Samstag, Dezember 05, 2020

Hajo Schumacher: "Alter weißer Müll" – News vom 5. Dezember 2020

1. Im Magazin "zukunft jetzt" der Deutschen Rentenversicherung schildert der bekannte Journalist Hajo Schumacher (56), wie er als weißer alter Mann Diskriminierung erlebt.



2.
Woran liegt es eigentlich, dass einige Männer das Gefühl haben, irgendwie einer feministischen Übermacht ausgeliefert zu sein – während andere Männer danebenstehen und sich irritiert-belustigt fragen, was da eigentlich mit ihren seltsamen Geschlechtsgenossen los ist? Mit einem Text des Kunstgeschichtsprofessors Jörg Scheller, der beim Zentrum Liberale Moderne erschienen ist, lässt sich das gut erklären.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Lucas Schoppe.



3. Das Blog Sciencefiles beschäftigt sich mit dem kompletten Brachliegen der eigentlich dringend notwendigen Jungenförderung in Deutschland.



4. Männer, auch solche über 40, sind immer häufiger von Ess-Störungen betroffen. Das ist Thema im Hessischen Rundfunk bei "Die Ratgeber".



5. Unter dem Titel "Campus ohne Courage" beschäftigt sich der Radio-Talk von SWR2 mit der bedrohten Redefreiheit an unseren Universitäten, sobald es um Positionen geht, die einigen nicht politisch genehm sind.

Freitag, Dezember 04, 2020

Gericht zwingt Vater zu Umgang mit seinen Söhnen – News vom 4. Dezember 2020

1. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat einen Vater zum Kontakt zu seinen Söhnen verurteilt.

Der Väteraufbruch für Kinder begrüßt dieses Urteil.



2. Der CSU-Politiker Professor Holm Putzke schließt sich Rücktrittsforderungen an CSU-Generalsekretär Markus Blume an, nachdem dieser in einem Interview für die Einführung einer Frauenquote plädierte:

Wie auch immer man zu Geschlechterquoten steht, aber wer sich in seiner Funktion als Generalsekretär in einem Interview hinstellt und Geschlechterquoten fordert, nachdem die Mitglieder des Parteitags sich nach intensiver Debatte klar und deutlich gegen Geschlechterquoten ausgesprochen haben, der vertritt nicht mehr die Partei und die Mehrheit ihrer Mitglieder, sondern verfolgt seine eigene Agenda. Wer so auftritt, muss sich über Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei nicht wundern. Bei den Mitgliedern hat Blume, so mein Eindruck von der Baisis, inzwischen ohnehin längst keinen großen Rückhalt mehr. Dürften die Delegierten des Parteitags den Generalsekretär wählen, würde Blume krachend scheitern.

Mein Parteifreund (ein echter!) Karlheinz Roth, Erster Bürgermeister bei Gemeinde Spiegelau, hat das treffend so kommentiert: "Ich habe noch nie einen CSU-Generalsekretär erlebt, der die Beschlüsse unseres Parteitags und den Willen unserer Mitglieder so konsequent ignoriert wie Markus Blume. Egal wie man zu der Thematik steht, der Parteitag hat seinen klaren Willen gegen die Quote mehr als deutlich artikuliert."




3. In diesem Zusammenhang macht mich einer meiner Leser, der eine leitende Funktion in der Bundeswehr inne hat, auf eine Studie zum Genderspezifischen Personalmarketing bei Sanitätsstabsoffizieren aufmerksam. In dieser Studie heißt es auf den Seiten 12 und 13:

Weibliche SanStOffz legen bei der Wahl des Arbeitgebers mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst, auf nette Kameraden und Kameradinnen, eine flexible Arbeitszeitgestaltung und nur selten länger als 40 Stunden in der Woche arbeiten zu müssen. Männlichen SanStOffz hingegen ist es im Vergleich wichtiger, eine abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit ausüben zu können und irgendwann Führungsverantwortung übernehmen zu können. Weibliche SanStOffz erwarten in stärkerem Maße als ihre männlichen Kameraden, dass sie in der Bundeswehr Familie und Beruf/Dienst gut miteinander vereinbaren können, ein hohes Einkommen erzielen können und nur selten länger als 40 Stunden in der Woche arbeiten müssen. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen vor allem Wert auf Arbeitgebermerkmale legen, die man als "ausgewogene Work-Life-Balance" zusammenfassen kann. Für Männer hingegen soll der Beruf stärker die Chance für die Übernahme von Führungsaufgaben bieten.


Wir haben hier also dasselbe Phänomen wie im Bereich der Wirtschaft: unterschiedliche Gewichtungen und unterschiedliche Lebensplanung bei Frauen und Männern lässt ein Ungleichgewicht in Führungspositionen entstehen. Geschlechterpolitik reagiert darauf mit der Einführung einer sexistischen Quote, und jedem, der das kritisiert, wird vorgeworfen, er habe ein veraltetes Weltbild, da er Frauen offenkundig für weniger kompetent als Männer halte.



4. Das Blog "Die Demokratie in den Zeiten des Feminismus" erörtert "Die Angst des Anlegers vor der Quotenfrau".



5. Facebook wird in Zukunft Beschwerden wegen Hate Speech gegen Weiße und Männer nachrangig behandeln und solche Hate Speech nicht mehr automatisch löschen.



6. Eine ältere Meldung, die ich aber trotzdem noch mit aufnehme, weil sich an der Situation nichts geändert hat: Die ehemalige Leiterin des britischen Universities & Colleges Admissions Service erklärt, dass die Schulen Jungen inzwischen scheitern lassen, um sich nicht den Zorn von Feministinnen zuzuziehen.

Großbritanniens Bildungssystem versäumt es, die "erstaunliche" Leistungsschwäche von Jungen anzugehen, da Feministinnen das Thema "tabuisiert" haben, warnte die ehemalige Leiterin der Zulassungsstelle der Universitäten (UCAS).

Mary Curnock Cook, die bis [2017] Leiterin der UCAS war, sagte, dass die Tatsache, dass Jungen in der Bildung zurückbleiben, ein nationaler Skandal sei - dennoch sei es ein so "unmodernes" Thema, dass es "normalisiert" worden sei.

Mädchen schneiden in allen Aspekten der Bildung besser ab als Jungen, von der Grundschule über die Sekundarstufe bis hin zu den Abiturprüfungen. Letztes Jahr haben 57 Prozent der Frauen ein Universitätsstudium absolviert, im Vergleich zu 43 Prozent der Männer: eine Kluft, die sich in den letzten zehn Jahren erheblich vergrößert hat.

"Ich finde es einfach inakzeptabel zu glauben, dass es in Ordnung ist, Jungen in der Bildung immer weiter zurückfallen zu lassen und zuzulassen, dass die Kluft immer größer wird", sagte Frau Curnock Cook. "In etwa zehn Jahren wird die Kluft zwischen Jungen und Mädchen schlimmer sein als zwischen Arm und Reich. Das ist wirklich frappierend."

Wenn versucht wird, Männerprobleme anzusprechen, werden sie lächerlich gemacht und stoßen auf den "Zorn" feministischer und Gleichstellungsgruppen, sagte Cook.


Hierzulande haben wir natürlich eine vergleichbare Situation.



Mittwoch, Dezember 02, 2020

"Hart aber fair": Gender-Spruch von Plasberg sorgt für Empörung – News zum 3. Dezember 2020

1. Die Yahoo-Redaktion weiß, welche Themen momentan besonders wichtig sind. So habe in der letzten "Hart-aber-fair"-Talkshow eine Aussage von Plasberg bei "den Zuschauern" zur Empörung geführt.

