Mittwoch, September 23, 2026

UNO zur Ukraine: Die meisten Opfer sexueller Gewalt durch Russen sind Männer

1. Die Vereinten Nationen berichten über die Situation in der Ukraine:

Über 1.000 Fälle sexueller Gewalt gegen Zivilisten und Kriegsgefangene in der Ukraine wurden vom Beginn der russischen Invasion bis Ende Juli dieses Jahres dokumentiert.

Das geht aus einem neuen Bericht des UN-Menschenrechtsbüros (OHCHR) hervor, der Verletzungen detailliert beschreibt, darunter Gruppenvergewaltigungen, Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen, Elektroschocks und Schläge auf die Genitalien – zusammen mit anderen erniedrigenden Handlungen sexueller Natur.

Verstöße wurden auf beiden Seiten der Frontlinie erfasst, doch das Muster unterscheidet sich "in Umfang und Ausmaß" erheblich, betonte Danielle Bell, Leiterin der Menschenrechts-Überwachungsmission in der Ukraine, am Freitag vor Journalisten.

Russische Behörden – darunter Angehörige der Streitkräfte, des Gefängnisdienstes und des nationalen Sicherheitsdienstes – waren für 89 Prozent der dokumentierten Fälle verantwortlich.

Sexuelle Gewalt war besonders unter von russischen Behörden festgehaltenen Personen weit verbreitet: Fast drei Viertel der ehemaligen Kriegsgefangenen und nahezu die Hälfte aller festgehaltenen Zivilisten erlebten sexuelle Gewalt mehr als einmal, so Bell.

Die verbleibenden 11 Prozent der dokumentierten Fälle wurden ukrainischen Behörden zugeschrieben, und fast die Hälfte davon bestand ausschließlich aus Drohungen.

Bell betonte zudem, dass die Ukraine der UN-Mission "uneingeschränkten Zugang" zu den Kriegsgefangenenlagern und anderen Haftanstalten gewähre.

Die meisten Opfer sexueller Gewalt waren Männer, insbesondere in Haftanstalten. Die für den Bericht Befragten schilderten zutiefst belastende Erlebnisse.

Viele der ukrainischen Kriegsgefangenen und festgehaltenen medizinischen Fachkräfte, die Opfer von Verstößen durch russische Kräfte wurden, berichteten, dass sie mit einem sowjetischen Militärfeldtelefon namens "Tapik" an den Genitalien getasert wurden; 155 Personen (27 Prozent) erlebten diese Form mindestens einmal.

Ein ukrainischer Kriegsgefangener beschrieb, mit einem Schlagstock vergewaltigt worden zu sein, ein anderer, dass man ihm gewaltsam Zellenschlüssel in den Körper eingeführt habe. Ein ukrainischer Zivilist sagte, er sei mit einem Schaufelstiel vergewaltigt worden.

(…) "Ich bin zutiefst alarmiert über die Häufigkeit dieser abscheulichen Taten, die in unserem Bericht dokumentiert sind, und befürchte, dass sie mit ziemlicher Sicherheit andauern, mitten in der unaufhörlichen Gewalt, die wir jeden Tag in der Ukraine erleben", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk.

"Das muss sofort aufhören, unabhängig von den Tätern", betonte er. "Angesichts der hohen Zahl der Fälle, die ihren Kräften zugeschrieben werden, muss die Russische Föderation jedoch konkrete und erkennbare Maßnahmen ergreifen, um Zivilisten und Kriegsgefangene vor allen Formen von Folter, einschließlich sexueller Gewalt, zu schützen."




2. Jennifer Ulrich verteidigt die neue Netflix-Serie über die Lizzie Borden, die ihren Vater und ihre Stiefmutter mit der Axt getötet haben soll, gegen den Vorwurf, sie sei sexistisch. Ein Auszug:

Lizzie Borden ist keine Serienkillerin und mit Blick auf die Inszenierung der Geschichte stellt sich sogar die Frage, ob sie überhaupt ein "Monster" ist – trotz der brutalen Axt-Morde an zwei Menschen.

Denn: Lizzie Borden ist hier eine von Geburt an gutmütige Außenseiterin, mit liebevolleren Eltern wäre die Story sicherlich anders ausgegangen. So aber wird klar, dass selbst die unschuldigste Seele nicht ohne fatale Konsequenzen endlos erniedrigt werden kann. Ihr Gewaltausbruch erscheint alternativlos.

(…) So darf sich Lizzie Borden im Gegensatz zu den anderen beiden Täterinnen nach ihrem Prozess über ein Leben in Wohlstand freuen – besonders, weil sie lernt, sich "angemessen" in patriarchalen Strukturen zu bewegen.

(…) Am Ende wird sie trotz zahlreicher Indizien, die gegen sie sprechen, nur deshalb nicht verurteilt, weil niemand ihr einen bestialischen Mord zutraut. Kurzum: Die Serie feiert die Widersprüchlichkeit von Frauen und deutet die Klischees, mit denen sie zu kämpfen haben, als Waffe um. Sogar buchstäblich. Viel feministischer geht es also kaum, und doch sieht sich "Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden" Sexismus-Vorwürfen ausgesetzt. In Wahrheit ist die Show viel komplexer als viele es ihr zugestehen. Ihre Botschaft ist gerade nicht "Männer sind schuld, wenn Frauen gewalttätig werden", obwohl diese These auf dem Silbertablett liegt.


Man freut sich ja schon, wenn Lizzie Borden nicht zur feministischen Ikone erhoben wird.



3. In Italien sollen Frauen Vorrang genießen, wenn es um das Verhindern von Selbsttötungen geht. Das berichtet die italienische Tageszeitung Il Sole 24 Ore:

Frauen, Jugendliche und besonders fragile Kontexte wie die Gefängnisse. Das werden die ersten Adressaten des nationalen Plans zur Suizidprävention in Italien sein, den Gesundheitsminister Orazio Schillaci anlässlich des Welt-Suizidpräventionstags angekündigt hat. In Italien hat dieses Problem laut Daten des Istituto Superiore di Sanità (ISS) im Jahr 2023 fast 4.000 Todesfälle verursacht. (…) Etwa 75 Prozent der Todesfälle betreffen Männer, die ein fast viermal höheres Risiko als Frauen haben. Was das Alter angeht, zeigen die letzten Daten (bezogen auf 2019–2020) einen Anstieg des Risikos mit zunehmendem Alter, besonders ausgeprägt bei Männern.


Der Artikel liefert an keiner Stelle eine Begründung dafür, dass Frauen als Zielgruppe im Zentrum stehen, obwohl sich Männer dreimal so oft das Leben nehmen.

Männerrechtler auf Instagram haben gestern zu dieser bizarren Schieflage Stellung bezogen:

So traurig und entmutigend "Männerprobleme" auch sind, gibt es tatsächlich etwas Schlimmeres …

Und zwar den chronischen Mangel an politischem Willen und Interesse, solche Probleme anzugehen.

So stellt beispielsweise der Selbstmord bei Männern nach wie vor die größte Lebensgefahr für alle Männer unter fünfzig dar und fordert weltweit jedes Jahr mehr als eine halbe Million (!!) Männerleben.

Diese Zahl ist unvorstellbar groß und wirklich erschütternd.

Was jedoch irgendwie noch schockierender ist: Wenn nationale Pläne zur Selbstmordprävention angekündigt werden – wie beispielsweise Anfang dieses Monats in Italien –, werden suizidgefährdete Männer routinemäßig außen vor gelassen, während Frauen stattdessen zur "Prioritätsgruppe" erklärt werden.

(…) Für mich ist das der schockierendste Aspekt dieser ganzen Angelegenheit.

Es ist nicht das:

Die Gesundheit von Männern ist mittlerweile in fast jeder Hinsicht schlechter als die von Frauen …

Oder dass Jungen in jeder Phase des westlichen Bildungssystems hinterherhinken …

Oder dass Männer bei Obdachlosigkeit, Inhaftierungen, tödlichen Arbeitsunfällen, Selbstmorden, Drogentoten und als Opfer von Gewaltverbrechen überwiegen …

Das Schockierendste ist, dass in der politischen Debatte offenbar nur leere Worte fallen.

Das ist doppelt verwirrend, da uns ständig erzählt wird, dass "Männer" diejenigen sind, die von politischer Macht profitieren, dass Männer systemisch privilegiert sind; und dass Männer das System aufgebaut und die Gesetze geschrieben haben – seit jeher, als Teil einer allmächtigen patriarchalischen männlichen Unterdrückerklasse.

Solche Behauptungen klingen in den sozialen Medien sicherlich gut oder wenn sie von Ihrer lokalen feministischen Aktivistin mutig herausgeschrien werden; aber in der Realität, in der unsere Männer und Jungen stillschweigend sowohl von gesellschaftlicher als auch politischer Missstände erdrückt werden, scheinen solche Parolen peinlich weit von der Wahrheit entfernt zu sein.

Warum also verraten unsere Politiker und Minister immer wieder schutzbedürftige Männer?

Und was um alles in der Welt geht gerade in Italien vor?




