Montag, Oktober 26, 2026

Berliner Zeitung: "Werden Freiwillige zum Sterben gesucht, ist der weiße Mann wieder interessant"

1. "Lange galt der weiße Mann als Problem", befindet Logan Lamont in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung, "jetzt soll er für Europa sterben." Zu Beginn des Artikels verweist Lamont auf Rekrutierungskampagnen der NATO-Staaten, in denen junge, sportliche Männer in Uniform als Verteidiger Europas auftreten. Lamont stellt dem die unausweichliche Konsequenz militärischer Verteidigung gegenüber: Jemand müsse kämpfen, Verwundungen riskieren und gegebenenfalls sterben.

Anschließend lenkt er den Blick auf die neuen deutschen Regelungen zur Wehrdiensterfassung, die schon zigfach auf Genderama Thema waren: Seit Januar 2026 müssen 18-jährige Männer und Frauen Fragebögen erhalten, wobei nur Männer zu deren Beantwortung verpflichtet sind. Ab Juli 2027 soll für Männer ab dem Jahrgang 2008 eine verpflichtende Musterung gelten. Letztlich gehe es darum, festzustellen, ob der Körper eines Mannes im Ernstfall für militärische Zwecke zur Verfügung stehe.

Nach diesen Absätzen wechselt der Beitrag seinen Fokus von Geschlechterpolitik zu nationalkonservativer Identitätspolitik. Das ist nicht klug: Die Frage, warum der Staat bestimmte Pflichten nach Geschlecht verteilt, lässt sich unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder nationaler Identität stellen. Für die Behauptung des Artikels, Herkunft, Geschichte und kulturelle Kontinuität der weißen Mehrheitsgesellschaft seien zuvor politisch kleingeredet worden und es komme zu einer Entwertung der angestammten Bevölkerung, fehlt es in dem Artikel durchgehend an Belegen.

Er ist insofern ein interessantes Beispiel dafür, wie Männerpolitik ethnisch aufgeladen wird und welche Funktion sie für nationalkonservative Diskurse übernehmen kann. Der betroffene Mann wird zum Repräsentanten einer historischen Gemeinschaft, deren Zukunft und kulturelle Kontinuität angeblich gefährdet sind. Diese Verbindung ist ein typisches Merkmal nationalkonservativer Argumentationsmuster: Ein konkretes Problem wird in eine umfassende Erzählung über Zugehörigkeit, kollektive Identität und den Fortbestand einer Gemeinschaft eingeordnet. Auf diese Weise entsteht das Bild einer doppelten Zurücksetzung: Männer sollen die größten körperlichen Risiken tragen, während die historisch gewachsene Gemeinschaft, zu der sie gehören, angeblich immer weniger gesellschaftliche Anerkennung erfährt. Der erste Teil der These ist kaum zu bestreiten, der zweite steht auf ausgesprochen wackligen Füßen. Weder die Thematisierung von Rassismus und Kolonialismus noch eine ethnisch vielfältige Gesellschaft bedeuten, dass die Mehrheitsgesellschaft politisch kleingehalten wird.

Eine ernsthafte Männerpolitik sollte deshalb unterscheiden: zwischen einer rechtlichen Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, einem möglichen Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung und einer weitergehenden Behauptung über den Verlust ethnischer oder nationaler Identität. Wer diese Fragen ohne ausreichende Belege zusammenführt, riskiert, dass konkrete Anliegen von Männern für eine politische Erzählung vereinnahmt werden, deren eigentlicher Schwerpunkt nicht mehr die Gleichberechtigung der Geschlechter ist, sondern die behauptete Gefährdung einer ethnisch oder kulturell definierten Mehrheitsgemeinschaft.

Die Kritik an einer geschlechtsspezifischen Wehrpflicht ist nicht darauf angewiesen, den weißen Mann als Träger einer bedrohten Zivilisation zu präsentieren. Sie lässt sich aus einem einfachen Gleichheitsgrundsatz entwickeln: Wenn der Staat seinen Bürgern besondere Pflichten auferlegt, muss er begründen, warum diese Pflichten nach Geschlecht unterschiedlich verteilt werden.

Männerrechte benötigen keine Erzählung von der bedrohten ethnischen Mehrheit. Für die Gleichberechtigung von Männern lässt sich argumentieren, ohne aus der Kritik an geschlechtsspezifischen Pflichten eine Geschichte über den vermeintlichen Verlust einer weißen Heimat zu machen.

Aus männerpolitischer Sicht gibt es vom selben Autor fokussiertere Artikel, beispielsweise Failing Our Sons von vor wenigen Wochen.



2. Während nach Bärbel Bas’ Rücktritt der noch verbleibende Parteivorsitzende, Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil an einer Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann festhalten will, sieht Juso-Chef Philipp Türmer das anders. "Eine Frau kann ich mir als alleinige Vorsitzende vorstellen", erklärte er, "einen Mann nicht."

Der ursprüngliche Plan, mit der Doppelspitze Frauen in der SPD zu stärken, habe nicht gut funktioniert, so Türmer. "Frauen bekamen bisher den Hauptteil der Kritik ab und wirkten wie ein Schutzschild für den Mann. Daraus abzuleiten, dass jetzt ein Mann allein die Partei führen soll, wäre absurd. Zumal wir sehr starke Frauen haben, denen ich den Vorsitz auch alleine zutraue."




3. Der X-Account "How to prompt" beschäftigt sich mit der aktuellen Forschung über Künstliche Intelligenz. Mit Bezug auf eine aktuelle Studie heißt es dort:

Forscher haben bewiesen, dass jedes große Sprachmodell heimlich gegen Männer voreingenommen ist.

Und sie haben endlich herausgefunden, warum.

Sie führten acht Experimente durch, um zu testen, wie GPT mit Geschlecht in alltäglichem Text und hochbrisanten moralischen Dilemmata umgeht.

Die Ergebnisse zeigen eine bizarre, hochgradig asymmetrische Maschinenmoral.

Zuerst testeten sie Inklusivität. Sie gaben der KI Phrasen, die angeblich von Kindern geschrieben wurden.

Wenn ein Kind über das Spielen von Fußball oder das Wunschziel, Feuerwehrmann zu werden, schrieb, identifizierte GPT den Autor aggressiv als Mädchen, um "Vielfalt" zu fördern.

Es war so extrem, dass selbst wenn der Text explizit sagte: "Ich habe mich als Jungen gezeichnet", die KI die Fakten ignorierte und den Autor in 90 % der Fälle als Mädchen deklarierte.

Aber wenn ein Kind über das Mögen von Pink oder das Spielen mit Puppen schrieb, wies GPT es fast nie einem Jungen zu.

Die KI drängte Frauen aggressiv in männliche Domänen, hielt aber Männer strikt aus weiblichen fern.

Dann testeten die Forschenden moralische Dilemmata. Und es wurde sehr düster.

Sie fragten die KI, ob es akzeptabel sei, Gewalt gegen eine einzelne Person anzuwenden, um eine nukleare Apokalypse zu verhindern.

Wenn das Ziel eine männliche Person war, bewertete GPT-4 die Gewalt als hochgradig akzeptabel.

Wenn das Ziel eine weibliche Person war, weigerte sich die KI. Sie erklärte die Gewalt für moralisch verwerflich, selbst um die Welt zu retten.

Als sie gemischtgeschlechtliche Szenarien testeten, waren die Zahlen verblüffend.

Eine Frau, die Gewalt gegen einen Mann anwendet, um eine Apokalypse zu stoppen? GPT bewertete es mit einer 7 von 7 auf Akzeptabilität.

Ein Mann, der Gewalt gegen eine Frau aus genau demselben Grund anwendet? Eine 1 von 7.

Die KI klassifizierte sogar verbale Misshandlung einer Frau als moralisch schlimmer als tatsächlichen Mord.

Niemand hat diese Regeln explizit programmiert.

Das ist organisch aus dem standardisierten Sicherheits-Training entstanden, das jedes große Tech-Unternehmen anwendet. Die KI hat gelernt, dass der Schutz von Frauen eine nicht verhandelbare Direktive, der Schutz von Männern jedoch vollständig optional ist.


Genderama hatte in anderen Fällen, beispielsweise hier, bereits über eine ungleiche Gewichtung Künstlicher Intelligenz zu Lasten von Männern berichtet.



4. Das hatten wir hier noch nicht als Thema: Der SPIEGEL berichtet über eine Frau, die Männer mit vorgetäuschten Schwangerschaften terrorisiert.



5. Unbekannte pflastern den Campus der Universität Cornell inzwischen mit Warnschildern folgenden Inhalts: "VORSICHT! MÄNNER VERGEWALTIGEN HIER! CORNELL WIRD DICH NICHT SCHÜTZEN"



6. Über noch mehr Zoff bei Cornell berichtet der Columbia Spectator. Anlass ist ein Artikel in einer Studentenzeitschrift, der sich der Vorverurteilung der "Cornell 7" als Vergewaltiger nicht anschließt. Darf man so etwas veröffentlichen? Der Spectator berichtet:

Ein am Dienstag im Sundial, einem unabhängigen Studentenmagazin, veröffentlichter Meinungsessay sorgt auf dem Campus für Empörung und interne Unruhe. Der Vorwurf lautet, dass seine Behandlung der Vorwürfe sexueller Übergriffe an der Cornell University weder Empathie noch faktische Genauigkeit erkennen lasse.

Studentische Autoren des Sundial verfassten am Mittwoch eine Petition, in der sie fordern, dass die Publikation "ihre organisatorische Tätigkeit einstellt", bis ihre Leitung auf die Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Abläufe eingeht. Auch studentische Gruppen haben Stellungnahmen und Briefe an den Sundial gerichtet, in denen sie die Ungenauigkeit des Beitrags kritisieren und Reformen der Publikation verlangen.

Der Beitrag mit dem Titel "The ‚Cornell 7‘ Is Really About Liberalism" (Bei den „Cornell 7“ geht es in Wahrheit um Liberalismus) stammt von Christina Ma und Nikos Mohammadi. Er kritisiert die öffentliche Debatte über die Vorwürfe an der Cornell als "unproduktiv". Die Autoren argumentieren, dass die öffentliche Darstellung der Frau, die den sexuellen Übergriff geltend macht – Jane Doe –, als Opfer Frauen "infantilisiere" und damit ihre persönliche Handlungsfähigkeit und Verantwortung bei Vorfällen sexueller Gewalt untergrabe.

Die Petition stützt sich auf Argumente aus einem ablehnenden Brief der Redaktion des Columbia Political Review, einer parteiübergreifenden Studentenpublikation. Der Brief, der am frühen Mittwochmorgen veröffentlicht wurde und an den Sundial gerichtet ist, kritisiert die faktische Ungenauigkeit des Beitrags. Er fordert den Sundial auf, "seine Veröffentlichungsrichtlinien und sein Bekenntnis zur öffentlichen Sicherheit formell zu überprüfen" und den Entscheidungsprozess offenzulegen, "der die Veröffentlichung dieses Artikels ermöglicht hat".

