Mittwoch, Dezember 07, 2022

New Yorker Magazin gelingt, woran alle deutsche Medien scheitern: eine faire Vorstellung der Männerrechtsbewegung

Das New Yorker Politikmagazin "National Review" hat gestern das fertiggebracht, woran deutsche Journalisten offenbar nicht einmal Interesse haben: ein sachliches und differenziertes Porträt der Männerrechtsbewegung zu veröffentlichen. Der Beitrag ist keine Reklame für diese Bewegung, er übernimmt nicht ihre Positionen, sondern er lässt die Akteure einfach nur ohne ständige Verzerrungen und Abwertungen zu Wort kommen. (Vor allem beim Berliner "Tagespiegel" müsste man sich jetzt verdattert fragen: "Wie, ohne Denunziationen und ohne Schaum vorm Mund kann man dieses Thema auch behandeln?") Ich habe den Beitrag für Genderama ins Deutsche übersetzt.



Peter ist ein schwuler britischer Schriftsteller, der die Labour Party unterstützt und in einem stabilen Mittelklasse-Haushalt aufgewachsen ist - und er ist ein aktives Mitglied der Männerrechtsbewegung.

Der heute Endzwanziger sympathisierte schon als Jugendlicher mit der Bewegung, nachdem er die seiner Meinung nach ungleiche Behandlung von Jungen und Mädchen im Bildungssystem erlebt hatte.

"In der Schule sah ich eine Menge Doppelmoral in der Art und Weise, wie Männer und Jungen gesellschaftlich behandelt wurden", so Peter gegenüber National Review. Er stellte fest, dass Jungen oft unfair diszipliniert wurden, während Verwaltungsangestellte und Lehrer bei Fehlverhalten von Mädchen ein Auge zudrückten.

Wie viele seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der Bewegung sah Peter seine eigenen Erfahrungen in der Schule als Auswuchs eines größeren gesellschaftlichen Übels: Akademiker, feministische Organisationen und Politiker diagnostizieren Männlichkeit selbst oft als ein Problem, das einer Lösung bedarf. Im Jahr 2019 gab die American Psychological Association Richtlinien heraus, in denen es heißt, dass "traditionelle Männlichkeit ... im Großen und Ganzen schädlich ist." Im darauffolgenden Jahr machten Forscher den Begriff "Manosphere" populär und bezeichneten alle, die mit der Männerrechtsbewegung in Verbindung stehen, als Verbreiter von Frauenfeindlichkeit.

Diese Erfahrung inspirierte Peter dazu, sich an "Gleichstellungsgruppen zu wenden und zu versuchen, diese Themen anzusprechen".

"Ich wurde natürlich angeschrien, beschimpft, belogen und verbannt", sagte er.

Auf der Suche nach einem Ort für Gespräche über Männlichkeit gründete Peter ein Online-Forum, "Men's Human Rights", in dem er begann, Themen zu diskutieren, die von den Mainstream-Medien oft ignoriert, grob stereotypisiert oder schlichtweg verteufelt werden. Peter lud National Review ein, den Kanal zu beobachten und mit fast einem Dutzend Teilnehmern zu sprechen, von denen sich die meisten bereit erklärten, unter der Bedingung der Anonymität zu sprechen und mit fiktiven Vornamen genannt zu werden.

"Ich habe den Discord ins Leben gerufen, weil es einen massiven Bedarf an Unterstützung für Männer gab, der nicht befriedigt wurde, und weil die Leute im Subreddit für Männerrechtsaktivisten in Echtzeit reden und sich organisieren wollten. Wir hatten mehrere Männer, die am Rande des Selbstmordes zu uns kamen - die meisten von ihnen waren von den regulären Kanälen desillusioniert", erklärt Peter.

Peter und die Mitglieder seines Kanals haben nicht den Eindruck, dass Frauen und Mädchen keine besonderen Herausforderungen zu bewältigen haben – sie glauben nur, dass Männer und Jungen besondere Probleme haben, die moderne Feministinnen nicht anerkennen wollen.

"Ich glaube, jeder Männerrechtler hat einen solchen Moment, und das ist der Grund, warum so viele von uns Feministinnen nicht mögen", sagte Peter. "Uns wurde gesagt, dass sie für Gleichberechtigung eintreten, und dann werden wir angeschrien und uns wird gesagt, dass wir die Leute in die Irre führen, weil wir sagen, dass der Hass gegen Männer real ist. Währenddessen erkennen Männerrechtler frohgemut die Existenz von männlichen und weiblichen Opfern an und behandeln sie als gleichwertig."

Nicht alle Männerrechtler - eine weit gefasste Bezeichnung für die Mitglieder einer amorphen Bewegung - sind so nachdenklich wie Peter. Es gibt bedenkliche Online-Chatrooms, die wirklich destruktiv sind. Im August 2021 wurde auf Reddit das Forum "Men Going Their Own Way" (MGTOW) verboten, in dem sich weiße, nationalistische Nutzer tummelten. Incels (unfreiwillige Zölibatäre), ein weiterer Ableger der so genannten Manosphere, sind für terroristische Anschläge in Amerika und Kanada verantwortlich.

Die angebliche Verbindung zwischen lösungsorientierten Männerrechtlern und gewalttätigen Verrückten, die Massenerschießungen begehen, ist "nicht existent", so Peter.

"Incels haben keine wirklichen Berührungspunkte mit Männerrechtlern, und wir haben eine Politik des augenblicklichen Kontaktverbots, was die extreme Rechte angeht. Akademische Abhandlungen über die 'Manosphere' zeigen, wie sehr sich die Aktivisten in der Soziologie und den Geschlechterstudien verankert haben", sagte er.

Um in das Forum aufgenommen zu werden, müssen sich die Mitglieder mit grundlegenden Regeln einverstanden erklären, darunter Richtlinien zum Thema Hassreden und Maßnahmen gegen Mobbing. Der Chatroom beherbergt Hilfskanäle für LGBT-Mitglieder und solche, die mit Scheidungen und psychischen Problemen zu kämpfen haben.

Der Einfluss äußerer Kräfte, insbesondere der akademischen Welt und feministischer Organisationen, auf die vorherrschende Meinung über die Männerrechtsbewegung ist ein häufiger Punkt der Frustration unter den Mitgliedern des Chats. Da die Bewegung diffus und führerlos ist, ist sie sehr anfällig dafür, von toxischen Kräften vereinnahmt oder von Außenstehenden falsch dargestellt zu werden, argumentieren diese Mitglieder.

Sie verbieten nicht nur frauenhassende Incels, auch im Chat selbst sind mehrere Frauen vertreten.

Kay, eine 21-jährige amerikanische Studentin, beschäftigt sich mit Fragen der Vielfalt und Integration und wurde von einigen, die sie kennen, sogar als "woke" bezeichnet. Sie ist ähnlich wie Peter aufgewachsen und hat sich wie er für die Männerrechtsbewegung interessiert, nachdem sie gesehen hatte, wie unterschiedlich Jungen von Lehrern behandelt wurden.

"Ich begann, viele Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten gegenüber beiden Geschlechtern zu bemerken", sagte sie.

"Ich denke, das schädlichste Missverständnis ist, dass Männerrechtsaktivisten Incels sind oder Frauen hassen", sagte Mason, ein 17-jähriger britischer College-Schüler. "Ich meine, bis jetzt sind alle, die ich in der Gemeinschaft getroffen habe, positiv und sehr einladend".

Mason hatte in der High School eine missbräuchliche Beziehung hinter sich. Als er seine Freunde um Unterstützung bat, wurde ihm gesagt, er solle "seinen Mann stehen" und darüber hinwegkommen. Die Selbsthilfegemeinschaft wurde zu seinem Tor zur Bewegung. Jordan Peterson wurde zu einer Quelle neuer Zuversicht, und er gab schließlich seinen festen Atheismus zugunsten des Christentums auf. Der Discord-Kanal wurde für Mason zu einem Portal zu einer Welt von Gleichgesinnten. "Ich fühle mich viel wohler mit Leuten, die mich verstehen, als mit Leuten, mit denen ich vorher gesprochen habe, die mich und meine Ideen hassten", sagte er.

Mason und seine Mitstreiter sagten, sie hätten sich aneinander gewandt, weil sie ihre Anliegen nicht in der Mainstream-Politik und -Kultur wiederfinden. Als Präsident Biden im März 2021 eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung eines "Gender Policy Council" erließ, gab es keinen einzigen Verweis auf Jungen oder Männer.

