Sonntag, Dezember 05, 2021

Künftige Frauenministerin fordert einheitliche Gender-Sprache in Gesetzen – News vom 5. Dezember 2021

1. Die "Welt" berichtet über die politischen Pläne der zukünftigen Frauenministerin Anna Spiegel:

Die designierte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat sich für eine einheitliche gendergerechte Sprache in Gesetzestexten und anderen Vorhaben der künftigen Ampel-Koalition ausgesprochen. "Ich finde gendergerechte Sprache wichtig, auch in staatlichen Dokumenten", sagte Spiegel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Es wäre wünschenswert, wenn die Bundesregierung zu einem einheitlichen Verfahren findet."


Die Journalistin Tamara Wernli kommentiert.



2. Mehr aus der Ampel: Männer die ihre Partnerin umbringen, fordert aktuell der SPD-Politiker Pistorius, müssen härter bestraft werden. Warum das für Frauen, die ihren Partner umbringen, nicht gelten soll, bleibt sein Geheimnis.



3.
Die neue Doku "Das Ende des Schweigens" beleuchtet ein ganz dunkles Kapitel der Adenauer-Zeit: 1950/51 wurde in Frankfurt am Main gegen über 200 schwule Männer ermittelt, rund 100 wurden verhaftet.


Hier geht es weiter.



4. Eine aktuelle Metastudie, die mehrere Studien zu Frauenquoten in Unternehmensvorständen zusammenfasst, zeigt unterm Strich eine negative Auswirkung auf die wirtschaftliche Performance einer Firma:

Mehrere Länder haben Geschlechterquoten in den Aufsichtsräten von Unternehmen vorgeschrieben. Wir haben systematisch empirische Studien ausgewertet, die die Rentabilität und finanzielle Leistungsfähigkeit von Unternehmen vor und nach der Einführung gesetzlicher Quoten verglichen haben. Die Suche ergab 348 eindeutige Treffer, von denen neun Studien mit 20 Auswirkungen ausgewählt wurden. Vier davon waren ungültig, 11 waren negativ und fünf waren positiv, wobei letztere allein italienische und französische Unternehmen betrafen.


Damit ist die Unterstellung, nur frauenfeindliche sexisten wären gegen eine Männer diskriminierende Frauenquote, erledigt. Ein Firmenchef kann eine solche Quoe auch ablehnen, weil ihm das Wohlergehen seines Unternehmenss mit all seinen Mitarbeitern am Herzen liegt: Männern wie Frauen.



Samstag, Dezember 04, 2021

Interview: Filmemacherin Cassie Jaye blickt nach fünf Jahren zurück auf Männerrechtler-Doku "The Red Pill"

Vor fünf Jahren veröffentlichte die Filemacherin Cassie Jaye ihre Dokumentation The Red Pill über die Männerrechtsbewegung: einem ungewöhnlichen Projekt, da es diese Bewegung ohne den oft hassverzerrten Filter vieler Aktivisten und Journalisten der Leitmedien darstellte. In einem Interview mit dem auf Männer spezialisierten Psychologen John Barry blickt Jaye auf ihre Erfahrung mit diesem Film zurück:



John Barry: Ich halte den Film für brillant und würde ihn als Erfolg betrachten, auch wenn er an einigen Orten verboten wurde und wahrscheinlich nicht die Einnahmen erzielt hat, die er verdient. Welche Art von Resonanz haben Sie für The Red Pill erwartet?

Cassie Jaye: Der Film ist insgesamt viel besser gelaufen, als ich erwartet hatte, aber meine Erwartungen haben sich mit der Zeit geändert. Als ich 2015 zum ersten Mal öffentlich ankündigte, dass ich an einem Film über die Männerrechtsbewegung arbeiten würde, war ich überrascht von den Reaktionen, die ich von Gender-Aktivisten erhielt, die mir sagten, ich solle "ihnen (Männerrechtlern) keine Plattform geben, um zu sprechen". Ich glaube, das war der Zeitpunkt, an dem ich meine Erwartungen an die Resonanz auf den Film heruntergeschraubt habe. Als ich den Film dann 2016 in die Kinos brachte, waren die Kritiken vernichtend, aber die Resonanz des Publikums war überschwänglich. Die Kritiken hatten allerdings eine größere Reichweite, also dachte ich nicht, dass der Film noch viel weiter gehen würde.

Als der Film jedoch 2017 der Öffentlichkeit weltweit online zugänglich gemacht wurde, änderte sich alles. Die Mund-zu-Mund-Propaganda, vor allem online, in sozialen Medien und Chatforen, schlug ein wie eine Bombe, und schon bald wurde der Film überall verbreitet! Er wurde sogar in Dutzende verschiedener Sprachen übersetzt - natürlich von Leuten, die den Film raubkopiert haben, aber es ist ehrlich gesagt sehr schmeichelhaft, dass die Leute ihn so sehr lieben, dass sie sich die Mühe machen, ihn zu raubkopieren und zu übersetzen. Im Jahr 2017 wurde der Film immer beliebter und erhielt immer mehr Gegenwind, und dann begann die Zensur. Es wurden Vorführungen in unabhängigen Kinos und auf Universitätsgeländen angesetzt, und dann zwangen Aktivistengruppen den Film, zurückgezogen und verboten zu werden. Es war wirklich bemerkenswert, das zu beobachten, da der Film selbst über die unnötige Zensur dieser Themen spricht, die diskutiert werden. Jetzt, fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Films, wird er immer noch von neuen Zuschauern gesehen, von langjährigen Fans geteilt und von Wissenschaftlern analysiert. Er ist zu einer Art Kult-Klassiker im Dokumentarfilm-Genre geworden, und ich könnte nicht glücklicher darüber sein, wie weit er es gebracht hat. Ich erhalte täglich E-Mails von Menschen, die mir sagen, dass der Film ihr Leben zum Besseren verändert hat, dass er sie dazu inspiriert hat, Aktivist oder Filmemacher zu werden, und dass er sie davon abgehalten hat, Selbstmord zu begehen, aber die meisten sagen mir, dass er ihnen in irgendeiner Weise Hoffnung oder eine neue und wertvolle Perspektive gegeben hat. Es ist wirklich herzerwärmend und bestärkend zu wissen, dass meine jahrelange harte Arbeit eine solch positive Wirkung hatte, obwohl ich zu einem Zeitpunkt nicht dachte, dass etwas Wesentliches dabei herauskommen würde.

John Barry: Trotz einiger negativer Presseberichte weiß ich, dass der Film auf viele Menschen einen positiven und nachhaltigen Eindruck gemacht hat. Wenn der Film auf öffentlich zugänglichen Fernsehsendern (z. B. der BBC im Vereinigten Königreich) gezeigt würde, welche Veränderungen könnte er Ihrer Meinung nach in der Art und Weise bewirken, wie die Menschen über Geschlechterfragen denken?

Cassie Jaye: Wenn The Red Pill auf öffentlich zugänglichen TV-Sendern ausgestrahlt würde, denke ich, dass er ein gemischtes Feedback erhalten würde. Ich denke, einige Berufsaktivisten, die diesen Dialog unterdrücken wollen, würden es sich zur Aufgabe machen, gegen den Fernsehsender zu protestieren und ihn davon zu überzeugen, den Film aus dem Programm zu nehmen, bevor er überhaupt ausgestrahlt wird. Sollte der Film jedoch erfolgreich ausgestrahlt werden, denke ich, dass alle Zuschauer, die darüber stolpern, angenehm überrascht sein werden, wie viel sie mit dem im Film behandelten Thema anfangen können, und vielleicht auch angenehm überrascht sein werden, wie unterhaltsam und aktuell dieser Film ist.