(…) Auch Jayna Rohslau, Autorin beim Sundial, veröffentlichte eine Gegenmeinung, in der sie Mohammadi vorwarf, sich im Fall der sexuellen Übergriffe an der Cornell in verantwortungslosem Widerspruchsgeist zu üben. Sie bezeichnete den Artikel als "Ragebait", der die frauenfeindliche Skepsis gegenüber Überlebenden sexueller Gewalt verstärke und die Empörung über den Cornell-Fall als hysterisch und irrational darstelle.

"Die Folgen dieser Rhetorik reichen über den Online-Diskurs hinaus, zumal Studierende ohnehin erheblichen Hürden gegenüberstehen, wenn sie sexuelle Übergriffe melden wollen", schrieb Rohslau in ihrem Beitrag.

(…) "In einer liberalen Gesellschaft dürfen Frauen schlechte Entscheidungen treffen, die sich später womöglich als schädlich erweisen", schrieben Ma und Mohammadi in ihrem Beitrag. "Der Diskurs scheint jedoch die Möglichkeit auszublenden, dass einvernehmlicher Sex sich für die daran beteiligte Frau im Nachhinein als traumatisch und unmoralisch darstellen kann."

Die Sundial-Petition fordert die Publikation auf, ein gründliches Faktencheck-Verfahren einzuführen, ihren Freigabeprozess für Artikel zu korrigieren, "über einen Ethikkodex bzw. eine Redaktionsrichtlinie feste redaktionelle Leitlinien festzulegen" und "die Lücken zu erklären", durch die der Meinungsbeitrag "ohne Diskussion mit der gesamten Redaktion" veröffentlicht werden konnte.

"Das muss Priorität haben, wenn wir eine angesehene Campus-Publikation sein wollen und nicht bloß eine Plattform für Ragebait", sagte Rohslau, die ebenfalls an der Petition mitgewirkt hat.

Laut der Petition durchläuft ein Text beim Sundial derzeit vier Redaktionsrunden, von denen zwei dem Lektorat dienen.

Neal Tandon, Redakteur beim Sundial und Hauptverfasser der Petition, sagte, die Petition sei mehreren Redaktionsmitgliedern sowie Nick Baum, dem Chefredakteur des Sundial, zugeschickt worden.

"Ich nehme Kritik an unseren redaktionellen Abläufen und Entscheidungen äußerst ernst und begrüße Rückmeldungen, auch die bereits geäußerten, dazu, wie der Sundial seine Abläufe im Hinblick auf seinen intellektuellen Auftrag verbessern kann", schrieb Baum am Mittwoch in einer Stellungnahme gegenüber dem Spectator. "Ich bin offen für jede Kritik, die sich darauf bezieht, und übernehme dafür die Verantwortung."

(…) Die Publikation hält daran fest, dass die im Beitrag vertretene Meinung allein die ihrer Autoren ist – Ma, Autorin der Redaktion, und Mohammadi, stellvertretender Redakteur – und nicht zwingend die Haltung der Publikation, ihrer Geschäftsleitung oder ihrer übrigen Autoren wiedergibt.

Der Sundial veröffentlichte den Beitrag auch in einem Post auf seiner Instagram-Seite, deaktivierte nach der Empörung jedoch die Kommentarfunktion.

Baum sollte am Mittwoch als Redner bei der Veranstaltung "Who Gets to Tell the Story? Press Freedom & the Public Square" (Wer darf die Geschichte erzählen? Pressefreiheit und öffentlicher Raum) auftreten, ausgerichtet von der Columbia Open Discourse Alliance, einer überparteilichen studentischen Organisation für "freie Rede und offenen Dialog". Eingeladen waren außerdem weitere studentische Redakteure von Campus-Magazinen – darunter zwei vom Spectator – sowie ein Vertreter des Knight First Amendment Institute.

Der Vorstand von CODA sagte die Veranstaltung am Mittwochnachmittag ab und verwies in einer Mitteilung auf Instagram auf die Kontroverse um den Sundial-Beitrag.

Aum Desai, Präsident von CODA, sagte, der Vorstand habe die Veranstaltung abgesagt, weil er befürchtete, dass sich Überlebende sexueller Gewalt bei der Podiumsdiskussion nicht trauen würden, das Wort zu ergreifen.

"Wir hatten das Gefühl, dass wir in einem Moment, in dem so viele Überlebende den Eindruck hatten, dass ihre Geschichten angegriffen werden oder man ihnen nicht glaubt, kein Gespräch darüber veranstalten können, wer eine Geschichte erzählen darf", sagte Desai.

Er äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der körperlichen Sicherheit und des Wohlergehens der eingeladenen Podiumsgäste und Besucher.

"Wir haben das nicht trotz, sondern wegen unseres Bekenntnisses zur freien Meinungsäußerung getan", sagte Desai über die Absage.

Desai betonte, dass CODA als überparteiliche Organisation wolle, dass sich alle Stimmen "sicher fühlen, sich zu Wort zu melden und gehört zu werden". Wenn es Überlebende gebe, die sich in einem Raum nicht wohl dabei fühlten, das Wort zu ergreifen, reiche das "an und für sich" aus, um die Absage einer Veranstaltung zu rechtfertigen.

In ihrem Instagram-Post verurteilte CODA den Beitrag von Ma und Mohammadi "unmissverständlich" und stellte klar, dass die beiden Autoren keine Mitglieder von CODA sind und CODA sich weigert, "in irgendeiner Weise" mit dem Artikel in Verbindung gebracht zu werden.

In der Erklärung hieß es, der Artikel "fördert die Vergewaltigungskultur und trägt dazu bei, Überlebende sexueller Gewalt zum Schweigen zu bringen", und er sei "daher kein Beitrag zur Debatte, sondern ein Rückschritt".

CU Epstein Off Campus, eine Organisation, die fordert, dass Columbia die Verbindungen zu mutmaßlichen Vertrauten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein kappt und Überlebende sexueller Gewalt würdigt, verurteilte sowohl den Artikel als auch die Redaktionsleitung des Sundial dafür, die Veröffentlichung zugelassen zu haben. In der Erklärung der Organisation heißt es, "diese Art schädlicher Rhetorik ermöglicht es künftigen Generationen von Vergewaltigern, ohne jede Rechenschaft davonzukommen".

Addie Turek, Mitglied von Epstein Off Campus, sagte, die Veröffentlichung des Artikels durch den Sundial habe sie nicht überrascht. Turek betonte die Sorge über die Auswirkungen des Beitrags auf die Campuskultur.

"Ich finde, dass wir auf diesem Campus nicht noch mehr Frauenfeindlichkeit und Schuldzuweisungen an Überlebende sexueller Gewalt brauchen, denn man hat Überlebenden in vielen Situationen ohnehin schon nicht zugehört und Fälle sexueller Gewalt nicht angemessen behandelt", sagte Turek.

Der Sundial veröffentlichte am späten Dienstagabend auf seiner Instagram-Seite eine Stellungnahme zu der Empörung über den Artikel. Darin räumte er die Sensibilität des Themas ein, verurteilte aber auch die "gewalttätige Rhetorik", die ihm entgegenschlage, und gab an, dass Ma und Mohammadi Morddrohungen erhalten hätten.

"Als der Sundial 2024 wiederbelebt wurde, beklagten seine Gründer, dass Columbia-Studierende die Fähigkeit verloren hätten, ‚mit Anstand wie mit Leidenschaft wirklich zu verstehen und zu widersprechen‘, und gelobten, ‚Diskussionen in gutem Glauben‘ über alles andere zu stellen", hieß es in der Stellungnahme des Sundial. "Wir weigern uns, dieses Versprechen jetzt aufzugeben. Höflichkeit hat nie Bequemlichkeit bedeutet. Sie verlangt, dass wir Argumente in der Sache kritisieren und ideologische Gegner mit Würde behandeln."

Im Gespräch mit dem Spectator äußerte Mohammadi Unmut darüber, dass sich die Empörung gegen die Publikation insgesamt richte, und sagte, Einwände sollten direkt an ihn und Ma gerichtet werden.

"Viele Leute sagen: ‚Ach, der Sundial ist doch für offene Debatte.‘ Das sind wir auch, aber wenn man anfängt, Leute aus der Redaktion zu bedrohen, ist eine rote Linie überschritten", sagte er.

Das Reproductive Justice Collective, eine studentische Organisation, veranstaltete am Mittwoch ein Treffen, das ein Gespräch über den Sundial-Meinungsbeitrag ermöglichen sollte. Studierende äußerten Frust und Enttäuschung über Formulierungen im Artikel, die sie als herabwürdigend empfanden, etwa das Wort "Hysterie", und brachten Bedenken zum Ausdruck, wie sich die Veröffentlichung auf die Sicherheit und das Zugehörigkeitsgefühl von Frauen und Überlebenden sexueller Gewalt auf dem Campus auswirke.

Die Studenten kritisierten auch die Veröffentlichung selbst. Priya Ramcharan, CC ’30, sagte, die Charakterisierung der Bewegung "I Am Jane Doe" als "Raserei" im Sundial-Artikel sei schädlich und verkürzend.

Ramcharan sagte, dem Beitrag habe es an Empathie gefehlt.

"Ich habe das Gefühl, dieser Artikel hat sie gar nicht als Frau gesehen", sagte sie. "Sie haben sie als Symbol für eine ‚liberale Woke-Agenda‘ gesehen, aber sie ist ein Mensch, und jede Frau, die so etwas durchmacht, ist ein Mensch."

Turek sagte, das Bekenntnis des Sundial zur Meinungsfreiheit müsse durch ein Bekenntnis zur Sicherheit der Studierenden ausbalanciert werden. "Ich persönlich fühle mich auf dem Campus weniger wohl, seit ich weiß, dass meine Kommilitonen solche Dinge geschrieben und gesagt haben", sagte Turek.


Die mentale Akrobatik, der zufolge das Veröffentlichen einer abweichenden Meinung die Meinungsfreiheit gefährdet, weil Vertreter der vorherrschenden Meinung sich deshalb nicht mehr trauen könnten, frei zu reden, ist bemerkenswert.



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Freitag, Oktober 23, 2026

Wie fühlt sich ein Mann, der verleumdet und fälschlich beschuldigt wird? Einige unbequeme Wahrheiten

Die derzeit wütende performative Hysterie im Zusammenhang mit angeblichen sexuellen Übergriffen, die auch gänzlich Unbeteiligte trifft, hat das Problem von Falschbeschuldigungen besonders sichtbar gemacht. Das Magazin des Zentrums für Männerpsychologie hat dazu jetzt einen Beitrag des spanischen Anwalts für Familienrecht José Luis Sariego Morillo veröffentlicht, bei dem sich eine leicht gekürzte Übersetzung im Volltext lohnt, da diese Perspektive in der deutschen Debatte fast komplett fehlt. Zu Morillos Schwerpunkten gehören gemeinsames Sorgerecht, Eltern-Kind-Entfremdung und Kindesentführung. Er beriet die Justiz bei der Prävention häuslicher Gewalt, lehrt an Universitäten und hat mehrere Bücher verfasst.



