Dienstag, Juli 23, 2019

Anwaltskanzlei: "So verhindern Sie das Wechselmodell" – News vom 23. Juli 2019

1.
Als ich den kurzen Artikel zum ersten Mal las, hielt ich ihn für eine bittere Satire. Ich las ihn noch einmal, weil sich andere in sozialen Netzwerken so über den Text aufgeregt hatten und weil ich nach Zitaten suchte, um ihnen deutlich zu machen, dass alles bloß satirisch gemeint sei. Ich fand aber keine solche Passage und gewöhnte mich langsam an den Gedanken, dass der Text ernst macht.

Er wurde auf der Homepage der Rechtsanwaltskanzlei wendelmuth veröffentlicht, besteht aus zwei Teilen und trägt den Titel "Familienrecht: So verhindern Sie das Wechselmodell".

(...) Ganz gegen die sonstige Darstellung vom aufopferungsvollen Leben Alleinerziehender schreiben die Wendelmuth-Anwält*innen hier offen von einem "Betreuungskuchen", von dem zudem die Mutter ganz selbstverständlich mehr als 50% abbekommen sollte. Die Sorge für das Kind dient hier, ohne dass das kaschiert würde, der Versorgung Erwachsener.


Lucas Schoppes aktueller Beitrag "Von der Bewirtschaftung kindlichen Leids" ist nicht nur für jeden Vater absolut lesenswert. Wie Schoppe zu Recht ausführt, geht das Grundproblem, das hier aufscheint, weit über eine einzelne Anwaltskanzlei hinaus.



2. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat Negativpreise für aus ihrer Sicht "sexistische Werbung" verliehen. (Die Anführungszeichen fallen in der medialen Berichterstattung darüber weg, weil die persönliche Meinung von Feministinnen für Journalisten gleichbedeutend mit der Wirklichkeit ist). Unter den Preisträgern findet sich meines Wissens erstmals eine Reklame, die auf Männer zielt und auch von vielen Maskulisten beanstandet wurde:

Den dritten Negativpreis erhielt die Supermarktkette Edeka mit dem Clip "Danke Mama, dass du nicht Papa bist", der laut "Terre des Femmes" nahe legt, dass auch bemühte Männer keine guten Väter sein können. "Mit diesem Clip hat Edeka es geschafft, in gut einer Minute sowohl Männer als auch Frauen auf Klischees aus dem vorigen Jahrhundert zu reduzieren", kritisierte die Frauenrechtsorganisation.




3. Vor kurzem war die angebliche Diskriminierung von Spitzensportlerinnen durch schlechtere Bezahlung für manche Medien ein großes Thema. Jetzt erklärt Dirk Westerheide, Ex-Redaktionsleiter beim Kicker, dass im Sport noch nie nach Leistung oder Geschlecht bezahlt wurde, sondern immer nach Zuschauerinteresse und Vermarktbarkeit:

Wenn Fußballspielerinnen es schaffen würden, ihre Geschlechtsgenossinnen zum Gang ins Stadion zu bewegen, 50.000, 60.000, 70.000 Zuschauer(innen) pro Spiel zu generieren, dann wäre bald zu jedem Spiel das Fernsehen da. Kämen genügend Zuschauerinnen, kämen die Sponsoren, und dann würden sie wie ihre männlichen Kollegen verdienen. Dabei sind die körperlichen Voraussetzungen nachrangig. Was zählt, ist der sportliche Unterhaltungswert.

Montag, Juli 22, 2019

Experte: Gender-Regime deutscher Behörden "sehr gefährlich" – News vom 22. Juli 2019

1.
Die geschlechtergerechte Sprache sorgt für viele Diskussionen. Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg warnt vor Gefahren für das Deutsche, wenn sie benutzt wird und kritisiert vor allem Behörden: "Wir stellen neuerdings fest, dass die amtlichen Regeln, die für den öffentlichen Dienst gelten, von ihm nicht mehr eingehalten werden", sagte der emeritierte Professor der Universität Potsdam.

