Dienstag, Juli 16, 2024

Grünen-Politikerin erfindet sexuelle Belästigung

1.
Die österreichische Grünen-Politikerin Lena Schilling bringt Journalisten in Verruf. Mit einem ORF-Moderator habe sie angeblich ein Verhältnis, ein anderer habe sie belästigt. Nichts davon stimmt.


Hier geht es weiter. Der –erfundene Vorwurf hatte einen Grünen-Abgeordneten dazu gebracht, den angeblichen Täter tätlich anzugreifen. Dabei hatte Schilling nicht zum ersten Mal Lügen in die Welt gesetzt. So hatte sie fälschlicherweise behauptet, eine frühere Freundin von ihr werde von ihrem Ehemann geschlagen. (Genderama berichtete.)



2. Die Schwäbische berichtet über einen 40-Jährige, der von seiner Frau emotional misshandelt wird. Es dauert Jahre, bis er das versteht und aus dem Teufelskreis ausbricht.

Als sie ihn nachts in einem Zimmer in der Wohnung festsetzt, ruft er die Polizei - ein Durchbruch. Auf dem Revier findet er den Flyer für die Männerberatung und sucht sie auf. Genau das hilft, denn dort sitzt ihm ein Mann gegenüber. "Ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt einer Frau gar nicht öffnen können", sagt Schmidt, der durch die Beratung verstanden habe, selbst Schutz zu brauchen.

Den hätte er sich schon in der Nacht von der Polizei gewünscht. Wie [Sebastian Schneider von der Männerberatungsstelle Sigmaringen] anfügt, gibt es bei häuslicher Gewalt Frauen gegenüber eine Meldung ans Jugendamt, sobald ein Kind im Spiel ist. Auch ein Wohnungsverweis sei üblich. Beides sei in Schmidts Fall nicht passiert.




3. Einem anderen Thema widmet sich Birgit Schmid in der Neuen Zürcher Zeitung:

Der weibliche Busen soll heute ein Körperteil wie jeder andere sein. Frauen schwimmen oben ohne oder tragen knappe Tops. Gleichzeitig gibt es ein Verbot, hinzuschauen. Die neue Prüderie ist paradox.


Hier geht es weiter.



Montag, Juli 15, 2024

"Die Zeit" jetzt maskulistisch: "Patriarchat: Tim hat es schwerer als Anna"

1.
Ich habe eine Tochter. Sie ist drei Jahre alt, und ich liebe sie, wie Eltern ein Kind nur lieben können. In diesem Text nenne ich sie Anna. Ich versuche, Anna so zu erziehen, wie ich erzogen worden bin: ohne Geschlechterklischees. So soll so hoch schaukeln, wie sie will, so wild radeln, wie sie will, in Pfützen springen, und am liebsten sehe ich ihr ins Gesicht, wenn sie sich von mir in die Luft werfen lässt; sie nennt das "fliegen".

Natürlich wünsche ich Anna von allem das Beste: dass sie glücklich wird – und dass sie auch beruflich schafft, was sie sich vornimmt, ob sie nun Balletttänzerin werden will oder Pilotin. Soweit ich kann, werde ich sie dabei fördern und ermutigen. Und ich habe das gute Gefühl, dass Anna in eine Gesellschaft hineingeboren worden ist, die sie mit offenen Armen aufnimmt. Wenn sie Pilotin werden will, dann wird es vielleicht noch irgendwo einen alten Knacker geben, der sagt: "Hätte der liebe Gott gewollt, dass Mädels fliegen, hätte er den Himmel rosa gemacht." Das habe ich vor dreißig Jahren tatsächlich einmal von einem Piloten gehört – und mich darüber aufgeregt. Aber solche vorgestrigen Sprüche werden Annas Weg ins Cockpit, wenn sie dorthin will, nicht behindern. Im Gegenteil bemühen sich die Fluggesellschaften heute wie nie zuvor, Frauen für die Pilotenausbildung zu gewinnen; schon weil sie ihren Bedarf an Flugzeugführern sonst nicht mehr decken können. Ich habe auch einen Sohn. Er ist ein Jahr alt, eine Frohnatur, in diesem Text nenne ich ihn Tim. Das Einzige, was wir bei Tim anders machen als bei Anna, ist, dass wir ihm weniger Aufmerksamkeit widmen – weil Anna sie mit größerem Nachdruck verlangt und weil es seiner guten Laune kaum Abbruch tut, wenn man ihn allein spielen lässt. Gleichwohl sehe ich für ihn sorgenvoller in die Zukunft. Denn ich fürchte, dass unsere Gesellschaft – in Deutschland wie in der Schweiz – Tim verhaltener willkommen heißt als Anna.


Hier geht es weiter mit dem Gastbeitrag eines meiner Leser, dem Regensburger Professor Tonio Walter. Er ist in Gänze lesenswert und sammelte auf "Zeit"-Online (nur für Abonnenten zugänglich) schon über 600 Kommentare. Auch auf Reddit wird darüber diskutiert.



2. Auch nachdem die Vorwürfe sexueller Gewalt gegen die Band Rammstein nicht erhärtet werden konnten, arbeiten sich die Leitmedien in zahlreichen Artikeln an ihr ab. Dass auf Rammstein dabei nur stellvertretend für eine größere verhasste Gruppe der Bevölkerung eingedroschen wird, offenbart eine Schlagzeile der Berliner Morgenpost: "Das Problem sind die weißen Männer". Auch dieser Artikel ist lesenswert, allerdings als Negativ-Beispiel. Allzu schön sind Passagen wie diese:

Es ist meines Erachtens nicht möglich, den aggressiven Stil Rammsteins von ihrem aggressiven juristischen Vorgehen gegen die Frauen, die die Vorwürfe erhoben haben, zu trennen. In beiden Situationen spielt weiße, männliche Aggression eine zentrale Rolle – einmal auf der Konzertbühne, einmal im Alltagsleben.


Zu deutsch: Dass die Mitglieder von Rammstein sich gegen Unterstellungen juristisch wehren ist genauso inakzeptabel wie ihr starker Auftritt auf der Bühne, wegen dem etliche Fans in Scharen zu ihren Konzerten stürmen.



3. Prinz William hat gestern am EM-Finale teilgenommen und damit einen Sexismus-Skandal riskiert, weil er beim EM-Finale der Frauen nicht dabei war.



