Dienstag, Mai 26, 2020

Bayern: Rentner knipst Hüpfburg und wird als Sexualgefährder erfasst – News vom 26. Mai 2020

1.
"Es begann harmlos mit den Tücken der modernen Technik und endete für einen 78-jährigen Rentner mit einer erkennungsdienstlichen Behandlung, einer Speichelabgabe für eine DNA-Analyse und der polizeilich gespeicherten Einschätzung, er könne sexuelle Interessen gegenüber Kindern haben." Mit diesen Worten fasst der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri einen speziellen Fall fehlgeleiteter Strafverfolgung in seinem Tätigkeitsbericht 2019 zusammen.


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2. Der Gymnasiallehrer und maskulistische Blogger Lucas Schoppe blickt zurück:

Vor knapp zwei Wochen hat das Video Männerwelten neue Diskussionen über sexuelle Belästigungen ausgelöst. Was bleibt davon, über die Empörung hinaus?


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3. Mit dem entnervenden Gender-Kauderwelsch in der Talkshow "Anne Will" beschäftigt sich inzwischen auch die Bild-Zeitung.

Als Bonus ein Selbsttest für alle Genderama-Leser: Wie heißt es richtig?



4. Clementine Ford wird auch nach ihrer öffentlichen Erklärung, der Coronavirus töte Männer nicht schnell genug, ihre öffentlichen Zuschüsse behalten. Es dürfte auch niemand etwas anderes erwartet haben. Hätte irgendein Männerrechtler, ein Icel ein Video-Gamer oder irgendeine andere als vorwiegend männlich markierte Gruppe behauptet, Corona töte frauen nicht schnell genug, würde das noch die nächsten 50 Jahre von der Amadeo-Antonio-Stiftung bis zu einer Phalanx der Leitmedien von "taz" bis FAZ als Beleg genommen, wie abscheulich und menschenverachtend diese Gruppe wäre. Beim Feminismus gibt es kurz eine Welle der Empörung, und danach geht alles weiter wie gewohnt.



5. Bester Beleg dafür, dass in unserem "Patriarchat" verbale und körperliche Gewalt gegen Männer in keiner Weise negative Folgen nach sich zieht: Amber Heard wird jetzt als eine der Frauen gewürdigt, die einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Das geschieht in einer "Women-Make-Cinema"-Kampagne, die von der Kosmetikfirma L'Oreal und dem Canne-Filmfestival geführt wird.

In einem Instagram-Post am Montag sprach L'Oreal darüber, wie Heard "hervorhebt, dass die innere Schönheit einer Frau das ist, was wir am meisten schätzen sollten". Der Beitrag enthielt ein Foto der Schauspielerin zusammen mit einem Zitat aus einer früheren Erklärung, in der sie ihre Hoffnung teilte, dass Frauen ernst genommen werden sollten.

"Ich würde gerne sehen, dass Frauen in der Lage sind, mächtig, klug, meinungsstark und ernst genommen zu werden, auch wenn sie schön sind. Mehr noch, ich würde gerne sehen, dass Frauen an andere Maßstäbe angelegt werden als die oberflächlichen, an die wir gebunden sind", heißt es in dem Zitat.

Das Posting kam bei Netizens nicht gut an, die angesichts der jüngsten Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen Heard die Entscheidung der Marke ablehnen, Heard in die Kampagne aufzunehmen. Ein Netizen nannte es eine "ekelhafte Entscheidung" und ein anderer schrieb: "Was für eine Schande. Ich werde Ihre Produkte nie wieder kaufen".

In den meisten Kommentaren wurde der Boykott von L'Oreal-Produkten erwähnt, weil die Marke eine mutmaßliche Gewalttäterin als Sprecherin und Vorbild für Frauen auswählt.

"Sie diskreditierte misshandelte Frauen, nur um einige Millionen auf ihrem Bankkonto zu haben. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen einer Marke wie L'Oreal Paris, die Frauen empowern soll? Ich werde Ihnen nicht folgen und nie wieder Ihre Produkte kaufen", schrieb ein User, und ein anderer fügte hinzu: "Es reicht. Ich boykottiere offiziell die Produkte von L'Oréal. Ich werde Ihre Produkte ignorieren, genauso wie Sie sich entscheiden, ihr missbräuchliches Verhalten zu übergehen".

