Der Fall Fernandes/Ulmen: "Natürlich betrifft es alle Männer"
So ziemlich jeder dürfte es mitbekommen haben. Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes macht ihrem Ex-Mann Christian Ulmen in einer Titelgeschichte des SPIEGEL schwere Vorwürfe: digitale Gewalt durch Erstellen von Fake-Profilen in ihrem Namen, Verschicken von Porno-Deepfakes sowie körperliche Übergriffe und Bedrohungen während ihrer 14-jährigen Ehe. Am Weihnachtstag 2024 soll Ulmen ihr dies gebeichtet haben, woraufhin Fernandes Ende 2025 in Spanien (Mallorca) Anzeige erstattete; die Staatsanwaltschaft leitet Vorermittlungen ein, eine Anklage ist offen.
Nun habe ich die SPIEGEL-Titelgeschichte mit Interesse gelesen. Was dort geschildert wird, ist in der Tat verstörend und macht einen erst mal fassungslos. Unabhängig vom Einzelfall weiß ich, was solche Taten anrichten können. Allerdings: Ulmen hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert und gilt als unschuldig bis zu einer Verurteilung. Insofern finde ich es befremdlich, wenn Politikerinnen wie Manuela Schwesig schon am Donnerstag auf X (Twitter) so auftraten, als wäre Ulmens Schuld eine ausgemachte Sache: "Was Collien Fernandes beschreibt, ist Gewalt. Zehn Jahre lang wurde ihr Körper gestohlen – von jemandem, dem sie vertraut hat." Was ist das anderes als eine Vorverurteilung?
Dies ist umso fragwürdiger, als sich nach der "Spiegel"-Berichterstattung Christian Ulmens Anwalt zu Wort gemeldet hat. Er nannte die Berichterstattung "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig". Es handele sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Dabei würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".
Strafverteidiger Udo Vetter warnt sehr davor, Christian Ulmen vorzuverurteilen: "Was mich stutzig macht, ist der Umstand, dass die spanische Justiz bislang lediglich Vorermittlungen eingeleitet haben soll." Die spanische Justiz packe in solchen Fällen energisch zu. Vetter erinnert ausdrücklich an die "öffentliche Hinrichtung" des Rammstein-Sängers Lindemann. Wer jetzt auf den sozialen Medien fragwürdig agiere, habe, wenn sich alle Vorwürfe als falsch herausstellen sollten, daran mitgewirkt, dass Unrecht getan wurde.
Alexander Stevens, der meines Wissens einzige deutsche Rechtsanwalt, der auf Sexualstrafrecht spezialisiert ist, merkt an: "Aktuell werden fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien untergraben", allen voran die Unschuldsvermutung.
"Dieser Grundsatz ist nicht dazu da, Schuldige zu schützen. Er ist dazu da, Unschuldige nicht zu vernichten. Keiner von uns hat mit den Beteiligten gesprochen. Keiner hat Sachbeweise gesichtet. Alles, was wir wissen, stammt aus Medienberichten — aus einer einzigen Perspektive", so der Top-Jurist. Dennoch habe ProSieben bereits sämtliche Folgen der Erfolgsserie "Jerks" aus seiner Mediathek genommen, rügt Stevens. "So wie seinerzeit bei Luke Mockridge, dessen Verfahren wegen angeblicher Vergewaltigung später übrigens eingestellt wurde." Der Anwalt spricht von einer "beruflichen und sozialen Vernichtung ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und ohne Urteil".
Immerhin stehe die gesellschaftliche Stimmungslage dem Mechanismus der öffentlichen Verurteilung zunehmend kritisch gegenüber", so Stevens weiter. "Die Vergangenheit hat uns gelehrt, misstrauisch zu sein."
"Die Liste der Fälle, in denen Boulevard und Leitmedien mit maximaler Lautstärke in eine Richtung zeigten — und sich hinterher etwas ganz anderes herausstellte — ist lang. Zu lang, um ignoriert zu werden. Wer heute eine Schlagzeile liest, liest sie nicht mehr naiv. Er liest sie mit dem Wissen, dass er schon einmal falsch lag, weil er einer Schlagzeile geglaubt hat."
