Dienstag, März 26, 2019

Pinkstinks: "Sieben Gründe, Männer ins Gesicht zu schlagen" – News vom 26. März 2019

1. Unter der provozierenden Überschrift "Sieben Gründe, Männer ins Gesicht zu schlagen" hat Nils Pickert für die feministische Organisation Pinksticks sieben Reklamevideos zusammengestellt, in denen eine Ohrfeige, die eine Frau einem Mann verpasst, als angebracht oder sogar lustig präsentiert wird:

Die Figur des ins Gesicht geschlagenen Mannes ist klar erkennbar kein Einzelfall. Und weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn ist sie ein Ausrutscher. Sie ist nicht tabuisiert, sie widerspricht offenbar keiner geltenden Norm, sie wird nur selten infrage gestellt. Stattdessen ist sie so üblich, dass sie vom Bundesverkehrsministerium gefördert ist, Preise bekommt und gefeiert wird. Der Macher des Mercedes-Spots berichtete, dass alle bei der Präsentation herzlich gelacht hätten. Über den Telekom-Spot schrieb man, dass der Mann die Ohrfeige "wohl verdient" hätte und dass das "amüsant" sei.


Pickert kommt im Verlauf seines Beitrags auch auf die unter anderem von Genderama über die Jahre hinweg gesammelten sozialen Experimente mit versteckter Kamera zu sprechen, die zeigen, dass Passanten einen Mann, der seine Frau schlägt, davon abhalten, aber wenn eine Frau ihrem Mann Prügel verpasste, sich darüber freuten oder sie sogar anfeuerten.

Dies ist meines Wissens nach der erste Fall, bei dem Pinkstinks sich mit Reklame beschäftigt, die zu Lasten von Männern geht. Ganz möchte sich die Organisation aber von sexistischer Einseitigkeit nicht lösen, was in einer Formulierung wie "In allen Gesellschaften und Schichten sind Frauen immer wieder die Opfer von Gewalt durch Männer." deutlich wird. Wenn man hier den weitaus komplexeren Sachverhalt endlich zur Kenntnis nehmen würde, könnte man am meisten dagegen ausrichten, dass Gewalt gegen Männer als "sich zur Wehr setzen" präsentiert und missverstanden wird.



2. Justizministerin Katarina Barley (SPD) verweigert dem Forum Soziale Inklusion die Nennung der Namen der Experten in den Arbeitskreisen Familienpolitik ihres Ministeriums – und berechnet dafür 30 Euro. Auf den Hinweis, dass Erhebung einer Gebühr für eine Nichtauskunft über Zusammenhänge, die das Gemeinwohl betreffen, nicht angemessen sei, reagierte Barley mit der Übersendung der Vollstreckungsankündigung.

Sozialdemokraten: Man MUSS sie einfach lieben. So herrlich bürgernah!



3. Unter der Überschrift "Karl Marx war auch nur ein alter weißer Mann" erklärt Michael Bröning in der "Zeit", warum Linke sich Identitätspolitik nicht zu eigen machen sollten.



4. Österreichs Wissenschaftsfonds FWF möchte seine Frauenförderprogramme auch für Männer öffnen. Obwohl dabei zuletzt "nicht weniger, sondern mehr Mittel für Frauenkarriereförderung" stehen sollen, führte diese Überlegung sofort zu feministischen Protesten.



5.
Männer müssen ins Umerziehungslager – um fit zu werden für eine Welt ohne sexuelle Gewalt. Armin Petras hat in Nürnberg "Eine kurze Geschichte der Bewegung" nach Petra Hůlová inszeniert und liefert einen pessimistischen Blick auf die Gender-Debatte.


Hier geht es weiter.



6. Einer aktuellen Studie zufolge weisen Donald Trumps Unterstützer nach seiner Wahl stärker "sexistische Einstellungen" auf als zuvor.

Dabei werden als "sexistische Einstellungen" auch Auffassungen gezählt, die schlicht dem vorherrschenden feministischen Dogma widersprechen, also etwa dass die Regierung und die Nachrichten sich stärker mit den Anliegen von Frauen beschäftigen, als es die tatsächlichen Erfahrungen von Frauen rechtfertigten, dass der Gender Pay Gap übertrieben wahrgenommen werde oder die Diskriminierung von Männern ernster genommen werden sollte. Der Studienleiterin Oriane Georgeac zufolge, sei es wichtig, solchen Widerstand gegen das feministische Weltbild als "modernen Sexismus" zu definieren, weil dieser Widerstand feindseligeren Sexismus "vorhersage".