"Da spielt das 'Gendern' die Hauptrolle. Da tut der öffentliche Dienst etwas, was er nicht darf, er begeht permanent sogenannte Dienstpflichtverletzungen." Das sei "sehr gefährlich" für eine Sprache wie das Deutsche, die keine staatlich verordnete Norm wie etwa das Französische habe.


Hier geht es weiter.



2. Seit einigen Monaten weist die Genderama-Blogroll auf die kommende Twogether-Konferenz in Wien hin. Dort soll nach dem Motto "Frauen für Männer, Männer für Frauen" zu einer zukunftsweisenden Politik für beide Geschlechter angestoßen werden, was ein echter Umbruch nach der Einseitigkeit des letzten halben Jahrhunderts wäre. In einer aktuellen Rundmail informieren die Veranstalter heute, dass die Konferenz verschoben wird:

Aus unterschiedlichen Gründen haben wir entschlossen, unser "Crossover"-Event NICHT wie geplant im Oktober stattfinden zu lassen, sondern es um ein halbes Jahr zu verschieben. Der kürzlich gefasste Entschluss fiel alles andere als leicht, da bislang alle von "twogether" auf die erste Veranstaltung mit Termin im Oktober 2019 ausgerichtet waren.

Aber erstens ist die politische Situation in Österreich durch die Wahlen etc. momentan so überhitzt und bindet derart viel an medialer Aufmerksamkeit, dass es uns unsinnig erschien, unseren erneuernden Friedenskeimling für Männer & Frauen genau zu dieser Zeit in die zivilgesellschaftliche Erde zu pflanzen. – Und außerdem fanden sich für kommendes Jahr über neue Kontakte gute Chancen, einen stimmigeren und renommierteren Standort für diesen Beginn zu kreieren. So haben wir jetzt bei zwei Banken (ERSTE Bank / Bank Austria) den Fuß in der Türe – und vielleicht kommt auch das Wiener Rathaus nochmals ins Spiel.

Langer Rede kurzer Sinn: Wir haben beschlossen, das Event ins Frühjahr 2020 zu verschieben (vermutlich zweite Aprilhälfte). Am 18. Oktober werden wir lediglich ein "Kick off" inklusive Presse veranstalten, um auf das "Crossover"-Projekt im April / Mai 2020 hinzuweisen.




3. Das französische politische Wochenmagazin "Le Point" fragt in der Überschrift eines aktuellen Artikels "Ist das Leben eines Mannes weniger wert als das einer Frau?" In dem Beitrag heißt es:

In ihrer Analyse "Frauen und Völkermord in Ruanda" schrieb Aloisea Inyumba: "Der Völkermord in Ruanda ist eine Tragödie mit tief greifenden Folgen, die für Frauen besonders hart war. Sie machen heute 70% der Bevölkerung aus, da der Völkermord die männliche Bevölkerung zuerst vernichtet hat."

1998 sagte Hillary Clinton auf einer Konferenz über häusliche Gewalt in El Salvador: "Frauen waren immer die ersten Opfer von Kriegen. Frauen verlieren ihre Männer, Väter und Söhne im Kampf." Zwei Zitate veranschaulichen einen allgemeinen Trend: Männer sind für viele Menschen vernachlässigbare Größen. Das ist meine Hypothese der "männlichen Verfügbarkeit".

Männer zur Verfügung zu stellen bedeutet, sich weniger um ihre Gesundheit und Sicherheit zu kümmern als um die von Frauen. Dies mag überraschend erscheinen, wenn man bedenkt, dass in den heutigen westlichen Gesellschaften der Schwerpunkt auf der Unterdrückung von Frauen durch Männer liegt. Wie können wir uns vorstellen, dass Gesellschaften, die von und für Männer aufgebaut wurden, ihr Wohlergehen zu einer Nebensache gemacht haben? Nur, dass diese Sichtweise einfach ist und die Komplexität der Welt stark reduziert. Eine 2016 in der Zeitschrift Social Psychological and Personality Science veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen eher bereit sind, Männer in Krisenzeiten zu opfern, aber auch, sie generell stärker leiden zu lassen. Im Jahr 2017 stieß eine Replikation der Erfahrungen von Milgram in Polen auf Daten, die zeigen, dass die Teilnehmer weniger Skrupel hatten, Männern statt Frauen Stromschläge zu verpassen.

