Sonntag, Januar 23, 2022

Aufbruch ins Morgen: M&Ms endlich stärker gegendert – News vom 23. Januar 2022

1. Unter der Überschrift "Bessere Gender-Repräsentation: M&Ms überarbeitet berühmte Fernseh-Maskottchen" berichtet der "Stern" von einer Verbesserung, auf die wir lange gewartet haben:

Meist sind es zwei M&M's im Streitgespräch: Seit 1954 flimmern personifizierte Schokolinsen als Maskottchen der Süßigkeiten-Marke über die Bildschirme. Anfangs waren es nur "Red" und "Yellow", also das rote und das gelbe M&M-Männchen, später kamen noch andere dazu. Unter anderem zwei weibliche Figuren.

Die Firma hinter den M&M's, Mars Wrigley, findet die Erscheinung einiger Maskottchen allerdings inzwischen nicht mehr zeitgemäß und hat den bunten Figuren nun ein Make-over verpasst. So bekommt eins der weiblichen Maskottchen mit dem Namen "Green" statt Overknees-Stiefel jetzt Sneaker angezogen. "Brown" bekommt etwas niedrigere Absätze. Die Firma wolle insbesondere die weiblichen Charaktere "aktueller" und "repräsentativer für unsere Kunden" machen, erklärt Anton Vincent, Präsident von Mars Wrigley North America, gegenüber CNN Business. (…) Außerdem wolle man die weiblichen Charaktere besser in der Werbung repräsentieren, erklärt die Firma.


Mars Wrigley erklärte, mit diesen Maßahmen wolle man seine Marke neu positionieren und inklusiver machen. Auch solle fortan eine integrativere Schrift verwendet werden.

Wer immer geglaubt hat, Großkonzernen ginge es nur um den Profit, und sie kümmerten sich nicht um die Probleme und Anliegen kleiner Leute, wurde damit eines Besseren belehrt. Endlich können sich auch Frauen in den Schokolinsen wiederfinden und ein Teil ihrer bunten Gemeinschaft sein. Eine größere Integration auch von trans Personen – etwa in Form eines Smarties, das als Schokolinse gelesen wird – ist vermutlich der nächste, längst überfällige Schritt. Zeitschriften wie der "Stern" dürften diese Entwicklung weiterhin mit der gebotenen Anerkennung würdigen, damit wir alle über die sozialpolitische Mission von M&Ms gut unterrichtet bleiben.

Nur ewiggestrige, rechte Boulevardmedien wie die "Bild" verschließen sich diesem Aufbruch und berichten so:

Eine der weiblichen Schokolinsen bekommt zum Beispiel statt High Heels jetzt Turnschuhe angezogen, um "Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein als starke Frau" widerzuspiegeln, teilt das Unternehmen mit. (Welche Frau identifiziert sich schließlich nicht mit einer aus Zucker, Kakaomasse und Magermilchpulver bestehenden Süßigkeit?)

(…) Es gehe darum, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken sowie den Gedanken der Inklusion. Der "Tonfall" der Marke solle "integrativer, einladender und vereinender" werden, so Mars. Eine Kostprobe: "Ich denke, wir gewinnen alle, wenn wir mehr Frauen in führenden Rollen sehen, also übernehme ich gerne die Rolle einer unterstützenden Freundin." Wer das sagt? Das grüne M&M.


Dem britischen "Guardian" indes geht der Aufbruch von Mars Wrigley noch nicht weit genug. Das Blatt berichtet, dass das grüne M&M Opfer von Slut Shaming werde und fordert eine "bisexuelle Freundin" für jede Schokolinse. Außerdem heißt es in dem Artikel:

Mars hat auch bestätigt, dass M&Ms "von einer einzigen Körpergröße weggehen" und ihre Präfixe abschaffen werden, um "ihre Persönlichkeiten und nicht ihr Geschlecht" hervorzuheben. (...) Auf der M&Ms-Website gibt es jetzt für jede Süßigkeit ein kurzes Interview, das mehr über ihre Persönlichkeit verrät. Green verkündet zum Beispiel, dass ihre beste Eigenschaft jetzt darin besteht, "eine Hypefrau zu sein", während Blue einen Beyoncé-Song von vor acht Jahren zitiert.


Yay, Feminismus! Es mag also noch Potential für Verbesserungen geben, aber insgesamt scheint Mars Wrigley es begriffen zu haben und wandelt jetzt auf dem selben Weg wie viele Leitmedien seit mehreren Jahren. Wir alle dürfen uns von dem Süßigkeiten-Produzenten eingeladen fühlen: Engagieren wir uns für ein geschlechtergerechteres Morgen, indem wir mehr M&Ms essen als je zuvor!



2. Und was macht derweil der Magistrat von Bremerhaven, der aus einer SPD-CDU-FDP-Koalition besteht? Er erklärt, Vorlagen mit Gender-Sternen grundsätzlich nicht zu beraten.

"Wir möchten, dass Dokumente einfach lesbar sind", argumentiert FDP-Fraktionsvorsitzender Hauke Hilz. Er stellt aber auch klar: "Es ist nicht unsere Absicht, Menschen auszuschließen." Er schlägt geschlechtsneutrale Formulierungen wie Lehrkäfte statt Lehrerinnen und Lehrer vor.

"Es besteht keine Notwendigkeit, in Wörtern mit Doppelpunkten und Ähnlichem zu arbeiten. Es gibt kreativere Lösungen", sagt auch CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Raschen. Man könnte zum Beispiel mit einem Sternchen am Ende eines Textes ergänzen, dass dieser für alle gedacht sei, schlägt Raschen vor. Die SPD war auf Nachfrage nicht zu erreichen.


Natürlich erntet dieses rückwärtsgewandte Denken scharfe Kritik von der M&Ms-Fraktion:

Bremens Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm kritisiert diese Haltung scharf. So etwas sei ihr aus keinem Senatsressort bekannt. Sie sei irritiert, dass der Bremerhavener Magistrat wissentlich ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2017 zur gendergerechten Sprache ignoriere.

Auch die Bremerhavener Grünen sind "fassungslos über die Borniertheit dieser Entscheidung". "Damit wird Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität bei uns quasi zur Staatsräson", ärgert sich Doris Hoch, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Zudem kritisiert Hoch, dass sich die Koalition in die Arbeit der Verwaltung einmische – "und das auch noch mit rechtswidrigen Forderungen". Hoch will das nicht hinnehmen: "Wir werden das auch per Antrag in der Stadtverordnetenversammlung thematisieren. Diesen Beschluss wollen wir für nichtig erklären."




3. Im Teaser eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heißt es:

Der Psychiater Josef Aldenhoff erklärt, woran man Missbrauch in der Kindheit erkennt, warum Täter sich nicht schämen und wieso Männer eine Menge Erziehung brauchen, um gute Menschen zu sein.


Kurz danach endet der Artikel hinter einer bezahlschranke, aber dieser Sexismus macht bereits deutlich, warum Männer so häufig vor einem Besuch beim Psychotherapeuten zurückscheuen und in Großbritannien unlängst eigens ein Zentrum für männerfreundliche Psychologie gegründet wurde.



4. Heinrich Schmitz kommentiert den massenhaften Missbrauch vor allem von Jungen in der katholischen Kirche.



5. In Alice Schwarzers "Emma" herrscht immer noch Empörung darüber, dass eine trans Politkerin einen Frauenquotenplatz besetzt: "Im Parlament sitzt ein Mann, dem das Mandat nicht zusteht." Der Focus berichtet über die daraus entstandene Debatte, die recht lebhaft wurde. Beispielsweise warf die feministische Publizistin Anne Wizorek den Schwarzer-Feministinnen vor, "nichts anderes als Dienerinnen des Patriarchats" zu sein.



6. Wie "Faktenchecker" und linkspopulistische Propaganda in der Presse die Menschen manipulieren, berichtete in der Sendung "American Thought Leaders" die Investigativ-Journalistin und fünffache Emmy-Preisträgerin Sharyl Attkisson. Christian Albrecht fasst Attkissons zentrale Gedanken im Mitmach-Magazin "Publikum" zusammen:

Attkisson kommentierte diese Zusammenhänge im Gespräch: "Ist es ein Zufall, dass ein politischer Aktivist kurz vor dem Präsidentschaftswahlkampf eine gemeinnützige Organisation gründet, die den Begriff ‚Fake News‘ übernimmt? Wenn man sich die Website dieser gemeinnützigen Organisation ansieht, meint sie mit ‚Fake News‘ ausschließlich konservative Falschnachrichten. Aus ihrer Sicht gab es keine liberale Form von Falschnachrichten."

(…) Die Journalistin (…) kritisierte im Gespräch mit Jan Jekielek auch die Rolle der Presse. "Journalisten – ich glaube nicht einmal, dass es Journalisten sind – sind heute zu selten Journalisten, sondern Schreiber, die unkritisch und oft auf Kosten der Sorgfalt das verbreiten, was etablierte Wissenschaftler oder etablierte Politiker mitteilen lassen wollen. Sie plappern einfach das nach, was ihnen aufgetragen wird, um es an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Sie agieren eher als Propagandisten denn als Journalisten und Reporter." Vor einigen Jahren haben Attkisson zufolge die Leitmedien nie unkritisch wiedergegeben, was Regierungspolitiker verkünden. Sondern die Presse fragte früher nach, sei skeptisch gewesen, suchte nach Beweisen, forderte andere Sichtweisen ein. Heute versuchten Journalisten "als Sprachrohr der Regierung" dagegen sogar, die Menschen regelrecht davon zu überzeugen, dass die Regierungsmeinung die Wahrheit sei. Für Attkisson gibt es "kaum noch einen nennenswerten Unterschied zwischen den Leuten, die eine Botschaft verbreiten wollen, und den Boten in den Medien".

(…) Sie riet den Menschen bei Themen, die ihnen wichtig sind, sich mit den Originalquellen zu beschäftigen, eigene Recherchen zu machen, selbst zu denken und auf ihre "kognitive Dissonanz" zu vertrauen. Damit meinte sie: Wenn man einen Widerspruch empfindet zwischen dem, was die Medienwelt vermittelt, und seiner eigenen Wahrnehmung, soll man das ernst nehmen. Attkisson: "Du wirst damit öfter recht haben, als du denkst."




7. Unser internationaler Blick schweift heute schließlich zu einem Fall in Malta:

Nachdem eine ausländische Frau ihren Ehemann wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, wurde bei Ermittlungen in Malta ein 18-minütiges Video entdeckt, das zeigt, dass sie in Wirklichkeit ihn körperlich misshandelt hat.

TVM berichtete, dass die 36-jährige Frau, die bei der Foundation of Educational Services arbeitet, deren Name und Staatsangehörigkeit jedoch aufgrund einer gerichtlichen Verfügung nicht genannt werden dürfen, wegen häuslicher Gewalt angeklagt wurde, weil sie ihren Mann angegriffen und ihm anschließend leichte Verletzungen zugefügt hatte. Sie plädiert auf nicht schuldig.

Ihre angeblichen Misshandlungen kamen ans Licht, nachdem bei Ermittlungen, die durch ihre eigene Anzeige wegen Vergewaltigung ausgelöst worden waren, eine Kamera in ihrer Wohnung gefunden worden war, die Videoaufnahmen von häuslicher Gewalt gegen den Mann enthielt, wobei seine Frau ihn mit den Händen, einem Schlagstock, einer Bratpfanne und einem Kessel mit heißem Wasser angriff.

Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Kinder des Paares im Alter von sieben und 14 Jahren Zeugen der Misshandlungen und sprachen mit der Polizei darüber.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Falschmeldungen über Vergewaltigung und häusliche Gewalt die sehr realen und sehr schädlichen Fälle anderer Frauen stark beeinträchtigen. Generell besteht die Gefahr, dass die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter und der Aufklärung über geschlechtsspezifische Gewalt um Jahre zurückgeworfen werden.


Öhm, es ist offenbar nebensächlich, aber: Schadet häusliche Gewalt, die gegen Männer begangen wird, nicht irgendwie auch … Männern?



