Freitag, Juli 01, 2022

Studie zu Versicherungskunden: Nur jeder achte findet die Gendersprache gut – News vom 1. Juli 2022

1.
Wie stehen Versicherungskundinnen und -kunden zum Gendern? Dieser Frage widmete sich aktuell eine Studie aus dem Hause Sirius Campus. (…) Für die Befürworter des Genderns sind die Ergebnisse eher ernüchternd. Nur etwa jeder Achte (12 Prozent) findet eine gendergerechte Sprache ausdrücklich gut, während knapp jeder Vierte (23 Prozent) der Aussage "Nicht schön - aber stört auch nicht" zustimmt. 22 Prozent ist das Gendern egal. Die größte Gruppe (39 Prozent) aber stimmt der Aussage zu, "gendergerechte Sprache ärgert mich".


Der Versicherungsbote berichtet.



2. Aktueller Trend auf Twitter: Frauen sagen Nein. Wozu? Die einen zu trans Personen, die anderen zu Feministinnen, die Nein zu trans Personen sagen.



3. Nachdem für den Nato-Beitritt Schweden und Finnland Kurden an Erdoğan ausliefern, sieht Meret Weber die feministische Außenpolitik gescheitert:

Für Schweden schien die feministische Außenpolitik schon zu Beginn nicht im Widerspruch zu stehen mit Waffenlieferungen, beispielsweise nach Saudi-Arabien. Auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bekennt sich zur feminist foreign policy – und Deutschland exportiert dennoch massenhaft Waffen in Kriegs- und Konfliktgebiete. Wie so oft geht Profit vor. Umso besser, wenn man sich zur Verschleierung dieser fragwürdigen Exporte noch mit "Feminismus" schmücken kann.

Vielleicht kann es eine echte feministische Außenpolitik auch nie wirklich geben. Konsequente feministische Politik müsste ja die Grundlagen unserer gesamten Gesellschaft infrage stellen. Konsequente feministische Politik müsste fragen, ob Staaten, die auf Strukturen des Patriarchats und des Privatbesitzes beruhen, überhaupt einhergehen können mit radikaler Veränderung. Konsequente feministische Politik wäre es, solidarisch mit queeren und Frauenbewegungen zu sein. Befreiungskämpfe und Widerstand gegen das Patriarchat zu unterstützen, und das weltweit. Konsequente feministische Veränderung wäre es, einem unterdrückerischen Staat wie der Türkei die Stirn zu bieten – nicht, ihm den Weg zu bereiten.




4. Auch in Ägypten bildet sich inzwischen eine Männerrechtsbewegung:

Hussein Sobhy, ein 35-jähriger ägyptischer Rechtsanwalt, sagte, dass er, seit er und seine Frau sich scheiden ließen, nur noch drei Stunden pro Woche mit seiner fünfjährigen Tochter verbringen dürfe.

Selbst die drei Stunden seien nicht garantiert, sagte er und fügte hinzu, dass seine Frau seine Tochter von neun Besuchen nur fünfmal mitgebracht habe.

Er sagte, seine Ex-Frau habe die gemeinsame Tochter aus der Schule, in der er unterrichtet, herausgenommen, damit er sie nicht sehen könne.

Sobhy ist einer von Hunderten geschiedenen Vätern, die in einen Sorgerechtsstreit verwickelt sind, was ihn dazu veranlasste, sich der ersten ägyptischen Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Männern anzuschließen. Die Vereinigung wurde am 9. Juni vom ägyptischen Ministerium für soziale Solidarität offiziell unter dem Namen "The Egyptian Association for Defending the Rights of Men and Children in the Egyptian Family Law" registriert.

In einer Presseerklärung vom 9. Juni erklärte der Rechtsanwalt Ahmed Rizk Matar, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Verbandes, dass seine Gründung in erster Linie darauf abziele, die Einheit der ägyptischen Familie zu schützen und dem stetigen Anstieg der Scheidungsfälle im Lande entgegenzuwirken.

(…) Sherif El Haddad, Gründungsmitglied der Vereinigung, kritisierte das derzeitige Personenstandsgesetz, da es Frauen auf Kosten von Kindern bevorzuge.


Fun Fact: Im Originaltext heißt es "that it is biased toward women", was das automatische Übersetzungstool übersetzt hat mit "da es Frauen benachteilige". Offenbar lautet eine Regel der Sprachwissenschaft mittlerweile, das Substantiv "Frauen" automatisch mit dem Adjektiv "benachteiligt" zu verknüpfen.

"Die Vereinigung stellt eine Reihe von Forderungen, darunter die Änderung des Gesetzes, um dem nicht sorgeberechtigten Elternteil - in der Regel dem Vater - ein Besuchsrecht für seine Kinder zu gewähren, anstatt des derzeit eingeschränkten Besuchsrechts, das nur drei Stunden pro Woche beträgt", so Haddad.

"Drei Stunden pro Woche reichen nicht aus, um eine Bindung zwischen einem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil aufzubauen. Was könnte der Vater in drei Stunden mit seinem Kind sagen oder tun?", sagte Haddad und fügte hinzu, dass das derzeitige Gesetz es Männern nicht erlaube, ihre Rolle als Väter nach der Scheidung auszuüben.

"Ein ungerechtes Gesetz wird oft als Instrument für persönliche Rache benutzt. Die Mütter machen es den Vätern manchmal schwer, ihre Kinder häufig zu sehen. Wir wollen ein Gesetz, das sowohl die Mutter als auch den Vater respektiert und das psychologische Wohlergehen der Kinder berücksichtigt. Kinder sollten nicht durch die Trennung ihrer Eltern geschädigt werden", sagte Haddad.

Er wies darauf hin, dass der Verband auch eine Herabsetzung des Sorgerechtsalters auf 7 Jahre für Jungen und 9 Jahre für Mädchen fordert, wie es vor 2005 der Fall war, als das Gesetz auf 15 Jahre angehoben wurde.

Das derzeitige Personenstandsgesetz räumt geschiedenen Müttern das Sorgerecht ein, bis das Kind 15 Jahre alt ist. Danach kann das Kind wählen, ob es bei seiner Mutter leben oder zu seinem Vater ziehen möchte, vorausgesetzt, es gibt eine weibliche Bezugsperson für das Kind. Wenn die Mutter vor diesem Zeitpunkt wieder heiratet, verliert sie das Sorgerecht für ihre Kinder und das Sorgerecht geht auf die Großmutter mütterlicherseits über. Nach dem geltenden Gesetz darf der nicht sorgeberechtigte Elternteil seine Kinder mindestens drei Stunden pro Woche an einem öffentlichen Ort sehen.

(…) Einige Frauenrechtlerinnen in Ägypten sprechen sich gegen die Gründung einer Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Männern ein. Die Direktorin der Kairoer Stiftung für Entwicklung und Recht, Intissar al-Saeed, fragt: "Werden Männer von Frauen unterdrückt oder sind sie irgendeiner Art von Ungerechtigkeit ausgesetzt, damit sie eine Vereinigung gründen, die ihre Rechte verteidigt?"