L'Oreal hat Heard trotz Online-Petitionen immer noch nicht als Sprecherin entfernt, ebenso wie Warner Bros. immer noch nicht auf die Bitten um ihre Entfernung aus "Aquaman 2" reagiert hat. Trotz zirkulierender Berichte, die aufzeigen, dass Heard Johnny Depp während ihrer Ehe misshandelt hat, bleiben beide Parteien der Schauspielerin treu, was Netizens verärgert, die Gerechtigkeit für den Star von "Pirates of the Caribbean" suchen.




6. Schon ein paar Monate alt, aber ich hatte noch nicht darüber berichtet und finde es relevant: Eine schwedische Journalistin wurde zu einer Strafe von mehreren tausend Kronen wegen einer Beschuldigung verurteilt, die in Schweden die MeToo-Bewegung auslöste. Darüber berichtet die schwedische Tageszeitung "The Local". Dieses Urteil erging nicht, weil es sich bei den Behauptungen der Journalistin nachweislich um eine Falschbeschuldigung handelte, sondern weil sie für ihre Anschuldigungen die sozialen Medien als Gerichtshof wählte:

Das Stockholmer Bezirksgericht befand am Montag die Journalistin Cissi Wallin der schweren Verleumdung gegen Fredrik Virtanen, ebenfalls Journalist, für schuldig, nachdem sie 2017 in sozialen Medien gepostet hatte, Virtanen habe sie unter Drogen gesetzt und vergewaltigt - Behauptungen, die er stets bestritten hat.

(...) Das Gericht sagte (...), dass Wallin ihrer Familie und der Polizei von dem angeblichen Vorfall hätte berichten können, ohne ihn mit ihrer großen Gefolgschaft in den sozialen Medien zu teilen. Das Gericht stellte fest, dass sie die Behauptungen stattdessen in einer Reihe von Postings auf Instagram und Facebook aufgestellt hatte, die zwischen etwa 2.000 und 37.000 Likes erhielten, und sagte, dass Virtanens Möglichkeiten, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen, "begrenzt" gewesen seien

Das Gericht verurteilte Wallin zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 5.000 Kronen und verurteilte sie zur Zahlung von 90.000 Kronen (8.542 Euro) Schadenersatz an Virtanen.

"Das zeigt klar, dass wir im Internet nicht einfach schreiben können, was uns verdammt noch mal gefällt. Ich freue mich über das Urteil. Möglicherweise kann mein Leben nach den schlimmsten zwei Jahren meines Lebens und des Lebens meiner Familie nun weitergehen", schrieb Virtanen am Montagnachmittag in seinem Blog.

"Aber das Internet vergisst nicht", so Virtanen weiter. "Facebook und Instagram haben noch keine Verantwortung dafür übernommen, dass diese Verstöße immer noch an ein Massenpublikum verbreitet werden. Die amerikanischen IT-Giganten haben kein Schamgefühl", fügte er hinzu und kritisierte auch die schwedischen Medien dafür, dass sie einige der Behauptungen ebenfalls veröffentlichen.

(...) Nach schwedischem Recht war es die vorrangige Aufgabe des Gerichts, zu beurteilen, ob die Online-Beiträge gerechtfertigt waren. Hätte das Gericht sie für gerechtfertigt befunden, hätte der zweite Schritt darin bestanden, den Wahrheitsgehalt der Behauptungen zu beurteilen oder zu prüfen, ob Wallin guten Grund hatte, an ihre Richtigkeit zu glauben - hätte das Gericht dies festgestellt, wäre sie freigesprochen worden. In diesem Fall befand das Gericht jedoch, dass die Postings nicht gerechtfertigt waren, was bedeutete, dass der zweite Schritt nicht Teil des Urteils war.




7. Ich kann hier natürlich nicht jeden Fall von toxischer Weiblichkeit erwähnen, aber bei besonderer Kreativität heißt es, Ehre wem Ehre gebührt.



8. Die Post. Nachdem Spiegel-Online gestern einen Artikel über ermordete Frauen in Mexiko veröffentlichte, schickt mir einer meiner Leser den Kommentar, den er dazu im Spiegel-Online-Leserforum hinterlassen hat:

Ich verstehe diese Art von Berichterstattung nicht.

Es ist natürlich erschütternd, wie viele Morde in Mexiko passieren. Und es ist natürlich auch erschütternd, wie viele Frauen ermordert werden. Die männlichen Opfer werden jedoch völlig ausgeblendet.

