Neues aus der Femosphäre: "Männer sollten im Gefängnis geboren werden und beweisen müssen, dass sie rauskommen können"
1. Die spanische Huffington Post berichtet über die Rapperin Metrika, offenbar das dortige Gegenstück zu unserer Ikkimel. In dem Beitrag heißt es:
Metrika ist nicht gerade dafür bekannt, ihre Worte allzu sorgfältig abzuwägen. Das hat die Künstlerin erneut in einem Gespräch bewiesen, in dem sie offen über Feminismus sprach und schließlich einen jener Sätze hinterließ, die dazu bestimmt sind, schnell in den sozialen Netzwerken die Runde zu machen.
Als man ihr entgegenhielt, ihre Position scheine nicht gerade die Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu verteidigen, antwortete Metrika ohne Umschweife: "Mädel, weil ich misandrisch bin."
"Wie soll ein Mann dieselben Rechte haben wie ich?", fuhr die Sängerin fort, bevor sie den Ton ihrer Antwort mit dem auffälligsten Satz des gesamten Gesprächs noch weiter verschärfte: "Männer sollten im Gefängnis geboren werden und beweisen müssen, dass sie rauskommen können."
Das Gespräch geht im selben provokanten Register weiter und bringt Metrika dazu, ihren Ansatz noch etwas auszuführen. "Beweis, dass du bei klarem Verstand bist", sagt sie über Männer, bevor sie das mit einem weiteren Urteil begründet: "Warum müsst ihr uns beweisen, dass ihr nicht ganz dicht seid? Das wissen wir doch schon."
Ihre Worte spielen bewusst mit einer radikalen Umkehrung der Ungleichheit, unter der Frauen traditionell gelitten haben: Metrika spricht nicht davon, Rechte anzugleichen, sondern treibt ihre Rede bis zu dem Extrem, zumindest im Ton des Gesprächs dafür einzutreten, dass Männer diejenigen sein sollen, die beweisen müssen, dass sie bestimmte Freiheiten verdienen.
Bezeichnend ist, dass hier jegliche Verdammung, die ein Mann für sexistische Feindseligkeiten erhalten würde, ausbleibt.
2. Einige andere typische Entgleisungen aus der Femosphäre hat Jeffrey Ketland zusammengetragen.
3. Dafür lässt der SPIEGEL in einem aktuellen Gastartikel der Autorin Marlen Hobrack mit dem Männerbashing ein wenig nach:
Im Allgemeinen scheint der zeitgenössische Vater nie genug zu tun. Er scheitert daran, seine Hälfte der Fürsorgearbeit zu übernehmen, von der Hausarbeit einmal ganz zu schweigen. Und die Liste der Defizite wird immer länger: Viele Mütter beklagen, dass sie die emotionalen und mentalen Lasten der Beziehungsarbeit und Kinderpflege allein stemmen müssten – auch hier fehle es an der Unterstützung durch die Männer/Väter. Kurzum: Der Mann versagt in der Rolle des Vaters.
Das Gejammer greift jedoch viel zu kurz. Einer Frage will sich der feministische Väterdiskurs nämlich partout nicht stellen: Wollen die Mütter die Sorgearbeit überhaupt teilen?
Seit Beginn der Einführung des Elterngeldes lautete der feministische Vorwurf an die Väter, sie würden sich der gleichberechtigten Fürsorge für ihre Kinder entziehen, sie wollten ihren Partnerinnen gar nicht zur Seite stehen. Dafür sprach aus feministischer Sicht auch, dass die Väter nach der Geburt ihrer Kinder sogar mehr arbeiten (ein Schelm, wer annimmt, die Familie könne nach der Geburt etwas mehr Geld gebrauchen).
Dieses feministische (Vor-)Urteil hatte jedoch nur so lange Bestand, bis Familienministerin Karin Prien im Juli dieses Jahres den Vorschlag für eine Elterngeldreform vorlegte: Die Gesamtbezugsdauer soll von 14 auf 12 Monate reduziert werden. Außerdem soll die 3-3-6-Regel gelten: Jeder Partner muss drei Monate in Anspruch nehmen, die restlichen sechs Monate könnten flexibel verteilt werden. De facto würde sich die Bezugszeit des Elterngeldes für die meisten Mütter damit auf neun Monate reduzieren.