(...) Wenn sie dazu gedrängt werden, zuzugeben, dass Gewalt gegen Männer im Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen weitgehend normalisiert und ignoriert wird, ist die Reaktion vieler Menschen, zu versuchen, ein solches Ungleichgewicht zu rechtfertigen. So argumentieren einige, dass Gewalt gegen Frauen "geschlechtsspezifisch" ist und daher ernster genommen werden sollte. Ein Großteil der Gewalt, der Männer ausgesetzt sind, ist jedoch auch "geschlechtsspezifisch". Während des ruandischen Völkermords waren es vor allem Männer und Jugendliche, die Opfer des Völkermords wurden. Die geschlechtsspezifische Natur dieser Morde wurde jedoch weitgehend heruntergespielt. Während des Massakers von Srebrenica stellten Männer und Jugendliche die überwiegende Mehrheit der Opfer. Sexuelle Gewalt gegen Männer wird von vielen Sozialwissenschaftlern auch als Angriff auf die Männlichkeit angesehen, der darauf abzielt, die Opfer zu demoralisieren, indem sie unfähig werden, ihre Rolle als Männer zu erfüllen. Aber auch wenn wir akzeptieren würden, dass Gewalt gegen Männer nicht geschlechtsspezifisch ist, so ist es doch nicht legitimer, die Viktimisierung von Männern und Jungen zu ignorieren, die häufiger und weiter verbreitet ist als die von Frauen.

(...) Ist eine Welt ohne Wegwerfmänner möglich?

Anhand der verfügbaren Daten ist nicht klar, ob die "männliche Verfügbarkeit" teilweise das Ergebnis der Evolution ist oder ob sie vollständig das Produkt der Sozialisation ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass das Phänomen auf einer gewissen Ebene instinktiv ist, bedeutet das nicht, dass die Gesellschaft nichts tun kann, um es zu minimieren. Die eigentliche Frage ist: Wollen wir sie beseitigen? Wollen wir mehr Frauen in den Krieg schicken? Wollen wir mehr Frauen in gefährlichen Berufen? Wollen wir uns gleichermaßen um männliche und weibliche Opfer kümmern? Ich denke, dass eine solche Gleichstellung ein lobenswertes Ziel ist, aber sie wird viel sozialen Widerstand erzeugen. Männer selbst zögern oft, sich als Opfer zu betrachten, Traditionalisten (aller Geschlechter) könnten einer solchen Verschiebung der Geschlechternormen widerstehen, und viele Feministinnen würden wahrscheinlich nicht wollen, dass männliche Opfer zu viel Aufmerksamkeit erhalten.

Meine Hypothese der "männlichen Verfügbarkeit" stellt einige feministische Annahmen in Frage, aber sie ist nicht unbedingt ein Argument gegen den Feminismus. In der Vergangenheit haben sich Feministinnen effektiv gegen den Kampf gegen die Viktimisierung von Männern gestellt, vor allem aus Angst, dass die Betonung männlicher Opfer weibliche Opfer von männlicher Gewalt weiter marginalisieren könnte.

Aber es wäre unfair, allgemeine Schlussfolgerungen über die feministische Theorie zu ziehen. Viele prominente feministische Persönlichkeiten, wie z.B. bell hooks (Gloria Jean Watkins), haben darauf hingewiesen, wie schädlich "das Patriarchat" für Männer sein kann. Feministinnen erkennen auch allgemein an, dass männliche Opfer sexueller Gewalt an den Rand gedrängt werden, weil sie sich gegen dominante Geschlechternormen stellen. Allerdings ist die Einstellung der Feministinnen zu männlichen Problemen bei weitem nicht perfekt, und einige der Kritikpunkte der Männer-Aktvisten sind nicht ohne Grundlage. Ich glaube jedoch, dass es möglich und notwendig ist, eine gemeinsame Basis zu finden. Es ist schwer zu behaupten, dass Feminismus nutzlos wäre, wenn wir die Unterdrückung und Viktimisierung von Frauen auf der ganzen Welt sehen. Aber Unterdrückung ist kein Nullsummenspiel - der Umgang mit der Unterdrückung von Frauen erfordert nicht, das Leiden der Männer zu ignorieren.