Mit den Worten "Ein Mann geht jetzt zu einer Frau" verlässt er sein Moderationspult und geht auf seine "Hart aber fair"-Kollegin Brigitte Büscher zu, die er nach den Reaktionen der "Zuschauerinnen und Zuschauer" fragen möchte. Dann kommt er kurz ins Stutzen, bevor er gekünstelt ahnungslos fragt "Oder wie sagt man da heute? Ich bin da kein Experte."

"Zuschauer_innen, mit Päuschen dazwischen", wird Plasberg von Büscher aufgeklärt. Damit meinte sie den gesprochenen Gendergap, also die kurze Pause zwischen den Silben. Damit soll verdeutlicht werden, dass, unabhängig vom Geschlecht, alle Menschen angesprochen sind.

Hätte Plasberg nun geschwiegen, wäre ihm ein Shitstorm bei Twitter erspart geblieben. Stattdessen schickt der "Hart aber fair"-Moderator noch ein "Klar… Wir sind hier am Montag, nicht am Sonntag". Ein deutlicher und unschöner Seitenhieb auf seine ARD-Kollegin Anne Will, deren Talk-Format am Sonntagabend ausgestrahlt wird. Anfang Mai hatte Will als erste Talkshow-Moderatorin bei den Öffentlich-Rechtlichen den Gendergap eingeführt.

Plasberg selbst mag diese kleine Spitze vielleicht noch lustig gefunden haben, bei den "Hart aber fair"-Zuschauer sorgten seine Macho-Allüren aber für Empörung, die sie bei Twitter auch reichlich kundgaben. So sprachen sie dem Moderator unter anderem die Souveränität ab, bezeichneten den 63-Jährigen als Boomer, der noch so "Fünfziger Jahre" sei.


Nun ist es schon grotesk genug, dass eine Redaktion ernsthaft Nachrichtenwert darin sieht, wenn die üblichen Verdächtigen auf Twitter einen Moderator beschimpfen, weil er sich der ideologischen Sprachverwendung einer Kollegin nicht anschließt und sich dabei sogar auf die Seite der Dauerempörten stellt. Die Yahoo-Redaktion zitiert unbekümmert Beschimpfungen wie "der ewig gestrige weiße Mann" und "ganz schrecklicher Macho"; Watson zitiert ebenso fröhlich Tweets wie "Hey alter, weißer Plasberg: Man sagt, dass Sie ein Idiot oder eine Idiotin sind. Das dürfen Sie selbst entscheiden." (Auch der Focus zitiert diesen Tweet: Er bekam schließlich auch volle zwei Likes und war daher von großer Bedeutung.) Das sind dieselben Medien, die sich über "frauenfeindliche Hate Speech im Internet" nicht mehr einkriegen. Wäre es auch positiv gewürdigt würden, wenn jemand Anne Will beleidigt hätte, weil er ihre Sprechweise nicht schätzt?

Wie gesagt, bis dahin ist es grotesk genug. Das Spektakel wird aber noch irrer. Aufgrund Plasbergs Nicht-Übernehmen der Sprechpause sah sich die ARD sogar zu einer offiziellen Stellungnahme veranlasst:

Auf Nachfrage des Nachrichtenportals "watson.de" äußerte sich Lars Jacob, Sprecher des Ersten, wie folgt: "Ganz genderneutral sagt man in Kölle: Jeder Jeck is anders. Die eine Moderatorin spricht das Gender-Gap mit, der andere Moderator verzichtet darauf. Das ist die Vielfalt der ARD." Für ein einheitliches Vorgehen bezüglich des Genderns sieht der Sender keinen Handlungsbedarf. "Es gibt weder Streit noch ARD-uniforme Vorgaben", so Jacob.


Es ist kein Wunder, dass das "woke" Lager wegen jedem Furz auszuflippen und herumzuschimpfen beginnt, denn genau das wird jedes einzelne Mal von den Leitmedien honoriert – zu Lasten der vielen ernsthaften Probleme, die in diesem Irrsinn untergehen.



2. Das Politikmagazin "Cicero" veröffentlicht ein "Lob der alten weißen Männer":

Die Künstlerin Jiny Lan kennt die angeblich schlimmsten alten weißen Männer Deutschlands persönlich. Und kann nicht verstehen, warum sie nicht gemocht werden. Denn schließlich haben eben solche Männer die liberale Gesellschaft mit aufgebaut, aus der sie nun ausgeschlossen werden sollen.


Ja, eben. Nicht jeder mag eine liberale Gesellschaft.

In Jiny Lans Artikel heißt es zu den üblichen Attacken auf Männer wie Dieter Nuhr und Christian Lindner, den die "Emma" kürzlich zum sexistischsten Mann der Welt ernannt hatte:

Es ist nicht das erste Mal, dass ich solche Bemerkungen gehört habe, diese Menschen seien schlimm, teilweise ist es als Witz gemeint (…). Aber wenn ich den Rat von Kunst-Fachleuten bekomme, dass ich Abstand zu denen halten soll, weil sonst die Authentizität meines feministischen Images beschädigt werden könnte, dann ist das nicht mehr nur ein Scherz, sondern eine sehr ernsthafte Sache.

(…) Ich stimme zu, dass ich zurzeit in dieser von alten weißen Männern dominierten Gesellschaft lieber lebe als in einer anderen. (…) Wegen Corona muss ich gerade von jedem Abstand halten, aber als Feministin müsste ich vom Sexist-Mann des Jahres keinen Abstand halten: Wenn DAS das Allerschlimmste für dieses Jahr ist, dann geht es den Frauen in diesem Land richtig gut.


Geht es NICHT! Sie leiden! Plasberg will die Gender-Pause nicht sprechen! Den Frauen in Deutschland geht es hundeelend deswegen.



3. Mindestens eine Frau soll in jedem Verwaltungsrat sitzen, plus ein Nicht-Weißer oder jemand, der sich unter LGBTQ+ einordnet. Das möchte die zweitgrößte Börse der Welt.

LGBTQ+ definiert die NASDAQ nicht näher. Es ist eine Sammelbezeichnung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-Personen, Transsexuelle, Two-Spirits, Queere, Intersexuelle, Asexuelle, Pansexuelle, Geschlechtslose, Nicht-Binäre, Bigender, Nonkonforme, Pangender, sowie Personen, die sich nicht sicher sind. Auch aktiv Verbündete der LGBTQ+-Gemeinschaft können in die Begriffsdefinition mit einbezogen sein.


~ Ich finde, das ein bisschen inkonsequent und hätte gerne genauere Vorgaben, um echte Diversität zu garantieren: Ein Unternehmen ohne zum Beispiel zwei Prozent Two-Spirits und vier Prozent Pangender im Vorstand sollte auf der Börse erst gar nicht zugelassen werden. ~

Meine ich das etwa ironisch? Lesen Sie dazu morgen den neuesten Shitstorm auf Twitter – oder, falls Dieter Nuhr eine ähnliche Bemerkung macht, Artikel über die fünf Twitter-Empörten bei FOCUS & Co.



4. Das SPD-Fanmagazin "Vorwärts" erklärt, warum sich die Sozialdemokraten für eine feministische Außenpolitik stark machen müssen. Und zwar erst mal weil dazu in Deutschland "gähnende Leere" herrscht.