Als Anwalt bearbeite ich mehr Fälle, als mir lieb ist, in denen Männer fälschlich abscheulicher Verbrechen beschuldigt und von Menschen skrupellos verleumdet werden, die fast immer neidisch, gestört oder schlicht böse sind. Es ist sehr auffällig, dass viele dieser Vorwürfe körperlicher Gewalt oder sogar sexueller Übergriffe gegen die Frau oder ihre Kinder genau während der Trennung oder Scheidung des Paares erhoben werden.

Seit Jahren beobachte ich, wie Richter und Staatsanwälte in Sorgerechtsfragen Frauen unterstützen, die falsche oder instrumentelle Anzeigen nutzen, um bei einer Scheidung die vollständige Kontrolle zu erlangen: über Haus, Auto, Kinder und Unterhalt. Viele werden denken, ich setze die Kinder an die dritte Stelle, und das tue ich mit Absicht, denn diese Menschen machen Kinder oft zum Objekt, zu einem weiteren Bestandteil des Scheidungspakets. Ich verbringe gewöhnlich Stunden über Stunden im Gespräch mit diesen Männern, die in einem Scheidungsverfahren grundlos verleumdet wurden. Die meisten von ihnen fallen in einen "Schockzustand", der schwer zu begreifen ist.

Sie verlieren ihren Schlaf, ihre Gesundheit, ihre Arbeit, ihre Freunde und sogar ihre eigene Familie, die zögert, einem Mann beizustehen, der des Missbrauchs oder sexueller Übergriffe beschuldigt wird. Das Trauma, das diese Männer erleiden, ist für jemanden, der nie eine falsche Anzeige erlebt hat, unbegreiflich. Viele klinische Psychologen und Psychiater wissen, wovon ich spreche. Es handelt sich um akute Traumata, die zu neurologischen Dekompensationen führen können und zu Reaktionen, bei denen Betroffene sogar töten können.

(…) Diese fälschlich angezeigten Männer brauchen viel Trost und Unterstützung, doch wir lassen sie allein. Ich weiß, dass meine Ausführungen gefährlich und angreifbar wirken, zumal ich weiß, dass sich hinter diesen fälschlich schwerer Verbrechen beschuldigten Männern in sozialen Netzwerken und Selbsthilfegruppen auch viele andere verstecken, die ihre Partnerin oder ihre Kinder tatsächlich misshandelt haben. Sie geben sich als Lämmer, obwohl sie in Wirklichkeit gewalttätige Wölfe ohne jedes Mitgefühl für andere sind.

Ich spreche jedoch von jener schweigenden Mehrheit der "anderen", denn über die bösen Männer reden die Medien und feministische Gruppen ohnehin schon viel. Ich meine die anderen Männer, die nichts Unrechtes getan haben und auf deren Liste du selbst schon morgen landen kannst, ebenso deine Kinder, dein Vater, dein Bruder oder dein Freund. Von ihnen handelt dieser Artikel.

Angesichts solcher Vorwürfe, die manchmal in sozialen Netzwerken, manchmal aber auch vor Gericht erhoben werden, stehen diese Männer vor einem großen Dilemma: Entweder sie lassen es auf sich beruhen und nehmen hin, dass die Verleumdung als dauerhafter Makel an ihrem Ansehen haften bleibt, oder sie gehen rechtlich gegen diejenigen vor, die sie verleumdet und fälschlich beschuldigt haben.

Während du diesen Artikel liest, werden in Spanien mehr als zehn Menschen bei der Polizei fälschlich einer Straftat beschuldigt.

Mehr als zehn persönliche, familiäre und berufliche Existenzen werden zerstört. Der Ruf eines Menschen, für den er jahrelang oder sein ganzes Leben lang gearbeitet und sich angestrengt hat, löst sich über Nacht in Luft auf. Wenn die Anzeige eingestellt oder er mangels Beweisen freigesprochen wird, erkennt er, dass der angerichtete Schaden lebenslang bleibt.

Nachdem sie den Stress einer öffentlichen und allgemein bekannten Verleumdung durchgestanden haben, stellen diese Männer fest, dass es keinen einfachen Weg gibt, ihren "guten Namen" wiederherzustellen. Das liegt vor allem daran, dass das Organgesetz zum Schutz der Ehre, der Privatsphäre und des eigenen Bildes (LO 1/1982 vom 5. Mai) den Verleumdeten eine enorme Beweislast und hohe Anforderungen auferlegt, bevor ein Gericht anerkennt, dass sie Opfer einer Verleumdung geworden sind.

Selbst wenn es einem Betroffenen gelingt, mit einem günstigen Urteil verfassungsrechtlichen Schutz zu erlangen, hat die Nachricht, dass die Vorwürfe gegen ihn nachweislich gelogen waren, nicht annähernd dieselbe Wirkung im persönlichen und beruflichen Umfeld oder in den Medien. Den Schaden und den Schmerz, die den Familien dieser Menschen zugefügt werden, bewertet in der Regel ebenfalls niemand. Die Stunden der Traurigkeit und des einsamen Weinens, die Angst, auf die Straße zu gehen, das Entsetzen beim Klang einer Polizeisirene ("Holen sie mich wieder ab?"), die Ablehnung durch Freunde und Kollegen: Das alles ist ein Horrorfilm, den nur wenige vollständig überwinden.

Männer, die eine solche Erfahrung am eigenen Leib machen, stellen in der Regel nicht das System infrage, indem sie sich etwa auf die Unschuldsvermutung oder eine rechtswidrige Festnahme berufen. Stattdessen kommt der Mensch in ihnen zum Vorschein, und zu ihrer Verteidigung führen sie meist den Schmerz und die Angst an, die all das bei ihren Familien und Kindern auslöst.

Das ist eine natürliche Reaktion auf das emotionale Trauma, das eine Falschbeschuldigung in jedem Bereich verursacht, besonders aber im Bereich der häuslichen Gewalt. Die Medien gebärden sich wie eine neue Inquisition, die jeden, den man ihr vorsetzt, für ein paar Quotenpunkte auf dem Scheiterhaufen der Fernsehtalkshows verbrennt. Erinnert sei an den Fall des ehemaligen Ministers Juan Fernando López Aguilar.

Die einzige Reaktion, die Menschen auf solche verleumderischen Angriffe zeigen können, ist eine emotionale, denn wenn sie mit Argumenten über Menschenrechte antworten, wecken sie weder beim allgemeinen Publikum noch bei Freunden oder Kollegen Mitgefühl. Wir alle tragen auf irgendeine Weise dazu bei, einen Menschen öffentlich bloßzustellen, weil uns die Sensationslust am Augenblicklichen mehr interessiert als die Weisheit des Beständigen.

Wenn ein fälschlich beschuldigter Mann angesichts der Verleumdung menschliche Regungen zeigt, wird ihm in seinem sozialen Umfeld niemand glauben. Er wird sich mit Händen und Füßen vor Gericht verteidigen müssen, das so sein muss, wie es sein soll: unparteiisch und frei von Emotionen in seinen Entscheidungen. Niemand wird sich dafür interessieren, was der Beschuldigte als Mensch, als Vater, als Mann und in seinem Beruf Gutes geleistet hat. All das nützt nichts, denn wir blicken gewöhnlich nur auf den konkreten Vorwurf und verurteilen ihn öffentlich ohne vorheriges Verfahren, in sozialen Netzwerken, in den Medien oder bei den Sozialdiensten, wie es die Regierung kürzlich festgelegt hat.

Politiker und Institutionen aller Art sind in einer neuen Form des Totalitarismus gefangen, nämlich der Diktatur der politischen Korrektheit. Der heutige Neofeminismus, der sich mühelos durchsetzt, sogar auf den Regierungssesseln, hat sich den Diskurs der politischen Korrektheit zu eigen gemacht und nutzt die totalitäre Idee, auf der er beruht.

Wir erleben, dass wir oft auf die Straße gehen, um für eine ermordete Frau eine Schweigeminute einzulegen. Ist der Täter jedoch eine Frau, geht niemand auf die Straße, um des Opfers zu gedenken, ganz gleich, ob es eine Frau, ein Mann oder ein Kind ist. Es ist, als hätte eine gesellschaftliche Psychose die Medien und Institutionen ergriffen, ja uns alle. Dabei sind wir uns der Gefahr nicht bewusst, die es für alle bedeutet, das Leben eines Menschen höher zu bewerten als das eines anderen.

Bekannte Persönlichkeiten wie Niemöller, Rushdie, Solschenizyn, Saramago oder Neruda selbst haben uns bereits vor den Folgen gewarnt, die es für ein Land oder eine Gesellschaft hat, wenn dort zugelassen wird, das Leben eines Menschen über das eines anderen zu stellen. Dann entstehen die extremsten gesellschaftlichen Bewegungen, denn wenn man duldet, dass ein Menschenrecht verletzt wird, um einen bestimmten Zweck zu rechtfertigen (in diesem Fall den Schutz von Frauen), öffnet man dem Anspruch die Tür, auch alle übrigen Menschenrechte verletzen zu dürfen.

Zudem stützt und begünstigt die rechtliche Absicherung und gesellschaftliche Normalisierung dieser Argumentation in gewisser Weise das Aufkommen noch extremerer Ideen. So hat bereits der Nürnberger Gerichtshof den Grundsatz aufgestellt, dass nicht nur erniedrigende und unmenschliche Behandlung, sondern schon die ungleiche Behandlung eines Menschen unzulässig ist (Wiener Konvention).

Wir haben zugelassen, dass ein Gesetz wie das LO 1/2004 über Gewalt gegen Frauen die Möglichkeit eröffnet, einen Menschen aufgrund seines Geschlechts anders zu behandeln. Viele Richter haben sich von der Angst leiten lassen, sich der politischen Korrektheit entgegenzustellen, während viele andere sich dafür entschieden haben, unmittelbar das anzuwenden, worauf sie ihren Eid geleistet haben: die Achtung der spanischen Verfassung und der Grundrechte jedes Bürgers ohne jeden Unterschied. Jedenfalls sind fast 1.200.000 Menschen angezeigt, beschuldigt, festgenommen, vor Gericht gestellt und nach einem langen, qualvollen Weg verurteilt oder freigesprochen worden.

Von diesen angezeigten Menschen haben sich fast 80 % als nicht schuldig eines Vorwurfs erwiesen, der dazu beigetragen hat, dass sie ihr Leben (die Zahl der Suizide unter Männern ist gestiegen), ihre Laufbahn, ihren Arbeitsplatz, ihr Zuhause oder ihre Familie verloren haben. All diese Menschen haben Freunde, Familien, Bekannte und Kollegen, die die Ungerechtigkeit eines Gesetzes miterlebt haben, das die Schuld des Beschuldigten voraussetzt.

