Donnerstag, August 13, 2026

Rapper PA Sports rechnet mit privilegiertem Feminismus ab

1. Der deutsche Rapper PA Sports hat sich in einem aktuellen Podcast kritisch zum herrschenden Feminismus geäußert, woraufhin dies auf TikTok viral ging:

Der Life-is-Pain-Chef stellt dabei direkt klar: "Digga, ich bin Feminist." Seine Haltung leitet er aus der eigenen Familiengeschichte ab: "Ich bin Sohn von einer iranischen Mutter, die aus einem Land gegangen ist, wo man ihr aufzwingen wollte, wie sie zu leben hat. Das ist für mich die per se Definition von Feminismus."

Gleichzeitig zieht der Rapper eine klare Grenze: "Es gibt aber für mich einen Unterschied zwischen diesem Feminismus und diesem white privileged Feminismus von Frauen, die eigentlich nur Feminismus als Label benutzen, um ihre eigenen Befindlichkeiten verteidigen zu können." Dieser Feminismus reiche, so PA Sports weiter, "von freizügig durch die Straße laufen bis OnlyFans-Account".

Seinen Vorwurf macht der Rapper an konkreten Beispielen fest: "Was ist mit den Mädels, die 3000 Kilometer entfernt in Gaza zerbombt werden? Wollen wir für die auch was machen? Oder für die Frauen, die im Iran getötet werden, wenn sie ihr Kopftuch abziehen oder was weiß ich was machen? Das juckt die gar nicht."

Wer seine Empathie nur für Themen übrig habe, die für einen selbst hier in Deutschland gesellschaftlich relevant seien, und wen das Leid von Frauen außerhalb des eigenen Umfelds nicht interessiere, dem stellt der Essener ein vernichtendes Zeugnis aus: "Ey, du kannst dir diesen Aktivismus und diesen Aktionismus sonst wohin schieben."


In einem weiteren Gesprächsausschnitt legte PA Sports noch mal nach:

Zum Einstieg beschreibt er eine Haltung, die ihm bei manchen Frauen auffalle: "Es gibt ja Frauen, die ganz klar sagen, hier geht’s nicht um Gleichberechtigung." Als Beispiel führt er seine Rapkollegin Ikkimel und eine Zeile aus ihrem Song "GIFTMORD" an, in der es heißt: "Ich will nicht, dass wir gleich sind, ich will Rache, du Mistkind".

Manchmal habe er tatsächlich das Gefühl, dass es genau darum gehe, so der Rapper weiter. Es werde nichts auf Augenhöhe gehoben. Stattdessen sollten die gesellschaftlichen Nachteile vieler Jahre nun für eine Weile als Vorteil erlebt werden, bevor man irgendwann gleichziehe.

Dagegen setzt PA Sports ein Beispiel, das sich seiner Ansicht nach auf alles übertragen lässt - auf globale Konflikte ebenso wie auf Kriegssituationen. Er verweist auf Nelson Mandela, der unschuldig im Gefängnis gesessen habe und nach seiner Entlassung eben nicht dazu aufgerufen habe, auf die Straße zu gehen und alles in Brand zu setzen.

Daraus leitet er ein Prinzip ab. Heilung und Frieden lägen darin, dass derjenige, dem Unrecht getan wurde, an dem Tag, an dem er selbst am Drücker sei, auf Vergeltung verzichte. Genau dieser Verzicht sei der Punkt, an dem eine Eskalation ende.

Passiere das nicht, gehe die Sache immer weiter, meint der Life-is-Pain-Chef. Während die eine Seite ihre Genugtuung bekomme, entstehe auf der anderen erneut ein Nährboden für Hass und Unrecht, bis die Verhältnisse irgendwann wieder kippen. Sein Fazit: "Und so drehen wir uns für immer im Kreis."




2. Der Tagesspiegel berichtet über "Männer in gewalttätigen Beziehungen". Gemeint sind männliche Opfer von häuslicher Gewalt, aber zu so einer Überschrift konnte man sich in der Redaktion offenbar nicht durchringen (Opferabo). Und natürlich geht es gleich im Teaser Richtung Victimblaming: "Betroffenen wie dem Berliner Gernot fällt es oft schwer, sich schwach zu zeigen." Ja, das ist ein Problem, aber wenn das regelmäßig gleich das erste ist, was kommt, ist das ein Armutszeugnis. Man schreibt über ein weibliches Opfer einer Vergewaltigung auch nicht gleich im Teaser: "Frauen wie Marion laufen gerne im kurzen Rock durch den Park."

Der Artikel selbst steht für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online. Der Volltext konnte von mir auch nicht durch die in solchen Fällen üblichen Strategien aufgetan werden.



3. Die Kritik am neuen Männermanifest der Grünen ebbt nicht ab. "Es gibt bei den Grünen den Hang, sich nach rechts treiben zu lassen" befindet der "Männlichkeitsforscher" Kim Posster, bei dem man davon ausgehen darf, dass es sich um einen Feministen handelt, wenn er in einer linken Zeitung wie dem "Freitag" viel Raum erhält. Er führt seine Kritik folgendermaßen aus:

"Es lässt sich ein maskulinistisches Appeasement beobachten. Gerade, wenn man es mit dem letzten Männermanifest der Grünen von 2010 kontextualisiert. Das hat damals sehr gut zu einem Popfeminismus der 2010er-Jahre gepasst, in dem der Begriff der toxischen Männlichkeit immer wieder betont wurde. Die Message damals lautete noch: Feminismus ist natürlich auch offen für Männer. Feminismus bringt Männern sogar was. Das neue Manifest ist hingegen eine ganz bewusste Anbiederung an Manosphere-Symbolik und deren Argumentationen. Wenn Anton Hofreiter also davon spricht, dass die grüne Partei einen 'Beschämungsdiskurs' gegenüber Männern betrieben hätte, dann vermute ich, steckt da weniger dahinter, dass er diese Argumentation von der Manosphere aufgezwungen bekommt oder sie strategisch gewieft nutzt, sondern vielmehr, dass das eigene antifeministische Ressentiments und Konflikte sind, die nun ausgetragen werden."


Beim "Freitag" will man nun wissen, ob das Manifest eher Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Verschiebung nach rechts oder von strategischem Appeasement nach rechts wäre. (Ja, andere Möglichkeiten, das Manifest zu deuten, schließt schon die Frage aus.) Posster gib zu, von den Grünen wenig Ahnung zu haben, er "beschäftige sich ehrlich gesagt nicht so viel" mit ihnen, aber natürlich ließen sie sich gerne nach rechts treiben. Daraufhin kritisiert er den Begriff "toxische Männlichkeit", weil er ihm nicht scharf genug ist:

"Mein Hauptproblem ist, dass toxische Männlichkeit meistens eine sehr oberflächliche Spaltung ist, in 'gute' und 'schlechte Anteile' von Männlichkeit. Ganz oft wird dieser eben eingesetzt, weil man das Männliche eigentlich 'retten' will. Also das Gegenbild vom 'Toxischen" ist ja nicht umsonst das 'Gesunde', das Ausgeglichene, das Geheilte irgendwie. Und das steht oft einer fundamentalen Kritik im Weg."


Im restlichen Verlauf des Interviews bezieht sich Kim Posster positiv auf Veronika Kracher, die "die Debatten um Amber Heard und Blake Lively als zentrale Momente eines misogynen Rechts-Drift ausgemacht" habe. Bei Versuchen linker Männer auf die Perspektive von Männern aufmerksam zu machen, entstehe ein "männliches Resouveränisierungstheater", und es zeige sich, "dass linke Männer oft erst Männer und dann Linke sind. Deswegen würde ich immer sagen: Männer, die sich für Politik interessieren und dabei die Bedingung haben, dass ihre Männlichkeit dabei erhalten oder sogar gestärkt werden muss, sind prinzipiell unzuverlässige Genossen."

Weiter heißt es:

"Natürlich haben Jungen und Männer ganz viele Probleme und natürlich verdienen sie linke Leute, die sich denen annehmen. Aber Jungen und Männer beschäftigen auch stark reaktionäre Fragen. Nämlich vor allem, wie sie weiter an ihrer männlichen Dominanzrolle festhalten können."


Der "Freitag"-Redakteur möchte nun wissen, ob man "rechten Analysen nicht schon auf den Leim" gehe, wenn man über das Problem männlicher Einsamkeit spreche. (Im Ernst, ich denke mir das nicht aus!) Kim Posster nimmt die Steilvorlage gerne auf: "In 99 Prozent der Fälle schon, würde ich sagen." Frauen seien auch einsam, aber Probleme von Frauen spielten in unserer Gesellschaft kaum eine Rolle. Tatsächlich seien "männliche Krisendiskurse eigentlich immer Resouveränisierungsversuche. Es geht also darum, dass etwas jetzt zu weit geht, und wir endlich wieder auf Männer schauen müssen."

Generell bräuchten Männer keine Antwort auf die Frage "Wie bin ich ein guter Mann?", sondern "eine Bestärkung darin, sich dieser Frage zu widersetzen. Aber nein, stattdessen reden wir lieber 500-mal darüber, wie wir die verlorenen Männer wiederbekommen."

Eigentlich also fordert Kim Posster weiterzumachen wie in der Geschlechterpolitik des letzten halben Jahrhunderts – das aber nie stattgefunden zu haben scheint, denn Frauenprobleme werden bekanntlich ignoriert, und die Geschlechterdebatte wird von uns Maskulisten beherrscht. Das Abwandern der Männer von dieser Linken müsse man demnach offenbar hinnehmen oder ignorieren. Man wundert sich nach all diesem Geschwurbel nicht mehr, wie es zu der aktuellen Situation überhaupt kommen konnte.



4. In dem Artikel "Hitlers Fangirls" beschäftigt sich der SPIEGEL weiter mit all den weiblichen Unterstützern des Dritten Reichs, die Männlichkeitsforscher wie Klaus Theweleit irgendwie übersehen haben müssen.



5. In einem Artikel für "Die Welt" greift Mirna Funk das Thema Femcels auf. Ein Auszug:

Gemeinhin definieren sich Frauen gerne als die empathischere Menschengruppe. Würden sie regieren, wäre die Welt eine bessere, und so weiter und so fort. Man hört es immer wieder, überall. Sie seien weniger gewaltbereit, nahbarer und altruistischer. Feministinnen und Feministen – egal ob männlich oder weiblich – bestehen darauf, Frauen als Spezies zu überhöhen und Männer als Spezies abzumahnen.

Scrollt man sich allerdings durch sogenannte Femcel-Foren – Community-Webseiten, auf denen Frauen untereinander über Männer diskutieren –, stößt man relativ schnell auf das Wort "moids". So nennen die digital versammelten Frauen dort Männer. Alle Männer. Ein Kunstwort, das aus "male" und "humanoid" gebildet wurde. Also männlich und menschenähnlich – aber eben nicht ganz Mensch.

(…) Femcels sind Frauen, die sich ebenfalls als unfreiwillig sexlos verstehen. In ihren Foren geht es viel um Hässlichkeit, Scham, psychische Krankheiten, Essstörungen, Zurückweisung und natürlich Männer, denn irgendeiner muss schließlich schuld sein. Mal erzählt eine Frau, sie sei in einer Sekte aufgewachsen und leide unter Depressionen, Schizophrenie und einer Essstörung, mal erörtert eine andere seitenlang, welche angeblich objektiven Makel in ihrem Gesicht dafür verantwortlich seien, dass kein Mann sie jemals lieben könne.

(…) Die Pink-Pill-Ideologie erklärt romantische und sexuelle Zurückweisung als biologisches Schicksal. Attraktive Frauen, die sogenannten Stacys, beherrschen den sexuellen Markt, während "hässliche" Frauen einem angeblich fest verdrahteten Lookism zum Opfer fallen. Männer und Frauen werden zu zwei biologischen Klassen mit unveränderlichen sexuellen und emotionalen Eigenschaften degradiert.

Das System ist also dermaßen festgezurrt, dass man sich eigentlich auch gleich wieder ins Bett legen kann. Vielleicht noch einen Post absetzen, in dem Männer als „moids“ bezeichnet werden. Fertig. Besiegeltes Schicksal.

