Freitag, März 06, 2026

Kein Geld mehr: Existenz von ProQuote in Gefahr

1. Die Gewerkschaft Verdi warnt davor, dass die Existenz des feministischen Vereins "Pro Quote" wegen eines Förderstopps gefährdet ist.

Dem Verein fehlen durch den Förderstopp der Bundesregierung insgesamt 600.000 Euro für die nächsten drei Jahre. Ohne diese erhebliche Summe kann die Erhebung des Frauenmachtanteils der deutschen Leitmedien nicht fortgeführt werden. Auch weiterführende Studien, Social-Media-Präsenz sowie Fachkonferenzen als Orte des Austauschs, der Vernetzung und der solidarischen Bündnisbildung stünden vor dem Aus, heißt es in einer Mitteilung von ProQuote Medien vom 5. März 2026.

ProQuote Medien zählt und analysiert als einzige Institution in der deutschen Medienlandschaft seit 2012 regelmäßig den Frauenmachtanteil der deutschen Leitmedien. Dieser lag damals bei 14,39 Prozent, wuchs bis 2022 bis auf 39,9 Prozent an und sinkt seither kontinuierlich.

"Unsere Zählungen zeigen einen besorgniserregenden Rückgang seit gut drei Jahren”, erklärt dazu Katharina Preuth aus dem Vereinsvorstand. Dieser Backlash im Journalismus konnte nur durch die systematische Datenerhebung sichtbar gemacht werden. "Gerade in Zeiten von zunehmenden Rechtsextremismus, antifeministischer Bewegungen und populistischer Narrative ist Transparenz über Machtverhältnisse in Medien zentral für eine wehrhafte Demokratie."


600.000 Euro an Steuergeldern für das Zählen von Frauen in Redaktionen abgreifen zu wollen ist eine Frechheit. Vermutlich kommt man mit dieser Nummer wirklich nur durch, wenn man so tut, als wäre ohne dieses Zählen die Demokratie gefährdet. Während dieses Lager immer noch von einem "Frauen unterdrückenden Patriarchat" fabuliert, erhalten maskulistische Vereine, ja sogar NGOs, die beide Geschlechter in den Blick nehmen wie das Forum Soziale Inklusion, eine staatliche Förderung von exakt null Euro.

Im Interview mit der taz berichtet ein Vorstandsmitglied des Vereins:

"Wir vermuten politische Gründe und haben das Gefühl, dass der Wind im Ministerium sich gedreht hat. Uns wurde zum Beispiel vorab geraten, unseren Antrag besser nicht zu gendern. Und auch dass anderen feministischen Vereinen die Förderung nicht gegeben wurde, lässt vermuten, dass das Ministerium nicht mehr so Lust auf feministische Vereine hat."


Soll der Wildwuchs in diesem Bereich tatsächlich beschnitten werden, weil man die öffentlichen Gelder nicht mehr mit vollen Händen zum Fenster rauswerfen kann? Jedenfalls kündigte die von der taz befragte Quotenfrau an, man wolle sich nun mit anderen feministischen Vereinen zusamentun und eine Strategie entwickeln: "Auf welche Fördertöpfe wir uns bewerben können oder wie es sonst weitergehen kann."



2. Eine Studie der Grünen, über die der SPIEGEL berichtet, ohne sie zu verlinken, soll ebenfalls zeigen, das Widerworte zum Feminismus die Demokratie gefährden.

In seiner gegenwärtigen Ausprägung sei Antifeminismus keine vereinzelte Meinungsäußerung mehr, sondern eine international vernetzte politische Bewegung, schreibt der Autor der Studie, der Soziologe Andreas Kemper. Antifeminismus zeige sich in "politisch organisierten, strategisch handelnden Akteursnetzwerken, die in vielen Ländern koordiniert agieren". Ziel sei es, Rechte von Frauen, queeren Menschen und anderen marginalisierten Gruppen systematisch zurückzudrängen.

(…) Besonders problematisch sind laut der Untersuchung oft undurchsichtige Finanzierungsstrukturen. So würden teilweise Transparenz- und Registrierungspflichten im Lobbybereich nicht eingehalten oder nur verzögert erfüllt. Die Folge: Reichweite und Vernetzung seien nach außen schwer durchschaubar.


Klar, im Gegensatz dazu weiß man bei feministischen Vereinen, wer sie finanziert: Wir alle. Wobei sich das gerade zu ändern scheint und das Bundesfrauenministerium bald auch als "antifeministische Gruppierung" gelten könnte, wenn es die Steuergelder beharrlich nicht mehr rausrücken will.

Dem Antrag zufolge soll es Fortbildungen für Lehrkräfte, Richterinnen und Richter sowie Verwaltungspersonal geben. Und die Grünen wollen durchsetzen, dass Antifeminismus »als prägender Bestandteil verfassungsfeindlicher Ideologien« von Sicherheitsbehörden berücksichtigt werden muss. So solle die Ideologie "systematisch in die Analyse-, Beobachtungs- und Bewertungsmaßstäbe" der Behörden integriert werden.
Klar. Andernfalls könnten die Leute noch zu dem Eindruck gelangen, sie dürften denken und sagen, was sie wollen. Hier muss frühzeitig ein Riegel vorgeschoben werden.



3. Der Berliner Senat wollte Dienstag die bisherige Geschlechtertrennung bei Toiletten abschaffen. Im Entwurf für das neue Gaststättengesetz sollten nur noch "Frauen", "nicht-binär" und "neutral" vorgeschrieben werden. Männer kamen in dem Papier nicht mehr vor. Die CDU hat schnell die Spültaste gedrückt, berichtet die BILD.



4. Die Neue Zürcher Zeitung wirft der SPD vor, jede versuchte Tötung einer Frau durch ihren Partner grundsätzlich als "Femizid" einzustufen und entsprechend hart zu bestrafen.

Parteimitglieder machen über die Häufigkeit von "Femiziden" seit Jahren irreführende Angaben. 2024 sprach die damalige Innenministerin Nancy Faeser davon, dass fast jeden Tag in Deutschland ein solcher verübt werde. Die Zahl stammte vom Bundeskriminalamt, das damals zum ersten Mal ein Lagebild zur geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen vorstellte. Nur: Die Motivation der Täter war der Behörde unbekannt. Faeser bezeichnete also einfach alle dort erhobenen Gewalttaten gegen Frauen pauschal als "Femizide".

Genau da macht die Partei heute weiter. In ihrem Forderungspapier von dieser Woche heisst es: "2024 wurden 308 Frauen getötet, weil sie eine Frau sind." Diese Tötungen seien "Femizide" und müssten als solche bestraft werden. Die Zahl bezieht sich auf das aktuelle Lagebild zur Gewalt gegen Frauen, wie ein Mitarbeiter der rechtspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Carmen Wegge, der NZZ bestätigte. Laut diesem wurden 308 Frauen Opfer von Tötungsdelikten in Partnerschaften. Doch auch bei jenen Taten ist das Motiv unbekannt. Deshalb ist im Dokument ausdrücklich nicht mehr von Femiziden die Rede, um Missverständnissen vorzubeugen, wie die Behörde in einem langen Begleittext erklärt.

Die SPD ignoriert das einfach. Zu Ende gedacht, führt ihr Anliegen nicht zu mehr Gleichbehandlung, sondern zu einer Ungleichbehandlung. Es schafft eine Opferhierarchie. Für Gewalttaten gegen Frauen in der Partnerschaft würden dann grundsätzlich andere Massstäbe gelten. Das wäre hochproblematisch.


Für die SPD sollte die Ermordung eines Mannes weniger streng bestraft werden als die Ermordung einer Frau. Ein Männerleben ist für die SPD weniger wert. Aber kritisieren Sie das bloß nicht - das gefährdet die Demokratie.



5. Die Universität Missouri hat vor zwei Wochen ein neues Forschungspapier über "Männliche Wegwerfbarkeit, Recht und Feminismus" vorgelegt. In ihrem Abstract, der Zusammenfassung, heißt es:

Dieser Beitrag untersucht wissenschaftliche Belege dafür, dass Gesellschaften sich mehr um das Wohlergehen und die Sicherheit von Frauen als um das von Männern kümmern und dass diese Dynamik der "Wegwerfbarkeit von Männern" tief in der Kultur und damit auch im Recht verwurzelt ist. Die Anerkennung und Integration der Theorie der Wegwerfbarkeit von Männern würde einen evolutionären Sprung in der modernen Theoriebildung über Geschlecht und Recht bedeuten, wird jedoch ignoriert. Warum? Die feministische Theorie dominiert den aktuellen akademischen Diskurs über Geschlechterfragen. Weit davon entfernt, die Erklärungskraft der Theorie der Entbehrlichkeit von Männern zu würdigen, beschäftigen sich feministische Theoretikerinnen oft damit, geschlechtsspezifische Probleme so zu theoretisieren, dass das Mitgefühl von Männern weg und hin zu Frauen gelenkt wird. Es besteht also die Möglichkeit, dass die feministische Theorie von den psychologischen Verzerrungen und Vorurteilen geprägt ist, die zur Entbehrlichkeit von Männern führen, und dass der Feminismus das Problem daher noch verschärft. Dieser Artikel ist ein Aufruf zur weiteren Erforschung dieses oft vernachlässigten Themas sowie zum Mainstreaming einer Gender-Theorie, die die Gründe für die historische und aktuelle Situation der Männer ernst nimmt.


Das für jeden abrufbare Forschungspapier weist darauf hin, dass Männer eher als austauschbar betrachtet und häufiger für riskante oder gefährliche Aufgaben eingesetzt werden. Als Hinweise auf dieses Muster nennt der Autor verschiedene statistische Befunde und gesellschaftliche Beobachtungen, etwa dass Männer einen großen Anteil der tödlichen Arbeitsunfälle stellen, häufiger Opfer von Tötungsdelikten werden, deutlich höhere Suizidraten aufweisen und häufiger zum Militärdienst verpflichtet werden. Ein weiteres Beispiel für unterschiedliche öffentliche Aufmerksamkeit sieht der Autor in der Berichterstattung über die islamistische Terrororganisation Boko Haram. Er führt an, dass die Entführung von Schulmädchen aus der Stadt Chibok im Jahr 2014 weltweit große mediale Resonanz auslöste und eine internationale Kampagne zur Freilassung der Mädchen entstand. Zugleich weist er darauf hin, dass zuvor zahlreiche Jungen durch die gleiche Organisation getötet worden seien, ohne eine vergleichbare internationale Aufmerksamkeit zu erhalten. Weil feministische Perspektiven den akademischen Genderdiskurs stark geprägt haben, werden in diesem Bereich Nachteile oder spezifische Problemlagen von Männern seltener thematisiert. Das Forschungspapier diskutiert diese Kritik unter anderem anhand von Debatten im Rechtsbereich, etwa in Bezug auf häusliche Gewalt, gesetzliche Regelungen zu Sexualdelikten und Fragen der Wehrpflicht.



