Freitag, Oktober 02, 2026

New York Times zu Universität Cornell: Entpuppt sich das "Opfer" als Täterin?

1. Die New York Times hat zu der angeblichen Gruppenvergewaltigung an der Universität Cornell weitergeforscht und sich damit beschäftigt, was die Beschuldigten dazu zu sagen haben. Ein Auszug:

Ein weiteres Mitglied der Studentenverbindung, Gillio Lopes, der zusammen mit Herrn Newell in dem Zimmer wohnte, in dem die sexuellen Handlungen stattfanden, sagte, er habe "eine ziemlich klare Erinnerung" an diese Nacht, da er seiner Ansicht nach nicht so viel getrunken habe – nach seiner Schätzung etwa sechs Getränke, bestehend aus drei Keystone-Bieren und drei Mixgetränken aus Wodka und Hawaiian Punch.

Auf die Frage nach seiner Beteiligung an den Vorgängen mit Jane Doe sagte Herr Lopes, dass sie den sexuellen Kontakt initiiert und ihn nicht um seine Zustimmung gebeten habe – eine Aussage, die in krassem Widerspruch zu ihrer Schilderung des Abends steht.

Herr Lopes ging gegen 2 Uhr morgens, wie er sagte, nachdem er sich "unwohl" gefühlt habe, und begab sich mit drei Freunden zu McDonald’s. Er sagte, er habe ihnen nichts von dem erzählt, was sich zugetragen hatte, unter anderem, weil es ihm laut den Vernehmungsprotokollen "zugegebenermaßen ein bisschen peinlich war, was passiert war".

Herr Lee sagte ebenfalls, dass Jane Doe sexuelle Handlungen initiiert habe, ohne zu fragen. Er gab an, eine Line Ketamin von ihrem Körper geschnupft zu haben, und dass sie versucht habe, Sex zu initiieren.

"Ich habe mich irgendwie zurückgezogen, weil ich mich nicht auf so etwas wie Sex einlassen wollte", sagte Herr Lee. "Ich dachte, es sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür."


Wenn die als "Jane Doe" bezeichnete Studentin ihrerseits sexuelle Handlungen ohne die Zustimmung des betreffenden Mannes eingeleitet hat, stehen ihre Vorwürfe auf einem noch wackligeren Boden als ohnehin schon.

Alles in allem schält sich das Bild heraus, dass es hier um kaum mehr als eine Extremvariante des Falles handelt, bei dem eine Frau und ein Mann beide betrunken sind, in diesem Zustand miteinander Sex haben und sie ihn danach der Vergewaltigung beschuldigt, weil er sich ihr bemächtigt habe, als sie nicht zu einer reflektierten Einwilligung in der Lage gewesen war. Nur die Art der Droge und die Anzahl der Männer macht hier den Unterschied aus. Dass ein männlicher Beteiligter am Sex den Vorwurf genauso gut umkehren könnte, scheint vielen gar nicht erst in den Sinn zu kommen.



2. Die Frankfurter Allgemeine fabuliert in einem aktuellen Artikel:

Eine aktuelle Studie vergleicht männliche Privilegien mit Mundgeruch: "Wie man den eigenen Mundgeruch nicht wahrnimmt, so nehmen die meisten jungen Männer ihre Machtstellung in der Gesellschaft nicht wahr, weil sie ein anderes Selbstbild haben", heißt es darin. Die Untersuchung "Macht und Ohnmacht junger Männer" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend nennt das "kognitive Dissonanz". Sie zeigt, wie weit Wahrnehmung und Fakten voneinander entfernt sein können. Befragt wurden Männer zwischen 18 und 29 Jahren.

Kognitive Dissonanz beschreibt den Spannungszustand, der entsteht, wenn eigene Gedanken, Werte oder Handlungen im Widerspruch zueinander stehen. Oder wenn die Selbstwahrnehmung nicht mit gesellschaftlichen Strukturen übereinstimmt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der sogenannten Mannosphäre (englisch Manosphere) wider, in der Influencer wie Andrew Tate Frauenhass propagieren.


Wie plump wollt ihr die Leute eigentlich verarschen?

Als kognitive Dissonanz bezeichnet man einen unangenehmen psychischen Spannungszustand, der entsteht, wenn ein Mensch gleichzeitig widersprüchliche Überzeugungen, Einstellungen oder Gedanken hat oder wenn sein Verhalten im Widerspruch zu seinen Überzeugungen steht. Ein Beispiel: Ein Mensch ist überzeugt, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, raucht aber selbst. Er weiß also, dass sein Verhalten seiner Überzeugung widerspricht.

Kognitive Dissonanz ist natürlich NICHT, wenn ein junger Mann nicht die Auffassung des Frauenministeriums teilt, selbst wenn das Ministerium diese Auffassung als "Fakten" bezeichnet. Man darf in Deutschland eine andere Meinung als eine Regierungsstelle haben, ohne dass das darauf hinweist, man würde irgendwie falsch denken. Man darf sogar eine andere Ansicht als Bundeskanzler Friedrich Merz haben, ohne dass das zeigt, dass mit einem irgendetwas nicht ganz stimmt.

Bemerkenswert ist, wie unkritisch die Frankfurter Allgemeine die Rhetorik des Ministeriums übernimmt, so als ob die Aufgabe der Leitmedien im Wesentlichen darin bestünde, ein Sprachrohr für die Regierung zu sein. Welche angeblichen Privilegien ein Mann gegenüber einer Frau haben soll, geht aus dem Artikel natürlich an keiner Stelle hervor.



Donnerstag, Oktober 01, 2026

Universität Cornell: Terror des Lynchmobs trifft jetzt auch Unbeteiligte

1. Die "taz" beschäftigt sich weiterhin mit der mutmaßlichen Vergewaltigung an der Universität Cornell und schreibt in diesem Zusammenhang von "Tätern und Mitwissenden":

57 Männer wussten davon, dass sich eine Frau dort befindet. Und 57 Männer haben nicht gehandelt, sich nicht erkundigt, ob es ihr gut geht, ob sie das will. 57 Männer haben einander geschützt und kein Wort darüber verloren, dass das, was dort geschieht, womöglich nicht in Ordnung ist. 57 Männer haben die Tat nicht verhindert und sie vielleicht sogar erst möglich gemacht.

"Not all men", sagen diejenigen, die es falsch finden, alle Männer gleichzusetzen. Und es stimmt, "nur" 7 der 57 sollen Täter geworden sein. Doch was Frauen meinen, wenn sie verallgemeinernd von Männern als Gefahr sprechen, dann meinen sie auch die anderen 50. Diejenigen, die feierten, was dort passierte, auch wenn sie selbst nicht mitmachten. Und diejenigen, die mitlasen und schwiegen.


Das Problem bei dieser Mischung aus Vorverurteilung und Sippenhaft besteht darin, dass bis jetzt nicht einmal klar ist, ob überhaupt eine Vergewaltigung stattgefunden hat. Christian Schmidt legt heute Morgen ausführlich dar, wie schwierig das zu beurteilen ist. Ähnlich sieht es die ehemalige Staatsanwältin Sunny Hostin, die sich um die Verfolgung von Sexualverbrechen verdient gemacht hat::

"Auch wenn wir diese Angelegenheit sehr ernst nehmen müssen, wäre es laut [der Aussage des mutmaßlichen Opfers] aus dem Jahr 2024 auf keinen Fall möglich gewesen, dass ein Staatsanwalt Anklage erhoben hätte", sagte Hostin.

