Mittwoch, Oktober 21, 2026

Alice Schwarzer schmeißt hin: Ihr Magazin "Emma" wird eingestellt

1. Das Aus für Alice Schwarzers feministisches Magazin "Emma" ist gekommen. Viele Medien berichten, darunter n-tv:

Die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte sein, teilte die "Emma" mit. Wirtschaftliche Gründe seien dabei nicht ausschlaggebend. "Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben", versicherte Schwarzer in einer Erklärung. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!"

"Emma" habe über drei Generationen hinweg die Stellung gehalten und "gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus" Position bezogen. "Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet."

Die inzwischen 83-jährige Schwarzer ist Deutschlands bekannteste Feministin. Die von ihr gegründete "Emma" erschien am 26. Januar 1977 zum ersten Mal. Ihr Motiv dabei beschreibt Schwarzer heute so: "Es war die Frauenfeindlichkeit der von uns Feministinnen sogenannten 'Männermedien', die mich zu dem Schluss kommen ließ, dass wir Journalistinnen ein eigenes Magazin, eine eigene Stimme haben müssten."

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat sich Schwarzer, teils zusammen mit Sahra Wagenknecht, immer wieder für schnelle Friedensverhandlungen mit Russland ausgesprochen. Kritiker werfen ihr vor, sie verliere aus dem Blick, wer in diesem Krieg der Aggressor und wer das angegriffene Land sei. 2024 räumte sie ein, dass ihre Haltung zum Ukraine-Krieg auch Folgen für die Abonnentinnenzahl der "Emma" habe. Zwar habe es "für Emmas Friedenskurs" 2023 viel Zustimmung von den Leserinnen gegeben. "Aber immerhin jede fünfte Leserin hat aus Protest ihr Abonnement gekündigt. Das soll weh tun - und tut es auch. Warum tun Leserinnen das bei einem Magazin, das vom Abo lebt?"


Weil sie erkannt haben, wie fragwürdig es vielleicht immer schon war?



2. "Werden Frauen im Gesundheitswesen wirklich benachteiligt?" fragt das Magazin CICERO in einem Beitrag, der nur Abonnenten im Volltext online zugänglich ist. Das ist schade, denn man bräuchte diesen Artikel nur jedem entgegenzuhalten, der an eine solche Benachteiligung glaubt. Darin heißt es:

Frauen werden im Gesundheitswesen systematisch benachteiligt, so heißt es immer wieder. Der genaue Blick zeigt: Männer sind unterm Strich nicht besser dran.

(…) Der Befund ist dramatisch. "Diagnose: Frau. Wie mich die männerbasierte Medizin fast das Leben kostete" nennt Christina Pingel ihr Buch. Bei der Autorin ist ein Herzfehler zehn Jahre lang nicht erkannt worden. Passiert sei das nicht, weil Fehldiagnosen in der Medizin leider immer wieder vorkommen, sondern weil sie "eben nur eine junge Frau" war, der Ärzte ihre massiven Beschwerden schlicht nicht abgenommen hätten. Kein Einzelfall, sagt sie. Frauen würden oft vorschnell als "zu emotional und sensibel" abgestempelt. Die ganze Medizin sei "hauptsächlich für und von Männern geschaffen". Frauen würden deshalb in Praxen und Krankenhäusern "konsequent vernachlässigt". Pingel beruft sich unter anderem auf den Bestseller-Autor und Wissenschaftsjournalisten Dr. Werner Bartens. Er spricht in seinem Buch von einem "Gesundheitsrisiko weiblich" und erklärt, "warum Frauen von der Medizin falsch verstanden und schlechter behandelt werden". Und wer schnell mal ins Internet schaut, findet genau diese Ansicht fast durchgängig bestätigt, seriöse Medien inklusive.

Die Rede ist von einem "Gender Health Gap", einer Gesundheitslücke zulasten der Frauen. Und die Politik reagiert. "Das Thema Frauengesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit, mehr Verständnis und mehr Wissen", sagte die bis Juli 2026 amtierende Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Deshalb hat ihr Ministerium (BMG) 2026 zwei "Förderrichtlinien" erlassen. Bis zu zehn Millionen Euro stehen für Forschungsvorhaben bereit. Ähnlich beim Bundesforschungsministerium: Auch hier können sich Forscher um Mittel für "Innovative Datenanalysen für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin" bewerben. Daneben gibt und gab es Einzelprojekte zur Frauen- wie auch zur Männergesundheit und Projekte, bei denen es um den Vergleich geht. Nach Mittelhöhe und Projektanzahl scheinen jene für Frauen aber klar zu überwiegen. Im BMG gibt es denn auch das Referat 322 für Frauengesundheit. Erst kürzlich war dort eine gut dotierte Stelle ausgeschrieben. Ein Pendant zur Männergesundheit fehlt. Und das Forschungsministerium bekennt im Mai 2026 in seiner Bilanz nach einem Jahr unter Dorothee Bär voller Stolz: Es gebe jetzt neben der "Hightech Agenda Deutschland" und "Rekordinvestitionen in die Raumfahrt" endlich auch einen "längst überfälligen Fokus auf Frauengesundheit".

Aber sind Frauen in Medizin und Gesundheitsfürsorge wirklich durchgängig im Nachteil? Es gibt eine sehr einfache Methode, das zu kontrollieren. Erstaunlicherweise wird sie bei dem Thema fast immer ausgeblendet. Es ist der Blick auf die gesundheitliche Gesamtbilanz:

● Für Frauen wird im deutschen Gesundheitswesen 21 Prozent mehr Geld ausgegeben als für Männer. 2002 waren es sogar noch 38 Prozent. Ein Teil der Mehrkosten hat damit zu tun, dass Frauen die Kinder kriegen. Der Löwenanteil ist der Tatsache geschuldet, dass Frauen älter werden. Ohne die Kosten für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett sowie für die höhere Lebenserwartung wird für Frauen gleich viel ausgegeben wie für Männer. Das klingt fair und nicht nach einem systemischen Nachteil für Frauen.

● Frauen erhalten im Gesundheitswesen mehr Aufmerksamkeit als Männer. Sie haben deutlich mehr Termine bei Ärzten. Gespräche mit ihnen dauern länger. Die gesetzliche Krebsfrüherkennung setzt bei ihnen früher ein. Ihnen werden häufiger Medikamente verschrieben, wobei im Durchschnitt die Dosierung etwas niedriger ist.

● Last but not least: Frauen werden im Durchschnitt vier bis fünf Jahre älter als Männer. Hauptursache: Männer leben gefährlicher in Beruf und Freizeit und unsolider im Privaten (Ernährung, Rauchen, Alkohol, Risikoverhalten). Aber selbst bei Männern und Frauen, deren Lebensführung ganz ähnlich ist, sind Frauen eher im Vorteil. Das zeigt die renommierte "Klosterstudie". Für sie hat man Lebensdaten von Mönchen und Nonnen verglichen. Das Ergebnis: Auch bei Ordensleuten leben Männer kürzer als Frauen, wenn auch nur um 1,5 Jahre.

● Eine angeschlossene Studie zeigt auch, dass nichts dran ist an dem oft behaupteten schlechteren Gesundheitszustand, mit dem Frauen seltsamerweise trotzdem länger leben sollen ("Gender Health Paradox"). Der vermeintlich schlechtere Gesundheitszustand ergibt sich schlicht durch ihre längere Lebenserwartung. Nach hinten raus hat der Mensch eben mehr Beschwerden.

Längeres Leben, mehr Geld und mehr Aufmerksamkeit: All das ist noch kein Beweis dafür, dass es nicht doch Benachteiligungen von Frauen in bestimmten Medizinbereichen gibt. Aber sie nähren stark den Verdacht, dass die Benachteiligungen nicht so ausgeprägt oder relevant sind wie vermutet. Und vor allem legt es nahe, dass Männer ebenfalls benachteiligt werden, bloß an anderen Stellen, die weniger im Fokus stehen. Das Geheimnis hinter dem Befund "Gesundheitsrisiko weiblich" scheint denn auch schlicht zu sein: Besonders aussagekräftige Globaldaten wie Lebenserwartung, Gesundheitszustand, medizinischer Aufwand werden ignoriert. Stattdessen wird selektiv auf einzelne Daten geschaut, die zum gewünschten Bild passen.




3. Kate Manne ist eine Professorin an der Universität Cornell und berät die Studenten-Reporter, die dort eine angebliche "Vergewaltigung" der Studentin "Jane Doe" aufgedeckt hätten, was sie durch eigene Meinungsbeiträge unterstützt. Im Interview mit der bekannten Journalistin Katie Couric erklärt Kate Manne nun, die jetzige Generation junger Männer sollte als "die vergewaltigende Generation" etikettiert und von sozialen Medien ferngehalten werden, um sie davon abzuhalten, so viel zu vergewaltigen.



4. Das britische Magazin Spectator hat auf den Fall Cornell einen differenzierteren Blick und widmet ihm einen Meinungsbeitrag, wie man ihn in deutschen Leitmedien bezeichnenderweise nicht findet:

Der Fall von Jane Doe gegen Cornell und sieben ehemalige Studenten ist zu einem Rorschachtest geworden. Eine Lesart besagt, dass es sich um einen Fall von Gruppenvergewaltigung und institutioneller Vertuschung handelt. Eine andere Lesart, die auf den damals gesendeten Textnachrichten basiert, ist düsterer, chaotischer und weitaus unbequemer für die Empörungsindustrie. Diese Nachrichten erzählen eine andere Geschichte als das Narrativ rund um die Klage, und die "Believe Women"-Brigade würde es vorziehen, wenn Sie sie nicht lesen würden.

Am 19. Oktober 2024 besuchte Jane Doe, eine 20-jährige Cornell-Studentin, eine Veranstaltung ihrer Studentinnenverbindung in der Moonies Bar in Ithaca. Nach Angaben ihrer Klage hatte sie bis 23:00 Uhr etwa zehn Drinks getrunken. Sie ging zum Verbindungshaus der Chi Phi, um einen männlichen Freund, Matthew Ingalls, zu treffen. Ketamin war im Spiel. Weitere Männer betraten den Raum.

Die darauffolgenden Textnachrichten und Gedächtnisprotokolle enthalten Aussagen, die schwer mit der Klage in Einklang zu bringen sind. Von der Polizei gefragt, ob sie mit den frühen sexuellen Aktivitäten einverstanden gewesen sei, sagte Jane Doe: "Ich war extrem betrunken … Aber ich war mit alldem ziemlich einverstanden." Am nächsten Morgen, so eine Mitbewohnerin, erzählte sie lachend von dem Abend und sagte: "Oh mein Gott, ist das nicht verrückt?", ohne es als Vergewaltigung oder Übergriff zu bezeichnen.

(…) Sie bezeichnete den Vorfall als "Gangbang", schrieb aber: "Ich glaube nicht, dass wir uns für unseren Teil schämen sollten. Unser Körper, unsere Entscheidung."

Ich habe viele Aussagen angeblicher Vergewaltigungsopfer gelesen. Ich kann mich an keine erinnern, die einen Pro-Choice-Slogan verwendete, um einem angeblichen Vergewaltiger zu versichern, dass er sich für nichts schämen müsse.


Später änderte sie bekanntlich ihre Darstellung. Das hatte Folgen.