Aus diesen Zahlen geht jedoch hervor, dass von den Mordopfern in April, genauso wie im Jahr 2019 insgesamt, ca. 11% Frauen waren - und somit 89% Männer.

Von den ermordeten Frauen in April seien ca. 21% durch sogenannte "Femizide" umgekommen, somit ca. 2,3% der ermordeten Menschen insgesamt. Was ist hierbei die eigentliche Nachricht?

Es kommt die Frage auf, bei dem hohen männlichen Anteil unter den Mordopfern, wie viele davon "geschlechtsspezifisch" umgekommen sind. Stattdessen wird hier nur die Minderheit der Opfer thematisiert, nämlich Frauen. Die ermordeten Männer werden nicht einmal erwähnt. Ist das Leben eines Mannes weniger wert?


Ein anderer Leser schickt mir ein Arbeitsblatt aus dem Schulunterricht und schreibt mir dazu:

Das beigefügte Arbeitsblatt zum Thema Gleichberechtigung und Gender Pay Gap gab's heute bei meinem Sohn im (Online-)Unterricht. Erschreckend. Am Anfang die rethorische Frage, ob Gleichberechtigung in Deutschland verwirklicht ist - was wohl die meisten erst einmal mit "ja" beatworten würden. Und dann Statistiken zum unbereinigten Gender Pay Gap mit der Bitte, das nochmal zu überdenken. Es erfordert nicht viel Fantasie, was ein 13-jähriger sich dann denkt. Ich habe es zumindest geschafft, meinem Sohn darzulegen, dass es durchaus andere Gründe für Einkommensunterschiede geben kann als fehlende Gleichberechtigung und dass die Statiskik alleine in keiner Weise aussagekräftig ist. Das konnte er glücklicherweise nachvollziehen - und hat die Fragen in der Hausaufgabe entsprechend beantwortet. Jetzt bin ich gespannt, ob sein Lehrer auf seine Äußerungen eingeht oder ob er sein Programm durchzieht.


Ein wenig gewürdigter Vorteil des Online-Unterrichts: Eltern bekommen direkt mit, wie ihre Kinder politisch indoktriniert werden.

Montag, Mai 25, 2020

Staatliche Zuschüsse gefährdet: Feministin bittet Männer um Verzeihung – News vom 25. Mai 2020

1. So flott sind "Antifeministen" (Menschen, die Feministinnen für bestimmte Äußerungen oder Handlungen kritisieren) mit ihrem Unmut selten durchgedrungen. Gestern berichtete Genderama noch darüber, dass Australiens einflussreiche Feministin Clementine Ford befand, der Coronavirus töte Männer nicht schnell genug. Anders als gewohnt kam es zu einer Empörung, die über die Reihen von Männerrechtlern und Feminismuskritikern hinausreichte. Und das hatte Folgen:

Die 39-Jährige veröffentlichte die empörende Erklärung am Samstag auf Twitter als Antwort auf einen Artikel über geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Erziehung von Kindern während der Coronavirus-Krise.

Am Sonntag entschuldigte sich Ford mit einer langatmigen Entschuldigung, nachdem ein vom Stadtrat von Melbourne gewährter Zuschuss in Höhe von Tausenden von Dollar unter die Lupe genommen worden war.

Man bewilligte ihr den Zuschuss, um ihr beim Schreiben eines neuen Buches zu helfen, aber der Stadtrat überprüft nun sein Auswahlverfahren, berichtete Herald Sun.

Oberbürgermeisterin Sally Capp sagte, Fords Posten sei "absichtlich spaltend und unglaublich wenig hilfreich, wenn wir versuchen, unsere Gemeinschaft während des COVID-19 zusammenzuhalten. Ich fand diese Kommentare beleidigend und geschmacklos, und ich stimme mit dem Gefühl der Empörung überein, das viele Mitglieder unserer Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht haben", sagte sie.

Bürgermeisterin Capp erklärte, dass Ford den Zuschuss im Rahmen eines unabhängigen Prozesses als Teil eines Programms zur Unterstützung der lokalen Kunst- und Kultursektoren Melbournes während der COVID-19-Pandemie erhalten habe.

"Ich habe den Geschäftsführer gebeten, das Auswahlverfahren für diese Zuschüsse zu überprüfen", sagte sie.

Stunden später entschuldigte sich Ford für ihre Kommentare und sagte, sie sei "groß genug", um zuzugeben, dass sie "etwas falsch eingeschätzt" habe.