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Donnerstag, März 05, 2026

"Jeder dritte Mann der Generation Z sagt, die Frau muss gehorchen"

Wir haben schon viel zu lange nicht mehr mit der Künstlichen Intelligenz gearbeitet. 😊

Heute findet sich wieder ein Artkel, der sich förmlich hierzu aufdrängt. "Jeder dritte Mann der Generation Z sagt, die Frau muss gehorchen", donnert heute Morgen eine Schlagzeile des STERN. In dem Artikel heißt es:

Hausfrau-Influencerinnen, die lächelnd in Kochtöpfen rühren, Frauenfeinde wie Andrew Tate als TikTok-Stars: Traditionelle Rollenbilder sind in sozialen Medien stark präsent – und damit auch in den Köpfen junger Menschen. In einer Umfrage vertraten Männer der Generation Z im Vergleich der Altersgruppen in allen 29 einbezogenen Ländern die rückständigsten Auffassungen zur Rollenverteilung, wie das Meinungsforschungsinstitut Ipsos mitteilte. Zur Generation Z wurden zwischen 1997 und 2012 geborene Menschen gezählt.

"Digitale Ökosysteme verstärken die Polarisierung, weil Social Media Algorithmen zugespitzte Botschaften belohnen", von Männlichkeits-Influencern bis zu feministischen Gegennarrativen, erklärte Robert Grimm, Leiter der Politikforschung bei Ipsos in Deutschland. Junge Männer bejahten öfter traditionelle Hierarchien in Beziehungen und hätten eher ein Problem damit, wenn Frauen mehr verdienen oder sehr unabhängig auftreten.

"Es ist beunruhigend zu sehen, dass die Einstellung zur Gleichstellung der Geschlechter nicht positiver ist, insbesondere unter jungen Männern", sagte Julia Gillard von der beteiligten King’s Business School in London. Viele Gen-Z-Männer stellten nicht nur einschränkende Erwartungen an Frauen, sondern seien selbst in restriktiven Geschlechternormen gefangen.

61 Prozent der Gen-Z-Männer finden der Online-Umfrage zufolge, dass in Sachen Gleichstellung im eigenen Land schon genug getan wurde. 57 Prozent der Gen-Z-Männer sind der Ansicht, dass die Gleichstellung von Frauen sogar so weit gefördert wurde, dass nun Männer diskriminiert werden.

Ein weiteres erschreckendes Ergebnis: Fast jeder dritte Gen-Z-Mann (31 Prozent) ist der Meinung, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen sollte. Bei den Gen-Z-Frauen liegt der Wert mit 18 Prozent deutlich darunter. Zum Vergleich: Bei den männlichen Babyboomern – geboren zwischen 1946 und 1964 – sind nicht einmal halb so viele Männer dieser Ansicht (13 Prozent), bei den Boomer-Frauen ebenfalls weitaus weniger (6 Prozent). "Die diesjährige Umfrage zeigt uns, dass wir möglicherweise eine große Neuverhandlung der Geschlechterrollen in der heutigen Gesellschaft erleben", sagte Kelly Beaver, Ipsos-Geschäftsführerin in Großbritannien und Irland.

Fast ein Drittel der in Ländern wie Thailand, Mexiko, Südafrika, Italien, Australien, den USA und Japan befragten Gen-Z-Männer (29 Prozent) denkt, dass es für Probleme sorgt, wenn eine Ehefrau mehr verdient als ihr Mann. Bei den Boomer-Männern sind es gerade mal 18 Prozent. Für die Umfrage anlässlich des Weltfrauentags wurden in 29 Ländern mehr als 23.000 Menschen ab 16 Jahren befragt.

(…) In Deutschland sind inzwischen 37 Prozent der männlichen Befragten der Meinung, dass die Förderung von Frauen so weit getrieben wurde, dass nun Männer diskriminiert werden. Bei den Frauen glauben das immerhin 22 Prozent.


Der Artikel wird hinten raus differenzierter, aber bis dahin hat jeder Leser durch die ersten Absätze den Eindruck gewonnen, die Entwicklung ginge im Eilzug zurück in die Steinzeit der Geschlechterverhältnisse, und "digitale Ökoverhältnisse" seien schuld daran. Ist die Manosphäre schon derart mächtig? In anderen Medien findet man denselben Artikel.

Nun widerspricht die Darstellung, in der sogenannten "Generation Z" sei jeder Dritte für eine Unterordnung der Frau, komplett meiner Welterfahrung. Es wundert mich, dass es Journalisten nicht ähnlich geht. Ich habe deshalb eine Künstliche Intelligenz gebeten, den Artikel einzuordnen. Sie gelangte zu folgendem Ergebnis:

Der Artikel "Gen Z: Jeder dritte junge Mann sagt: Die Frau muss gehorchen" stützt sich auf eine internationale Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos und präsentiert deren Ergebnisse in einer Weise, die stark auf einen überraschenden Generationenkonflikt zugespitzt ist. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch mehrere Punkte, an denen Vorsicht geboten ist.

Zunächst fällt auf, dass der Artikel eine globale Umfrage als Beleg für eine Aussage über "die Generation Z" insgesamt nutzt. Befragt wurden Menschen aus 29 Ländern mit sehr unterschiedlichen kulturellen, religiösen und sozialen Normen. Einstellungen zur Ehe und zu Geschlechterrollen unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen Ländern. Wenn in einigen Staaten traditionellere Ansichten verbreiteter sind, beeinflusst das den Gesamtwert der jungen Männer in der Studie. Der Artikel erwähnt zwar die internationale Dimension, vermittelt aber durch Überschrift und Tonfall den Eindruck, die Aussage betreffe direkt junge Männer in Deutschland. Damit entsteht eine Generalisierung, die empirisch nicht gedeckt ist.

Ein zweiter kritischer Punkt betrifft die konkrete Frageformulierung. In vielen Umfragen zu Geschlechterrollen wird eine Aussage wie "Eine Ehefrau sollte ihrem Mann gehorchen" abgefragt und die Befragten geben an, ob sie zustimmen oder nicht. Solche Fragen sind jedoch interpretierbar. Manche Befragte könnten das Wort "gehorchen" in einem religiösen oder traditionellen Kontext verstehen, andere ironisch, wieder andere als Ausdruck einer grundsätzlich hierarchischen Ehevorstellung. Ohne die exakte Wortwahl, die Übersetzung in verschiedenen Sprachen und die Antwortskalen zu kennen, bleibt unklar, was genau die Zustimmung bedeutet. Der Artikel liefert diese methodischen Details nicht.

Hinzu kommt ein typisches Problem von Meinungsumfragen: Die gemeldeten Prozentwerte beziehen sich nur auf den Anteil der Zustimmenden, nicht auf die Verteilung aller Antworten. Es ist denkbar, dass ein erheblicher Teil der jungen Männer der Aussage klar widersprochen hat, während ein weiterer Teil neutral oder unentschlossen war. Wenn nur der Anteil der Zustimmung hervorgehoben wird, entsteht leicht ein dramatischer Eindruck, obwohl die Mehrheit möglicherweise anderer Meinung ist. Die Schlagzeile "jeder dritte" verstärkt diesen Effekt zusätzlich, da sie eine Minderheitsposition rhetorisch stark hervorhebt.

Der Artikel verknüpft das Ergebnis zudem mit einer verbreiteten Deutung: Junge Männer würden konservativer werden oder sich gegen Gleichstellungspolitik wenden. Diese Interpretation wird zwar mit Expertenzitaten gestützt, bleibt aber spekulativ. Um eine solche Entwicklung wirklich zu belegen, wären langfristige Vergleichsdaten nötig, die zeigen, dass sich Einstellungen derselben Altersgruppe über längere Zeit verändern. Eine einmalige Umfrage kann zwar Unterschiede zwischen Altersgruppen feststellen, aber daraus lässt sich nicht automatisch eine generelle Trendbewegung ableiten. Altersunterschiede können ebenso gut Lebensphaseneffekte sein.

Ein weiterer Punkt betrifft den Unterschied zwischen Einstellungen in Umfragen und tatsächlichem Verhalten im Alltag. Selbst wenn ein Teil der Befragten einer traditionellen Aussage zustimmt, folgt daraus nicht zwingend, dass sie diese Norm in realen Beziehungen praktizieren oder erwarten würden. Sozialwissenschaftliche Forschung zeigt immer wieder, dass abstrakte Meinungsfragen und konkrete Lebenspraxis auseinandergehen können. Der Artikel behandelt die Zustimmung jedoch so, als sei sie ein direkter Hinweis auf reale Beziehungsnormen.

Schließlich spielt auch der mediale Kontext eine Rolle. Nachrichtenmedien neigen dazu, Umfrageergebnisse hervorzuheben, die Überraschung oder Konflikt signalisieren. Eine Überschrift, die suggeriert, dass junge Männer plötzlich autoritäre Ehevorstellungen vertreten, erzeugt Aufmerksamkeit. Differenziertere Ergebnisse – etwa dass viele junge Menschen zugleich egalitäre Vorstellungen über Arbeitsteilung oder Partnerschaft haben – treten in den Hintergrund.

Insgesamt zeigt sich daher: Der Artikel greift ein reales Umfrageergebnis auf, präsentiert es aber stark zugespitzt und ohne ausführliche methodische Einordnung. Besonders problematisch ist die implizite Verallgemeinerung auf "die Generation Z" und die fehlende Differenzierung nach Ländern, Kontexten und Antwortmustern. Um wirklich beurteilen zu können, wie junge Männer über Partnerschaft und Geschlechterrollen denken, müsste man die vollständige Studie, die Frageformulierungen und die länderspezifischen Daten genauer betrachten.


Ich forderte die Künstliche Intelligenz auf, genau das zu tun und erhielt folgende Antwort:

Ja. Wenn man sich die zugrunde liegende Studie ansieht, zeigt sich: Der Kernwert, den der Artikel hervorhebt, existiert tatsächlich – aber die mediale Darstellung ist deutlich zugespitzt. Ich gehe Schritt für Schritt durch, was die Studie wirklich sagt und wo der Artikel verkürzt.

1. Der zentrale Zahlenwert stimmt grundsätzlich

Die Untersuchung wurde von Ipsos gemeinsam mit dem Global Institute for Women’s Leadership durchgeführt. Befragt wurden rund 23.000 Personen in 29 Ländern.