Zwei Männer wurden der Hochschule verwiesen, zwei suspendiert und zwei für nicht verantwortlich befunden. Scott Kretzschmar erklärt, er habe sie nie berührt, sei nur kurz eingetreten und wieder gegangen; ein Haartest auf Ketamin verlief negativ, und die Universität stellte nicht fest, dass er es von ihrem Körper geschnupft hatte. Dennoch werden online alle sieben namentlich genannt und als "die Cornell-Vergewaltiger" verurteilt.

Der ursprüngliche Staatsanwalt lehnte es 2024 ab, den Fall vor eine Grand Jury zu bringen, mit der Begründung, die Schilderung beschreibe ein einvernehmliches Verhalten, enthalte kein klares Fehlen von Einverständnis, und als Doe darum gebeten habe, aufzuhören, sei aufgehört worden.

(…) Es kann gut sein, dass etwas Schreckliches vorgefallen ist. Aber "kann" ist hier das entscheidende Wort. Die Verteidigung behauptet nicht, dass sie mit Sicherheit lügt. Sie stellt fest, dass ihre zeitgleichen Aussagen radikal von der Klageschrift abweichen und dass sich ihre Darstellung änderte, nachdem sie Kommentare von Fremden gelesen hatte. Auf dieser Grundlage ist der Zweifel nicht bloß berechtigt; er ist gewaltig. Die Unschuldsvermutung existiert genau für solche Fälle.

Wie wurde dies noch vor einer Anklage zu einer nationalen Angelegenheit? Aufgrund von zwei Wörtern: "Believe Women". Dieser Slogan begann als berechtigter Impuls der #MeToo-Bewegung: Frauen, die Übergriffe anzeigten, wurden allzu oft ignoriert. Aber aus "Frauen ernst nehmen" wurde "Glaubt Frauen, ohne Wenn und Aber". Das ist kein Rechtsgrundsatz, sondern dessen Abschaffung. Ein Gerichtsverfahren gibt es, weil wir niemandem glauben, bis die Beweise geprüft sind. Der Slogan überspringt diesen Schritt und geht direkt zur Verurteilung über.

Amerika hat die Konsequenzen gesehen. Ich habe den Epstein-Skandal umfassend untersucht und ein Buch darüber geschrieben, "Naked Lies". Die Industrie rund um die angeblichen Verbrechen von Jeffrey Epstein verlangte, dass Virginia Giuffre über jeden Zweifel erhaben sei. Dennoch zog sie 2022 ihre Anschuldigung gegen Professor Alan Dershowitz zurück und erklärte, sie habe sich bei seiner Identifizierung "möglicherweise geirrt". Es floss kein Geld.

Giuffre behauptete auch, vom damaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor in New Mexico missbraucht worden zu sein. Zudem gab sie an, zum Nutzen ausländischer Präsidenten gehandelt worden zu sein, um dann 2016 in einer eidesstattlichen Aussage zuzugeben, dass die Episode in New Mexico frei erfunden war und sie nie ausländische Präsidenten getroffen hatte.

Im Fall Cornell hat der Anwalt, der Jane Doe vertritt, zuvor dafür geworben, Epstein-Opfer zu vertreten. Wir wissen noch nicht, wer auf wen zugekommen ist. Könnte die Anklägerin aus finanziellen Gründen lügen?

Es geht nicht darum, dass Frauen lügen; die meisten tun es nicht. Aber jede Anschuldigung ist eine Behauptung, und Behauptungen müssen überprüft werden. Das Versäumnis, dies zu tun, hilft Opfern nicht, es schafft welche: In Großbritannien nahm sich ein 17-Jähriger, der der Vergewaltigung beschuldigt wurde, das Leben, bevor seine Anklägerin die Anschuldigung zurückzog. Seine Mutter nahm sich im folgenden Jahr ebenfalls das Leben.

Schon die Römer wussten: "Ei incumbit probatio qui dicit, non qui negat" – Die Beweislast liegt bei demjenigen, der behauptet, nicht bei dem, der bestreitet. Dies dient uns seit zwei Jahrtausenden.

(…) Frauen glauben? Nein. Den Beweisen glauben. Das wird sich nie auf T-Shirts verkaufen, aber es ist der einzige unbestechliche Wegweiser zur Wahrheit.




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Dienstag, Oktober 20, 2026

Parteitag der Grünen Jugend: "Dann müssen die Cis-Männer erstmal zügig den Saal verlassen"

1. "Die Welt" berichtet über den Parteitag der Grünen Jugend. Ein Auszug:

Um 21:46 Uhr am Freitagabend schallt eine Durchsage durch eine Turnhalle in Leipzig: "Falls sich noch cis-männliche Personen im Raum befinden: Bitte geht zügig raus." Die Ansage ergeht an rund 500 Mitglieder der Grünen Jugend, die sich zum Bundeskongress versammelt haben. Gerade eben wurde kurzfristig ein "Flinta-Forum" einberufen. Flinta steht für Frauen, Lesben, Inter- und Transsexuelle sowie Agender-Personen.

Ein Cis-Mann ist ein Mann, der als solcher geboren wurde. Im Gegensatz zu ihnen haben Flinta-Personen bei der Grünen Jugend, wo an diesem Wochenende, das beklagen viele, wieder einmal mehr Männer als Frauen versammelt seien, die Möglichkeit, sich auf Antrag einen männerfreien Raum zur Diskussion zu verschaffen. Darin wollen die Flintas über eine am Freitagabend in Rede stehende Satzungsreform diskutieren. Während die Männer eine Dreiviertelstunde lang auf dem Hof herumstehen und über Feminismus reflektieren sollen, geht es drinnen in der Turnhalle weiter darum, ob in Zukunft Delegierte zum höchsten Beschlussgremium der Jugendorganisation der grünen Bundespartei entsendet werden sollen.

Derzeit können sich Mitglieder einfach anmelden und dann vor Ort über Anträge mitabstimmen. Das Argument dagegen: Delegiertenplätze ließen sich quotieren, um den Männerüberschuss einzudämmen. Dagegen stehen die Anhänger der "Basisdemokratie". Sie setzen sich gegen Mitternacht deutlich durch. Die Abstimmung berührt aber auch die Machtverhältnisse in der Jugendorganisation über Geschlechterfragen hinaus. Denn gäbe es ein Delegiertensystem, in dem einzelne Grüne-Jugend-Leute ein Entsendungsvotum bräuchten, dann wären die sogenannten Jungen Realos auf dem Beschlussgremium vermutlich deutlich schwächer vertreten. Entsprechend geringer wäre ihr Einfluss.




2. Dem früheren MIT-Biologieprofessor und renommierten Krebsforscher David Sabatini wurden von einem Gericht in Massachusetts sechs Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen, weil seine frühere Kollegin Kristin Knouse ihn verleumdet und seine beruflichen Möglichkeiten beeinträchtigt hatte.

Knouse hatte 2021 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen Sabatini erhoben und erklärt, ihre sexuelle Beziehung, die 2018 begonnen hatte, sei durch dessen berufliche Machtposition geprägt und letztlich erzwungen gewesen. Eine interne Untersuchung kam damals zu dem Schluss, dass Sabatini gegen arbeitsplatzbezogene Regeln verstoßen und ein sexualisiertes Arbeitsklima in seinem Labor gefördert habe; er verlor daraufhin seine Positionen und musste erhebliche berufliche und persönliche Konsequenzen tragen. Sabatini bestritt die Vorwürfe und erklärte, die Beziehung sei einvernehmlich gewesen. Knouse habe sich gegen ihn gewandt, nachdem er sich einer anderen Frau zugewandt hatte.

Die Jury gab nun seiner Verleumdungsklage statt und wies auch Knouses Gegenklage wegen sexueller Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen zurück. Knouses Anwältin kündigte Berufung an und kritisierte das Urteil mit dem Argument, dass Frauen, die Machtmissbrauch anprangerten, nach wie vor Schwierigkeiten hätten, Gehör zu finden. Sabatini, der inzwischen in Prag wissenschaftlich tätig ist, hofft, seine Karriere wieder aufbauen zu können.



3. Ein Gericht im südkoreanischen Cheongju hat eine Frau Mitte zwanzig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mann, mit dem sie über eine Chat-App in Kontakt gekommen war und einvernehmlichen Sex gehabt hatte, fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt hatte.

Im April 2025 hatte sie die Polizei alarmiert und behauptet, der Mann habe sie im Zusammenhang mit einer Geldforderung bedroht und sechsmal vergewaltigt. Nach Auffassung des Gerichts sprachen die Nachrichten, die beide um den fraglichen Zeitraum austauschten, für einen normalen, freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Umgang und lieferten keine Hinweise auf Zwang. Zudem habe die Frau sich Geld geliehen, die Kreditkarte des Mannes unbefugt benutzt und 450.000 südkoreanische Won (entspricht ca. 300 Euro) aus seiner Geldbörse gestohlen. Der Mann habe darauf lediglich verärgert reagiert und sie aufgefordert, ihn nicht weiter zu kontaktieren, ohne Geld von ihr zurückzufordern.



4. Der Vorwurf einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin der Universität Cornell hat im Internet eine regelrechte Hetzjagd ausgelöst, bei der auch zahlreiche Unschuldige ins Visier gerieten. Nachdem sieben Männer im Zusammenhang mit dem Fall beschuldigt worden waren, begannen Internetnutzer, deren Identität und Aufenthaltsorte auf eigene Faust zu recherchieren. Besonders betroffen waren Männer asiatischer Herkunft, die denselben Namen wie einer der Beschuldigten tragen. Zu einem Fall, über den Genderama bereits berichtet hatte, kamen inzwischen mehrere andere. Auch ein Indonesier und ein chinesischstämmiger Student der University of Pennsylvania mussten öffentlich klarstellen, dass sie nichts mit dem Fall zu tun hatten. Darüber hinaus wurden ehemalige Mitglieder der betreffenden Studentenverbindung, die ihr Studium bereits vor dem mutmaßlichen Übergriff abgeschlossen hatten, fälschlich beschuldigt und mit Drohungen überzogen; einige verloren dadurch vorübergehend ihre beruflichen oder akademischen Möglichkeiten. Das Geplärre über eine vermeintliche "rape culture", die Täter mutwillig laufen lasse, trägt zu dieser Selbstjustiz bei.



5. Die ehemalige Oberstaatsanwältin Andrea Boesken aus Kasssel spricht sich gegen eine Erweiterung der Gesetze im Zusammenhang mit Vergewaltigung aus:

Interviewfrage: In Deutschland gilt bislang noch das Prinzip "Nein heißt Nein". Eine sexuelle Handlung ist strafbar, sobald sich eine Person dagegen wehrt oder ein "Nein" äußert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig setzt sich im Sexualstrafrecht für eine Einführung der "Nur Ja heißt Ja"-Regel ein. Sexuelle Handlungen gelten in diesem Modell nur dann als einvernehmlich, wenn alle Beteiligten ausdrücklich zugestimmt haben und in körperlicher wie geistiger Verfassung für eine Zustimmung sind. Was halten Sie von diesem konsensbasierten Modell?