John Barry: Ich habe vor der Vorführung von The Red Pill am University College London einen kurzen Vortrag gehalten, in dem ich sagte, dass der Film eine hervorragende Demonstration dafür ist, dass die Kluft zwischen den Geschlechtern in Bezug auf Empathie überbrückt werden kann, aber auch, dass diese Brücke nicht sofort entsteht, wenn man ein paar relevante Fakten kennt. Was denken Sie darüber, wie man Menschen am besten helfen kann, Empathie für die Probleme von Männern zu entwickeln?

Cassie Jaye: Das ist ein großartiges Argument, dass die Kluft der Empathie nicht sofort überbrückt wird, wenn man mit neuen Fakten konfrontiert wird. Wir leben in einer Welt und in einer Zeit, in der so ziemlich jede Bevölkerungsgruppe eine Menschenrechtsbewegung hat, der aufrichtige Anerkennung und Aufmerksamkeit zuteil wird, mit Ausnahme der heterosexuellen weißen erwachsenen Männer. Es ist heute schwer, die meisten Menschen davon zu überzeugen, dass Männer Mitgefühl verdienen. Es ist vielleicht einfacher, die Menschen davon zu überzeugen, dass Untergruppen wie Jungen, schwarze Männer oder Veteranen aufgrund ihrer besonderen Probleme Mitgefühl verdienen, aber "Männer" als Ganzes werden von der Masse nicht als eine Gruppe mit Problemen angesehen, obwohl viele Daten zeigen, dass es ihnen schlechter geht.

Ich denke, Gespräche über diese Themen müssen mit Sorgfalt und Sensibilität für die Zeit, in der wir leben, geführt werden. The Red Pill wurde veröffentlicht, bevor die #MeToo- und Black Lives Matter-Bewegungen in Gang kamen und auch bevor die Pandemie zuschlug, aber leider sind die im Film diskutierten Themen nach diesen Ereignissen immer noch dieselben, wenn nicht sogar schlimmer. Ich würde jedem, der versucht, das Bewusstsein für Männerfragen zu schärfen, raten, sich auch über andere Menschenrechtsfragen im Klaren zu sein. Da es bereits ein Stigma gegen jeden gibt, der sich für "Männerrechte" einsetzt, suchen Neinsager nach Gründen, um männliche Befürworter zu diskreditieren, und wenn dieser Befürworter die grundlegenden Gesprächsthemen und Hauptthemen, die von anderen Menschenrechtsgruppen diskutiert werden, nicht kennt, dann wird dieser männliche Befürworter leicht übergangen. Wenn Sie mit jemandem über die Legitimität von Männerrechten diskutieren, sollten Sie nicht versuchen, ihn in einem einzigen Gespräch umzustimmen. Gehen Sie davon aus, dass Sie seine Meinung nicht ändern werden, sondern versuchen Sie einfach, ihn zum Nachdenken anzuregen, indem Sie ihm Fragen stellen, die er sich vielleicht noch nie gestellt hat. Allein das Stellen von Fragen kann der Auslöser dafür sein, dass sie ihre eigenen Nachforschungen anstellen und vielleicht Monate oder Jahre später ein besseres Verständnis für diese Themen haben. Ich weiß, dass es sich enttäuschend anfühlt, zu hören, dass es so lange dauern könnte, aber das liegt daran, dass unsere Kultur im Moment mit männerfeindlicher Propaganda bombardiert wird, und das schon seit Jahren, so dass der Wandel nicht über Nacht geschehen wird, aber er kann durch sorgfältige Selbstbefragung von neugierigen Geistern und aufrichtigen Herzen geschehen.

John Barry: Wenn Sie den Film noch einmal drehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Cassie Jaye: Sicher, ich bin eine Perfektionistin, ich kann immer Fehler in meiner Arbeit finden und mich fragen, wie ich etwas hätte besser machen können, aber realistisch gesehen, nein. Wenn ein Geist mich in die Vergangenheit zurückversetzen könnte, um irgendetwas an dem Film zu ändern, würde ich das wohl nicht tun, denn alles hatte einen Sinn. Selbst die unvollkommenen Teile des Films hatten einen positiven Effekt. Sicher, der Ton ist schlecht, wenn Honey Badger Karen Straughan in der lauten Bar spricht, aber ich ziehe dieses mitternächtliche Last-Minute-Interview mit Karen einem so aufpolierten vor, dass es sich wie eine Fälschung anfühlt, weil es so ist, vor, bei dem Karen von hellen Lichtern geblendet wird und ein Dutzend Crew-Mitglieder sie beobachten, was sie nervös und steif macht. Viele Dokumentarfilme opfern heutzutage die Realität zugunsten der Produktionsqualität. Ich ziehe es vor, das wirkliche Leben zu dokumentieren und die Zuschauer zu bitten, mir später die schlechte Tonqualität oder andere Probleme mit der Produktionsqualität zu verzeihen.

Abgesehen davon hätte ich mir gewünscht, dass ich noch ein paar andere Männerthemen in den Schnitt hätte einfließen lassen können, nämlich ein ganzes Kapitel, in dem es darum geht, dass Frauen zwar als Sexobjekte angesehen werden, Männer aber als Erfolgsobjekte, und ich würde Beispiele aus Filmen, Musik, Werbung, der Online-Dating-Welt usw. anführen und über die Nachteile sprechen, darüber, wie dies zu ungerechter Behandlung und sogar Diskriminierung führen kann, sowie über seine biologischen Wurzeln. Seit der Veröffentlichung von The Red Pill habe ich festgestellt, dass es sich um ein viel größeres Problem handelt, als mir ursprünglich bewusst war, und dass sich so viele Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern durch das Phänomen erklären lassen, dass Frauen als Sexobjekte und Männer als Erfolgsobjekte betrachtet werden. Oberflächlich betrachtet klingt es einfach, aber es steckt tief drin.

John Barry: Hat sich Ihre Karriere durch "The Red Pill" verändert, und haben Sie neue Projekte in Aussicht, oder liegt das alles auf Eis, weil Sie sich um Ihr Baby kümmern?

Cassie Jaye: Meine Karriere hat sich sicherlich insofern verändert, als dass ich weniger anonym bin und meine Assoziation mit der Roten Pille jede Google-Suche nach mir färben wird. Ich kann mir vorstellen, dass das ein Problem ist, wenn ich jemanden für einen neuen Film interviewen möchte und dieser das Interview ablehnt, weil ich jetzt eine "kontroverse Figur" bin, zumindest in den Augen der Mainstream-Medien. Ich habe allerdings noch keine Interviews für einen neuen Film gegeben, da ich derzeit Hausfrau und Mutter meines ersten Kindes, eines zehn Monate alten Jungen, bin. Ich habe zwar vor, einen weiteren Dokumentarfilm zu drehen, aber im Moment versuche ich, mit meinem Kleinen zusammen zu sein und als Mensch an dieser überwältigenden Erfahrung zu wachsen, Mutter zu sein und ein Baby zu beobachten und zu begleiten, das gerade die Welt kennenlernt. Mutter zu werden war die herausforderndste und lohnendste Erfahrung meines Lebens, und ich hoffe, dass ich das, was ich gelernt habe, in meine zukünftigen Filme einfließen lassen kann.