Angesichts des Gegenwinds, mit dem Jungen und Männer konfrontiert sind, erscheint den Mitgliedern der Bewegung das eklatante Fehlen jeglicher Gespräche über positive Männlichkeit als Nachlässigkeit.

Männer und Jungen sind mit stagnierenden Bildungsergebnissen, sinkenden Erwerbsquoten und einer wesentlich höheren Selbstmord- und Drogenmissbrauchsrate konfrontiert als Frauen. Mitglieder der Männerrechtsbewegung argumentieren auch, dass das Gerichtssystem von einem endemischen Sexismus geplagt wird, bei dem Männer für gleiche Verbrechen härtere Strafen erhalten.

Sonja Starr, Professorin für Recht und Kriminologie an der Universität von Chicago, hat ausführlich über die Unterschiede bei der Verurteilung von Männern und Frauen in Amerika geschrieben. Starr hat herausgefunden, dass Männer in Bundesgerichtsverfahren im Durchschnitt 63 Prozent höhere Strafen erhalten als Frauen, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen bei identischen Straftaten eine Haftstrafe vermeiden, doppelt so hoch ist.

Im ganzen Land gibt es praktisch keinen ernstzunehmenden amerikanischen Politiker, der sich offen zu diesem Thema geäußert hat. Warren Farrell, den viele der Befragten für den "Gründungsvater" der Bewegung halten, stellte fest, dass Andrew Yang der einzige demokratische Präsidentschaftskandidat in Iowa im Jahr 2019 war, der bereit war, das Thema zu diskutieren.

Nach Ansicht der Mitglieder der Bewegung gibt es zwei zentrale Gründe für ihren Mangel an Sichtbarkeit: Der unter jungen Feministinnen zunehmend verbreitete Glaube, dass die Gesellschaft ein Nullsummenspiel zwischen den Geschlechtern ist, und die Darstellung von Männerrechtsaktivisten in den Medien als "wütende weiße Männer", ein Ausdruck, der von einem der führenden Männlichkeitsexperten der Wissenschaft, Michael Kimmel, populär gemacht wurde.

"Wenn man sich darauf konzentriert, dass nur ein Geschlecht gewinnt, verlieren beide Geschlechter", so Farrell gegenüber National Review. "Wir müssen die Geschlechterfrage neu positionieren, um zu erkennen, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, und dann müssen wir uns immer wieder daran erinnern."

Viele der Aktivisten, mit denen National Review sprach, wollen eine andere Vision der Geschlechtergleichstellung verfolgen, eine, die von Chat-Mitglied Tim Goldich vertreten wird, einem selbsternannten "Gender Equalist", der Bücher schreibt und Vorträge hält, in denen er dafür plädiert, dass die Gesellschaft die einzigartigen Kämpfe von Männern und Frauen anerkennen muss, anstatt zu versuchen, die Probleme des einen Geschlechts über die des anderen zu stellen. Goldich ist der Ansicht, dass die Diskussion über die Geschlechterpolitik festgefahren ist und eine Alternative benötigt wird, die den Menschen dabei hilft, die Geschlechterbeziehungen neu zu konzeptualisieren, indem sie den Wettbewerb um den Opferstatus einstellt und die Bemühungen um echte Gleichberechtigung neu ausrichtet.

Aber wenn Mitglieder der Bewegung versuchen, diese Ideen in der Öffentlichkeit zu präsentieren, stoßen sie oft auf Spott und Hohn. Thomas Carney, ein ehemaliger kleiner Hollywood-Schauspieler, der in Männerrechtskreisen besser unter seinem Künstlernamen "blueorange22" bekannt ist, musste das am eigenen Leib erfahren, als er letztes Jahr bei "The Majority Report" mit Sam Seder zu Gast war. Während der Sendung verdrehte ein feministischer Gast die Augen und spottete über Carney, als der beschrieb, wie oft er von "verängstigten" Teenagern auf der Suche nach Ratschlägen hört.

Einer von Goldichs intellektuellen Partnern, die für "Gender Equalism" eintreten, ist David Shackleton, der sich nach der gemeinsamen Erfahrung einer Scheidung, die ihn ratlos zurückließ, in der Männerrechtsbewegung engagierte. "Ich sah zum ersten Mal, dass die ganze Geschichte in der Gesellschaft über Männer und Frauen von männlicher Gewalt und weiblicher Opferrolle handelte. Das hat für mich nicht gepasst", sagte Shackleton in einem Telefoninterview.

Shackleton gibt der Männerrechtsbewegung selbst die Schuld dafür, dass sie sich oft so verhält, dass sie in die Wahrnehmung des "wütenden weißen Mannes" hineinspielt.

"Ich denke, es ist nicht leicht, sich in Männer hineinzuversetzen - nur wenige tun das", sagte Shackleton. "Es geht gegen den kulturellen Strich. Aber ich glaube, dass wir den Männern etwas mehr Empathie entgegenbringen müssen. Wenn Männer dazu neigen, sich auf ungesunde Weise auszudrücken, dann liegt das zumindest teilweise daran, dass sie keine gesunden Möglichkeiten haben, sich zu äußern und gehört zu werden."

Farrell, der Aktivist, der sich um Treffen mit den demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2020 bemüht hat, hat das Weiße Haus öffentlich aufgefordert, einen eigenen Rat für Jungen und Männer einzurichten, hatte aber bisher wenig Erfolg. Er bleibt jedoch hoffnungsvoll, dass echte Lösungen für die Probleme von Männern gefunden werden, sobald sich die Kultur von ihrem Nullsummen-Ansatz in Bezug auf die Geschlechterbeziehungen entfernt und die Politik aufzuholen beginnt.




Die Frage bleibt: Warum gelingt deutschen Journalisten nicht, über Männerrechtler in dieser Weise zu berichten? Was läuft falsch in deutschen Medien?

Dienstag, Dezember 06, 2022

Sprachwissenschaftler: Die Gendersprache ist ein Soziolekt

1. Vor einigen Monaten haben rund 350 Sprach- und Literaturwissenschaftler (darunter ich selbst) einen Aufruf unterzeichnet, der die Gendersprache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisiert. Einer von ihnen erörtert in der Frankfurter Allgemeinen, was daraus geworden ist:

Wir beißen bei den Sendern auf Granit. Von 50 persönlich angeschriebenen Mitgliedern des ZDF-Fernsehrats meldet sich nur eines zurück. Die Intendanten der ARD hüllen sich in Schweigen oder lassen ebenfalls Standardbriefe verschicken. Ob nun ein einzelner Zuschauer den Sender anschreibt oder mehr als 300 Sprachexperten einen Aufruf lancieren, macht für die Anstalten offensichtlich keinen Unterschied. Eine Kommunikation mit verantwortlichen Instanzen kommt nicht in Gang.


Die Öffentlich-Rechtlichen sind auf eine ernsthafte Kommunikation mit dem Publikum auch nicht ausgerichtet. Eine studentische Bekannte von mir hat mal für den Zuschauerkontakt eines öffentlich-rechtlichen Senders gearbeitet. Sie und ihre Kollegen haben etliche Beschwerden angenommen, aber es gehörte nicht zu ihren Aufgabe, sie auch an die verantwortlichen Redakteure der jeweiligen Beiträge weiterzuleiten, sondern sie gegen diesen Ansturm abzuschotten. Das macht in gewisser Weise ja auch Sinn: Die Redakteure kämen sonst zu nichts anderem mehr, als solche Anrufe zu beantworten. Aber inzwischen lebt die "Elite" der Öffentlich-Rechtlichen in einem Elfenbeinturm, in den selbst noch so berechtigte Kritik der einfachen Zuschauer nicht vordringen.

Ein weiterer Absatz des Artikels arbeitet heraus, warum die Verwendung der Gendersprache bei den Öffentlich-Rechtlichen problematisch ist:

Wenn die Sender das Vertrauen des Publikums zurückgewinnen wollen, müssen sie sich – und das ist nur eine von vielen Baustellen – ernsthaft um politische Unparteilichkeit bemühen, wie im Medienstaatsvertrag gefordert. Das wird ihnen aber nicht gelingen, wenn sie mit dem Gendern auf einen Jargon setzen, den das Publikum mehrheitlich klar ablehnt. Eine sperrige und bürokratische Kunstsprache, die vorrangig von identitätspolitisch orientierten universitären Gruppierungen rund um die Social-Justice-Studies vorangetrieben wird. Gendersprache ist ein akademischer Soziolekt, der Diskursvorherrschaft anstrebt. Will der ÖRR seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren, muss er zu dieser ideologisch begründeten Sprachform kritische Distanz wahren. Und will er die Entfremdung vom Publikum durchbrechen, muss er, wie es einst Luther schon empfohlen hat, seinem Publikum „aufs Maul schauen“ und dessen Sprache sprechen. Sonst wird er dieses Publikum früher oder später nicht mehr erreichen.