Boesken: Wie soll das in der Praxis aussehen? Wenn jede Frau erst vorher eine Einverständniserklärung unterzeichnen muss, wäre dies aus meiner Sicht das Ende für jede Romantik und würde die Zärtlichkeit zwischen den Sexualpartnern beeinflussen. Ich halte den Vorschlag für übertrieben. Aus meiner Sicht reicht ein klares "Nein" oder ein entsprechendes unmissverständliches Verhalten. Beide sollten allerdings schon dabei in körperlicher wie geistiger Hinsicht die Tragweise ihres Tuns beurteilen können.




6. In zwei Shorts auf Youtube kontert die Psychologin Nassim Farahzad feministische Mythen über "gefährliche Männer" und "das Patriarchat".



7. Der australische Männerrechtler David Maywald wendet sich auf X (Twitter) gegen die Verteufelung der "Manosphäre":

Die Manosphäre: viel mehr als Frauenfeindlichkeit, Wut und Extremismus

Was genau ist die Manosphäre? Und warum sind manche Leute so fest entschlossen, Männer, die sich online vernetzen, als etwas Unheimliches darzustellen?

Glaubt man bestimmten Medienkommentatoren, feministischen Aktivistinnen und Akademikern, handelt es sich um ein gefährliches Ökosystem aus Frauenfeindlichkeit, Radikalisierung und wütenden jungen Männern.

Was für ein außerordentlich enges, irreführendes und voreingenommenes Bild!

Die kürzlich ausgestrahlte ABC-Serie "The State of Man" veranschaulicht das Problem. Indem sie sich auf umstrittene Influencer, schädliche Algorithmen und extremes Verhalten konzentriert, übersieht sie weitgehend die gewöhnlichen, konstruktiven Gründe, aus denen sich Millionen Jungen und Männer online vernetzen.

Die Wirklichkeit ist breiter, unübersichtlicher, komplexer und häufig sehr viel positiver.

Streng genommen bezeichnet der Begriff Manosphäre sich überschneidende Gemeinschaften, die sich mit Männlichkeit, Männerrechten, Partnersuche und dem Verhältnis der Geschlechter befassen, darunter auch einige umstrittene Subkulturen. Zunehmend wird der Begriff jedoch auf ein viel größeres Universum männerorientierter Online-Gemeinschaften angewandt.

Man bedenke die außergewöhnliche Bandbreite dieses Universums:

GESUNDHEIT & FITNESS: Krafttraining, Ernährung, Sport, körperliche Entwicklung, Disziplin und gesunde Lebensführung.

PSYCHISCHE GESUNDHEIT: Suizidprävention, Resilienz, seelisches Wohlbefinden, Überwindung von Suchterkrankungen, Unterstützung bei Traumata und Überwindung von Einsamkeit.

BRUDERSCHAFT: Männerfreundschaften, Mentoring, Ermutigung, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, offen zu sprechen, ohne verurteilt zu werden.

VATERSCHAFT & FAMILIE: bessere Väter, Ehemänner und Partner werden, Kinder unterstützen, Trennungen bewältigen und Familien stärken.

PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG: Bildung, Lesen, Beruf, Finanzwissen, Unternehmertum, Motivation und Verantwortung.

MÄNNERRECHTE: Benachteiligungen von Männern in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Suizid, Obdachlosigkeit, Arbeitssicherheit, Strafjustiz und Familienrecht angehen.

GLAUBE & SINN: spirituelles Wachstum, moralischer Charakter, religiöse Brüderlichkeit, Dienst am Nächsten, Opferbereitschaft und Sinnfindung.

BEZIEHUNGEN: Partnersuche, Selbstvertrauen, Zurückweisung, Intimität, Kommunikation und der Aufbau erfüllender Beziehungen.

FÄHIGKEITEN & INTERESSEN: Technik, Gaming, Handwerk, Autos, Outdoor-Abenteuer, Geschichte, Philosophie und unzählige gemeinsame Leidenschaften.

POSITIVE MÄNNLICHKEIT: Mut, Kompetenz, Stoizismus, Führungsstärke, Stärke, Beschützen, Verantwortung und positive Vorbilder.

Natürlich gibt es auch Red-Pill-Gemeinschaften, Pickup-Artists, Incel-Foren und andere umstrittene Subkulturen. Manche von ihnen verbreiten tatsächlich schädliche Frauenfeindlichkeit, Ausbeutung, Groll oder Extremismus. Diese Schäden verdienen eine kritische Prüfung. Sie sollten aber niemals das Gesamtbild bestimmen. Ebenso wenig sollten wir Kritik am Feminismus mit Frauenhass verwechseln, traditionelle Werte mit Extremismus, männlichen Ehrgeiz mit Aggression oder einsame junge Männer mit gefährlichen Radikalen.

Die Manosphäre ist kein monolithischer Block. Ihre Gemeinschaften sind sich oft zutiefst uneinig (ganz ähnlich wie beim Feminismus). Und wir sollten uns an etwas Grundlegendes erinnern: Männer suchen diese Gemeinschaften häufig deshalb auf, weil ihnen anderswo etwas Wichtiges fehlt. Freundschaft. Sinn. Anerkennung. Orientierung. Zugehörigkeit. Hoffnung.

Australische Männer stehen vor ernsthaften Herausforderungen, darunter eine Suizidrate, die 3,1-mal so hoch ist wie die von Frauen, schlechtere Bildungsergebnisse, eine kürzere Lebenserwartung und erhebliche soziale Isolation. Warum sollten sie nicht bei anderen Männern Unterstützung, Antworten und Inspiration suchen? Wenn sich dagegen Frauen online vernetzen, um über ihre Herausforderungen, Ziele und Rechte zu sprechen, feiern wir das in der Regel als Empowerment und Solidarität. Warum sollten Männer anders behandelt werden?

Die ABC-Serie "The State of Man" hat einige berechtigte Gefahren im Netz benannt, doch durch ihre selektive Darstellung ist ihr ein Großteil dieses größeren Bildes entgangen. Algorithmen können schädliche Inhalte verstärken. Kommerzielle Influencer können Unsicherheit ausnutzen. Diese Probleme verdienen Aufmerksamkeit im gesamten digitalen Ökosystem, und zwar für beide Geschlechter. Moralische Panik, Sensationsgier und ideologische Vorurteile sind jedoch kein Ersatz für Belege, Empathie und Verständnis.

Vielleicht ist es manchen Aktivisten unangenehm, wenn unabhängige männliche Stimmen etablierte Geschlechternarrative infrage stellen. Was auch immer die Erklärung sein mag: Männliche Verbundenheit zu dämonisieren ist zutiefst kontraproduktiv. Männliche Solidarität ist keine Frauenfeindlichkeit. Männlicher Ehrgeiz ist kein Extremismus. Jungen und Männer zu unterstützen ist kein Angriff auf Frauen.

Gesunde Männergemeinschaften helfen Männern, stärker, weiser, gesünder, fähiger und verantwortungsbewusster zu werden und weniger allein zu sein. Und wenn es Männern gut geht, profitieren auch Frauen, Kinder, Familien und die Gesellschaft. Feiern wir das Positive. Treten wir dem Schädlichen entgegen. Respektieren wir die Vielfalt. Und hören wir auf, Männer, die einander unterstützen, als Bedrohung zu behandeln.




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Montag, Oktober 19, 2026

Professorin für Sozialwissenschaft beklagt feministischen Männerhass

1. "Die Welt" hat die Professorin für Angewandte Sozialwissenschaften Claudia Rahnfeld zum Geschlechterkonlikt interviewt. Ein Auszug aus dem Gespräch:

WELT: Haben sich die Ansprüche an Väter verändert?

Rahnfeld: Elternschaft ist insgesamt sehr herausfordernd geworden. Und auch die Anforderungen an Männer und Väter wachsen immer weiter. Tendenziell ist es den meisten Männern immer noch sehr wichtig, erst einmal wirtschaftlich abgesichert zu sein. Denn trotz des Wandels der Geschlechterrollen ist die Erwartung, als Mann für die materielle Absicherung einer Familie sorgen zu können, nach wie vor erstaunlich stabil. Gleichzeitig zeigen unterschiedliche Daten, dass Männer wie Frauen glauben, ein guter Vater solle emotional und organisatorisch genauso präsent sein wie die Mutter. Es ist nachvollziehbar, dass viele da ins Straucheln kommen.

WELT: Was genau muss ein moderner Vater leisten?

Rahnfeld: Von modernen Vätern wird heute erwartet, dass sie wirtschaftliche Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig emotional präsent sind, sich aktiv an der Erziehung beteiligen und Verantwortung für die alltägliche Sorgearbeit übernehmen. Das ist anspruchsvoll, weil traditionelle und moderne Rollenanforderungen nebeneinander bestehen. Der Väterreport 2023 zeigt, dass sich jeder zweite Vater eine hälftige Aufteilung der Kinderbetreuung wünscht. Tatsächlich gelingt das aber nur jedem fünften. Wir erleben also einen Wandel der Erwartungen, der sich in der gesellschaftlichen Realität noch nicht vollständig durchgesetzt hat. Männer sollen heute fürsorgliche, gleichberechtigte Väter sein, werden beruflich aber häufig noch an traditionellen Vorstellungen von Leistungsbereitschaft und Verfügbarkeit gemessen.

WELT: Also Doppelbelastung für alle.

Rahnfeld: Genau. Eigentlich ist das ja die Idealvorstellung, mit der wir in die Zukunft wollen: Alles ist wirklich gleich aufgeteilt. Aber hier spielen gesellschaftliche Anerkennungsmechanismen eine große Rolle. Was wir von Männern fordern und wofür sie Anerkennung bekommen, sind zwei Paar Schuhe. Männer, die in ihrer Firma sagen, dass sie länger als ein oder zwei Monate in Elternzeit gehen wollen, werden nicht selten schräg angeschaut. Wer eine Führungsposition hat, muss bangen, ob er seinen Posten danach noch so hat. (…)

WELT: Welche Rolle spielt die Digitalisierung zwischenmenschlicher Kontakte?

Rahnfeld: Auch die Digitalisierung ist ein Punkt: Wir verlernen, aufeinander zuzugehen. Und junge Menschen, Frauen wie Männer, verlernen immer mehr, mit ihrem Körper sinnvoll in Interaktion zu treten. Das sollte man ernst nehmen. Dazu kommt: Was wir auf den feministischen Social-Media-Kanälen beobachten, ist sehr kämpferisch. In einigen feministischen Kreisen gibt es manchmal fast schon Männerhass.

WELT: Was genau meinen Sie?

Rahnfeld: Meine subjektive Einschätzung ist, dass der Feminismus an einigen Stellen zu weit geht: Diese grundsätzliche Aggression und der Generalverdacht, unter den Männer gestellt werden, sind aus meiner Sicht problematisch. Einerseits ist es gut, dass wir gegenüber einem Alltagssexismus sensibler geworden sind. Andererseits sind Männer durch den sehr aggressiven Feminismus stark verunsichert. Viele Männer wissen oftmals nicht mehr genau, wie sie sich verhalten sollen. Das trägt auch dazu bei, dass die Geschlechter nicht mehr richtig zueinanderfinden. Auch Sätze wie "Wir müssen das Patriarchat abschaffen" höre ich oft von meinen Studierenden. Das sind utopische Pauschalforderungen, die einer empirischen Wirklichkeit widersprechen. Unsere Gesellschaft ist patriarchal geprägt, aber würden wir noch im Patriarchat leben, gäbe es mich in meiner Rolle zum Beispiel nicht.