Samstag, Januar 22, 2022

Luzerner lässt sich zur Frau erklären, um Benachteiligung zu umgehen – News vom 22. Januar 2022

1.
Ein Mann Anfang 60 ist seit dem 5. Januar eine Frau – zumindest auf dem Papier. Der Luzerner habe sein Geschlecht ändern lassen, um früher an die AHV-Rente zu kommen, berichtet die "Luzerner Zeitung". [Bezahlschranke] ötig waren bloss 75 Franken und ein zehnminütiges Gespräch beim Zivilstandsamt. Dabei wurden seine Identität, die Urteilsfähigkeit und der angegebene Wohnsitz überprüft.

Nun ist der Mann im Personenstandsregister als Frau eingetragen. Der Grund für die Geschlechtsänderung war ein rein finanzieller, wie der als Provokateur bekannte Luzerner zugibt. Denn: Frauen können die AHV-Rente, die derzeit 28.680 Franken im Jahr beträgt, ein Jahr früher beziehen als Männer.


Hier geht es weiter.



2. Der Rapper Cashisclay "beichtet", so heißt es in der verlinkten Meldung, dass ihn seine Freundin geschlagen hat.

"Beichten" bedeutet übrigens, ein Fehlverhalten zuzugeben, weil man es bereut. "Beichtet" also demnächst eine Großbank einen Banküberfall, dem sie zum Opfer fiel? Trotz dieser unglücklichen Wortverwendung in der Schlagzeile zeigt der Artikel selbst jedoch großen Respekt vor dem Rapper:

Aufgrund der Gewalt wandte er sich eigenen Angaben nach Kokain und Alkohol zu. So offen und ehrlich hat vermutlich noch kein Rapper über dieses Thema gesprochen. Vor einigen Monaten offenbarte Pa Sports ähnliche Probleme mit seiner Ex-Frau, die ihn vor allem emotional unter Druck setzte. Stark, dass Cashisclay sich traut, seine Geschichte so offen auszusprechen.




3. In Österreich werden Aufnahmetests vereinfacht, damit mehr Männer Kindergärtner werden:



4. An einer Schule im britischen Manchester wurden die Türen der Jungentoiletten ausgehängt, um die Räumlichkeiten besser überwachen zu können. Die Türen der Mädchentoiletten bleiben natürlich unberührt. Wie man sich denken kann, fühlen sich die Jungen nicht besonders wohl dabei, wenn sie beim Verlassen der Toilette von Mitschülerinnen darauf angesprochen werden, dass diese alles mitbekommen konnten.



5. Wie das Boulevardblatt "Sun" berichtet, ist eine Britin empört über die Reaktion ihres Abschleppdienstes, nachdem ihr Wagen auf der Straße liegengeblieben war und sie keine bevorzugte Behandlung erhielt, obwohl sie eine Frau war:

"Ich fragte den Sachbearbeiter, warum sie Männer und Frauen gleich behandelten und alleinstehenden Frauen keinen Vorrang einräumten. Sie sagten, es gäbe keinen Unterschied und sie sagten nur, das sei Gleichberechtigung. Sie sind darauf trainiert worden, das zu sagen."


Nun darf "Gleichberechtigung" natürlich nicht als Argument dafür benutzt werden, Privilegien von Frauen abzubauen. Auch in diesem Fall entpuppt sich dieses Wort schnell als Lippenbekenntnis.

Nachdem andere Mitglieder eine Klarstellung gefordert hatten, sagte AA-Präsident Edmund King: "Wir nutzen den gesunden Menschenverstand und geben Frauen den Vorrang, aber nach dem Buchstaben des Gesetzes können wir das nicht sagen."

Eine Sprecherin des AA kommentierte: "Wir akzeptieren, dass die Formulierung unserer ersten Antwort nicht gut war und haben uns entschuldigt. In der Tat geben wir allen gefährdeten Personen Vorrang, aber in den meisten Fällen sind es alleinstehende Frauen."




6. Die Gesundheits-Website "Very well Health" beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit der krankhaften Angst vor Männern (Androphobie). Zur Behandlung werden unter anderem Verhaltenstherapei, Konfrontationstherapie, bestimmte Medikamente und Entspannungsübungen empfohlen.



Freitag, Januar 21, 2022

Neue Studie: Toxische Weiblichkeit tötet Männer - News vom 21. Januar 2022

1. Die Nachrichtenseite Business Insider berichtet:

Eine Aufsehen erregende Studie der Universität Kopenhagen zeigte, dass Männer mit einer nörgelnden Partnerin eine drastisch verkürzte Lebenszeit haben. Ihre Sterberate ist sogar deutlich höher als bei Frauen, die mit einem nörgelnden Mann zusammen sind. Laut den Forschern liegt das an dem Stresshormon Cortisol, das bei Männern stärker ausgeschüttet wird und sich auf Herz und Kreislauf auswirkt.

Wenn Männer über ihre Unzufriedenheit reden, ist es oft zu spät. Sie haben ihre Entscheidung, zu gehen, schon getroffen. Es kann aber auch anders gehen, wie die Geschichte einer Internetnutzerin zeigt.

Die Frau erzählte auf dem Portal Reddit von dem Moment, als ihr bewusst wurde, dass sie ihren Mann jahrelang unbewusst durch ihre Nörgeleien gedemütigt hatte:

"Er hat immer etwas falsch aufgeräumt. Oder etwas weggelassen. Oder völlig vergessen, etwas zu tun. Und ich war immer da, um ihn darauf hinzuweisen. Warum mache ich das? Was bringt es mir, dass ich meinen Ehemann ständig niedermache? Den Mann, den ich als Partner in meinem Leben habe. Den Vater meiner Kinder. Den Menschen, den ich an meiner Seite haben will, wenn ich alt werde. Warum mache ich das, was Frauen so oft vorgeworfen wird und warum versuche ich, die Art zu ändern, wie er jede Kleinigkeit macht?"

Sie erzählt von Momenten, die ihr die Augen geöffnet haben. Zum Beispiel, als sie eine Glasscherbe auf dem Boden fand und ihren Mann fragte, was passiert ist. Er gestand, dass er am Tag zuvor ein Glas kaputt gemacht und schnell die Scherben wegeräumt hätte, damit sie nicht wieder völlig ausrastet.

Oder als sie ihn beschimpfte, weil er Hackfleisch mit dem falschen Fettgehalt gekauft hatte. "Warum hast du nicht die gesündere Variante gekauft", fragte sie ihn. Und: "Hast du überhaupt das Etikett gelesen? Warum kann ich dir nicht vertrauen?" Er sah sie nur an, resigniert und traurig.

Weil sie begriff, was sie bei ihrem Mann durch ihre Missachtung ausgelöst hatte, änderte sie ihr Verhalten. Sie will anderen Frauen einen Rat mitgeben:

"Wenn wir weiterhin erreichen wollen, dass sich unsere Ehemänner klein fühlen, oder dumm, oder ungeschickt, weil sie vielleicht etwas in Unordnung gebracht haben, dann hören sie irgendwann auf, Dinge zu versuchen. Oder schlimmer, sie denken, dass sie wirklich klein oder dumm sind. Ich rede hier über den Mann, mit dem ich seit zwölf Jahren verheiratet bin. Der Mann, der mir meinen Autoreifen im Regen gewechselt hat. Der Mann, der meinen Kindern das Fahrradfahren beigebracht hat. Der Mensch, der mit mir die ganze Nacht im Krankenhaus war, als meine Mutter krank war. Der Mann, der immer hart gearbeitet hat, um mir ein anständiges Leben zu ermöglichen und der seine Familie immer unterstützt hat."

Kritik ist laut dem Psychologen und Paarberater Steven Stosny nur scheinbar harmlos. Man dürfe dem Partner doch sagen, wenn einem etwas nicht passe, denken sich viele. Und merken nicht, was sie anrichten.

"Kritik fängt in engen Beziehungen ganz beiläufig an und eskaliert mit der Zeit", schreibt Stosny. "Sie wird zu einer Abwärtsspirale und löst immer größere Abneigung aus. Die kritisierte Person fühlt sich kontrolliert, was den kritisierenden Partner frustriert. Er kritisiert noch mehr, der andere fühlt sich noch stärker kritisiert und so weiter."


Natürlich ist die Überschrift des heutigen Blogbeitrags ("Toxische Weiblichkeit tötet Männer") polemisch zugespitzt; ich glaube genausowenig an "toxische Weiblichkeit" wie an "toxische Männlichkeit". Aber genau solche Überschriften würden wir sehen, wenn Frauen aufgrund ihrer Ehemänner eine deutlich verkürzte Lebensdauer hätten – ohne das Zugeständnis, dass diese Überschrift zugespitzt ist.



2. Die folgende Meldung dürftet ihr alle mitbekommen haben, aber für ein Blog, das sich für männliche Opfer sexueller Gewalt einsetzt, wäre es obskur, diese Nachricht einfach so zu übergehen:

Das Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising ist vorgestellt worden. Dabei haben die Gutachter schwere Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. und Kardinal Marx erhoben.

Am Donnerstag um 11 Uhr wurde ein mit Spannung erwartetes Gutachten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Diözese vorgestellt. Dabei sollte die Verantwortung, aber auch die individuelle Schuld der Kirchenvertreter geklärt werden.

Besonders Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. steht im Mittelpunkt des Gutachtens. "Seine anfängliche Ablehnung gegenüber dem Gutachten hat Ratzinger im Laufe der Erstellung abgelegt", so Martin Pusch, Rechtsanwalt der zuständigen Kanzlei. Dennoch seien ihm zwei Vergehen vorzuwerfen. Trotz der Kenntnis von Taten zweier Kleriker beließ er sie in ihrem Amt. Beide Priester seien in der Seelsorge tätig geblieben, kirchenrechtlich sei nichts unternommen worden. Ein Interesse an den Missbrauchsopfern sei bei Ratzinger "nicht erkennbar" gewesen.

(…) Der heutige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat sich gegen eine Teilnahme an der Veranstaltung entschieden. "Wir bedauern sein Fernbleiben sehr", so Marion Westphal, zuständige Rechtsanwältin, bei ihrer Eröffnungsrede. Besonders die Betroffenen des Missbrauchs hätten ein Interesse daran gehabt, von Kardinal Marx wahrgenommen zu werden.

(…) "Wesentlicher Bestandteil unseres Gutachtens ist die Feststellung von Verantwortlichkeit und Verantwortlichen, aber auch die individuelle Schuld. Es gilt, die Vertuschung zu beleuchten", so Westphal über das Gutachten, das auf mehr als 1.000 Seiten die Missbrauchsfälle in der Diözese zwischen 1945 und 2019 behandelt.

Etwa 500 Betroffene hätten ihre Erfahrungen für das Gutachten geschildert, so Pusch. Dabei ginge es vorwiegend um männliche Betroffene, die beschrieben, in jungen Jahren von Vertretern der Kirche missbraucht worden zu sein.

Pusch stellt die erschreckenden Zahlen um das Gutachten vor. So gebe es mindestens 235 mutmaßliche Täter – darunter 173 Priester und 9 Diakone. Allerdings sei dies nur das sogenannte Hellfeld. Es sei von einer deutlich größeren Dunkelziffer auszugehen. Etwa 40 Kleriker seien nach Bekanntwerden ihrer Taten wieder in der Seelsorge eingesetzt worden, 18 davon sogar nach einschlägiger Verurteilung. "Betroffene wurden nicht wahrgenommen. Wenn, dann nicht wegen ihres Leids, sondern weil man sie als Bedrohung für das Erzbistum ansah", so Pusch.

(…) Auf Nachfrage von Journalisten hält Westphal nochmals fest: Ein Einräumen von Fehlverhalten oder Anzeichen von Reue, habe es bei den Beschuldigten nicht gegeben. Demnach habe niemand eingeräumt, dass er gewünscht hätte, damals anders gehandelt zu haben.




3. Die Bremerhavener Politiker von SPD, CDU und FDP wollen keine politischen Beschlüsse fassen, wenn in den Schriftstücken Genderstern oder Doppelpunkt auftauchen.



4. Die Stadt Freiburg hingegen verstößt ab sofort gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, indem sie Stellenausschreibungen nur noch in der weiblichen Form formuliert. Dahinter steht ein "(a)" für "alle", also zum Beispiel: "Vermessungsingenieurin (a)".

Die Genderpause ("Ingenieur…innen") war offenbar nur eine Zwischenstufe.