(…) Und genau das ist der Punkt, in dem sich Incels und Femcels nämlich erstaunlich wenig unterscheiden. Beide machen aus individuellen Schicksalen allgemeingültige Gesetze. Beide teilen Menschen in begehrenswert und wertlos ein. Beide erklären diese Ordnung für biologisch festgelegt. Beide entmenschlichen das andere Geschlecht und beide finden im Internet genügend Leute, die ihnen bestätigen, dass nicht sie das Problem sind, sondern die Welt. Die Ideologie ist fast identisch. Aber ihre gesellschaftliche Auslegung nicht. Das ist das Interessanteste daran.

Denn beim Incel wird der Frauenhass sofort als Ideologie erkannt und bewertet, aber bei den Femcels taucht in der Analyse zuallererst die Diagnose auf. Beim Mann wird aus Kränkung Frauenhass. Bei der Frau allerdings wird aus Männerhass wieder eine Kränkung. Einmal vor und wieder zurück, bis von der eigenen Handlung nicht mehr besonders viel übrig bleibt. Wenn eine Frau grausam ist, wird nach ihrer Verletzung gesucht. Wenn sie hasst, ist sie traumatisiert (vermutlich durch einen Mann). Wenn sie Männer entmenschlicht, verarbeitet sie berechtigterweise nur das Patriarchat. Vielleicht leidet sie auch noch an einer Depression oder Essstörung. Alles möglich.

Nur leiden Männer ebenfalls an Depressionen, Essstörungen und schrecklichen Kindheiten. Trotzdem wird männliche Wut schneller und öfter als grundsätzliches, biologisch bedingtes Problem verstanden, während man weibliche Wut beinahe automatisch als Reaktion auf biografische Erfahrungen liest.

Frauen aus ihrer Verantwortung zu entlassen, weil Frauen angeblich ganz anders hassen, ist keine Gleichberechtigung. Auch keine Empathie. Es ist dieselbe Infantilisierung, die Frauen seit Jahrhunderten erklärt, sie seien zu zart, zu emotional oder zu unschuldig, um wirklich Subjekt zu sein. Nur klingt es heute progressiver. Coping statt Hysterie. Trauma statt weiblicher Schwäche.

Das Ergebnis bleibt gleich: Der Mann handelt. Mit der Frau geschieht etwas. Dabei sind Frauen sehr wohl in der Lage, aus einer persönlichen Kränkung eine Ideologie zu bauen, andere zu entmenschlichen und sich ihre Ressentiments so lange gegenseitig zu bestätigen, bis sie wie Fakten aussehen. Genau das beweisen die Femcels. Und irgendwie bin ich fast dankbar dafür.

Dass sie dabei seltener körperliche Gewalt ausüben, sollte niemand verschweigen. Dass sie deshalb keine besseren Menschen sind, aber bitte auch nicht. Wer Frauen nicht zutraut, böse, reaktionär oder einfach verantwortungslos zu sein, hält sie nicht für bessere Menschen, sondern für Kinder.


Ich stimme hier zu hundert Prozent zu. Bizarr, dass man sich damit in weiten Teilen der Linken ins politische Aus manövriert.



6. Die Dating-Plattform Bumble lässt sein im Marketing bisher stärkstes Feature fallen, dass dort nämlich ausschließlich Frauen Männer kontaktieren dürfen. Der grund: 66 Prozent der Frauen erklärten, sie mögen es lieber, wenn Männer bei einer Annäherung den ersten Zug machen. Außerdem will Bumble die bei Frauen demnach verbreitete Tendenz unterbinden, "faule" erste Flirtnachrichten zu senden, die oft aus einem einzigen Wort bestünden. Man merkt hier deutlich, dass etliche Frauen sich anscheinend nie große Mühe dabei machen mussten, bei einem begehrten Mann zu landen, und deshalb wenig Training darin haben. Einen starken Markt von Pick-up-Ratgebern für Frauen gibt es nun mal nicht.



7. Die "Manosphäre" zeigt sich immer missmutiger gegenüber Donald Trump. Gründe dafür sind unter anderem der Irankrieg, das brutale Vorgehen gegen Zuwanderer und der Umgang mit den Epstein-Akten. Ein früher entschiedener Trump-Unterstützer aus der Manosphäre wird mit folgenden Worten zitiert:

"Trump sollte seines Amtes enthoben werden. Trump muss sofort aus dem Amt gejagt werden. Es war eine absolute Katastrophe. Er hat gezeigt, dass er für diesen Krieg nicht geeignet ist. Er hat keine Ahnung, was vor sich geht. Er ist senil. Er lügt. Er macht erst in den Medien großspurig eine Show und ändert dann seine Meinung. Er bettelt um Geld. Er will Bodentruppen. Wenn er nicht seines Amtes enthoben wird, dann haben wir als Land versagt. Die Mehrheit der Amerikaner will, dass wir diesen Krieg verlieren."


Es dürfte Trump auch nicht helfen, dass die Alarmstimmung hoch bleibt, was die Abwanderung von Männern aus der Arbeitswelt betrifft. Inzwischen sprechen Experten davon, dass dadurch "die Stabilität des Landes gefährdet" sei. Auch hier einige Auszüge aus dem ewig langen Artikel:

Die neueste Aufschlüsselung des Bureau of Labor Statistics ergab, dass im vergangenen Monat 44,07 Millionen der 132,8 Millionen anspruchsberechtigten Männer über 15 Jahren – also 33,2 % – nicht zur Erwerbsbevölkerung gehörten. Das sind 9 Millionen mehr erwerbslose Männer (29 %) als 2012.

Die Zahl der Männer, die sich gegen eine Arbeit entscheiden, stieg allein in den vorangegangenen 12 Monaten um 891.000, während die Wirtschaft Stellen in der Fertigung und im Finanzwesen abbaut.

"Die amerikanische Wirtschaft hat sich allmählich von einigen der Branchen abgewendet, die historisch guten Arbeitsplätzen für Männer ohne College-Abschluss boten", sagte Scott Beaulier, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Wyoming. "Inzwischen ist ein Großteil des jüngsten Beschäftigungswachstums in Bereichen wie Gesundheitswesen und Bildung erfolgt, in denen Frauen einen deutlich größeren Anteil der Belegschaft stellen."

Beaulier verwies auf Forschungsergebnisse, wonach Männer, die in ihren 30ern zu Hause bleiben, um Videospiele zu spielen oder Ruhm in den sozialen Medien zu suchen, es "zunehmend schwerer" finden, in traditionelle Arbeit zurückzukehren – sondern eher im Gefängnis landen.

(…) Die American Staffing Association führt die Trends auf verstärkte Pensionierungen, jüngste Einwanderungsbeschränkungen und einen Anstieg der akademischen Schwierigkeiten bei Jungen zurück. (…) Derzeit sind 53 % der Personen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, Frauen und 47 % Männer.

"Die sinkende Erwerbsbeteiligung von Männern stellt ernsthafte Probleme für die Wirtschaft dar", sagte Noah Yosif, Chefökonom der Personalvermittlungsvereinigung. "Mehr Männer in den Arbeitsmarkt zu bringen ist genauso wichtig wie die Fortschritte der Frauen darin zu bewahren."


Aber ist es nicht grauenvoll "rechts", so zu denken?

"Eine große Menge an Forschungsergebnissen berichtet durchgängig, dass erwerbslose Männer wenig produktive Tätigkeit ausüben“, sagte Siri Terjesen, Associate Dean für Betriebswirtschaft an der Florida Atlantic University. "Frauen sind wirtschaftlich unabhängiger geworden und haben einen größeren Anteil am Haushaltseinkommen, stehen aber einem kleineren Pool wirtschaftlich stabiler Partner gegenüber."

(…) Walter Block, ein libertärer Wirtschaftswissenschaftler, der an der Loyola University New Orleans lehrt, schätzt, dass Männer inzwischen etwa 42 % der Studenten in vierjährigen Studiengängen ausmachen, gegenüber 47 % im Jahr 2011. Er stellte fest, dass 2024 47 % der Frauen im Alter von 25–34 Jahren einen Bachelor-Abschluss oder höher hatten, verglichen mit 37 % der männlichen Altersgenossen.

"Männer scheiden nicht nur aus dem Arbeitsmarkt aus, sondern auch aus Colleges und Universitäten", sagte Block. "Ein grassierender Feminismus hat unsere Gesellschaft übernommen, zu ihrem großen Schaden."

Brad Wilcox, Soziologe an der University of Virginia, der Familienfragen untersucht, nannte es einen "katastrophalen Rückgang".

"Stagnierende Löhne, abwesende Väter und die Anziehungskraft digitaler Ablenkungen scheinen alle an diesem Rückzug aus der Arbeit beteiligt zu sein", sagte Wilcox. "Es ist ein großes Problem, weil Männer, die nicht vollzeit arbeiten, depressiver, unglücklicher und weniger geneigt sind, starke und stabile Familien zu gründen."

(…) "Viele dieser Männer stecken tief im Substanzmissbrauch, insbesondere Cannabis und Opioiden", sagte Keith Humphreys, Psychologe und Suchtforscher an der Stanford University. "Das ist schlecht für ihre Gesundheit und verringert auch ihre Chancen auf längerfristigen Erfolg in Beschäftigung oder Ausbildung."

(…) Öffentliche Gesundheitsdaten zeigen, dass bis zu 107 amerikanische Männer sich jeden Tag das Leben nehmen, was etwa 80 % aller Suizide ausmacht.


Wenn es nur eine politische Bewegung gäbe, die seit Jahrzehnten auf diese Entwicklung aufmerksam macht …

Aqualus Gordon, Psychologieprofessor mit Spezialisierung auf Männerfragen am Maryville College in Tennessee, sagte, die feministische Neuverhandlung der Geschlechterrollen habe eine postpandemische "Männlichkeitskrise" junger Männer geschaffen, die Ruhm in den sozialen Medien einer 9-to-5-Karriere vorziehen.


Aqualus? Ich habe einen neuen Vornamen für meine nächste Romanfigur. Aber sorry: Keine Witze über Namen, und wir wollten beim Thema bleiben.

Laut den Experten ist unklar, ob sich der Arbeitsmarkt für Männer in absehbarer Zeit verbessern wird.

"Aus einer Vielzahl von Gründen sind gut bezahlte Jobs für ungelernte Arbeiter knapp", sagte Michael New, Professor für Sozialforschung an der Catholic University of America. "Ich sehe keine kulturellen Verschiebungen am Horizont, die Männer im erwerbsfähigen Alter motivieren würden, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen."

Die meisten Finanzexperten sagen, dass sich die Dinge erst ändern werden, wenn die Nation mehr Geld in Berufsbildungsprogramme steckt – und in ein Bildungssystem, das Fachberufe fördert statt sie herunterzuspielen.

"Wir vermarkten vierjährige Colleges mit Campus-Touren", sagte Donald Thompson, Managing Director des Center for Organizational Effectiveness bei Workplace Options in North Carolina. "Die Handwerksberufe vermarkten wir mit einer Broschüre."

Herr Thompson hat keinen traditionellen College-Abschluss. Er sagte, ein ehrliches Verkaufsargument für Fachberufe in Schulen sollte Jungen darüber informieren, dass ein Elektriker-Lehrling "ab der ersten Woche verdient", seine Ausbildung schuldenfrei abschließt und mit Mitte zwanzig 60.000 bis 80.000 Dollar im Jahr verdient.

Angelica Gianchandani, Dozentin für Finanzen an der New York University, forderte Arbeitgeber auf, den Wert solcher Karrieren neu zu definieren, um jüngeren Männern zu helfen, das durch KI verursachte Abbauen der Unternehmenskarriereleiter zu überstehen.

"Was passieren muss, ist eine strukturelle Veränderung, nicht nur eine Einstellung", sagte Frau Gianchandani. "Führen Sie neue Wege in Handwerks- und Berufsbildungsarbeit an, nicht nur vierjährige Abschlüsse."




8. Die Post. Einer meiner Leser macht mich auf Texte des Soziologen Dr. Sebastian Tillmann aufmerksam, in denen er untersucht, wie es dazu kam, dass es mehr Frauen an den Hochschulen in Baden-Württemberg gibt, weil die Männer gehen, wie das Schulsystem Verhalten misst und Kompetenz draufschreibt, und was das Jungen und Mädchen jeweils kostet: hier, hier und hier. Dabei stellt Tillmann eine zentrale Frage:

Die geschlechtsbezogene Gleichstellungsinfrastruktur unseres Systems sitzt überwiegend auf der Hochschulstufe. Das ist genau die Stufe, auf der die Lücke inzwischen geschlossen und sogar leicht zugunsten der Frauen invertiert ist. Die Stufe dagegen, die das Ungleichgewicht erzeugt, das schulische Zurückfallen der Jungen, liegt weitgehend außerhalb dieses Apparats. Reagieren unsere Institutionen also symmetrisch und evidenzgeleitet auf die heutige Lage, oder trägheitsgetrieben auf eine Lage von vor zwanzig Jahren?