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Dienstag, September 22, 2026

Recht auf körperliche Selbstbestimmung bei Männern eingeschränkt: Der "Eierkontrollgriff" ist zurück

1. Aktuell kommt es zu den ersten Pflichtmusterungen in Deutschland:

Die Bundeswehr hat mit ersten Musterungen von Männern begonnen, die bislang kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, seien bis Ende August mehr als 451.400 Fragebögen zur Wehrerfassung verschickt worden, davon rund 231.700 an Männer und rund 219.700 an Frauen sowie Menschen anderen Geschlechts. Innerhalb der Frist haben rund 96 Prozent der Männer und rund 3,5 Prozent der Frauen und Menschen anderen Geschlechts geantwortet.

Im Rahmen der Wehrerfassung wurden laut Ministerium fast 1.000 Musterungen von 18-jährigen Männern durchgeführt, die kein Interesse bekundet haben. "Wir werden diese Musterungen kontinuierlich entlang der sich stetig erweiternden Musterungskapazitäten weiter erhöhen", so die Bundeswehr.


Bei den linken Männerrechtlern auf Reddit wundert man sich, dass diese Musterungen kein größeres Thema in der deutschen Linken sind:

Aus linker Sicht ist dies ein Paradebeispiel dafür, wie der Staat junge Männer aus der Arbeiterklasse als entbehrliche Zwangsarbeitskräfte einsetzt und dabei die individuelle Zustimmung und die körperliche Selbstbestimmung völlig außer Acht lässt. Das völlige Fehlen von Widerstand seitens der etablierten linken Parteien in Deutschland gegen diesen selektiven staatlichen Zwang ist zutiefst besorgniserregend. Wie sehen Sie diesen raschen Wandel von "nur einem Fragebogen" hin zu tatsächlichem physischem Zwang?


Im Rahmen dieser Musterungen kehrt auch der umstrittene "Eierkontrollgriff" wieder zurück, "eine intime Kontrollmaßnahme zurück, über die nicht alle lachen können."

Denn: Das Abtasten der Hoden, im Volksmund auch "Eierkontrollgriff" genannt, ist medizinisch umstritten. Eine Untersuchung der Hoden und der Leistengegend auf etwaige Tumore oder Brüche als organisierte Reihenuntersuchung bei unter 20-Jährigen wird laut dem aktuellsten Leitlinienprogramm Onkologie nicht mehr empfohlen. Dennoch hält man bei der Bundeswehr daran fest. Ein Umstand, der im Parlament schon hitzig diskutiert wurde. "Sein praktischer Nutzen ist nicht belegt – seine entwürdigende Wirkung hingegen offenkundig", sagte Max Lucks (Die Grünen) im Dezember 2025.


Vielleicht ist die Botschaft, die diese entwürdigende Behandlung jungen Männern sendet, ja gerade der "praktische Nutzen" bei dieser Prozedur? Die Darstellung des Verteidugungsministeriums lautet allerdings anders:

"Die palpatorische Untersuchung der Hoden ist kein Relikt aus alten Zeiten oder missachtet etwa anerkannte wissenschaftliche Konzepte", sagt die Ministeriumssprecherin. Für die Untersuchung der Dienstfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten werde eine "Risikobewertung" zugrunde gelegt, um "Schäden für die Gesundheit" zu vermeiden.


Trotzdem halten viele eine solche Untersuchung für problematisch.

Die Hodenuntersuchung wird in der Regel von einem Arzt der Bundeswehr durchgeführt. Dabei ist immer noch eine weitere Person im Raum. Laut Ministerium findet dieses Sechsaugenprinzip statt, um die Situation für den Untersuchten so sicher wie möglich zu gestalten. Jedoch kann die komplette Nacktheit vor mehreren Fremden bei Opfern von sexualisierter Gewalt alte Traumata wieder hochkommen lassen, argumentieren zumindest Sozialpädagogen.

Dass das Verteidigungsministerium an den Genitaluntersuchungen bei der Rückkehr zur Musterung festhält, kritisiert etwa der Sozialpädagoge Stefan O. scharf. Der Lehrbeauftragte im Sozialwesen mit Schwerpunkt Kindheitspädagogik und Entwicklungspsychologie möchte aufgrund seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst nicht seinen vollen Namen öffentlich machen. Im Gespräch mit dieser Redaktion nennt er die Hodenabtastung bei der Musterung "eine verpflichtende Intimuntersuchung, die die körperliche Selbstbestimmung" von jungen Erwachsenen verletzt. Die Maßnahme belaste "junge Männer in einer besonders sensiblen Entwicklungsphase – typischerweise 17 bis 20 Jahre – unnötig".

In diesem Alter seien die Identitätsbildung, die Selbstwirksamkeit, das Körperbewusstsein und die Fähigkeit zur Grenzsetzung zentrale Entwicklungsaufgaben, sagt der Pädagoge weiter. Und betont: "Eingriffe in die körperliche Integrität in dieser Phase können das Vertrauen in Institutionen untergraben, das Selbstbild nachhaltig stören und das Körperempfinden langfristig beeinträchtigen."

Zudem warnt der Sozialpädagoge vor einem unterschätzten Problem: "Unter den Wehrpflichtigen befinden sich auch Betroffene sexualisierter Gewalt, ohne dass dies jeweils bekannt ist. Für sie kann eine verpflichtende Intimuntersuchung traumareaktive Symptome auslösen oder verstärken." Darauf weist auch die Statistik hin. Laut aktuellen Daten des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im Jahr 2024 bundesweit 18.085 Kinder sowie 1259 Jugendliche Opfer von sexualisierter Gewalt, mehr als ein Viertel davon ist männlich. Dunkelfeldstudien des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung Mannheim aus dem vergangenen Jahr ergaben zudem, dass 4,8 Prozent der Männer in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben. Unter den Betroffenen insgesamt hatte mehr als ein Drittel bislang mit niemandem darüber gesprochen.

Stefan O. fordert daher eine Reform der Musterung, damit diese Maßnahme künftig evidenzbasiert gestaltet wird. Zudem möchte er, dass bei der Musterung die körperliche Selbstbestimmung sowie die psychische Gesundheit in den Fokus rücken. Bisher stelle das Prozedere aus seiner Sicht nur die Fortsetzung eines überholten und potenziell traumatisierenden Rituals dar.

(…) Der Forderung von Stefan O. schließt sich auch Raphael Schulmeister-Dick, Lehrkraft aus Oberbayern, an. Unter seinen Schülern nimmt er derzeit "Sorge und Wut" wahr, wie er sie bereits zur Zeit seiner Musterung kurz vor der Aussetzung der Wehrpflicht erlebt hat.

Dass weiterhin an der routinemäßigen Untersuchung der Genitalregion festgehalten wird, erschüttert den Pädagogen. "Die Musterung ist kein normaler Arztbesuch. Sie ist ein staatlich angeordnetes Beurteilungsverfahren mit starkem Machtgefälle. Dabei standardmäßig eine Untersuchung am zeitweise vollständig entkleideten Körper einzufordern, ohne freie Arztwahl und unter Anwesenheit einer Assistenzkraft, halte ich nicht nur für unsensibel, sondern – besonders bei jenen, die ihr Interesse am Wehrdienst vorab verneint haben – für übergriffig", sagt er.

Er verweist auf urologische Leitlinien, die sich ausdrücklich gegen anlasslose Screenings aussprechen, sowie auf die Auskunft einer Sprecherin der Bundeswehr in Köln, wonach 99,5 Prozent aller Untersuchungen im Genitalbereich unauffällig wären. Daher setzt er sich für eine "Untersuchungspraxis ein, die die Intimsphäre wahrt". Ein entsprechendes Schreiben hat er in den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingebracht. (…) "Man wird trotz mangelnder medizinischer Evidenz buchstäblich zu dieser Untersuchung gedrängt. Diese unverhältnismäßige und schamverletzende Praxis verletzt das Recht auf körperliche Selbstbestimmung massiv", kritisiert Schulmeister-Dick.




2.
Das Elterngeld wird gekürzt, ebenso der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und die Rentenansprüche für pflegende Angehörige – aber Gleichstellungsbeauftragte sind unantastbar. Und niemand kontrolliert sie.


So beginnt heute Morgen ein Artikel der früheren Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) über die Privilegien von Gleichstellungsbeauftragten. Darin heißt es weiter:

In vielen Bereichen, in ganzen Milieus unserer Gesellschaft, sind identitätspolitische Deutungen nach wie vor völlig ungebrochen. In Bielefeld trifft sich etwa kommende Woche die "bukof", die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e. V. Das Programm der Jahrestagung trägt den Titel "Hochschule für alle" – und ist ein eindrucksvolles Dokument, wie eng in öffentlich finanzierten Räumen das Spektrum dessen sein kann, was als legitime Perspektive gilt.

Auf ganze 29 Seiten bringt es die Einladung. Davon benötigt sie aber nur vier für das eigentliche Programm. Der Rest geht neben ein paar organisatorischen Hinweisen für politische Agitation drauf. Da soll in einem Workshop über die aktuellen Landtagswahlen über "erstarkende rechte und antifeministische Positionen" gesprochen werden und ein "geschützter Raum" für "Sorgen, Wut oder Erschöpfung" geboten werden. (…) Es gehe darum, "einfach mal zu sein". Und da erkennen die Organisatoren in einem elfseitigen "Awareness-Konzept" ihre "Verstrickung in unterschiedliche Machtdynamiken und ihre verschränkten Wirkungsweisen" an: Die Tagung sei "ein überwiegend weiß dominierter Raum, in dem viele cis-Frauen anwesend sind". Nur beim Thema Kinderbetreuung haben sich die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten nicht ganz so viele Gedanken gemacht. "Eine Kinderbetreuung kann auf Anfrage organisiert werden", heißt es lapidar.