4. Über Männer, die vor dem Krieg aus der Ukraine flüchten, häufen sich inzwischen die Artikel. Der NDR etwa stellt vier dieser Männer jeweils in einem eigenen Beitrag vor. "Ich möchte kein Kanonenfutter sein" sagt einer von ihnen; "die Ukraine ist nicht demokratisch" beklagt ein anderer. Auch der Bayrische Rundfunk und der Tagesspiegel widmen sich dem Thema.



5. Der achtzehnjährige Israeli Tal Mitnick, der sich als erstes der Teilnahme an der militärischen Vernichtung von Gaza verweigerte, ist nach sechs Monaten Haft aus dem Gefängnis freigekommen. Er saß damit länger hinter Gittern als jeder andere israelische Kriegsverweigerer in den letzten zehn Jahren.

"Ich bin erleichtert, dass ich nach so langer Zeit freigelassen wurde. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, mich am Kampf gegen den Krieg und die Besatzung zu beteiligen", wird Mitnick in einer Pressemitteilung von Mesarvot, einem Aktivistennetzwerk aktueller und ehemaliger Kriegsdienstverweigerer, zitiert.

"Es gibt immer mehr Stimmen in unserer Gesellschaft, die erkennen, dass nur Frieden Sicherheit garantieren kann und dass der einzige Weg, aus dem Kreislauf auszusteigen und eine andere Zukunft für beide Völker zu schaffen, ein Waffenstillstand und ein Geiselabkommen ist", fuhr er fort.


Die renommierte britische Fachzeitschrift "Lancet" geht davon aus, dass in Gaza mittlerweile mit mehr als 186.000 Toten zu rechnen ist.



Freitag, Juli 12, 2024

Neue Studie: Männliche Gewaltopfer sind uns eher egal

1. Der Väterrechtler Markus Witt macht auf die Ergebnisse einer schwedischen Studie aus dem Jahr 2021 aufmerksam, die mir bislang noch unbekannt war. Ein Auszug:

Die Wissenschaftler konnten anhand ihrer Daten feststellen, dass insbesondere physische Gewaltvorfälle als schwerwiegender bewertet wurden, wenn die Opfer Frauen waren. Physische Gewalt gegen Männer wurde hingegen durchgehend als weniger schlimm beurteilt. So wurden hohe Schweregrade physischer Gewalt gegen Männer mit einer Wahrscheinlichkeit von 36% bewertet. Handelte es sich um Gewalt gegen Frauen, so stieg die Wahrscheinlichkeit auf fast 64%.

(…) Die Forscher konnten somit nachweisen, dass es erhebliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Gewalt durch das jeweilige Opfer-Geschlecht gibt. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Bewerter männlich oder weiblich waren.

(…) Wenig überraschend wurden die Forscher für die Ergebnisse ihrer Arbeit, insbesondere von Frauenrechtsorganisationen, massiv angegriffen. Ihnen wurde unter Bezugnahme auf ihre Veröffentlichungen Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Dies auch in ähnlichen Fällen zu beobachtende Verhalten zeigt leider deutlich, dass es einigen Kreisen nicht um den Gewaltschutz von Menschen, sondern um einseitige Täter-Opfer-Zuschreibungen geht.


Der Beitrag, in dem Markus Witt auch auf die Bedeutung dieser Erkenntnisse für hochstrittige Scheidungsfälle zu sprechen kommt, ist in Gänze lesenswert.



2. Die Linux News berichten von einer bizarren Kampagne politischer Aktivisten gegen den neuen Browser "Ladybird".



3. Die Frankfurter Rundschau schildert, welche Mühe Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sich dabei gibt, Männer für den Feminismus zu gewinnen.



4. Derweil zeichnet sich in Spanien dieselbe Entwicklung ab wie in anderen Ländern zuvor:

In einer seiner jüngsten Umfragen berichtete das spanische öffentliche Forschungsinstitut CIS, dass 52 % der befragten jungen Menschen zwischen 16 und 24 Jahren der folgenden Aussage "sehr" oder "ziemlich" zustimmen: "Die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter ist so weit gegangen, dass jetzt Männer diskriminiert werden".


Die Autorin des Artikels, selbst erkennbar feministisch ausgerichtet, überlegt, wo diese Entwicklung herrührt:

Wie kann der Glaube an die Fähigkeit des Feminismus, die Gesellschaft zu verändern, nicht verloren gehen, wenn die Probleme junger Männer keinen Platz in der Identitätsrhetorik des aktuellen Feminismus haben? Wenn der Feminismus nicht im Dienste des öffentlichen Interesses steht, wenn seine Utopie die Probleme dieses anderen Teils der Bevölkerung nicht wertschätzt, wenn er die Menschen zu zwingen scheint, eine Identität zu wählen, um anerkannt und gehört zu werden, ist es dann verwunderlich, dass junge Männer demoralisiert sind, glauben, dass der Feminismus ein Katalysator für die Polarisierung ist, und nach neuen Idolen suchen?

Obwohl die feministische Bewegung die negativen Auswirkungen der Werte eines patriarchalischen Systems auf das Leben von Männern sichtbar gemacht hat - insbesondere in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre Beziehungen und ihr Risikoverhalten -, hat sie in Wahrheit nicht genug Interesse daran gezeigt, Unterstützungsstrukturen oder -netzwerke für Jungen aufzubauen und zu fördern. Es ist großartig, dass der Feminismus Männer dazu ermutigt, die gesellschaftlichen Erwartungen an dominante Männlichkeit abzulehnen, Mitverantwortung in ihren Lebensstil einzubauen oder missbräuchliches Sexualverhalten anzuprangern, wenn sie selbst Opfer körperlicher oder digitaler sexueller Gewalt sind. Aber was dann?




5. In Australien arbeitet Bettina Arndt deutlicher heraus, warum der Feminismus derart viele Männer abschreckt. Hier lässt sich auch ein Bogen zu den Erkenntnissen schlagen, über die Markus Witt berichtet:

Jetzt geht's los, Leute. Der neue Angriff auf Männer hat begonnen. Zwangskontrolle ist jetzt [im australischen Bundesstaat New South Wales] ein Straftatbestand, der mit sieben Jahren Gefängnis geahndet wird.