Donnerstag, Juni 30, 2022

Haben fiese Männerrechtler feministische Gesprächsrunde torpediert? – News vom 30. Juni 2022

1. Eine Gesprächsrunde der feministischen Schriftstellerin Julie Bindel ist nnach einer politischen Kontroverse abgesagt worden:

Der Stadtrat von Nottingham hat bestätigt, dass er einen Vortrag in einer Stadtbibliothek aufgrund der Ansichten der Autorin über Transgender-Rechte abgesagt hat. Julie Bindel sollte am Samstag, den 25. Juni, in der Aspley-Bibliothek über "feministischen Aktivismus zur Beendigung männlicher Gewalt in Nottingham" sprechen.

Der Stadtrat erklärte jedoch, dass die Ansichten von Frau Bindel über Transgender-Rechte im Widerspruch zur Strategie der Behörde für Gleichstellung, Vielfalt und Integration stehen. In einem Beitrag auf Twitter schrieb die Autorin: "Ich wurde gebeten, vor (überwiegend arbeitenden/jungen) Frauen über feministischen Aktivismus zu sprechen, um männliche Gewalt in Nottingham zu beenden. Die Veranstaltung war sehr schnell ausverkauft und sollte in den @NottmLibraries stattfinden. Soeben wurden wir informiert, dass der Vortrag abgesagt wurde. Warum? Weil frauenfeindliche Männerrechtsaktivisten (die sich als Unterstützer von Trans-Rechten ausgeben) den Veranstaltungsort so sehr belästigt haben, dass man dort keine Unannehmlichkeiten mehr ertragen konnte."


Das ist ja mal eine nette Zwickmühle:

Männerrechtler, die sich für trans Personen einsetzen, sind voll schlimm, denn das richtet sich gegen transphobe Feministinnen und ist damit antifeministisch. Rechtes Pack!

Männerrechtler, die sich nicht für trans Personen einsetzen, sind voll schlimm, denn sie schweigen zur Diskriminierung einer sexuellen Minderheit. Rechtes Pack!

Wie auch immer sie sich verhalten: Männerrechtler sind mal wieder aus der Zeit gefallene, zurückgebliebene Horden des Hasses, die eine friedliche Gesellschaft überfallen.

Dabei haben Männerrechtler mit dem aktuellen Fall vermutlich nicht einmal etwas zu tun. Die Daily Mail etwa berichtet über die Kontroverse um Julie Bindel so:

Frau Bindel sollte heute in der Aspley Library in Nottingham über "feministischen Aktivismus zur Beendigung männlicher Gewalt in Nottingham" sprechen. Aber die Stadtverwaltung (…) bestätigte, dass sie den Vortrag aufgrund von Meinungsverschiedenheiten abgesagt hat. Die Behörde erklärte, dass die Ansichten von Frau Bindel über Transgender-Rechte im Widerspruch zu ihrer Strategie für Gleichstellung, Vielfalt und Integration stünden.

Das hielt die Autorin jedoch nicht davon ab, den Vortrag vor Dutzenden von Zuhörern außerhalb der Bibliothek zu halten, und das trotz der Anwesenheit von Aktivisten für Transgender-Rechte, die gegen sie protestierten.

(...) Mitglieder von "Nottingham Against Transphobia" protestierte gegen die Veranstaltung und bezeichnete die Autorin und ihren Vortrag als "hasserfüllt und transphob".

Der Beamte Liam McClelland, 34, sagte: "Transphobie ist kein neues Thema, keine neue Sache. Es ist einfach eine Schande, das zu sehen, wo doch im Moment so viel anderes in Großbritannien passiert."

Anna Preston, 34, Angestellte im Gastgewerbe, fügte hinzu: "Sie sagten dem Rat, sie würden ein Sicherheitsgespräch führen. Da wir wussten, wer sie waren, konnten wir uns an die Stadtverwaltung wenden, die sagte: 'Nein, Sie können in der Bibliothek keinen Hass verbreiten.' Wir sind hier, um anderen LGBTQ+-Anhängern zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass es immer eine schöne Trans-Flagge gibt, die weht, selbst wenn die Dinge dunkel erscheinen."

(...) Die stellvertretende Vorsitzende der Labour-Partei im Stadtrat von Nottingham, Adele Williams, und der Ressortinhaber für Nachbarschaft, Sicherheit und Integration, Neghat Khan, veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zur Absage: "Es handelte sich um eine private Buchung der Aspley-Bibliothek durch die Gruppe 'Nottingham Women for Change', und der gesamte Kartenverkauf und das Marketing für die Veranstaltung wurden unabhängig und ohne Zutun der Stadtverwaltung durchgeführt. Es war zwar bekannt, dass die Veranstaltung aus einer feministischen Perspektive stattfinden würde, aber der Bibliotheksdienst wurde nicht über die Ansichten der Rednerin zu Transgender-Rechten informiert. Als wir davon erfuhren, haben wir uns entschlossen, die Veranstaltung abzusagen. Nottingham ist eine integrative Stadt und als Stadtverwaltung unterstützen wir unsere LGBT-Gemeinschaft und haben uns verpflichtet, die Rechte von Transsexuellen als Menschenrechte zu unterstützen. Wir wollten nicht, dass die Nutzung eines unserer Bibliotheksgebäude für diese Veranstaltung, die während des Pride-Monats stattfand, als implizite Unterstützung für die Ansichten des Redners angesehen wird, die unserer Position zu den Rechten von Transgendern zuwiderlaufen."




2. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Weltfrauenkampftag jetzt ein Feiertag. Hugo Müller-Vogg kommentiert.



3. In meinem Lexikon der feministischen Irrtümer hatte ich ja bereits erläutert, dass dem aktuellen Forschungsstand nach und entgegen Behauptungen von Feministinnen wie Anita Sarkeesian sexualisierte Videospiele die Benutzer keineswegs frauenfeindlich werden lassen. Eine neue Studie bestätigt jetzt, dass diese Spiele keinen Schaden anrichten. Man hätte sich die ganze Aufregung vor ein paar Jahren prima sparen können.



4. Zuletzt:

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen befasst sich zurzeit mit dem Thema Gewalt gegen Männer in Partnerschaften und sucht ab sofort männliche Interviewpartner ab 18 Jahren, die Gewalt oder Übergriffigkeiten in aktuellen oder ehemaligen Beziehungen erlebt haben.




Mittwoch, Juni 29, 2022

Kein Einzelfall: Sexualverbrecherin zu zwanzig Jahren Haft verurteilt

Nach dem Urteil gegen Amber Heard vor wenigen Wochen sprengt ein weiteres Gerichtsurteil das Klischee von den bösen Männern und den guten Frauen:

Seit mittlerweile zwei Jahren sitzt Ghislaine Maxwell in Haft. Im Dezember vergangenen Jahres sprach ein New Yorker Geschworenengericht die Britin des Sexhandels mit Minderjährigen schuldig. Jetzt wurde ihr Strafmaß verkündet.