"Soziolekt" ist die passendste Bezeichnung für die Gendersprache überhaupt. Wer sie verwendet, präsentiert sich damit selbst als Mitglied einer akademisch geprägten Gruppe mit einem vermeintlich sehr viel höheren moralischen Bewusstsein als der dumme "Pöbel". Nur deshalb sind viele bereit, sich in dieser gekünstelten Form zu verständigen. Die Verwendung der Gendersprache wird als Symbol von Status und Prestige benutzt – und zur Ausgrenzung und Stigmatisierung all jener, die diesen hohen Status nicht innehaben. Diese Menschen werden als "defizitär" angeprangert. Warum etwa wird dieser Jargon wohl von kaum jemandem aus der Arbeiterschicht benutzt? Wenn die Öffentlich-Rechtlichen diesen Soziolekt verwenden, schauen sie damit auf einen Großteil ihres Publikums herab.



2. Getrennt lebende Väter oder Mütter müssen ihren Kindern im neuen Jahr mehr Unterhalt zahlen. Das ergibt sich aus der neuen Düsseldorfer Tabelle.



3. MANNdat stellt das Buch "Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit" vor. Ein Auszug beleuchtet eines der Kapitel darin:

Der Psychologe und Bildungswissenschaftler Josef Christian Aigner behandelt die an Hochschulen stattfindenden "genderpolitischen Konflikte". Als Professor an der Fakultät für Bildungswissenschaft der Universität Innsbruck wurde er in den letzten Jahren seiner Lehrtätigkeit mit einer dogmatisch-feministischen Fakultätsleitung konfrontiert. Aigner beschreibt einige "Praktiken" dieser Fakultätsleitung, unter anderem die finanziell geförderte und von Qualifikationskriterien gelöste Bevorzugung von Frauen bei Berufungen auf Professuren.

Aigner wurde darüber hinaus aufgrund eines von ihm mitgetragenen Projekts zur Gewinnung von männlichen Kindergartenpädagogen persönlich angegriffen, wobei ihm Vorurteile entgegengebracht wurden. Für viele Feministinnen sollte Jungen- und Männerforschung profeministisch sein, ansonsten erntet sie von feministischer Seite Misstrauen und Zuordnung zur politischen Rechten.

Abschließend fragt Aigner nach der psychosozialen Dynamik, die die Durchsetzung der feministischen Politik an den Hochschulen begünstigt. Die zentrale Rolle spielt dabei der Begriff des "Co-Feminismus": Männer tragen radikal-feministische Ansprüche mit oder sie fördern sie, weil sie sich davon Vorteile versprechen.




4. Gestern berichtete Genderama, dass die Londoner "Times" die vierte Welle des Feminismus als gescheitert betrachtet. Auch das HR-Inforadio zeigt sich verstört über den weiterhin ausbleibenden Erfolg dieser Ideologie bei den Massen: "Nur 15 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als Feministin oder Feminist. Und das in Zeiten von Beyoncé und #iranrevolution! Wie kann das sein?"

Die Macher des Podcasts "Ist der Feminismus kaputt?" erklären sich die niedrige Zustimmung mit den vielen Grabenkämpfen des Feminismus etwa mit der LGBTQ-Bewegung: "Zerstrittene Fraktionen, die sich maximal verachten und mit größtmöglicher Wucht verbal aufeinander eindreschen." Leider zeigt diese Deutung genau jene Abgehobenheit der Öffentlich-Rechtlichen, von der eben schon die Rede war. Wer glaubt denn wirklich, dass sich volle 85 Prozent der Bevölkerung deshalb nicht als Feministen bezeichnen, weil sie von den Twitter-Scharmützeln über Trans-Identitäten abgeschreckt sind? Der allergrößte Teil der Bevölkerung dürfte sich für dieses Hickhack nicht gerade brennend interessieren, ja vermutlich nicht einmal etwas davon mitbekommen. Warum aber bleibt dann der Beifall für eine Weltanschauung so spärlich, die von sämtlichen Leitmedien gepusht und kaum einmal kritisch hinterfragt wird? Wie sähe es für den Feminismus erst ohne diese mediale Unterstützung aus? Und was sagt es über eine Demokratie aus, wenn dort 15 Prozent der Bevölkerung geschlechterpolitisch das Sagen haben und Gegenpositionen oft nicht einmal Gehör erhalten?



Montag, Dezember 05, 2022

Studentin weigert sich zu gendern, Maskuzid in Interlaken, "Times" erklärt Feminismus für gescheitert

1. Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet über Sarah Regez, die an der Uni Basel Politikwissenschaften und Recht studiert und bei den dort kürzlich eingeführten "Regeln zu einer inklusiveren Sprache" nicht mitmachen möchte.



2. In derselben Zeitung findet man einen Artikel über den Beginn des Verfahrens gegen die ehemalige Boxweltmeisterin Viviane Obenauf, die ihren Ehemann mit dem Baseballschläger totgeprügelt haben soll. Die Indizien sind erdrückend – und es gibt auch eine Vorgeschichte:

Wer sich die TV-Beiträge über sie anschaut, erlebt eine Frohnatur mit Dauerlächeln, ein Energiebündel mit unerschütterlichem Optimismus. Doch die Beschuldigte hatte offenbar noch ein anderes Gesicht: Diverse Befragte beschreiben sie als impulsiv und gewalttätig. Ein früherer Lebenspartner gab an, dass sie ihm vier- oder fünfmal ins Gesicht geschlagen hatte. In London wurde sie 2017 festgenommen, nachdem sie zwei Männer verprügelt hatte – einer von ihnen soll sie belästigt haben.




3. "Seit wann ist Feminismus zum Schimpfwort geworden?" fragt die Londoner "Times" in einem langen Lamento:

Kommen Sie mit mir auf eine Reise durch Zeit und Raum in ein nicht mehr wiederzuerkennendes Land namens ... vor zehn Jahren. Damals, im Jahr 2012, war der Feminismus der heiße neue Trend, so heiß, dass er sogar seine eigene Welle bekam: die vierte Welle. Die "Times"-Kolumnistin Caitlin Moran hatte im Jahr zuvor ihre Memoiren und ihr Manifest "How to Be a Woman" veröffentlicht, und Verlage in den USA und im Vereinigten Königreich gaben eifrig ähnliche Bücher von jungen Frauen mit Laptops und Meinungen zum Thema Abtreibung in Auftrag, mit Titeln wie "Sex Object: A Memoir" und "The Vagenda". Weibliche Prominente, die früher auf Fragen zum Feminismus reagierten, als ob man sie nach ihrem letzten Abstrich gefragt hätte, konnten plötzlich gar nicht genug über Dinge wie das Lohngefälle und Body Shaming reden.

In den nächsten Jahren bloggten und twitterten Frauen über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen; offline trugen männliche Politiker T-Shirts mit Slogans wie "So sieht ein Feminist aus", und von Primark bis Dior verkaufte jeder T-Shirts mit feministischen Logos. Als die "New York Times" 2017 einen Artikel veröffentlichte, in dem der Filmproduzent Harvey Weinstein beschuldigt wurde, Frauen sexuell belästigt zu haben, erlangte die #MeToo-Bewegung weltweite Bekanntheit, und prominente Männer wurden wegen sexueller Belästigung und Übergriffen angeklagt. Der einzige Weg, wie der Feminismus noch mehr in den Mainstream und in die breite Öffentlichkeit gelangen konnte, war, ihn zu verflüssigen und in einen Frappuccino zu verwandeln. Echte Veränderungen, so schien es vielen Frauen, würden stattfinden.

Nun, es gab einen echten Wandel, aber nicht in der Richtung, die viele von uns erwartet hatten. Wenn man jetzt im Jahr 2022 hier steht und auf die Trümmer des Feminismus der vierten Welle blickt, ist es schwer, nicht völlig verzweifelt zu sein angesichts der großen und kleinen Anzeichen für das völlige Scheitern der Bewegung.


