Dienstag, Mai 05, 2026

Deutschland: Alle 71 Minuten bringt sich ein Mann um. Wen interessiert's?

Alle 71 Minuten ein Mann. Das ist die stille, inakzeptable Arithmetik des heutigen Deutschlands.

Im Jahr 2024 verzeichnete das Statistische Bundesamt 7.414 Suizide bei Männern – weit mehr als drei Viertel aller Suizidtoten. Fast alle 71 Minuten nimmt sich hierzulande ein Mann das Leben. Die altersstandardisierte Suizidrate bei Männern liegt bei rund 19 pro 100.000 – mehr als dreimal so hoch wie bei Frauen. Suizid bleibt die häufigste Todesursache bei Männern zwischen 15 und 44 Jahren.

Das sind keine Randstatistiken. Es sind die Daten des Statistischen Bundesamtes. Dennoch entspricht keine bundespolitische Maßnahme dem Ausmaß des Problems, und unsere gesellschaftliche Debatte über Gewalt in Familie und Partnerschaft – wichtig, notwendig, dringend – tendiert dazu, Männer im schlimmsten Fall als Täter und im besten Fall als Randerscheinung zu betrachten.

Die letzten drei Absätze dieses Blogebeitrags stammen nicht von mir, zumindest nicht alleine. Ich habe den Beginn eines Artikels des australischen Rechtsanwalts und Kriminologen Tony Nikolic ins Deutsche übertragen, die australischen Zahlen durch deutsche ersetzt. Das habe ich getan, weil sich für australische Zahlen hierzulande vermutlich niemand großartig interessiert. (Gut, für deutsche auch nicht, wie man an der ausbleibenden Reaktion von Politik und Medien sieht.) Die folgenden Absätze übernehme ich aus dem Original-Artikel.

Männer stellten 80 Prozent aller Mordopfer. Und täglich sterben sieben Männer durch Suizid – in Umständen, bei denen einer der am häufigsten dokumentierten Risikofaktoren, erfasst aus Coroner-Daten von Suicide Prevention Australia, "Probleme in der Paarbeziehung" ist – vorhanden bei mehr als einem Viertel der männlichen Suizide. Wir kennen das Muster. Wir haben uns entschieden, es nicht zu benennen.

Ein Grund dafür ist, dass die verfügbare Sprache zur Diskussion dieser Thematik von einem Vokabular vereinnahmt wurde, das mehr verschleiert als erhellt. "Toxische Männlichkeit" ist ein Begriff, den viele Australier – Männer wie Frauen – nicht vollständig verstehen, den Institutionen, Lobbygruppen und Kampagnen jedoch mit zunehmender Häufigkeit verwenden. Der Ausdruck wird in den Materialien, die ihn benutzen, fast nie definiert. Er ist funktional eine Bezeichnung der Herabsetzung auf der Suche nach einer Definition.

Der ursprüngliche akademische Gebrauch, entstammt der Männerarbeit der 1980er-Jahre, war eng gefasst: ein Bündel schädlicher Verhaltensweisen – Unterdrückung von Gefühlen, Dominanzstreben, Widerwille, Hilfe zu suchen – die den Männern selbst und ihrem Umfeld schaden. In dieser engen Verwendung ist das Konzept unstrittig und deckt sich mit dem, was jeder gute Kliniker über die psychische Gesundheit von Männern sagen würde. Im zeitgenössischen öffentlichen Gebrauch hat der Begriff jedoch eine Drift erfahren. Er wird auf männliche Durchsetzungsfähigkeit, Wettbewerbsgeist, Risikobereitschaft angewendet, auf jede Eigenschaft, die mit traditionellen männlichen Rollen verbunden ist – und im schlimmsten Fall auf Männlichkeit an sich. Es ist ein Wort, das als Diagnose beginnt und als Anklage endet.

Die rhetorische Struktur ist bezeichnend. In einer Kultur, die einen Begriff wie "toxische Weiblichkeit" im allgemeinen Sprachgebrauch – zu Recht – niemals akzeptieren würde, wird ein Ausdruck, der die Hälfte der Bevölkerung pathologisiert, beiläufig in Grundsatzdokumenten, Schulungsmodulen und Pressemitteilungen von Ministern verwendet. Viele Männer hören den Begriff zu Recht so: als Botschaft, dass das Problem sie selbst sind. Nicht dieser Mann, für diese Taten, auf Grundlage dieser Beweise, vor diesem Gericht. Ein Mann. Irgendein Mann. Der Mann, der zufällig im Raum ist. Es ist das sprachliche Gegenstück zu dem verfahrenstechnischen Muster, das dieser Artikel beschreibt: nicht alle Männer, lautet die Formulierung – aber immer ein Mann.

Das Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists hat unter anderem davor gewarnt, dass stigmatisierende Sprache zu den bedeutendsten Hindernissen gehört, die Männer davon abhalten, psychische Unterstützung zu suchen. Männer nutzen Versorgungsangebote unterdurchschnittlich – die ABS erfasst, dass Männer weniger als vier von zehn durch Medicare finanzierten psychischen Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, obwohl sie mehr als drei Viertel der Suizidtoten ausmachen – und sie werden nicht dadurch unterstützt, dass ihnen in vielen Kampagnen des öffentlichen Gesundheitswesens gesagt wird, ihre Männlichkeit sei das Problem. Eine Suizidpräventionsstrategie kann nicht auf einem Vokabular beruhen, das die Bevölkerungsgruppe beschämt, die sie zu retten sucht. All dies leugnet nicht, dass männliche Gewalt existiert oder dass sie benannt werden muss, wo sie auftritt. Es geht darum zu betonen, dass die öffentliche Politik zwischen dem Verhalten einzelner Männer und dem Charakter von Männern als Gruppe unterscheiden muss.


Nikolic berichtet aus Fällen seiner anwaltlichen Praxis, die dabei helfen zu erklären, warum Männer derart gequält sind, dass sie so viel öfter ihrem Leben ein Ende machen als Frauen:

Eine Apprehended Domestic Violence Order (ADVO) in New South Wales ist dazu bestimmt, Schutzbedürftige zu schützen, und tut dies in der großen Mehrheit der Fälle auch. In einer Minderheit von Fällen jedoch wird eine einstweilige ADVO genutzt, um in nachfolgenden familienrechtlichen Verfahren einen prozessualen Vorteil zu erlangen. Eine einstweilige Anordnung entfernt einen Elternteil – typischerweise den Vater – aus dem Haushalt. Die Kinder verbleiben beim anderen Elternteil. Die ADVO liegt auf der Liste des Local Court. Ein Antrag auf Sorgerecht wird beim Federal Circuit and Family Court eingereicht, der – zu Recht vorsichtig – langsam darin ist, bedeutenden Umgang für einen Elternteil anzuordnen, gegen den eine ungelöste Schutzanordnung besteht. Zwölf Monate vergehen. Manchmal achtzehn.

Bis die ADVO inhaltlich entschieden wird – oft zurückgezogen, abgewiesen oder ohne Schuldeingeständnis beigelegt –, hat das Kind ein Jahr oder länger in der alleinigen Obhut eines Elternteils verbracht. Das Familiengericht sieht sich dann dem Status-quo-Problem gegenüber: Es liegt in der Regel nicht im besten Interesse eines Kindes, eine gefestigte Regelung zu erschüttern. Selbst wenn ein Gericht akzeptiert, dass der Vater keine häusliche Gewalt ausgeübt hat oder das vorgeworfene Verhalten nicht schwerwiegend war, hat die Verzögerung die Arbeit getan, die die Beweise nicht konnten. Der Prozess ist zur Strafe geworden – und obwohl nicht alle Männer, ist es fast immer ein Mann.

In einem Fall wurde ein Vater der häuslichen Gewalt beschuldigt. Nach fast acht Monaten Ermittlung wurden die Vorwürfe fallen gelassen. Fast unmittelbar danach wurden Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs erhoben. Weitere zwölf Monate vergingen, in denen staatliche und föderale Ressourcen für Ermittlungen aufgewendet wurden – auch diese Vorwürfe wurden letztlich fallengelassen: kein Befund, keine Strafverfolgung, keine Bestätigung. Das familienrechtliche Verfahren lief die ganze Zeit. Als die Sache zur Verhandlung kam, hatten die Kinder ihren Vater zweieinhalb Jahre lang nicht gesehen. Sie waren zu der Überzeugung gelangt, er habe sie verlassen – und, wie es bei längerem Entfremdungsgeschehen oft geschieht, hatte sich das Narrativ der Vorwürfe verinnerlicht. Selbst nach eindeutiger Rehabilitierung ließ sich die Beziehung nicht einfach wiederherstellen. Die Verzögerung hatte bewirkt, was die Beweise nicht konnten – Entfremdung durch den Stellvertreter der Rechtsverfahren.

In einem anderen Fall wurde ein Mann ohne Familie in Australien durch eine einstweilige ADVO aus seiner Wohnung entfernt. Er hatte nirgendwo hinzugehen. Er schlief in seinem Auto, geparkt in Wohnstraßen und auf öffentlichen Parkplätzen; er nutzte öffentliche Toiletten zum Waschen; er aß allein in öffentlichen Parks. Das war keine Woche oder ein Monat – das war sein Leben, so lange sein Verfahren andauerte. Er ist kein Einzelfall. Unsere Kanzlei hat viele Männer in vergleichbaren Umständen unterstützt und hat seitdem – mit Unterstützung medizinischer Netzwerke, die die Bedeutung gleichwertiger psychischer Gesundheitsversorgung anerkennen – eine informelle Gruppe gebildet, um Männern in dieser Lage praktische und klinische Hilfe zu leisten. Wir würden es vorziehen, dass die staatliche Antwort nicht auf den guten Willen Einzelner ausgelagert wird. Solange das so ist, muss es dennoch so sein.

(…) Entfremdung ist Missbrauch. Gatekeeping – der bewusste, systematische Ausschluss eines Kindes von einem Elternteil ohne echte Risikobegründung – ist Missbrauch. Das sind keine strittigen Aussagen in der klinischen Literatur. Die Australian Association for Infant Mental Health, das Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists und jede vergleichbare Spitzenorganisation erkennt an, dass eine langanhaltende, ungerechtfertigte Unterbrechung der Beziehung eines Kindes zu einem geeigneten Elternteil messbaren Entwicklungsschaden verursacht. Ein Rechtssystem, das eine solche Unterbrechung ermöglicht – selbst unbeabsichtigt, als Nebenprodukt von Verfahrensverzögerungen – dient nicht dem Kindeswohl. Es untergräbt es.

Unsere Institutionen bleiben nur in dem Maße glaubwürdig, wie sie Männer, Frauen und Kinder als gleichberechtigte und integrale Mitglieder unserer Gesellschaft anerkennen. In dem Moment, in dem das Familienrechtssystem als geschlechtsspezifisches Instrument wahrgenommen wird statt als neutraler Schiedsrichter, verliert es das Vertrauen genau der Menschen, denen es zu dienen bestimmt ist. Ein System, das geeigneten Vätern, geeigneten Müttern und ihren Kindern vorhersehbare, prinzipientreue Ergebnisse liefert, ist das System, das allen dreien am besten dient.


Nikolic und seine Mitstreiter haben einer Reihe von Politikern einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das möglich machen soll (und darauf nur von einem einzigen Senator eine Antwort erhalten):

Die zentrale Reform ist eine Drei-Monats-Regel für ein beschleunigtes Verfahren. Wo eine ADVO-Beantragung ein Kind betrifft, umfasst oder wesentlich berührt – auch weil sie eine Sorgerechtsentscheidung verdrängt –, muss die Sache innerhalb von drei Monaten nach dem ersten Gerichtstermin inhaltlich entschieden werden. Eine Verlängerung ist nur unter außergewöhnlichen Umständen, für den kürzest möglichen Zeitraum und mit schriftlicher Begründung zulässig. Wird eine einstweilige Anordnung über drei Monate hinaus fortgeführt, führt der Gesetzesentwurf eine Beweisschwelle ein: Das Gericht muss auf der Grundlage zulässiger Beweise von einem realen und unmittelbaren Risiko überzeugt sein; die Bedingungen der Anordnung dürfen nicht restriktiver sein als notwendig; und die Fortsetzung darf die Beziehung eines Kindes zu einem Elternteil nicht unnötigerweise unterbrechen, wenn das behauptete Risiko nicht innerhalb angemessener Zeit inhaltlich nachgewiesen werden kann. Der neue Section 25F verpflichtet das Gericht, jede bestehende bundesrechtliche Sorgerechtsentscheidung zu berücksichtigen. Die Immunität für gutgläubige Meldungen bleibt uneingeschränkt erhalten.