(…) Hostin verwies auf das veraltete und umstrittene Gesetz des Staates New York, wonach Staatsanwälte, um einen Fall von Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen erfolgreich zu begründen, physische Gewalt, eine ausdrückliche Weigerung oder den Umstand nachweisen müssen, dass das [mutmaßliche] Opfer durch Bewusstlosigkeit oder unfreiwillige Verabreichung von Drogen "körperlich hilflos" gemacht wurde. Da das [mutmaßliche] Opfer vor dem Übergriff freiwillig Alkohol getrunken hatte und bei Bewusstsein war, erklärte die Staatsanwältin, dass eine strafrechtliche Anklage nicht aufrechterhalten werden könne.

(…) "Sie hat anderen Jungen erlaubt und zugestimmt, dass diese Ketamin von ihrem Körper schnupfen", sagte Hostin. "Und nach New Yorker Recht stellt freiwillige Berauschung oder Drogenkonsum, der lediglich das Urteilsvermögen beeinträchtigt, rechtlich keine Unfähigkeit dar, sexuellen Handlungen zuzustimmen."

"Das bedeutet also: Wenn man freiwillig Drogen einnimmt, freiwillig Alkohol trinkt, kann man einem Dreier zustimmen", fuhr die Expertin fort. "Und laut ihrer Aussage hat sie zwei separaten Dreiern zugestimmt."

(…) Hostin, die erklärte, sie befasse sich "mit den Fakten", bekundete zudem Mitgefühl für die sieben männlichen Studenten, gegen die in der Klage Vorwürfe erhoben wurden, und verteidigte sie. "Die Bilder dieser jungen Männer, gegen die weder Anklage erhoben noch ein Urteil gefällt wurde, werden überall im Internet verbreitet", sagte Hostin. "Ich glaube, dass die Medien ungenau über diese Geschichte berichten. Ich glaube, sie berichten unfair darüber."


Auch der US-amerikanische Journalist und Rechtsanwalt Glenn Greenwald zeigt sich besorgt:

Die Nutzung von Mob-Justiz, um Menschen für schreckliche Verbrechen schuldig zu sprechen und ihr Leben darüber zu zerstören – ohne ordentliches Verfahren, bevor sie überhaupt angeklagt, geschweige denn verurteilt werden –, wird von der Meute als gerecht und edel dargestellt. Tatsächlich ist sie unheimlich und gefährlich.


Auf der Website Unherd, die es sich zum Ziel gemacht hat, aus der Herdementalität vieler Medien auszubrechen, beschäftigen sich Sohrab Ahmari and Valerie Stivers mit dem Fall. Über die Aussagen des mutmaßlichen Opfers, hier als "Jane Doe" bezeichnet, heißt es dort:

In ihrer ursprünglichen Anzeige bei der Polizei der Cornell University finden sich zahlreiche entlastende Umstände, die zugunsten der Beschuldigten sprechen. Die Aussage beschrieb "Mann Nummer 1" als ihren Freund, mit dem sie verabredet gewesen sei. Ihren Rauschzustand bei der Ankunft im Verbindungshaus bewertete sie mit "5 von 10". Sie gab an, dem ursprünglichen Dreier zugestimmt zu haben, ebenso der Einnahme von Ketamin, während sie verschiedenen sexuellen Handlungen zustimmte oder ihre Zustimmung verweigerte. Die Ketamin-Line schnupfte sie vom Penis von "Mann Nummer 2", weil es "unausgesprochen klar" gewesen sei, dass er das wollte. Zudem willigte sie mündlich ein, dass weitere Lines Ketamin von ihrem Körper geschnupft wurden. Gegen Ende des Abends lag ihr Rauschzustand nach eigener Angabe bei "8 von 10". Sie habe sich beim Sex mit Mann Nummer 1 und einem weiteren Mann wiedergefunden, könne sich aber nicht erinnern, "wie es angefangen hat".

Der Zustand der jungen Männer steht nicht im Mittelpunkt der Aussage. Dass "Mann Nummer 1" während des Dreiers keine Erektion aufrechterhalten konnte und ein "Nickerchen" brauchte, ganz zu schweigen vom Würgereiz von "Mann Nummer 2", deutet jedoch darauf hin, dass auch die beiden Männer, die anfangs beteiligt waren, stark beeinträchtigt waren.

Inzwischen sind weitere augenscheinliche Anzeichen von Einvernehmen ans Licht gekommen, darunter eine Textnachricht, die Doe einige Tage nach dem Vorfall an einen der Männer schickte. Darin räumte sie ein, dass "nichts von dem sexuellen Kram illegal" gewesen sei, und schlug ein weiteres Treffen vor, "aber halt ohne die zusätzlichen 5 Milliarden Männer und das Ketamin".

Was Doe widerfahren ist, war eine Tragödie, daran besteht kein Zweifel. Die Rechtslage ist allerdings ziemlich eindeutig: Sofern nicht noch neue Tatsachen bekannt werden, wurde sie nicht sexuell missbraucht, jedenfalls nicht nach der gesetzlichen Definition des Bundesstaats. Die Versuche, den Fall wieder aufzurollen, sind offenkundig durch die aufbrandende öffentliche Empörung motiviert. Does eigene Zivilklage stützt sich zudem auf das schwache Argument, sie sei aufgrund ihres Rauschzustands "nicht einwilligungsfähig" gewesen, ohne irgendeinen der erforderlichen Beweisstandards zu erfüllen, die weit über die bloße Tatsache einer Berauschung hinausgehen.

(…) Die amerikanische Universität und letztlich die gesamte US-Gesellschaft brauchen dringend eine neue Sexualethik. Es geht nicht an, nur eine Seite der sexuellen Gleichung zu bestrafen, nämlich die jungen Männer, und schon gar nicht in verfahrensrechtlich mangelhaften Quasi-Prozessen, die einem Rechtsstaat zur Schande gereichen. Die Öffentlichkeit ist aus Gründen wütend, die kein Strafverfahren, keine Klage und keine Verwaltungsanhörung beheben kann.


In der New York Post kommentiert Miranda Devine den Fall so:

Der Fall der Gruppenvergewaltigung der "Cornell 7“ artet in dieselbe Lynchmob-Hysterie aus wie die berüchtigten Duke-Lacrosse- oder "Matratzenmädchen"-Falschmeldungen von früher – nur dass die sozialen Medien alles noch verschlimmern. Es scheint, als hätten wir aus den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit nichts gelernt.

(…) Wie zu erwarten war, wurden die Verbindungsstudenten vor dem Gericht der männerfeindlichen öffentlichen Meinung für schuldig befunden.

Doch laut Matthew Van Houten, dem Bezirksstaatsanwalt von Tompkins County, der sich auf die eidesstattliche Aussage [des mutmaßlichen Opfers] gegenüber den Ermittlern des Campus im November 2024 beruft, "beschrieb sie ihre Beteiligung am Drogenkonsum und an sexuellen Handlungen als freiwillig, bewusst und einvernehmlich". Als sie die jungen Männer aufforderte, aufzuhören, taten sie dies auch.