Das Anwachsen dieser Einstelung nach der Wahl Donald Trumps zeige Georgeac zufolge, "dass ein einmaliges historisches Ereignis die Einstellungen von Menschen stark beeinflussen könne" – womit sie Korrelation und Kausalität genauso fröhlich verwechselt, wie ihr zuvor eine sinnvolle Definition von "Sexismus" schnuppe war.

Während ihre "Studie" damit eher in den Bereich der Pseudowissenschaften fallen dürfte (was nichts daran ändern wird, dass interessierte Kreise sie eifrig zitieren werden), zeigt sich darin immerhin, dass in den USA bei geschlechterpolitischen Themen ein Umdenken stattgefunden hat – zumindest in einem Teil der Bevölkerung. Das Weltbild der Wählerschaft Hillary Clintons bleibt dieser Studie zufolge starr.



7. Die Suche nach einer Pille für Männer geht weiter. Aktuell haben Forscher eine von schwerwiegenden Nebenwirkungen freie Kapsel entwickelt, die man einmal täglich einnehmen muss.

Montag, März 25, 2019

Weiße Männer und schwarze Pädagogik – News vom 25. März 2019

1. Im Cicero hinterfragt Bernd Stegemann das Stigmawort "Alter weißer Mann":

Galt bisher das Ziel, dass die Hindernisse, die die Lebenschancen beeinträchtigen, abgebaut werden sollen, so wird nun absichtlich eine neue Diffamierungsweise in der öffentlichen Debatte platziert. Getreu der schwarzen Pädagogik soll durch Leiderfahrung ein Lernprozess in Gang kommen. Wenn sich die privilegierten weißen Männer über 45 nun auch ungerecht behandelt fühlen, werden sie dadurch sensibler und selbstkritischer. So der Plan. Wenn diese Logik stimmen würde, müssten die bisher diskriminierten Bevölkerungsteile ein übergroßes Maß an Rücksicht und Nachsicht entwickelt haben. Dass das nicht zutrifft und dieses Erziehungsmodell nichts Gutes bewirkt, zeigt hingegen der wachsende Wutpegel, der zwischen den Communitys herrscht. Es ist darum rätselhaft, wieso neuerdings die Behauptung Konjunktur hat, dass Einschüchterung und Ausgrenzung zur Besserung des Charakters führen sollen.




2. Feministische Abgeordnete in Großbritannien lassen sich dafür feiern, dass sie über ihre häusliche Gewalt gegen ihren Partner bericht haben. ("Sehr mutig von dir, uns das mitzuteilen. Politiker stehen so sehr unter Beobachtung, aber wir alle haben eine Vergangenheit und ein Privatleben, und wir sind nur Menschen.") Die Website Hequal vergleicht diese Fälle mit einem anderen Vorfall, bei dem ein männlicher Politiker dasselbe getan hatte, worauf ein Sturm der Entrüstung über ihn losbrach, der zu seinem Rücktritt führte.



3. In Italien ist mal wieder ein Junge durch seine Beschneidung gestorben.

Sonntag, März 24, 2019

SPD-Frauen gegen Radhelm-Reklame – News vom 24. März 2019

1. Der Sexismus-Aufachrei der Woche geht diesmal von SPD-Frauen aus und trifft Reklame für Radlerhelme. Auf Twitter sagt dazu Claudio Casula alles Nötige.



2. Vielleicht zeigt uns ein konkreter Fall von häuslicher Gewalt gegen Männer mehr als die Zahlenkolonnen hunderter von Statistiken. Tatwerkzeug war übrigens ein Nudelholz: ein Gegenstand, der im Zentrum zahlloser Witze über häusliche Gewalt mit männlichen Opfern steht.



3. Die Bloggerin Anne Nühm, als Frau in einem "Männerberuf" tätig, erklärt, warum sie dem Feminismus wenig abgewinnen kann.



4. Wer die Geschlechterdebatte schon in den achtziger und neunziger Jahren aufmerksam verfolgt hat, kam an den Büchern von Dr. Edit Schlaffer und Dr. Cheryl Benard kaum vorbei. Sie waren immens erfolgreich, stellten sie doch, wie man schon an ihren Titeln erkennt, Männerbashing und weibliche Selbstüberhöhung in Reinkultur dar. Der Professor für Soziologie Walter Hollstein fasst den Inhalt dieser Bücher in einem eigenen Werk treffend so zusammen:

Was die beiden Autorinnen in ihren Büchern an Männern vorführen, ist ein Gruselkabinett von Despoten, Exhibitionisten, Mördern und Arbeitswütigen, die im Schatten der Nacht zu den Huren eilen. (...) Es geht um die Reduktion eines ganzen Geschlechts auf abartige Spießgesellen, die 'immer gleiche Witze' erzählen, 'ständig beleidigt, gekränkt oder zornig' und 'unter sich hilflos' sind, 'in hysterische Zustände' verfallen, 'glotzäugig und heiser Kellnerinnen nachstarren', 'ständig über Busen und Beine' reden und, weil sie offenbar darüber noch nicht genug reden konnten, sich auch noch Bücher mit nackten Frauen kaufen.