5. Der Männerrechtler Aloys Osewold bietet auf Twitter morgen einen Themenspace Häusliche Gewalt an: "Ich möchte in einem Vortrag die wichtigsten Fragen zu häuslicher Gewalt klären und mich anschließend mit euch darüber unterhalten." Auch Gewaltopfer sind eingeladen, sich bei bei Osewold zu melden, um ihre Geschichte zu erzählen. Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 20:00, ab 19:45 hat man Zugang.



Donnerstag, Januar 20, 2022

Prominenter britischer Professor: Männer sollten Lizenz benötigen, um sich in freier Gesellschaft aufhalten zu dürfen – News vom 20. Januar 2022

1. In Irland wurde Mitte Januar die 23jährige Lehrerin Ashling Murphy beim Joggen in der Kleinstadt Tullamore (etwa 80 Kilometer westlich von Dublin) von einer unbekannten Person getötet. Die Tat sorgte landesweit für Entsetzen – und eine besonders bizarre Wortmeldung von einem Mediziner, der in Großbritannien ähnlich bekannt ist wie etwa die Virologen Drosten, Kekulé und Streeck hierzulande:

Die Äußerungen von Professor Sam McConkey im RTE-Radio, in denen er vorschlug, dass Männer eine Lizenz benötigen sollten, um "soziale Bereiche" zu betreten, haben einen Sturm von Reaktionen in den sozialen Medien ausgelöst.

McConkey, der bekannte Experte für Infektionskrankheiten, sagte am Sonntag in der Sendung RTÉ Radio 1 mit Brendan O'Connor, dass Ashling Murphys Ermordung "uns sprachlos, kalt und wütend macht".

"Ich bin der Meinung, dass man radikal sein sollte", sagte er. "Man braucht 12 Stunden, um Autofahren zu lernen. Man braucht einen Führerschein, um ein Auto zu fahren. Man muss einen Test machen. Brauchen wir eine Art von Qualifikation, eine Lizenz, eine Ausbildung für Männer, um in den sozialen Bereich zu gehen?"

Er fügte hinzu: "Die Leute würden sagen, ist das ein Eingriff in unser Recht auf Freizügigkeit? Und wir haben das natürlich alle schon durch Covid erlebt. Aber wie wir gerade gehört haben, fühlen sich viele Frauen in ihrer Freizügigkeit eingeschränkt, weil sie sich in Gefahr befinden."

Ein Tweet, der sich auf die Äußerungen von Professor McConkey bezog, löste im Internet eine heftige Reaktion aus, wobei die Mehrheit der Menschen ihn für seine Meinung kritisierte.

"Die 'Experten' tappen im Dunkeln", schrieb eine Person, die McConkey widersprach. "Was werden sie als nächstes sagen?"

"Das ist der Typ, der gesagt hat, dass über 100.000 Menschen in der ersten Welle sterben würden - warum, oh warum, wird er immer noch nach 'irgendeiner' Meinung gefragt?"

Ein anderer fügte hinzu: "Das ist die extremste verrückte Idee, die ich in meinem ganzen Leben gehört habe. Es beunruhigt mich sehr, dass die Mainstream-Medien so etwas unangefochten zulassen. Wow."

"Das ist verrückt", fügte ein anderer hinzu. "Warum bekommt dieser Typ überhaupt Sendezeit?"

Eine Person scherzte halb: "Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich ins Jahr 2007 zurückreisen und jemanden, irgendjemanden, ins Jahr 2022 bringen und ihn das hören lassen. Der Anblick, wie ihnen die Kinnlade herunterklappt, wäre unbezahlbar.

Eine Person, die seine Ansicht zu unterstützen schien, erklärte jedoch: "Um fair zu sein, so wie der Autoritarismus auf dem Vormarsch ist, könnten in zehn Jahren alle Menschen markiert oder mit einem Mikrochip versehen sein. Wenn wir in einer freien Gesellschaft leben wollen, müssen wir ein gewisses Risiko akzeptieren....".

Ein anderer schlug vor: "Ich glaube, wir brauchen jetzt eine Parallelgesellschaft. Eine, in der Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe oder dem, was sie zwischen den Beinen haben, beurteilt werden, sondern nach dem Inhalt ihres Charakters."


Auch auf der irischen Nachrichtenplattform Gript ist ein Autor entsetzt darüber, wie Professor McConkey unwidersprochen zum Männerhass aufzustacheln versucht.

Können Sie sich auch nur eine Sekunde lang vorstellen, was los wäre, wenn jemand vorschlagen würde, dass Einwanderer oder Muslime oder irgendeine andere Gruppe gezwungen wäre, ihre Unschuld zu beweisen und von der Gesellschaft ausgeschlossen würde, wenn sie nicht eine spezielle, von der Regierung ausgestellte Lizenz hätten?

Wenn Sie einen solchen Vorschlag auch nur andeuten würden, würde jeder in diesem RTÉ-Panel sofort Schaum vor dem Mund bekommen vor Wut darüber, wie bigott und hasserfüllt Sie sind. Man würde Ihnen vorwerfen, dass Sie eine ganze Gruppe pauschalisieren, und Sie würden als rückständiges, voreingenommenes, abscheuliches Individuum beschimpft. Wenn jedoch Männer die Zielscheibe genau derselben Andeutung sind, sieht niemand auch nur das geringste Problem.

Tatsächlich sagte Alison O'Connor vom Irish Examiner zu Beginn des Beitrags, dass "es zwar nicht alle Männer sind, aber für Frauen könnte es jeder Mann sein".

"Es könnte jeder Mann sein" - das heißt vermutlich, wenn Sie als Mann zu Hause sind und dies lesen, haben Sie das Potenzial, eine junge Frau auf der Straße wahllos zu Tode zu prügeln. Oder wenn Sie eine Frau sind, könnte jeder Mann, den Sie kennen - Ihr Vater, Ihr Bruder, Ihr Ehemann, Ihr Sohn - eines Tages aufwachen und beschließen, Sie grundlos mit bloßen Händen zu töten. In jedem Mann schlummert ein gewalttätiger, mörderischer Psychopath - vielleicht kommt es nicht bei allen zum Vorschein, aber bei allen lauert es unter der Oberfläche.

Noch einmal: Ersetzen Sie "Mann" durch irgendeine andere Bevölkerungsgruppe in der Gesellschaft und sehen Sie, wie lange es dauert, bis Sie von denselben Leuten gecancelt werden. Das ist schockierend.

(…) Unabhängig davon ist es bemerkenswert, dass er Covid als Präzedenzfall für eine derartige Politik anführt und damit verdeutlicht, wie sehr die Bürgerrechte in den letzten zwei Jahren ausgehöhlt worden sind. Er gibt im Grunde zu, dass die Bewegungsfreiheit aller Männer eingeschränkt werden sollte, weil sich einige Frauen unsicher fühlen.

(…) Menschen, die einen anderen Menschen grundlos zu Tode prügeln, sind Menschen, denen es krankhaft an Empathie mangelt. Die Tatsache, dass sie einen anderen Menschen töten, hat weniger damit zu tun, dass sie Männer sind, sondern eher damit, dass sie psychotisch sind. Man schätzt, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung Psychopathen sind. Das sind Menschen, die praktisch nicht in der Lage sind, Empathie für andere Menschen zu empfinden.

(…) Das Problem mit solchen Leuten ist nicht, dass sie männlich sind. Es besteht darin, dass mit ihrem Gehirn etwas nicht stimmt. Sie sind nicht normal, per Definition. Sam McConkeys Anti-Mord-Kurs wird die Probleme, die sie in ihrem Inneren haben, nicht beheben.

Ich halte es nicht für einen Whataboutism, darauf hinzuweisen, dass es unzählige Beispiele für weibliche Mörder gibt - Frauen, die ihre Ehemänner, Kinder, andere Frauen usw. ermordet haben. Natürlich ist das seltener, aber das männliche Geschlecht hat kein Monopol auf diese Taten.

Hier in Irland hatten wir die Scissor Sisters, die verurteilt wurden, weil sie den Freund ihrer Mutter ermordet und zerstückelt hatten. Sie schnitten dem Mann mit einer Stanley-Klinge den Kopf und den Penis ab, nachdem sie ihn mit einem Hammer erschlagen hatten. Aber niemand würde versuchen, alle Frauen nach diesen extremen Aunahmefällen zu beurteilen, und das sollte man auch nicht. Wer würde behaupten, dass diese Personen repräsentativ für das weibliche Geschlecht im Allgemeinen sind oder dass alle Frauen dieses Potenzial in sich tragen?

Es gibt prominente Persönlichkeiten in diesem Land, die aufgrund des Todes einer Frau die Hälfte der Bevölkerung gegeneinander ausspielen und versuchen, die Tragödie einer Familie mit einer aberwitzigen politischen Agenda zu unterfüttern.

Was wir in Irland haben, ist vor allem ein Problem mit Gewaltverbrechen, das Familien zerstört. 81,1 % der registrierten Opfer von sexueller Gewalt in Irland sind Frauen. 81,6 % der Mordopfer sind Männer. Beide Zahlen sind erschreckend. Keinem von beiden wird genügend Aufmerksamkeit geschenkt.

(…) Das ist ein Verbrechensproblem, Punkt. Wir brauchen härtere Strafen, eine strengere Polizeiarbeit und so weiter. Das ist keine Entschuldigung dafür, auf 50 Prozent der Bevölkerung loszugehen. Und wenn Leute versuchen, daraus ein Problem zwischen Männern und Frauen zu machen, indem sie es als Gelegenheit nutzen, ihre krude Weltsicht in den Schmerz anderer Menschen zu rammen? Das ist verwerflich.




2. Das Auswärtige Amt kümmert sich um die Menschen Frauen in Afghanistan:

Es gibt so viele unglaublich mutige Frauen auf der ganzen Welt, die unter schwierigsten Bedingungen in Kriegen oder Konflikten für ihre Rechte eintreten und dabei ihr Leben riskieren und manchmal sogar verlieren.

Denken wir an Frozan Safi, die letzten November im Alter von 29 Jahren in Nordafghanistan ermordet wurde. Denken wir an Hanan al-Barassi, die im gleichen Monat in Bengasi durch 30 Kugeln getötet wurde. Denken wir an Berta Cáceres, die 2016 in ihrem Haus in La Esperanza, Honduras, ermordet wurde.

Diese Frauen traten für Landrechte, Menschenrechte, LGBTQI-Rechte und Umweltschutz ein. Sie forderten Gewaltökonomien und bestehende Machtstrukturen heraus. Sie organisierten Grassroots-Bewegungen und erhoben ihre Stimme gegen sexuelle und rassistische Diskriminierung aus. Es gibt viele solcher Frauen, manche sind bekannt, manche unbekannt.

Es ist wichtig, dass wir Frauen wie Frozan, Hanan und Berta würdigen und dass wir diejenigen unterstützen, die trotz aller Gefahren ihrem Beispiel folgen. Den Fonds für Maßnahmen im Bereich Frauen, Frieden und humanitäre Maßnahmen ("Women’s Peace and Humanitarian Fund") zu unterstützen, ist ein Weg, dies zu tun. Ich bin sehr froh, dass der WPHF letztes Jahr deutlich mehr Mittel erhielt.

Das neue Finanzierungsfenster, das wir heute für Afghanistan einrichten, verfolgt einen speziellen Zweck: einzelnen Menschenrechtsverteidigerinnen und Friedensaktivistinnen, die in finanzieller Not sind oder ihre Länder aufgrund von Todesdrohungen verlassen mussten, unbürokratische Hilfe zu gewähren.

Afghanistan ist heute sicher eines der schwierigsten Gebiete für Menschenrechtsverteidigerinnen. Die Ziele, Rechte und Chancen einer ganzen Generation von Frauen und Mädchen sind seit der Machtübernahme durch die Taliban in Gefahr.

Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass Deutschland 2 Mio. Euro für das neue Finanzierungsfenster zur Unterstützung afghanischer Menschenrechtsverteidigerinnen im Land und außerhalb des Landes zur Verfügung stellen kann. Es ist außerordentlich wichtig, dass wir diese mutigen Frauen nicht im Stich lassen. Seit ihrem Amtsantritt im Dezember hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock diesem Thema hohe Priorität eingeräumt; es ist eines der Kernelemente von Deutschlands neuem Afghanistan-Aktionsplan.