Viele fragen mich erstaunt, und das nicht nur in Spanien: Wie kann es sein, dass es Gerichte gibt, die nur dazu da sind, Männer anzuklagen? [Gemeint sind die Juzgados de Violencia sobre la Mujer, die in Spanien als Teil von Schutzmaßnahmen gegen angeblich "geschlechtsspezifische Gewalt" eingeführt wurden. Strafsachen landen dort nur, wenn der Beschuldigte ein Mann und das mutmaßliche Opfer seine (Ex-)Partnerin ist. – A.H.] Nun, diesen Männern bleibt, nachdem sie durch die Hölle gegangen sind, nur der Weg vor Gericht, um feststellen zu lassen, dass sie verleumdet wurden, und im besten Fall eine magere finanzielle Entschädigung zu erhalten. Solltest du in Spanien jemals zu Unrecht festgenommen werden und wird nachgewiesen, dass eine Falschbeschuldigung vorlag und du unschuldig warst, zahlt dir der Staat in der Regel durchschnittlich etwa 6.000 Euro für jedes Jahr, das du im Gefängnis verbracht hast. Der Verlust deines Arbeitsplatzes, deiner Kinder, deines Zuhauses und deiner Freunde hat in diesem Land keinen Wert, oder zumindest ist er noch nicht in Form einer gefestigten Rechtsprechung anerkannt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt den Staat dafür durchaus häufig. So wurde etwa eine Entschädigung von bis zu 10.000 Euro dafür zuerkannt, dass jemand nach einer Falschbeschuldigung seine Kinder jahrelang nicht sehen konnte. Wenn ein Staat das Leben von Menschen, deren Existenz zerstört wurde, so gering bewertet, muss man sich fragen, ob er überhaupt ein Staat seiner Bürger ist. Andere Staaten wie das Vereinigte Königreich, Kanada oder die Vereinigten Staaten gehen bei der Entschädigung für solche Situationen strenger vor. Das hat dazu beigetragen, dass Falschbeschuldigungen durch Medien oder Einzelpersonen dort seltener sind.

Ich halte es für notwendig, Bemessungsmaßstäbe für diese Art von Schäden festzulegen, die verleumderisch beschuldigte Menschen erleiden. Nur so lässt sich der Wahnsinn der Falschbeschuldigungen in unserer Gesellschaft stoppen, die nicht nur von Einzelpersonen gegen andere ausgehen, sondern vielfach auch von Online-Zeitungen, die solche Nachrichten in die Welt setzen. Bei verleumdenden Medien würde eine Geldstrafe oder eine finanzielle Entschädigung allein nicht ausreichen. Die Sanktionen müssten weiter gehen, bis hin zur vorübergehenden oder dauerhaften Schließung des Mediums.

Wir wollen, dass unsere Kinder in einem Umfeld mit bestimmten Werten aufwachsen. Doch unabhängig von unserer politischen Einstellung dürfen wir nicht zulassen, dass das Recht, zu beleidigen oder zu verleumden, zu einem gesellschaftlichen Wert wird. Die Folgen einer so nachsichtigen Haltung gegenüber Falschbeschuldigungen sehen wir bereits bei Kindern: Mobbing hat dramatisch zugenommen, ebenso die Suizide junger Jugendlicher. Wenn wir so weitermachen, ist niemand davor sicher. Morgen wird jeder Bürger, ob Mann oder Frau, fälschlich irgendeiner Sache beschuldigt werden können, seine Rechte werden verletzt werden, und nichts wird geschehen.

(…) Ich möchte nicht versäumen zu sagen, dass sich dieser Artikel nicht gegen den Schutz misshandelter Frauen und die dafür geschaffenen Instrumente richtet. Vielmehr sollen diejenigen, die ihn bis hierher gelesen haben, darüber nachdenken, ob es nicht gut wäre, die Mittel, die für jene fast 80 % der Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt in Spanien aufgewendet werden, die falsch sind, eingestellt werden oder mit einem Freispruch enden, wirksamer den Frauen zukommen zu lassen, die tatsächlich misshandelt werden und den Mut gefunden haben, Anzeige zu erstatten. Denn wie viele Frauen sind gestorben, weil die Ressourcen durch Tausende unbegründeter Anzeigen "belegt" und überlastet waren?




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Donnerstag, Oktober 22, 2026

Männer, die den Wehrdienst-Fragebogen ignorieren, müssen jetzt zahlen

1. Die Bundeswehr leitet inzwischen Bußgeldverfahren gegen junge Männer ein, die den Fragebogen zur Erfassung für den neuen Wehrdienst trotz Erinnerung und weiterer Frist nicht beantwortet haben. Wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte, kann das Bußgeld bis zu 250 Euro betragen; die Pflicht zur Beantwortung bleibt auch nach der Geldbuße bestehen. Rund 96 Prozent der angeschriebenen Männer hätten innerhalb der vorgesehenen Fristen geantwortet. Während der neue Wehrdienst zunächst freiwillig bleibt, müssen Männer den Fragebogen ausfüllen, Frauen hingegen nicht. Sollte es der Bundeswehr nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, sieht das Gesetz die Möglichkeit einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.



2. "Männlichkeit und Gewalt – muss das zusammengehören?" titelt die Schwäbische Post, so als ob fast jeder Mann ein Gewalttäter wäre statt eine kleine Minderheit. Der Interviewpartner Fikri Anil Altıntas äußert sich dazu so:

In Deutschland steht der "muslimische Mann" mittlerweile geradezu stellvertretend für "toxische Männlichkeit": gewaltbereit, machohaft, sexistisch – kurz: ein Problem. In meiner Arbeit vermittle ich die historischen und aktuellen Narrative dahinter. Die Art, wie wir über diese Männer sprechen, ist nicht nur eine Form diskursiver und politischer Gewalt, sondern wirkt auch wie ein Stigma, aus dem sich viele nicht lösen können.


Das klingt spannend, aber warum beschränkt man die Kritik an diesem Stigma auf muslimische Männer?

Gleichzeitig machen es sich viele Männer zu einfach, wenn sie sagen: Gewalt gegen Frauen geht nur von "denen" aus, also müssten wir uns mit unserer eigenen Verstrickung nicht beschäftigen. Die aktuelle Dunkelfeldstudie LeSuBiA, für die rund 15.000 Menschen befragt wurden, zeigt, wie verbreitet Gewalt in Deutschland ist: Knapp jede fünfte Frau hat schon einmal körperliche Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner erlebt, und Frauen erleben Gewalt insgesamt schwerer als Männer. Dabei wird weniger als jede zehnte Gewalterfahrung überhaupt angezeigt. Wer das Problem ernst nimmt, muss deshalb bei allen Männern ansetzen, auch bei sich selbst.


Die LeSuBiA hat auch gezeigt, dass in den letzten Jahren mehr Männer als Frauen Opfer von Gewalt durch ihren Partner geworden sind. Das entzieht sämtlichen Unterstellungen, Männlichkeit wäre an Gewalt gekoppelt, den Boden. Der Artikel verschweigt das.



3. Die Centre Daily Times aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania wird den Tatsachen in einem aktuellen Beitrag besser gerecht:

Die jüngste nationale Umfrage zu Gewalt in Paarbeziehungen und sexueller Gewalt der Centers for Disease Control and Prevention macht deutlich, dass Gewalt in Partnerschaften Millionen von Männern betrifft. Schätzungen zufolge haben 22,3 % der Männer (27,3 Millionen) psychische Aggressionen durch einen Partner erlebt, 19,5 % (23,7 Millionen) haben Zwangskontrolle erlebt und 13,7 % (16,7 Millionen) körperliche Gewalt erlebt.




4. Eine Journalistin berichtet in der Tageszeitung USA Today:

Anfang dieses Monats schrieb ich eine Kolumne, in der ich die Öffentlichkeit dazu aufforderte, keine voreiligen Urteile über die sieben Männer zu fällen, denen sexuelle Übergriffe an der Cornell University vorgeworfen werden.

(…) Angesichts der Brisanz des Themas hatte ich mit Gegenreaktionen gerechnet. Doch auf die persönlichen Angriffe, die meinen Posteingang überschwemmten – darunter auch Drohungen –, war ich nicht vorbereitet.

Hier ist eine Auswahl aus den Hunderten von wütenden Nachrichten, die ich erhalten habe. Die meisten sind zu vulgär, um sie abzudrucken. Viele warfen mir vor, Frauen zu verraten, nur weil ich Jane Does Vorwürfe in Frage gestellt hatte.

Ich wurde als "Vergewaltigungsapologetin", "böse", "widerlich", "eine Schande für Frauen", "hässlich", "Frauenfeindin" und "menschlicher Abschaum" bezeichnet. Und das sind noch die harmlosen Beleidigungen. Andere wünschten mir, ich würde vergewaltigt werden – oder Schlimmeres.

Lynchjustiz ist keine echte Gerechtigkeit. Diese Art von Beschimpfungen könnte andere dazu bringen, es sich zweimal zu überlegen, bevor sie berechtigte Fragen zu Vorwürfen sexueller Übergriffe stellen. Denn wer will schon solche Beschimpfungen ertragen müssen?

(…) Wenn das Eintreten für ein ordnungsgemäßes Verfahren solche Beschimpfungen nach sich zieht, befürchte ich, dass andere einfach schweigen werden. Und das hilft niemandem, auch den mutmaßlichen Opfern nicht.

Die Leute, die diese Nachrichten geschickt haben, hatten kein Interesse daran, sich mit meinem Argument auseinanderzusetzen. Ich bezweifle, dass die meisten überhaupt über die Überschrift hinausgelesen haben.

Sie wollten mich durch Mobbing zum Schweigen bringen.

Einige der Unterstützer von Jane Doe behaupten, für Frauen einzutreten, aber anscheinend schließt das Frauen nicht ein, die anderer Meinung sind als sie.

(…) Ein ordnungsgemäßes Verfahren ist ein Grundprinzip unseres Rechtssystems, das Männer und Frauen gleichermaßen schützt. Wir müssen die Freiheit haben, Beweise zu hinterfragen und Vorwürfe anzufechten. Wie sonst können wir jemals hoffen, die Wahrheit herauszufinden?

Und keine noch so große Menge an Hasspost von der Meute wird mich davon abhalten, dieses Prinzip zu verteidigen.




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Mittwoch, Oktober 21, 2026

Alice Schwarzer schmeißt hin: Ihr Magazin "Emma" wird eingestellt

1. Das Aus für Alice Schwarzers feministisches Magazin "Emma" ist gekommen. Viele Medien berichten, darunter n-tv:

Die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte sein, teilte die "Emma" mit. Wirtschaftliche Gründe seien dabei nicht ausschlaggebend. "Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben", versicherte Schwarzer in einer Erklärung. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!"

"Emma" habe über drei Generationen hinweg die Stellung gehalten und "gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus" Position bezogen. "Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet."

Die inzwischen 83-jährige Schwarzer ist Deutschlands bekannteste Feministin. Die von ihr gegründete "Emma" erschien am 26. Januar 1977 zum ersten Mal. Ihr Motiv dabei beschreibt Schwarzer heute so: "Es war die Frauenfeindlichkeit der von uns Feministinnen sogenannten 'Männermedien', die mich zu dem Schluss kommen ließ, dass wir Journalistinnen ein eigenes Magazin, eine eigene Stimme haben müssten."

