Bundeswehr löscht kritische Kommentare zur Musterung
1. Das Hamburger Abendblatt berichtet:
Die Musterung ist vielen Männern insbesondere wegen eines Programmpunkts unangenehm in Erinnerung: die Untersuchung des Intimbereichs. Der sogenannte "Hodengriff" wird seit Inkrafttreten des neuen Wehrdienstgesetzes Anfang des Jahres und der steigenden Zahl an Musterungen wieder vermehrt durchgeführt.
Für Raphael Schulmeister-Dick ein Unding. In der Kommentarspalte des offiziellen Bundeswehr-Kanals bei Instagram „bundeswehrexclusive“ machte der Berufsschullehrer aus Bayern seine kritische Haltung deutlich. „Für so einen Eingriff in den Intimbereich aller 18-Jährigen brauchen wir gute Gründe, bisher konnte sie mir aber noch keiner liefern. Ihr vielleicht?“, schrieb er im Mai. Wenige Stunden später sind seine Kommentare gelöscht und sein Account blockiert, wie es in einer Klageschrift heißt, die dieser Redaktion vorliegt.
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2. In der Schleswig-Holsteinischen SHZ liest man unter der Schlagzeile "Schüler sagt Bundeswehr ab – und muss trotzdem mehrfach zur Untersuchung":
Mattis Jäger hat der Bundeswehr mehrfach mitgeteilt, dass er kein Interesse am Wehrdienst hat. Dennoch scheint das Prüfverfahren für den Schüler aus dem Raum Rendsburg kein Ende zu nehmen – verbunden mit Unterrichtsausfällen im Abiturjahrgang.
Wie Jäger berichtet, begann alles kurz nach seinem 18. Geburtstag im Februar mit einem Brief der Bundeswehr, dem sogenannten Fragebogen zur Wehrerfassung. Über einen QR-Code wurde er zu einer Befragung weitergeleitet – unter anderem zu seinem Interesse am Wehrdienst auf einer Skala von 0 bis 10. Er selbst betont, dort "0" angegeben zu haben.
Trotz seiner Absage erhielt er Monate später eine Ladung zur Musterung in Kiel. In den dortigen Gesprächen stellte er nach eigener Darstellung erneut klar, kein Interesse an der Truppe zu haben. Eine Bereitschaft zum Schießen oder zu Auslandseinsätzen verneinte er aus ethischen Gründen. Zudem gab er eine Laktoseintoleranz an. Zwar wurde er laut Bericht als "nicht dienstfähig" eingestuft – allerdings nur für sechs Monate.
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3. Das Overton-Magazin berichtet:
Die vierte Staffel der Netflix-Serie "Monster" befasst sich erstmals mit einer Serienmörderin. Prompt erfährt der Zuschauer, dass Frauen offenbar immer aus Notwehr töten.
Die Serie behandelt den historischen Fall von Lizzie Borden, die 1892 beschuldigt wurde, ihren Vater und ihre Stiefmutter mit einer Axt ermordet zu haben. Sie wurde freigesprochen. "Einer Frau war eine derart brutale Tat damals kaum zuzutrauen", heißt es in dem Artikel. "Fortan führte sie ein Leben in einigem Wohlstand, schließlich hatten die Eltern ein nicht unerhebliches Vermögen hinterlassen."
Die Netflix-Version ergänzt die historischen Fakten um weitgehend frei erfundene Elemente: Borden erhält ein Hausmädchen, das sie mit feministischen Ideen vertraut macht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine lesbische Beziehung, und gemeinsam töten sie die Eltern.
Die Serie stellt Borden damit als Frau dar, die sich gegen patriarchale Unterdrückung auflehnt und im Mord den einzigen Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung sieht. Ähnlich wird die Serienmörderin Aileen Wuornos dargestellt, die Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre mehrere Männer tötete. Die Serie suggeriert eine geistige Verbindung zwischen beiden Frauen und deutet ihre Taten als Reaktion auf erlittenes Unrecht. Am Ende kommt es gar zu einer Zusammenkunft im Jenseits, bei der Borden ihrer Nachfolgerin erklärt, dass man ihnen alles verzeihen werde.
In dem Artikel heißt es dazu weiter:
Die Macher der Serie besitzen (…) die Impertinenz, ihrem Publikum eine Staffel vorzusetzen, die sich über weite Strecken in Vulgärfeminismus übt. Die Vorgängerstaffeln betonten bei aller biografischen Einordnung stets auch das Teuflische ihrer Protagonisten. Nun zeigen die Produzenten vor allem Mitgefühl und Verständnis.