Jetzt beginnt der Spaß, denn die Regierung von New South Wales startet eine massive Kampagne, um sicherzustellen, dass nur die richtigen Leute für diese neu erdachte Form des bösen Verhaltens bestraft werden - ein Vorgeschmack auf das, was in anderen Bundesstaaten passieren wird, wenn ähnliche Gesetze landesweit eingeführt werden.

Sehen Sie sich die Liste der Personen an, die laut der Website der NSW-Regierung am meisten von der Zwangskontrolle bedroht sind:

Frauen

Menschen mit Behinderungen

Australische Ureinwohner

Menschen mit multikulturellem, Migrations- oder Flüchtlingshintergrund

LGBTQI-Menschen

Ältere Menschen

Kinder und junge Menschen

Das ist lustig. Wir sprechen über fast jeden, AUSSER über gewöhnliche, heterosexuelle Männer. "Cisgender"-Männer, wie sie in der Regierungsliteratur genannt werden, weil sie angeblich die überwiegende Mehrheit der Täter stellen.

Dabei spielt es keine Rolle, dass nach den offiziellen Daten des australischen Statistikamtes Männer genauso häufig wie Frauen Opfer von emotionalem Missbrauch werden - definiert durch viele der gleichen Verhaltensweisen, die jetzt als Zwangskontrolle aufgeführt werden.

(…) In den neuen Propagandamaterialien unserer Regierungen, die von der ABC und anderen willfährigen Medien pflichtbewusst verbreitet werden, werden Sie auf keinen Fall männliche Opfer sehen. Aber diese neue Front der "geschlechtsspezifischen Gewalt" ist auf einen kleinen Stolperstein gestoßen. Es scheint, als hätten die Bürokraten die zahlreichen Beweise dafür entdeckt, dass Lesben hervorragend im emotionalen Missbrauch sind, ja, dass sie sich bei allen Arten häuslicher Gewalt hervortun.


Das ist leider wahr. Studien zeigen, dass häusliche Gewalt bei lesbischen Paaren häufiger und bei schwulen Paaren seltener als in heterosexuellen Partnerschaften vorkommt.

So zeigt eines der neuen Propagandavideos, wie Jade von ihrer Freundin genötigt wird. Die fiese Täterin wird gezeigt, wie sie gemein an der Leine von Jades Hund zieht. "Sie tun sogar denen weh, die du liebst", heißt es in dem feierlichen Kommentar. Hmm, das lesbische Thema demontiert die geschlechtsspezifische Gewaltdarstellung, nicht wahr?

Natürlich zeigen die meisten der neuen Videos böse, Kontrolzwang ausübende Männer. So wie in der ethnischen Version mit Anjali und ihrem kontrollierenden Ehemann, der ihr den Laptop abstellt, ihr das Handy wegnimmt und sie nicht arbeiten lässt. "Sie brauchen dich ganz für sich allein", kommentiert der Erzähler.

Manchmal lassen die Produzenten einen im Unklaren, wie in dieser Kampagne der Regierung von Queensland, in der Ben, ein männlicher "Überlebender", darüber spricht, wie "sie" ihn verfolgen, indem sie ständig seine Textnachrichten und Telefonanrufe überwachen. Eine raffinierte Methode, um zu vermeiden, dass erklärt wird, ob Bens Missbraucher ein "er" oder eine "sie" ist.

Aber natürlich ist nie die Rede von weiblichen Tätern, die Männer kontrollieren. Niemals werden die Männer erwähnt, die ihr Leben damit verbringen, von rachsüchtigen Partnerinnen gezwungen zu werden. Männer, die sich nicht trauen, die Beziehung zu verlassen, weil das bedeuten würde, dass sie ihre Kinder gefährden, indem sie sie bei einer furchteinflößenden Mutter lassen.

Sie haben keine Chance, ihre Seite der Geschichte zu hören.

Es sei denn, Sie kommen zur Konferenz zur Wiederherstellung der Unschuldsvermutung, auf der Sie von einer Gruppe australischer Männer hören werden, die Opfer von Zwangskontrolle waren. Diese Männer gehörten zu einer Gruppe von fast 1000 Männern aus Australien, die an der großen internationalen Umfrage der University of Central Lancashire über männliche Opfer von Zwangskontrolle teilgenommen haben. Ihre Erfahrungen stehen für die Wahrheit, die unsere Regierungen so gerne verdrängen wollen.

Werfen Sie einen Blick auf die Pressemitteilung, die wir letzte Woche zur Förderung der Konferenz veröffentlicht haben. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, waren die meisten unserer Medien nicht daran interessiert.


In den folgenden Absätzen macht Arndt ein wenig Werbung für die von ihr mitveranstaltete Konferenz, deren Inhalte und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Wer sich näher dafür interessiert, kann all das im verlinkten Originalartikel nachlesen.

Ich wüsste schon, wie man mehr Männer für den Feminismus gewinnen könnte: indem diese Bewegung das Konzept der Gleichberechtigung der Geschlechter endlich ernsthaft zu vertreten beginnt.Allerdings würde das für Politik, Behörden und Medien ein radikales Umdenken erfordern. Bislang tut man sich dort damit noch schwer.



Donnerstag, Juli 11, 2024

Voreingenommene Lehrer: Schlanke Mädchen aus reichen Familien bekommen die besten Noten

1.
Die Notenvergabe lässt sich nur zum Teil mit der Leistung der Schülerinnen und Schüler erklären: Das zeigt eine neue Studie der Universitäten Bern und Zürich. Demnach beeinflussen auch Geschlecht, Körpergewicht, ethnische Zugehörigkeit und sozioökonomischer Status die Benotung auf Sekundarstufe.

(…) In der Studie liessen sich geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Notengebung in allen Fächern ausser Chemie feststellen. Mädchen hatten einen Vorteil in Deutsch, Mathematik und Biologie, während die Jungen in Physik besser abschnitten.

(…) Die Verzerrungen verstärkten sich, wenn Schülerinnen und Schüler mehrere der benachteiligenden Merkmale auf sich vereinten. So erhielt etwa ein Junge mit einem hohen BMI aus einer weniger gut situierten Minderheiten-Familie im Durchschnitt schlechtere Noten als ein Mädchen mit niedrigem BMI aus einer privilegierteren Familie ohne Migrationshintergrund.