Inzwischen rudert Prien zwar zurück und zeigt sich offen für eine Diskussion der Reformvorschläge. Doch dies geschah wohl auch auf Basis der massiven Onlineproteste von Müttern, die sich erbost über die "staatliche Einmischung" zeigten. Es lohnt sich, die Argumente genauer anzuschauen. Dort heißt es: Man könne für sich entscheiden, wie die Elterngeldmonate zu verteilen seien. Oder: Solle eine Mutter allen Ernstes nach neun Monaten wieder arbeiten gehen? Was, wenn man ein Jahr lang voll stillen wolle? Und überhaupt: Müssten sich Mütter nicht von der Geburt erholen?
Es steht außer Frage, dass sowohl das Gebären als auch das Stillen an das Geschlecht gekoppelt sind. Man kann Männern vieles vorwerfen, aber die biologischen Gegebenheiten unserer Körper haben sie nun wahrlich nicht zu verantworten.
Nur: Das hätten wir Feministinnen schon immer wissen können, trotzdem taten wir so, als wäre die "traditionelle Rollenverteilung", insbesondere im ersten Jahr nach der Geburt schlichtweg patriarchale Zurichtung. Jetzt zeigt sich: Sie ist die Folge einer biologischen Realität. Viele Kommentatorinnen rekurrierten auf die psychische Angewiesenheit des Säuglings auf seine Mutter.
Mir scheint, als wollten die Mütter keinen Platz machen für die Väter, deren fürsorgliche Qualitäten sie infrage stellen. Wir enden immer wieder bei der einen, durchaus schmerzhaften Frage: Wollen die Mütter die Sorgearbeit, trotz anderslautender Appelle, gar nicht teilen?
(…) Dabei drohen engagierten Vätern, die bereit sind, länger aus ihrem Job auszusteigen, ähnliche Nachteile wie Müttern. So legen Daten aus einer Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dem Sozio-oekonomischen Panel nahe, dass Männer sehr wohl Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, wenn sie nach der Geburt der Kinder in Teilzeit arbeiten. Nach nur einem Jahr Teilzeitarbeit ergeben sich den Berechnungen zufolge drei Prozent weniger Stundenlohn für die Väter. Sobald sich Väter also "wie Mütter" benehmen – was in Deutschland ja oft heißt: in Teilzeit arbeiten –, haben sie dieselben Konsequenzen zu tragen wie die Frauen. Ein Schelm, wer meint, es könnte sich hierbei um ein Problem unseres Wirtschafts- und Arbeitssystems handeln!
Wir Frauen aber wollen das weiterhin nicht wahrhaben und bleiben dabei: Schuld ist das Patriarchat, schuld sind eben die Männer! Selbst da, wo sie wirklich engagiert sind.
Zu der Wahrheit, die viele Frauen hartnäckig leugnen, gehört die Erkenntnis, dass Väter es im Beruf nicht leichter haben als Frauen, wenn sie "alles haben" wollen, also in Beruf und Elternschaft engagiert sein wollen. Auch ein Mann, der seine Arbeitszeit reduziert, wenn seine Kinder klein sind, wird Einkommenseinbußen und demzufolge in der Regel Renteneinbußen hinnehmen müssen. Auch er läuft Gefahr, bei Beförderungen übergangen zu werden und weniger attraktive Projekte zugewiesen zu bekommen, weil er ja nur der "Teilzeitarbeiter" ist.
Als etwa mein Mann seine zwölfmonatige Elternzeit antrat, mahnte sein Chef nur halb im Scherz, er solle damit nur ja nicht zum Vorbild im Büro werden. Es half nichts. Andere Väter folgten. Nach seiner Elternzeit reduzierte mein Mann seine wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden. Das Ergebnis: Weiterbildungen wurden vom Büro abgelehnt. Wer nicht Vollzeit arbeitet, soll auch nicht vorankommen. Trotzdem sprechen wir nicht von "Fatherhood-Penalty" für engagierte Väter.
(…) Leider haben Väter keine Lobby, wenn es um die Klage über familienunfreundliche Arbeitszeiten oder um Lohnlücken zu kinderfreien Männern geht. Denn ihre Probleme erscheinen, verglichen mit jenen der Mütter, eben viel zu klein und nichtig. Dabei wäre die Solidarität der Frauen hier doppelt geboten: Am Ende wird die große Mehrheit der Kinder in heterosexuellen Paarbeziehungen geboren; Einkommenseinbußen, egal ob bei Vätern oder Müttern, treffen immer auch die Partner und sind wohl kaum in deren Interesse. Zweitens wird es ohne die Männer, die engagierte Väter sind, in Fragen der Gleichberechtigung nicht vorangehen.