(Liest man allerdings die stark von einer "Fiona B." bearbeitete Reklame in der Wikipedia zu diesen Büchern, dann beschreiben sie "die alltäglichen Probleme im Berufs- und Privatleben von Frauen auf erhellende und amüsante Weise". Der "Neutrale Standpunkt" der Wikipedia ist mausetot, sobald es um Feminismus geht.)

Inzwischen allerdings scheint zumindest Cheryl Benard eine neue Zielscheibe für ihr Geätze gefunden zu haben: die afghanischen Frauen.

Samstag, März 23, 2019

"Michael Jackson und die Exorzisten" – News vom 23. März 2019

1.
Die zweifelhaften Vorwürfe gegen den "King of Pop", Kinder missbraucht zu haben, verkommen zu einer Hexenjagd. Das fragwürdige Opferdenken aus der #Metoo-Kampagne trägt dazu bei.


Hier geht es weiter mit dem Artikel, der auch die Selbstmorde erwähnt, die MeToo inzwischen zu verantworten hat.



2. Der Antimaskulist Thomas Gesterkamp hat sich in der "taz" gegen das grassierende Männerbashing ausgesprochen. Darüber hinaus übernimmt Gesterkamp Positionen von Warren Farrell, dem Stammvater der maskulistischen Bewegung, indem er beanstandet, dass in feministische Statistiken über die vermeintlich zu geringe Beteiligung von Männern im Haushalt typische Männertätigkeiten wie Reperaturen oder das Erstellen der Steuererklärung nicht aufgenommen werden.



3. Gerne verlinke ich auf Genderama auch Positionen der anderen Seite, ohne ständig mit eigenen Kommentaren dazwischenzuquasseln: aktuell etwa zum Wechselmodell von Udo Knapp ebenfalls erschienen in der "taz".

An alle, die jetzt behaupten, ich würde nur jene feministischen Beiträge kommentarlos verlinken, die dermaßen grotesk männerfeindlich argumentieren, dass sie sich dabei selbst zerlegen: Gar nicht. :-)



4. Hollywoodstars wie Sarah Jessica Parker, Michelle Williams, Amy Poehler, Reese Witherspoon und Natalie Portman fordern, dass für Kellnerinnen ein höherer Stundenlohn gesetzlich verordnet werden soll, damit diese Frauen nicht auf Trinkgelder angewiesen seien und deshalb sexuelle Belästigungen über sich ergehen lassen müssen. Wie die New York Times berichtet, reagierten hunderte von Kellnerinnen darauf mit einem offenen Brief und der Erklärung: "Wir haben euch nicht darum gebeten, gerettet zu werden." Einzelfälle der sexuellen Belästigung sollten nicht dazu verwendet werden, ein gut funktionierendes Trinkgeld-System zu zerstören:

"Die deutliche Botschaft von Kellnerinnen in New York an diese Schauspielerinnen in Hollywood ist die Aufforderung, uns einfach in Ruhe zu lassen", sagte Maggie Raczynski, eine Barkeeperin in einem Steakhouse im Bundesstaat New York. "Diese Prominenten haben buchstäblich keine Ahnung. Meiner Meinung nach sollten sie sich da raushalten."

(...) Das Bedienen an Tischen oder das Mixen von Getränken dient seit jeher zuverlässig dem wirtschaftlichen Überleben von angehenden Schauspielern und Schauspielerinnen und ist eine solide Möglichkeit, die Rechnungen zwischen den Auftritten zu bezahlen. Die Erhöhung der Löhne statt Trinkgelder, erklären viele Kellnerinnen, könnte dieses finanzielle Überleben bedrohen, wenn das die Restaurants zwingt, ihre Trinkgeldpolitik zu ändern oder, schlimmer noch, sie aus dem Geschäft drängt.

(...) "Wir haben nicht um eine Erhöhung unseres Lohnes gebeten, weil wir uns auf unsere Trinkgelder verlassen", sagte Ms. Raczynski. Sie sei nicht besorgt darüber, von Kunden belästigt zu werden.