(…) Seitdem die Nachricht von der Klage vor zwei Wochen bekannt wurde, wurde er mit Drohungen und Beschimpfungen bombardiert und hat nun die Ermittlungen wieder aufgenommen. Er erklärte, dass ihre aktuelle Klage und ihre ursprüngliche eidesstattliche Erklärung, die sie drei Wochen nach dem Vorfall im Jahr 2024 unter Androhung von Meineid unterzeichnet hatte, sehr unterschiedliche Geschichten erzählen.

Die mutmaßlichen "Vergewaltiger" wurden von der Cornell-Campuszeitung "Daily Sun" namentlich genannt und bloßgestellt sowie online gedoxt.

Einer der Männer hat bereits seinen Job verloren, und wie die "Post" berichtet, wenden sich zukünftige Studierende aufgrund der Handhabung des Falls von der Cornell University ab.

(…) Keiner von uns kennt die ganze Wahrheit, aber die junge Frau verdient Mitgefühl. Sie war gerade einmal 20 Jahre alt und betrunken. Als sie am nächsten Tag aufwachte und merkte, dass sie zum Gegenstand von Campus-Klatsch geworden war, schämte sie sich.

(…) Auch die jungen Männer haben falsche Entscheidungen getroffen, und ich würde mich schämen, Söhne zu haben, die sich so verhalten. Aber sie waren genauso jung und genauso benebelt wie sie und verdienen es nicht, dass ihr Leben ruiniert wird, wenn die Beweise zeigen, dass sie kein Verbrechen begangen haben.


Miranda Devine befindet, die aktuelle Stimmung passe nahtlos in die "Me-Too"-Erzählung "wonach alle Männer Vergewaltiger seien und wir 'allen Frauen glauben' müssten. Das Leben ist komplizierter als das."

Besonders bedenklich ist, dass auch ein gänzlich Unbeteiligter, der nicht an Cornell studierte und dem man wegen einer Namensgleichheit aus Versehen fälschlich eine Klageschrift zugestellt hatte, zur Zielscheibe des Hasses wurde:

Die Familie stellte bald fest, dass das Gericht den falschen Matthew Ingalls zugestellt und die Adresse der Familie Ingalls in das offizielle Aktenverzeichnis aufgenommen hatte.

Online-Selbstjustizler, die die mutmaßlichen Täter der angeblichen Gruppenvergewaltigung ins Visier nahmen, wussten das nicht. Sobald die Klage eingereicht war, begannen sie, nach dem Namen Matthew Ingalls zu suchen. Als sie Details über Sergeant Ingalls und seine Familie fanden, posteten sie die Angaben der Familie – einschließlich ihrer Telefonnummern – im Internet.


Die Mutter des Betreffenden, Victoria Ingalls, berichtet, sie sei auf Beiträge mit dem Namen ihres Sohnes gestoßen, die Bilder von Häckslern und Bildunterschriften wie "Wir können nicht erwischt werden, wenn man die Leichen nicht findet" enthielten.

Victorias 26-jährige Tochter erhielt eine Textnachricht mit einem Foto des Cornell-Studenten Matthew Ingalls und einem Screenshot eines Google-Earth-Bildes vom Haus ihres Bruders. Ihre Mutter sagte, sie habe damals keine Ahnung gehabt, was das bedeuten sollte, verstehe es aber inzwischen als eindeutige Drohung. Dann, so Victoria, seien die Nachrichten immer extremer geworden: "Tu der Welt einen Gefallen und bring dich um", stand in einer. "Lass dich in den Arsch ficken, bis du tot bist, Schlampe" und "Bring dich um", stand in anderen.

"Meine Familie wurde terrorisiert, bedroht und belästigt", sagte Victoria. "Ich bin einfach fassungslos, wie sich die Leute verhalten. Ich kann nicht glauben, dass Menschen jemanden einfach im Internet nachschlagen, eine Telefonnummer nehmen und dann anfangen, jemandem zu schreiben oder anzurufen und die widerlichen Dinge zu sagen, die sie sagen. Man weiß noch nicht einmal, ob man die richtige Person hat. Man schafft noch mehr Opfer."

Obwohl die Namen der sieben Männer, die der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden, in der am 16. September eingereichten Zivilklage öffentlich gemacht wurden, wurde gegen keinen von ihnen formell Anklage erhoben. Doch online, wo Lynchjustiz herrscht, haben Leute geschworen, die Männer "berühmt" zu machen.

In einem Fall hat Toby Martin, ein ehemaliger Autor der TV-Show South Park, eine Website namens cornellseven.com erstellt, "um die in diesem Fall genannten Männer im öffentlichen Blickfeld zu halten". Die Startseite zeigt die Namen und Bilder der ehemaligen Studenten. Er nimmt Spenden für seine Bemühungen entgegen, zu denen er sagte, auch "Plakatwände" gehören würden. "Die Geschichte bleibt. Die Namen bleiben. Und auch die Forderung nach Rechenschaft", schrieb Martin auf der Seite. Die sieben Namen wurden auch in einem Leitartikel der studentischen Zeitung der Universität, The Cornell Daily Sun, abgedruckt, der sich an die Männer wandte und erklärte: "Wir wissen, wer ihr seid, und wir weigern uns, zuzulassen, dass ihr von der Vertuschung dieser Universität profitiert."

Online-Kommentatoren haben die Namen, Fotos und in einigen Fällen Adressen, Telefonnummern und Informationen über Familienangehörige der sogenannten Cornell 7 in den sozialen Medien geteilt. Die Beschuldigten wurden in Videos, die millionenfach angesehen wurden, als "Teufel", "Vergewaltiger" und "Monster" bezeichnet. Online-Kommentatoren haben sich gefreut, dass einige von ihnen angeblich ihren Job verloren haben – ein Ergebnis ihres Internet-Aktivismus, wie die Kommentatoren behaupteten. Die Schauspielerin Jameela Jamil postete auf Instagram den Vorschlag, die sieben beschuldigten Männer zu kastrieren. (Genderama berichtete.)

(…) Victoria sagte, sie verstehe die "Wut" der Öffentlichkeit über die Vorwürfe in diesem Fall. Aber der Internet-Mob, sagte sie, "muss sich besser verhalten". "Man kann nicht einfach wahllos auf jemanden losgehen, nur weil er denselben Namen hat."


Kaum etwas von alldem dringt in die Berichterstattung der deutschen Leitmedien vor. Hier herrscht die übliche Einheitsmeinung, und was man dem Publikum mitteilt, wird entsprechend gesiebt. Besonders dämliche Artikel tragen Schlagzeilen wie "Gratis" – Studenten luden in Chat zu Vergewaltigung ein . Die oben ausgebreiteten Informationen und Perspektiven, die ein differenzierteres Bild erlauben, findet man hierzulande allein in der von diesen Medien angefeindeten "Manosphäre".



