Freitag, Oktober 19, 2018

Auch in SM-Szene werden Männer ausgegrenzt – News vom 19. Oktober 2018

1.
Es sind Frauen, die von sich selbst sagen, dass sie "stolz pervertiert" seien. Sie lieben Bondage, Dominanz und Submission, kurz BDSM. Das steht für Unterwerfung, Sadismus und Masochismus. Aber sie wollen bei ihren Spielen keine Männer dabei haben. Denn bei Männern geht es immer nur um deren Lust und Lustbefriedigung.


Die B.Z. berichtet.



2. Lucas Schoppe verwendet Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" als Aufhänger, um die Emotionalisierung der Politik sowie das radikale Lagerdenken der Gegenwart anzusprechen. Ein Auszug:

Eigentlich müssten auch die entschiedensten Gegner Kavanaughs einräumen, dass die Besetzung öffentlicher Posten unmöglich gemacht wird, wenn plötzlich erhobene und längst nicht mehr beweisbare – aber eben auch nicht widerlegbare – Vorwürfe jahrzehntealter Vergehen einen Ablehnungsgrund darstellen.

Die Ästhetisierung des Politischen in moralisierend grundierten Appell an starke Gefühle lässt die so wichtige distanzierte politische Reflexion als kalt und gefühllos dastehen.

(...) Eine humanere Position ist dann weder auf der einen noch auf der anderen Seite, sondern nur durch eine Überwindung beider Seiten und ihrer Widersprüche möglich.

Die empörte Verteidigung Kavanaughs blendet aus, dass die Affäre Erfahrungen der sexuellen Übergriffigkeit durch Stärkere anspricht, die für viele Menschen tatsächlich enorm belastend sind und über die möglicherweise sehr schwer zu sprechen ist. Die aufgewühlten Angreifer Kavanaughs blenden aus, dass auch sie selbst ein legitimes Interesse daran haben, dass massive Beschuldigungen gegen sie auch belegt werden müssen, und dass die Gesellschaft insgesamt ein dringendes Interesse an geordneten Verfahren zur Besetzung von Funktionsposten hat.

(...) Die gute Gesellschaft assimiliert [in Brechts "Dreigroschenoper"] jedoch nicht nur den Verbrecher, sondern ebenso leicht den politischen Widerstand. (...) Das ist nicht nur ein historischer Rückblick, sondern ein aktueller politischer Kommentar. Akteure in etablierten Institutionen haben sich längst klassisches linkes Vokabular angeeignet, können sich herrschaftskritisch geben, sich als Vorkämpfer gegen Diskriminierungen darstellen und als Kämpfer für die Marginalisierten verkaufen. Die Fassadenhaftigkeit dieser linken Terminologie zeigt sich eben darin, dass der Kampf gegen die Unterdrückung heute nicht die ökonomische oder gesellschaftspolitische Analyse voraussetzt, sondern sich auf leicht fassbare biologistische Kriterien stützt, auf Rasse und Geschlecht.

Wenn dann etwa die Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen gegen "alte weiße Männer" austritt, kopiert ihr Agieren mit Ressentiments die Politik des rechten Gegenstücks, wirkt aber irgendwie aufgeklärt, emanzipatorisch und unschuldig.


Schoppes Beitrag ist in Gänze lesenswert.



3. Der feminismuskritische Wissenschaftsblogger Christian Schmidt kommentiert die "Abschaffung" der Genderstudien in Ungarn, von der viele Leitmedien berichten:

Ich sehe die Nachricht mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

Richtig ist, dass die Gender Studies in ihrer heutigen Form niemand braucht. Es ist nicht wissenschaftlich und rein ideologisch besetzt

Falsch ist die Begründung: Natürlich ist das Geschlecht nicht rein biologisch determiniert und ob etwas die Fundamente der christlichen Familie untergräbt wäre auch egal. Denn diese sind ja gerade auch nicht wissenschaftlich.

Interessant wäre es, wenn man im Gegenzug die Wissenschaftlichkeit der Gender Studies und ihrer zentralen Aussagen wissenschaftlich untersuchen würde. Und dann je nach Ergebnis über die Zukunft der Gender Studies, ggfs in geänderter Form entscheiden würde.


Ich stimme zu: Aus den "Genderstudien" könnte meines Erachtens ein durchaus vernünftiger Fachbereich werden, wenn man die dort herrschende bizarre Ideologisierung und Dogmatisierung aufbrechen würde. Das steht aber derzeit noch in den Sternen.

Derweil beschäftigt sich ein anderer Wissenschaftsblogger, Michael Klein, mit der Reaktion deutscher Medien auf diese Entwicklung in Ungarn – insbesondere mit dem, haha, "Faktenfinder" der Tagesschau, der sugeriert, Kritik an der "Genderforschung" könne nur rechte Polemik sein. In dem Beitrag kommt auch die "Genderforscherin" Paula-Irene Villa ausführlich zu Wort. Michael Klein merkt dazu an:

Dazu muss man wissen, dass wir Villa mehrfach angeschrieben haben, unlängst im Zusammenhang mit der bislang letzten Demonstration dazu, dass Gender Studies mit Wissenschaft nicht einmal entfernt etwas zu tun haben. (...) Wir haben Paula-Irene Villa um eine Stellungnahme zur Forschung von Lindsay, Boghossian und Pluckrose gebeten. Bislang haben wir keinerlei Antwort erhalten. Bislang haben wir auch noch keine Antwort auf unsere 30 Fragen nach den Grundlagen der Gender Studies erhalten, Fragen nach den wissenschaftlichen Grundlage, nach der Erkenntnistheorie, dem Erkenntnisinteresse, die jeder, der Wissenschaftler ist und nicht nur sein will, in sehr kurzer Zeit beantworten kann. (...) Die angeblichen Errungenschaften der Gender Studies, die kann man öffentlich-rechtlichen Nickern gegenüber eben einfach behaupten, während man bei Fachkollegen mit der Nachfrage nach Belegen, Studienergebnissen, Daten zu rechnen hat. Die Abneigung, Fragen von Fachkollegen zu beantworten, wäre somit vollständig erklärt.


Klein widerspricht auch Villas Behauptung, Ungarns Umgang mit den Genderstudien wäre "ein Eingriff in die aus guten Gründen verfassungsrechtlich garantierte Freiheit von Forschung und Lehre":

Das ist es natürlich nicht. Warum nicht? Weil Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsfinanzierung nicht dasselbe sind. Dass Villa nicht zwischen dem Ausüben eines Faches und dessen Finanzierung unterscheiden kann oder will, ist vielsagend. Orban hat nicht die Freiheit der Wissenschaft abgeschafft, er hat nur den Kanon der Fächer, die an Universitäten in Ungarn Ressourcen verbrauchen können, reduziert, um eines, das viele Ressourcen verbraucht und nichts als Gegenleistung gibt.




4. Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet über die Anfeindungen, die "Antifeministen" erhalten, wenn sie über Feminismus diskutieren. Die Veranstalter, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Heidelberg, erwägt inzwischen, die Debatte unter Polizeischutz zu stellen. (Ich kenne keinen einzigen Fall, bei dem eine Veranstaltung aus dem Gender-Bereich so etwas nötig hatte.)



5. Fast zwei Drittel der Spender, die Siggi Maurer bei einer Initiative gegen Sexismus im Netz unterstützen, sind Männer. Man darf mit Sicherheit davon ausgehen, dass dies einer von vielen Fakten ist, die in den Analysen "patriarchaler Frauenunterdrückung" irgendwie vergessen gehen werden. Männer sind toxisch und böse.



6. "Im Zweifel für den Angeklagten" war einmal ein Grundpfeiler unseres Rechtsstaats. Im MeToo-Zeitalter wird dieses Prinzip mit Parolen wie "Im Zweifel für den Mann" als sexistischer Skandal gebrandmarkt.

"Himpathy" beschreibt das Phänomen, wenn ein Mann Sympathien geniesst – obwohl er als Unhold gilt. (...) Männer erhalten von der Gesellschaft generell einen Sympathieüberschuss. Das zumindest sagt die australische Philosophin Kate Manne. (...) So folge statt der konsequenten Verurteilung oft eine subtile Form von Verständnis für den Übeltäter.


Ich bin wirklich froh, dass zumindest unser Rechtssystem, wenn auch längst nicht mehr die Leitmedien, derartiger Demagogie noch standhält. Wenn man mit Wissenschaft wenig am Hut hat, muss man sich wohl "Philosophin" nennen. Tatsächlich ist eine höhere Sympathie für Frauen bestens belegt. Die "Philosophin" fabuliert aber noch weiter:

So sei das Weinen des Sohnes etwa eine ernstzunehmende Krise, während das Schreien der Tochter als Hysterie bewertet wird.