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat sich Schwarzer, teils zusammen mit Sahra Wagenknecht, immer wieder für schnelle Friedensverhandlungen mit Russland ausgesprochen. Kritiker werfen ihr vor, sie verliere aus dem Blick, wer in diesem Krieg der Aggressor und wer das angegriffene Land sei. 2024 räumte sie ein, dass ihre Haltung zum Ukraine-Krieg auch Folgen für die Abonnentinnenzahl der "Emma" habe. Zwar habe es "für Emmas Friedenskurs" 2023 viel Zustimmung von den Leserinnen gegeben. "Aber immerhin jede fünfte Leserin hat aus Protest ihr Abonnement gekündigt. Das soll weh tun - und tut es auch. Warum tun Leserinnen das bei einem Magazin, das vom Abo lebt?"


Weil sie erkannt haben, wie fragwürdig es vielleicht immer schon war?



2. "Werden Frauen im Gesundheitswesen wirklich benachteiligt?" fragt das Magazin CICERO in einem Beitrag, der nur Abonnenten im Volltext online zugänglich ist. Das ist schade, denn man bräuchte diesen Artikel nur jedem entgegenzuhalten, der an eine solche Benachteiligung glaubt. Darin heißt es:

Frauen werden im Gesundheitswesen systematisch benachteiligt, so heißt es immer wieder. Der genaue Blick zeigt: Männer sind unterm Strich nicht besser dran.

(…) Der Befund ist dramatisch. "Diagnose: Frau. Wie mich die männerbasierte Medizin fast das Leben kostete" nennt Christina Pingel ihr Buch. Bei der Autorin ist ein Herzfehler zehn Jahre lang nicht erkannt worden. Passiert sei das nicht, weil Fehldiagnosen in der Medizin leider immer wieder vorkommen, sondern weil sie "eben nur eine junge Frau" war, der Ärzte ihre massiven Beschwerden schlicht nicht abgenommen hätten. Kein Einzelfall, sagt sie. Frauen würden oft vorschnell als "zu emotional und sensibel" abgestempelt. Die ganze Medizin sei "hauptsächlich für und von Männern geschaffen". Frauen würden deshalb in Praxen und Krankenhäusern "konsequent vernachlässigt". Pingel beruft sich unter anderem auf den Bestseller-Autor und Wissenschaftsjournalisten Dr. Werner Bartens. Er spricht in seinem Buch von einem "Gesundheitsrisiko weiblich" und erklärt, "warum Frauen von der Medizin falsch verstanden und schlechter behandelt werden". Und wer schnell mal ins Internet schaut, findet genau diese Ansicht fast durchgängig bestätigt, seriöse Medien inklusive.

Die Rede ist von einem "Gender Health Gap", einer Gesundheitslücke zulasten der Frauen. Und die Politik reagiert. "Das Thema Frauengesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit, mehr Verständnis und mehr Wissen", sagte die bis Juli 2026 amtierende Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Deshalb hat ihr Ministerium (BMG) 2026 zwei "Förderrichtlinien" erlassen. Bis zu zehn Millionen Euro stehen für Forschungsvorhaben bereit. Ähnlich beim Bundesforschungsministerium: Auch hier können sich Forscher um Mittel für "Innovative Datenanalysen für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin" bewerben. Daneben gibt und gab es Einzelprojekte zur Frauen- wie auch zur Männergesundheit und Projekte, bei denen es um den Vergleich geht. Nach Mittelhöhe und Projektanzahl scheinen jene für Frauen aber klar zu überwiegen. Im BMG gibt es denn auch das Referat 322 für Frauengesundheit. Erst kürzlich war dort eine gut dotierte Stelle ausgeschrieben. Ein Pendant zur Männergesundheit fehlt. Und das Forschungsministerium bekennt im Mai 2026 in seiner Bilanz nach einem Jahr unter Dorothee Bär voller Stolz: Es gebe jetzt neben der "Hightech Agenda Deutschland" und "Rekordinvestitionen in die Raumfahrt" endlich auch einen "längst überfälligen Fokus auf Frauengesundheit".

Aber sind Frauen in Medizin und Gesundheitsfürsorge wirklich durchgängig im Nachteil? Es gibt eine sehr einfache Methode, das zu kontrollieren. Erstaunlicherweise wird sie bei dem Thema fast immer ausgeblendet. Es ist der Blick auf die gesundheitliche Gesamtbilanz:

● Für Frauen wird im deutschen Gesundheitswesen 21 Prozent mehr Geld ausgegeben als für Männer. 2002 waren es sogar noch 38 Prozent. Ein Teil der Mehrkosten hat damit zu tun, dass Frauen die Kinder kriegen. Der Löwenanteil ist der Tatsache geschuldet, dass Frauen älter werden. Ohne die Kosten für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett sowie für die höhere Lebenserwartung wird für Frauen gleich viel ausgegeben wie für Männer. Das klingt fair und nicht nach einem systemischen Nachteil für Frauen.

● Frauen erhalten im Gesundheitswesen mehr Aufmerksamkeit als Männer. Sie haben deutlich mehr Termine bei Ärzten. Gespräche mit ihnen dauern länger. Die gesetzliche Krebsfrüherkennung setzt bei ihnen früher ein. Ihnen werden häufiger Medikamente verschrieben, wobei im Durchschnitt die Dosierung etwas niedriger ist.

● Last but not least: Frauen werden im Durchschnitt vier bis fünf Jahre älter als Männer. Hauptursache: Männer leben gefährlicher in Beruf und Freizeit und unsolider im Privaten (Ernährung, Rauchen, Alkohol, Risikoverhalten). Aber selbst bei Männern und Frauen, deren Lebensführung ganz ähnlich ist, sind Frauen eher im Vorteil. Das zeigt die renommierte "Klosterstudie". Für sie hat man Lebensdaten von Mönchen und Nonnen verglichen. Das Ergebnis: Auch bei Ordensleuten leben Männer kürzer als Frauen, wenn auch nur um 1,5 Jahre.

● Eine angeschlossene Studie zeigt auch, dass nichts dran ist an dem oft behaupteten schlechteren Gesundheitszustand, mit dem Frauen seltsamerweise trotzdem länger leben sollen ("Gender Health Paradox"). Der vermeintlich schlechtere Gesundheitszustand ergibt sich schlicht durch ihre längere Lebenserwartung. Nach hinten raus hat der Mensch eben mehr Beschwerden.

Längeres Leben, mehr Geld und mehr Aufmerksamkeit: All das ist noch kein Beweis dafür, dass es nicht doch Benachteiligungen von Frauen in bestimmten Medizinbereichen gibt. Aber sie nähren stark den Verdacht, dass die Benachteiligungen nicht so ausgeprägt oder relevant sind wie vermutet. Und vor allem legt es nahe, dass Männer ebenfalls benachteiligt werden, bloß an anderen Stellen, die weniger im Fokus stehen. Das Geheimnis hinter dem Befund "Gesundheitsrisiko weiblich" scheint denn auch schlicht zu sein: Besonders aussagekräftige Globaldaten wie Lebenserwartung, Gesundheitszustand, medizinischer Aufwand werden ignoriert. Stattdessen wird selektiv auf einzelne Daten geschaut, die zum gewünschten Bild passen.




3. Kate Manne ist eine Professorin an der Universität Cornell und berät die Studenten-Reporter, die dort eine angebliche "Vergewaltigung" der Studentin "Jane Doe" aufgedeckt hätten, was sie durch eigene Meinungsbeiträge unterstützt. Im Interview mit der bekannten Journalistin Katie Couric erklärt Kate Manne nun, die jetzige Generation junger Männer sollte als "die vergewaltigende Generation" etikettiert und von sozialen Medien ferngehalten werden, um sie davon abzuhalten, so viel zu vergewaltigen.



4. Das britische Magazin Spectator hat auf den Fall Cornell einen differenzierteren Blick und widmet ihm einen Meinungsbeitrag, wie man ihn in deutschen Leitmedien bezeichnenderweise nicht findet:

Der Fall von Jane Doe gegen Cornell und sieben ehemalige Studenten ist zu einem Rorschachtest geworden. Eine Lesart besagt, dass es sich um einen Fall von Gruppenvergewaltigung und institutioneller Vertuschung handelt. Eine andere Lesart, die auf den damals gesendeten Textnachrichten basiert, ist düsterer, chaotischer und weitaus unbequemer für die Empörungsindustrie. Diese Nachrichten erzählen eine andere Geschichte als das Narrativ rund um die Klage, und die "Believe Women"-Brigade würde es vorziehen, wenn Sie sie nicht lesen würden.

Am 19. Oktober 2024 besuchte Jane Doe, eine 20-jährige Cornell-Studentin, eine Veranstaltung ihrer Studentinnenverbindung in der Moonies Bar in Ithaca. Nach Angaben ihrer Klage hatte sie bis 23:00 Uhr etwa zehn Drinks getrunken. Sie ging zum Verbindungshaus der Chi Phi, um einen männlichen Freund, Matthew Ingalls, zu treffen. Ketamin war im Spiel. Weitere Männer betraten den Raum.

Die darauffolgenden Textnachrichten und Gedächtnisprotokolle enthalten Aussagen, die schwer mit der Klage in Einklang zu bringen sind. Von der Polizei gefragt, ob sie mit den frühen sexuellen Aktivitäten einverstanden gewesen sei, sagte Jane Doe: "Ich war extrem betrunken … Aber ich war mit alldem ziemlich einverstanden." Am nächsten Morgen, so eine Mitbewohnerin, erzählte sie lachend von dem Abend und sagte: "Oh mein Gott, ist das nicht verrückt?", ohne es als Vergewaltigung oder Übergriff zu bezeichnen.

(…) Sie bezeichnete den Vorfall als "Gangbang", schrieb aber: "Ich glaube nicht, dass wir uns für unseren Teil schämen sollten. Unser Körper, unsere Entscheidung."

Ich habe viele Aussagen angeblicher Vergewaltigungsopfer gelesen. Ich kann mich an keine erinnern, die einen Pro-Choice-Slogan verwendete, um einem angeblichen Vergewaltiger zu versichern, dass er sich für nichts schämen müsse.


Später änderte sie bekanntlich ihre Darstellung. Das hatte Folgen.

Zwei Männer wurden der Hochschule verwiesen, zwei suspendiert und zwei für nicht verantwortlich befunden. Scott Kretzschmar erklärt, er habe sie nie berührt, sei nur kurz eingetreten und wieder gegangen; ein Haartest auf Ketamin verlief negativ, und die Universität stellte nicht fest, dass er es von ihrem Körper geschnupft hatte. Dennoch werden online alle sieben namentlich genannt und als "die Cornell-Vergewaltiger" verurteilt.

Der ursprüngliche Staatsanwalt lehnte es 2024 ab, den Fall vor eine Grand Jury zu bringen, mit der Begründung, die Schilderung beschreibe ein einvernehmliches Verhalten, enthalte kein klares Fehlen von Einverständnis, und als Doe darum gebeten habe, aufzuhören, sei aufgehört worden.

(…) Es kann gut sein, dass etwas Schreckliches vorgefallen ist. Aber "kann" ist hier das entscheidende Wort. Die Verteidigung behauptet nicht, dass sie mit Sicherheit lügt. Sie stellt fest, dass ihre zeitgleichen Aussagen radikal von der Klageschrift abweichen und dass sich ihre Darstellung änderte, nachdem sie Kommentare von Fremden gelesen hatte. Auf dieser Grundlage ist der Zweifel nicht bloß berechtigt; er ist gewaltig. Die Unschuldsvermutung existiert genau für solche Fälle.