Nach dem Interview äußert John Barry seine eigene Einschätzung:



Eine Sache, die ich mit großer Freude von Cassie erfahren habe, ist, dass der Einfluss von "The Red Pill" größer und weiter verbreitet ist, als mir bewusst war, und dass er weiter anhält. Der Erfolg von The Red Pill beruht nicht nur auf der einzigartigen, fesselnden und dramatischen Geschichte, sondern zum Teil auch auf der enormen Unterstützung durch das Publikum. Dies ist ein echtes David-und-Goliath-Epos über die Macht des Volkes und die Mund-zu-Mund-Propaganda und die Begeisterung derer, die den Film tatsächlich gesehen haben, im Gegensatz zu den zynischen Hetzkampagnen der Aktivisten und Neinsager in den Mainstream-Medien. Vielleicht zeigt das alles, dass Liebe mächtiger ist als Hass, und wenn das der Fall ist, dann ist das vielleicht die ultimative Botschaft, die The Red Pill vermittelt.



Freitag, Dezember 03, 2021

Psychologie-Magazin: Wie der gesellschaftlich akzeptierte Hass auf Männer bei Jungen zu Selbstmordgedanken führt

Das Magazin des Zentrums für Männerpsychologie hat gestern einen aktuellen Beitrag des auf sexuell missbrauchte Jungen und Männer spezialisierten Psychotherapeuten Phil Mitchell veröffentlicht. Ich habe ihn für Genderama übersetzt.



1967 veröffentlichte die amerikanische Radikalfeministin Valerie Jean Solanas im Selbstverlag ein Buch mit dem Titel "SCUM Manifesto". Darin sprach sie sich für die Abschaffung des männlichen Geschlechts aus, und "SCUM" soll ein Akronym für "Society for Cutting Up Men" sein. Einige Leute hielten das SCUM-Manifest für Satire. Sie irrten sich. 1968 versuchte Solanas, den Popkünstler Andy Warhol zu ermorden, indem sie auf ihn schoss. Sie schoss auch auch den Kunstkritiker Mario Amaya und versuchte, Warhols Manager Fred Hughes zu erschießen. Manche Leute glauben, dass diese Einstellung verschwunden ist. Sie irren sich.

"Tötet alle Männer", "Männer sind Abschaum", "Männliche Privilegien", "Manspreading", "Mansplaining", "Toxische Maskulinität", "Patriarchat", "Unterdrücker, nicht Unterdrückte" - Jungen und Männer können heutzutage nicht um die Ecke gehen, ohne irgendeinen Satz zu hören, der Männer verallgemeinernd als privilegiert, missbräuchlich oder Abschaum bezeichnet.

Misandrie ist der Hass auf, die Verachtung für oder die Vorurteile gegenüber Jungen und Männern im Allgemeinen und wird oft damit in Verbindung gebracht, dass das Leiden von Männern verspottet, heruntergespielt, abgetan, gefördert und gefeiert wird.

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Misandrie das Verhalten und die Entscheidungen auf lokaler und nationaler Ebene sowie auf Mikro- und Makroebene beeinflusst, aber nirgendwo ist Misandrie so stark verbreitet wie in den sozialen Medien.

Am 18. November 2021 ergab die Eingabe von "Kill All Men" in der Twitter-Suchleiste 87 Profile, während die Eingabe von "Kill All Women" in der Twitter-Suchleiste 16 Profile ergab. Die Eingabe von "Proud Misandrist" in die Twitter-Suchleiste ergab 26 Profile, während die Eingabe von "Proud Misogynist" in die Twitter-Suchleiste 4 Profile ergab. Dies zeigt, dass Personen mit männerfeindlichen Ansichten eher dazu neigen, diese öffentlich zu propagieren als Personen mit frauenfeindlichen Ansichten.

Während es relativ einfach ist, Beiträge zu finden, in denen die Tötung aller Männer, die Abtreibung männlicher Babys, die Erklärung, eine Männerhasserin zu sein, und der Wunsch, dass Männer in den Krieg ziehen, um dort zu sterben, hervorgehoben werden, ist es vielleicht noch besorgniserregender, dass diese Denkweise von einer Reihe von Fachleuten vertreten wurde, die an der Beeinflussung und Unterstützung gefährdeter Jungen beteiligt sind.

Kate Leth, eine Autorin für die Zeichentrickserien "High Guardian Spice" und "Patsy Walker, alias Hellcat!", weigerte sich, sich zu entschuldigen, nachdem sie verschiedene männerfeindlichee Kommentare in den sozialen Medien gepostet hatte, darunter "Kill All Men" und "Men Are Trash". Im Jahr 2017 postete die Redakteurin der Huffington Post, Emily McCombs, einen Tweet, in dem sie sich für die Tötung "aller Männer" aussprach. Jemand, der behauptete, Hockeytrainerin für Mädchen zu sein, sagte, dass sie den Mädchen die Logik der Idee "Töte alle Männer" beibringt.

Ich wurde von einer Reihe von Männern kontaktiert, die an verschiedenen Universitäten im ganzen Land in Kursen über Genderstudien eingeschrieben sind und mir erzählten, dass sie oft männerfeindliche Kommentare von Kommilitonen hören. Einige dieser Männer erzählten mir, dass sie sich unwohl bei dem Gedanken fühlen, diesen Männerhass anzufechten, obwohl in solchen Kursen regelmäßig gepredigt wird, dass Frauenfeindlichkeit inakzeptabel ist.

Zur Untermauerung dieser Ansicht über Gender Studies-Kurse gibt es Beispiele auf Twitter von jemandem mit einem Doktortitel in Gender Studies, der den Hashtag "Kill All Men" (Tötet alle Männer) verwendet und behauptet, dass Männer "nutzlos" sind.

Vielleicht sollte man sich fragen, wie weit solche Einstellungen in den Genderstudien verbreitet sind und wie sie die Praxis und das Verhalten beeinflussen können, was sich wiederum negativ auf Jungen und Männer auswirken könnte.

Universitäten sind nicht die einzigen Bildungseinrichtungen, die eine männerfeindliche Haltung an den Tag legen. Eltern von Jungen, die das Brauer College in Victoria, Australien, besuchen, waren "empört", nachdem ihre Söhne gezwungen waren, sich in einer Schulversammlung bei weiblichen Schülern für das Verhalten ihres Geschlechts zu entschuldigen. Seien wir ehrlich: Es ist schwer vorstellbar, dass Schulen Mädchen zwingen, sich bei Jungen für das Verhalten ihres Geschlechts zu entschuldigen. Während Jungen am Brauer-Kolleg, die sich auf diese Weise bei Mädchen entschuldigen mussten, in den Medien Beachtung fanden, kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Mädchen, die sich bei Jungen für das Verhalten ihres Geschlechts entschuldigen mussten, in den Medien wesentlich mehr Beachtung gefunden hätten.

Während einige gedankenlos behaupten, Männerhass verletze nur Gefühle und habe nichts mit dem tatsächlichen Schaden für Jungen und Männer zu tun, stimmt das einfach nicht. Die Jungen sagen uns, dass sie von solchen misandrischen Kommentaren negativ betroffen sind. Einige sagen, dass sie sich Sorgen machen, ob sie etwas falsch gemacht haben, und andere haben das Gefühl, sich dafür entschuldigen zu müssen, ein Mann zu sein. Einige sagen, dass "Kill All Men" ihre psychische Gesundheit beeinträchtigt, andere, dass Jungen gedemütigt werden, weil sie Jungen sind, und wieder andere äußern Traurigkeit und Selbstmordgedanken.