Sonntag, Juli 21, 2019

Geschlechtsneutrale Sprache, Frauengewalt im Alltag, Mondlandung – News vom 21. Juli 2019

1. Die kalifornische Stadt Berkeley setzt eine geschlechtsneutrale Sprache durch und untersagt Wörter wie "manpower", "policewoman", "he" und "she".



2. "Mann und Frau unterscheiden sich in jeder Zelle" berichtet die Wiener Zeitung. Bei den reaktionären Biologisten ist offenbar noch nicht angekommen, dass Geschlecht sozial konstruiert wird.



3. Gerne mache ich heute auf eine aktuelle Veranstaltung im feministischen Spektrum aufmerksam, die sich folgenden Fragen widmen soll:

Was ist der Unterschied zwischen Maskulinismus und Maskulismus? Wer außer der extremen Männerrechtsbewegung gehört noch zur "antifeministischen Bewegung"? Was zeichnet Antifeminsimus aus? Was sind die wesentlichen Eckpfeiler antifeministischer Argumentationen? Und warum werden viele dieser Argumente auch in der "linken Szene" als legitimer Argumentationsstandpunkt akzeptiert? All diese Fragen können wir natürlich auch nicht beantworten.


Ich finde das erfrischend ehrlich. Das Selbstbewusstsein, zu seiner Ahnungslosigkeit zu stehen, hat nicht jeder. Man könnte sich allerdings auch einfach mal mit der Männerrechtsbewegung beschäftigen und feststellen, dass der Wunsch nach Gleichberechtigung so "extrem" gar nicht ist.



4. Einer Frau gefällt ein Anmachspruch nicht, weshalb sie dem Mann, der ihn äußerte, eine reinhaut. Danach prahlt sie damit auf Twitter. Die begeisterten Kommentare für dieses psychopathische Verhalten verraten alles darüber, warum es so schwierig ist, Gewalt zu bekämpfen, wenn sie von Frauen gegen Männer ausgeht.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung folgendes: Eine morgendliche Radio-Andacht am Weltfrauentag 2017 handelte vom Film "Hidden figures – Unerkannte Heldinnen". In diesem Film geht es um drei afroamerikanische Mathematikerinnen, die mit ihren Berechnungen einen wichtigen Beitrag zur Mondlandung geleistet haben, bisher aber nicht allgemein bekannt waren. Die Theologin führte dazu im Radio aus, dass diese drei Frauen deshalb vergessen seien, weil Männer ihre Anerkennung kassiert hätten bzw. die Geschichte schreiben würden.

Daraufhin schrieb ich der Autorin nach einiger Zeit des ruhigen Überlegens eine E-Mail (z. B. sah ich mir erst den genannten Film an). Dabei widersprach ich der Selbstverständlichkeit, mit der sie annahm, das Schicksal des Vergessenwerdens beträfe nur Frauen. Viele tüchtige Männer in zweiter und dritter Reihe sind in der Öffentlichkeit heute genauso vergessen, so auch die vielen NASA-Ingenieure, die die Mondlandung ermöglicht haben. Nur Neil Armstrong, der ganz vorne im Rampenlicht stand, wurde wahrgenommen. Hier liegt also ein wahrnehmungspsychologischer Effekt vor, der keineswegs nur Frauen, sondern auch Männer benachteiligt. (Siehe auch Brechts Gedicht "Fragen eines lesenden Arbeiters".)

Und immerhin wurde den farbigen Mathematikerinnen ein Hollywoodfilm gewidmet, was bei den männlichen, weißen NASA-Ingenieuren der Mondlandung sicher nie der Fall sein wird. Schließlich wurde in der Morgenandacht behauptet, die drei Frauen seien "noch in den 60ern" in den Hintergrund gedrängt worden. Auch das stimmt so nicht. Sie mögen nicht dieselben Karrierechancen gehabt haben wie damals weiße Männer, aber auch nach der Mondlandung ging es für sie beruflich weiter (das sagt der Film am Schluss übrigens auch in eingeblendeten Texten).