Hier geht es schlechtgelaunt weiter. Folgende Gründe für das Scheitern des Feminismus werden im Verlauf des Beitrags genannt:

a) ein frauenfeindlicher Backlash,

b) starker Einfluss anderer politischer Strömungen wie Black Lives Matter und die LGBT-Bewegung,

c) eine zu starke Kommerzialisierung,

d) dass Slogans wie "glaubt den Frauen!" sich arg mit der rechtsstaatlich garantierten Unschuldsvermutung beißen,

e) eine bizarre Unfähigkeit mancher Feministinnen, Kritik anzunehmen.

Aber es gebe Hoffnungszeichen, schreibt die "Times": etwa dass Joanne K. Rowling zur zweitbeliebtesten Autorin Großbritanniens gekürt worden sei. Yay, Feminismus!

Der Artikel wirkt auf mich wie ein nett angerichteter Gedankensalat, aber das muss wohl an mir liegen, schließlich handelt es sich um die altehrwürdige Londoner "Times". In den letzten Absätzen des Beitrags heißt es:

Man hat das Gefühl, dass sich Frauen wieder zu Wort melden, nachdem sie in den letzten Jahren wegen ihres unverzeihlichen weiblichen Privilegs zum Schweigen gezwungen wurden. Die Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie - die in der Vergangenheit dafür kritisiert worden war, dass sie es gewagt hatte, zu sagen "Transfrauen sind Transfrauen", anstatt das Mantra "Transfrauen sind Frauen" nachzuplappern - hat dieses Gefühl in ihrer Reith Lecture letzte Woche perfekt eingefangen. Ihr Thema ist die Redefreiheit, und es ist ein lauter Ruf nach Mut, Ehrlichkeit und Pluralität: "Diese neue gesellschaftliche Zensur verlangt einen Konsens und ist dabei vorsätzlich blind für ihre eigene Tyrannei. Sie bedeutet den Tod der Neugierde, den Tod des Lernens und den Tod der Kreativität", sagt sie. Es ist auch der Tod der Demokratie, der Gleichheit und des kritischen Denkens. Für all diese Dinge steht der Feminismus, und er wird nicht zum Schweigen gebracht werden.


Chimamanda Ngozi Adichies aktuellem Vortrag gegen die Cancel Culture stimmen Liberale übrigens begeistert zu. Die Süddeutsche Zeitung fasst seine wichtigsten Gedanken so zusammen:

Die Welt habe sich, heißt es in Adichies Vortrag, in "ideologische Stämme" aufgeteilt - wer ausschert, werde in sozialen Medien abgestraft. "Barbarei", findet Adichie: "Es ist die Aktion einer virtuellen Bürgerwehr, deren Ziel es ist, nicht nur die Person zum Schweigen zu bringen, sondern eine racheschnaubende Atmosphäre zu schaffen, die andere vom Sprechen abbringt." Und sie geht noch weiter: "Es ist etwas Ehrliches an einem Autoritarismus, der sich selbst erkennt, als was er ist. Man kann ein solches System leichter bekämpfen, weil die Kampflinien klar gezogen sind. Die neue soziale Zensur aber verlangt einen Konsens, der voller Absicht blind bleibt für seine eigene Tyrannei." Das sei das Ende der Neugier und Kreativität.


Schade, dass sich bei der Londoner "Times" niemand Gedanken darüber macht, ob nicht auch der Feminimus einer dieser autoritären Stämme ist, der abweichende Stimmen zum Schweigen bringt.



Sonntag, Dezember 04, 2022

Frankfurter Allgemeine: Wie gefährlich ist toxische Weiblichkeit?

1. In der Frankfurter Allgemeinen beschäftigt sich Silke Weber mit "toxischer Weiblichkeit". Ein Auszug:

Das Internet ist voll davon, und von dort schwappt er auch in den deutschen Sprachgebrauch. (…) Amber Heard, die zuletzt wegen des Verleumdungsprozesses mit dem Schauspieler Johnny Depp wochenlang in den Schlagzeilen war, musste sich auf Twitter und sonst wo anhören, toxisch zu sein, und gilt manchen als die Verkörperung einer Frau, die lügt, heult und betrügt, die sich zum Opfer stilisiert und dabei alle an der Nase herumführt.

(…) Hannah McCann, Dozentin für Kulturwissenschaften an der University of Melbourne, hat darüber einen Artikel in der Fachzeitschrift "Psychology & Sexuality“ veröffentlicht. Sie stellt darin fest, dass Onlinediskussionen über toxische Weiblichkeit oft antifeministisch sind und neuerdings gerne besonders von Männerrechtlern angeführt werden. Der Begriff werde von ihnen benutzt, um zu zeigen, dass Männer genauso Frauen zum Opfer fallen würden wie umgekehrt. So suggerieren sie, dass Frauen genauso "schlecht" seien wie Männer. Sie täuschen einen egalitären Ansatz vor und verschieben so den Diskurs.


Ja, wir bösen Männerrechtler verschieben tatsächlich den Diskurs, wenn wir immer wieder klarstellen, dass Frauen keine besseren Menschen sind. Nicht ohne Grund habe ich meinem ersten geschlechterpolitischen Buch diesen Titel gegeben. Wer fest an eine Höherwertigkeit der Frau glaubt, muss dann schon mal kräftig durchatmen.

Hannah McCann sieht in dem Begriff daher vor allem einen Backlash, der als Reaktion auf die Diskussion um toxische Männlichkeit zu verstehen ist. Die Männerrechtsbewegung entstand aus Männern, die sich von Feministinnen dämonisiert fühlten. Und diese alte Idee scheint hier wieder hervor, wenn manche Männer glauben, sich gegen den Begriff "toxische Männlichkeit" verteidigen zu müssen. Männerrechtler stellen daher die Sprache des Feminismus auf den Kopf und werfen ihm "toxische Weiblichkeit" vor. Manchmal schreiben sie auch einfach gleich "toxischer Feminismus".


Es ist wesentlich sinnvoller, radikale Ausprägungen einer politischen Weltanschauung als "toxisch" zu brandmarken, als sie an eine Geschlechtszugehörigkeit zu koppeln. Hier auf Genderama habe ich immer wieder betont, dass ich die Begriffe "toxische Weiblichkeit" und "toxische Männlichkeit" für gleichermaßen idiotisch halte. Menschen als "giftig" zu bezeichnen hat eine unselige Tradition. Aus Silke Webers Artikel in der FAZ geht deutlich hervor, wie wenig es einer Frau gefällt, wenn der Spieß umgedreht wird.

Auf Blogs der neuen Männerrechtler wird die Existenz des Patriarchats geleugnet und als Verschwörungstheorie betrachtet. Frauen wie Meghan Markle, Amber Heard oder auch Jada Smith, Ehefrau von Hollywoodstar Will Smith, gelten ihnen als Archetypen der toxischen Frauen, die lügen, weinen, manipulieren. (…) Der Verleumdungsprozess, den Johnny Depp gegen Amber Heard geführt hat, wurde zu einer Plattform für jene Männer, deren Aggression und sexuelle Übergriffigkeit jetzt mehrheitlich als problematisch angesehen werden, die aber nun unter dieser Wahrnehmung "leiden".


Der letzte Satz ist so infam wie es der folgende wäre: "Antirassistische Schwarze sind Schwarze, deren Aggression und sexuelle Übergriffigkeit jetzt mehrheitlich als problematisch angesehen werden, die aber nun unter dieser Wahrnehmung 'leiden'." Anders formuliert: Silke Weber unterschiebt jenen Männern, die gegen sexistische Formulierungen prostestieren, "Aggression" und "sexuelle Übergriffigkeit". Das ist perfide – allerdings so unverblümt perfide, dass Silke Weber diesen Sexismus damit für jeden Leser erkennbar macht.

Für sie war die schluchzende Amber Heard im Zeugenstand eine manipulative "Hexe", die ihr Frausein und die MeToo-Debatte zu instrumentalisieren versuchte. Die französische Feministin und Autorin Mona Chollet zeigt in ihrem Buch "Hexen", wie die Hexenverfolgungen – quasi ein Krieg gegen Frauen – und deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.


Etliche Opfer häuslicher Gewalt beiderlei Geschlechts haben sich gegen Amber Heards Manipulationen ausgesprochen, die in diversen Aufnahmen offenkundig geworden sind. Es war Amber Heard, die glaubte, auf der Grundlage sexistischer Klischees als Täterin davonkommen und Johnny Depp als Täter hinstellen zu können. Dass sie damit gescheitert ist, macht sie nicht zum Opfer einer "Hexenverfolgung". Allerdings ist es bezeichnend, wie schwer sich manche Frauen bis heute mit der Erkenntnis tun, dass manche Frauen sich genauso widerwärtig verhalten können wie manche Männer.