Auf der anderen Seite gibt es Beispiele dafür, dass Misandrie mit schwerem Schaden für Männer verbunden ist. So brachte 2018 eine der jüngsten Mörderinnen Großbritanniens, Jolene Doherty, einen anderen Teenager um, Conner Cowper, nur wenige Stunden nachdem sie ihn kennengelernt hatte. In einem Artikel aus dem Jahr 2019 wird hervorgehoben, dass sie im Gefängnis mit dem brutalen Mord geprahlt und gesagt haben soll, dass sie Männer hasst und dass ihr Hass auf Männer der Grund für den Mord war.

Manche mögen behaupten, dass Männerfeindlichkeit nicht real ist, aber sie liegen falsch, und die Informationen in diesem kurzen Blog beweisen das. Manche sagen, Männerfeindlichkeit verletze lediglich Gefühle, was bedeutet, dass die Gefühle von Jungen und Männern offenbar keine Rolle spielen. Wie können wir in einer Zeit, in der wir Jungen und Männern ständig sagen, dass sie sich mehr öffnen sollen, vernünftigerweise erwarten, dass sie das tun, wenn sie gleichzeitig laut und deutlich die Botschaft erhalten, dass ihre Gefühle keine Rolle spielen?

Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass Männerhass real ist und genauso krank ist wie jedes andere Vorurteil. Es ist an der Zeit, diejenigen anzuprangern, die Männer verachten, genauso wie wir jeden anprangern würden, der jemanden aufgrund eines anderen durch die Antidiskriminierungsgesetze geschützten Merkmals verachtet.




Donnerstag, Dezember 02, 2021

Spiegel-Online: "Drei männliche Bewerber für CDU-Vorsitz: Das ist peinlich für die Partei – und für die Frauen" – News vom 2. Dezember 2021

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Wer in den vergangenen Woche die Nachrichten verfolgt hat, dem sagt der Name Sabine Buder vielleicht etwas. So heißt eine 37-jährige Politikerin aus Brandenburg, die als CDU-Vorsitzende kandidieren wollte. Sie wäre die einzige Frau im dominant männlichen Bewerberfeld gewesen. Ihr Kreisverband aber hat sie wegen mangelnder Erfolgsaussichten nicht nominiert.

Manche Medien, auch der SPIEGEL, werten das als Beleg dafür, wie schwer es Frauen in der Politik im Allgemeinen und in der Union im Besonderen haben. Kann man so sehen. Man kann aber auch fragen: Ist eine Person, die nicht einmal den eigenen Kreisverband überzeugen kann, wirklich qualifiziert, ein so wichtiges Amt wie den Parteivorsitz zu übernehmen?

Heute Abend nun stellen sich drei von der Basis nominierte Bewerber um den Chefposten im Konrad-Adenauer-Haus den Fragen der CDU-Mitglieder: ein Friedrich, ein Norbert, ein Helge. Eine Frau ist nicht dabei. Mit einer Aversion der Christdemokraten gegen Frauen in Führungspositionen hat das allerdings nur bedingt zu tun. Angela Merkel stand der CDU insgesamt 18 Jahre lang vor. Danach wählte die Partei wieder eine Vorsitzende.

Der einseitige Kandidatenpool zeigt etwas anderes: Es ist in der Politik nicht so leicht, Frauen zu finden, die auch führen wollen.


Hier geht es weiter: auch mit einer schönen Analyse des Misserfolgs der Frauenquote bei den Grünen.



2. Die Frauenquote in der CDU ist – zumindest vorläufig – klammheimlich abgeräumt worden, argumentiert der Journalist Robin Alexander in seinem aktuellen Podcast (ab Minute 22). Sein Argument: Am Montag wurde über die Durchführungsform des nächsten CDU-Parteitags abgestimmt. Das Ergebnis: Der Parteitag wird nur virtuell stattfinden. Hier gebe es den Verdacht, so Robin Alexander, dass einige Abgeordnete insgeheim auch deswegen für eine virtuelle Austragung des Parteitags waren, weil sie damit eine Frauenquote verhindern wollten. Für diese Quote hätte man nämlich das Parteistatut ändern müssen, was über einen digitalen Parteitag rechtlich nicht möglich sei.



3. Die Debatte um ein Gendern militärischer Ränge in der Bundeswehr ist durch: Die "Offizierin" kommt, die "Leutnantin" nicht.



Mittwoch, Dezember 01, 2021

"Ampel-Koalition: Die feministische Kulturrevolution wird noch mehr Fahrt aufnehmen" – News vom 1. Dezember 2021

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Die neue Ampelkoalition wird sie sich mit umso größerer Verve auf kulturpolitische, gesellschafts- und familienpolitische Themen stürzen, um ihre enttäuschte Klientel zu befrieden. Die feministische Kulturrevolution wird dann noch mehr Fahrt aufnehmen.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag des Sozialwissenschaftlers Klaus Funken im Debattenmagazin The European. Funken gehört zum politischen Urgestein der deutschen Linken: Er war über lange Jahre hinweg Referent in der SPD-Bundestagsfraktion und Direktor lokaler Büros der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.



2. Was bedeutet eigentlich das Bekenntnis zu einer feministischen Außenpolitik, die in den Koalitionsvertrag der Ampel aufgenommen wurde, konkret? Die Journalistin Anna Schneider hat dazu recherchiert (Bezahlschranke):

Im Kapitel, das sich mit Außenpolitik beschäftigt (warum diese insgesamt sehr robust werden dürfte, haben meine Kollegen hier aufgeschrieben), findet man einen Satz, den man ungeschaut Annalena Baerbock zuordnen würde – allein, es ist ihrer nicht, sie war nicht in der zuständigen Arbeitsgruppe.

"Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir im Sinne einer Feminist Foreign Policy Rechte, Ressourcen und Repräsentanz von Frauen und Mädchen weltweit stärken und gesellschaftliche Diversität fördern", steht da.

(…) Die Insider unter Ihnen, liebe Leser, denken dabei vielleicht auch sofort an das Center For Feminist Foreign Policy, das seinen Sitz in Berlin hat und – wie soll ich sagen – zeitgeistiger als der bereits erwähnte linksidentitäre Zeitgeist ist. Falls Sie es nicht kennen: Keine Sorge, dafür haben Sie ja mich.

Besagtes Center hat ein ganzes Manifest für "Eine feministische Außenpolitik für Deutschland" herausgegeben, und man freut sich dort – so liest man es zumindest in einer aktuellen Newsletteraussendung – sehr darüber, dass der Begriff der "Feminist Foreign Policy" nun Eingang in den Koalitionsvertrag fand.

Ein kleiner Auszug aus besagtem Manifest machte mich schmunzeln und veranschaulicht sehr gut, wes Geistes Kind es ist: "Deutsche Anti-Gender-Akteur*innen und -Verbündete erschweren jedoch diese Bemühungen, der Anti-Gender-Bewegung in Deutschland und international erfolgreich entgegenzuwirken. (…) Auflagenstarke Zeitungen wie die FAZ oder Die Welt bieten Anti-Gender-Narrativen eine Plattform, wenn sie Artikel veröffentlichen, in denen Gender Studies als unwissenschaftlich und als eine neue Form des Kreationismus bezeichnet werden (Villa, 2018)." Diese meine Zeitung also, des Teufels, und ich selbst sowieso, schreibe ich doch genau solche Texte.

