Donnerstag, Juni 11, 2026

Die "Welt" titelt: "Wenn Männer nicht wenigstens einmal pro Woche ejakulieren, werden sie so launisch und aggro!"

1. "Die Welt" berichtet:

Damien ist in den schummrigen Gängen von "Victor's Secret" unterwegs. Sein Freund erklärt ihm ein paar grundlegende Dinge aus dem Leben eines Mannes: "Wenn du zu hässlich bist, werfen sie dich raus, bevor du es überhaupt bemerkst. Wenn du aber zu gut aussiehst, wird dich keiner je ernst nehmen, egal, wie gut deine Arbeit ist. Dein Aussehen muss also genau diesem einen, schmalen Fenster dazwischen liegen." Dann schleppt er Damien zu den Umkleidekabinen, wo ein rabiater Verkäufer seine Hoden vermessen will – er brauche schließlich dringend einen Hodenhalter, damit all das da unten nicht "wie ein paar Golfbälle in einer alten Socke herum baumelt". Und für die Frauen gut aussieht, bequem muss es nicht sein.

Es sind Szenen wie diese, weshalb der neue Netflix-Film mit Sacha Baron Cohen (Borat), aktuell gefeiert wird, in den Top 10 der Streaming-Charts steht. "Ladies First" erzählt die Geschichte des sehr stereotyp-toxischen Machos Damien, der nach einem Schlag auf den Kopf in einer alternativen Realität aufwacht, in der Frauen all das sind und tun, was sonst Männern zugeschrieben wird: Sie haben die Macht (politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich), die Jobs, die Attitüde, die Vorurteile. Sie, ja, furzen und sagen "Lächel doch mal!" zu ihren männlichen Angestellten.

Männer gelten als das "schwächere Geschlecht", werden auf ihr Äußeres reduziert, erleben Benachteiligungen im Berufsleben und müssen sich in einer Welt zurechtfinden, deren Regeln von Frauen bestimmt werden. So reibt sich eine Frau in der U-Bahn an Damien, er wird herablassend behandelt, darf in Meetings nicht aussprechen, wird gefragt, ob er etwa diese Woche noch nicht masturbiert habe – "Ich schwörs euch, wenn Männer nicht wenigstens einmal pro Woche ejakulieren, dann werden sie so launisch und aggro!"


Die Redakteurin der "Welt" ist unzufrieden mit diesem Film. Nicht wegen seiner grotesken Männerfeindlichkeit, sondern weil er in einer Hinsicht dann doch vergisst, dass Frauen die besseren Menschen sind:

Denn er lässt eben auch den Rückschluss zu: Wer die Macht hat, missbraucht sie. Wer die Welt regiert, wird korrumpiert. Das Problem ist nicht die patriarchale Sozialisation. Das Problem ist schlicht: Macht. Mächtige Männer sind doof, mächtige Frauen am Ende aber auch. Kann sein – will der Film das wirklich als Botschaft mitgeben? Ohne es zu hinterfragen? Untergräbt der Film hier nicht seine eigene feministische Prämisse, ist zu wenig eindeutig? Wäre es nicht viel revolutionärer und feministischer, eine Welt zu zeigen, die von Frauen regiert wird, die sich auch wie Frauen verhalten? Können wir uns das nicht vorstellen? Oder wären Frauen dann wirklich wie Männer?

(…) Eine Gesellschaft, die wirklich von Frauen dominiert wird, würde sich doch hoffentlich gerade nicht über "die Zeit im Monat" lustig machen. Vielleicht gäbe es einen Nachteilsausgleich, überall gratis Tampons, Pflegerinnen (und Pfleger!) wären Millionäre, Erzieherinnen bekämen besonders viel Urlaub. Man könnte sie wie Kim Kardashian inszenieren, Reichtum und Wertschätzung ihrem gesellschaftlichen Wert entsprechend, nicht der Po-Größe. Der Alltag in dieser Welt wäre nicht sexistisch geprägt einem Geschlecht gegenüber.


Denn der Feminismus würde niemals Männer verunglimpfen, er steht bekanntlich für Liebe und Respekt.



2. Maja Goertz setzt ihre Kampagne für mehr weibliche Wut in der Süddeutschen Zeitung fort und stellt Bücher vor, die diese Wut feiern. So heißt es über den Oder lassen die anderen verstummen, wie im koreanischen Roman "Plant Lady" von Minyoung Kang:

Die Protagonistin Yu-hee betreibt einen Pflanzenladen, ihr eigentliches Geschäft aber erledigt sie im Hinterhof: Zu ihr kommen Frauen und erzählen von Männern, die sie kontrollieren, misshandeln, bedrohen. Es sind die Prototypen toxischer Männlichkeit: Einer lädt seine psychischen Probleme bei seiner Freundin ab und verweigert eine Therapie, einer stellt seiner Frau nach, ein Dritter ist ein gewalttätiger Vater. "Wenn er nur ein bisschen … diesen Schmerz verstehen könnte …", wünscht sich seine Tochter. Yu-hee kümmert sich darum. "Menschen … kann man hier umbringen lassen, oder?", fragt eine Kundin ganz direkt. Wie Yu-hee das anstellt, wird genau beschrieben, die Sprache bleibt dabei abgeklärt, wirklich nah kommt man der Figur kaum. Sie tritt weniger als Serienmörderin auf denn als Vollstreckerin, die Frauen schützt, wenn niemand anderes es tut.

(…) Die Gewalt wirkt wie Notwehr, geboren aus der Angst, selbst zum Opfer zu werden. Auch die Romane "Männer töten" von Eva Reisinger oder "How To Kill a Guy in Ten Ways" von Eve Kellman variieren den Topos der weiblichen Selbstjustiz. In letzterem glaubt die Erzählerin: "Moral sei eine Grauzone und das Gesetz so oder so interpretierbar." Erzählt wird da in Form des Thesenromans: Was wäre, wenn Frauen ihre Rachefantasien in die Tat umsetzen würden? Was wäre, wenn sie selbst in die Hand nähmen, wobei ihnen offenbar keine staatliche Ordnung helfen kann? Was wäre, wenn Männer Angst vor Frauen hätten, und nicht umgekehrt?

Wie die Rapperin Ikkimel in ihrem Song "Giftmord" fantasiert: "Frauen brauchen kein Schimpfwort, unsre Waffe heißt Giftmord", oder auch: "Ich will nicht, dass wir gleich sind, ich will Rache."


Zum Schluss bekommt der Artikel halbwegs die Kurve und endet mit dem Fazit:

Ausgelebte Aggression, die andere Menschen verletzt, hat mit Emanzipation oder Empowerment eben doch nichts zu tun. Denn die Vorstellung, dass Wut, die sich in Gewalt entladen darf, um den anderen, den Männern, zu zeigen, wie sich das anfühlt, dass Rache Geschlechtergerechtigkeit schafft, kann auch die Literatur nicht plausibel machen – wenn sie ehrlich ist.


Von der Vorstellung, dass Gewalt in der Wirklichkeit von Männern gegen Frauen ausgeht und wenn es anders ist, Täterinnen einen guten Grund für ihre Gewalt hätten ("Verzweiflung" nämlich), löst sich auch dieser Artikel nicht. Journalistinnen müssen keine Studien lesen, es gibt doch Romane.