Weitere Inhalte der Radio-Andacht streife ich hier nur kurz. So wurde beklagt, dass die im Römerbrief erwähnte Apostelin Junia später als Mann namens Junias galt. Von einer Frau als angesehener Apostelin habe man wohl nichts mehr wissen wollen. Doch so einfach ist es nicht: Die Namensänderung kann auch auf ein sprachliches Missverständnis zurückgehen. Außerdem sahen die Kirchenväter und ebenso die Ostkirche Junia stets als Frau an. Ein böswilliges Verschweigen durch Männer sollte also auch hier nicht pauschal suggeriert werden.

Daher bin ich enttäuscht, wie in einer Radio-Andacht, die doch versöhnen und nicht spalten sollte, so viel Ressentiment gegen Männer einfließen konnte. Am Ende meiner Mail schrieb ich: "Ein fairer Umgang der Geschlechter miteinander ist keine Einbahnstraße, sondern muss von beiden Seiten ausgehen. Das gilt erst recht für einen Beitrag, der von den Rundfunkgebühren aller finanziert wird."

Eine Antwort auf meine Mail habe ich in den vergangenen zwei Jahren nicht erhalten. Zum Vergleich: Als ich dieses Jahr mit der Radio-Andacht eines Priesters nicht einverstanden war (aus anderen theologisch-historischen Gründen) und diesem daraufhin mailte, bekam ich noch am selben Tag eine einsichtige und freundliche Antwort.

Freitag, Juli 19, 2019

Quote für Chefärztinnen, bezahlter Urlaub für Väter – News vom 19. Juli 2019

1.
Ärztinnen-Verbände fordern sie schon lange, jetzt auch der Ärzte-Präsident: eine Quote für Frauen in Führungspositionen in der Medizin.


Dem Weser-Kurier zufolge ist eine solche Quote beispielsweise in Bremen bislang dara gescheitert, dass sich auf entsprechende Stellen fast ausschließlich Männer beworben haben.



2.
Mutterschutz ist in Deutschland und in der EU eine Selbstverständlichkeit. Bald könnten hierzulande aber auch Väter zur Geburt eines Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub bekommen.


Die Tagesschau berichtet.



3. "Warum gibt es eigentlich keine linke Geschlechterpolitik?" fragt Lucas Schoppe in einem lesenswerten Beitrag.



4. Derweil hat es ein Artikel aus Alice Schwarzers "Emma" zu einer hingerissenen Präsentation auf Infowars geschafft, eine Website mit rechten Verschwörungstheorien. Herzlichen Glückwunsch, Alice!



5. Ein Problem für unsere Medien: Wie geht man mit dem 50jährigen Jubiläum der Mondlandung, an der ausschließlich die verhassten weißen Männer beteiligt waren, feministisch korrekt um? Der Bayrische Rundfunk versucht es mit dem Beitrag "Johanna, die Mondfrau": eine Autorin, die über "die Wunderkraft des Mondes" berichtet. Gemeint sind Bücher wie dieses, in dem erklärt wird, wie Haareschneiden und Peeling im "Rhythmus des Mondes" durchgeführt werden sollten und wie eine vernünftige "Mondgymnastik" aussieht.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Zum heutigen Post über häusliche Gewalt beim Frauen-Basketball die Information, dass dies schon viel länger bekannt ist – wird ja auch in dem verlinkten Artikel angedeutet. Der dort erwähnte Vorfall aus dem Jahr 2015 führte damals zu diesem Artikel in der Washington Post.

In diesem Artikel werden weitere Vorkommnisse erwähnt. Daraus folgender Ausschnitt, der das Problem anspricht, dass Frauen immer nur als Opfer wahrgenommen werden:

Aber sind wir wirklich alle so überrascht? Gehört einer dieser Namen zu denen, an die man denkt, wenn jemand Sportler im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt erwähnt? Für viele scheint diese Liste die Namen der Opfer zu sein, weil sie alle Frauen sind.