Dabei sprechen die Fakten für sich. Frauen und Mädchen sind weltweit noch immer viel häufiger von extremer Armut, Diskriminierung und als Opfer von Gewalt betroffen als Männer. (…) Eine neue Generation junger Frauen nennt sich auch deshalb feministisch, weil Feminismus mehr ist als Gleichstellungspolitik. (…) Feministische Außenpolitik ist auch ein Gegenpol zu Despotenherrschaft, zu Eskalation und männlicher Dominanz. (…) Und damit ein wichtiger Ansatz, den sich die deutschen Sozialdemokrat*innen auch angesichts der immer näher rückenden Bundestagswahlen strategisch zu eigen machen sollten. Dies gilt insbesondere in einer Zeit des globalen Aufruhrs und einer Pandemie, die globale Ungleichheiten schmerzhaft ans Licht bringt. (…) Auch institutionell tut die deutsche Außenpolitik in Deutschland gut daran, statt "Patriachat" gezielt den "Feminismus" zu verfolgen.


Ein ganz starker strategischer Ansatz. Wenn er die SPD nicht wieder zur Volkspartei macht, weiß ich auch nicht.



5. Die Post. Mein Leser Kevin Fuchs schreibt mir zu den Antworten, die CSU-Generalsekretär Markus Blume gibt, um seine Begeisterung für die Frauenquote zu begründen:

Immer wenn Politiker solche Antworten geben, empfiehlt sich die klassische Textverständnis-Aufgabe, wie man sie in der Schule gelernt hat.

Welche Fragen werden gestellt, was ist die Hauptaussage der Antwort, was sind die Kernargumente?

Wenn man sich das genau ansieht, stellt man fest, dass Herr Blume auf keine Frage inhaltlich antwortet. Außerdem werden viele Forderungen nur als Argumente formuliert, bleiben aber unbegründete Forderungen.

Das einzige wirkliche "Argument" ist, dass Frauen bei gleicher Qualifikation keine gleiche Repräsentation fänden. Semantisch ist das tatsächlich ein Argument - allerdings bleibt er selbst hier einen Beleg schuldig.

Blume wirkt wie ein Chatbot, der auf irgendwelche Schlüsselwörter mit generischen Phrasen antwortet und eine Unterhaltung nur simuliert. Der Rest ist leider nur pathetisch-dekoratives Gelaber in sehr dominanter und selbstbewusster Verpackung. Und das ist zwischenzeitlich ein Kernproblem politischer Kommunikation in vielen Bereichen - man findet keine inhaltlichen Begründungen und Auseinandersetzungen mehr.

Politiker aller Färbung verstopfen die Medien mit ihrer pathetischen, substanzlosen Floskelflut und das nervt. Einer, der diese Kunst auf die Spitze treibt, ist gewiss unser Außenminister Heiko Maas. Es geht nur noch um die richtige "Haltung" - eine moderne Form des Tribalismus.

Die meisten Äußerungen von Politikern sind es einfach nicht mehr wert, dass man sich damit beschäftigt. Ich wünsche mir dafür eine KI- basierte Lösung: ein Webfilter, der diesen ganzen Schwafelmüll von mir fern hält. An dieser Idee arbeite ich vielleicht noch. ;-)

So wie mich die Werbeunterbrechungen im Fernsehen nerven, nervt mich auch dieser Schwätzunrat. Ich schaue schon lange kein Fernsehen mehr, und auf dieselbe Weise verliere ich inzwischen auch das Interesse an Politik.




CSU-Generalsekretär: "Frauenquote ist urkonservativ" – News vom 2. Dezember 2020

1. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) hat CSU-Generalsekretär Markus Blume zum Linksruck der Partei und dabei insbesondere zu der neuen Begeisterung für die Frauenquote interviewt:

NZZ: Seinen jüngsten, Sie würden sagen "hellen" Moment hatte Söder im Streit um staatlich verordnete Frauenquoten für Firmenvorstände. Er ist dafür. Warum kann der Vorsitzende einer Partei, die eigentlich als wirtschaftsnah gilt, die Eigentümer von Unternehmen nicht selbst entscheiden lassen, wer ihr operatives Geschäft führt?

Markus Blume (CSU): Weil wir im 21. Jahrhundert leben und manche Fragen keine Fragen mehr von konservativ oder liberal sind, sondern von selbstverständlich. Es ist nicht Aufgabe der Politik, nur in der eigenen Sphäre dafür zu sorgen, dass Frauen angemessen, also gleichberechtigt repräsentiert sind. Das gilt auch für die Wirtschaft. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eine urkonservative Position, genauso wie übrigens die Bewahrung der Schöpfung.

NZZ: Es gibt aber einen Unterschied zwischen Chancen- und Ergebnisgleichheit. Ihr Parteifreund Alexander Dobrindt, der vor ein paar Jahren noch von einer "konservativen Revolution" geträumt hat, sagt heute, man habe der Wirtschaft in puncto Frauenförderung genug "Chancen" gegeben. Das klingt so, als sässen die Erwachsenen in der Regierung, und Deutschlands Unternehmen würden von bockigen Kindern gelenkt. Glaubt die CSU noch an die freie oder inzwischen an die schwer erziehbare Wirtschaft?

Markus Blume (CSU): Wir glauben an die soziale Marktwirtschaft, und die braucht im 21. Jahrhundert eine Aktualisierung. Sie muss ihr Wohlstandsversprechen auf eine Weise einlösen, die in die Zeit passt. Wenn Frauen trotz gleicher Qualifikation nicht die gleiche Repräsentation finden, dann ist es Aufgabe der Politik, gerade auch konservativer Politik, dies zu ändern.




2. Der Ex-Freund einer Schweizer Profi-Boxerin berichtet: "Viviane schlug mich, bis ich blutete".



3. Nachdem die britische Hochschule Eton einem Lehrer mit Rausschmiss drohte, der gegen die Behauptung argumentierte, Männlichkeit sei "toxisch", kündigen mehrere Großspender an, ihre Spenden zurückzuziehen. Einer möchte Eton aus seinem Testament streichen, ein anderer wird vom britischen Telegraph mit den Worten zitiert: "Dieses jüngste Beispiel für eine Anspruchshaltung der Schulleitung führt mich und andere Geldgeber zu der Frage, warum wir eine Institution noch immer unterstützen sollten, die sich so öffentlich gegen ihre eigenen Gründungsprinzipien der Fairness und der offenen Debatte wendet."



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

ich bin heute auf ein interessantes Detail gestoßen:

Es gibt einen deutschen Gender Index der Börse.

"Der GERMAN GENDER INDEX bietet Ihnen die Aktien von 50 deutschen Unternehmen, die bei der Unternehmensführung durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften in Vorstand und Aufsichtsrat hervorstechen."

Jetzt schau Dir mal die Performance an:

1. Jahr: minus 3,46%

3 Jahre: minus 3,29%

5 Jahre: plus 8,29%

Zum Vergleich der DAX

1. Jahr: plus 0,36%

3 Jahre: plus 2,58%

5 Jahre: plus 18,08%

International ist das ähnlich, geht aber nicht so lange zurück. Hier ein Vergleich von einem Gender ETF (Lyxor Global Gender Equality) zu einem (ebenfalls thesaurierenden) MSCI World ETF.


Ich schätze, wenn man mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis in der Firmenspitze einen wirtschaftlichen Vorteil einstreichen würde, müsste die Regierung Giffey Unternehmen nicht dazu zwingen. Die schlechtere Performance ist ein Opfer, das Firmen eben bringen müssen, damit sich gutverdienende Frauen noch mehr Macht und Einkommen sichern können. Schön wäre es, wenn wir Medien hätten, die so etwas recherchieren und darüber aufklären, statt die Regierung unkritisch zu bejubeln.