3. "Irrer Looksmaxxing"-Trend: Männer leiden für ihre Schönheit? Na endlich!" freut sich eine Schlagzeile der Hamburger Morgenpost:

Seit Jahren schauen wir Frauen dabei zu, wie sie ihr Aussehen durch chirurgische Eingriffe verändern. Größere Brüste, Lippen und Hintern, kleinere Nasen, schmalere Taillen. Alles für den angeblichen „idealen Körper“. Ungefährlich sind diese Operationen nicht, an einigen Eingriffen sind Frauen sogar gestorben. Und plötzlich greifen auch Männer zu gefährlichen Mitteln, um ihr Äußeres aufzupolieren. „Looksmaxxing“ heißt ein bizarrer Trend, bei dem Männer in der Hoffnung auf ein dominanteres Aussehen sogar das eigene Gesicht mit einem Hammer bearbeiten. Klingt irre, ist irre. Und löst bei Frauen ein leichtes Gefühl der Häme aus. (…) Dass Männer jetzt so blöd sind, auf den gleichen Schwachsinn hereinzufallen – es mag böse sein, aber ganz tief unten fühlt es sich nach so etwas wie Gleichberechtigung an.


Wie bitte? Habt ihr etwa vergessen, dass ihr ganz tief unten die besseren Menschen seid?



4. Männliche Opfer von Genitalverstümmelung versuchen, ihre Vorhaut zurückzugewinnen. Ein Artikel, der darüber berichtet, tut es unter der kopfschüttelnden Überschrift: "What will the manosphere think of next?"



5. Ein junger Landwirt aus Großbritannien wurde drei Jahre lang wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung beschuldigt, nachdem er auf einer Party mit einer Frau einvernehmlichen Sex hatte. Er filmte den Akt heimlich mit seinem Handy und zeigte das Video anschließend zwei Freunden. Die Frau bekam das mit und erstattete Anzeige. Die Polizei beschlagnahmte das Handy. Drei Jahre später bekam ein Richter den Film zu sehen und stellte klar fest, dass die Frau "eindeutig zugestimmt" hatte. Er kritisierte Polizei und Staatsanwaltschaft scharf: Die Anklage war "völlig unbegründet" und die lange Verzögerung bei der Anklageerhebung "inakzeptabel". Es habe nie Beweise für sexuelle Nötigung gegeben. Der Richter betonte, dass Winward kein Sexualstraftäter sei, sondern aus jugendlicher Unreife und unter Alkoholeinfluss gehandelt habe. Er bedauerte die schweren Konsequenzen für den jungen Mann.



6. Honduras hebt die Höchststrafe für einen "Femizid" auf 60 Jahre an. "Einem Kriminellen, der Gewalt gegen eine Frau verübt, muss ganz klar bewusst sein, dass er die volle Härte des Gesetzes spüren wird, wenn er sie tötet", sagte Parlamentspräsident Tomas Zambrano. Das Parlament gab zudem grünes Licht für die Schaffung von ausschließlich aus Frauen bestehenden Justizbehörden, die Femizide verhindern sollen.



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Mittwoch, Juni 10, 2026

Desillusionierte Frauen: "Jede Beförderung würde zu noch mehr Arbeit führen"

1. "Die Welt" berichtet über den Boom sogenannter Tradwife-Romane wie "Yesteryear", dessen Inhalt in dem Artikel kurz umrissen wird:

Doch dann – und die Genialität des Romans liegt in dieser betörenden Prämisse – wacht Natalie eines Tages im Jahr 1855 auf. Das Rollenspiel ist Wirklichkeit geworden: "Schon witzig, dass ich Caleb in unseren ersten Ehejahren förmlich angefleht habe, ein solcher Mann zu werden, wie er nun vor mir steht. Das Gegenteil eines Kindergärtners. Ein Farmer. Ein Cowboy. Ein Patriarch. Ein echter hartgesottener Mann. Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, habe dafür gebetet. Und was hat Gott getan? Er hat mich erhört. Er hat mir gegeben, was ich wollte."

(…) Das zwischen bitterböser Satire und spannendem Thriller changierende Wunscherfüllungs-Desaster nach dem "Geist aus der Flasche"-Muster liest sich stellenweise herrlich lustig-zynisch. Etwa wenn Natalie mitleidig auf das Leben ihrer ehemaligen Collegefreundin Reena blickt, die sich gegen das Tradwife-Modell entschieden hat: "Sie würde siebzig bis achtzig Stunden pro Woche arbeiten und sich hauptsächlich von Koks und Red Bull ernähren. Dabei würde sie von einer ganzen Arena voller männlicher Kollegen umringt sein, von Typen, die ihre Handvoll Kolleginnen permanent fickten, und zwar privat wie beruflich … Sie müsste hart arbeiten, um den Job zu bekommen, um ihn zu behalten, und noch härter, um befördert zu werden. Und jede Beförderung würde zu noch mehr Arbeit führen, noch mehr Verantwortung, mehr Zeit im Büro."


Allerdings zeige das Buch, dass 1855 auch keine goldene Zeit für Frauen war (für Männer genauso wenig, aber das interessiert unsere Presse nicht), weshalb der Roman dann doch noch einen Liebesbrief an den Feminismus darstelle.



2. Das Bildungsministerium Brandenburg leitet ein Schreiben weiter, in dem vor einer "Instrumentalisierung durch Linksextremisten" beim Schulstreik gegen die Wehrpflicht gewarnt wird.



3. Die Bundesregierung will Reservisten auch gegen ihren Willen länger zum Dienst verpflichten können. Patrick Heinemann bezweifelt in einem Beitrag für die Legal Tribune die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.



4. Auch in Österreich wird die Debatte geführt. Ein Artikel darüber beklagt, dass junge Menschen kaum ein Mitspracherecht bei der Frage hätten, ob Wehr- und Zivildienst verlängert werden sollen. Ein Leser, der mich darauf hinwies, schreibt dazu: "Der Text spricht dauernd von Jugendlichen. Gemeint sind Männer. Frauen werden nicht erwähnt."



5. Unter der Schlagzeile "Zwischen Büchern, Autorinnen und Lesern: ein Tag auf der Buchmesse in Lissabon" berichten die Euronews über diese Veranstaltung. Wie der Artikel darunter verrät, kann man dort auch männliche Schriftsteller treffen, selbst wenn diese Überschrift sie sprachlich unsichtbar macht.



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Dienstag, Juni 09, 2026

Evolutionspsychologin: "Feminismus ist eine verdeckte Wettbewerbstrategie unter Frauen"

1. Die Züricher Psychiaterin und kognitive Verhaltenstherapeutin Dr. Hannah Spier hat vor einigen Tagen die australische Evolutionspsychologin Dr. Dani Sulikowski interviewt. Die evolutionäre Psychologie vertritt die Auffassung, dass Menschen oft nicht aus den Gründen handeln, die sie bewusst vorschieben. Vielmehr laufen biologisch verankerte Programme ab, die der bewussten Wahrnehmung entzogen sind. Sulikowski vertritt in dem Gespräch die These, dass Feminismus als eine Form der verdeckten intrasexuellen Konkurrenz unter Frauen verstanden werden kann, die evolutionär darauf abzielt, die reproduktive Fitness von Rivalinnen zu sabotieren, so dass deren Fortpflanzungserfolg sinkt.