Wenn man sich irgendetwas ausdenkt, gilt das jetzt als "Philosophie"? Tatsächlich sind es Knaben, deren Tränen mit "Aber ein echter Junge weint doch nicht" häufig ignoriert werden, bis amn diesem Geschlecht solche Gefühlsäußerngen systematisch aberzieht.



7.
Die Polizei in Australien hat drei Männer festgenommen, die Müttern geholfen haben sollen, Kinder von alleinerziehenden Vätern sowie von Pflegeeltern zu entführen.


Darüber berichtet Tag24. Dem Nachrichtensender ABC zufolge wurden die Väter darüber hinaus in den "sozialen Medien" als Kindesmisshandler dargestellt.



8. Nach einem Vergewaltigungsprozess in der Oberpfalz wurde der vermeintliche Täter freigesprochen – "nicht nur aus Mangel an Beweisen".



9. Die liberale Feministin Wendy McElroy fragt in der Washingtoner Politik-Zeitung "The Hill", ob Falschbeschuldigerin nicht allmählich juristische Konsequenzen fürchten sollten:

Im Moment sind Ankläger, die über sexuellen Missbrauch lügen, strafrechtlich verantwortlich für die Einreichung eines falschen Berichts und Meineids sowie zivilrechtliche Sanktionen wegen Diffamierung, aber rechtliche Konsequenzen gibt es für sie selten. (....) Während Kavanaughs Bestätigungsverhandlung wurde klar: Eine Anschuldigung wegen sexueller Übergriffe kann das Leben, die Familie und die Zukunft eines Mannes zerstören.

"Glauben Sie den Frauen" ist der Höhepunkt eines Vorstoßes, der vor Jahrzehnten begann, um die dringend benötigte Reform innerhalb des Justizsystems zu erreichen. In den 1960er Jahren kämpften Feministinnen gegen Vergewaltigungsgesetze, die Frauen schikanierten, indem sie sie so behandelten, als wären sie für die Übergriffe auf sie selbst verantwortlich. Sie waren es nicht und sie sind es nicht, aber die Reform ist zu weit gegangen. Es ist keine Beleidigung, Beweise zu verlangen, wenn eine Straftat vermutet wird. Es ist ein Zeichen dafür, dass man die Anschuldigung ernst nimmt, und genau dafür haben sich Feministinnen überhaupt eingesetzt.

Donnerstag, Oktober 18, 2018

"Cristiano Ronaldo ist ein Missbrauchsopfer!" – News vom 18. Oktober 2018

1.
Kavanaugh und Ronaldo: Das Geschäft mit der Vorverurteilung floriert. Die westlichen Gesellschaften sind keine demokratischen mehr. Es sind vorverurteilende Empörungsmaschinerien, die auf Glöckchenklang anspringen, nicht aber auf die kühle Distanz, die die Rechtspflege im (idealen) Rechtsstaat als ihre Praxis betrachtet.


Weiter geht es bei den Neulandrebellen in einem lesenswerten Blogbeitrag.



2. Wenn es um MeToo geht, schafft es Svenja Flaßpöhler noch immer am besten, maskulistische Positionen in die Leitmedien einzubringen:

Dass natürlich der Mann oder Männlichkeit stark kriminalisiert wird durch die MeToo-Initiative, das liegt, glaube ich, wirklich auf der Hand. Es gibt da einen extremen Sexismus von weiblicher Seite, eine Reduktion des Männlichen auf Übergriffigkeiten, Aggressivität, Triebsteuerung usw. Ich finde es schwierig, dass MeToo die weibliche Position, das Mitwirken auch an bestimmten Machtkonstellationen komplett ausblendet.




3.
Eine Frau, die nach einem One-Night-Stand mit einem Unbekannten schwanger wurde, erhält keinen Unterhaltsvorschuss für ihre Zwillinge. Sie hätte in der Kneipe, in der sie ihn traf, nach dem Liebhaber suchen müssen, entschied das OVG Koblenz.


Hier geht es weiter.



4. Sexismus-Vorwurf der Woche, Nummer eins: ein Sandwich.



5. Sexismus-Vorwurf der Woche, Nummer zwei: Kleenex-Tücher.



6. Sexismus-Vorwurf der Woche, Nummer drei: Schneewittchen.



7. Sexismus-Vorwurf der Woche, Nummer vier: der Ausdruck "schwangere Frauen".



8. Kaum kommt in Großbritannien die Idee auf, außer Frauen- könne man auch Männerfeindlichkeit als "Hate Speech" einordnen, gibt es von feministischer Seite selbstverständlich Proteste. Diese Maßnahme würde "übergriffige Männer ermutigen" argumentiert Jessica Eaton im "Guardian". Auch beim "Independent" ist man alarmiert: "Die Erwägung, auch Männerhass als Hassverbrechen einzuordnen, sollte jeden besorgen, der an Gleichberechtigung glaubt". Ein Auszug aus letzterem Artikel:

Es scheint, dass es nichts gibt, was Frauen haben können - nicht einmal ihren Status als marginalisierte Sexklasse -, ohne dass Männer erwarten, dass sie es teilen. (....) Zu verlangen, dass den negativen Nebenwirkungen, die dadurch entstehen, dass man Mitglied der Unterdrückerklasse ist, derselbe Status gewährt wird wie dem, dass man Mitglied der unterdrückten Klasse ist, bedeutet, an der Sache vorbeizureden. (....) Sogenannte Männerrechtsaktivisten (MRA) stellen den marginalisierten Status von Frauen routinemäßig als etwas zu Beneidendes dar. Feministinnen werden beschuldigt, historische Unterdrückungen gemolken zu haben, um Macht und Ressourcen in einer Welt zu nutzen, in der eine positive Diskriminierung zugunsten von Frauen weit verbreitet ist.

(...) Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Männerhass jemals zu einem Hassverbrechen gemacht wird. Dass es auch nur die geringste Möglichkeit gibt, dass dies der Fall sein könnte, bleibt äußerst beunruhigend. Es würde die grundlegendsten feministischen Argumente für einen geschlechtsspezifischen Schutz von Frauen untergraben und die Behauptung der Männerrechtler, dass es "umgekehrten Sexismus" gibt, wirksam unterstützen.

Es würde auch weitere Möglichkeiten für missbrauchende Männer bieten, den Widerstand von Frauen gegen ihre Forderungen als "Hass" zu bezeichnen. Frauen und Mädchen werden ausreichend dafür kritisiert, Männern und Jungen nicht entgegenzukommen. Wo wären wir, wenn letztere damit beginnen könnten, zu behaupten, dass unsere Behandlung von ihnen durch männerfeindlichen Fanatismus motiviert ist? Frauenhass sollte als Hassverbrechen anerkannt werden, und zwar aus dem gleichen Grund, aus dem Männerhass es nicht sein sollte: Frauen und Mädchen werden systematisch von Männern und Jungen unterdrückt und ausgebeutet.


Ja, man kann verstehen, warum diese Publizistinnen Männerhass nicht als Hassverbrechen bewertet sehen wollen. Sie stünden plötzlich ohne Geschäftsgrundlage da.

Dienstag, Oktober 16, 2018

Bayern: Die "alten weißen Männer" haben die Wahl gewonnen – News vom 16. Oktober 2018

1. Don Alphonso twittert zum Ergebnis der Bayernwahl:

Langsam dämmert es den Grünen und ihren Freunden in Prantlhausen, dass die verhassten "alten, weissen Männer" die #Ltwby18 gewonnen haben. Ich predige seit Jahren, dass man mit Rassismus und Sexismus in Deutschland keine Wahl gewinnt, aber mir glauben sie nicht.


Wie Don Alphonso weiter ausführt, hat die Wahl vom vergangenen Wochenende gezeigt, dass den Grünen jetzt als einzige Option, in Bayern mitregieren zu können, die CSU geblieben ist: ihr größter Gegner. Die aber wird einen Teufel tun, ausgerechnet mit den Grünen zu koalieren – sondern lieber mit den freien Wählern und zur Not der FDP.

Lucas Schoppe fügt hinzu:

Grünaffine Journalisten sind hingegen noch so damit beschäftigt, sich begeistert das Ergebnis schönzutrinken, dass sie gar nicht merken, wie beschissen die Situation ist.


In der Tat. Hierzu genügt ein Blick auf die Titelseite der gestrigen "taz", die den Eindruck erweckt, Bayern würde zukünftig von den Grünen regiert.

In der Woche zuvor hatte sich in dieser Zeitung Heide Oestreich darüber beklagt, dass die Grünen nicht mehr feministisch seien. Zu diesem Zeitpunkt lagen Pläne der Bayrischen Grünen, aus dem Bundesland einen superfeministischen Freistaat zu machen, längst vor. Nicht einmal die Worte "Männer" und "Jungen" kamen in diesem 15-Punkte-Plan vor. Die Grünen kennen nach wie vor nur ein Geschlecht, wenn sie von "Geschlechterpolitik" sprechen.