"Ich würde nicht zulassen, dass irgendwer jemanden in meinem Restaurant belästigt", sagte sie und fügte hinzu, dass sie glaubte, dass einigen der an der Kampagne beteiligten Schauspielerinnen die Legitimität fehlte, um zu versuchen, andere Frauen vor flegelhaftem Verhalten zu schützen.




5. Ein Dokument, das Google bei seinem "Diversity-Training" benutzt, wurde geleakt.



6. Und zuletzt das Neueste über "toxische Weiblichkeit".

Freitag, März 22, 2019

Terroristen, Akademiker, Feuerwehrmänner, Präsidentschaftskandidaten – News vom 22. März 2019

1. Endlich schreibt die Süddeutsche Zeitung zum Massaker in Christchurch das, was ich seit Tagen erwartet habe: "Es war das Hassverbrechen eines MÄNNLICHEN Rechtsterroristen." Ein bisschen vermisst habe ich diese ideale Gelegenheit zum Männer-Bashing diese Woche bei Margarete Stokowski. Die lässt so was doch sonst nicht liegen?



2. Die Neue Zürcher Zeitung hat den Historiker Niall Ferguson über den Verfall der Geisteswissenschaften interviewt. Ein Auszug:

NZZ: Der unterdrückende weisse Mann, der die Schuld trägt an allem Bösen in dieser Welt – das ist doch ein Klischee.

Ferguson: Klar. Aber der Topos hat sich in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten – jedenfalls der angelsächsischen Welt – durchgesetzt.

(...) NZZ: Wie lässt sich dieser Teufelskreis durchbrechen?

Ferguson: Ganz ehrlich: Ich weiss es nicht. Der Rahmen des Sagbaren im akademischen und öffentlichen Raum hat sich in den letzten Jahren drastisch verengt. Evidenzbasierte Argumente spielen keine Rolle mehr. Es gewinnt, wer die lautesten Unterstützer hat, und es verliert, wer um seine Reputation fürchten muss.

(...) NZZ: Sie klingen – ehrlich gesagt – ziemlich resigniert.

Keineswegs. Ich analysiere bloss nüchtern. Ich habe es ja irgendwie geschafft, ich kann frei reden und Ihnen ein Interview geben. Aber jüngere konservative und liberale Kollegen werden es – so brillant und klug sie auch sein mögen – in der Akademie nicht mehr weit bringen. Und um sie tut es mir leid.




3. "Werden Sie als Frau am Arbeitsplatz diskriminiert?" möchte "Die Zeit" von ihren Leserinnen wissen. Weil es nun mal "Die Zeit" ist, werden Männer erst gar nicht gefragt. Diskriminierungserfahrungen von Männern interessieren nicht. Und unter welchem Label läuft diese Umfrage? Klar: "Gleichberechtigung".

Zu den ersten Antworten in der Kommentarspalte unter der Umfrage gehören übrigens "Nein, wurde ich nie. Eher im Gegenteil" sowie "Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass Frauen oft sehr positiv behandelt werden und sich auf ihrem Geschlecht ausruhen können" sowie "Nein in den letzten Jahren habe ich keinerlei Diskriminierung erlebt." sowie "Die Umfrage kann ich nicht mitmachen. Denn ich wurde und werde auf der Arbeit weder von Vorgesetzten noch von Kollegen diskriminiert." sowie "Befindlichkeiten und Wünsche von Frauen werden eher berücksichtigt" sowie "Ich als Mann habe genauso mit diesem Problem zu kämpfen" sowie "Ich bin nur ab und zu sexistisch, weil ich Männer schwere Sachen tragen lasse." sowie "Nein, ich habe nie Diskriminierung erlebt" sowie "Ich bin Geschäftsführende Gesellschafterin in einer eher männerdominierten Branche und kann nicht behaupten, als solche jemals Diskriminierung erfahren zu haben. Aber ich glaube, diese Art von Antwort interessiert hier nicht, oder?"

Ich bin gespannt, ob diese Rückmeldungen in den Artikel, den die "Zeit" aus dieser Umfrage schnitzen möchte, eingehen werden. Sie beeinträchtigen ja schon ein wenig den mühsam aufrecht erhaltenen Geschlechterkampf.



4. Der Sexismus-Aufschrei der Woche trifft eine britische Kindersendung, in der, so Spiegel-Online, der "veraltete Begriff" Feuerwehrmänner benutzt wurde.

Auch dass mit "Feuerwehrmann Sam" eine weitere Kinderserie einen männlichen Retter im Zentrum hat, stieß auf Kritik.