Deswegen macht mich das Einschlagen auf die Väter, die sich angeblich eine Rolle anmaßen, die ihnen nicht zusteht, eben die "Mutterrolle", so wütend: Wenn wir Frauen uns wünschen, dass Väter ihren Teil leisten, müssen wir es ertragen können, dass sie dafür Anerkennung beanspruchen.
4. In einem weiteren SPIEGEL-Artikel huldigt die Gastautorin Heike Kleen zwar dem Klischee des gefühllosen Mannes, spricht aber auch die Doppelbotschaften an, die wir Männer unentwegt erhalten:
Dröseln wir das auf am Beispiel meiner Freundin Anna, die nicht so heißt. Sie sucht den einen Mann fürs Leben, und der muss natürlich klug, gepflegt und empathisch sein, aber bitte auch ein Cowboy. Damit meint Anna nicht, dass der Mann für den Lebensabend tagsüber durch die Prärie reitet, sondern dass er Selbstbewusstsein und Stärke ausstrahlt, unabhängig ist, vielleicht sogar ein kleines bisschen ungezähmt. Dass sie sich an ihn anlehnen kann, beschützt fühlt – aber er möge bitte nicht anhänglich sein oder gar bedürftig. Ich verstehe das alles, aber klar ist auch: Der ideale Mann wird dadurch zu Schrödingers Katze: gleichzeitig Alphamann und Feminist, Beschützer und Gleichberechtigter. Der Mann soll weinen können, aber bitte keine Heulsuse sein. Sich nicht nur für "Männerkram" interessieren, aber auch nicht "werfen wie ein Mädchen". Und nun?
Solange wir in solchen Denkmustern gefangen sind, sollten wir weiter Serien gucken oder uns eine KI-Liebe zulegen. Und unsere Mitmenschen in Ruhe lassen. Die Verachtung des jeweils anderen Geschlechts ist sowieso viel zu hoch im Kurs. Nach fünf Minuten im Netz bin auch ich überzeugt, dass hinter der nächsten Ecke mindestens ein Frauenhasser, aber vermutlich auch ein Größenwahnsinniger steht. Und doch habe ich keine Lust mehr, ständig gegen etwas zu sein, mich weiter in die allgemeine Empörungsspirale zu begeben und mich am Ende für die Angst zu entscheiden.
5. Neue Studien, die im medizinischen Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurden, tragen zur Antwort auf die Frage bei, warum Männer nicht so lange leben wie Frauen:
Die zentrale These der Lancet-Studien geht über rein biologische Erklärungen hinaus. Das Autorenteam argumentiert, dass gesellschaftliche Erwartungen an Männer deren Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. In Gesellschaften, in denen Männer vor allem als Ernährer gelten, könne etwa Arbeitslosigkeit nicht nur finanzielle Sorgen auslösen, sondern auch erheblichen psychischen Stress verursachen. Wer psychische Beschwerden als Schwäche betrachte, verberge Depressionen oder Angststörungen möglicherweise lange und meide professionelle Hilfe, so die Forschenden.
Der Grazer Psychotherapieforscher Andreas Walther ordnet die Ergebnisse gegenüber dem Science Media Center ein und bringt den Zusammenhang auf den Punkt: "Nicht Männlichkeit an sich macht Männer krank, sondern insbesondere starre Vorstellungen davon, wie ein Mann zu sein hat. Diese können unter ungünstigen gesellschaftlichen Bedingungen zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko werden."
(…) Gerade bei Männern hängt die Lebenserwartung besonders stark von der sozialen Lage ab. [Michael Mühlichen vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden] hebt hervor, dass der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen verschiedenen sozioökonomischen Gruppen bei Männern teilweise größer ausfalle als die Differenz zwischen den Geschlechtern insgesamt. In Regionen mit ungünstiger wirtschaftlicher Perspektive und schlechten Beschäftigungschancen verzeichne man eine vergleichsweise niedrige Lebenserwartung bei Männern und einen besonders großen Abstand zu Frauen.
Körperlich belastende Arbeit, Schichtarbeit, Unfallrisiken und geringe Kontrolle über die Arbeitsbedingungen betreffen viele Männer in Industrie, Bau, Transport und Handwerk. Mühlichen nennt ein konkretes Beispiel: Während die Schweiz zu den Regionen mit der höchsten Lebenserwartung in Europa gehöre, liege der Wert in Deutschland bei Männern rund drei Jahre darunter. Selbst im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet betrage der Unterschied auf der deutschen Seite noch über zwei Jahre. Verantwortlich dafür seien insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab dem 50. Lebensjahr, begünstigt durch Bluthochdruck, Rauchen, ungünstige Ernährung, mangelnde Bewegung und Alkoholkonsum.