Dies liegt zum Teil daran, wie sehr der Begriff der intimen Partnergewalt mit der Geschlechtsidentität und den Geschlechternormen verflochten ist. Einige Organisatoren sehen ein Problem darin, dass man den Kampf gegen häusliche Gewalt als "Bewegung geprügelter Frauen" bezeichnet, wie sie in einem Artikel aus dem Jahr 2013 beschrieben wurde. "Die Epidemie häuslicher Gewalt gegen gleichgeschlechtliche Partner findet in aller Stille statt", heißt es [im linksliberalen Magazin] The Atlantic. Hier zahlt es sich aus, redundant zu sein: Eine misshandelte Frau ist nicht nur offensichtlich weiblich, sondern man stellt sie sich auch als heterosexuell und als Partnerin eines Mannes vor.

Die Frau eines NFL- oder NBA-Spielers? Sicher, sie kann eine misshandelte Frau sein. Der Freund eines WNBA-Spielers? Hmm, er kann ausgelacht werden.

Donnerstag, Juli 18, 2019

Strafverfahren gegen Kevin Spacey eingestellt – News vom 18. Juli 2019

1. Einer der wenigen Strafprozesse, die sich aus der Flut von Anschuldigungen im Zusammenhang mit MeToo entwickelten, ist jetzt endgültig geplatzt. Mehrere Zeitungen berichten, darunter "Die Zeit".



2. Anderswo wird infolge der MeToo-Debatte durchgegriffen:

Disney hat im Rahmen einer Neuveröffentlichung von "Toy Story 2" eine Szene des Animationsklassikers aus dem Jahr 1999 gelöscht. Zu sehen ist die verlassene Puppe des Goldgräbers "Stinke Pete", der sich mit zwei Barbie-Puppen in seiner Spielzeugschachtel unterhält. Dabei streicht er einer der Barbie-Damen über die Hand und verspricht den beiden, ihnen eine Rolle in "Toy Story 3" zu besorgen.


Die Augsburger Allgemeine berichtet.



3. Ein Fall häuslicher Gewalt erschüttert den Frauen-Basketball.

Mittwoch, Juli 17, 2019

Focus: "Von der Leyens Feminismus hinterlässt Wirkung" – News vom 17. Juli 2017

1. Der Focus schließt sich den journalistischen Claqueren von der Leyens als neuer EU-Chefin an und berichtet über ihre Nominierungs-Rede:

Ganz bewusst setzt von der Leyen einen feministischen Ton, um der historischen Chance gerecht zu werden, erste Frau an der EU-Spitze zu werden. Sie beginnt auf Französisch und erinnert an Simone Veil, erste Frau auf dem Präsidentensessel des Europäischen Parlaments (EP), eine europapolitische Ikone. Sie verspricht eine Kommission, die zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern besteht. Sie plädiert für ein entschiedeneres Vorgehen der EU gegen Gewalt gegen Frauen. "Wir wollen unseren fairen Anteil", reklamiert sie für die 50 Prozent der Bevölkerung, die bisher nicht einmal 20 Prozent aller EU-Kommissare stellten. (...) Immer mehr Hände rühren sich im Laufe der Rede, auch bei Sozialdemokraten und Grünen, für die deutsche Kandidatin.


Schon dass Ursula von der Leyen nur "Gewalt gegen Frauen" und nicht Gewalt gegen alle Menschen den Kampf ansagt, verrät, wohin die Reise geht. Auch für ihr Versprechen, für mehr Gleichberechtigung sorgen zu wollen, gibt es in ihrem politischen Werdegang keine Anzeichen: Tatsächlich hat von der Leyen vor allem die Etablierung der Frauenquote in Deutschland zu verantworten – eine klare Menschenrechtsverletzung. Für ihr Statement zur Jungenkrise – "Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen" – hatte von der Leyen die lila Kröte verleihen bekommen, eine ironische Ehrung für herausragende Männerfeindlichkeit.