Lassen Sie mich zum Schluss versichern, dass Deutschland auch weiterhin Menschenrechtsverteidigerinnen auf der ganzen Welt konsequent unterstützen wird. Lassen Sie uns gemeinsam Frauen, die für Frieden, Gleichberechtigung und eine sicherere Welt kämpfen, unterstützen.


Ich kann mir nicht helfen: Irgendeine Personengruppe scheint mir in diesem Text zu fehlen.



3. In Marokko ist der Anteil von Absolventinnen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) höher als bei uns. Was von manchen Feministinnen sofort ausgeschlachtet würde, um zu zeigen, wie sehr Deutschland in Sachen Geschlechtergerechtigkeit hinterm Mond lebe, wird in dem Blog Ökonomenstimme von drei Autorinnen sachkundiger behandelt:

Zwar nimmt mit dem Wohlstand eines Landes generell der Anteil an (männlichen und weiblichen) MINT-AbsolventInnen ab, aber der Abstand zwischen den Geschlechtern wird um so grösser, je reicher und egalitärer ein Land ist. Dies steht im Gegensatz zur geläufigen Vermutung, dass sich mit dem Wohlstand und dem Entwicklungsstand eines Landes die Präferenzen zwischen Männern und Frauen angleichen. Es handelt sich um das sogenannte "Gender Equality Paradox", nach welchem in reichen, egalitären Ländern die Lücke zwischen dem Anteil an männlichen und weiblichen MINT-Studierenden grösser ist als in ärmeren, weniger egalitären Ländern.

(…) In der Schweiz, in Österreich, und in Deutschland verdienen Männer ca. 20 Prozent mehr pro Stunde als Frauen (Eurostat, n.d.). Diese Lohnlücke ist heute nur noch in geringem Masse Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, d.h. ungleichem Lohn für gleiche Arbeit, zuzuschreiben. Vielmehr ist sie u.a. darin begründet, dass Frauen deutlich weniger in gut bezahlten MINT-Fächern ausgebildet sind. So verdienen in Deutschland Absolventinnen und Absolventen in akademischen MINT-Fächern 17 % mehr als solche in nicht-MINT-Fächern.


Um mehr Frauen in MINT-Fächer zu bekommen, schlagen die Autorinnen folgendes vor:

Zum ersten könnten Ausbildungsinstitutionen versuchen, MINT-Fächer mit solchen Studieninhalten zu kombinieren, die den vorherrschenden weiblichen Rollen-Stereotypen besser entsprechen. (…) Zum zweiten könnten Konsequenzen aus neueren Ergebnissen der Gender Economics gezogen werden, welche zeigen, dass insbesondere leistungsstarke Mädchen den Wettbewerb gegen Jungen in Männerdomänen – insbesondere in MINT-Fächern – scheuen (…). Empirische Befunde zeigen, dass sich durch eine Reduktion des Wettbewerbs der Anteil von Frauen in solchen Bereichen beträchtlich erhöht. Eine Möglichkeit dazu wären Frauenquoten (…). Allerdings sind diese unpopulär, weil sie von Männern als umgekehrte Diskriminierung empfunden werden und Frauen befürchten, dass Quoten negative Stereotype verstärken könnten (…). Eine vielversprechende alternative Lösung wäre die qualifizierte Zufallsauswahl von Bewerberinnen und Bewerbern, d.h. mit dem Los aus einer sorgfältig ausgewählten "shortlist". Im Laborexperiment hat sich gezeigt, dass sich mit einem solchen Verfahren etwa drei Mal mehr leistungsstarke Frauen beworben haben als bei herkömmlichen Auswahlverfahren (…). Die Ankündigung eines qualifizierten Losverfahrens bei der Bewerbung um MINT-Studienplätze oder -berufe könnte demnach bewirken, dass mehr Frauen zu einer Karriere in MINT-Fächern ermutigt werden.




4. Das Kommunikations-Magazin KOM schlagzeilt: "Journalist*innen lehnen Gendern in Pressemitteilungen ab". In dem Artikel heißt es:

Laut einer Umfrage lehnt eine Mehrheit von Wirtschaftsjournalist*innen in Deutschland gender-neutrale Formulierungen, die gegen die gängigen Rechtschreibregeln verstoßen, in der Unternehmenskommunikation ab. (…) Unter den Befürworter*innen geschlechtergerechter Sprache sind der Gender-Stern (15 Prozent) und der Doppelpunkt (14 Prozent) am beliebtesten. Kritisiert wird unter anderem eine schlechtere Lesbarkeit von Texten. Unternehmenskommunikation solle "klar und schnell zu erfassen sein", dies sei durch die Verwendung von Gender-Zeichen nicht gegeben.




5. Von dem männerpolitischen Blog Man Tau gibt es weiterhin keine aktuellen Beiträge, aber die bisherigen Texte stehen unter einer einer neuen Adresse wieder online.



Mittwoch, Januar 19, 2022

Interview mit Neil Lyndon: 30 Jahre, nachdem Feministinnen sein Leben zerstörten

Den meisten von euch dürfte der Name Neil Lyndon nichts sagen. Es handelt sich bei ihm auch um keinen Prominenten, sondern um einen britischen Männerrechtler, den ich in meinem 2005 erschienenen Buch "Männerbeben" näher vorgestellt habe:

Bis Dezember 1990 war Lyndon einer der bestbezahlten und angesehensten Journalisten Großbritanniens, schrieb für die "Times", den "Independent" und den "Evening Standard". Dann veröffentlichte er einen Zeitungsartikel, in dem er eine wachsende Feindseligkeit gegenüber Männern in den Medien beklagte und zur Sprache brachte, dass die zunehmende Kontaktsperre vieler Väter zu ihren Kindern ein schwerwiegendes Problem darstelle. Darüber hinaus vertrat er die Thesen, dass nicht Mädchen, sondern Jungen in unseren Schulen benachteiligt würden und dass das Gesundheitssystem in Fragen wie etwa der Krebsvorsorge nicht Frauen, sondern Männer vernachlässige. Da sein Artikel als Angriff auf die Grundlagen des Feminismus verstanden wurde und allgemeine Einigkeit darüber bestand, dass der Feminismus heilig war, wurde über Lyndon geurteilt, er müsse offensichtlich schwer psychisch gestört sein, moralisch verkommen, impotent, einen zu kleinen Penis haben oder nicht in der Lage sein, eine Frau zu finden. Lyndon war zu diesem Zeitpunkt glücklich verheiratet und hatte einen Sohn. Als er wenig später ein Buch zum selben Thema herausbrachte, "No More Sex War", erklärten AkademikerInnen, das Buch solle verbrannt und Lyndon erschossen werden. In erster Linie attackierten ihn Menschen, die das Buch nicht gelesen hatten. Ihm wurden Frauenfeindlichkeit und rechtes Gedankengut unterstellt. Infolge dieser ständigen öffentlichen Attacken zerbrach seine Ehe, seine Frau wendete sich verstärkt dem Alkohol zu und beteiligte sich schließlich an den Angriffen auf ihren Exmann. Sie erstritt sich das volle Sorgerecht für den Sohn unter anderem, indem sie dem Gericht Auszüge aus Lyndons lästerlichen Schriften präsentierte. Gleichzeitig wurde Lyndon beruflich und gesellschaftlich weiterhin ausgegrenzt, und sein Einkommen fiel von mehreren tausend Pfund pro Monat auf mehrere hundert. Schließlich musste er Privatinsolvenz anmelden und sein Haus kam unter den Hammer.


Ich kann also nicht behaupten, nicht gewusst zu haben, was auf mich zukommen würde, wenn ich zu diesen Themen veröffentliche. Wie man sieht, ist die Cancel Culture kein so neues Phänomen, wie manche glauben.

Interessant ist aber, wie es Lyndon in den letzten 30 Jahren gegangen ist. Jetzt hat dem Experten für Männerpsychologie John Barry ein Interview gegeben, das ich für Genderama übersetzt habe:



1991 war Neil Lyndon einer der besten Journalisten des Vereinigten Königreichs und schrieb regelmäßig für die führenden Zeitungen und Zeitschriften seiner Zeit (The Times, Telegraph usw.). Im Jahr 1992 stürzte seine Karriere nach der Veröffentlichung seines Buches "No More Sex War: The Failures of Feminism", einer intelligenten und fairen, aber unerschrockenen intellektuellen Kritik am modernen Feminismus, von einer Klippe, oder besser gesagt, er wurde von einer Klippe gestoßen. (Eine Rezension des Buches finden Sie hier). Obwohl sein Buch von einigen Seiten gelobt wurde, wurde es von vielen gnadenlos angegriffen, wobei viel Kritik an Lyndon selbst gerichtet war. Die Auswirkungen auf seine Karriere waren fatal: Er wurde bankrott und verlor sein Haus. Zur gleichen Zeit entführte seine entfremdete Frau den gemeinsamen neunjährigen Sohn und brachte ihn nach Schottland, wo sie eine gerichtliche Sorgerechtsverfügung erwirkte, ohne dass Lyndon überhaupt von der Anhörung wusste.

30 Jahre nach der Veröffentlichung von No More Sex War ist es an der Zeit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, ob sich seiner Meinung nach in der Geschlechterfrage seit 1992 viel verändert hat.

John Barry: Sie wurden als Reaktion auf "No More Sex War" zum Monster erklärt. Glauben Sie, dass das Buch heute eine ähnliche Reaktion erhalten würde?

Neil Lyndon: Nun, ich bin mir nicht sicher, ob es heute tatsächlich auf orthodoxe Weise veröffentlicht werden würde. Vor ein paar Jahren schlug ich einem der führenden Literaturagenten des Landes ein ähnliches Buch vor, und er sagte: "Es wäre Selbstmord für mich, mich damit zu befassen, ja sogar damit in Verbindung gebracht zu werden". Er sagte, das Verlagswesen sei inzwischen so sehr von Feministinnen dominiert, dass man sich unwiderruflich selbst beflecken würde, wenn man damit in Verbindung gebracht würde.

Zu dem Zeitpunkt, als "No More Sex War" veröffentlicht wurde, hatte ich als Journalist in nationalen Zeitungen einen ziemlich guten Ruf. Die "Times" hatte meine Kolumne im Sommer vor der Veröffentlichung von "No More Sex War" in ganz London auf den Seiten von Bussen und Werbetafeln beworben, und sie feuerten mich innerhalb von drei Wochen nach der Veröffentlichung! Mein regulärer Auftrag wurde innerhalb von drei Wochen abgesagt, was eine diametrale Verschiebung darstellt. Wenn man sich also vorstellt, was heute passieren würde, müsste man sich jemanden in einer vergleichbaren Position vorstellen, zum Beispiel einen Kolumnisten der "Times", der ein Buch veröffentlicht, das der feministischen Ideologie kritisch gegenübersteht. Was würde mit ihm heute passieren? Ich denke, das ist unvorstellbar. Erstens würde er dieses Buch auf keinen Fall schreiben, und zweitens würde es niemand veröffentlichen, so dass keine Aussicht besteht, dass mein Schicksal jemand anderem zustößt.

John Barry: Welchen Rat würden Sie einem eifrigen jungen Journalisten geben, der heute über Geschlechterfragen schreiben möchte?

Neil Lyndon: Seien Sie eine Frau. Ich habe "No More Sex War" veröffentlicht, und eine der wichtigsten Reaktionen - abgesehen natürlich von "Sie müssen einen kleinen Pimmel haben" - war "Was geht Sie das an? Welches Recht haben Sie, über Feminismus zu sprechen - Sie sind ein Mann." Es ist interessant, dass Ann Widdecombe jetzt diesen Dokumentarfilm für das New Culture Forum produziert hat, in dem es um falsche Anschuldigungen oder die Aussichtslosigkeit der Position des Mannes vor Familiengerichten geht - das hat wirklich eine große Aussagekraft und macht es unmöglich, sie auf eine Art und Weise abzutun, die mir einfach nicht zur Verfügung stand. Ann Widdecombe zeigt also, dass eine Frau, die diese Fragen anspricht, eine andere Art von Autorität und Möglichkeiten hat. Und um diesen Punkt zu erweitern: Mir ist seit langem, vielleicht seit 20 Jahren, klar, dass Veränderungen, die von Männern und Jungen ausgehen, nur unter der Führung von Frauen möglich sind. Die Benachteiligung von Jungen in der Schule und die Ungleichbehandlung von jungen Männern in der Weiterbildung wird nicht angegangen werden, wenn die Mütter dieser jungen Männer und Jungen nicht aufstehen und sagen: "Das ist nicht gut genug". Wenn sie sich zusammentun und sagen: "Nein, es muss sich etwas ändern", wird man ihnen auf eine Art und Weise zuhören, wie Männer, die sich über diese Fragen beschweren, einfach ignoriert werden.