Bezahlt wird der Spaß weitgehend vom Steuerzahler. Denn er finanziert ganz überwiegend die Hochschulen, und die finanzieren die "bukof". Hinzu kommt noch mal eine Extra-Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW, dessen Emblem auf der Einladung prangt.

Die Tagung wirft ein Schlaglicht auf eine privilegierte Szene: Jede größere öffentliche Dienststelle in Deutschland muss seit den 1990er-Jahren gesetzlich verankert eine Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte haben. Weisungsunabhängig, oft von ihrer eigentlichen Arbeit freigestellt und mit umfassenden Beteiligungsrechten ausgestattet, etwa bei Berufungen. Eine systematische Evaluation ihrer Arbeit gibt es nicht, noch nicht mal ihre Zahl lässt sich in Erfahrung bringen. Aber klar ist: Es sind viele Tausende.

Die Frage, wie sinnhaft ihre Arbeit ist, wird so gut wie nie gestellt. Das Elterngeld wird gekürzt, ebenso der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und die Rentenansprüche für pflegende Angehörige – aber Gleichstellungsbeauftragte sind unantastbar. Lediglich der Hohenlohekreis hat es jüngst versucht und die Gleichstellungsbeauftragte gestrichen. Durchkommen wird er damit wohl nicht: Das baden-württembergische "Chancengleichheitsgesetz" verpflichtet jeden Landkreis zu einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten.

Dass "Chancengleichheit" eigentlich das Gegenteil von "Gleichstellung" ist, scheint dabei niemand mehr aufzufallen. Auch nicht Union und FDP. Die bürgerlichen Parteien haben die geschlechterkollektivistischen Deutungen einer linken Frauenpolitik weitgehend übernommen. Und so kann es dem Staat noch so offenkundig an Geld, Personal und Handlungsfähigkeit fehlen – die Räume zur Selbstvergewisserung bestimmter Milieus bleiben geschützt.




3. Der Aktivismus, der die Genderwissenschaften und -debatten durchziehe, verzerre die Forschung, warnt Philipp Hübl in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung. In dem Artikel, der für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online steht, heißt es weiter:

In den Feuilletons wurde zuletzt hitzig darüber diskutiert, ob die Soziologie zu links sei. Währenddessen trat an der Universität Cambridge der als Musterbeispiel für Diversität gefeierte Bildungsforscher James Arday als Professor zurück, nachdem seine Forschungsarbeiten als Plagiate und sein Lebenslauf als Lügengeschichte entlarvt worden waren. Kurze Zeit später war er tot. Und vor einigen Jahren stellten sich an der ETH Zürich mehr als 80 Professorinnen in einem offenen Brief gegen die Soziologinnen Katja Rost und Margit Osterloh, nachdem diese nachgewiesen hatten, dass nicht Diskriminierung, sondern persönliche Präferenzen erklären, warum so wenige Frauen dort einen Lehrstuhl haben.

Die drei Ereignisse haben im Kern etwas gemeinsam. Sie drehen sich um die Frage: Verträgt sich Wissenschaft mit Aktivismus? Die kurze Antwort lautet: selten. Der Grund dafür ist jedoch nicht, dass Soziologen, Geistes- und Kulturwissenschaftler unbelehrbare Ideologen sind, die den Westen zerstören und den Sozialismus einführen wollen, wie man es oft von Rechtspopulisten hört. Diese Diagnose trifft allenfalls auf eine radikale Minderheit zu.

Zwei andere Mechanismen sind für verzerrte Forschung verantwortlich: allzu menschlich, aber dafür umso problematischer. Der erste lautet: Schutz der moralischen Identität , auf Englisch: Myside Bias. Wenn Informationen unsere moralische Agenda bestätigen, fragen wir selten kritisch nach; und sobald sie unseren Annahmen widersprechen, reagieren wir besonders streng. Diese Urteilsverzerrung erweist sich als hartnäckiger als der allseits bekannte Bestätigungsirrtum (confirmation bias), denn Intelligenz und Bildung helfen nicht, den Myside Bias zu vermeiden. Im Gegenteil: Personen, die zum Beispiel gut rechnen können und viel zu einem Thema wissen, sind anfälliger für Identitätsschutz als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Ein einschlägiges Beispiel: In einer Erhebung wurden 479 Soziologen in den USA zu politisch umstrittenen Themen wie Einwanderung, Armut in mehrheitlich schwarzen Vierteln oder den Präferenzen von Männern und Frauen befragt. Es zeigte sich, dass die Mehrheit von ihnen Unterschiede zwischen Gruppen mit gesellschaftlichen Missständen erklärten statt mit individuellen Entscheidungen, etwa dass Frauen weniger verdienen, weil sie andere Berufe als Männer wählen. Die meisten Forscher gaben an, sie verfolgten eine moralische Mission, einige schlossen sogar Forschungsfragen prinzipiell aus, wenn sie auf bestimmte Gruppenunterschiede hinausliefen. Das Fazit der Studie: Es besteht die Gefahr, dass einige Soziologen eine "emotionsgeladene Gemeinschaft" bildeten.

Zwischen Emotionen und Moralvorstellungen besteht eine enge Verbindung: Die meisten Soziologen und Geisteswissenschaftler sind sehr progressiv, sie verurteilen Diskriminierung und Unterdrückung nicht bloß wie die meisten anderen Menschen, sondern erheben den Kampf für soziale Gerechtigkeit zu einem geradezu heiligen Wert. In so einer moralischen Fürsorgekultur genießt besonders hohes Ansehen, wer Opfer von Macht und Benachteiligung ist, oder eben, wer sich mit diesen Themen beschäftigt.

Dass ihre moralische Identität um Vulnerabilität kreist, kann daher erklären, warum viele Geistes- und Sozialwissenschaften den egalitären Fehlschluss begehen: Sie leugnen faktische Unterschiede zwischen Gruppen, weil sie Ungleichheit moralisch ablehnen. Sie begehen damit die umgekehrte Variante des naturalistischen Fehlschlusses , der in vielen pseudowissenschaftlichen Erklärungen auftaucht, etwa im klassischen Sexismus und Rassismus. Ein Beispiel ist die These, dass Männer stärker als Frauen sind und daher auch über Frauen herrschen sollen . Schon der Philosoph David Hume hat diese falsche Folgerung sinngemäß so kritisiert: Aus einem Sein kann man kein Sollen ableiten.

(…) Und hier kommt meist der zweite Faktor ins Spiel, der erklärt, warum eine normative Agenda die Wahrheitssuche behindert: moralische Selbstdarstellung . Jeder Mensch will als guter Vertreter seiner Moralkultur wahrgenommen werden. (…) Wie Beiträge in den sozialen Medien sind auch Forschungsthemen kommunikative Signale, mit denen man seine moralische Reputation anderen gegenüber aufrechterhält – oder sie gefährdet.

(…) Reputationsmanagement ist neben Identitätsschutz oft der Grund, warum in weiten Teilen der Gender Studies biologische Tatsachen über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen geleugnet werden, obwohl die Forschung in der Genetik im Mittel ein höheres wissenschaftliches Niveau hat als die Gendertheorien. So hat die Psychologin Therese Söderlund eine repräsentative Stichprobe aus über 12.000 Aufsätzen der Genderforschung ausgewertet: Im Vergleich zu anderen sozialwissenschaftlichen Studien enthielten die Artikel weniger Experimente und repräsentative Erhebungen, dafür aber deutlich mehr Wertungen. Ihr Fazit: Je stärker die Genderperspektive in der Forschung, desto geringer die wissenschaftliche Qualität.

(…) Nicht nur Staaten, autoritäre Parteien und religiöse Gruppen versuchen also, Forschungsergebnisse zu unterdrücken, die ihre Ideologie infrage stellen. Mehrere Studien legen inzwischen nahe, dass es gerade Wissenschaftler selbst sind, die verhindern, dass bestimmte Fakten publiziert werden, manchmal mit guten Absichten, etwa weil sie glauben, dadurch Minderheiten zu schützen. Doch ein nicht unerheblicher Anteil findet es auch gerechtfertigt, wenn Kollegen für kontroverse Thesen von ihrem Arbeitgeber und der Öffentlichkeit unter Druck gesetzte werden. Und viele Wissenschaftler gaben an, die Fakten zu unterdrücken, wenn es ein moralisches Anliegen gefährden könnte, das ihnen am Herzen liegt; oder dass sie sich selbst zensieren, weil sie Angst vor sozialem Ausschluss und vor Angriffen auf den sozialen Medien haben.

(…) Es ist längst an der Zeit, dass sich gerade die Geistes- und Sozialwissenschaften einer methodischen Selbstkritik unterziehen. Forscher müssen nicht nur den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, sondern auch den Mut, die Gewissheiten ihrer eigenen Moralkultur herauszufordern und damit Shitstorms, soziale Ächtung oder Lob von der falschen Seite zu riskieren, denn solche Reaktionen bringt es manchmal mit sich, wenn man die Fakten verkündet.