Dienstag, Dezember 01, 2020

"Wir wurden überrumpelt": Unmut in CDU/CSU über Frauenquote – News vom 1. Dezember 2020

1. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet über die Stimmung in den Unionsparteien, nachdem die SPD eine Einigung pro Frauenquote in Firmenvorständen erreicht hatte:

Die beiden sozialdemokratischen Ministerinnen Franziska Giffey (Familie) und Christine Lambrecht (Justiz) haben sich damit durchgesetzt. Der christlichdemokratische Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich im Frühjahr noch gegen den entsprechenden Gesetzentwurf ausgesprochen hat, steht nun ebenso hinter der Einigung wie der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.

Dass die Union innert relativ kurzer Zeit langjährige Grundsätze aufgibt, ist in der Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel zum bekannten Muster geworden. In der Bundestagsfraktion von CDU und CSU herrscht dennoch ein gewisser Unmut über die Einigung von vorletzter Woche. Die Gegner der "Vorstandsquote" seien von den Befürwortern vor vollendete Tatsachen gestellt worden, klagt ein CDU-Abgeordneter: "Wir wurden regelrecht überrumpelt."

Viele Gegner der Vorlage hätten sich in der entscheidenden Fraktionssitzung allerdings auch nicht zu Wort gemeldet: "Man will sich nicht ins Aus schiessen, wenn es um die Besetzung von Posten geht." Das Ziel der Fraktionsführung sei es, den Boden für eine schwarz-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl zu bereiten. Dem werde alles untergeordnet, meint der Abgeordnete. Zwar betreffe die geplante Regelung nur wenige Firmen, doch der Vertrauensverlust unter den Stammwählern der Union sei nicht zu unterschätzen: "Bei uns ist nichts mehr sicher, die Wähler sehen keine roten Linien mehr."


Das stimmt ohne jeden Zweifel. Die CDU/CSU ist inzwischen ausführende Hand einer 15-Prozent-Partei.

Mit den rechtlichen Fragen, die durch ein entsprechendes Gesetz aufgeworfen würden, beschäftigten sich nur wenige, sagt Jana Schimke, CDU-Abgeordnete aus Brandenburg und Co-Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU. "Was passiert, wenn plötzlich der Finanzvorstand eines Unternehmens nicht mehr besetzt werden kann, weil keine geeignete Frau da ist?"

In der Fraktion, so meint Schimke, sei die Stimmung gemischt. In ihrer Partei seien jüngere Frauen tendenziell gegen die "Vorstandsquote", ältere dagegen eher dafür. Früher seien Quoten ein Thema für Frauenkreise gewesen, erklärt die 41-Jährige. Viele jüngere Frauen in der Union wollten dagegen keine Vorteile aufgrund ihres Geschlechts geniessen, sagt Schimke, obschon es in dieser Hinsicht auch Ausnahmen gebe.


Das Problem sind also vor allem die "alten weißen Frauen" wie Giffey und Lambrecht, die Vorteile auch ohne Leistung gewährt bekommen möchten. Bei Giffey scheint das ein zentrales Element ihrer Lebensgeschichte zu sein.

Seine beiden Töchter stünden erfolgreich im Berufsleben und wollten ausschliesslich anhand ihrer Leistungen beurteilt werden, sagt Hans Michelbach, CSU-Abgeordneter aus Franken und Vizechef des Parlamentskreises Mittelstand. Die "Vorstandsquote" sei ein klarer Eingriff in die Autonomie der Unternehmen, das unterscheide sie von der seit 2015 geltenden "Aufsichtsratsquote", die börsenkotierten und der Mitbestimmung unterliegenden Firmen vorschreibt, dass das zahlenmässig geringer vertretene Geschlecht, in den meisten Fällen die Frauen, mindestens 30 Prozent der Aufsichtsräte stellen müsse.

Trotz allen Bedenken rechnen Schimke und Michelbach damit, dass die "Vorstandsquote" am Ende kommt: "Man wird versuchen, die Quote noch bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode durchzuboxen", sagt Michelbach, also bis zum Herbst 2021. Viele in der Unionsfraktion schätzten die Tragweite des Entscheids falsch ein, meint er: "Die ‹Vorstandsquote› ist doch nicht das eigentliche Ziel. Sie ist lediglich der Einstieg, um immer stärker in die Entscheidungsfreiheit der Unternehmen eingreifen zu können."

Erst seien die grossen Konzerne dran, dann die grossen Mittelständler, erklärt Michelbach. Er rechne damit, dass eine Umsetzung der "Vorstandsquote" zu einer Flut rechtlicher Auseinandersetzungen führen werde: "Wenn das Leistungsmerkmal auf der Strecke bleibt, wird das Unruhe in die Betriebe tragen. Die Quote ist ganz sicher eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für Anwältinnen und Anwälte."


Von der CDU/CSU ist hier jedenfalls kein Widerstand zu erwarten, sondern nur nachträgliche Zerknirschtheit.



2. Der Bund fördert eine stille Notruf-App für Frauen mit 1,7 Millionen Euro.

"Mit der Tarn-App geben wir Betroffenen von häuslicher Gewalt ein neues niedrigschwelliges Angebot, um sich selbstständig aus Gewaltsituationen zu befreien", zeigte sich Knaab am Freitag nach einem Treffen mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zuversichtlich. "Für viele Frauen kann das eigene Zuhause ein Ort des Schreckens sein", erklärte die Ressortchefin. "Vielen fällt es sehr schwer, Alarm zu schlagen und Hilfe zu suchen, um sich und oft auch die eigenen Kinder zu schützen."




3. Ein Nachtrag zum Weltmännertag: Eva Voß fordert bessere Männerpolitik in Unternehmen:

"Die geschützten Männer" lautet der Titel einer Dystopie vom französischen Autor Robert Merle, die in den 1970er Jahren erschienen ist. Ein unbekanntes Virus greift im Roman Männer im geschlechtsreifen Alter an. Die infizierten Personen sterben nach kurzer Zeit, und so übernehmen Frauen sukzessive alle wichtigen Positionen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Die wenigen verbliebenen Männer werden "geschützt" in Lagern untergebracht und jeglicher Freiheiten beraubt. Ohne allzu viel zu verraten (das Buch ist wirklich spannend!), lässt sich bereits nach den ersten Seiten erahnen, dass eine Welt, die zwar von Frauen, aber dann auch nur von ihnen regiert wird, keine wirklich erstrebenswertere ist. Denn Frauen sind ja nicht per se die besseren Menschen.


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4. 800 Schüler der Elite-Hochschule Eton revoltieren, weil einer ihrer Lehrer gefeuert wurd, nachdem er die Männerfeindlichkeit unserer Gesellschaft kritisiert hatte:

Man sagt, dass die Schlacht von Waterloo auf den Spielfeldern von Eton gewonnen wurde. Zwei Jahrhunderte später ist die ehrwürdigste Schule Großbritanniens zu einem Schlachtfeld im War on Woke geworden.

Auf der einen Seite steht der Englischlehrer Will Knowland, der entlassen wurde, nachdem er sich für seine Überzeugung eingesetzt hatte, dass Schüler ein breites Spektrum an Meinungen hören sollten.

Auf der anderen Seite befindet sich Schulleiter Simon Henderson, der ihn wegen groben Fehlverhaltens entlassen hat, nachdem er einen Vortrag über die Natur der Männlichkeit gehalten hatte.

Hunderte von Schülern und Mitgliedern der breiteren Eton-Gemeinschaft haben die Schule nun der Scheinheiligkeit, Grausamkeit und eines "völligen Mangels an Rückgrat" beschuldigt und gefragt, ob Eton "sein neues Image als politisch fortschrittlich auf Kosten eines der ihren schützt".