Natürlich gibt es außer von der Leyens Sexismus auch zahlreiche andere Gründe zur Kritik. Eine hübsche Zusammenfassung findet man unter der Überschrift "Warum #Zensursula #Notmypresident ist" in einem der Blogs der Piratenpartei – ironischerweise eine Partei, die selbst in der Versenkung verschwunden war, als radikale Feministinnen dort kurzzeitig das Ruder übernommen hatten (Genderama begleitete diesen Niedergang mit ausführlicher Berichterstattung), und sich davon nicht mehr erholt hat.

Vor über zehn Jahren hatte von der Leyen in einem Interview bekundet, Gleichberechtigung sei dann erreicht, "wenn durchschnittliche Frauen in Führungspositionen sind". Mit dem Antritt ihrer EU-Präsidentschaft könnte diese Entwicklung, zumindest was die Gleichberechtigung der Frau angeht, als beendet gelten.



2. Eine Angestellte verbreitet per WhatsApp verleumderische Gerüchte über eine Vergewaltigung – "aber ganz EHRLICH für so jemanden werde ich nicht arbeiten. Und DU auch nicht" – und wird daraufhin entlassen. Zu Recht, urteilte das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg.



3. Sind Studenten so weltoffen und liberal, wie sie oft tun? Tatsächlich stellte sich in einem großangelegten Experiment heraus: Männer mit arabischen Namen bekommen seltener eine Antwort auf WG-Anfragen als Frauen mit deutschen Namen. Männerpolitisch interessantes Nebenergebnis: Männer bekommen generell seltener eine Antwort auf WG-Anfragen als Frauen.



4. Menschenrechtsvereine wie Mogis machen seit Jahren darauf aufmerksam, dass Genitalverstümmelung ("Beschneidung") auch bei Jungen nicht zu rechtfertigen ist. Ihnen grätscht jetzt "jetzt", das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung zwischen die Beine: mit dem Artikel "Ich empfinde den Sex stimulierender als vorher", in dem vier Männer bekunden, dass eine Beschneidung "völlig okay" sei. Wen interessiert da schon, was neben zig anderen Fachleuten und Gremien etwa der Verband der Kinder- und Jugendärzte zu dieser grausamen Praktik sagt?



5. Eine britische Studentin hat einen Preis für das Design eines Stuhles verliehen bekommen, der Männer dazu zwingt, mit geschlossenen Beinen zu sitzen. Da soll einer mal sagen, wichtige Erfindungen würden immer nur von Männern gemacht.

Dienstag, Juli 16, 2019

Funktioniert ein weiblicher James Bond? – News vom 16. Juli 2019

1. Die Produzenten des nächsten James-Bond-Films streuen Gerüchte, Bond solle eine farbige Frau werden. Christian Schmidt erörtert, ob die Figur so funktionieren kann.



2. Ein aktuelles Prügelvideo zeigt, wie "toxische Weiblichkeit" aussehen kann.



3. Durch ein neues Gesetz stehen auf den Philippinen jetzt Hinterherpfeifen, anzügliche Blicke und frauenfeindliche Beleidigungen unter Strafe.



4. Ein australischer Journalist berichtet, der einzige Mann in einem Workshop gegen häusliche Gewalt gewesen zu sein. Statt diese Beobachtung als Aufhänger für einen sinnvollen und notwendigen Artikel darüber zu verwenden, was bei diesen Projekten derart massiv schief gegangen ist, dass sie nur Frauen als Teilnehmer anziehen, schämt sich der betreffende Journalist für sein Geschlecht – und präsentiert häusliche Gewalt als synonym mit "Gewalt gegen Frauen". Nebenher feiert er sich immer wieder selbst. Wie so oft sind viele Kommentare unter der journalistischen Selbstbeweihräucherung wesentlich lesenswerter als der Artikel selbst. Drei Beispiele:

Sie haben sich also einem Programm angeschlossen, das vom Prinzip her sexistisch ist, sich nur auf einen Teil eines breiteren Problems konzentriert und sich offen gegen jeden richtet, der seine Weltanschauung nicht teilt, und Sie fragen sich, warum die Teilnehmer in ähnlicher Weise gespalten sind ... Hmmm, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, warum einige Männer sich nicht mit einem solchen Programm beschäftigen wollen. Wirklich verblüffend.