Wer wüsste das besser als wir Männerrechtler. Wenn man ganze Bände veröffentlicht, die in diesen Kreisen kaum hinterfragte Mythen widerlegen, ist das einer der sichersten Wege, um aus der Genderdebatte dieser Kreise ausgegrenzt zu werden. Ich befürchte, dass an solchen Mechanismen auch Hübls Mahnungen wenig ändern werden.



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Montag, September 21, 2026

Offener Brief an Bundesministerin Karin Prien

Frau Bundesministerin Karin Prien, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Glinkastraße 24, 10117 Berlin

Eine zukunftsfähige Jungen- und Männerpolitik – Übersendung meines Buchs "99 Fakten, die du über die Männerrechtsbewegung wissen solltest"

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

ganz Deutschland spricht in diesen Tagen über die tiefe Krise Ihrer Partei. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die CDU mit 4,9 Prozent zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik den Einzug in ein Landesparlament verfehlt. Dieses Ergebnis weist auf einen tiefen Vertrauensverlust hin. Viele Bürger haben den Eindruck, dass ihre Lebensrealität in der Politik zwar rhetorisch vorkommt, aber folgenlos bleibt.

Zu diesen Bürgern gehören zahllose Jungen und Männer. Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin, haben mehrfach öffentlich angekündigt, sich ihrer spezifischen Benachteiligungen annehmen zu wollen, doch konkrete Vorhaben sind daraus bislang nicht hervorgegangen. Wahrgenommen wurde stattdessen vor allem der geplante Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler. Zusammen mit der Kürzung des Unterhaltsvorschusses trifft er faktisch ganz überwiegend Väter. Ich halte einen Kurswechsel hin zu einer sachorientierten, jungen- und männergerechten Reformpolitik für geboten. Meiner Überzeugung nach würde das Ihrer Partei deutlich dabei helfen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Als Autor zahlreicher Sachbücher und Artikel befasse ich mich seit Jahrzehnten mit Geschlechterpolitik aus männlicher Perspektive. Mein neues Buch zeigt, dass die Benachteiligung von Jungen und Männern kein Randphänomen ist, das sich mit einer einzelnen kosmetischen Maßnahme beheben ließe. Es benennt über 50 konkrete Handlungsfelder in Gesetzgebung, Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildungssystem. Jungen stellen rund 60 Prozent der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss. Männer stellen über 71 Prozent der Suizidopfer, sterben knapp fünf Jahre früher als Frauen und erleiden 93,8 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle. Getrennt lebende Väter verlieren durch Umgangsvereitelung nicht selten den Kontakt zu ihren Kindern, während das Wechselmodell in Deutschland hierzulande noch immer nicht gesetzlich als Leitbild verankert ist.

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf beim Gewaltschutz. Die Dunkelfeldstudie LeSuBiA, die Ihr Haus gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskriminalamt im Februar vorgestellt hat, zeigt, dass Männer und Frauen in den vergangenen fünf Jahren nahezu gleich häufig körperliche Gewalt in einer (Ex-)Partnerschaft erlebt haben, nämlich 6,1 gegenüber 5,2 Prozent. Ähnliches belegen hunderte internationaler Studien seit Jahrzenten. Niemand stellt die Notwendigkeit des Frauenschutzes infrage. Es lässt sich damit aber nicht rechtfertigen, dass das Gewalthilfegesetz einen Rechtsanspruch auf Schutz allein Frauen gewährt und bundesweit lediglich 17 staatlich geförderte Männerschutzeinrichtungen existieren.

Wie sehr die Ansprache von Männern über die Zukunft von Volksparteien mitentscheidet, zeigt der Blick in die USA. Die Republikaner haben männliche Lebensrealitäten gezielt angesprochen und dadurch vor allem bei jungen Männern deutlich hinzugewonnen. Die Demokraten haben nach schmerzhaften Verlusten daraus Konsequenzen gezogen und investieren mit dem Projekt "Speaking with American Men" 20 Millionen Dollar in die Frage, wie sie Männer wieder erreichen können. Zugleich hat sich das von Richard Reeves gegründete American Institute for Boys and Men als parteiübergreifend beachtete Stimme in Washington etabliert.

Auch in Deutschland entsteht ein Vakuum, wenn die Anliegen der männlichen Hälfte der Bevölkerung übergangen werden. Dieses Vakuum füllen derzeit andere. Eine vorausschauende Geschlechterpolitik begreift Männer und Frauen nicht als Gegner im Kulturkampf, sondern als Verbündete gegen Ungerechtigkeit. Mein Buch soll Ihnen und Ihrem Haus dabei als sachlicher, datengestützter Leitfaden dienen. Gern stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um zu erörtern, welche Schritte sich zuerst angehen ließen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Arne Hoffmann



Freitag, September 18, 2026

Newsweek: Demokraten und Republikaner lassen Amerikas Männer im Stich

1. Das bekannte Politik-Magazin Newsweek widmet sich in einem aktuellen Artikel dem Problem, dass Männer von beiden großen Parteien übergangen und vernachlässigt werden. (In Deutschland besteht dasselbe Problem, wir haben nur mehr politisch einflussreiche Parteien.) Ein Auszug:

Die Midterm-Wahlen 2026 stehen kurz bevor, und sowohl Republikaner als auch Demokraten verspielen eine enorme Chance und enttäuschen das Land. Keine der beiden Parteien geht die Probleme von Jungen, Söhnen, Vätern und Ehemännern in ganz Amerika ernsthaft an.

Es ist kein Geheimnis, dass ein Anstieg junger männlicher Wähler 2024 den Ausschlag zugunsten von Präsident Trump und den Republikanern gegeben hat. Viele fühlten sich von einer Kultur und einer politischen Klasse übersehen und ungehört, die über weite Teile der letzten 15 Jahre Männlichkeit selbst als problematisch behandelt hatte. Trumps Kampagne 2024 zielte ausdrücklich auf männliche Wähler ab und tat dies in männlich dominierten Podcast-Räumen.

Republikaner verhalten sich oft so, als hätten sie die männliche Wählerschaft bereits "im Griff", nur weil sie gut über Männlichkeit und Freiheit reden. In Wirklichkeit haben republikanische Gesetzgeber wenig getan, um konkrete Maßnahmen zu verabschieden, die die wirtschaftlichen und sozialen Krisen angehen, die Männer am härtesten treffen.

(…) Die meisten nationalen Demokraten scheinen hingegen immer noch panische Angst davor zu haben, anzuerkennen, dass Jungen und Männer mehr leiden als frühere Generationen. Die Linke bleibt gelähmt von der alten Orthodoxie, die männliche Probleme ignoriert und Männlichkeit als etwas darstellt, das abgebaut werden muss. Sie verweisen auf eine Handvoll außergewöhnlich reicher, älterer Männer und schließen daraus, dass für die männliche Bevölkerung als Ganzes kein Anlass zur Sorge bestehe.

Es ist höchste Zeit, dass Männer und Frauen Seite an Seite stehen und von unseren Führungspersönlichkeiten verlangen, die Herausforderungen für Jungen und Männer ernst zu nehmen. Wenn wir wollen, dass unser Land vorankommt, dürfen diese Themen nicht länger ignoriert werden. (…) Die Herausforderungen für Jungen und Männer sollten in jedem Wahlkampf in diesem Herbst ein Thema der obersten Priorität sein.

(…) Die Unterstützung von Gesetzen zur Hilfe für Männer bedeutet keinen Nullsummenansatz bei geschlechterbezogenen Themen. Es schmälert nicht die Fähigkeit von Gesetzgebern und Behörden, Probleme anzugehen, die einzigartig Frauen betreffen.

Wenn Jungen in der Schule Erfolg haben, werden sie zu Männern, die stabile Familien gründen können. Wenn Väter gesund und präsent sind, sinkt die Kriminalität und Kinder gedeihen. Wenn Männer besseren Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung haben, profitieren auch die Frauen und Kinder, die von ihnen abhängen. Maßnahmen zur Behebung der Probleme von Jungen und Männern machen alle besser – jetzt und in der Zukunft.

(…) Wir haben zu viele Jahre so getan, als würden Jungen und Männer das schon allein hinbekommen. Während ihr Leid gewachsen ist, haben wir normales männliches Verhalten pathologisiert und über Privilegien gesprochen statt über die Probleme, die direkt vor uns liegen. Das Ergebnis war vorhersehbar: mehr Isolation, Verzweiflung und verlorenes Potenzial.

Die gute Nachricht ist: Es ist noch nicht zu spät, den Kurs zu ändern. Nationale und staatliche Führungspersönlichkeiten beginnen endlich, Schritte zur Unterstützung von Jungen und Männern zu unternehmen. Die Anerkennung der besonderen Kämpfe von Jungen und Männern unter Akademikern und Journalisten wächst enorm. Die Midterms sind eine Chance, eine klare Botschaft zu senden: Die Männer, die wir lieben, verdienen dieselbe ernsthafte Aufmerksamkeit von unseren politischen Führungspersönlichkeiten, die wir seit Langem jeder anderen demografischen Gruppe zukommen lassen.