Eine der Aussagen im Fragebogen lautete sinngemäß: "Eine Ehefrau sollte ihrem Mann immer gehorchen."

31 % der Männer der Generation Z stimmten dieser Aussage zu. Zum Vergleich: 13 % der Babyboomer-Männer stimmten zu.

In diesem Punkt ist die Kernaussage des Artikels also korrekt: Der Wert existiert tatsächlich in der Studie.

2. Der Artikel verschleiert, dass es ein globaler Durchschnitt ist

Der wichtigste Kontext: Die 31 % sind ein weltweiter Durchschnitt über 29 Länder.

In einzelnen Ländern unterscheiden sich die Werte drastisch. Beispiele aus der Studie:

Indonesien: etwa 66 % Zustimmung

Malaysia: etwa 60 %

USA: etwa 23 %

Großbritannien: etwa 13 %

Das bedeutet: Ein Teil der Länder mit stark traditionellen Normen zieht den Durchschnitt deutlich nach oben.

Ein vereinfachtes Beispiel (zur Illustration):

10 Länder mit 10 % Zustimmung

10 Länder mit 20 %

9 Länder mit 60 %

Der Durchschnitt läge dann bei rund 30 %, obwohl in zwei Dritteln der Länder deutlich weniger Menschen zustimmen.

Wenn ein deutscher Artikel die Zahl präsentiert, ohne diese Streuung zu erklären, entsteht der Eindruck, dass die Aussage typisch für westliche junge Männer sei. Die länderspezifischen Angaben, die für Deutschland genannt werden, zeichnen ein ganz anderes Bild:

73 % der Deutschen befürworten eine gemeinsame Verantwortung für Kindererziehung.

75 % sehen beide Geschlechter beim Geldverdienen in der Pflicht.

77 % bei der Hausarbeit.

Das sind klar egalitäre Mehrheitspositionen.

In vielen internationalen Einstellungsstudien liegt Deutschland bei genau solchen Fragen unter den egalitärsten fünf bis acht Ländern weltweit.

3. Die Studie zeigt widersprüchliche Einstellungen

Ein weiterer Punkt, der in vielen Medienberichten untergeht: Die gleichen Befragten äußern gleichzeitig auch egalitäre Einstellungen.

Beispielsweise ergab die Studie: 41 % der Gen-Z-Männer finden erfolgreiche Karrierefrauen attraktiver.

Die Forscher sprechen daher selbst von einer "Dualität" der Einstellungen: Traditionelle und moderne Vorstellungen existieren parallel. Die Schlagzeile vermittelt dagegen ein klar konservatives Bild.

4. Auch junge Frauen äußern solche Ansichten – wenn auch seltener

Ein Detail, das der Artikel typischerweise nicht hervorhebt: 18 % der Gen-Z-Frauen stimmen ebenfalls zu, dass eine Ehefrau ihrem Mann gehorchen sollte.

Das zeigt: Der Effekt ist nicht ausschließlich ein Männerphänomen, sondern spiegelt in manchen Ländern breitere kulturelle Normen.

Fazit: Der Artikel ist nicht frei erfunden, aber er vermittelt ein verzerrtes Bild. Der Leser interpretiert die globale Durchshcnittszahl schnell als Aussage über junge Männer in Deutschland, obwohl es statistisch ein weltweiter Mittelwert ist.


Ich habe nun weitergefragt: "Mehrere deutsche Artikel berichten auf dieselbe Weise. Im Vordergrund stehen hier als angebliche Ursache für die genannten Zahlen Männer, die ihre Meinung online äußern, und nicht die enorme kulturelle Kluft zwischen Ländern wie Indonesien und Ländern wie Deutschland. Welches Ziel hat eine derart manipulative Berichterstattung? Warum prügelt man auf Sündenböcke wie die Manosphäre ein, statt sich mit den tatsächlichen Ursachen zu beschäftigen?" Folgende Antwort habe ich darauf erhalten:

Eine eindeutige Absicht lässt sich aus der Berichterstattung allein kaum sicher ableiten. Es gibt jedoch mehrere gut bekannte Mechanismen im Journalismus und in der Medienökonomie, die erklären können, warum solche Darstellungen entstehen.

Erstens spielt Nachrichtenlogik eine große Rolle. Medien bevorzugen Themen, die Überraschung, Konflikt oder gesellschaftliche Spannung signalisieren. Eine Überschrift wie "jeder dritte junge Mann findet, die Frau müsse gehorchen" erfüllt mehrere dieser Kriterien: Sie wirkt schockierend, lässt sich leicht verstehen und impliziert einen kulturellen Konflikt zwischen Generationen. Differenziertere Botschaften – etwa dass es sich um einen globalen Durchschnitt handelt und westliche Länder deutlich darunter liegen – erzeugen deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Zweitens begünstigt der Online-Journalismus starke Vereinfachungen. Viele Artikel basieren auf kurzen Agenturmeldungen oder Pressemitteilungen. In solchen Formaten wird häufig nur der auffälligste Wert übernommen. Kontext wie Länderunterschiede, Frageformulierungen oder Stichprobeneffekte fällt dabei leicht unter den Tisch. Wenn mehrere Medien auf denselben Ausgangstext zurückgreifen, verbreitet sich diese verkürzte Darstellung schnell parallel.

Drittens passen solche Zahlen gut in bestehende gesellschaftliche Narrative. In vielen westlichen Debatten gibt es seit einigen Jahren die These einer "männlichen Gegenbewegung" oder eines kulturellen Backlashs gegen Gleichstellung. Wenn eine Studie scheinbar Zahlen liefert, die dieses Narrativ stützen, wird sie eher aufgegriffen und entsprechend interpretiert. Medien wählen aus Studien oft diejenigen Aspekte aus, die zu bereits diskutierten Themen passen.

Viertens ist die Erklärung über soziale Medien journalistisch attraktiv. Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram werden häufig als Treiber gesellschaftlicher Trends dargestellt. Eine Geschichte, die Online-Influencer oder Internetdiskurse als Ursache nennt, wirkt anschaulich und aktuell. Die sehr viel kompliziertere Erklärung – dass ein globaler Durchschnitt stark von kulturell sehr unterschiedlichen Ländern geprägt wird – ist für eine kurze Nachricht weniger erzählerisch.

Fünftens spielt auch die Ökonomie der Aufmerksamkeit eine Rolle. Polarisierende oder alarmierende Aussagen erzeugen mehr Klicks, Kommentare und Weiterverbreitung. Das schafft einen strukturellen Anreiz, Ergebnisse zugespitzt darzustellen.

In der Medienforschung spricht man hier häufig von Agenda-Setting: Medien wählen Themen aus und setzen damit Schwerpunkte im öffentlichen Gespräch. Rund um symbolische Daten wie den Internationalen Frauentag verschiebt sich diese Agenda automatisch stärker auf Geschlechterfragen.

Das führt dazu, dass Studien mit problematischen oder alarmierenden Ergebnissen besonders sichtbar werden, während andere Aspekte derselben Forschung weniger Beachtung finden.




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Mittwoch, März 04, 2026

Frankreich: Bei Teenagern wachsen Maskulismus und Feminismuskritik

1. Gestern hatte Christian Schmidt eine Meldung über den Rückgang des Feminismus in Spanien ausführlich behandelt. In Frankreich entwickeln sich die Dinge bei Jugendlichen ähnlich:

Junge Jungen scheinen zunehmend antifeministischen Ideen ausgesetzt zu sein – ein Phänomen, das Forscher und Institutionen beunruhigt. Maskulinistische Rhetorik, die in den sozialen Medien weit verbreitet ist, beeinflusst ihre Ansichten zu Geschlechterverhältnissen und verändert mitunter das Klima in Schulen und Familien.

Im Januar 2026 veröffentlichte der Hohe Rat für Gleichstellung der Geschlechter (HCE) seinen Jahresbericht zum Thema Sexismus in Frankreich. Die Zahlen sind alarmierend: 23 % der Männer zwischen 15 und 24 Jahren und 31 % der Männer zwischen 25 und 34 Jahren sind der Ansicht, dass es derzeit ein Nachteil ist, ein Mann zu sein. Diese Wahrnehmung steht im deutlichen Gegensatz zu der junger Frauen und verdeutlicht die wachsende Geschlechterkluft in Fragen der Gleichstellung.

(…) Maskulinismus stellt Männer als Opfer feministischer Fortschritte und des Kampfes für Gleichberechtigung dar. Auf bestimmten Videoplattformen und in sozialen Medien spricht diese Rhetorik Jugendliche an, die nach Identitätsmerkmalen suchen, mitunter sogar innerhalb progressiver Familien. Die Ideologie propagiert eine sogenannte "Krise der Männlichkeit" und wirft dem Feminismus vor, Männer zu benachteiligen – sei es in der Schule, im Beruf oder im Rechtssystem. Diese Botschaften zielen oft darauf ab, ein Gefühl der Ungerechtigkeit oder des Statusverlusts zu erzeugen und die Polarisierung zwischen Mädchen und Jungen zu verstärken.


Das hört sich alles beängstigend an. Besser, ihr haltet euch von solchen Leuten fern. Der Hohe Rat für Gleichstellung der Geschlechter weiß bestimmt am besten, was richtig für uns alle ist.

Witzigerweise gibt der einseitig aufgeladene Artikel denselben Ratschlag, den ich als böser Maskulist geben würde:

Angesichts dieser Situation betonen Expertinnen und Experten die Notwendigkeit von Medienkompetenz, offenem Dialog innerhalb der Familien und einer fundierten Auseinandersetzung mit Geschlechtergleichstellung. Das Verständnis der Mechanismen hinter diesen Diskursen ermöglicht es uns, junge Menschen bei der Entwicklung ihrer eigenen Werte zu unterstützen und der Verbreitung sexistischer Stereotype entgegenzuwirken.




2. Die Zeitschrift CICERO beschäftigt sich kritisch mit den Ankündigungen von Frauenministerin Prien, sich zukünftig auch um Männer und Jungen zu kümmern (Genderama berichtete):

In der sonderpädagogischen Förderung sind Jungen weiterhin deutlich überrepräsentiert: 55,9 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf waren im selben Schuljahr männlich. Männer stellen seit Jahren die deutliche Mehrheit der Suizidopfer – 2024 lag ihr Anteil bei 71,5 Prozent. Und in der Bildungsstatistik kippt die Lage im jungen Erwachsenenalter: Laut OECD hatten 2024 in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen nur 36 Prozent der Männer einen tertiären Abschluss, gegenüber 41 Prozent der Frauen.