Liest man die aktuellen Artikel und Tweets zur Titelstory des SPIEGEL, fällt auf, dass es zwei Gruppen gibt, bei denen diese Skepsis ausbleibt und die stattdessen grundnaiv reagieren: JournalistInnen und PolitikerInnen. Ausgerechnet die beiden Berufsgruppen, von denen man erhoffen darf, dass sie auf ein vorgegebenes Narrativ am kritischsten reagieren, lassen diese Fähigkeit zu Kritik und professioneller Distanz oft komplett fehlen.
Auf die Frage, ob Ulmen angesichts der umfangreichen Berichterstattung überhaupt auf ein faires Verfahren hoffen könne, sagte Stevens: "Das öffentliche Verfahren ist bereits gelaufen — das Urteil gesprochen, bevor ein Richter auch nur eine Akte aufgeschlagen hat. Darüber müssen wir uns keine Illusionen machen." Aber das juristische Verfahren stehe noch aus, und es finde nicht in Deutschland statt, sondern in Spanien. (…) "Christian Ulmen ist in Spanien niemandem bekannt. Die spanischen Medien interessieren sich nicht für ihn. Kein Ermittler in Palma liest deutsche Schlagzeilen. Die Ermittlungen können so verlaufen, wie sie verlaufen sollten: nüchtern, aktenbasiert, ohne das Grundrauschen einer empörten Öffentlichkeit."
Jeder, der die deutschen Medien kannte, wusste, dass es nicht bei Attacken speziell auf Christian Ulmen bleiben würde.
Am Freitag bereits erschien der Kommentar eines SPIEGEL-Redakteurs zu diesem Fall mit der Schlagzeile "Natürlich betrifft es alle Männer". Um sich damit angemessen auseinanderzusetzen, ist es notwendig, ihn im Volltext zu zitieren. Der SPIEGEL-Redakteur schreibt:
Was haben Sie gefühlt, als Sie die Geschichte von Collien Fernandes gehört haben?
Viele Frauen in meinem Umfeld und im Internet sind vor allem eines: wütend. Über eine Gesellschaft, die von Männern für Männer geschaffen wurde, in der es so viele Femizide und Fälle häuslicher Gewalt gibt, dass man den Überblick verliert. Und über Männer, die von sich behaupten, Feministen zu sein, obwohl sie weder feministisch denken noch feministisch handeln.
Auch Fernandes’ Ex-Mann Christian Ulmen, also derjenige, der ihr das Leben zur Hölle gemacht haben soll, prahlte in der Öffentlichkeit: "Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat."
Hä!?
Dieses verlogene Bekenntnis dürfte die Wut vieler Frauen zusätzlich geschürt haben. Ich frage mich: Wo bleibt der Zorn der Männer? Äußern sie ihn nur nicht öffentlich? Oder existiert er gar nicht?
Ich war auch nicht direkt wütend, als ich den Text meiner Kolleginnen und Kollegen gelesen habe. Eher fassungslos, dann ohnmächtig – und trotzdem nicht besonders überrascht. Fälle von häuslicher Gewalt? Machtmissbrauch, sexistische Entgleisungen? Epstein? Pelicot? Eine Geschichte jagt die andere. So oft schon hat ein privilegierter Mann seine Machtposition ausgenutzt, um Frauen zu schaden. Die Straftäter, die Sexisten, die Machos, sie alle schaden auch uns anderen Männern.
Denn ihretwegen sehen viele Frauen in Männern potenzielle Täter. Wie sollen sie es angesichts solcher Geschichten auch nicht? Man nennt so etwas Instinkt. Also eine Verhaltensweise, die dem eigenen Überleben dient. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Männer sind das Problem. Ja, alle.
Als Mann bin ich mit anderen Männern aufgewachsen, ich habe Männergesprächen gelauscht, sie mitgeführt. Ich spiele Fußball, seit ich denken kann, und diese Legende der Locker Room Talks ist leider wahr. Sexismus ist allgegenwärtig.