2. Gestern hat die Zeitschrift des Zentrums für Männerpsychologie einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit dem Fehlen einer starken und einflussreichen Männerrechtsbewegung beschäftigt. Auch hieraus ein Auszug:

Wir sind etwa 50 Jahre in der sogenannten zweiten Welle des Feminismus**; ursprünglich als Frauenbefreiung in den 1970er-Jahren bekannt. Wir sehen alle möglichen negativen Auswirkungen für Männer, aber fast keinen Widerstand dagegen. Bin ich der einzige Mann, der das als eine feminin dominierte Gesellschaft sieht, die eine Injektion von Männlichkeit braucht? Männlichkeit ist ein positiver Begriff, nichts, das als böse oder toxisch verteufelt werden sollte. Aber wo ist dann die Männerbewegung?

Ich habe eine einfache Beobachtung. Frauen bauen Gemeinschaften. Männer bauen Teams.

Dieser einzige Unterschied in der sozialen Organisation hilft, eines der auffälligsten Ungleichgewichte der letzten sechzig Jahre zu erklären: den außergewöhnlichen institutionellen Erfolg der Frauenbewegung und die anhaltende Zersplitterung von allem, was einer Männerbewegung ähnelt.

Das Muster ist kein moralisches Versagen auf keiner der beiden Seiten. Es ist ein tief verwurzelter Unterschied darin, wie die beiden Geschlechter die Probleme von Überleben und Fortpflanzung über Hunderttausende von Jahren gelöst haben. Es zu verstehen ist der erste Schritt, um die Ergebnisse zu verändern, die es hervorbringt.

(…) Wenn ein Problem als eines dargestellt wird, das Frauen als Klasse betrifft, aktiviert sich die Gemeinschaftsreaktion fast automatisch. Die Schwierigkeit einer Frau ist die Sorge jeder Frau. Die Forderung ist kollektiv, nachhaltig und nach außen gerichtet – oft gegen Männer als Gruppe, unabhängig davon, ob der tatsächliche Schaden von einer Minderheit der Männer oder von breiteren sozialen Arrangements kommt. Das Ergebnis ist institutionelle Macht: Frauenministerien in westlichen Regierungen, Universitätsabteilungen (viele inzwischen umbenannt in Gender Studies), internationale Gremien und gut finanzierte Advocacy-Netzwerke.

UN Women arbeitet mit einem zweijährlichen Budget in der Größenordnung von einer Milliarde Dollar. Die National Organisation for Women beansprucht Hunderttausende von Mitgliedern. Parallelstrukturen existieren quer durch politische Parteien, NGOs und philanthropische Stiftungen. Die große Vielfalt der Themen, für die sie Kampagnen führen, muss nicht ähnlich sein; sie werden unter einer gemeinsamen Identität zusammengewoben. Kinderbetreuung, häusliche Gewalt, Chancengleichheit am Arbeitsplatz, reproduktive Rechte und kulturelle Repräsentation werden zu Facetten eines übergreifenden Projekts.

Die Organisation der Männer folgt der Team-Logik. Ein konkretes Problem entsteht – Verlust des Kontakts zu den Kindern nach einer Trennung, falsche Anschuldigungen, Selbstmordraten bei Männern, Todesfälle am Arbeitsplatz, schlechte schulische Leistungen – und eine Gruppe bildet sich, um es anzugehen. Sobald das unmittelbare Ziel erreicht ist (oder sich als unlösbar erweist), verflüchtigt sich die Energie. Das nächste Problem erzeugt ein separates Team. Es gibt wenig instinktiven Impuls, das entfernte Problem eines anderen Mannes als das eigene zu behandeln.

Die organisatorische Landschaft spiegelt das wider. Organisationen, die Männer unterstützen, indem sie praktische Lösungen für Probleme anbieten – Selbstständigkeit und nicht-ideologische Unterstützung – erhalten nur bescheidene öffentliche Zuschüsse. Größere, besser ausgestattete Einrichtungen, die mit Männern arbeiten (MenEngage Alliance, Equimundo), werden typischerweise finanziert, um Männer für Gleichstellungsziele einzubinden, die anderswo definiert wurden; sie sind keine unabhängigen Fürsprecher männlicher Interessen.

Ich war 2016 bei der International Conference of Men’s Issues in London. Etwa 200 Menschen, die sich mit allen Männerproblemen aus der ganzen Welt befassten. Frauengruppen können eine solche Teilnehmerzahl von einem einzigen Thema in einer einzigen Stadt erreichen.

Historische Beispiele veranschaulichen das Muster. Fathers 4 Justice erzielte Mitte der 2000er-Jahre durch spektakuläre Proteste große Sichtbarkeit. Seine Kernmitgliedschaft bestand jedoch überwiegend aus Männern, die vom Familiengerichtssystem negativ betroffen waren. Ich war einer der wenigen Mitglieder ohne Kinder und daher ohne Familiengerichts- und Besuchsrechtsprobleme. Ein Mann, der half, sagte sogar: "Ich muss hier nicht sein. Ich komme mit meiner Ex-Frau zurecht."

Ich war einmal Teil einer kleinen Kampagne vor dem Parlament für Väterrechte. Wir waren sechs, jeder mit separaten Büchern oder Websites. Natürlich hatte es keine Wirkung, und wir erlebten die allgegenwärtige feministische Perspektive, als eine Frau etwas weiter an unserer Gruppe vorbeiging – vielleicht falls wir feindselig wären oder damit wir nicht antworten konnten – und sagte: "Männer sollten für ihre Kinder bezahlen."

Diese Art von allgegenwärtiger Indoktrination über Männer macht es fast unmöglich, ein echtes Gespräch zu führen – etwas, das wir nach 50 Jahren Feminismus dringend brauchen. Doch keine Männerorganisation will sich mit irgendeinem Problem außer dem beschäftigen, mit dem sie sich befasst.

Vor einigen Jahren betrieb ich die "Men’s Hour", ein Online-Radioprogramm. Ich versuchte, alle möglichen Männerprobleme abzudecken, z. B. Väterrechte, falsche Anschuldigungen und natürlich Selbstmord. Es gab fast kein Ergebnis. Der Gedanke, dass Männer für Männer kämpfen, nur weil es andere Männer in Not sind, scheint fast nicht zu existieren.

Ich habe mit Männern gesprochen, die zustimmen, dass es ein Problem ist, aber wenn man sagt "Lasst uns das beheben", finden sie etwas Wichtigeres anderswo, etwa eine Hungersnot oder Wale, die gerettet werden müssen. Dieselbe Dynamik zeigt sich anderswo. Ein Mann, der nie mit einer falschen Anschuldigung konfrontiert war, spürt keine Dringlichkeit, diesen Rechtsbereich zu reformieren; ein wohltätiger Spender, der Wildtierschutz oder Frauenhäuser unterstützt, mag männliche Angebote bei häuslicher Gewalt immer noch als Nischenthema betrachten.

Weil die Netzwerke der Frauen die Beschwerde einer einzelnen Frau in eine kollektive Sache umwandeln, tragen Kritik an Männern im Allgemeinen – selbst wenn sie in Wirklichkeit auf dem Verhalten einer kleinen Minderheit von Männern beruht – moralische Kraft und institutionelle Umsetzung. Äquivalente Forderungen von Männern werden leichter als Sonderplädoyers der jeweils Betroffenen abgetan. Andere Männer, die im Team-Modus operieren, schließen sich nicht automatisch an. Der kulturelle Standard wird: Frauenprobleme erfordern systemische Korrektur; Männerprobleme erfordern, dass die betroffenen Männer sich selbst helfen.

(…) Das Team-Modell ist hochwirksam für diskrete, zeitlich begrenzte Ziele. Es baute Kathedralen, gewann Kriege und erfand Technologien. Es ist schlecht geeignet für die lange, mehrfrontige kulturelle und institutionelle Arbeit, die erfolgreiche soziale Bewegungen auszeichnet. Jüngere Männer scheinen das Ungleichgewicht zu bemerken. Bildungsrückstände, steigende Selbstmord- und Einsamkeitszahlen bei Männern und die stetige Ausweitung frauenbevorzugender Politiken sind nicht mehr unsichtbar. Die Frage ist, ob Bewusstsein sich in breitere Koalitionen übersetzen wird.

Das würde erfordern, dass Männer etwas leicht Unnatürliches tun: Damit Fortschritte gemacht werden können, müssten Männer das Problem eines anderen Mannes als potenziell ihr eigenes behandeln, selbst wenn sie persönlich nicht betroffen sind. Es würde bedeuten, Organisationen aufzubauen, die mehrere Themen unter einem Dach halten können – Vaterschaft, psychische Gesundheit, Bildung, Ungleichheiten im Strafjustizsystem, Sicherheit am Arbeitsplatz –, ohne zu verlangen, dass jedes Mitglied denselben persönlichen Missstand teilt. Es würde auch bedeuten, zu akzeptieren, dass nachhaltige Interessenvertretung dieselbe Geduld und Gegenseitigkeit erfordert, die Frauennetzwerke seit Langem praktizieren. Es würde sicherstellen, dass die Bedürfnisse von Männern und Jungen ehrlich diskutiert, institutionell unterstützt und ohne Scham oder Feindseligkeit angegangen werden können.




3. Collien Fernandes ist durch die Vorwürfe gegen ihren früheren Ehemann zur feministischen Vorkämpferin geworden. In einem edel bebilderten Artikel der Frankfurter Allgemeinen über sie zeigt sich Fernandes in der Mode ihrer Lieblingsmarke. Elfenbeinfarbenes Smoking-Blazer-Cape und Marlenehosen, Schmuck Ina Beissner.