Die Komplizin des verstorbenen Pädophilen Jeffrey Epstein muss für 20 Jahre in Haft. Vor Gericht fanden ein letztes Mal die Opfer von Epstein und Maxwell Gehör. Gleich mehrere davon hatten sogenannte "victim statements" eingesendet und darin die Verbrechen der Britin geschildert. Auch im Gerichtssaal waren Opfer anwesend. Maxwell wurde von drei ihrer Geschwister unterstützt.


Selbstverständlich versucht sich auch diese Täterin in der Rolle des Opfers:

Die Anklage hat eine Haftstrafe zwischen 30 und 55 Jahren für die 60-Jährige gefordert, ihre Anwälte hingegen hatten noch bis zuletzt versucht, Maxwell als Opfer darzustellen. Sie sei ein "Sündenbock", weil Epstein sich noch vor seinem Prozess in Haft das Leben genommen hatte. So forderten sie für ihre Mandantin eine Haftstrafe unter 20 Jahren und begründeten dies unter anderem mit ihrer Vergangenheit. Sie legten dar, Maxwells "traumatische Kindheit mit einem dominanten, narzisstischen und fordernden Vater" habe sie "anfällig für Epstein" gemacht. Das Urteil ist damit recht milde ausgefallen, wenn man die Forderungen der Staatsanwaltschaft bedenkt. Zum ersten Mal in diesem Prozess äußerte sich auch Maxwell selbst. Sie berichtet, dass es schwer für sie gewesen sei, die Schilderungen der Opfer zu hören, dann zeigte sie Reue: "Ich nehme Ihr Leid wahr, ich habe Empathie, ich bedaure zutiefst den Schmerz, den Sie erlitten haben." Sie selbst sieht sich aber auch als Opfer des manipulativen Epstein und sagte: "Ich bereue den Tag, an dem ich ihn getroffen habe."

Die Britin wurde in sechs Punkten angeklagt, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexhandlungen und Meineid. Schuldig gesprochen wurde sie in fünf Punkten, darunter der schwerwiegendste Vorwurf: "Menschenhandel mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken". Während der ersten Anhörung wies sie die Vorwürfe zurück und plädierte auf nicht schuldig.


Ich bin gespannt auf die ersten Beiträge, die erklären, warum dieses Urteil zutiefst frauenfeindlich und einer rechten Kampagne zu verschulden ist. Maxwell selbst hat ihre Haft bereits als "sexistisch" beklagt, Feministinnen sind unterschiedlicher Meinung:

Die Verurteilung von Ghislaine Maxwell hat die Feministinnen gespalten. Ich kenne keine, die behaupten würde, sie sei unschuldig. Aber es gibt diejenigen, die behaupten, sie sei nichts weiter als ein Dienstmädchen gewesen, das von Jeffrey Epstein gezwungen und missbraucht wurde, diese armen Mädchen zu vergewaltigen und zu prostituieren. Andere sagen, sie sei sowohl Opfer als auch Täterin, und dass ihr Verhalten eine direkte Folge des sexuellen Missbrauchs durch ihren Vater, den verstorbenen Robert Maxwell, sei.


Immerhin titelt die Londoner Times "Gebt nicht Männern jedem Verbrechen von Frauen die Schuld". Und die Geschlechterforscherin Professor Lara Stemple stellt klar, dass Ghislaine Maxwell kein von der Norm abweichender Einzelfall ist und begründet das mit denselben Argumenten, die wir Männerrechtler seit Jahren verwenden, um als antifeministische Frauenhasser verunglimpft zu werden:

Allgemein verbreitete Überzeugungen, Darstellungen in den Medien und starke Geschlechternormen deuten darauf hin, dass Männer die einzige wirkliche sexuelle Bedrohung darstellen. Doch die Forschung über weibliche Täter hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und zwingt uns, unsere Vorstellungen von sexuellem Missbrauch zu überdenken. Dieses Umdenken ist so dringend wie eh und je: Ein gründliches Verständnis des gesamten Spektrums von Missbrauch ist notwendig, um die feministischen Lehren aus der #MeToo-Bewegung und darüber hinaus voranzubringen.

Wir wissen heute, dass sexuelle Übergriffe durch Frauen viel weiter verbreitet sind, als gemeinhin angenommen wird. Meine Kollegen und ich an der UCLA Law haben Daten aus der National Crime Victimization Survey (Nationale Erhebung über die Viktimisierung von Verbrechen) aus den Jahren 2010-2013 zusammengetragen. Von denjenigen, die einen Angriff durch einen weiblichen Täter meldeten, berichteten 58 Prozent der männlichen Opfer und 41 Prozent der weiblichen Opfer, dass die Täterin das Opfer geschlagen, niedergeschlagen oder anderweitig angegriffen hat.

Die Forschung hat auch einen Trend zutage gefördert, der bei sexuellen Übergriffen häufig auftritt: Die meisten Überlebenden von sexuellen Übergriffen kennen ihren Täter. Auch die Täterinnen sind den Opfern in der Regel bekannt, die nach dem Missbrauch oft verwirrt und von Selbstvorwürfen geplagt sind. Junge Erwachsene und Menschen hinter Gittern sind besonders gefährdet. Und laut der Nationalen Gesundheitsbehörde der USA sind heterosexuelle männliche Opfer von sexuellem Missbrauch die Gruppe, die am ehesten weibliche Täter anzeigt (71 Prozent ihrer Täter waren weiblich).

Der Anteil der Frauen, die von selbst begangenem sexuellem Missbrauch berichten, ist erstaunlich hoch. In einer Umfrage des Census Bureau aus dem Jahr 2012 wurden Menschen gefragt, ob sie jemals eine andere Person zum "Sex gegen deren Willen" gezwungen haben. Vierundvierzig Prozent derjenigen, die mit "Ja" antworteten, waren Frauen. Und eine nationale Jugendstudie aus dem Jahr 2013 ergab, dass fast die Hälfte derjenigen, die im Alter von 18 bis 19 Jahren selbst angaben, eine Vergewaltigung oder eine versuchte Vergewaltigung begangen zu haben, weiblich waren.

Die Forschung ist verblüffend klar: Es ist an der Zeit, die Vorstellung von ausschließlich männlichen Tätern zu überwinden.

Maxwells Prozess stellt eine für weibliche Missbrauchstäter spezifische Tendenz in den Vordergrund. Während ihr Verteidigungsteam argumentiert, sie sei lediglich ein Sündenbock für Epstein, hat die Staatsanwaltschaft überzeugend dargelegt, dass die beiden eng zusammenarbeiteten. Dieses Missbrauchsmuster ist inzwischen gut dokumentiert. Eine Analyse von Bundeserhebungen aus dem Jahr 2015 ergab, dass weibliche Sexualstraftäter im Vergleich zu Männern sehr viel häufiger einen Komplizen haben und in einem Drittel der Missbrauchsfälle mit einem Mittäter zusammenarbeiten. Einige Mittäterinnen werden als "von Männern gezwungen" beschrieben und sind manchmal selbst Opfer, während andere bereitwillig mitmachen.

