Sonntag, Juli 12, 2020

Jan Fleischhauer: "Wenn Medien einfach eine Welt erfinden" – News vom 12. Juli 2020

1.
Glaubt man einer neuen, nachrückenden Generation von Journalisten, dann denkt die Jugend von heute queer, grün und gender-gerecht. Wie sich zeigt, ist das ein großer Irrtum – mit ernsten Folgen für Politik und Medien.


Damit beginnt Jan Fleischhauers aktueller Artikel über den Untergang von ze.tt und Bento. Dort heißt es weiter:

Ich glaube, dass sich aus dem Ende für die politisch korrekten Jugendmagazine etwas Grundsätzliches ableiten lässt. Das Aus für "Bento" und "Ze.tt" ist aus meiner Sicht nicht nur eine Niederlage für eine bestimmte Form des journalistischen Aktivismus: Es lässt ganz prinzipiell Rückschlüsse zu auf die Attraktivität von politischen Angeboten, denen angeblich die Zukunft gehört.

(…) Die Desillusionierung durch die Zahlen ist altersunabhängig. Sie trifft die junge migrantisch bewegte Feministin, die denkt, dass die ganze Welt Anteil an ihrem Schicksal nimmt, ebenso wie den von ihr verachteten alten weißen Mann. Man kann sich auch nicht mehr damit herausreden, dass einen das Old-Boys-Netzwerk davon abgehalten hätte, groß herauszukommen. Alles, was es heute braucht, um berühmt zu werden, ist ein Podigee-Abo oder ein Wordpress-Account.

Dass man aus dem Stand heraus zum Netzphänomen werden kann, hat gerade die Stand-up-Komödiantin Sarah Cooper mit ihren Trump-Imitationen bewiesen. Jedes ihrer über TikTok verbreiteten Videos erreicht ein paar Millionen Menschen. Wenn das Genderprogramm eine solche Granate wäre, wie immer behauptet, dann müssten die Zahlen auch hier durch die Decke gehen. In Wahrheit schaffen es die Betreiber netzfeministischer Blogs kaum, ihre Serverkosten zu decken. Es braucht eben etwas mehr als Gesinnung, um sich durchzusetzen. Witz und Sprachtalent wären, zum Beispiel, ganz hilfreich.




2. Friedrich Merz (CDU) arbeitet an einem Gegenvorschlag zur Frauenquote in seiner Partei und "befindet sich gerade in intensiven Diskussionen mit Kreis- und Landesvorsitzenden, um vielleicht bessere Lösungen zu finden."



3. In Ägypten wurden zehn Männer Opfer ihrer toxischen Männlichkeit.



4. Das Schwulenviertel von Chicago wird gemeinhin mit dem Spitznamen "Boystown" bezeichnet. Dieser Name sei sexistisch, protestieren jetzt Aktivisten und fordern eine Umbenennung zum Beispiel in "New Town" oder "Spectrumville".



5. Die Post. Zur Frauenquote in der CDU schreibt mir Thomas Penttilä:

Von den finnischen 200 Parlamentsabgeordneten sind 92 Frauen. Die Vorsitzenden der fünf Regierungsparteien sind alle junge Frauen. Und das alles ohne jegliche Quote. Sie haben alle das aus eigener Kraft erreicht. Dies liegt daran, dass starke Frauen (nicht irgendwelche Frauen) sich schon seit Jahrzehnten den Weg in Führungspositionen gekämpft haben - wie Männer auch. Auch in Deutschland können starke Frauen die Geschlechterparität in politischen Führungspositionen erreichen. Hierfür wäre jedoch Ganztagsbetreuung von Kindern erforderlich, damit sich die Frauen auf ihre Karrieren konzentrieren können. Mit Quoten wird jedoch versucht, dies über eine Abkürzung zu erreichen. Dies wird für den Aufstieg der Frauen allerdings nachteilig sein. Denn die Quote wird auch unfähige Frauen an die Spitze fördern (von der Leyen, Kramp-Karrenbauer), und diese schädigen den Ruf der Frauen als Führungspersonen.

Die Ganztagsbetreuung wird in Deutschland zwar angestrebt, aber einige Kräfte in der CDU wollen nicht abwarten, dass die natürliche Entwicklung daraus eintritt, sondern wollen diese Abkürzung nehmen. Es ist verständlich, dass die jungen Frauen in der CDU gegen diese Änderung sind. Befürworter sind alte weiße Männer und Frauen zum Nachteil auch der jungen Frauen in der CDU.


Samstag, Juli 11, 2020

SPIEGEL geht CDU-Frauenquote längst nicht weit genug – News vom 11. Juli 2020

1. Im Leitartikel des aktuellen SPIEGEL, "Petersilie am Tellerrand", verkündet Ann-Katrin Müller, dass die Frauenquote, zu der die CDU-Spitze ihrer Partei dieser Tage verdonnerte, kaum mehr als Deko sei: "was fürs Auge, aber mit bitterem Beigeschmack, wenn man länger darauf herumkaut." Stattdessen brauche es viel weiter gehende Regeln: paritätisch besetzte Gremien und Listen, Direktkandidatinnen, quotierte Rednerlisten. "Dass all das hilft", so Müller, "kann man bei anderen Parteien begutachten, in denen mehr Frauen mitmischen, bei den Grünen zum Beispiel. Der CDU fehlt es immer noch an der Einsicht – und der Konsequenz."

Derweil erklärte der potentielle CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz: "Aus besseren Chancen für Frauen – die wir alle wollen – darf nicht eine Diskriminierung der Männer werden. Das wäre auch juristisch angreifbar."



2. Die Unionsparteien haben sich mit der SPD auf eine Bundesgleichstellungsstiftung des Öffentlichen Rechts geeinigt:

Dazu erklären der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg und die zuständige Berichterstatterin, Silvia Breher:

Marcus Weinberg: "Die Einigung der Koalitionsfraktionen auf die Errichtung einer Bundesgleichstellungsstiftung des Öffentlichen Rechts ist für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein wichtiges Signal. Mit der Errichtung einer Bundesstiftung setzen wir gleichzeitig auch die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Die Bundesstiftung soll Akteure und Aktive stärker vernetzen und die Gleichstellungsarbeit vor Ort stärken. Kommunen sollen beraten und informiert werden."

Silvia Breher: "Der jetzt erfolgte erste Schritt zur Gründung einer Gleichstellungsstiftung macht deutlich, dass wir dem Thema Gleichstellung eine neue Qualität verleihen wollen. Die Corona-Krise hat es gezeigt: Gleichstellung ist kein Selbstzweck, sondern elementare Voraussetzung, damit Frauen in allen Bereichen des öffentlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens auch tatsächlich dieselben Chancen bekommen wie Männer."




3. Der heutige 11. Juli ist der Tag des sogenannten "Gender Empathy Gaps", der an das fehlende Interesse unserer Gesellschaft am Leiden von Männern erinnert. Der 11. Juli wurde ausgewählt, weil an diesem Tag vor 25 Jahren in den Konflikten des zerfallenden Jugoslawien das Massaker von Srebrenica begann. Bosnisch-serbische Soldaten trennten bosniakische Frauen und Kinder von den Männern und brachten sie in Sicherheit. Achttausend bosniakische Männer und Jungen wurden dann während mehrerer Tage von den bosnisch-serbischen Einheiten brutal ermordet. In der öffentlichen Wahrnehmung dieses Massakers wird es indes fast nie als das behandelt, was es war: ein sexistischer Genderzid. Infolgedessen gibt es in den Vereinten Nationen noch heute zwar eine Sektion "UN Women", aber keine parallele Abteilung für die Anliegen von Männern.

Auf der deutschen Website zum Gender Empathy Gap findet man inzwischen auch einen Gastartikel von Dr. Warren Farrell. Aktuelle Blogbeiträge zum Gender Empathy Gap bei Uepsilonniks und bei Gunnar Kunz beschäftigen sich vor allem mit dem Thema Obdachlosigkeit.



4. Zwei schwarze Teenager wurden im US-Bundesstaat South Carolina ein Jahr lang wegen Vergewaltigung ins Gefängnis gesteckt, obwohl DNS-Spuren ihre Unschuld bewiesen hatten. Auch als einem anderen Mann das Verbrechen zur Last gelegt wurde, blieben die beiden hinter Gittern. Jetzt verklagen sie den Bundesstaat auf Entschädigung für ihre Haft. Die Schilderung des Falles in dem verlinkten Artikel zeigt auffällige Parallelen zu dem bekannten Fall der Central Park Five.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

ich wollte dir nur mal mitteilen, was bei Spiegel Online als Kommentar nicht mehr durchkommt. Mein Kommentar zu dem Artikel über Merz und die Frauenquote in der CDU bestand nur aus einem Satz:

"Meine schlimmste Befürchtung in diesem Kontext: Parlamente voller Quotenfrauen, die dann absolut jedes Gesetz zur Frauenbevorzugung unterstützen, wenn sie nicht als Heuchlerinnen dastehen wollen und damit an dem Ast sägen würden, auf dem sie selber sitzen. "

Eine kleine Diskussion über Kommentare, die nicht durchkommen, und wo ich nur endeuten konnte, welcher Inhalt geblockt wurde, erschien ganz kurz, aber dann haben die ziemlich schnell jeden Hinweis wieder beseitigt, dass überhaupt irgendwas geblockt wurde.