Das sind die Kernpunkte des Interviews:

* Feminismus attackiert Sulikowski zufolge systematisch sichtbare, physische Signale weiblichen Paarungswertes. Das Streben nach Attraktivität werde dämonisiert, während Bewegungen wie die "Body Positivity" teils ungesunde körperliche Zustände wie Fettleibigkeit feiern, um Schönheitsideale zu untergraben. Dabei vertritt Sulikowski die Ansicht, dass der Feminismus nicht erst nachträglich von Konkurrenzmotiven gekapert wurde, sondern von Beginn an eine unbewusste Strategie zur Sabotage von Rivalinnen unter dem Deckmantel einer sozial akzeptierten Erzählung war. Historisch habe sich der Feminismus nie primär für die Anliegen der Mehrheit der Frauen – wie Mutterschaft oder die Rolle der Hausfrau – interessiert.

* Ein Teil dieser Strategie ist die Dämonisierung von männlichen Tugenden: Die Ideologie richte sich gegen Eigenschaften wie Stärke, Kompetenz und Versorgerqualitäten. Dadurch werden Frauen dazu gebracht, die Männer zu verschmähen oder ihnen zu misstrauen, die eigentlich hervorragende Ehemänner und Väter wären. Dies führe zu unvorteilhaften Partnerentscheidungen und einer sinkenden Geburtenrate. Ähnliche rhetorische Muster – wie die Abwertung von Ehe und Mutterschaft sowie die Feindseligkeit gegenüber Männern – lassen sich laut Sulikowski bereits in der Spätphase des Römischen Reiches beobachten, als die dortigen Geburtenraten drastisch einbrachen.

* Sulikowski widerspricht der Theorie der rein selbstzerstörerischen Empathie ("suicidal empathy"). Stattdessen handele es sich um ein manipulatives, oft unbewusstes Signalisieren von moralischer Überlegenheit ("homicidal empathy" / "homicidal virtue signaling"). Ziel dieses extremen Verhaltens in der Öffentlichkeit (wie auf Social Media) sei es, Standards zu setzen, denen andere Frauen folgen sollen. Wenn Rivalinnen diese schädlichen Ratschläge oder Ideologien annehmen und dadurch ihre eigene Fortpflanzungsfähigkeit oder die ihrer Kinder einschränken, verschaffen sich die signalisierenden Linien einen relativen evolutionären Vorteil, selbst wenn die Gesamtebene der Bevölkerung schrumpft.

* Ein Zurückdrehen oder "Deprogrammieren" dieser Dynamiken hält Sulikowski für logistisch und praktisch kaum machbar. Die geschilderten Verhaltensweisen verschieben die Umweltbedingungen immer weiter in eine progressive Richtung, was wiederum das Verhalten weiter verstärkt. Während andere Theoretiker wie Ed Dutton vermuten, dass nach einem Zusammenbruch die gesündere genetische Basis überlebt, befürchtet Sulikowski, dass gerade die treibenden Linien dieser Konkurrenzstrategien den Zusammenbruch überstehen, um in einer neuen Zivilisation den Zyklus von vorn zu beginnen.

Ich sehe diese Thesen eher nicht als zukünftigen Lernstoff im Fach Genderstudien.



2. In der Frankfurter Allgemeinen feiert Maja Goertz unter der Überschrift "weibliche Aggression" die Wut von Frauen:

Female Rage ist eine politische Wut, die sich auf geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten und strukturelle Benachteiligung von Frauen bezieht. Auf Social Media teilen zahlreiche Frauen unter dem Hashtag #femalerage ihre Gründe, wütend zu sein: Sie reichen von der hohen Zahl an Femiziden über den Gender-Pay-Gap zu ungleich verteilter Care-Arbeit. Paris Palomas Song "Labour", der sich um Letzteres dreht, ist online zur Hymne der Female Rage geworden. Auch in der Buchbranche ist das Thema präsent. Der Roman "Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl erzählt von dem Gefühl, wenn die Wut piekst und sticht und nicht mehr ignoriert werden kann; die Autorin Tara-Louise Wittwer führt in ihrem neuesten Buch "Nemesis’ Töchter" die antike Göttin als Missverstandene ein: Nemesis habe nicht nur Rache gewollt, sondern ausgleichende Gerechtigkeit und sei deshalb eigentlich ein Vorbild für Female Rage.


Die FAZ tut so, als sei diese Wut bei Frauen verboten, aber bei Männern erlaubt. Die Wirklichkeit sieht natürlich anders aus. Bücher wie Angry White Men haben dazu beigetragen, dass politische Wut, wenn sie von Männern geäußert wird, vor allem als irrational und als Bedrohung wahrgenommen wird. Auch in unseren Leitmedien gilt diese Wut nicht als Auslöser wichtiger gesellschaftlicher Veränderungen, sondern wird als Teil einer "Krise der Männlichkeit" und Einfallstor für Rechtspopulismus oder Antidemokratie geframet. Oft wird Wut auch zu "Hass" umgemünzt und von einem "hohen Gewaltpotenzial" geraunt, was sich bezeichnenderweise nie bewahrheitet hat.

Wenn Wut nicht erklärtermaßen von links kommt, gilt sie in unseren Leitmedien allerdings generell als verdächtig. Ein Beispiel aus der "Zeit":

Wohin man blickt: Die Wut wächst. Und die politischen Kräfte, die von ihr zehren, wachsen mit. Ob die AfD in Deutschland, Donald Trump in den USA oder die Rechtspopulisten in Frankreich – sie alle leben auch von der Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik. (…) "Ich war in den vergangenen Monaten in Thüringen unterwegs. Das Ausmaß der Wut gegen 'die da oben' hat mich erschreckt, dieser Hass auf demokratische Politiker und Institutionen", schreibt der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) in der Zeitschrift Publik Forum über das Bundesland, in dem er aufgewachsen ist.


Wenn Wut allerdings von Frauen und Feministinnen ausgeht, erscheint sie als notwendig, angebracht und vor allem harmlos.



3. Die Post. Einer meiner Leser hat ebenfalls etwas zum Thema "weibliche Aggression" zu sagen:

Guten Morgen Herr Hoffmann,

da Sie gestern Österreich verlinkten, hier ein weiterer Fall aus der beliebten Kategorie "Frauen und Mädchen bilden das friedlichere Geschlecht":

--- "Wie kommt man als unbescholtene junge Frau dazu, einer Knienden ins Gesicht zu treten?", fragt Daniela Zwangsleitner, die Vorsitzende des Schöffensenats, die 15-jährige Erstangeklagte fast verzweifelt. Erklärung erhält sie keine. Dafür hat ihr die bei ihrer Familie in Rudolfsheim-Fünfhaus lebende Jugendliche davor erklärt, warum sie die Schule kaum besucht: "Ich habe es nicht geschafft, in der Früh aufzustehen." – "Wann müssen Sie jetzt aufstehen?", will Zwangsleitner von der seit knapp zwei Monaten in Untersuchungshaft sitzenden Teenagerin wissen. "Um 6 Uhr."