Und selbst dieser radikale Sexismus war für Heide Oestreich derart wenig radikal, dass sie maulte, es gäbe ja gar keinen Feminismus mehr bei den Grünen.

Jetzt wird keine dieser beiden Dystopien in Bayern Wirklichkeit werden: weder das komplette ideologische Umstrukturieren des Bundeslandes, noch was jenen Radikalfeministinnen vorschwebt, denen selbst das nicht weit genug geht. Ob die Grünen mit sieben oder mit 17 Prozent bei dem Vorhaben gescheitert sind, ihre Phantasien umzusetzen, bleibt sich gleich.

Das gilt vor allem, da es das nicht-linke Lager war, das in der Wahl vom Wochenende an Stimmen und Sitzen zugelegt hat. Zwar zeigt eine Übersicht der Wählerwanderung, dass die Grünen bei der CSU 190.000 Stimmen abstauben konnten - aber 380.000 Stimmen musste die CSU an Parteien rechts von ihr abgeben. Es kam in diesem Lager lediglich zu einer stärkeren Aufsplittung in vier verschiedene Parteien. Wie das Wissenschaftsblog Sciencefiles zeigt, ist die Verteilung zwischen den beiden Lagern mittlerweile wieder genau so wie vor vierzig Jahren.

Das gesamte linke Lager im Bayrischen Landtag hat noch immer deutlich weniger Stimmen als die CSU alleine. Insofern wundert sich auch der MDR über bekiffte Schlagzeilen wie "Als die Grünen fast allein gewannen", die darüber hinweg täuschen, dass es bei der Bayernwahl einen ordentlichen Rechtsruck (oder eine Linksflucht) gegeben hat.

Währenddessen schweben die Grünen nach ihrer Niederlage im siebten Himmel ("Nächstes Mal dreistellig!"), feiern wie Rockstars und tun assistiert von ihren Leitmedien so, als hätten sie tatsächlich die Wahl gewonnen:

Das Wahlergebnis sei ein klares Signal der Bürger, die Politik zu ändern. Die Grünen hätten unter anderem wegen ihres Stils zugelegt. "AfD und CDU haben verloren, weil sie diese populistische, hysterische ausgrenzende Politik betrieben haben."


"Verloren" haben also eine Partei, die die Regierungsmehrheit stellt, und eine andere, die neu in den Landtag einzieht. So kann man als Grünen-Politiker natürlich versuchen, sich die Lage "schönzutrinken", wie Schoppe formuliert. Schließlich war schon bei der Bundestagswahl der Griff der Grünen nach der Macht missglückt. Problematisch ist nur, wenn die Leitmedien bei den Versuchen, dieses Wahlergebnis umzudeuten, mitziehen.

Die feministische Revolution ist jedenfalls auch in Bayern einmal mehr ausgeblieben. Aber aus der Sicht mancher Ideologinnen handelt es sich hier vermutlich nur um "Todeszuckungen des Patriarchats", und es gibt keinen Grund, das bisherige Auftreten zu überdenken.



2.
Vor Kurzem saß ich in einer Call-in-Sendung des WDR. Direkt die erste Anruferin beschimpfte mich, dass #MeToo eine "widerliche Schmuddelkampagne" sei, "eine Mischung aus mittelalterlichem Pranger und Selbstjustiz".

Vor Kurzem saß ich auf einem Podium mit Svenja Flaßpöhler, um mit ihr über ihr Buch "Die Potente Frau" zu sprechen, in dem sie erklärt, dass #MeToo auf sexuelle Frauenbilder – und Männerbilder – aus dem 19. Jahrhundert zurückgreift.

Vor Kurzem bekam ich eine Mail von einem Männerrechtler: "Es gibt mittlerweile sechs Menschen, die sich infolge von #MeToo umgebracht haben, warum bleibt das in der feministischen Debatte weitgehend unerwähnt?"

Was antwortet man darauf? Lasst uns reden!


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Mithu Sanyal in der "taz".



3. Das Ganze wird aber noch komplizierter: MeToo hatte den gegenteiligen Effekt als den erhofften. (Vielleicht hätte man uns Männerrechtler früher in Gespräche über eine sinnvolle Bekämpfung sexueller Belästigung einbinden sollen?) Wie MeToo in den USA zum Rohrkrepierer wurde schildert der "Economist":

Umfragen deuten darauf hin, dass dieser einjährige Sturm von Anschuldigungen, Geständnissen und Entlassungen die Amerikaner tatsächlich skeptischer gemacht hat, was sexuelle Belästigung angeht. In der ersten Novemberwoche 2017 befragte YouGov im Auftrag von "The Economist" 1.500 Amerikaner über ihre Einstellung zu diesem Thema. In der letzten Septemberwoche 2018 führte YouGov erneut eine ähnliche Umfrage durch.

(...) Der Anteil der amerikanischen Erwachsenen, die antworteten, dass Männer, die vor 20 Jahren Frauen bei der Arbeit sexuell belästigt haben, ihren Arbeitsplatz behalten sollten, ist von 28% auf 36% gestiegen. Der Anteil derjenigen, die glauben, dass Frauen, die sich über sexuelle Belästigung beschweren, mehr Probleme verursachen, als sie lösen, ist von 29% auf 31% gestiegen. Und 18% der Amerikaner denken jetzt, dass falsche Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe ein größeres Problem darstellen als Angriffe, die nicht gemeldet oder ungestraft bleiben, verglichen mit 13% im November letzten Jahres. (...) Überraschenderweise waren diese Meinungsänderungen (...) bei Frauen etwas stärker als bei Männern.




4. Dabei sind es insbesondere schwarze Männer, die sich mit Beschuldigten wie Brett Kavanaugh identifizieren – nicht ohne Grund:

"Unzählige Male mussten schwarze Männer miterleben, wie die Karriere und den Ruf anderer schwarzer Männer wegen unbewiesener Vergewaltigung und sexueller Anschuldigungen rücksichtslos zerstört wurden." (...) Ihre Erfahrung zeigt, wie wichtig ein ordnungsgemäßes Verfahren und die Unschuldsvermutung sind. (...) Das Fazit ist, dass die Gegner von Kavanaugh nicht nur Kavanaugh stoppen wollten, sondern auch einen kulturellen Moment schaffen wollten, dem gegenüber viele schwarze Männer aus gutem Grund skeptisch sind. "Glaubt den Überlebenden" ist ein Slogan, der weit über die Berufung eines einzelnen Richters hinausgeht. Es ist der Slogan der Campus-"Gerechtigkeit", der allzu oft die Ungerechtigkeit der rassistischen Vergangenheit Amerikas widerspiegelt.




5. Von daher ist mir unerfindlich, wie man gerade als Linker MeToo völlig unkritisch befürworten kann. Zumal Schwarze nicht die einzige Minderheit mit eigener Diskriminierungserfahrung sind, denen die aktuelle männerfeindliche Stimmung unheimlich wird. Dieselbe Besorgnis findet sich auch unter Juden. So veröffentlichte Rabbi Benjamin Blech bei Aish Ha Torah den Beitrag "Männer hassen: Der neue Rassismus". Ein Auszug:

Gleichberechtigung ist angesagt; erniedrigende Stereotypisierung ist nicht nur out, sondern scheinbar auch schlimm genug, um als unverzeihlich angesehen zu werden.

Außer wenn eine Gruppe das Ziel ist.

Was in einer höflichen und zivilisierten Gesellschaft normalerweise nie gesagt zu werden wagt, scheint zulässig - und manchmal auch lobenswert - zu sein, wenn es sich gegen nicht weniger als die Hälfte der Bevölkerung richtet, eine Gruppe, von der prominente Intellektuelle, Professoren und Journalisten versichern, dass sie eine allgemeine Verurteilung verdient.

Wer sind diese schrecklichen Menschen, die von der Sünde der Stereotypisierung ausgenommen sind?

Es sind Männer - jene schrecklichen bösen Vertreter der menschlichen Rasse, die alle Tiere und Schweine sind, verborgene Vergewaltiger, sexuelle Belästiger und gewalttätige Perverse.

Wir alle kennen die Bedeutung des Wortes "Rassismus", aber haben Sie schon mal das Wort "Misandrie" gehört? Es bezieht sich auf den kollektiven Hass auf Männer, die Überzeugung, dass jeder männliche Geschlecht es verdient, verleumdet, geächtet und sogar gehasst zu werden. Einfach ausgedrückt, ihr Geschlecht verurteilt sie zur weiblichen Verdammnis.