Professionelle Zensur abweichender Meinungen sollte immer so aussehen, als ob keine Zensur stattgefunden hätte. "Zeit"-Online" macht das immer noch ein wenig dilettantisch und lässt erkennen, wenn etliche Leserkommentare unter einem Artikel gelöscht wurden. Insgesamt können wir aber stolz darauf sein, mit welcher Perfektion viele Leitmedien ihre Zensur inzwischen betreiben: An vielen Lesern dürfte völlig vorbeigehen, wie eng der Meinungskorridor inzwischen gehalten wird.

Donnerstag, Juli 09, 2020

CDU über Frauenquote zerstritten – News vom 9. Juli 2020

1. Wie unter anderem die "Bild" berichtet, ist die Frauenquote in der CDU trotz der Einigung der Parteispitze noch lange keine ausgemachte Sache:

Mitglieder der Verhandlungen zeigten sich gegenüber BILD skeptisch, ob die gefundene Kompromisslösung auf dem nächsten Bundesparteitag eine Chance hat. Die Delegierten könnten sie schlichtweg als nicht umsetzbar ablehnen. Ein Teilnehmer der Verhandlungen zu BILD: "Das ist nicht mehrheitsfähig."

JU-Chef Tilman Kuban (33) erklärte gegenüber BILD: "Bis zum Parteitag steht uns eine intensive Debatte bevor und mir ist klar, dass an der Parteibasis und in der JU noch viel Überzeugungsarbeit nötig ist."

Kuban betonte, dass er in der bevorstehenden Debatte die Gegner der Frauenquote nicht verunglimpfen wolle. "Ich werde diese Debatte führen und eines nicht tun: Gegner einer Quote als frauenfeindlich oder rückwärtsgewandt darstellen - das sind sie nicht", so Kuban. Es gelte der Respekt vor der Meinung des Anderen.

(…) Außenexperte und Kandidat um den Parteivorsitz Norbert Röttgen (54, CDU) spricht sich in BILD für die Quoten-Lösung aus. "Ich unterstützte den gefundenen Kompromiss", so Röttgen. Er reiche aber nicht aus, um mehr Frauen für die CDU zu gewinnen. "Die CDU muss die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen."

Die CDU-Abgeordnete Jana Schimke (40) erklärt in BILD, warum sie GEGEN den Kompromiss stimmte: "Ich habe mit Nein gestimmt, weil ich die Politik des leeren Stuhls nicht mittrage und eine Quote von 40% und 50% nicht dem Frauenanteil in der Mitgliedschaft entspricht." Schimke weiter: "Wenn Frauen künftig in der CDU deutlich leichter ein Amt bekommen können als Männer, ist das nicht gerecht."

Auch CDU-Innenexperte Christoph de Vries (45) ist weiter skeptisch. "Der berechtigte Wunsch nach mehr Beteiligung von Frauen in Spitzenämtern darf nicht zur Selbstbenebelung vor der Wirklichkeit führen", so de Vries zu BILD. Es sei Fakt, dass es "nicht annähernd genug aktive Frauen in der Breite in der CDU gibt, um paritätische Besetzungen zu ermöglichen".

Ex-Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Rupert Scholz (83, CDU) sieht rechtliche Probleme bei der Umsetzung der Quote. Bei einem Mitgliederanteil von 26% Frauen verstoße eine Vorstandsquote von 50% gegen den Grundsatz der Gleichheitsgerechtigkeit, sagte Scholz zu BILD. Die freie Wahl der CDU-Mitglieder werde beträchtlich eingeschränkt, wenn es Vorgaben für die Zusammensetzung von gewählten Gremien gebe.


Über weitere Stimmen des Widerstandes berichtet Spiegel-Online:

"Eine Quote ist leistungsfeindlich und würde dazu führen, dass kompetente, engagierte Personen auf einigen Plätzen nicht mehr kandidieren dürften", sagte der Hamburger Abgeordnete und stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Christoph Ploß dem SPIEGEL. "Das halte ich rechtlich und politisch für mehr als fragwürdig." Ploß ist auch Mitglied der Jungen Gruppe der Unions-Bundestagsfraktion.

"Die CDU sollte immer für Gleichberechtigung, aber nicht für Gleichmacherei eintreten", sagte er. "Wir sollten die Partei sein, die sich für Wettbewerb und Chancengerechtigkeit einsetzt: Quoten stehen dem eindeutig entgegen."

(…) Kritik an der Entscheidung der Satzungskommission gibt es auch aus der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union und dem Studentenverband RCDS.

Der CDU-Abgeordnete Andreas Steier aus Rheinland-Pfalz schreibt auf Twitter: "Sollte nicht Qualität statt Quote zählen? Ansonsten wäre ich dann auch gleich noch für eine Quote nach verschiedenen Berufsabschlüssen, nach Wirtschaftsbereichen und nach Berufsjahren außerhalb der Politik."


Auch Thüringens CDU-Fraktionschef und Vize der Landespartei, Mario Voigt lehnt die Quote ab:

"Ich finde, es gilt, dass man die Frauen nicht dadurch kleiner machen sollte, indem ihre Qualität ein wenig hinter einer Quote zurücksteht. Sondern ich finde: Wir haben viele starke Frauen und denen auch die Chance zu geben, darum muss es gehen", sagte Voigt.


Manja Schreiner, stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Berlin, schließt sich der Kritik an:

"Ich bin keine Befürworterin einer Quote, weil für mich am Ende gilt, jenseits des Geschlechtes: Macht jemand eine gute Arbeit – ja oder nein?"


Gegensätzlicher Auffassung ist Franziska Giffey - nur ist die eben bei der SPD. Die besondere Ironie: Bei den Spezialdemokraten hat sich die Frauenquote längst als Desaster erwiesen.



2. Die männerpolitische NGO MANNdat richtet einen zweiten Brief an die Vereinten Nationen und fordert diese dazu auf, "sich wieder auf die Ziele der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu besinnen".



3. Sachsen führt die feministische Sprache in Gesetzestexten ein: Experten sind entsetzt.



4. Einer aktuellen Studie zufolge wird das derart so stark im Trend liegende Virtue Signalling vor allem von Narzissten, Psychopathen und Manipulateuren betrieben. Dieselbe Studie beschäftigt sich auch mit "Victim Signalling", einem weniger gut etablierten Begriff:

Eine neuere Literatur über konkurrierendes Opfer-Sein dokumentiert die Prävalenz des Opfersignalisierens durch verschiedene soziale Gruppen und liefert Belege für ihre Funktionalität als Strategie zur Ressourcengewinnung. Zum Beispiel rechtfertigt das Opfersignalisieren Opfergruppen, Vergeltung gegen mutmaßliche Unterdrücker zu suchen. Vergeltung erfolgt oft in Form von Entschädigungsforderungen durch eine Art Ressourcentransfer von Nichtopfern an das mutmaßliche Opfer.

Die Beanspruchung des Opferstatus kann den Ressourcentransfer auch dadurch erleichtern, dass dem Kläger moralische Immunität gewährt wird. Moralische Immunität schirmt das mutmaßliche Opfer vor Kritik an den Mitteln ab, die es zur Befriedigung seiner Forderungen einsetzen könnte. Mit anderen Worten: Der Opferstatus kann den Einsatz von Täuschung, Einschüchterung oder sogar Gewalt durch mutmaßliche Opfer zur Erreichung ihrer Ziele moralisch rechtfertigen. In diesem Zusammenhang kann die Beanspruchung des Opferstatus Beobachter dazu veranlassen, eine Person für weniger schuldig zu halten, indem sie Übertretungen entschuldigt, wie z.B. die Aneignung von Privateigentum oder die Zufügung von Schmerz an andere, die ansonsten Verurteilung oder Zurechtweisung nach sich ziehen könnten.

Schließlich erhöht die Beanspruchung des Opferstatus die psychologische Vormachtstellung des Antragstellers, die als subjektives Gefühl der Legitimität oder des Anspruchs, das Wort zu ergreifen, definiert wird. Eine Person, die diesen psychologischen Status innehat, kann Einwände von Nicht-Opfern gegen die Unzumutbarkeit ihrer Forderungen zurückweisen oder ignorieren.

Im Gegensatz zu Opfersignalgebern haben Menschen, die ihr Unglück oder ihre Benachteiligung nicht öffentlich bekannt geben, eine geringere Wahrscheinlichkeit, die Vorteile von Vergeltungsentschädigungen, moralischer Immunität, Ablenkung von Schuld oder psychologischer Vormachtstellung zu erlangen, und hätten daher Schwierigkeiten, Ressourcentransfers einzuleiten.

Die Wirksamkeit der Opfersignalisierung als Ressourcentransferstrategie folgt den Grundprinzipien der Signaltheorie. Die Signaltheorie geht davon aus, dass die Übertragung von Informationen von einem Individuum (dem Sender) zu einem anderen (dem Empfänger) das Verhalten des Empfängers beeinflussen kann. Signale können sich auf jede physische oder Verhaltenseigenschaft des Senders beziehen und werden von den Sendern dazu verwendet, das Verhalten anderer zu ihrem eigenen Vorteil zu verändern.


Die derzeit herrschenden Strömungen des Feminismus werden in der Studie nicht explizit als Beispiel erwähnt.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hey Arne,

Sorry to write in English, but I hope you'll be ok with it. I'm an Australian living in Germany for 5 years, and I can get by speaking German, but writing is a step to far at the moment.

I wanted to share a thought on AKK's frauenquote. This is typical of women actually trying to downgrade other women that are beneath them in the organisation. Now, any women coming after them will always have the doubt of their abilities hanging over their head. A classic strategy of women to stop other women gaining more power than them. She'll remain one of the one's who "earned" their spot, yet the one's who come after will lack the same credibility.