In einer Petition, die Herrn Knowland unterstützt, sagen sie: "Junge Männer und ihre Ansichten bilden sich in der Begegnung und im Konflikt von Ideen ... was notwendigerweise Kontroversen und lebhafte Diskussionen nach sich zieht.

Herr Knowland, so fügen sie hinzu, "wird von allen geliebt, die ihm begegnet sind", und die Studenten "fühlen sich moralisch verpflichtet, bei einem Vorfall, der anscheinend einen Fall von institutionellem Mobbing darstelltt, nicht einfach nur zuzusehen".

Es ist ein Plädoyer von solcher Gelehrsamkeit, dass jeder Englischlehrer – und nicht nur einer, der in einer politisch korrekten Klemme steckt – erfreut wäre, wenn er wüsste, dass es seine Schüler geschrieben haben. Es könnte jedoch nicht ausreichen, um ihn zu retten.

"Eton besteht seit fast 600 Jahren", sagte eine Quelle, die den Konflikt miterlebt hat. "Und dies ist ein Kampf um seine Seele. Die Cancel-Kultur ist hier mit dem kultischen Gruppendenken angekommen, das bis ins Herz der Schule reicht. Es soll eine Bastion des Lernens und der freien Rede sein. George Orwell ging nach Eton. Was würde er denken? 1984 war als Satire gedacht, nicht als Anleitung."

Mr. Knowlands Sünde war es, die gegenwärtige radikale feministische Orthodoxie in Frage zu stellen. Im September erstellte er einen Online-Vortrag mit dem Titel "Das Paradox des Patriarchats", in dem er die vorherrschende Idee der "toxischen Männlichkeit" untersuchte.

Darin argumentiert er, dass Wissenschaft und Geschichte Beweise dafür liefern, dass männliche Tugenden wie Stärke und Mut für Frauen, die Familie und die Gesellschaft von Nutzen sein können.

Eine nischenhafte, nervenaufreibende Meinung? Wohl kaum. Auch wenn sie für manche als provokant gelten mag, so ist sie doch Teil des Mainstream-Denkens. Herr Knowland glaubte, dass die Jungen von Eton das Recht hätten, in einem Lehrplan, der seiner Meinung nach gefährlich verzerrt ist, ein Gleichgewicht zu finden.

"Selbstmord ist die häufigste Todesursache für junger Männer, und ich vermute, dass diese verbitterte Sichtweise auf die Männlichkeit, die derzeit so in Mode ist, mitverantwortlich ist", schrieb er nach seiner schockierenden Entlassung privat an seine Kollegen.

Ein Mitarbeiter beschwerte sich über den Vortrag und behauptete, er stelle eine Belästigung am Arbeitsplatz dar und sei nach dem Gleichstellungsgesetz illegal. (Ist er nicht). Diese Person soll besonders darüber verärgert gewesen sein, dass Herr Knowland die Studenten aufforderte, die Idee in Betracht zu ziehen, dass eine Welt ohne Männer für Frauen schlechter sein könnte. Der Direktor der Hochschule stellte sich auf die Seite des Beschwerdeführers.

Es könnte kaum ein besseres Beispiel dafür geben, wie die giftigen Streitigkeiten um die Vielfalt, die Großbritanniens akademische Institutionen zerrissen haben, nun auf die Hochschulen des Landes zusteuern und nicht nur auf Eton, das 20 britische Premierminister und den Herzog von Cambridge ausgebildet hat.

Für Herrn Knowland sind diese Kämpfe keine Theorie mehr, sondern harte Realität. Er ist Vater von fünf Kindern, von denen eines behindert ist. Er und seine Frau Rachel leben in einem freistehenden Haus mit vier Schlafzimmern, das Eton gehört. Wenn er es nicht schafft, im nächsten Monat in der Berufung seinen Job zurückzugewinnen, werden sie obdachlos sein.

"Der Schulleiter war der Ansicht, dass einige der vorgebrachten Ideen - wie etwa die Ansicht, dass Männer und Frauen psychologisch unterschiedlich sind und nicht alle diese Unterschiede sozial konstruiert sind - zu gefährlich für die Jungen seien, als dass sie ihnen ausgesetzt werden könnten", schrieb Herr Knowland an seine Kollegen.

"In Eton... haben wir stets einer offenen, rigorosen Diskussion Vorrang vor Konzepten wie 'safe spaces', 'Triggewarnungen' und 'Mikro-Aggressionen' eingeräumt. Ich bin besorgt, dass das College Gefahr läuft, einem Bildungstrend zu erliegen, der der emotionalen Sicherheit Vorrang vor der intellektuellen Herausforderung einräumt. Deshalb habe ich meine Karriere auf meinen Glauben an die Redefreiheit gesetzt."

Aber er räumt ein: "Sie haben die Macht, mich daran zu hindern, je wieder einen Fuß in ein Klassenzimmer zu setzen. Wenn das geschieht, bin ich mir nicht sicher, wie ich meinen Lebensunterhalt bestreiten soll."

Was ist mit der halbstündigen Vorlesung, die so umstritten war, dass sie ihn seinen Job kostete? Herr Knowland zweifelte nicht daran, dass dies zu einem Gesprächsthema werden könnte. Nach zweieinhalb Minuten warnt er davor, dass es die Gefühle einiger Leute verletzen könnte.

Das Video entpuppt sich als ein Dickicht aus akademischen Zitaten mit mehr als 40 Verweisen auf andere Schriftsteller und Denker.

Geschickt verwebt es zeitgenössische kulturelle Referenzen zu Sarah Jessica Parker in "Sex And The City" und Gerard Butlers verschwitzter, bronzener Hollywood-Darstellung des spartanischen Königs Leonidas.

Es hat alles, von den Klassikern bis hin zu Chick-Lit, von Nobelpreisträgertheorien bis hin zu Cartoons. Die Etonians, die den Brief unterzeichnet haben, schließen: Die allgemeine Meinung ist, dass Herr Knowland die Ideen in seinem Video mit so viel akademischer Nuancierung und Sensibilität präsentiert hat, wie man vernünftigerweise erwarten konnte. Sein Video ist ein Modell dafür, wie man ein umstrittenes Argument tadellos vermitteln kann.

"Wir haben Schwierigkeiten zu erkennen, wo das Video von Herrn Knowland aus dem Bereich der akademischen Debatte heraustritt und in eine wirklich diskriminierende private Meinung mündet."

Der Vortrag, der aufgrund der Covid-Krise online entstand, wurde für den Lehrplan von "Eton's Perspectives" geschrieben, womit ältere Jungen in Themen eingeführt werden, die Gegenstand heftiger öffentlicher Debatten sind. Herr Knowland lud ihn in das Intranet der Schule hoch und schickte einen Link an den Leiter von "Perspectives" (der inzwischen von seiner Funktion zurückgetreten ist), bevor er an alle Lehrer von "Perspectives" verteilt wurde.

Nach einer einzigen Beschwerde willigte Herr Knowland ein, ihn zurückzuziehen, bevor er den Schülern zur Verfügung gestellt wurde. Entscheidend war jedoch, dass er es ablehnte, es von seinem persönlichen YouTube-Kanal – "Knowland Knows" – zu entfernen, den er mit der Erlaubnis von Eton betreibt.

Zu diesem Kanal gehören zwei sehr klare Erklärungen: "Die Aussagen und Meinungen auf diesem Kanal sind nicht notwendigerweise mit dem Eton College abgestimmt oder von ihm genehmigt ... und aufgrund der Art der Interpretation und Diskussion in der englischen Literatur sind die Aussagen und Meinungen auch nicht unbedingt meine eigenen."

