläne von Justizministerin Katarina Barley (SPD):

Die Programme, mit denen etwa Facebook seinen Nutzern automatisiert ausgewählte Informationen bereitstellt, sollten laut Barley nicht allein darauf ausgerichtet sein, was einem gefällt. Es könnten auch andere Sichtweisen transportiert werden, "um einer kompletten Blasenbildung entgegenzuwirken", sagte die Ministerin bei einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Public Relations Gesellschaft und des Tagesspiegels zu Hassreden im Internet und dem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Als Beispiel nannte sie Berichte über Flüchtlinge oder Themen aus der Geschlechterdiskussion.


Das ist natürlich schon deshalb absurd, weil es dieses Pluralismusgebot in den etablierten Medien nicht gibt. So wird die feministische Weltanschauung auf allen Kanälen propagiert, während über die Anliegen von Männerrechtlern nur in homöopathischen Dosen berichtet werden darf und fast immer in Verbindung damit, dass man diese Männerrechtler rufmörderisch niedermacht.

Aber auch anderweitig ist Barley Forderung nach einer Verpflichtung, dass ihre Auffassungen sogar in private Facebook-Debatten einfließen sollen, problematisch. Alexander Wallasch erklärt, warum Barleys Forderung " verstörend" wirken müsse, wenn man ein Gedächtnis für "die leidvollen Erfahrungen aus Nationalsozialismus und DDR-Diktatur" besitze: "Was die Justizministerin da vorschlägt", so Wallasch, "so etwas muss man sich erst einmal trauen, überhaupt öffentlich zu äußern."

Wallasch führt hierzu aus:

Nun ist man von etablierten Machtstrukturen in Demokratien mittlerweile einiges gewöhnt, aber hier ist eine Steigerung in einer Wucht erkennbar, mit der das Justizministerium den von Heiko Maas gesetzten Frontalkurs gegen das demokratische Wertesystem noch einmal eskaliert. (...) Eine, die man ohne Übertreibung als direkte Kampfansage gegen die außerparlamentarische Opposition bezeichnen darf. (...) Denn wer wie Barley im digitalen Zeitalter eine "Pluralismus-Pflicht" fordert, der muss etwas anderes im Sinn haben, stehen doch die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen im besonderen Maße für eben das: Einen Meinungspluralismus, wie es ihn zuvor nie gegeben hat. Einen, der die mit dem politischen System der Bundesrepublik eng verwobenen etablierten Medien auf besondere Weise herausgefordert hat. Nie zuvor war die Opposition so meinungsstark aufgestellt. Das System einer Opposition nach Leitmedien-Gnaden hat ausgedient. (...) Die kritisierten Bürger waren nicht mundtot zu bekommen, sie wandten sich einfach von diesen sie bevormundenden Medien ab, anstatt mit ihnen in ein streng von den Medien kontrolliertes Zustimmungs-Ping-Pong zu gehen.


Wallasch zitiert in diesem Zusammenhang eine späte Erkenntnis des "Zeit"-Chefredakteuers Giovanni di Lorenzo:

"… ohne Not haben wir uns wieder dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken, wir würden so uniform berichten, als seien wir gesteuert."


Statt aus dieser Erkenntnis zu lernen, wolle das politische Establishment nun offenbar die eigene Propaganda in sozialen Netzwerken zwangsimplementieren: "Das von Skandalen rund um massiven Datenmissbrauch erschütterte und geschwächte Facebook beispielsweise soll nun zu nicht weniger genötigt werden, als dazu, dem Nutzer per Algorithmen regierungskonforme leitmediale Texte in seine Timeline einzuspielen."

Allerdings steht zu befürchten, dass Facebook nur den Anfang darstellt. Ich bin gespannt, wann die ersten Sozialdemokraten fordern werden, dass auch Blogs wie Genderama verpflichtet werden sollten, Auffassungen wie, es gebe einen "Gender Pay Gap", ein "Frauen unterdrückendes Patriarchat" und eine "Rape Culture" zu verbreiten. Natürlich nur dem Meinungspluralismus zuliebe.