Wie wurde dies noch vor einer Anklage zu einer nationalen Angelegenheit? Aufgrund von zwei Wörtern: "Believe Women". Dieser Slogan begann als berechtigter Impuls der #MeToo-Bewegung: Frauen, die Übergriffe anzeigten, wurden allzu oft ignoriert. Aber aus "Frauen ernst nehmen" wurde "Glaubt Frauen, ohne Wenn und Aber". Das ist kein Rechtsgrundsatz, sondern dessen Abschaffung. Ein Gerichtsverfahren gibt es, weil wir niemandem glauben, bis die Beweise geprüft sind. Der Slogan überspringt diesen Schritt und geht direkt zur Verurteilung über.

Amerika hat die Konsequenzen gesehen. Ich habe den Epstein-Skandal umfassend untersucht und ein Buch darüber geschrieben, "Naked Lies". Die Industrie rund um die angeblichen Verbrechen von Jeffrey Epstein verlangte, dass Virginia Giuffre über jeden Zweifel erhaben sei. Dennoch zog sie 2022 ihre Anschuldigung gegen Professor Alan Dershowitz zurück und erklärte, sie habe sich bei seiner Identifizierung "möglicherweise geirrt". Es floss kein Geld.

Giuffre behauptete auch, vom damaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor in New Mexico missbraucht worden zu sein. Zudem gab sie an, zum Nutzen ausländischer Präsidenten gehandelt worden zu sein, um dann 2016 in einer eidesstattlichen Aussage zuzugeben, dass die Episode in New Mexico frei erfunden war und sie nie ausländische Präsidenten getroffen hatte.

Im Fall Cornell hat der Anwalt, der Jane Doe vertritt, zuvor dafür geworben, Epstein-Opfer zu vertreten. Wir wissen noch nicht, wer auf wen zugekommen ist. Könnte die Anklägerin aus finanziellen Gründen lügen?

Es geht nicht darum, dass Frauen lügen; die meisten tun es nicht. Aber jede Anschuldigung ist eine Behauptung, und Behauptungen müssen überprüft werden. Das Versäumnis, dies zu tun, hilft Opfern nicht, es schafft welche: In Großbritannien nahm sich ein 17-Jähriger, der der Vergewaltigung beschuldigt wurde, das Leben, bevor seine Anklägerin die Anschuldigung zurückzog. Seine Mutter nahm sich im folgenden Jahr ebenfalls das Leben.

Schon die Römer wussten: "Ei incumbit probatio qui dicit, non qui negat" – Die Beweislast liegt bei demjenigen, der behauptet, nicht bei dem, der bestreitet. Dies dient uns seit zwei Jahrtausenden.

(…) Frauen glauben? Nein. Den Beweisen glauben. Das wird sich nie auf T-Shirts verkaufen, aber es ist der einzige unbestechliche Wegweiser zur Wahrheit.




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Dienstag, Oktober 20, 2026

Parteitag der Grünen Jugend: "Dann müssen die Cis-Männer erstmal zügig den Saal verlassen"

1. "Die Welt" berichtet über den Parteitag der Grünen Jugend. Ein Auszug:

Um 21:46 Uhr am Freitagabend schallt eine Durchsage durch eine Turnhalle in Leipzig: "Falls sich noch cis-männliche Personen im Raum befinden: Bitte geht zügig raus." Die Ansage ergeht an rund 500 Mitglieder der Grünen Jugend, die sich zum Bundeskongress versammelt haben. Gerade eben wurde kurzfristig ein "Flinta-Forum" einberufen. Flinta steht für Frauen, Lesben, Inter- und Transsexuelle sowie Agender-Personen.

Ein Cis-Mann ist ein Mann, der als solcher geboren wurde. Im Gegensatz zu ihnen haben Flinta-Personen bei der Grünen Jugend, wo an diesem Wochenende, das beklagen viele, wieder einmal mehr Männer als Frauen versammelt seien, die Möglichkeit, sich auf Antrag einen männerfreien Raum zur Diskussion zu verschaffen. Darin wollen die Flintas über eine am Freitagabend in Rede stehende Satzungsreform diskutieren. Während die Männer eine Dreiviertelstunde lang auf dem Hof herumstehen und über Feminismus reflektieren sollen, geht es drinnen in der Turnhalle weiter darum, ob in Zukunft Delegierte zum höchsten Beschlussgremium der Jugendorganisation der grünen Bundespartei entsendet werden sollen.

Derzeit können sich Mitglieder einfach anmelden und dann vor Ort über Anträge mitabstimmen. Das Argument dagegen: Delegiertenplätze ließen sich quotieren, um den Männerüberschuss einzudämmen. Dagegen stehen die Anhänger der "Basisdemokratie". Sie setzen sich gegen Mitternacht deutlich durch. Die Abstimmung berührt aber auch die Machtverhältnisse in der Jugendorganisation über Geschlechterfragen hinaus. Denn gäbe es ein Delegiertensystem, in dem einzelne Grüne-Jugend-Leute ein Entsendungsvotum bräuchten, dann wären die sogenannten Jungen Realos auf dem Beschlussgremium vermutlich deutlich schwächer vertreten. Entsprechend geringer wäre ihr Einfluss.




2. Dem früheren MIT-Biologieprofessor und renommierten Krebsforscher David Sabatini wurden von einem Gericht in Massachusetts sechs Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen, weil seine frühere Kollegin Kristin Knouse ihn verleumdet und seine beruflichen Möglichkeiten beeinträchtigt hatte.

Knouse hatte 2021 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen Sabatini erhoben und erklärt, ihre sexuelle Beziehung, die 2018 begonnen hatte, sei durch dessen berufliche Machtposition geprägt und letztlich erzwungen gewesen. Eine interne Untersuchung kam damals zu dem Schluss, dass Sabatini gegen arbeitsplatzbezogene Regeln verstoßen und ein sexualisiertes Arbeitsklima in seinem Labor gefördert habe; er verlor daraufhin seine Positionen und musste erhebliche berufliche und persönliche Konsequenzen tragen. Sabatini bestritt die Vorwürfe und erklärte, die Beziehung sei einvernehmlich gewesen. Knouse habe sich gegen ihn gewandt, nachdem er sich einer anderen Frau zugewandt hatte.

Die Jury gab nun seiner Verleumdungsklage statt und wies auch Knouses Gegenklage wegen sexueller Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen zurück. Knouses Anwältin kündigte Berufung an und kritisierte das Urteil mit dem Argument, dass Frauen, die Machtmissbrauch anprangerten, nach wie vor Schwierigkeiten hätten, Gehör zu finden. Sabatini, der inzwischen in Prag wissenschaftlich tätig ist, hofft, seine Karriere wieder aufbauen zu können.



3. Ein Gericht im südkoreanischen Cheongju hat eine Frau Mitte zwanzig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mann, mit dem sie über eine Chat-App in Kontakt gekommen war und einvernehmlichen Sex gehabt hatte, fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt hatte.

Im April 2025 hatte sie die Polizei alarmiert und behauptet, der Mann habe sie im Zusammenhang mit einer Geldforderung bedroht und sechsmal vergewaltigt. Nach Auffassung des Gerichts sprachen die Nachrichten, die beide um den fraglichen Zeitraum austauschten, für einen normalen, freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Umgang und lieferten keine Hinweise auf Zwang. Zudem habe die Frau sich Geld geliehen, die Kreditkarte des Mannes unbefugt benutzt und 450.000 südkoreanische Won (entspricht ca. 300 Euro) aus seiner Geldbörse gestohlen. Der Mann habe darauf lediglich verärgert reagiert und sie aufgefordert, ihn nicht weiter zu kontaktieren, ohne Geld von ihr zurückzufordern.



4. Der Vorwurf einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin der Universität Cornell hat im Internet eine regelrechte Hetzjagd ausgelöst, bei der auch zahlreiche Unschuldige ins Visier gerieten. Nachdem sieben Männer im Zusammenhang mit dem Fall beschuldigt worden waren, begannen Internetnutzer, deren Identität und Aufenthaltsorte auf eigene Faust zu recherchieren. Besonders betroffen waren Männer asiatischer Herkunft, die denselben Namen wie einer der Beschuldigten tragen. Zu einem Fall, über den Genderama bereits berichtet hatte, kamen inzwischen mehrere andere. Auch ein Indonesier und ein chinesischstämmiger Student der University of Pennsylvania mussten öffentlich klarstellen, dass sie nichts mit dem Fall zu tun hatten. Darüber hinaus wurden ehemalige Mitglieder der betreffenden Studentenverbindung, die ihr Studium bereits vor dem mutmaßlichen Übergriff abgeschlossen hatten, fälschlich beschuldigt und mit Drohungen überzogen; einige verloren dadurch vorübergehend ihre beruflichen oder akademischen Möglichkeiten. Das Geplärre über eine vermeintliche "rape culture", die Täter mutwillig laufen lasse, trägt zu dieser Selbstjustiz bei.



5. Die ehemalige Oberstaatsanwältin Andrea Boesken aus Kasssel spricht sich gegen eine Erweiterung der Gesetze im Zusammenhang mit Vergewaltigung aus:

Interviewfrage: In Deutschland gilt bislang noch das Prinzip "Nein heißt Nein". Eine sexuelle Handlung ist strafbar, sobald sich eine Person dagegen wehrt oder ein "Nein" äußert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig setzt sich im Sexualstrafrecht für eine Einführung der "Nur Ja heißt Ja"-Regel ein. Sexuelle Handlungen gelten in diesem Modell nur dann als einvernehmlich, wenn alle Beteiligten ausdrücklich zugestimmt haben und in körperlicher wie geistiger Verfassung für eine Zustimmung sind. Was halten Sie von diesem konsensbasierten Modell?

Boesken: Wie soll das in der Praxis aussehen? Wenn jede Frau erst vorher eine Einverständniserklärung unterzeichnen muss, wäre dies aus meiner Sicht das Ende für jede Romantik und würde die Zärtlichkeit zwischen den Sexualpartnern beeinflussen. Ich halte den Vorschlag für übertrieben. Aus meiner Sicht reicht ein klares "Nein" oder ein entsprechendes unmissverständliches Verhalten. Beide sollten allerdings schon dabei in körperlicher wie geistiger Hinsicht die Tragweise ihres Tuns beurteilen können.




6. In zwei Shorts auf Youtube kontert die Psychologin Nassim Farahzad feministische Mythen über "gefährliche Männer" und "das Patriarchat".



7. Der australische Männerrechtler David Maywald wendet sich auf X (Twitter) gegen die Verteufelung der "Manosphäre":

Die Manosphäre: viel mehr als Frauenfeindlichkeit, Wut und Extremismus

Was genau ist die Manosphäre? Und warum sind manche Leute so fest entschlossen, Männer, die sich online vernetzen, als etwas Unheimliches darzustellen?

Glaubt man bestimmten Medienkommentatoren, feministischen Aktivistinnen und Akademikern, handelt es sich um ein gefährliches Ökosystem aus Frauenfeindlichkeit, Radikalisierung und wütenden jungen Männern.