Ein Wunder, dass diese Sendungen noch nicht abgesetzt sind.



5. US-Politiker der Demokratischen Partei, die sich um die Präsidentschaftskandidatur bewerben, obwohl sie weiße Männer sind, werden dafür zunehmend scharf angegangen.

Donnerstag, März 21, 2019

Dies ist das glücklichste Land der Welt – News vom 21. März 2019

1. Die Huffington Post berichtet:

Zum zweiten Mal in Folge wurde Finnland vom World Happiness Report als glücklichstes Land der Welt ausgezeichnet. Darüber hinaus hat die nordische Nation die anderen Top-10-Länder im Bericht "deutlich übertroffen", die anhand von Daten aus Gallup World Poll-Umfragen die Glücksniveaus von 156 Ländern einstufen.

(...) Es ist nicht schwer zu verstehen, warum es Finnland so gut geht. Das nordeuropäische Land verfügt über ein starkes soziales Sicherheitsnetz, einschließlich eines progressiven, erfolgreichen Ansatzes zur Beendigung der Obdachlosigkeit. Es verfügt auch über ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem, und sein Engagement, die geschlechtsspezifische Kluft zu schließen, zahlt sich aus. Mit einer Bevölkerung von etwas mehr als 5,5 Millionen Menschen ist es das einzige Land der entwickelten Welt, in dem Väter mehr Zeit mit schulpflichtigen Kindern verbringen als Mütter.


Dass in Finnland sogar der Vatertag offiziell beflaggt wird, hatte ich hier ja schon vor ein paar Tagen erwähnt. Vor zwei Jahren berichtete der feministische Guardian über die finnische Väterpolitik:

Finnland ist der Ansicht, dass Väter eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Kindern spielen. Die Regierung bietet Vätern neun Wochen Vaterschaftsurlaub an, in dem sie 70% ihres Gehalts erhalten. Und um die Väter zu ermutigen, die Vorteile zu nutzen, hat sie kürzlich eine neue Kampagne gestartet - mit Flyern, die einen kräftigen Bauarbeiter zeigen, der freudig einen Kinderwagen schiebt - mit dem Titel "It's Daddy Time"!

"Wir wollen, dass Väter mehr von dem gemeinsamen Elternurlaub nehmen", sagt Saarikko. "Wir sind uns ziemlich sicher, wenn wir uns die Forschung ansehen, dass die Verbindung zwischen dem Baby und dem Vater wirklich wichtig ist - die frühen Jahre sind lebenswichtig und wir glauben daran, in sie zu investieren."




2. Im mürrischen Deutschland sieht der Umgang mit Männern anders aus. Nach Manspreading und Mansplaining hat jetzt beispielsweise "Die Zeit" ein neues Fehlverhalten erfunden: Mansclaiming: eine Unart, die darin besteht zu erklären, dass man stolz auf die Leistung einer Frau ist. In den Kommentaren unter dem Artikel können viele Leser seinem neurotischen Sexismus wenig abgewinnen.



3. Ein Bewerber der Demokratischen Partei um die Präsidentschaftskandidatur in den USA hat sich gegen Beschneidung ausgesprochen.



4. Gegen eine katholische irische Mutter wird polizeilich ermittelt, nachdem sie auf Twitter einem transsexuellen Mädchen das falsche Geschlecht zugeordnet hatte.

Mittwoch, März 20, 2019

Forbes: "Vielleicht fehlt Jungen Empathie, weil sie zurückgeben, was sie bekommen" – News vom 20. März 2019

1 Das Massaker von Christchurch hat die Debatte um "toxische Männlichkeit" noch einmal angeheizt. Da ist es höchste Zeit, dass im Magazin Forbes der Professor für Politikwissenschaft Evan Gerstmann diese Debatte vom Kopf auf die Füße stellt:

Da "toxische Männlichkeit" zu einem neuen Schlagwort geworden ist, haben viele darauf hingewiesen, dass es eine Empathielücke zwischen Jungen und Mädchen gibt, wobei Jungen zu wenig Empathie erhalten. Einige sprechen von einer evolutionären/genetischen Grundlage, während andere argumentieren, dass Empathie erlernt wird. Dies ist eine komplexe Debatte, aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Kinder im Allgemeinen das Verhalten spiegeln, das man auf sie richtet. Wenn wir Jungen mit weniger Empathie behandeln, ist es nicht verwunderlich, dass sie mit diesem Verhalten auf uns reagieren. Natürlich bedeutet nichts, was im Folgenden dargelegt wird, dass Mädchen nicht auch unter einer Vielzahl von Nachteilen leiden. Auch die unten beschriebenen Nachteile können sowohl Mädchen als auch Jungen schaden - Doppelstandards können beiden Geschlechtern schaden. Wenn die Gesellschaft jedoch hofft, einfühlsame Jungen großzuziehen, muss sie Jungen mit viel mehr Mitgefühl begegnen.