In der Studie habe sich gezeigt, dass sich die Verzerrung in Sprachnoten viel deutlicher abzeichne als etwa im Fach Mathematik. Je klarer die Kriterien der Bewertungen seien, desto weniger Raum bleibe für Verzerrungen, erklärt Nennstiel. "Sobald es kein klares Wahr und Falsch gibt, sind die Verzerrungen potenziell grösser."

Die Ergebnisse der Studie würden zwar keine Rückschlüsse auf die Gründe für die Verzerrungen zulassen. "Experimentelle Studien deuten aber darauf hin, dass implizite Vorurteile häufig der Grund sein könnten", so [Studienleiter Richard] Nennstiel.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Watson.ch berichtet, warum Eltern nach Zypern reisen, die statt einem Sohn lieber eine Tochter bekommen möchten:

In der Schweiz und in der EU ist die vorgeburtliche Geschlechtsselektion mittels In-Vitro-Fertilisation (IVF) nicht erlaubt. Einzige Ausnahme: Wenn eine schwere Krankheit vererbt werden könnte, die geschlechtsgebunden ist. Anders in gewissen Bundesstaaten der USA oder in Nordzypern. Dort müssen keine medizinischen Gründe geltend gemacht werden. Die werdenden Eltern können, wenn sie wollen, das Geschlecht bei einer künstlichen Befruchtung bestimmen.

Wie viele es sind, die diesen Schritt machen, ist unbekannt. Doch Nathalie Wiederkehr weiss: "Das Interesse daran ist riesig. Aufgrund der Nähe reisen Schweizer Paare besonders nach Nordzypern, da es für den Geschlechtswunsch die preiswerteste Option mit erstklassigen Kliniken ist." Die Bernerin berät Paare oder alleinstehende Frauen, die eine dortige Kinderwunschklinik in Betracht ziehen. Nordzypern sei weltweit für diese Behandlung bekannt, selbst aus Australien würden Paare anreisen, sagt Wiederkehr.

(…) Während Eltern aus dem deutschsprachigen Raum sich vor allem eine Tochter wünschen, möchten jene aus dem Balkan oder der Türkei Jungs. Das Wunschgeschlecht lassen sich die werdenden Eltern einiges kosten. Mit rund 10.000 Euro müsse man rechnen.




3. In der "Welt" geben Experten Scheidungseltern Ratschläge.

Eine Leserfrage:

"Meine frühere Freundin und ich leben seit mehr als fünf Jahren getrennt, aber die Phase, in der alles zu Ende ging, begleitet mich bis heute. Unser Sohn, den wir überraschend, aber mit viel Vorfreude bekamen, wächst bei meiner Ex auf, ich sehe ihn leider nur dreimal im Jahr. Meine Ex ist wahnsinnig schwierig im Umgang geworden: Nicht nur reagiert sie auf alle meine Nachrichten recht einsilbig, auch findet sie fast immer eine Ausrede, warum ich den Kleinen nicht sehen kann. Sie hat bedauerlicherweise auch das alleinige Sorgerecht. Es war wohl ein Fehler, dem zuzustimmen, aber ich dachte, dass es so mehr Sinn ergibt, weil ich für den Job einmal quer durch Deutschland ziehen und meinen Sohn auch nicht ständig aus seinem Umfeld reißen möchte. Ein inniges Vater-Sohn-Verhältnis wünsche ich mir aber sehr. Wie schaffe ich es, ihn häufiger zu sehen?"


Die Antwort der Experten:

Geiling und Jahns: Zunächst einmal: Sorgerecht und Umgangsrecht haben nichts miteinander zu tun. Das bedeutet, auch ein Elternteil ohne Sorgerecht hat selbstverständlich das Recht, sein Kind regelmäßig zu sehen, und ein Kind wiederum hat das Recht, diesen Elternteil zu treffen. Dass getrennt lebende Eltern sich nicht über die Dauer und Art der Umgänge einig werden, kommt leider sehr häufig vor. Helfen wiederholt gestellte einzelne Anfragen an die Mutter des Kindes nicht weiter, könnten Sie, Oliver, versuchen, auf einen festen Umgangsplan hinzuarbeiten. Möglicherweise kann ein Mediator helfen.

Ein Umgangsplan schreibt die Termine und Zeiten der Umgänge auf eine bestimmte Zeit im Voraus fest, oft für die Dauer eines Jahres. Sofern ein solcher Plan außergerichtlich geschlossen werden kann, ist er im rechtlichen Sinn zwar nicht verbindlich. Trotzdem kann er in vielen Fällen helfen, die Situation zu entschärfen. Nicht zuletzt, weil beide Parteien das Gefühl haben, bei der Ausgestaltung beteiligt gewesen zu sein und somit eine gewisse Kontrolle zu haben. Stellt sich der hauptbetreuende Elternteil tatsächlich langfristig stur, wäre es in einem weiteren Schritt möglich, den Umgang bei Gericht einzuklagen.


Behrmann: Ihr Bedürfnis, Ihren Sohn häufiger zu sehen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Eine gute Vater-Sohn-Bindung kann sich mit drei Treffen im Jahr keinesfalls ausbilden. Sie bleiben immer fremd für ihn, und ein Umgang mit derart langen Auszeiten birgt eher Schwierigkeiten als Nähe und Bindung. Fünf Jahre sind eine lange Zeit, und es scheint, als hätten sich die Fronten eher verhärtet als entspannt. Möglicherweise ist der Prozess einer Eltern-Kind-Entfremdung schon in vollem Gange.

Sie schreiben, dass Ihre Ex-Frau eine neue Beziehung führt; möglicherweise versucht sie, mit Ihrem Sohn und dem neuen Partner eine neue Familie aufzubauen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange sie den regelmäßigen Umgang mit Ihnen und Ihrem Sohn ermöglicht. Ihr Sohn befindet sich in einem grausigen Loyalitätskonflikt, von dem er aufgrund seines jungen Alters noch nichts mitbekommt. Er glaubt, was seine Mutter ihm erzählt. Da schon viel Zeit vergangen ist, rate ich Ihnen, sich dringend Hilfestellungen zu suchen, um den Kontakt zu Ihrer Ex-Frau aufzubauen. Geben Sie nicht auf – und bleiben Sie standhaft.