(...) Hass ist eine schreckliche Übertretung. Die Thora nahm das von Anfang an zur Kenntnis. Es ist an der Zeit, dass wir sie in all ihren Formen ausrotten. Aus biblischer Sicht gibt es keinen Raum für Rassismus und Misandrie. Beide Verzerrungen vergessen die ultimative Wahrheit, die wir alle teilen: Wir alle sind nach Gottes Ebenbild erschaffen.




6. Immerhin: In Großbritannien könnte bald auch die Hetze gegen Männer ein "Hassverbrechen" darstellen. Das wären dann schlechte Zeiten für Sibel Schick & Co., die sich hierzulande darauf ausruhen können, mit ihrem Geschlechterhass im Trend zu liegen. Ich sehe einen echten Schutz für Männer zwar nicht in naher Zukunft, weil das ein weltgeschichtliches Novum wäre, aber immerhin wird das Bewusstsein für dieses Problem zunehmend geschaffen. Und das ist häufig der erste Schritt.

Sonntag, Oktober 14, 2018

Feministische Pornos, "Männer sind Schweine", erstarkende Männerrechtler – News vom 14. Oktober 2018

1. Österreichs Boulevardblatt "Krone" berichtet von einem Pornoabend an der Uni Klagenfurt:

Was können wir doch froh sein, die Uni Klagenfurt zu haben. Nein, falsch! Was können wir doch froh sein, das Universitätszentrum für Frauen- und Geschlechterstudien (UZFG) zu haben. Ohne dieses Zentrum würde Kärnten um einen, na sagen wir "unterhaltsamen", Abend umfallen.


Hier geht es weiter.



2.
Simon Stone übt in seiner "Griechischen Trilogie" am Berliner Ensemble Rache für 5000 Jahre Patriarchat. In einem finalen Massaker schlachten Frauen die Männer ab. Wie sind sie überhaupt an diese Übeltäter und Dumpfbacken geraten?


Die Süddeutsche Zeitung berichtet unter der Überschrift "Männer sind Schweine".



3. Die jüngste Pressekonferenz der IG Jungen, Männer, Väter steht inzwischen online. Thema ist "Väter und Unterhalt".



4. Die geschlechterpolitische Initiative AGENS und die liberale Website "Cuncti" fordern in einer Petition die Wiedereinsetzung von Professor Alessandro Strumia bei der Kernforschungs-Organisation CERN. Der Professor war entlassen worden, weil er wissenschaftliche Belege für die Diskriminierung von Männern im Fachbereich Physik vorgelegt hatte. Diese Analyse geschlechtsbezogener Diskriminierung war ihm als "Beleidigung von Frauen" ausgelegt worden, was internationale Leitmedien zügig als Tatsachenbehauptung übernahmen.



5. Das linke Blog The Daily Beast berichtet zähneknirschend, dass es nach dem Spektakel um Brett Kavanaugh einen rapiden Anstieg von Spendenzahlungen und Mitgliederzuwachs bei Männerrechtsgruppen gibt.

Harry Crouch, der Präsident der National Coalition For Men (NCFM), sagte, dass seine Gruppe während des Verfahrens ebenfalls einen Anstieg der Spenden und Anträge verzeichnete - auch von Frauen.

(...) "Die Anhörung in Kavanaugh hat mich zur Weißglut gebracht", schrieb eine Frau. "Das war der unfairste, schrecklichste Anschlag, den ich je gesehen habe ... Sie wären überrascht, wie viele Frauen heute einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, um zu glauben, dass, wenn eine Frau eine Anschuldigung vorbringt, es automatisch wahr sein muss. Das ist beängstigend."




6. Eine US-Amerikanerin hat dafür um Verzeihung gebeten, einen Neunjährigen fälschlich eines sexuellen Übergriffs beschuldigt zu haben. Der Junge hatte sich in einem Geschäft umgedreht, wobei sein Rucksack den Hintern der betreffenden Dame gestreift hatte. Da der Laden kameraüberwacht war, konnte anhand der Aufzeichnungen nachgewiesen werden, dass es sich um keine sexuelle Belästigung gehandelt hatte.



7. Die New York Times erklärt Männern, wie sie damit umgehen sollen, wenn man sie fälschlich eines sexuellen Übergriffes beschuldigt:

Was tun Sie, wenn Ihnen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird und Sie sich für unschuldig halten?

Wenn Sie Brett Kavanaugh sind, explodieren Sie vor Wut. Aber wenn Sie ein progressiver Mann sind, der sich als feministischer Verbündeter sieht, ist die politisch akzeptable Strategie, ruhig zu bleiben und sich zurückzuziehen. Wenn Sie überhaupt etwas tun, geben Sie eine Erklärung heraus, dass Sie die #MeToo-Bewegung unterstützen, dass sie ein überfälliges und notwendiges Korrekturmittel ist und dass Sie sich etwas Zeit für die Selbstreflexion nehmen. Verbringen Sie einige Monate damit, nur Lebensmittel zum Mitnehmen zu bestellen und Partys zu vermeiden, bei denen jeder über das flüstert, was er denkt, dass Sie es getan haben.

Samstag, Oktober 13, 2018

Pressekonferenz: "Väter sind keine Unterhaltspreller" – News vom 13. Oktober 2018

1. Am 11. Oktober 2018 fand ein neues Pressegespräch der "IG Jungen, Männer, Väter" statt – begleitet von der Pressemitteilung "Väter sind keine Unterhaltspreller".

Der Video-Mitschnitt des Pressegesprächs im Haus der Bundespresskonferenz, Berlin, wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.



2. Die "Neue Zürcher Zeitung" blickt auf den Wissenschaftsskandal zurück, der unter anderem die Genderstudien erschütterte:

Handkehrum gossen Kulturwissenschaftskritiker kübelweise Häme über die betroffenen Journale und Experten aus; parteiische Organe aus dem konservativen Medienspektrum weiteten die Kritik an den betroffenen Disziplinen gleich gesamthaft auf Social Studies und Geisteswissenschaften aus. Die Verallgemeinerung ist unangebracht, scheiterten doch beispielsweise sämtliche Versuche, seriöse soziologische Publikationen hinters Licht zu führen.

So kann man in dieser Neuauflage der Culture-Wars auch etwas Positives entdecken: Immerhin war nur ein Drittel der betrügerischen Papers erfolgreich, und auch das nur in Randregionen exotischer Gender- und Sexualitätstheorien. Ein Verdienst von Pluckrose, Lindsay und Boghossian liegt im Verweis auf ein Grundproblem solch ideologisch-politisch infiltrierter Wissenschaftsbereiche: Wer denkt, dass Wissenschaft, Objektivität und Wahrheit grundsätzlich eine sozial konstruierte, sexistische oder männliche Schlagseite haben, argumentiert verschwörungstheoretisch. Zudem ist es kaum möglich, jemanden, der so denkt, vom Gegenteil zu überzeugen – denn jeder Versuch, diese Begriffe zu verteidigen, würde nur als weitere Manifestation der kritisierten Werthaltung verstanden.




3. Während in den deutschen Leitmedien die Kontroverse um Brett Kavanaugh weitgehend zu den Akten gelegt wurde, spürt man in den USA immer noch gewaltige Nachbeben. Wie mit Kavanaugh umgegangen wurde, könnte sehr wohl mehr Antifeministen und Feminismuskritker erzeigt haben als jegliche Öffentlichkeitsarbeit dieser Lager selbst. "Die Schmutzkampagne gegen Kavanaugh hat meine Jahrzehnte lange Unterstützung des Feminismus beendet" erklärt aktuell etwa der US-amerikanische Berater, Lehrer und Buchautor Albert Marrewa:

Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe ich das Land bereist und Vorträge, Seminare und Workshops zur Prävention von Vergewaltigungen und Übergriffe gegen Frauen jeden Alters organisiert. Ich war leidenschaftlich bei dieser Arbeit, engagiert für die Sache, und ich glaubte von ganzem Herzen, dass das, was ich tat, ein komplett tugendhaftes Unterfangen war. Ich betrachtete mich als Feministen. Aber das war damals, und das ist jetzt.

All die Jahre stand ich still und beobachtete, wie der Feminismus der dritten Welle (mit Hilfe der radikalen Linken) methodisch einen Vorschlaghammer gegen die westliche Gesellschaft als Ganzes und insbesondere gegen die Männer einsetzte. Dummerweise hoffte ich, dass sich die Dinge irgendwann wenden würden, nur um zu sehen, dass es im Verlauf der Zeit immer schlimmer wird.