Geschlechtsspezifische Stereotypen haben uns daran gehindert, ein klares Bild von weiblichen Tätern zu entwickeln. Auch heute noch wird weiblicher Missbrauch den Behörden zu selten gemeldet, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass die Opfer befürchten, dass ihnen niemand glauben wird. Stereotype über das so genannte schwache Geschlecht lehren, dass Frauen naiv, fürsorglich und harmlos sind, was zu einer weit verbreiteten Skepsis gegenüber von Frauen initiiertem Missbrauch führt. Selbst der weibliche Körper wird als nicht bedrohlich angesehen. "Kein Penis, kein Problem", so fasste ein Wissenschaftler spöttisch unsere weit verbreitete kulturelle Gleichgültigkeit gegenüber weiblichem Sexualtrieb zusammen. Wenn Opfer weibliche Missbrauchstäter anzeigen, werden die Vorfälle seltener zur Anzeige gebracht und strafrechtlich verfolgt. Doch Menschen, die von Frauen sexuell missbraucht werden, erleiden die gleichen Traumata wie andere Überlebende.

Frauen, die sexuelle Gewalt ausüben, ins Rampenlicht zu rücken, mag für feministische Aktivistinnen, die seit langem die Auffassung vertreten, dass es bei sexueller Viktimisierung um männliche Übergriffe und Privilegien geht, eine heikle Strategie sein. Aber ein besseres Verständnis dafür, wie und wann Frauen andere sexuell verletzen, ist keine Gegenreaktion auf die feministischen Fortschritte in unserem kollektiven Verständnis und Umgang mit Vergewaltigung und Vergewaltigungskultur. Einfach ausgedrückt: Eine erweiterte Perspektive auf geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt ist der nächste entscheidende Schritt vorwärts, nicht rückwärts.

(…) Die Konfrontation mit Geschlechterstereotypen ist natürlich eine weitere wichtige feministische Intervention. Allein die Vorstellung, dass Frauen sexuell manipulativ, dominant und sogar missbräuchlich sein können, widerspricht dem traditionellen Bild der sanftmütigen Frau. Beunruhigend ist, dass Maxwells Verteidiger die alten Stereotypen ausnutzen, indem sie behaupten, sie sei lediglich ein Opfer der Gesellschaft. Ja, viele Frauen werden zu Opfern. Aber können die emanzipatorischen Ziele des Feminismus verwirklicht werden, wenn erwachsene Frauen niemals zu mündigen Akteuren werden können, die in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und für ihr eigenes Handeln verantwortlich zu sein?

Wie alle komplexen menschlichen Wesen haben auch Frauen die Fähigkeit zur Freundlichkeit und zur Grausamkeit. Aber Maxwell scheint sich auf Stereotypen über Frauen als immer "sicher" verlassen zu haben. Opfern und Staatsanwälten zufolge trug ihre bloße Anwesenheit dazu bei, die Situation für Mädchen zu normalisieren, die davon ausgingen, dass sexueller Missbrauch niemals in der Nähe einer Frau stattfinden würde. Wie falsch sie doch lagen.




Dienstag, Juni 28, 2022

Bewerber zieht vor Gericht: Nur Frauen als Gleichstellungsbeauftragte ist Diskriminierung – News vom 28. Juni 2022

1. Die Berliner "taz" berichtet über einen wegweisenden Prozess:

Mathias Weidner hat den weitaus größten Teil seines* Berufslebens Genderfragen und der Gleichstellung gewidmet. Umso mehr wurmt es Weidner, dass auf seine* Bewerbung um das Amt der Gleichstellungsbeauftragten der Ostfalia-Hochschule eine Absage kam. Die Begründung: Die Stelle sei zwingend mit einer Frau zu besetzen. Weidner hält die Begründung für nicht mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vereinbar und klagt nun vor dem Arbeitsgericht Braunschweig.

Weidner kann einen Master-Abschluss in Soziologie und Gender Studies vorweisen und sieht sich selbst als non-binär. In seiner* Bewerbung weist Weidner darauf hin, "dass ich meinen Gender-Eintrag aus sämtlichen Registern streichen lasse, aber nicht zu ‚Frau‘ ändere".

Ein Vergleichsangebot der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften lehnte Weidner bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht ab. "Ich möchte das grundsätzlich geklärt haben, wenigstens in Niedersachsen, aber am liebsten in ganz Deutschland", sagt Weidner. Die Länder Hamburg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt lassen bereits alle Geschlechter für dieses Amt zu. "So eine Ablehnung wird mir immer wieder begegnen, es sei denn, ich ändere etwas daran – mangels Alternativen eben über eine AGG-Klage."


Hier geht es weiter.



2. Die Basis der CDU will die Frauenquote nicht, wird aber von der Parteiführung nicht gefragt.



3. Björn Stritzel ärgert sich über die Reaktion der Grünen auf den Terroranschlag, der auf eine Schwulenbar in Oslo verübt wurde:

Eine EU-Abgeordnete fabuliert von der "extremen Rechten". Familienministerin Paus lässt die Ideologie des Täters unerwähnt. Partei-Chefin Lang braucht über 24 Stunden und eine BILD-Anfrage, um einzugestehen, dass der Mörder Islamist war – und kein Teil der "globalen Rechten". Schlimmer noch: Lang stellte den Terroranschlag von Oslo in eine Reihe mit dem antifeministischen Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, sprach von einem "Rückschlag gegen Frauenrechte und LGBTIQ".




4. Auch die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit den deutschen Grünen:

Was aussenpolitisch ein Erfolg ist, wird innenpolitisch zum Risiko. Während sich alle Augen auf die Ukraine richten, treiben Grüne den gesellschaftlichen Umbau voran. Ob Genderfragen oder Migration – die ehemalige Umweltpartei konzentriert sich umso mehr auf die Identitätspolitik, als ihr die Kriegszeiten viele Kompromisse abverlangen. So ersetzt sie die ausbleibenden russischen Gaslieferungen beherzt mit Kohle und Gas vom Golf, betreibt also nüchterne Realpolitik. In Identitätsfragen hingegen polarisiert die Partei und fördert Extreme. Die Schaltzentrale der Grünen für ihr Umerziehungsprogramm ist das Ministerium für Wokeness, früher bekannt als Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


Der Artikel konzentriert sich in den folgenden Passagen auf die Kontroverse um die von Familienministerin Lisa Paus vorgeschlagene nächste Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman sowie die Debatte um Transsexualität, bevor er zu einem allgemeinen Fazit gelangt:

Der grünen Kampfbrigade fällt das Paradoxe ihres Tuns nicht auf. Sie fordert Toleranz und Gleichberechtigung für Minderheiten, begegnet aber allen Einwänden mit Intoleranz. Wer Lehmann oder Ataman zu widersprechen wagt, ist eine Kartoffel oder ein Menschenfeind. Das ist die Sprache von Kulturrevolutionären und nicht von Politikern, die eine Gesellschaft auf dem langen Weg der Veränderung mitnehmen wollen. Eines ist gewiss. Wenn das Ministerium für Wokeness sein Programm verwirklicht hat, wird die Republik an einigen Stellen nicht wiederzuerkennen sein.