2. Währenddessen sind liberale Geisteshaltungen nicht totzukriegen: Das Gedicht "Avenidas", das von der Fassade einer Berliner Hochschule entfernt wurde, nachdem Feministinnen es als "sexistisch" anprangert hatten, geht jetzt auf Deutschlandtour.



3. Die US-amerikanische Feministin Kristen Hatten hat sich unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps dessen Lager angeschlossen

Hatten begann, sich als "Ethnonationalistin" auf Twitter zu präsentieren, und teilte eine Reihe von Botschaften weißer Überlegenheit, darunter eine, die Russland für seine "weiße Identität" lobte.

Sie erzählte der Huffington Post, die ursprünglich über die Geschichte berichtete, dass sie "nach heutigen Maßstäben rassistisch" sei, aber bestritt, an eine Überlegenheit von Menschen mit weißer Hautfarbe zu glauben.

"Ich sehe, dass Europa und die USA ... naja, nicht europäisch werden", sagte sie. "Das besorgt mich – nicht, weil ich jemanden hasse, sondern aus dem gleichen Grund, warum Japan besorgt wäre, wenn die Japaner eine Minderheit in Japan werden würden. Kein Volk sollte begeistert davon sein, eine Minderheit in seinem Heimatland zu werden. Es widerspricht der menschlichen Natur. Ich würde es von keiner Rasse erwarten und ich denke nicht, dass es von Weißen erwartet werden sollte."

Freitag, April 20, 2018

"Das ist die Talibanisierung unserer Lebenswirklichkeit" – News vom 20. April 2018

1. Zu den Menschen außerhalb der journalistischen Filterbubble, die den herrschenden Feminismus kritisieren, stößt jetzt auch der Maler Neo Rauch. Im Interview mit dem "Handelsblatt" erklärte er:

Als jemand der (...) in der DDR aufgewachsen ist, spielte der Feminismus für mich natürlich überhaupt keine Rolle. Die Frauen waren in der DDR gleichberechtigt. Sie haben das Gleiche verdient wie die Männer und sie waren in jeder Hinsicht sehr selbstbewusst, auch in erotischer. Sie meldeten ihre Bedürfnisse ganz ungefiltert an. Und dann brach die Wende über uns herein und es veränderte sich sehr viel im Miteinander der Geschlechter. Das nimmt jetzt Fahrt auf in einer Art und Weise, der ich nicht immer ganz folgen kann. Auch nicht folgen will. Diese Übersensibilität, die jetzt Raum greift, die oftmals über das Ziel hinausschießt …

Handelsblatt: ... wenn zum Beispiel in Berlin das Gedicht "Avenidas" von einer Hauswand entfernt wird, weil es angeblich frauenfeindlich ist?

Rauch: Grauenvoll! Das ist eine Talibanisierung unserer Lebenswirklichkeit, die einem vorauseilenden Gehorsam entspricht, den ich nur verabscheuen kann. Ich schlage vor, anstelle der "Avenidas" folgende Zeilen von Bertolt Brecht anzubringen: "... oh wenn Ihr wüßtet, wie ich leide, seh ich eine schöne Frau, die den Steiß in gelber Seide schwenkt im Abendhimmelblau". Immerhin ein linker Autor, schon mal gut!


Diesen vorauseilenden Gehorsam, so Rauch und seine ebenfalls intervewte Partnerin Rosa Loy, kenne man aus der DDR sehr gut, auch wenn es dort kein Verbrechen gewesen sei, der Schönheit der Frau eine Huldigung darzubringen.