2. Wie sehr ein abwertendes Männerbild in unserer Gesellschaft verbreitet ist, ohne dass Leitmedien von einer "Hexenjagd" schreiben, machte dieser Tage James Cameron deutlich:

Der Regisseur kontrastierte dies mit (…) früheren Filmen, von denen er heute behauptet, dass er sie in seinem Alter nicht mehr machen würde: "Viele Dinge, die ich früher gemacht habe, würde ich heute nicht mehr machen - karrieremäßig und einfach wegen der Risiken, die man als wilder, testosterongeschwängerter junger Mann eingeht."

Dann fügte er hinzu: "Ich betrachte [Testosteron] immer als ein Gift, das man langsam aus seinem Körper herausarbeiten muss."

Testosteron ist kein Gift, das man aus seinem Körper herausarbeiten muss, sondern spielt, wie die Mayo Clinic feststellt, "eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung typisch männlicher körperlicher Merkmale, wie Muskelmasse und -kraft und Wachstum von Gesichts- und Körperbehaarung."

Camerons Vorstellung von Testosteron könnte auch in den Film Avatar: Der Weg des Wassers einfließen. Im Gespräch mit The Hollywood Reporter verriet Cameron, dass es in dem Film offenbar einen "Arschloch-Vater" geben wird.

Er sagte dem Magazin: "Ich dachte: 'Ich werde vieles von dem künstlerisch verarbeiten, was ich als Vater von fünf Kindern durchgemacht habe. Die übergreifende Idee ist, dass die Familie die Festung ist. Sie ist unsere größte Schwäche und unsere größte Stärke. Ich dachte: 'Ich kann das verdammt gut schreiben. Ich weiß, wie es ist, der Arschloch-Vater zu sein", fügte er hinzu.


Angenommen, Cameron wäre als Vater wirklich grauenvoll, ist es interessant, wie er damit umgeht: Er erkennt es nicht als persönliches Versagen an, sondern gibt einem Hormon die Schuld, das bei allen Männern ausgeprägt ist. Mit dieser Rhetorik nimmt Cameron sämtliche Männer in Sippenhaft und sagt zugleich: "Hey, ich bin nicht schlechter als die anderen. Wir alle sind demselben Einfluss von Testosteron ausgeliefert." Persönliche Reife sieht anders aus.



3. Was es für Männer bedeuten kann, in unseren Medien ständig als minderwertig dargestellt zu werden, zeigt aktuell die Entwicklung in Australien:

Zwei von fünf jungen australischen Männern haben keine Hilfe oder Unterstützung in Anspruch genommen, wenn sie mit ihrer psychischen Gesundheit zu kämpfen haben, und geben zu, dass sie das Gefühl haben, niemanden zu haben, auf den sie zählen können.

Die Umfrage der Männergesundheitsorganisation Movember zeigt den erschreckenden Zustand der psychischen Gesundheitskrise in Australien auf. Mehr als die Hälfte der 1008 Befragten im Alter von 18 bis 30 Jahren gaben an, dass sie sich als Mann unter Druck gesetzt fühlen und Angst vor der Zukunft haben.

Zwei Drittel gaben an, dass sie das Gefühl haben, die Gesellschaft würde junge Männer nicht verstehen.

Selbstmord ist die häufigste Todesursache bei Männern im Alter von 15 bis 54 Jahren in Australien, jeden Tag sterben durchschnittlich sechs Männer.

(…) Der Psychologe und Movember-Direktor für psychische Gesundheit, Zac Seidler, fügte hinzu, dass in diesem Bereich in den letzten Jahren zwar erhebliche Fortschritte erzielt worden seien, die Ergebnisse jedoch zeigten, dass "eindeutig noch mehr Arbeit zu tun ist".

Er rief die politischen Entscheidungsträger, die Medien und insbesondere die Angehörigen der Gesundheitsberufe dazu auf, "die nächste Generation von Männern zu fragen, was sie brauchen und wie sie sich fühlen", um dies zu erreichen.


Es wäre in der Tat zu wünschen, dass diese Aufgabe nicht allein uns Männerrechtlern überlassen bliebe, während Leitmedien unverdrossen gegen uns anschreiben.



Samstag, Dezember 03, 2022

Streit um Gender-Lehrstuhl: Studenten besetzen Universität Jena

1.
Ab 2025 will die Jenaer Friedrich-Schiller-Universität den deutschlandweit einmaligen Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte streichen. Studierenden haben dagegen eine Petition gestartet und demonstriert. Geholfen hat es bislang nichts. Nun sind die jungen Menschen auf eine radikalere Protestform ausgewichen und haben Jenas größten Hörsaal besetzt - auf unbestimmte Zeit.


Der MDR berichtet:

So wie es aussieht, werden sie eine Weile bleiben. Um die 50 Studierende halten seit Mittwochabend den Hörsaal 1 am Jenaer Ernst-Abbe-Platz besetzt. Zwei Dutzend schlafen sogar dort. Der Hörsaal der Uni Jena ist für etwa 800 Menschen ausgelegt. Jetzt hängen Transparente mit Forderungen an den Wänden, Matratzen liegen dort, wo normalerweise Professorinnen und Professoren für ihre Vorlesungen stehen.

(…) Die Hauptforderung der Besetzer: Der Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte, seit 2010 unter der Leitung von Professorin Gisela Mettele, darf nicht wegfallen. Mettele geht 2025 in den Ruhestand. Danach soll es keine Nachfolgerin, keinen Nachfolger geben. So der Plan der Uni. Ein Plan, der aus finanzieller Not heraus gefasst werden musste, sagt Professor Christoph Demmerling, Dekan der Philosophischen Fakultät.

Voraus ging die Verpflichtung, die bisher extern finanzierte Junior-Professur "Digital Humanities" aus eigenen Mitteln zu bezahlen, und zudem der Wunsch, diese auch noch zu einer ordentlichen Professur aufzuwerten. Das kostet viel Geld. Heißt, an anderer Stelle muss gespart werden.

Zwei Streichkandidaten standen zur Wahl: Geschlechtergeschichte und Mittellatein. Der Fakultätsrat habe sich für ersteren entschieden, weil, wie Demmerling betont, Geschlechterthemen auch an anderen Professuren mitverhandelt und gelehrt werden.

Das reiche aber nicht aus, finden die Studierenden im Hörsaal 1. Es sei wichtig, dass es für die Geschichtswissenschaft mit Genderperspektive eine zentrale Institution gebe. Nur so könne sichergestellt werden, dass der Ansatz auch umfassend fortentwickelt werde. Zufrieden geben wollen sich die Studierenden mit Geschlechtergeschichte in zufällig abfallender Häppchenform nicht.

Zudem sei die Entscheidung gegen den Lehrstuhl Geschlechtergeschichte undemokratisch und intransparent gefallen. Eine nicht demokratisch legitimierte Kommission - besetzt mit Nicht-Historikern - habe eine Vorauswahl getroffen. Im Fakultätsrat, der die endgültige Entscheidung getroffen hat, hatten die Studierenden nur eine von 17 Stimmen. Sie wünschen sich nun einen deutlich basisdemokratischeren Mitbestimmungsprozess in derartigen Fällen.

Dekan Demmerling sieht das anders. Von undemokratisch könne keine Rede sein. Das Verfahren sei sehr "kleinteilig begutachtet" worden. Das Rechtsamt habe es ausgeleuchtet - die Strukturkommission dann eine Empfehlung ausgesprochen. Zuvor gab es an der Universität äußerst kontroverse Diskussionen zum Thema.

(…) Nicht alle Jenaer Studierenden sind mit der Besetzung des größten Hörsaals einverstanden. Laut einem Uni-Sprecher gebe es einigen Unmut unter den Kommilitoninnen und Kommilitonen. Vorlesungen anderer Fächer fielen entweder aus oder werden in kleinere Räume verlegt. Das ist auch den Besetzern bewusst. Sie wollten keine Bildung verhindern, sagen sie. Aber sie sähen auch keine andere Möglichkeit, mehr Gehör zu finden. In den kommenden Tagen wollen sie mit der Uni verhandeln.


Unterstützung haben sie bereits in Frauenministerin Lisa Paus. Die verkündete gestern Abend auf Twitter: "Wo Gender-Lehrstühle gestrichen (…) werden sollen, da steht die Wissenschaft als Ganzes unter Druck!" Weitere Unterstützung gibt es aus den Reihen der Antifa sowie Der Linken.