(…) Der schwerste Anklagepunkt gegen das Trio ist jener der versuchten absichtlichen schweren Körperverletzung. Die Österreicherinnen sollen am 28. März eine etwa Gleichaltrige in die Tiefgarage des Einkaufscenters Millennium City gelockt habe. Dort schlug und trat die Erstangeklagte auf das Opfer, eine junge Afghanin, ein. Die Zweitangeklagte schlug ihr mit einer Glasflasche auf den Kopf, als die Verletzte sich losreißen konnte, verfolgte sie die "Gegnerin" dutzende Meter und drosch immer weiter gegen den Schädel. Die Drittangeklagte filmte die Szenerie.

Das Motiv? Zuvor sei man in der "Raucherlounge" des Gebäudes auf das Opfer getroffen, im Gespräch soll sie laut Angeklagten behauptet haben, vom Ex-Freund der 14-Jährigen vergewaltigt worden zu sein. "Ich war einfach zornig und böse, dass sie das behauptet", erinnert sich die Zweitangeklagte. "Ich kannte ihn, der würde das nicht machen!", ist sie überzeugt. Also lockten die Jugendlichen die "Kontrahentin" mit dem Versprechen des Marihuanakonsums in die Garage, wo sie sie attackierten und ihr zum Glück nur eine Platzwunde und Prellungen zufügten.

(…) Besonders die 14-Jährige scheint hier ein Risiko zu sein. Bereits im April wurde sie zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt, da sie am 12. März einem Burschen mehrmals ins Gesicht geschlagen hatte. Auf Aufforderung einer "Freundin", die den Angriff filmte, nachdem sie ihn über die Whatsapp-Gruppe "Der Adam gehört geklatscht" organisiert hatte.
---

Interessanter Chat-Name übrigens. Als kleine interdisziplinäre Aufgabe: Wie viele empörte feministische Kolumnen genau hätte eine von Jungen organisierte Whatsapp-Gruppe mit dem Namen "Die Leonie gehört geklatscht" ausgelöst? Und wie viele Debatten zur Rolle von "Incel-Foren" bzw. "der Manosphäre" bei Herausbildung von "toxischer Maskulinität" und "Gewaltaffinität" bei männlichen Heranwachsenden?

Dann zum Urteil:

--- Die rechtskräftigen Strafen: Die Erstangeklagte erhält 13 Monate, einen davon unbedingt. Die Zweitangeklagte bekommt eine Zusatzstrafe von 15 Monaten, insgesamt also 18 Monate, einen unbedingt. Bei der Drittangeklagten geht das Gericht davon aus, dass ein Schuldspruch unter Vorbehalt der Strafe ausreicht. ---

Ob Burschen auch so glimpflich davon gekommen wären?

Die vorsitzende Richterin steuert auf jeden Fall noch diesen fachkundigen Hinweis bei:

--- "Das haben wir eigentlich selten hier bei Frauen, dass die dann so brutal Rache nehmen", merkt die Vorsitzende dazu an. "Leider entwickeln sich manchmal Mädchencliquen, wo es doch passiert. Von denen die meisten Mitglieder wiederkommen", spricht Zwangsleitner aus Erfahrung und hofft, dass die Reue-Beteuerungen der drei Angeklagten ernst gemeint sind. ---

Vielleicht sollte man ihr einen Link zu Genderama oder den Feministischen Irrtümern schicken? Ah ne, lieber nicht, wäre ja "Mansplaining"…


Auch in Niedersachsen geht es voran mit weiblicher Wut. Dort gab es gestern an einer Berufsbildenden Schule einen größeren Einsatz der Feuerwehr. Der Polizei zufolge hatte eine 16-Jährige Pfefferspray gegen eine Gleichaltrige in den Toilettenräumen eingesetzt. Die Jugendlichen hätten sich dort ursprünglich getroffen, um einen Streit zu klären. Dann soll aber die eine Schülerin die andere körperlich angegriffen haben, woraufhin sich diese mit dem Pfefferspray gewehrt haben soll. Drei Schülerinnen sowie eine Schulassistentin seien dabei leicht verletzt worden. Die Schülerinnen kamen vorsorglich ins Krankenhaus.



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Montag, Juni 08, 2026

Hat Baerbocks "feministische Außenpolitik" Deutschland den Sitz im Weltsicherheitsrat verhagelt?

1. Der Merkur berichtet aus Nairobi:

Die deutsche Niederlage im Rennen um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat wirkt in Berlin weiter nach. Besonders die Präsidentin der Generalversammlung, Annalena Baerbock (Grüne), gerät dabei zunehmend unter Beschuss. Doch die Kritik an Baerbock bleibt nicht auf Deutschland beschränkt.

Am Rande eines Gipfeltreffens afrikanischer Spitzenpolitiker in Nairobi fand Botswanas Alt-Präsident Mokgweetsi Masisi (…) eindringliche Worte: "Vielleicht hätte sich Frau Baerbock darauf konzentrieren sollen, ihre Arbeit in der deutschen Diplomatie zu erledigen, anstatt zu versuchen, Nigerianern vorzuschreiben, wo sie ihre Toiletten zu bauen haben, und den Afrikanern zu sagen, wie sie mit Elefanten umgehen sollen." Weiter sagte Masisi: "Vielleicht hätte Deutschland dann mehr Stimmen aus Afrika für den UN-Sitz erhalten."

(…) Masisi betonte: "Ich fühle mich besser und zuversichtlicher in unseren Beziehungen zu Deutschland, jetzt, wo Frau Baerbock aus dem Amt ist." Er sprach von einem "herablassenden und respektlosen Verhalten" Deutschlands.


Wollte Baerbock den Nigerianern tatsächlich vorschreiben, wo sie ihre Toiletten zu bauen haben? O ja. Die Berliner "taz" stellte das vor drei Jahren als feministische Außenpolitik vor, über die auch keinerlei Diskussion gewünscht war:

Nein, feministische Außenpolitik sei eine Selbstverständlichkeit. Das Auswärtige Amt will künftig Rechte von Frauen und strukturell benachteiligten Gruppen immer mitdenken. (…) Als Beispiel nannte Baerbock etwa den Wiederaufbau eines zerstörten Dorfes in Nigeria – wo Sanitäranlagen eben nicht mehr am Rand der Siedlung geplant werden sollen, sondern den Sicherheitsbedürfnissen von Frauen und Kindern entsprechend in zentraler Lage.


Das scheint einigen Unmut in Afrika erzeugt zu haben. Man hat fast den Eindruck, die Buschmänner und -frauen wollten gar nicht von weißen Feministinnen missioniert werden. Dabei klappt das bei den hiesigen Eingeborenen doch so gut! Selbst "herablassendes und respektloses Verhalten" von Feministinnen beanstanden deutsche Politiker nie.



2. Österreichs "Standard" berichtet über einen Prozess wegen einer angeblichen Vergewaltigung. Die betroffene Frau hat es dabei nicht leicht, was unter anderem daran liegt, dass sie in der polizeilichen Vernehmung erklärt hatte: "Ich bin auf ihm geritten und es hat mir gefallen." Danach wird es nicht besser, weshalb es schließlich hierzu kommt:

"Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", begründet die Richterin dann ihren "eindeutigen Freispruch". Petschniker schließt nicht aus, dass die 29-Jährige sich vielleicht missbraucht gefühlt habe, der Angeklagte habe das aber nicht erkennen können, verweist sie auf die Schilderung des Taxifahrers.