Doch erst als ich sah, wie sich der Schneeball der Me Too-Bewegung zu einer totalen, männerfeindlichen Hexenjagd entwickelte, wurde mir klar, dass gute Männer in echten Schwierigkeiten steckten. Erstaunlicherweise erfuhr ich, nachdem ich mein ganzes Erwachsenenleben lang für Frauen eingetreten war, schnell, dass ich immer noch als "Feind" galt, nur weil ich ein Mann war.

Niemals in meinen wildesten Träumen (oder Alpträumen) stellte ich mir vor, dass das andere Geschlecht mich eines Tages als Bedrohung betrachten würde. Aber es ist wahr, und "ihre" Botschaft ist laut und deutlich: Selbst wenn du seit Jahren ein überzeugter Anhänger der Frauenrechte bist, Tausenden von Frauen und Mädchen (von denen viele Überlebende sexueller Übergriffe waren) beigebracht hast, wie man sich vor einem gewalttätigen Angreifer verteidigt, und ein Buch über dieses Thema geschrieben hast, darf man dir allein wegen deines Geschlechts nicht vertrauen.

Man braucht nicht allzu weit zu schauen, um zu sehen, dass das heutige hyperfeministische Klima Männer in der ganzen westlichen Welt dazu bringt, bei der Arbeit, zu Hause und überall sonst wie auf Eierschalen zu laufen. Als Berater äußern meine männlichen Kunden routinemäßig Sorgen, ob sie Zielscheiben auf dem Rücken tragen, nur weil sie Männer sind, und ich bin zurückhaltend, neue weibliche Kunden aufzunehmen, aus Angst, fälschlicherweise wegen sexueller Unangemessenheit angeklagt zu werden.

Täuschen Sie sich in einer Hinsicht nicht: Eines der Ziele der radikalen Feministin ist es, jeden Mann zu verfolgen, der es wagt, seine Männlichkeit offen zu zeigen. Tatsächlich ist Männlichkeit ihr wahrer Gegner.

Sicherlich befindet sich jeder Mann - unabhängig von Alter, ethnischem Hintergrund, politischer Überzeugung oder sexueller Orientierung - in diesem Fadenkreuz, aber vor allem diejenigen, die traditionelle männliche Eigenschaften wie Stärke, Disziplin, Zielgerichtetheit, Unabhängigkeit, Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen verkörpern. Und Gott helfe ihm, wenn er auch weiß, christlich, konservativ oder wohlhabend ist oder eine Machtposition einnimmt.

(...) Mit all dem sei gesagt, dass ich, da ich nun dem 60. Lebensjahr immer näher komme, weitaus weniger um meine Zukunft und mein Wohlergehen besorgt bin als um die der nächsten Generation von Jungen und jungen Männern, die bei unverändertem gegenwärtigen Klima weiter entmannt, entrechtet und ausgegrenzt zu werden scheinen.

Wenn die heutige Dämonisierung der Männer, zusammen mit der Pathologisierung der männlichen Eigenschaften, ununterbrochen weitergeht, werden beide Geschlechter viel mehr Schmerzen erleiden als der heutige chaotische Heiratsmarkt, das männerfeindliche Bildungssystem und der Anstieg von Selbstmord und Depressionen unter Teenagern bezeugen.

So bedauerlich es auch ist, der jüngste Versuch aller üblichen Verdächtigen, Kavanaughs Bestätigung vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in letzter Sekunde zu blockieren, indem sie seinen Charakter, seinen Ruf und sein Leben zerstören durch schlüpfrige und unbestätigte Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens, die etwa dreißig Jahre zurückliegen, als er noch ein Teenager war, hat die letzten Überreste des "Frauenfürsprechers", der in meinem Herzen wohnt, ausgelöscht.

Die Politik beiseite zu lassen, zuzusehen, wie ein guter Mann von einem Mob niedergeknüppelt wird, ohne Rücksicht auf das ordnungsgemäße Verfahren und die Unschuldsvermutung, ist für mich der letzte Tropfen. Mit anderen Worten, ich habe es satt. Während es mich schmerzt, das zu sagen, werde ich mich nicht mehr für sogenannte Frauenanliegen einsetzen, es sei denn, die Dinge ändern sich dramatisch zum Besseren.

Leider gab es eine Zeit, in der ich Feminist war, aber leider ist diese Zeit gekommen und gegangen.




4. Auch australische Journalistinnen scheinen MeToo wirklich dicke zu haben. Nachdem Genderama in den letzten Tagen schon zwei von ihnen zitierte, gehört auch Janet Albrechtsen zu diesem Chor, wobei sich ihr Artikel leider hinter einer Paywall verbirgt. Ich übersetze euch einen Großteil davon trotzdem, schon als Gegengewicht zu der Einheitsmeinung zu MeToo, die unsere Leitmedien verbreiten, als ob man gar nicht anders denken könnte:

Wie nennt man eine Bewegung ohne Anührer, ohne Mission und mit einem Tross so groß wie das Internet? Ein Chaos. Wir haben es als #MeToo kennengelernt. Ein Jahr später und nach dem Debakel von Brett Kavanaugh verdient die Bewegung #MeToo eine stille Bestattung. Auf ihrem Grabstein sollte stehen: Die Unschuldsvermutung zählt.

Denken Sie daran das nächste Mal, wenn jemand behauptet, dass Donald Trump eine Trumpokratie einführt. Ohne Beweise, abgesehen von einer gelegentlichen Explosion von Fake News, behaupten Kritiker seit langem, dass der US-Präsident "demokratische Normen" auf den Kopf stellt. Wenn Trump 2020 wiedergewählt wird, wird "der wilde Angriff auf die liberalen Institutionen zunehmen", sagte Francis Fukuyama, der Politikwissenschaftler, der bekanntlich - und zu Unrecht - vorhergesagt hat, dass die liberale Demokratie das Ende der politischen Geschichte markieren würde.

Es stellt sich heraus, dass die Progressiven viel mehr tun, um demokratische Prinzipien zu zerstören, als Trump. Letztendlich war der gescheiterte Versuch, Kavanaugh von der Bank des Obersten Gerichtshofs der USA fernzuhalten, ein sensationeller Prozess, nicht wegen Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs, sondern was die Haltung der Linken zu demokratischen Prinzipien angeht.

Die Progressiven wurden in jeder Hinsicht für schuldig befunden: Vernichtung der Unschuldsvermutung, Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Abkehr von einem ordentlichen Verfahren.

Anschuldigungen gegen den konservativen Richter sahen aus gutem Grund nie das Innere eines Gerichtssaals. Seine Anklägerin, Christine Blasey Ford, konnte sich nicht an wichtige Details dieser Nacht erinnern, als der Richter, wie sie behauptete, versuchte, sie als Teenager auszuziehen. Aber Progressive haben ihn auf der Grundlage einer vagen Aussage, mangels eines einzigen bestätigenden Zeugen, vor Gericht gestellt und verurteilt.

Demokraten schleudern die Unschuldsvermutung als störenden Wegwerf-Artikel beiseite. CNN-Stars wie Jake Tapper und Anderson Cooper berücksichtigten bei ihren täglichen Fernsehplausdereien die Unschuldsvermutung ebenfalls nicht.

Das Time Magazine hat letzte Woche eine Titelgeschichte veröffentlicht: "How Christine Blasey Ford's Testimony Changed America". Dieses Cover wurde sofort von allen gelobt, vom ehemaligen ABC-Geschäftsführer Mark Scott bis zum BBC-Korrespondenten Nick Bryant. Scott ging noch weiter und sagte: "Ich hoffe, sie hat eine dauerhafte Wirkung."

Die dauerhafte Wirkung wird nicht das sein, was Ford über ein Saufgelage sagte, an dem sie teilnahm, als sie 15 war. Die nachhaltige Wirkung lässt sich am besten dadurch erklären, dass in einem längeren Artikel über die Auseinandersetzung zwischen Ford und Kavanaugh nicht einmal das Kernprinzip einer zivilisierten Gesellschaft erwähnt wurde: dass ein Mann, der wegen sexueller Gewalt angeklagt ist, Anspruch auf die Unschuldsvermutung hat. Die nachhaltige Wirkung besteht darin, dass dieses Auslassen von Menschen, die es besser wissen sollten, nicht bemerkt wurde. Der dauerhafte Schaden besteht darin, dass die #MeToo-Bewegung die Unschuldsvermutung als rechtliche und moralische Norm beseitigt hat.

In ihrer E-Mail vom Freitag sagte die Nationale Organisation für Frauen (NOW): "Wir. Werden. Kavanaugh. Stoppen." Die größten Cheerleader von #MeToo haben Ford über die ganze Strecke hinweg unterstützt und die Unschuldsvermutung beiseite geschoben.