2. Eine landesweite Umfrage in Irland ermittelte, dass 48% aller jungen Männer (18 bis 24 Jahre) glauben, dass es viele falsche Vergewaltigungsvorwürfe gibt. 40 % meinen, dass Vergewaltigung und sexuelle Gewalt von den Medien häufig übertrieben dargestellt werden. In der Berichterstattung über diese Umfrage wird das selbstverständich als "alarmierend" und "Besorgnis erregend" bezeichnet, ohne sich damit zu beschäftigen, welche Belege es für diese Einschätzung der jungen Männer gibt. Als Schuldige werden "dunkle Orte des Internets" wie "die Manosphäre" ausgemacht. Ein neues Pilotprogramm solle Männer zu "positiver Männlichkeit" führen.



3. Eine Frauensauna in Bad Salzelmen (Sachsen-Anhalt) wird "nach wiederholten Ausschweifungen und mindestens einer bekanntgewordenen sexuellen Belästigung" beendet. In dem verlinkten Artikel, der für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online steht, heißt es dazu weiter:

So gebe es mehrere Frauentrüppchen, die es sich regelmäßig am Dienstag zwischen 10 und 21 Uhr in der Damensauna bequem machten – und das in einer schon anmutenden "königlichen Hofmentalität", wie es Sibylle Schulz beschreibt. So lägen die Frauengruppen mit einem Glas Sekt in der Hand in der Warmwassersauna, im Saunabereich würden sogar kleine Imbissbankette aufgebaut, und einzelnen Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen die Sauna besuchten, würde teilweise vulgär deutlich gemacht, dass sie dort nichts zu suchen hätten.

Andere Frauen seien demnach diszipliniert worden, was sie zu machen hätten und was nicht. "Es herrscht in der Damensauna oftmals ein rauerer Ton als auf dem Fußballplatz", so die Leitern. Am Abend oder am nächsten Tag, wenn sie die Papierkörbe entleerten, würden die an eine Flaschen-Annahmestelle erinnern.

"Ein männlicher Mitarbeiter, der in der Sauna war, um einen Aufguss vorzunehmen, wurde unerwünscht mit sexuellen, anstößigen Bemerkungen belästigt", muss Sibylle Schulz weiter mitteilen. Nur aus dem Grund, dass der Mitarbeiter in diesem Moment in guter Verfassung war, ist es zu verdanken, dass die Damen keine Strafanzeigen bekommen hätten. Dies alles, so die Leiterin des Soleparkes, sei leider kein Einzelfall.


Wo waren nur die Pilotprogramme, die diese Frauen zu "positiver Weiblichkeit" hätten führen können?



4. Morgen findet in Berlin der bisher wohl größte Protest gegen Wehrpflicht und Aufrüstung statt. Die taz berichtet:

Bis zu 30.000 Menschen werden laut Berliner Polizei am Freitag zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor erwartet. (…) Besonders richtet sich die Kundgebung dagegen, dass die Bundeswehr bereits inzwischen erste verpflichtende Musterungen durchführt, auch bei jungen Männern, die keinen Wehrdienst leisten wollen. (…) Neben den Schüler:innen rufen auch die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstverweiger:innen (DFG-VK) und Medico International zur Teilnahme auf. Redebeiträge werden unter anderem von Sea Watch und israelischen Kriegsdienstverweiger:innen erwartet. (…) Von Anfang an trugen die Proteste eine deutliche Handschrift des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW). (…) Erneut fehlt eine klare Benennung der imperialen Ambitionen Russlands. Stattdessen wird die Verantwortung für den Krieg in der Ukraine allein der EU und der Nato zugeschrieben.




5. Eine Studie mit 40 Säuglingen im Alter von fünf bis zwölf Monaten zeigt, dass der Körpergeruch des Vaters die soziale Interaktion von Babys mit fremden Erwachsenen erleichtern kann. Wurde während einer Begegnung mit einem unbekannten Mann ein vom Vater getragenes T-Shirt in der Nähe des Babys platziert, synchronisierte sich dessen Gehirnaktivität stärker mit der des Fremden als ohne den väterlichen Geruch. Zugleich zeigten die Kinder mehr positive Reaktionen wie Lächeln, Lachen und Brabbeln. Der Effekt war besonders ausgeprägt, wenn sich die Väter stärker an der täglichen Betreuung beteiligten.



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Mittwoch, September 30, 2026

Neue Studie: Nicht Social Media macht junge Männer einsam, sondern der Job

1. Einem aktuellen Beitrag auf Telepolis zufolge ist die zunehmende Einsamkeit junger Männer nicht primär auf Social Media oder übermäßige Bildschirmzeit zurückzuführen, sondern hängt wesentlich mit veränderten Arbeitsbedingungen zusammen. Eine Untersuchung der britischen Resolution Foundation kommt zu dem Ergebnis, dass 18- bis 29-jährige Männer in Großbritannien inzwischen rund 6,5 Stunden pro Tag allein verbringen, war vor allem durch bezahlte Arbeit im Homeoffice entstanden sei. In dieser Situation sind Beschäftigte durch Leistungsdruck, längere Arbeitszeiten und ständige digitale Erreichbarkeit belastet. Die räumliche Isolation erschwere zudem den Kontakt zu Kollegen und begünstige dadurch soziale Vereinsamung.



2. Die Schauspielerin Florence Pugh macht Männern insgesamt Vorwürfe, nachdem eine Studentin an der Cornell University im US-Bundesstaat New York von sieben Männern vergewaltigt worden sein soll: "Wie könnt ihr erwarten, dass wir darauf vertrauen, dass es 'nicht alle Männer' sind, wenn in Momenten wie diesen so viele von euch schweigen?"

Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft hatten in dem Fall Ermittlungen eingeleitet, da das angebliche Opfer gegenüber der Campus-Polizei angegeben habe, freiwillig und einvernehmlich gehandelt zu haben.

Die britische Schauspielerin Jameela Jamil erklärte auf Instagram, wie mit den Beschuldigten umgegangen werden solle: "Ich finde, Leuten wie den ‚Cornell 7‘ sollte man keine Pen**** mehr erlauben. Sie haben sie als Waffen benutzt, also müssen sie jetzt beschlagnahmt werden. Ich halte eine Gefängnisstrafe, eine rechtliche Kastration und die Entfernung des Penis für das absolute Minimum", schrieb sie ergänzt um die Worte "Choppity chop" ("hack hack").

Wie die Männer bestraft werden sollen, die sich zu diesem Fall noch nicht geäußert haben, wird unter Schauspielerinnen vermutlich noch diskutiert.



3. Eine aktuelle Erhebung in den USA zeigt eine eine deutliche geschlechtsspezifische und politische Spaltung: 66 Prozent der jungen demokratischen Frauen sagen, die Probleme von Frauen seien zu einem erheblichen Teil auf das Verhalten von Männern zurückzuführen, während dies nur 18 Prozent der jungen republikanischen Frauen so sehen. Umgekehrt erklären insgesamt nur 16 Prozent der Männer, dass Frauen für die Probleme verantwortlich seien, mit denen Männer konfrontiert sind; selbst unter jungen republikanischen Männern beträgt dieser Anteil lediglich 26 Prozent.