Beispiele gibt es viele. Gerade letzte Woche hat ein Bundesberufungsgericht eine Klage unterstützt, die die Verfassungsmäßigkeit von Minnesotas Ausschluss von Jungen beim Wettbewerbstanzen in Frage stellte. Die Minnesota State High School League bot eine politisch korrekte Erklärung für den Ausschluss: Sie versuchte nur, die sportlichen Möglichkeiten für Mädchen zu erweitern. Das Gericht wies diese Entschuldigung aus gutem Grund zurück und merkte an, dass in den letzten beiden Jahre Mädchen etwas überrepräsentiert im Minnesota High School Sport gewesen sind, und dass Geschlechtsunterschiede bei der Teilnahme am High School Sport schon für einige Zeit minimal gewesen sind.

Wie jeder Schüler, der dafür gemobbt wurde, Ballettschuhe oder Stepschuhe zur Schule zu bringen, bestätigen kann, wird Tanzen von vielen Menschen immer noch als femininin angesehen. Der Ausschluss von Jungen aus Tanzprogrammen spiegelt diese Verzerrung eher wider als ein Versuch, ein scheinbar nicht vorhandenes Geschlechterungleichgewicht bei der Sport-Teilnahme in Minnesota zu korrigieren.

Anstelle von Tanz werden Jungen zu anderen Sportarten gedrängt. Diese Sportarten, insbesondere Fußball, Basketball und Baseball, sind zufällig die Sportarten mit den bei weitem höchsten Verletzungsraten. (Baseball hat eine deutlich höhere Verletzungsrate als Softball.) Es sollte keine Überraschung sein, dass Jungen, wenn sie groß sind, in praktisch allen gefährlichsten und tödlichsten Jobs in Amerika weit überrepräsentiert sind und mehr als zehnmal häufiger als Frauen bei der Arbeit getötet werden.

Die Gesellschaft hat zu viele Schwierigkeiten, Schädigungen von Jungen zu sehen, auch wenn der Schaden für jeden erkennbar ist. Dieses Muster gilt auch im Kontext sexueller Übergriffe. Das Rechtssystem scheint deutlich weniger bereit zu sein, Jungen vor solchen Übergriffen durch Erwachsene zu schützen als Mädchen. Eine Studie über ein Jahrzehnt an Fällen im Schulsystem von New Jersey kam zu dem Schluss, dass, wenn Lehrer Sex mit minderjährigen Schülern haben, männliche Lehrer eher wegen dieser Übertretung ins Gefängnis gehen, und von den Lehrern, die ins Gefängnis gehen, männliche Lehrer längere Strafen erhalten. (Der Bericht hat das Geschlecht der Opfer nicht aufgeschlüsselt, aber aus der Diskussion geht hervor, dass es sich bei den untersuchten Fällen überwiegend um Lehrer und Schüler unterschiedlichen Geschlechts handelte.)

Dieses Missverhältnis sollte keine Überraschung sein. Zu oft fällt es den Gerichten schwer, Jungen als Opfer zu sehen, auch im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch. Im Bezirk San Luis entschied ein Berufungsgericht, dass ein 15-jähriger Junge, der von einer 34-jährigen Frau missbraucht worden war, ihr für viele Jahre Kindsunterhalt zu zahlen hatte. Das Berufungsgericht konnte den Jungen einfach nicht als Opfer sehen: "[H]ier besteht ein wichtiger Unterschied zwischen einer Partei, die ohne eigenes Verschulden verletzt wird, und einer geschädigten Partei, die bereitwillig an der Straftat teilgenommen hat, über die eine Beschwerde eingereicht wird. Wer durch kriminelles Verhalten, an dem er freiwillig teilgenommen hat, verletzt wird, ist kein typisches Verbrechensopfer. Es folgt nicht zwingend, dass ein Minderjähriger über 14 Jahre, der freiwillig Geschlechtsverkehr hat, Opfer von sexuellem Missbrauch ist." Das Gericht zitierte viele andere ähnliche Urteile von Gerichten, an denen Jungen im Alter von 13 Jahren beteiligt waren. Im Jahr 2014 berichtete USA Today über einen Fall, in dem ein Mann, der sexuell missbraucht worden war, als er gerade 14 Jahre alt war, vom Staat Arizona sechs Jahre später wegen Unterhalts für einen Sohn belangt wurde, von dessen Existenz er nie wusste.