5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Lieber Arne Hoffmann,

anbei ein, wie ich finde, sehr passender Artikel für Ihren Blog. Es ließe sich viel darüber sagen, zum Beispiel dass die Berichterstattung dazu einmal mehr sehr deutlich macht, dass ein und die selbe Tat je nach Geschlecht sehr unterschiedlich gewertet wird.

Dass aber selbst die Polizei bei sexueller Belästigung zweier 18jähriger - als selbst gerade noch Kinder - während voller Fahrt, also in gefährlicher Situation - in ihrer Pressemitteilung noch demütigt und heranwürdigt - in dem als fun fact von Überforderung gesprochen wird - bringt mich sehr ins Nachdenken über unsere Gesellschaft und das von Ihnen treffend beschriebene Emphatie-Gap für Jungs und Männer.




Montag, Juni 27, 2022

Der Mann, der Audi verklagt, im Interview: "Ich fühle mich von dem Gender-Leitfaden sprachlich unsichtbar gemacht, marginalisiert" – News vom 27. Juni 2022

1. "Da hat einer Audi verklagt wegen der Gendersprache im Konzern", sagte neulich ein Kumpel von mir. "Das ist doch ein klassisches Beispiel für fragile Männlichkeit." Und ich denke mir: Wie sich die Zeiten ändern. Früher hast du als ganzer Kerl gegolten, wenn du in den Krieg gezogen bist, dir nichts hast gefallen lassen oder wenigstens eine Familie ernährt hast. Im Jahr 2022 genügt, dass du jeden fragwürdigen Quatsch mitmachst, ohne aufzumucken, sondern dem System gegenüber immer konformistisch bleibst.

Nun wissen wir alle, dass persönliche Herabsetzungen in der politischen Debatte heutzutage Argumente ersetzen. Aber was geht wirklich in dem Audi-Mitarbeiter vor, der wegen der Gendersprache seine Firma verklagte? Bezeichnenderweise schien das lange Zeit kaum jemanden näher zu interessieren. Jetzt aber hat "Die Welt" ein Interview mit ihm geführt:

Was stört den 46-Jährigen, der einen Doktor in Chemie hat und zwölf europäische Sprachen spricht, eigentlich so sehr [an der Gendersprache bei Audi], dass er deshalb sogar vor Gericht zieht? Das beantwortet Alexander B. in einem telefonischen Interview, das über seine Anwälte Dirk Giesen und Burkhard Benecken zustande gekommen ist. Denn Alexander B. will zum Schutz seiner Person weiter anonym bleiben. Gleichzeitig möchte er auch erklären, warum dieser Leitfaden aus seiner Sicht mehr diskriminiert und ausgrenzt, als dass er verbindet.

WELT: Herr B., der neue Gender-Leitfaden von Audi sieht Sätze vor wie "Der_die BSM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_in". Sie klagen als Mitarbeiter dagegen, weil Sie sich davon diskriminiert fühlen.

Alexander B.: Ja. Ich fühle mich von dem Gender-Leitfaden sprachlich unsichtbar gemacht, marginalisiert. Ich fühle mich teilweise durch diese Wörter wie "Zeug_innen" regelrecht verächtlich gemacht und beleidigt.

WELT: Können Sie Ihre Kritikpunkte genauer erklären? Bislang hieß es immer nur, Sie wollen damit "in Ruhe" gelassen werden. Eigentlich ist der Gedanke hinter so einem Leitfaden doch, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen – Männer, Frauen und auch diejenigen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen möchten.

Alexander B.: Es gibt eine ganze Vielzahl von Dingen, die mich daran stören. Audi schreibt vor, dass bei Begriffen wie Kollege zu gendern sei nach der Form, dass nach "Kolleg" ein Unterstrich folgt und dann kommt immer ein "innen". Die männliche Form im Plural ist aber nicht Kolleg, sondern Kollegen. Das heißt, männliche Endungen werden einfach abgehackt, sodass de facto also nur noch die spezifisch weibliche Form zu hören ist. Dadurch entstehen Ausdrücke, die zwar für Männer gelten sollen, aber eigentlich eine ganz andere Bedeutung haben. Aus ursprünglich Kollegen wird dann "Kolleg" – und "Kolleg" ist etwas ganz anderes, eine Lehranstalt oder ein Gebäude.

Es wird aber noch schlimmer, etwa bei Zeug_innen. Da werden Männer reduziert auf "Zeug", was im schlimmsten Fall Kram, Unrat oder Müll ist, der weggeschmissen wird. Und selbst wenn durch die Verstümmelung keine neue Bedeutung entsteht, dann doch ein grammatikalischer Fehler wie etwa bei "Interessent_innen". Da bliebe vom männlichen Plural "Interessenten" nur der eine männliche "Interessent" übrig, ansonsten wäre der weibliche Plural "_innen" voll gültig. Und genau deswegen musste ich aktiv werden, um deutlich zu machen, dass das zwar geschlechtergerechte Sprache genannt wird, aber wenn man das für sich genauer anschaut und analysiert, leider eben keine geschlechtergerechte Sprache ist.

WELT: Was denn dann Ihrer Meinung nach?

Alexander B.: Hinter diesem Sprachleitfaden steckt der Gedanke, dass man durch eine Änderung der Sprache die Gesellschaft verändern könne. Empirische Belege dafür sind äußerst dürftig. Zum Beispiel: Im Türkischen gibt es keine Genus-Ausdifferenzierung, in vielen Sprachen, die in Afghanistan gesprochen werden, gibt es die nicht, auch nicht im Persischen. Bekanntermaßen sind weder Afghanistan noch der Iran noch die Türkei leuchtende Vorbilder der Gleichberechtigung oder Gleichstellung von Frauen. Und ich könnte das noch weiter ausführen.

Ich kritisiere ferner, dass Frauenförderung und der Einsatz für diversgeschlechtliche Personen sich meiner Meinung nach besser auf andere Bereiche konzentrieren sollten. Denn durch diese "innen"-Formen wird oft ein höherer weiblicher Anteil suggeriert, als er in Wirklichkeit vorhanden ist. Ich halte es deshalb nicht für sinnvoll, an der Sprache Veränderungen erzwingen zu wollen, die bei genauerem Betrachten das Label, was man ihnen gibt, nämlich geschlechtergerecht oder gar gerecht zu sein, überhaupt nicht einlösen. Man sollte Sprache auf das zurückführen, was sie eigentlich ist, nämlich ein Kommunikationsmittel, was Gemeinschaft stiftet, was eine gemeinsame Kultur begründet.

WELT: Welche Folgen hat denn Ihrer Meinung nach die zunehmende Verwendung von Gender-Sprache?