Was für einen Unterschied die jeweilige Politik asumacht. 1998, nach Behauptungen, dass Bill Clinton Sex mit Monica Lewinsky hatte, sagte NOW-Präsidentin Patricia Ireland: "Keine von uns glaubt, dass eine vorgebrachte Anschuldigung eine nachgewiesene Anschuldigung darstellt." Ireland sagte, dass Clintons Politik genug sei, um sie davon abzuhalten, ihn zügig zu verurteilen. Sie beschrieb Clinton als "einen komplexen Menschen mit Stärken und Schwächen - ich denke, (das) hilft, ihn zu unterstützen". Damals konnten Feministinnen gar nicht genug tun, um das unflätige Verhalten des US-Präsidenten gegenüber einer jungen Praktikantin zu entschuldigen, deren Studium kaum zwei Monate zurück lag. Die Feministin Erica Jong aus den 1970er Jahren sagte über Clinton: "Ich will, dass ein Präsident von der Taille abwärts am Leben ist." Trump kann auf einen ähnlichen Freipass der Schwesternschaft lange warten.

Die nachhaltige Wirkung des Schauprozesses von Kavanaugh ist nicht die vorhersehbare Heuchelei von Feministinnen. Die ist nur leicht irritierend im Vergleich zu der jüngsten Ablehnung von Grundprinzipien, mit denen sich ein zivilisiertes Volk regiert.

Am Samstag, als er über Kavanaughs Engagement für die Verfassung sprach, winkte Jeffrey Toobin, ein linksgerichteter Anwalt und Schriftsteller für "The New Yorker", die Rechtsstaatlichkeit als eine Art "abstrakten" Begriff ab, der es nicht wert war, diskutiert zu werden. Er hätte genauso gut diese Passage in Artikel 40 der Magna Carta beiseite gewischt haben, in dem es heißt: "Niemandem sollen wir die Gerechtigkeit verweigern", ein Prinzip, das in der US-Verfassung verankert ist.

(...) Als Trump einen konservativen Richter nominierte, von dem viele sich vorstellen, dass er [das Präzedenzurteil zur Abtreibung] Roe v. Wade stürzen wird, warfen die Progressiven das Buch mit den demokratischen Regeln weg. Ihre absichtliche Unkenntnis der Unschuldsvermutung, der Rechtsstaatlichkeit und des ordentlichen Verfahrens ist viel gefährlicher als alles, was Trump je getan hat.

Einige werden sagen, dass die Unschuldsvermutung in einem Schauprozess, der in TV-Talkshows, in Zeitungen, im Radio, in sozialen Medien, in einer Anhörung des Senatsausschusses, auf den Straßen von Washington, DC, sogar in den Korridoren des Capitol Hills, durchgeführt wurde, nie eine Rolle spielen würde, da schreiende Frauen Senatoren angingen, damit diese ein Nein gegen Kavanaugh abgaben. Aber die Unschuldsvermutung hätte unabhängig von diesen Foren gelten müssen. Wenn andere Institutionen, seien es die Medien oder Universitäten oder Anhörungen des Kongresses, auf einen zentralen Grundsatz in einer Demokratie verzichten, wie können wir dann erwarten, dass sich die Juroren vor Gericht an das gleiche Prinzip halten?

Trump hatte nur teilweise Recht, als er sagte, dass dies eine beängstigende Zeit für junge Männer ist. Die größere Gefahr besteht darin, dass eine zivilisierte Gesellschaft aufhört, zivilisiert zu sein, wenn die Unschuldsvermutung durch die Politik und eine verworrene Hashtag-Kampagne zerstört wird.

Das Fanal dieser gefährlichen Zeiten wurde unwissentlich verkündet, als eine aktuelle Titelgeschichte in "The Economist" sagte, dass die #MeToo-Bewegung "die mächtigste Kraft für die Gleichstellung seit dem Frauenwahlrecht sein könnte".

Das Frauenwahlrecht sah sich schweren Ungerechtigkeiten ausgesetzt und kämpfte für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Die #MeToo-Bewegung hat bemerkenswerte moralische Verwirrung gezeigt, indem sie nicht nur eine Nacht des schlechten Sexes mit Vergewaltigung verschmolz, sondern auch junge Männer beiseite schob, die behauptet haben, dass ältere Frauen sie sexuell missbraucht haben. Das ist keine Gleichheit.

Der #MeToo-Moment kam mit perperfektem Timing in eine Welt der Identitätspolitik und einer breiteren Bewegung für Social Justice, die auf unterschiedlichen Rechten und Regeln für verschiedene Menschen basiert. Identitätspolitik stellt die Rechtsstaatlichkeit und die Unschuldsvermutung mit dem stumpfen Instrument der Macht in Frage. Diejenigen, die als Machthaber gelten, insbesondere weiße Männer wie Kavanaugh, sind die ersten, die ihre Grundrechte verlieren. Aber wenn eine Gruppe Rechte verliert, ist es eine unerbittliche Lektion aus der Geschichte, dass das auch anderen passieren wird.

Die Linke ist so weit von den demokratischen Normen losgelöst, dass sie sogar Noam Chomsky verlassen hat, der einst vor der Verkürzung und Aufgabe der Unschuldsvermutung warnte.

Während Kavanaughs Lynchen schließlich fehlschlug, ist der dauerhafte Schaden nach einem Jahr #MeToo, dass die Progressiven jetzt daran glauben, zehn unschuldige Männer zu Fall zu bringen, damit sie einen schuldigen Mann fangen können. Was sie nicht bemerkt haben: Das ist genau das, was Autokraten tun.

Freitag, Oktober 12, 2018

"Kannst du eine Feministin sein und trotzdem Männer ficken?" – News vom 12. Oktober 2018

1.
Viele #MeToo-Verfahren gleichen dem Pranger des Mittelalters, an dem der Delinquent öffentlich ausgestellt wurde. Der wesentliche Unterschied: Der Gepeinigte im Mittelalter konnte den Anklägern ins Gesicht sehen.


Jan Fleischhauer blickt zurück auf ein Jahr MeToo.

Während MeToo zu mehreren Toten und einer Eskalation des Geschlechterkonfliktes führte, scheint die Kampagne ausgerechnet im Kampf gegen sexuelle Belästigung wenig verändert zu haben. Lesenswert ist in der Kommentarspalte unter dem verlinkten Blogbeitrag folgender Text, den ich auszugsweise zitiere:

Durch zahlreiche (feministische) Studien, mit einer irren Prävalenz aufgeblasen, wird (...) der Eindruck erweckt, sexuelle Belästigung sei überhaupt erst ein Thema durch diese Bewegung geworden.

Das ist eine schamlose Lüge.

(...) Das Patriarchat hat bereits vor 24 Jahren per Gesetz dem Patriarchat verboten, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz als Machtmittel zu verwenden, um seine männliche Herrschaft auszuüben und aufrecht zu erhalten./sarcasm off

Seitdem kann man sich über sexuelle Belästigung beim Arbeitgeber, beim Betriebs- oder Personalrat, bei der Gleichstellungsbeauftragten, bei dem Ombudsmann oder Ombudsfrau, notfalls bei der Anti-Diskrimierungsstelle des Bundes beschweren und sich beraten lassen. In zahllosen Betriebsvereinbarungen (für den VW-Konzern bspw. seit 1996) wird festgehalten, womit ein bei sexueller Belästigung zu rechnen ist: Ermahnung, Abmahnung, Kündigung, außerordentliche Kündigung – je nach Schwere oder Anzahl der Vergehen.

Dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz keine Konsequenzen hat und quasi ohne Sanktionen erfolgen kann, ist eine weitere schamlose Lüge. Der Arbeitgeber hat die gesetzliche Pflicht, die Beschäftigten vor sexueller Belästigung zu schützen.

Das wird auch nebenbei – man könnte fast sagen, gegen ihren Willen – von der Presse in unscheinbaren Nebensätzen veröffentlicht. Hier aus einem reißerischen Artikel im Focus, bei der es um sexuelle Belästigung gegen eine Zugbegleiterin geht:

"Eine Sprecherin sagte: 'Die DB nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeber ernst: Im Jahr 1999 hat sie in einer Konzernbetriebsvereinbarung (KBV) sexuelle Belästigung klar definiert und sich verpflichtet, Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung zu unterbinden und zu ahnden. Jeder Fall, der dem Arbeitgeber gemeldet wird, wird so weit wie möglich aufgeklärt und kann zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen'. Den Mitarbeitern stünden Ansprechpartner, Hotlines und eine zentrale Ombudsstelle zur Verfügung."

In dem Artikel wird die Zugbegleiterin so zitiert: "Wer bei der Bahn anfängt, muss vorab ein Dokument unterschreiben, in dem er sich von sexueller Belästigung, Rassismus oder sonstiger Diskriminierung distanziert" – dass die Deutsche Bahn ihren Aufklärungspflichten nicht nachkommt, kann man also nicht behaupten.