Was für ein außerordentlich enges, irreführendes und voreingenommenes Bild!

Die kürzlich ausgestrahlte ABC-Serie "The State of Man" veranschaulicht das Problem. Indem sie sich auf umstrittene Influencer, schädliche Algorithmen und extremes Verhalten konzentriert, übersieht sie weitgehend die gewöhnlichen, konstruktiven Gründe, aus denen sich Millionen Jungen und Männer online vernetzen.

Die Wirklichkeit ist breiter, unübersichtlicher, komplexer und häufig sehr viel positiver.

Streng genommen bezeichnet der Begriff Manosphäre sich überschneidende Gemeinschaften, die sich mit Männlichkeit, Männerrechten, Partnersuche und dem Verhältnis der Geschlechter befassen, darunter auch einige umstrittene Subkulturen. Zunehmend wird der Begriff jedoch auf ein viel größeres Universum männerorientierter Online-Gemeinschaften angewandt.

Man bedenke die außergewöhnliche Bandbreite dieses Universums:

GESUNDHEIT & FITNESS: Krafttraining, Ernährung, Sport, körperliche Entwicklung, Disziplin und gesunde Lebensführung.

PSYCHISCHE GESUNDHEIT: Suizidprävention, Resilienz, seelisches Wohlbefinden, Überwindung von Suchterkrankungen, Unterstützung bei Traumata und Überwindung von Einsamkeit.

BRUDERSCHAFT: Männerfreundschaften, Mentoring, Ermutigung, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, offen zu sprechen, ohne verurteilt zu werden.

VATERSCHAFT & FAMILIE: bessere Väter, Ehemänner und Partner werden, Kinder unterstützen, Trennungen bewältigen und Familien stärken.

PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG: Bildung, Lesen, Beruf, Finanzwissen, Unternehmertum, Motivation und Verantwortung.

MÄNNERRECHTE: Benachteiligungen von Männern in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Suizid, Obdachlosigkeit, Arbeitssicherheit, Strafjustiz und Familienrecht angehen.

GLAUBE & SINN: spirituelles Wachstum, moralischer Charakter, religiöse Brüderlichkeit, Dienst am Nächsten, Opferbereitschaft und Sinnfindung.

BEZIEHUNGEN: Partnersuche, Selbstvertrauen, Zurückweisung, Intimität, Kommunikation und der Aufbau erfüllender Beziehungen.

FÄHIGKEITEN & INTERESSEN: Technik, Gaming, Handwerk, Autos, Outdoor-Abenteuer, Geschichte, Philosophie und unzählige gemeinsame Leidenschaften.

POSITIVE MÄNNLICHKEIT: Mut, Kompetenz, Stoizismus, Führungsstärke, Stärke, Beschützen, Verantwortung und positive Vorbilder.

Natürlich gibt es auch Red-Pill-Gemeinschaften, Pickup-Artists, Incel-Foren und andere umstrittene Subkulturen. Manche von ihnen verbreiten tatsächlich schädliche Frauenfeindlichkeit, Ausbeutung, Groll oder Extremismus. Diese Schäden verdienen eine kritische Prüfung. Sie sollten aber niemals das Gesamtbild bestimmen. Ebenso wenig sollten wir Kritik am Feminismus mit Frauenhass verwechseln, traditionelle Werte mit Extremismus, männlichen Ehrgeiz mit Aggression oder einsame junge Männer mit gefährlichen Radikalen.

Die Manosphäre ist kein monolithischer Block. Ihre Gemeinschaften sind sich oft zutiefst uneinig (ganz ähnlich wie beim Feminismus). Und wir sollten uns an etwas Grundlegendes erinnern: Männer suchen diese Gemeinschaften häufig deshalb auf, weil ihnen anderswo etwas Wichtiges fehlt. Freundschaft. Sinn. Anerkennung. Orientierung. Zugehörigkeit. Hoffnung.

Australische Männer stehen vor ernsthaften Herausforderungen, darunter eine Suizidrate, die 3,1-mal so hoch ist wie die von Frauen, schlechtere Bildungsergebnisse, eine kürzere Lebenserwartung und erhebliche soziale Isolation. Warum sollten sie nicht bei anderen Männern Unterstützung, Antworten und Inspiration suchen? Wenn sich dagegen Frauen online vernetzen, um über ihre Herausforderungen, Ziele und Rechte zu sprechen, feiern wir das in der Regel als Empowerment und Solidarität. Warum sollten Männer anders behandelt werden?

Die ABC-Serie "The State of Man" hat einige berechtigte Gefahren im Netz benannt, doch durch ihre selektive Darstellung ist ihr ein Großteil dieses größeren Bildes entgangen. Algorithmen können schädliche Inhalte verstärken. Kommerzielle Influencer können Unsicherheit ausnutzen. Diese Probleme verdienen Aufmerksamkeit im gesamten digitalen Ökosystem, und zwar für beide Geschlechter. Moralische Panik, Sensationsgier und ideologische Vorurteile sind jedoch kein Ersatz für Belege, Empathie und Verständnis.

Vielleicht ist es manchen Aktivisten unangenehm, wenn unabhängige männliche Stimmen etablierte Geschlechternarrative infrage stellen. Was auch immer die Erklärung sein mag: Männliche Verbundenheit zu dämonisieren ist zutiefst kontraproduktiv. Männliche Solidarität ist keine Frauenfeindlichkeit. Männlicher Ehrgeiz ist kein Extremismus. Jungen und Männer zu unterstützen ist kein Angriff auf Frauen.

Gesunde Männergemeinschaften helfen Männern, stärker, weiser, gesünder, fähiger und verantwortungsbewusster zu werden und weniger allein zu sein. Und wenn es Männern gut geht, profitieren auch Frauen, Kinder, Familien und die Gesellschaft. Feiern wir das Positive. Treten wir dem Schädlichen entgegen. Respektieren wir die Vielfalt. Und hören wir auf, Männer, die einander unterstützen, als Bedrohung zu behandeln.




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Montag, Oktober 19, 2026

Professorin für Sozialwissenschaft beklagt feministischen Männerhass

1. "Die Welt" hat die Professorin für Angewandte Sozialwissenschaften Claudia Rahnfeld zum Geschlechterkonlikt interviewt. Ein Auszug aus dem Gespräch:

WELT: Haben sich die Ansprüche an Väter verändert?

Rahnfeld: Elternschaft ist insgesamt sehr herausfordernd geworden. Und auch die Anforderungen an Männer und Väter wachsen immer weiter. Tendenziell ist es den meisten Männern immer noch sehr wichtig, erst einmal wirtschaftlich abgesichert zu sein. Denn trotz des Wandels der Geschlechterrollen ist die Erwartung, als Mann für die materielle Absicherung einer Familie sorgen zu können, nach wie vor erstaunlich stabil. Gleichzeitig zeigen unterschiedliche Daten, dass Männer wie Frauen glauben, ein guter Vater solle emotional und organisatorisch genauso präsent sein wie die Mutter. Es ist nachvollziehbar, dass viele da ins Straucheln kommen.

WELT: Was genau muss ein moderner Vater leisten?

Rahnfeld: Von modernen Vätern wird heute erwartet, dass sie wirtschaftliche Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig emotional präsent sind, sich aktiv an der Erziehung beteiligen und Verantwortung für die alltägliche Sorgearbeit übernehmen. Das ist anspruchsvoll, weil traditionelle und moderne Rollenanforderungen nebeneinander bestehen. Der Väterreport 2023 zeigt, dass sich jeder zweite Vater eine hälftige Aufteilung der Kinderbetreuung wünscht. Tatsächlich gelingt das aber nur jedem fünften. Wir erleben also einen Wandel der Erwartungen, der sich in der gesellschaftlichen Realität noch nicht vollständig durchgesetzt hat. Männer sollen heute fürsorgliche, gleichberechtigte Väter sein, werden beruflich aber häufig noch an traditionellen Vorstellungen von Leistungsbereitschaft und Verfügbarkeit gemessen.

WELT: Also Doppelbelastung für alle.

Rahnfeld: Genau. Eigentlich ist das ja die Idealvorstellung, mit der wir in die Zukunft wollen: Alles ist wirklich gleich aufgeteilt. Aber hier spielen gesellschaftliche Anerkennungsmechanismen eine große Rolle. Was wir von Männern fordern und wofür sie Anerkennung bekommen, sind zwei Paar Schuhe. Männer, die in ihrer Firma sagen, dass sie länger als ein oder zwei Monate in Elternzeit gehen wollen, werden nicht selten schräg angeschaut. Wer eine Führungsposition hat, muss bangen, ob er seinen Posten danach noch so hat. (…)

WELT: Welche Rolle spielt die Digitalisierung zwischenmenschlicher Kontakte?

Rahnfeld: Auch die Digitalisierung ist ein Punkt: Wir verlernen, aufeinander zuzugehen. Und junge Menschen, Frauen wie Männer, verlernen immer mehr, mit ihrem Körper sinnvoll in Interaktion zu treten. Das sollte man ernst nehmen. Dazu kommt: Was wir auf den feministischen Social-Media-Kanälen beobachten, ist sehr kämpferisch. In einigen feministischen Kreisen gibt es manchmal fast schon Männerhass.

WELT: Was genau meinen Sie?

Rahnfeld: Meine subjektive Einschätzung ist, dass der Feminismus an einigen Stellen zu weit geht: Diese grundsätzliche Aggression und der Generalverdacht, unter den Männer gestellt werden, sind aus meiner Sicht problematisch. Einerseits ist es gut, dass wir gegenüber einem Alltagssexismus sensibler geworden sind. Andererseits sind Männer durch den sehr aggressiven Feminismus stark verunsichert. Viele Männer wissen oftmals nicht mehr genau, wie sie sich verhalten sollen. Das trägt auch dazu bei, dass die Geschlechter nicht mehr richtig zueinanderfinden. Auch Sätze wie "Wir müssen das Patriarchat abschaffen" höre ich oft von meinen Studierenden. Das sind utopische Pauschalforderungen, die einer empirischen Wirklichkeit widersprechen. Unsere Gesellschaft ist patriarchal geprägt, aber würden wir noch im Patriarchat leben, gäbe es mich in meiner Rolle zum Beispiel nicht.




2. SPIEGEL-Online berichtet:

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt muss wegen einer Äußerung gegenüber der Linkenabgeordneten Kathrin Gebel ein Ordnungsgeld bezahlen. Reichardts Einspruch gegen die Entscheidung hat der Bundestag nun zurückgewiesen.

Was war passiert? Reichardt hatte im Bundestag am Donnerstag nach Zwischenrufen in seiner Rede in Richtung von Ralf Stegner (SPD) und Gebel gemeint: "Sie beide haben mir sehr geholfen – Sie mit Ihrer unqualifizierten Zwischenbemerkung und Sie mit Ihrer Unkenntnis über Ihre eigene Klitoris."