Aber zurück zum Punkt: Darf man sich so also die neue "feminist" Außenpolitik vorstellen? Ein paar Anrufe später war ich beruhigt. Die FDP-Bundestagsabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff und Gyde Jensen zerstreuten meine Bedenken – vorerst – und schafften es, meine Augenbrauen wieder auf ihr normales Niveau abzusenken, indem sie mir erklärten, es ginge keineswegs darum, die gesamte deutsche Außenpolitik nun ausschließlich "feministisch" zu gestalten.

Vielmehr sei der englische Begriff gewählt worden, weil es sich dabei um einen international anerkannten Fachbegriff handele – Ziel sei es, die UN-Resolution 1325 mit der Agenda "Frauen, Frieden und Sicherheit" weiterzuentwickeln. Dabei gehe es in erster Linie um den Schutz von Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten und die Stärkung der Teilhabe von Frauen an politischen Prozessen und Institutionen bei der Bewältigung und Verhütung von Konflikten – so liest man es auf der Website von "UN-Women Deutschland".

(…) Es gibt also durchaus Hoffnung, dass Deutschland in Zukunft ein bisschen weniger Identitätspolitik und Quotengesäusel um die Ohren fliegt, als ich es von einer derartigen Regierung zu hoffen wagte. Das versöhnt mich wenigstens in dieser Woche – und wenigstens in diesem Bereich – mit der deutschen Politik.


~ Also alles wie gehabt: Es werden vor allem Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten geschützt, und mit den Werten "Frieden" und "Sicherheit" werden in gewohntem Sexismus Frauen verknüpft. Dann können wir ja wirklich beruhigt sein. ~



3. Im ZDF diskutierten gestern die Philosophen Richard David Precht und Svenja Flaßpöhler unter der Überschrift "Sensibilisieren wir uns zu Tode?" über Themen, zu denen auch MeToo und die Gender-Debatte gehören. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mir das Gespräch anzuschauen, aber daraus, dass sich die Frankfurter Rundschau über viele Absätze nicht einkriegt vor Empörung und auch Margarete Stokowski der Sendung einen angepissten Artikel widmet, lässt sich schließen, dass hier unbotmäßige Meinungen geäußert wurden, die sonst keinen Platz in den Leitmedien haben dürfen.

(Der Journalist Marcel Peithmann merkt an, dass Stokowski gegenüber Flasspöhler befangen sei, "seit sie sich bei einer Diskussion mit ihr intellektuell blamiert hat. Das sitzt wohl immer noch tief.")



4. Der rbb hat die Psychologie-Professorin Birgitta Sticher zum Thema Frauenkriminalität interviewt. Ein Auszug:

rbb: Bleiben Verbrechen von Frauen häufiger unentdeckt?

Professorin Sticher: Hier würde ich gerne auf den Sozialraum Familie eingehen. Stellen Sie sich vor, ein Mann wird von seiner Partnerin geschlagen. Was für einen Grund hat er, dieses Handeln der Frau, ob es jetzt physische oder psychische Gewalt ist, anzuzeigen? Ein Mann wird, wenn er seinen Freunden und Kollegen erzählt - "Meine Frau hat mich geschlagen," -eher nicht Unterstützung und Verständnis erfahren. Er wird zunächst gefragt werden: Warum hast du dir das bieten lassen? Anderen zu erzählen, Gewalt durch eine Frau erfahren zu haben, ist für Männer eher beschämend, denn das passt nicht zu dem Männlichkeitsbild, was Männer von sich und wir von ihnen haben. Deswegen kommt es eher selten zur Anzeige von durch die Partnerin erlebte Gewalt in diesem häuslichen Bereich.

Bezogen auf die Gewalt an Kindern, von der Kindesmisshandlung bis zur Kindestötung, sind die Frauen als Täterinnen stark überpräsentiert. Warum ist das so? Die Hauptlast der Kindererziehung wird auch heute noch von den Frauen getragen, selbst wenn es immer mehr Väter gibt, die sich intensiv mit ihren Kindern beschäftigen. Kriminologen sprechen von einer "Tatgelegenheitsstruktur": Das heißt, wenn ich sehr viel mit etwas zu tun habe und in diesem Zusammenhang eine Belastung und viel Frustration erlebe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Ausleben von Aggressionen kommt, viel größer.

Der nächste Bereich, in dem Frauen als Täterinnen stärker vertreten sind, ist auch ein häuslicher: Frauen pflegen überwiegend Angehörige, ihre eigenen Eltern, die Eltern von Partnern und kranke Kinder. Auch hier ist - häufig aus einer extremen Belastungssituation heraus - Aggression bis hin zu Gewalt eine mögliche Folge, die Frauen stärker betrifft, weil sie damit auch mehr zu tun haben.

rbb: Hier ist das Dunkelfeld also sehr groß?

Professorin Sticher: Ja, Kinder und auch Pflegebedürftige zeigen Gewalt nicht an, weil sie das ja oft gar nicht können. Partner entdecken sie oft nicht und selbst wenn, gibt es "gute" Gründe, die Täterin nicht anzuzeigen: Würde die Frau wegfallen, wenn sie gegebenenfalls ins Gefängnis käme, wäre ihnen damit auch nicht gedient, denn wer übernimmt dann die Aufgaben, die die Frau bisher ausgeführt hat?

rbb: Die Verbrechen von Männern liegen häufiger im Hellfeld?

Professorin Sticher: Ja, das ist zutreffend. Wenn wir wieder den häuslichen Bereich heranziehen: Inzwischen gibt es seit vielen Jahren eine Auseinandersetzung mit der Gewalt von Männern gegen Frauen im häuslichen Bereich. Die Frauen werden bewusst ermutigt, diese Gewalterfahrungen im häuslichen Bereich nicht mehr als Privatsache zu sehen. Feministinnen haben sich für Frauen und ihre Selbstbestimmung stark gemacht: Es gibt Frauenhäuser, es gibt Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung um Frauen zu helfen, aus dieser Gewaltspirale auszusteigen. Wenn ein Mann in dieser Gewaltspirale gefangen ist, und das kann genauso passieren, gibt es aber relativ wenig Möglichkeiten der Hilfe. Die Wahrnehmung von Gewalt von Frauen an Männern sowie die Wahrnehmung der Opferrolle von Männern ist gesellschaftlich noch verzerrt.




5. Das ZDF beginnt, jetzt auch Wörter zu gendern, die im grammatischen Neutrum stehen. Aus "das Staatsoberhaupt" wird so "die Staatsoberhäuptin".



6. Eine Verfilmung des Buches "Lucky" (deutsch: "Glück gehabt"), verfasst von der international bekannten und mehrfach preisgekrönten Autorin Alice Sebold, muss abgebrochen werden, nachdem der Mann, den Sebold dort als ihren Vergewaltiger benannte und den sie für dieses Verbrechen 16 Jahre lang unschuldig ins Gefängnis gebracht hatte, jetzt entlastet wurde.

"Ich werde dieses Verfahren nicht mit den Worten 'Es tut mir leid' besudeln. Das reicht nicht aus", sagte der Bezirksstaatsanwalt von Onondaga, William Fitzpatrick. "Das hätte nie passieren dürfen."


Alice Sebold plane keine Überarbeitung ihres Buches und schweigt zu der Haftentlassung ihres angeblichen Vergewaltigers. Darüber berichtet unter anderem das US-Nachrichtenmagazin Newsweek, das auch einige Hintergründe schildert:

Sebolds Buch "Lucky" war gerade dabei, verfilmt zu werden, als der ausführende Produzent Tim Mucciante skeptisch wurde, weil es Unstimmigkeiten zwischen dem Buch und dem Drehbuch gab.