"Ich fand Sie glaubwürdig und Sie sind von Anfang an bei Ihrer Schilderung geblieben", wendet sie sich an den Angeklagten. Bei der Frau sei das anders: "Sie erweitert wirklich jedes Mal ihre Aussage. Bei der Polizei hat sie gesagt, der Angeklagte habe Analverkehr versucht. In ihrer schriftlichen Stellungnahme ein Monat später beschreibt sie, er habe gesagt, er wolle Analverkehr, da er kein Kondom habe. Bei der Sachverständigen hat sie dann behauptet, er sagte, das Kondom sei gerissen. Und heute, bei ihrer vierten Aussage, spricht sie davon, dass es Analverkehr gegeben habe und sie massive Schmerzen gehabt habe!"


Es ist so typisch: Unsere patriarchale Justiz glaubt Frauen einfach nicht.



3. Wenn man wie ich am Presseticker mit Nachrichten über die Geschlechterdebatte sitzt, fällt einem sehr auf, dass es derzeit fast keinen Tag gibt, an dem nicht irgendein Artikel gegen die Manosphäre wettert. Aktuell erklärt die Frankfurter Rundschau, dass sogar Louis Therouxs Doku, in der dieser die Manosphäre verdammt, problematisch sei:

Therouxs charakteristischer Dokumentarstil, der selten kommentiert und darauf vertraut, dass die Protagonisten sich selbst entlarven, trägt – wenn auch unbeabsichtigt – passiv zur Verbreitung ihrer kruden Frauen- und Weltsicht bei. Als Justin Waller, eine Internetpersönlichkeit, deren Markenzeichen scheinbar unerträglich enge Anzugjacken sind, mit Blick auf Miamis Skyline fordert, Theroux solle ihm "nur eine Sache hier" nennen, die "eine Frau erfunden und gebaut hat", hat der Filmer dem nichts entgegenzusetzen als ein verdutztes Gesicht. So wird Therouxs Manosphere-Darstellung Teil des Problems.


Das stimmt, aber in Wahrheit ist es noch viel erschreckender: Auch die Autorin der Frankfurter Rundschau trägt diese Haltung aus der Manosphäre weiter, ohne dass sie ihr irgendein Beispiel entgegensetzen kann. Gehört demnächst ALLES zum Wirkungskreis der Manosphäre? Beängstigend.

Der Artikel geht weiter; die Autorin versucht jetzt, irgendwie eine Verknüpfug von Manosphäre und Gewalt herzustellen:

Im August 2024 zog ein überwiegend männlicher Mob durch die Straßen von Belfast und anderen britischen Städten und griff Häuser und Geschäfte von Menschen mit Migrationshintergrund an – angeblich als Protest gegen die Tötung dreier junger Mädchen im britischen Southport im Vormonat. Rechtsextreme Aktivisten und Social-Media-Nutzer behaupteten, die Randalierer tobten in Solidarität mit und zum Schutz von Frauen und Kindern und erklärten die Gewalt als gerechtfertigt.


Ein Demonstrationszug, der sich gegen "Femizide" engagierte, also ein … feministischer Mob? Ich weiß nicht, ob dieses Beispiel so überzeugend ist, wie man bei der Rundschau glaubt.

Ein weiterer Absatz:

In den raren Momenten, in denen Theroux in der Doku versucht, seine Protagonisten und deren Ansichten zu hinterfragen, lässt er sich von dieser Nullachtfuffzehn-Moral aufs Glatteis locken. Als die Männer online Kontakt zu einem älteren homosexuellen Mann aufnehmen, ihn in die Innenstadt locken und brutal zusammenschlagen, wirkt Theroux aufrichtig bestürzt. Und doch kommentiert er: "Sie hatten ihn beschuldigt, ein Sexualstraftäter zu sein. Ich konnte nicht wissen, ob das stimmte." Und wenn es stimmte, was dann? Hätte das etwas an dem geändert, was seine Protagonisten dem Mann antaten? Wäre ihre Gewalt dadurch "verständlich" geworden? Hätte es sie zu den "Edlen" gemacht, als die sie sich selbst vor ihrem Online-Publikum präsentieren? Offenbar hat der amerikanische Neurowissenschaftler Robert Sapolsky recht: "Wir haben nichts gegen Aggression und Gewalt. Solange sie von den ,richtigen´ Menschen eingesetzt werden. Gegen diejenigen, die Gewalt ‚verdienen‘."


Das ist eine zutreffende Beobachtung. Das Problem ist: Es fällt einem nicht schwer, eine ganze Reihe von Äußerungen zu finden, mit denen Feministinnen Gewalt gegen männliche Sexualstraftäter fordern. Vor einigen Wochen forderte die Influencerin "Leonie Löwenherz" auf Instagram, dass Christian Ulmen "und andere Täter an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich kastriert werden" sollten. Die Polizei Düsseldorf sah keinen Anfangsverdacht und ermittelte nicht.

Zuletzt kann ich der Rundschau-Autorin immerhin zustimmen, wenn sie schreibt:

Es sind nie die wenigen Extremisten, die mich das Fürchten lehren. Es sind wir alle: mit unseren moralisch geprägten Vorstellungen von richtig und falsch, von Männern und Frauen. (…) Sie erwachsen aus unseren geschlechtsspezifischen Moralvorstellungen. Und werden genährt durch unser kollektives Bemühen, diese Ansichten aufrechtzuerhalten, derweil wir uns eifrig als geläutert, fortschrittlich und "besser als" sehen und präsentieren.


Das bringt es doch auf den Punkt: Frauen sind nicht besser als Männer und der Feminismus nicht besser als die Manosphäre.

Ich fürchte nur, dass die Rundschau-Autorin es so nicht gemeint hat.



4. "Russland setzt sexuelle Gewalt in der Ukraine gezielt gegen Männer ein" titelt der Schweizer Tages-Anzeiger und berichtet, dass das Land deshalb neben Israel jetzt auf einer schwarzen Liste der Vereinten Nationen stehe. In dem Artikel heißt es weiter:

Auffallend oft werden in der Ukraine Männer Opfer von sexueller Gewalt. Laut der UNO waren 280 Männer betroffen, 26 Frauen und 4 Mädchen. Viele Taten ereigneten sich in Haft – gegen ukrainische Kriegsgefangene, aber auch gegen inhaftierte Zivilisten und Zivilistinnen.




5. Einer meiner Leser weist mich auf einen aktuellen Beitrag der Nachdenkseiten über "Lavender" hin, eine israelische militärische KI, die dazu dient, menschliche Ziele zu markieren. In dem Beitrag des mehrfach preisgekrönten israelischen Journalisten Yuval Abraham heißt es:

Quellen zufolge bestand das einzige Protokoll zur menschlichen Überwachung vor der Bombardierung der von Lavender markierten Häuser mutmaßlicher "jüngerer" Militanten jedoch darin, eine einzige Überprüfung durchzuführen: sicherzustellen, dass das von der KI ausgewählte Ziel männlich und nicht weiblich ist. (…) In der Praxis bedeutete dies den Quellen zufolge, dass es für zivile Männer, die fälschlicherweise von Lavender markiert wurden, keinen Überwachungsmechanismus gab, um den Fehler aufzudecken.