So there's always something underhanded at work. In that most feminists tend to get ahead by the degradation of other women first, and then by trying to increase their power to responsibility ratio as high as possible.

Anyway, love your work. Your blog and twitter are my German language study for the day.


Mittwoch, Juli 08, 2020

Nach Mega-Sitzung: CDU gibt sich 50 Prozent Frauenquote – News vom 8. Juli 2020

1. Die Tagesschau berichtet:

Die CDU-Spitze hat sich nach gut elf Stunden langen Verhandlungen auf eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent ab dem Jahr 2025 geeinigt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur am frühen Morgen nach zähen Beratungen der Struktur- und Satzungskommission der Partei in Berlin.

Der Kompromiss sieht vor, dass es eine schrittweise Anhebung der Quote für Vorstandswahlen ab der Kreisebene gibt. So soll am 1. Januar 2021 eine Frauenquote von 30 Prozent gelten und zum 1. Januar 2023 eine Quote von 40 Prozent. Zum Jahresanfang 2025 gilt demnach eine Frauenquote von 50 Prozent.

(…) Von der Frauenquote soll nur dann abgewichen werden können, wenn nicht genügend weibliche Bewerber kandidieren. Wird die Quote in diesem Fall in einem ersten Wahlgang nicht erfüllt, ist dieser ungültig. Erst nach einem dritten Wahlgang darf dann ein eigentlich von einer Frau zu besetzender Platz leer bleiben.


26 Prozent der CDU-Mitglieder sind weiblich. Sie sollen jetzt 50 Prozent der Ämter besetzen. Ausgerechnet das wird von der Partei und den gewohnt unkritischen Leitmedien als "antisexistisch" verkauft.

Vor allem Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer setzte sich nachdrücklich für die Quote ein:

Man könne nicht Politik für die weibliche Hälfte der Bevölkerung machen und dies dann in der Partei nicht richtig abbilden.


~ Na immerhin gibt sie zu, dass Geschlechterpolitik nur für die weibliche Hälfte der Bevölkerung stattfindet. ~

Der CDU-Wirtschaftsrat ist gegenüber der Frauenquote, für die sich die Parteispitze ausgesprochen hat, weiterhin skeptisch:

"Bei der CDU frage ich mich, ob sie angesichts einer Bundeskanzlerin, einer EU-Kommissionspräsidentin und derzeit noch einer Parteivorsitzenden sowie drei von fünf Spitzen ihrer Bundesministerien in weiblicher Hand überhaupt diese Frauendebatte braucht", sagte die Präsidentin des CDU-nahen Verbands, Astrid Hamker, der "Passauer Neuen Presse".

Mit Verweis auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Hamker: "Mir kommen Vorstöße wie der von Frau Merkel für die Wirtschaft oder der von Frau Kramp-Karrenbauer für die CDU ziemlich übermotiviert und unrealistisch vor." So wie keine Führungspositionen in den Betrieben von oben angeordnet werden könnten, so verhalte es sich auch mit Kandidatinnen in einer Partei.




2. Auf Forderungen, den Namen des Branchemagazins "Der österreichische Journalist" gendergerecht zu ändern, reagiert der Herausgeber des Blattes mit folgender Bedingung:

Motzen ist zuwenig. Tut mehr! Bestellt ein Abo! 100 bis Ende Juli und ich ändere den Titel. Sehr gerne sogar.


Die Motzer* Innen zeigte sich daraufhin "vor den Kopf gestoßen", "empört" und "verärgert": Seit wann wird an die Erfüllung feministische Forderungen irgendeine Vorbedingung oder eine Gegenleistung verlangt? Das macht man doch sonst schließlich auch nicht!



3. Eine aktuelle Studie enthüllt einiges über die Psyche von Menschen, die schnell empört oder beleidigt reagieren. So seien diese Menschen weniger produktiv, weil sie "viel Zeit damit verbringen, sich über triviale Angelegenheiten zu beschweren", wodurch "wichtige und begrenzte kognitive Ressourcen" abgelenkt würden. Überraschenderweise seien die leicht beleidigten Personen weniger darauf bedacht, anderen zu helfen, obwohl sie sich ständig mit dem Zeigen von Tugendsignalen beschäftigen, um sich entsprechend zu inszenieren. Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass die untersuchten Menschen, obwohl "ihre präskriptive Moral es ihnen vorschreibt, anderen zu helfen und für sie zu sorgen", tatsächlich weniger geneigt sind, ein "bürgerschaftliches Verhalten" an den Tag zu legen.



4. In seinem Buch "Wie ich meine Zeitung verlor", schildert der preisgekrönte Reporter Birk Meinhardt, warum er der Süddeutschen Zeitung den Rücken kehrte:

Es geht darin um das, was derzeit falsch läuft im Journalismus und warum gerade Medien, die doch beanspruchen, Mittler der Wirklichkeit zu sein, zu oft "Weglasser" und Ausblender derselben sind und deshalb fatalerweise "selber einen gehörigen Beitrag leisten zur Radikalisierung, die sich vor unseren Augen vollzieht. Wieso begreifen sie nicht, daß sie ohne Unterlaß mit erzeugen, was sie so dröhnend verdammen?"

(…) Journalisten und Journalistinnen reden und schreiben viel über Spaltung und Polarisierung, sagt Birk Meinhardt, ohne zu sehen, dass sie selbst Teil des Problems seien: "Der Journalismus trägt meines Erachtens eine Riesenschuld an der Verhärtung der Fronten, die er selber beklagt. Er bringt sie maßgeblich mit hervor und er beklagt sie danach." Meinhardt macht es deutlich an einem unscheinbaren Satz, der einmal in der Süddeutschen gestanden hat: "Da hieß es: Wir sollten schon mit den Ausgescherten, also mit den Populisten, den Wütenden, all denen, zu denen wir nicht mehr dringen, reden, auch wenn es fast sicher ist, dass wir sie nicht werden überzeugen können. Das ist ein scheinbar banaler Satz. Wenn man ihn aber einmal hin- und herwendet, dann ist eine ungeheure Anmaßung darin enthalten: die Anmaßung, wir, die Journalisten, könnten und müssten die Leute von etwas überzeugen, auch wenn uns das nicht gelingen wird. Und was auch darin steckt: Wir müssen nicht überzeugt werden. Wir wollen von der Gegenseite gar nichts empfangen."

Ein Missverständnis der eigenen Rolle, das fatale Folgen habe, findet Meinhardt: "Das ist Hervorbringung von Lagerdenken, denn die andere Seite merkt das natürlich, wenn Reden eigentlich gar nicht um des wirklichen Erfahrens willen geschieht, sondern wenn Reden zu einer Parole verkommt: Lass uns reden, aber wir erwarten nichts von euch – ja, dann brauche ich auch nicht reden. Wenn ich mit jemandem rede, möchte ich durchaus auch Argumente hören, an denen ich mich reibe und die mir vielleicht weiterhelfen. Die nicht meine Argumente sind, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte, die aber Argumente sind. Dafür muss ich erstmal zulassen, dass die andere Seite vielleicht nicht nur wütend ist, sondern auch Argumente haben könnte."


Wir Männerrechtler haben mit dem Journalismus der Süddeutschen Zeitung unsere eigenen Erfahrungen gemacht.



5. Die Daily Mail berichtet über den Beginn des Prozesses von Johnny Depp gegen die britische Boulevardzeitung "Sun", die Vorwürfe, Depp habe gegen seine Frau Amber Heard häusliche Gewalt begangen, offenbar unkritisch übernommen hatte. Der Artikel ist außerordentlich ausführlich, damit aber auch viel zu lang für eine Übersetzung.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Kleine Korrektur: In britischen Städten gibt es (entgegen Deinem Kommentar zum Guardian-Artikel über sexistischen Städtebau) keine Frauenparkplätze. Bei der Selbstverständlichkeit, mit der in Deutschland über Frauenparkplätze geredet wird, geht oft vergessen, dass das Konzept außerhalb der deutschsprachigen Länder fast völlig unbekannt ist und allgemein weder verstanden noch gefordert wird.


Ein anderer Leser schreibt:

Hallo Arne,

ich war gerade eher versehentlich über einen älteren Genderama-Artikel gestolpert, in dem du Margaret Atwood und "Der Report der Magd" erwähnst.

Ich begreife überhaupt nicht, wie radikale Feministinnen Margaret Atwoods "Report der Magd" zu ihrem Kultobjekt küren können und gar die "Berufsbekleidung" der Mägde für feministische Demonstrationen verwenden, um einmal mehr zu brandmarken, was sie für das typische Patriarchat halten.

Mag ja sein, dass die Serie (als Zweitverfilmung) zumindest sekundär eine solche Deutung nicht ausschließt, aber der Roman geht eigentlich unmissverständlich gegen JEDE ideologische Diktatur, und Margaret Atwoods hat das ja auch ausdrücklich bestätigt. Er geht also auch gegen Auswüchse des Feminismus. Nur scheinen die betreffenden Radikalfeministinnen den Roman gar nicht gelesen zu haben. Es ist richtig, dass dort eine alttestamentarische Sekte die Macht übernommen hatte, aber diese Sekte unterdrückt eben jeden, nicht nur die Frauen. Und: Diese Sekte hatte die Macht übernehmen können, nachdem unter anderem radikalfeministische Terroranschläge das Land erschüttert hatten. Das kann man ignorieren. Sollte man aber nicht.