4. Ein Mitglied der Geschworenen im Prozess gegen die dreifache Kindermörderin Lindsay Clancy berichtet, dass schon am ersten Beratungstag acht der zwölf Geschworenen für "nicht schuldig" plädiert und sich wie "Aktivisten" verhalten hätten, die täglich versuchten, die übrigen Geschworenen von Clancys Unschuld zu überzeugen. Er selbst sei, nachdem er als letzter Abweichler von der so entstandenen Gruppenmeinung übrig geblieben war, bedroht, gestalkt und gedoxt worden.



5. Eine 44-jährige Mutter wurde jetzt freigesprochen, nachdem sie ihre beiden Söhne im Alter von neun und elf Jahren erstochen hatte. Zuvor hatte sie erfahren, dass ihr früherer Partner mit einer neuen Partnerin ein Kind erwartete. Obwohl sie im Monat vor der Tat Dutzende Internetsuchen über Selbstmord und das Töten ihrer Kinder durchgeführt und am Tatabend mehr als 30 Suchanfragen zu Gewalt gegen sich und andere gestellt hatte, befand das Gericht sie für nicht strafrechtlich verantwortlich.



6. Die Grünen haben auf Instagram eine Liste mit neun feministische "Fakten" gepostet, die sie wütend machen. In einem Youtube-Video gehen die beiden Moderatoren Sinan ("Sinans Woche") und Matze ("Biased Skeptic") die Punkte der Reihe nach durch, prüfen, ob es wirklich Fakten sind, und hinterfragen die Darstellung der Grünen. Ihr Fazit: Differenzierung und Kontext sind der Feind der Empörung. Auch die Kommentare unter dem Video zeigen deutlich, wie angefressen viele von der einseitigen Propaganda sind.



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Donnerstag, September 17, 2026

Berlin: Lehrerin soll 15jährigen Schüler vergewaltigt haben

1. Mehrere Zeitungen, darunter die B.Z. berichten über die angebliche Vergewaltigung eines Schülers, dessen Lehrerin sich selbst wegen der Tat anzeigte. Darüber hinausgehende Informationen sind in sämtlichen Artikeln dürftig. Es freut mich schon, dass auf verharmlosende Formulierungen ("Sex-Affäre") verzichtet wurde, nur weil der Täter weiblich ist.



2. "Bitte komme mir keiner mit Free Speech", verlangt Bundeskanzler Merz, nachdem er forderte, dass der Staat den Bürger "vor falschen Informationen, vor persönlichen Herabsetzungen, vor Diskriminierung" schützen müsse. Der Rechtsanwalt Udo Vetter kommentiert:

Der berühmte Artikel 5 des Grundgesetzes ist aber, ganz entgegen der Ansicht des Kanzlers, kein Auftrag an die Regierung, sich ein Wahrheitsministerium zuzulegen. Er ist ein Abwehrrecht gegen den Staat – gegen genau jenen Staat, der jetzt erklärt, er wisse, welche Information falsch sei.

Das Bundesverfassungsgericht schützt deshalb seit jeher recht konsequent die Meinung, und zwar auch die irrige und unbequeme. (…) Denn Herr Merz, wer entscheidet denn, was falsch ist? Das Presseamt? Ein Trusted Flagger? Der Kanzler womöglich selbst? Gerade er sollte sich doch etwas zurückhalten, was Urteile über Wahrheit und Unwahrheit angeht. Ich erspare mir dazu nähere Ausführungen, es war ja jeder in den letzten anderthalb Jahren dabei.


Udo Vetters Argumentation sticht. Ich selbst habe ein komplettes Buch über Desinformation aus dem feministischen Spektrum zusammengetragen. Soll diese Ideologie jetzt verboten werden? Wesentlich wahrscheinlicher ist doch, dass Merz nur gegen solche Behauptungen vorgehen möchte, die ihn stören.

Ein weiteres schönes Beispiel für feministische Desinformation liefert heute Christian Schmidt.



3. "Warum werden Männer in Beziehungen häufiger gewalttätig?" fragt die Stuttgarter Zeitung, um es dann zu "erklären". Männer werden aber nicht häufiger gewalttätig. Es ist also ein Artikel der Marke "Warum ist der Himmel gelb? Wegen dem vielen Löwenzahn." Wollen wir jetzt die Stuttgarter Zeitung aus dem Verkehr ziehen, Herr Merz?



4. Der Berliner Journalist und Autor Ralph Gerstenberg hat ein Buch über die Klischees vom ostdeutschen Mann verfasst. Spiegel-Online interviewt ihn dazu, weil die AfD davon profitieren könnte:

SPIEGEL: Herr Gerstenberg, noch schlechter als der alte weiße Mann stehe nur der alte weiße Mann aus dem Osten da, schreiben Sie in Ihrem neuen Buch. Woran machen Sie das fest?

Gerstenberg: Es bezieht sich auf klischeehafte Vorstellungen vom typisch ostdeutschen Mann, die seit den Neunzigerjahren im Umlauf sind und an denen sich nicht viel verändert hat. Ein Beispiel: Im August 1992 ging ein Foto der rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen um die Welt, das einen Mann in einer wie eingenässten Jogginghose und im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zeigte, dazu den Arm zum Hitlergruß ausgestreckt. Dieser Anblick setzte sich fest, wurde zum Symbolbild für den abstoßenden Mann aus dem Osten. Es ist in all den Jahren seither nicht gelungen, etwas Positives dagegenzusetzen.

SPIEGEL: Warum nicht?

Gerstenberg: Weil man lange lieber über die Problemfälle berichtete, die es auch tatsächlich gab, die sogenannten Baseballschlägerjahre, all die Männer, die sich radikalisierten, später Pegida. Dagegen blieben die normalen Männer, die einfach ihren Berufen nachgingen und ihre Beziehungen führten, weitestgehend unsichtbar. Aber es gab sie auch.

SPIEGEL: Die Frauen aus Ostdeutschland, auch das betonen Sie, hatten immer einen besseren Ruf. Wie erklären Sie sich das?

Gerstenberg: Die ostdeutschen Frauen galten als emanzipiert und damit als fortschrittlicher. Das war ihr Image, und es war ja auch viel dran. Für die gewaltige Transformation im Osten erwiesen sie sich als besser gerüstet. Nicht wenige sind, wenn ihnen die Arbeitsgrundlage weggebrochen war, in den Westen gegangen. Männer waren weniger flexibel, sie blieben eher im Osten, und wer doch in den Westen zog, um dort vielleicht auf dem Bau zu arbeiten, erlebte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mehr Ablehnung als die Frauen. Er war nur der Ossi.


Hier geht es weiter. Ein interessantes Thema, ich finde es allerdings schwierig, über die Herabsetzungen speziell ostdeutscher Männer zu sprechen, ohne gängige Diffamierungen von Männern insgesamt in den Blick zu nehmen. Das Problem ist ja nicht regional begrenzt.



5. Eine etwas ältere Meldung, auf die mich gestern ein Leser hingewiesen hat: Panama hat ein Gesetz gegen Vaterschaftsbetrug verabschiedet. Es geht, wenn man will.



6. In 15 Ländern haben Aktionen zum Internationalen Tag der Falschbeschuldigungen stattgefunden.



7. Einer aktuellen Studie zufolge überschätzen Männer, wie häufig Frauen Opfer von "sexueller Objektifizierung" werden. Als "sexuelle Objektifizierung" verstanden wurden dabei Hinterher-Pfeifen ("Catcalling"), unerwünschtes Berühren, Anstarren oder die Bewertung des weiblichen Körpers. Die Forscherinnen hatten ursprünglich das Gegenteil erwartet: Männer sollten unterschätzen, wie häufig Frauen sexuelle Objektifizierung erleben. Stattdessen zeigte sich in den ersten beiden Untersuchungen, dass Männer die Häufigkeit teilweise höher einschätzten als Frauen ihre eigenen Erfahrungen angaben. Die beiden Geschlechter unterschieden sich nicht wesentlich darin, wie belastend sie solche Erfahrungen einschätzten. Wie in solchen Fragen das Geschlechterverhältnis bei sexueller Objektifizierung von Männern aussah, wurde selbstverständlich nicht untersucht.



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Mittwoch, September 16, 2026

Therapeut: "Wenn Frauen leiden, sehen wir eine Krise. Wenn Männer leiden, sehen wir eine Bedrohung"

Inzwischen hat ein Mitglied der Jury, die die dreifache Kindsmörderin Lindsay Clancy nicht schuldig sprach, über den Grund für sein Urteil gesprochen: Er wolle "es für andere Frauen besser machen". Ich kenne keinen einzigen Fall, bei dem ein Mann es vor Gericht leicht hatte, weil die Geschworenen die Situation für Männer im allgemeinen verbessern wollten.

Auf dieses Missverhältnis ist auch der Psychotherapeut Michael Giles aus Texas aufmerksam geworden und widmet ihm einen Langbeitrag über den Gender Empathy Gap, bei dem sich die vollständige Übersetzung ins Deutsche lohnt.



Lindsay Clancy hat ihre drei Kinder getötet.