Auch bei psychischen Problemen suchen Männer häufig erst spät oder gar keine professionelle Unterstützung. Walther betont gegenüber dem Science Media Center, dass bestimmte Überzeugungen dazu beitrügen, dass Männer psychische Beschwerden nicht wahrnähmen oder das Eingestehen von Belastungen als Schwäche empfänden. "Es reicht nicht aus, Männern zu sagen, dass sie sich mehr Hilfe suchen sollen. Wir müssen auch sicherstellen, dass unsere Präventionsangebote und psychotherapeutischen Behandlungen Männer tatsächlich erreichen und ihren Bedürfnissen gerecht werden", mahnt der Psychotherapieforscher.
(…) Eine der Lancet-Studien widmet sich der Frage, warum Männergesundheit in der Politik so wenig Beachtung findet. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Das erste nationale Programm für Männergesundheit entstand demnach erst 2008 in Irland, gefolgt von Brasilien und Australien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfügt bis heute über keine bevölkerungsweite Strategie für Männergesundheit. Lediglich das europäische Regionalbüro der WHO hat eine entsprechende Strategie veröffentlicht. England brachte erst im November 2025 eine erste Männergesundheitsstrategie auf den Weg.
(…) Die Forschenden warnen zugleich davor, Männer pauschal zu problematisieren. Krumm hält den populären Begriff der "toxischen Männlichkeit" für die Gesundheitskommunikation für problematisch. Er könne zwar helfen, gesundheitsschädliche Auswirkungen patriarchaler Normen sichtbar zu machen. Andererseits impliziere er ein eindimensionales Verständnis von Männlichkeit, das dem heutigen Forschungsstand kaum gerecht werde. "Ich frage mich auch, welche Männer sich damit überhaupt angesprochen fühlen", gibt Krumm zu bedenken.
Die Lancet-Studien selbst plädieren dafür, positive und vielfältige Männlichkeitsbilder in den Vordergrund zu rücken, statt auf Defizite und Toxizität zu fokussieren. Maßnahmen sollten an konkreten Risiken ansetzen und wissenschaftlich überprüft werden.
Eine der Lancet-Studien betont zudem, dass die bisherige Forschung zu Männergesundheit häufig zu stark auf schädliches individuelles Verhalten fokussiert gewesen sei. Strukturelle Determinanten wie Arbeitsmärkte, Wohnverhältnisse oder die Folgen wirtschaftlicher Ungleichheit seien dagegen kaum berücksichtigt worden.
Natürlich. Die Sicht auf Männer ist wie die Sicht auf Geschlechterthemen insgesamt in Politik, Forschung und Medien stark feministisch geprägt. Und statt komplexer Erklärungen gibt es dort nur einen einzigen Allzweckhammer: das böse Patriarchat.
6. Ein Fundstück bei der privaten Lektüre:
In der Jugendtrendstudie 2025 des Instituts für Generationenforschung wurden nicht nur Ängste vor Männern mit bestimmter Herkunft erfragt, sondern auch Ängste vor "Männern im Allgemeinen". Dazu mussten die Befragten einen Schieberegler zwischen 0, was für "keine Angst" steht, und 100 für "starke Angst" platzieren. Ergebnis: Keine einzige junge Frau hatte den Schieberegler auf den Wert 0 gesetzt. Von mehreren tausend Teilnehmenden hatte also keine einzige junge Frau angegeben, keine Angst vor "Männern im Allgemeinen" zu haben, sprich: Alle jungen Frauen haben in irgendeiner Weise Angst vor Männern.
(Gefunden in: Generation Rechts?, Seite 203.)
7. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat einen neuen Gesetzentwurf zur sexuellen Gewalt vorgelegt.
Wer eine andere Person durch eine sexuell bestimmte Äußerung oder Geste belästigt, soll sich nach der neuen Strafvorschrift dann strafbar machen, "wenn die Äußerung oder Geste dazu geeignet ist, die andere Person einzuschüchtern oder zu bedrängen", zitierte das RND aus dem Entwurf. Für solche Taten soll eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe verhängt werden können. Es gehe dabei nicht um "missglückte Komplimente". "Sexuelle Belästigungen und sexualisierte Gewalt sind ein massives Problem und gehören für zu viele Frauen zum Alltag. Das dürfen wir nicht hinnehmen", sagte Hubig.