Montag, Juli 08, 2024

Feministischer Fehlschluss: Fördern führende Frauen in Firmen finanziellen Fortschritt? Fon wegen!

1. Seit knapp einem Jahrzehnt geistert durch Debatten über das Geschlechterverhältnis in Firmenmanagements die Behauptung, dass Frauen in Spitzenpositionen Unternehmern mehr Gewinn verschafften, da gemischtgeschlechtlich besetzte Teams produktiver seien. Das hätten die Unternehmensberater von McKinsey herausgefunden. Tatsächlich verkündet man dort diese Botschaft noch heute. Bis heute beziehen sich auch viele, die Frauenförderung und eine Frauenquote durchsetzen wollen, auf diese vermeintliche Erkenntnis. Die Erklärung für die angeblich bessere wirtschaftliche Performance lautet: Je mehr Menschen in einem Team unterschiedlich denken, desto kreativer kann es sein und desto geringer ist das Risiko, dass dort schädliches Gruppendenken entsteht.

Aber stimmt die von McKinsey verbreitete Behauptung wirklich? Das hat sich jetzt das Wall Street Journal näher angeschaut. Dabei wird schnell klar, dass dieser Mythos eigentlich in mein "Lexikon der feministischen Irrtümer" gehört.

Als die Unternehmensberatungsfirma McKinsey 2015 verkündete, dass sie einen Zusammenhang zwischen Gewinnen und der ethnischen und geschlechtsspezifischen Vielfalt in Führungspositionen gefunden hatte, war das ein Durchbruch. Die Studie wurde von Anlegern, Lobbyisten und Aufsichtsbehörden genutzt, um mehr Frauen und Minderheiten in Vorständen zu fordern und Investitionen in Unternehmen zu rechtfertigen, die sie ernannten.

Leider zeigt die Studie nicht das, was alle dachten, dass sie zeigt.

(…) Seit 2015 wurde der Ansatz im Feuer des Marktes getestet und ist gescheitert. Wissenschaftler haben versucht, die Ergebnisse von McKinsey zu wiederholen, und sind dabei gescheitert. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass es in der Tat keinen Zusammenhang zwischen Rentabilität und Vielfalt in den Führungsetagen gibt. Und die Methodik der frühen Studien von McKinsey, die dazu beitrugen, den weit verbreiteten Glauben zu schaffen, dass Vielfalt gut für den Gewinn ist, wird mittlerweile in Frage gestellt.

McKinsey hat versucht, einen der offensichtlichsten Fehler zu beheben. Ursprünglich verknüpfte es die Gewinne über mehrere Jahre mit der Vielfalt am Ende des Zeitraums, was bedeutet, dass es höchstens nachweisen konnte, dass die Rentabilität zu mehr Vielfalt führte und nicht umgekehrt. In der jüngsten Studie heißt es, man habe die Tests nun mit der Vielfalt zu Beginn des Zeitraums durchgeführt und immer noch eine Korrelation festgestellt.

"Angesichts einer kürzlich veröffentlichten Studie, in der unsere Methoden kritisiert wurden, haben wir unsere Forschungsergebnisse überprüft und bleiben weiterhin dabei, dass vielfältige Führungsteams mit einer höheren Wahrscheinlichkeit finanzieller Outperformance verbunden sind", sagte McKinsey. "Wir haben auch klar und deutlich gesagt, dass unsere Forschung Korrelation und nicht Kausalität feststellt und dass diese beiden Dinge nicht dasselbe sind."

Das Problem ist, dass McKinsey sich so verhält, als ob die Studien einen kausalen Zusammenhang zeigen, und ständig von den Vorteilen der Vielfalt für das Unternehmen spricht.

Selbst die Korrelation ist zweifelhaft. Wissenschaftler können die Studie von McKinsey nicht genau wiederholen, da die Namen der verwendeten Unternehmen geheim gehalten werden. Ein in diesem Jahr veröffentlichtes Papier kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Methodik von McKinsey bei einer Reihe von Rentabilitätskennzahlen für die S&P-500-Unternehmen keine Vorteile aus der Vielfalt ergibt. Es ist nicht so, dass ein Mangel an Vielfalt gut für die Gewinne wäre, sondern es gibt einfach keinen Zusammenhang.

Dies sollte nicht überraschen. Wenn Unternehmen ihre Gewinne so einfach steigern könnten, wie McKinsey behauptet - die am stärksten diversifizierten Firmen hatten eine um 39 Prozentpunkte höhere Chance auf überdurchschnittliche Gewinnmargen als die am wenigsten diversifizierten -, dann hätten sich die Unternehmen sicherlich beeilt, mehr Frauen und ethnische Minderheiten zu fördern.

"Es schien unplausibel, weil die Unternehmen darauf aufgesprungen wären und die Vorteile wegkonkurriert hätten", sagte John Hand, ein Professor für Rechnungswesen an der University of North Carolina in Chapel Hill. Zusammen mit Jeremiah Green von der Texas A&M University fand er keine statistisch signifikanten Ergebnisse, als er die Studie von McKinsey für den S&P 500 wiederholte. McKinsey hält die Namen der Unternehmen in seiner Studie, die 2015 186 Unternehmen aus den USA und Kanada umfasste, geheim, sodass sie nicht unabhängig überprüft werden kann.

Das ist wichtig, denn die McKinsey-Studie war sehr einflussreich. Die McKinsey-Studie steht an erster Stelle in den Referenzen von BlackRock, die in ihren Richtlinien für die Stimmrechtsvertretung ein Diversitätsziel von 30 % für den Vorstand unterstützen. Eine Kommissarin der US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) führte sie im Jahr 2020 an, um zu begründen, warum sie die Offenlegung von Diversitätskennzahlen durch Unternehmen unterstützt. Nasdaq führte sie als Beweis an, als die Börse bei der SEC eine Vorschrift beantragte, die von ihr gelisteten Unternehmen eine Mindestvielfalt in den Vorständen vorschreibt oder erklärt, warum dies nicht der Fall ist. Sie wurde von Dutzenden von Kampagnengruppen zitiert, die auf Regeln zur Unterstützung der Berücksichtigung sozialer Fragen durch Pensionsfonds und andere drängen.