"Ich stehe immer noch zu 100 Prozent hinter meiner Wut darüber, dass Männer die unbezahlte Arbeit von Frauen ausbeuten (was durch die globale Pandemie noch verschlimmert wird), aber ich habe meine Leichtfertigkeit bei der Diskussion darüber überdacht", schrieb sie.

"Ungeachtet dessen, was die Leute über mich denken wollen, möchte ich weder Schaden und Trauer für irgendjemanden noch die sehr realen Auswirkungen einer Krise wie dieser herunterspielen. Ein leichtfertiger (und ja, schlecht beurteilter) Tweet ändert nichts an dieser Realität, und er sollte den Fokus nicht von ihr ablenken. Wenn wir von Privilegien profitieren, sollten wir auch robust genug sein, um Kritik an den Systemen, die uns privilegieren, zu akzeptieren und daran zu arbeiten, sie zu verändern."


Diese Bitte um Verzeihung klingt allerdings etwas halbherzig und erinnert an die Taktik, die hierzulande viele der AfD vorwerfen: Menschenverachtende Statements raushauen, sich nach der unweigerlich einsetzenden Kritik dafür entschuldigen und ein Stück zurückrudern, danach im selben Stil weitermachen. Auch Clementine Ford ist für feindselige Äußerungen bekannt, und das scheint ihr den Weg zur Bezuschussung aus öffentlichen Geldern sowie der Ansammlung einer großen Zahl von Followern auf Twitter nicht zu verbauen.

Dementsprechend nehmen ihr viele ihre plötzliche Reue über ihre Attacken auf männliche "Knallköpfe" nicht ab:

"He, nicht so schnell Mädchen. Es war nicht leichtfertig, es war aufmerksamkeitsheischend und banal. Und es hat ernsthaften Schaden angerichtet', twitterte ein User.

"Diese Frau gibt ihre Fehler nicht so leicht zu... offensichtlich hat sie einen Klaps auf die Finger bekommen", sagte ein anderer.

"Es ist erstaunlich, wie hoch Sie gesprungen sind, als Sie wussten, dass der 20.000-Dollar-Zuschuss in Gefahr war. Erbärmlich', kommentierte eine Frau.

'Ist das ein Versuch einer Entschuldigung? Nicht einmal das kriegen Sie hin!', schrieb jemand anderes.


In bestimmten politischen Kreisen allzu leichtfertig hingenommener Hass auf Männer bleibt ein Problem. Wäre er diesmal ohne die Notwendigkeit, während der Pandemie ein Gemeinschaftsgefühl aufrechtzuerhalten, überhaupt von höherer Stelle ernstgenommen worden? Nur durch das bisherige Desinteresse konnte überhaupt eine Gesprächskultur entstehen, in der Frauen wie Clementine Ford Männern leichtherzig massenhaften Tod zu wünschen und Proteste dagegen zunächst als "Mimimi" abzutun. Und während prominente Feministinnen gerne ihren Unmut darüber bekunden, dass Feminismus inzwischen vielfach mit Männerhass gleichgesetzt wird, habe ich noch nie erlebt, dass eine wirklich einflussreiche Feministin unterirdische Attacken der Clementine Fords und Sibel Schicks dieser Welt verdammt und sich von diesen Frauen distanziert hat.



2.
Nach einer anstrengenden Lebensphase ist eine Kur manchmal die letzte Rettung vor dem Burnout. Zwei Väter berichten von ihren Erfahrungen.


Und zwar im Tagesspiegel.



3. Das Männerbüro Karlsruhe weist auf ein neues Onlineangebot für Männer hin: Mann was geht. Schwerpunkt sind dort gesundheitliche Fragen.

Sonntag, Mai 24, 2020

Führende Feministin: "Coronavirus tötet Männer nicht schnell genug" – News vom 24. Mai 2020

1. Clementine Ford, die neben Germaine Greer bekannteste Feministin Australiens, erklärte gestern auf Twitter, der Coronavirus töte Männer nicht schnell genug. Die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet über die dadurch ausgelöste Kontroverse:

Die 39-jährige Schriftstellerin teilte am Samstag ihre umstrittene Meinung mit ihren 133.000 Twitter-Follower als Reaktion auf einen Artikel über geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Erziehung von Kindern.

(...) Fords Beitrag wurde von Leuten kritisiert, die ihr vorwarfen, sie "mache den Feminismus zur Waffe", habe "Vaterkomplexe'"und sei "toxisch".