"Ich fing an, herumzustochern und herauszufinden, was hier wirklich passiert ist", sagte Mucciante am Dienstag gegenüber The Associated Press. Nachdem er aus dem Projekt ausgestiegen war, beauftragte er einen Privatdetektiv, was dazu führte, dass der Staatsanwalt ein persönliches Interesse an dem Fall zeigte.

(...) In ihren 1999 erschienenen Memoiren "Lucky" erzählte die weiße Sebold, wie sie 1981 von einem unbekannten Schwarzen vergewaltigt wurde und Monate später auf der Straße einem Mann begegnete, von dem sie sicher war, dass er ihr Angreifer war.

"Er lächelte, als er sich näherte. Er erkannte mich. Für ihn war es ein Spaziergang im Park; er hatte einen Bekannten auf der Straße getroffen", schrieb Sebold. "'Hey, Mädchen', sagte er. Kenne ich dich nicht von irgendwoher?' Ich sah ihn direkt an. Ich wusste, dass sein Gesicht das Gesicht über mir im Tunnel gewesen war."

Anthony Broadwater wurde schließlich verhaftet, nachdem Sebold nach dieser Interaktion zur Polizei gegangen war.

Obwohl Sebold ihn bei einer polizeilichen Gegenüberstellung nicht identifizieren konnte und einen anderen Mann als ihren Angreifer auswählte, weil "der Ausdruck in seinen Augen mir sagte, dass er mich, wenn wir allein wären und keine Mauer zwischen uns stünde, beim Namen nennen und mich dann töten würde".

Trotzdem wurde Broadwater 1982 vor Gericht gestellt und verurteilt, hauptsächlich aufgrund von zwei Beweisen - Sebold, die ihn im Zeugenstand identifizierte, und ein mikroskopisch kleines Haar, von dem ein Experte sagte, dass es ihn damals mit dem Fall in Verbindung brachte, was inzwischen vom US-Justizministerium verworfen wurde.

Nach dem Freispruch sagte Broadwaters Anwalt, David Hammond: "Streuen Sie ein wenig Junk-Wissenschaft auf eine fehlerhafte Identifizierung, und es ist das perfekte Rezept für eine ungerechtfertigte Verurteilung".


Auch die britische Daily Mail berichtet über den Fall. Demnach habe Sebold Broadwater in ihren Memoiren als jemanden mit krimineller Vergangenheit dargestellt, was nicht den Tatsachen entspreche. Auch sonst gab es bizarre Unstimmigkeiten in Sebolds Memoiren, wie Tim Mucciante berichtet:

Er sagte, er sei auch überrascht gewesen, als er einen Teil des Buches las, in dem Alice beschreibt, wie sie sich mitten im Prozess mit dem Richter zusammensetzt.

"In realen Gerichtssälen passiert so etwas nicht. Kein Richter würde sich mitten in der Verhandlung mit dem Opfer eines Verbrechens allein treffen. Das ist einfach absurd. Ich weiß nicht, ob es passiert ist oder nicht, aber diese ganze Beschreibung des Prozesses ist, wenn sie stimmt, der verrückteste Prozess, den man sich vorstellen kann."


Mucciante war von der Produktion des geplanten Films gefeuert worden, als er angefangen hatte, über solche Unstimmigkeiten zu sprechen: "Es gab große Angst vor diesen Themen."

Sebold hat sich inzwischen für den Vergewaltigungsvorwurf entschuldigt. Der Verlag Simon & Schuster gaben am Dienstag bekannt, der Vertrieb von "Lucky" sei eingestellt worden. Mit der Autorin solle überlegt werden, wie das Buch überarbeitet werden könne.

(Schwarze) Männer werrden es sich jetzt jedenfalls zweimal überlegen, einfach so (weiße) Frauen anzulächeln und sie zu fragen, ob sie sie nicht irgendwoher kennen. Offenbar kann das ungeahnte Konsequenzen haben.



Montag, November 29, 2021

"Der neue Feminismus ist gegen die Paarbeziehung und für das Zölibat" – News vom 29. November 2021

1. Der Schweizer "Blick" beschäftigt sich mit Frauen, die keinen Mann mehr wollen:

Laure steht eigentlich auf Männer. Nach einigen unglücklichen Erfahrungen jedoch entschied sie sich gegen heterosexuelle Beziehungen – und für das Zölibat. Das ist ihr lieber als "patriarchale Strukturen, ein Alltag voller Einkäufe für zwei, Hausarbeit und Mental Load".

Frankreich, wo sie lebt, streitet derzeit mehr denn je über das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, nicht zuletzt über Frauen, die sich – feministisch motiviert – gegen Paarbeziehungen entschieden haben. Ausgelöst hat die Diskussion ein Artikel der Tageszeitung "Le Monde", in dem Laure ihre Geschichte erzählt.

Mehr und mehr Frauen sehen Beziehungen mit Männern als zeitliche und organisatorische Belastung, da sie sich um alles kümmern und an alles denken müssten. Eine von ihnen, Julie*, bringt die Sache auf den Punkt: "Ich will keine Zeit mehr damit verlieren, sie zu erziehen!"

In der Beziehung mit einem Mann, so die Sichtweise vieler von ihnen, schlitterten Frauen unvermeidlich in veraltete Rollenbilder. Einige schildern zudem Erfahrungen mit krankhaft eifersüchtigem Verhalten und Gewalt. Zum Beispiel Cléa*: "Mein erster Freund beschimpfte mich als Flittchen. Der zweite warf mir betrunken Gegenstände an den Kopf. Der dritte kam in mir, obwohl ich das nicht wollte. Der letzte stalkte mich."

Wie Cléa ist vielen die Lust auf einen Freund verleidet. Einige beschränken sich auf Sex mit Männern ohne Liebesbeziehung, andere leben asexuell oder sind mit Frauen intim. Sie halten es wie die amerikanische US-Feministin Gloria Steinem (87): "Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad."

Fabienne Amlinger, Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern, findet die Debatte denn auch nicht wirklich neu: "Sie tauchte in der Neuen Frauenbewegung auf, die ihren Anfang in den 68er-Protesten nahm. Nun, da feministische Bewegungen einen Aufschwung erleben, werden solche Themen wieder diskutiert – auch in feministischen Kreisen in der Schweiz."

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, so Itziar Marañón, Mitglied des Berner Frauenstreik-Kollektivs: "Dennoch kann sich selbst in aufgeklärten Beziehungen ein Ungleichgewicht zwischen den Partnern zeigen, denn wir alle sind in einer Gesellschaft mit sexistischen Mustern erzogen worden und haben gewisse Haltungen verinnerlicht."

Habe sich frau dies erst einmal klargemacht, könne sie die Augen nicht mehr vor den Konsequenzen verschliessen. "Daher verstehe ich, wenn eine Frau sagt: ‹Ich will das nicht mehr!", meint Marañón. Das sei zwar eine radikale Lösung, dahinter stünden jedoch Probleme, über die Männer nachdenken müssten, um solche Verhaltensmuster nicht immer weiter zu reproduzieren.

Der Gedanke des "Gleichstellungsverhinderers im Bett" töne nicht mehr absurd, wenn man sich die Statistik vor Augen führe, sagt Fabienne Amlinger. "Sie zeigt etwa, dass Frauen weiterhin mehr unbezahlte Care-Arbeit leisten." Es gehe nicht darum zu behaupten, alle Männer seien Patriarchen. Aber, so die Berner Historikerin weiter: "Das Verhalten, das sie in Beziehungen zeigen können, hat viel mit Strukturen zu tun wie etwa der Lohnschere und verinnerlichten Erwartungshaltungen. Hier müssen wir anknüpfen."

