"Die glücklichsten Menschen sind alleinstehende Frauen ohne Kinder"
1. Eine junge Influencerin wird Opfer digitaler Gewalt. Danach verliert sie das Vertrauen in Männer und fragt sich, ob Liebe mit ihnen überhaupt noch möglich ist. Grund genug für "Die Welt", für das Buch Reklame zu machen.
2. Hessen eröffnet die erste Schutzwohnung für Männer. Natürlich kann die Hessenschau unmöglich darüber berichten, ohne gleich in den ersten Satz eine Lüge zu packen: "Die meisten Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen." An längst überholten Geschlechterklischees MUSS offenbar festgehalten werden. Der Zwang von Journalisten, ihre Leser zu einer gewünschten Weltsicht zu führen, ist in solchen Momenten schlimmer als bei Orwell. In dem Artikel finden wir dann einen alten Bekannten, Boris von Heesen, der es nicht einmal merkt, wenn er sich innerhalb weniger Worte selbst widerspricht:
Von Heesen betont zugleich, dass Frauen und Männer nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. "Die meiste Gewalt geht ganz klar von Männern gegenüber Frauen aus", sagt er.
Wenn man schon keine Ahnung von der Forschungslage hat, warum blamiert man sich dann, indem man solche Sätze überhaupt raushaut? Ich äußere mich doch auch nicht zur Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank. Wenn man Männer und Frauen nicht gengengeinander ausspielen möchte, warum befeuert man dann regelmäßig eine Opferolympiade zwischen den Geschlechtern?
Immerhin räumt von Heesen ein, dass auch schwere Gewalt durch Frauen überhaupt möglich ist:
Ein Schutzangebot für Männer sei deshalb keine Konkurrenz zu Frauenhäusern, sondern eine notwendige Ergänzung. "Gewalt hat viele Facetten", sagt von Heesen. “Das kann die fliegende Kaffeetasse sein, ein Kneifen oder ein Schlag auf den Arm." Hinzu kämen psychische Gewalt, Einsperren, ständige Kontrolle, das Vorenthalten von Geld oder Abwertung. Auch schwere körperliche Gewalt könne Männer treffen. "Man kann ja auch Hilfsmittel nehmen, um Menschen schwer zu verletzen."
Halbherzig ist auch eine SPD-Politikerin an Bord:
"Ausmaß und Intensität der Gewaltbetroffenheit zwischen Frauen und Männern sind sicherlich nicht vergleichbar", sagt Sozialministerin Heike Hofmann (SPD). "Doch die Daten zeigen: Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Deshalb brauchen wir auch in diesem Bereich Schutzstrukturen."
Für neue Leser: Ich habe die tatsächliche Forschungslage zur Geschlechterverteilung bei häuslicher Gewalt hier zusammengefasst, es gibt inzwischen auch zuhauf Literatur dazu. Für deutsche Leser empfiehlt sich etwa dieses Buch. In aller Kürze zitiere ich auch mal aus einem kommenden Buch von mir:
Eine EKD-Studie aus dem Jahr 2010, durchgeführt vom Antidiskriminierungsforscher Peter Döge, ergab: 45 Prozent der befragten Männer und 41 Prozent der befragten Frauen gaben an, häusliche Gewalt erlitten zu haben. 2013 bestätigte das Robert-Koch-Institut in seiner Studie zur Gesundheit Erwachsener, dass Frauen häufiger als Männer körperliche Partnergewalt ausüben – und wies darauf hin, dass die Themen "Frauen als Gewalttäterinnen" und "Männer als Gewaltopfer" noch weitgehend tabuisiert seien. Im Jahr 2026 berichtete unter anderem der Berliner Tagesspiegel über eine frisch veröffentlichte Studie der deutschen Bundesregierung: "Männer und Frauen haben psychische und körperliche Gewalt in Partnerschaften annähernd gleich häufig erlebt. Körperliche Gewalt erfuhren 5,2 Prozent der Frauen und 6,1 Prozent der Männer."
Aber für die SPD ist das "sicherlich nicht vergleichbar". Wenn wir Männerrechtler nicht Jahrzehnte lang politischen Druck gemacht hätten, gäbe es selbst diese allerersten Gewaltschutzwohnungen für Männer nicht. Aktuell bekommen wir sie zu dem Preis, dass die Leute weiter ideologisch verdummt werden.
3. In den USA wächst allmählich der Männeranteil in der Krankenpflege. Derzeit ist nur etwa eine von acht Pflegekräften in den USA ist männlich, obwohl das Arbeitsministerium jährlich 189.000 offene Stellen für examinierte Pflegekräfte über das nächste Jahrzehnt prognostiziert. Da männerdominierte Branchen wie Fertigung und Softwareentwicklung schrumpfen, wird Pflege für Männer zu einer stabilen Alternative mit Aussicht auf ein Leben in der Mittelschicht.
Beispielhaft nennt der verlinkte Artikel die University of Alabama at Birmingham, die durch Marketingmaterialien und eine Rekrutierung an Schulen gezielt um Männer wirbt. In dem Artikel vorgestellte studenten (Ethan Stinson, Hatim Nasser und Amiri Saadiq) berichten von guten Jobaussichten direkt nach dem Abschluss. Professor Curry Bordelon, der in den 1990er-Jahren selbst als einer von nur drei Männern unter 90 Studierenden anfing, erzählt von damaligen Vorurteilen (Männer als "Quotenerfüllung") und seiner späteren Arbeit auf einer Neugeborenen-Intensivstation, wo er gezielt Väter einband. Noch heute herrschen aber in vielen Köpfen Klischeevorstellungen: Männliche Pflegekräfte werden oft für Ärzte gehalten; manche gehen zudem automatisch davon aus, männliche Pfleger seien homosexuell, da Empathie und Geduld traditionell als "weiblich" gelten. Bordelon zufolge bräuchten Männer oft regelrecht "Erlaubnis", in den Beruf einzusteigen.
Bordelon übernimmt im Herbst die Leitung der American Association for Men in Nursing und hat mit einem Kollegen erreicht, dass "Männergesundheit" offiziell als Pflegefachrichtung anerkannt wurde – mit dem Ziel, künftig auch spezialisierte Pflegekräfte für Männergesundheit auszubilden.
4. Eine britische Kriminalbeamtin, die im Bereich Kinder-/Opferschutz bei der Northumbria Police tätig war, wurde nach einer Disziplinaranhörung wegen schweren Fehlverhaltens entlassen. Sie hatte gesagt, "alle Männer" seien Vergewaltiger und sollten eine Ausgangssperre ab 21 Uhr bekommen, um nächtliche Sexualstraftaten zu verhindern. Zudem soll sie trans Frauen als "cocks in frocks" ("Schwänze im Kleid") beschimpft haben. In einem bestimmten feministischen Lager gehen Attacken auf Männer und Attacken auf trans Personen, die dort oft als "verkappte Kerle" betrachtet werden, Hand in Hand.
Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!