In der australischen Praxis bedeutet dies, dass ein Elternteil, der einstweilig eingeschränkt wird, innerhalb von drei Monaten eine inhaltliche Entscheidung auf Beweisbasis erhalten würde – nicht eine zwölf- oder achtzehntmonatige Fortführung ohne absehbare Verhandlung. Die Beziehung eines Kindes zu einem Elternteil würde nicht allein durch den Kalender verloren gehen.


Meine Stärke im Bereich Männerpolitik ist eindeutig nicht das Sorgerecht. Ich habe deswegen eine KI gefragt, inwiefern dieser Vorschlag auf Deutschland übertragbar ist. Die zentrale Antwort lautet:

Belastbare deutsche Zahlen zum Ausmaß des Problems – also wie häufig einstweilige Schutzanordnungen faktisch den Kindesumgang blockieren – sind dünn. Das ist selbst Teil des Problems: Was nicht systematisch erfasst wird, wird auch nicht politisch adressiert.

Die Prinzipien des australischen Entwurfs – Fristsetzung, Wiederherstellungsmechanismus, Eskalationsstufen bei Verstößen gegen Umgangsregelungen – wären für Deutschland diskutabel und zum Teil überfällig. Die konkreten Mechanismen müssten jedoch erheblich an das deutsche Rechtssystem angepasst werden. Und politisch fehlt in Deutschland bislang weitgehend der Wille, diese Debatte überhaupt zu führen – aus ähnlichen Gründen wie in Australien, die der Artikel beschreibt.


Vor diesem Hintergrund zitiere ich den australischen Entwurf mal ausführlicher:

Erstens ersetzt der Gesetzesentwurf das derzeitige Ermessens-Vollstreckungsregime durch eine dreistufige, gestufte Vollstreckungsstruktur. Ein erster Befund eines Verstoßes ohne vernünftige Entschuldigung löst obligatorische Konsequenzen aus: 5 Strafeinheiten, 1:1 Nachholzeit innerhalb von sechs Monaten, eine Kostenentscheidung und eine schriftliche Verwarnung. Ein zweiter Befund innerhalb von sieben Jahren: 15 Strafeinheiten, Nachholzeit innerhalb von vier Monaten, eine richterliche Verwarnung, obligatorische Überprüfung der Sorgerechtsentscheidung und Schadensersatzkosten. Ein dritter Befund: 30 Strafeinheiten, Überweisung an den Commonwealth DPP für ein neues strafbares Vergehen der schwerwiegenden Beeinträchtigung einer Sorgerechtsentscheidung (bis zu 12 Monate Gefängnis), eine Überprüfung, die eine Umkehrung der primären Obhut einschließen kann, und beaufsichtigte Zeit auf Kosten der nicht konformen Partei. Das Ermessen bleibt nur in engen, begründeten Ausnahmen erhalten, die mit dem Kindeswohl verknüpft sind.

In der australischen Praxis gibt dies einer Sorgerechtsentscheidung den Rechtscharakter, den sie derzeit nur nominell besitzt. Entscheidungen des Federal Circuit and Family Court können derzeit mit relativer Straflosigkeit ignoriert werden; Konsequenzen sind unvorhersehbar und oft geringfügig (wenn überhaupt). Nach dem Gesetzesentwurf sind die Konsequenzen den Parteien, Praktikern und dem Gericht im Voraus bekannt. Vorhersehbarkeit ist selbst ein Abschreckungsmittel. Kinder – die eigentlichen Nutznießer – würden unter Sorgerechtsentscheidungen leben, die tatsächlich das bedeuten, was sie sagen, und entsprechend durchgesetzt werden.

Zweitens schafft der Gesetzesentwurf einen Wiederherstellungsmechanismus. Wo die Zeit eines Elternteils mit einem Kind wegen nicht bestätigter Vorwürfe ausgesetzt oder verloren wurde – wo kein Gericht, keine Wohlfahrtsbehörde und keine Polizeibehörde einen Befund von Schaden oder unvertretbarem Risiko getroffen hat –, muss das Gericht wiederherstellende Elternzeit auf 1:1-Basis anordnen, die innerhalb von zwölf Monaten wahrzunehmen ist, sofern dies nicht dem Kindeswohl widerspricht. Wo die Ausnahmeregelung gilt, ist eine gleichwertige Abhilfemaßnahme obligatorisch. Der neue Section 70NAC-2 sieht vor, dass wissentlich falsche oder irreführende Anschuldigungen, aufgebauschte Anschuldigungen, die nach dem Gleichgewicht der Wahrscheinlichkeiten bewiesen werden und nachweislich eine wesentliche Ursache für eine Aussetzung der Elternzeit waren, Schadensersatzkosten und eine Überweisung an den DPP nach sich ziehen. Der gute Glaube bleibt vermutet.

In der australischen Praxis bedeutet dies, dass die zuvor beschriebenen Fälle nicht mit dem perversen Ergebnis "freigesprochen, aber immer noch bestraft" enden würden. Die einem rehabilitierten Elternteil entzogene Zeit würde wiederhergestellt. Das Gericht hätte eine ausdrückliche Pflicht, den durch die Verzögerung selbst verursachten Schaden zu beheben.

Drittens schafft der Gesetzesentwurf ein nationales Register für die Einhaltung von Sorgerechtsentscheidungen, das gerichtsbarkeitsübergreifend wirkt, vom Principal Registrar des Federal Circuit and Family Court verwaltet wird, eine Aufbewahrungsfrist von sieben Jahren hat und der Justiz, tätigen Praktikern, Parteien und dem Justizministerium auf de-identifizierter Basis zugänglich ist. Zum ersten Mal hätte ein Richter ein zuverlässiges, nationales Bild über etwaige frühere Verstoßbefunde.

Der Gesetzesentwurf ist ausdrücklich geschlechtsneutral formuliert. Section 4 verlangt, dass keine Bestimmung so ausgelegt oder angewendet wird, dass eine Partei aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt wird. Eine Mutter, die von einem Vater von ihren Kindern ferngehalten wird, hat genau dieselbe Rechtsbehelfsgrundlage wie ein Vater in der umgekehrten Situation. Er ist mit Artikel 3 und 9(3) der UN-Kinderrechtskonvention und dem Vorrang des Kindeswohls nach Section 60CA vereinbar.


In anderen Ländern ist das machbar:

Die Vereinigten Staaten haben entschlossen gehandelt. Am 1. September 2025 verabschiedete Texas Senate Bill 2794 – das "Drei-Verstöße"-Besuchsrecht-Gesetz –, das die wiederholte vorsätzliche Beeinträchtigung gerichtlich angeordneter Elternzeit zu einem eskalierenden Straftatbestand macht, der gleichermaßen für sorge- und nicht sorgeberechtigte Elternteile gilt. Ein dritter Befund wegen Missachtung löst obligatorische Nachholzeit aus (verdoppelt), verbietet Bewährungsstrafen, verpflichtet die verstoßende Partei zur Übernahme der Anwaltskosten der anderen Partei ohne Verzicht und erlaubt dem Gericht, das Muster als wesentliche Änderung zu behandeln, die eine Änderung der primären Obhut rechtfertigt.

(…) Artikel 26 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, den Australien 1980 ratifiziert hat, garantiert Gleichheit vor dem Gesetz ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Artikel 23 schützt die Familie. Artikel 9(3) der UN-Kinderrechtskonvention schützt das Recht des Kindes, das von einem Elternteil getrennt ist, regelmäßigen direkten Kontakt zu beiden Elternteilen aufrechtzuerhalten, sofern dies nicht dem Kindeswohl widerspricht. Wo unsere inländischen Verfahren auf systematische und vorhersehbare Weise durch Verzögerung statt auf Beweisbasis zur Trennung von Vater-Kind-Beziehungen führen, läuft Australien Gefahr, diesen Verpflichtungen nicht gerecht zu werden. Der UN-Menschenrechtsausschuss hat in den Allgemeinen Kommentaren 18 und 28 klargestellt, dass Gleichheit vor dem Gesetz nicht nur formaler Natur ist: Gesetze und Verfahren, die in der Praxis zum Nachteil eines Geschlechts wirken, können selbst eine Diskriminierung darstellen.

All dies leugnet nicht, was die Daten ebenfalls zeigen. Frauen sind nach wie vor unverhältnismäßig häufig Opfer tödlicher Partnerschaftsgewalt. Das stimmt. Es stimmt auch, dass mehr als drei Viertel der Mordopfer insgesamt männlich sind. Der ABS-Zensus 2021 erfasste Obdachlosigkeit bei Männern mit 55 pro 10.000 – deutlich höher als die 42 pro 10.000 bei Frauen – und 62 Prozent der Befragten in der Journeys Home-Studie der University of Melbourne nannten Familienzerfall oder -konflikte als Hauptgrund für ihre erste Obdachlosigkeitsepisode. Wenn ein Vater durch eine einstweilige Anordnung aus seiner Wohnung entfernt wird, landet er häufig auf der Couch eines Freundes, in seinem Auto oder auf der Straße. Es gibt kein vergleichbares nationales Netzwerk von Männerobdächern, Männerkrisenunterkünften oder männlichen Familienunterstützungsdiensten. Die Asymmetrie ist nicht ideologisch. Sie ist eine Finanzierungs- und Gesetzgebungsentscheidung.

(…) Frauenhäuser retten Leben. Spezialisierte Dienste für weibliche Opfer retten Leben. Das Argument lautet schlicht, dass Männergesundheit, Männer-Suizidprävention und der Zugang von Männern zu ihren Kindern nach einer Trennung nicht länger als Restanliegen behandelt werden sollten, nachrangig gegenüber einem geschlechtsspezifischen Rahmen, der nicht erklären kann, warum täglich sieben australische Männer durch eigene Hand sterben.

Die Gesetzesentwürfe sind in Text, Anwendung und Absicht geschlechtsneutral. Eine Mutter, die von einem Vater von ihren Kindern ferngehalten wird, wird vom Drei-Stufen-Regime in genau der gleichen Weise profitieren wie ein Vater in der umgekehrten Situation. Ein Vater, der wissentlich eine falsche Anschuldigung erhebt, wird denselben Konsequenzen gegenüberstehen wie eine Mutter. Diese Reformen sind keine Männerrechtsagenda. Sie sind Verfahrensgerechtigkeit, gleichmäßig angewandt, in einem Bereich, in dem die derzeitige Rechtspraxis systematisch ungerechte Ergebnisse produziert – und wo sich diese Ungerechtigkeit nun in einer Sterblichkeitsstatistik niederschlägt, die wir zählen können.


Es ist fast schon komisch, wenn ein Kriminologe Forderungen aufstellt, die teilweise noch über die von Männerrechtlern hinausgehen, um dann zu beteuern, das sei "keine Männerrechtsagenda", weil er weiß, dass Männerrechtler in der herrschenden Geschlechterpolitik als Feindbild Nummer eins gezeichnet werden. Auch abschließende Passagen seines Artikels sind klar maskulistisch:

Männersuizid hat kein parteipolitisches Gesicht. Die altersstandardisierte Rate männlicher Suizide (…) überschreitet jede Wahlkreisgrenze. (…) Berufstätige Männer in Handwerks- und Technikberufen machen mehr als ein Viertel der männlichen Suizide aus: die Menschen, die die Häuser, die Infrastruktur und die Minen des Landes bauen.

Die Koalition kann Reformen, die die Durchsetzung von Gerichtsentscheidungen stärken, nicht ablehnen, ohne einer Generation ihrer eigenen Rhetorik über persönliche Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit zu widersprechen. Labor kann Reformen, die die Beziehungen von Kindern zu beiden Elternteilen schützen, nicht ablehnen, ohne seinen Verpflichtungen im Rahmen des National Plan zu widersprechen. Die Grünen können Reformen, die ausdrücklich in der UN-Kinderrechtskonvention verankert sind, nicht ablehnen. (…) Das sind im strengen Sinne des Wortes überparteiliche Vorschläge – sie verlangen von keiner Partei etwas, das den eigenen veröffentlichten Grundsätzen widerspricht.