Sorgen um ihr Liebesleben müssen sich die meisten Männer allerdings nicht machen. Bisher handelt es sich bei der neuen Frauenbewegung um ein Randphänomen.


Bekanntlich gibt es mit den Men Going Their Own Way (MGTOW) ein Gegenstück zu dieser Haltung auch auf der anderen Seite des politischen Geschlechtergrabens. Allerdings werden diese Männer in den Medien so dargestellt, als hätten sie nicht mehr alle Tassen im Schrank und zeigten gesellschaftlich völlig inakzeptablen Frauenhass.



2. Die Frankfurter Allgemeine berichtet über die Gehaltslücke zwischen Hollywood-Schauspielerinnen und -Schauspielern:

Jetzt hat die Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence die Debatte wieder angeheizt – wenn auch anders als erwartet. Dass sie als die den Weltuntergang verheißende Astronomin Kate Dibiasky in der angekündigten schwarzen Komödie "Don’t Look Up" weniger Gage bekomme als ihr Ko-Star Leonardo DiCaprio, sei kein Problem. "Leo ist an der Kinokasse wertvoller als ich. Ich bin über meinen Vertrag extrem glücklich", sagte Lawrence der Vanity Fair.


Es ist mir unverständlich, wie sich eine Schauspielerin so äußern kann. Ist es nicht viel entlastender für das eigene Ego, wenn man seine schlechtere Honorierung auf Diskriminierung schieben kann statt darauf, dass man weniger Publikum anzieht?



3. Asiatische Frauen haben weiße Männer bei der Entlohnung überholt.



4. Die Enteignung von Immobilienbesitzern gilt inzwischen als feministisches Anliegen.



5. Die Unzufriedenheit mit den Öffentlich-Rechtlichen Medien bleibt hoch:

38 Prozent der Befragten geben an, unzufrieden zu sein (…), wobei rund ein Drittel der Befragten (31 Prozent) die Angebote des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks meidet (16 Prozent nutzen diese eher selten und 15 Prozent sehr selten bzw. nie). 37 Prozent der Befragten wünschen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien gänzlich abgeschafft werden sollten, wobei weibliche Befragte mit 39 Prozent bei dieser Ansicht häufiger vertreten sind als männliche Befragte. Am höchsten ist die Unzufriedenheit bei Wählern der AfD (mit 71 Prozent), gefolgt von Wählern der Linken (mit 56 Prozent) und Wählern der FDP (mit 45 Prozent).

Weitere wesentliche Ergebnisse sind, dass mit 52 Prozent eine Mehrheit der Befragten angibt, dass sie die Höhe des Rundfunkbeitrages an den öffentlich-rechtlichen Medien stört, und dass 32 Prozent der Befragten eine fehlende politische Unabhängigkeit bzw. einseitige Berichterstattung bemängeln. Zudem ist eine relative Mehrheit von 46 Prozent (gegenüber 34 Prozent) der Ansicht, dass der Rundfunkbeitrag abhängig sein sollte von der Nutzung öffentlich-rechtlicher Medien bzw. von im Haushalt vorhandenen Geräten. Weibliche Befragte sind mit 49 Prozent zu 43 Prozent häufiger dieser Ansicht als männliche Befragte.




6. In Großbritannien wird noch immer über die Benachteiligung von Jungen aus der weißen Arbeiterschicht diskutiert:

Die Mail on Sunday berichtet, dass ein neues nationales Ziel eingeführt werden soll, um die Zahl der männlichen Weißen aus der Arbeiterklasse zu erhöhen, die an einer Universität studieren.

Untersuchungen zeigen, dass nur 12,6 Prozent von ihnen bis zum Alter von 19 Jahren ein Hochschulstudium aufnehmen - der niedrigste Wert aller demografischen Gruppen - und dass sie in der Schule seltener gute Noten erhalten als ihre ebenfalls benachteiligten Altersgenossen aus ethnischen Minderheiten.

Bildungsminister Nadhim Zahawi hat die Aufsichtsbehörden des Studentenamtes aufgefordert, die Zielvorgaben der Universitäten neu auszuhandeln, um "regionale Ungleichheiten und frühere Leistungen in den Schulen" zu berücksichtigen.

Nur eine Handvoll Hochschulen hat sich Ziele für die Zahl der männlichen weißen Arbeiter gesetzt, während es für diese Gruppe keine Unterstützung durch Stipendien und Beihilfen gibt. Einige Akademiker sagen, dass die Bedenken über das Schicksal weißer Teenager aus der Arbeiterklasse ignoriert oder als "rechtes Gedankengut" abgetan wurden.


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7. Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern unter den Sozialarbeitern im Kinderschutz hat nach Ansicht einer führenden britischen Wissenschaftlerin auf diesem Gebiet zu einer unbewussten Väterfeindlichkeit geführt:

Dr. Helen Buckley, außerordentliche Professorin an der School of Social Work and Social Policy, sagte, die Kinderschutzarbeit sei "extrem geschlechtsspezifisch" und "Väter werden oft nicht einbezogen".

Weibliche Sozialarbeiter haben weniger Angst vor Müttern, es fällt ihnen leichter, mit ihnen zu sprechen, und Mütter sind verfügbarer, sagte sie. Väter sind zwar abwesend, aber dennoch in das Leben des Kindes eingebunden, und die Bedeutung dieser Rolle wird nicht immer anerkannt.

(…) Nur 15 Prozent der Sozialarbeiter bei der Health Service Executive und der Kinder- und Familienbehörde Tusla sind Männer, wie neue Zahlen zeigen.

(…) Dr. Buckley sagte, dass immer mehr junge Menschen an Tusla verwiesen werden, die sich nicht mehr unter Kontrolle haben, und dass dies oft mit dem frühen Kontakt zu Gewalt in der Familie und zu Vorbildern zusammenhängt.

"Ich würde nicht sagen, dass es diesen Jugendlichen besser gehen würde, wenn sie männliche Sozialarbeiter hätten, aber jede positive Vorbildfunktion von Männern ist wahrscheinlich eine gute Sache", sagte sie.

(…) Donald O'Malley, Vorsitzender der Irish Association of Social Workers, sagte, wenn Sozialarbeiter gegenüber Vätern voreingenommen seien, liege das nicht am Geschlecht, sondern daran, dass die Mütter die Hauptbezugspersonen seien und es oft viel schwieriger sei, mit den Vätern in Kontakt zu treten. Sie könnten im Gefängnis sitzen, sind eher drogenabhängig oder haben erhebliche Alkoholprobleme.

"Ich weiß nicht, ob Männer, die sich in dieser Situation befinden, den Vätern gegenüber mehr Mitgefühl zeigen würden", sagte er.

O'Malley räumte ein, dass es mehr Männer in einer Organisation braucht, um sich für die Bedürfnisse von Männern einzusetzen und "die Leute daran zu erinnern, die Väter nicht zu vergessen".

(…) Abgesehen von der Bezahlung könnte seiner Meinung nach eine größere Sichtbarkeit der männlichen Sozialarbeiter dazu beitragen, mehr Männer für den Beruf zu gewinnen. Und im Bildungssystem müsse es einen stärkeren "Sinn für die Zivilgesellschaft" und die "gegenseitige Fürsorge" geben, und das müsse bis in die Grundschulen hineinreichen.