4. Eine Frau, die den Rapper Jay-Z beschuldigt hatte, sie im Jahr 2000 als 13-Jährige nach einer MTV-Video-Music-Awards-Party gemeinsam mit Sean "Diddy" Combs vergewaltigt zu haben, hat ihre Vorwürfe nun in einer eidesstattlichen Erklärung vollständig zurückgenommen und erklärt, ihre Anschuldigungen gegen Jay-Z seien falsch gewesen. Sie betont außerdem, für die Rücknahme ihrer Vorwürfe kein Geld erhalten zu haben.

Wörtlich heißt es in der Erklärung:

"Shawn ‚Jay-Z‘ Carter hat mich niemals vergewaltigt. Ich habe Herrn Carter nie getroffen oder mit ihm gesprochen. Herr Carter hat sich mir gegenüber niemals in irgendeiner Weise unangemessen verhalten. An keiner meiner Behauptungen gegen Herrn Carter ist etwas Wahres dran. Mir ist bewusst, dass meine falschen Anschuldigungen Herrn Carter unermesslichen Schmerz, Leid und Schaden zugefügt haben, der niemals vollständig wiedergutgemacht werden kann."


Männer, die sich zu diesen Vorwürfen nicht geäußert haben, sind vermutlich trotzdem an irgendwas schuld.



5. Im US-Bundesstaat Tennessee soll heute die erste Frau seit 200 Jahren hingerichtet werden, nachdem sie gemeinsam mit zwei weiteren Jugendlichen die 19-jährige Colleen Slemmer in ein abgelegenes Waldgebiet bei Knoxville gelockt, gefoltert und ermordet hatte. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 wurden dort 18 Frauen hingerichtet und 1683 Männer.



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Montag, September 28, 2026

Feministische Erziehung: "Ich kann doch auch nichts für das Dreckspatriarchat", stöhnt der 13-jährige Sohn

1. Kerstin Rottmann berichtet in der "Welt" von einem neuen Ratgeber über feministische Erziehung.

Auf einen derart groben Klotz wie dieses Buch gehört auch mal ein grober Keil. Julian Reichelts Website "Nius", bei der ich sonst eine Verlinkung vermeide, hat eine passende Rezension veröffentlicht.



2. Das Justizministerium plant eine Reform im Kindschaftsrecht. Beim SPIEGEL fragt man alarmiert: Wie sollen Gerichte mit gewalttätigen Vätern umgehen? Im Artikel selbst heißt es klar: "Gewalt kann von jedem Elternteil ausgehen." Warum hat es diese Erkenntnis nicht in die Schlagzeile und in die ähnlich sexistischen ersten Absätze geschafft?



3. Vorige Woche zitierte ich noch englische Männerrechtler mit ihrer Verwunderung darüber, dass die deutsche Linke sich nicht lautstark zu Wort melde, nachdem jetzt auch Männer gemustert werden, die gar nicht zur Armee möchten. Ein Kieler Schülerkomitee immerhin äußert erste Proteste. Ein Auszug aus einem taz-Artikel darüber:

"Ich finde diese Untersuchung in diesem Zwangskontext übergriffig und frage mich, welchen Nutzen sie hat", sagt Golo Kirsch. Die Schüler stört auch, dass die verpflichtende Musterung schon jetzt gilt und nicht erst wie angekündigt ab Juli 2027. "Wir wurden verarscht", sagt Schüler Shmuel Schatz aus Berlin. Wenn über 1.000 Jugendliche ohne Interesse zur Musterung geladen würden, heiße das, dass man "kurz vor der Wehrpflicht" stehe.




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Freitag, September 25, 2026

SPIEGEL-Titelgeschichte: "Männer rechts, Frauen links"

1. Auf dem Cover der heute erscheinenden aktuellen Ausgabe des SPIEGEL lautet das Titelthema: "Männer rechts, Frauen links. Der neue Kampf der Geschlechter und die Folgen für Politik und Liebe". Diese Polarisierung war in den letzten beiden Jahren kontinuierlich Thema auf Genderama. Die Spiegel-Titelgeschichte fasst sie unter der Überschrift "Die große Entfremdung" zusammen. Von "dramatischen Folgen für die Demokratie und die Zukunft der Liebe" ist hier die Rede. Für Nicht-Abonnenten steht der Artikel nur im Anriss online.

Das führt diesmal dazu, dass ich auf Langzitate verzichten, sondern den Artikel zusammenfassen muss. Die Rahmengeschichte dreht sich um einen jungen Ostdeutschen, der erst bei der AfD landete und, als er dort in einer Krise im Stich gelassen wurde, zur CDU wechselte. (Es geht in sehr vielen Absätzen des Artikels um die AfD.) Mit "Junge Männer in Deutschland wählen heute rechter als 2025, als 2021 und 2017" wird eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zitiert. Die Gründe für diese Entwicklung? "Jungs haben das Gefühl zu den Verlierern zu gehören." Begehrte Studienfächer etwa seien inzwischen fest in weiblicher Hand und viele Eltern hätten heute lieber ein Mädchen. Das sei nachvollziehbar: Jungen gälten als "zu laut, zu aggressiv, zu tumb", Frauen seien "weniger rücksichtslos als Männer" und landeten seltener im Knast. Dazu komme: "Noch immer werden Frauen von ihrem Ehemann oder Ex-Partner geschlagen oder vergewaltigt. Die Zahl der erfassten Fälle durch Männer lag im Fall 2024 so hoch wie nie zuvor." Dass im Jahr 2024 mehr Männer als Frauen Opfer häuslicher Gewalt wurden, lässt der SPIEGEL unter den Tisch fallen. So ganz ausssteigen möchte man beim Männer-Bashing nicht, das dann aber die folgenden Absätze immerhin als echtes Problem kenntlich machen.

Dafür nutzt der SPIEGEL ein Beispiel, das sich anbietet, Pauline Hermanges Buch, in dem sie zum Männerhass aufruft: "Wir dürfen keine Angst mehr haben, unsere Misandrie zu äußern und auszuleben." Der SPIEGEL räumt ein: "Schwer vorzustellen, dass ein männlicher Autor, der offen zur Misogynie aufruft, bei einem renommierten Verlag unterkäme." Rowohlt kannte da keine Skrupel und veröffentlichte das Pamhplet. "So gesehen ist es kein Wunder", urteilt der SPIEGEL, "dass sich die Gräben zwischen den Geschlechtern vertieft haben."

Nach weiteren Ausführungen über die AfD liefert die Geschichte einen zusammenfassenden historischen Rückblick über den Aufstieg der Alt-Right in den USA der zehner Jahre, über Trumps MAGA und die Manosphere. Inzwischen sei eine Dating-Kultur entstanden, bei der Wählerinnen der Demokraten republikanisch gesinnte Männer aussieben: "Die Ablehnung der anderen politischen Seite ist bei demokratischen Frauen etwa viermal so stark ausgeprägt wie bei republikanischen Frauen oder Männern." Der SPIEGEL zeigt sich besorgt: "Dieses Drama könnte in den kommenden Jahren auch Deutschland zerreißen: Junge Männer, die sich als Verlierer fühlen und (…) junge Frauen, die (…) von links das Gefühl vermittelt bekommen, Männer seien der Feind."