Der ehemalige Senator Derryn Hinch beschrieb ihre Ansichten als "abstoßend": "Manchmal sind Ihre Twitter-Ansichten wirklich abstoßend. Wenn dies eine ernsthafte Bemerkung ist, tun Sie mir leid. Was für eine Art, voller Hass durchs Leben zu gehen", antwortete er.

Andere schlugen vor, dass ihr Beitrag - von dem sie behauptete, er sei ein Scherz - den Weg für ebenso verheerende Kommentare ebnete.

"Clementine, ist das ein ähnlicher Witz wie: ''Ehrlich, der Coronavirus tötet Schwarze nicht schnell genug'' oder ''Ehrlich, der Coronavirus tötet Behinderte nicht schnell genug'' oder ''Ehrlich, der Coronavirus tötet Mitarbeiter des Gesundheitswesens nicht schnell genug''"?

Ford argumentierte, die Gegenreaktion habe exakt bewiesen, "wie zerbrechlich Männer sind".

"Dieselben Männer bestehen die ganze Zeit darauf, dass Frauen über Witze über Gewalt gegen uns lachen, weil sie 'schwarzen Humor' zeigen und 'Spannungen abbauen'. Männer sind erbärmlich", schrieb sie.

"Männer lieben es, über Schneeflocken und getriggerte Feministinnen zu kreischen und dass Frauen keinen Witz mehr vertragen könnten, und sie bröckeln beim ersten Anzeichen eines hyperbolischen Tweets, der sie nicht als Götter in den Mittelpunkt des Universums stellt. Knallköpfe, alle von ihnen."


Man könnte natürlich auch argumentieren, dass dasselbe politische Lager, das überall nach einer Möglichkeit sucht, gekränkt oder beleidigt zu sein, derweil massenhaft tote Männer herbeisehnt.

Fords Rhetorik verfängt indes regelmäßig bei Männern, die sich zwar nach außen hin links positionieren, im Inneren aber über ein sehr konservatives Geschlechterbild verfügen. Um zu beweisen, dass sie "echte Kerle" und keine "Jammermaskus" sind, ersparen sie feministischem Hass jegliche Kritik.

Frauen sind da mitunter deutlicher. So kommentiert im australischen Politik-Magazin Spectator Corrine Barraclough Fords Ausfälle folgendermaßen:

Das Problem des modernen Feminismus besteht darin, dass er nur noch mehr und mehr über immer weniger schreien kann. 

Und genau hier endet das.

Männer tot zu wünschen, hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun. (…) Tragischerweise tötet der Coronavirus mehr Männer als Frauen - und wenn das umgekehrt wäre, würden wir eine Zillion linker Stimmen hören, die erklären, diese Ungleichheit sei ein Ergebnis des strukturellen Sexismus.

Gleichberechtigung ist nicht hassenswert.

Gleichberechtigung ist nicht giftig.

Gleichberechtigung ist nicht männerfeindlich.

Stimmen der Gleichberechtigung speien keinen Narzissmus.

(…) Letzte Woche hat Ford ein Video gepostet, in dem sie über die männlichen Todesfälle am Arbeitsplatz lachte; 95 Prozent der Todesfälle am Arbeitsplatz sind Männer.

Und das ist lustig?

Verdient diese Rhetorik staatliche Finanzierung?




2. Kommenden Mittwoch, am 27.05.2020, läuft im WDR-Fernsehen um 22:15 Uhr die Dokumentation "Kampf ums Kind - Trennung und ihre Folgen" im Rahmen der Reihe "Die Story". Die Dokumentation wurde in enger fachlicher Zusammenarbeit mit Vertretern des Väteraufbruchs für Kinder erstellt. Der ursprünglich im Juni geplante Sendetermin verschob sich nun kurzfristig auf kommenden Mittwoch. Die Dokumentation wird danach auch in der Mediathek verfügbar sein. Weitere Infos findet man hier.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

hier ein Artikel der feministischen Selbstbeweihräucherung in der Frankfurter Rundschau: " Warum die Corona-Krise die Stunde der Frauen einläuten kann". Der lustigste Satz darin:

"Coronavirus: Wenn die Care-Arbeit zu größeren Teilen an Männern hängen bliebe, würde hier schnell für Lösungen gesorgt"

Genau, deshalb verdienen Männer in der Unterschicht auch so ausgesprochen gut und können ihre Berufe so wunderbar mit der Familie vereinbaren Schlachthöfe, Spargelstecher, Angestellte von Subunternehmen, Schwarzangestellte auf dem Bau. Da schießen die Löhne ja quasi durch die Decke aufgrund des Geschlechts.