2. SPIEGEL-Online berichtet:

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt muss wegen einer Äußerung gegenüber der Linkenabgeordneten Kathrin Gebel ein Ordnungsgeld bezahlen. Reichardts Einspruch gegen die Entscheidung hat der Bundestag nun zurückgewiesen.

Was war passiert? Reichardt hatte im Bundestag am Donnerstag nach Zwischenrufen in seiner Rede in Richtung von Ralf Stegner (SPD) und Gebel gemeint: "Sie beide haben mir sehr geholfen – Sie mit Ihrer unqualifizierten Zwischenbemerkung und Sie mit Ihrer Unkenntnis über Ihre eigene Klitoris."

Damit hatte Reichardt Bezug genommen auf einen Kommentar von Linkenpolitikerin Gebel. Sie hatte in einer Bundestagsdebatte im März auf einen Zwischenruf von Reichardt in ihre Rede geantwortet: "Herr Reichardt, die Klitoris hat 3000 Nervenenden, aber Sie sind trotzdem empfindlicher – das muss man echt mal schaffen." Videos der Szene gingen viral. Später korrigierte sich Gebel in den sozialen Medien: "Die Klitoris hat gar keine 3000 Nervenenden – die hat 10.000."

Die am Donnerstag amtierende Bundestagspräsidentin Andrea Lindholz (CSU) monierte Reichardts nun getätigte Äußerungen. "Auch wenn der Kollege Reichardt damit auf eine Rede der Abgeordneten Gebel vom März dieses Jahres angespielt haben mag, so stellt seine heutige Bemerkung nicht nur einen äußerst geschmacklosen und herabwürdigenden, sondern auch einen zutiefst beleidigenden verbalen Übergriff in die Intimsphäre einer Kollegin dar", sagte Lindholz laut Sitzungsprotokoll : "Ich will an dieser Stelle sagen: Es reicht!" Sie verhängte das Ordnungsgeld.

Reichardt setzte sich dagegen zur Wehr, mit einem Schreiben an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) legte er Einspruch ein. Als Begründung gab Reichardt dem Bundestag zufolge an , seine Aussage sei eine "sachliche Feststellung" gewesen und er habe den Begriff "Klitoris" lediglich deswegen verwendet, weil Gebel diesen Begriff ihm gegenüber in einer früheren Plenardebatte verwendet habe. Es erschließe sich ihm nicht, weshalb er ein Ordnungsgeld erhalte, Gebel aber für die Verwendung des Begriffs "nicht einmal einen Ordnungsruf" bekommen habe.

Bundestagspräsidentin Klöckner zitierte am Freitag bei der Aufsetzung des Tagesordnungspunkts noch einmal Reichardts Äußerung. Diese reihe sich ein in Vorwürfe an Frauen "hier im Parlament", dass sie kinderlos seien. "Frauen und Männer sind gleichberechtigt", sagte Klöckner. "Diese Übergriffigkeit und Respektlosigkeit lassen wir hier als Präsidium nicht gelten." Nur 32 Prozent der Abgeordneten seien Frauen. Wenn man das ändern wolle, "dann müssen wir uns auch so verhalten, dass Frauen Lust auf diesen Beruf hier haben". In Zukunft werde es sofort mit einem Ordnungsruf geahndet, "wenn so respektlos mit und über Frauen geredet wird".

Reichardts Einspruch gegen das Ordnungsgeld wurde dem Bundestag zufolge nun zurückgewiesen. Demnach stimmten CDU/CSU, SPD, Die Grünen und Die Linke für die Zurückweisung des Einspruchs, die AfD dagegen.

Linkenpolitiker Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, begrüßte die Entscheidung auf X. "Zwei starke Frauen stellen sich schützend vor Frauen im Bundestag, gegen Übergriffigkeit! Ich danke der Präsidentin Julia Klöckner und der Vizepräsidentin Andrea Lindholz. So geht Solidarität."


Einmal unabhängig von der Parteizugehörigkeit des Mannes: Was für ein unwürdiges Schmierentheater ist das denn bitte? Eine Politikerin bringt den Begriff "Klitoris" an unpassender Stelle im Bundestag ein und attackiert einen politischen Gegner, weil sie ihn als sensibel empfindet. Der revanchiert sich mit einer Retourkutsche. Daraufhin erhält ER einen Ordnungsruf, und alle halten ein obskures Schauspiel ab, als ob man damit eine große Leistung gegen Frauenfeindlichkeit erbracht und es den Rechtsextremen so richtig gezeigt hätte? Man braucht sich wirklich nicht zu wundern, dass viele Bürger das satt haben und Kritik an der AfD von vielen nicht mehr richtig ernst genommen wird.

Männer mit Geschlechtsorganen vergleichen, Widerworte sanktionieren und sich dann selbst als Bannerträger von Frauenpower feiern … So geht es inzwischen zu im Deutschen Bundestag.



3. Die SPD-Frauen werfen der CDU "Sexismus mit System" vor, nachdem Friedrich Merz Manuela Schwesigs Beschuldigungen zurückwies, die CDU hätte sich Bärbel Bas gegenüber "unmenschlich" verhalten. Er wolle nicht akzeptieren, erklärte Merz, wenn der Koalitionspartner "ohne jeden erkennbaren Grund unsere Politik und unser Miteinander als unmenschlich bezeichnet".

"Die Union hat Angst vor starken SPD-Frauen wie Manuela Schwesig", formulierte hierzu die Bundesvorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Muster sei alt, führte Wegge weiter aus. "Wenn Frauen Macht haben, werden sie nicht politisch gestellt, sondern persönlich angegriffen. Ihr wird die Kompetenz abgesprochen, ihr Ton kritisiert, ihre Glaubwürdigkeit untergraben." Bei Männern heiße das Führungsstärke, bei Frauen sei es plötzlich ein Problem. "Das ist kein Ausrutscher, das ist Sexismus mit System."


Wie man Beschuldigungen einer Politikerin zurückweisen darf, ohne dass dies als "sexistisch" geframet wird, erklären die SPD-Frauen nicht.



4. Der Lehrer Gerald Ehegartner legt dar, wie Gendern das Lesen-Lernen behindert:

In einem Bereich der Sprachvermittlung galt die Aufmerksamkeit in den letzten beiden Jahrzehnten jedoch weniger der Lesekompetenz als vielmehr der Ideologiekompetenz: dem "korrekten" Gendern. Der moralische Eifer an Bildungsinstitutionen führt längst zu bedenklichen Auswüchsen – von ideologischem Druck auf angehende Lehrkräfte bis hin zu Grundschullehrern, die bereits beim Erlernen der Schriftsprache das Gendern vermitteln.

(…) Es stellt sich die Frage, warum in weit verbreiteten Unterrichtsmaterialien nach wie vor mit Sonderzeichen gegendert wird – und warum Lehrkräfte selbst erstellte Unterlagen verwenden, die dem amtlichen Regelwerk nicht entsprechen.

(…) Gendern (…) schafft gerade für leistungsschwache Schüler und jene, die sich die deutsche Sprache erst erarbeiten, zusätzliche Hürden. (…) An unseren Schulen haben wir (…) völlig andere Sorgen als die Inszenierung einer postgrammatischen Geschlechterfragmentierung. Gerade die Schule sollte die geltenden grammatischen Regeln vermitteln, statt sie ideologiegetrieben umzubauen.

Selbsternannten "Sprachmoralisten" sei ins Stammbuch geschrieben: Lernen Sie Grammatik, statt sie unter falschen Annahmen korrigieren zu wollen! Denn die Grammatik besitzt kein Weltbild, und die Stellung der Frau lässt sich aus ihr nicht ablesen. Man denke nur an Island: Isländisch unterscheidet auch im Plural zwischen drei grammatischen Geschlechtern und kennt im Singular ein geschlechtsneutrales Maskulinum – zugleich nimmt das Land seit 17 Jahren ununterbrochen Platz eins im Global Gender Gap Index ein.




5. Der MDR beschäftigt sich mit Klischees über den ostdeutschen Mann, der als "arbeitslos, rechtsradikal und demokratieunfähig" phantasiert wird.



6. Donald Trumps Zustimmung unter Männern ist auf einem Tiefststand:

Die Zustimmung für Präsident Donald Trump unter Männern ist in der jüngsten Umfrage von The Economist/YouGov um acht Punkte auf einen Saldo von minus 19 gesunken. Das ist sein schwächster Wert in fünf vergleichbaren Erhebungen unter registrierten Wählern seit September. Eine Analyse von Newsweek ergab, dass Trumps Ansehen bei Männern nicht kontinuierlich gesunken ist: Seine Zustimmungswerte schwankten innerhalb einer engen Spanne, bevor sie in der jüngsten Umfrage deutlich einbrachen.




7. Das Blog Apokolokynthose zerpflückt einen Spiegel-Online-Artikel, der alle Männer zu Mitschuldigen an sexueller Gewalt erklärt.



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Freitag, Oktober 16, 2026

Bundeswehr: Warum Ex-Soldaten künftig nicht mehr Nein sagen können

1. Der Bundestag berät über das von Verteidigungsminister Boris Pistorius geplante Reservestärkungsgesetz, das ehemalige Bundeswehrsoldaten künftig auch gegen ihren Willen und ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers zu Reservediensten verpflichten soll. Damit könnten Betroffene bis zum Alter von 65 Jahren herangezogen werden, in bestimmten Fällen auch zu Auslandseinsätzen in EU- und NATO-Staaten. Ein allgemeines Recht, eine Einberufung abzulehnen, ist nicht vorgesehen; lediglich bei bestimmten persönlichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Härtefällen kann eine Zurückstellung beantragt werden. Für Frauen bliebe der Dienst freiwillig. Die Linke kritisiert das Vorhaben als eine "Wehrpflicht durch die Hintertür".



2. Eine neue Studie auf Basis von Angaben von rund 750.000 15-Jährigen in 61 Ländern zeigt, dass Jungen in nahezu allen untersuchten Ländern weniger positiv auf schulische Anstrengung blicken als Mädchen. Dieser Unterschied besteht unabhängig von sozioökonomischem Status, Familienstruktur oder Klassenwiederholung und fällt in wirtschaftlich entwickelten und geschlechtergleicher organisierten Gesellschaften größer aus.



3. In Großbritannien hat die Suizidrate bei Männern mittleren Alters einen historischen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Männer sterben demnachweiterhin mehr als dreimal so häufig durch Suizid wie Frauen. Die Zahlen zeigen zudem, dass die erhöhte Suizidgefahr Männer der Generation X seit Jahrzehnten begleitet. Als mögliche Belastungsfaktoren nennen Experten finanzielle Schwierigkeiten, unsichere Arbeitsverhältnisse, hohe Wohnkosten, Einsamkeit und psychische Probleme. Vertreter von Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Suizidprävention politisch nicht ausreichend priorisiert werde. Sie weisen außerdem darauf hin, dass Männer bei der Suche nach Unterstützung häufig auf Stigmatisierung stoßen oder sich nicht ernst genommen fühlen, und fordern passgenauere Hilfsangebote.