Alle Belege deuten darauf hin, dass ein besserer Fokus für diese Gruppe von Journalisten die Teilnahme an einer Konferenz über Drogen, Alkohol und Armut wäre. Viele Studien deuten darauf hin, dass dies die überwältigenden Grundursachen für häusliche Gewalt sind, die sowohl von Männern als auch von Frauen gegeneinander begangen wird. Wir müssen uns auch auf die bereits bestehenden Auslöser für Gewalt von beiden Seiten konzentrieren, da Gewalt in der Regel nicht spontan entsteht. Nur dann wird eine Reduzierung der häuslichen Gewalt erreicht. Aber eine Peer-Review-Forschung und die Konzentration auf die wahren Gründe [für häusliche Gewalt] würden einen Großteil der Finanzierung für die jetzige ineffektive Forschung als sinnlos kenntlich machen.


Leider ergibt das Argument, dass alle Männer für die Beendigung der Gewalt gegen Frauen verantwortlich sind, nicht wirklich Sinn. Es schafft eine Die-gegen-Wir-Spaltung, was ein tödlicher Weg ist, ein Problem zu lösen. Studien haben gezeigt, dass diese Art von Mentalität eine Kultur des Misstrauens, der Angst und der Stagnation schafft. Wenn man alle Männer beschuldigt, die Verantwortung für Gewalt gegen Frauen zu übernehmen, werden sich einfach mehr Männer von dem Problem abwenden, genau wie der Autor es erlebt. Das Problem, alle Männer zur Verantwortung zu ziehen, dezimiert Empathie und Gutwilligkeit und damit Ehrlichkeit in der Situation. Es muss mehr psychologische Sicherheit für Männer und Frauen geben, um gemeinsam an der Problemlösung mitzuwirken. Viele moderne feministische Publizistinnen, die "alle Männer" für die Verbrechen einiger weniger angreifen, helfen nicht wirklich, das Problem zu lösen. Ich persönlich habe nur einen sehr kleinen sozialen Kreis und bin mir keiner Probleme mit Gewalt oder Missbrauch in Beziehungen bewusst. Ich arbeite in einem Angestelltenberuf und habe eine Chefin. Ich habe noch nie einen Fall von Sexismus oder sexueller Belästigung von Frauen an meinem Arbeitsplatz gesehen. Mir zu sagen, dass es meine Verantwortung ist, das Verhalten von Menschen zu stoppen, mit denen ich keinerlei Kontakt habe, ist dasselbe wie zu sagen, dass jede beliebige Frau ebenfalls die Verantwortung übernehmen sollte, deren Verhalten zu stoppen. Leider ist es einfach, das Argument "Wir gegen Die" zu verwenden, aber es wird bei der Bekämpfung der Ursachen kein bisschen helfen.


Willkommen im Jahr 2019, wo man idiotische Beiträge des Online-Journalismus anklickt, um die vernünftigen Kommentare darunter zu lesen.



5. Ein Drittel der jungen Briten ist der Auffassung, dass der Feminismus Männer ausgrenzt und verteufelt. Die von YouGov Anfang des Jahres durchgeführte Umfrage ergab, dass 33% der Menschen zwischen 18 und 24 Jahren der Aussage zustimmen: "Feminismus ist schuld daran, dass sich einige Männer in der Gesellschaft marginalisiert und dämonisiert fühlen". In allen Altersgruppen waren 42% der Männer der Meinung, dass der Feminismus Männer marginalisiert und verteufelt, während nur ein Viertel der Frauen zustimmte. Die Kampagnengruppe Hope Not Hate, die die Forschung in Auftrag gegeben hat, polemisiert, dass diese "antifeministische" Wahrnehmung einen Übergang zu "anderen rechtsextremen Auffassungen" darstelle. Vor allem Youtube wird für die Verbreitung von Kritik am Feminismus verantwortlich gemacht.

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