Ich empfehle den Roman "Der Report der Magd" ausdrücklich zur Lektüre. Auch wenn die verfügbare Übersetzung des Piper-Verlags an einigen Stellen lausig ist. Es gibt auch zwei Verfilmungen, beide sehenswert: Die Geschichte der Dienerin von Volker Schlöndorff 1990 ist näher am Original und besser, die Serie "Die Geschichte der Magd" ist mehr an heutigen Sehgewohnheitden dran, ebenfalls sehenswert, macht aber (leichte) Zugeständnisse an den Zeitgeist.


Ich habe den "Report der Magd" nicht gelesen, aber die bisherigen drei Staffeln der TV-Serie gesehen. Die Serie ist mit ihrer Kritik an einer totalitären Ideologie und religiösem Fundamentalsimus gerade für einen Linksliberalen wie mich in vielerlei Hinsicht durchaus gelungen; andernfalls wäre ich nicht so lange dran geblieben. Es gibt aber auch immer wieder Aspekte, bei denen ich mir an den Kopf greife. Nur zwei Beispiele, die mir spontan einfallen: Den männlichen Beschützerinstinkt zugunsten von Frauen gibt es in dieser Welt überhaupt nicht, was es einer religiösen Sekte, die Frauen grauenvollen Foltern unterzieht, ermöglicht, innerhalb weniger Jahre in den USA problemlos an die Macht zu gelangen. Und von der jetzt herrschenden Ideologie abweichende Frauen werden damit bestraft, dass sie Drecks-Jobs ausführen müssen, die in unserer Wirklichkeit Männer ausüben müssen, zum Beispiel auf Müllhalden zu arbeiten und dabei ihre Gesundheit zu ruinieren. Gerade Letzteres wäre eine gute Gelegenheit gewesen, zu zeigen, dass BEIDE Geschlechter sexistisch bedingtem Horror ausgesetzt sind. Stattdessen tut der "Report der Magd" so, als trügen Frauen sämtliches Leiden der Welt (als männliche Opfer werden nur Homosexuelle ernst genommen), was eine Phantasiewelt reproudiert, die für sehr viel feministischen Hass auf Männer verantwortlich ist.

Ein weiterer Leser informiert mich über die Rede einer AfD-Abgeordneten im Bayerischen Landtag:

Hallo Herr Hoffmann,

ich bin heute über die Rede von Frau Dr. Anne Cyron auf Youtube "Gleichberechtigung muss auch für Männer gelten" gestolpert. In ihrer Rede geht sie auf viele Positionen der Maskulisten ein. Leider konnte sie Ihre Rede nur unter ständigen Zwischenrufen der Mitglieder anderer Parteien halten. Offenbar störten sie sich daran, dass Frau Dr. Cyron Selbstverständlichkeiten aussprach.

Vermutlich wird hier wieder die Rechtsextremismuskeule gegen die Maskulisten geschwungen, da ein AFD-Mitglied sich für Männerrechte eingesetzt hat.

Traurig, dass nur wenige Politiker es für erstrebenswert halten, sich an die Seite von Männern und Frauen gleichermaßen zu stellen.


Ich sage es seit Jahren: Probleme und Ungerechtigkeiten, die viele Menschen betreffen, die die etablierten Parteien aber lange Zeit unter den Teppich kehren, werden von den Rändern des politischen Spektrums irgendwann unweigerlich aufgegriffen. Das hätte man durch eine sinnvolle Politik verhindern können, statt jetzt zu lamentieren. Wir Männerrechtler tun unser Bestes, um mit den etablierten Parteien ins Gespräch zu kommen. Diese Parteien hatten und haben weiterhin alle Zeit der Welt, der AfD hier das Wasser abzugraben.

Dienstag, Juli 07, 2020

150 weltweit führende Intellektuelle plädieren für Rückkehr zur Meinungsfreiheit

150 international führende Intellektuelle haben im Magazin "Harper's" einen offenen Brief gegen die sogenannte Cancel Culture veröffentlicht, also gegen das derzeit um sich greifende Ausmerzen aller Werke, die nicht in Übereinstimmung mit dem gegenwärtigen politischen Zeigeist stehen. Zu den Unterzeichnern gehören große Namen wie Noam Chomsky, Martin Amis, Margaret Atwood, Francis Fukuyama und Salman Rushdie sowie weniger bekannte Persönlichkeiten, die ich auch schon verschiedentlich positiv zitiert hatte, darunter durchaus lesenswerte liberale Feministinnen wie Cathy Young, Wendy Kaminer, Laura Kipnis und Nadine Strossen. Auch Gloria Steinem ist mit an Bord.

Dieser offene Brief Fehlentwicklungen anspricht, deren Opfer nicht zuletzt wir Männerrechtler vielfach geworden sind: Mein Lexikon der feministischen Irrtümer etwa wurde mit explizitem Hinweis auf den aktuellen politischen Meinungsdruck nicht verlegt; selbst die Bundeszentrale für politische Bildung fordert inzwischen Ausgrenzung und Repression politisch unerwünschter Stimmen. Aber auch über dieses frostige Klima beim Geschlechterthema hinaus unterstütze ich den offenen Brief und dokumentiere ihn hier deshalb in einer deutschen Übersetzung:



Unsere kulturellen Institutionen stehen vor einem Moment der Prüfung. Heftige Proteste für Rassen- und soziale Gerechtigkeit führen zu überfälligen Forderungen nach einer Polizeireform, zusammen mit breiteren Forderungen nach mehr Gleichheit und Integration in unserer Gesellschaft, nicht zuletzt in der Hochschulbildung, im Journalismus, in der Philanthropie und in den Künsten. Aber diese notwendige Abrechnung hat auch eine neue Reihe von moralischen Einstellungen und politischen Verpflichtungen verstärkt, die dazu neigen, unsere Normen der offenen Debatte und der Toleranz von Differenzen zugunsten ideologischer Konformität zu schwächen. Während wir der ersten Entwicklung applaudieren, erheben wir auch unsere Stimme gegen die zweite. Die Kräfte des Illiberalismus gewinnen in der ganzen Welt an Stärke und haben mit Donald Trump einen mächtigen Verbündeten, der eine echte Bedrohung für die Demokratie darstellt. Aber der Widerstand darf sich nicht zu einem eigenen Dogma oder Zwang verfestigen, den rechte Demagogen bereits ausnutzen. Die demokratische Integration, die wir wollen, kann nur erreicht werden, wenn wir uns gegen das intolerante Klima aussprechen, das auf allen Seiten entstanden ist.

Der freie Austausch von Informationen und Ideen, das Lebenselixier einer liberalen Gesellschaft, wird von Tag zu Tag enger. Während wir dies von der radikalen Rechten zu erwarten gewohnt sind, breitet sich in unserer Kultur auch die Zensur immer weiter aus: Intoleranz gegenüber gegensätzlichen Ansichten, ein Trend zu öffentlicher Beschämung und Ausgrenzung und die Tendenz, komplexe politische Fragen in einer blendenden moralischen Gewissheit aufzulösen. Wir halten den Wert einer robusten und sogar bissigen Gegenrede von allen Seiten hoch. Aber es ist heute nur allzu häufig zu hören, dass als Reaktion auf wahrgenommene Übertretungen von Reden und Gedanken schnelle und schwere Vergeltungsmaßnahmen gefordert werden. Noch beunruhigender ist, dass institutionelle Führer im Geiste einer panischen Schadensbegrenzung übereilte und unverhältnismäßige Strafen verhängen, anstatt überlegte Reformen durchzuführen. Redakteure werden entlassen, weil sie umstrittene Beiträge verfasst haben; Bücher werden wegen angeblicher mangelnder Authentizität zurückgezogen; Journalisten dürfen nicht über bestimmte Themen schreiben; gegen Professoren wird ermittelt, weil sie Literaturwerke im Unterricht zitiert haben; ein Forscher wird entlassen, weil er eine von Fachkollegen begutachtete akademische Studie in Umlauf gebracht hat; und die Leiter von Organisationen werden wegen manchmal nur ungeschickter Fehler gefeuert. Unabhängig von den Argumenten, die sich um jeden einzelnen Vorfall ranken, wurden die Grenzen dessen, was ohne die Androhung von Repressalien gesagt werden kann, immer enger gezogen. Wir zahlen bereits den Preis in einer größeren Risikoaversion unter Schriftstellern, Künstlern und Journalisten, die um ihren Lebensunterhalt fürchten, wenn sie vom Konsens abweichen oder es ihnen auch nur an ausreichendem Eifer bei der Zustimmung mangelt.

Diese erstickende Atmosphäre wird letztlich den wichtigsten Anliegen unserer Zeit schaden. Die Einschränkung der Debatte, sei es durch eine repressive Regierung oder eine intolerante Gesellschaft, schadet immer denen, denen es an Macht mangelt, und macht alle weniger fähig zur demokratischen Beteiligung. Der Weg, schlechte Ideen zu besiegen, ist durch Entlarven, Argumentieren und Überzeugen, nicht durch den Versuch, sie zum Schweigen zu bringen oder wegzuwünschen. Wir lehnen jede falsche Wahl zwischen Gerechtigkeit und Freiheit ab, die ohne einander nicht existieren können. Als Schriftsteller brauchen wir eine Kultur, die uns Raum für Experimente, Risikobereitschaft und sogar für Fehler lässt. Wir müssen uns die Möglichkeit bewahren, Meinungsverschiedenheiten in gutem Glauben und ohne schlimme berufliche Konsequenzen auszutragen. Wenn wir nicht genau das verteidigen wollen, wovon unsere Arbeit abhängt, sollten wir nicht erwarten, dass die Öffentlichkeit oder der Staat sie für uns verteidigt.