John Barry: Ann Widdecome hat mich gefragt, warum sich Männer nicht mehr gegenseitig helfen, und ich habe ihr von der Theorie der sozialen Identität erzählt. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass man, wenn man eine Identität mit jemandem teilt, z. B. wenn man Arsenal-Fan ist und der andere auch, andere Arsenal-Fans bevorzugt und gegenüber Fans anderer Mannschaften voreingenommen ist. Die einzige Ausnahme von dieser Identitätsregel ist die männliche Identität - Männer neigen dazu, einander nicht zu helfen, nur weil ein anderer ein Mann ist. Zumindest zeigen uns das Untersuchungen aus dem Jahr 2000.

Neil Lyndon: David Thomas hat in seinem Buch "Not Guilty" geschrieben, dass Männer, die noch nie vor einem Familiengericht gestanden haben, sich nicht vorstellen können, dass ihnen so etwas passieren könnte, dass Männer, die vor einem Familiengericht stehen, an nichts anderes mehr denken können, und dass Männer, die schon einmal vor einem Familiengericht gestanden haben, nie wieder daran denken wollen. Diese Art von Erfahrung wird also nicht dazu führen, dass sich Männer für Veränderungen einsetzen.

Einer der bizarren Aspekte meiner persönlichen Erfahrung war, dass ich eine Reihe von Artikeln über die Erfahrung mit dem Familiengericht geschrieben hatte – aber sobald ich das Manuskript von No More Sex War abgeliefert hatte, passierte es mir selbst! Meine damalige Frau entführte unseren Sohn nach Schottland und erwirkte vor Gericht eine Sorgerechtsverfügung, bei der ich keinerlei Mitspracherecht hatte. Also wurde dieser Junge, der vorher fast nie in Schottland war, dort festgehalten. Und dann war es erstaunlich, dass kein Journalist diese wunderbare Gelegenheit gesehen hatte, darüber zu berichten, wie ein Mann über eine Situation geschrieben hatte, die anderen Männern passiert war, aber dann passierte es auf einmal ihm! Ich hatte damals viele Freunde, die gesagt hätten: "Oh, das ist so eine tolle Geschichte", und sich darauf gestürzt und darüber geschrieben hätten, aber niemand tat das. Das war eine sehr dramatische Manifestation des Mangels an Empathie, den man Männern in solchen Situationen entgegenbringt. Sie haben einfach nur weggesehen.

John Barry: Ist Ihr Text "The Family Union" etwas, das Menschen in Familien dazu anregen soll, sich gegenseitig zu unterstützen?

Neil Lyndon: Nun, die Idee der "Family Union" beruht auf einer der zentralen Thesen von "No More Sex War", nämlich dass die sozialen Interessen von Männern und Frauen im Gegensatz zu den Behauptungen des Feminismus in der Regel identisch sind. In dem sehr geringen Ausmaß, in dem sie sich unterscheiden, sind sie komplementär zueinander, völlig harmonisch. Um die Macht des Feminismus über unser gesellschaftliches Leben zu umgehen - schließlich kontrolliert und beeinflusst er inzwischen alles in unserem gesellschaftlichen Leben, die Bildung, die Medizin, die Justiz ... alle wichtigen Institutionen sind von der feministischen Ideologie betroffen -, wollte ich die Entwicklung einer Einrichtung sehen, die die Interessen von Männern und Frauen als harmonisch ansieht und sie gemeinsam voranbringt. Meiner Meinung nach ist die Familie der Eckpfeiler dieses Vorschlags. Die Interessen der Familie in den Mittelpunkt der politischen Organisation zu stellen und sie zu einem Bollwerk gegen die Forderungen des Staates und des Kapitals zu machen, das ist der Grundgedanke von "The Family Union". The Family Union würde zum Beispiel die Diskriminierung von Männern in der Justiz angreifen, weil sie schlecht für Frauen ist. Wenn Männer als Eltern ausgeschlossen werden, stellt dies eine unerträgliche Belastung für Frauen als Eltern dar, indem von ihnen außerdem erwartet wird, dass sie die ganze Zeit arbeiten. Die einzige Möglichkeit, dem Scheitern der Ehe und der gemeinsamen Elternschaft zu begegnen, besteht darin, die Eltern gleichzustellen, und das ist eindeutig das Beste für die Kinder. Das wäre also ein natürlicher Schwerpunkt für "The Family Union", wenn man die Interessen aller Beteiligten als gleichwertig ansieht.

John Barry: Das klingt so, als ob "The Family Union" die Familie als übergeordnetes Ziel sieht, auf das alle Beteiligten hinarbeiten können?

Neil Lyndon: Ja, und es entspringt tatsächlich dieser Sichtweise. Es braucht ein Übergeordnetes, um diesen völlig künstlichen Konflikt aufzulösen. Das Motto lautet: Nie wieder Geschlechterkrieg!

John Barry: Lassen Sie uns mit einer schwierigen Frage weitermachen. Etwa 75 % der Selbstmorde werden von Männern verübt: Was kann Ihrer Meinung nach getan werden, um die Selbstmordrate bei Männern zu senken?

Neil Lyndon: Es gibt keine schöne, einfache Lösung. Die Zahl der Selbstmorde, die auf spezifische Erfahrungen zurückzuführen sind, die bei Männern häufiger vorkommen, ist hoch. Die Zahl derer, die sich im Gefängnis umbringen, nachdem sie den Verlust ihrer Kinder durch ein familienrechtliches Verfahren erlitten haben, oder die Zahl derer, die sich aufgrund von Spielschulden das Leben nehmen, ist bei Männern viel höher. Wir müssen uns mit den Umständen befassen, die sie in den Selbstmord treiben. Drogenmissbrauch und Alkohol gehören natürlich auch dazu. Wenn man die Zahl der männlichen Selbstmorde verringern will, muss man (a) Jungen richtig erziehen, (b) ihnen eine sinnvolle Arbeit geben, (c) ihnen einen respektvollen Platz in der Familie geben und die Rolle des Vaters in der Familie schützen. In einem Buch mit dem Titel "What's Next For Men" habe ich vor vielen Jahren vorgeschlagen, dass die wichtigste Einzelmaßnahme zur Verbesserung des Loses der Männer die Abschaffung des Begriffs "Patriarchat" wäre. Er ist eine falsche Darstellung, ein Irrtum, eine Fiktion. Wenn wir den Begriff des Patriarchats abschaffen könnten, würden wir ein Verständnis für die wahre Stellung des Mannes freisetzen – und die Sympathie, die vor allem jungen Männern entgegengebracht wird, würde eine Reform ermöglichen. Solange wir in dem grotesken Irrglauben leben, dass die Männer das Sagen haben und das System zu ihrem eigenen Vorteil und zum Nachteil der Frauen betreiben, wird es immer unmöglich sein zu erkennen, dass diese armen jungen Männer in einer Lage sind, die mehr als jede andere Bevölkerungsgruppe in der Gesellschaft Veränderungen und Aufmerksamkeit erfordert.

John Barry: Es könnte sein, dass die Idee des Patriarchats nicht nur die Frauen von den Männern entfremdet, sondern auch die Männer von sich selbst entfremdet. Sie missverstehen sich selbst und erkennen ihr Potenzial nicht. Wenn man Menschen ausreichend verwirrt, können sie alle möglichen Dummheiten begehen, von denen sie sich nicht mehr vollständig erholen können. Glauben Sie, dass wir die Menschen dazu bringen können, mehr Einfühlungsvermögen für Männer zu haben?

Neil Lyndon: Nun, das scheint mir mit den bestehenden Medien praktisch unmöglich zu sein. Um ein kleines Beispiel zu nennen: William Collins hat kürzlich auf seiner Website "The Illustrated Empathy Gap" gezeigt, dass es entgegen den Behauptungen einiger Organisationen für häusliche Gewalt keinen Tsunami häuslicher Gewalt während der ersten Covid-19-Sperre gab, obwohl diese Behauptung von der britischen Regierung mit etwa 150 Millionen Pfund zusätzlichem Geld für Organisationen für häusliche Gewalt unterstützt worden war.

William Collins hat etwas getan, was auch ich getan hatte: Wir haben beide getrennt voneinander Anträge auf Informationsfreiheit bei den Polizeibehörden im Vereinigten Königreich gestellt, die Daten analysiert und festgestellt, dass es keinen solchen Tsunami von Vorfällen häuslicher Gewalt gab. Er hat nicht stattgefunden. Die Behauptung war ein Betrug.

Dies ist ein sehr wichtiger Untersuchungsgegenstand, der in den nationalen Medien für Schlagzeilen hätte sorgen müssen. Stattdessen wurde überhaupt nicht darüber berichtet. Ich fand es unmöglich, diese Erkenntnisse in den nationalen Medien zu platzieren. Von Zeitungen wie The Mail, The Telegraph, Unheard oder Spiked erhielt ich überhaupt keine Reaktion. Sie haben einfach nicht geantwortet.

Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, um das allgemeine Verständnis für die wahre Stellung des Mannes zu verbessern, ist also eine Art Umgehung, eine Möglichkeit, die Interessen von Männern und Frauen in Einklang zu bringen, wie etwa "The Family Union". Aber das Problem mit dieser Idee ist, dass ich niemanden dazu bringen kann, sie zu unterstützen. Ich brauche Hilfe, ich brauche Partner, Leute, die an die Idee glauben und mit mir zusammenarbeiten.

(...) John Barry: Noch eine letzte Frage: Hat sich die feministische Bewegung auf die psychische Gesundheit von Männern und Jungen ausgewirkt? Wenn ja, auf welche Weise?

Neil Lyndon: Ja, die feministische Bewegung hat der psychischen Gesundheit von Jungen und Männern unschätzbaren Schaden zugefügt. Wenn man Jungen in der Schule zu Menschen zweiter Klasse macht und ihnen beibringt, dass Männer von Natur aus schlecht sind und dass Frauen unter den Männern gelitten haben, führt das unweigerlich dazu, dass Jungen mit sich selbst unzufrieden sind und das von ihnen erwartete widerspenstige, kriminelle Verhalten an den Tag legen.

Die Dominanz feministischer Annahmen in der Justiz und in familienrechtlichen Verfahren schadet dann direkt der psychischen Gesundheit von Männern, indem sie sie ihrer Rolle als Väter beraubt und sie in eine Randposition drängt. Könnte eine offizielle Voreingenommenheit noch zerstörerischer sein?




Dienstag, Januar 18, 2022

Corona-Folgen: Immer mehr Männer werden von ihren Frauen geprügelt – News vom 18. Januar 2022

1. Die Schweizer Weltwoche berichtet unter der Schlagzeile Weitere Folge der Pandemie: Immer mehr Männer werden von ihren Frauen geprügelt über häusliche Gewalt. In dem Artikel heißt es:

Seit dem Beginn der Pandemie werden Männer häufiger Opfer von gewalttätigen Übergriffen durch ihre Partnerin. Sie werden geschlagen, getreten, gebissen, mit dem Staubsaugerrohr traktiert, geohrfeigt oder gekratzt.

Das ergab eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die vom Tages-Anzeiger [Bezahlschranke] zusammengefasst worden ist.

Extremfall: Im Kanton Genf wurde Ende Jahr ein junger Mann von seiner Ehefrau angeschossen – und starb auf der Flucht.

Die meisten Männer reagieren auf Frauengewalt mit Scham. Nachdem sie Opfer von körperlichen Attacken geworden sind, suchen inzwischen aber immer mehr von ihnen Zuflucht in entsprechenden Institutionen.