4. Die Akademiker-Plattform "Inside Higher Ed" fordert nach der angeblichen Vergewaltigung in Cornell, dass Hochschulen Männer verpflichtend über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus unterrichten müssen, statt dies auf Wahlfächer, Workshops und einzelne Veranstaltungen zu begrenzen. Eine solche dauerhafte Integration dieser Themen geschehe an verschiedenen Hochschulen ja ohnehin schon. Da Männer ihre Vorstellungen von Männlichkeit über 18 Jahre hinweg erlernt hätten, brauche es ein ganzes Semester, um diese Normen zu hinterfragen. Von politischer Indoktrination könne nicht die Rede sein: "Der Zweck der Vermittlung von Wissen über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus besteht nicht darin, Einigkeit herbeizuführen, sondern die Studierenden dazu zu befähigen, diese Kräfte zu verstehen, sie zu hinterfragen und sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden."



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Donnerstag, Oktober 15, 2026

Die schleichende Ausweitung des Begriffs "fehlende Zustimmung"

Die angebliche Gruppenvergewaltigung in Cornell ist weiterhin ein starkes Medienthema. Es gibt auch weiterhin kritische Artikel über die damit verbundenen Vorverurteilungen, einen solchen Artikel von der Feminismuskritikerin Janice Fiamengo findet man hier in deutscher Übersetzung. Einen anderen Beitrag, der ebenfalls grundsätzlicher wird, habe ich heute für Genderama ausgewählt. Links zu Belegen findet ihr im Original.



Der Aktivismus für "affirmative Zustimmung" ("Nur Ja heißt Ja") hat die Bedeutung von dem, was wir unter einem sexuellen Übergriff verstehen, erweitert und dazu ermutigt, vergangene Begegnungen nachträglich umzudeuten – mit ernsten Folgen für Einzelne, für die Gesellschaft und für das Recht.

Die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen sieben Mitglieder einer Studentenverbindung an der Cornell University haben eine jahrzehntealte Debatte wiederbelebt, nämlich die Frage, ob es an amerikanischen Hochschulen eine Vergewaltigungskrise gibt. Eine ehemalige Cornell-Studentin, die unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt, gibt an, die Männer hätten sie 2024 während einer Nacht mit starkem Alkohol- und Drogenkonsum sexuell missbraucht.

Obwohl die Vorwürfe weiterhin umstritten sind, haben Journalisten, Aktivisten und Politiker der Demokraten sie bereits als Tatsache behandelt und den Fall als Beleg für ein größeres Problem an amerikanischen Colleges und Universitäten angeführt. Vox spricht von einer "Krise, die weit über Cornell hinausgeht". The Atlantic fragt, ob das College für Frauen unsicherer wird. Der Guardian erklärt, wir lebten in einer "vergewaltigungsanfälligen Gesellschaft". Zehntausende Frauen haben auf TikTok aus Solidarität mit der Klägerin von Cornell unter #IAmJaneDoe gepostet, was Vergleiche mit der #MeToo-Bewegung nach sich zog. Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, nutzt den Fall, um auf eine Änderung des Landesrechts zu drängen. Sie plädiert dafür, das "Schlupfloch der freiwilligen Berauschung" zu schließen, und hat Generalstaatsanwältin Letitia James beauftragt, die Vorwürfe erneut zu untersuchen.

Herkömmliche Kriminalitätsstatistiken stützen die Behauptung nicht, dass Amerika eine Vergewaltigungsepidemie erlebt. Der National Crime Victimization Survey des Bureau of Justice Statistics, der auch nie bei der Polizei angezeigte Straftaten erfasst, schätzt, dass die Rate von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen von 4,3 Viktimisierungen pro 1.000 Personen ab zwölf Jahren im Jahr 1993 auf 2,0 im Jahr 2024 gesunken ist.

Zugenommen hat in den letzten Jahren hingegen die Bandbreite der Erfahrungen, die heute als nicht einvernehmlich beschrieben werden. Diese von Aktivisten vorangetriebenen erweiterten Definitionen und die daran anschließende Ermutigung von Frauen, vergangene Erlebnisse in ihrem Licht neu zu deuten, haben ernste Folgen für Einzelne und die Gesellschaft – und womöglich bald auch für die rechtliche Bedeutung von Vergewaltigung und sexuellem Übergriff.

Der Psychologe Nick Haslam prägte den Begriff "Concept Creep", um zu beschreiben, wie sich schadensbezogene Begriffe "horizontal" ausgeweitet haben, sodass sie qualitativ andere Erfahrungen umfassen, und "vertikal", sodass sie auch weniger schwere Formen einschließen. Als er dieses Modell auf Begriffe wie Trauma, Mobbing, Rassismus und Missbrauch anwandte, stellte er fest, dass eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber wahrgenommenem Schaden am häufigsten mit einem linksliberalen Weltbild einherging.

Die Definition fehlender sexueller Zustimmung hat sich auf ähnliche Weise ausgedehnt. Früher verstand man sie im Sinne von Gewalt und Handlungsunfähigkeit, doch mit dem Aufstieg der "affirmativen Zustimmung" begann sie sich zu wandeln. Als dieses Konzept in den 1990er-Jahren an Hochschulen auftauchte, galt es noch als Randidee und wurde vielfach verspottet. Es ersetzte den vertrauten Grundsatz "Nein heißt Nein" durch die Forderung nach einer ausdrücklichen, fortlaufenden Einwilligung in sexuelle Handlungen.

Viele halten diesen Wandel für positiv, doch er hat weiteren Auslegungen von Zustimmung – und fehlender Zustimmung – die Tür geöffnet. Heute kann fehlende Zustimmung Schweigen, unzureichende Begeisterung, jeden Grad von Berauschung sowie das Gefühl umfassen, zu sexuellen Handlungen gedrängt, getäuscht oder beeinflusst worden zu sein.

Es dauerte weitere zwei Jahrzehnte, bis die affirmative Zustimmung im Mainstream ankam. Anfang der 2010er-Jahre hatten Aktivisten gegen sexuelle Übergriffe an Hochschulen auf Bundesebene durch die Ausweitung der Durchsetzung von Title IX unter der Obama-Regierung eine starke Stellung gewonnen. 2014 richtete die Regierung die White House Task Force to Protect Students from Sexual Assault ein und erklärte sexuelle Übergriffe an Hochschulen zur nationalen Priorität.

Politische Entscheidungsträger stellten die aufkommenden Richtlinien zur affirmativen Zustimmung überwiegend als Prävention dar, also als klarere Regeln für künftige sexuelle Begegnungen. Manche Aktivisten sahen jedoch noch einen anderen Nutzen darin. Eine weiter gefasste Definition fehlender Zustimmung könnte mehr Frauen als Opfer ausweisen, darunter auch solche, die ihre Erlebnisse bis dahin nicht als Vergewaltigung oder sexuellen Übergriff verstanden hatten.

Laura Dunn, Gründerin von SurvJustice, einer landesweiten gemeinnützigen Organisation, die Opfern sexueller Gewalt Rechtsbeistand und Unterstützung bietet, und die Harvard-Doktorandin Rory Gerberg vertraten genau dieses Argument in Stellungnahmen gegenüber der Task Force. Sie schrieben, dass "Überlebende Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe häufig nicht als solche erkennen", weil die Gesellschaft Zustimmung missverstehe. Als Abhilfe schlugen sie vor, "eine affirmative Definition von Zustimmung zu institutionalisieren", und zwar mit dem ausdrücklichen Ziel, "einen rechtlichen Wandel in unserem gesellschaftlichen Verständnis von Zustimmung" herbeizuführen.

Die landesweite Hinwendung zum Standard der affirmativen Zustimmung vollzog sich um das Jahr 2015. In jenem Jahr rief Planned Parenthood zu einer landesweiten "Kultur der Zustimmung" auf und stellte im Jahr darauf sein FRIES-Modell vor, demzufolge Zustimmung "freiwillig erteilt, widerrufbar, informiert, enthusiastisch und spezifisch" sein muss. Frühere Richtlinien von Planned Parenthood hatten davor gewarnt, dass Alkohol Hemmungen senke und Menschen bei der Wahl ihrer Sexualpartner "weniger wählerisch" mache, was zu Reue führen könne. Die aktuellen Richtlinien besagen, dass eine Person keine Zustimmung geben kann, wenn sie betrunken oder high ist.

Ähnlich erklärt das Rape, Abuse & Incest National Network, Zustimmung müsse "klar, freiwillig und enthusiastisch" erteilt werden, und zur Einwilligungsfähigkeit gehöre es, "nüchtern und wach" zu sein. Viele Organisationen, darunter die Centers for Disease Control and Prevention, nennen weitere Kategorien "sexueller Gewalt" wie etwa "sexuelle Nötigung", die beharrliches Drängen auf Sex umfassen kann oder den Umstand, so lange "bearbeitet" zu werden, bis man einwilligt.

Den Schwung für diese Veränderungen lieferten Behauptungen, an den Hochschulen herrsche eine Epidemie sexueller Übergriffe, die in den gewöhnlichen Kriminalstatistiken verborgen bleibe. Der Bericht der Task Force vom April 2014 begann mit der Feststellung, dass "jede fünfte Frau während des Studiums sexuell missbraucht wird", räumte später aber ein, dass viele Frauen, die Forscher als Opfer einer Vergewaltigung durch Bekannte einstuften, "das, was ihnen passiert ist, nicht als Vergewaltigung bezeichnen". Die Obama-Regierung wertete diese Lücke als Beleg dafür, dass Übergriffe unerkannt blieben. Gewöhnliche Anzeigen könnten nicht offenlegen, "was auf dem Campus wirklich passiert", argumentierte sie, weshalb Hochschulen Verhaltensumfragen durchführen sollten, mit denen sich Übergriffe erfassen ließen, die die Frauen selbst nicht als solche betrachtet hatten.

Die Zahl "eine von fünf" wurde zu einer der am häufigsten zitierten Schätzungen sexueller Übergriffe an Hochschulen und wird bis heute wiederholt. Sie stammte jedoch nicht aus einer landesweiten Studie über Vergewaltigungen an Hochschulen. Sie ging auf eine Umfrage aus dem Jahr 2007 unter Studierenden an lediglich zwei Universitäten zurück, und nur 42 Prozent der zur Teilnahme eingeladenen Frauen antworteten.

Bis 2014 waren zwei der an der Studie beteiligten Forscher, Christopher Krebs und Christine Lindquist, über die Verwendung der Zahl so besorgt, dass sie in einem Artikel für Time die Dinge richtigstellten. Sie räumten ein, dass die Zahl "keine landesweit repräsentative Schätzung" sei, warnten davor, sie als nationalen Ausgangswert für sexuelle Übergriffe an Hochschulen zu verwenden, und gaben zu bedenken, dass die niedrige Rücklaufquote ihre Ergebnisse verzerrt haben könnte. Zudem betonten sie, dass "eine von fünf" nicht bedeute, dass jede fünfte Frau vergewaltigt worden sei, da ihre Zahl auch unerwünschtes Küssen und Berühren einschloss.