Das Argument für Reformen ist administrativ, evidenzbasiert und human. Es ist kein Kulturkampf. Es geht um eine sieben-Tage-die-Woche-Statistik vermeidbarer Todesfälle; ein Wohnungssystem, in dem ein verbannter Elternteil keine eigene Tür hat; ein Gerichtssystem, in dem Verzögerung zur Entscheidung geworden ist; ein öffentliches Vokabular, das Männlichkeit als Pathologie behandelt; und eine nationale Politikagenda, die männliche Not nicht anerkennen kann, ohne sie zunächst zu relativieren.

Wir haben jeden Minister und jeden Senator gebeten, unsere Gesetzesentwürfe zu prüfen – die öffentlich zugänglich, professionell ausgearbeitet und von Erklärungen zur Vereinbarkeit mit Menschenrechten und Folgenabschätzungen begleitet sind. Wir werden jeden Parlamentarier, jeder Partei, zu jedem Aspekt der Ausarbeitung informieren. Wir verlangen keine Annahme ohne Änderung. Wir bitten darum, dass das Gespräch beginnt.

Australien ist stolz darauf, jedem eine faire Chance zu geben. Die Männer, die unsere Häuser bauen, unsere Kinder unterrichten, unsere Grenzen verteidigen und jedes Jahr im Takt von sieben pro Tag begraben werden, verdienen ihn ebenfalls. So auch ihre Kinder, die das Recht auf zwei Elternteile haben, wo immer es sicher ist, sie zu haben. Der Prozess sollte nicht die Strafe sein. Stille sollte nicht die herrschende Politik sein. Das Vokabular der öffentlichen Gesundheit sollte nicht die Anklage sein. Und das sollte, im Jahr 2026, kein Thema sein, auf das nur ein einziger Senator geantwortet hat.




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Montag, Mai 04, 2026

Angriff auf das "Heteropatriarchat": SPD-Nachwuchs will Ehe abschaffen

1.
"Die Ehe dient dem chauvinistischen, kapitalistischen Nationalstaat als Durchsetzungsinstrument frauenfeindlicher, queerfeindlicher, klassistischer und rassistischer Politik", heißt es in einem aktuellen Antrag der Berliner Jusos, über den zuerst die Bild-Zeitung berichtete. Darin plädiert der SPD-Nachwuchs dafür, die Ehe als staatliche Institution mitsamt aller Privilegien und Gesetze ersatzlos zu streichen.

Aus Sicht der Jungsozialisten ist die Zivilehe ein Relikt, das "patriarchische Machtstrukturen" verstärkt und die individuelle Freiheit durch ihren Anspruch auf Dauerhaftigkeit einschränkt. Bei der Berliner SPD findet der Antrag keine Unterstützung. Für eine Realisierung müsste das Grundgesetz geändert werden.


Hier geht es weiter.



2. "Die meisten Männer sind nicht toxisch" stellt Professor Dr. Michael Klein im politischen Magazin CICERO klar. Ein Auszug:

Wenn über Männer gesprochen wird, dann geschieht dies in den Medien fast nur noch in negativer, abwertender Weise und voller Hetze. Die kanadischen Forscher Paul Nathanson und Katherine K. Young (McGill University) haben dies schon seit den 1990er Jahren beobachtet. Sie beschreiben, wie diese Stimmung als Misandrie (die Verunglimpfung und der Hass gegenüber Männern) mehr und mehr gesellschaftsfähig wurde, von bestimmten feministischen Zirkeln proaktiv verbreitet wurde und sich schließlich in den Medien fest etablierte. Es gehört inzwischen in den Leitmedien zum guten Ton, Frauen positiv und als Opfer, Männer negativ und als – zumindest potentielle – Täter darzustellen.

Der Prozess der Entfaltung von Misandrie dauerte Jahrzehnte und ist heute in seiner kritischen Endstufe angekommen, in der Mannsein in weiten Bereichen ein Geschlechtsstereotyp für Toxizität, mangelnde Sensibilität, Gewalttätigkeit und emotionale Zurückgebliebenheit darstellt. Männlichkeit wird automatisch negativiert, obwohl gerade in einer klaren, reflektierten Männlichkeit viele prosoziale Chancen stecken können. Wenn heutzutage Männer pauschal verunglimpft werden, wie in vielen Medien zuletzt anlässlich der Fernandes-Kampagne, ist es Zeit, Misandrie sichtbar zu machen und dagegen einen Standpunkt zu beziehen.


Der Artikel ist in Gänze lesenswert.



3. Das evangelische Magazin "Chrismon" stellt Hartmut Dihm vor, der Männer in Krisen berät. Auch hieraus ein Auszug:

Chrismon: Warum machen Sie das?

Hartmut Dihm: In den letzten zehn Jahren meines Berufslebens war ich Richter am Familiengericht. Als es auf die Pension zuging, erzählte mir eine Anwältin von ihrem Engagement in der Frauenberatung und dass es so ein Angebot für Männer nicht gebe. Sie fragte mich, ob ich mir das vorstellen könnte. Vor circa 20 Jahren war das, und sehr lange war ich in Bayern ziemlich der Einzige.

Chrismon: Welche Eigenschaften sollte Ihr Nachfolger mitbringen?

In dem Fall sollte es tatsächlich ein Mann sein. Die Betroffenen sitzen im gerichtlichen Verfahren meist mehrheitlich oder ausschließlich zwischen Frauen. Vielen fällt es leichter, sich einem Mann anzuvertrauen. Außerdem: Geduld, Kenntnis im Familienrecht, und zuhören sollte man können.

Chrismon: Was berührt Sie?

Wie machtlos manche Väter gegenüber den Müttern sind, die beim Sorgerecht ihre Macht ausspielen – genau wie natürlich umgekehrt viele Männer beim Unterhalt. Aber mich erschüttert immer wieder, wenn Männer berichten, dass sie von ihren Frauen auch körperliche Gewalt erfahren, sich aber nicht wehren, aus Angst, dann ins falsche Licht zu geraten und als Aggressor dazustehen.


~ Offenkundig schließen sich auch CICERO und Chrismon mit solchen Artikeln der Manosphäre an. Schlimm, wie diese monströse Krake immer weiter wächst. ~



4. In Wien schiebt man unerwünschten Äußerungen aus dieser Ecke jetzt einen Riegel vor:

Der Mathematiker und ÖVP-Wissenschaftssprecher Rudolf Taschner hätte anlässlich des 50. Jahrestages seiner Promotion von der Universität Wien mit dem Goldenen Doktordiplom ausgezeichnet werden sollen. Nun wurde die Ehrung jedoch kurzfristig zurückgezogen. (…) Wie der ORF berichtet, verwies [der Vorsitzende des Uni-Senats Stefan] Krammer darauf, dass Taschners wissenschaftliche Verdienste außer Frage stünden, dass er jedoch mit seinen kontroversen Äußerungen wiederholt angeeckt sei.


Einen Wissenschaftler, der mit "kontroversen" Äußerungen "aneckt", kann sich unsere Gesellschaft wirklich nicht leisten. Wenn man solche Menschen nicht ausgrenzt, könnten die Leute sonst noch glauben, sie dürften sagen, was sie für richtig halten.

2012 schrieb Taschner in einer "pädagogisch unkorrekten Notiz" über die Watsche als Gewitter mit "kurzem, reinigendem Schmerz" und stellte diese der seelischen Gewalt gegenüber. Im letzten Jahr sorgte er im Parlament für Diskussionen, als er ein Forschungsprojekt im Bereich Kunst, Gender Studies und Dekolonisation als "verbranntes Geld" bezeichnete.


Zugegeben, das erste ist eine Ansicht aus dem letzten Jahrtausend, die man heute als überholt betrachtet, unter anderem weil körperliche Gewalt von seelischer untrennbar ist. Der zweite Vorwurf ist ominös. Taschner hat sich offenbar dagegen ausgesprochen, ein bestimmtes Forschungsprojekt finanziell zu bezuschussen. Da wüsste man schon gerne, welches Projekt derart sakrosankt ist, dass man das nicht darf. Wo genau wird bei der Freiheit der Wissenschaft die Grenze gezogen, und wer legt das fest?

ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti übte scharfe Kritik an der Absage und bezeichnete sie als "im Wissenschaftsbetrieb untragbare ideologische Zensur". Wissenschaft müsse objektiv bleiben und dürfe nicht zum Erfüllungsgehilfen von Ideologie werden, so Marchetti. Er forderte die Universität Wien auf, "ideologische Scheuklappen" abzulegen.


Andererseits scheint Taschner auf demselben Trip zu sein: Das fragliche Projekt wurde von ihm der Berichterstattung zufolge belegfrei niedergemacht. Er wisse nicht, "ob die Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft stark genug sind", um "scheinbare Wissenschaften" auszusortieren.

Offenbar treffen die aussortierenden "Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft" nun Taschner selbst.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Servus Herr Hoffmann,

im österreichen "Standard" stieß ich die Tage auf diesen Beitrag aus unserer beliebten Kategorie "Mädchen und Frauen sind die besseren Menschen". Falls Sie ihn noch nicht kennen, hier ein paar längere Auszüge:

"Im Verhandlungssaal 201 des Straflandesgerichts Graz herrscht an diesem Donnerstagvormittag dicke Luft. Wortwörtlich, wie auch im übertragenen Sinn. Nur wenige Stühle in dem etwa 50 Quadratmeter großen Raum sind leer, die drei Fenster müssen aufgrund des Straßenlärms geschlossen bleiben – andernfalls könnte die Richterin die kleinlauten Geständnisse der sechs Angeklagten nicht hören: Die sorgfältig zurechtgemachten, schmalen Mädchen, die vor ihr und den Schöffinnen aussagen, geben sich geknickt.

(…) Einige der Beitragstäterinnen – alle Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 17 Jahre alt und sollen deshalb anonym bleiben – sagen heute, sie hätten nicht gewollt, dass es derart eskaliere. Eingeschritten sind sie trotzdem nicht. Stattdessen hielten sie die Handykameras drauf, als die beiden Hauptangeklagten das Opfer mit Eisen- und Kunststoffstangen traktierten und demütigten. "Folterartige Misshandlungen", nennt die Staatsanwältin das, mehr als eine Stunde andauernde "Martyrium".

(…) Tags darauf locken sie das Mädchen ins leerstehende Chill-Haus. Dort wartet bereits der Rest der Truppe. In einem ehemaligen Büro nehmen sich die Schwester des Burschen mit dem Herzstillstand und deren beste Freundin das Mädchen mit Eisen- und Kunststoffstangen vor. Über etwa eine Stunde hinweg wird das Opfer geschlagen, getreten, die Spitzen ihrer hüftlangen Haare versengt. Sie demütigen, verhöhnen und bedrohen sie, zwingen sie, Oberteil und BH auszuziehen. Mehrere Mädchen filmen die Tat. Die anderen sitzen im Vorraum und halten Wache – so die Meinung der Staatsanwältin.

Den meisten der Mädchen tut das, was passiert ist, heute leid, sagen sie. Entschuldigt hat sich aber keine bei dem Opfer oder seiner Familie. Überhaupt wollen die meisten heute nichts mehr davon gewusst haben, dass die Tat geplant war.

Die Stunde, in der das Opfer traktiert wird, vertreiben sie sich mit Tik Tok-Clips, Kopfhörer in den Ohren, um die Schmerzens- und Hilfeschreie nicht zu hören. "Ich hätte nie gedacht, dass etwas passieren wird", behauptet eine der Beitragstäterinnen, die sich nur teilschuldig bekennt. "Bei mir war das noch nie so" und meint damit, dass sie, die aus einem Grazer Vorort stammt und ein Gymnasium besucht, üblicherweise nicht mit Gewalttäterinnen verkehre. "Aber alle anderen sagen, es war schon klar, was passieren wird", stellt die Richterin fest. Tränen bei der Angeklagten. "Ich weiß nicht, was mit mir los ist, dass ich nicht geholfen habe.

(…) Vollgepumpt mit Adrenalin laufen die Angeklagten zum nächsten Supermarkt, wo sie sich Getränke kaufen. Dann gehen sie nach Hause. Eine kehrt jedoch zum Tatort zurück, holt Eisenstange und die zerrissene Kleidung des Opfers und versenkt sie in der Mur."