Hier jedoch beginnt Priens Vorstoß zu kippen. Bei ihr steht die Jungenfrage im Schatten einer Sicherheitsdiagnose. In einem Interview mit der Rheinischen Post warnte sie vor einer "Männergeneration", die sich als Verlierer empfinde und anfällig werde für autoritäre Weltbilder. Im Netz seien Extremisten unterwegs, die genau wüssten, mit welchen Botschaften sie Jungs ansprechen könnten: "mit Körperlichkeit etwa, mit Sport und Proteinen".

Wenn Anerkennung primär als Gefahrenabwehr argumentiert wird, wird aus einem Bürger schnell ein Risiko. Junge Männer erscheinen dann nicht zuerst als Menschen, die Anschluss suchen, sondern als potenzielle Störer, die man rechtzeitig "abholen" muss. Anerkennung, die als Prävention verkauft wird, ist keine Anerkennung, sondern ein Instrument. Wer das spürt – und Jugendliche spüren so etwas zuverlässig –, reagiert selten mit Dankbarkeit, eher mit Trotz.


Dem kann ich nur zustimmen. Die Botschaft "Wir kümmern uns um das Leiden von Jungen und Männern, weil viele sonst stören könnten" ist fragwürdig. Im weiteren Verlauf seines Beitrags zeigt sich der CICERO-Autor besorgt darüber, dass aus Priens Vorstoß eine neue Form der Gleichstellungspolitik werden könnte, nur jetzt eben zugunsten von Juungen und Männern:

Brauchen wir wirklich mehr staatliche Gleichstellungsprogramme? Oder brauchen wir Institutionen, die schlicht besser funktionieren? Schulen, die Jungen nicht systematisch verlieren. Übergänge in Ausbildung und Beruf, die nicht vom Milieu abhängen. Strukturen, die ohne Identitätskategorien auskommen und deshalb für alle funktionieren könnten.

Das ist keine unbedeutende Unterscheidung. Wer das Problem in der Kategorie "Gleichstellung" rahmt, bekommt als Antwort zwangsläufig mehr Steuerung, mehr Programme, mehr Verdachtsverwaltung. Wer es als institutionelles Versagen rahmt, kommt zu anderen, nüchterneren Lösungen.

Priens Vorstoß ist damit ein Testfall der politischen Kultur. Die deutsche Politik wird künftig daran zu messen sein, ob sie reale Benachteiligungen von Jungen und jungen Männern anerkennen kann, ohne daraus das nächste Identitätsprojekt zu machen – und ob es möglich ist, über sie zu sprechen, ohne sie reflexhaft unter Sicherheitsvorbehalt zu stellen.




3. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat in ihrer neuesten Zeitschrift "Antifeminismus in Schule und Hochschule" als Titelthema, wobei das Morphem "Anti-" auf dem Cover durchgestrichen ist.



4. In einer groß angelegten norwegischen Studie mit über 7 200 Achtklässlern wurden verschiedene Merkmale untersucht, die mit psychischer Widerstandskraft und schulischem Erfolg zusammenhängen. Jungen zeigten höhere Werte bei Motivation, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, Mut und Wohlbefinden. Mädchen erzielten höhere Werte im Mitgefühl für andere und berichteten, mehr Mitgefühl von Mitschülern und Erwachsenen zu bekommen. Bei einem umfassenderen Maß für seelisches Wohlbefinden zeigten sich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede – Jungen und Mädchen lagen hier gleichauf. Die Forscher wiesen darauf hin, dass Mädchen trotz niedrigerer Selbsteinschätzungen bei den genannten Aspekten häufig bessere schulische Leistungen erbringen. Sie profitieren stärker davon, sich in der Schule unterstützt zu fühlen.



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Montag, März 02, 2026

"Sie als Mann – können Sie das überhaupt?"

1. Drei Tagesväter berichten in der "Zeit", welche sexistischen Vorurteile ihnen entgegengeschlagen sind und wie sie es geschafft haben, diese Ablehnung zu überwinden.



2. Dieser Tage wurde wieder der Equal Pay Day begangen, der sich, wenn es nach dem Umfang der medialen Berichterstattung geht, zu einem nationalen Gedenktag zu entwickeln scheint. Was dabei oft untergeht, sind Erklärungen wie etwa die des Instituts für Deutsche Wirtschaft, dass es beim Gehalt keine Ungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen gibt. Auch beim Lawblog kann man sich dem alljährlichen Spektakel nur noch sarkastisch nähern: "Anwälte verdienen so gut wie nichts, Frauen noch weniger."

Die Studien selbst gehen auch überraschend wenig auf tatsächliche Ursachen für unterschiedliche Einkommen ein: freiwillige Teilzeit, Karrierepausen für Kinder oder die Tatsache, dass Frauen überproportional in familien-, sozial- und migrationsrechtliche Nischen ihr berufliches Glück suchen. Dort sind die Honorare nun mal niedriger, auch für Männer. Stattdessen wird fleißig auf "Diskriminierung" und "mittelbar geschlechtsbedingte Faktoren" verwiesen, ohne dass man versteht, was das eigentlich sein soll. (…) Das Narrativ von der umfassenden Diskriminierung muss halt stehen, sonst gibt es keine Schlagzeilen zum Gedenktag. Und – wer möchte bei Widerspruch schon gecancelt werden?




3. "Manuel Hagel ist nicht der deutsche Epstein", stellt Livia Gerster in der Frankfurter Allgemeinen über den Politiker klar, der sich zum Entsetzen etlicher Journalisten an die "rehbraunen Augen" einer Schülerin erinnerte. Sie mahnt: "Wenn alles ein Skandal ist, ist nichts ein Skandal". In dem Artikel heißt es weiter:

"Ekelhaft" und "pädophil" sind noch die mildesten Urteile. In Podcasts wird mal eben nach dem „Gefängnis“ gerufen, auf der Plattform X rückt man den CDU-Politiker in die Nähe von Jeffrey Epstein, und auf Instagram ist man sich einig, dass Hagel sich für das Amt des Ministerpräsidenten und überhaupt als Mensch und Politiker ein für alle Mal disqualifiziert habe.

(…) Wer, wie manche Grüne, eine Schülerin für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert, kann nicht gleichzeitig behaupten, für diese zu kämpfen. Die sprungbereite Öffentlichkeit nimmt den Ball natürlich dankbar auf. Nichts lieben Influencer so sehr wie sekundenkurze Videoschnipsel, die sie mit der eigenen Empörung garniert hinaussenden können. Man muss kein Wahlprogramm lesen, nicht mal etwas von Politik verstehen, und kann sich trotzdem zum moralischen Richter aufschwingen.


Bei Eva, Hagels "Opfer", und ihrer Familie will man bei dem ganzen Zirkus übrigens nicht mitmachen:

Evas Tante hat genug gehört, sagt: "Gibt's nach acht Jahren kein anderes Thema? Jetzt lassen wir den Manuel Hagel mal schön in Ruhe – und meine Eva auch."




4. Männer sind mit ihrem Sexualleben weniger zufrieden als Frauen, haben Wissenschaftler herausgefunden, und sind mal wieder total überrascht. Einmal mehr laufen Forschungsergebnisse der Propaganda des geknechteten weiblichen Geschlechts entgegen. Den Wissenschaftlern fällt dazu nichts anderes ein als die Spekulation, dass die befragten Frauen vielleicht gelogen haben könnten.



5. Zwei US-amerikanische Abgeordnete aus den beiden großen Parteien haben einen maskulistischen Gesetzantrag im Repräsentantenhaus eingereicht. Der sogenannte "State of Men’s Health Act" zielt auf eine bundesweite Auseinandersetzung mit der Männergesundheit in den USA ab. Er würde die zuständige Behörde verpflichten, eine umfassende Untersuchung zum Gesundheitszustand von Männern in den Vereinigten Staaten durchzuführen und dem Kongress darüber zu berichten. Außerdem soll ein neues "Office of Men’s Health" eingerichtet werden. Dieses Amt soll Berichte und Empfehlungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Männern erstellen. Der Entwurf hat Zuspruch verschiedener medizinischer und gesundheitsbezogener Organisationen erhalten: "Zu viele Männer sterben zu jung an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten."



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Freitag, Februar 27, 2026

Die Welt: "So stoppten Männerrechtler eine feministische Dating-App"

1. Unter der Schlagzeile "So stoppten Männerrechtler eine feministische Dating-App" berichtet Nicola Erdmann in der "Welt":

Es war eine kleine Revolution im Dating-Leben, 2014, zur Hochzeit der Dating-Apps. Whitney Wolfe gründete die App "Bumble", die eine "Plattform der Liebenswürdigkeit" sein sollte, denselben Wischmechanismus verwendet wie Tinder und doch einen ganz anderen Ansatz verfolgte. Es war nur eine vermeintlich kleine Änderung im lang gelernten Dating-Spiel, die Großes bewirken sollte: Auf Bumble musste die Frau den ersten Schritt machen. Nach einem erfolgreichen Match (sowohl Mann als auch Frau wischen das Profilfoto des anderen nach rechts und signalisieren einander Interesse) hatte die Frau 24 Stunden Zeit, dem Mann eine erste Nachricht zu schreiben. Tat sie das nicht, verfiel die Paarung. Es sollte um Wertschätzung, Respekt und Resultate gehen. Und um eine Machtverschiebung.

(…) So der Ansatz, so das Marketing, mit dem die App einige Jahre lang große Erfolge hatte – 2014 war die Zeit des "Girl Boss", den Gründerin Wolfe perfekt verkörperte, der Firmenwert von "Bumble" lag zwischenzeitlich bei mehr als sieben Milliarden US-Dollar, die App hatte mehr als 40 Millionen aktive Nutzer.

Doch zehn Jahre nach Gründung, im April 2024, wurde alles anders. Plötzlich wurde genau das Feature, das als "Bumble"-Alleinstellungsmerkmal galt, abgeschafft. Nun waren es nicht mehr die Frauen, die zwingend die erste Nachricht schicken sollten, "make the first move", sondern auch den Männern war das nun möglich. Man verkaufte den Nutzern, vor allem den weiblichen, diese substanzielle Veränderung als bewusste Entscheidung, um ihnen "mehr Wahlfreiheit" zu geben. In Wahrheit, so berichtete es der "Observer" 2025, stand "Bumble" unter juristischem Druck. Zwischen Juni und August 2023 soll das Unternehmen mehr als 20.000 Klageandrohungen erhalten haben, von Männerrechtlern, die angaben, dass sie sich vom Ansatz der Dating-App diskriminiert fühlten.