Dieses Gefühl wird von Populisten eifrig bewirtschaftet. In Mecklenburg-Vorpommern etwa wandte sich Manuela Schwesig in einem Wahlampfvideo an die Wählerinnen: "Liebe Frauen, wir können unser schönes Land doch nicht den Männern von der AfD überlassen." Das Parteiprogramm der Linken, merkt der SPIEGEL an, enthält viel Feminismus, aber keinen einzigen Punkt, wie die Probleme der Jungs adressiert werden könnten. Das wirkt aus der Zeit gefallen, denn: "Viele Wissenschaftler kommen inzwischen zu dem Ergebnis, dass es notwendig ist, sich den Nöten junger Männer genauso systematisch zu widmen wie der Diskriminierung junger Frauen." Eine politische Bewegung, die exakt das seit fast 30 Jahren fordert, bleibt unerwähnt.

Dafür führt der SPIEGEL Bettina Hanover an, eine Professorin für Schulforschung, die festgestellt habe, dass Jungen bei gleicher Leistung häufig schlechtere Noten erhielten. Was der SPIEGEL hier verschweigt: Sie ist nicht die erste, es gibt eine ganze Reihe von Studien, die das nachweisen. Dafür kommt Hanover treffsicher zum Punkt: "Wir reden an den Universitäten über so abstrakte Dinge wie das dritte Geschlecht und über die Frage, ob das Geschlecht als biologische Kategorie überhaupt existiert. Dabei ist völlig offenkundig, dass Jungs Probleme haben, die dringend adressiert werden müssen." Leider, so wird schließlich der US-amerikanische Autor Richard Reeves angeführt, tue die politische Linken die Probleme der Jungen als individuelles Versagen ab. Es herrsche eine "progressive Blindheit".



2. Unter dem Motto "Frauen haben es schwer, Männer auch: Diskriminierung ist kein Wettbewerb!" widmen sich Sinan von "Sinans Woche" und Matze von "Biased Skeptic" auf Youtube vierzig Minuten lang eben diesem Geschlechterkonflikt.



3. Die im Rahmen der UN-Generalversammlung am 17./18. September vorgelegte Schrift "Progress on the Sustainable Development Goals: The Gender Snapshot 2026" beleuchtet den weltweiten Fortschritt der Gleichstellung. Der Fokus liegt naturgemäß auf Repräsentationslücken von Frauen in Politik und Wirtschaft. Männerpolitisch problematisch bleibt der Bericht, weil geschlechtsspezifische Notlagen von Männern (wie die weltweit extrem hohe Suizidrate oder Arbeitsunfälle) im UN-Framing nach wie vor nicht als Gleichstellungsthema anerkannt werden.



4. Der britische Labour-Abgeordnete Sam Rushworth berichtet über eine von ihm initiierte Debatte im Unterhaus, die sich ausdrücklich mit der Bedeutung von Vätern und positiven männlichen Vorbildern beschäftigt. Er nennt unter anderem Vaterschaftsurlaub und die Benachteiligungen bestimmter Väter, insbesondere von Selbstständigen und Arbeitern. Zugleich kritisiert er, dass die politische Debatte über junge Männer häufig auf Arbeitslosigkeit, psychische Gesundheit und "toxische Männlichkeit" reduziert werde.



5. Vergangene Woche wurde eine wachsende Tendenz unter Bundesstaaten der USA bilanziert, bei Scheidungen eine exakt gleich aufgeteilte Elternzeit als gesetzlichen Standard festzulegen. Nach Reformen in Staaten wie Florida oder Louisiana zeigt der Trend im Spätsommer 2026 deutliche Wirkung: Die Hürde für eine ungleiche Verteilung liegt nun bei Gericht, da eine bewusste Abweichung stichhaltig begründet werden muss. Väterrechtler werten dies als Meilenstein gegen die historische Benachteiligung von Vätern bei Sorgerechtsentscheidungen, Feministinnen beklagen einen möglichen Schaden für "verletztliche Frauen und Kinder".



6. Der namibische Arbeits- und Justizminister Wise Immanuel erteilte im Parlament Forderungen nach einem gesetzlichen Anspruch auf Vaterschaftsurlaub eine Absage. Trotz einer Erhöhung von Mutterschaftsleistungen stellte seine Regierung klar, dass es keinen gesetzlichen Anspruch für Väter geben wird, und berief sich darauf, dass selbst die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) keine entsprechende Pflicht vorschreibt. Die Entscheidung entfachte eine breite Debatte über die staatliche Anerkennung von Väterarbeit im Südlichen Afrika.



7. Zwei südafrikanische Forscher beschäftigen sich damit, wie aus Jungen später gewalttätige Männer werden können. Genannt werden unter anderem Kindheitstraumata, Gewalt im Elternhaus, Armut und bestimmte Vorstellungen von Männlichkeit. Zugleich wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die allermeisten Jungen, die solche Erfahrungen machen, später nicht gewalttätig werden. Die Autoren argumentieren außerdem, dass es nicht ausreiche, Jungen einfach zum "Reden über ihre Gefühle" aufzufordern. Nötig seien sichere Räume und Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung.



8. Das ist mir glatt entgangen im Eifer des Gefechts: Vorgestern wurde Genderama 22 Jahre alt.



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Donnerstag, September 24, 2026

Hört auf, Männern zu sagen, sie sollen "sich öffnen"

Die Männerrechtlerin Lisa Britton hat kürzlich einen Artikel über die seelische Gesundheit von Männern veröffentlicht, bei dem sich eine vollständige Übersetzung lohnt:



Wenn das Gespräch auf die mentale Gesundheit von Männern kommt, sagen die Leute immer denselben Satz auf Kommando: "Männer müssen sich mehr öffnen!" Als wäre die Krise bloß ein Persönlichkeitsfehler, den man bei den meisten Männern findet. Als wäre die Lösung ein aufmunterndes Gespräch über Gefühle. Das ist ein bequemer Ausweg aus einer echten, produktiven Diskussion.

Ich möchte über die tatsächlichen Probleme sprechen. Solche, die strukturell sind und die Schuld und Scham nicht einfach auf die Männer selbst abwälzen.

Neulich abend habe ich mit einem Abschleppwagenfahrer gesprochen, der als Ersthelfer tätig ist. Ich saß etwa eineinhalb Stunden in seinem Wagen und wartete darauf, dass mein Stiefvater mich nach einem schweren Unfall abholt. Die Branche ist zu 96 Prozent männlich. Er und seine Kollegen bergen Wracks von den Autobahnen, schneiden Menschen aus zerknülltem Metall und stehen dabei, während Familien die schlimmste Nachricht erfahren. Sie gehören zu den Ersten am Unfallort. Sie sehen, was Polizei, Feuerwehr und Sanitäter sehen. Dann fahren sie nach Hause.

Im Gegensatz zu diesen anderen Ersthelfern bekommen sie oft nicht die strukturierte Unterstützung, die Steuerzahler bereits für öffentliche Sicherheitsbehörden finanzieren – wie Peer-Support-Teams, verpflichtende Nachsorge nach Einsätzen, spezialisierte Traumatherapeuten und die Anerkennung von posttraumatischen Störungen als Arbeitsunfall in der Unfallversicherung. Notfall-Abschleppfahrer bleiben damit allein, berufliche Schrecken zu verarbeiten, oft nach einer Nachtschicht wie dieser Mann, oft als selbstständige Auftragnehmer mit sehr wenigen Leistungen. Forscher haben sie die "vergessenen Opfer" von Straßenunfällen genannt. Unterstützungsangebote sind begrenzt. Die Bewältigung bedeutet für sie allzu oft Alkohol, Schweigen oder das Verlassen des Berufs.