Tja – wenn das jetzt ein paar heranwachsende Jungs gewesen wären…? Hätte die Frau Staatsanwältin dann auch bloß von "folterartigen Misshandlungen" gesprochen? Oder klarere Begriffe gewählt? Hätte man es so en passant stehen lassen, dass keiner der Beteiligten um Entschuldigung bat – oder hätte man das vielmehr als "typisch männlich" bewertet und entsprechend sanktioniert? Zumindest moralisch? Hätte man nicht allgemein ein Rudel Talkshows und mindestens zwei Forderungen pro Tag nach härteren Strafen, Senkung der Strafmündigkeit und irgendwelchen Programmen zur Senkung "toxischer männlicher Aggression" oder Bekämpfung "männlicher Intensivtäter" auf Sendung gehabt? Inklusive der notwendigen Verweise auf "Patriachat", "Manosphere" und natürlich "die allgegenwärtige männliche Gewaltkultur"? Wäre die ganze Tat nicht der endgültige Beweis dafür gewesen, dass alle Jungen "Monster" sind und jeder im Mutterbauch heranwachsende XY-Träger bereits ein "designierter Folterknecht" oder zumindest ein "Quälgeist in spe"?

So aber die – durchaus interessante und erklärungskräftige – Darstellung von Gruppendruck und Unsicherheit, Jungendkultur-Dynamiken, Zugehörigkeitsfragen oder sozialen Problemen. Die Frage nach Ursachen – nicht die reflexhafte Verteilung von Schuld. Es ist wirklich auffallend, dass der breitere Deutungsrahmen des Artikels eher erklärend-suchend als anklagend gehalten ist – und natürlich Mädchengewalt immer noch irgendwie als "Abweichung" oder "Novität" rübergebracht wird denn als "strukturelles Problem". Als "brutaler Ausreißer", als "Milieudelikt" (eine Einordnung, die freilich auch hinterfragt werden müsste). Zumindest hat sich mir dieser Eindruck aufgedrängt. Interessant auch, wie erwähnt (und gerahmt) wird, dass die Mädchen "vollgepumpt mit Adrenalin" herumliefen. Wie das im Falle von Jungen und Männern rübergebracht worden wäre, können sich langjährige Blogleser denken.

Kurzum: Ich würde mir einfach wünschen, dass auch im Falle männlicher Straftäter so analytisch und fast schon ruhig-neutral berichtet würde wie in diesem Fall. Dass es Berichterstattung gäbe – statt der üblichen verdammenden Suaden, moralintriefenden Einordnungen und so empathielosen wie sexistischen Selbstprofilierungen. Aber bevor das geschieht holt der HSV vermutlich erst noch ein paar Mal verlustpunktfrei das Triple.




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Donnerstag, April 30, 2026

Kinderschützer: "Über Täterinnen bei sexueller Gewalt wird zu wenig gesprochen und geforscht"

1. Österreichs Standard berichtet:

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen spielt sich so im Verborgenen ab, dass Statistiken und Forschung nur einen marginalen Bruchteil der Realität erfassen. Um den Betroffenen zu helfen und künftige Taten zu verhindern, muss der Kinderschutz auf der Basis dieses Bruchteils quasi im Blindflug arbeiten. Bei der Pressekonferenz, die am Mittwoch im Vorfeld der Kinderschutztagung des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren stattfand, machten Expertinnen und Experten mit aktuellen Daten und Forschungsergebnissen auf das Ausmaß des Problems und die bestehenden strukturellen Defizite aufmerksam.

(…) Hinzukommt die erdrückende Last des Tabus. Auf missbrauchten Buben wiegt diese besonders schwer. "Buben können sich gegen sexualisierte Gewalt nicht besser wehren als Mädchen", sagt Peter Caspari, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung in München. Betroffen sind sie jedoch ebenfalls in erheblichem Ausmaß. Studien gehen davon aus, dass fünf bis zehn Prozent der Männer in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben. Dennoch halten sich stereotype Vorstellungen, die das Erkennen erschweren, ebenso der fälschliche Glaube, sie würden Missbrauch leichter wegstecken.

(…) Auch die Rolle von Frauen als Täterinnen wird noch immer unterschätzt. Internationale Untersuchungen legen nahe, dass Frauen einen relevanten Anteil der sexuellen Übergriffe gehen. Man könne davon ausgehen, dass etwa fünf bis zehn Prozent der Mädchen und zehn bis zwanzig Prozent der Buben von Frauen sexualisiert missbraucht würden, sagt Dirk Bange, Leiter des Amtes für Familie der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg. "Das passt aber nicht zum allgemeinen Frauenbild, dem Bild der liebenden Mutter und der Annahme, dass Frauen keine aggressive Sexualität haben können." Für betroffene Kinder kann das bedeuten, dass ihnen weniger geglaubt wird. "Über Täterinnen bei sexualisierter Gewalt wird zu wenig gesprochen und geforscht", kritisiert Bange.




2. In der Stuttgarter Zeitung thematisiert Stefanie Unbehauen häusliche Gewalt gegen Männer vor dem Hintergrund eines konkreten Falls. Ein Auszug:

Wieso er sich nie gewehrt habe? "So bin ich einfach nicht. Ich bin kein Frauenschläger, da bin ich nicht der Typ für." Das Gericht bezweifelte das. "Der Rechtsanwalt hat zur Richterin gesagt: Also bitte, diese 54 Kilogramm schwere Fee hat den 90 Kilo schweren Bären verprügelt? Das glauben Sie doch selbst nicht." Schmitt ist 1,80 Meter groß und 88 Kilogramm schwer. Er wirkt jedoch nicht aggressiv, macht einen ruhigen, eher zurückhaltenden Eindruck. Auch den beiden Kindern habe niemand geglaubt. "Manchmal haben sie im Kindergarten erzählt: Die Mama hat gestern schon wieder den Papa geschlagen", erinnert sich Schmitt. Doch die anderen Kinder und die Erzieherin hätten ihnen das nicht abgenommen. Wieso auch? Ein Mann lässt sich doch nicht von seiner Frau schlagen, so das Narrativ.


Ein Narrativ, das fleißig verbreitet wird, während man diejenigen, die Aufklärung betreiben, denunziert.



3.
In Deutschland können Väter nach Geburt Elternzeit oder Erholungsurlaub nehmen – aber keinen "Vaterschaftsurlaub", wie es die EU vorsieht. Verfahren laufen, doch der Fall eines Soldaten landete direkt beim BVerwG.


Die Legal Tribune berichtet darüber.



4. Für "Die Welt" beschäftigt sich Mirna Funk mit dem Female Gaze, als dem weiblichen Blick auf Männer. Ein Auszug:

Wenn man popkulturelle Geschehen aufmerksam verfolgt, dann stellt man schnell fest, die Körpergröße ist unter Frauen eine der härtesten Währungen überhaupt. Männer unter 1,75 werden auf Dating-Apps systematisch weggeklickt. Und wenn man Frauen danach fragt, kommt die Antwort meistens mit einem Schulterzucken: Präferenz eben. Geschmackssache. Darf man doch wohl noch haben. Stimmt. Darf man. Das Problem? Wenn ein Mann auf dieselbe Frage antwortet – Frauen über 65 Kilo interessieren mich nicht –, dann heißt das nicht Präferenz. Dann heißt das Misogynie. Dann heißt das Male Gaze. Dann heißt das Patriarchat.

Auf Instagram schlagen Männer inzwischen zurück. Unter Videos, in denen Frauen offen über ihre körperlichen Anforderungen sprechen – Größe, Kiefer, Körperbau, Handspanne – tauchen seit Monaten Kommentare auf, die die Doppelmoral benennen. Dieselben Frauen, die den Male Gaze als strukturelle Gewalt verurteilen, praktizieren ihn täglich mit umgekehrtem Vorzeichen und nennen es Selbstbewusstsein, Empowerment, Feminismus. Auf die Kommentare der Männer folgt Empörung. Der vorgehaltene Spiegel wird als Incel-Rhetorik abgetan. Damit ist das Gespräch beendet, bevor es angefangen hat. Was dabei verloren geht, ist nicht nur die Debatte. Es ist die Glaubwürdigkeit.

(…) Der Psychologe Gordon Hodson beschreibt Lookism (auf Männer angewendet) als eine der letzten gesellschaftlich akzeptierten Formen der Diskriminierung. In einer Welt, in der man nicht mehr offen über Rasse, Geschlecht oder Sexualität urteilen darf, ohne Konsequenzen zu riskieren, ist der Körper des Mannes – seine Größe, sein Haaransatz, sein Bauch – nach wie vor freies Gelände. Es gibt Memes dazu, Rankingvideos, kollektive Lachsalven in Gruppenchats. Das kulturelle Klima stellt dafür keine Rechnung aus. Und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Diskursentscheidung: Der männliche Körper wurde nie unter denselben Schutz gestellt wie der weibliche.

(…) Dass Frauen genauso visuell urteilen wie Männer, ist kein Skandal. Es ist eine Erkenntnis. Der Skandal ist, dass diese Erkenntnis nicht in einen notwendigen Diskurs übergeht. Stattdessen passiert das Gegenteil. Frauen, die offen über ihre körperlichen Anforderungen an Männer sprechen, gelten als selbstbewusst. Sie kennen ihren Wert. Die identische Haltung bei Männern heißt: toxisch. Das ist keine Analyse. Das ist Doppelmoral mit feministischem Anstrich.

Ich kenne das von mir. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich kenne es aus Gesprächen, in denen Frauen über Männer sprechen wie Casting-Direktoren über ungeeignete Bewerber – präzise, ungnädig, ohne schlechtes Gewissen. Und ich kenne das Schweigen, das einsetzt, wenn man diese Gespräche benennt. Weil das Benennen als Verrat gilt. Als würde man dem falschen Team helfen. Aber es gibt kein falsches Team. Es gibt nur eine Frage, die sich der Feminismus seit Jahrzehnten nicht stellt: Was machen wir mit unserem eigenen Blick? Was machen wir mit diesem harschen, vernichtenden, verurteilenden Blick?




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Mittwoch, April 29, 2026

Neues Strohfeuer in vielen Medien: "Jungen haben deutlich geringere Bildungschancen als Mädchen"

1. Vor 17 Jahren habe ich mein Buch "Rettet unsere Söhne" über die Benachteiligung von Jungen in unserem Erziehungssystem veröffentlicht. Im selben Jahr hatte der Aktionsrat Bildung angemahnt, dass die Ungleichheit zu Lasten der Jungen "die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren" klar überschreite. "Schulen benachteiligen Jungen massiv", hatte der SPIEGEL damals getitelt. Die Männerrechtsbewegung ist seitdem an dem Thema dran geblieben. Die Leitmedien hingegen vergaßen es und tobten stattdessen immer lauter über die "Manosphäre", einschließlich der Männerbewegung, die unverschämterweise ständig von der Benachteiligung der Männer spreche, diese Irren, statt dem einzigen anerkannten und würdigen Opfer Frau.

Heute, 17 Jahre später, tobt das mühevoll Verdrängte wieder durch die Schlagzeilen, als wäre es eine neue, überraschende Entdeckung. "Jungen haben deutlich geringere Bildungschancen als Mädchen" titelt die Frankfurter Allgemeine, auch Bildzeitung, Tagesspiegel und wie sie alle heißen, berichten. Einmal kurz einen Artikel über die Diskriminierung darf man machen, aber wehe man beschäftigt sich ausdauernd damit und drängt auf ein Ende der Diskriminerung: Dann gilt man in solchen Blättern als gefährlicher Extremist. Schließlich haben de feministischen Wortführerinnen durchgegeben, dass unsere Gesellschaft ein "Patriarchat" sei, das Frauen und Mädchen unterdrücke; an diese Vorgabe fühlen sich die deutschen Medien gebunden.

Ich zitiere mal aus der FAZ, es steht sowieso überall fast dasselbe:

"Insofern lässt sich generell feststellen, dass sich die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland über die drei Jahre weiter verfestigt hat", sagte der Bildungsökonom Ludger Wößmann vom Ifo-Institut bei der Vorstellung am Dienstag in Berlin. Bei diesem Chancenmonitor legten die Wissenschaftler einen Schwerpunkt auf den sogenannten Gendergap, also Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Rückstand von Jungen bei der Schulbildung ziehe sich durch alle sozialen Schichten. Er verstärke sich im Verlauf der Schulzeit und betrage im Alter von 16 bis 18 Jahren sogar 9,6 Prozentpunkte.


Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass sich diese Schieflage in den nächsten 17 Jahren verbessern wird. Der einzige Silberstreif am Horizont: Immerhin gibt es von Frauenministerin Karin Prien heute Lippenbekenntnisse, sie nähme das Thema ernst. "Es ist meiner Meinung nach eines der zentralen gesellschaftlichen Probleme, die wir in Deutschland haben, dass wir für die Jungs mehr tun müssen", sagte Prien. Eine Ankündigung konkreter Schritte, um das Thema anzugehen, eine Zusammenarbeit mit denjenigen gar, die diese Benachteiligung seit Jahrzehnten analysieren: Fehlanzeige. Es kann gut sein, dass es Prien gehe wird, wie der letzten Frauenministerin der CDU, Kristina Schröder, die von feministischer Seite vor allem angehasst wurde, bis wieder eine radikale Grüne den Posten übernahm, um sich in gewohnter Einseitigkeit allein Mädchen und Frauen hingebungsvoll zu widmen.

Der Journalist, Politikwissenschaftler und Volkswirt Dr. Jan-Martin Wiarda beschäftigt sich in seinem Blog ausführlicher damit, wie Jungen in unserem Bildungssystem abgehängt werden:

Wer meint, ein Geschlechterunterschied von 6,6 Prozentpunkten sei unerheblich, irrt gleich mehrfach. Erstens, weil diese paar Prozentpunkte bereits bedeuten, dass Jungs mit einer um 15,1 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit das Gymnasium besuchen. Zweitens, weil, worauf die Schweizer Bildungsforscherin Margit Stamm wiederholt hinwies, dahinter keine Intelligenzunterschiede liegen, sondern Jungen und Mädchen in Kita und Schule unterschiedlich angesprochen und gefördert werden: "Jungen fallen bereits im Kindergarten zurück, holen in der Primarzeit oft nicht auf – trotz vergleichbarer Intelligenz."

(…) Jungen hätten "deutlich geringere Bildungschancen als Mädchen", resümieren die ifo-Autoren. Und weiter: Die Bildungsprobleme der Jungen würden "zunehmend Konsequenzen für ihre Lebenschancen haben." Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, warnt: "Mangelnde Bildungskompetenzen werden sich bei jungen Männern etwa in schlechteren Erwerbsmöglichkeiten am Arbeitsmarkt und erhöhten Kriminalitätsrisiken widerspiegeln."


Höhere Kriminalität wird Feministinnen vielfach Gelegenheit geben, dagegen zu wettern, wie minderwertig und bösartig Männer wären.

Dr. Wiarda schlägt die bekannten Lösungswege für dieses Problem vor, die ich schon 2009 präsentiert hatte, hält allerdings fest:

Vieles davon ist nicht neu. Schon 2012 forderte Klaus Hurrelmann, es wäre "viel gewonnen, wenn wir mehr Männer für Erziehungs- und Bildungsberufe gewinnen könnten". Seitdem hat sich der Anteil männlicher Erzieher zwar erhöht, bleibt aber niedrig; an Grundschulen ist der Mangel an männlichen Bezugspersonen weiter besonders auffällig. Auch die Forderung nach geschlechtersensibler Förderung ab der Kita, nach mehr Leseförderung und nach einem Unterricht, der Jungen nicht vorschnell als störend, unkonzentriert oder weniger schutzbedürftig etikettiert, liegt seit Jahren auf dem Tisch. Neu ist also weniger die Diagnose als die Dringlichkeit, endlich Konsequenzen daraus zu ziehen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU), die bei der Vorstellung der Chancenmonitor-Ergebnisse am Dienstagvormittag einen Impulsvortrag halten sollte, hat die Schieflage zuletzt klar benannt. (…) Bei Jungs gebe es eine höhere Selbstmordrate, sie würden häufiger krank, eher kriminell und neigten mehr zur Gewalttätigkeit." Es ist meiner Meinung nach eines der zentralen gesellschaftlichen Probleme, die wir in Deutschland haben, dass wir für die Jungs mehr tun müssen", sagte Prien, die neben Bildung für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig ist, jetzt anlässlich der Veröffentlichung des Chancenmonitors.


Wenn ich hier immer wieder auf mein Buch von 2009 hingewiesen habe, ist das sogar noch beschönigend. MANNdat weist seit 2004 auf diese schieflage hin, ich selbst erstmals 2001 in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" Ein Viertlejahrhundert hat die Geschlechterpolitik unseres Landes lediglich dabei zugesehen, wie die Situation immer schlimmer und schlimmer wurde.



2. "Männer bitte mal das Maul aufmachen" fordern zwei Feministinnen mit dem üblichen unwiderstehlichen Charme ihres Lagers auf den Seiten des STERN. Sie seien "leider immer noch auf Männer angewiesen", die ihre Ideologie unterstützen. Auf die Frage warum Frauen und Männer politisch auseinander driften, antwortet Prigge:

"Weil Feminismus immer sichtbarer wird. Für viele Männer fühlt es sich so an, als würde ihnen etwas weggenommen. Dieses Gefühl darf da sein – problematisch wird es, wenn es sich in Bubbles verstärkt und Menschen sich radikalisieren. Viele Männer merken nicht, dass sie selbst vom Feminismus profitieren könnten, weil auch sie unter dem Patriarchat leiden."


Das ist doch schön, dass unser Unmut über Diskriminierung wenigstens "da sein" darf, solange er nicht zu dem nötigen politischen Druck anwächst, der wirklich etwas ändern könnte.

Ich bin drauf und dran, den STERN zu fragen, ob ich in einem Artikel auf diese Auslassungen antworten und den beiden Damen entgegegnen darf: Wie wär's damit, wenn ihr euer Maul aufmacht, was die Benachteiligung von Jungen angeht? Aber das wäre natürlich verschwendete Zeit. Dem STERN geht es darum, Aufmerksamkeit für ein neues feministisches Buch der beiden Frauen herzustellen, und nicht um eine ausgewogene Geschlechterdebatte.

Prigge führt weiter aus:

"Ich meinte auch zu meinem Partner: Du kannst eigentlich gerade nicht richtig reagieren. Ich werde erstmal sauer sein. Und das müssen wir jetzt gemeinsam aushalten."


Das muss ihr Freund natürlich keineswegs. Wenn er eine solche Partnerin hat, hat er durchaus Alternativen.

Prigge plappert unverdrossen weiter:

"Wir Frauen sind darauf trainiert zu fragen: Wie geht es meinem Umfeld? Was denkt die andere Person? Und Männer laufen einfach durchs Leben, ohne sich diese Fragen stellen zu müssen."


Ohne eigene Selbsterhöhung und Abwertung des anderen Geschlechts geht es im Feminismus einfach nicht.



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Dienstag, April 28, 2026

Söder will Wehrpflicht so schnell wie möglich

1. In der ersten Phase der Re-Aktivierung des Wehrdienstes wurde die Bevölkerung noch damit beruhigt, dass dies nur freiwillig geschehe. Womöglich gehen wir jetzt in die nächste Phase über. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder spielt den Eröffnungszug und fordert, den Zwangsdienst zügig durchzusetzen: "Für uns ist völlig klar: Wenn die Bundeswehr die größte Armee in Europa werden soll, führt an der Wehrpflicht kein Weg vorbei", befindet er. "Nur mit Freiwilligkeit werden wir die nötige Sicherheit unseres Landes nicht erreichen. Und Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit."



2. "Nach dem Gender-Pay-Gap", so die Frankfurter Rundschau, gibt es eine neue Benachteiligung von Frauen: Die KI-Lücke kann sie Karrierechancen kosten.

Frauen nutzen Künstliche Intelligenz (KI) weniger als Männer, was ihre Jobchancen verschlechtern kann: Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Initiative D21 für digitale Transformation. Denn wer KI einsetze, steigere seine Effizienz, erweitere Handlungsspielräume und verbessere so die eigenen Karrierechancen. Die Forscher sprechen in Analogie zum "Gender Pay Gap" von einem "Gender AI Gap".

Daten aus dem Jahr 2024 zeigten, dass bei der Nutzung ein Unterschied von 16 Prozentpunkten zwischen Männern und Frauen bestehe. Selbst wenn man strukturelle Unterschiede, persönliche Einstellungen und digitale Kompetenzen herausrechne, seien es noch 8 Prozentpunkte. Besonders groß sei der Unterschied in den Jahrgängen 1996 bis 2010: Rund die Hälfte der Männer nutze KI, bei den Frauen weniger als ein Drittel.

"Gerade da, wo es um zukünftige Karrierechancen geht, ist der Gender-AI-Gap am größten: Hier besteht dringender Handlungsbedarf", betonte Forscherin Carola Burkert. "Denn ähnlich wie beim Gender-Pay-Gap drohen sich diese Muster ohne gezielte Intervention zu verfestigen", warnte Expertin Katharina Diener. (…) Es reiche hingegen nicht aus, nur die nötigen Geräte zur Verfügung zu stellen. Gerade bei Frauen erhöhten Weiterbildungen die Chance, dass sie KI nutzen, signifikant. Verlasse man sich nur auf soziales Lernen, etwa Hilfe durch Familie, Kollegen und Freunde, vergrößere dies die bestehende Ungleichheit, da Männer davon profitierten und Frauen nicht.


So wie es jetzt läuft, wird die patriarchale Unterdrückung und Verknechtung der Frau eiskalt immer weiter forgesetzt. Gottseidank naht bereits Hilfe. "Die Zeit" berichtet über ein KI-Bootcamp für Frauen. Die Arbeit mit KI können Frauen nämlich nicht selbstständig lernen, wie ich und viele andere Männer das tun; sie benötigen dafür einen Safe Space.

In den ersten Stunden bleibe ich skeptisch, brauche ich dafür einen Female-only-Kurs? Im Grunde lassen sich diese Dinge, also etwa wie nun ein guter Prompt aussieht, ja auch einfach googeln – oder man fragt den Bot einfach selbst. Das Problem ist nur, und so geht es zumindest mir und auch vielen Frauen im Kurs: Man macht es dann doch nicht. Es fehlen Zeit und Motivation.




3. Unter der Überschrift "Keine Rücksicht auf Mimosen" verteidigt der CICERO den Buchkritiker Denis Scheck gegen Unterstellungen, wenn er auch Bücher von Frauen in die Tonne werfe, sei er sexistisch.

Um die Sache einzuordnen: Ildikó von Kürthy ist seit über zwei Jahrzehnten eine sehr erfolgreiche Autorin, die niemals in dem Verdacht stand, Weltliteratur zu produzieren, sondern Unterhaltung, vor allem für die weibliche Leserschaft. Dass ein Denis Scheck da die Nase rümpft, kann man verstehen. Seine Kritik trifft keine mittellose Lyrikerin, sondern eine Literaturunternehmerin. Sophie Passmann ist eine Medienpersönlichkeit, Moderatorin und Podcasterin, die insbesondere im ÖRR bestens vernetzt ist – von Jan Böhmermann bis Joko Winterscheidt. Auch sie ist kontroversenerprobt und sollte eine gewisse Resilienz entwickelt haben.

Abgesehen von diesen individuellen Aspekten: Schecks Kritik war nicht sexistisch, wie umgehend unterstellt wurde. Denn natürlich gibt es Genreliteratur, die sich in simpler Art und Weise an die Vorlieben des einen oder anderen Geschlechts richtet. Jeder professionelle Verlag weiß diese Bedürfnisse zu befriedigen. Nun so zu tun, als ob es diese Genres und ihre Stilmittel nicht gäbe oder sie den gleichen Wert hätten wie anspruchsvolle Literatur, ist reine Heuchelei.

Damit aber sind wir beim entscheidenden Punkt: Allein die Unterscheidung zwischen E und U widerspricht dem egalitären Zeitgeist. Dass ein Buch wertvoller sein könnte, weil es gedanklich und sprachlich komplexer und anspruchsvoller ist als andere, erscheint dem Apologeten des Egalitären als ein Skandal. Alles hat heute gleichwertig und gleich wertvoll zu sein. Alles ist irgendwie okay. Alles gut, solange es sich gut anfühlt. Und wer das bestreitet, ist elitär, abgehoben oder gleich diskriminierend und menschenverachtend.