"Nach oben drängende Gebäude ejakulieren in den Himmel: Müssen Städte so sexistisch sein?" – News vom 7. Juli 2020

1. Der britische "Guardian" prangert die toxisch-sexistische Architektur unserer Städte an:

Gläserne Decken und phallische Türme. Gemeine Straßen und dunkle Gassen. Straßennamen und Statuen von Männern. Vom Physischen bis zum Metaphorischen ist die Stadt voll von Erinnerungen an männliche Macht. Und doch sprechen wir selten von der Stadtlandschaft als einem aktiven Teilnehmer an der Ungleichheit der Geschlechter. Ein Gebäude, egal wie phallisch es ist, ist eigentlich nicht frauenfeindlich, oder? Sicherlich ist ein Wolkenkratzer nicht für sexuelle Belästigung, das Lohngefälle oder gar die gläserne Decke verantwortlich, ob er nun buchstäblich eine gläserne Decke besitzt oder nicht?

Dennoch können unsere gebauten Umgebungen immer noch Muster geschlechtsspezifischer Diskriminierung widerspiegeln. Wenn man sich die Stadt und ihre Strukturen als neutrale Orte vorstellt, an denen komplizierte menschliche soziale Beziehungen inszeniert werden, ignoriert man die einfache Tatsache, dass Menschen diese Orte gebaut haben. Wie die feministische Geographin Jane Darke gesagt hat: "Unsere Städte sind ein Patriarchat, das in Stein, Ziegel, Glas und Beton geschrieben steht". Mit anderen Worten: Städte spiegeln die Normen der Gesellschaften wider, die sie gebaut haben. Und Sexismus ist eine tief verwurzelte Norm.

Bereits 1977 schrieb eine amerikanische Dichterin und Architekturprofessorin namens Dolores Hayden einen Artikel mit der brisanten Überschrift "Wolkenkratzerverführung, Wolkenkratzervergewaltigung". Hayden zerfetzte die männlichen Machtfantasien, die in dieser gefeierten urbanen Form verkörpert sind. Der Büroturm, so schrieb sie, sei ein weiterer Zusatz "zur Prozession der phallischen Monumente in der Geschichte - darunter Masten, Obelisken, Türme, Säulen und Wachtürme", bei der Architekten un-ironisch die Sprache von "Sockel, Schaft und Spitze" verwenden, während sie nach oben ragende Gebäude zeichnen, die ihr Licht in den Nachthimmel ejakulieren.

Wenn der Sexismus der Stadt mit architektonischer Symbolik begonnen und geendet hätte, dann hätte ich gerne einen Aufsatz darüber geschrieben und mich daraufhin dringenderen Themen zugewandt. Aber die historischen und fortwährenden Vorstellungen der Gesellschaft über die richtigen Geschlechterrollen für Männer und Frauen (organisiert entlang einer engen Binärstruktur) sind bis in unsere Städte hinein gebaut - und sie sind immer noch wichtig. Sie sind für mich als Mutter von Bedeutung. Für mich als vielbeschäftigte Professorin, die sich oft in fremden Städten aufhält und sich fragt, ob es in Ordnung ist, allein in die Kneipe in der Nachbarschaft zu gehen, sind sie wichtig. Fragen Sie jede Frau, die versucht hat, einen Kinderwagen mit in den Bus zu nehmen, in einem Park zu stillen oder nachts joggen zu gehen. Sie versteht intuitiv die Botschaft, die die Stadt ihr vermittelt: Dieser Ort ist nichts für dich.


Angesichts all dieser beeindruckenden Rhetorik möchte man fast vergessen, dass die bei weitem meisten Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum Männer sind und weibliche Stadtbummler vom Frauenparkplatz bis zum Frauentaxi besonderen Schutz genießen. Der "Guardian"-Autorin schweben hingegen folgende Lösungen vor:

Stadtplaner, Architekten und Politiker können einen Unterschied machen, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Im Wiener Stadtteil Aspern sind alle Straßen und öffentlichen Räume nach Frauen benannt. In Tokio haben die Züge zu bestimmten Zeiten Waggons für Frauen, Behinderte, Kinder und Betreuer reserviert. In Kigali, der Hauptstadt Ruandas, haben sich die Sicherheit und die wirtschaftlichen Aussichten von Straßenverkäuferinnen durch den Bau sicherer, dauerhafter Mini-Märkte mit Platz zum Stillen verbessert.


Man sieht: Der feministische Kampf ist noch lange nicht an seinem Ende angelangt. Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Die Idee von Eva Högl (SPD), die Wehrpflicht wieder einzuführen, stößt auf wenig Anklang. Die "Zeit" findet, Rassismus und Sexismus seien bei Polizei und Bundeswehr ein Problem, und "Frauen sind die Antwort", aber in diesem Blatt sind Frauen natürlich die Antwort auf so ziemlich alles.



3. Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke erklärt, warum Mütter zu Täterinnen werden. Wenn man jetzt noch statt ausschließlich Mädchen und Töchter auch die männlichen Opfer von Missbrauch erwähnt hätte, wäre das ein beeindruckend sexismusfreier Artikel geworden.



4. Die linke Wochenzeitung "Freitag" stellt den Väteraufbruch für Kinder vor.



5. Die Website "Men Are Human" hat eine brauchbare Zitierliste zum Thema Männerrechte erstellt.

Montag, Juli 06, 2020

Jungen werden häufiger vergewaltigt als Mädchen

Der auf Männergesundheit spezialisierte klinische Sozialarbeiter und Psychotherapeut Tom Golden hat aktuell einen neuen Beitrag auf der männerpolitischen Website "A Voice for Men" veröffentlicht: "Boys Raped More Often Than Girls":

Werden Jungen sexuell missbraucht? Nachforschungen zufolge ist die Antwort ein sehr starkes Ja. Eine CDC-Studie aus dem Jahr 2005 zeigte, dass einer von sechs Jungen bis zum Alter von 18 Jahren unerwünschte sexuelle Kontakte erlebte. Bei den Mädchen war die Zahl etwas höher, es war eine von vier. Damit haben 25% der Mädchen und 16% der Jungen vor dem 18. Lebensjahr unerwünschte sexuelle Aktivitäten erlebt.

Ich bin sicher, dass sich einige von Ihnen fragen, wie genau die Frage formuliert wurde, um zu diesen Zahlen zu gelangen. Wir leben in einer Zeit, in der die Definitionen so verwässert wurden, dass die Statistiken nicht mehr aussagekräftig sind. Sehen wir uns also den genauen Wortlaut an:

"Vier Fragen von Wyatt wurden angepasst, um sexuellen Missbrauch in der Kindheit und Jugend zu definieren: 'Einige Menschen hatten, während sie in ihren ersten 18 Lebensjahren aufwachsen, eine sexuelle Erfahrung mit einem Erwachsenen oder jemandem, der mindestens fünf Jahre älter ist als sie selbst. An diesen Erfahrungen kann ein Verwandter, ein Freund der Familie oder ein Fremder beteiligt gewesen sein. Hat ein Erwachsener, ein Verwandter, ein Freund der Familie oder ein Fremder während der ersten 18 Lebensjahre jemals (1) Ihren Körper auf sexuelle Weise berührt oder gestreichelt, (2) ihren Körper auf sexuelle Weise berühren lassen, (3) versucht, irgendeine Art von Geschlechtsverkehr mit Ihnen zu haben (oral, anal oder vaginal), oder (4) tatsächlich irgendeine Art von Geschlechtsverkehr mit Ihnen gehabt (oral, anal oder vaginal)?' Eine 'Ja'-Antwort auf eine der vier Fragen stufte einen Befragten als von sexuellem Missbrauch betroffen ein. Darüber hinaus wurden die Häufigkeiten für jede Komponente berechnet".

Diese Formulierung scheint ziemlich einfach zu sein und erfüllt die wichtige Aufgabe, das Wort Missbrauch nicht zu verwenden. Wir wissen inzwischen, dass Männer in der Vergangenheit nur zögerlich geantwortet haben, dass sie missbraucht wurden, weil sie ihre Erfahrung oft nicht als Missbrauch empfinden.

In einer Studie wurde eine Stichprobe von Kindern, sowohl Jungen als auch Mädchen, untersucht, die sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt hatten. Von dieser Gruppe waren nur 16% der Jungen der Meinung, dass sie missbraucht worden waren – im Vergleich zu 64% der Mädchen, die glaubten, dass sie missbraucht worden waren. In dieser Stichprobe glaubten viermal so viele Mädchen, die laut Definition sexuellen Missbrauch erlebt hatten, dass ihre Erfahrung "Missbrauch" darstellte. Nur ein Bruchteil der Jungen war der Meinung, dass sie missbraucht worden waren, obwohl sie eine ähnliche Erfahrung gemacht hatten. Dies war wahrscheinlich ein Faktor in einigen früheren Untersuchungen, die zeigten, dass Jungen seltener sexuell missbraucht würden.

Die schlichte Verwendung des Begriffs "Missbrauch" in einem Forschungsfragebogen würde die Zahlen durcheinander bringen. Die Dinge scheinen sich drastisch zu ändern, wenn man nur nach den genauen Erfahrungen fragt und sie nicht als missbräuchlich bezeichnet. Diese Studie zeigt, dass, wenn man nach konkreten Erfahrungen fragt, die Jungen und Mädchen ähnliche Missbrauchsraten haben. Die Männer und Jungen werden die Fragen ehrlich beantworten; es ist einfach so, dass sie das Wort "Missbrauch" anders sehen.