6. Ein weiterer Leser schreibt mir aus Graz:

Lieber Arne Hoffmann,

im Blog des Tiroler Journalisten Alois Schöpf wurde gestern mein Artikel über den Gender-Bildungs-Gap in Österreich veröffentlicht, wo Jungs in einer von Frauen dominierten Bildungsszene zunehmend den Kürzeren ziehen. Ich habe dabei unter anderem auf einen FAZ-Artikel verwiesen, auf den ich durch Ihr Genderama aufmerksam wurde.

Auch in Österreich fordern Frauen immer wieder, Männer müssten Verantwortung für Verbrechen ihrer Geschlechtsgenossen übernehmen. Sogar unser Bundespräsident, der Alt-Grüne Alexander van der Bellen, stimmt in diesen Chor ein. Ich habe mich in zwei Texten damit auseinandergesetzt:

* Die Polemik "Der Feminismus als Staatsreligion" hat für schoepfblog-Verhältnisse ziemlich viele Leser aufgeregt. Hm.

* Mein sachlicherer Einwand "Männer sind nicht gewalttätig, weil sie Männer sind" hat dagegen keine Reaktionen hervorgerufen. Nur eine Autorin meinte in einer als eigener Beitrag erschienen Replik, ohne sich namentlich auf meinen Text zu beziehen: "Man kann Gewalt gegen Frauen nicht mit der gesamten, allgemeinen Gewalt verrechnen, weil es eine geschlechterspezifische Form der Gewalt ist." – "Weil"-Sätze klingen immer plausibel, selbst wenn sie nur aus heißer Luft bestehen.




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Freitag, Juni 05, 2026

"Wehrpflicht und Auslandsreisen: Der Betrug an den jungen Männern"

1. In seinem Artikel "Der Betrug an den jungen Männern" (nur im Anriss online) argumentiert Andreas Rosenfelder zum unglücklichen Auftritt von Verteidigungsminister Boris Pistorius:

"Derzeit ändert sich für die Männer nichts: Ob 17 oder 45 Jahre oder dazwischen – alle dürfen selbstverständlich verreisen und brauchen derzeit dafür auch keine Genehmigung", so hatte der SPD-Minister im Stil eines DDR-Funktionärs beschwichtigt, als im April erste Gerüchte über eine Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte aufkamen. Wenige Tage später musste er zerknirscht einräumen, dass diese Pflicht tatsächlich besteht. Um das zu wissen, hätte Pistorius nur das neue Wehrpflichtgesetz lesen müssen, das aus seinem eigenen Haus stammt und schon am 1. Januar 2026 in Kraft trat. Denn in § 3 Abs. 2 WPflG steht geschrieben: "Männliche Personen haben nach Vollendung des 17. Lebensjahres eine Genehmigung des zuständigen Karrierecenters der Bundeswehr einzuholen, wenn sie die Bundesrepublik Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen." Diese Regel galt zuvor nur für den Kriegs- oder Spannungsfall, das Wehrpflicht-Modernisierungsgesetz machte sie zum Normalzustand.

Eine Einschränkung der in Artikel 2 des Grundgesetzes garantierten Reisefreiheit für Millionen Deutsche, als Überraschungsei in einem Paragrafen versteckt und unbemerkt durchs Parlament geschmuggelt? Dieser verrückte Vorgang lässt nur zwei Erklärungen zu, von denen schwer zu sagen ist, welche alarmierender wäre: Entweder die Bundesregierung weiß nicht, was sie tut – oder sie hat die folgenreiche Klausel mit Absicht im Gesetz versteckt, um ohne demokratische Diskussion rechtliche Tatsachen zu schaffen. Noch schlimmer als dieser gesetzgeberische GAU ist allerdings, was danach geschah. Denn um die irritierte Öffentlichkeit und die alarmierten Verfassungsrechtler zu beruhigen, verkündete Pistorius im April, die Regelung durch eine Allgemeinverfügung seines Ministeriums außer Kraft zu setzen. Tatsächlich heißt es im neuen Wehrpflichtgesetz: "Das Bundesministerium der Verteidigung kann Ausnahmen von der Genehmigungspflicht zulassen."

Darf der Minister also jederzeit per Unterschrift verfügen, ob die Männer im wehrfähigen Alter von 17 bis 45 Jahren ungenehmigt das Land verlassen dürfen oder nicht? Nein, das darf er nicht – zu diesem Urteil kommt jedenfalls der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags in einem nun veröffentlichten Gutachten, das von der Linksfraktion in Auftrag gegeben wurde.

(…) Die wehrfähigen Männer, die im Zweifel ihr Leben für die Landesverteidigung einsetzen sollen, hat Pistorius dabei gleich doppelt betrogen: Erstens, indem er, ohne darüber zu reden und anscheinend sogar ohne es zu wissen, einen Eingriff in ihre Freiheitsrechte vorbereitete. Und zweitens, indem er dann in einem Akt der Anmaßung so tat, als könne er den Fehler durch einen Federstrich wieder aus der Welt schaffen. Es gibt nur einen Weg für Boris Pistorius, und zwar den Gang nach Canossa, also zum Souverän: Der Verteidigungsminister muss das Wehrpflichtgesetz, das so niemals hätte verabschiedet werden dürfen, im Bundestag ändern lassen.




2. Deutschland will ukrainischen Männern im wehrpflichtigen Alter die Aufnahme in der EU erschweren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machte bei einem EU-Treffen deutlich, einen entsprechenden Vorschlag zum Ausschluss von Männern unterstützen zu wollen.



3. Die Ökonomin Margit Osterloh plädiert für eine Abschaffung der Frauenquote – weil sie Frauen schade, nicht um mehr Fairness gegenüber Männern zu erreichen. Immerhin widerspricht Osterloh dem feministischen Opfernarrativ:

Dass nicht mehr Frauen in Führungspositionen sind, hat heute nicht mehr mit Diskriminierung zu tun, sondern mit Präferenz. Frauen sind heute weder Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse, noch werden sie von den Männern am beruflichen Aufstieg gehindert. Sondern Frauen in westlichen Gesellschaften wählen bewusst andere Lebenspläne als die Männer. Die Lebenszufriedenheit von Frauen ist dennoch gross, wie man aus der Glücksforschung weiss. Frauen wollen Chancengleichheit, aber nicht unbedingt Gleichstellung. Man hat gemeint, die Präferenzen der Frauen würden sich jenen der Männer annähern. Aber das ist nicht passiert.




4. In der Frankfurter Allgemeinen enthüllt Nora Levin Überraschendes: "Auch mit Söhnen bin ich glücklich geworden". In dem Artikel schildert sie, wie die Realität ihr geholfen hat, ihre jungen- und männerfeindlichen Vorurteile zu überwinden:

Was mir damals durch den Kopf ging, waren sehr klischeebehaftete Vorstellungen über Jungen und Mädchen – auch das war mir damals übrigens zu peinlich, um sie auch nur auszusprechen. Aber ich nehme fast an, sie gehen vielen werdenden Eltern durch den Kopf, die einen bestimmten Geschlechterwunsch haben.