Das mangelnde Einfühlungsvermögen für Jungen zeigt sich auch im Kontext der Schuldisziplin. Wie NPR letztes Jahr berichtete, werden Jungen (sowie Afroamerikaner und Schüler mit Behinderungen) "landesweit überproportional häufig bestraft". Laut Forschern des Government Accountability Office "waren diese Unterschiede konsistent, unabhängig von der Art der Disziplinarmaßnahmen, unabhängig von der Armut der Schule und unabhängig von der Art der Schule".

Wenn die Gesellschaft weniger "toxische" Jungen will, die zu guten, einfühlsamen Männern heranwachsen, sollte die Gesellschaft vielleicht sanfter mit ihnen umgehen. Schützen Sie Jungen vor sexuellen Übergriffen mit dem gleichen Eifer, mit dem wir Mädchen schützen, und sagen Sie ihnen nicht, dass sie an ihrem eigenen Missbrauch beteiligt sind. Drängen Sie sie nicht in die gefährlichsten Sportarten und Jobs. Bestrafen Sie sie nicht härter für ihre Vergehen als Mädchen. Und lassen Sie sie tanzen.


Das beste Heilmittel gegen "toxische Männlichkeit" ist ein Schließen der Gender-Empathie-Lücke sowie weniger Diskriminierung von Jungen und Männern. Warum viele Feministinnen uns Männerrechtler immer noch beschimpfen, statt sich mit uns zu verbünden, bleibt ein Rätsel. Vielleicht weil es für sie leichter ist, Männer als von Natur aus schlecht zu phantasieren und sich damit selbst zu überhöhen.



2. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem Spiegel-Online-Interview, in dem die Mütterberaterin Katrin Wilkens folgendes fordert:

"Man könnte die Väter in die Verantwortung ziehen und fordern: Fahrt in eurer Elternzeit nicht mit dem Wohnmobil durch Südfrankreich, sondern ermöglicht eurer Frau den Wiedereinstieg."


Hierzu schreibt mir ein Leser:

Wenn ich sowas lese, geht mir echt die Hutschnur hoch!

Was einem Mann passieren kann, der GENAU DAS macht, habe ich selbst am eigenen Leib erfahren dürfen.

Damals hat meine Frau nach der Geburt unseres zweiten Kindes gegen Ende des zweiten Babyjahres eine Anfrage ihres Chefs bekommen, ob sie wieder in ihren Job einsteigen möchte (genau gleiche Stelle mit der gleichen Tätigkeit). Sie könnte zuerst nur ein oder zwei Tage die Woche machen und das dann im Laufe der Zeit steigern, bis sie wieder drin wäre. Ein gutes Angebot und sehr entgegenkommend. Freudig erzählte sie mir das, und wir überlegten, wie wir das gemeinsam mit unseren Jobs arrangieren könnten. Ich war IT-Consultant und damit jobbedingt meist vier bis fünf Tage die Woche irgendwo in Deutschland auf Projekt eingesetzt.

Mein vormaliger Teamchef (zu dem Zeitpunkt, als ich in die Firma kam) hatte auch die vollen Babymonate Elternzeit genommen, die Firma schien also familienfreundlich zu sein. Dummerweise blieb mein damaliger Teamchef nicht allzu lange Teamchef, sondern wurde recht bald zum normalen Berater zurückgestuft, und an seiner statt war ein "junger, dynamischer" ehemaliger Kollege aus meinem Team plötzlich Chef. Teamchef und Mitarbeiter tauschten also faktisch die Plätze. Das hätte mich eigentlich schon stutzig machen sollen.

Ich schrieb dann an diesen, meinen neuen Teamchef und an unseren gemeinsamen (Abteilungsleiter)-Chef eine Mail, in der ich meine familiäre Situation umriss und ganz unverbindlich zaghaft anfragte (!), "ob es dazu eventuell in der Firma schon Erfahrungen mit solch einer Situation gäbe, bereits gelebte Best Practices etc.".

Die Antwort des Abteilungschefs: "??????????????????????"

Ein, zwei Wochen später hatte ich mein turnusmäßiges Zielerreichungsgespräch mit meinem Teamchef, welches relativ unspektakulär verlief. Nach Abschluss des Gespräches hakte ich nochmal nach, ob er mir zu der Antwort auf meine Anfrage etwas sagen könnte beziehungsweise vom Abteilungschef noch andere Infos bekommen hätte. Er erwiderte: "Das WAR die Antwort." Und ich solle da "nicht weiter nachhaken"!