Die Vorstellung, dass einer von sechs Jungen als Kind sexuell missbraucht worden ist, ist nicht auf diese Forschung beschränkt und auch nicht neu. Es gibt eine Reihe anderer Studien, die zu sehr ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen sind. (Siehe Literaturhinweise.) Die Spanne scheint bei den Jungen zwischen 14% und 18% zu liegen. Schon in den 1980er Jahren wussten wir, dass Jungen eine beträchtliche Anzahl der Kinder ausmachten, die sexuellen Missbrauch erlebten. Das klassische und meistverkaufte Handbuch für weibliche Überlebende von sexuellem Missbrauch in der Kindheit "The Courage to Heal" schätzte, dass einer von sieben Jungen als Kind mit dem Trauma des sexuellen Missbrauchs konfrontiert war. Das Buch konzentrierte sich aber, wie so viele andere Medienquellen, fast ausschließlich auf weibliche Opfer.

Die Idee von 1 von 6 hat sich so durchgesetzt, dass es jetzt eine Website 1in6.org gibt, die speziell für Jungen und Männer Informationen über sexuellen Missbrauch in der Kindheit anbietet. Sie bietet einen Platz für die Geschichten von Männern über ihren Missbrauch; sie enthält Informationen für die Männer, ihre Familienmitglieder, Therapeuten und Fachleute. Sie ist einen Blick wert. Ich denke, sie ist eine Brise frischer Luft.

Die soeben erwähnte Studie ging weiter als nur die Untersuchung der Häufigkeit sexuellen Missbrauchs von Jungen und Mädchen. Sie verfolgte auch das Geschlecht des Täters. Viele Jahre lang ging man davon aus, dass die Täter des sexuellen Missbrauchs von Jungen in erster Linie Männer sind. Diese Forschung und andere neuere Studien stellen diese Annahme in Frage. Diese Studie ergab, dass von den Jungen, die missbraucht wurden, fast 40% der Täter weiblich waren. Sie fand auch heraus, dass 8% der Täter, die Mädchen sexuell missbraucht hatten, ebenfalls weiblich waren.

Die Studie untersuchte auch die Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit auf das spätere Leben. Sie stellte fest, dass sowohl Jungen als auch Mädchen in ähnlicher Weise negativ beeinflusst wurden. Dies stellt auch einige der alten Annahmen in Frage, denen zufolge Missbrauch bei Mädchen die stärksten Traumata und negativen Auswirkungen auf ihr Leben hatte. Diese Studie zeigt, dass das bei weitem nicht der Wahrheit entspricht. Sie kommt zu dem Schluss, dass sowohl Jungen als auch Mädchen betroffen und dass die Auswirkungen für beide sehr ähnlich sind.

Ich bin diesen Forschern dankbar für ihre unparteiische Untersuchung dieses Problems und für ihre Fähigkeit, die politisch korrekte Version des Status quo zu ignorieren, die sich auf Mädchen konzentriert, die Opfer sind, und die die Nöte und Bedürfnisse von Jungen ignoriert. Sie nehmen zu diesem Thema einen sehr wichtigen Standpunkt ein, wie aus ihrer Schlussfolgerung hervorgeht:

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vorgelegten Daten wichtige Implikationen für die öffentliche Gesundheit und die Präventivmedizin haben. Erstens: Sexueller Missbrauch in der Kindheit ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen eine häufige Form der Misshandlung von Kindern. Zweitens haben der sexuelle Missbrauch in der Kindheit und die Schwere des Missbrauchs einen ähnlichen Einfluss auf das Verhalten, die psychische Gesundheit und die sozialen Ergebnisse sowohl bei Männern als auch bei Frauen, die die Misshandlung überlebt haben, wie im Erwachsenenalter berichtet wurde. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass weibliche Missbrauchshandlungen an Jungen weit verbreitet waren (40%) und bei männlichen Missbrauchsopfern das Risiko von Verhaltens- und Sozialstörungen erhöhten."

Ich habe bei dieser Forschung noch ein Hühnchen zu rupfen. Es hat mit einer der Datentabellen zu tun, die sie in ihrem Artikel anbieten.


Golden zeigt in seinem Artikel Tabelle 2 von Seite 433 der von ihm dargestellten Studie.

Beachten Sie, dass diese Tabelle die männlichen Zahlen von den weiblichen Zahlen derjenigen trennt, die sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt haben. Ein kurzer Blick auf die Tabelle zeigt, dass sich die Summe der verschiedenen Arten von Missbrauch auf 16% der Männer und 24,7% der Frauen beläuft. Okay, aber schauen Sie sich die Zahlen für den am wenigsten aufdringlichen sexuellen Missbrauch an. Dies ist die Kategorie, von der man annehmen würde, dass sie sowohl für Jungen als auch für Mädchen die größte ist, mit sinkenden Zahlen. Aber was Sie finden, ist, dass 13,2% der Jungen diesen niedrigsten Grad des Missbrauchs und 22,5% der Mädchen diesen niedrigsten Grad des Missbrauchs erlebt haben.

(…) Aber sehen Sie sich an, was beim schwereren Missbrauch geschieht: In der nächsten Kategorie "gezwungen, einen Erwachsenen zu berühren" sind die Jungen den Mädchen zahlenmäßig voraus, nämlich mit 8,1% gegenüber 7,9%. In der nächsten Stufe des Missbrauchs bei versuchtem Geschlechtsverkehr liegen die Jungen bei 7,3% und die Mädchen bei 8,6%. Aber es ist die letzte Kategorie mit den meisten Misshandlungen, bei der ich große Augen bekommen habe. In dieser Kategorie des vollzogenen Geschlechtsverkehrs sind die Jungen mit 6,7 % gegenüber 5,6 % stärker betoffen als die Mädchen! Offenbar werden mehr Jungen als Mädchen in ihrer Kindheit vergewaltigt. Das ist eine bemerkenswerte Statistik.

Mein Ärger über die Forscher resultiert daraus, dass sie diesen Unterschied nicht hervorgehoben und die Gründe für diese erschreckende Statistik nicht in Frage gestellt haben. Sie wurde geschönt.

Obwohl ich es sehr schätze, dass diese Forscher sich auf Jungen konzentrieren und zeigen, dass diese Jungen Mitgefühl brauchen und verdienen (…), kann ich ihnen einfach nicht verzeihen, dass sie diese Statistik nicht in ihre Diskussion eingebracht und darauf hingewiesen haben, dass ihre Daten darauf hinweisen, dass Jungen häufiger Opfer schweren sexuellen Missbrauchs sind.

Je schlimmer der Missbrauch wird, desto mehr gleichen sich die Zahlen von Jungen und Mädchen einander an, wobei Jungen mit etwas größerer Wahrscheinlichkeit die schlimmsten Arten sexuellen Missbrauchs erleben. Das besagen die Daten, und das ist eine sehr starke Botschaft, die einige unserer schlummernden psychologischen Fachkräfte und die Öffentlichkeit aufwecken könnte. Das Mindeste, was die Forscher tun könnten, wäre, eine Diskussion über die Gründe in Gang zu bringen, warum Jungen den Mädchen in dieser schlimmsten Kategorie zahlenmäßig voraus sind.

(…) Ich möchte die Auswirkungen der weniger schweren Formen des sexuellen Missbrauchs nicht bagatellisieren, aber gleichzeitig halte ich es für äußerst wichtig, dafür zu sorgen, dass die Tatsache, dass sowohl Jungen als auch Mädchen für die schwereren Formen des Missbrauchs gleichermaßen anfällig sind, in den allgemeinen Wissensstand einfließt.

Unsere Medien haben in den letzten 40 Jahren das Bild gezeichnet, dass Mädchen die wirklichen Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit seien und Männer die Haupttäter. Wenn Sie über Ihre eigenen Wahrnehmungen nachdenken, würde ich wetten, dass Sie sich diesen Vorstellungen anschließen. Wir haben nur die Hälfte der Geschichte aus den Medien erfahren. Wenn man nur die Hälfte der Geschichte kennt, ist man stark voreingenommen. Es hinterlässt bei uns ein Desinteresse und sogar einen Unglauben an den Schmerz und die Not, denen die Jungen ausgesetzt sind.


Nun gibt es eine politische Strömung, die das Tabu bricht und die hohe Rate missbrauchter Jungen immer wieder zum Thema macht: die Männerrechtler (Maskulisten). Die allerdings werden von Franziska Schutzbach und Andreas Hechler (Dissens) und der Bundeszentrale für politische Bildung wegen ihres Engagements als Frauenhasser dargestellt, die man aus der Debatte ausgrenzen sollte – durch "De-Platforming, also Sexisten ihre Plattform zu entziehen", durch "Monitoring" (Überwachung) und dadurch "repressiv zu handeln". Um die eigenen Ressorucen zu schonen, solle man nur mit Männerrechtlern sprechen, die "uninformiert", aber offen dafür sind "dazuzulernen".

Zu den Opfern dieser Propaganda gehören zahllose vergewaltigte Jungen. Die knallharte Ausgrenzung ihrer Fürsprecher auf den verschiedensten staatlichen und nicht-staatlichen Ebenen sorgen dafür, dass diese Jungen weiter unsichtbar bleiben. Das wiegt für mich noch schwerer als die ständige Verleumdung und das unaufhörliche Schüren von Hass gegen die Aktivisten, die sich für diese Jungen einsetzen.

Sonntag, Juli 05, 2020

Institut für Menschenrechte: Uni darf keine Männer ausschließen – News vom 5. Juli 2020

1. Die Technische Universität Eindhoven, Niederlande, besetzt akademische Stellen auf Jahre hinweg nur noch mit Frauen. Männer bleiben außen vor. Solche Förderung geht zu weit, befindet das Institut für Menschenrechte in Utrecht. Die Frankfurter Allgemeine berichtet:

Juristisch hat das keine direkten Folgen, Urteile des von der Regierung finanzierten Instituts sind nicht bindend. Kläger vor Gericht bekommen aber mit dem Spruch Argumentationshilfe; und auch die Universität dürfte nicht unbeeindruckt bleiben, nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten scharfe Vorwürfe der Männerdiskriminierung hörte.