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Mittwoch, August 12, 2026

Bachelorette-Partys und der ungleiche Partnermarkt: Warum viele Männer einsam bleiben

Das Magazin des Zentrums für Männerpsychologie hat gestern einen Beitrag veröffentlicht, bei dem sich eine vollständige Übersetzung ins Deutsche lohnt. Er verknüpft die Abschiedsabende von Jungesellinen (Bachelorettes), den ungleichen Partnermarkt und männliche Einsamkeit miteinander.



In heutigen westlichen Gesellschaften haben sich Muster sexuellen und romantischen Verhaltens so entwickelt, dass Beobachter von einer faktischen Polygynie sprechen: Ein relativ kleiner Prozentsatz hochattraktiver Männer erhält einen unverhältnismäßig großen Anteil an sexuellen und romantischen Gelegenheiten, während viele durchschnittliche Männer deutlich weniger Chancen auf eine Beziehung haben. Diese Dynamik hat messbare Auswirkungen auf die männliche Psychologie, darunter erhöhte Einsamkeit, soziale Isolation und Risiken für die psychische Gesundheit.

Junggesellinnenabschiede und damit verbundene weibliche Verhaltensweisen können diese selektiven Muster veranschaulichen.

Beobachtetes Verhalten bei Junggesellinnenabschieden

Junggesellinnenabschiede haben sich von relativ zurückhaltenden Feiern vor der Hochzeit zu Veranstaltungen entwickelt, bei denen häufig männliche Stripper oder Erotiktänzer auftreten. Viele bleiben harmlos und unterhaltsam, doch zahlreiche Berichte von Performern, Teilnehmerinnen und Online-Diskussionen beschreiben explizitere Interaktionen – besonders in privaten oder häuslichen Settings.

Solche Berichte schildern aggressive körperliche Kontakte, darunter Grapschen, das Drücken von Gesichtern in den Schrittbereich, Spanking und ähnliche Handlungen. Auch Küssen, Lecken (manchmal mit essbaren Requisiten) und Oralverkehr von Frauen an den Performern tauchen wiederholt auf. In manchen Fällen gehen diese Interaktionen privat noch weiter. Gruppendynamiken verstärken das Erlebnis oft: Mehrere Frauen interagieren mit einem Performer, während andere zur Teilnahme anfeuern. Auch gleichgeschlechtliche Kontakte unter den Frauen selbst werden häufig berichtet.

Diese Schilderungen sind größtenteils anekdotisch und beschreiben nicht jedes Event. Viele Feiern bleiben theatralisch oder zurückhaltend. Dennoch legen wiederkehrende Berichte nahe, dass in bestimmten jüngeren oder städtischen Kreisen diese Veranstaltungen als Ventil für sexuelle Befriedigung durch kollektiven Zugang zu hochattraktiven männlichen Performern dienen. Die Gesellschaft rahmt solches Verhalten häufig als empowertes "letztes Hurra", während vergleichbares männliches Verhalten bei Junggesellenabschieden schärfer kritisiert wird.

Das breitere Muster: Teilen hochattraktiver Männer

Ähnliche Dynamiken zeigen sich im alltäglichen Paarungsverhalten. Großangelegte Daten von Dating-Plattformen zeigen, dass Frauen im Durchschnitt die Mehrheit der männlichen Profile als unterdurchschnittlich attraktiv bewerten und ihre Aufmerksamkeit auf eine kleinere, hochattraktive Schicht konzentrieren. Das erzeugt ein "Winner-takes-most"-Umfeld, in dem höherwertige Männer reichlich Optionen haben – inklusive Gelegenheitssex und paralleler Arrangements –, während viele andere Männer kaum Interesse erhalten.

Einige Frauen scheinen Zugang zu sexuell begehrenswerteren Männern zu behalten, während sie sich gleichzeitig mit stabileren Partnern für Ressourcen, emotionale Unterstützung oder langfristige Sicherheit verbinden. Berichte über lockere Phasen, parallele Partner und bezahlte Begegnungen mit hochattraktiven männlichen Performern passen in dieses Muster selektiver weiblicher Aufmerksamkeit. Das Interesse konzentriert sich auf sexuell attraktive Männer; wenn direkter Zugang begrenzt ist, verschaffen sich manche Frauen ihn über Gruppenveranstaltungen oder bezahlte Arrangements. Das Ergebnis: Eine relativ kleine Zahl höherwertiger Männer erhält sexuelle Aufmerksamkeit von mehreren Frauen, während viele durchschnittliche Männer kaum welche bekommen. Bei Junggesellinnenabschieden haben Performer beschrieben, dass auch verheiratete oder verlobte Frauen begeistert mitmachen und die Erfahrung manchmal als letzten Seitensprung oder gelegentliches Ventil behandeln.

In solchen Fällen kann ein hochattraktiver Mann sexuelle Befriedigung liefern, während ein anderer Mann Stabilität oder Ressourcen bereitstellt. Geschieht dies innerhalb einer Beziehung, die der zweite Mann für exklusiv hält, untergräbt das die Gegenseitigkeit, die Paarbindung braucht, und schwächt oft die sexuelle Beziehung zu diesem Partner – er trägt die Kosten, ohne die entsprechenden Vorteile zu erhalten.

Psychologische Folgen für Männer

Diese modernen Muster des Paarungsmarkts haben Auswirkungen auf die männliche Psychologie. Junge Männer berichten in mehreren großen Datensätzen derzeit höhere Einsamkeitsraten als junge Frauen. Gallup-Daten etwa zeigten, dass 25% der US-Männer im Alter von 15–34 angaben, am Vortag viel Einsamkeit empfunden zu haben, verglichen mit 18% der Frauen derselben Altersgruppe. Der Anteil der Männer ohne enge Freunde stieg von 3% im Jahr 1990 auf 15% im Jahr 2021, während der Anteil mit sechs oder mehr engen Freunden von 55% auf 27% sank.

Der Beziehungsstatus selbst hängt stark mit der psychischen Gesundheit von Männern zusammen. Eine Metaanalyse globaler Daten von 2025 fand, dass geschiedene Männer ein fast dreimal so hohes Risiko für Suizid hatten wie verheiratete Männer, und kürzlich Getrennte – besonders unter 35 – ein noch höheres relatives Risiko. Alleinstehende und geschiedene Männer zeigen in mehreren Studien auch erhöhte Depressionsraten.

Länger anhaltender geringer Paarungserfolg und dünnere soziale Netzwerke können diese Effekte verstärken. Männer, die wiederholte Zurückweisung erleben oder längere Zeit außerhalb von Paarbindungen bleiben, berichten oft von vermindertem Selbstwertgefühl, reduzierter Motivation und höherer Einsamkeit. Wenn höherwertige Männer einen unverhältnismäßig großen Anteil weiblicher sexueller und romantischer Aufmerksamkeit absorbieren, bleibt einem größeren Pool von Männern weniger Zugang zu den intimen Beziehungen, die Forschung konsistent mit besseren psychischen Gesundheitsfolgen bei Männern verknüpft.

Diese Folgen sind multifaktoriell. Wirtschaftlicher Druck, Bildungsbarrieren, technologische Veränderungen und kulturelle Verschiebungen in Beziehungen und Geschlechtererwartungen tragen allesamt zu dieser Entwicklung bei. Nicht jede Frau beteiligt sich an parallelen oder stark selektiven Mustern, aber die Folgen für viele Männer sind erheblich.

Dennoch scheint die derzeitige Verteilung von Paarungschancen eine beträchtliche Minderheit von Männern mit reduziertem Zugang zu Beziehungen, körperlicher Zuneigung und den psychologischen Vorteilen zu hinterlassen, die üblicherweise damit einhergehen.

Hin zu einem ehrlichen Diskurs

Junggesellinnenabschiede und das breitere Muster des geteilten Zugangs zu hochattraktiven Männern veranschaulichen, wie Geschlechtergleichheit und zuverlässige Verhütung Paarungsmärkte und Beziehungen auf eine Weise umstrukturieren können, die nicht weithin vorhergesehen wurde. Höherwertige Männer gewinnen reichlich Zugang mit geringem Commitment. Während viele Frauen Aufregung, Bestätigung, Befriedigung und/oder Ressourcen über selektive Kanäle gewinnen, stoßen durchschnittliche Männer auf Ausschluss von den Beziehungen, die für die meisten Menschen zentral für das Wohlbefinden bleiben.

Die männliche Psychologie hat die Bedeutung sozialer Verbundenheit, Status und Paarbindung seit Langem erkannt. Der gegenwärtige Paarungsmarkt und die Einsamkeits- und psychischen Gesundheitskorrelate, die geringen Erfolg für viele Männer begleiten, verdienen genauere empirische und klinische Aufmerksamkeit. Mehr Transparenz darüber, wie diese Märkte tatsächlich funktionieren, könnte Männern, Klinikern und Entscheidungsträgern helfen, realistischere Erwartungen und wirksamere Formen der Unterstützung zu entwickeln.



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Dienstag, August 11, 2026

Großbritannien: "Wir sollten mehr Frauen ins Gefängnis stecken"

1. Die britische Tageszeitung Telegraph widmet sich in einem aktuellen Beitrag dem Geschlechtergefälle bei Häftlingen und die verquere Debatte darüber.

Weniger Frauen ins Gefängnis schicken. Das ist der Konsens über das gesamte politische Spektrum hinweg. Es ist Teil von Premierminister Andy Burnhams Plan, Gefängnisplätze für Männer freizumachen. Die Konservativen haben erklärt, dass sie dem zustimmen, und sogar Colin Sutton, der neu gewählte Police and Crime Commissioner von Reform für Norfolk, befürwortet es. Selbstverständlich sind auch alle Gefängnisreform-Wohltätigkeitsorganisationen dafür.

Offenbar könnten genügend Frauen sicher freigelassen werden, um HMP Bronzefield, Englands größtes Frauengefängnis mit über 500 Insassen, für männliche Straftäter umzuwidmen.

Wie bei allem, was zu einer unhinterfragten Wahrheit geworden ist, muss die Behauptung, dass wir zu viele Frauen einsperren, kritisch hinterfragt werden. Es lässt sich ein starkes Argument für die gegenteilige Position vorbringen: dass zu wenige Frauen eine Freiheitsstrafe verbüßen.

Es gibt über 87.000 Gefangene in England und Wales, aber nur etwa 4 Prozent bzw. 3.500 davon sind Frauen. Das ist ein dramatischer Wandel im Vergleich zu früheren Zeiten.

Laut Zahlen des House of Commons waren im Jahr 1900 17 Prozent der Gefangenen Frauen.

Während die Gesamtzahl der Gefangenen seit 1900 vervierfacht hat, ist die absolute Zahl der weiblichen Gefangenen kaum gestiegen. 1901 kamen auf 100.000 Männer über 15 Jahren in England 152 männliche Gefangene; heute sind es 336 pro 100.000. Bei den Frauen lag die Zahl 1901 bei 27 pro 100.000, heute bei 14 pro 100.000. Die Inhaftierungsrate bei Männern hat sich in den letzten 125 Jahren mehr als verdoppelt. Bei den Frauen hat sie sich hingegen fast halbiert.

(…) Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass weitaus weniger Frauen angeklagt werden, als es möglich wäre. Sprechen Sie mit Strafverteidigern – einige werden zugeben, dass es oft genügend Beweise gibt, um Ehefrauen und Freundinnen von Drogenhändlern und anderen Schwerverbrechern selbst anzuklagen, dies aber nur sehr selten geschieht.

Wie die Angelegenheit um Nicola Sturgeon zeigt, ist es durchaus möglich, dass die Partnerin eines Betrügers von den Verbrechen ihres Mannes nichts weiß. Wer jedoch mit einem Drogenhändler zusammenlebt, müsste schon außergewöhnlich naiv sein, um nicht zu wissen, was der Partner treibt. Mit einigen engen Ausnahmen (vor allem im Zusammenhang mit Terrorismus, Kindesmissbrauch oder bestimmten Berufen wie im Bankwesen mit Meldepflichten) ist das Nichtanzeigen einer Straftat selbst keine Straftat. Doch bei vielen Partnerinnen von Kriminellen, so sagen Strafverteidiger, gibt es oft klare Hinweise darauf, dass ihre Verwicklung weit darüber hinausgeht.