Freitag, November 26, 2021

Spiegel-Online fordert Mann an der Spitze des Frauenministeriums – News vom 26. November 2021

1. Wer es ernst meint mit der Gleichberechtigung, der setzt einen Mann an die Spitze des Familienministeriums, argumentiert Tobias Becker auf Spiegel-Online:

Wir alle kennen diese Fotos: alte weiße Männer, die in neuen schwarzen Anzügen auf offiziellen Anlässen nebeneinander aufgereiht ernst in die Kamera blicken. Frauen? Fehlanzeige. Es sind Fotos mit hohem Grau- und noch höherem Symbolwert. In den sozialen Netzwerken sorgen sie seit einiger Zeit zuverlässig für Heiterkeit, aber auch für Empörung.

Die Ahnengalerie des Bundesfamilienministeriums sieht so aus:

Christine Lambrecht

Franziska Giffey

Katarina Barley

Manuela Schwesig

Kristina Schröder

Ursula von der Leyen

Renate Schmidt

Christine Bergmann

Claudia Nolte

Hannelore Rönsch

Angela Merkel

Ursula Lehr

Rita Süssmuth

Fällt Ihnen was auf? Gut.

Aber wo ist die Heiterkeit, wo die Empörung? Wo sind die Forderungen, dass die Ampelkoalition endlich mal wieder einen Mann aufs Bild rücken soll? Der letzte Mann, der als Bundesfamilienminister vereidigt wurde, hieß Heiner Geißler. Das war 1982. Das ist 39 Jahre her.


Man könne nicht "eine geschlechterparitätische Besetzung der Ministerämter für das Nonplusultra halten", führt Becker aus, "und es gleichzeitig unproblematisch finden, wenn nun erneut eine Frau Familienministerin werden sollte." Schließlich hätten "manche Männer" (gemeint sind wir) "das Gefühl, auf dem Weg zu mehr Gleichstellung und einer gerechteren Verteilung der Care-Arbeit solle ihnen nur etwas weggenommen – und nichts Neues gegeben werden. Ein Irrtum, sicher."

Sicher? Wo findet denn hierzulande Männerpolitik statt, die auch nur im Ansatz mit Frauenpolitik vergleichbar wäre?

Schon der Name des Familien- und Frauenministeriums, argumentiert Becker, signalisiere:

Männer gehören nicht so richtig zur häuslichen Welt der Familie dazu. Zweitens: Frauen sind besonders schutz- und hilfsbedürftige Wesen, die nicht für sich selbst sorgen können, ähnlich wie Heranwachsende und Alte. Als Mann – und als Frau – kann einem beides eigentlich nicht gefallen. Beides ist Ausdruck eines antiquierten Rollenmodells.


Das sagen wir Männerrechtler seit Jahrzehnten. Bizarrerweise gelten WIR deshalb als reaktionär.

Warum nicht schlicht: Bundesministerium für Familie und Gleichberechtigung?


Weil das eine starke Lobby verhindert.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat es in zwei Legislaturperioden nicht geschafft, die angekündigte große Reform im Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrecht auf den Weg zu bringen. Und so gehören eine Mutter und ihr Kind in der deutschen Vorstellungswelt noch immer irgendwie enger zusammen als ein Vater und sein Kind. (…) Der Weg zu mehr Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße.

In der Ampelkoalition wird das Familienministerium nun den Grünen zufallen. Geschlechtergerechtigkeit gehörte mal zu deren Markenkern. Die Partei sollte die Chance nutzen und beweisen, dass das noch immer so ist – und sie keineswegs in einem falsch verstandenen Oldschool-Feminismus festhängt. Es wäre der Beweis, dass sich all jene Trennungsväter geirrt haben, die politisch eigentlich den Grünen nahestehen, die bei der Bundestagswahl aber ihr Kreuz bei der FDP gemacht haben, weil sie dort inzwischen das modernere Familienbild zu finden glauben.


Einerseits bin ich auf diesen "Beweis" sehr gespannt. Andererseits habe ich hier dieselben Bedenken wie bei einer Frauenquote: Die Geschlechtszugehörigkeit eines Politikers zeigt keineswegs automatisch, für welches Geschlecht er sich vorrangig einsetzt. Ich kann mir sehr gut einen männlichen Familienministrer vorstellen, der, um zu beweisen, dass er keine Fehlbesetzung ist, die einseitige Geschlechterpolitik der letzten Jahrzehnte ebenso konsequent weiterführt wie all seine Vorgängerinnen.



2. So manch einer wundert sich, dass Karl Lauterbach nicht als der neue Gesundheitsminister gesetzt ist. Die Erklärung: Dazu hat er offenbar das falsche Geschlecht. "Als Karla Lauterbach hätte er bessere Chancen", verrät ein Insider der SPD.



3. Die "taz" berichtet:

Nicht nur Komplizinnen oder Mitläuferinnen: Eine neue Studie zeigt, dass Frauen häufiger sexualisierte Gewalttaten an Kindern begehen, als bisher angenommen.


Bisher angenommen von wem? Ich selbst widme dich diesem Thema seit zwanzig Jahren, auch sonst gibt es hierzu längst deutschsprachige Literatur . Sie wird in unseren Leitmedien nur nicht wahrgenommen, weil sie dem Glauben an die Frau als besserem Menschen widerspricht und deshalb als "frauenfeindlich" tabuisiert wird: Nur die verhassten Männerrechtler beschäftigen sich damit. Bevor sie sich diesen Vorwurf zuziehen, opfern viele andere lieber die von Missbrauch betroffenen Kinder.



4. Der SWR berichtet über eine Koblenzer Beratungsstelle, die gewalttätigen Männern hilft. Ich begrüße dieses Angebot – aber es fällt auf, dass ein vergleichbares Angebot für Frauen fehlt, die es sich wünschen und die es brauchen. Auch hier sind ideologische Scheuklappen der Grund.



5. Wir sprengen weiter die Geschlechterklischees: Nachgeburtliche Depression gibt es auch bei Papas erklärt das Blog "Daddylicious" und gibt Vätern sieben Tipps für die erste Zeit mit dem Baby.



6. Von Deutschland aus betrachtet, wirkt es wie ein Blick in eine fremdartige Parallelwelt: Das britische Parlament diskutierte gestern anlässlich des Weltmännertages die politische Situation, die Anliegen und die Nachteile von Männern. Natürlich sind hier die meisten Sitze erschreckend leer, so als ob Männer in unserer Gesellschaft eine unbedeutende Minderheit wären, aber im Deutschen Bundestag ist eine solche Debatte grundsätzlich unvorstellbar. Im "Frauen unterdrückenden Patriarchat" gibt es für die Situation von Männern kein parlamentarisches Interesse.



7. In einem aktuellen Podcast der "Zeit" geht es um die Frage "Ist Gendern reaktionär?" Gesprächsteilnehmer sind hier die Feministin Luise F. Pusch, die als Erfinderin der "Genderpause" beim Sprechen gilt, sowie der Schriftsteller und Hochschullehrer Torsten Schulz, der in der DDR aufgewachsen ist und das Gendern als Eingriff in seine persönliche Freiheit empfindet – vor allem dann, wenn es ihm aufgezwungen wird. Er kritisiert, dass viele Varianten des Genderns den Fokus zu stark auf das Geschlecht legten, obwohl der Mensch durch vielfältige Merkmale geprägt sei, etwa durch sein Alter oder seine soziale Herkunft.



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