In seinem Brief an die Kollegen sagt Herr Knowland: "Weil ich leidenschaftlich an die Redefreiheit glaube, sagte ich, dass ich sie nur dann [von YouTube] entfernen würde, wenn ich einen klaren Grund dafür hätte, weshalb ich schließlich entlassen wurde."

"Er wurde auf eine sehr selbstherrliche, rachsüchtige und aggressive Weise behandelt", so der Eton-Insider. "Will Knowland stellte im Wesentlichen dieses 'woke' Ethos in Frage, das der Direktor und einige seiner Kollegen versuchen, in der Schule zu verankern. Sie scheinen es sich in den Kopf gesetzt zu haben, dass Eton sich mehr als jeder andere bemühen muss, progressiv zu wirken, aber sie überkompensieren. Der Direktor scheint fälschlicherweise zu denken, dass, wenn herauskommt, dass Eton einen Kurs unterrichtet, in dem gesagt wird, dass Männlichkeit nicht toxisch ist, dies von einem 'woken' Mob benutzt wird, um die Schule zu beschuldigen, das Patriarchat aufrechtzuerhalten."




Sonntag, November 29, 2020

Arabische Gesellschaften: Männer häufiger Opfer sexueller Gewalt? – News vom 29. November 2020

1.
Sexuelle Gewalt richtet sich in arabischen Gesellschaften in hohem Maße gegen Jungen und Männer – womöglich sogar häufiger als gegen Mädchen und Frauen. Inzwischen brechen einige das Schweigen.


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2. Wegen ihres Andienens an die Gender-Sprache verliert die Stadt Kassel womöglich ihren Sprachpreis:

Glaubt man Dr. Michael von Rüden, könnte Kassel bald um eine kulturelle Attraktion ärmer sein. Der Kasseler CDU-Fraktionsvorsitzende hat vor einigen Wochen wie andere Parteien im Parlament einen Brief der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache bekommen. Darin kritisiert deren Sprecher Prof. Helmut Glück die Entscheidung der Stadtverordneten, die geschlechtergerechte Sprache einzuführen. Die Jury würde damit brüskiert.

In einem weiteren Brief heißt es, die gendergerechte Sprache könnte Anlass sein, den Kulturpreis künftig woanders zu vergeben. "Dies wäre bedauerlich", sagt von Rüden über den Preis, mit dem der Verein Deutsche Sprache (VDS) und die Eberhard-Schöck-Stiftung seit 2001 Persönlichkeiten auszeichnen, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Zu den Trägern des Hauptpreises, der nach Jacob Grimm benannt ist, zählen der Komiker Loriot, der ehemalige "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher und der Kabarettist Dieter Nuhr.


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3. Nachdem die Petition dagegen, Amber Heard eine Hauptrolle in "Aquaman 2" spielen zu lassen, 1,5 Millionen Unterschriften erzielt hat, berichtet auch das deutsche Klatschmagazin Gala über die Vorwürfe an Johnny Depps Ex-Frau wegen häuslicher Gewalt.



4. Die Zeitschrift "Stern" und die Grüne Katharina Schulze versuchen derzeit, den Begriff "Quotenfrau" positiv zu besetzen. Tamara Wernli hat das zu einem satirischen Video inspiriert.



5. Der renommierten Londoner Professorin Cheryl Thomas zufolge glauben Geschworene in unseren Tagen längst nicht mehr an die Vergewaltigungsmythen der Vergangenheit:

Die überwältigende Mehrheit der Geschworenen ist nicht der Meinung, dass Vergewaltigung blaue Flecken oder Spuren hinterlassen muss, dass eine Person sich immer wehren wird, wenn sie vergewaltigt wird, dass Kleidung oder provozierendes Verhalten oder das alleinige Ausgehen in der Nacht zur Vergewaltigung einlädt, dass Männer nicht vergewaltigt werden können oder dass Vergewaltigungen immer sofort angezeigt werden. Der kleine Anteil der Geschworenen, die an einen dieser Mythen oder Stereotypen glauben, beläuft sich auf weniger als eine Person in einer Jury von 12.


Noch vor zwei Jahren hatte eine feministische Petition, die an das Londoner Parlament ging und behauptete, aufgrund dem Glauben an solche Mythen kämen etliche Vergewaltiger vor Gericht frei, zu 16.445 Unterschriften geführt. Thomas erklärt, dass die Behauptungen in dieser Petition unwissenschaftlich waren, und führt weiter aus:

Die vorliegenden Untersuchungen zeigten, dass Geschworene in Vergewaltigungsfällen öfter verurteilen als freisprechen, erklärte Thomas. Die Verurteilungsrate der Geschworenen in Vergewaltigungsfällen ist höher als bei anderen schweren Verbrechen wie versuchtem Mord, schwerer Körperverletzung und Morddrohungen.




6. Dass Frauen bei der akademischen Karriere benachteiligt seien, ist ein beliebter feministischer Irrtum. Benachteiligt werden in Wirklichkeit Männer. Wie eine aktuelle schwedische Studie zeigt, wird diese Benachteiligung durch Genderpolitik noch verschärft:

Olsson und Sörensen verweisen auch auf eine kürzlich durchgeführte Studie, aus der hervorgeht, dass Männer bei der Besetzung des Professorenpostens an den sechs größten Universitäten Schwedens sowohl in der Medizin als auch in den Sozialwissenschaften deutlich mehr Publikationen und Zitationen hatten, was darauf hindeutet, dass die schwedische Wissenschaft bei der Einführung des Gender Mainstreaming im Jahr 2017 tatsächlich nicht systematisch gegen die Verdienste von Frauen in der Forschung voreingenommen war. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Olsson und Sörensen kommen aufgrund dieses Ergebnisses zu dem Schluss, dass "Gender Mainstreaming eine bereits bestehende Voreingenommenheit gegenüber den Forschungsleistungen von Männern bei der Besetzung des Professorenpostens verstärkt haben könnte".


Samstag, November 28, 2020

Österreich: Männerpolitik auf dem Abstellgleis – News vom 28. November 2020

1. Österreichs "Presse" veröffentlichte dieser Tage einen Artikel des Psychologen und Pädagogen Josef Aigner darüber, wie in Österreich die Männerpolitik sang- und klanglos abgeräumt wird. Leider bricht der lesenswerte Beitrag für Nicht-Abonnenten schon im ersten Absatz ab. Der Verein "Väter ohne Rechte" hat ihn in Gänze online gestellt.



2. "Die Zeit" gibt in einem neuen Artikel Pauline Harmanges Buch "Ich hasse Männer" eine Plattform. Der Artikel findet sich auch in der aktuellen Druckausgabe. Faszinierend ist hier nicht nur das Interesse der "Zeit"-Redaktion, über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit so zu berichten, als wären es nachdenkenswerte Thesen, während an Dialog ausgerichtete Männer-Aktivisten in der "Zeit" weiter stumm gehalten werden. Sondern auch, dass zeitgleich zu solchen Beiträgen "Zeit"-Journalistinnen öffentlich über "misogyne Trolle" jammern, die "kaum provokante" Beiträge wie diesen tatsächlich kritisieren würden, statt sie zu bejubeln.