McKinsey hatte nicht nur Einfluss auf die Politik, die ohnehin moralische und gesellschaftliche Fragen ebenso berücksichtigen sollte wie rein finanzielle. BlackRock und Refinitiv, die jetzt zur London Stock Exchange Group gehören, führten die Studie als Beweis für die finanziellen Vorteile von Vielfalt an, als sie einen börsengehandelten Fonds auflegten, der einen Index für Vielfalt abbildete. Dieser Index ist seit seiner Auflegung im Jahr 2018 stark zurückgefallen und erzielte eine Rendite von etwa 55 % gegenüber mehr als 70 % für den globalen Index ohne Diversitätsbedingungen.

Dabei scheint es weniger um die Vielfalt zu gehen als um die Wahl, wie man in sie investiert. Der börsengehandelte Fonds ist gleichgewichtet, was ihn zurückgehalten hat, da große Aktien den Rest des Marktes geschlagen haben. Aufgrund der Diversitätsanforderungen enthielt er viel mehr Banken und Versicherer und weniger Technologie als der Markt insgesamt.

Ein ähnlicher Fonds wurde zuvor von State Street Global Advisors mit dem Kürzel SHE aufgelegt. Er wurde durch die Statue des "Fearless Girl" beworben - die kurzzeitig gegenüber dem bronzenen Bullen der Wall Street und jetzt gegenüber der New Yorker Börse aufgestellt wurde - und durch Untersuchungen von MSCI unterstützt, die eine um 36 % höhere Eigenkapitalrendite für Unternehmen mit mindestens drei Frauen im Vorstand oder einer "starken weiblichen Führung" angaben.

Bei näherem Nachdenken würde man meinen, dass diese Zahl viel zu hoch ist, um durch die Anwesenheit einer Handvoll Frauen erklärt zu werden, und die anschließende starke Underperformance zeigt, dass Skepsis die richtige Reaktion war. Seit seiner Auflegung im Jahr 2016 ist die Rendite des Fonds um mehr als 70 Prozentpunkte hinter der Rendite der 1.000 größten Unternehmen zurückgeblieben, aus denen der Fonds ausgewählt wurde, bevor er vor zwei Jahren zu einem MSCI-Index wechselte. Er ist von einem Höchststand von 400 Mio. US-Dollar auf 245 Mio. US-Dollar geschrumpft.

(…) Hautfarbe und Geschlecht sind ohnehin kein perfektes Abbild der Vielfalt des Denkens. Ein schwarzer Harvard-Business-School-Absolvent mit privater Ausbildung würde wahrscheinlich genauso über die Wirtschaft denken wie ein Weißer. Eine weibliche Spitzenanwältin aus New York hat vielleicht eine ähnliche Lebenserfahrung - oder einen ähnlichen Mangel daran - wie ein männlicher Anwalt. McKinseys Vorschläge zur Förderung der Gedankenvielfalt erstrecken sich beispielsweise nicht auf die Ernennung von Arbeitnehmervertretern in den Vorstand, auch wenn deren Ideen durchaus von denen der Unternehmensleitung abweichen könnten.

Und schließlich: Korrelation ist nicht Kausalität! McKinsey sagt in seiner Studie wiederholt, dass es nur eine Korrelation gefunden hat. Die Azteken verwechselten Korrelation mit Kausalität - mit tragischen Folgen: Sie schnitten alle 52 Jahre das Herz eines Opfers heraus, um das Feuer neu zu entfachen und so das Überleben der Welt zu sichern. Es bestand eine starke Korrelation zwischen dem Menschenopfer und dem Nichtuntergang der Welt, aber keine Kausalität.

Investoren riskieren nicht, dass ihnen lebenswichtige Organe entfernt werden, aber sie sollten den Studien, auf die sie sich verlassen, trotzdem mehr Aufmerksamkeit schenken.




2. Spiegel-Online hat sich angeschaut, wo Annalena Baerbocks feministische Außenpolitik an ihre Grenzen stößt. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen erweist sich als leichter gesagt als getan.

Zudem gibt es offenbar ein Problem: 2023 schnitten beim hausinternen "Vorgesetztenfeedback" mehr Leiterinnen von Auslandsvertretungen schlechter ab als ihre männlichen Kollegen.

Dieses Feedback wird im ersten Quartal jedes Jahres durchgeführt. Dabei sollen die rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als tausend Führungskräfte des Auswärtigen Amts anhand eines schriftlichen Fragebogens bewerten. Zu den Bewerteten zählen Referatsleiterinnen, Leiter von Visastellen, Botschafterinnen oder beamtete Staatssekretäre in der Zentrale.

Auf einer Skala von 1 ("Trifft zu") bis 6 ("Trifft nicht zu") beantworten die Mitarbeiter Fragen zum Führungsverhalten ihrer Chefinnen und Chefs, zum Beispiel: "Gibt Weisungen klar und eindeutig" oder "Leitet Besprechungen effizient und ergebnisorientiert". Ab einer Durchschnittsbewertung von 3,0 oder schlechter muss die Führungskraft mit ihren Mitarbeitern eine "Veränderungsabsprache" vereinbaren, sich also schriftlich verpflichten, wo er oder sie sich bessern wird.

Im Normalfall erfährt niemand außer den Mitarbeitern und der Führungskraft das Ergebnis. Nur wenn ein Vorgesetzter eine Durchschnittsnote von 3,2 oder schlechter bekommt, wird seine Befragung "deanonymisiert". Die schlechte Bewertung geht dann an ein Steuerungsgremium. Es berät, wie der Konflikt zwischen dem Vorgesetzten und den Mitarbeitern gelöst werden kann.

2023 wurden nach einer internen Zählung des Auswärtigen Amts insgesamt zwölf Frauen und elf Männer deanonymisiert. Da aber nur 35 Prozent der Führungspositionen im höheren und gehobenen Dienst von Frauen ausgeübt wurden, wurde demnach überdurchschnittlich vielen Frauen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Noch problematischer sieht es aus, wenn man nur die Leiterinnen von Auslandsvertretungen betrachtet. So war 2023 nach SPIEGEL-Informationen nur ein Mann unter den sieben Durchgefallenen – bei einem ohnehin niedrigeren Frauenanteil von 30 Prozent.


Sechs von sieben Durchgefallenen waren also weiblich. Sieht so aus, als hätte auch diese Erkenntnis in mein "Lexikon der feministischen Irrtümer" gepasst – und zwar in den Eintrag "Frauen sind die besseren Chefs".