Auch die Frankfurter Allgemeine und das Neue Deutschland berichten. Über den Fortgang der Aktion informiert der Twitter-Kanal "Geschlechtergeschichte bleibt!"



2. Die These, dass vor allem Männer am Klimawandel schuld seien, ist bei manchen Journalisten immer noch ein Thema. Sogar einige Wissenschaftler tragen zur Verbreitung sexistischer Klischees bei:

Laut Bernadette Sütterlin, Konsum- und Nachhaltigkeitsforscherin der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), sind Frauen grundsätzlich umweltbewusster: "Frauen nehmen stärker Rücksicht auf andere, denken an die Gesellschaft und sind fürsorglicher."


Eine Gegenstimme zu derlei Pauschalisierungen liefert der Wirtschaftspsychologe Christian Fichter:

"Natürlich gibt es Geschlechtsunterschiede beim Konsumverhalten. Männer allein für den Klimawandel verantwortlich zu machen, ist jedoch nicht gerechtfertigt." In Bereichen wie beispielsweise Fast Fashion oder der Kosmetikindustrie seien Frauen im Ausgleich weniger nachhaltig als Männer. "Solche Schuldzuweisungen bringen der Umwelt nichts, stattdessen müssen wir gemeinsam Lösungen finden."




3. Eine Frau aus dem badischen Lörrach wurde in Portugal wegen Kindesentzug festgenommen.



4. "Die Zeit" kommentiert den von der grünen Familienministerin Lisa Paus aufgeschobenen Vaterschaftsurlaub. Ein Auszug:

Der Vaterschaftsurlaub steht im Koalitionsvertrag der Ampelregierung, er stand auch in den Wahlprogrammen aller Koalitionspartner. Und nun steht er auf der Liste der Vorhaben, die eben später verwirklicht werden, wenn mal gerade keine "gegenwärtige Krise" ist. Ob das 2024 tatsächlich so sein wird?

Allerdings ist es wenig überraschend, dass ausgerechnet ein Wahlversprechen vertagt wird, von dem Väter profitiert hätten. Denn wenn es eine gesellschaftliche Gruppe gibt, von der keinerlei Gegenwehr zu erwarten ist, dann sind es Väter. Keine Väter-Lobby macht mobil gegen die Vertagung. Und auch bislang demonstrieren Väter nicht auf der Straße für ihr Recht, bei ihren neugeborenen Kindern zu sein, ohne dafür den Jahresurlaub aufbrauchen zu müssen. Nein, die Väter machen einfach weiter.

Vielleicht, weil es ihnen selbst an Bewusstsein mangelt, dass es in ihrem eigenen Interesse wäre, angemessen viel Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können – und sie diese Zeit nicht bekommen werden, solange sie sich nicht sehr egoistisch dafür einsetzen. (…) Väter müssen sich klar werden, ob sie wirklich weiter den Erwerbsesel geben wollen, anstatt mehr von ihrem Leben mit ihren Kindern zu teilen. (…) Was fehlt? Es ist die Initiative der Väter.


Eine Initiative der Väter gibt es hierzulande seit über 30 Jahren. Was tatsächlich fehlt, ist eine angemessene Unterstützung solcher Männerrechtler von unseren Leitmedien, die diese soziale Bewegung entweder verunglimpfen oder totschweigen. Auch die Berichterstattung der "Zeit" hat sich hier keine Lorbeeren verdient.



5. Im März nächsten Jahres veröffentlichen zwei Journalistinnen das Buch "Alte weise Männer" – und auf Twitter kriegen sich einige jetzt schon nicht mehr ein vor fassungsloser Empörung. Selbst mit frauenfeindlichen Etiketten wie "pick me girls" (wird für Frauen verwendet, die von Männerhass als Parteilinie abweichen) ist diese feministische Front unbekümmert dabei.



6. Norwegen lehnt ab, sich mit dem Thema Beschneidung auseinanderzusetzen:

Save the Children hatte eine Bewertung des Rituals der Beschneidung gefordert, weil die Organisation befürchtete, dass die Rechte der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt wurden, als 2015 in Norwegen ein Gesetz zur Beschneidung verabschiedet wurde. Eine solche Bewertung sollte die Rechte von Kindern und das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit berücksichtigen. Der Bericht sollte die negativen und positiven Folgen des Rituals aufzeigen, so die Organisation.

Die norwegische Gesundheitsministerin erklärt nun jedoch, sie sei nicht an einer solchen Untersuchung interessiert. Das Ministerium für Gesundheit und Pflege schreibt in seiner Antwort an die Organisation, man verstehe die Bedenken, sei aber der Meinung, dass das Gesetz über die rituelle Beschneidung "eine korrekte Abwägung der verschiedenen Erwägungen beinhaltet".

Ministerin Ingvild Kjerkol argumentiert, dass das Gesetz regelt, wer in die Beschneidung eines Minderjährigen einwilligen kann und Anforderungen an die Bereitstellung von Informationen, Fachwissen und Schmerzlinderung stellt. Darüber hinaus ist sie der Ansicht, dass das Ritual nach den geltenden Vorschriften nicht gegen die Menschenrechtsverpflichtungen Norwegens verstößt.




Freitag, Dezember 02, 2022

Ermittlungen gegen Universität Stanford wegen Diskriminierung von Männern – Ähnliche Missstände an deutschen Hochschulen

1. Die bei vielen Sexisten verhassten Männerrechtler haben mit einem neuen Vorstoß in den USA einen ersten Erfolg erzielt: Gegen die kalifornische Universität Stanford wurden wegen der Benachteiligung von Männern Untersuchungen eingeleitet:

Die Stanford University wird vom Amt für Bürgerrechte (OCR) des Bildungsministeriums wegen Voreingenommenheit gegenüber Männern untersucht. Laut der beim OCR eingereichten Beschwerde bietet die Elitehochschule mehrere Programme zur Förderung von Frauen an, aber keine entsprechenden Programme für Männer. Die Stanford-Frauenprogramme sind nur die jüngsten in einer langen Liste von universitären Fraueninitiativen, die unter Beschuss geraten sind, weil sie gegen Vorschriften verstoßen, die eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbieten.

Kursat Pekgoz, CEO von Doruk, einem türkischen Immobilienunternehmen, und James Moore, ein ehemaliger Stanford-Absolvent und emeritierter Professor an der University of Southern California (USC), reichten die Klagen gegen Stanford ein. Die beiden lernten sich kennen, als Pekgoz noch Student an der USC war. Die beiden sind der Ansicht, dass die Stanford-Programme gegen das Antidiskriminuerungsgesetz Titel IX des Bürgerrechtsgesetzes verstoßen, das Personen vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Bildungsprogrammen schützt, die vom Bund finanziell unterstützt werden - dazu gehören fast alle Colleges und Universitäten in den USA.

Die ursprüngliche Klage gegen Stanford umfasste Beschwerden über 27 Stanford-Programme, die nach Ansicht von Moore und Pekgoz gegen Titel IX verstießen. In diesem Monat leitete das Amt für Bürgerrechte offiziell eine Untersuchung zu fünf dieser Programme ein: Stanfords Women in Business, Women in Stanford Law, Stanford Women in Design, Stanford Society of Women Engineers und der Gabilan Provost's Discretionary Fund.

Pekgoz und Moore behaupteten, die vier Organisationen seien illegal, weil ihre Namen implizieren, dass sie Männer ausschließen, alle ihre Mitglieder Frauen sind und Stanford keine ähnlichen Förderprogramme für Männer anbietet. Sie bemängeln, dass der Fonds des Rektors die Einstellung und Bindung von weiblichen, aber nicht von männlichen Lehrkräften in den Natur- und Ingenieurwissenschaften unterstützt. Die Universität Stanford reagierte nicht auf Bitten um Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Der Beschwerde zufolge sind die Programme zur Förderung von Frauen überholt, da die Zahl der Frauen in den Studiengängen inzwischen höher ist als die der Männer. Tatsächlich haben Frauen in den Vereinigten Staaten seit Mitte der 1980er Jahre mehr Bachelor-Abschlüsse erworben als Männer. Auch in akademischer Hinsicht schneiden Frauen besser ab als Männer, da sie in der High School und im College höhere GPAs erzielen. Selbst in den von Männern dominierten MINT-Fächern sind die Noten von Frauen nachweislich besser als die von Männern. Was das Studium anbelangt, so sind Frauen seit 2016 in der Rechtswissenschaft und seit 2019 in der Medizin in der Überzahl.