Alexander B.: Diese Gender-Sondersprache erfüllt leider überhaupt nicht den Zweck, für mehr Inklusion zu sorgen und alle anzusprechen, sondern grenzt nur noch mehr aus. Das wurde ja auch im Verfahren mehrfach betont. Stellen Sie sich Menschen vor, die Legasthenie oder Dyskalkulie haben, Menschen, die vielleicht unsere Sprache erst gerade lernen oder blinde Menschen. Durch diese Gender-Sondersprache, die Verwendung von Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkten, erleben wir eine zunehmende Distanz der gesprochenen von der geschriebenen Sprache – was natürlich das Erlernen der Sprache und der Schrift viel komplizierter macht.

WELT: Aber Sprache entwickelt sich auch weiter und passt sich den gesellschaftlichen Veränderungen an. Und Frauen mussten bislang auch damit leben, im männlichen Plural angesprochen zu werden. Wo ist also Ihr Problem?

Alexander B.: Man schafft angebliche Ungerechtigkeiten aus der Vergangenheit nicht dadurch weg, indem neue schafft. Und wenn Männer mit solchen Bezeichnungen wie "Zeug" leben sollen, dann bedeutet das ja, Diskriminierung gegenüber Männern sei gerechtfertigt. Das ist für mich ein elementarer Verstoß gegen die Ideen des Grundgesetzes. Für mich ist es auch ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz in den allgemeinen Menschenrechten.

Abgesehen davon ist, wenn man genauer in die Sprachgeschichte blickt, die Situation viel diffiziler. Denn die Endung "en", bleiben wir mal bei Kolleg-en, ist eigentlich nur eine Ersatzendung. Lateinisch heißt das collegae und steht für Männer und Frauen. Dieser Ersatz hat von jeher nicht nur für ein Genus – also für ein Geschlecht – gestanden, sondern für alle Genera bzw. Geschlechter. Und insofern ist dieser Vorwurf, dass das also jahrhundertelang so gelaufen wäre, sprachhistorisch schlicht und ergreifend falsch. Damit will ich allerdings nicht sagen, dass ein gendergerechter Leitfaden unmöglich wäre.

WELT: In den sozialen Netzwerken wird Ihnen vorgeworfen, selbst andere zu diskriminieren, weil sie gegen diesen Gender-Leitfaden klagen.

Alexander B.: Für mich ist Gleichberechtigung absolut selbstverständlich. Meine Frau und ich haben zum Beispiel die Elternzeit fast eins zu eins aufgeteilt. Ich habe außerdem schon etliche kreative Ansätze entwickelt, die es ermöglichen würden, im Wesentlichen im Rahmen bestehender Sprach- und Grammatikregeln tatsächlich inklusiver zu sprechen und den unterschiedlichen Interessenlagen gerecht zu werden. Man muss nur bereit sein, eingetretene Pfade dann auch zu verlassen. Beziehungsweise man muss die Bereitschaft zeigen. Aber das traue ich Audi durchaus zu.

WELT: Das klingt so, als würden Sie sich auskennen.

Alexander B.: Ich möchte anonym bleiben, aber ich kann so viel verraten, dass ich Kulturwissenschaftler mit einem Doktortitel in Chemie bin. Ich besitze das große Latinum, das Graecum und das Hebraicum und insgesamt Zertifikate in zwölf europäischen Sprachen, darunter Spanisch, Italienisch, Französisch, Schwedisch oder Polnisch (Anm. der Red: Entsprechende Nachweise liegen der Redaktion vor). Ein paar Zeichen Chinesisch kann ich auch, es reicht, um damit Aufschriften auf T-Shirts zu lesen. Ich verfasse sprachwissenschaftliche Fachartikel und arbeite an Fachbüchern zum Thema Sprache. Ich habe darüber hinaus an einigen gendergerechten Satzungen und ähnlichen Texten mitgearbeitet, die ohne Gender-Satzzeichen, Doppelpunkte oder Sternchen auskommen. Man kann den Wünschen und Anforderungen aller sehr wohl gerecht werden, ohne dass es zu Verstümmelungen kommt. Man muss nur wollen.

(…) WELT: Kommen wir also noch einmal auf das Wort "Kollegen" zurück. Wie sollte es da Ihrer Meinung nach heißen?

Alexander B.: Das kommt auf den jeweiligen Kontext an. Das können Wörter wie etwa Kollegenschaft oder Beschäftigte sein, aber mein Lieblingsausdruck ist Team bzw. Teammitglied. Und ich habe es auch schon vor Gericht gesagt: Ich bin jederzeit und sehr gerne bereit, an einer Überarbeitung des Leitfadens mitzuarbeiten, damit alle eine tatsächlich gerechtere Sprache verwenden können.

(…) WELT: Das Urteil des Landgerichts Ingolstadt steht noch aus. Einen Vergleich hat der Konzern trotz Vorschlag seitens des Richters abgelehnt. Befürchten Sie durch Ihre Klage nun berufliche Nachteile?

Alexander B.: Das Unternehmen Volkswagen hat ja eine ganz besondere Historie in den vergangenen Jahren erlebt. Und eine der Konsequenzen war, dass man gesagt hat, wir brauchen auch Leute, die Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen und die dann auch mal Tacheles reden und auf Missstände aufmerksam machen. Ich gehe jetzt davon aus, dass das Unternehmen es damit auch ernst meint. So erlebe ich das zumindest jetzt schon jeden Tag. Insofern mag es manchen vielleicht noch etwas schwerfallen, aber ich kann mir vorstellen, dass diejenigen, die im Moment noch etwas skeptisch sind, vielleicht in ein paar Jahren froh darüber sind, dass es mich gibt, dass es mich gegeben hat, dass ich da gesagt habe: Das halte ich für falsch, so geht das nicht. Und da reiche ich allen die Hand.




2. Der Wirtschaftswoche zufolge haben inzwischen 64 Prozent der Dax-Unternehmen Leitlinien zur Gendersprache veröffentlichet. Bei jedem vierten werden die Mitarbeiter zum feministischen Deutsch verpflichtet:

Manche Konzerne unterscheiden zudem zwischen interner und externer Kommunikation. So gibt es bei Bayer einen Leitfaden, der sich an "genderwillige Beschäftigte" wendet. In der Außendarstellung aber solle auf solche Formulierungen verzichtet werden, "weil wir wissen, dass deren Zielgruppen gegenderte Formulierungen nicht schätzen", so schreibt das Unternehmen. (…) Höchst umstritten ist zudem die Verwendung von Gendersternchen und Doppelpunkten. SAP und Conti schließen deren Verwendung explizit aus, während Infineon voll auf das Sternchen setzt, ebenso wie die Telekom. RWE und Covestro setzen derweil auf den Doppelpunkt.

Sogar technologisch scheiden sich an dieser Frage offenbar die Geister: Während SAP die Verwendung mit der Begründung ausschließt, dass sie für Screenreader-Programme nicht darstellbar seien, nutzt die Allianz den Doppelpunkt explizit, weil er so gut darstellbar sei – mit dem exakt gleichen Argument entscheidet sich die Telekom für das Sternchen. Andere Konzerne lagern solche Fragen gleich ganz aus: Sowohl Mercedes und Daimler Trucks als auch BMW geben an, sich in ihrer Kommunikation komplett an den Vorgaben der Gesellschaft für deutsche Sprache zu orientieren.