Über die historische Lizzie Borden ist vergleichsweise wenig bekannt. Kulturschaffende interpretieren die Welt nach ihren Vorstellungen. Insofern ist es völlig legitim, dass sie der Lizzie ihrer Serie mehr Kontur verleihen, als die Geschichtsbücher hergeben. Unglaubwürdig wird das Ganze allerdings in dem Augenblick, in dem historische Figuren Denkweisen an den Tag legen, die eher in den akademischen Diskursen unserer Gegenwart zu Hause sind. Lizzie als Feministin, als starke Frau, die sich auflehnt und ein selbstbestimmtes, lesbisches, emanzipiertes Leben führen möchte? Eine Lizzie, die Einsichten pflegt, die im Jahr 2026 geläufig sind, aber nicht unbedingt im Jahr 1892?
(…) Das Zwanghafte dieser Filmschaffenden sticht inzwischen so unangenehm hervor, dass man kaum noch von einer Traumfabrik sprechen mag. Gesinnungsfabrik träfe es wohl eher.
Lizzie ist anders als die übrigen Schwerenöter, die uns diese Reihe bislang vorführte. Keine habgierige oder psychotische Persönlichkeit, sondern eine Frau, die angeblich gar nicht anders kann. Sie muss zur Axt greifen, weil dies die einzige Möglichkeit sei, die einer Frau Ende des 19. Jahrhunderts bleibt, wenn sie frei sein möchte. So jedenfalls lässt sich die Botschaft der zehn Folgen verstehen.
Sie und die viel später mordende Wuornos sind in dieser Lesart keine Täterinnen, sondern von der Gesellschaft vergessene Opfer. Auch die schwierigen Lebensumstände der zuvor porträtierten Serienkiller wurden ausführlich behandelt. Doch die letzte Entscheidung zum Unvorstellbaren schrieb man letztlich der Toxizität ihrer Persönlichkeiten zu. Als Männer schlummerte in ihnen offenbar eine Kraft, die sie zu Monstern werden ließ. Bei den Frauen hingegen scheint die Gesellschaft selbst die Axt zu führen.
Hatten die Damen denn keine Alternative? Diese Frage stellen sich die Macher offenbar zu keiner Sekunde. Stattdessen präsentieren sie eine Hagiographie, ein Sittenbild protofeministischer Säulenheiliger.
(…) "Monster" ist kein Einzelfall. Immer wieder fallen neue Produktionen durch vulgärfeministische Ansätze auf, die einem denkbar schlichten Weltbild folgen: Die Frau ist Opfer, gleichgültig, was sie tut. Der Mann hingegen verfällt beinahe zwangsläufig in Täterschaft; seine Motive sind dabei zweitrangig.
Netflix vermarktet mittlerweile seit Jahren eine weibliche Jammerkultur, die sich nicht scheut, ideologische Flachheit als Kulturleistung auszugeben. Dass darin im Kern sogar eine frauenfeindliche Haltung steckt, scheint niemandem aufzufallen. Denn Frauen sind keine passiven Wesen, die zwangsläufig Opfer werden müssen und denen man deshalb jede Verantwortung für ihr Handeln absprechen darf.
4. Die Frankfurter Allgemeine hat in ihrer Wochenendsbeilage (nicht online) "50 Gründe, warum wir Männer noch brauchen" zusammengestellt. Eine kleine Auswahl:
Damit man sich mühelos daran erinnern kann, dass wir vom Affen abstammen. // Weil es weniger Gelegenheiten gäbe, auf dumme Kommentare ("Du hast aber zugelegt!") schlagfertig zu antworten ("Und Du erst!"). // Weil irgendjemand als schlechtes Beispiel vorangehen muss. // Weil man sich an irgendwas abarbeiten muss. // Weil es eine Genugtuung ist, sie zurechtzuweisen. // Weil irgendjemand die ganzen Jobs erledigen muss, die niemand sonst machen will: Müllabfuhr, Maurer, Kanalarbeiter, Datenanalyst (und Müll rausbringen). // Für Umzüge allgemein. // Damit man beim Kickboxen als Frau mit durchschnittlicher Kraft mal keine Rücksicht auf das Schmerzempfinden des Gegenübers nehmen muss. // Zum Schutz vor anderen Männern, und sei es nur vor deren Blicken.
5. Eine kulturvergleichende Untersuchung der Psychologin Maryanne L. Fisher, wertete ethnografische Aufzeichnungen aus 19 Gesellschaften aus, in denen Männer mehrere Ehefrauen haben. In zwölf dieser Kulturen (63,2 Prozent) fanden sich Berichte über körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Ehefrauen, darunter Schlagen, Beißen und Haareziehen. Häufige Konfliktgründe waren Eifersucht und die Konkurrenz um die sexuelle und emotionale Aufmerksamkeit des gemeinsamen Ehemanns (14 Kulturen), materielle Ressourcen wie Nahrung, Vieh oder Land (sieben Kulturen) sowie der Status innerhalb der Ehegemeinschaft. Die Ergebnisse widersprechen der verbreiteten Vorstellung, Frauen trügen Rivalitäten vorwiegend indirekt durch Klatsch und soziale Ausgrenzung aus. Auch direkte körperliche Aggression kann eine Rolle spielen.
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