Recht auf körperliche Selbstbestimmung bei Männern eingeschränkt: Der "Eierkontrollgriff" ist zurück
1. Aktuell kommt es zu den ersten Pflichtmusterungen in Deutschland:
Die Bundeswehr hat mit ersten Musterungen von Männern begonnen, die bislang kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, seien bis Ende August mehr als 451.400 Fragebögen zur Wehrerfassung verschickt worden, davon rund 231.700 an Männer und rund 219.700 an Frauen sowie Menschen anderen Geschlechts. Innerhalb der Frist haben rund 96 Prozent der Männer und rund 3,5 Prozent der Frauen und Menschen anderen Geschlechts geantwortet.
Im Rahmen der Wehrerfassung wurden laut Ministerium fast 1.000 Musterungen von 18-jährigen Männern durchgeführt, die kein Interesse bekundet haben. "Wir werden diese Musterungen kontinuierlich entlang der sich stetig erweiternden Musterungskapazitäten weiter erhöhen", so die Bundeswehr.
Bei den linken Männerrechtlern auf Reddit wundert man sich, dass diese Musterungen kein größeres Thema in der deutschen Linken sind:
Aus linker Sicht ist dies ein Paradebeispiel dafür, wie der Staat junge Männer aus der Arbeiterklasse als entbehrliche Zwangsarbeitskräfte einsetzt und dabei die individuelle Zustimmung und die körperliche Selbstbestimmung völlig außer Acht lässt. Das völlige Fehlen von Widerstand seitens der etablierten linken Parteien in Deutschland gegen diesen selektiven staatlichen Zwang ist zutiefst besorgniserregend. Wie sehen Sie diesen raschen Wandel von "nur einem Fragebogen" hin zu tatsächlichem physischem Zwang?
Im Rahmen dieser Musterungen kehrt auch der umstrittene "Eierkontrollgriff" wieder zurück, "eine intime Kontrollmaßnahme zurück, über die nicht alle lachen können."
Denn: Das Abtasten der Hoden, im Volksmund auch "Eierkontrollgriff" genannt, ist medizinisch umstritten. Eine Untersuchung der Hoden und der Leistengegend auf etwaige Tumore oder Brüche als organisierte Reihenuntersuchung bei unter 20-Jährigen wird laut dem aktuellsten Leitlinienprogramm Onkologie nicht mehr empfohlen. Dennoch hält man bei der Bundeswehr daran fest. Ein Umstand, der im Parlament schon hitzig diskutiert wurde. "Sein praktischer Nutzen ist nicht belegt – seine entwürdigende Wirkung hingegen offenkundig", sagte Max Lucks (Die Grünen) im Dezember 2025.
Vielleicht ist die Botschaft, die diese entwürdigende Behandlung jungen Männern sendet, ja gerade der "praktische Nutzen" bei dieser Prozedur? Die Darstellung des Verteidugungsministeriums lautet allerdings anders:
"Die palpatorische Untersuchung der Hoden ist kein Relikt aus alten Zeiten oder missachtet etwa anerkannte wissenschaftliche Konzepte", sagt die Ministeriumssprecherin. Für die Untersuchung der Dienstfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten werde eine "Risikobewertung" zugrunde gelegt, um "Schäden für die Gesundheit" zu vermeiden.
Trotzdem halten viele eine solche Untersuchung für problematisch.
Die Hodenuntersuchung wird in der Regel von einem Arzt der Bundeswehr durchgeführt. Dabei ist immer noch eine weitere Person im Raum. Laut Ministerium findet dieses Sechsaugenprinzip statt, um die Situation für den Untersuchten so sicher wie möglich zu gestalten. Jedoch kann die komplette Nacktheit vor mehreren Fremden bei Opfern von sexualisierter Gewalt alte Traumata wieder hochkommen lassen, argumentieren zumindest Sozialpädagogen.