Andere Forschung auf diesem Gebiet leidet an vielen derselben methodischen Mängel, auf die Heather Mac Donald vor fast zwei Jahrzehnten im City Journal hingewiesen hat. Dazu können weit gefasste Definitionen gehören, die Vergewaltigung mit weniger schweren Formen unerwünschten Körperkontakts vermengen, außerdem subjektive Selbstauskünfte sowie niedrige Rücklaufquoten, die zu verzerrten Stichproben führen können. Die Umfrage der Cornell University von 2025 etwa ergab, dass 35 Prozent der Studentinnen im Grundstudium "sexuelle Übergriffe" erlebt hätten. Ihre Rücklaufquote lag bei gerade einmal 13 Prozent, und sie stützte sich auf ein weit gefasstes Messinstrument, das sehr unterschiedliche Erfahrungen unter derselben Bezeichnung zusammenfasste.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, jungen Menschen zu raten, klarer zu kommunizieren und auf sexuelle Handlungen mit stark beeinträchtigten Partnern zu verzichten. Problematisch kann es jedoch werden, wenn man sie dazu ermutigt, einen neuen Maßstab für Zustimmung auf vergangene Erlebnisse anzuwenden. Als der Hashtag #MeToo im Oktober 2017 explodierte, begannen Millionen von Frauen, genau das öffentlich zu tun. Solche Online-Enthüllungen stoßen in der Regel auf Mitgefühl und Bestätigung, können Hunderttausende Aufrufe erzielen und eröffnen den Zugang zu einer "Überlebenden"-Gemeinschaft, die um eine positive soziale Identität herum aufgebaut ist.

Die nachträgliche Umdeutung sexueller Begegnungen wurde zu einem erkennbaren Genre. In einem Essay aus dem Jahr 2018 etwa deutete Laura Amy eine sexuelle Begegnung um, der sie ausdrücklich zugestimmt hatte. "Ich habe Ja gesagt", schrieb sie, und jahrelang hatte sie solche Erlebnisse einfach als schlechten Sex betrachtet. Nachdem sie jedoch #MeToo-Berichte von Frauen gelesen hatte, die sich zur Zustimmung gedrängt oder verpflichtet gefühlt hatten, dachte sie neu über das Geschehene nach und kam zu dem Schluss: "Das ist kein einvernehmlicher Sex." Eine Frau, die 2021 im Guardian schrieb, betrachtete ebenfalls eine Begegnung neu, die sie lange als "schlechten Sex" oder als Erlebnis in einer "Grauzone" angesehen hatte. Nach #MeToo sah sie es anders: "Das war ein sexueller Übergriff."

Forscher haben dasselbe Phänomen dokumentiert. Eine Studie aus dem Jahr 2021 begleitete 2.566 Studierende vor und nach #MeToo. Unter den 596 Teilnehmenden, deren Erlebnisse der weit gefassten Definition sexueller Übergriffe durch die Forscher entsprachen, bezeichneten die Teilnehmenden im Lauf der Zeit Begegnungen häufiger als sexuellen Übergriff, die sie ursprünglich nicht so beschrieben hatten. Die Autoren führten die veränderte Wahrnehmung der Teilnehmenden auf #MeToo zurück. Ebenso ergab eine Studie aus dem Jahr 2023, dass fünf von zehn Teilnehmenden angaben, #MeToo habe sie dazu gebracht, frühere Erlebnisse als sexuellen Missbrauch oder Übergriff neu einzuordnen. Die Forscher beschrieben diesen Vorgang als "Umdeuten oder Umetikettieren von Erlebnissen als sexuellen Übergriff".

In einer Studie aus dem Jahr 2025 mit 380 Studierenden, deren Erlebnisse die weit gefassten Kriterien der Forscher für sexuelle Übergriffe erfüllten, neigten 36 Prozent eher dazu, die Begegnung als sexuellen Übergriff zu bezeichnen, als sie sie in Erinnerung an die Zeit kurz nach dem Geschehen eingestuft hatten. Von dieser Gruppe gaben 43 Prozent an, andere Menschen hätten dazu beigetragen, dass sich ihr Verständnis des Geschehens verändert habe.

Frauen erfinden nicht unbedingt bewusst falsche Anschuldigungen. Eine Frau kann aufrichtig dazu gelangen, vergangene Begegnungen in einem anderen Licht zu sehen, nachdem sie sich einen neuen Deutungsrahmen dafür zu eigen gemacht hat. Das autobiografische Gedächtnis ist rekonstruktiv und keine wörtliche Aufzeichnung der Vergangenheit. Es ist in hohem Maß offen für Beeinflussung und Suggestion, was zu falschen Erinnerungen führen kann. In zwei 2026 veröffentlichten Experimenten regten die Psychologen Lawrence Patihis und Harry Carter einen zufällig ausgewählten Teil der Teilnehmenden dazu an, negativer über einen früheren Partner bei einem ersten Date nachzudenken, und baten sie anschließend, sich daran zu erinnern, wie sie sich während des Dates gefühlt hatten. Wer die negative Anregung erhalten hatte, erinnerte sich daran, sich weniger sicher und stärker bedrängt gefühlt zu haben als die übrigen Teilnehmenden.

Ob beabsichtigt oder nicht, falsche Anschuldigungen haben ernste Folgen. Wer mit falschen oder zweifelhaften Anschuldigungen konfrontiert wird, ist womöglich weniger bereit, echten Glauben zu schenken. In einem Experiment begegneten Männer, die einen Zeitungsbericht über eine falsche Vergewaltigungsanschuldigung gelesen hatten, einer anderen Frau, die sexuellen Missbrauch anzeigte, skeptischer und hielten ihr Erlebnis für weniger schädlich. Befürworter des Ansatzes "Glaubt den Frauen" sagen häufig, falsche Anschuldigungen seien selten. Eine aktuelle Analyse von Aporia hält die üblicherweise genannten niedrigen Quoten jedoch für irreführend. Solche Schätzungen zählen nur nachweislich falsche Anschuldigungen, während sie ungeklärte, zurückgezogene und als "unbegründet/haltlos" eingestufte Fälle in den Nenner aufnehmen. Dadurch können falsche Anschuldigungen untererfasst werden, sodass die Quote künstlich niedrig erscheint. Zudem stützen sich Studien zu Falschanzeigen in der Regel auf Polizeiakten. Damit eignen sie sich schlecht, um Anschuldigungen im Stil von #MeToo zu beurteilen, die nie bei der Polizei landen, für die Beschuldigten aber dennoch ernste soziale Folgen und Rufschäden nach sich ziehen können.

Die Ausweitung der Definitionen sexueller Übergriffe wirkt sich nicht nur auf Einzelne aus, sondern auch auf die Gesellschaft. Dazu gehört, dass gewöhnliches Dating und sexuelle Interaktionen schwieriger zu bewältigen werden. 2020 stellte Pew fest, dass 65 Prozent der Amerikaner (69 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen) glaubten, die verstärkte Aufmerksamkeit für sexuelle Belästigung und Übergriffe habe es Männern erschwert zu wissen, wie sie sich bei einem Date verhalten sollen. Fast die Hälfte der Amerikaner gab an, Dating an sich sei schwieriger als noch zehn Jahre zuvor.

Eine Sexualethik, die auf einem klaren "Nein" beruht, verlangt von Männern, die Entscheidungen von Frauen zu respektieren. Die sich ausweitende Definition fehlender Zustimmung legt einen neueren Maßstab an: Sie verlangt von Männern zu beurteilen, ob eine Frau nüchtern genug, begeistert genug und hinreichend frei von Druck ist und ob sie die Begegnung später voraussichtlich nicht anders bewerten wird. Sie kann Frauen zudem dazu ermutigen, bereute sexuelle Erlebnisse als Beleg dafür umzudeuten, dass ihnen jemand Unrecht getan hat. Wir sollten vorsichtig sein, Frauen beizubringen, ihre Entscheidungen im Nachhinein infrage zu stellen – und noch vorsichtiger, diese Unsicherheit ins Gesetz zu schreiben.




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Mittwoch, Oktober 14, 2026

Bundeswehr löscht kritische Kommentare zur Musterung

1. Das Hamburger Abendblatt berichtet:

Die Musterung ist vielen Männern insbesondere wegen eines Programmpunkts unangenehm in Erinnerung: die Untersuchung des Intimbereichs. Der sogenannte "Hodengriff" wird seit Inkrafttreten des neuen Wehrdienstgesetzes Anfang des Jahres und der steigenden Zahl an Musterungen wieder vermehrt durchgeführt.

Für Raphael Schulmeister-Dick ein Unding. In der Kommentarspalte des offiziellen Bundeswehr-Kanals bei Instagram „bundeswehrexclusive“ machte der Berufsschullehrer aus Bayern seine kritische Haltung deutlich. „Für so einen Eingriff in den Intimbereich aller 18-Jährigen brauchen wir gute Gründe, bisher konnte sie mir aber noch keiner liefern. Ihr vielleicht?“, schrieb er im Mai. Wenige Stunden später sind seine Kommentare gelöscht und sein Account blockiert, wie es in einer Klageschrift heißt, die dieser Redaktion vorliegt.


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2. In der Schleswig-Holsteinischen SHZ liest man unter der Schlagzeile "Schüler sagt Bundeswehr ab – und muss trotzdem mehrfach zur Untersuchung":

Mattis Jäger hat der Bundeswehr mehrfach mitgeteilt, dass er kein Interesse am Wehrdienst hat. Dennoch scheint das Prüfverfahren für den Schüler aus dem Raum Rendsburg kein Ende zu nehmen – verbunden mit Unterrichtsausfällen im Abiturjahrgang.

Wie Jäger berichtet, begann alles kurz nach seinem 18. Geburtstag im Februar mit einem Brief der Bundeswehr, dem sogenannten Fragebogen zur Wehrerfassung. Über einen QR-Code wurde er zu einer Befragung weitergeleitet – unter anderem zu seinem Interesse am Wehrdienst auf einer Skala von 0 bis 10. Er selbst betont, dort "0" angegeben zu haben.

Trotz seiner Absage erhielt er Monate später eine Ladung zur Musterung in Kiel. In den dortigen Gesprächen stellte er nach eigener Darstellung erneut klar, kein Interesse an der Truppe zu haben. Eine Bereitschaft zum Schießen oder zu Auslandseinsätzen verneinte er aus ethischen Gründen. Zudem gab er eine Laktoseintoleranz an. Zwar wurde er laut Bericht als "nicht dienstfähig" eingestuft – allerdings nur für sechs Monate.


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3. Das Overton-Magazin berichtet:

Die vierte Staffel der Netflix-Serie "Monster" befasst sich erstmals mit einer Serienmörderin. Prompt erfährt der Zuschauer, dass Frauen offenbar immer aus Notwehr töten.


Die Serie behandelt den historischen Fall von Lizzie Borden, die 1892 beschuldigt wurde, ihren Vater und ihre Stiefmutter mit einer Axt ermordet zu haben. Sie wurde freigesprochen. "Einer Frau war eine derart brutale Tat damals kaum zuzutrauen", heißt es in dem Artikel. "Fortan führte sie ein Leben in einigem Wohlstand, schließlich hatten die Eltern ein nicht unerhebliches Vermögen hinterlassen."

Die Netflix-Version ergänzt die historischen Fakten um weitgehend frei erfundene Elemente: Borden erhält ein Hausmädchen, das sie mit feministischen Ideen vertraut macht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine lesbische Beziehung, und gemeinsam töten sie die Eltern.