Die aktuellste Klage, die auch vor Gericht gelangte, stammt von Alfred Rava, einem in Kalifornien ansässigen Rechtsanwalt und Superstar unter den Männerrechtlern auf Reddit. Er fühlt sich von allem diskriminiert, was speziell für Frauen angeboten wird – und hat Hunderte Klagen eingereicht. Er klagt, wenn Bars "Ladies‘ Nights" anbieten und Frauen dort spezielle Cocktails bekommen, er klagt, wenn in Läden oder bei Veranstaltungen Muttertagsgeschenke nur an Frauen verteilt werden oder wenn Firmen Netzwerkveranstaltungen unter dem Motto "Women only" anbieten. Ein familiengeführtes Restaurant in San Francisco musste vergangenes Jahr schließen, weil es sich die gerichtliche Auseinandersetzung mit Rava nicht mehr leisten konnte – er hatte auch gegen die dortige "Ladies‘ Night" geklagt, die Frauen Rabatt auf Getränke anbot.


Schon frech, dass diese Männerrechtler sich mit den Mitteln des Rechtsstaats gegen Diskriminierung wehren. Die frühen Feministinnen hätten in der umgekehrten Sitation einfach "frauenfeindliche" Bars und Restaurants zerlegt.



2. MANNdat, die vermutlich bekannteste deutsche NGO, die sich für Jungen und Männer einsetzt, hat ähnliche Dinge vor. Aktuell versendet der Verein einen Spendenaufruf zum Aufbau eines Fonds, aus dem künftig Gerichtsprozesse finanziert werden sollen deren Ziel die Beseitigung struktureller Benachteiligungen von Männern ist.

Erster Spendenaufruf EQUIMAS

Viele für Einen – Einer für Millionen!

Gerechtigkeit kostet Geld! Viel Geld! Anwälte, Verfahrenszulassung, Prozesse erfordern einen hohen Aufwand, der nun einmal kostet – daher bleiben viele Dinge, die wir für Unrecht halten, bisher ungeprüft. Das wollen wir ändern! Da von Seiten der Politik keine Änderung zu erwarten ist, müssen wir selbst unsere Gleichberechtigung in dieser Gesellschaft erstreiten. Dies kann, wie gesagt, nur auf dem Rechtsweg geschehen.

In vielen Fällen muss Gerechtigkeit vor Gericht erstritten werden. Oft sind die Gerichte die einzige Möglichkeit, übergriffige und ungerechte Politik in ihre Schranken zu weisen. Während Frauen-NGOs durch Steuergelder finanziert werden und damit ihre Interessen durchsetzen können, gibt es für uns nur den Weg, gemeinsam Projekte zu finanzieren. Da die rechtliche Situation der Männer zur Zeit desolat ist und auch in den Köpfen der Richter ein negatives, sexistische Männerbild überwiegt, können wir nicht damit rechnen, auf Anhieb Erfolg zu haben. Doch Scheitern ist besser als Nichtstun.

Daher haben wir den Fond EQUIMAS gegründet. Equimas steht für AEquitas Mas (lat. für: Gleichheit vor dem Gesetz und Mann).

Die Idee: Wenn 3000 Leute ein Jahr lang jeden Monat 1 Euro für diesen Fond spenden, dann haben wir die Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen.

Konkret wird es so ablaufen, dass Ihr einmal jährlich mindestens 12 € an den Fonds überweist. Bislang ist Equimas keine eigene Rechtspersönlichkeit. Deshalb wird der Fonds vorläufig bei MANNdat beheimatet bleiben und hat heute schon die Zusage der Unterstützung von anderen Männer-/Väterrechtsorganisationen. MANNdat hat für die Spenden einen eigenen Verwendungszweck eingerichtet (s.u.); Euer Verein kann zudem mit Eurer Zustimmung auch die Überweisung an uns pauschal übernehmen.

Denn es wird Zeit, dass wir Männer unsere Interessen gemeinsam vertreten.

Bankverbindung und Verwendungszweck:

Empfänger: MANNdat e.V.

IBAN: DE14 6001 0070 0032 3357 09

BIC: PBNKDEFF

Verwendungszweck: Equimas

Wir sind in der Planungsphase des Projektes. Unsere Idee bisher: Aus vorliegenden Vorschlägen werden wir einen Fall wählen, den wir zur Klage bringen können und der im Erfolgsfall einen Grundrechtsverstoß oder eine geschlechtsbezogene Diskriminierung aufhebt oder zu einer Verbesserung im Familienrecht führt. Die Klage muss mit einem Einzelfall geführt werden. Wir wollen aber nur solche Einzelfälle unterstützen, die nach unserer Auffassung einen allgemeinen Rechtsbruch darstellen, etwa bei der geschlechterbezogenen Quote oder im Familienrecht.




3. Unter der Überschrift "Sexismusvorwurf gegen CDU-Kandidat Hagel: Männerrechtler spricht von Skandalisierung" berichtet die Berliner Zeitung:

Neben der Kritik aus Politik und Medien, gibt es eine Gegenöffentlichkeit, die anderen Meinungen eine Stimme gibt, wie der Blog "Genderama". Er versteht sich als Teil einer linksliberalen männerpolitischen Strömung, und bezeichnet die Debatte als überzogen. Betrieben wird der Blog von Arne Hoffmann. In einem Interview mit der Berliner Zeitung bezeichnet er sich als Maskulist, anderswo wird er als Wissenschaftsjournalist und Autor vorgestellt.

In seinem Beitrag wird argumentiert, die damalige Aussage sei eine rückblickende, nicht weiter ausgeführte Beschreibung gewesen und weder sexualisierend noch herabwürdigend. Die mediale Reaktion wird dort als Beispiel für eine aus Sicht des Blogs zunehmende Sensibilisierung bis hin zur Überinterpretation sprachlicher Details gewertet.


Auch der Journalist Harald Martenstein hat sich zu dem Fall geäußert und spricht Manuel Hagel selbst an:

Was man Ihnen vorwirft, ist im Grunde, dass es sich bei Ihnen um einen Menschen handelt und nicht um einen Roboter. Ein junger Mann sieht ein Mädchen und ist bezaubert: Das kann passieren. Es passiert alle Tage. So ist das Leben. Es ist kein Vergehen, Mensch zu sein. Es ist nicht mal ein Vergehen, ein Mann zu sein.

Der Versuch, aus einer Banalität einen Skandal zu machen, sagt viel aus über die innere Leere des Politikbetriebs. Es gibt jede Menge echte Probleme und folglich jede Menge Gründe, die mutmaßlich Tüchtigsten in die wichtigen Ämter zu bringen. Ob jemand Moralvorschriften genügt, die schon 1970 überholt gewirkt hätten, darf man für unwichtig halten.


Währenddessen schwadroniert der Berliner Tagesspiegel munter von angeblichen lüsternen Aussagen über Minderjährige und berichtet:

Der ein oder andere männliche Bundestagsabgeordnete berichtete am Mittwoch, von seiner Partnerin mehr als irritiert auf das Video angesprochen worden zu sein. Froh ist niemand darüber in der Partei.


Ich hoffe doch sehr, dass Abgeordnete nicht schon von einer Partnerin überfordert sind, die es als anstößig empfindet, wenn ein Mann von rehbraunen Augen bezaubert ist.



4. Leibliche Väter sollen ihre Vaterschaft künftig einfacher rechtlich geltend machen können. Der Bundestag hat gestern ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Damit wird ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt.



5. Toxische Weiblichkeit? Eine 35-Jährige wurde im ICE kontrolliert – und hatte kein gültiges Ticket. Anstatt den Zug zu verlassen, schlug sie mit der Faust auf den Zugchef ein. Rund 100 Reisende mussten daraufhin den ICE verlassen und auf einen späteren Zug ausweichen.



6. Mehr toxische Weiblichkeit? Die "taz" berichtet über einen Konflikt zwischen den Feministinnen Alice Schwarzer und der Rapperin Ikkimel, die sich als die "größte Fotze Europas" bezeichnet – und damit für viele junge Frauen ein Idol sei. "Es gibt viele Feminismen und einige neue Feminismen erscheinen mir eher antifeministisch", sagt Schwarzer. Die Frauenbewegung in Deutschland sei auf der Seite der Männer. Jene Feministinnen, die den "wahren Kern des Feminismus leugnen" würden, seien eine "ernste Gefahr" für die Bewegung. Dabei könnten die Generationen doch in ihrer Abwertung von Männern Verbündete sein, findet die taz:

Wenn [Schwarzer] schreibt, Männer sollten "aufhören, ignorant, unterdrückerisch und gewaltvoll" zu sein und Frauen "endlich auf Augenhöhe begegnen", (…) formuliert sie Gedanken, die auch im gegenwärtigen Feminismus Anklang finden.


Ich halte den Begriff "Gedanken" für diese Ansammlung von sexistischen Ressentiments ein wenig zu hoch gegriffen.



7. Auch die britische Tageszeitung Independent beschäftigt sich damit, warum immer mehr Männer sich nicht mehr auf Dates mit Frauen einlassen:

Partnersuche steckt in einer Schieflage – und die Einzigen, die ernsthaft versuchen, daran etwas zu ändern, sind Frauen. Genauer: heterosexuelle Frauen, die weltweit in großer Zahl zu Single-Events strömen, um dort einen angenehmen, emotional zugänglichen und halbwegs unverletzten Mann kennenzulernen. Doch nicht selten verläuft dieses Unterfangen im Sande, weil sich im Raum vor allem andere Single-Frauen finden – mit wenig Gesprächsstoff außer den sagenhaften Männern, die nicht erschienen sind. Und wo diese geblieben sind? Vielleicht haben sie sich auf eine Insel ohne WLAN zurückgezogen. Das klingt zugespitzt. Doch es beschreibt erstaunlich präzise, was in der Datingbranche derzeit geschieht.

(…) Im Ausland scheint die Lage noch deutlicher. Die The New York Times schickte kürzlich einen Reporter zu einem Wein-Mixer, bei dem Frauen 100 Dollar zahlten, während Männer kostenlos teilnehmen konnten. Im Podcast The Daily erklärte Luke Vander Ploeg, es seien 15 Frauen und lediglich fünf Männer anwesend gewesen. Selbst Gratiseintritte genügen also nicht, um Männer in größerer Zahl anzuziehen. Dabei ist es ja nicht so, dass sie kein Interesse an Frauen hätten.

(…) Auf Dating-Apps scheint das Kräfteverhältnis wiederum anders gelagert. Zwar sind Männer dort zahlenmäßig häufig stärker vertreten, doch in meinem Umfeld verfügen sie über einen spürbaren Vorteil. Viele erfolgreiche, kluge, attraktive Single-Frauen stehen einer kleineren Zahl geeigneter Männer gegenüber – ein Ungleichgewicht, das bisweilen Unverbindlichkeit begünstigt. Warum sich festlegen, wenn Auswahl im Überfluss vorhanden ist?