3. In Baden-Württemberg hat eine Frau ihr Neugeborenes aus dem Fenster geworfen, weil sie glaubte, dass ein Kind ihre Karriere als Führungskraft bei Porsche behindern würde. Das Landgericht Heilbronn verurteilte sie wegen Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Haft.



4. In den nächsten beiden Tagen fällt Genderama unabhängig von der Nachrichtenlage aus. Morgen muss/will ich meinen Vater (88) zu einem Facharzt begleiten; übermorgen habe ich einen Zahnarzttermin und komme vorher vermutlich nicht zum Bloggen.



Freitag, Juli 05, 2024

Schweiz: Jetzt können auch Männer vergewaltigt werden

1. Die Schweiz hat das Sexualstrafrecht reformiert. Eine der Änderungen betrifft männliche Opfer sexueller Gewalt:

Im alten Strafrecht galt nur die Penetration "von Personen weiblichen Geschlechts" als Vergewaltigung. Alle anderen Handlungen fielen unter den Straftatbestand der sexuellen Nötigung. Das führte immer wieder zu Kritik. Denn bei der Strafhöhe gab es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Tatbeständen: Vergewaltigung wurde mit mindestens einem Jahr bestraft, während bei der Nötigung keine Minimalstrafe festgelegt war.


In Deutschland ist die Vergewaltigung eines Mannes nach juristischer Definition seit 1997 möglich. "Wer eine Frau mit Gewalt oder durch Drohung ...", begann zuvor der zuständige Paragraph 177 im Strafgesetzbuch. Heute wird dort geschlechtsneutral von einer "Person" gesprochen.



2. Eine britische Lehrerin, die mit zwei Schülern Sex hatte, wurde jetzt zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.



3.
Die Berliner SPD will bestimmte Bürgerämter in "Bürger*innen-Amt" umbenennen und hat weitere Gleichberechtigungs-Ideen. Das mag für eine kleine Klientel wichtig sein, ignoriert aber die Lebensrealität der übergroßen Mehrheit. Doch die Genossen scheinen das einfach nicht zu kapieren. Oder sie ignorieren es auf dem Weg in weitere Wahlniederlagen.


Hier geht es weiter mit dem Kommentar von Hugo Müller.Vogg.



4. Die Frankfurter Allgemeine fragt, ob man in der Bundeswehr jetzt weibliche Dienstgrade wie "Oberstleutnantin" und "Hauptfrau" brauche.



5. Bundesfrauenministerin Lisa Paus verweigert eine Debatte über Trennungfamilien beklagt das Forum Soziale Inklusion (FSI) in einem Beitrag für den Trierer "Volksfreund".

Die Defizite in der Politik sind möglicherweise durch die enge Verbindung der Ministerin zu bestimmten Lobbyorganisationen zu erklären: Bundesministerin Paus ist langjähriges Mitglied im Verband alleinerziehender Mütter (VAMV), der sich laut Lobbyregister ausschließlich für die Belange der Meldehaushalte einsetzt. Der Erhalt beider Eltern für Trennungskinder spielt in dieser Organisation eine eher untergeordnete Rolle. Bndesministerin Paus erhöhte die staatlichen Förderungen für diesen Verband für 2024 auf 494.000 Euro jährlich.

"Es stellt sich die Frage, warum gerade das Bundesfamilienministerium gegen das Grundrecht der Kinder auf Beziehung zu beiden Eltern arbeitet und damit eine im Grunde verfassungswidrige Politik betreibt", kritisiert FSI. Mit dem weitestgehenden Festhalten am Modell "Einer betreut, der andere bezahlt" möchte die Ampel-Koalition in der geplanten Reform des Unterhaltsrechts veraltete Vorstellungen auf Jahre festschreiben. Dabei werden die Bedürfnisse der Kinder vergessen.




Donnerstag, Juli 04, 2024

Gleichberechtigung auch im Krieg gefordert: "Frauen an die Front!"

1.
Reicht Freiwilligkeit aus, um die Personalnot bei der Bundeswehr zu lindern? Nein, sagt Generalinspekteur Breuer. Ein neues Wehrdienstmodell müsse auch verpflichtende Anteile haben - und auf Gleichberechtigung setzen.


Viele Medien berichten heute darüber, unter anderem die Tagesschau.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, würde bei einer Reaktivierung der Wehrpflicht auch Frauen miteinbeziehen. "Wir haben im Moment eine ausgesetzte Wehrpflicht, die laut Grundgesetz allein auf die männliche Bevölkerung zielt. Hier sollte man Gleichberechtigung herstellen. Aber dazu brauchen wir erst eine entsprechende politische und gesellschaftliche Diskussion", sagte Breuer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deutschland müsse kriegstüchtig sein.


Unter der Schlagzeile "Frauen an die Front" wqiderspricht die Kampfpilotin Nicola Winter der CDU-Politikerin Kristina Schröder, die dafür plädiert hat, dass für Frauen keine Wehrpflicht bestehen sollte. Nicola Winters Artikel ist in Gänze lesenswert.

In einem Streitgespräch über die Wehrpflicht sind sich die Politiker Roderich Kiesewetter (CDU) und Alexander Müller (FDP) einig, dass diese Pflicht auch für frauen gelten sollte. Differenzen bestehen bei der Frage, ob dieser Schritt noch in der aktuellen Legislaturperiode möglich ist.



2. Der Väterrechtler Markus Witt liefert einen Einblick in eine unappetitliche Szene:

Am 21.06.2024 war ich bei der Veranstaltung "Achtung, unsicheres Terrain – Familienrecht in Deutschland. Wie es wurde, was es nun ist". Eingeladen hatte die Abgeordnete der Berliner SPD-Fraktion Mirjam Golm. Soviel schon einmal vorweg: Es war ein Besuch im gewalttätigen Paralleluniversum, in der Realität und Fakten eine völlig andere Bedeutung hatten. Dort wird Frauen in an Sekten erinnernder Manier versucht einzureden, dass in einer nicht mit der Realität übereinstimmenden Weise überall eine gewalttätige Bedrohung von Vätern ausgehen würde.


Hier geht es weiter.



3. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet von einer feministischen Hetzkampagne gegen ein Buch über Männlichkeit:

Im Zuge der Kampagne gegen "Oh Boy" wird die Privatadresse der Eltern von Mitherausgeber Donat Blum publiziert und nicht nur gegen das Buch, sondern auch wiederholt gegen Einzelpersonen Stimmung gemacht.

Gleichzeitig treten weitere anonyme Profile auf, die "Oh Boy" ins Visier nehmen und sich gegenseitig mit Teilen und Liken verstärken. Die Reichweite wächst – und bringt den Kanon-Verlag dazu, endlich öffentlich auf den Vorwurf zu reagieren.

Das Verlags-Statement zeigt vor allem eines: Anstelle einer kritischen Debatte beginnt nun die "Rette sich, wer kann"-Phase: Die Autoren distanzieren sich von ihrer Anthologie, Veranstalter springen ab, geplante Interviews mit den Herausgebern verschwinden in der Schublade. Innerhalb weniger Tage zieht der Verlag das Buch zurück.

(…) "Ich fühlte mich eindeutig unter Druck gesetzt", sagt Mithu Sanyal, die einzige Frau in der Autorenschaft. "Wer sich neutral oder sogar kritisch äusserte, wurde als Mittäter hingestellt. Mir hat diese Entwicklung in dem Moment Angst gemacht", sagt der Comicautor Joris Bas Backer. (…) Mindestens einer Person wurde mit der Zerstörung der Karriere gedroht.

(…) Unter dem rasant wachsenden Druck entscheidet eine Mehrheit der Autoren sich dazu, am 18. August ein gemeinsames Statement zu publizieren, in dem sie sich von "Oh Boy" distanzieren. Wer das Statement nicht unterschrieben hat, wird am Internationalen Literaturfestival Berlin (ILB) an den Pranger gestellt: Vor grossem Publikum und mit Live-Übertragung im Internet verlesen Unterstützerinnen des Opfers eine schwarze Liste mit Autorennamen. Unter ihnen auch Mithu Sanyal. "Ich verstehe das Gefühl von Dringlichkeit, wenn man seine Grenzen verteidigen möchte. Aber Opfer zu sein, bedeutet nicht, dass man dafür selbst Grenzen überschreiten darf", sagt sie. "Die Welt" bezeichnet die Veranstaltung später als "neostalinistisches Tribunal".


Auch hier empfehle ich bei Interesse am Thema die Lektüre des kompletten Artikels, schon damit der Anlass für diese Kampagne deutlich wird. Der Leser, durch dessen Forenbeitrag ich auf den Artikel aufmerksam wurde, wünscht sich sogar einen Komplettbeitrag dazu auf Genderama; allerdings kann ich bei Medien wie der NZZ, die in Deutschland auflagenstark vertrieben werden, schlecht komplette Artikel zitieren.



4. Die in Haifa ansässige Rechtsanwältin und Journalistin Diana Butto hat mit weiteren Männern gesprochen, die in Israels Lager Sde Teiman gefangen gehalten worden waren. Da Genderama mit Bezug auf die BBC, CNN, die New York Times und so weiter schon mehrfach darüber berichtete, auch aus diesem Artikel nur ein Auszug:

Abu Hamza erzählte mir von monatelanger Folter, davon, dass ihm die Augen verbunden wurden und er tagelang mit gefalteten Knien und mit dem Kopf auf dem Boden lag; davon, dass er gezwungen wurde, Urin und Salzwasser zu trinken, wann immer er Wasser verlangte; davon, dass ihm das Essen verweigert wurde, um ihn dann zu zwingen, Essen mit Maden zu essen (er verlor 30 kg) während seiner dreimonatigen Entführung; dass er nur einmal alle 50 Tage duschen durfte, dass er drei Monate lang dieselbe Kleidung tragen musste, dass er mehrmals mit einem Schlagstock bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen wurde und dass israelische Soldaten ihm die Hände brachen und ihn dann auf allen Vieren kriechen ließen.

"Sie haben es genossen", sagte er. "Ich konnte sie lachen und johlen hören, während sie uns schlugen." Er konnte hören, wie meine Stimme brach, als ich versuchte, meine Tränen zurückzuhalten, während ich mit ihm sprach. "Es ist in Ordnung", sagte er mir. "Ich hatte Glück. Ich bin rausgekommen. Andere wurden dort getötet."




5. Das Wall Street Journal beschäftigt sich mit dem Schlamassel, in das sich die US-Demokraten unter Joe Biden unter anderem durch ihre Identitätspolitik gebracht haben: Jetzt, da Biden erkennbar schwächelt, rächt es sich, dass er als Vize eine Person wohl vor allem deshalb installierte, um bestimmte Quoten zu erfüllen. (Das Wall Street Journal ist nicht das einzige Medium mit dieser Kritik; ich habe es ausgewählt, weil es am renommiertesten ist.)

Das Problem ist, dass die Demokraten nun mit einem wahrscheinlichen Kandidaten dastehen, der sich in einem offensichtlichen geistigen Niedergang befindet, und mit Kamala Harris eine Vizepräsidentin, die noch unbeliebter ist als Biden.

(…) Der Weg aus diesem Albtraum könnte einfacher sein, wenn es nicht ein weiteres Problem gäbe, das die Presse nicht erkennen wollte: Kamala Harris war nicht im Entferntesten für das Amt des Vizepräsidenten qualifiziert, als Biden sie für dieses Amt auserkor. Er hatte versprochen, eine Frau zur Vizepräsidentin zu ernennen, und Biden wählte Harris, weil sie eine farbige Frau war, nicht wegen ihrer Qualifikationen.

Harris war als Präsidentschaftskandidatin gescheitert, nachdem sie ihren eigenen Gesundheitsplan in einer Vorwahldebatte nicht verteidigen konnte. In den Senat war sie aufgrund von Klientelismus aufgestiegen. Dennoch wurde sie von den Demokraten und der Presse als die erste farbige Frau auf einem nationalen Ticket gefeiert, als ob dies wichtiger wäre als jemand, der den Job machen kann. Kritik an ihrem Versagen bei der Einwanderung oder an ihren häufigen Wortsalaten wurde als rassistisch oder sexistisch bezeichnet.


Das Talent der Linken, sich ideologisch bedingt immer wieder selbst ins Knie zu schießen, bleibt bemerkenswert.



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