Ich sah mich einsam und alleine mit zwei stets schweigsamen, unkommunikativen Kindern zu Hause sitzen – denn Jungen sind meistens nicht sehr kommunikativ, nicht wahr? Ich sah mich mit zwei immer schwitzenden, hyperaktiven, untereinander handgreiflichen Kindern in einer Wohnung eingesperrt, in der ich dann abends immer das Tobe-Chaos beseitigen muss – denn alle Jungen sind wild und toben gerne, oder? Ich sah mich im Altersheim sitzen, ohne groß Besuch zu bekommen – denn es sind die erwachsenen Töchter, die sich um ihre Eltern kümmern, nicht die Söhne, richtig?

(…) Zehn Jahre später, meine Söhne sind inzwischen 9 und 13, denke ich ganz anders über die Sache. Es ist keineswegs so, dass ich nicht manchmal denke, ich hätte gerne noch eine Tochter gehabt. Ich frage mich einfach, wie das wohl gewesen wäre. Aber ich habe inzwischen auch verstanden, dass das, was viele Menschen – mich selbst eingeschlossen – so über die Eigenschaften von Jungen und Mädchen denken, doch einfach sehr pauschalisiert ist.


Man mag es kaum glauben.

Der nächste Schritt könnte jetzt sein, zu analysieren, wer einem diese jungen- und männerfeindlichen Klischees überhaupt in den Kopf setzt. Das wird aber nicht geschehen, weil eine Journalistin damit auch ihre eigene Branche kritisieren müsste.



5. Eine geisteswissenschaftliche Fachzeitschrift hat einen Artikel über die elterliche Entfremdung nach juristischen Drohungen zurückgezogen:

Am 19. Mai entfernte das "Integrated Journal for Research in Arts and Humanities (IJRAH)" einen Übersichtsartikel von Robert Keith Head. Dieser legte nahe, dass die Theorie der elterlichen Entfremdung nicht durch Forschung gestützt wird und grundlegende Validitätsanforderungen für psychologische Konstrukte verfehlt.

Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Parental Alienation Study Group (PASG) – die sich selbst als internationale, gemeinnützige Mitgliederorganisation beschreibt, die sich der Erforschung und dem Verständnis elterlicher Entfremdung widmet – der Fachzeitschrift vorwarf, "wissenschaftlichen Betrug" veröffentlicht zu haben, und den Rückzug des Artikels forderte, andernfalls drohten rechtliche Schritte. Die Fachzeitschrift erklärte, die Entfernung sei nicht durch "externe Forderungen oder Drohungen" diktiert worden, sondern folgte auf eine "umfassende sekundäre Bewertung" durch die Redaktion und unabhängige Experten für Psychometrie, die kritische methodische und strukturelle Mängel feststellten, welche die wissenschaftliche Validität der Arbeit untergruben.

"Nach diesen internen Erkenntnissen führte unser Redaktionsteam ein direktes, gründliches Gespräch mit Herrn Head, um diese detaillierten Bedenken hinsichtlich der Wissenschaft und der Datenüberprüfung anzusprechen", berichtete Raghvendra Pratap Singh, Rechtsberater von Stallion Publication. "Bedauerlicherweise war der Autor nicht in der Lage, zufriedenstellende Erklärungen oder empirische Validierungen zu liefern, um unsere hochdetaillierten Anfragen aus dem Peer-Review-Verfahren zu klären."

(…) Die PASG schickte am 26. Januar einen Brief an das IJRAH und forderte das Journal auf, den Artikel zurückzuziehen. Die Gruppe führte mehrere Teile des Artikels an, die sie für inakzeptabel hielt. Unter anderem habe Head sich auf nicht peer-reviewte und subjektive Quellen statt auf wissenschaftliche Daten verlassen, Fehlinformationen über elterliche Entfremdung und Entfremdung verbreitet und die Darstellung von Richard Gardner sei unzutreffend gewesen.

"Diese falschen Informationen pflanzen sich von einer Fachzeitschrift zur nächsten fort, von einem Autor zum nächsten, und das ist ein riesiges Problem, weil es die Welten, in denen wir arbeiten, negativ beeinflusst", sagte PASG-Präsident Phillip Hendrix uns gegenüber. "Familien werden von diesen Themen beeinträchtigt."

Als das Journal nicht reagierte, schickte Mini M. Nair, eine Anwältin der PASG mit Sitz in Kerala, Indien, am 3. April eine rechtliche Mitteilung an das IJRAH. Darin drohte sie, innerhalb von sieben Tagen rechtliche Schritte einzuleiten, falls das Journal den Artikel nicht sofort zurückziehe, ihn dauerhaft von der Website entferne und ein formelles Corrigendum auf der Homepage veröffentliche, das die sachlichen Fehler der Arbeit anerkennt.

In einem Brief vom 16. April reagierte die PASG auf eine Antwort des IJRAH, das laut dem Schreiben mehrere Optionen zur Lösung der Beschwerden vorgeschlagen hatte – darunter eine formelle wissenschaftliche Erwiderung, einen Leserbrief oder eine Reihe von Corrigenda. Der Anwalt der PASG schrieb, dass die Gruppe die Vorschläge schätze, ein Rückzug jedoch der angemessenste Ansatz sei.

"In einer akademischen Debatte ist es nicht erlaubt, Statistiken oder Fakten zu erfinden, die einfach unwahr sind", sagte William Bernet, Gründer der PASG, uns gegenüber. "Das ist es, was wir ansprechen wollen: falsche Tatsachenbehauptungen."

(…) Singh sagte uns, die Entfernung sei einer "umfassenden sekundären Bewertung durch unsere Redaktion und unabhängige Experten für Psychometrie" gefolgt, die kritische methodische und strukturelle Mängel feststellten, die die wissenschaftliche Validität der Arbeit untergruben. Dem Journal zufolge gehörte dazu das Fehlen empirischer und wissenschaftlicher Unterstützung, methodische Vermischung und eine unbefriedigende Konsultation mit Head.

Singh bestritt, dass externe Forderungen oder Drohungen mit Rechtsstreitigkeiten seitens Interessenverbänden die Entscheidung diktiert hätten.

"Wir sind uns der systemischen Sensibilitäten, externen Debatten und lokalen rechtlichen Reibungen rund um das Thema der elterlichen Entfremdung bewusst", sagte Singh uns. "Wir müssen jedoch ausdrücklich betonen, dass unsere redaktionellen und rechtlichen Entscheidungen ausschließlich von akademischer Integrität, psychometrischen Qualitätsstandards und unserem Engagement für die Veröffentlichung fundierter Forschung geleitet wurden."




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Mittwoch, Juni 03, 2026

Kein Schutz für Männer – Europa berät über Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

1. Viele Medien berichten, unter anderem der Kölner Express:

Eine drastische Wende in der EU-Flüchtlingspolitik bahnt sich an. Ein neuer Vorschlag könnte dazu führen, dass ukrainische Männer ihren Schutzstatus einbüßen. Eine Entscheidung mit enormer Tragweite.