Das frustriert und führt teilweise zu Rückzug. Bewegungen wie "Boysober", die kulturelle Abwertung des festen Freundes als peinlich oder spöttische Memes über männliche Datinggewohnheiten zeugen davon, dass manche Frauen ihre Prioritäten neu ordnen. Kein Wunder, dass sie verstärkt nach analogen Alternativen suchen, während viele Männer den Apps treu bleiben.

(…) Während ich diese Zeilen schreibe, bereite ich meinen sechsten Single-Abend vor, diesmal in Kooperation mit Bumble. Wieder gab es Absagen, überwiegend von Männern. Doch dank solidarischer Netzwerke – Frauen, die in ihren Büros und Freundeskreisen nach Ersatz suchten – konnten die Plätze rasch neu besetzt werden.


~ Ich bin mir sicher, Frauen werden wegen ihrer naturgegebenen Überlegenheit auch für dieses Problem eine Lösung finden. ~



8. In Spanien verliert der Feminismus unter jungen Menschen rapide an Bedeutung, und für die Hälfte von ihnen stellt er politische Manipulation dar. Das zeigte das neue Jugend- und Geschlechterbarometers von FAD Juventud, basierend auf Online-Umfragen unter 3.327 Personen, finanziert von der Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt des Ministeriums für Gleichstellung.



9. Die internationale "Koalition zur Beendung häuslicher Gewalt" warnt vor einem "totalitären Feminismus" bei den Vereinten Nationen (Belegquellen im Original):

Feministinnen behaupten unablässig, ihr Ziel sei die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter. Doch ein flüchtiger Blick auf eine Reihe von Themen wie Männergesundheit, Bildungserfolg, harte Behandlung durch das Rechtssystem und mehr offenbart eine unbequeme Wahrheit: Es sind Männer, nicht Frauen, die in zwölf zentralen Lebensbereichen zurückliegen.

Leider haben Funktionäre der Vereinte Nationen sich geweigert, diese besorgniserregenden Unterschiede anzusprechen oder überhaupt anzuerkennen. Diese Verweigerung erklärt teilweise, warum viele Menschen von den Vereinten Nationen enttäuscht sind und weshalb zahlreiche Länder mit der Zahlung ihrer Mitgliedsbeiträge im Rückstand sind. Nun sehen sich die Vereinten Nationen mit einem katastrophalen, "unmittelbar bevorstehenden finanziellen Zusammenbruch" konfrontiert, wie Generalsekretär António Guterres kürzlich einräumte.

Doch sieben Jahrzehnte nachdem die UN-Charta die Notwendigkeit "gleicher Rechte von Männern und Frauen" bekräftigte, bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen:

1. Weltweit bevorzugen 27 % der Frauen eine Tätigkeit als Vollzeit-Hausfrau, 29 % möchten in einer bezahlten Vollzeitstelle arbeiten, und 41 % wünschen sich eine Kombination aus beidem, so die Internationale Arbeitsorganisation.

2. Unter den Fortune 500-Unternehmen sind lediglich 11 % der CEOs weiblich.

3. Weltweit sind nur 27 % der nationalen Gesetzgeber Frauen.

Die meisten Menschen würden diese Zahlen als Ausdruck unterschiedlicher Lebensentscheidungen betrachten, nicht als Entzug von Frauenrechten. Doch sogenannte "Gender Warriors" sehen in diesen Daten einen Beweis für das fortbestehende Vorhandensein eines unterdrückerischen "Patriarchats".

Daher haben UN-Feministinnen einen neuen Ansatz entwickelt, den sie "Substantive Gender Equality" (substanzielle Geschlechtergleichheit) nennen.

Der UN-Bericht zur substanziellen Geschlechtergleichheit behauptet – ohne auch nur einen Beleg vorzulegen –, dass "patriarchale Machtstrukturen" weltweit verbreitet seien. Erwartungsgemäß wird häusliche Gewalt als "Form geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Ungleichheit" dargestellt.

Das 19-seitige Dokument erläutert in beunruhigender Ausführlichkeit, wie die "Gender Warriors" die substanzielle Geschlechtergleichheit umsetzen wollen:

• "die Strukturen und Praktiken abbauen, die Ungleichheiten aufrechterhalten." (Seite 3)

• "formale Gleichheit muss über identische Behandlung hinausgehen und systemische Machtungleichgewichte angehen." (Seite 4)

• "Gleichheit für Frauen muss über die Verabschiedung von Gesetzen oder die Einführung von Maßnahmen hinausgehen, die dem Anschein nach geschlechtsneutral sind." (Seite 7)

Die Umsetzung solcher Maßnahmen würde eine massive Ausweitung von Größe und Macht des Staates erfordern und die Marginalisierung der Kernfamilie nach sich ziehen. Langfristig würden solche Strategien das Konzept der "Menschenrechte" der Lächerlichkeit preisgeben und eine tiefgreifende Verletzung der Menschenrechte von Männern darstellen.

Dank der Machenschaften von UN-Feministinnen ist Ungleichheit zur neuen Geschlechtergleichheit geworden. George Orwell wäre beeindruckt.




10. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zur Darstellung der gerade erschienenen Dunkelfeldstudie lesubia zur häuslichen Gewalt in der Berliner "taz":

Dieser Artikel ist betitelt mit: "Frauen werden Opfer von Männern, Männer Opfer von Männern". Wie die Autorin (oder die titelgebende Redaktion) sich angesichts dieser Studie, die ja im wesentlichen häusliche Gewalt behandelt, versteigen kann, ist schon bemerkenswert. Lesubia stellt ja gerade fest – im Einklang mit Dutzenden internationalen Studien in den letzten 50 Jahren –, dass partnerschaftliche Gewalt (mit Ausnahme der sexualisierten Gewalt) ziemlich symmetrisch ist, die betroffenen männlichen Opfer es also in der zumeist heterosexuellen Beziehung mit weiblichen Täterinnen zu tun haben.

Immerhin wird dann festgestellt: "Überrascht haben dürfte die Erkenntnis aus der Dunkelfeldstudie, dass auch Männer vor allem von psychischer Gewalt betroffen sind.". Nicht erwähnt wird, dass sie gerade von körperlicher Gewalt (und das dürfte das überraschendste sein) besonders (in der 5 Jahresprävalenz sogar noch stärker als Frauen) betroffen sind.

Bemerkenswert ist aber, was dann folgt: Die Autorin merkt an, dass auch zunehmend Männer Gewalt in Partnerschaften anzeigen. So weit, so gut. Dann aber folgt: "Das Schweigen der Männer war und ist ein Hindernis im Kampf gegen physische, psychische, digitale Gewalt." Wow. Victim blaming vom Feinsten. Dass Zeitungen wie die taz durch einseitigste Berichterstattung einen gehörigen Anteil an dem Schweigen der Männer hat, darauf kommt die Autorin nicht. Dass bei der letzten großen Dunkelfeldstudie in dieser Art von 2002 Männer alleine deshalb geschwiegen haben dürften, weil sie gar nicht gefragt worden sind, kommt ihr ebenfalls nicht in den Sinn.

Um das Ganze noch in ihrem Sinne abzurunden, schwenkt sie jetzt plötzlich wieder auf die Ergebnisse der HELLFELD-Daten des BKA um, um dann festzustellen: "Allerdings darf die neue männliche Offenheit nicht darüber hinwegtäuschen, dass die große Mehrheit der Opfer nach wie vor weiblich ist. 2024 waren es 70 Prozent".

Nicht besser wird es im zweiten taz-Artikel über die Lesubia: Hier wird Frau Clemm, eine bekannte und oft zu diesem Themenkomplex interviewte Anwältin, zu der Studie befragt. Frau Clemm leistet sicher wichtige Arbeit bei der Unterstützung von Frauen, die von partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind. Hier streitet sie aber einfach die Validität der Ergebnisse der aktuellen Dunkelfeldstudie ab, ohne sie – so schein es – genau gelesen zu haben. Sie ignoriert dabei, dass es sich um eine methodisch sehr aufwändige und saubere Studie handelt (fünfstellige Zahl an Interviews!).

Ihre Argumente: Wie konnte beispielsweise die Sicherheit der Frauen gewährleistet werden, die an den Befragungen teilnahmen und noch in ihren Partnerschaften leben?

Diese Situationen wurden mitbedacht und tatsächlich wurden ca 250 Fälle genau deshalb ausgeschlossen. Hier hat sie die Studie einfach nicht gelesen.

Auch die Frage, wer wie heftige Gewalt an Männern ausübt, bleibt unbeantwortet. Sie geht wohl davon aus, dass es homosexuelle Männer waren. Dabei ignoriert sie, dass es in diesen Partnerschaften eher weniger Gewalt gibt als in heterosexuellen. In der Studie wird sogar explizit erwähnt, wer die Täter bei betroffenen Männern sind: In 96% der Fälle waren es Frauen. Hier hat sie die Studie wieder nicht gelesen.

Zuletzt behauptet sie: "Männer können staatlichen Institutionen offenbar mehr Vertrauen entgegenbringen als Frauen. Das sollte der Politik wirklich zu denken geben: Was hindert Frauen daran, sich an Ermittlungsbehörden zu wenden?"

Der Grund dafür ist wohl, dass (angeblich) die Anzeigequote der Männer höher ist als bei Frauen. Das ist tatsächlich ein schwierig zu bewertender Punkt, denn solche Zahlen gibt es tatsächlich in der Studie. Auffallen hätte ihr aber müssen, dass bei einer durchgehend höherer Anzeigequote bei Männdern das Hellfeld (im Verhältnis zu Frauen) höher als Dunkelfeld sein müsste. Das ist aber gerade nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Der Hintergrund dieses Befundes ist wohl, die geringe statistische Sicherheit der Daten in diesem Bereich und das sogenannte Simpsonsche Paradox: ein statistisches Phänomen, bei dem zwei Gruppen mit unterschiedlichen Gesamtanteilen umgekehrte Unterschiede aufweisen können, wenn sie einzeln analysiert werden. Denn Männer erfahren prozentual mehr (sexuelle) Gewalt in der Öffentlichkeit (wo mehr angezeigt wird), Frauen zu Hause.

Insgesamt ist die Berichterstattung über diese Studie erschreckend. Zu sehr stecken die einseitigen Narrative in den Köpfen der Redaktionen, aber auch in denen der Leser (man beachte die Leserkommentare in dem ansonsten guten Artikel der Süddeutschen, den Du auch erwähnt hast). Um so wichtiger ist Deine Aufklärungsarbeit!!