Tatsächlich wird es auch in der Krise Müttern leichter gemacht die Kinder zu betreuen als Vätern. Bekannte arbeiten beide unter dem selben Tarifvertrag bei verschiedenen Firmen. Die Mutter bekommt bei ihrer Firma immer frei, wenn sie das Kind betreuen muss. Beim Vater (dort arbeiten überwiegend Männer) ist das nicht so. Er bekam gesagt, er soll schauen, wie er das packt, oder notfalls unbezahlten Urlaub nehmen. Nur zur Info am Rande: Sie hat einen Chef, er hat eine Chefin.


Samstag, Mai 23, 2020

Neue Zürcher Zeitung: "Warum Scheidungsväter fast immer den Kürzeren ziehen" – News vom 23. Mai 2020

1.
Martin Schneider hat seine beiden Kinder seit sechs Jahren nicht mehr gesehen. Seine Erfahrungen zeigen, warum Väter in Streitfällen fast immer den Kürzeren ziehen.


Hier geht es weiter.



2. Die Glaubwürdigkeit von Tara Reade, die Joe Biden einen sexuellen Übergriff vorwarf, liegt mittlerweile in Trümmern: nicht nur in Bezug auf diese Anschuldigung, sondern generell. Reades Anwältin hat inzwischen ihr Mandat niedergelegt. Andere Rechtsanwälte wollen die Fälle neu aufrollen, in denen Reade als Expertin für häusliche Gewalt ausgesagt hatte – anscheinend ohne die Ausbildung zu besitzen, die sie unter Eid angegeben hatte.

Das alles ist gut für Biden, aber schlecht für MeToo und deren Kampfschrei "Believe All Women". Prompt behaupten die ersten Feministinnen, von ALLEN Frauen sei sowieso nie die Rede gewesen. Gegen diese Geschichtsklitterung legt das Blog "Die Demokratie in den Zeiten des Feminismus" Einspruch ein.



3. Mal wieder ein Experiment mit versteckter Kamera: In den USA bestrafen einige Eltern ihre Kinder, indem sie sie einer öffentlichen Demütigung aussetzen. Die Kiddies müssen dann an einem belebten Ort eine Papptafel vor sich her tragen, auf der ihre Missetat steht (also zum Beispiel "Ich habe gestohlen"). Die Fernsehreihe What Would You Do? hat heimlich beobachtet, wie Passanten auf gestelltee Fälle reagieren. Besonders auffällig ist hier der Unterschied, je nachdem ob das bestrafte Kind weiblich oder männlich ist. Bei Mädchen legen die Hälfte der Passanten Einspruch gegen die öffentliche Demütigung ein, bei Jungen so gut wie niemand.

Immerhin gibt es in der Kommentarspalte unter dem Video ausreichend Menschen, die sich über diesen Sexismus empören. Und sie haben natürlich Recht: Wenn junge Männer in unserer Gesellschaft verhaltensauffälliger sind als junge Frauen, liegt das nicht an "toxischer Männlichkeit", sondern an genau solcher unterschiedlich erbarmungsloser Behandlung von Kindheit an.



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich weiß nicht, ob Sie schon über die "Beschäftigten" (also alles Männer) in den Schlachthöfen berichtet haben – ein "schönes" Beispiel für männliche Privilegien. Hat eigentlich die "Zeit" (warum tun Sie sich das Teil an?) schon festgestellt, wie schlecht es Männer in der Corona-Krise (und eigentlich nicht nur dann; die Zustände z.B. in den Schlachthöfen werden ja jetzt nur überdeutlich) geht? Okay, das war eine rhetorische Frage.


Darauf würde ich trotzdem gerne etwas ausführlicher antworten. "Die Zeit" macht zumindest nicht ALLES falsch. So hatte dort Merlind Theile vor etwas über einer Woche von den eigentlich unzumutbaren Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie berichtet (der Artikel steht neuerdings hinter einer Bezahlschranke, war aber noch vor wenigen Tagen frei zugänglich). Theile war zu diesem Thema auch Talk-Gast bei Markus Lanz, der schon in der Anmoderation der Sendung deutlich machte, wie verheerend die Zustände in diesem Bereich sind. Nicht nur ein linkes Blog wie Genderama sollte schon begrüßen, wenn hier endlich mal wieder über die skrupellose Ausbeutung von Arbeitern gesprochen wird.