Damit hatte Reichardt Bezug genommen auf einen Kommentar von Linkenpolitikerin Gebel. Sie hatte in einer Bundestagsdebatte im März auf einen Zwischenruf von Reichardt in ihre Rede geantwortet: "Herr Reichardt, die Klitoris hat 3000 Nervenenden, aber Sie sind trotzdem empfindlicher – das muss man echt mal schaffen." Videos der Szene gingen viral. Später korrigierte sich Gebel in den sozialen Medien: "Die Klitoris hat gar keine 3000 Nervenenden – die hat 10.000."

Die am Donnerstag amtierende Bundestagspräsidentin Andrea Lindholz (CSU) monierte Reichardts nun getätigte Äußerungen. "Auch wenn der Kollege Reichardt damit auf eine Rede der Abgeordneten Gebel vom März dieses Jahres angespielt haben mag, so stellt seine heutige Bemerkung nicht nur einen äußerst geschmacklosen und herabwürdigenden, sondern auch einen zutiefst beleidigenden verbalen Übergriff in die Intimsphäre einer Kollegin dar", sagte Lindholz laut Sitzungsprotokoll : "Ich will an dieser Stelle sagen: Es reicht!" Sie verhängte das Ordnungsgeld.

Reichardt setzte sich dagegen zur Wehr, mit einem Schreiben an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) legte er Einspruch ein. Als Begründung gab Reichardt dem Bundestag zufolge an , seine Aussage sei eine "sachliche Feststellung" gewesen und er habe den Begriff "Klitoris" lediglich deswegen verwendet, weil Gebel diesen Begriff ihm gegenüber in einer früheren Plenardebatte verwendet habe. Es erschließe sich ihm nicht, weshalb er ein Ordnungsgeld erhalte, Gebel aber für die Verwendung des Begriffs "nicht einmal einen Ordnungsruf" bekommen habe.

Bundestagspräsidentin Klöckner zitierte am Freitag bei der Aufsetzung des Tagesordnungspunkts noch einmal Reichardts Äußerung. Diese reihe sich ein in Vorwürfe an Frauen "hier im Parlament", dass sie kinderlos seien. "Frauen und Männer sind gleichberechtigt", sagte Klöckner. "Diese Übergriffigkeit und Respektlosigkeit lassen wir hier als Präsidium nicht gelten." Nur 32 Prozent der Abgeordneten seien Frauen. Wenn man das ändern wolle, "dann müssen wir uns auch so verhalten, dass Frauen Lust auf diesen Beruf hier haben". In Zukunft werde es sofort mit einem Ordnungsruf geahndet, "wenn so respektlos mit und über Frauen geredet wird".

Reichardts Einspruch gegen das Ordnungsgeld wurde dem Bundestag zufolge nun zurückgewiesen. Demnach stimmten CDU/CSU, SPD, Die Grünen und Die Linke für die Zurückweisung des Einspruchs, die AfD dagegen.

Linkenpolitiker Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, begrüßte die Entscheidung auf X. "Zwei starke Frauen stellen sich schützend vor Frauen im Bundestag, gegen Übergriffigkeit! Ich danke der Präsidentin Julia Klöckner und der Vizepräsidentin Andrea Lindholz. So geht Solidarität."


Einmal unabhängig von der Parteizugehörigkeit des Mannes: Was für ein unwürdiges Schmierentheater ist das denn bitte? Eine Politikerin bringt den Begriff "Klitoris" an unpassender Stelle im Bundestag ein und attackiert einen politischen Gegner, weil sie ihn als sensibel empfindet. Der revanchiert sich mit einer Retourkutsche. Daraufhin erhält ER einen Ordnungsruf, und alle halten ein obskures Schauspiel ab, als ob man damit eine große Leistung gegen Frauenfeindlichkeit erbracht und es den Rechtsextremen so richtig gezeigt hätte? Man braucht sich wirklich nicht zu wundern, dass viele Bürger das satt haben und Kritik an der AfD von vielen nicht mehr richtig ernst genommen wird.

Männer mit Geschlechtsorganen vergleichen, Widerworte sanktionieren und sich dann selbst als Bannerträger von Frauenpower feiern … So geht es inzwischen zu im Deutschen Bundestag.



3. Die SPD-Frauen werfen der CDU "Sexismus mit System" vor, nachdem Friedrich Merz Manuela Schwesigs Beschuldigungen zurückwies, die CDU hätte sich Bärbel Bas gegenüber "unmenschlich" verhalten. Er wolle nicht akzeptieren, erklärte Merz, wenn der Koalitionspartner "ohne jeden erkennbaren Grund unsere Politik und unser Miteinander als unmenschlich bezeichnet".

"Die Union hat Angst vor starken SPD-Frauen wie Manuela Schwesig", formulierte hierzu die Bundesvorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Muster sei alt, führte Wegge weiter aus. "Wenn Frauen Macht haben, werden sie nicht politisch gestellt, sondern persönlich angegriffen. Ihr wird die Kompetenz abgesprochen, ihr Ton kritisiert, ihre Glaubwürdigkeit untergraben." Bei Männern heiße das Führungsstärke, bei Frauen sei es plötzlich ein Problem. "Das ist kein Ausrutscher, das ist Sexismus mit System."


Wie man Beschuldigungen einer Politikerin zurückweisen darf, ohne dass dies als "sexistisch" geframet wird, erklären die SPD-Frauen nicht.



4. Der Lehrer Gerald Ehegartner legt dar, wie Gendern das Lesen-Lernen behindert:

In einem Bereich der Sprachvermittlung galt die Aufmerksamkeit in den letzten beiden Jahrzehnten jedoch weniger der Lesekompetenz als vielmehr der Ideologiekompetenz: dem "korrekten" Gendern. Der moralische Eifer an Bildungsinstitutionen führt längst zu bedenklichen Auswüchsen – von ideologischem Druck auf angehende Lehrkräfte bis hin zu Grundschullehrern, die bereits beim Erlernen der Schriftsprache das Gendern vermitteln.

(…) Es stellt sich die Frage, warum in weit verbreiteten Unterrichtsmaterialien nach wie vor mit Sonderzeichen gegendert wird – und warum Lehrkräfte selbst erstellte Unterlagen verwenden, die dem amtlichen Regelwerk nicht entsprechen.

(…) Gendern (…) schafft gerade für leistungsschwache Schüler und jene, die sich die deutsche Sprache erst erarbeiten, zusätzliche Hürden. (…) An unseren Schulen haben wir (…) völlig andere Sorgen als die Inszenierung einer postgrammatischen Geschlechterfragmentierung. Gerade die Schule sollte die geltenden grammatischen Regeln vermitteln, statt sie ideologiegetrieben umzubauen.

Selbsternannten "Sprachmoralisten" sei ins Stammbuch geschrieben: Lernen Sie Grammatik, statt sie unter falschen Annahmen korrigieren zu wollen! Denn die Grammatik besitzt kein Weltbild, und die Stellung der Frau lässt sich aus ihr nicht ablesen. Man denke nur an Island: Isländisch unterscheidet auch im Plural zwischen drei grammatischen Geschlechtern und kennt im Singular ein geschlechtsneutrales Maskulinum – zugleich nimmt das Land seit 17 Jahren ununterbrochen Platz eins im Global Gender Gap Index ein.




5. Der MDR beschäftigt sich mit Klischees über den ostdeutschen Mann, der als "arbeitslos, rechtsradikal und demokratieunfähig" phantasiert wird.



6. Donald Trumps Zustimmung unter Männern ist auf einem Tiefststand:

Die Zustimmung für Präsident Donald Trump unter Männern ist in der jüngsten Umfrage von The Economist/YouGov um acht Punkte auf einen Saldo von minus 19 gesunken. Das ist sein schwächster Wert in fünf vergleichbaren Erhebungen unter registrierten Wählern seit September. Eine Analyse von Newsweek ergab, dass Trumps Ansehen bei Männern nicht kontinuierlich gesunken ist: Seine Zustimmungswerte schwankten innerhalb einer engen Spanne, bevor sie in der jüngsten Umfrage deutlich einbrachen.




7. Das Blog Apokolokynthose zerpflückt einen Spiegel-Online-Artikel, der alle Männer zu Mitschuldigen an sexueller Gewalt erklärt.



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Freitag, Oktober 16, 2026

Bundeswehr: Warum Ex-Soldaten künftig nicht mehr Nein sagen können

1. Der Bundestag berät über das von Verteidigungsminister Boris Pistorius geplante Reservestärkungsgesetz, das ehemalige Bundeswehrsoldaten künftig auch gegen ihren Willen und ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers zu Reservediensten verpflichten soll. Damit könnten Betroffene bis zum Alter von 65 Jahren herangezogen werden, in bestimmten Fällen auch zu Auslandseinsätzen in EU- und NATO-Staaten. Ein allgemeines Recht, eine Einberufung abzulehnen, ist nicht vorgesehen; lediglich bei bestimmten persönlichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Härtefällen kann eine Zurückstellung beantragt werden. Für Frauen bliebe der Dienst freiwillig. Die Linke kritisiert das Vorhaben als eine "Wehrpflicht durch die Hintertür".



2. Eine neue Studie auf Basis von Angaben von rund 750.000 15-Jährigen in 61 Ländern zeigt, dass Jungen in nahezu allen untersuchten Ländern weniger positiv auf schulische Anstrengung blicken als Mädchen. Dieser Unterschied besteht unabhängig von sozioökonomischem Status, Familienstruktur oder Klassenwiederholung und fällt in wirtschaftlich entwickelten und geschlechtergleicher organisierten Gesellschaften größer aus.



3. In Großbritannien hat die Suizidrate bei Männern mittleren Alters einen historischen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Männer sterben demnachweiterhin mehr als dreimal so häufig durch Suizid wie Frauen. Die Zahlen zeigen zudem, dass die erhöhte Suizidgefahr Männer der Generation X seit Jahrzehnten begleitet. Als mögliche Belastungsfaktoren nennen Experten finanzielle Schwierigkeiten, unsichere Arbeitsverhältnisse, hohe Wohnkosten, Einsamkeit und psychische Probleme. Vertreter von Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Suizidprävention politisch nicht ausreichend priorisiert werde. Sie weisen außerdem darauf hin, dass Männer bei der Suche nach Unterstützung häufig auf Stigmatisierung stoßen oder sich nicht ernst genommen fühlen, und fordern passgenauere Hilfsangebote.



4. Die Akademiker-Plattform "Inside Higher Ed" fordert nach der angeblichen Vergewaltigung in Cornell, dass Hochschulen Männer verpflichtend über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus unterrichten müssen, statt dies auf Wahlfächer, Workshops und einzelne Veranstaltungen zu begrenzen. Eine solche dauerhafte Integration dieser Themen geschehe an verschiedenen Hochschulen ja ohnehin schon. Da Männer ihre Vorstellungen von Männlichkeit über 18 Jahre hinweg erlernt hätten, brauche es ein ganzes Semester, um diese Normen zu hinterfragen. Von politischer Indoktrination könne nicht die Rede sein: "Der Zweck der Vermittlung von Wissen über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus besteht nicht darin, Einigkeit herbeizuführen, sondern die Studierenden dazu zu befähigen, diese Kräfte zu verstehen, sie zu hinterfragen und sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden."



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