Die Serie stellt Borden damit als Frau dar, die sich gegen patriarchale Unterdrückung auflehnt und im Mord den einzigen Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung sieht. Ähnlich wird die Serienmörderin Aileen Wuornos dargestellt, die Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre mehrere Männer tötete. Die Serie suggeriert eine geistige Verbindung zwischen beiden Frauen und deutet ihre Taten als Reaktion auf erlittenes Unrecht. Am Ende kommt es gar zu einer Zusammenkunft im Jenseits, bei der Borden ihrer Nachfolgerin erklärt, dass man ihnen alles verzeihen werde.

In dem Artikel heißt es dazu weiter:

Die Macher der Serie besitzen (…) die Impertinenz, ihrem Publikum eine Staffel vorzusetzen, die sich über weite Strecken in Vulgärfeminismus übt. Die Vorgängerstaffeln betonten bei aller biografischen Einordnung stets auch das Teuflische ihrer Protagonisten. Nun zeigen die Produzenten vor allem Mitgefühl und Verständnis.

Über die historische Lizzie Borden ist vergleichsweise wenig bekannt. Kulturschaffende interpretieren die Welt nach ihren Vorstellungen. Insofern ist es völlig legitim, dass sie der Lizzie ihrer Serie mehr Kontur verleihen, als die Geschichtsbücher hergeben. Unglaubwürdig wird das Ganze allerdings in dem Augenblick, in dem historische Figuren Denkweisen an den Tag legen, die eher in den akademischen Diskursen unserer Gegenwart zu Hause sind. Lizzie als Feministin, als starke Frau, die sich auflehnt und ein selbstbestimmtes, lesbisches, emanzipiertes Leben führen möchte? Eine Lizzie, die Einsichten pflegt, die im Jahr 2026 geläufig sind, aber nicht unbedingt im Jahr 1892?

(…) Das Zwanghafte dieser Filmschaffenden sticht inzwischen so unangenehm hervor, dass man kaum noch von einer Traumfabrik sprechen mag. Gesinnungsfabrik träfe es wohl eher.

Lizzie ist anders als die übrigen Schwerenöter, die uns diese Reihe bislang vorführte. Keine habgierige oder psychotische Persönlichkeit, sondern eine Frau, die angeblich gar nicht anders kann. Sie muss zur Axt greifen, weil dies die einzige Möglichkeit sei, die einer Frau Ende des 19. Jahrhunderts bleibt, wenn sie frei sein möchte. So jedenfalls lässt sich die Botschaft der zehn Folgen verstehen.

Sie und die viel später mordende Wuornos sind in dieser Lesart keine Täterinnen, sondern von der Gesellschaft vergessene Opfer. Auch die schwierigen Lebensumstände der zuvor porträtierten Serienkiller wurden ausführlich behandelt. Doch die letzte Entscheidung zum Unvorstellbaren schrieb man letztlich der Toxizität ihrer Persönlichkeiten zu. Als Männer schlummerte in ihnen offenbar eine Kraft, die sie zu Monstern werden ließ. Bei den Frauen hingegen scheint die Gesellschaft selbst die Axt zu führen.

Hatten die Damen denn keine Alternative? Diese Frage stellen sich die Macher offenbar zu keiner Sekunde. Stattdessen präsentieren sie eine Hagiographie, ein Sittenbild protofeministischer Säulenheiliger.

(…) "Monster" ist kein Einzelfall. Immer wieder fallen neue Produktionen durch vulgärfeministische Ansätze auf, die einem denkbar schlichten Weltbild folgen: Die Frau ist Opfer, gleichgültig, was sie tut. Der Mann hingegen verfällt beinahe zwangsläufig in Täterschaft; seine Motive sind dabei zweitrangig.

Netflix vermarktet mittlerweile seit Jahren eine weibliche Jammerkultur, die sich nicht scheut, ideologische Flachheit als Kulturleistung auszugeben. Dass darin im Kern sogar eine frauenfeindliche Haltung steckt, scheint niemandem aufzufallen. Denn Frauen sind keine passiven Wesen, die zwangsläufig Opfer werden müssen und denen man deshalb jede Verantwortung für ihr Handeln absprechen darf.




4. Die Frankfurter Allgemeine hat in ihrer Wochenendsbeilage (nicht online) "50 Gründe, warum wir Männer noch brauchen" zusammengestellt. Eine kleine Auswahl:

Damit man sich mühelos daran erinnern kann, dass wir vom Affen abstammen. // Weil es weniger Gelegenheiten gäbe, auf dumme Kommentare ("Du hast aber zugelegt!") schlagfertig zu antworten ("Und Du erst!"). // Weil irgendjemand als schlechtes Beispiel vorangehen muss. // Weil man sich an irgendwas abarbeiten muss. // Weil es eine Genugtuung ist, sie zurechtzuweisen. // Weil irgendjemand die ganzen Jobs erledigen muss, die niemand sonst machen will: Müllabfuhr, Maurer, Kanalarbeiter, Datenanalyst (und Müll rausbringen). // Für Umzüge allgemein. // Damit man beim Kickboxen als Frau mit durchschnittlicher Kraft mal keine Rücksicht auf das Schmerzempfinden des Gegenübers nehmen muss. // Zum Schutz vor anderen Männern, und sei es nur vor deren Blicken.




5. Eine kulturvergleichende Untersuchung der Psychologin Maryanne L. Fisher, wertete ethnografische Aufzeichnungen aus 19 Gesellschaften aus, in denen Männer mehrere Ehefrauen haben. In zwölf dieser Kulturen (63,2 Prozent) fanden sich Berichte über körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Ehefrauen, darunter Schlagen, Beißen und Haareziehen. Häufige Konfliktgründe waren Eifersucht und die Konkurrenz um die sexuelle und emotionale Aufmerksamkeit des gemeinsamen Ehemanns (14 Kulturen), materielle Ressourcen wie Nahrung, Vieh oder Land (sieben Kulturen) sowie der Status innerhalb der Ehegemeinschaft. Die Ergebnisse widersprechen der verbreiteten Vorstellung, Frauen trügen Rivalitäten vorwiegend indirekt durch Klatsch und soziale Ausgrenzung aus. Auch direkte körperliche Aggression kann eine Rolle spielen.



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Dienstag, Oktober 13, 2026

Wegweisendes Urteil: Geschworene erkennen falschbeschuldigte Männer als Opfer sexueller Gewalt

1. Amanda Prestigiacomo berichtet über ein wegweisendes Urteil im US-Bundesstaat Maryland: Dort hat ein Gericht die University of Maryland dafür haftbar gemacht, einen Studenten nicht vor schwerer Belästigung geschützt zu haben, nachdem eine Kommilitonin ihn sexueller Übergriffe beschuldigt hatte. Eine universitätsinterne Untersuchung entlastete ihn; laut Klageschrift widersprachen auch Zeugenaussagen, Textnachrichten und forensische Befunde den Vorwürfen. Trotzdem wurde der Student öffentlich als Vergewaltiger diffamiert, in Bars angefeindet und durch eine organisierte Kampagne aus seinem Lacrosse-Team gedrängt. Die Universität ignorierte seine Beschwerden.

Die Geschworenen stellten fest, dass die Belästigung den gleichberechtigten Zugang des jungen Mannes zu Bildungsangeboten beeinträchtigte und die Universität dem Geschehen gegenüber bewusst gleichgültig blieb. Der Student verlangte lediglich einen Dollar Schadensersatz, um die Verantwortlichkeit der Universität feststellen zu lassen. Sein Anwalt bezeichnete das Urteil als ersten Fall, in dem eine Jury falsche Vergewaltigungsvorwürfe als geschlechtsbezogene Belästigung anerkannte und eine Universität dafür haftbar machte. Der Student hatte nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Dollar für seine Verteidigung ausgegeben; diese Kosten sind nicht automatisch durch das Urteil gedeckt.

Die Autorin des Beitrags zieht Parallelen zu den Entwicklungen an der Universität Cornell und sieht in dem Urteil ein Signal an amerikanische Hochschulen: Sie müssen männliche Studenten vor Belästigung und öffentlichen Rufschädigungskampagnen schützen, wenn sich Anschuldigungen als falsch erweisen.



2. Die Kriminologin Lara Christensen warnt in einem Beitrag für die britische Tageszeitung "Telegraph" vor einem gesellschaftlichen blinden Fleck beim sexuellen Missbrauch durch Lehrerinnen. Mehrere aktuelle Fälle in Großbritannien und Australien zeigen, dass Frauen Schüler sexuell missbrauchen, manipulieren und mitunter durch Schwangerschaften dauerhafte Folgen für ihre Opfer verursachen.

Eine britische Untersuchung von 71 Frauen, die in institutionellen Zusammenhängen sexuellen Missbrauch begangen hatten, ergab, dass diese im Durchschnitt 31 Jahre alt waren, meist allein handelten, häufig keine Vorstrafen hatten und überwiegend ältere männliche Jugendliche missbrauchten. Weitere Studien unterstreichen die Bedeutung des Problems: In einer australischen Polizeidatenanalyse gingen 12,2 Prozent der erfassten Sexualstraftaten auf Frauen zurück; in den USA entfielen mehr als 20 Prozent der bestätigten Fälle von Kindesmissbrauch auf weibliche Haupttäterinnen, während in einer Untersuchung sexuellen Fehlverhaltens von Schulbeschäftigten 33 Prozent der Täter Frauen waren. Da viele Opfer ihren Missbrauch nicht anzeigen, bleibt ein großer Teil der Täterinnen unerkannt.

Christensen kritisiert, dass Warnsignale bei Lehrerinnen häufig verharmlost und Beschwerden nicht ernst genommen werden. In einer von ihr mitverfassten Untersuchung von 40 Fällen sexuellen Fehlverhaltens durch Lehrkräfte waren mehr als ein Drittel der männlichen Lehrer zuvor wegen auffälligen Verhaltens gegenüber Schülern gewarnt worden, bei den Lehrerinnen dagegen keine einzige. Als mögliche begünstigende Faktoren nennt sie unter anderem frühere Traumata, problematische Beziehungen, psychische Schwierigkeiten, verzerrte Denkmuster und mangelnde Aufsicht. Diese Faktoren erklärten das Verhalten allenfalls, entschuldigten den Missbrauch aber nicht.

Die Folgen für männliche Opfer könnten ebenso schwerwiegend sein wie bei männlichen Tätern, würden jedoch durch Geschlechterklischees und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, zusätzlich verschärft. Christensen fordert deshalb klare Regeln für den Kontakt zwischen Lehrkräften und Schülern, verlässliche Beschwerdewege, eine konsequente Reaktion auf Warnsignale und verbindliche Richtlinien für digitale Kommunikation. Bloße Einstellungsüberprüfungen reichten nicht aus, da Täterinnen seltener vorbestraft seien und der Missbrauch laut ihrer Forschung häufig außerhalb der Schule stattfinde. Entscheidend sei eine Präventionskultur, die problematisches Verhalten unabhängig vom Geschlecht der Lehrkraft erkennt und verfolgt.