Das ist kein Versagen dieser Männer und ihres "Stoizismus", sondern eine echte politische Lücke. Zehntausende Männer arbeiten im Abschleppwesen. Sie als Ersthelfer anzuerkennen und ihnen dieselbe mentale Gesundheitsinfrastruktur zu geben, die wir bereits für andere Notfallkräfte aufgebaut haben, wäre eine konkrete Maßnahme – und kein weiterer Vortrag darüber, dass Männer ihre Gefühle nicht ausdrücken können.

Das Muster wiederholt sich in den Berufen, die Männer noch immer überproportional ausüben. Bau und Gewinnung gehören zu den Berufsgruppen mit den höchsten Selbstmordraten. Laut jüngsten Analysen sterben Bauarbeiter mehrere Male so häufig durch Suizid wie durch Arbeitsunfälle – und die Zahl der Arbeitsunfälle ist bereits hoch. Installation, Wartung und Reparatur, Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und andere schmutzige, gefährliche und körperlich belastende Berufe, die uns allen zugutekommen und unser Leben bequemer und gemütlicher machen, zeigen dasselbe erhöhte Risiko. Es sind Arbeitsplätze mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, schwankendem Einkommen, chronischen Schmerzen, hohen Verletzungsraten, Substanzexposition und wenig von der institutionellen Nachsorge, die wir bei uniformierten Diensten als normal betrachten. Das sind keine abstrakten "Männlichkeits"-Probleme.

Wir haben ein mentales Gesundheitssystem aufgebaut, das davon ausgeht, dass der Patient bereitwillig in einem Raum sitzt und über sein Innenleben spricht. Viele Männer wollen dieses feminisierte System nicht nutzen. Sie dafür zu schelten, macht das System nicht besser. Peer-Support von Menschen, die dieselbe Arbeit gemacht haben, praktische Interventionen, Behandlungen, die nicht zuerst endloses Reden erfordern – Ansätze wie EMDR, von denen einige Kliniker bereits berichten, dass sie bei Traumata bei Männern gut wirken, ohne zum Reden zu zwingen – passen besser zum Leben von Schichtarbeitern und Handwerkern als ein Modell, das um ein wöchentliches Gespräch herum konzipiert ist. Wir sollten das System so verändern, dass es Männer erreicht, und nicht verlangen, dass Männer zu einer anderen Art von Mensch werden.

Die Vernachlässigung ist ebenso institutionell wie beruflich. Die Vereinigten Staaten haben acht Bundesämter für Frauengesundheit und keines für Männergesundheit. Männer sterben früher. Sie stellen die große Mehrheit der Suizide und einen großen Anteil der Überdosis-Toten. Die meisten Männer, die durch Suizid sterben, haben vorher Hilfe gesucht, aber das System hat ihnen nicht ausreichend geholfen. Ist das der Beweis, dass sie "sich nicht öffnen wollten!" – oder der Beweis, dass die Wege, die wir gebaut haben, ihnen nicht helfen und wir dringend ein Amt für Männergesundheit brauchen?

Wir müssen Männer und Frauen hier nicht gegeneinander ausspielen. Männer und Frauen sitzen im selben Boot! Väter, Söhne, Ehemänner und die Männer, die uns schützen, uns retten, die Straßen freimachen und die Gebäude stehen lassen, sind nicht entbehrlich. Ich sage immer, wir müssen diesen Männern mehr Dankbarkeit zeigen, aber wenn es um ihre mentalen Gesundheitsbedürfnisse geht, reicht Dankbarkeit nicht – obwohl sie ihrem Wohlbefinden nicht schaden würde. Was sie brauchen, ist dieselbe Ernsthaftigkeit, die wir bereits anderswo anwenden: vermutete Absicherung für arbeitsbedingte Traumata in zivilen Berufen mit hoher Belastung, finanzierte Peer-Programme, Arbeitsschutzstandards, die psychische Verletzungen als real behandeln, und ein bundesweiter Fokus, der die Gesundheitsergebnisse von Männern als öffentliches Problem behandelt und nicht als Problem "männlicher Privilegien".

Einem Abschleppwagenfahrer, der gerade einen tödlichen Unfall gesehen hat, zu sagen, er solle emotional verfügbarer sein, ist keine hilfreiche Fürsprache. Ihm jedoch dieselben mentalen Gesundheitsleistungen für Ersthelfer zu geben, die den Männern zustehen, die im selben Glas und Blut stehen wie Polizei, Feuerwehrleute und Sanitäter, das ist es. Wir wissen, wie man diese Strukturen aufbaut. Wir haben sie bereits für einige Arbeitnehmer aufgebaut. Aber werden wir sie auch für diese Männer aufbauen, die sie brauchen – wie den mitfühlenden Abschleppwagenfahrer, der mir nach meinem eigenen traumatischen Erlebnis Sicherheit gegeben hat?




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Mittwoch, September 23, 2026

UNO zur Ukraine: Die meisten Opfer sexueller Gewalt durch Russen sind Männer

1. Die Vereinten Nationen berichten über die Situation in der Ukraine:

Über 1.000 Fälle sexueller Gewalt gegen Zivilisten und Kriegsgefangene in der Ukraine wurden vom Beginn der russischen Invasion bis Ende Juli dieses Jahres dokumentiert.

Das geht aus einem neuen Bericht des UN-Menschenrechtsbüros (OHCHR) hervor, der Verletzungen detailliert beschreibt, darunter Gruppenvergewaltigungen, Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen, Elektroschocks und Schläge auf die Genitalien – zusammen mit anderen erniedrigenden Handlungen sexueller Natur.

Verstöße wurden auf beiden Seiten der Frontlinie erfasst, doch das Muster unterscheidet sich "in Umfang und Ausmaß" erheblich, betonte Danielle Bell, Leiterin der Menschenrechts-Überwachungsmission in der Ukraine, am Freitag vor Journalisten.

Russische Behörden – darunter Angehörige der Streitkräfte, des Gefängnisdienstes und des nationalen Sicherheitsdienstes – waren für 89 Prozent der dokumentierten Fälle verantwortlich.

Sexuelle Gewalt war besonders unter von russischen Behörden festgehaltenen Personen weit verbreitet: Fast drei Viertel der ehemaligen Kriegsgefangenen und nahezu die Hälfte aller festgehaltenen Zivilisten erlebten sexuelle Gewalt mehr als einmal, so Bell.

Die verbleibenden 11 Prozent der dokumentierten Fälle wurden ukrainischen Behörden zugeschrieben, und fast die Hälfte davon bestand ausschließlich aus Drohungen.

Bell betonte zudem, dass die Ukraine der UN-Mission "uneingeschränkten Zugang" zu den Kriegsgefangenenlagern und anderen Haftanstalten gewähre.