Kriminelle reagieren wie wir alle auf Anreize und Abschreckung. Wenn praktisch keine nicht-gewaltätigen weiblichen Straftäterinnen mit dem Gefängnis rechnen müssen (und nur das würde einen spürbaren Unterschied bei der Überbelegung der Gefängnisse machen), dann wird die Zahl der nicht-gewaltätigen weiblichen Straftäterinnen mit Sicherheit steigen. Und kriminelle Banden werden einen Anreiz haben, sie einzusetzen.

Zu behaupten, dass weniger Frauen ins Gefängnis geschickt werden sollten, ist nicht feministisch und spricht ihnen die Handlungsfähigkeit ab. Wahre Gleichheit bedeutet, mehr Frauen hinter Schloss und Riegel zu bringen.




2. Das Bezirksamt Neukölln möchte Gelder für Obdachlosen- und Suchthilfe streichen, wenn die betreffenden Helfer zu stark Israel kritisiert haben.



3. In Brandenburg hat man offenbar das Frauen unterdrückende Patriarchat abgeschafft, denn Frauen verdienen dort in 16 von 18 Regionen mehr als Männer.



4. "Schockstudie mit Mäusen: Werden Männer bald nicht mal mehr fürs Kinderkriegen gebraucht?" titelt die Wochenzeitung "Freitag" mit dem in vielen linken Kreisen üblichen Charme. Werden Männer beim "Freitag" nicht mal mehr als zahlende Leser gebraucht? Der Teaser des Artikels geht so:

Forscher haben eine Maus mit zwei Müttern und ganz ohne Vater gezüchtet. Unsere Autorin ist von Männern auf Dating-Apps so genervt, dass sie daraus eine radikale Idee für ihre beste Freundin entwickelt.


Der Artikel geht auf dem Niveau weiter, das sich hier schon erahnen lässt. Und demnächst irgendwann wird der "Freitag" einen neuen Beitrag darüber fabrizieren, wie übel der Frauenhass vieler Männer wäre …



5. In einem Youtube-Video, auf das ich heute gestoßen bin, beschäftigt sich die Therapeutin Vanessa Bentley mit den Folgen von Männerhass für die eigene seelische Gesundheit. (Den Link dazu sollte man vielleicht verschiedenen Redaktionen nach einem entsprechenden Artikel kommentarlos zusenden.) Bentley argumentiert, dass die Stigmatisierung von Männern und das Aufrechterhalten von Narrativen, die Männer pauschal als Täter oder Feindbild darstellen, nicht nur Männern schadet, sondern auch die psychische Gesundheit von Frauen nachhaltig belastet. Dabei beschreibt sie, wie im Zuge bestimmter gesellschaftlicher Strömungen die Kritik an Strukturen schrittweise auf die darin agierenden Personen übertragen wurde ("Männer sind das Problem"). Diese Männerfeindlichkeit basiere auf Verachtung und führe zu kognitiven Verzerrungen (zum Beispiel Generalisierungen, Katastrophisieren und Bestätigungsfehler). Für Betroffene – insbesondere Heranwachsende und Jungen – bedeute diese Form der Zuschreibung eine erhebliche Belastung für die Entwicklung der eigenen Identität. Unter Rückgriff auf paartherapeutische Erkenntnisse betont Bentley, dass Verachtung eine der Hauptursachen für den Zerfall von Beziehungen ist, da sie Respekt, Vertrauen und echte Intimität zerstört.

Auf gesellschaftlicher Ebene schwäche ein feindseliges Narrativ Frauen, da es sie in einem Dauerzustand der Abwehr und des Bedrohungsempfindens hält. Ein produktives Miteinander der Geschlechter wird erschwert, wenn Kooperation durch eine ideologische Feindbildkonstruktion ersetzt wird.

Deshalb plädiert Bentley für die Rückkehr zur Realität und die Überwindung pauschaler Verallgemeinerungen. Sie fordert Männer dazu auf, Beschämungen nicht kollaborativ hinzunehmen, und ermutigt Frauen, sich von Opfer-Narrativen zu lösen, um eine respektvolle und authentische Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern zu ermöglichen.



6. Die Berliner Zeitung hat den Religionsforscher Ryan Burge unter anderem zu jungen Männern interviewt:

Berliner Zeitung: Besonders junge weiße Männer kehren zur Religion zurück. Wie erklären Sie das?

Ryan Burge: Sie sind performativ religiös. Sie sagen eher, Religion sei ihnen sehr wichtig, aber sie gehen nicht häufiger in die Kirche. Es geht mehr um die Vibes von Religion als um die gelebte Erfahrung. Und das könnte das schlechteste Ergebnis der ganzen Sache sein. Religion ist nicht bloß ein Knüppel, mit dem man andere diskriminiert und sagt: Ich bin besser als du. Sie soll eine Gemeinschaft sein, die für eine gemeinsame Sache zusammenarbeitet.

Es ist, als hätten sie den einen Teil genommen, aber nicht den anderen – in vielerlei Hinsicht den schlechteren. Ich glaube, sie fühlen sich unbehaglich über das rasche Tempo des sozialen Wandels und suchen eine Erklärung oder eine Entschuldigung, je nach Perspektive.

(…) Viele junge weiße Männer haben mir erzählt, sie hätten angefangen, in die Kirche zu gehen, weil es der einzige Ort ist, an dem sie sich nicht dafür entschuldigen müssen, ein weißer Mann zu sein. Sie haben das Gefühl, der Rest der Gesellschaft richte sich nach Frauen, People of Color oder anderen Minderheiten aus, und die Kirche sei noch eine Bastion weißer männlicher Macht. Ich nehme das niemandem übel – man will dorthin gehen, wo man sich willkommen fühlt.




7. Das Blog "Wortvogel" stört sich an der Inflation bestimmter Begriffe:

Ich gehe mit Thomas Fischer nicht immer konform. Muss ich auch nicht. Aber er ist sehr gut darin, in seinen Kolumnen Recht von Gerechtigkeit zu trennen, die Moral von der Justiz – und das Arschloch vom Verbrecher.

In diesem Text setzt er sich mit den Reformplänen der Justizministerin auseinander, die den Gewaltbegriff massiv ausweiten/aufweichen will. Weil ich seine Meinung dazu seit Jahren selber predige, äußere ich mich hier dazu – und rege mich obendrein darüber auf, dass immer mehr Gesetze speziell auf tatsächliche oder empfundene Bedrohungen von Frauen zugeschnitten werden.

Früher war ein Gewaltverbrechen ein Gewaltverbrechen.

Heute ist Gewalt offenbar alles, was geeignet ist, jemanden "zu irritieren", "einzuengen", "unsicher fühlen zu lassen" oder "emotionale Belastungen zu erzeugen". Und wenn man sich lange genug durch die neuesten Vorschläge aus dem Justizministerium liest, gewinnt man den Eindruck, dass der Begriff "Gewalt" mittlerweile ungefähr dieselbe Präzision besitzt wie "toxisch", "Narrativ" oder "nachhaltig". "Gewalt" ist irgendwie das negative Pendant zur "Wellness".

(…) Besonders bemerkenswert ist dabei die Selbstverständlichkeit, mit der inzwischen explizit geschlechtsspezifische Schutzgesetze diskutiert werden. Nicht "Opferschutz". Nicht "Schutz vor Gewalt". Sondern Schutz von Frauen.

Natürlich: Frauen werden Opfer von Gewalt. Häufig. Schlimm. Unstrittig.

Aber Männer eben auch.

Und genau an diesem Punkt beginnt das rechtsstaatliche Unbehagen. Ein liberaler Rechtsstaat schützt die Bevölkerung – nicht ausgesuchte Teile davon. Man stelle sich probeweise die umgekehrte Formulierung vor: ein Gesetz zum besonderen Schutz von Männern vor psychischer oder sozialer Gewalt durch Frauen. Der öffentliche Aufschrei wäre auf der nach oben offenen Richter-Skala messbar.

Doch sobald "Frauen" im Titel steht, soll plötzlich jede Nachfrage unanständig wirken. Das ist kein Fortschritt.

(…) Nehmen wir den Kanadier, der 18 Monate im Knast saß, weil man ihm unterstellte, er habe im Internet versucht, sexuelle Kontakte zu Minderjährigen anzubahnen. Es gab keine Opfer, keine Zeugen, keine Beweise, kein Geständnis – nur seinen Usernamen, der auf den Drachenschrei im Computerspiel THE ELDER SCROLLS V: SKYRIM zurück geht. Das reicht zur Verurteilung. Es reicht, sein Leben zu ruinieren. Bis man dann feststellt, dass sein Username lediglich falsch abgeschrieben wurde.

Ups.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Frauen oder Kinder geschützt werden sollen. Natürlich sollen sie das. Genauso wie Männer.

Die eigentliche Frage lautet: Kann es in einem Rechtsstaat überhaupt Taten geben, die bei Frauen als Verbrechen gelten – bei Männern aber nicht? Ich möchte das nicht glauben. Und ich möchte es auch nicht unwidersprochen stehen lassen.




8. Eine neue Studie bestätigt, dass manche klassisch männliche Verhaltenswesen Männern schaden können (und andere nicht), womit sie differenzierter ist als neunzig Prozent von dem, was man in deutschen Medien zu diesem Thema findet:

Die Beziehung zwischen traditionellen Männlichkeitsidealen und der psychischen Gesundheit von Männern ist nach neuen Forschungsergebnissen hochkomplex. Während einige gesellschaftliche Erwartungen an das Verhalten von Männern neutral oder sogar schützend wirken, zeigt eine neuere Studie, dass bestimmte Normen – nämlich emotionale Unterdrückung und extreme Selbstbezogenheit – eindeutig mit höheren Raten von Angstzuständen und Depressionen verbunden sind. Die Studie hilft, die psychologischen Mechanismen dahinter zu erklären, und zeigt, dass diese spezifischen Ideale mit Schwierigkeiten bei der Verarbeitung und Bewältigung von Emotionen zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Sex Roles" veröffentlicht.

Forscher haben beobachtet, dass Männer seltener professionelle psychologische Hilfe in Anspruch nehmen und eine Therapie häufiger abbrechen als Frauen. Männer weisen zudem hohe Raten an internalisierenden Symptomen auf. Unter internalisierenden Symptomen versteht man psychische Erkrankungen, bei denen Betroffene psychisches Leid nach innen richten, anstatt es aggressiv nach außen zu tragen; typische Beispiele sind Depressionen und Angststörungen.

(…) Wichtig ist, dass die Forscher Männlichkeit nicht als einzelnes, homogenes Konstrukt betrachteten, sondern als eindimensionales und mehrdimensionales Gefüge von Normen. In vielen industrialisierten westlichen Ländern reichen diese traditionellen Ideale von Streben nach sozialem Status und Risikobereitschaft bis hin zu Stoizismus und der Unwilligkeit, Verletzlichkeit zu zeigen. Die Studie zielte darauf ab, genau zu identifizieren, welche dieser spezifischen Erwartungen schädlich, welche neutral und welche möglicherweise sogar schützend sind.

Um den Zusammenhang zwischen diesen kulturellen Erwartungen und der psychischen Gesundheit zu verstehen, betrachteten die Forscher zwei spezifische psychologische Konzepte: Alexithymie und Emotionsregulation.

Alexithymie beschreibt ein Persönlichkeitsmerkmal, das durch schwere Schwierigkeiten gekennzeichnet ist, eigene Emotionen zu erkennen und zu benennen. Menschen mit hoher Alexithymie neigen dazu, ihre Aufmerksamkeit nach außen zu richten, anstatt ihre inneren Gefühle zu analysieren. Emotionsregulation hingegen ist die Fähigkeit, emotionale Reaktionen zu überwachen, zu bewerten und zu verändern, um einen gewünschten Zustand oder ein Ziel zu erreichen.

Die Forscher stellten die Hypothese auf, dass bestimmte kulturelle Erwartungen Jungen von klein auf beibringen, Verletzlichkeit zu unterdrücken. Wenn Kinder wiederholt dazu angehalten werden, Trauer oder Angst zu verbergen, um stark zu erscheinen, verlieren sie die Gelegenheit, das Erkennen und Verarbeiten dieser Gefühle zu üben. Im Laufe der Zeit kann sich aus diesem Mangel an Übung im Erwachsenenalter eine Alexithymie entwickeln.