Merck setzt derweil auf technologische Hilfe. Um seine Publikationen gendersensibel zu gestalten, nutzt das Unternehmen eine Software, die entsprechende Formulierungen automatisch vorschlägt.

Am weitesten fortgeschritten in Sachen Gendern scheint der Chipkonzern Infineon zu sein. Zum einen ist das Unternehmen neben Symrise das einzige, das auch in der mündlichen Kommunikation aufs Gendern setzt. Infineon macht sogar konkrete Angaben, wie das gehen soll: "Im Mündlichen wird das Sternchen über eine kleine Sprachpause hörbar gemacht." Zudem macht der Konzern Vorgaben, wie auch jenseits direkter Personenbenennungen geschlechtergerechter formuliert werden könne. "Wir wählen Adjektive und Formulierungen, die insbesondere auch Frauen ansprechen, gleichfalls aber Männer keinesfalls davon abhalten, sich zu bewerben", heißt es. Der Konzern nennt dafür auch konkrete Anwendungsfälle: "Ein Beispiel dafür, die eher „maskuline“ Formulierung „ehrgeizig“ ersetzen wir mit dem Wort „motiviert“. Das Wort „selbständig“ wird beispielsweise häufig mit „verantwortungsvoll, verantwortlich“ ersetzt. Anstatt „Mannschaft“ sagen wir „Team“ oder „Belegschaft“."


Einige Firmen schulen ihre Mitarbeiter gezielt in der Verwendung von Gendersprache. Bei Hello Fresh etwa sind solche Kurse für jeden, der eine Führungsrolle anstrebt, verpflichtend. Adidas hat für sämtliche 61.000 Mitarbeiter weltweit ein solches Training eingeführt.



3. Ein Südtiroler Handwerksbetrieb sucht "Mitarbeiter". Dafür soll er nun eine Strafe von 3000 Euro zahlen.



4. Der Bundesverband der Freien Wähler hat mit klarer Mehrheit beschlossen, das Gendern zu unterlassen.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

da ich zunehmend genervt bin von überall mit dem sogenannten Genderdeutsch überschüttet zu werden, bin ich auf der Suche im Internet auf Deine Seite gestoßen. Es freut mich, dort über aktuelle Themen lesen zu können.

Um auf das Gendern zurückzukommen, bin ich besonders enttäuscht, was unsere Leitmedien diesbezüglich anstellen. Die Tagesschau sollte den höchsten Anspruch an journalistischer Arbeit und korrekter Verwendung der deutschen Sprache haben. Leider ist das schon länger nicht mehr so.

Ich habe mich bereits von den wissenschaftlichen Podcasts des Deutschlandfunks abgemeldet, weil ich die dort verwendete Sprache nicht mehr ertragen kann. Ich höre jetzt englische Podcasts, z.B. des BBC.

Das Gendern führt zu Ungenauigkeiten, erzeugt falsche Bilder und rückt den Fokus auf die Information Geschlecht, das für den zu überbringenden Inhalt vollkommen irrelevant ist.

Ich habe ein interessantes Interview mit Lisa Eckhart gesehen, in dem sie die Entwicklung der Sprache als eine Entwicklung zur Respektlosigkeit beschreibt. Nun mache ich genau das, was sie sich nicht wünscht, indem ich per Du schreibe. Ich muss gestehen, dass ich absolut kein Fan von der Dame bin. Allerdings erscheint es mir wirklich mimosenhaft, dass bestimmte Personen mit einem spezifischen "pronoun" angesprochen werden wollen. Vor über 100 Jahren haben wir die Adelstitel abgeschafft, so dass alle Bürger gleich angesprochen werden können, jetzt entsteht plötzlich wieder etwas derart Kapriziöses.

Ich selbst bin lediglich Muttersprachler, aber interessiert an Sprache und Feinheiten innerhalb der Sprache. Ich höre seit einigen Jahren, die Podcasts von Daniel Scholten, die auf amüsante Weise einen guten sprachlichen Hintergrund vermitteln.


Was das Duzen in Leserpost an Genderama angeht: Manche duzen mich in ihren Zuschriften, andere wählen das Sie – mir ist beides Recht, und ich habe hier keine Vorliebe.



6. Zuletzt: Der Journalist und Genderama-Leser Ingo Meyer ist für seinen in der Berliner Zeitung veröffentlichten Text "Das Märchen vom Gendersterntaler" mit dem Theodor-Wolff-Preis 2022 ausgezeichnet worden. Die Ehrung ist mit 30.000 Euro dotiert und gehört zu den renommiertesten deutschen Journalistenpreisen. Ganz herzlichen Glückwunsch!



Sonntag, Juni 26, 2022

Feministin angepisst von Propaganda der Leitmedien zum Urteil gegen Amber Heard

In einem Nachklapp zum Urteil in dem Prozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard hat sich inzwischen auch eine Feministin gegen das von den Leitmedien gesponnene Narrativ ausgesprochen:



Eine Orgie der Frauenfeindlichkeit - das ist die Botschaft der Mainstream-Medien in den USA und im Vereinigten Königreich in Bezug auf den Prozess und den Ausgang des vielbeachteten Verleumdungsprozesses zwischen Johnny Depp und Amber Heard.

Denkschriften und Schlagzeilen mit einer Voreingenommenheit für Heard - große Zeitungen, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und Online-Publisher von The Atlantic bis Vox - bevölkern meine Social-Media-Feeds, die Heards Team nun dafür verantwortlich macht, die Entscheidung der Jury zu beeinflussen.

(...) "Wie wird jemand in seinen 60ern zum Gewalttäter?", fragte sich Depp, genau wie der Rest von uns. Doch ein Artikel nach dem anderen behauptet, wir seien Teil der Hassmaschine gegen Amber Heard.

Ich hasse Amber Heard nicht. Ich finde sie nur nicht glaubwürdig. Und weil es um häusliche Gewalt geht - häusliche Gewalt, die ich erkenne - stehe ich auf der Seite von Depp.

(...) Warum befassen sich die Mainstream-Medien nicht mit Heards eigener Verantwortung dafür, dass sie einer Bewegung geschadet hat, die sie zu ihrem persönlichen Vorteil zu kapern versuchte - selbst wenn das bedeutete, zu lügen und zu betrügen?

Die meisten Leute, die über den Prozess schreiben und tragische Rückschläge für die Frauen und die Demokratie selbst beklagen ("Demokratie stirbt in der Dunkelheit", sagte die Washington Post), haben den Prozess nie gesehen.

Ich habe ihn aus dem Ausland gestreamt und war erleichtert, als ich einige Vlogger, unabhängige Journalisten und Lawtuber entdeckte, die versuchten, die Fakten in Echtzeit zu interpretieren, während sich der Prozess entwickelte.