Das Gesetz selbst dürfte geschlechtsneutral sein, die regierungsamtliche Begleitrhetorik ist es nicht.
8. Am anderen Ende der Welt ist man weniger mit Sexismus vernagelt. Vorgestern berichtete ein Artikel von den Philippinen über ein dort zu Beginn des Jahres ergangenes Gerichtsurteil. Demnach hat der Oberste Gerichtshof der Philippinen am 4. Februar 2026 festgestellt, dass auch Männer Opfer sexueller Gewalt werden können und deshalb unabhängig von ihrem Geschlecht gleichermaßen durch das Gesetz geschützt werden müssen. In seiner 17-seitigen Entscheidung betonte das Gericht, dass die traditionelle Vorstellung, Frauen seien grundsätzlich Opfer und Männer grundsätzlich Täter, rechtliche Diskriminierung männlicher Betroffener begünstige. Diese würden dadurch gewissermaßen doppelt geschädigt: zunächst durch ihren Missbraucher und anschließend durch ein Justizsystem, das ihre Opferrolle nicht angemessen anerkenne. Sexuelle Gewalt müsse zudem nicht allein unter dem Gesichtspunkt des Geschlechts betrachtet werden, sondern vor allem als Missbrauch von Macht. Dabei könnten neben Geschlechterunterschieden auch Alter, soziale Stellung, berufliche Autorität und Bildungsunterschiede eine Rolle spielen.
9. Der australische Männerrechtler David Maywald macht auf X (Twitter) darauf aufmerksam, dass mit dem November der Monat der Gleichberechtigung für Männer begonnen hat,
eine weltweite Initiative unter der Leitung des International Council for Men and Boys (ICMB), um die Beiträge von Männern und Jungen zu würdigen, das Bewusstsein für die Benachteiligungen zu schärfen, denen sie ausgesetzt sind, und sich für echte Gleichberechtigung einzusetzen.
Gestern hielten wir ein hervorragendes internationales Planungstreffen zum "Men’s Equality Month und den Internationalen Männertag ab, an dem Dutzende engagierter Fürsprecher aus aller Welt teilnahmen.
Wir hörten Referenten aus Südafrika, Indien, Australien, Dänemark, Deutschland und Nordamerika zu, die ihre Pläne, Initiativen und ihre Begeisterung für den bevorstehenden Monat vorstellten.
Es war inspirierend, eine solche internationale Zusammenarbeit zu erleben, vereint durch ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der Lebensbedingungen von Männern und Jungen bei gleichzeitiger Förderung von Fairness, Mitgefühl und Gleichberechtigung für alle.
Den ganzen November über wird das ICMB seine wichtige Arbeit durch eine Reihe von Fachtreffen der Interessengruppen fortsetzen, bei denen einige der dringlichsten Herausforderungen für Männer thematisiert werden:
TREFFENSKALENDER FÜR NOVEMBER
2. Nov. – Vaterschaft
10. Nov. – Gewalt in der Partnerschaft
12. Nov. – Elterliche Entfremdung
16. Nov. – Bildung
17. Nov. – Medien
24. Nov. –Reform der Vereinten Nationen
26. Nov. – Falschbeschuldigungen
Außerdem wird ein Treffen der spanischsprachigen Interessengruppe organisiert.
Diese Gruppen bringen Forscher, Interessenvertreter und führende Persönlichkeiten aus der Gesellschaft zusammen, um Erkenntnisse auszutauschen, praktische Lösungen zu entwickeln und internationale Maßnahmen zu koordinieren. Von Jungen, die in der Bildung zurückbleiben, über Selbstmord unter Männern, tödliche Arbeitsunfälle, Vaterlosigkeit, männliche Opfer von Missbrauch bis hin zur Ungleichbehandlung vor dem Gesetz – es gibt viel zu tun ...
Beim "Monat der Gleichberechtigung für Männer" geht es darum, diese Herausforderungen anzuerkennen, ohne die Herausforderungen von Frauen und Mädchen zu schmälern. Als Vorsitzende des ICMB bin ich stolz auf unser wachsendes internationales Netzwerk und dankbar gegenüber allen, die ihre Zeit, ihr Fachwissen und ihre Energie einbringen.
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