Etwas problematisch an dem Artikel ist, dass er (ich habe den Wortlaut nicht mehr im Kopf) von weiblichen und männlichen Arbeitern spricht. Das stimmt zwar grundsätzlich: Es ist inzwischen auch eine Minderheit von Frauen in Schlachterbeibetrieben tätig. Deshalb hat Genderama als männerpolitisches Blog dieses Problem bislang nur in wenigen Beiträgen gestreift und nicht zum Schwerpunktthema gemacht. (Bei den Themen "Kindersoldaten" und "Übergriffe auf sexuelle Minderheiten" ist es ähnlich.) Aber die allermeisten Arbeiter in der Fleischindustrie sind schon wegen der nötigen körperlichen Voraussetzungen in der Tat männlich.

Wir haben hier also mal wieder eine merkwürdige Doppelmoral in der Berichterstattung:

Die mitunter schwere Vereinbarkeit von Home Office und Kindererziehung wird als Benachteiligung von Frauen verkauft, schließlich SIND nach Schätzungen von Journalistinnen die meisten Betroffenen Frauen.

Die furchtbaren Arbeitsbedingungen im Fleischereihandwerk wird aber nicht als Benachteiligung von Männern dargestellt, schließlich SIND in dieser Branche Vertreter beider Geschlechter tätig.

Also kurz: die übliche Doppelmoral, um die "besonders betroffenen" Frauen als das Geschlecht darstellen zu können, das unser Mitgefühl verdient hat.

Freitag, Mai 22, 2020

Geniales Video: Friedrich Küppersbusch antwortet auf "Männerwelten" und Margarete Stokowski – News vom 22. Mai 2020

1. Der Youtube-Kanal "probono TV" versteht sich laut seiner Kanalinfo als

Journalismus im Netz. Ohne Sender, ohne Werbekunden, ohne Multichannel Network, ohne finstere Mächte – doch mit solider Recherche. Die Macher sind Journalisten. Sie ergänzen Haltung um Informationen, eine Meinung um eine ergebnisoffene Recherche! Wir erkunden die Feldwege etwas abseits von den medialen Hauptverkehrsstraßen.


Man darf also auf Beiträge hoffen, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen durch das Raster dessen fallen würden, welche Meinung man haben darf und welche nicht. Aktuelles Beispiel ist ein sechsminütiges Video des für seinen trocken-süffisanten Tonfall bekannten Journalisten und WDR-Moderators Friedrich Küppersbusch, das in der Kanalübersicht mit dem Titel "Gründe für mehr Maskulinismus" beworben wird.

Hier kann man sich das Video anschauen, mit dem sich Küppersbusch quer zum braven Beifall der Leitmedien zur Joko-und-Klaas-Inszenierung "Männerwelten" stellt. Dabei antwortet er auch auf Margarete Stokowskis auf Spiegel Online veröffentlichte Forderung, jetzt sollten sich Männer gefälligst endlich "bekennen, auch schon mal übergriffig gewesen zu sein, und Besserung geloben".

Küppersbusch stellt fest:

Männer sollten sogar schon selber vorkommen dürfen, wenn über sie geredet wird, dann aber bitte das sagen, was Frau hören möchte.


Damit ist die in den Leitmedien vorherrschende Meinung hervorragend getroffen – aber Küppersbusch läuft sich damit erst warm. Die verschiedenen Punkte, die er in seinem kurzen Video gekonnt abhandelt und die von Genitalverstümmelung bis zu häsulicher Gewalt rangieren, zeigen, dass die Aufklärung, die wir Maskulisten beharrlich betreiben, inzwischen auch von öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalisten wahrgenommen und verstanden wird. Ob wir damit irgendwann auch nur annähernd so häufig im deutschen Fernsehen vorkommen dürfen wie jenes Lager, dem es allein um die Anliegen von Frauen geht? Oder gibt es geschlechterpolitisch nicht genehme Debatten nur noch auf Youtube?

Zwei erwähnenswerte feministische Repliken auf die "Männerwelten"-Inszenierung sind ein durchaus hörenswerter feministischer Podcast sowie diese kritische Einschätzung einer Bloggerin.