Dass das Verteidigungsministerium an den Genitaluntersuchungen bei der Rückkehr zur Musterung festhält, kritisiert etwa der Sozialpädagoge Stefan O. scharf. Der Lehrbeauftragte im Sozialwesen mit Schwerpunkt Kindheitspädagogik und Entwicklungspsychologie möchte aufgrund seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst nicht seinen vollen Namen öffentlich machen. Im Gespräch mit dieser Redaktion nennt er die Hodenabtastung bei der Musterung "eine verpflichtende Intimuntersuchung, die die körperliche Selbstbestimmung" von jungen Erwachsenen verletzt. Die Maßnahme belaste "junge Männer in einer besonders sensiblen Entwicklungsphase – typischerweise 17 bis 20 Jahre – unnötig".
In diesem Alter seien die Identitätsbildung, die Selbstwirksamkeit, das Körperbewusstsein und die Fähigkeit zur Grenzsetzung zentrale Entwicklungsaufgaben, sagt der Pädagoge weiter. Und betont: "Eingriffe in die körperliche Integrität in dieser Phase können das Vertrauen in Institutionen untergraben, das Selbstbild nachhaltig stören und das Körperempfinden langfristig beeinträchtigen."
Zudem warnt der Sozialpädagoge vor einem unterschätzten Problem: "Unter den Wehrpflichtigen befinden sich auch Betroffene sexualisierter Gewalt, ohne dass dies jeweils bekannt ist. Für sie kann eine verpflichtende Intimuntersuchung traumareaktive Symptome auslösen oder verstärken." Darauf weist auch die Statistik hin. Laut aktuellen Daten des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im Jahr 2024 bundesweit 18.085 Kinder sowie 1259 Jugendliche Opfer von sexualisierter Gewalt, mehr als ein Viertel davon ist männlich. Dunkelfeldstudien des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung Mannheim aus dem vergangenen Jahr ergaben zudem, dass 4,8 Prozent der Männer in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben. Unter den Betroffenen insgesamt hatte mehr als ein Drittel bislang mit niemandem darüber gesprochen.
Stefan O. fordert daher eine Reform der Musterung, damit diese Maßnahme künftig evidenzbasiert gestaltet wird. Zudem möchte er, dass bei der Musterung die körperliche Selbstbestimmung sowie die psychische Gesundheit in den Fokus rücken. Bisher stelle das Prozedere aus seiner Sicht nur die Fortsetzung eines überholten und potenziell traumatisierenden Rituals dar.
(…) Der Forderung von Stefan O. schließt sich auch Raphael Schulmeister-Dick, Lehrkraft aus Oberbayern, an. Unter seinen Schülern nimmt er derzeit "Sorge und Wut" wahr, wie er sie bereits zur Zeit seiner Musterung kurz vor der Aussetzung der Wehrpflicht erlebt hat.
Dass weiterhin an der routinemäßigen Untersuchung der Genitalregion festgehalten wird, erschüttert den Pädagogen. "Die Musterung ist kein normaler Arztbesuch. Sie ist ein staatlich angeordnetes Beurteilungsverfahren mit starkem Machtgefälle. Dabei standardmäßig eine Untersuchung am zeitweise vollständig entkleideten Körper einzufordern, ohne freie Arztwahl und unter Anwesenheit einer Assistenzkraft, halte ich nicht nur für unsensibel, sondern – besonders bei jenen, die ihr Interesse am Wehrdienst vorab verneint haben – für übergriffig", sagt er.
Er verweist auf urologische Leitlinien, die sich ausdrücklich gegen anlasslose Screenings aussprechen, sowie auf die Auskunft einer Sprecherin der Bundeswehr in Köln, wonach 99,5 Prozent aller Untersuchungen im Genitalbereich unauffällig wären. Daher setzt er sich für eine "Untersuchungspraxis ein, die die Intimsphäre wahrt". Ein entsprechendes Schreiben hat er in den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingebracht. (…) "Man wird trotz mangelnder medizinischer Evidenz buchstäblich zu dieser Untersuchung gedrängt. Diese unverhältnismäßige und schamverletzende Praxis verletzt das Recht auf körperliche Selbstbestimmung massiv", kritisiert Schulmeister-Dick.