Entlarvend war auch der Ton der Kritik an Scheck. Immer wieder – sogar von Elke Heidenreich – wurde auf Schecks konservativen Modegeschmack und seine Einstecktücher hingewiesen. Die Botschaft: Tritt ab, du alter, weißer Mann mit deinen überheblichen Urteilen und überholten Vorstellungen von Kultur und Kultiviertheit. Das ist ungleich sexistischer, als Denis Scheck es je sein könnte – und einfältiger Primitivismus dazu. Dabei ist die Sache recht einfach: Wenn du nicht kritisiert werden willst, dann schreibe eben keine Bücher. Es gibt so viele andere schöne Berufe, in denen man seine Übersensibilität kultivieren kann.




4. Eine aktuelle Studie mit mehreren hundert deutschen Teilnehmerinnen erklärt, warum Frauen Gewaltpornos mögen.



5. Der neueste Beitrag des deutschen Youtube-Kanals "Biased Skeptic" analysiert eine Debatte zwischen einer feministischen Funk-Redakteurin (Sara) und einem konservativen Influencer (Darian). Dabei geht es um Argumentationsmuster beider Seiten zu Themen wie Männerhass in der Musik, Dating und die Ablehnung männlicher Zuwanderer.



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Montag, April 27, 2026

Paartherapeut ermahnt Männer hassende Feministinnen: "Habt ihr auch mal an die Kinder gedacht?"

1. In der "Zeit" äußert der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer seine Bedenken, dass die derzeit besonders virulenten Anfeindungen gegen Männer großen Schaden anrichten können:

Die Rede von der toxischen Männlichkeit lässt einen statistisch unwahrscheinlichen Verdacht bedrohliche Gestalt annehmen, als hätte er Blut getrunken. Ein Tropfen Übergriff auf eine Million Kooperationen – und schon scheint das Gift die Norm. Wo bleiben Familien, Väter und Mütter, der kooperative Alltag, die freundliche Selbstverständlichkeit ohne Theater und Buhei? Eltern begleiten ihre Kinder auf dem Weg in deren erwachsenes Leben. In den meisten Fällen erleben beide Seiten diese Entwicklung als bereichernde Erfahrung und lernen viel voneinander, was auch die künftigen Beziehungen zu Männern und Frauen mitgestaltet.

Wer denkt aber an die Kinder, wenn Männer pathetisch unter Generalverdacht gestellt werden, zerstrittene Paare und Rosenkriege als scheinbare Norm erscheinen, während doch auch in der Scheidungskränkung nur eine winzige Minderheit der Paare darin versagt, die gescheiterte Beziehung in Anstand und Kooperation aufzulösen?

(…) Die sozialen Medien haben uns etwas aufgezwungen, auf das wir mit dem aufgeklärten Gegensatz zwischen magischem und kritischem Denken nicht mehr angemessen reagieren können. Was im Internet ist, hat durch die Möglichkeiten einer fast unbegrenzten Auffindbarkeit und potenziell unendlicher Wiederholung etwas wie eine Existenz zwischen dem Materiellen und dem Imaginären. Völlig neue Varianten seelischer Grausamkeit sind entstanden. Es erfordert nur einige Klicks, um jemanden an den Pranger zu stellen, den Ruf zu schädigen, die Person zu beschämen. Das ist Lynchjustiz für jedermann. Und wieder gefragt: Wer denkt an die Kinder?

(…) In der Hektik des Medialen verstummen zärtliche Bindungen und die langsamen Prozesse, in denen sie sich entwickeln. Das führt dann zu Resultaten wie einer millionenfach bejahten Umfrage in einem sozialen Medium, eine Frau würde im Wald lieber einen Bären treffen als einen Mann.

Menschen sind darauf angewiesen, in ihrem Sein anerkannt zu werden, um zu kooperieren. Die Negation von Zusammenarbeit in den medialen Algorithmen führt dazu, dass die Realität der Kooperation unwahrscheinlicher gemacht wird. Der gute Bär neben dem bösen Mann zeigt, wie erfolgreich das werden kann.




2. Wie immer stammen Schmidbauers mahnende Worte von einem Außenstehenden im Journalismus. Regelmäßig anders sehen Journalisten die Dinge. Männer sollten den Generalverdacht aushalten, fordert etwa Valentin Schwarz in der Stuttgarter Zeitung. Würde er auf gruppenbezogene Menscheinfeindlichkeit gegen Schwarze, Zuwanderer, Muslime oder Juden genauso reagieren?

"Jeder Mann ist ein potenzieller Täter" – dieser Satz polarisiert. (…) Schnell folgen dann Abwehrreflexe nach dem Motto "aber ich doch nicht", gespickt mit Begriffen wie "Generalverdacht" oder "Männerhass". Der Satz wird hier als persönlicher Angriff wahrgenommen. Dabei lässt er sich auch ganz anders deuten: nicht als gezielte Attacke auf Einzelpersonen, sondern als deutlicher Verweis auf ein patriarchales System der Gewalt und Ungerechtigkeit. (…) Es handelt sich um die Symptome eines patriarchal-kapitalistischen Systems, das maßgeblich auf der Ausbeutung weiblicher Ressourcen beruht. (…) Sich das als Mann einzugestehen, kann ein wichtiger erster Schritt sein – aber auch ein schwerer Schlag fürs eigene Selbstwertgefühl. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn Männer parallel zu einem wachsenden Bewusstsein für patriarchale Strukturen Scham für die eigene Rolle innerhalb dieser Strukturen entwickeln. Davon kann ich als relativ junger Mann, dessen Verhalten aus feministischer Perspektive noch immer viel zu oft zu wünschen übrig lässt, selbst ein Lied singen. (…) Und dann ist da noch eine weitere Möglichkeit: Bewegungen zu unterstützen, die patriarchal-kapitalistische Strukturen grundlegend hinterfragen oder gar bekämpfen.


Muss man eigentlich mit solcher Ideologie vollgeknallt sein, bevor man in einer deutschen Redaktion anfangen darf?



3. Die freie Autorin Sara Rukaj kritisiert solche "Bessermänner und ihre unerträgliche Selbstinszenierung" und spricht hier von der "unsympathischsten Form der Männlichkeit".

Der Bessermann widmet sich mit besonderer Inbrunst den Verfehlungen anderer Männer, als läge darin seine eigentliche Berufung. Er lebt von der Differenz. Je widerwärtiger der andere, desto reiner die eigene Pose. Besonders ergiebig ist dabei der Modus der Selbstkritik.

Der Bessermann tritt nicht selten als reuiger Erbe jahrhundertelanger männlicher Verfehlungen auf. Er spricht leise, reflektiert, mit jener sanften Gravität, die erkennen lassen soll, wie tief ihn die Last der Geschichte bewegt. Er bedankt sich bei Frauen für ihre jahrzehntelange Aufopferung, für Care-Arbeit, Geduld, emotionale Intelligenz und überhaupt dafür, dass sie die Welt trotz der Männer noch zusammenhalten. Und nachdem er all das anerkannt hat, wartet er auf den Applaus.

Dass dabei oft dieselben Mechanismen am Werk sind, die der Bessermann so gerne geißelt – Eitelkeit, Geltungsdrang, Lust an der Bloßstellung –, fällt kaum noch auf. Figuren wie El Hotzo oder Jan Böhmermann sind in diesem Sinne keine Ausnahmen, sondern besonders gelungene Exemplare eines gut geölten Geschäftsmodells.

(…) International fast ein Paradebeispiel war Joss Whedon. Er wurde jahrelang als "feministischer Nerd-Messias" gefeiert, wegen Buffy und sogenannter "starker Frauenfiguren". Er sprach ständig über Sexismus in Hollywood und galt vielen als Beweis, dass auch Männer feministische Helden sein könnten. Später erhoben Ex-Frau Kai Cole und mehrere Schauspielerinnen schwere Vorwürfe: Manipulation, Demütigungen, Machtmissbrauch am Set. Das Muster ist vertraut. Je emphatischer die öffentliche Selbsterklärung, desto größer bisweilen die Fallhöhe.

Das jüngste Medienspektakel um Collien Fernandes und Christian Ulmen ist dafür ein Lehrstück. Im August 2014 erklärte Ulmen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ohne jede erkennbare Ironie: "Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat." Schlecht gealtert ist daran nicht nur der Satz. Schlecht gealtert ist die narzisstische Endstufe einer Gesellschaft, in der jede politische Idee so lange verwertet wird, bis sie als Accessoire im Selbstbild eines Fernsehprominenten endet.

Noch aufschlussreicher als Ulmens feministische Selbstdarstellung ist die Männerparade, die sich des Ganzen im Nachgang angenommen hat: vom Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre, der sich im "Spiegel" pflichtschuldig von seinem Ex-Kumpel Christian distanziert und dabei vermutlich schon am nächsten Enthüllungsroman feilt, bis zum Comedy-Clown Oliver Pocher, dessen eigene Vita an dokumentierten Total-Entgleisungen kaum hinter der des aktuellen Prügelknaben zurücksteht, der sich aber nun mit süffisantem Grinsen am Karriereknick des anderen ergötzt.


Leider entgleist der Artikel danach zunehmend, bis er bei der Empfehlung von Leuten wie Ralf Pohl landet. Pohl wäre allerdings der erste, der Männern mit einem anderen Rollenverständnis als seinem eins überbrät. Lasst mich mal nach einem aktuellen Artikel googlen – ah, da haben wir es schon: "Dass Männer das andere Geschlecht nicht anerkennen, ist sowohl kulturell als auch in den Individuen stark verankert", wer Benachteiligungen von Männern anspreche, betreibe "eine klassische Täter-Opfer-Umkehr" und so weiter. "Bei Männern muss man sich leider alles vorstellen", tönt er in der Frankfurter Allgemeinen. Pohl ist das Musterbeispiel für die "Bessermänner", die Sara Rukaj zu Beginn ihres Artikels noch kritisiert hatte.

Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich ihr raten, einen Riesenbogen um Typen zu machen, die sich als feministisch inszenieren. Stattdessen würde ich ihr empfehlen, sich einfach an Leuten zu orientieren, die zu Frauen genauso freundlich und wertschätzend wie gegenüber Männern sind.



4. Für etwas mehr Wirklichkeitsnähe statt Geschlechterhass sorgt der Psychologe Pascal Wagner. "Es gibt Frauen, die gewalttätiger sind als viele Männer", stellt er klar.

"Das klassische Stereotyp stellt Männer als aggressiver und gewalttätiger dar", sagt er. Ganz aus der Luft gegriffen sei das nicht: "In Studien zeigen sich im Durchschnitt Unterschiede – Männer sind statistisch gesehen häufiger aggressiv." Doch genau hier liege das Problem. "Es handelt sich um Durchschnittswerte. Das bedeutet nicht, dass alle Männer gewalttätiger sind als alle Frauen." Im Gegenteil: Die Unterschiede innerhalb der Gruppen seien oft grösser als zwischen Männern und Frauen. "Eine Reihe Frauen sind gewalttätiger als eine Reihe Männer", so Wagner. Der Effekt entstehe oft durch eine kleinere Gruppe besonders gewalttätiger Männer – und werde dann verallgemeinert. Das Stereotyp macht daraus eine einfache Botschaft: Männer sind Täter, Frauen nicht. "Und genau das erschwert es, weibliche Gewalt überhaupt wahrzunehmen."




5. In Großbritannien ist der Hass und die Abwertung, mit der viele junge Frauen Männern begegnen, weiterhin Thema. Anders als hierzulande erkennt man dort auch, welche Ideologie diese Feindschaft angefacht hat. "Wie uns die „Sei nett“-Fraktion gelehrt hat, einander zu hassen", erklärt ein aktueller Artikel zu diesem Thema.

Eine in allen Bereichen der Gesellschaft verbreitete Erzählung, wonach alle Männer Unterdrücker seien und Männlichkeit von Natur aus problematisch sei, wonach Frauen die ewigen Opfer des "Patriarchats" seien und traditionelle weibliche Tugenden wie Mitgefühl und Zusammenarbeit die Norm und das Heilmittel darstellten, hat Zwietracht gesät. (…) In ihrer Untersuchung über eine aufkommende "Femosphere" berichtet Emily Lawford, dass Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren "jungen Männern gegenüber viel negativer eingestellt sind, als junge Männer ihnen gegenüber", und dass "diese ‚Femosphere‘ zwar eine Bandbreite an Tönen umfasst, ein Großteil davon jedoch diese Feindseligkeit gegenüber Männern verstärkt". In ihren Interviews stieß Lawford auf eine spezifische Kategorie und ein beständiges Ziel dieser Antipathie: heterosexuelle weiße Männer.