Dass dies nicht aufgezeigt und per Medien der Eindruck vermittelt wird, #metoo sei überhaupt erst Ausgangspunkt von Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen, die jedoch in ferner Zukunft liegen, das ist der eigentliche Skandal. Es wird per Desinformation und Gegenaufklärung ein Gefühl der Ohnmacht erzeugt, zum dem keinerlei Anlass besteht. Alles zum Wohle einer durchgeschallerten Ideologie – dass es den Betroffenen schadet, spielt überhaupt keine Rolle.

Damit zum nächsten Nebensatz und der Frage nach der Prävalenz. Denn die wunderbaren feministischen Studien haben ja die Dringlichkeit des Problems über Jahrzehnte ins Bewusstsein der Gesellschaft geprügelt. Aus der Praxis hingegen berichtet die Ombudsfrau der Deutschen Bahn (197.000 Beschäftigte in Deutschland) (...):

"Bei der Deutschen Bahn ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz 'eher ein Ausnahmethema', sagte Birgit Gantz-Rathmann, die Ombudsfrau des Konzerns, dem Berliner 'Tagesspiegel am Sonntag'. 'Ich schätze, dass es in den vergangenen sechs Jahren vielleicht zehn Fälle waren', sagte sie. Pro Jahr wendeten sich rund 400 Mitarbeiter mit Problemen an sie, nur 20 Prozent davon seien Frauen."

Bei 197.000 Mitarbeitern zehn Fälle in sechs Jahren – das sind 1,6 Fälle pro Jahr und 0,8 Fälle pro 100.000 Mitarbeiter und Jahr.

Selbst wenn man eine noch so hohe Dunkelziffer einrechnet, ist der Abstand zu den Ergebnissen der feministischen "Forschung" in Sachen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gigantisch.




2. Was MeToo allerdings erreicht hat, ist ein Befeuern der Hate Speech gegen weiße Männer. Hierzu merkt das linke Blog Neulandrebellen an:

Habeas Corpus Act, Menschenrechtscharta, Aufklärung, Grundgesetz: Mensch, für den weißen alten Mann eigentlich nicht schlecht! Nicht alles was er anfasste war gut, gar keine Frage. Aber so zu tun, als hätten die Altvorderen nur Scherben hinterlassen, aus denen man nichts mehr basteln könne: Das ist geschichtsvergessen und destruktiv.

Und jetzt kommst du, junge weiße Frau! Was hast du zu bieten? Mag sein, dass die Geschichte dir noch nicht viel Zeit einräumte, um diese Welt zu prägen, zu verbessern. Aber eines solltest du wissen: Zeloltinnenhafter Moralismus und Diskreditierung aller, die nicht konform gehen mit deinen Anschauungen, sind keine großen Werte, von denen wir künftig berichten werden. Das ist kein Beitrag zur Verbesserung der Welt. Im Gegensatz zu Immanuel Kant hat Judith Butler noch nichts zur Versöhnung der Welt bewirkt – ihre Geistesfrüchte scheinen mehr zu spalten, als universalistisch zu versöhnen. Das ist das Problem des Genderns, wie wir es heute kennen: Es ist kein Beitrag des Ausgleichs – es ist Konfrontation.

Wenn Femen und Gender-Aktivisten – übrigens gleichgültig ob weiblich oder männlich – bald eine Verfassung entwerfen, in der das Zusammenleben friedlich und gerecht geregelt wird, lasse ich mich vielleicht doch noch überzeugen. Falls das nicht geschieht, entschuldigt, dass ich das nicht als die Aufgabe eines linken Gestaltungsauftrages anerkennen möchte. Denn mehr als strikte Moral, ideologisches Denunziantentum und das Binnen-I soll schon am Ende rauskommen.




3. Während linke Blogger auf diese Punkte hinweisen, bringt die Bild-Zeitung ihren Lesern das richtige Gendern bei. Was diese Leser davon halten, verrät eine in den Artikel integrierte Meinungsumfrage.



4. Es gibt Neues von dem Gerichtsverfahren gegen Harvey Weinstein:

Der Prozess wegen sexuellen Übergriffen gegen Harvey Weinstein droht zu bröckeln, nachdem die Staatsanwälte von Manhattan einen schriftlichen Bericht einer Anklägerin über ihre Begegnung mit dem Filmmogul gefunden haben, der darauf hindeutet, dass sie einvernehmlich war, teilten mehrere Quellen "The Post" mit.

Lucia Evans hatte Weinstein beschuldigt, sie zu zwingen, Oralsex mit ihm in seinem Tribeca-Büro im Jahr 2004 zu haben, als sie noch eine 21-jährige Studentin und angehende Schauspielerin war. Sie ist eine von drei Frauen, deren Vorwürfe wegen sexueller Gewalt vom Büro des Staatsanwalts Cyrus Vance Jr. in Manhattan verfolgt werden.

Aber ein ehemaliger Arbeitgeber von Evans legte die persönlichen Schriften vor, die Evans auf dem Firmencomputer hinterlassen hatte und die ihrer Aussage der Grand Jury zu widersprechen scheinen, sagte eine Quelle aus den Ermittlungsbehörden.

(...) Diese jüngste Offenbarung gibt es nach einem weiteren schädlichen Bericht, dem zufolge der leitende Ermittler der New Yorker Polizei es versäumt hat, Aussagen eines Casting-Direktors vorzulegen, der angab, Evans habe ihm gesagt, dass sie die sexuellen Handlungen durchgeführt habe, um eine Rolle zu bekommen.




5. "Kann man eine Feministin sein und trotzdem Männer ficken?" fragt Vanessa de Largie im australischen "Spectator":

Leider ist die Schlagzeile zu diesem Artikel kein Clickbait - sondern etwas viel Schlimmeres.

"Kannst du eine Feministin sein und trotzdem Männer ficken?" heißt eine Veranstaltung, die morgen Abend in Melbourne stattfindet.

Die Beschreibung für das Ereignis lautet:

"Während das Meiste der häuslichen und emotionalen Arbeit IMMER NOCH für Frauen anfällt und der Orgasmus bei heterosexuellen Frauen am seltensten ist: Können Frauen ihr Potenzial wirklich ausschöpfen, während sie ihr Leben mit Männern verbringen? Müssen wir unsere Fußfesseln nicht ein für alle Mal abschneiden und das Patriarchat vollständig ablehnen?"

Ich bin mir nicht sicher, wie sich andere nach dem Lesen dieser Galle fühlen? Aber ich würde es vorziehen, mir eine rostige Gabel in die Augäpfel zu stechen, als an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Es ist einfach, in der Opferrolle zu schwelgen – während man männerfeindliche Veranstaltungen auf Facebook bewirbt. Oder auf dem Sofa liegt, Wodka trinkt und in einem Land der ersten Welt Netflix schaut.

Tatsache ist, dass westliche Mädels heute mehr Sicherheit und Privilegien genießen als jedes andere Mal in der Geschichte. Und sie haben 2018 mehr Rechte als je zuvor. Reisen Sie in den Kongo, nach Indien oder Afghanistan und vielleicht wird das Ihnen klar machen, wie toll Sie es tatsächlich haben.

Wenn du mit dem Befingern deiner Muschi fertig bist und über Ungleichheit fantasierst: Geh nach draußen und sieh dir die Häuser in deiner Straße an.

Wenn du mit dem Betrachten der Häuser fertig bist, schau dir die Wanderwege und Straßen an.

Wenn du dir die Wanderwege und Straßen angesehen hast. Schau nach oben zu den Gebäuden - dann nach unten zu den Autos.

Was glaubst du, wer diese ganze Arbeit gemacht hat? Ich gebe dir einen Hinweis - es waren keine Frauen!

Ja, es gibt Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Ja, Sexismus existiert - für BEIDE Geschlechter.

(...) Und was die Orgasmusraten betrifft, die bei heterosexuellen Frauen am niedrigsten sind. Wo sind die Wissenschaften und Studien, die diesen seltsamen Anspruch unterstützen? Oder hast du sie dir einfach aus dem Arsch gezogen?

Und was legt die Hübsche (die diese männerfeindliche Veranstaltung durchführt) nahe, sollen heterosexuelle Feministinnen tun? Den Schwanz aufgeben? Lesben werden? Sich mit einem Sexspielzeug anfreunden?

Ich bin eine bisexuelle Sexkolumnistin, die wöchentlich weibliche Vibratoren und Dildos bewertet. Aber es gibt nur so viel gefälschte Phallus, mit denen ein Mädchen umgehen kann, bevor sie anfängt, sich nach der ECHTEN Sache zu sehnen.

Kannst du feministisch sein und trotzdem Männer ficken?