(…) Neben der Klage gegen die Programme in Stanford hat Pekgoz mehrere andere Klagen nach Titel IX eingereicht und vor kurzem die University of California, Santa Cruz, gezwungen, ihr Marilyn C. Davis-Stipendium sowohl für männliche als auch für weibliche MINT-Studenten zu öffnen. Vor seiner Beschwerde nahm das Stipendium nur Bewerbungen von Frauen an.

Auch andere Personen investieren viel Zeit und Mühe in die Beseitigung von Universitätsprogrammen, die Frauen begünstigen, Männer aber ausschließen. Mark Perry, emeritierter Professor an der Universität von Michigan in Flint und Senior Fellow am American Enterprise Institute, hat über 600 Beschwerden gegen Universitäten wegen geschlechtsspezifischer Diskriminierung von Männern eingereicht. Sein jüngstes Ziel sind die Universitäten, die die Clare Boothe Luce (CBL)-Stipendien vergeben. Im Rahmen des CBL-Programms wurden über 217 Millionen Dollar für die Förderung von Studentinnen, Doktorandinnen und Professorinnen in MINT-Fächern bereitgestellt.


Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, liegt hier auch bei deutschen Hochschulen einiges im Argen:

Bei der Hochschulrektorenkonferenz scheint es neulich kräftig gescheppert zu haben. Anlass war eine Tischvorlage zu Karrierewegen von Frauen in der Wissenschaft, die die Vertretung der deutschen Hochschulen auf ihrer Vollversammlung in Jena beschließen wollte. Das Papier forderte, jede zweite Professur mittelfristig mit einer Frau zu besetzen, und das in allen Fächern. Einem Bericht des Wissenschaftsjournalisten Jan-Martin Wiarda zufolge flogen daraufhin die Fetzen. Männer wie Frauen hätten sich beschwert, dass es das Potential dafür einfach nicht gebe und man nicht wisse, woher man all die weiblichen Führungskräfte nehmen solle. Es wurden herabwürdigende Vergleiche gezogen. Der Antrag fiel durch.


Die Klage, es ginge mit der Gleichstellung von Frauen zu langsam voran, ist der FAZ zufolge "scheinheilig":

Die eigentlich aussagekräftige Zahl ist die Neuberufungsquote, die im HRK-Papier nicht erwähnt wird. Sie liegt nach Angaben des Berichts bei 38,4 Prozent (vor zwanzig Jahren waren es 15,2 Prozent). Dieser Fortschritt wird wohl schon jetzt mit einer Aufweichung der Chancengerechtigkeit erkauft. 38,9 Prozent weiblichen Berufungen stehen 29,5 Prozent weiblichen Bewerbungen entgegen, heißt: Bei der Berufung sind Frauen wohl überrepräsentiert. Das deutet eine Ungleichbehandlung der männlichen Bewerber an.

(…) Das Wort "fächerübergreifend" hat die HRK aus der finalen Version ihres Papiers herausgestrichen. Daraus folgt, dass von Frauen bislang bevorzugte Fächer wie Sprachen, Biologie oder Medizin wesentlich mehr für das avisierte Gleichstellungsziel werden tun müssen. Für männliche Bewerber wird es dort schwer werden. Nun könnte man sagen: lange nicht so schwer, wie es für Frauen einmal war. Aber das Papier bekennt sich nicht zum Revanchismus, sondern zur Chancengleichheit. (…) Wer einer benachteiligten Gruppe eine Quote einräumt, kann sie anderen Gruppen nach identitätspolitischer Denkweise schlecht verweigern.


Frauen werden in den Verfahren offen, unverfroren und systematisch bevorzugt, urteilt der Regensburger Juraprofessor Tonio Walter. Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes rechtfertige Fördermaßnahmen wie das Professorinnenprogramm nicht, "denn dieses Programm ist massive Bestechung zugunsten eines Geschlechts. Art. 3 II 2 erlaubt nur diskriminierungsfreie Maßnahmen."



2. Die Zeitschrift Men's Health erklärt, warum sich Deutschland so schwer damit tut, die EU-Richtlinie umzusetzen, die zehn Tage Vaterschaftsurlaub direkt nach der Geburt des Kindes vor sieht. In der Süddeutschen Zeitung zeigt sich die Feministin Teresa Bücker unzufrieden mit dieser störrischen Zurückhaltung: "Die Entscheidung, dass die Bundesregierung die Freistellung für Partner*innen vorerst nicht einführt, sendet die Botschaft, dass die Hauptaufgabe von Männern außerhalb ihrer Familien liegt und sie zuhause verzichtbar sind."



3. Männer sollten "verantwortungsvoll ejakulieren", denn "Sperma ist eine gefährliche Waffe" findet eine US-Autorin, die für diese Forderung eine Plattform bei Spiegel-Online erhält (Bezahlschranke).



4. In Zürich erhalten städtische Mitarbeiterinnen Menstruationsurlaub und dürfen bei Regelschmerzen bis zu fünf Tage pro Monat am Arbeitsplatz fehlen. Aus Sicht der Grünen ist das ein feministisches Anliegen, bei der FDP hingegen zeigt man sich von diesem Ansatz wenig begeistert:

Yasmine Bourgeois nannte ihn "absurd". "Wenn eine Person starke Schmerzen hat, soll sie zu Hause bleiben können. Aber das ist nichts Neues."Bei medizinischen Problemen sei es schon heute möglich, sich krankschreiben zu lassen. "Man ist auch nicht verpflichtet, seinen Vorgesetzten die genauen Gründe zu nennen." Der Vorstoss helfe Frauen nicht, sagte Bourgeois. Er benachteilige sie. "Wer möchte so überhaupt noch eine Frau einstellen?" Das Klischee des «schwachen Geschlechts» werde sogar noch zementiert. Susanne Brunner (SVP) sagte: "Ich habe die Nase voll davon, dass wir von Links-Grün immer in die Opferrolle gedrängt werden." Frauen könnten heute alles erreichen, "aber nicht in einer geschützten Werkstatt mit Menstruationsferien".




5. Singapur entkriminalisiert Sex zwischen Männern.



6. Frauen sollten aufhören, Männer zu beschämen, weil sie "zu männlich" seien, befindet die New York Post:

In der Tat wird Männlichkeit heute so oft als "toxisch" bezeichnet, dass sich Männer in den sprichwörtlichen "Keller ihrer Eltern" zurückziehen, so Richard V. Reeves, Autor von "Of Boys and Men: Why the Modern Male Is Struggling, Why It Matters, and What to Do about It". In seinem Buch macht Reeves, ein Senior Fellow für Wirtschaftsstudien am Brookings Institute, darauf aufmerksam, wie Jungen und Männer akademisch und beruflich ins Hintertreffen geraten. Er geht auch der Frage nach, warum sich Männer bei der Partnersuche, bei der Paarung und für manche sogar im ganzen Leben zurückziehen. Seiner Meinung nach wird der Begriff "toxisch" zu "jedem Verhalten hinzugefügt, das dem Benutzer des Begriffs nicht gefällt". Selbst "stereotype" männliche Aktivitäten, wie z. B. sich mit Freunden zu prügeln oder Muskeln aufzubauen, werden fälschlicherweise als "toxisch" oder "hyper" bezeichnet.

"Stellen Sie sich vor, wie es ist, ein junger Mann zu sein, der ständig mit puritanischer Maßregelung verteufelt wird, nur weil er er selbst ist", so Reeves.

Es ist kein Wunder, sagt Reeves, dass "Männer verloren sind" und Trost bei anderen entrechteten Männern im Internet finden - anstatt das Risiko einzugehen, sich mit jungen Frauen zu treffen, mit denen sie vielleicht eine Familie gründen wollen.

Enttäuschte Männer ... können immer tiefer in die so genannte "Manosphäre" geführt werden und finden dort Gruppen wie MGTOW (Men Going Their Own Way)", schreibt Reeves in seinem Buch. Diese Männer lehnen Beziehungen zu Frauen ab, lehnen Sex ab, verdienen gerade genug, um über die Runden zu kommen, bis sie sich schließlich "völlig von der Gesellschaft abkoppeln."

(...) Trotz ihrer Rolle beim Männerbashing übernehmen radikale Feministinnen und Progressive wie die Leute von der Times keine Verantwortung für die Ausgrenzung von Männern und Männlichkeit. "Wenn überhaupt", schreibt Reeves, "haben die Progressiven hier mehr zu verantworten, indem sie männliche Probleme entweder ganz vernachlässigen oder sie auf toxische Männlichkeit schieben."