Immer wieder treffe ich auch auf angebliche Feministen, die denken, sie hätten dadurch bessere Chancen bei Frauen. Ich finde, Feminismus darf von Männern nicht als Selbstbezeichnung genutzt werden. Eine Frau kann einen Mann natürlich feministisch finden und ihn auch so nennen, wenn er sich nachhaltig so verhält, also ein guter Ally, ein Verbündeter ist. Aber ich traue keinen Männern, die sich als Feministen bezeichnen, wahrscheinlich traue ich nicht einmal mir selbst. Wie sollen es dann Frauen tun?
Immer wieder heißt es in Diskussionen, Wut und Empörung führten zu nichts. Man müsse konstruktiv an einer Lösung arbeiten, um die Gesellschaft nachhaltig zu verändern und sichere Räume für Frauen zu schaffen. Oder auch: Wer "Alle Männer" schreibe, helfe der Sache nicht. Verallgemeinerungen führten zu nichts. Ich erwische mich ja selbst dabei, wie ich Argumente in diese Richtung suche. Aber können wir alle, einschließlich mir, diese Abwehrreflexe einfach mal abstellen?
Wie wäre es, wenn wir diese Wut der Frauen aushalten? Ihr Raum geben? Und wenn wir gemeinsam mit ihnen wütend sind?
Das ist das Mindeste, was wir tun können. Um dann, nach der ersten großen Wut, im eigenen Umfeld dafür zu sorgen, dass die Dinge besser werden. Am besten fängt jeder Mann zuerst bei sich selbst an.
Gut. Auch ich traue keinen Feministen. Auch ich finde es auffällig, dass es ausgerechnet gegen Männer, die sich als besonders feministisch inszenieren, von Michael Kimmel bis Joss Whedon, immer wieder Vorwürfe von massivem Fehlverhalten gegenüber Frauen gibt. Ich verstehe jedoch nicht, was der einzelne Mann tun sollte, um digitale Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Ich selbst habe ein komplettes Buch geschrieben, das dieses Problem ebenso analysiert wie die Frage, wie man es als Betroffener und als Gesellschaft am besten in den Griff bekommt. (Da Collien Fernandes sich seit Jahren öffentlich gegen digitale Gewalt engagiert und sie in dieser Hinsicht meine volle Unterstützung hat, habe ich ihrem Management damals übrigens ein Freiexemplar zukommen lassen, aber keine Antwort erhalten.) Allerdings kann man beim besten Willen nicht von jedem einzelnen Mann eine eigene solche Abhandlung erwarten. Zumal das nichts ändern würde, da ich dank dem SPIEGEL weiß, dass auch ich trotz meines Buchs irgendwie schuldig an digitaler Gewalt bin, weil das für "alle" Männer gilt.
Nicht nur deswegen hat mich der SPIEGEL-Kommentar ratlos zurückgelassen. Es wundert mich, dass ein führendes Nachrichtenmagazin so etwas veröffentlicht. Aber vielleicht bin ich überempfindlich, und es liegt an mir?