Stärker als in der Westschweiz oder im Tessin ist die psychische Gewaltausübung in der deutschsprachigen Schweiz vertreten. Laut der neuen Studie werden die Männer von ihren Partnerinnen häufiger in Landgemeinden psychisch gequält als in den Städten.

Frauen erfahren in der Pandemie weniger psychische Gewalt.




2. In der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Katharina Fontana mit der "Frau als ewigem Opfer". Ein Auszug:

Allerdings fragt man sich, warum die Gleichstellungsstrategie derart einseitig daherkommt und alles ausblendet, was nicht ins Bild passt. So ist etwa nichts darüber zu lesen, dass Frauen bei den Sozialversicherungen auch heute noch Vorzugsbehandlungen geniessen, deren Berechtigung man durchaus in Zweifel ziehen kann. Gehören gleiche Rechtsansprüche nicht zur Gleichstellung? Geradezu absurd wird es, wo es um die Armee geht. So sollen die Gleichstellungsexperten des Bundes einen "Massnahmenkatalog zur Prävention von Geschlechterdiskriminierung in der Milizarmee" erarbeiten. Gleichzeitig wird mit keiner Silbe darauf eingegangen, dass ausschliesslich Männer Wehrdienst leisten müssen und Frauen nicht. Wenn das kein Fall von "Geschlechterdiskriminierung in der Milizarmee" ist, was dann?

(…) Dass die Frauen andauernd als Diskriminierungsopfer dargestellt werden, irritiert aus mehreren Gründen. Die Schweizerinnen sind gebildet, bei der Matura und den universitären Abschlüssen haben sie die Männer überrundet. Sie sind beruflich bestens integriert, rund neun von zehn Frauen sind erwerbstätig, und ihnen stehen alle Türen offen. In der Schweiz können sich Mann und Frau Beruf und Familie ohne grosse Probleme aufteilen, hohen Löhnen und flexiblen Arbeitsbedingungen sei Dank. Weibliche Vorbilder, sofern Frauen solche denn überhaupt brauchen, gibt es zuhauf.

Kurz: Niemand wird bestreiten, dass die Dinge noch verbessert werden können, das können sie immer. Doch das konstante Lamento von feministischen Kollektiven, Gleichstellungslobbyisten und Politikerinnen hat mit der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen – berufstätige, Hausfrauen, ledige, verheiratete, mit Kindern oder ohne – nichts zu tun.




3. "Die Presse" berichtet, wie Einsamkeit Männer krank macht.



4. Männer sprechen nicht über ihre Gefühle – so lautet ein nicht tot zu kriegendes sexistisches Klischee. Eine neue Studie zeigt: In den Beziehungsforen von Reddit sprechen Männer häufiger über Liebeskummer als Frauen.

"Am interessantesten war, dass bei der Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterschiede herauskam, dass Männer im Beziehungsforum tatsächlich häufiger über Liebeskummer sprachen als Frauen, und sie zeigten auch Sprachmuster, die mit einem sichereren Bindungsstil übereinstimmen", erklärte die Studienleiterin Charlotte Entwistle. "Dies deutet darauf hin, dass Männer mindestens genauso emotional in Beziehungen involviert sind wie Frauen, und sobald die traditionellen Hindernisse für die Suche nach Hilfe beseitigt sind (z. B. soziales Stigma), scheinen Männer genauso motiviert zu sein, Hilfe für ihre Beziehungsprobleme zu suchen."

(...) "Unsere Ergebnisse zeigen, wie traditionelle soziale Stigmata, wie Geschlechternormen und -erwartungen, die Hilfesuche in stigmatisierten Gruppen (in diesem Fall Männer) behindern können. Aber wenn Stigmata beseitigt werden (z. B. in anonymen Online-Plattformen), fühlen sich Menschen, die normalerweise keine Hilfe von realen Bekannten suchen würden, wohl dabei", so Entwistle. "Wir hoffen, dass diese Ergebnisse dazu beitragen, die Suche nach Hilfe bei Beziehungsproblemen und die Suche nach Hilfe im Allgemeinen zu entstigmatisieren, insbesondere bei traditionell stigmatisierten Gruppen."




5. Eine Gendernorm hält sich allerdings auch in der jüngsten Generation: Von Männern wird nach wie vor erwartet, beim Date die Rechnung zu bezahlen.



6. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge haben noch 48 Prozent der Westdeutschen und 32 Prozent der Ostdeutschen Vertrauen in unsere Presse.



7. Ein unschuldiger Brite wurde sechsmal von der Polizei verhaftet, nachdem ihn seine Ex mit Falschbeschuldigungen überzog:

Lewis Jolly verbrachte dank Courtney Ireland-Ainsworth 81 Stunden in Gewahrsam und hatte dabei das Gefühl, dass er "besser tot" wäre, berichtet das Liverpool Echo.

Ireland-Ainsworth richtete mehr als 20 gefälschte Instagram-Konten ein, um sich selbst "gemeine" Drohungen zu schicken, und erzählte dann der Polizei, dass ihr Ex-Partner der Täter sei.

Die Teenagerin hat ihn seinen Job gekostet, da sie sogar ein Foto von einer Narbe auf ihrer Brust zur Verfügung stellte, die er ihr mit einem Teppichmesser zugefügt haben soll.

Ihr "Netz aus giftigen Lügen" wurde jedoch aufgedeckt, als der Eigentümer von Instagram, Facebook, herausfand, dass die falschen Profile in Wirklichkeit mit ihren eigenen E-Mail-Konten und IP-Adressen verknüpft waren.


Hier geht es weiter.



8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ich danke Ihnen vielmals für Ihre unermüdliche Arbeit. Seit mehr als zwei Jahren habe ich die Presseschau auf Genderama verfolgt, der Besuch ist zur täglichen Routine geworden. Ihre Bücher sind willkommene und wichtige Ergänzungen zur Geschlechterdebatte. Gefreut hat mich die Bereitstellung der "Feministischen Irrtümer" als Webseite. Ich hoffe, meine Spende hilft dabei, dass Sie Ihre Arbeit fortsetzen können. Ich wünsche Ihnen zudem mehr öffentliche Anerkennung und ein gutes, positives privates Umfeld als Rückendeckung.

Auf Männerthemen bin ich erstmals aufmerksam geworden durch den Dokumentationsfilm "The Red Pill". Ich bewundere Cassie Jaye dafür, sich trotz des ersten negativen Eindrucks dennoch fair mit der Männerrechtsbewegung auseinandergesetzt zu haben. Ähnlich bemerkenswert empfinde ich Ihre Geduld mit dem Feminismus, Herr Hoffmann. Während sich die ehemalige Feministin Cassie Jaye nach ihren Erfahrungen nicht mehr als solche bezeichnen möchte, hält Maskulist Arne Hoffmann am Femi(ni)smus fest. Das scheint sinnvoll, wenn man für die gute Sache kooperieren und vielleicht befreundeten Feministinnen nicht Unrecht tun oder potentielle Verbündete nicht verprellen möchte. Andererseits wird die Bewegung gestützt, die pausenlos Abwertung u.a. von "Weißsein", Männlichkeit und Maskulismus produziert. Warum also? Allein, zu sehen, wie Cassie Jaye für ihr Werk behandelt wurde, macht mich wütend und traurig.

Ich finde keine feministischen Angebote äquivalent zu Genderama, Man Tau und Alles Evolution. Ich habe monatelang die Veröffentlichungen einer feministischen NGO verfolgt. Zu Beginn konnte ich ihr positive Bemühungen zugestehen. Nach vielen Artikeln und Tweets, bei denen ich fassungslos den Kopf schütteln musste, war endültig Schluss, als nach der Ermordung einer Frau durch einen männlichen Polizisten kommentiert wurde, das Problem hier sei, dass man Männern nicht beibringen würde, dass man so was nicht tut. Einfach absurd.

Angeblich ist Feminismus "auch" gut für Männer. Da liegt es nahe, im Buch eines (ungewollt) männlichen Feministen nach Anhaltspunkten für diese These zu suchen. Männer haben seit Jahrhunderten die ganze Welt brutal unterjocht. Nicht allein toxische Männlichkeit, sondern Männlichkeit an sich ist die Ursache aller Probleme. Männlichkeit muss zum Wohle aller abgeschafft werden. Zusammengefasst: "Feminismus hat nichts gegen Männer." Fall abgeschlossen. In keinem feministischen Werk bin ich bisher auf ein positives Männerbild oder die Anerkennung der Leistungen von Männern gestoßen. Ja, Frauen verdienen Anerkennung, ein positives Selbstbild und Unterstützung. Männer offensichtlich nicht.

#allmenaretrash, #killallmen, "SCUM Manifesto", "Sei kein Mann", "Ich hasse Männer"... natürlich entbehrt die Behauptung, Feminismus könnte etwas mit Männerhass zu tun haben, jedweder Grundlage. Freilich meinen hier alle nicht, was sie sagen. Dafür wissen sie aber genau, was alle andere meinen bzw. insgeheim denken, selbst wenn die das nicht sagen.

Öffentlich-rechtliche Beiträge werden immer wieder im Internet zerpflückt. Der Umgang mit den Themen und die Auswahl der erlaubten Argumente bleiben weiterhin die Gleichen. Nun weiß ich also, Menspreading ist ein gewaltiges Problem. Dessen Gründe liegen im männlichen Dominanzverhalten und der übergriffigen Haltung, möglichst viel öffentlichen Raum zu vereinnahmen?!? Sagt wer? Außer Feministinnen? Beinahe kommt mir der Verdacht, es geht nur darum, die bösartigsten Unterstellungen frei zu erfinden.

Gottlob gibt es den alten weißen Mann der Wissenschaft, der auf den Zug seiner Arbeitgeber aufspringt, zwar Skepsis simuliert, aber dennoch wie üblich Gleichstellung und Gleichberechtigung als Synonyme für dieselbe Sache kommuniziert. Dem Vollzeit- Unfallchirurgen genauso viel Geld zu zahlen wie dem halbtags arbeitenden Supermarkt-Kassierer, macht die Welt demnach gerechter. Feministinnen in einflussreiche Positionen zu verhelfen, ist auf jeden Fall ein Gewinn für alle. Niemals würden diese ihre Macht missbrauchen.

Wie gut, dass es unabhängigen Qualitätsjournalismus gibt, der aufklärt, dass dem Forum Soziale Inklusion die Auszahlung der bereits genehmigten Fördermittel verweigert werden darf und muss, da es sich hier lediglich um ein trojanisches Pferd für bösen Antifeminismus handelt. Denn das haben irgendwelche nicht genannten Experten in nicht erwähnten Analysen herausgefunden. Da an diesen Schlussfolgerungen keinerlei Zweifel bestehen kann, darf der Artikel darauf verzichten, auch nur einen einzigen Beleg zu erbringen. Danke dafür, dass ich nicht in die missliche Lage gebracht werde, eigene Überlegungen anzustellen.

Angry white man, Male fragility, White fragility, Male tears, Mansplaining, Manterrupting - endlich diskutieren wir konstruktiv auf Augenhöhe.

Wenn auf diesem feministischen Nährboden keine Liebe wächst, dann... dann hat das Patriarchat wohl keinen grünen Daumen.

Wer auf politischer oder gesellschaftlicher Ebene etwas ändern will, braucht einen langen Atem. Den wünsche ich allen. Falls sich neben mir noch jemand permanent von negativen und destruktiven Beiträgen getriggert fühlt, oder den Eindruck hat, inzwischen auf jede Mikroagression einen Safe Space aufsuchen zu wollen, dem empfehle ich, es mir nach und eine Entgiftungskur zu machen, also einen großen Bogen um Feminismus, Identitätspolitik und dergleichen zu schlagen. Zumindest zeitweise.




Montag, Januar 17, 2022

Genderama-Neujahrsgruß 2022: Extralanger Blogbeitrag mit Meldungen, die ihr vielleicht verpasst habt

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr – und danke allen von euch sehr herzlich, die Genderama in den letzten Wochen durch Spenden und freundliches Feedback unterstützt haben. Es mag ein wenig seltsam klingen, wenn man ein Blog mittlerweile fast zwanzig Jahre lang führt, aber ich frage mich bei jedem Jahreswechsel, ob viele von euch Genderama immer noch für so notwendig und hilfreich halten, dass sie es subventionieren.