Glücklicherweise ist Reeves optimistisch, dass sich das Blatt wenden kann, und seine Lösung ist einfach: "Frauen müssen aufhören, Männer und Männlichkeit zu pathologisieren." Wenn Frauen den Männern den Raum geben, ihr ganzes Selbst zu sein (einschließlich ihres männlichen Selbst), werden sich Männer "erheben" und aus ihrem Schneckenhaus herauskommen.




Mittwoch, November 30, 2022

Spiegel-Online erkennt Diskriminierung von Männern durch Frauenquote

1. In einem aktuellen Gastbeitrag auf Spiegel-Online (nur für Abonnenten zugänglich) erläutert der Headhunter Heiner Thorborg, wie Männer durch die Frauenquote benachteiligt werden:

Bei vielen hat das Mitgefühl für diskriminierte männliche Manager ungefähr die Größe einer Staubflocke, waren es doch die Frauen, die jahrhundertelang im Job nichts zu sagen hatten. (…) Wenn jetzt dank Frauenquoten für Aufsichtsrat und Vorstand zur Abwechslung mal die Aufstiegschancen für Männer knapper werden, heißt es daher oft: "Es ist an der Zeit, dass die Kerle mal etwas von ihrer eigenen Medizin zu schmecken bekommen."

Diese Haltung ist problematisch. Es nicht nur ethisch fragwürdig, eine Ungerechtigkeit einfach durch eine andere zu ersetzen, es ist auch nicht zielführend. Diskriminierung macht nämlich nichts besser, egal, wen sie trifft.

Tatsächlich ist es heute so, dass Männer in vielen Fällen den Kürzeren ziehen, wenn es um Beförderungen geht. Viele Personalberater erleben, dass sich Männer melden und sagen: "Für mich geht es in meinem Unternehmen nicht mehr weiter. Da wird so offen gesagt, dass jetzt die Frauen gefördert werden, dass ich nun nach Optionen außerhalb des Unternehmens suchen muss."


Der Artikel erwähnt auch, dass weibliche Manager inzwischen mehr verdienen als männliche. (Genderama berichtete.)

Entsprechend genervt sind viele Männer. So zitierte der Deutschlandfunk in einer Diskussion um die Frauenquote einen Unternehmensberater Ende 20 namens Markus, der seinen Nachnamen nicht nennen will – aus Angst vor den beruflichen Folgen. Er befand: "Das ist so ein bisschen in Sippenhaft nehmen. Also, weil quasi früher Frauen diskriminiert worden sind, diskriminieren wir jetzt andersherum." Genau so ist es. (…) Ein System, das nun die Frauen genauso konsequent bevorzugt wie früher die Männer, ändert nichts an dem Niveau der Frustration: Der Frust trifft jetzt eben nur eine andere Gruppe.


Da die Benachteiligung inzwischen Männer treffe, bleibe der empörte Aufschrei im woken Lager diesmal allerdings aus.



2. Hassan al-Thawadi, der Chef des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ,antwortete auf die Frage nach den Todesfällen bei WM-Bauprojekten im britischen Sender TalkTV: "Die Schätzung ist ungefähr 400. 400 bis 500, die genaue Zahl habe ich nicht. Das ist etwas, das diskutiert wird."

Der Regensburger Juraprofessor Tonio Walter kommentiert auf Twitter:

Heißt: 400 bis 500 tote MÄNNER. Wie wäre die Reaktion in Deutschland bei 400 bis 500 toten Mädchen und Frauen? Massenfemizid? Und WM weiterschauen?


Die Tagesschau soll übrigens von "toten Gastarbeitenden" sprechen.



3. Der Focus beschäftigt sich mit den Millionen an Kosten für ein "gendergerechtes" München, die von Laura Dornheim durchgesetzt wurden:

Dornheim erläutert das Vorhaben gegenüber der "Abendzeitung" so: "Das Bundesverfassungsgericht hat mit einem Urteil die öffentliche Verwaltung dazu verpflichtet, alle Menschen korrekt anzusprechen. Bei meiner Verbeamtung habe ich einen Eid darauf geleistet, Recht und Gesetz umzusetzen und genau das tue ich mit diesem Projekt."

Diese, sagen wir, eigenwillige Interpretation eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes, das sich 2017 mit dem Geschlechtseintrag "divers" befasst hat – nicht mit der Frage, ob es schon diskriminierend ist, wenn in Behördentexten nicht gegendert wird –, vorzuschieben, um ein ideologisches Vorhaben als alternativlos zu verkaufen, ist an und für sich schon ein bisserl dreist.

(…) Sagen wir so, folgende Münchner Behörden werden im Jahr 2022 von Frauen geleitet: das IT-Referat von Dornheim, das Gesundheitsreferat, das Sozialreferat, das Baureferat, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, das Kreisverwaltungsreferat, das Kommunalreferat sowie das Referat für Klima- und Umweltschutz.

Gut, der Münchner Oberbürgermeister ist zwar ein Mann, Dieter Reiter (SPD). Allerdings hat der gleich zwei Frauen als Vertreterinnen: Katrin Habenschaden und Verena Dietl. All das ist in den vergangenen Jahren, man lese und staune, auch ohne Gender-Sternchen gelungen.


Abschließend beschäftigt sich der Artikel recht ausgiebig mit der Frage, ob Laura Dornheim wirklich die richtige Person auf ihrem Posten ist.



4. Noch immer werden Depressionen bei Männern unter den Teppich gekehrt. Bei diesen Beschwichtigungsversuchen sollte man hellhörig werden



5. Die Bildzeitung wirft ihrer früheren Werbefigur Alice Schwarzer "Verschwörungs-Irrsinn" vor.



6. Aus Russland geflohene Antikriegsaktivisten finden in den USA keine Freiheit, sondern Inhaftierung "Ich habe Russland verlassen, um an einen Ort zu gelangen, der genauso ist wie Russland", befindet einer von ihnen. Die New York Times berichtet ausführlich.



7. Die internationale Coalition to End Domestic Violence hat mehrere erwähnenswerte Beiträge online gestellt.

Einer zerlegt den von vielen Medien verbreiteten Mythos, dass häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie zugenommen habe.

Ein anderer erklärt, wie speziell schwarze Männer durch die aktuelle Politik bei häuslicher Gewalt benachteiligt werden.

Ein dritter fragt, warum die Vereinten Nationen die Mehrheit der Opfer häuslicher Gewalt übergehen. (Quellenangaben als Beleg finden sich im verlinkten Originaltext.)

Die Vereinten Nationen haben eine Kampagne mit dem Titel "16 Days of Activism Against Gender-Based Violence" (16 Tage gegen geschlechtsspezifische Gewalt) gestartet. Die Kampagne konzentriert sich ausschließlich auf die Belange von Frauen und ignoriert auf unerklärliche Weise die weltweite Epidemie häuslicher Gewalt gegen Männer.

Aus Erhebungen geht hervor, dass die Mehrheit der Opfer häuslicher Gewalt Männer sind:

Eine umfassende Untersuchung von Studien über häusliche Gewalt ergab, dass die Opferraten im letzten Jahr bei Männern etwas höher sind. In den Vereinigten Staaten berichten die Centers for Disease Control, dass die Zahl der männlichen Opfer häuslicher Gewalt die der weiblichen Opfer übersteigt: 4,2 Millionen Männer im Vergleich zu 3,5 Millionen Frauen jedes Jahr. Aus einem Bericht aus Australien geht hervor, dass 23 % der heranwachsenden Mädchen häusliche Gewalt ausgeübt haben, im Vergleich zu nur 14 % der männlichen Jugendlichen.

(…) In Kanada wurde die Kriminologie-Professorin Alexandra Lysova kürzlich für ihre Forschung über männliche Opfer häuslicher Gewalt ausgezeichnet. Bei der Entgegennahme des Preises sagte Lysova: "In meiner Arbeit habe ich angefangen, mich mit Gewalt gegen Frauen und Kinder zu beschäftigen, aber ich habe auch die Stimmen von Männern gehört. Ich hatte in den Statistiken gesehen, dass es Männer gibt, die missbraucht werden, und ich war überrascht, wie sehr dieses Thema vermieden wurde."

Die 72 Mitgliedsorganisationen der Domestic Abuse and Violence International Alliance fordern die Regierungen auf der ganzen Welt auf, dafür zu sorgen, dass männliche Opfer von Gewalt und Missbrauch Zugang zu Dienstleistungen und Rechtsbeistand erhalten, um die Gewalt zu beenden und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.




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