3. Zwei Analysen auf Youtube zeigen, wie sexuelle Gewalt gegen Männer in Filmen und TV-Serien zur Lachnummer gemacht wird: einmal in Szenen mit männlichen und einmal mit weiblichen Tätern. Der Autor der englischsprachigen Videos analysiert dieses Phänomen aus einer hörbar feministischen Perspektive, und es gibt mehrere Punkte, bei denen ich nicht zustimmen würde. (Euch dürfte beim Sehen automatisch auffallen, welche das sind.) Dem unbenommen sind das sehenswerte Beiträge – allein für die Arbeit, die es gekostet haben muss, all diese Szenen mit der Botschaft "Vergewaltigte Männer sind lustig" zusammenzustellen.



4. Nachdem große Teile der Männerrechtsbewegung, darunter Genderama, um Stimmen geworben haben, hat der SWR-Film "Weil du mir gehörst" den 3sat-Zuschauerpreis gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Freitag, November 27, 2020

Neue Gleichstellungsbeauftragte attackiert modernen Feminismus und #MeToo – News vom 27. November 2020

1. Der von der britischen Regierung neu ins Amt berufenen Gleichstellungsbeauftragten Jessica Butcher zufolge entmächtigt der moderne Feminismus Frauen. Die MeToo-Bewegung sei Butcher zufolge dafür verantwortlich, dass das Ansehen von Männern ohne ordentliches Verfahren ruiniert wurde. Das berichtet der feministische Guardian.

Jessica Butcher, eine erfolgreiche digitale Unternehmerin, wurde letzte Woche von Liz Truss, der Ministerin für Frauen und Gleichberechtigung, als eine von vier neuen Kommissarinnen bei der Kommission für Gleichstellung und Menschenrechte (EHRC) ernannt.

Die Aufgabe der EHRC besteht darin, den Equality Act, Großbritanniens wichtigstes Gleichstellungsgesetz, durchzusetzen, Ungleichheit zu verringern und Diskriminierung zu bekämpfen. Die Kommissare helfen bei der Festlegung der strategischen Ausrichtung des Gremiums.

Doch in einer Reihe von Reden, Interviews und Artikeln hat Butcher - die sich selbst als "Feministin der alten Schule" bezeichnet - viele der jüngsten feministischen Kampagnen kritisiert, auch zu Themen, bei denen der EHRC eine wichtige Rolle spielt.

In einem Vortrag im Jahr 2018 sagte Butcher: "Der Feminismus ist, wie andere Formen der Identitätspolitik, von weiblicher Opferschaft besessen. Während es früher einmal um die Darstellung von Frauen als reife, gleichberechtigte Partnerinnen in der Gesellschaft ging, scheint es jetzt mehr um 'Girlpower' zu gehen - und doch entmächtigt das uns, geht davon aus, dass wir schwach und wehrlos sind, wie Kinder".

Sie fügte hinzu: "Frauen aus der Arbeiterklasse wurden der Jobs beraubt, die sie lieben, wie z.B. Seite-3-Mädchen und [Formel 1]-Grid-Girls, weil andere Frauen sie missbilligen. Was ist mit 'mein Körper, meine Wahl' passiert?"

Sie kritisierte auch die MeToo-Bewegung: "Männer wurden von MeToo über Nacht in ihrer Karriere und ihrem Ruf ruiniert - einige möglicherweise zu Recht, aber ohne ein ordentliches Verfahren und Unschuldsvermutung, bis ihre Schuld bewiesen ist."

Butcher hat auch ein feministisches "Diskriminierungs-Narrativ" kritisiert, das das Selbstvertrauen der Frauen bei der Verfolgung von Karrieren verringert. Sie bestreitet nicht, dass es eine geschlechtsspezifische Diskriminierung gibt, aber in einem Interview im vergangenen Jahr schlug sie vor, dass Frauen, die sich diskriminiert fühlen, einen Weg finden sollten, diese Diskriminierung zu umgehen, anstatt sich zu beschweren.

"Selbst wenn es aufgrund von Diskriminierung geschah, ist die produktivste Reaktion darauf nicht verletzte Unsicherheit und zu jemandem zu gehen, um sich auszuweinen, wie Sie möglicherweise geschlechtsspezifisch diskriminiert worden sind", sagte sie, "sondern zu sagen: 'Na dann komm, dir zeig ich's' und die Last auf sich nehmen, die Situation auf irgendeine Weise zu umgehen. Wissen Sie, es sollte um Resilienz gehen, und ich habe das Gefühl, dass das Narrativ von Diskriminierung und Opfer-Sein sowohl dieses Selbstvertrauen und diese Resilienz untergräbt als auch die individuelle Verantwortung dafür zu übernehmen, wie man sich selbst formt und den Umständen nach Bedarf anpasst."

(...) Butcher ist eine Kritikerin des Narrativs vom geschlechtsspezifischen Lohngefälle. In einem Artikel aus dem Jahr 2018 schrieb sie, dass "diese Disparitäten durch ein potenziell positives Element enorm beeinflusst werden: die Wahlmöglichkeit der Frau".

Sie fragte: "Was ist 'Macht', wenn nicht Wahlfreiheit? Und warum wird die Entscheidung, die Zeit mit jungen Familien zu genießen, nie als positiv dargestellt, weder für Frauen noch für Männer, sondern immer nur neben den negativen Auswirkungen auf das Lohngefälle und der Repräsentanz am Arbeitsplatz dargestellt?"


Die ersten Feministinnen kommen also selbst dahinter. Gäbe es mehr davon könnten wir Ideologiekritiker uns entweder anderen Themen zuwenden oder mit diesen Feministinnen konstruktive Kooperationen eingehen.

Und wer dieser "Feministin der alten Schule" nicht zustimmt, ist natürlich analog zu der bekannten Rhetorik "antifeministisch" und damit tendenziell rechtsextrem.



2. "Die Welt" beschäftigt sich mit Konflikten in Trennungsfamilien: "Die Mutter ahndete kleine Vergehen mit dem Entzug meiner Kinder". (Bezahlschranke.)



3. Die Süddeutsche Zeitung hat für den Artikel "Der kann sich doch wehren" Angela Geißler interviewt, die häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer untersucht hat und erklärt, dass das viel häufiger vorkommt, als man denkt. (Erneut Bezahlschranke.)



4. Gegen ein rosafarbenes Kinder-Überraschungs-Ei gibt es Sexismusvorwürfe, weil es teurer als eine grüne Variante ist. Auf Instagram wird der Preisunterschied als "Pink Taxing" scharf kritisiert: Mädchen und Frauen werden mal wieder schlimm benachteiligt. Tatsächlich steckt dahinter derselbe Marktmechanismus wie bei allen Fällen dieser Art:

"Der Preisunterschied ist rein auf volkswirtschaftliche Ansätze zurückzuführen", so Marcel Schlatter, Mediensprecher der Migros. Das grüne Überraschungsei mit dem Weihnachtsmann sei nicht nur auf Buben ausgerichtet. Denn: Das Kinder-Überraschungsei "Girl" sei ein Zusatzartikel. Entsprechend sei die Einkaufsmenge kleiner und der Preis leicht höher.

"Man kann Probleme kreieren, wo es keine gibt", sagt Babette Sigg, Präsidentin des Schweizerischen Konsumentenforums, zur Kritik am Preisunterschied. "Wir sprechen uns klar gegen diese Tendenz aus, die in allem eine Verletzung von moralischen Werten sieht."