Großformatige Werbeplakate mit spärlich bekleideten Frauen empfindet Rauch weniger frauen- als männerverachtend: "Man wird auf das Stadium eines Straßenköters heruntergestuft, wird auf seine Reflexstruktur reduziert." Auf eine Frage zur "männerdominierten" Kunstbranche erwidert Rauch:

Es ist ja nicht so, dass nur die Männer die Bösewichte sind. Es gibt mitunter auch in unserer Branche Frauen, vor denen man die Frauen eigentlich in Schutz nehmen sollte. Rosa, wir haben das schon oft erlebt, dass gerade du von Frauen ausgegrenzt wurdest, von Galeristinnen oder von Jurorinnen. Es waren fast immer die Frauen, die sich gegen dich verschworen haben.




2. "Die Genderisierung im Sprachgebrauch nervt" befindet Sophie Rauch in einem Leitartikel des Hamburger "Abendblatts".



3. Der Chefredakteur Jens Clasen betreibt auf Twitter "Virtue Signalling", indem er sich als besonders frauenfreundlicher Mann präsentiert, der sogar die Straßenseite wechsele, wenn vor ihm eine Frau jogge. Dafür wird er inzwischen reihenweise verarscht.



4. Das Magazin "Neon" war eine der ersten Zeitschriften, die Männerrechtler als Deppen darstellte. Jetzt wird das Heft wegen einer katastrophal niedrigen Auflage eingestellt. Hätte man die Menschen außerhalb der journalistischen Filterbubble vielleicht doch etwas ernster nehmen sollen?



5. In einem Artikel darüber, wie er als Hausmann scheiterte, berichtet Oliver Füglister vom Argwohn von Müttern und wie ihn seine Frau nicht mehr als männlich-begehrenswert wahrnehmen konnte. ("Sie wünschte sich einen Mann, der 'voll und ganz im Leben' steht (...), auf den sie 'stolz' zeigen könne.")

Bemerkenswert sind in dem Beitrag Zeilen wie "Ich war privilegiert: Meine Frau finanzierte alles". Wenn Frauen sich in dieser privilegierten Situationen befinden, werden sie von Feministinnen wie Betty Friedan mit Häftlingen von Konzentrationslagern verglichen, und die deutsche Feministin Bascha Mika fabuliert: "Wir sind Geiseln, die gelernt haben, ihre Geiselnehmer zu lieben." Es ist immer weider erstaunlich, wie identische Lebenssituationen mal als enormes Glück und mal als unsägliches Verbrechen dargestellt werden, je nachdem ob ein Mann oder eine Frau davon betroffen ist.



6. Die Nachrichtenagentur Associated Press widmet sich den männlichen Opfern sexueller Übergriffe, die von der MeToo-Kampagne weitgehend ignoriert wurden:

Für einige männliche Opfer von sexuellen Übergriffen und Missbrauch, kann sich #MeToo mehr wie #WhatAboutMe anfühlen?

Sie bewundern die Frauen, die über traumatische Erfahrungen als Opfer von Übergriffen und Belästigungen sprechen, und fragen sich, ob Männer mit ähnlichen Narben jemals ein vergleichbares Maß an öffentlicher Empathie und Verständnis erhalten werden.

"Weil die Bewegung ausschließlich mit Frauen begann, fördert sie meine Einsamkeit als ehemaliges Opfer", sagte Chris Brown, Musikprofessor an der University of Minnesota. Er gehörte zu mehreren Männern, die im Dezember den berühmten Dirigenten James Levine beschuldigten, sie vor einigen Jahrzehnten als Teenager missbraucht zu haben, was zu Levines kürzlicher Entlassung durch die Metropolitan Opera Company führte.

"Männer gelten historisch gesehen als die Bösen", erklärte Brown und verwies auf die öffentliche Meinung. "Wenn einige Männer Frauen missbrauchen, dann sind wir alle Missbraucher ... also verdienen wir es, dass wir selbst missbraucht werden."

Browns Gefühl der Distanz zur #MeToo-Bewegung wird von anderen missbrauchten Männern geteilt - einige von ihnen haben einen #MenToo-Hashtag auf Twitter benutzt.

"Wir sind nie willkommen bei der Parade", sagte Andrew Schmutzer, Professor für Bibelstudien am Moody Bible Institute in Chicago, der über Missbrauch als Teenager geschrieben hat.