In der Folgezeit konzentrierte sich die öffentliche Aufmerksamkeit stark auf ihre postpartale Psychose, die psychiatrische Behandlung, die Medikamentengeschichte und die Frage, ob schwere psychische Erkrankung das Geschehene erkläre. Dieser Fokus ist nachvollziehbar. Wenn eine Katastrophe dieses Ausmaßes eintritt, ist es natürlich, nach psychologischen Erklärungen zu suchen.

Aber es gibt noch eine andere Person in dieser Geschichte, deren Leid unsere Aufmerksamkeit verdient.

Patrick Clancy hat alle drei seiner Kinder verloren.

Nach jedem Maßstab ist das ein lebenszerstörender Verlust. Dennoch wurde online kaum Empathie für ihn geäußert. Der Online-Diskurs über Patrick besteht vor allem aus kritischer Prüfung: Hat er Lindsays Verschlechterung nicht bemerkt? War es falsch von ihm, sie allein zu lassen? Hätte er mehr tun sollen?

Wir wissen nicht alles, was in der Ehe der Clancys passiert ist, und ich behaupte nicht, dass Patrick ein perfekter Ehemann war. Aber wir wissen, dass er von Lindsays suizidalen und aufdringlichen Gedanken wusste, sie durch die psychiatrische Behandlung unterstützte und über ihre sich verschlechternde psychische Gesundheit aussagte. Seitdem hat er ihr öffentlich vergeben.

Das beweist nicht, dass er alles richtig gemacht hat. Aber es macht die Behauptung, er habe sie einfach "im Stich gelassen", schwer zu rechtfertigen.

Noch wichtiger ist, dass es etwas veranschaulicht, was ich als ein größeres Problem sehe: Wir haben Schwierigkeiten, mit Männern mitzufühlen.

Wenn Frauen leiden, neigen wir oft dazu zu fragen: "Was ist ihr widerfahren?"

Wenn Männer leiden, fragen wir eher: "Was hat er falsch gemacht?"

Selbst ein enges Familienmitglied von mir bemerkte, dass Patrick Clancy "ungeschoren davongekommen" sei. Obwohl das schmerzhaft war zu hören, kann ich ihr das verzeihen. Ich kann ihr verzeihen, dass sie in einer Gesellschaft lebt, die das Leid von Männern nicht würdigt (während sie gleichzeitig darüber klagt, dass Männer nicht über ihre Gefühle sprechen).

Der forensische Kontext

Dieser Unterschied ist nicht einzigartig für den Clancy-Fall.

Die Forschung im Strafrecht hat wiederholt den sogenannten Ritterlichkeits- oder Paternalismus-Effekt untersucht – die Feststellung, dass weibliche Angeklagte milder behandelt werden können, obwohl der Effekt je nach Straftat und Umständen stark variiert.

Die forensische Psychiatrie hat eine verwandte Sorge geäußert: Geschlechterstereotype können beeinflussen, wie Gewalt interpretiert wird. Die Gewalt von Frauen wird eher über psychische Erkrankung, Verletzlichkeit oder Viktimisierung verstanden, während die Gewalt von Männern eher über Gefährlichkeit und Schuldhaftigkeit gedeutet wird.

Das beweist nicht, dass Frauen einfach mehr Empathie erhalten als Männer. Menschliches Verhalten und das Strafrechtssystem sind viel zu komplex für eine so einfache Schlussfolgerung. Aber es sollte uns bereit machen, die Möglichkeit zu prüfen, dass das Geschlecht beeinflusst, wessen Leid wir instinktiv zu verstehen versuchen.

Man denke an Andrea Yates. Sie ertränkte 2001 ihre fünf Kinder. Ihre erste Verurteilung wurde schließlich aufgehoben, und sie wurde später wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Ihr Fall wurde zu einem wichtigen Bezugspunkt für das öffentliche und klinische Bewusstsein für postpartale Psychose und schwere postpartale psychische Erkrankungen.

Der Clancy-Fall hat diese Diskussion fortgesetzt.

Nun denke man an Timothy Jones. Jones tötete seine fünf Kinder, und von seiner Verteidigung angeführten Psychiater sagten über schwere psychische Erkrankungen aus, darunter Schizophrenie, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Dennoch wurde sein Fall vor allem zu einer Geschichte über einen Vater, der seine Kinder ermordet hat und letztlich zum Tode verurteilt wurde.

Diese Fälle sind nicht identisch. Ihre rechtlichen Umstände und die psychiatrischen Beweise unterschieden sich, sodass man sie nicht als kontrollierte Experimente behandeln kann.

Aber der kulturelle Kontrast ist bemerkenswert.

Wenn eine Frau schreckliche Gewalt begeht, scheinen wir besonders bereit zu sein zu fragen, was ihr widerfahren ist. Wenn ein Mann es tut, fragen wir eher, was mit ihm nicht stimmt.

Das Problem beginnt lange vor einer Straftat

Das ist wichtig, weil Männer psychischen Leidensdruck häufig anders ausdrücken.

Depression kann wie Reizbarkeit oder Unruhe aussehen.

Angst kann wie Überarbeitung, Rigidität oder Kontrollverhalten aussehen.

Trauma kann wie Rückzug, emotionale Betäubung oder Wut aussehen.

Diese Verhaltensweisen können andere Menschen verletzen. Sie können Verantwortlichkeit erfordern. Aber sie können auch Ausdruck von Leid sein.

Wenn wir nur das Verhalten schauen, reagieren wir möglicherweise angemessen auf das unmittelbare Problem und übersehen dabei den Menschen darunter vollständig.

Das ist ein Grund, warum Männer jahrelang unbehandelt mit psychischen Problemen leben können.

Hier steckt eine unangenehme Ironie. Wir kritisieren Männer oft dafür, dass sie emotional verschlossen sind. Wir sagen ihnen, sie sollen kommunizieren. Wir ermutigen sie, verletzlich, emotional kompetent und bereit zu werden, über das zu sprechen, was sie fühlen.

Dem stimme ich in allem zu.

Aber wir können von Männern keine Verletzlichkeit fordern, während wir auf ihre Verletzlichkeit vor allem mit Verurteilung reagieren. Wenn ein Mann endlich zugibt, dass er Angst hat, sich schämt, depressiv, traumatisiert oder überfordert ist, ist die angemessene Reaktion nicht, die Verantwortlichkeit für sein Verhalten aufzuheben.

Es geht darum, Raum für beides zu schaffen: Verantwortlichkeit und Empathie.

Geschlechtergleichheit muss in beide Richtungen gehen

Patrick Clancy war Opfer einer unvorstellbaren Tragödie. Er sollte nicht nachweisen müssen, dass er ein perfekter Ehemann oder ein perfekter Beschützer war, bevor wir uns erlauben, sein Leid anzuerkennen.

Mehr Empathie für Männer zu zeigen bedeutet nicht, Frauen Empathie zu nehmen.

Frauen, die eine postpartale Psychose erleben, verdienen Mitgefühl, Behandlung und Verständnis. Männer, die eine posttraumatische Störung, Depression, Psychose, Sucht, Scham oder tiefe Trauer erleben, verdienen das ebenso.

Geschlechtergleichheit kann nicht nur gleiche Löhne, gleiche Rechte, gleiche Chancen und Schutz vor Diskriminierung für Frauen bedeuten.

Sie verlangt von uns auch, die Wege zu untersuchen, auf denen unsere Kultur Männer im Stich lässt.

Dazu gehört, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass wir von Männern erwarten, stark zu sein, während wir sie dafür kritisieren, dass sie nicht emotional ausdrucksstark sind. Es bedeutet zu erkennen, dass Männern zu sagen "öffne dich" nicht ausreicht. Wir müssen auch eine Kultur schaffen, in der etwas Wertvolles auf sie wartet, wenn sie es tun.

Echte Geschlechtergleichheit bedeutet nicht, dem einen Geschlecht mehr Mitgefühl und dem anderen mehr Verantwortlichkeit zu geben. Es geht darum, beides allen zu gewähren.

Und manchmal, bevor wir danach schauen, was ein Mann möglicherweise falsch gemacht hat, sollten wir bereit sein, dieselbe Frage zu stellen, die wir bereitwillig über Frauen stellen:

Was ist ihm widerfahren?




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Dienstag, September 15, 2026

Schweiz: Feministinnen fordern mehr Mädchenhäuser

1. Dass es hunderte von Frauenhäuser, aber nur die wenigsten Zufluchtstätten für männliche Opfer häuslicher Gewalt gibt, reicht Feministinnen selbstverständlich noch nicht. Die nächste Forderung, die in der Schweiz erhoben wird, lautet:

Obwohl Mädchen deutlich häufiger von elterlicher psychischer, physischer und sexueller Gewalt betroffen sind, gibt es in der Schweiz zu wenige Mädchenhäuser.


"Deutlich häufiger"? Wir werfen einen Blick auf das Hellfeld der tatsächlichen Zahlen und erfahren:

Wie in den Vorjahren wurde eine fast ausgeglichene Geschlechterverteilung bei den von Misshandlung betroffenen Kindern und Jugendlichen festgestellt: 47.4 Prozent waren Jungen und 52.5 Prozent Mädchen. Körperliche Gewalt betraf mehr Jungen, psychische Misshandlung wurde häufiger bei Mädchen diagnostiziert.