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Donnerstag, Februar 26, 2026

Sexismus der Woche: "Braune Haare, rehbraune Augen"

Viele von euch werden es mitbekommen haben, denn für etliche Blätter ist es ein Top-Thema: Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, steht gerade im Zentrum eines "Sexismus-Skandals" – wohl kaum zufällig kurz vor der Landtagswahl. Grund für den Wirbel ist ein acht Jahre altes Interview, in dem er berichtete, wie er im Alter von 29 Jahren eine Schule besuchte und dabei eine Schülerin wegen ihrer braunen Haare und rehbraunen Augen besonders attraktiv fand. Ein Video dieses Interviews wurde jetzt von der Grünen-Politikerin Zoe Mayer hochgeladen, deren Partei die Herrschaft im Ländle zu verlieren droht, wenn man den aktuellen Meinungsumfragen glauben darf.

Mayer behauptet, ihr politischer Gegner habe mit seinen Worten eine Minderjährige zum Objekt gemacht: So etwas könne junge Frauen davon abschrecken, in die Politik zu gehen. Grünen-Bundesparteichef Felix Banaszak ist auch ganz betroffen: Mayer habe öffentlich gemacht, womit junge Frau regelmäßig konfrontiert seien. Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmeier stimmt zu und bezeichnet die Äußerungen Hagels als "abnormal".

Wenig überraschend ist auch ein Großteil der Presse aus dem Häuschen: Vom Spiegel über die Zeit und Süddeutsche bis zur Berliner Morgenpost äußern alle Entsetzen und Abscheu über Hagels angeblichen "Sexismus" beziehungsweise die "Sexualisierung Minderjähriger". Die "Welt" zieht gar eine Parallele zur massenhaft erfolgten Vergewaltigung Gisele Pelicots und findet, die Wertschätzung rehbrauner Augen gehöre ins Jahr 1958. (Knapp vier von fünf Lesern können sich diesem Artikel nicht anschließen, was seltsam ist, wenn fast sämtliche großen Zeitungen in derselben Tonlage berichten.)

Der Furor ist einmal mehr derart übergreifend, dass man sich kaum traut eine abweichende Meinung zu äußern, denn dan wäre man ja "Teil des Problems", also anscheinend einer Form von sexueller Gewalt. Wenn jemand doch eine Gegenstimme erhebt, kann man es sich leisten, ihn argumentfrei niederzumachen. "Es ist natürlich unverzeihlich, dass er gesagt hat, dass Mädchen hatte braune Augen/war hübsch. Wie bescheuert seid ihr?" fragt fassungslos eine Frau namens Claudia Paddington auf X (Twitter) und erhält für diese Aufmüpfigkeit natürlich sofort die Antwort: "Der kognitive Verfall im Alter ist nie ein leichter Prozess. Hoffentlich haben Sie ein stabiles soziales Netz, welches Ihnen helfen kann. Reden Ihre Kinder noch mit Ihnen?" Damit gilt dieser Einwand als ausdiskutiert.

Einmal mehr habe ich den Eindruck, Teilnehmer eines besonders absurden Theaterstücks zu sein.

Die Skandalisierung von Manuel Hagels Äußerung offenbart mehr über den Zustand unseres politischen Diskurses als über den Politiker selbst. Was hier als Aufklärung über sexistisches Fehlverhalten verkauft wird, ist in Wahrheit ein Lehrstück in selektiver Empörung und der Kunst, aus einer harmlosen menschlichen Beobachtung eine Moralkeule zu schmieden. Hagel beschrieb vor acht Jahren eine Begegnung mit einer Schülerin durch ihre äußeren Merkmale – eine Erinnerung, die weder anzüglich noch herabwürdigend formuliert war, sondern lediglich den Versuch darstellte, einen persönlichen Moment lebendig zu schildern. Seine Äußerung war weder "sexuell" (dass bereits die Wahrnehmung der Haare einer Frau als anstößig gilt, kenne ich sonst nur aus dem arabischen Raum) noch war sie "abschreckend", sondern eine harmlose, jugendliche Anekdote ohne jegliche Schäden. Hagel, damals 29, schilderte 2018 einen Schulbesuch mit angeblichen 80 Prozent Mädchen begeistert als "schöner Termin". Er lobte die Atmosphäre und beantwortete eine Schülerfrage zur Politik. Keine direkte Ansprache, keine Nachstellung – die Betroffene ist bis auf ihren Vornamen anonym, und nach acht Jahren meldet sie sich nicht als traumatisiertes Opfer.

Die Grünen finden nun, Worte wie die von Hagel zeigten, womit junge Frau "regelmäßig konfrontiert" seien. Mit Komplimenten über ihr Aussehen? In der Erinnerung? Anonymisiert? Das schreckt Frauen davon ab, in die Politik zu gehen? Wie fragil sind Frauen eigentlich in der Vorstellung der Grünen?

Dass wir heute daraus einen Skandal konstruieren müssen, spricht nicht für gestiegene Sensibilität, sondern für eine alarmierende Tendenz zur Sprachreglementierung, bei der jede Beschreibung einer Frau durch einen Mann automatisch unter Verdacht der "Sexualisierung" steht.

Die politische Instrumentalisierung dieses Vorfalls ist dabei so durchschaubar wie zynisch. Dass ausgerechnet die Grünen – die erfundene Belästigungsvorwürfe in ihren eigenen Reihen immer noch nicht bewältigt haben – hier den Moralapostel spielen, entlarvt die ganze Operation als das, was sie ist: ein wohlkalkuliertes Wahlkampfmanöver. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung, knapp eine Woche vor der Landtagswahl, ist kein Zufall, sondern strategische Kalkulation. Wer glaubt, dass es hier um den Schutz von Minderjährigen oder um feministische Aufklärung geht, sollte sich fragen, warum dieselben Stimmen acht Jahre lang geschwiegen haben. Offenbar galt die angebliche Entgleisung erst dann als skandalträchtig, als sie sich politisch ausnutzen ließ.

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Ein Politiker, der sich für einen unbedarften Satz aus seiner frühen Karriere entschuldigen muss, während echte strukturelle Probleme in der Debatte untergehen: von der Benachteiligung der Jungen (warum waren eigentlich 80 Prozent in dieser Schulklasse Mädchen?) über die Unterfinanzierung von Schulen bis zur prekären Lehrersituation. Die Hagel-Affäre ist kein Triumph des Feminismus: Sie ersetzt die Auseinandersetzung mit wirklicher Diskriminierung durch eine oberflächliche Semantikkontrolle, die letztlich nur jene entlastet, die sich auf die richtigen Schlagworte berufen können, ohne je Handlungsverantwortung zu übernehmen. Die spontane Rede wird von der Moralpolizei erstickt. Man darf mit einer 16jährigen Sex haben, wenn sie in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einem steht, aber wehe man erwähnt gefühlsbeseelt, dass einem ihre rehbraune Augen gefallen haben.

Warum steigern sich zum wiederholten Mal etliche Medien in denselben Furor hinein, als ob sie gleichgeschaltet wären? Ich sehe da vor allem folgende Gründe:

1. Ökonomische Zwänge und Aufmerksamkeitsökonomie: Nicht zuletzt die Printmedien leiden stark unter der aktuellen wirtschaftlichen Stagnation. Deshalb kämpfen sie unter Bedingungen permanenter Konkurrenz um Reichweite. Ein "Skandal" mit klaren Gut-und-Böse-Figuren, visuellem Material (das Interview steht online) und Wahlkampf-Countdown ist ein narratives Hochglanzprodukt – unabhängig von seiner substanziellen Tragweite. Die Entscheidung, Hagels Aussage prominent zu platzieren, folgt dabei weniger einer moralischen Überzeugung als einer ökonomischen Notwendigkeit: Konflikt generiert Klicks, Klicks generieren Werbeeinnahmen.

2. Meidung von Akquisitionsrisiken: Medien, die die Skandalisierung ignorieren oder gar bestreiten würden, liefen Gefahr, selbst ins Visier der Kritik zu geraten. In einer Zeit, in der Redaktionen durch Social Media unmittelbar zur Rechenschaft gezogen werden, ist die sicherste Position die der Mitläufer. Die vermeintliche Mehrheitsmeinung ist daher oft eine selbstverstärkende Scheinmehrheit: Jeder vermutet, dass die anderen es ernst meinen, und schließt sich vorsichtshalber an. Wer hier als "Sexismus-Apologet" gebrandmarkt wird, riskiert nicht nur Anzeigenboykotte, sondern auch interne Konflikte in Redaktionen, die sich feministisch korrekt positionieren.

3. Ein spezielles Milieu: Die journalistische Zunft ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. In urbanen, akademischen Milieus, aus denen Reporter und Kommentatoren überproportional rekrutiert werden, haben sich spezifische Sprachnormen etabliert, die als selbstverständlich gelten – auch wenn sie außerhalb dieser Blasen als überzogen wahrgenommen werden. Hagels Formulierung mag für breite Bevölkerungsschichten unauffällig klingen; in bestimmten redaktionellen Räumen jedoch gilt sie als verstörend, weil dort eine spezifische akademische Feminismus-Rezeption vorherrscht. Die mediale "Mehrheit" ist hier möglicherweise eine Mehrheit einer Minderheit. (Dasselbe Phänomen gibt es in der rechten Presse auch: Statt "Sexismus" wird dort gerade diese Woche wie selbstverständlich das Wort "Antisemitismus" verwendet, sobald jemand die Greuel in Gaza anprangert. Es ist ein Kampf um die Deutungshoheit mit harten Bandagen, sonst nichts.)

4. Das Problem der nachträglichen Rationalisierung: Einmal in Gang gesetzt, entwickelt eine Skandalisierung eigene Dynamiken. Medien, die zunächst zurückhaltend berichteten, müssen sich der vermeintlichen "Entwicklung der Geschichte" anpassen, um nicht als "zu spät" oder "außerhalb des Diskurses" wahrgenommen zu werden. Was als vorsichtige Meldung beginnt, wird durch die bloße Wiederholung in anderen Medien zur selbstbestätigenden Wahrheit. Die scheinbare Einigkeit ist dann nicht das Ergebnis unabhängiger Urteilsbildung, sondern einer kollektiven Eskalation, aus der einzelne Akteure nur schwer aussteigen können.