Überraschenderweise vielleicht geht die größte Abneigung gegen Männer und die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Leben nicht von Frauen aus der Arbeiterklasse oder mit ethnischem Minderheitenhintergrund aus, sondern von weißen und "privilegierten" Frauen aus der Mittelschicht. (…) An der Universität wird jungen Frauen beigebracht, "das Patriarchat" und "strukturellen Sexismus" für all ihre Probleme verantwortlich zu machen. Und es gibt eine bestimmte Art von privilegierten Liberalen aus der Mittelschicht, die erwarten, dass ihnen alles im Leben auf dem Silbertablett serviert wird. Kein Wunder, dass sie dazu neigen, alle außer sich selbst dafür verantwortlich zu machen, wie unglücklich sie sich fühlen.

(…) Wie ironisch ist es doch, dass die Doktrin des Hyperliberalismus, deren Kern die Notwendigkeit von Mitgefühl und die Verpflichtung zur "Güte" bildet und die uns dazu ermahnt, "den Anderen" zu respektieren und anzuerkennen, uns an einen Punkt geführt hat, an dem sich nun alle gegenseitig hassen.




6. "Wie junge Frauen dazu radikalisiert werden, Männer zu hassen" ist auch Thema eines Artikels von Debra Soh in der kanadischen Globe and Mail.

Influencerinnen der Femosphäre ermutigen Frauen, in ihren Interaktionen mit Männern berechnend zu sein und sie finanziell auszunutzen, ähnlich wie manche Männer Frauen für Sex ausnutzen. Die Femosphäre ist ebenso schädlich in der Verbreitung männerfeindlicher Einstellungen unter Mädchen, hat jedoch im Vergleich deutlich weniger, wenn überhaupt, Empörung ausgelöst.

Diese Schieflage unkontrolliert zu lassen, hatte ernste Konsequenzen. Umfrageergebnisse, die von The New Statesman veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass eine Generation junger Frauen durch Online-Inhalte radikalisiert wurde, sich politisch weiter nach links bewegt und einen ausgeprägten Hass auf Männer entwickelt hat.

Junge Frauen, insbesondere solche mit Büro- und Akademikerberufen, haben negativere Ansichten über das andere Geschlecht als Männer. Nur 50 Prozent der befragten Frauen (im Alter von 18 bis 30 Jahren) gaben an, eine positive Einstellung gegenüber Männern zu haben, während 72 Prozent der gleichaltrigen Männer eine positive Einstellung gegenüber Frauen hatten. Bei Frauen unter 25 Jahren war dieser Pessimismus noch ausgeprägter – nur etwa ein Drittel berichtete von einer positiven Sicht auf Männer.

(…) Neben polarisierenden Inhalten in sozialen Medien haben auch das Bildungssystem und eine kulturelle Abstumpfung gegenüber männlichem Leid zu dieser bedauerlichen Entwicklung bei jungen Frauen beigetragen – einschließlich der Förderung eines Gefühls, dass Vergeltung gegenüber Männern gerechtfertigt sei.

Im Hochschulbereich wird jungen Frauen vermittelt, sie seien weiterhin durch Männer unterdrückt. Als Reaktion darauf werden viele Stipendien und berufliche Chancen ausdrücklich Frauen angeboten (aber nicht Männern), obwohl Frauen und Mädchen objektiv bessere Leistungen erbringen als ihre männlichen Altersgenossen.

Auch kulturelle Trends spielen eine Rolle: Als Popstar Sabrina Carpenter begann, in ihren Musikvideos Männer zu töten, festigte dies ihre Popularität weiter, statt ihrer Karriere zu schaden. Es ist schwer vorstellbar, dass ein männlicher Musiker, der in der heutigen Situation beiläufig Gewaltakte gegen Frauen darstellt, denselben Zuspruch erhalten würde.

(…) Anstatt sich in einer endlosen Spirale der Entmenschlichung des jeweils anderen zu verlieren, müssen Männer und Frauen Sexismus und Grausamkeit auf beiden Seiten benennen. Unsere Institutionen und Medien sollten anerkennen, dass Online-Extremismus sowohl von Frauen als auch von Männern ausgehen kann.

Beide Geschlechter müssen erkennen, dass jede Person, der sie begegnen, ein Individuum ist und kein Mitglied eines Kollektivs. Ein Fremder sollte nicht für die verletzenden Handlungen eines früheren Partners verantwortlich gemacht werden.

Der Konsum spaltender Inhalte macht niemanden klüger auf dem Dating-Markt. Er füllt lediglich die Taschen dramatisierender Influencer und großer Tech-Unternehmen.




7. Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema gelangt zu ähnlichen Schlussfolgerungen:

Ich habe mir kürzlich eine Diskussion auf dem YouTube-Kanal von The New Statesman angesehen mit dem Titel "Why do young women hate men?".

Die Videobeschreibung lautet:

"Seit Jahren zerbrechen wir uns den Kopf über die ‚Manosphere‘: die frauenfeindlichen Influencer wie Andrew Tate, die eine Generation desillusionierter und beeinflussbarer verlorener Jungen ausnutzen. Aber was ist mit radikalisierten jungen Frauen?"

Ja, was ist mit denen?

Im Video diskutieren drei Frauen die Ergebnisse einer Umfrage, die sie unter der Generation Z zu ihren Einstellungen gegenüber dem jeweils anderen Geschlecht durchgeführt haben. Die Resultate überraschen mich überhaupt nicht und dürften auch niemanden überraschen, der tatsächlich aufmerksam verfolgt, was passiert. Die Frauen im Video wirken dagegen ziemlich erstaunt.

Es stellt sich heraus – Trommelwirbel … junge Männer hassen junge Frauen längst nicht so sehr, wie junge Frauen Männer hassen. Was für eine Überraschung!

Für mich sind die Ergebnisse deprimierend vorhersehbar. Spannend war für mich vielmehr, ihre Reaktion darauf zu hören. Viel "Was könnte hier los sein?" und "Ich verstehe nicht wirklich, warum …".

Die Interviewerin sagt immer wieder: "Das ist interessant." Interessant? Es ist also "interessant", dass große Teile junger Frauen offenbar Männer hassen? Woran könnte das wohl liegen?

Sie geben tatsächlich zu, dass es etwas mit "progressiver" Online-Kultur und einer Radikalisierung junger Frauen im Internet zu tun haben könnte. Damit tasten sie sich vorsichtig an mögliche Ursachen heran. Aber wie wäre es mit dem Elefanten im Raum? Nämlich all den anderen Bereichen der ganz normalen, alltäglichen Kultur, in denen junge Frauen beeinflusst werden?

Die Tatsache, dass das seit über einem Jahrzehnt in alles eingebettet ist, wird nicht einmal erwähnt. Schulen, Universitäten, Kunst, Politik, Mainstream-Medien, Filme, BBC-/Netflix-Serien, Dokumentationen, Kinderbücher, Musik … Es gibt buchstäblich kein Entkommen vor dem Feminismus und dem ständigen, ermüdenden Tropfen beiläufiger (und nicht so beiläufiger) Männerfeindlichkeit. Ja: Männerfeindlichkeit. Nicht "Misogynie". Nicht "toxische Männlichkeit". Nicht "Patriarchat". Sondern: Männerfeindlichkeit. Sie ist so normalisiert und akzeptiert, dass die meisten Frauen sie nicht einmal mehr wahrnehmen, geschweige denn darüber sprechen.

(…) Falls jemand denkt, ich würde übertreiben: Ich habe eine Tochter. Ich sehe, was sie an ihrer gemischten Gesamtschule erlebt. Feminismus ist in praktisch alles eingebaut, und ich habe den größten Teil des letzten Jahrzehnts damit verbracht, sie davon zu "entprogrammieren". Oder zumindest ihr andere Perspektiven zu zeigen und ihr die Möglichkeit zu geben, darüber nachzudenken und das kritisch zu hinterfragen, womit sie täglich konfrontiert wird. Deshalb spricht sie regelmäßig mit mir über diese Themen.

Im Gegensatz zur Schule versuche ich, sie dazu zu bringen, sich die Fakten und verschiedene Sichtweisen anzusehen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich sage ihr nicht, was sie denken soll. Ich fordere sie auf, selbst zu denken. Und sie ist bemerkenswert reif und vernünftig. Mit vierzehn ist sie schon deutlich ausgewogener und differenzierter als viele sogenannte erwachsene Frauen, denen ich begegnet bin. Es ist also möglich. Schulen sollten sich daran ein Beispiel nehmen!

Sie erzählt mir, was im Unterricht passiert, und ich sehe ihre Hausaufgaben:

Englisch? Fokus auf Frauen und ihre Probleme. Geschichte? Frauen. Kunst? Frauen. Naturwissenschaften? Frauen. Selbst im Mathematikunterricht wurde bei einem Elternabend betont, dass meine Tochter ein "Mädchen" ist und wie wichtig es sei, dass sie gut in Mathe ist, weil man unbedingt mehr Mädchen in diesem Fach fördern müsse. Müssen wir das? Warum?

In den Fluren hängen Plakate, die Schriftstellerinnen, Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen feiern. Schulversammlungen? Themen rund um Frauen.

Frauen, Frauen, Frauen … es ist überall.

Wenn Jungen und Männer thematisiert werden, dann oft, um sie als defizitär darzustellen, ihnen "toxische Männlichkeit" zu erklären oder ihnen zu vermitteln, dass sie sich ändern müssen, um "gut" zu sein.

(…) Im Video räumen die Diskutierenden ein:

"Wenn man sich die Jugendarbeitslosigkeit oder Studienkredite anschaut, ist es für junge Menschen derzeit schwer. Aber interessant ist, dass junge Frauen viel pessimistischer sind als junge Männer, obwohl sie objektiv in einer besseren Lage sind – etwa bei Beschäftigung und Einkommen. Trotzdem können wir nicht ganz erklären, warum ihr Pessimismus so viel stärker ist."

"Können wir nicht ganz erklären?" Was für ein schonungsloses Eingeständnis der völligen Verblendung und Inkompetenz des heutigen Mainstream-Kommentariats, das eigentlich verstehen sollte, was in der realen Welt vor sich geht. Meine Güte!

Und habe ich das richtig verstanden? Jungen Frauen geht es besser als jungen Männern, aber trotzdem: das Patriarchat. Alles klar, verstanden.

(…) Es stellt sich heraus, dass bei all der Hysterie, den endlosen Meinungsartikeln und Dokumentationen über die angeblich böse "Manosphere" nur eine sehr kleine Minderheit junger Männer davon radikalisiert worden zu sein scheint. Wenn man bedenkt, dass dies nur eine kleine Ecke des Internets ist, im Vergleich zum Feminismus, der praktisch überall sonst präsent ist, überrascht es kaum, dass die Umfrageergebnisse ein völlig verzerrtes Bild zeigen.

Und es lohnt sich, auf den anderen Elefanten im Raum hinzuweisen: Radikaler Feminismus IST der Grund dafür, dass es die "Manosphere" gibt. So viel dazu.

Wie sich zeigt, haben Handlungen Konsequenzen.

Wie so viele andere aktuelle progressive Empörungswellen und Steckenpferde wurde auch dieses Thema maßlos aufgeblasen, und wir alle werden durch ihr ständiges Gaslighting hinters Licht geführt. Dadurch, dass sie keinerlei Widerspruch, keine Debatte und keine alternativen Stimmen zulassen, all ihre Energie nur auf ihre eigene Sichtweise konzentrieren und Gegenargumente ignorieren, bekommt die Öffentlichkeit ein verzerrtes und verdrehtes Bild der Realität.

(…) Für viele von uns ist das seit weit über einem Jahrzehnt offensichtlich, und viele vernünftige Menschen haben versucht, Alarm zu schlagen. Doch die Reaktion bestand darin, sie anzuschreien, sie als Faschisten zu bezeichnen oder sie auszugrenzen. Und nun, wenn die tatsächlichen Ergebnisse einer solchen Umfrage vorliegen, sind sie überrascht. Natürlich. Sie haben sich in einer sorgfältig und bewusst konstruierten Blase bewegt, und nun fallen die Konsequenzen auf sie zurück. Lügen und Verzerrungen über die wahre Natur der Realität haben eben reale Folgen. Welch Erkenntnis!