2.
Das Elterngeld wird gekürzt, ebenso der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und die Rentenansprüche für pflegende Angehörige – aber Gleichstellungsbeauftragte sind unantastbar. Und niemand kontrolliert sie.
So beginnt heute Morgen ein Artikel der früheren Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) über die Privilegien von Gleichstellungsbeauftragten. Darin heißt es weiter:
In vielen Bereichen, in ganzen Milieus unserer Gesellschaft, sind identitätspolitische Deutungen nach wie vor völlig ungebrochen. In Bielefeld trifft sich etwa kommende Woche die "bukof", die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e. V. Das Programm der Jahrestagung trägt den Titel "Hochschule für alle" – und ist ein eindrucksvolles Dokument, wie eng in öffentlich finanzierten Räumen das Spektrum dessen sein kann, was als legitime Perspektive gilt.
Auf ganze 29 Seiten bringt es die Einladung. Davon benötigt sie aber nur vier für das eigentliche Programm. Der Rest geht neben ein paar organisatorischen Hinweisen für politische Agitation drauf. Da soll in einem Workshop über die aktuellen Landtagswahlen über "erstarkende rechte und antifeministische Positionen" gesprochen werden und ein "geschützter Raum" für "Sorgen, Wut oder Erschöpfung" geboten werden. (…) Es gehe darum, "einfach mal zu sein". Und da erkennen die Organisatoren in einem elfseitigen "Awareness-Konzept" ihre "Verstrickung in unterschiedliche Machtdynamiken und ihre verschränkten Wirkungsweisen" an: Die Tagung sei "ein überwiegend weiß dominierter Raum, in dem viele cis-Frauen anwesend sind". Nur beim Thema Kinderbetreuung haben sich die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten nicht ganz so viele Gedanken gemacht. "Eine Kinderbetreuung kann auf Anfrage organisiert werden", heißt es lapidar.
Bezahlt wird der Spaß weitgehend vom Steuerzahler. Denn er finanziert ganz überwiegend die Hochschulen, und die finanzieren die "bukof". Hinzu kommt noch mal eine Extra-Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW, dessen Emblem auf der Einladung prangt.
Die Tagung wirft ein Schlaglicht auf eine privilegierte Szene: Jede größere öffentliche Dienststelle in Deutschland muss seit den 1990er-Jahren gesetzlich verankert eine Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte haben. Weisungsunabhängig, oft von ihrer eigentlichen Arbeit freigestellt und mit umfassenden Beteiligungsrechten ausgestattet, etwa bei Berufungen. Eine systematische Evaluation ihrer Arbeit gibt es nicht, noch nicht mal ihre Zahl lässt sich in Erfahrung bringen. Aber klar ist: Es sind viele Tausende.
Die Frage, wie sinnhaft ihre Arbeit ist, wird so gut wie nie gestellt. Das Elterngeld wird gekürzt, ebenso der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und die Rentenansprüche für pflegende Angehörige – aber Gleichstellungsbeauftragte sind unantastbar. Lediglich der Hohenlohekreis hat es jüngst versucht und die Gleichstellungsbeauftragte gestrichen. Durchkommen wird er damit wohl nicht: Das baden-württembergische "Chancengleichheitsgesetz" verpflichtet jeden Landkreis zu einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten.
Dass "Chancengleichheit" eigentlich das Gegenteil von "Gleichstellung" ist, scheint dabei niemand mehr aufzufallen. Auch nicht Union und FDP. Die bürgerlichen Parteien haben die geschlechterkollektivistischen Deutungen einer linken Frauenpolitik weitgehend übernommen. Und so kann es dem Staat noch so offenkundig an Geld, Personal und Handlungsfähigkeit fehlen – die Räume zur Selbstvergewisserung bestimmter Milieus bleiben geschützt.