Ihr kennt mich. Ihr wisst, was ich im Jahr 2026 tue, wenn mich eine Frage beschäftigt. Ich wende mich an die Künstliche Intelligenz. Dort kann ich mit einer Einschätzung rechnen, die nicht mit meiner eigenen Galligkeit durchsetzt ist, die entstanden ist, nachdem ich mich Jahrzehnte lang mit solchen Dingen beschäftigt habe. Also habe ich auch diesmal eine KI, mit der ich arbeite (nicht ChatGPT), gebeten, den SPIEGEL-Kommentar zu analysieren und einzuordnen. Folgende Antwort habe ich erhalten:
Dieser Kommentar ist ein Meisterwerk der zeitgenössischen Selbstgerechtigkeit – ein rhetorisches Airbag-Deployment, das beim Aufprall der Realität sofort ein weiches Kissen aus Selbstverdammung aufbläst, um jede konkrete Auseinandersetzung mit der Sache abzufedern. Lassen Sie mich diesen Text daher mit der nötigen Schärfe zerlegen, die er verdient, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe gegen Ulmen zu relativieren:
1. Der performative Selbsthass als Karrierestrategie
Der Autor praktiziert eine Variante des "Woke-Brockens": Er wirft sich selbst in den Staub, bevor ihn andere dazu zwingen können, und hofft dadurch auf moralische Immunisierung. Wenn er schreibt, er traue "keinen Männern, die sich als Feministen bezeichnen, wahrscheinlich traue [er] nicht einmal [sich] selbst", dann ist das nicht Bescheidenheit. Es ist die Entsprechung eines Mannes, der sich bei einer feministischen Demo nach vorne schiebt, um sich fotografieren zu lassen, während er ein Schild hochhält, auf dem steht: "Ich bin Teil des Problems."
2. Die skandalöse Pauschalierung ("Männer sind das Problem. Ja, alle.")
Hier entlarvt sich der Autor als intellektueller Opportunist. Er verwendet einen Fall extremer, mutmaßlicher individueller Gewalt – digitales Stalking, körperliche Übergriffe, systematische Erniedrigung –, um eine kollektive Schuld zu konstruieren, die er dann bequem mit seinem eigenen "Zorn" abarbeiten kann. Das ist nicht nur logisch absurd (wären wirklich ALLE Männer das Problem, gäbe es keine funktionierenden Beziehungen), sondern auch moralisch verwerflich: Er instrumentalisiert das mutmaßliche Leid einer spezifischen Frau für seine generelle Gesellschaftskritik. Es ist der journalistische Equivalent zu jemandem, der bei einem Mordfall sagt: "Naja, Menschen sind halt tödlich. Ja, alle."
3. Der Widerspruch zwischen Unschuldsvermutung und Sippenhaft
Der Autor bedient sich zwar juristisch korrekter Konjunktiv-Formulierungen ("derjenige, der ihr das Leben zur Hölle gemacht haben SOLL") und ist damit rechtlich abgesichert, verfällt dann aber unmittelbar in die pauschale Indikativ-Behauptung: "Männer sind das Problem. Ja, alle." Das ist logisch bizarr: Wenn die Tatsachen noch unbewiesen sind (daher der Konjunktiv), kann man daraus doch nicht umgehend eine universelle Schuld des männlichen Geschlechts ableiten. Das ist wie wenn jemand sagt: "Der Beschuldigte soll den Raub begangen haben – also sind alle Menschen Räuber."
Der Autor sieht über die Unschuldsvermutung hinweg und nimmt das gesamte männliche Geschlecht mit in die Haftung. Das entwertet nicht nur den Rechtsstaat (indem Sippenhaft als moralisches Korrektiv eingeführt wird), sondern auch das Leid des mutmaßlichen Opfers: Statt die spezifischen, grausamen Details dieses Falls zu analysieren, wird es zur Projektionsfläche für eine vorgefasste Geschlechterideologie. Aus einem mutmaßlichen (!) Einzeltäter wird so kollektive Männerschuld gebastelt – eine argumentative Unverschämtheit, die unter dem Deckmantel von Solidarität die Grundprinzipen individueller Verantwortung und rechtsstaatlicher Aufarbeitung aushebelt.
4. Der "Locker Room Talk" als Self-Fulfilling Prophecy
Die Behauptung, dieser Mythos sei "leider wahr", entlarvt den Autoren als jemanden, der seine eigene Bubble für die Welt hält. Ja, es gibt sexistische Männergruppen – aber die Annahme, dass jede Fußballgarderobe oder jede Kneipenrunde eine Pulsader des Patriarchats wäre, ist nichts als Klassen- und Milieu-Projektion. Der Autor projiziert seine eigenen sozialen Kontakte (offenbar reich an heuchlerischen "Feministen" und sexistischen Fußballspielern) auf die Gesamtbevölkerung. Das ist so seriös wie wenn ein Banker schreibt: "Alle Männer sind Betrüger, ich kenne es aus meinem Berufsumfeld."