In den holländischen Nachrichten heißt es hierzu:

Die Universität wurde vom Antidiskriminierungsbüro "Radar" vor den Menschenrechtsrat gebracht, der über 50 Beschwerden erhalten habe. Zwar sei die Bevorzugung eines Geschlechts gegenüber einem anderen nicht an sich illegal, doch sei dies nur unter strengen Bedingungen möglich, so der Menschenrechtsrat in seinem Urteil. "Das bedeute, dass man alle Interessen gegeneinander abwägen muss, auch die der Männer", sagte die Sprecherin des Menschenrechtsrats, Adriana van Dooijeweert, gegenüber dem Sender NOS. "Sie müssen zeigen, dass Sie jede mögliche andere Maßnahme ausprobiert haben, bevor Sie sich für eine reine Frauenpolitik entscheiden."


Wie sind wir eigentlich in eine Situation gekommen, wo es in Institut für Menschenrechte braucht, um klarzustellen, dass die Diskriminierung von Männern nicht in Ordnung ist? Auch die Frauenquote in Deutschland wird schließlich als Menschenrechtsverstoß beklagt – was beispielsweise Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) offenkundig vollkommen egal ist.



2. Astrid Hamker, Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrates, stellt sich entschieden gegen Angela Merkels Überlegungen zu einer verschärften Frauenquote. Man brauche zwar Diversität, "aber bitte nicht nach Gender-, sondern Kompetenzkriterien. Will man am Ende Vorstände und Geschäftsführungen aufblähen, um eine ideologische Quote durchzusetzen?"



3. Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) denkt über eine Rückkehr zur Wehrpflicht nach.

Lesenswert zu diesem Thema ist dieser Beitrag, der ausführlich erklärt, wie unsere Gesellschaft Männer und nicht Frauen zum Objekt macht.

Ich persönlich stimme bei dieser Frage mit dem ehemaligen Vize-Vorsitzenden der Jungliberalen Phil Hackemann überein:

Zwangsarbeit hat in einer freien Gesellschaft nichts zu suchen.


Das gilt umso mehr, wenn sie nur ein Geschlecht trifft.



4. Spiegel-Online kritisiert in einem aktuellen Artikel die Männerfeindlichkeit in den Leitmedien so deutlich, wie ich das sonst tue:

Kommt wegen Corona das Patriarchat zurück? Studien zeigen das Gegenteil. Nicht die Männer sind von gestern, sondern die Vorurteile, die Talkshowexperten und politische Opportunisten über sie verbreiten.


In der deutschen Debatte hatten sich vor allem Anne Will und Jutta Allmendinger entsprechend geoutet.



5.
Auch Männer werden Opfer häuslicher Gewalt. Die Stadträtin Ingrid Heinritzi-Martin will ihnen helfen. Sie fordert ein Männerhaus in Oberfranken. Ein Betroffener berichtet, wie er jahrelang von seiner Partnerin gequält wurde.


Hier geht es weiter.



6. Hans-Georg Nelles berichtet über die aktuell veröffentlichte britische Parental Alienation Study 2020:

Die Studie basiert auf über 1.500 Antworten von getrenntlebenden Eltern. Ihre Ergebnisse spiegeln auch die Erfahrungen von ‚Families need Fathers‘ – Mitgliedern wider:

– Fast die Hälfte berichtet, dass sie ihr Kind seit mehr als sechs Monaten, in vielen Fällen seit Jahren, nicht mehr gesehen haben.

– 58% erlebten Verstöße gegen Gerichtsbeschlüsse

– 80% hatten negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Als wir über unsere eigenen Umfrageergebnisse mit ähnlichen Ergebnissen berichteten, waren einige der Auffassung, dass dies nur eine Gruppe verärgerter Väter sei, obwohl wir mehrere hundert ähnliche Antworten hatten. Diese größere Studie zeigt jedoch, dass das Problem sowohl von Müttern als auch von Vätern in hohem Masse berichtet wird und negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Kinder hat, unabhängig davon, welcher Elternteil sich egoistisch oder missbräuchlich verhält.




7. Der SWR informiert über die vermutlich sinnvollste Lösung dieses Problems, das sogenannte Wechselmodell: "Mal zu Mama, mal zu Papa – Wenn Kinder zwei Zuhause haben".



8. Einzelne Fälle von weiblicher Sexualgewalt sind oft so viel anschaulicher als bloße Statistiken:

Eine Frau, die im Missbrauchs-Skandal um Jeffrey Epstein ihr Schweigen bricht, erklärt in einem TV-Interview, dass auch Ghislaine Maxwell sie bis zu 30 Mal vergewaltigt habe. Die Partnerin des Millionärs sei "genauso teuflisch wie Epstein".


Hier geht es weiter.



9. Das Blog Uepsilonniks beschäftigt sich mit krausen Argumenten als Reaktion auf das Ansprechen von männlicher Diskriminierung:

Im Mainstream (…) gilt: Die Frau ist benachteiligt, unterdrückt, Opfer. Der Männer. Diese Prämisse – "Die Frau ist unterdrückt" – wird nicht bewiesen oder belegt, von ihr wird ausgegangen. Sie bildet die Grundlage für Geschlechterpolitik, Geschlechterforschung und Berichterstattung über die Geschlechter. So wie man in der islamischen Diktatur Saudi Arabien jeden Tag im Fernsehen sieht, dass der Islam ein Verbrechen sei, so hört man in unserer patriarchalen Diktatur jeden Tag im Radio, dass das "Patriarchat" ein Verbrechen sei.

Indikatoren, die auf was anderes hinweisen, werden umgedeutet:

Jungen bleiben in der Schule zurück? Die Machos finden gute Noten uncool und wollen sich nichts von einer Lehrerin sagen lassen!

Jungen, Männer begehen öfter Selbstmord? Die können halt aufgrund toxischer Männlichkeit nicht um Hilfe fragen!

Trennungsväter werden aus dem Leben ihrer Kinder ausgelöscht? Der Herr Papa hat sich die ganze Zeit nicht gekümmert und erst nach der Trennung fällt ihm ein, dass er Kinder hat!

Die meisten Obdachlosen sind Männer? Das "Patriarchat" ist auch für Männer schädlich!

Männer haben eine geringere Lebenserwartung, was bei jeder anderen Gruppe – z.B. Schwarzen – als Indikator struktureller Benachteiligung gewertet wird? Die leben halt so ungesund!

(…) Gegenargument schlägt Argument. Solche Debatten kennen kein Ende. Aber um der Antwort auf die Frage, wer im Recht ist, näher zu kommen, kann man von den Inhalten der Diskussion wegkommen und betrachten, wie die Debatte geführt wird.

Der erste Punkt ist, dass Männerrechtler das Gespräch suchen, Feministen nicht. Maskulisten gehen auf feministisches Hoheitsgebiet und versuchen sich dort Gehör zu verschaffe – wo sie zensiert werden. Umgekehrtes findet so gut wie nicht statt.

(…) Zweitens wurden führende Feministen bereits dabei erwischt, wie sie lügen und manipulieren. Damit meine ich nicht einfach nur schlechte Argumente, sondern: Lügen und Manipulationen. Ich denke, wer die Wahrheit auf seiner Seite hat, hat sowas nicht nötig. Dabei zeigen die jeweiligen Feministen Respektlosigkeit nicht nur gegenüber denjenigen, die sie verleumden, sondern auch gegenüber ihrer eigenen Anhängerschaft. Ich persönlich wäre extrem angepisst, würde ich den Paten der internationalen Männerbewegung, Warren Farrell, bei einer solchen Lüge erwischen, wenn er mich manipuliert hätte. (…) Auch über mich heißt es beispielsweise, ich sei ein "Frauenhasser," womit man sich der Pflicht entledigt, sich auf meine Inhalte und Argumente einzulassen. (…) Auch hier: Wenn man nicht auf die tatsächliche Position des diskursiven Gegners eingeht, ist das ein Indikator dafür, dass man ihn nicht widerlegen kann. Die Lieblingsverleumdung der Feministen ist aber, dass Männerrechtler "rechts" wären.

Ich sprach bereits Zensur an. Dies passiert systematisch. Gesterkamp gab die Richtlinie aus, Männerrechtler von jedem Diskurs auszugrenzen, und offenbar folgen viele dieser Politik.

(…) Offenbar will man die Gefahr eindämmen, dass maskulistische Argumente auf fruchtbaren Boden fallen, dass sie überzeugend wirken. Diese Gefahr ist real. Ich selbst war Feminist und zwar ein sehr überzeugter. Die Konfrontation mit Männerrechtlern führte dazu, dass ich meine Meinung änderte. Das war heftig – ein Red-Pill-Erfahrung. "Red Pill" ist der Titel eines Streifens einer ebenfalls ehemaligen Feministin. Sie wollte eine Dokumentation über die der Propaganda nach bösartigen Maskulisten drehen. Dabei machte sie etwas, was Feministen sonst nicht tun: Sie hörte sich an, was die Anliegen der Männerrechtler, zum Beispiel entsorgter Väter, sind. Feministen kamen bei ihr auch zu Wort, und die wirkten mit dem, was sie zu großer Not auf Seiten der Männer zu sagen hatten sehr, sehr hässlich. Die Produzentin änderte ihre Meinung. Feministen reagierten natürlich nicht inhaltlich, sondern wollten die Aufführung des Films verbieten lassen – teils erfolgreich. Vorzuschreiben, was in Kinos gezeigt werden darf, hat was mit Macht zu tun.