3. Der Aktivismus, der die Genderwissenschaften und -debatten durchziehe, verzerre die Forschung, warnt Philipp Hübl in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung. In dem Artikel, der für Nicht-Abonnenten nur im Anriss online steht, heißt es weiter:
In den Feuilletons wurde zuletzt hitzig darüber diskutiert, ob die Soziologie zu links sei. Währenddessen trat an der Universität Cambridge der als Musterbeispiel für Diversität gefeierte Bildungsforscher James Arday als Professor zurück, nachdem seine Forschungsarbeiten als Plagiate und sein Lebenslauf als Lügengeschichte entlarvt worden waren. Kurze Zeit später war er tot. Und vor einigen Jahren stellten sich an der ETH Zürich mehr als 80 Professorinnen in einem offenen Brief gegen die Soziologinnen Katja Rost und Margit Osterloh, nachdem diese nachgewiesen hatten, dass nicht Diskriminierung, sondern persönliche Präferenzen erklären, warum so wenige Frauen dort einen Lehrstuhl haben.
Die drei Ereignisse haben im Kern etwas gemeinsam. Sie drehen sich um die Frage: Verträgt sich Wissenschaft mit Aktivismus? Die kurze Antwort lautet: selten. Der Grund dafür ist jedoch nicht, dass Soziologen, Geistes- und Kulturwissenschaftler unbelehrbare Ideologen sind, die den Westen zerstören und den Sozialismus einführen wollen, wie man es oft von Rechtspopulisten hört. Diese Diagnose trifft allenfalls auf eine radikale Minderheit zu.
Zwei andere Mechanismen sind für verzerrte Forschung verantwortlich: allzu menschlich, aber dafür umso problematischer. Der erste lautet: Schutz der moralischen Identität , auf Englisch: Myside Bias. Wenn Informationen unsere moralische Agenda bestätigen, fragen wir selten kritisch nach; und sobald sie unseren Annahmen widersprechen, reagieren wir besonders streng. Diese Urteilsverzerrung erweist sich als hartnäckiger als der allseits bekannte Bestätigungsirrtum (confirmation bias), denn Intelligenz und Bildung helfen nicht, den Myside Bias zu vermeiden. Im Gegenteil: Personen, die zum Beispiel gut rechnen können und viel zu einem Thema wissen, sind anfälliger für Identitätsschutz als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Ein einschlägiges Beispiel: In einer Erhebung wurden 479 Soziologen in den USA zu politisch umstrittenen Themen wie Einwanderung, Armut in mehrheitlich schwarzen Vierteln oder den Präferenzen von Männern und Frauen befragt. Es zeigte sich, dass die Mehrheit von ihnen Unterschiede zwischen Gruppen mit gesellschaftlichen Missständen erklärten statt mit individuellen Entscheidungen, etwa dass Frauen weniger verdienen, weil sie andere Berufe als Männer wählen. Die meisten Forscher gaben an, sie verfolgten eine moralische Mission, einige schlossen sogar Forschungsfragen prinzipiell aus, wenn sie auf bestimmte Gruppenunterschiede hinausliefen. Das Fazit der Studie: Es besteht die Gefahr, dass einige Soziologen eine "emotionsgeladene Gemeinschaft" bildeten.
Zwischen Emotionen und Moralvorstellungen besteht eine enge Verbindung: Die meisten Soziologen und Geisteswissenschaftler sind sehr progressiv, sie verurteilen Diskriminierung und Unterdrückung nicht bloß wie die meisten anderen Menschen, sondern erheben den Kampf für soziale Gerechtigkeit zu einem geradezu heiligen Wert. In so einer moralischen Fürsorgekultur genießt besonders hohes Ansehen, wer Opfer von Macht und Benachteiligung ist, oder eben, wer sich mit diesen Themen beschäftigt.