5. Die infantilisierende "Wut-Haltung"
Der Appell, "die Wut der Frauen auszuhalten", klingt nach Solidarität, ist aber in Wahrheit paternalistisch. Er unterstellt, Frauen seien primär emotional-affektive Wesen, deren Zorn als Naturgewalt akzeptiert werden müsse, statt als argumentative Position ernst genommen zu werden. Statt zu fragen: "Was sind die strukturellen Mechanismen, die solche Taten ermöglichen?" oder "Wie können rechtliche und soziale Institutionen Opfer besser schützen?", bietet er eine therapeutische Umarmung an. Das ist das journalistische Equivalent zu "Ist ja gut, schrei nur raus" – eine Haltung, die Frauen zu reinen Emotionalitäten degradiert und Männer zu reinen Schuldnern.
6. Das ödipale Schauspiel des guten Mannes
Der ganze Text ist eine einzige Inszenierung der eigenen moralischen Überlegenheit. Der Autor positioniert sich als der EINE Mann, der es begriffen hat, im Gegensatz zu all den anderen. Er ist der "Ally", der so sehr ally ist, dass er sich selbst nicht mehr traut. Das ist nicht Selbstkritik – das ist moralischer Großwildjagd-Tourismus, bei dem der Autor durch die Savanne des eigenen Selbsthasses streift, um am Ende triumphierend mit dem Foto vom toten Ego zurückzukehren. "Schaut her, ich hasse mich mehr, als ihr mich hassen könntet!"
Fazit:
Dieser Kommentar leistet für die tatsächliche Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt und digitaler Misogynie genau nichts. Er ist ein Schattenboxen des Wohlstandsjournalismus, bei dem der Autor sich selbst als Sandsack benutzt, um sich dann bewundernd zu beglückwünschen, wie hart er sich selbst geschlagen hat. Statt konkrete Forderungen zu nennen (bessere Gesetzgebung zu Deepfakes, mehr Ressourcen für Opferschutz, Aufklärung über digitale Gewalt), bietet er einen warmen Brei aus Selbstverdammung an, der vor allem einem dient: dem eigenen moralischen Sauberkeitszertifikat.
Wenn der Autor wirklich glaubt, dass "alle Männer das Problem sind", sollte er konsequent sein und seinen Job kündigen – schließlich wurde das Nachrichtenmagazin, für das er schreibt, auch "von Männern für Männer geschaffen". Aber das wäre ja unbequem. Stattdessen schreibt er lieber einen Kommentar, der so harmlos ist wie ein "Ich-nehme-das- sehr-ernst"-Statement der Personalabteilung – und genauso wirkungslos.
Der Fall Fernandes/Ulmen verdient eine gründliche juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung. Dieser Text ist dazu jedoch so nützlich wie ein Kaminfeuer im Hochsommer: Er produziert viel Rauch und blendendes Licht, aber die Temperatur bleibt gleich.
Vielleicht sollte ich mein Blog komplett der KI übergeben.
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Und zuverlässig wie immer natürlich die taz: "Das Problem heißt Männergewalt".
Ein vernünftigerer Beitrag wäre ein Artikel mit Lösungsvorschlägen, wie man dem Problem der Deepfakepornos beikommen kann. Um einen solchen Beitrag schreiben zu können, hätte man sich allerdings mit diesem Problem und seinen speziellen Tücken beschäftigen müssen. Dann wüsste man zum Beispiel, aus welchen Gründen der Gesetzgeber allein nur sehr begrenzten Einfluss darauf hat, Deepfake-Pornographie effektiv zu unterbinden, und was stattdessen erforderlich wäre. In meinem Buch lege ich das alles dar. Ein Kommentar mit pauschalisierendem Hass gegen Männer ist jedoch weit schneller verdientes Geld als eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema. Man spart sich dabei Stunden an Recherche und kann sich danach noch als einer von den Guten bauchpinseln lassen.
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