Die meisten Opfer sexueller Gewalt waren Männer, insbesondere in Haftanstalten. Die für den Bericht Befragten schilderten zutiefst belastende Erlebnisse.

Viele der ukrainischen Kriegsgefangenen und festgehaltenen medizinischen Fachkräfte, die Opfer von Verstößen durch russische Kräfte wurden, berichteten, dass sie mit einem sowjetischen Militärfeldtelefon namens "Tapik" an den Genitalien getasert wurden; 155 Personen (27 Prozent) erlebten diese Form mindestens einmal.

Ein ukrainischer Kriegsgefangener beschrieb, mit einem Schlagstock vergewaltigt worden zu sein, ein anderer, dass man ihm gewaltsam Zellenschlüssel in den Körper eingeführt habe. Ein ukrainischer Zivilist sagte, er sei mit einem Schaufelstiel vergewaltigt worden.

(…) "Ich bin zutiefst alarmiert über die Häufigkeit dieser abscheulichen Taten, die in unserem Bericht dokumentiert sind, und befürchte, dass sie mit ziemlicher Sicherheit andauern, mitten in der unaufhörlichen Gewalt, die wir jeden Tag in der Ukraine erleben", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk.

"Das muss sofort aufhören, unabhängig von den Tätern", betonte er. "Angesichts der hohen Zahl der Fälle, die ihren Kräften zugeschrieben werden, muss die Russische Föderation jedoch konkrete und erkennbare Maßnahmen ergreifen, um Zivilisten und Kriegsgefangene vor allen Formen von Folter, einschließlich sexueller Gewalt, zu schützen."




2. Jennifer Ulrich verteidigt die neue Netflix-Serie über die Lizzie Borden, die ihren Vater und ihre Stiefmutter mit der Axt getötet haben soll, gegen den Vorwurf, sie sei sexistisch. Ein Auszug:

Lizzie Borden ist keine Serienkillerin und mit Blick auf die Inszenierung der Geschichte stellt sich sogar die Frage, ob sie überhaupt ein "Monster" ist – trotz der brutalen Axt-Morde an zwei Menschen.

Denn: Lizzie Borden ist hier eine von Geburt an gutmütige Außenseiterin, mit liebevolleren Eltern wäre die Story sicherlich anders ausgegangen. So aber wird klar, dass selbst die unschuldigste Seele nicht ohne fatale Konsequenzen endlos erniedrigt werden kann. Ihr Gewaltausbruch erscheint alternativlos.

(…) So darf sich Lizzie Borden im Gegensatz zu den anderen beiden Täterinnen nach ihrem Prozess über ein Leben in Wohlstand freuen – besonders, weil sie lernt, sich "angemessen" in patriarchalen Strukturen zu bewegen.

(…) Am Ende wird sie trotz zahlreicher Indizien, die gegen sie sprechen, nur deshalb nicht verurteilt, weil niemand ihr einen bestialischen Mord zutraut. Kurzum: Die Serie feiert die Widersprüchlichkeit von Frauen und deutet die Klischees, mit denen sie zu kämpfen haben, als Waffe um. Sogar buchstäblich. Viel feministischer geht es also kaum, und doch sieht sich "Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden" Sexismus-Vorwürfen ausgesetzt. In Wahrheit ist die Show viel komplexer als viele es ihr zugestehen. Ihre Botschaft ist gerade nicht "Männer sind schuld, wenn Frauen gewalttätig werden", obwohl diese These auf dem Silbertablett liegt.


Man freut sich ja schon, wenn Lizzie Borden nicht zur feministischen Ikone erhoben wird.



3. In Italien sollen Frauen Vorrang genießen, wenn es um das Verhindern von Selbsttötungen geht. Das berichtet die italienische Tageszeitung Il Sole 24 Ore:

Frauen, Jugendliche und besonders fragile Kontexte wie die Gefängnisse. Das werden die ersten Adressaten des nationalen Plans zur Suizidprävention in Italien sein, den Gesundheitsminister Orazio Schillaci anlässlich des Welt-Suizidpräventionstags angekündigt hat. In Italien hat dieses Problem laut Daten des Istituto Superiore di Sanità (ISS) im Jahr 2023 fast 4.000 Todesfälle verursacht. (…) Etwa 75 Prozent der Todesfälle betreffen Männer, die ein fast viermal höheres Risiko als Frauen haben. Was das Alter angeht, zeigen die letzten Daten (bezogen auf 2019–2020) einen Anstieg des Risikos mit zunehmendem Alter, besonders ausgeprägt bei Männern.


Der Artikel liefert an keiner Stelle eine Begründung dafür, dass Frauen als Zielgruppe im Zentrum stehen, obwohl sich Männer dreimal so oft das Leben nehmen.

Männerrechtler auf Instagram haben gestern zu dieser bizarren Schieflage Stellung bezogen:

So traurig und entmutigend "Männerprobleme" auch sind, gibt es tatsächlich etwas Schlimmeres …

Und zwar den chronischen Mangel an politischem Willen und Interesse, solche Probleme anzugehen.

So stellt beispielsweise der Selbstmord bei Männern nach wie vor die größte Lebensgefahr für alle Männer unter fünfzig dar und fordert weltweit jedes Jahr mehr als eine halbe Million (!!) Männerleben.

Diese Zahl ist unvorstellbar groß und wirklich erschütternd.

Was jedoch irgendwie noch schockierender ist: Wenn nationale Pläne zur Selbstmordprävention angekündigt werden – wie beispielsweise Anfang dieses Monats in Italien –, werden suizidgefährdete Männer routinemäßig außen vor gelassen, während Frauen stattdessen zur "Prioritätsgruppe" erklärt werden.

(…) Für mich ist das der schockierendste Aspekt dieser ganzen Angelegenheit.

Es ist nicht das:

Die Gesundheit von Männern ist mittlerweile in fast jeder Hinsicht schlechter als die von Frauen …

Oder dass Jungen in jeder Phase des westlichen Bildungssystems hinterherhinken …

Oder dass Männer bei Obdachlosigkeit, Inhaftierungen, tödlichen Arbeitsunfällen, Selbstmorden, Drogentoten und als Opfer von Gewaltverbrechen überwiegen …

Das Schockierendste ist, dass in der politischen Debatte offenbar nur leere Worte fallen.

Das ist doppelt verwirrend, da uns ständig erzählt wird, dass "Männer" diejenigen sind, die von politischer Macht profitieren, dass Männer systemisch privilegiert sind; und dass Männer das System aufgebaut und die Gesetze geschrieben haben – seit jeher, als Teil einer allmächtigen patriarchalischen männlichen Unterdrückerklasse.

Solche Behauptungen klingen in den sozialen Medien sicherlich gut oder wenn sie von Ihrer lokalen feministischen Aktivistin mutig herausgeschrien werden; aber in der Realität, in der unsere Männer und Jungen stillschweigend sowohl von gesellschaftlicher als auch politischer Missstände erdrückt werden, scheinen solche Parolen peinlich weit von der Wahrheit entfernt zu sein.

Warum also verraten unsere Politiker und Minister immer wieder schutzbedürftige Männer?

Und was um alles in der Welt geht gerade in Italien vor?




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