Dass ihre moralische Identität um Vulnerabilität kreist, kann daher erklären, warum viele Geistes- und Sozialwissenschaften den egalitären Fehlschluss begehen: Sie leugnen faktische Unterschiede zwischen Gruppen, weil sie Ungleichheit moralisch ablehnen. Sie begehen damit die umgekehrte Variante des naturalistischen Fehlschlusses , der in vielen pseudowissenschaftlichen Erklärungen auftaucht, etwa im klassischen Sexismus und Rassismus. Ein Beispiel ist die These, dass Männer stärker als Frauen sind und daher auch über Frauen herrschen sollen . Schon der Philosoph David Hume hat diese falsche Folgerung sinngemäß so kritisiert: Aus einem Sein kann man kein Sollen ableiten.
(…) Und hier kommt meist der zweite Faktor ins Spiel, der erklärt, warum eine normative Agenda die Wahrheitssuche behindert: moralische Selbstdarstellung . Jeder Mensch will als guter Vertreter seiner Moralkultur wahrgenommen werden. (…) Wie Beiträge in den sozialen Medien sind auch Forschungsthemen kommunikative Signale, mit denen man seine moralische Reputation anderen gegenüber aufrechterhält – oder sie gefährdet.
(…) Reputationsmanagement ist neben Identitätsschutz oft der Grund, warum in weiten Teilen der Gender Studies biologische Tatsachen über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen geleugnet werden, obwohl die Forschung in der Genetik im Mittel ein höheres wissenschaftliches Niveau hat als die Gendertheorien. So hat die Psychologin Therese Söderlund eine repräsentative Stichprobe aus über 12.000 Aufsätzen der Genderforschung ausgewertet: Im Vergleich zu anderen sozialwissenschaftlichen Studien enthielten die Artikel weniger Experimente und repräsentative Erhebungen, dafür aber deutlich mehr Wertungen. Ihr Fazit: Je stärker die Genderperspektive in der Forschung, desto geringer die wissenschaftliche Qualität.
(…) Nicht nur Staaten, autoritäre Parteien und religiöse Gruppen versuchen also, Forschungsergebnisse zu unterdrücken, die ihre Ideologie infrage stellen. Mehrere Studien legen inzwischen nahe, dass es gerade Wissenschaftler selbst sind, die verhindern, dass bestimmte Fakten publiziert werden, manchmal mit guten Absichten, etwa weil sie glauben, dadurch Minderheiten zu schützen. Doch ein nicht unerheblicher Anteil findet es auch gerechtfertigt, wenn Kollegen für kontroverse Thesen von ihrem Arbeitgeber und der Öffentlichkeit unter Druck gesetzte werden. Und viele Wissenschaftler gaben an, die Fakten zu unterdrücken, wenn es ein moralisches Anliegen gefährden könnte, das ihnen am Herzen liegt; oder dass sie sich selbst zensieren, weil sie Angst vor sozialem Ausschluss und vor Angriffen auf den sozialen Medien haben.
(…) Es ist längst an der Zeit, dass sich gerade die Geistes- und Sozialwissenschaften einer methodischen Selbstkritik unterziehen. Forscher müssen nicht nur den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, sondern auch den Mut, die Gewissheiten ihrer eigenen Moralkultur herauszufordern und damit Shitstorms, soziale Ächtung oder Lob von der falschen Seite zu riskieren, denn solche Reaktionen bringt es manchmal mit sich, wenn man die Fakten verkündet.
Wer wüsste das besser als wir Männerrechtler. Wenn man ganze Bände veröffentlicht, die in diesen Kreisen kaum hinterfragte Mythen widerlegen, ist das einer der sichersten Wege, um aus der Genderdebatte dieser Kreise ausgegrenzt zu werden. Ich befürchte, dass an solchen Mechanismen auch Hübls Mahnungen wenig ändern werden.
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