Erfreulicherweise habt ihr auch diesmal wieder eine klare Botschaft gesendet: Eure Spenden waren wieder wirklich stark. Ich freue mich sehr sowohl über die finanzielle Hilfe als auch über die Anerkennung meiner Arbeit, die damit verbunden ist. Ihr seid super!

Weil ich nie vollständig in den Blogger-Urlaub gehe, habe ich auch in den letzten drei Wochen erwähnenswerte Meldungen gesammelt, die man meiner Ansicht nach trotz der Genderama-Pause nicht unter den Tisch fallen lassen sollte.



1. Die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigt einen Vorstoß für eine europaweite Frauenquote von mindestens 40 Prozent an. Hierfür soll ein vor Jahren auf Eis gelegter Gesetzesvorschlag wiederbelebt werden. Mit der neuen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP bestehe Hoffnung, dass Deutschland seinen Widerstand aufgebe, befindet die CDU-Politikerin: "Es ist an der Zeit, dieses Dossier voranzubringen", sagte von der Leyen mit Blick auf das seit zehn Jahren von mehreren EU-Ländern blockierte Vorhaben.



2. "Der Mann, der sich komplett um die Kinder kümmert, erfährt auch Diskriminierung" befindet die neue grüne Familienministerin Anne Spiegel:

Mein Mann hat schon bei der Geburt unserer ersten Tochter seinen Job aufgegeben. Bei uns ist also ein bisschen sehr umverteilt worden (lacht). Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Mann, der komplett zu Hause ist und sich um die Kinder kümmert, auch Diskriminierungserfahrungen macht – etwa, wenn ihm im Café überfürsorgliche Mütter zeigen wollen, wie man einem Baby die Flasche gibt.


Diese Umverteilung möchte Spiegel auch insgesamt durchsetzen:

"Eine gleichberechtigte und zukunftsorientierte Partnerschaft bemisst sich daran, dass Männer selbstverständlich die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen." Es brauche daher eine neue "Umverteilungsdebatte", wie Männer mehr im Haushalt helfen und ihre Frauen leichter Karriere machen können.


Die Reaktionen der Deutschen zeigen sich in einer INSA-Umfrage: Eine Mehrheit von 61 Prozent findet, dass sich der Staat aus solchen Angelegenheiten raushalten sollte. 83 Prozent derjenigen, die in gemeinsamen Haushalten leben, sind mit der von ihnen vorgenommenen Verteilung der Hausarbeiten zufrieden.

Birgit Kelle kommentiert Spiegels Vorstoß süffisant in der "Weltwoche".

Auf die Frage, was sie für Trennungskinder tun wolle, antwortet Spiegel:

Vor allem wollen wir die Trennungs- und Konfliktberatung verbessern und Eltern dabei helfen, das für sie richtige Betreuungsmodell zu finden, zum Beispiel das Wechselmodell.


Damit greift die neue Frauenministerin eine Forderung der Väter- beziehungsweise Männerrechtsbewegung auf.



3. Das Forum Soziale Inklusion, das sich um die Anliegen beider Geschlechter kümmert, mahnt bei Anne Spiegel längst überfällige Reformen vor allem im Familienrecht ein.



4. Thomas Gesterkamp bewegt sich in seinem bekannten Fahrwasser und poltert dagegen, dass das Forum Soziale Inklusion wenn schon nicht vom Bund, dann zumindest von Bayern mit Fördergeldern bezuschusst wird: "Geld vom Staat für 'Männerrechtler'? Den Bayern gefällt's" heißt sein aktueller Beitrag in der Wochenzeitung "Freitag". In Genderfragen polemisiert Gesterkamp, lebe der Freistaat hinterm Mond. Nur dort könne das Forum Soziale Inklusion "seine reaktionären Thesen verbreiten". Wie im Rechtspopulismus tarne der Verein seine "rückwärtsgewandten Positionen", nämlich "mehr Rechte für Väter, die nach einer Scheidung über den erschwerten Zugang zu ihren Kindern klagen." Glücklicherweise stünden in der Ampelkoalition die Chancen für weitere Unterstützung schlecht.

Thomas Gesterkamp gehört zum Umfeld des staatlichen Bundesforums Männer, das sich in einer Konkurrenz mit dem Forum Soziale Inklusion sieht.



5. Auf Web.de findet man einen Beitrag über die Benachteiligung von Vätern beim Sorge- und Umgangsrecht für ihre Kinder und wie Kritiker um eine Verbesserung kämpfen, die in anderen europäischen Ländern bereits gegeben ist.



6. Auch anderweitig tobt der "Rechtspopulismus": Der Schweizer SRF beschäftigt sich mit Eltern-Kind-Entfremdung; dasselbe tut Spotify mit dem Beitrag "Manipulierte Trennungskinder: Wenn der Papa zum Buhmann wird".



7. Ein Vater stand dieser Tage in Neubrandenburg vor Gericht, weil er sich jahrelang der Zahlung des Unterhalts für seine beiden Töchter verweigert haben soll. Das Ungewöhnlich an diesem Fall: Sowohl der Richter als auch seine Ex-Frau haben volles Verständnis für ihn.



8. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens baut ihr Programm für von Gewalt betroffene Männer weiter aus. Anfang kommenden Jahres sollen sich die Plätze in Schutzwohnungen auf 16 verdoppeln.



9. Die Journalistin Jana Sepehr schildert, inwiefern alleinstehende männliche Flüchtlinge bei Hilfsangeboten oft durchs Raster fallen.

Für Familien, Kinder und Frauen wird eher gespendet und sie erhalten leichter konkrete Hilfsangebote. Sie gelten als vulnerabel – alleinstehende Männer nicht. Sie werden oft als gewalttätig stereotypisiert, vor allem wenn sie verärgert und wütend auf ein diskriminierendes System reagieren.


Gut, das trifft auch auf uns Männerrechtler zu. Wir werden mitunter sogar als "militant" oder "radikal" etikettiert, weil wir von Benachteiligungen nicht begeistert sind.

Jana Sepehr berichtet weiter, wie sie und ihre Kollegen sich für die geflüchteten Männer engagieren:

Wir bieten alleinstehenden Männern psychologische Einzelgespräche an. Die meisten Männer in unserem Projekt zeigen traumabezogene Symptome wie Schlaflosigkeit, Panikattacken, depressives Verhalten, Hoffnungslosigkeit, selbstverletzendes Verhalten und vermehrt auch Suizidgedanken. Wir sind bemüht, den Männern einen sicheren Raum in einer unsicheren Umgebung zu gewähren, in welchem sie für ihre Gefühle, Gedanken und ihr Verhalten nicht verurteilt werden. Stattdessen wollen wir ihre Gefühle anerkennen und sie darin unterstützen, ihr Selbstwertgefühl wiederherzustellen.




10. Per Rundmail erreichte mich letzte Woche folgende Info, die auch zur Veröffentlichung auf Genderama freigegeben ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit laden wir ein zum Online-Vortrag mit Diskussion zur Wiener Männerstudie: "Männerrechtler und Geschlechtergerechtigkeit - passt das zusammen?" am Mittwoch, den 19.1.2022 von 19:00 - 20:30 Uhr.

Zoom-Webinar, kostenfrei. Wegen Teilnehmerzahlbeschränkung ist eine formlose Anmeldung erforderlich an sebastian.meding@liberale-maenner.de

Kurzbeschreibung: Im Geschlechterverhältnis hat sich in den westlichen Gesellschaften während der vergangenen Jahrzehnte viel verändert. Gleichgeblieben ist nur der Mangel an Empathie für und der Respekt vor Männern.

Braucht es daher eine eigenständige Männerrechtsbewegung, und wie kann sie gestaltet werden? Derart grundsätzliche Fragen könnten die politische Reaktion auf eine sozialwissenschaftliche Studie zur Geschlechtergerechtigkeit sein, die der Club of Vienna, die Denkfabrik der Stadt Wien, veröffentlichte. Johannes Meiners stellt die Forschungsergebnisse vor. Im Mittelpunkt steht der Maskulismus: Seine Themen, Ziele und Repräsentanten. Dabei geht Meiners auch auf Geschichte und Strömungen ein, Zahlen, Daten und Fakten rund um die Männerrechtsbewegung. Welche Rolle könnte die (deutschsprachige) Männerrechtsbewegung in künftigen Diskursen wie im öffentlichen Raum einnehmen?

Weitere Webinare:

Mi., 16.02.: Männergesundheit

Mi., 16.03.: "Gender"-Sprache

Mi., 20.04.: Eltern-Kind-Entfremdung




11. Männer zwischen 40 und 80 Jahre sterben einer deutschen Studie zufolge, über die unsere Leitmedien nicht berichten, häufiger nach Operationen als Frauen:

Bei Männern mittleren Alters ist die Wahrscheinlichkeit, nach einer Operation zu sterben, um etwa 50 % höher als bei Frauen mittleren Alters, so das Ergebnis einer neuen Studie, die auf der diesjährigen Euroanaesthesia vorgestellt wird. Die Untersuchung von mehr als 100 000 nicht-kardiologischen Patienten in einem führenden deutschen Krankenhaus ergab, dass die Sterblichkeitsrate bei Männern in den 40er und 50er Jahren sowie bei Männern in den 60er und 70er Jahren höher ist.


Bei dem erwähnten Krankenhaus handelt es sich um das Klinikum der Technischen Universität München. Hier erfährt man mehr über die Untersuchung.



12. Eine weitere neue Studie sagt das Scheitern der Gendersprache voraus:

Gender-Sprache "zielt als autoritär-feministisches Projekt in erster Linie darauf ab, Männer sprachlich weniger sichtbar zu machen", warnt Professor Dr. Michael Klein (Köln) in einer psychologischen Studie. Er erwartet das Scheitern der "Sprach-Marotte". Gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler Hendryk von Reichenberg beschreibt er die Hintergründe im aktuellen Sachbuch "Das Ende der Gender-Sprache".

Nach den Einschätzungen der Autoren ist die Gender-Sprache "kein Produkt einer intellektuellen oder sprachwissenschaftlichen Analyse - und besitzt keine wissenschaftliche Basis. Gender-Sprech schafft Ungerechtigkeiten, nimmt keine Rücksicht auf Behinderte, sozial Benachteiligte, Migranten, Diverse" und andere.

Michael Klein: "Die Gender-Bewegung ist im Kern eine kleine Gruppe in gesellschafts- und erziehungswissenschaftlichen Fachbereichen der Hochschulen. Dort gibt es inzwischen mit staatlicher Förderung mehr als 220 Gender-Professuren. Dadurch ist eine starke, gut vernetzte Powergroup entstanden, die in Kooperation mit mehr als 2000 Gleichstellungsbeauftragten die Gender-Sprache propagiert" und unter Umständen autoritär verordnet.

(…) Die Bevölkerungsmehrheit nimmt die häufig verordnete Gender-Sprache mit einer Mischung aus Ignoranz, Spott und Aversion wahr. "In der deutschen Kultur ist die Obrigkeitshörigkeit tief verankert. Dies gilt auch für vermeintlich progressive und linke Gruppierungen. Im Bereich der Gender-Sprache kann sich erweisen, zu wieviel zivilem Ungehorsam die Deutschen in der Lage sind," schreibt Michael Klein und zeigt sich optimistisch: Der Buchtitel enthält bereits seine psychologisch begründete Prognose.




13. Dieter Hallervorden stellt klar, dass er von solcher Obrigkeitshörigkeit wenig hält, und legt in seiner Kritik an der Gendersprache noch einmal nach:

"Wie kommt eine politisch motivierte Minderheit dazu, einer Mehrheit vorschreiben zu wollen, wie wir uns in Zukunft auszudrücken haben? Die deutsche Sprache als Kulturgut gehört uns allen. Keiner hat ein Recht, darin herumzupfuschen. Sprache entwickelt sich von allein, aber nicht auf Druck von oben. Gendern ist – wie ein weiser alter Mann wie Joachim Gauck sagte – 'betreutes Sprechen'. Ich und viele mit mir brauchen keine Erziehung zu Sensibilität."