"Als männlicher Überlebender bist du immer eine Ergänzung", sagte er. "Du bist nie das Hauptthema einer Unterhaltung."

(....) Der New Yorker Psychoanalytiker Richard Gartner, ein Mitbegründer von MaleSurvivor, sagt, es gebe ein gesteigertes öffentliches Bewusstsein für den sexuellen Missbrauch von Männern in der Kindheit als Folge der großen Aufmerksamkeit für Skandale innerhalb der römisch-katholischen Kirche und an der Penn State University, wo Jerry Sandusky ein Assistenztrainer war, bevor er 2012 wegen sexuellen Missbrauchs von zehn Jungen verurteilt wurde. (...) Die Skandale der katholischen Kirche und des Penn State verstärkten die weit verbreitete Auffassung, dass der sexuelle Missbrauch des Kindes überwiegend von Männern begangen wird, aber Gartner sagte, dass der Missbrauch von Frau zu Mann "nicht so selten ist, wie man denkt".

Laut einer groß angelegten Studie, die 2005 von Forschern der Federal Centers for Disease Control and Prevention veröffentlicht wurde, machten weibliche Täter 40 Prozent des sexuellen Missbrauchs von Jungen aus. Die Studie ergab, dass sowohl Männer als auch Frauen, die als Kinder missbraucht wurden, doppelt so häufig wie andere Menschen später im Leben Selbstmord begehen.

(....) Joan Cook, die Yale Professorin, sagte, sie sei begeistert von der Größe der #MeToo Bewegung, aber frustriert im Namen der misshandelten Männer, die "nicht unter dem Zelt eingeschlossen zu sein scheinen".

"Frauen haben so lange darauf gewartet, dass sie ihr Recht bekommen, also gibt es vielleicht eine Haltung von: 'Nimm mir nicht meine Stimme weg'", sagte Cook. "Aber es ist kein Wettbewerb. Auch Männer haben lange gewartet, und sie sollten nicht warten müssen. Sie sollten jetzt gehört werden."

Donnerstag, April 19, 2018

Ministerin Giffey (SPD) will wegen Frauenquote mehr Druck machen – News vom 19. April 2018

1. Von wegen Erneuerung: Die SPD hat nichts das Geringste aus ihrem Absturz beim Wähler gelernt und macht weiter im gewohnten Trott.



2. Noch im Jahr 2018 muss man die Menschenrechte vor den großen Religionen retten: Die obersten Katholiken Islands prangern das dort geplante Gesetz gegen Beschneidung als antisemitisch an: "Das bringt uns zurück ins Jahr 1933, als Hitler die Macht in Deutschland übernommen hat. Und wir wissen, wie das endete."

Mit dem winzigen Unterschied, dass sich deutsche Juden vor Hitlers mörderischem Antisemitismus nicht schützen konnten, indem sie eines ihrer Rituale änderten.



3. CNN bewegt sich mit einer aktuellen Schlagzeile am Rande der Ketzerei: "It's okay to criticize the MeToo Movement".

Mittwoch, April 18, 2018

"Verleumdung und Niederbrüllen von Wissenschaft als Frühlingsspaziergang" – News vom 18. April 2018

1. Auf der Website von Roland Tichy beschäftigt sich Zara Riffler, selbst Studentin an der Frankfurter Goethe-Universität, mit den absonderlichen Reaktionen auf Professor Amendts Anti-Gewalt-Kongress:

Frankfurt galt lange als weltoffene, liberale Stadt. Wer dort heute einen wissenschaftlichen Kongress abhält, läuft Gefahr, in das Visier der rotgrünen Stadtpolitik, schlampig arbeitender Zeitungen und rotgrüner Studentenvereinigungen zu geraten.