Okay, etwas enttäuschend, aber so läuft das Leben halt, dachte ich mir. So musste meine Frau eben ihrem Chef erstmal absagen, weil wir das so zeitlich nicht handeln konnten.

Eine Woche später erhielt ich eine Mail meines Teamchefs, dass wir uns bezüglich meines Zielgespräches noch mal zusammensetzen müssten. Ich war perplex. "Wieso? Wir hatten doch alles geklärt." – "Nein, es gibt da noch offene Punkte." Ich begann, unruhig zu werden.

Am Tag des Gespräches verspätete er sich zum Termin, und ich erhielt 15 Minuten nach dem Termin einen Anruf: "Wir stehen im Stau, sind in etwa 20 Minuten da."

"WIR?!? Wer ist Wir?"

"Ja, der Abteilungsleiter und ich."

Bei mir schrillten alle Alarmglocken und ich rief sofort beim Betriebsrat an: "Ich bekomme wahrscheinlich gleich einen Aufhebungsvertrag vorgelegt!" Und GENAU SO war es dann auch!

Ein Aufhebungsvertrag "im gegenseitigen Einvernehmen" mit der freundlichen Drohung, wenn ich nicht unterschreibe, würde es eine betriebsbedingte Kündigung…

Eine Firma kann sich noch so "familienfreundlich" hinstellen: Es ist für Männer ein unkalkulierbares Risiko, wenn sie ihren eigenen beruflichen Einsatz in irgendeiner Form auf ein familienfreundlicheres Maß zurückschrauben wollen, oder – wie es ach so welterfahrene "Mütterberaterinnen" wie eine Frau Wilkens nassforsch von Männern einfordert – wenn sie ihre Frau in deren Work-Life-Balance mehr unterstützen wollen. Selbst wenn es nur auf einen bestimmten Zeitraum befristet wäre: Wenn es hart auf hart kommt, zieht man(n) IMMER den Kürzeren!

Ich selbst hatte damals zwar glücklicherweise relativ schnell wieder einen neuen Job gefunden, der Rechtsstreit wegen der Abfindung zog sich jedoch über ein halbes Jahr hin, und die Firma spielte eiskalt auf Zeit (und hinterher hat mich noch mein eigener Anwalt über den Tisch gezogen, es war quasi ein Nullsummenspiel zum ursprünglichen Angebot der Firma). Das war eine extrem zermürbende Zeit, was natürlich auch die Beziehung belastete.

Die Erkenntnis deckt sich übrigens auch wunderbar mit einer anderen von mir gemachten Erfahrung.

Damals hatte ich mich bei einem Frankfurter Beraterunternehmen beworben. Die ersten beiden Vorstellungsgespräche verliefen wunderbar, meine Unterlagen wurden begeistert aufgenommen. Das dritte Gespräch mit dem Seniorpartner sollte alles besiegeln. Und dann machte ich (als junger Vater) doch tatsächlich den Fehler, nachzufragen, ob eigentlich Gleitzeit möglich sei. (Ich kannte das aus meinen bisherigen Jobs als selbstverständlich bei Beraterjobs: Keine fixen Kommt/Geht-Zeiten, man kann an bestimmten Stunden länger machen und dafür im Gegenzug an stressfreien Tagen früher gehen, oder teilt sich die Arbeitszeit auf Montag bis Donnerstag auf und hat Freitag frei oder Homeoffice.) Die simple Frage nach etwas in diesem Milieu eigentlich Selbstverständlichen leitete eine buchstäbliche Metamorphose ein. Der eben noch begeisterte Seniorpartner kühlte innerhalb von Sekunden ab und teilte mir eiskalt mit einem Haifischlächeln mit, dass man "ja eigentlich jemanden suche, der ES WISSEN WILL ..!" – also übersetzt, einen anspruchslosen Arbeitssklaven, der beim Kunden mit maximalen Überstunden verheizt werden kann.

Kurz nach der freundlichen Verabschiedung erhielt ich dann die Absage, dass es "leider doch nicht gepasst hätte." Na so was. Auch junge, frischgebackene Familienväter werden von Firmen als reine Arbeitsbienen angesehen. Work-Life-Balance? Gibt’s nach wie vor nur für Frauen!

Aber mir so etwas kann man als "Mütterberaterin" wahrscheinlich nicht so gut (Frauen)bücher verkaufen ...

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