Ich habe im Laufe der Jahre meinen Anteil an Online-Debatten und Meinungsverschiedenheiten mit Feministinnen gehabt. Mir wurde gesagt, ich sei entweder eine "Handlangerin", eine Frau, die "vom Patriarchat einer Gehirnwäsche unterzogen" worden sei, oder eine "Pick-me"-Frau, die das alles tue, um Aufmerksamkeit von Männern zu bekommen. Na, danke, "Schwestern"! Das ist ja überhaupt nicht herablassend. Ich schätze, als dumme Frau habe ich wohl keine eigene Handlungsfähigkeit.

Der Grund, warum ich immer wieder darauf zurückkomme, ist, dass ich sehe, was das mit jungen Frauen macht. Es macht sie unglücklich, wütend und nihilistisch. Ich habe viele alarmierende Beiträge und endlose Threads von jungen Frauen gesehen, in denen sie darüber schreiben, wie sehr sie Männer verabscheuen und wie große Angst sie vor ihnen haben. Das wird seit Jahren immer weiter angeheizt, und das beunruhigt mich sehr – besonders als Mutter. Ich habe das Glück, eine Tochter zu haben, die ihren eigenen Kopf hat. Aber das ist ihre Generation. Sie wächst in diesem Umfeld auf, und es bricht mir das Herz. Ich möchte, dass sie später gesunde, normale romantische Beziehungen führen kann. Ich möchte nicht, dass sie Männer hasst, und ich möchte nicht, dass sie unglücklich und allein ist. Was für eine Verschwendung junger Leben, in diesen wahnsinnig manipulativen Giftstrom hineingezogen zu werden.

Wann wird jemand wie Louis Theroux oder ein anderer progressiver "vorzeigbarer Vertreter des Mainstream-Fernsehens" eine Dokumentation über die Radikalisierung junger Frauen machen? Wann wird es eine ehrliche Enthüllungsreportage darüber geben, was tatsächlich in Schulen und Universitäten vor sich geht?




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Freitag, April 24, 2026

Wie Feminismus zu Gewalt führt

1. Das Magdeburger Nachrichtenportal kompakt media betreibt in einem aktuellen Essay Ideologiekritik: "Feminismus: Der Feind, den man selbst erschuf". Der ungenannte Autor ist bemerkenswert sachkundig im Thema. Ein Auszug:

Die Erzählung ist so allgegenwärtig wie bestechend einfach: Die Weltgeschichte ist eine Geschichte der Unterdrückung der Frau durch den Mann. Das System, das diese Unterdrückung aufrechterhält, trägt den Namen "Patriarchat". In dieser binären Weltsicht sind die Rollen klar verteilt: Männer sind die Täter und Profiteure, Frauen die Opfer. Doch bei genauerer Betrachtung erweist sich dieses Narrativ als historisch unterkomplex und gesellschaftspolitisch problematisch. Wenn der Feminismus die Schuld für gesellschaftliche Schieflagen einzig im Patriarchat sucht, ohne den Anteil der Frauen an der Aufrechterhaltung dieser Strukturen zu berücksichtigen, läuft er Gefahr, zu einer Verblendung zu werden. Mehr noch: Der aggressive Kampfgedanke mancher feministischen Strömungen reproduziert oft genau jene Gewaltstrukturen, die er eigentlich überwinden will.

(…) Diese neue soziale Kontrolle führt unweigerlich zu der drängenden Frage, ob der feministische Kampfgedanke selbst jene Gewaltstrukturen reproduziert, die er dem Patriarchat vorwirft. Die Antwort ist ein unbequemes Ja. Als Esther Vilar ihre Thesen veröffentlichte, wurde sie nicht nur verbal attackiert, sondern von Feministinnen mehrfach tätlich angegriffen. Diese physische Gewalt ist nur die Spitze des Eisbergs. In der heutigen digitalen Ära manifestiert sich diese Aggression oft in Form der sogenannten Cancel Culture. Kritikerinnen wie Camille Paglia weisen darauf hin, dass der moderne Feminismus aufhören müsse, Männern pauschal die Schuld zu geben.

Die Washington Post beschrieb die Mechanismen der Cancel Culture treffend als eine Form der "weiblichen Aggression" oder "toxischen Weiblichkeit". Statt offener physischer Gewalt (die traditionell eher männlich assoziiert wird), bedient man sich der sozialen Ausgrenzung, des Rufmords und der Zerstörung von Existenzen. Wenn männliche Kritiker pauschal als "sexistisch" und abweichende weibliche Stimmen als "Verräterinnen" gebrandmarkt werden, bedient sich die Bewegung genau jener autoritären und unterdrückerischen Mechanismen, die sie eigentlich bekämpfen will. Der Kampf gegen das Patriarchat wird so paradoxerweise mit patriarchalen Waffen geführt.

(…) Ein zukunftsfähiger Ansatz muss die binäre Täter-Opfer-Logik hinter sich lassen. Er muss anerkennen, dass historische Strukturen das Resultat komplexer sozioökonomischer Entwicklungen waren, an denen beide Geschlechter ihren Anteil hatten. Wahre Gleichberechtigung entsteht nicht durch die Dämonisierung des Männlichen oder die blinde Idealisierung des Weiblichen, sondern durch die ehrliche Auseinandersetzung mit den Stärken, Schwächen und der gemeinsamen Verantwortung beider Geschlechter – jenseits von ideologischen Konstruktionen und Dekonstruktionen.




2. Der linke Kolumnist Roberto J. De Lapuente sieht in seiner Glosse "Ab ins Greiswehrersatzamt!" voraus, wie es aussehen wird, wenn der Staat auch ältere Männer wieder an die Front schickt, um Deutschland vor Angriffen zu schützen. Ein Auszug:

Die Männer sollten ja ihr Rollenbild überdenken, erklärte man ihnen seit vielen Jahren – die Selbstkasteiung des starken Geschlechts konnte man an der Flanke des Fernandes-Komplexes beobachten. Bereit dazu Gewalt anzuwenden, Menschen zu schaden, ihnen Würde und Leben zu nehmen: Das muss der Mann im Falle eines Falles – um dieses Gemeinwesen zu verteidigen, um Frauen und Kinder zu schützen. Da ist die Bestie gerade gut genug – lieber alter weißer Mann, so hilf uns doch, schütze unser Haus und vergib uns unsere Schuld. Du bist ja doch ganz okay.




3. Das Nachrichtenportal Nordbayern berichtet:

Rund 970 Mal haben Anrufer aus Bayern im vergangenen Jahr das "Hilfetelefon Gewalt an Männern" angerufen. "Ob psychische Gewalt, Misshandlung, Mobbing oder Übergriffe in der Partnerschaft, die Fachkräfte hören zu – anonym, kostenlos und sicher", betonte das Sozialministerium in München anlässlich des sechsjährigen Bestehens des Angebots. Denn: "Auch Männer erleben Gewalt – in der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder in der Partnerschaft." So sind den Angaben zufolge etwa 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt männlich.


Insgesamt werden nicht "auch" sondern vor allem Männer Opfer von Gewalt, und im häuslichen Bereich sind es 50 Prozent, egal was "die Angaben" behaupten, aber okay. Hauptsache, ihr tut endlich was um zu helfen.

"Oft stecken Männer die Demütigungen, Drohungen oder Schläge jahre- und sogar jahrzehntelang ein. Denn darüber spricht man(n) nicht", schilderte Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU). Oft aus Scham: Der Mythos vom "starken Mann" halte sich hartnäckig. "Ich würde mir sehr wünschen, dass noch mehr Männer diese Spirale des Schweigens durchbrechen, denn ein gewaltfreies Leben ist möglich", betonte Scharf.

Aus den Erhebungen des Männerhilfetelefons geht hervor, dass die Betroffenen 2025 in knapp zwei Dritteln (61 Prozent) der Fälle Gewalt von der (Ex-)Partnerin oder dem (Ex-)Partner ausgesetzt waren. In über zwei Dritteln der Fälle wurde eine ausschließlich weibliche Täterschaft angegeben, teilte das Ministerium mit. Am häufigsten sei bei den Gesprächen der Wunsch nach psychosozialer Beratung geäußert worden (50 Prozent). "Ebenfalls hoch war der Bedarf, eine Beratung bezüglich einer aktuellen Gewaltsituation (41 Prozent) oder Schutz vor weiterer Gewalt (34 Prozent) zu erhalten."

Das unter der Nummer 0800 123 99 00 erreichbare Männerhilfetelefon war am 22. März 2020 an den Start gegangen. Es bietet betroffenen Männern ein offenes Ohr und konkrete Hilfe. Riefen im Gründungsjahr noch 1.480 Menschen an, waren es im vergangenen Jahr schon 4.051 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei mehr als zwei Dritteln der Anrufer handele es sich um von Gewalt direkt Betroffene, erläuterte das Ministerium - wobei die Gewalt vor allem in der Partnerschaft oder dem nahen sozialen Umfeld stattfinde. Knapp ein Viertel der Anrufe komme aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen oder aus Fachstellen.

Das Männerhilfetelefon wird von Augsburg aus betrieben. Neben den Gründungsländern Bayern und Nordrhein-Westfalen beteiligen sich Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz an der Finanzierung. Neben telefonischer Beratung erhalten Betroffene beim Männerhilfetelefon auch online Unterstützung unter www.maennerhilfetelefon.de. Im Freistaat gibt es darüber hinaus auch spezialisierte Beratungsstellen in München, Nürnberg und Augsburg sowie Schutzwohnungen in Nürnberg und Augsburg.




4. Eine aktuelle australische Studie zeigt, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gewalt in Paarbeziehungen und erhöhter Suizidalität bei Männern besteht: Sowohl Männer, die Gewalt erleben, als auch solche, die sie ausüben, berichten signifikant häufiger von suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen. Dieser Effekt erweist sich als stabil über die Zeit, was auf ein anhaltendes Risiko statt einer kurzfristigen Krisenreaktion hindeutet. Die Ergebnisse verdeutlichen auch, dass Gewaltbeziehungen oft komplex und bidirektional sind, da Männer oft gleichzeitig Opfer und Täter sind, was die psychische Belastung verstärken kann. In der untersuchten Stichprobe berichteten 30,3 % der Männer, Partnerschaftsgewalt ausgesetzt gewesen zu sein, und 23,7 % davon, selbst Gewalt ausgeübt zu haben. Insgesamt unterstreicht die Studie, dass häusliche Gewalt ein erheblicher Risikofaktor für die psychische Gesundheit von Männern ist und Präventions- sowie Interventionsmaßnahmen dies berücksichtigen sollten.



5. Die feministisch geprägte britische Tageszeitung Guardian fragt, ob die Manosphäre das Dating ruiniert habe. Natürlich, wer sonst könnte dafür in Frage kommen?



6. Eine ebenfalls britische Initiative, Frauenfeindlichkeit in den Reihen der Polizei anzuprangern, wurde zum Reinfall, nachdem die für Diversität Zuständigen lediglich sieben Antworten erhielten. In keinem dieser Fälle war es nötig, Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen.

Der pensionierte Polizeichef Martin Gallagher erklärte, das Scheitern dieser Kampagne zeige, dass Sexismus kein so großes Problem sei, wie es die Führungsspitze behauptet habe: "Meiner Meinung nach führen sie den Krieg von gestern. Als ich 1994 eintrat, war Sexismus ziemlich weit verbreitet. Als ich 2004 Sergeant war, waren die jungen Polizisten in meiner Schicht fast zu gleichen Teilen Männer und Frauen, und das Geschlecht spielte keine Rolle. Als ich 2022 in den Ruhestand ging, war offensichtlich, dass der meiste Sexismus nur noch eine schlechte Erinnerung war – aber es passte einigen, die ihre Karriere mit der Arbeit in Diversitätsrollen gemacht hatten, weiterhin Verhaltensweisen aus vergangenen Zeiten anzuprangern. Diversität in der Polizeiarbeit zu überwachen ist viel einfacher, als draußen in der Kälte auf der Straße zu stehen. Vielleicht wäre es angemessener, sich darauf zu konzentrieren, Kriminelle zu fassen."



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