Hier geht es weiter. Für den in Gänze lesenswerten Artikel hat Zara Riffler auch bei den Gegnern des Kongresses gründlich recherchiert und arbeitet mit punktgenau treffenden Formulierungen heraus, warum die Anfeindungen gegen den Kongress so unsäglich waren. Ich halte den Artikel für derart gelungen, dass ich regelrecht verwundert darüber bin, dass es sich um die erste Online-Veröffentlichung dieser jungen Autorin handelt. Chapeau!



2. Ebenfalls bei Roland Tichy fragt Rainer Zitelmann besorgt, ob die FDP jetzt dem (vermeintlichen) feministischen Zeitgeist hinterher laufe.



3. Heide Oestreich hat in der "taz" die Frauenrechtlerin Sonja Fatma Bläser zu der aktuellen Streitfrage interviewt, ob junge Mädchen das Kopftuch tragen sollten. (Oestreichs eigenes Buch zum Kopftuch-Streit ist übrigens vor allem zum Schluss hin wunderbar differenziert.) Das Interview enthält auch eine für Männerrechtler relevante Passage:

Oestreich: Aber dann müsste man doch sicher auch sagen: Die Beschneidung eines kleinen Jungen gefährdet das Kindeswohl mindestens genauso, oder?

Bläser: Ja. Die Beschneidung sollte auch verboten werden. Auf den Jungen liegt doch auch dieser furchtbare Druck: Wer nicht beschnitten ist, ist kein richtiger Mann. Der kann in der Dusche vor den anderen nicht bestehen. Es gibt Menschen, die fragen den Metzger ihres Halal-Fleisches, ob er denn auch "rein" ist! Viele junge Männer haben uns schon gesagt, dass sie sich nicht hätten beschneiden lassen, wenn sie selbst hätten entscheiden dürfen. Ich bin dafür, dass Kinder, bis sie religionsmündig sind, überhaupt nicht religiös "behandelt" werden dürfen.




4. Die Tagesschau beschäftigt sich mit der Verfolgung von Schwulen in der islamischen Welt und was deutsche Muslime dazu sagen.



5. Finnische Männer befinden sich aufgrund ihrer schlechten sozialen Lage in einem Zeugungsstreik:

Während rund 10 Prozent der Frauen einkommensschwach seien, so wären es unter den Männern bereits 18 Prozent, Tendenz weiter steigend. (...) Grund dieser Entwicklung sei auch eine allgemeine Marginalisierung der finnischen Männer in der Ausbildung. Die Familien-Soziologin Anna Rotkirch von der Universität Helsinki sieht das Problem schon in der Schule angelegt. "Wenn die Ergebnisse der Förderungspädagogik der Mädchen so schlecht wären wie die der Jungen, wäre das ein nationaler Skandal", erklärt sie der Zeitschrift "Talouselämä". (...) Gleichzeitig gelten in Finnland immer noch die gleichen Vorstellungen, dass Männer alles ertragen müssen, während Frauen mit Problemen Hilfe zusteht, wie ein Männergleichberechtigungsverein bemängelt.


Bislang hat die finnische Regierung auf diese Situation reagiert, indem sie Verkehrsschilder in geschlechtsneutrale Piktogramme änderte, an Kindergärten den Vatertag abschaffte und das Buch "Mehr Feminismus!" der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie an alle Neuntklässler des Landes kostenlos verteilen ließ. Es herrscht also derselbe ideologisierte Irrsinn wie hierzulande.

Der von mir gerade zitierte "Telepolis"-Beitrag enthält auch eine Umfrage dazu, ob Männer zum schwachen Geschlecht geworden seien. Die erste mögliche Antwort, "Nein, das ist nur Gejammere, wel es mehr Gleichberechtigung gibt", liegt bei 16 Prozent. Die zweite Antwort, "Ja, es gibt eine Krise der Männlichkeit und eine Tendenz zur Männerdiskriminierung" liegt bei 84 Prozent.

Allerdings besitzen die 16 Prozent in unseren Leitmedien die Macht.



6. In der Genderama-Rubrik über den Kampf für Männerrechte in einem aus unserer Perspektive "exotischen" Land geht es heute um Malawi.

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