Um dieses Modell zu testen, rekrutierten die Forscher 740 Männer aus den USA und dem Vereinigten Königreich für eine umfangreiche Online-Befragung. Die Teilnehmer waren zwischen 22 und 80 Jahre alt und stammten aus unterschiedlichen Bildungs- und Beschäftigungsverhältnissen.

Die Umfrage umfasste mehrere Fragebögen zur Erfassung verschiedener Aspekte der psychologischen Profile der Teilnehmer. Ein Fragebogen maß, wie stark jeder Teilnehmer zehn verschiedenen traditionellen Männlichkeitsnormen entsprach. Dazu gehörten Eigenschaften wie Risikobereitschaft, Siegeswille, Statusstreben, Selbstständigkeit, die absolute Priorisierung der Arbeit und die Aufrechterhaltung strikter emotionaler Kontrolle.

Weitere Fragebögen erfassten den Grad der Alexithymie der Teilnehmer und ihre Fähigkeit zur Emotionsregulation. Schließlich bewertete die Studie das Vorhandensein und die Schwere internalisierender Symptome, wobei gezielt nach Anzeichen von Depression, Angst und Stress gesucht wurde.

Die statistische Analyse ergab, dass die Beziehung zwischen Männlichkeitsnormen und psychischer Gesundheit stark vom jeweiligen Normtyp abhängt. Vier spezifische Männlichkeitsideale standen in starkem positivem Zusammenhang mit höherer Alexithymie: die Priorisierung der Arbeit, der Drang nach absoluter Selbstständigkeit, der Siegeswille und die Betonung emotionaler Kontrolle.

Männer, die eine höhere Zustimmung zu diesen Normen angaben, hatten mit größerer Wahrscheinlichkeit Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle zu erkennen und zu benennen. Die Forscher vermuten, dass das Vergraben in Arbeit oder die Weigerung, um Hilfe zu bitten, die Gewohnheit verstärken kann, innere Gefühlszustände zu ignorieren.

Andere traditionelle Männlichkeitsnormen zeigten diesen schädlichen Zusammenhang jedoch nicht, und einige schienen sogar förderlich zu sein. Männer, die sich stark zum "Statusstreben" bekannten, wiesen beispielsweise geringere Werte bei Alexithymie und weniger internalisierende Symptome auf. Normen in Bezug auf Risikobereitschaft und heterosexuelle Selbstdarstellung zeigten keine negativen Auswirkungen auf die emotionale Verarbeitung.

Für diejenigen, die ein hohes Maß an Alexithymie aufwiesen, zeigte die Studie einen starken Kaskadeneffekt: Weil es diesen Männern schwerfiel, ihre Gefühle präzise einzuschätzen, waren sie weniger gut gerüstet, diese Gefühle wirksam zu steuern. Diese Unfähigkeit zur Emotionsregulation war wiederum stark mit erhöhter Angst und Depression verbunden.

Durch die Verknüpfung dieser Variablen zeichneten die Forscher einen sequenziellen psychologischen Pfad nach: Der Druck, Idealen extremer Autonomie und emotionaler Unterdrückung zu entsprechen, steht in Verbindung mit der Unfähigkeit, eigene Emotionen zu identifizieren. Diese emotionale Blindheit schränkt die Fähigkeit ein, psychische Belastungen zu bewältigen, was letztlich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für das Auftreten internalisierender Symptome korrespondiert.

(…) Da Männlichkeit vielschichtig ist, warnen die Autoren davor, sie als einheitlich schädliche Kategorie zu behandeln, da eine solche Vereinfachung unkonstruktive Stereotype über Männer verfestigt.

Stattdessen bieten diese Ergebnisse gezielte Anhaltspunkte für Therapeuten und Pädagogen. Die Forscher betonten, dass das Versäumnis, grundlegende Schwierigkeiten bei der Gefühlsidentifikation frühzeitig in der Therapie anzugehen, die Wirksamkeit traditioneller psychologischer Behandlungen mindern könnte. Interventionen, die Männern zunächst beim Aufbau eines emotionalen Vokabulars helfen – ohne Männlichkeit als Ganzes zu pathologisieren –, könnten sich als äußerst nützlich erweisen. Zudem schlagen die Autoren Schulprogramme mit Fokus auf Gefühlsbenennung vor, um Jungen zu helfen, lange vor dem Erwachsenenalter eine gesündere emotionale Funktionsfähigkeit zu entwickeln.

Obwohl die statistischen Modelle einen sequenziellen Pfad nachzeichnen, stützt sich die Studie auf Querschnittsdaten. Ein Querschnittsdesign erfasst Informationen zu einem einzelnen Zeitpunkt, was bedeutet, dass die Forscher keine Kausalität beweisen können. Es ist möglich, dass Personen, die bereits unter hoher Angst oder Depression leiden, ihre Zustimmung zu Männlichkeitsnormen anders angeben als sonst.




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Montag, August 10, 2026

DER SPIEGEL: "Reichinneks Männerproblem"

1.
Linken-Frontfrau Heidi Reichinnek spricht vor allem junge Frauen in Städten an. Diese Strategie könnte ihrer Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt zum Verhängnis werden.


Das war gestern Abend die Top-Meldung auf SPIEGEL-Online und steht dort immer noch weit oben. In dem Artikel heißt es:

Wann immer Heidi Reichinnek irgendwo auftritt, gilt die Fifty-fifty-Regel. Die Hälfte der Zeit wendet die Linken-Bundestagsfraktionschefin für ihre Rede auf, die andere für Selfies mit ihren Fans.

Ein Dienstag im Juli, mehr als 300 Menschen haben sich auf dem Holzmarkt der kleinen Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt versammelt. Sie wollen Reichinnek und Eva von Angern hören, Spitzenkandidatin der Linken bei den Landtagswahlen am 6. September.

Eine Dreiviertelstunde lang reden die Frauen über häusliche Gewalt und Feminismus, über Sozialpolitik und Heimatverbundenheit. Dann kündigt die Moderatorin Zeit für Fotos an. Links der Bühne bildet sich rasch eine lange Schlange. Jüngere Frauen, ältere Damen, Teenagerinnen, sie alle wollen ein Foto mit Reichinnek.

Männer sind in der Schlange kaum auszumachen.

Als Reichinnek und andere Spitzenvertreterinnen der Linken damit begannen, auf TikTok und Instagram für ihre Politik zu werben, erlebte die Partei ein Comeback. Der Zuspruch kam zu einem großen Teil von jungen Frauen in Städten wie Berlin, Leipzig oder Köln. Bislang galt der weibliche Rückhalt als Erfolgsfaktor der Linken, doch jetzt könnte er ihr Probleme bereiten. Das Wachstum der Partei gerät dort an Grenzen, wo es kaum junge, urbane Milieus gibt, die links ticken. Will die Linke auch im ländlich geprägten Sachsen-Anhalt erfolgreich sein, braucht sie nicht nur die Stimmen von Wählerinnen, sondern auch die vieler Wähler.

Studien zeigen, dass das Geschlecht einen Einfluss auf das Stimmverhalten hat. Bei der vergangenen Bundestagswahl wählten in der Gruppe der unter 25-Jährigen 35 Prozent der Frauen die Linke, aber nur 16 Prozent der Männer. Für die AfD hingegen stimmten 27 Prozent der jungen Männer und 15 Prozent der jungen Frauen. In eher ländlich geprägten Bundesländern ist das Phänomen besonders ausgeprägt: Bei den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schnitt die AfD bei Männern deutlich besser ab als bei Frauen. Die extrem rechte Partei landete deutlich vor der Linken. Die schaffte am Ende nicht einmal den Sprung über die Fünfprozenthürde.

Was tut die Linke gegen ihre Schwäche bei Männern? Die Antwort erstaunt: nicht viel.

Die Partei plant für die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin keine gezielte Ansprache von Männern. Im Karl-Liebknecht-Haus, der Berliner Parteizentrale, glauben die Strategen, dass der Kampf für Gleichberechtigung am Ende allen zugutekommt. Wenn sie bei der Linken über Feminismus reden, sind Männer mitgemeint.

Die AfD spricht Männer gezielt an. (…) Selbst die Grünen öffnen sich für ein, wie es in der Partei heißt, positives Bild von Männlichkeit, aus Sorge davor, mit ihrer Emanzipationsrhetorik Wähler zu verschrecken. Reichinnek aber, selbst in Sachsen-Anhalt geboren, denkt nicht daran, ihren Landtagswahlkampf auf Männer auszurichten. (…) "Lasst euch nicht von so einer Westmänner-Elitepartei verarschen", ruft Reichinnek, sie meint die AfD. Das Publikum johlt, es sind vor allem Frauen.


Ebenfalls bei SPIEGEL-Online findet sich das Angebot zu einer Debatte über die Frage "Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Fehlt der Linkspartei eine Ansprache für Männer?" Automatisch möchte man zurückfragen: Im Vergleich zu wem? KEINE Partei hat ernstzunehmende Angebote im Gepäck, die die Anliegen von Männern bedienen und sich an ihre Interessen richten. Die Grünen haben ein verquastes Manifest, zu dem sie selbst kaum stehen und jede Interviewanfrage inzwischen verweigern. Frauenministerin Karin Prien von der CDU sagt manchmal verdruckst, man müsste ja auch etwas für die Männer tun, aber konkret ist ihr Portfolio hier leer, und die Ministerin steht blank da. Wie bei anderen offenen Baustellen auch, scheinen die Politiker zu glauben, ständiges Händeringen über den wachsenden Erfolg der AfD scheint zu genügen. Hauptsache, das eigene Publikum johlt.



2. Die CDU-Vizevorsitzende Silvia Breher hätte gerne eine Frau statt einem Mann als Bundespräsidenten. Man brauche nämlich "eine Person, die empathisch ist, eine positive Ausstrahlung hat und Menschen tatsächlich erreichen kann." Diese Eigenschaften fände man nun mal vor allem bei Frauen.



3. Die Zahl der kinderlosen Männer ist deutlich gestiegen.

Besonders stieg (…) der Anteil an kinderlosen Männern zwischen 30 und 34. In dieser Altersspanne erhöhte er sich um fast 30 Prozentpunkte von 42 auf 69 Prozent. Bei den 35- bis 39-Jährigen stieg der Anteil um rund 30 Prozentpunkte von 22 auf 54 Prozent. Auch der Anteil an Männern mit einer festen Partnerin ist demnach gesunken. Dieser sank ebenfalls besonders im Alter von 35 bis 39 Jahren: 1986 waren noch 93 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe in einer festen Partnerschaft. Laut einer vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden durchgeführten Studie waren es 2024 nur noch 79 Prozent.


Die Kommentare unter dieser Meldung sind deutlich. Gleich im ersten heißt es: "Der Mann trägt halt das größere Risiko finanziell und emotional. Die meisten Beziehungen halten ja nicht mehr. Heißt für die Männer: gezahlt wird weiterhin, beim Sorgerecht und Umgang mit dem Kind gibt's Trostpreise."



4. Collien Fernandes beklagt inzwischen einen Kontaktabbruch durch ihre Tochter. Dürfen wir bald mit einer SPIEGEL-Titelgeschichte über das Problem Eltern-Kind-Entfremdung rechnen?



5. Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit dem Frauenhass in der "chinesischen Manosphere". Herzlichen Glückwunsch zunächst einmal dafür, den tausendsten Artikel zur "bedrohlichen Manosphäre" gebaut UND dafür einen einigermaßen originellen Ansatz gefunden zu haben, statt ständig denselben Inhalt wiederzukäuen. Nur leider lässt der Beitrag inhaltlich zu wünschen übrig.

Sie sind zahlreich, und sie sind frustriert: akademisch gebildete Influencer aus China, die auf sozialen Netzwerken wie der Plattform Zhihu auf grosses Interesse stossen. Zum Beispiel Peng Huitang, der 50 000 Follower hat und regelmässig gegen moderne Frauen wettert: "Junge Frauen, die von feministischem Gedankengut einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, hassen Männer immer mehr. Das führt zu der Vorstellung, Männer würden Frauen von Geburt an etwas schulden."


Im Ernst? Die NZZ hält es für das drastischste Beispiel des beklagten "Frauenhasses", wenn der wachsende Männerhass vieler junger Frauen angesprochen wird? Schon von den ersten Zeilen an kann man nur den Kopf schütteln.