Auf Macht also baut die gesterkampische Strategie auf, Männerrechtler systematisch vom Diskurs auszugrenzen. Es zeigt, dass Feministen die Diskurshoheit innehaben. Denn wenn ein Maskulist dies genauso kontern würde, er würde sich nur lächerlich machen. Wer würde die Agenda, Feministen systematisch von der öffentlichen Debatte auszugrenzen, befolgen? Die Tagesschau? Die Zeit? Feministen sind an der Macht, und wer an der Macht ist, hat kein Interesse an freier Rede, Debatte, da er dadurch nur verlieren kann.




10. Wie die New York Times berichtet, musste der Kommunikationschef der Firma Boeing, Niel Golightly, am Donnerstag plötzlich zurücktreten, nachdem sich ein Mitarbeiter über einen Artikel beschwert hatte, den der ehemalige US-Militärpilot vor 33 Jahren geschrieben hatte und in dem er argumentierte, Frauen sollten nicht im Kampf dienen.

"Mein Artikel war der fehlgeleitete Beitrag eines 29-jährigen Marinepiloten aus dem Kalten Krieg zu einer Debatte, die damals lief", sagte Golightly in einer öffentlichen Erklärung. (…) "Mein Argument war peinlich falsch und beleidigend. Der Artikel spiegelt nicht wider, wer ich bin; aber nichtsdestotrotz habe ich beschlossen, dass ich im Interesse des Unternehmens zurücktreten werde."


Golightly erläuterte in einer E-Mail, dass der Ausschluss von Frauen damals Regierungspolitik war und breite Unterstützung in der Gesellschaft hatte. "Es war trotzdem falsch".

~ Es beruhigt, dass die politischen Säuberungen im Dienst einer guten Sache stehen. ~



11. Kathleen Lowrey, Professorin für Anthropologie an der kanadischen Universität Edmonton, musste nach Beschwerden, dass ihre Ansichten zum Thema Geschlecht Menschen "sich unsicher fühlen ließen", ihren Platz in der Leitung dieses Fachbereichs aufgeben.

Lowrey berichtet, ihr sei in Sitzungen mitgeteilt worden, dass Beschwerden zufolge, die beim Dekan der Studenten und beim Büro für sichere Offenlegung und Menschenrechte der Universität eingereicht wurden, ihre Ansichten zum Feminismus dazu führten, dass sich die Studenten unsicher fühlten, und dass es Bedenken gab, dass dies die Studenten davon abhalten würde, Anthropologie als Hauptfach zu wählen. Sie wisse nicht genau, welcher Art die Beschwerden seien - oder wer sie eingereicht habe -, da sie informell und anonym vorgebracht worden seien.

(...) Nach einem anschliessenden Treffen mit dem Dekan der Fakultät erhielt sie einen Brief, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie die Funktion nicht effektiv weiter ausüben könne und ihr Ausscheiden im besten Interesse der Fakultät sei. Lowrey berichtete, in dem Brief seien die Gründe für ihre Entlassung nicht dargelegt worden, und ihr sei nie schriftlich eine angemessene Begründung für ihre Entlassung gegeben worden.

(...) Lowrey fasst ihre Ansichten über den Feminismus auf einige wenige Schlüsselgedanken zusammen: Männer können nicht schwanger werden, Lesben haben keinen Penis und das biologische Geschlecht ist real. Sie hat in der Vergangenheit für Feminist Current geschrieben, einen feministischen Blog unter der Leitung von Meghan Murphy, und hatte ein Schild an ihrer Bürotür, auf dem ihre Ansichten erklärt wurden.

Sie sagte, ihre Ansichten kämen selten im Unterricht zur Sprache, aber im Januar letzten Jahres, als sie einen Kurs über die Anthropologie der Frauen unterrichtete, schon. Am ersten Tag erklärte sie ihre Ansichten - mit dem Vorbehalt, dass ihr niemand zustimmen müsse - und sagte, es werde einige Lesungen von Texten geben, die in der akademischen Welt nicht in Mode seien.

"Ich glaube nicht, dass irgendeine der Beschwerden von Studenten kam, die den Kurs tatsächlich belegt haben", sagte sie. "Alle hatten wirklich Spaß daran."

Lowrey ist eine Professorin auf Lebenszeit und hat daher gewisse Sicherheiten in Bezug auf ihre Lehre und Forschung. "Die Universität hat den Standpunkt vertreten, dass man entlassen werden kann, wenn man nicht ausdrücklich unter die akademische Freiheit fällt", sagte sie. "Ich finde das erschreckend, ich finde das wirklich fürchterlich."




12. Die Post. Mehrere meiner Leser haben das Diskussionsangebot von Milosz Matuschek wahrgenommen, dessen Kernthese ich hier der Übersicht halber noch einmal nenne:

Für diese Männer gibt es seit einiger Zeit nun auch ein Trostpflaster als Pendant zum Feminismus – den Maskulismus. Mit guten Ansätzen und wichtigen Themen kämpft er um die Rechte des Mannes, der ja in den öffentlichen Debatten die fast einzige Figur ist, die man schadlos diskriminieren kann. Nur leider: Wie auch der Feminismus braucht der Maskulismus immer neue Opfer, um am Leben zu bleiben. Er stärkt den Mann nicht wirklich, sondern gibt ihm nur ein Forum für seine Wehleidigkeit. Und überdeckt, dass er selbst es war, der seine Interessen nicht wahrnehmen wollte.

Der Maskulismus ist die Trostideologie des verweichlichten modernen Mannes und soll nun wettmachen, dass eigentlich er es war, der sich schon nicht bei der Wahl des Urlaubsortes hatte durchsetzen können; dass er sich hat überreden lassen; dass er es verpennt hat, auf einem Ehevertrag zu bestehen. Es ist nur leider so: Kein Kollektiv, kein Ismus dieser Welt schützt vor falschen Entscheidungen in Beziehungen. Ohne ein starkes "Ich" gibt es am Ende kein tragfähiges "Wir".


Hierzu schreibt mir Joachim Bell auf Facebook:

Der erste zitierte Absatz von Matuschek spricht mir durchaus aus der Seele. Die immer wieder aufflackernde Bereitschaft zur Teilnahme am Rattenrennen um den "schönsten" Opferstatus - und damit zur Spiegelung eines in jeder Hinsicht unergiebigen Mainstream-Feminismus - ist einer der Gründe, aus denen ich mir auch den Maskulismus-Begriff nie zueigen machen wollte. Darüber nicht aus den Augen zu verlieren, dass die antiquierten Rollenverständnisse beiden Geschlechtern gavierende Nachteile eingetragen haben, das kommt in den gängigen Freund-Feind-Denkschemata allseitig zu kurz. Ebenda müsste die Gesprächsgrundlage für einen erfolgreichen Geschlechterdiskurs sein, die von den großen Vereinfachern auf beiden Seiten leider immer wieder unterhöhlt wird. Nebenbei erzeugt die Opfer- und Jammerhaltung in der öffentlichen Wahrnehmung (jenseits der akademischen Esoterik) dauerhaft nicht wirklich viel Sympathie.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Ich finde den Text des Schweizer Monats richtig gut. Weil er ein bisschen recht hat. Die Hauptaufgabe des Feminismus ist, sich als Opfer darzustellen. Und der Maskulismus macht es ihm zum Teil nach. Ich finde das aber vollkommen okay. Weil es so verflixt erfolgreich ist, muss der Maskulismus genau das machen, um sich Gehör zu verschaffen. Obwohl es doch eigentlich Ziel sein müsste, auf Augenhöhe zusammen zu sprechen. Daher finde ich deinen Weg so gut, du suchst das Gespräch und stellst alles nüchtern dar. Wir sind ja auch alle erwachsen. Aber solange der Feminismus diese Opferrolle spielt und der Mainstream ihm das abkauft, muss der Maskulismus dasselbe tun, um Gehör zu finden. Wenn das mal geschafft ist, geht es hoffentlich auf Augenhöhe weiter!


Auf Twitter schließlich kommentiert David Müller, Beirat des Vorstands der männerpolitischen NGO MANNdat, den Artikel:

Zunächst ein Lob: Viele sogenannte "Journalisten" scheitern schon am richtigen Synonym für Männerrechte, weil sie sich lieber von Anti-Maskulisten instruieren lassen (Merke: Maskulismus, nie mit "ni").

Dann liegt evtl. ein Missverständnis vor, Herr Matuschek: Gibt es Maskulisten, die Männern die Verantwortung für private Lebensentscheidungen abnehmen wollen?

Die meisten sind politisch unterwegs, ähnlich MANNdat. Auf der Ebene kann das "starke Ich" durchaus Verantwortung abgeben: An hunderte Gender Profs, tausende Gleichstellungsbeauftragte und "drölfzilliarden" Medienmenschen, die ihren "fucking job" nicht machen.

Das "Wir" hier ist nicht verantwortlich für die Spaltung der Gesellschaft.

Sogenannte "Betas" dürfen sich in der Tat mal ein wenig an die eigene Nase fassen. Danach, wie wär's: Dem nächsten Prä-Beta, der gerne Männer für Anerkennung durch das weibliche Geschlecht opfern will, einen kräftigen Nasenstüber verpassen? Ginge persönlich und politisch.

(…) Trotzdem Zustimmung zu Arne Hoffmann, das ist eine Gesprächsgrundlage.


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