Diese ständige feministische Lügerei ist auf Dauer ermüdend. Warum recherchiert die Presse solche Behauptungen vor der Veröffentlichung nicht schnell gegen? Das wäre eine Sache von fünf Minuten gewesen.



2.
Ausschließlich auf Frauen zugeschnittene Infrastruktur und falsch genutzte Eltern-Kind-Parkplätze: Der Freisinger SPD-Stadtrat Andreas Mehltretter erzählt von den Hürden, auf die Väter im Alltag noch immer stoßen.


Hier geht es weiter.



3. Bei einer Britin, die zehn Männer fälschlich beschuldigt hatte, sie vergewaltigt zu haben, wurde die Haftstrafe verschärft.



4. In China gibt es eine größere Kontroverse um eine Frau, die einem vierjährigen Jungen vorwirft, sie in aller Öffentlichkeit sexuell belästigt zu haben.

Der Vorfall ereignete sich am 26. August in einem Restaurant in Changsha in der Provinz Hunan, berichten lokale Medien. Auf den Überwachungsaufnahmen ist zu sehen, wie die Frau an der Kasse bezahlt, während der Junge hinter ihr entlangläuft und seine Hand sie dabei streift.

Die Frau konfrontiert den Jungen daraufhin, schreit ihn an, er solle "stillstehen", und packt ihn am Hals. Sie fragt wiederholt, wo seine Eltern seien, während der Junge weint und sich aus ihrem Griff zu befreien versucht.

Als die Eltern eintreffen, beschuldigt die Frau den Jungen, "ihren Po berührt" zu haben, während die Mutter sie zur Rede stellt. Der Clip, der etwas mehr als vier Minuten dauert, endet damit, dass ein Restaurantmitarbeiter und der Vater des Jungen eingreifen, während der Streit weitergeht.

Die Behörden organisierten anschließend drei Mediationssitzungen zwischen den beiden Parteien, die jedoch zu keiner Einigung führten, berichteten lokale Medien.

Die Frau erklärte am 5. September, dass sie wegen des Vorfalls rechtliche Schritte eingeleitet habe und weitere Updates geben werde. "Ich glaube, dass die Gerechtigkeit auf jeden Fall siegen wird", sagte sie in einer auf der chinesischen Mikroblogging-Plattform Weibo veröffentlichten Erklärung und fügte hinzu, dass sie viele ermutigende Nachrichten erhalten habe. "Ich möchte allen sagen, dass ich diese Dinge veröffentlicht habe, um Menschen zu ermuntern, mutig für ihre Rechte einzustehen."

Der Vater des Jungen erklärte am Dienstag (8. September), sein Sohn habe das Gleichgewicht verloren, während er an der Frau vorbeilief, und der Kontakt sei unabsichtlich gewesen. In einer auf Weibo veröffentlichten Erklärung sagte der Vater mit dem Nachnamen Guo, der Vorfall habe das Familienleben "ernsthaft beeinträchtigt" und er müsse sich für sein Kind einsetzen.

(…) Guo berichtete, sein Sohn habe ihn seither gefragt, ob er etwas Falsches getan habe – eine Frage, die er nur schwer beantworten könne. Er betonte, die Frau habe das Recht, juristische Schritte einzuleiten, und er werde bei allen Verfahren mitwirken.

(…) Auch staatliche Medien haben sich zu dem Fall geäußert. In einem Leitartikel vom 10. September hinterfragte die "People’s Daily", ob die Sprache, mit der der Vorfall beschrieben wurde, und die anschließende Online-Aufmerksamkeit einen gewöhnlichen Streit zu einem Mittel gemacht hätten, um Traffic zu generieren.

Begriffe wie "Po berühren" seien hochgradig provokant und könnten leicht Online-Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hieß es in dem Kommentar. Es wurde hinterfragt, wie ein kleiner Konflikt zu rechtlichen Schritten und einem Social-Media-Sturm eskalieren konnte.




5. Die britische Boulevardzeitung "Sun" fragt, warum sich die Fälle von Lehrerinnen häufen, die ihre Schüler sexuell missbrauchen. In dem Artikel heißt es:

Die Psychologin Emma Kenny (…) sagte der "Sun", die Gesellschaft werde sich endlich der Tatsache bewusst, dass auch Frauen pädophil sein können. Sie fügte hinzu, dass Unreife eine Rolle dabei spielen könne, warum sie sich so verhalten.

"Weibliche Sexualstraftäter sind keine Erfindung unserer modernen Gesellschaft. Vielmehr erleben wir wahrscheinlich, wie ein altes und zu wenig erkanntes Verbrechen endlich richtig benannt wird", sagte sie. "Wir müssen auch die Vorstellung infrage stellen, dass Täterinnen irgendwie weniger berechnend oder weniger schädlich seien als männliche Täter. Die Forschung legt nahe, dass es kein einheitliches Profil der Täter gibt. Motive und Muster unterscheiden sich, und Studien haben sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lehrkräften festgestellt, die straffällig werden. Konstant bleibt dabei die Ausnutzung eines ungleichen Verhältnisses."

(…) Beunruhigend ist, dass diese Grenzen in einer von sozialen Medien besessenen Zeit noch stärker verschwimmen. Sie fuhr fort: "Erstens können soziale Medien ein bereits vorhandenes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Bewunderung und Bestätigung verstärken. Manche Täterinnen sind möglicherweise emotional unreif, zutiefst unsicher oder davon eingenommen, sich attraktiv, begehrenswert oder besonders zu fühlen. Die Aufmerksamkeit von Schülern kann dann zu einer Quelle narzisstischer Bestätigung werden: Die Erwachsene unterrichtet nicht mehr einfach ein Kind, sondern benutzt dieses Kind, um ihr eigenes Selbstwertgefühl zu regulieren."

(….) "In früheren Generationen beschränkte sich der Kontakt zwischen Lehrkraft und Schüler weitgehend auf die Schule, auf Telefonate oder persönliche Treffen, bei denen ein größeres Risiko bestand, entdeckt zu werden. Heute kann eine Erwachsene über Snapchat, Instagram oder WhatsApp potenziell um Mitternacht psychisch in das Schlafzimmer eines Schülers eindringen."

Der Kriminologe Alex Iszatt stimmte zu und sagte: "Jahrzehntelang hat die Gesellschaft nicht wirklich anerkannt, dass Frauen zu räuberischem Sexualverhalten fähig sein können. Sie werden als sicher, fürsorglich und beschützend dargestellt, und wenn ihr Verhalten nicht in dieses Schema passt, wird es eher als Ausnahme behandelt, statt als das erkannt zu werden, was es ist. Das bedeutet, dass es Täterinnen schon immer gegeben hat, viele von ihnen aber verborgen, verharmlost oder schlicht vergessen wurden. Auch wenn es also wie ein Anstieg aussieht, liegt es daran, dass die Opfer endlich gehört werden, statt verspottet, beschämt oder abgewiesen zu werden, wobei das Thema selbst heute noch mit einem enormen Tabu behaftet ist."

(…) Erst letzten Monat bekannte sich zudem die Lehrerin Emily Drury aus Mablethorpe in Lincolnshire in einem Anklagepunkt sexueller Handlungen ohne Penetration mit einem Teenager und in vier Anklagepunkten sexueller Handlungen mit Penetration mit einem Teenager schuldig. (…) Das Opfer erinnerte sich später: "Sie war nett zu mir. Sie sagte mir positive Dinge, kaufte mir Kleidung, redete mit mir und gab mir ein besseres Gefühl mir selbst gegenüber. Ich vertraute ihr und erzählte ihr sehr persönliche Dinge. Ich fühlte mich verurteilt. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute mir die Schuld gaben. Ich hatte das Gefühl, nicht einfach ein Kind sein zu können. Ich machte mir Sorgen, dass man mich nicht ernst nehmen würde, weil ich ein Junge bin. Ich glaubte, dass es ein Stigma ist, als Junge Opfer sexuellen Missbrauchs zu sein, und diese Angst machte es noch schwerer, damit fertigzuwerden."

(…) Die 65-jährige Chemielehrerin Sally-Anne Bowen missbrauchte in den 1980er-Jahren zwei Jungen am Christ's College in Finchley im Norden Londons, als diese 14 und 15 Jahre alt waren. (…) Emma Kenny zufolge ist Bowens Fall bedeutsam, weil er zeigt, dass es Pädophilie von Lehrerinnen schon immer gegeben hat und sie erst jetzt stärker anerkannt wird. Sie sagte: "Der Fall Sally-Anne Bowen ist besonders wichtig, weil es um Taten geht, die fast vier Jahrzehnte zurückliegen. Er zeigt daher nicht, dass Lehrerinnen erst vor Kurzem begonnen haben, Schüler zu missbrauchen. Er zeigt, wie lange dieses Verhalten verborgen bleiben konnte, insbesondere wenn das Opfer ein Junge im Teenageralter war. Die Gesellschaft hat sich historisch außerordentlich schwer damit getan, Frauen als Sexualstraftäterinnen und heranwachsende Jungen als Opfer zu akzeptieren. Das ist ein zutiefst gefährliches Missverständnis von Missbrauch und der Grund, warum so viele männliche Opfer nie die Hilfe gesucht haben, die sie verdienen."




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