Ein anderer Influencer, bekannt unter dem Pseudonym Ying Yueyong, rief in einem Video auf der Plattform Bilibili, das vier Millionen Mal aufgerufen wurde, zum "Widerstand" auf: "Männer dürfen angesichts jahrelanger Schikane nicht länger schweigen." Dabei bedient er auch die unter solchen Akteuren populäre nationalistische Rhetorik: "Extremer Feminismus ist ein gemeinsames Instrument akademischer Cliquen und ausländischer Kräfte." Willkommen in der chinesischen Manosphere.


Von weiblicher Seite lese ich die exakt umgekehrte Rhetorik seit Jahrzehnten, und keineswegs nur in den radikalisiertesten "Femosphere"-Foren, sondern unzähligen Büchern und Artikeln. Dass die feministische Radikalisierung und Indoktrinierung vor allem im akademischen Milieu stattfindet, ist auch nicht gerade eine gewagte Verschwörungstheorie. Für die Neue Zürcher Zeitung scheint es schon unerträglich zu sein, wenn manche auf einen groben Klotz einen groben Keil setzen, wenn es also aus dem Walde herausschallt, wie man hineinruft.

Der digitale Zorn der chinesischen Männer ist nur der radikalste Ausdruck einer weitaus breiteren Frustration, die Millionen Männer im ganzen Land teilen – sowohl online als auch offline.


Gibt es solchen "digitalen Zorn" von Frauen, gelangt beispielsweise DIE ZEIT zu dem Fazit: "Vielleicht wäre es Zeit, ihnen aufmerksamer zuzuhören." Was von Frauen als Hilfeschrei wahrgenommen wird, erkennt man bei Männern als Bedrohung. Dabei plagen chinesische Männer offenbar ähnliche Sorgen wie westliche:

Zudem sind junge Frauen heute immer besser ausgebildet und übertreffen die Männer oft formal: 2024 stellten sie 51 Prozent der Studierenden an Hochschulen – 14 Prozentpunkte mehr als noch vor zwanzig Jahren.


Und so bedauerlich und ärgerlich ich persönlich das finde: Solange man nicht laut wird, ändert sich an solchen Entwicklungen nichts. Selbst die rein verbalen Bekundungen Karin Priens gäbe es nicht, wenn sich eine Männerbewegung nicht immer wieder deutlich zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen hätte, dass die männliche Hälfte der Bevölkerung auch wahlberechtigt ist.

Auch in anderer Hinsicht spiegelt sich die hiesige Situation in China:

Während urbane Chinesinnen also die Last traditioneller Rollen ablegen konnten, wird von Männern erwartet, dass sie ihre alten Verpflichtungen weiterhin erfüllen. Wer heiraten will, muss meist eine Eigentumswohnung vorweisen. Zudem fordern viele Brautfamilien ein beträchtliches "Brautgeld".

Lan Zhaoxia, eine Partnervermittlerin aus Langfang nahe Peking, bestätigt, dass der demografische Wandel den Heiratsmarkt aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Sie führt Datenbanken junger Singles, in denen auch die finanzielle Situation der Eltern erfasst wird. Männliche Migranten aus ländlichen Regionen nimmt sie mittlerweile gar nicht mehr als Kunden an – die Chancen stehen schlicht zu schlecht. "Da alle Mädchen aus den Dörfern die Schule besucht haben, gibt es auf dem Land heute mehr durchschnittliche Männer, in den Städten hingegen mehr herausragende Frauen", erklärt sie.

(…) Die Debatten über Chinas Manosphere drehen sich stark um wirtschaftliche Fragen. Ärmere Männer (…) stehen unter immensem finanziellem Druck. Online nutzen sie den Begriff baojinbi ("Goldmünzen explodieren lassen"), um Frauen zu beschreiben, die sie durch Forderungen nach teuren Dates, Geschenken und Brautgeldern finanziell ausbluten lassen.

Eine Studie der Universitäten von Nankai und Peking zeigt, dass rund ein Drittel der jungen männlichen Arbeitsmigranten mit Heiratswunsch ihre Chancen, bis zum 30. Lebensjahr eine Frau zu finden, auf bestenfalls 50 Prozent schätzt. Laut der Untersuchung müsste beispielsweise ein junger Wanderarbeiter sechs Jahre lang jeden Cent sparen, um das durchschnittliche Brautgeld von 127.300 Yuan (gut 15.000 Franken) aufzubringen.

Inzwischen befürchtet allerdings die Führung in Peking, dass der sich verschärfende Geschlechterkonflikt den Nährboden für breitere soziale Instabilität bereiten könnte. Die Behörden versuchen nun, den Ursachen des männlichen Zorns entgegenzuwirken, etwa durch Kampagnen gegen die Praxis der Brautgelder. Vor allem die einbrechenden Heirats- und Geburtenraten bereiten der Staatsführung Sorgen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden in China nur 1,7 Millionen Ehen registriert – halb so viele wie im Vergleichszeitraum 2017.


Schau einer an. Sobald Männer das tun, worüber die Redaktionen in Wehklagen verfallen, kommen Politiker auch in China allmählich in die Pötte. Die Neue Zürcher Zeitung ärgert sich darüber:

In einem Land mit rigoroser Internetzensur wird Misogynie selten stummgeschaltet.


Zuletzt schließt der Artikel mit unverhohlener Genugtuung: Während all das geschieht, boomen in den chinesischen Städten Angebote für Single-Frauen wie Shows mit oben ohne auftretenden Tänzern.



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Freitag, August 07, 2026

"Selbstmordraten nicht hoch genug" – DIE ZEIT berichtet über den Männerhass der Femosphere

1. In einem aktuellen Beitrag beschäftigt sich DIE ZEIT mit dem Männerhass, der in der Femosphere zutage tritt (zu der sich die ZEIT selbst demnach nicht zu rechnen scheint). Der Beitrag enthält unfassbar viel Geschwurbel wie diesen:

Würde man in der Fußgängerzone einer beliebigen deutschen Innenstadt herumlaufen und dagegen Männer fragen, was eine Femcel ist, hätten vermutlich die wenigsten eine Antwort parat. Nicht nur, weil kaum über Femcels, also female incels, weibliche Incels, berichtet wird. Sondern auch, weil Männer sich nicht so gut mit Männerhass auskennen und auskennen müssen. Es gab noch keine Attentate im Namen der Misandrie, und es gibt auch keine weiblichen Andrew Tates, die mit ihrer Hetze Millionen von Followern mobilisieren. Femcels laufen gemeinhin unter dem Radar.


Der Grund, dass – vermutlich – generell weniger Menschen wissen, was eine Femcel ist, liegt vor allem daran, dass Leitmedien diese Fraktion nicht thematisieren, schon gar nicht als Problem erkennen, sondern ihren Männerhass oft übernehmen. Das war bei der ZEIT erst vor wenigen Tagen der Fall. Es gab sehr wohl schon Attentate im Namen der Misandrie – der Sprung von "ich weiß nichts davon" zu "das gibt es nicht" ist ein kühner Sprung der Autorin –, es gibt sehr wohl Frauen, die mit ihrer Hetze zahllose Follower mobilisieren, und über den Hass dieser Fraktion und seine Folgen berichtet Genderama täglich.

Nach diesem Quatsch wird der Artikel immerhin aufschlussreicher (auch wenn er die extrem heterogene Manosphere auf ihre radikalen Ränder reduziert):

Trotzdem existiert diese Parallelwelt zur Manosphere, eine Welt der unfreiwillig (und freiwillig) Zölibatären, der Frustrierten und Enttäuschten, der Einsamen und Abgehängten; eine Welt des Männerhasses und der Gewaltfantasien. Diese Welt wird Femosphere genannt, ein Sammelsurium aus Internetforen mit zum Teil mehreren Tausend Mitgliedern. Genau wie die Manosphere ist sie ein Ort, um Gleichgesinnte zu treffen, um sich aus der realen Welt zurückzuziehen, um zu ranten, seiner aufgestauten Wut Luft zu machen. Auch sie ist ein Ort der Extreme, der Ideologie und der Radikalisierung.


Aber natürlich sind Frauen bei der ZEIT immer noch bessere Menschen:

Und während sich die Wut der Männer oft gegen die Frauen richtet, die sie verschmähen, richtet sich die Wut der Frauen – zumindest die Wut der "Forever Alone Women" – häufiger auch gegen sich selbst. In Form von Essstörungen, Selbsthass, Suizidgedanken. "Der Zorn von Femcels ist kein Ressentiment, das in rachsüchtige Gewalt umschlägt, sondern eine tragische Form des Ressentiments, die sich Gerechtigkeit nicht einmal vorstellen kann", schreibt die britische Medienwissenschaftlerin Jilly Boyce Kay in einer der wenigen akademischen Auseinandersetzungen mit dem Thema. Kay war es auch, die zuerst den Begriff der "Femosphere" vorgeschlagen hat, um die Onlineszene zu beschreiben. "Kein zuvor bestehendes Anspruchsdenken wurde verletzt. Der Zorn der Femcels ist tragisch, weil es keine Möglichkeit gibt, Unrecht wiedergutzumachen. Es kann nichts getan werden."


Auch viele männliche Incels richten ihre Depression und Verzweiflung vor allem gegen sich selbst.

Sonja ist seit drei Jahren Mitglied bei "The Female Strategy", einem Forum "exklusiv für Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen". Sie werde bald 40 und sei zweimal geschieden. Sie habe ein Kind und stecke in einem Sorgerechtsstreit mit dem Vater. Als sie sich damals angemeldet habe, habe sie selbst noch gedatet, schreibt sie. "Mittlerweile möchte ich nichts mehr mit Männern zu tun haben. Wenn man sich länger mit der Thematik beschäftigt, merkt man relativ schnell, wie schlecht Männer für uns Frauen sind." Stalking, Vergewaltigungen, Mobbing, Mord – die Liste negativer Dinge, die Frauen mit und durch Männer widerführen, sei lang.


Aus welchen Foren Sonja diese sexistischen Gedanken wohl hat? Die Schuld der Leitmedien kann es doch nicht gewesen sein?

In Foren wie "The Female Strategy" gibt es weniger Selbstzweifel, kein Zögern bei der Frage, wer schuld daran ist, dass sie nicht die Intimität finden, die sie sich trotz allem wünschen. Schuld sind "Low Value Men", abgekürzt LVM, Männer geringen Wertes. Schuld ist das Patriarchat. Persönliche Enttäuschung und politische Haltung münden in der Überzeugung, ohne Männer besser dran zu sein. Und das ist gar nicht so weit weg von Hashtags wie #Boysober, die zu einem männerfreien Leben ermutigen; oder von der 4B-Bewegung in Südkorea, die Nein sagt zu Dating, Sex, Ehe und Kindern. Man muss nicht mehr in den Nischen des Internets suchen, um Frauen zu finden, die ihrem Begehren entsagen. Es wird kritischer darüber gesprochen, wie gewaltvoll Männer sein können. Was sich online zum Teil zu radikalem Männerhass steigert, heißt in gemäßigten Sphären Heteropessimismus. Es beschreibt den kollektiven Frust angesichts der eigenen Heterosexualität; die Resignation darüber, dass Männer in kulturellem Aspik gefangen sind, wie die US-Autorin Jessica Grose es einmal formuliert hat.


Es handelt sich also um völlig spiegelbildliche Prozesse, nur dass a) Männerhass Teil der allgemeinen Kultur ist und b) diese Kultur deshalb wesentlich sanfter darüber schreibt. Eine analoge Formulierung zu "Es wird kritischer darüber gesprochen, wie gewaltvoll Männer sein können" fände sich bei Berichten über männliche Incels nie.

Ihre extreme Form findet die Femosphere unter anderem in Imageboards (anonymen Internetforen, vergleichbar mit 4Chan, einer von vielen Incels genutzten Plattform). Hier baut sich der Männerhass, gestützt durch ein ideologisches Gerüst, zu Fatalismus auf. Statt von Männern ist nur noch von moids die Rede – male humanoids, in Anlehnung an die femoids, also female humanoids, eine entmenschlichende Bezeichnung für Frauen aus der Incel-Sprachwelt. Nicht nur gegen Männer wird hier – oft im Namen eines radikalen Feminismus – gehetzt, sondern auch gegen Transmenschen, die Frauenräume vermeintlich infiltrieren.

"Hasst ihr moids so sehr, dass ihr sie gerne alle tot sehen würdet?"

"Frauen dominieren Männer in der Arbeitswelt und bei der Bildung. Aber sie verlassen sie einfach nicht. Frauen scheinen sich immer noch gegen die Möglichkeit zu wehren, echte Gemeinschaften und Familien aufzubauen, die sie platonisch respektieren. Sie bestehen weiter darauf sich diesen Untermenschen zu verpflichten."