Der vertraute Gleichschritt vieler Medien erklärt sich so aus einer Mischung aus ökonomischen Zwängen, sozialen Dynamiken und der Vereinfachungslogik des Zeitungsgeschäfts. Die Häufigkeit einer Meinung beweist nicht automatisch ihre Richtigkeit – sie zeigt manchmal vor allem, unter welchen Bedingungen sie verbreitet wird.



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Dienstag, Februar 24, 2026

Neue Studie: Warum ist unsere Gesellschaft derart auf Incels fixiert?

1. Aktuelle Forschung beschäftigt sich mit dem großen Interesse, das Incels in unserer Gesellschaft auslösen:

Incels ziehen eine außergewöhnliche öffentliche Aufmerksamkeit auf sich – nicht, weil sie besonders zahlreich oder gewalttätig wären, sondern weil ihre Erzählungen tief verwurzelte psychologische Verzerrungen ansprechen, die sie besonders einprägsam und leicht weiterverbreitbar machen. Zu diesem Schluss kommt eine in der Fachzeitschrift "Evolutionary Psychological Science" veröffentlichte Übersichtsstudie.

Incels (Kurzform für "involuntary celibates", also unfreiwillig Enthaltsame) sind eine Online-Subkultur, deren Mitglieder sich über die als unabänderlich empfundene Unfähigkeit definieren, sexuelle oder romantische Beziehungen einzugehen. Häufig stützen sie sich dabei auf die sogenannte „Black-Pill“-Überzeugung, wonach körperliche Attraktivität maßgeblich über den Paarungserfolg von Männern entscheidet und kaum veränderbar ist. In den vergangenen Jahren sind Incels zu einem wiederkehrenden Gegenstand wissenschaftlicher Forschung in Psychologie, Soziologie, Kriminologie, Politikwissenschaft und Medienwissenschaft geworden.

Auch in Dokumentarfilmen, Serienformaten, Podcasts und politischen Debatten spielen sie eine auffällige Rolle. Diese Sichtbarkeit überrascht angesichts der vergleichsweise kleinen Größe entsprechender Gemeinschaften und der begrenzten Zahl dokumentierter, weltweit mit Incels in Verbindung gebrachter Tötungsdelikte. Das Missverhältnis zwischen tatsächlichem Umfang und öffentlicher Aufmerksamkeit bildet den Ausgangspunkt der Studie: Warum nehmen Incels im öffentlichen Diskurs einen derart prominenten Platz ein?

Für den Erstautor William Costello begann das Projekt aus wissenschaftlicher Neugier und persönlicher Verbundenheit. "Es war sehr erfüllend, gemeinsam mit dem Wissenschaftler zu publizieren, der mir diese Theorie erstmals nahegebracht hat. Während meines Masterstudiums machte mich mein Ko-Autor Alberto Acerbi mit der Theorie kultureller Attraktion vertraut. Als er mir das Modell erläuterte, wurde mir klar, dass Incel-Narrative nahezu sämtliche Merkmale aufweisen, die Ideen kulturell ‚haftfähig‘ machen: Sie handeln von Sexualität, Status, moralischer Empörung, Koalitionsdenken, Bedrohungsvorstellungen gegenüber Frauen und Normverletzungen."

Er ergänzt: "Damals war das zunächst eine Intuition, doch es zeigte sich rasch, dass sie zutraf. Incels zogen weiterhin enorme Aufmerksamkeit in Wissenschaft, Politik, Medien und Kultur auf sich – in einem Ausmaß, das in keinem Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem tatsächlichen Gefährdungspotenzial zu stehen scheint."

Das Ziel des Beitrags sei gewesen zu erklären, warum dies geschieht und welche Folgen es haben könnte, eine so randständige Gruppe kulturell derart aufzuwerten. Mit einem Augenzwinkern bemerkt Costello: "Manchmal denke ich, ich bin womöglich der einzige Forscher, der einen Artikel über die möglichen Schattenseiten der starken medialen Präsenz seines eigenen Forschungsthemas veröffentlicht."

(…) Nach Auffassung der Autoren bündeln Incel-Diskurse mehrere psychologisch wirkmächtige Themen zugleich. Erstens stehen Sexualität und Status im Zentrum – zwei evolutionsbiologisch bedeutsame und kulturell stark aufgeladene Bereiche. Da Paarungserfolg eng mit Vorstellungen von Rang und Männlichkeit verbunden ist, ziehen Berichte über männlichen sexuellen Ausschluss von sich aus Aufmerksamkeit auf sich. Zweitens ist die Incel-Identität "minimal kontraintuitiv": Incels erscheinen als gewöhnliche junge Männer, organisieren ihre Identität jedoch offen um sexuelles Scheitern herum und widersprechen damit verbreiteten geschlechtsspezifischen Erwartungen – was ihre Einprägsamkeit erhöht.

Hinzu kommen moralisch aufgeladener Ekel und ein Schutzimpuls gegenüber Frauen, insbesondere wenn frauenfeindliche Rhetorik oder Gewalt im Spiel sind. Ergänzt man dies um den Negativitätsbias – also die Tendenz, bedrohliche oder negative Informationen überproportional zu beachten – sowie koalitionspsychologische Muster des Denkens in "Wir gegen sie", entsteht ein narratives Bündel mit erheblicher medialer Durchschlagskraft.

(…) "Eine zentrale Lehre lautet, dass wir genauer reflektieren sollten, warum bestimmte Themen die öffentliche Aufmerksamkeit dominieren", sagt Costello. "Mediale Erzählungen setzen sich oft nicht deshalb durch, weil sie am zutreffendsten sind, sondern weil sie tief verankerte psychologische Mechanismen aktivieren – etwa gruppenbezogenes Denken, moralische Empörung oder Bedrohungswahrnehmungen. Wer diese Dynamiken erkennt, kann sich eher davor schützen, in moralische Erregungswellen hineingezogen zu werden."

Zugleich betont er die Bedeutung evidenzbasierter Entscheidungen: "Politische Maßnahmen sollten auf nüchterner, empirischer Forschung beruhen und nicht auf emotional wirksamen Dramatisierungen – etwa der Serie Adolescence."

Weiter führt er aus: "Als Forscher bereitet es mir Sorge, wenn öffentliche Debatten gelegentlich den Anschein von Wahrheit höher gewichten als überprüfbare Evidenz. Fiktion kann Diskussionen anstoßen, doch wirksame Interventionen oder politische Maßnahmen müssen fest in soliden Daten verankert bleiben und dürfen sich nicht allein von kultureller Viralität leiten lassen."

Für die Zukunft sehen die Autoren mehrere offene Fragen. "Eine zentrale Frage betrifft die Wirksamkeit – und mögliche unbeabsichtigte Nebenfolgen – vorgeschlagener Maßnahmen wie der Vorführung der Serie Adolescence in Schulen. Derzeit gibt es keine Belege dafür, dass dieser Ansatz Schaden verringert; zugleich besteht die Möglichkeit kontraproduktiver Effekte."

Pädagogen, Eltern und Fachleute für psychische Gesundheit hätten Bedenken hinsichtlich altersgerechter Vermittlung, möglicher Störungen des Unterrichts sowie fehlender strukturierter Begleitung oder Evaluation geäußert. Zudem bestehe das Risiko, dass stark moralisierende Darstellungen manche junge Männer eher entfremden, als einen offenen Dialog zu fördern.

(…) Auf mögliche Einwände angesprochen, stellt Costello klar: "Zu erklären, warum Incel-Narrative Aufmerksamkeit anziehen, bedeutet nicht, die durch Frauenfeindlichkeit verursachten Schäden oder die reale Belastung durch entsprechende Rhetorik zu relativieren. Vorsicht gegenüber Gruppen, die mit frauenfeindlicher Sprache assoziiert werden, ist angesichts historischer Gewaltmuster nachvollziehbar. Gleichzeitig sollte man im Blick behalten, dass die meisten Incels nicht gewalttätig sind, sondern in erster Linie mit psychischen Belastungen zu kämpfen haben."




2. Bei der Berichterstattung über häusliche Gewalt veranschaulichen derzeit NDR und n-tv, wie mediales Framing funktioniert. Der NDR beschäftigt sich mit dem Thema wie selbstverständlich unter der Frage "Warum werden Frauen nicht besser geschützt?", auch n-tv beschäftigt sich mit dem Thema einschließlich der aktuellen Gewaltstudie, als ob die Opfer ausschließlich weiblich wären.



3. In Basel wurde ein Mann mit einem zwei Monate alten Baby im Arm von einer Messerstecherin angegriffen. Fahrgästen eines Busses gelang es, die Täterin zu entwaffnen. Ob die Täterin und das Opfer einander kannten, wollte die zuständige Staatsanwaltschaft nicht beantworten.



4. Gesellschaftliche Privilegien sind was Feines: 94 Prozent der Frauen lassen den Wehrdienst-Fragebogen unbeantwortet.



5.
Eine Polizeikommissarin aus Düsseldorf (ehemals Kommissar) macht genau das, was der Gesetzgeber ihr ausdrücklich erlaubt hat: Sie erklärt vor dem Standesamt, dass sie jetzt weiblich ist. Punkt. Keine Gutachten, keine Therapie, keine Wartefrist, keine Nachfrage. Das war’s. Und plötzlich steht sie in der Frauenquote, in den Förderprogrammen, bei den Beförderungsrunden mit im Rennen. Genau so, wie das Selbstbestimmungsgesetz es vorgesehen hat.

Die Kolleginnen und Kollegen gucken natürlich komisch. Die eine oder andere spitze Bemerkung fällt. Und unsere Beamtin – weil sie offenbar noch nicht gelernt hat, dass man in Deutschland besser die Klappe hält – sagt (angeblich) offen: "Nächstes Jahr bin ich wieder Mann, das ist doch klar." Und zur eigenen Hochzeit: "Da heirate ich als Mann."

Das Polizeipräsidium riecht sofort Morgenluft: Disziplinarverfahren, Beförderung gestoppt, raus aus dem Auswahlverfahren. Die Beamtin wehrt sich mit Eilanträgen vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 2 L 3912/25, 2 L 4140/25, 2 L 134/26). Und was macht die 2. Kammer dieses Gerichts gestern? Sie erfindet den "Rechtsmissbrauch" bei der vermeintlich so freien Geschlechterwahl. Weil die Dame angeblich nur wegen der Beförderung gewechselt hat. Weil sie "eigentlich" Mann bleiben will. Weil ihre eigenen Worte die „Unwahrheit" der Standesamtserklärung beweisen würden. Und weil so jemand das "Achtung und Vertrauen" der Polizei nicht mehr verdiene. Mit anderen Worten: Das Gericht tut genau das, was der Gesetzgeber explizit verboten hat.


Im Lawblog geht es weiter mit dem Bericht.



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