3. In der hier auf Genderama gern zitierten populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" warnt die Psychologin Lisa Pescara-Kovach davor, weibliche Täter bei Amokläufen und gezielten Massenangriffen zu unterschätzen. Geschlechterklischees, eine verzerrte Medienberichterstattung und unterschiedliche Definitionen von Massenschießereien führten dazu, dass die Gewalt von Frauen häufig übersehen werde. Während weniger als drei Prozent der Massenschießereien von Frauen verübt würden, seien Frauen laut der Autorin an 25 Prozent der Amokläufe und gezielten Angriffe beteiligt. Behauptungen, Frauen übernähmen bei gemeinsam geplanten Anschlägen mit Männern nahezu immer die führende Rolle, stützt sie ebenfalls auf ihre Erfahrungen und Auswertungen. Als Beispiele nennt sie die 16-jährige Brenda Spencer, die 1979 an einer kalifornischen Schule den Schulleiter und einen Hausmeister erschoss und acht Kinder sowie einen Polizeibeamten verletzte, weil sie keine Montage mochte, sowie Elizabeth Lecron, deren geplante Anschläge 2019 durch Ermittlungen vereitelt wurden. Weibliche Täterinnen hätten häufig ähnliche Motive wie männliche: Sie suchten Aufmerksamkeit, sammelten persönliche Kränkungen und wollten sich rächen. Auch die Faszination für frühere Amokläufer und Suizidgedanken spielten eine Rolle. Besonders problematisch sei, dass Menschen gefährliches Verhalten bei Frauen weniger schnell als Bedrohung wahrnähmen und deshalb Warnsignale ignorierten. Pescara-Kovach fordert mehr Forschung zu weiblichen Gewalttätern und eine konsequente Gefahreneinschätzung unabhängig vom Geschlecht. Schulen, Behörden und das soziale Umfeld müssten verdächtige Verhaltensweisen ernst nehmen und Hinweise auf geplante Gewalttaten melden, statt sich von traditionellen Vorstellungen über weibliches Verhalten leiten zu lassen.



4. Die Washington Sun berichtet über die wachsenden Bemühungen der US-Demokraten, junge Männer wieder für sich zu gewinnen. Beim zweiten "Symposium on Young American Men" in Washington diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Interessenvertreter über Probleme von Männern und Jungen, darunter Bildung, wirtschaftliche Perspektiven, psychische Gesundheit und fehlende soziale Gemeinschaften. Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona kritisierte, dass seine Partei die Bedeutung von Vätern für Kinder und die Probleme von Männern lange unterschätzt habe. Auch die pauschale Verwendung des Begriffs "toxische Männlichkeit" sei zu weit gegangen. Er setzt sich für ein eigenes Amt für Männergesundheit ein und betont, dass sinkende Kaufkraft, geringere Lebenserwartung und wirtschaftlicher Stress die Lebensbedingungen von Männern verschlechterten. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien verfolgt einen stärker wirtschaftspolitischen Ansatz: Junge Männer ließen sich vor allem durch gute Arbeitsplätze, die Stärkung lokaler Gemeinschaften und eine Politik überzeugen, die sich stärker auf die Bedürfnisse der amerikanischen Bevölkerung konzentriere. Dazu gehört für ihn auch eine kritischere Haltung gegenüber Auslandshilfen für Israel. Die Veranstaltung zeigt, dass sich innerhalb der Demokratischen Partei zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass die Probleme männlicher Wähler ernst genommen werden müssen. Zugleich bleibt offen, ob diese Bemühungen über die politische Debatte hinausreichen und tatsächlich zu einer dauerhaften Bindung junger Männer an die Partei führen.



5. In Lateinamerika erzielen feminismuskritische Politikerinnen inzwischen Rekordergebnisse. Besonders erfolgreich war bei den brasilianischen Wahlen die 23-jährige Eduarda Campopiano, die sich selbst als "größte Feindin der Feministinnen" bezeichnet und 1.956.238 Stimmen in São Paulo erhielt. Auch in den Senat ziehen mehr konservative Frauen ein: Zwölf der 54 neu vergebenen Sitze gingen an Frauen – so viele wie nie zuvor seit der Wiederherstellung der Demokratie. Ihre Themen – Mutterschaft, Familie, Sicherheit, Gewalt und Fürsorge – sprechen reale Alltagssorgen vieler Frauen an, werden aber mit anderen politischen Antworten verknüpft als in feministischen Bewegungen. Feministische Aktivistinnen warnen, dass die neuen Mehrheiten bereits erkämpfte Rechte, etwa bei Gleichstellung, reproduktiver Selbstbestimmung und dem Schutz vor Gewalt, zurückdrängen könnten. Zugleich räumt die Politikwissenschaftlerin Irina Frare ein, dass sich progressive Bewegungen selbstkritisch fragen müssten, warum sie bestimmte Wählerinnen nicht erreichen: Sie müssten deren konkrete Sorgen ernst nehmen, statt ihnen vorzuschreiben, welche Themen wichtig sein sollten.



6. Ein Beitrag im Forum der linken Männerrechtler auf Reddit beschäftigt sich kritisch mit Berichterstattung aus der Ukraine:

Ein aktuelles Video [aus Kiew] zeigt Pawlo Kasarin, einen Offizier einer Territorialverteidigungsbrigade. Während des gesamten Interviews setzte er sich minutenlang leidenschaftlich für eine noch härtere Gangart gegenüber Männern ein: Er forderte strengere Strafen für "Wehrdienstverweigerer" und drängte vehement darauf, beruflich begründete Zurückstellungen abzuschaffen – also die Befreiung von Männern, deren zivile Arbeit als besonders wichtig gilt. Er plädierte ausdrücklich für weniger Ausnahmen, eine aggressivere Zwangsrekrutierung und ein härteres Vorgehen gegen Männer, die ums Überleben kämpfen. Das übliche Sprachrohr des Systems: Mehr Männer sollen in den Fleischwolf gezwungen werden.

Dann stellte der Moderator die Frage nach einer Wehrpflicht für Frauen. Man höre sich an, wie schnell seine auf "Härte zeigen und seine Pflicht erfüllen" getrimmte, knallharte Fassade zusammenbricht und einer lupenreinen woken feministischen Rhetorik Platz macht: "Ich bin gegen eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen. Weißt du, warum? Weil wir ein zutiefst patriarchalisches Land sind. In vielerlei Hinsicht sind wir immer noch eine ziemlich konservative Gesellschaft, in der gläserne Decken Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es eine gewisse Geringschätzung gegenüber Frauen. Wenn wir vor dem Krieg 30 Jahre lang mit einer derart konservativen, patriarchalischen Sichtweise gelebt haben, dann ist der Verzicht auf eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen der Preis, den wir jetzt für unseren eigenen Konservatismus und unser Patriarchat zahlen."

Das war seine gesamte Rechtfertigung für ein staatlich erzwungenes, ausschließlich Männern auferlegtes Opfer: eine Ansammlung vager, unbelegter Schlagwörter wie "Patriarchat", "gläserne Decken" und "Geringschätzung". Er nannte kein einziges gesetzlich verbrieftes Recht, das Männer besitzen, Frauen aber nicht. Er konnte kein einziges institutionelles Privileg benennen, das Männern zugutekommt, während sie von Rekrutierungstrupps gejagt werden. Er hat keinerlei Fakten zu bieten – nur emotional aufgeladene Rhetorik voller Schlagwörter.

Das sind genau dieselben knallharten Alpha-Traditionalisten, die euch erzählen, ihr sollt euch zusammenreißen, eure "Pflicht" erfüllen und eure Gefühle und euren Selbsterhaltungstrieb unterdrücken. Doch sobald ihre offensichtlichen Doppelstandards ans Licht kommen, wechseln sie augenblicklich zu einer radikal woken feministischen Sprache. Plötzlich ist die Befreiung von Frauen keine Doppelmoral mehr, sondern eine Art "Wiedergutmachung" für männliche Sünden! In seiner Welt müssen Männer aus der Arbeiterklasse ihr Leben opfern, um für ein vages, abstraktes System zu büßen, das sie weder geschaffen noch gewählt haben und von dem sie nicht profitieren. Das ist buchstäblich die Lehre von der Erbsünde – nur dass es nicht einmal eine ursprüngliche Sünde gibt.

(…) Man soll also gleichzeitig die Prämisse akzeptieren, dass Frauen zu 100 Prozent gleichberechtigt, genauso leistungsfähig und zu jeder Karriere, jedem Recht und jeder Chance berechtigt sind – UND DOCH wird das männliche Opfer, wenn es darum geht, im Schützengraben zu sterben, als Buße für ein nicht existierendes Patriarchat umetikettiert. Sie verlangen tatsächlich, dass man beide Überzeugungen gleichzeitig vertritt.




7. Der SPIEGEL hat mit zehn israelischen Soldaten gesprochen, die an dem Völkermord in Gaza beteiligt waren. Die meisten von ihnen weigern sich, weiter daran mitzuwirken. Einige Auszüge aus den Berichten:

"In manchen Einheiten hieß es: Erschießt jeden, den ihr seht. Unser Kommandeur war nicht so, er sagte: Schießt nicht auf Frauen und Kinder, aber auf Männer im wehrfähigen Alter schießt ihr, um sie zu töten. (…) Einmal war ich mit einigen anderen Soldaten im Dunkeln auf Patrouille. Plötzlich hörten wir Geräusche und gingen in Deckung. Dann sahen wir zwei Männer auf Fahrrädern, vielleicht 25 Meter entfernt, und eröffneten das Feuer auf sie. Sie waren nicht bewaffnet. Etwas weiter entfernt wurde ein Laster von zwei Männern beladen, auch auf die schossen wir. Sie fuhren weg, ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. Und dann liefen da noch zwei weitere Männer, auch auf sie haben wir gefeuert. Danach waren wir erschrocken über uns selbst. Wir hatten mehrere Menschen getötet. Wir hatten damit zwar getan, was uns befohlen worden war, aber es stand im Widerspruch zu unserer Ausbildung. In der Ausbildung schießt man nur auf Bewaffnete, nie aus dem Hinterhalt auf Zivilisten.

(…) Man gewöhnte sich schnell daran. Beim ersten Mal war man vielleicht verwirrt, beim nächsten Mal zündete man sich danach eine Zigarette an, rief seinen Vater an und sagte: 'Ich habe noch einen erwischt.' Meine Einheit hat viele unbewaffnete Männer getötet. Einfach weil sie Männer im wehrfähigen Alter waren, die sich in unserem Sektor aufhielten. Wir haben oft aus dem Hinterhalt geschossen. Man ging frühmorgens los, im Schutz der Dunkelheit, mit Nachtsichtgerät, marschierte irgendwohin, bezog Stellung. Und dann schoss man im Grunde auf jeden, der vorbeikam. Wir wussten nichts über Völkerrecht. Wenn man als Soldat dort ist, denkt man nicht darüber nach. Man macht einfach mit.

(…) Jedes Mal, wenn ein Soldat aus meiner Einheit jemanden tötete, zählten wir ihn als Terroristen, obwohl wir die Leiche hinterher meist nicht überprüften. Wir haben viele Palästinenser getötet. Ich glaube, die meisten waren unbewaffnet. Kinder wurden in meiner Einheit nie absichtlich ins Visier genommen. Sie wurden eher versehentlich erschossen, weil ein Soldat sie für Männer hielt."




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