"Tägliche Erinnerung daran, dass die Selbstmordraten bei Männern nicht hoch genug sind."


Allmählich kommen wir zur Sache. Der nächste Schritt wäre zu fragen, wie unsere Kultur diese Frauen geprägt hat, damit sie sich derart entwickelt haben. Das könnte DIE ZEIT ruhig auch mal selbstkritisch tun. Stattdessen endet der Artikel mit exakt jenem Fazit zur den Frauen der Femosphere, das man von Anfang an erwarten durfte:

Vielleicht wäre es Zeit, ihnen aufmerksamer zuzuhören.




2. "Väter spielen eine einzigartige Rolle in der emotionalen und sozialen Entwicklung eines Kindes" stellt die britische Evolutionsanthropologin Anna Machin in einem Interview mit Stefanie Unbehauen für "Die Welt" klar. Machin führt darin aus:

"Väter möchten sich stärker einbringen und emotional präsenter sein. Viele von ihnen erkennen heute ihre Bedeutung im Leben ihrer Kinder. Allerdings hat die Gesellschaft diesen Wandel noch nicht vollständig vollzogen. Unterstützende Strukturen – insbesondere am Arbeitsplatz und beim Thema Vaterschaftsurlaub – sind noch nicht ausreichend angepasst. Flexible Arbeitsmodelle und eine väterfreundliche Arbeitskultur fehlen vielerorts. Echter Fortschritt erfordert umfassendere gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen, damit Väter diese Rolle auch tatsächlich ausfüllen können."




3. Eine aktuelle Studie begleitete über einen Zeitraum von 14 Jahren mehr als 3.000 Erwachsene und untersuchte den Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und sozialer Isolation. Das zentrale Ergebnis lautet, dass psychische Belastungen wie Depressionen oder Angstzustände bei Männern deutlich häufiger mit einem Rückzug aus sozialen Beziehungen einhergehen als bei Frauen. Während sich die sozialen Netzwerke von Frauen trotz psychischer Probleme im Durchschnitt vergleichsweise stabil hielten, verloren Männer im Verlauf der Studie häufiger enge soziale Kontakte und berichteten von zunehmender Isolation. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Alter, Einkommen, Bildungsstand oder körperliche Gesundheit berücksichtigt wurden. Die Forscher betonen deshalb, dass Maßnahmen zur Förderung sozialer Beziehungen und frühzeitiger psychischer Unterstützung insbesondere für Männer wichtig sein könnten, um einer zunehmenden Isolation entgegenzuwirken.



4. Die Post. Einer meiner Leser weist mich darauf hin, wie unterschiedlich die britische und die deutsche Presse Schlagzeilen zu ein und derselben Tat formulieren.

Die britischen Zeitungen:

"Woman arrested after four men stabbed in London’s Covent Garden"

"Covent Garden stabbing: woman arrested after four men attacked"

"Covent Garden stabbing: Four men injured - as police arrest woman"

Viele deutsche Medien hingegen titeln:

"Vier Menschen in London niedergestochen – eine Frau festgenommen"

"Großbritannien: Vier Menschen in London niedergestochen"

"Eine Frau festgenommen: Vier Menschen in London bei Angriff niedergestochen"

"London: Mehrere Menschen in beliebtem Viertel niedergestochen– 47-Jährige angeklagt"

Mein Leser merkt dazu an:

Natürlich schreibt man im deutschen Blätterwald gerne alles von ein- und demselben Newsticker ab. Dass das Geschlecht der Opfer vielerorts so nonchalant hinter dem Wörtchen "Menschen" verschwindet, ist trotzdem auffällig, obgleich nicht wirklich überraschend. Hätte ein Mann vier Frauen niedergestochen, wären vermutlich bereits drei Talkshows über "toxische Maskulinität" und "männliche Gewalt im öffentlichen Raum" in Vorbereitung.




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Mittwoch, August 05, 2026

Bosnien: Sexuelle Gewalt gegen Tausende von Männern

1. Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet, wie sich allmählich herausstelle, dass im Bosnienkrieg auch gegen tausende männlicher Opfer sexuelle Gewalt stattgefunden hat. Ein Auszug:

Für die auf Kriegsverbrechen spezialisierte Anwältin Ajna Mahmić-Ćatić ist das ein häufiges Muster. Betroffene Männer sprächen oft erst "aus der Not heraus", sagt sie. Was nicht bedeute, dass Männer Betroffenheitsgeschichten erfänden. "Es gibt keinen Mangel an Beweisen", betont sie. In den Urteilen des Haager Kriegstribunals sowie des obersten Gerichts von Bosnien-Herzegowina finden sich etliche: Von erzwungener Masturbation, Genitalverstümmelungen bis zu forcierten Vergewaltigungen zwischen Familienmitgliedern. Die Urteile sind öffentlich einsehbar. Wenn sexualisierte Gewalt an Männern die letzten Jahrzehnte also ein Geheimnis gewesen sein soll, dann war es vor allem: ein offenes.


In meinem Buch "Sexuelle Gewalt gegen Männer" (2023) habe ich ausführlich auch über den Bosnienkrieg berichtet.



2. Zwangsrekrutierungen in Russland finden immer aggressiver statt:

Berichte über Machtmissbrauch und die Misshandlung von Soldaten im Militär machen die Runde, hinzu kommt das hohe Sterberisiko an der Front: Die durchschnittliche Überlebensdauer eines russischen Soldaten im Kriegseinsatz beträgt nur wenige Tage bis Wochen.

Die Verluste Russlands im Krieg sollen laut Militäranalysten zwischen 30.000 und 40.000 Soldaten im Monat betragen. Nachschub wird entsprechend dringend gebraucht. Auch deshalb werden die Rekrutierungsmethoden offenbar rabiater.

"Die Behörden bedienen sich nun gewaltsamer Mittel, indem sie Männer festnehmen und fortschicken", sagte der Anwalt Artyom Klyga dem "Wall Street Journal". Klyga setzt sich für die Belange Zwangsrekrutierter ein.

Offiziell ist der Kriegsdienst in Russland freiwillig. Doch tatsächlich soll die Polizei bisweilen mit Rekrutierern zusammenarbeiten, um Männer unter Druck zu setzen, bis sie schließlich nachgeben und unterschreiben. Angehörigenberichten zufolge droht die Polizei den Betroffenen oftmals an, ihnen Drogen unterzuschieben und sie damit an Ort und Stelle zu verhaften.

Die Stadt Pensa im Südwesten des Landes gilt dabei als Hotspot. Laut dem Einwohner Vladislav Leonidov fand er einen vermissten Bekannten im örtlichen Rekrutierungsbüro auf, wo er in die Leber und die Nieren geschlagen worden war. Durch sein Einschreiten sei erreicht worden, dass der Mann freigelassen wurde. "Wenn wir zwei Stunden später gekommen wären, hätten sie ihn schon mitgenommen", sagte Leonidov. "Sie gehen äußerst schnell vor."




3. Die Bedeutung der Frauen für Hitler und die NSDAP darf man auf keinen Fall unterschätzen, erklärt die Süddeutsche Zeitung in ihrem Artikel "War auch Oma ein Nazi?". In unserer Frauen-sind-bessere-Menschen-Gesellschaft stellt diese Erwähnung einen Tabubruch dar:

Der britische Historiker Richard J. Evans behandelt in seinem jüngsten Buch "Hitlers Komplizen" auf knapp 800 Seiten bezeichnenderweise nur etwas mehr als eine Handvoll Protagonistinnen wie die Regisseurin Leni Riefenstahl. Auch in der aktuellen Debatte um die NSDAP-Mitgliederkartei bleiben Frauen unter dem Radar. Zu Unrecht: Auch der weibliche Teil der Deutschen brachte die Nazis an die Macht und stabilisierte den NS-Staat.

(…) Seit den Zwanzigerjahren gab es etwa eine kleine Gruppe vermögender und einflussreicher Frauen, die den Aufstieg Adolf Hitlers aktiv förderten, mit Geld und guten Kontakten zu Unternehmern oder Generälen. Einige von ihnen wie Else Bruckmann, Viktoria von Dirksen oder Helene Bechstein machten Hitler in konservativ-nationalistischen Kreisen salonfähig. Winifred Wagner, die Schwiegertochter des Komponisten Richard Wagner und Leiterin der Festspiele in Bayreuth, die Hitler regelmäßig besuchte, zählte seit 1923 zu seinen glühendsten Bewunderinnen, sie hielt ihrem "seligen Adolf" auch nach 1945 die Treue.

(…) Jedenfalls ist die Zahl erschreckend hoch und vor allem hoch genug, um in der eigenen Familienforschung auch auf weiblicher Seite beklemmende Entdeckungen zu machen. War Opa ein Nazi?, das ist gerade die allgegenwärtige Frage, seit die National Archives in Washington die Dateien online gestellt haben. Es gibt Podcasts mit diesem Titel, entsprechende Bücher, Artikelserien über die Verstrickung der Großväter. Aber was ist mit den Großmüttern? Hat auch Oma bei den Nazis mitgemacht?

Dass Frauen im Vergleich zu den Männern in der NSDAP immer eine Minderheit blieben, bedeutet nicht, dass sie das NS-System nicht in der Breite gestützt haben – und damit die für sie vorgesehene Rolle akzeptierten. Wie die aussah, daran hat gerade die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink nie einen Zweifel gelassen. In zahlreichen Funktionen, etwa als Leiterin des weiblichen Reichsarbeitsdienstes und vor allem der 1931 gegründeten NS-Frauenschaft (NSF), die der NSDAP angegliedert war, erreichte sie mit ihren Auftritten und Reden, meist im reinweißen Kleid und mit zum Kranz geflochtenem Haar, ein Massenpublikum: Zwölf Millionen Frauen gehörten 1939 mindestens einem der NS-Verbände an.

(…) Dass der NS-Staat ein weibliches Gesicht hatte mit Funktionsträgerinnen, Hunderttausenden Parteimitgliedern, linientreuen Müttern, damit tat sich die Welt und tat sich Deutschland nach 1945 offenbar schwer – als wollte man nicht wahrhaben, dass Frauen ein aktiver Teil eines Terrorsystems sein können. In den Entnazifizierungsprozessen und ganz allgemein bei der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gab es in der Nachkriegszeit nach Einschätzung von Historikern jedenfalls keine einheitliche Linie. Einerseits galten Frauen lange als fehlgeleitete Mitläuferinnen, man verharmloste ihre Taten, die Gerichtsurteile fielen zum Teil vergleichsweise mild aus. Andererseits wurden, wie Richard Evans betont, Täterinnen wie KZ-Aufseherinnen oder die berüchtigte Ehefrau des Lagerkommandanten von Buchenwald, Ilse Koch, mit Begriffen wie "Hexe von Buchenwald" oder "blonde Bestie" dämonisiert. Bei der kollektiven Aufarbeitung oder eher Nichtaufarbeitung habe diese Dämonisierung wie ein indirekter Freispruch für alle anderen gewirkt.




4. "Sollte eine Wehrpflicht nicht auch für Frauen gelten?" fragt heute die Augsburger Allgemeine in einem Pro und Contra.



5. Eine aktuelle Studie zeigt, dass vor allem Männer, die ihre Kindheit als besonders chaotisch und unberechenbar erlebt haben, häufiger bestimmte psychopathische Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Der Zusammenhang betrifft vor allem Eigenschaften wie geringe Empathie, Rücksichtslosigkeit und Impulsivität. Die Forscher erklären dies mit der sogenannten Life-History-Theorie: Wenn eine Umwelt als instabil wahrgenommen wird, könnte eine Person eher kurzfristige Strategien dagegen entwickeln – etwa stärker auf unmittelbare Vorteile, Konkurrenz und Selbstschutz zu setzen. Allerdings führe eine schwierige Kindheit nicht automatisch zu psychopathischen Zügen.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Dienstag, August 04, 2026

Nach erfundener Vergewaltigung in Stuttgart: Warum denkt sich jemand so etwas aus?

1. In den letzten Tagen ging der Fall einer 16-Jährigen durch die Medien, die eine Vergewaltigung am Stuttgarter Charlottenplatz erfand. Der SWR befragt nun die Kriminalpsychologin Elsa Gewehr nach den Hintergründen solcher Geschichten.