14. Auch Jürgen von der Lippe hat zu diesem Thema eine klare Meinung:

"Es ist doch ein Skandal, dass Universitäten verlangen, dass Arbeiten von den Studenten gegendert und so in einem falschen Deutsch eingereicht werden", sagte der Entertainer der Bild am Sonntag. "Es entsteht der Eindruck, dass es eine breite Bewegung wäre. Aber das Gegenteil ist der Fall. Je nach Umfrage wollen bis zu 91 Prozent der Deutschen nicht gendern." Am meisten regen ihn demnach "die sinnfreien Partizipien" auf. Von der Lippe: "Der Bäcker ist ein Backender, wenn er in der Backstube steht. Wenn er auf dem Klo sitzt, dann nicht mehr."

(…) Außerdem frage er sich, was mit all den anderen Menschen sei, die benachteiligt seien. Solle für die auch etwas eingeführt werden? "Ein Emoji vielleicht? Das stimmt doch alles hinten und vorne nicht. Warum bleiben wir nicht einfach beim generischen Maskulinum, da kann sich jeder zu Hause fühlen."

(…) Er bekenne, "ein alter weißer Mann" zu sein, der als Wurzel von Übeln wie Kolonialismus und Klimawandel ausgemacht sei, führte von der Lippe aus – wohl um Kritik vorwegzunehmen. "Nur wenn man es als Dreifach-Diskriminierung nutzt, ist es unzulässig. Denn ich darf wegen meines Alters, meiner Hautfarbe und meines Geschlechts nicht beleidigt werden. Da muss schon gleiches Recht für alle gelten."

Für ihn sei das Gendern eine Veränderung der Sprache "von oben", betonte von der Lippe in dem Interview. Doch Sprache ändere sich "von unten". Ausnahme sei "das Beamtendeutsch. Wer sich so etwas wie 'Personenvereinzelungsanlage' ausdenkt, ist vielleicht auch vom Gendern begeistert. Wissen Sie, was das ist? Nein? Ein Drehkreuz."




15. Im Dresdner Stadtbezirksbeirat Loschwitz wurde kürzlich eine gegenderte Vorlage des Rathauses wegen "Nicht-Lesbarkeit" abgelehnt. Ausschlaggebend dafür waren Sternchen in Wörtern wie "Zuwendungsempfänger*innen" sowie Formulierungen wie "Besitzhabende Personen" statt, wie wir Boomer früher sagten, schlicht "Besitzer". Gegen das ideologisch korrekte Kauderwelsch hatte sich der Ex-CDU-Stadtrat und Stadtbezirksbeirat Helfried Reuther (71) ausgesprochen, und obwohl er doch nur ein "alter weißer Mann" war, war ihm die Mehrheit zu seiner Überraschung gefolgt. Abweichende Stimmen gab es etwa vom Stadtbezirksbeirat Martin Jehne (Grüne), der dieser Mehrheit vorwirft, "weit ab vom rationalen Denken" zu sein.



16.
Vor drei Jahren kam heraus, dass der "Spiegel"-Journalist Claas Relotius Reportagen fälschte. Jetzt hat das "heute journal" enthüllt, wie dem Hamburger Magazin so etwas passieren konnte: Es waren die Männer und ihr Testosteron-Spiegel. Das muss natürlich Konsequenzen haben.


Hier geht es weiter.



Wir kommen zu Meldungen aus dem Ausland.



17. Österreichs Frauenministerin steht unter schwerem Plagiatsverdacht:

"Zahlreiche Plagiate und Quatsch" hat "Plagiatsjäger" Stefan Weber eigenen Angaben zufolge in der Diplomarbeit von Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) gefunden, wie er am Freitag in seinem Blog schrieb. Sie habe die wissenschaftlichen Grundregeln ihres Fachs nicht beherrscht. Im Büro der Ministerin sprach man von an den Haaren herbeigezogenen Behauptungen, die man nicht kommentiere.


An den Haaren herbeigezogen? Der Standard hat sich das näher angeschaut und gelangt zum gegenteiligen Eindruck:

Immer wieder finden sich über mehrere Sätze hinweg Formulierungen, die fast oder ganz wortgleich in früher erschienenen Werken auftauchen. Mitunter hat Raab dabei auch die Quellenverweise mitübernommen, sodass es so wirkt, als hätte sie selbst Literaturarbeit geleistet. Am Ende solcher Absätze finden sich weder Fußnoten noch andere Hinweise, dass es sich um übernommene Aussagen und Gedanken handelt.


Gibt es eigentlich schon die ersten Beschwerden, dass derartige Überprüfungen frauenfeindlich sind?



18. Ein Australier muss wegen ausbleibender Unterhaltszahlungen 8000 Jahre lang in Israel bleiben. Wie die Welt wohl aussehen wird, wenn er das gelobte Land endlich verlassen darf?



19. Kamala Harris, die Vizepräsidentin der USA, sieht ihre negative Darstellung in den Medien darin begründet, dass sie kein weißer Mann ist.

Damit ist ein neuer Rekord erreicht, wie weit man inzwischen aufsteigen kann, um sich wegen seiner Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht immer noch als Opfer zu fühlen: bis zur Vizepräsidentin der USA. Was weiße Männer von den Medien aushalten müssen, wenn sie sich für ihre Anliegen politisch engagieren, ahnt Harris mit Sicherheit nicht einmal.



20. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es jetzt ein Projekt für die politischen Anliegen von Männern.



21. Hierzulande werden die nach wie vor kreuzbraven und engelsgeduldigen Männerrechtler unter anderem deshalb angefeindet, weil sie "antifeministisch" seien. Wie echte Antifeministen aussehen, berichtet die New York Times mit Blick auf Südkorea:

Sie sind immer dann aufgetaucht, wenn Frauen in Südkorea gegen sexuelle Gewalt und geschlechtsspezifische Vorurteile demonstriert haben. Dutzende junger Männer, meist schwarz gekleidet, verhöhnten die Demonstranten, kreischten und skandierten "Thud! Thud!", um das Geräusch zu imitieren, das ihrer Meinung nach die "hässlichen feministischen Schweine" machten, wenn sie liefen.

"Raus mit den Männerhassern!", riefen sie. "Feminismus ist eine Geisteskrankheit!"

Auf der Straße würde man solche Kundgebungen leicht als extreme Rhetorik einer Randgruppe abtun. Doch die antifeministischen Äußerungen werden im Internet verstärkt und finden ein großes Publikum, das seine Vorstellungen zunehmend in der südkoreanischen Gesellschaft und Politik durchsetzt.

Diese männlichen Aktivisten haben alles ins Visier genommen, was nach Feminismus riecht, und eine Universität gezwungen, eine Vorlesung einer Frau abzusagen, die sie beschuldigten, Männerhass zu verbreiten. Sie haben prominente Frauen verunglimpft und An San, eine dreifache Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio, wegen ihres Kurzhaarschnitts kritisiert.

Sie haben Unternehmen mit Boykott gedroht und sie dazu veranlasst, Anzeigen mit dem Bild von zusammengeführten Fingerspitzen zurückzuziehen, die ihrer Meinung nach die Größe der männlichen Genitalien lächerlich machen. Und sie haben die Regierung ins Visier genommen, weil sie sich für eine feministische Agenda einsetzt, was den konkurrierenden Präsidentschaftskandidaten das Versprechen entlockte, das 20 Jahre alte Ministerium für Geschlechtergleichstellung und Familie zu reformieren.

Südkorea sieht sich mit einer neuen Art von politischer Korrektheit konfrontiert: Sie wird von wütenden jungen Männern durchgesetzt, die sich gegen alle Kräfte wehren, die ihrer Meinung nach ihre Chancen untergraben - und Feministinnen sind in ihren Augen der Feind Nr. 1. Ungleichheit ist eines der heikelsten Themen in Südkorea, einer Nation, deren wirtschaftliche Unsicherheit durch ausufernde Immobilienpreise, einen Mangel an Arbeitsplätzen und eine sich vergrößernde Einkommenskluft noch verstärkt wird. (...) Familien kümmern sich jetzt um ihre Töchter. Mehr Frauen als Männer besuchen das College, und sie haben mehr Möglichkeiten in der Regierung und anderswo, obwohl die gläserne Decke nach wie vor groß ist.

"Männer in ihren 20ern sind zutiefst unglücklich, sie sehen sich als Opfer einer umgekehrten Diskriminierung und sind wütend darüber, dass sie den Preis für die Geschlechterdiskriminierung früherer Generationen zahlen mussten", so Oh Jae-ho, Forscher am Gyeonggi Research Institute in Südkorea.

Während ältere Männer Frauen als schutzbedürftig ansahen, betrachteten jüngere Männer sie als Konkurrenten auf einem hart umkämpften Arbeitsmarkt.

Antifeministinnen weisen häufig darauf hin, dass Männer benachteiligt werden, weil sie ihre Berufstätigkeit aufschieben müssen, um ihren obligatorischen Militärdienst zu absolvieren. Doch viele Frauen scheiden nach der Geburt eines Kindes aus dem Berufsleben aus, und ein Großteil der häuslichen Pflichten fällt ihnen zu.

"Was willst du noch? Wir haben dir deinen eigenen Platz in der U-Bahn, im Bus, auf dem Parkplatz gegeben", schreibt der männliche Rapper San E in seinem 2018 veröffentlichten Song "Feminist", der unter jungen Antifeministen Kultstatus genießt. "Oh Mädchen brauchen keinen Prinzen! Dann zahl die Hälfte für das Haus, wenn wir heiraten."

Der Geschlechterkampf hat das südkoreanische Präsidentschaftsrennen, das vor allem als Wettbewerb für junge Wähler gesehen wird, durchdrungen. Keiner der Kandidaten setzt sich für die Rechte der Frauen ein, die einst so populär waren, dass Präsident Moon Jae-in sich selbst als "Feminist" bezeichnete, als er vor fünf Jahren Wahlkampf machte.

Yoon Suk-yeol, der Kandidat der konservativen Oppositionspartei People Power Party, schlug sich auf die Seite der antifeministischen Bewegung, als er das Ministerium für Geschlechtergleichstellung beschuldigte, Männer wie "potenzielle Sexualverbrecher" zu behandeln. Er versprach härtere Strafen dafür, Männer zu Unrecht eines Sexualverbrechens zu beschuldigen, obwohl er befürchtete, dass dies Frauen davon abhalten würde, ein solches Verbrechen zur Anzeige zu bringen.

Aber Yoon hat im vergangenen Monat auch eine prominente 31-jährige Anführerin einer feministischen Gruppe als leitende Wahlkampfberaterin eingestellt, um die Befürchtungen zu zerstreuen, dass seine Partei junge Wählerinnen verprellt.

Nach dem Gesetz kann Herr Moon nicht zur Wiederwahl antreten. Der Kandidat seiner Demokratischen Partei, Lee Jae-myung, hat ebenfalls versucht, junge Männer anzusprechen, indem er sagte: "Genauso wenig wie Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden sollten, sollten Männer diskriminiert werden, weil sie Männer sind."

(...) Auf der anderen Seite des Kulturkampfes stehen junge Männer mit einer Litanei von Beschwerden - Sorgen, die in von Männern dominierten Foren endlos wiedergekäut werden. Sie haben sich insbesondere auf Fälle von Falschbeschuldigungen fixiert, um einer breiteren antifeministischen Agenda Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Son Sol-bin, ein Gebrauchtmöbelverkäufer, war 29 Jahre alt, als seine ehemalige Freundin ihn 2018 der Vergewaltigung und Entführung beschuldigte. Online-Trolle forderten seine Kastration, sagte er. Seine Mutter fand Videomaterial, das beweist, dass die angeblichen Übergriffe nie stattgefunden haben.

"Der feministische Einfluss hat dazu geführt, dass das System so voreingenommen gegen Männer ist, dass die Polizei die Aussage einer Frau und einen einzigen Tropfen ihrer Tränen als ausreichenden Beweis ansah, um einen unschuldigen Mann ins Gefängnis zu bringen", sagte Herr Son, der acht Monate im Gefängnis verbrachte, bevor er freigesprochen wurde. "Ich glaube, das Land ist verrückt geworden.

Als Herr Son kürzlich bei einer antifeministischen Kundgebung mit den Tränen kämpfte, skandierten andere junge Männer: "Sei stark! Wir sind bei dir!"




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