Keiner von ihnen war beleidigend oder hatte Verbindungen zu konservativen, rechtsgerichteten Medien, und jeder von ihnen bot eine Erleichterung in der Flut der Voreingenommenheit der Mainstream-Medien (einer wurde vom Anwaltsteam von Amber Heard ins Visier genommen).

(...) In der Tat sind die meisten von Depps Unterstützern Überlebende verschiedener Formen von häuslicher Gewalt - und der Versuch der Medien, es anders darzustellen, ist ein Schlag ins Gesicht für uns alle.

(...) Wenn das Internet Amber Heard hasst, liegt das nicht daran, dass sie eine Frau ist (oder ein unvollkommenes Opfer), sondern daran, dass sie nicht glaubwürdig ist.

Die wichtigste Erkenntnis für junge Menschen? Lügt nicht.

Es macht mich wütend, dass die Medien meinen, mir vorschreiben zu können, was es heißt, Feministin zu sein.

Warum kann ich Frauen nicht unterstützen, ohne auch anzuerkennen, dass nicht alle Frauen über jeden Vorwurf erhaben sind, dass nicht alle Mütter mütterlich und liebevoll sind?

Warum kann ich nicht Feministin sein und zugeben, dass manche Frauen lügen?

(...) Dieser Prozess hat ein Licht auf männliche Überlebende von Gewalt in Paarbeziehungen geworfen, und warum sollte er das nicht?

Warum sollten wir nicht über den einen von drei Männern sprechen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind?

Vielleicht liegt es daran, dass einer von drei Männern auch der Meinung ist, dass der Feminismus mehr schadet als nützt: Die "kritische Auseinandersetzung mit der Männlichkeit rund um #MeToo hat einige dazu veranlasst, eine feministische Offensive gegen Männer wahrzunehmen, aber bisher hat nur wenig Forschung die Reaktionen der Männer [auf die Bewegung] analysiert."

Wie kann das Ignorieren von "einem von drei" Einstellungen und Meinungen überzeugen oder positiv beeinflussen?

Die Behauptung, das Urteil sei ein "Rückschlag für die Frauen", ist selbst ein Rückschlag für die Frauen. Wir brauchen immer noch (verzweifelt) Feminismus, aber diese spezielle Form fühlt sich extrem an, als würde man Männer hassen - als würde man seine Glaubwürdigkeit verlieren.

Wie bringt es die Rechte der Frauen voran, wenn man Männer schlecht behandelt? Wie hilft es unseren Söhnen zu gedeihen, wenn wir sie beschämen?

Häusliche Gewalt ist geschlechtsunabhängig, und dank des Urteils von 2022 ist Johnny Depp nicht länger ein Opfer von häuslicher Gewalt - er ist ein Überlebender.

(...) Warum wird in feministischen Berichten nicht die Arbeit von Frauen wie Depps Anwältin Camille Vasquez und Dr. Shannon Curry gewürdigt? Oder versucht, junge Mädchen vor dem narzisstischen Missbrauch durch ihre Eltern zu schützen? (Heard ist vor kurzem Mutter geworden.)

Sowohl Depp als auch Heard haben in ihrer Kindheit ein Trauma erlebt, das sie anfälliger dafür macht, im Erwachsenenalter Opfer (oder Täter) von Missbrauch zu werden. Warum sprechen wir nicht darüber?




Freitag, Juni 24, 2022

Männer berichten: "Weil ich Primarlehrer werden will, werde ich als Pädophiler abgestempelt" – News vom 24. Juni 2022

1.
Männer, die in Berufen mit einer hohen Frauenquote arbeiten, werden dafür oft schräg angeschaut. Deshalb schämen sich viele für ihren Beruf. Drei Betroffene erzählen.


Und zwar hier.



2. Der FOCUS berichtet über eine Kontroverse in Nürnberg:

Neuer Tag, neue Aufregung um ein Gender-Thema. Am Montag verkündete die Technische Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg, dass in ihrer offiziellen Kommunikation künftig neben geschlechtsneutralen Formulierungen auch das Gendersternchen zum Einsatz kommen wird. Dafür hat die Hochschule einen Leitfaden entwickelt. "Mitarbeitenden wird die Verwendung der Schreibweise im Alltag zwar empfohlen, bleibt aber freiwillig", heißt es dazu.

So weit, so neutral. Dennoch sorgt die Ankündigung für Empörung. Mehrere Mitarbeitende und Studierende äußern sich entrüstet. Weil viele, wohl auch bewusst, direkt auf die Ankündigungsmail der Hochschul-Leitung antworten, geht die Kritik an den gesamten Hochschul-Verteiler. Dadurch können 15.000 Menschen mitlesen. FOCUS Online liegen entsprechende Mails vor.

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter schreibt: "Sehr geehrte Hochschulleitung, hiermit stelle ich den Antrag, dass die TH Nürnberg zukünftig den Studentinnen aus Gründen des Respekts und der Sicherstellung der Gleichbehandlung als Studienabschluss die Titel „Mistress“ bzw. „Bachelorette“ verleiht."

Ein Gastdozent schreibt: "Vielen Dank für den „LEIDfaden“. [...] Jede Vorlesung genderneutral zu gestalten hat für mich nicht gerade den Anstrich von Fortschrittlichkeit, sondern es wirkt eher etwas wie gewollt und nicht gekonnt und hat auch eine erbärmliche und wirklich peinliche Komponente."

Ein Bauingenieurs-Professor: "Ich möchte mich bei allen recht herzlich bedanken, die sich gegen diesen Leitfaden ausgesprochen haben. Was bedeutet Kolleg*innen? Sieht nach einem Quelltext in einer Programmiersprache aus. Als Verfechter der lateinischen Sprache bekomme ich da schon mittelgroße bis große Schmerzen."

Und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Chemie-Lehrstuhl findet die Diskussion über den gesamten Verteiler richtig: "Die Mehrheit lehnt diese grotesken Sprachregeln nämlich ab, traut sich aus Angst vor sozialen Sanktionen jedoch nichts dagegen zu sagen." Und weiter: "Der fehlende sichtbare Widerspruch ist nämlich genau der Grund, warum sich dieser Unsinn überhaupt erst so sehr verbreiten konnte. [...] Die 'Woken' möchten die Leute glauben lassen, dass sie mit ihrer Meinung in der Minderheit sind und das [sic] Widerspruch moralisch verwerflich sei."


Hier geht es weiter.



3. Auf dem Kölner Domherrenfriedhof liegen nur Männer begraben. Trotzdem soll er umbenannt werden: "Denn an der großen Gender-Debatte, in der viele Begriffe geschlechterneutral gehalten werden sollten, kommt offenbar auch das Erzbistum nicht vorbei."



4.
Einer Obersteirerin wurde die Chance auf ihren Traumjob vermasselt. Nicht etwa wegen fehlender Kompetenzen - sondern, weil sie nicht geschlechterneutral formuliert hatte.


Die Krone hat den Fall aufgegriffen.



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