Die Innenminister der EU diskutieren an diesem Donnerstag eine brisante Angelegenheit: Sollen bestimmte Männer aus der Ukraine zukünftig keinen Schutzstatus mehr in der Europäischen Union erhalten?

Zwei Optionen stehen zur Debatte, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die derzeitige Schutzregelung für sämtliche Geflüchtete aus der Ukraine ist bis zum 4. März 2027 befristet. Die erste Möglichkeit: eine simple Verlängerung um ein weiteres Jahr. Die zweite Alternative ist jedoch ein echter Kracher.

Der zweite Plan sieht eine Verlängerung der Regelung vor – jedoch mit einer gravierenden Ausnahme: Ukrainische Männer in der Altersspanne von 23 bis 60 Jahren wären dann vom temporären Schutz ausgenommen.

Es gibt aber ein wesentliches Detail: Falls Sie sich jetzt Gedanken machen – die neue Bestimmung würde ausschließlich für Männer gelten, die zukünftig in die EU einreisen. Wer sich schon hier aufhält, wäre davon nicht betroffen.

In einer vorläufigen Besprechung wurde bereits die praktische Durchführbarkeit erörtert. Wie kann das ohne einen riesigen bürokratischen Apparat funktionieren? Ein Gedanke: Ein ukrainischer Stempel im Pass bei der Ausreise könnte ausreichen, um nachzuweisen, dass ein Mann das Land legal verlassen hat. Sollte die Beschränkung kommen, würde sie zudem sehr zügig wirksam werden.




2. Gegen die britische BBC gibt es einen Shitstorm, nachdem sie angekündigt hatte, eine zweiteilige Dramaserie über die Ermordung von Sarah Everard zu produzieren. Everard wurde 2021 von dem Polizeibeamten Wayne Couzens entführt, vergewaltigt und ermordet. Der Fall löste im Vereinigten Königreich eine intensive Debatte über Gewalt gegen Frauen aus. Auslöser des Shitstorms ist die Entscheidung der BBC, den Drehbuchautor Jeff Pope mit dem Projekt zu betrauen: also einen Mann und damit ein Mitglied des Tätergeschlechts. Rund 400 Drehbuchautorinnen wetterten in einem offenen Brief gegen dieses Vorhaben und erklärten, sie seien "wütend" und "geschockt". Die BBC versicherte, dass man Pope nicht allein arbeiten lassen werde, sondern ihn von der Produzentin und Dokumentarfilmerin Kirsty Cunningham beaufsichtigen lasse.



3. Die Partei der Demokraten in den USA hat einen Gesetzesvorschlag eingereicht, der Beschäftigten bis zu zwölf Tage bezahlte Freistellung pro Jahr für Menstruationsbeschwerden gewähren würde. Auch verwandte Probleme wie Symptome der Menopause und Schwangerschaftsabbrüche würden davon erfasst. Auf dieses Gesetz zu verzichten stelle "ökonomische Gewalt" gegen Frauen dar.



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Dienstag, Juni 02, 2026

Studie: Feministinnen mit ihrem Aussehen besonders unzufrieden

1. Eine neue Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass die Identifikation als Feministin bei jungen Frauen zu größeren Body-Image-Problemen führen kann. Grund dafür ist eine verstärkte materialistische Einstellung. Feministinnen verinnerlichen demnach häufiger die Vorstellung, dass Erfolg vor allem Wohlstand und Konsum bedeutet. Dies führt zu einer stärkeren Einschätzung des perfekten Körpers als Erfolgsmerkmal, wodurch die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen sinkt und beispielsweise Selfies häufiger bearbeitet werden, bevor man sie online stellt.



2. Christian Schmidt analysiert den Beitrag einer Feministin, die offenbar gewohnheitsmäßig über Männer herzieht, bis ihr Sohn ihr mitteilt, dass er unter diesem Sexismus leidet: "Mama, wieso ist eigentlich alles, was Jungs machen scheiße, aber alles an Mädchen so toll? Du sagst doch immer, alle Menschen sind gleich viel wert, aber ich nehme dir das langsam nicht mehr ab."



3. Die New York Times hat ein Gespräch über die Krise der Männer veröffentlicht. Eine Kernthese darin lautet: Während die Linke und Mitte vor allem mit Vorwürfen hantieren, füllen rechte Akteure und die Manosphäre das Vakuum und bieten jungen Männern Gemeinschaft, klare Rollenbilder und Anerkennung.

Alle Gesprächsteilnehmer glauben an die These vom "Patriarchat", davon abgesehen äußern sie sich unterschiedlich differenziert. Die Autorin Ruth Whippmann merkt an, dass es im linken Lager gegenüber Männern eine "Halt-den-Mund"-Rhetorik gibt, die so laute: "Deine Probleme sind nicht echt. Sie spielen keine Rolle. Du hast so viele Privilegien, weißt du. Du hast alles. Es ist Zeit, dass alle anderen zu Wort kommen und du still bist." Insgesamt fühlten sich Männer "von allen Seiten mundtot gemacht". Vor allem für Jungen, die während der Hochphase von MeToo in der Pubertät waren, sei es schwierig gewesen, mit dem unaufhörlichen "Männer sind Triebtäter, Männer sind Müll" zurechtzukommen, obwohl vieles davon natürlich richtig sei. Die New-York-Times-Redakteurin gibt zu, dass sie es ebenfalls schwer damit täte, wenn es statt gegen Männer ständig gegen Frauen gehen und sie überall "Frauen sind Müll" hören würde. Typischerweise ist es der männliche Gesprächsteilnehmer, der solche Attacken als "gerechtfertigte Wut" verherrlicht.

Das Gespräch gelangt zu dem Fazit, dass es eine nuancierte, empathische Debatte über Männlichkeit und Feminismus brauche. Statt Männer nur zu kritisieren oder zu ignorieren, sollte die Gesellschaft jungen Männern positive Rollenmodelle und Zugehörigkeit anbieten, bevor extremere Kräfte komplett übernehmen.



4. Ein Bericht an die Regierung von Quebec (Kanada) gelangt zu dem Ergebnis, dass Jungen im Bildungssystem gegenüber Mädchen deutlich schlechter abschneiden und bereits im Kindergarten benachteiligt werden. Einer zitierten Expertin zufolge geschehe dies nicht allein in Kanada, sondern weltweit. Besonders die Schulabbrecherquote liege bei Jungen deutlich höher. Aktuellen Daten zufolge melden junge Männer auch überdurchschnittlich häufig psychische Probleme, wobei Fachleute warnen, dass Bildungsprobleme und psychische Belastungen sich gegenseitig verstärken können.

Der Bericht stellt verschiedene Erklärungen nebeneinander: Eine Position lautet, dass Schulen Jungen nicht ausreichend berücksichtigen und dass ihre Bedürfnisse zu wenig erforscht und unterstützt werden. Eine feministische Autorin wendet ein, dass das nicht so wichtig wäre, weil Männer immer noch überdurchschnittlich viele Machtpositionen in Politik und Wirtschaft innehaben. Davon abgesehen sei die "Manosphäre" ein großes Problem, weil sie Jungen weismache, dass die Welt gegen sie sei.



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