Gewehr erklärt zunächst, man müsse sich bewusst machen, dass es sich bei solchen Fällen "nicht immer um Lügen handelt. Was wir aber auch gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig sehen, sind unabsichtliche Falschaussagen. Das sind Falschaussagen, bei denen Menschen selbst davon überzeugt sind, dass etwas passiert ist oder zur Überzeugung gebracht werden, dass etwas passiert ist und dann Angaben zu einem Geschehen machen, das sich eigentlich so nie ereignet hat." Gewehr kommt dann auch Fehlerinnerungen zu sprechen, die durch eine suggestive Befragung beispielsweise von Therapeuten ausgelöst werden können. Das ist tatsächlich gut belegt, ich habe mich im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" (2001) ausführlich mit diesem Thema beschäftigt.

Aber wie ist es nun mit absichtlichen Falschaussagen? Gewehr erklärt hierzu: "Bei der Suche nach Motiven sollte man sich immer die Frage stellen, welche Funktion oder Vorteil eine solche Aussage für eine Person hat. Das kann zum einen bedeuten, dass man der anderen Person schaden will. Wenn jetzt aber die Person, die die Aussage macht und die Beschuldigte sich vorher gar nicht kannten, dann muss man sich eher die Frage stellen, welche Funktion könnte eine Falschaussage sonst noch für die Person selbst gehabt haben."

Auch das ist nachvollziehbar. Dieser Tage beispielsweise erfand eine Polizistin eine Vergewaltigung, weil sie zu spät zur Arbeit kam.

Elsa Gewehr führt weiter aus: "Aufmerksamkeit kann ein Motiv sein, was wir diskutieren. Zum Beispiel dann, wenn eine Person aus einer absichtlichen Falschaussage Selbstwert ziehen kann. Oder: Steckt die Person in Beziehungen, in denen sie vielleicht positive Erfahrungen machen kann, wenn sie sich als Opfer von einer Straftat darstellt?"

~ Gut, dass wir eine Expertin gefunden haben, die uns all das erklärt, auf das wir nicht selbst gekommen wären. ~

Klar, Leute tun Dinge, wenn es ihnen nützt. Weshalb einer Frau, die zu spät zur Arbeit kommt, als erstes eine Vergewaltigung einfällt, weiß ich immer noch nicht.



2. Die Hasstiraden gegen Männer, die "Die Zeit" veröffentlicht, werden zunehmend durchgeknallter. Auch aktuell hat das Blatt wieder eine Autorin gefunden, die so viel Schaum vorm Mund hat, dass sie fast daran erstickt:

Wenn wir dem Kassandra-Chor der Frauen vor uns lauschen, hören wir ihre Warnungen: Seid wachsam! Rüstet euch! Weltweit, auch in unseren Breiten, ist eine aggressive Maskulinität wieder unverkennbar auf dem Vormarsch. Wir sehen sie überall: Männer in überbordend goldenen Amtszimmern, Männer an lächerlich langen Tischen, Männer mit grotesk aufgepumpten Muskeln; Männer, die sich in die Stratosphäre schießen lassen; Männer, die mit Kettensägen hantieren; Männer, die uns unentwegt die Welt erklären. Männer, die zunichtemachen wollen, was Frauen erreicht haben. (…) Autokraten, Erzkonservative, Islamisten, Incels, Manosphere-Propagandisten, Männerrechtsaktivisten, Rechtsextremisten und andere Vertreter toxischer Maskulinität sind sich bei allen weltanschaulichen Differenzen einig darin, dass es männliche Privilegien zu sichern gilt. Und sie wenden durchaus ähnliche Methoden an.


Ich bin mir sicher, dass man sich noch mehr in pauschalen Hass hineinsteigern kann, wüsste aber aus dem Stand nicht wie. Wie man Männer damit für den Feminismus gewinnen will, die nicht selbst längst massiv ideologisiert sind, ist mir schleierhaft. Derartig wildes Um-sich-Schlagen dürfte viele stark abschrecken.



3. Andererseits sind solche Feindseligkeiten in Politik und Medien bereits gut etabliert. Die britische Politikerin Baronin Harriet Harman fordert, dass bei der nächsten Wahl des Labour-Parteivorsitzes keine Männer kandidieren dürfen. Ziel sei, zu erzwingen, dass Labour eine Frau zur Parteivorsitzenden wählt.

Harriet Harman ist keine Hinterbänklerin, sondern eine der prägendsten Figuren der Labour Party der letzten vier Jahrzehnte. Ihre Aussagen haben deshalb in der britischen Politik erhebliches Gewicht. Sie war 42 Jahre lang Abgeordnete (1982–2024) und gehörte damit zu den dienstältesten Labour-Politikern, von 2007 bis 2015 war sie stellvertretende Vorsitzende der Labour Party, dabei auch übergangsweise Parteivorsitzende und damit Oppositionsführerin sowie als Ministerin für Frauen und Gleichstellung tätig. Seit 2025 ist sie Sonderbeauftragte der britischen Regierung für Frauen und Mädchen. Besonders bekannt wurde Harman als treibende Kraft hinter den "all-women shortlists": Wahllisten beziehungsweise Auswahlverfahren, bei denen ausschließlich Frauen als Kandidaten zugelassen werden. Diese Regel trug wesentlich dazu bei, den Frauenanteil der Labour-Fraktion zu erhöhen. Harmann gilt seit Jahrzehnten als eine der einflussreichsten feministischen Stimmen innerhalb der Partei.



4. Eine aktuelle Studie der Universitäten Cambridge und Bristol zeigt eine systematische Benachteiligung von Jungen bei der Benotung durch Lehrkräfte in England. So schätzen Schulen schätzen die künftigen A-Level-Noten (Abituräquivalent) von Jungen systematisch schlechter ein als die von Mädchen, die letztlich dieselben Prüfungsergebnisse erzielen. Mädchen haben eine um 3 bis 11 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Noten von Lehrkräften zu hoch vorhergesagt werden. Umgekehrt liegt die Wahrscheinlichkeit für Jungen, zu ihrem Nachteil fehleingeschätzt zu werden, um 15 bis 41 Prozent höher als bei Mädchen. Da das britische Zulassungssystem (UCAS) stark von den von Lehrkräften prognostizierten Noten abhängt, verschlechtern sich die Chancen von Jungen auf Studienplätze erheblich. Insbesondere bei stark umkämpften Studiengängen wie Medizin, Jura oder Tiermedizin führt dies zu spürbaren Nachteilen bei der Zuteilung von Studienangeboten.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Servus Herr Hoffmann,

haben wir es aktuell mit einer Epidemie weiblicher Gewalt und toxischer Feminität zu tun? Hier nur ein paar Meldungen der vergangenen Tage:

Meldung 1, 30.07.2026

"Im Vorarlberger Hohenems ist in der Nacht auf Mittwoch ein Beziehungsstreit eskaliert. Eine Frau soll ihren Lebensgefährten schwer verletzt haben, dieser wies Schnitte an Hals, Armen und Beinen auf. Das Opfer kam ins Spital, die Verdächtige wurde wenig später von der Polizei festgenommen und in die Justizanstalt überstellt."

Wäre es umgekehrt gewesen, wäre diese Tat sicher nicht bloß unter "Beziehungsstreit" gepackt, sondern wohl als "versuchter Femizid" oder Ähnliches eingeordnet worden.

Meldung 2, 31.07.2026

"Mutter und Großmutter ließen laut Anklage autistischen Teenager verhungern

Der 16-Jährige kam mit massivem Untergewicht ins Krankenhaus – doch die Ärzte konnten nicht mehr helfen: In New York ist ein Teenager verhungert. Nun gibt es schwere Anschuldigungen gegen engste Verwandte. (...) Medienberichten zufolge wog der Junge zum Zeitpunkt seines Todes 27 Kilogramm. Sein Zwillingsbruder sei in einem ähnlichen Zustand gewesen, habe aber überlebt. Beide Jungen konnten laut US-Medien nicht sprechen und waren komplett auf Hilfe angewiesen. Der überlebende Bruder befindet sich in einer Reha-Behandlung und soll bereits mehr als 13 Kilogramm zugenommen haben, wie CBS News berichtet. (…) Neben dem Mordvorwurf gibt es noch zahlreiche weitere Anschuldigungen gegen die beiden Frauen. 'Diese beiden Personen haben ihre Pflicht und Verantwortung gegenüber den Jungen missachtet. Ein Kind ist tot, das andere hat einen langen Genesungsprozess vor sich', sagte Darcel Clark von der Staatsanwaltschaft der Bronx."

Meldung 3, 31.07.2026

"Vergewaltigung am Charlottenplatz: 16-Jährige hat Tat erfunden

Eine angebliche Vergewaltigung am Charlottenplatz in Stuttgart hat nie stattgefunden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag gemeinsam mitteilen, hat eine 16-Jährige die Tat erfunden. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Widersprüche im Tatablauf ergeben, sodass Zweifel an der Tat aufkamen. In einer Vernehmung habe die 16-Jährige dann eingeräumt, dass die Vergewaltigung vorgetäuscht war. (...) Damals wie jetzt hatten die angeblichen Vergewaltigungen jeweils eine neue Sicherheitsdebatte in der Stadt ausgelöst. Im Zentrum stand die Frage, ob vor allem die Videoüberwachung ausgeweitet werden könne. Im Fall der angeblichen Tat am Charlottenplatz hatte die Polizei kurzfristig als Maßnahme ergriffen, vor Ort mehr Präsenz zu zeigen."

Als Gegner der Massenüberwachung finde ich es immer wieder interessant, wie schnell "Sicherheitsdebatten" wieder eingepackt werden, wenn die Falschen der Täter sind. Müsste man nicht angesichts solcher Falschbeschuldigungen dringend genauer hinschauen, was junge Frauen da so treiben? Brauchte es nicht härtere Gesetze gegen "weibliche Kriminalität"? Oder zumindest eine Analyse der Wurzeln "toxischer Feminität"?

Meldung 4, 01.08.2026

"Gegen 2.40 Uhr war in Höhe des Plankenkopfes ein Streit zwischen mehreren Frauen gemeldet worden. Eine Streife des Polizeireviers Mannheim-Innenstadt schlichtete den Streit zunächst. Während die Beamten den Vorfall aufnahmen, störte die 18-Jährige, die an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen war, die Arbeit der Polizei aggressiv und ging schließlich mit den Fäusten auf eine 28-jährige Polizeibeamtin los. Bei dem Versuch, sie zu schlagen, verletzte sie die Beamtin leicht. Die Beamten unterbanden den Angriff und nahmen die 18-Jährige fest. Ein Alkoholtest auf dem Polizeirevier ergab einen Atemalkoholwert von über 1,8 Promille. Die Teenagerin wurde später in die Obhut ihrer Eltern übergeben."

Ob ein 18-Jähriger Junge auch einfach nur der Obhut seiner Eltern übergeben worden wäre ..?

Meldung 5, 03.08.2026

"Eine 14-Jährige soll versucht haben, eine 16-Jährige bei Obersulm-Willsbach (Kreis Heilbronn) umzubringen. Die Tat soll bereits am 23. Juli geschehen sein. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag bekannt. Die 14-Jährige habe die 16-Jährige nicht gekannt, soll sie aber unter einem Vorwand auf einen Feldweg am Ortsrand von Willsbach gelockt haben. Dort habe sie ihr Opfer mit einem Messer bedroht, um an ihr Handy zu kommen, heißt es von den Behörden. Nachdem die 16-Jährige ihr Smartphone herausgegeben hatte, soll die Tatverdächtigen mit dem Messer auf sie losgegangen sein. Das Opfer erlitt Schnittverletzungen - und musste nach SWR-Informationen auch im Krankenhaus behandelt werden."

Mein abschließendes Verdikt: Wären das jeweils Männer gewesen, müsste man angesichts dieser Nachrichten wohl stark verunsichert sein, endgültig das Vertrauen in das "toxische Geschlecht" verlieren und sich auf YouTube oder Instagram lauthals fragen, "ob Liebe mit ihnen überhaupt noch möglich ist". Zum Glück wissen "wir" aber, dass die meiste Gewalt "ganz klar von Männern gegenüber Frauen ausgeht" und können deshalb beruhigt weiterklicken.


Das Bild wird noch düsterer, wenn man einen Überblick über internationale Medien hat. In New York etwa steht gerade eine Frau unter Anklage, die ihrem Vater das Herz herausgeschnitten und seiner Leiche auf den Bauch gelegt haben soll.



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