5. Ein bekannter schottischer Kilt-Träger beklagt das übergriffige Verhalten von Frauen.



6. Im populärwissenschaftlichen Magazin Psychology Today fragt Professor Rob Whitley, ob das Stigma, das für Männer mit Problemen bei geistiger Gesundheit verbunden ist, mit diesen Männern oder nicht doch eher mit unserer Gesellschaft zu tun hat:

Die Stigmatisierung der psychischen Gesundheit von Männern wird nach wie vor übersehen und ignoriert und lauert immer noch still im Schatten der Gesellschaft. Wichtig ist hier, dass Stigmatisierung typischerweise in zwei Dimensionen unterteilt wird: innere Stigmatisierung und äußere Stigmatisierung. Interne Stigmatisierung bezieht sich auf private Scham- und Wertlosigkeitsgefühle stigmatisierter Personen, die oft zu sozialem Rückzug und geringem Selbstwertgefühl führen. Externe Stigmatisierung bezieht sich auf negative Einstellungen und vorurteilsbehaftete Stereotypen, die von Menschen im Allgemeinen geteilt werden und oft zu Ablehnung und anschließender Diskriminierung führen.

Wichtig ist, dass der Diskurs über die psychische Gesundheit von Männern dazu neigt, sich auf die innere Stigmatisierung der betroffenen Männer zu konzentrieren, die oft als selbstzerstörerische Sturheit und Schweigen angesichts psychischer Erkrankungen dargestellt werden. Dieser enge Fokus kann manchmal in einen Diskurs über die Schuldzuweisung an das Opfer münden ("Victim Blaming"). Daher ist es wichtig, den Fokus auf die Betrachtung der äußeren Stigmatisierung zu erweitern, indem negative Einstellungen und vorurteilsbehaftete Stereotypen in anderen Teilen der Gesellschaft untersucht werden.

Dieses externe Stigma kann ein Schlüsselfaktor sein, der Männer davon abhält, ihre psychischen Gesundheitsprobleme zu erörtern und Hilfe bei den Diensten zu suchen. Es ist an überraschenden Orten zu finden.

Aus der wissenschaftlichen Literatur geht hervor, dass Männer im Falle einer psychischen Erkrankung signifikant seltener psychiatrische Dienste in Anspruch nehmen als Frauen. Die Gründe für eine solche unzureichende Inanspruchnahme sind vielfältig, aber die äußere Stigmatisierung ist ein riesiger und unterschätzter Faktor. Tatsächlich deuten einige Forschungsarbeiten darauf hin, dass die Leistungserbringer im Gesundheitswesen selbst stigmatisierende Einstellungen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen haben können.

So ergab zum Beispiel eine Umfrage, dass 44 Prozent der Dienstleistungsnutzer über erhebliche Diskriminierung in ihren Interaktionen mit dem System der psychischen Gesundheitsversorgung berichten. In einer Studie mit einkommensschwachen Männern, die im ländlichen Neuengland leben, berichteten die Teilnehmer von zahlreichen negativen Begegnungen mit Meidizinern, wobei einer davon angab: "Immer wenn ich dort [in einem örtlichen Krankenhaus] war, behandelten sie mich wie einen Trinker, und ich trinke nicht!

Kürzlich veröffentlichte die American Psychological Association "Richtlinien für die psychologische Praxis mit Jungen und Männern", in denen es heißt: "Es hat sich gezeigt, dass die Anpassung an die traditionelle Männlichkeitsideologie ... die psychische Gesundheit negativ beeinflusst". Die Richtlinien wurden von einer Reihe von Experten heftig kritisiert, die argumentierten, das Dokument stigmatisiere und pathologisiere Männlichkeit und verpasse damit eine Gelegenheit, die Ansätze zur psychischen Gesundheit von Männern zu reformieren und zu erneuern.

Die Forschung zeigt, dass die unmittelbare Familie eine wichtige Quelle der Unterstützung und des Trostes für Menschen mit psychischen Erkrankungen sein kann. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass einige Familienmitglieder psychische Erkrankungen als eine Quelle der Scham empfinden können, die den Ruf der Familie ruiniert. Dies kann zu Versuchen führen, die psychische Erkrankung zu leugnen oder zu verbergen, was wiederum die Hilfesuchenden abschreckt.

Eltern, Kinder und sogar Ehepartner können mitschuldig sein an diesem Schweigen, das besonders intensiv sein kann, wenn das Familienmitglied ein Mann ist. Meine Kollegen und ich haben zum Beispiel eine Forschungsstudie durchgeführt, die ergab, dass psychisch kranke Ehemänner häufig über abwertende und einfühlungslose Kommentare ihrer Ehefrauen berichteten. Dies war insbesondere dann der Fall, wenn die psychische Erkrankung die Fähigkeiten des Mannes zum Broterwerb beeinträchtigte und einige Frauen dazu veranlasste, seine Männlichkeit in Frage zu stellen. Dies kann psychische Gesundheitsprobleme verschlimmern, wie das unten stehende Zitat eines Studienteilnehmers belegt:

"Ich habe den Respekt meiner Frau verloren, während ich weiterhin meine Pflichten vernachlässige. Sie hat das Vertrauen in mich verloren. Ich bin sehr traurig, wenn ich von meiner Frau Sätze höre wie 'Bist du ein Mann?' und 'Bist du ein Ehemann?' Ich möchte sterben. Ich möchte Selbstmord begehen."

Es ist bekannt, dass die Darstellung sozioökonomischer Gruppen in den Medien die Einstellungen und Überzeugungen einer breiteren Öffentlichkeit prägen kann. In einer kürzlich durchgeführten Studie untersuchten meine Kollegen und ich die Medienberichterstattung über psychische Erkrankungen nach Geschlecht und stellten fest, dass Artikel über Frauen mit psychischen Erkrankungen positiver und einfühlsamer waren, während Artikel über Männer mit psychischen Erkrankungen eher stigmatisierende Inhalte enthielten und die psychische Erkrankung von Männern mit Kriminalität und Gewalt in Verbindung brachten.

Dies ist eine wichtige Erkenntnis, da diese medialen Darstellungen zu einem breiteren Klima der Angst vor Männern mit psychischen Erkrankungen beitragen können, was die Hilfesuchenden abschrecken kann. Beispielsweise können Männer berechtigterweise befürchten, von ihrer Familie, ihren Freunden und Kollegen als kriminalitäts- und gewaltbereit stereotypisiert zu werden, wenn sie psychische Gesundheitsprobleme offenlegen. Dies ist in der Tat eine weit verbreitete Meinung unter Männern mit psychischen Erkrankungen, die von einem Forschungsteilnehmer auf folgende Weise zusammengefasst wird:

"Die Leute haben Angst ... Sie denken: 'Der Mann da, der ist verrückt. Er könnte uns töten!' Sie denken: 'Er ist nicht wie wir!' Sie denken, du stehst niedriger als sie. Wenn ich zu einigen sage: 'Ja, ich bin schizophren', werden sie sicher eine andere Vorstellung von mir haben. Ich habe Angst davor, das den Leuten zu sagen. Ich will nicht, dass sie mich verurteilen."

Diskussionen über die psychische Gesundheit von Männern nehmen in der Regel eine enge Sichtweise ein und konzentrieren sich auf das vermeintliche Schweigen und die Sturheit von Männern mit Problemen der psychischen Gesundheit. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass es von entscheidender Bedeutung ist, diese Linse zu erweitern, um den breiteren sozialen Kontext zu verstehen, in dem Probleme der psychischen Gesundheit von Männern auftreten.

Es kann sein, dass Männer angesichts psychischer Erkrankungen aufgrund äußerer Stigmata und sozialer Stereotypen schweigen, die von unterschiedlichen Gruppen verbreitet werden, darunter Angehörige des Gesundheitswesens, Familienmitglieder, Medien und andere Teile unserer Gesellschaft. Wenn wir uns ernsthaft mit den Problemen der psychischen Gesundheit von Männern befassen wollen, dann muss dieses äußere Stigma dokumentiert und angegangen werden.


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