Nun, ich bin wahrscheinlich die falsche Person, das zu fragen, weil ich mich vor zwei Jahren vom Feminismus gelöst habe und es die beste Entscheidung ist, die ich je getroffen habe.

Erst letzte Woche sprach ich in meinem "Boys-Won't-Be-Boys"-Artikel für The Spectator über die Auslöschung der Männer und wie die heutige Welt ein erotischer Traum für den Feminazi der sechziger Jahre sein würde - Valerie Solanas, die über den Völkermord an Männern fantasierte. Es scheint, dass mein Artikel hellsichtig war, wenn man den Titel und die Beschreibung dieses Ereignisses betrachtet.

(...) Wie auch immer, hier ist ein Vorschlag:

Warum ficken Feministinnen nicht einfach einander und sich selbst? Auf diese Weise müssen wir nicht mehr jeden einzelnen Tag euer ständiges Geflenne hören.

Kerle werden nichts dabei verlieren.

Es gibt viele Nicht-Feministinnen, die gerne ihre Beine für sie breit machen.


Ich stelle zwei Dinge fest: Australische Journalistinnen (wir hatten ja gestern erst einen weiteren Fall) äußern ihre Feminismuskritik deutlich unverblümter, als es eine deutsche Journalistin je wagen würde. (Unverblümter als ein männlicher Journalist, der nach derart klaren Worten gelyncht werden würde, sowieso.) Und: Deepl.com übersetzt "Feminazi" mit "Feministin". Ich bin erschüttert.

Donnerstag, Oktober 11, 2018

Journalistin fordert "Waffenstillstand im Krieg gegen die Männer" – News vom 11. Oktober 2018

1. Beim "Spiegel" hat man eingesehen, dass man sämtliche feministischen Artikel niemals unterbekommt, wenn man immer nur ein paar von ihnen pro Ausgabe verbrät, und wirft deshalb eine Sonderausgabe auf den Markt.



2. Dem männlichen Feministen, der einer Abtreibungsgegnerin mitten im Gespräch ins Gesicht trat (das Video davon ging viral), muss sich jetzt gegen insgesamt 15 Klagen verantworten. Einem Polizeibericht zufolge hatte er schon vor diesem Vorfall einiges auf dem Kerbholz.



3. Schon wieder "toxische Weiblichkeit": Sechs Frauen sollen einen Mann fast totgeprügelt haben.



4. Auch in Australien beobachtet man, wie sich die Feindseligkeiten gegen Männer (und Frauen, die dabei nicht mitmachen möchten) im MeToo-Zeitalter international verschärft haben. "Es ist Zeit für einen Waffenstillstand im Krieg gegen die Männer" fordert dort eine dieser entsetzlichen weißen Frauen ("Geschlechtsverräterinnen"), die Journalistin Gemma Tognini:

Es wird ein Krieg gegen Männer geführt. (...) Schmuddelig, unehrlich und destruktiv. Ein Krieg ohne Grund und ohne Ehre (wie viele) und in diesem Fall getrieben von einem besonders starken Durst nach Blut. Es ist Rache, die angeheizt und konzentriert wird. Es ist diesem Krieg egal, wen er diskreditiert und wen er, was dessen Ruf betrifft, ausweidet. Warum? Weil, Gefühle.

Wo ist mein Beweis, höre ich Sie sagen. Nun, um mit diesem einen Mann namens Brett anzufangen, der auf dem Weg zu seinem inzwischen bestätigten Sitz am US Supreme Court verbal gehäutet wurde. Das ist ein ziemlich gutes Beispiel.

Hier sollten wir ein paar Dinge klären.

Nur weil Brett Kavanaugh auf der Richterbank bestätigt wurde, nachdem Behauptungen über sexuelle Übergriffe gegen ihn unbewiesen blieben, bedeutet das nicht, dass er gewonnen hat. Niemand hat gewonnen. Vor allem nicht seine Anklägerin, eine Frau, die widerwillig in den hasserfüllten öffentlichen Nahkampf hinein gezogen wurde. (...) Was die Welt in den letzten Monaten beobachtet hat, war ein mächtiges und, zugegeben, extremes Beispiel für diesen Krieg, bei dem die Hauptwaffe darin besteht, Männer für alles Erdenkliche zu verteufeln. Man kann es nicht mehr in den Eimer von "so was passiert nur in Amerika" stecken - die Fäulnis hat auch hier Wurzeln geschlagen: wie Larven, die sich durch verfaulte Früchte winden.

Man sieht es an jedem Versuch, eine männliche Perspektive zu verwerfen. In dem Versuch, die Verweigerung eines fairen Prozesses bei schwerwiegenden Anschuldigungen wie Vergewaltigung und Missbrauch zu normalisieren - wo eine Frau jede Behauptung aufstellen kann, die sie über einen Mann aufstellen möchte, und erwarten kann, dass ihr geglaubt wird, nur weil sie eine Frau ist.

(...) Männer, mit denen ich spreche, haben zuhauf Angst, eine eigene Meinung zu haben. Haben Angst, in die falsche Richtung zu schauen. Das Falsche zu sagen. Beschuldigt zu werden, etwas getan zu haben, was sie nicht getan haben. Man könnte argumentieren: Was haben sie zu fürchten, wenn sie unschuldig sind? Viel, wenn Fakten keine Rolle spielen. Wenn ich ein Kerl wäre, wäre ich auch nervös.

Am beschämendsten ist vielleicht die Unehrlichkeit, mit der versucht wird, diese schreckliche Anti-Männer-Orgie zu rechtfertigen.

Wir tun es für unsere Töchter. Für die nächste Generation von Frauen. Um ihnen zu zeigen, wie Stärke aussieht.

Lügen und noch mehr Lügen.

Es zeigt nur, dass für diese selbsternannten weiblichen Soldaten der Tugend die Fakten keine Rolle spielen. Alles, was du brauchst, ist Wut, ein Vergehen, ein schreiender Mob und ein Hut in Form einer Vagina.

Oh ja. In diesem Krieg gegen Kerle muss man nur den Schlamm schleudern und zusehen, wie er kleben bleibt, denn ... #MeToo. Brüder. Ehemänner. Partner. Freunde. Söhne.

Absoluter Wahnsinn.

Nur weil es jahrzehntelange Ungleichheit gegeben hat, nur weil einige Männer mit den schrecklichsten Formen der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz davongekommen sind, bedeutet das nicht, dass das gesamte Geschlecht bestraft werden sollte.

Wie traurig, dass dieselben Frauen, die sich beschweren, weil ihnen eine Stimme entzogen wurde, jetzt nur noch daran interessiert sind, Männer zum Schweigen zu bringen, so wie sie zum Schweigen gebracht wurden.

(...) Das ist nicht mein Krieg. Es ist keine Dynamik, an der ich teilnehmen möchte. Keine Kultur, die ich mit mir tragen will. Keine Lüge, an deren Verewigung ich interessiert bin.

Diese Hässlichkeit herauszufordern fühlt sich an, als würde man in einen Zyklon schreien. Ich weiß, dass viele von euch das Gleiche denken. Vielleicht, wenn mehr von uns anfangen zu schreien ...

Diejenigen von uns (und ich bin überzeugt, dass es mehr von uns gibt als bei dem Mob der Gegenseite), die Männer als Teil der Lösung sehen, greifen nicht in den Gefrierschrank, um einen vorgefrorenen Teller der Rache herauszuholen. Es liegt kein Ruhm darin. Ganz sicher keine Würde.

(...) Ein Freund hat mir letzte Woche eine E-Mail geschickt: "Als ich mit einer Mutter aufwuchs, die ihr eigenes Unternehmen gründete, sah ich, wie mein Vater sie unterstützte. So wie er die Frauen unterstützte, die beide beschäftigten. Sich für sie einsetzte. Das lässt mich fragen, wer hinter diesem Krieg steckt, der Frauen gegen Männer ausspielt".

Ein guter Punkt. Wer? Ich vermute, es sind die gleichen Leute, die mit dem Wort "Widerstand" auf ihren T-Shirts herumlaufen und es auf hässliche Kartonschilder kritzeln. Widerstand? Oh bitte. Leute, ihr seid nicht Nancy Wake. Ihr seid die pickeligen Unterabsolventen des Trotzky-Clubs eurer Universität. Meine Verachtung für euch ist gigantisch.

Ich sage euch eins, ich werde widerstehen. Denn jeder Mensch - Frau und Mann - verdient die Unschuldsvermutung. Denn ich weiß, dass der Krieg gegen die Männer niemals das Unrecht der Vergangenheit beheben wird. Wir sind verloren, wenn wir nicht Hand in Hand gehen.

Die Zeit für einen Waffenstillstand ist gekommen.

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