2. Weil ihn eine Passagierin während eines Flugs sexuell belästigte, hat ein Football-Spieler die US-Fluggesellschaft United Airlines verklagt. Das Personal an Bord soll nur zögerlich und zu spät eingegriffen haben. "Die Welt" berichtet über den Vorfall. Aber wo bleiben die Frauen, die "bekennen, auch schon mal übergriffig gewesen zu sein, und Besserung geloben"?



3. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt fordert besseren Kündigungsschutz für Frauen während der Corona-Krise:

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey sollte jeder Frau im Land einen Brief schreiben und sie über ihre Rechte informieren: Wie funktioniert das mit dem Lohnersatz, wie sieht es mit dem Kündigungsschutz aus, wer kann Notbetreuung in Anspruch nehmen, wo kann ich mich beraten lassen?


Ohne einen solchen Brief von der Ministerin wissen Frauen das ja nicht. Die sind nicht so wie Männer, die das alles selbst herausfinden können.



4. "Der moderne Vater ist besser als sein Ruf" bekundet n-tv.



5.
Studien zeigen, wie wichtig Väter für die Erziehung ihrer Kinder sind. Doch überraschend oft sind es die Mütter, die sie daran hindern. Experten fordern: Lasst die Väter ran!


Hier geht es weiter, bevor der Artikel hinter einer Bezahlschranke verschwindet. Ich beginne ein gewisses Muster zu erkennen, für welche Artikel Spiegel-Online Geld verlangt und welche er für lau raushaut.



6. "Die Zeit" beschäftigt sich mit sogenannten "Man Caves". Bei diesen "Männerhöhlen" (wir Kerle sind ja bekanntlich immer noch Steinzeitmenschen) handelt es sich um Räume, die z.B. durch Modelleisenbahn, Billardtisch, modernste Technik oder auch eine rustikale Einrichtung nach männlichen Bedürfnissen ausgerichtet sind – oft der einzige Ort im Haus, wo das möglich ist. "Wieso glauben Männer, einen Rückzugsraum zu brauchen?" fragt Die Zeit. "Womöglich, weil sie das Patriarchat schwinden sehen." Anders als die feministischen Einrichtungen, zu denen nur Frauen Zutritt erhalten, stehen die Männerräume selbstverständlich "unter Sexismusverdacht".

Einerseits wäre man bei diesem Artikel für eine Bezahlschranke dankbar gewesen. Andererseits findet man inmitten all der ideologiedurchtränkten Rhetorik aussagekräftige Einblicke, wie es den patriarchalen Unterdrückern tatsächlich geht:

Einmal stand der Soziologe in einer Männerhöhle voll mit Puzzles. Als er nachhakte, ob er bereits in der Man Cave sei, antwortete der Eigentümer: "Machen Sie Witze? Natürlich! Meine Frau würde mich niemals so viele Puzzles rumliegen lassen." (…) "Welche Freunde genau werden kommen?", frage [der porträtierte Soziologe] danach für gewöhnlich. Stück für Stück komme dann heraus, dass diese Männer überhaupt keine Freunde haben. Weil sie sich entweder auf ihre Arbeit konzentrieren und deshalb keine Zeit haben. Weil sie sich um ihre Familie kümmern. Weil die alten Freunde aus der Schul- oder Unizeit irgendwann weggezogen sind und die Männer diese Lücke nie wieder schließen konnten.


Ich wollte mal schauen, ob es zu dem Artikel wie üblich die viel gelungeneren Leserkommentare gab, aber nachdem gleich auf den ersten Seiten die Kommentare von fünf Lesern so lauteten:

Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich und differenziert.


hatte ich keine Lust mehr.



7. Aber immerhin haut "Die Zeit" zum Vatertag dann doch noch einen väterfreundlichen Artikel raus:

Mirko Schneider hat zwei Töchter. Trotz seines Umgangsrechts verhindert seine Ex-Frau, dass er die Kinder sieht. Die Chronologie einer Entfremdung.


Bezahlschranke, natürlich.

Immerhin erklärt der Autor des Beitrags nachvollziehbar auf Twitter:

Diese Geschichte gibt es nur exklusiv für Abonnenten, weil lange Recherchen auch etwas kosten dürfen.


Findet man deshalb so gut wie nie Artikel von Margarete Stokowski und anderen Feministinnen dieser Coleur hinter einer Bezahlschranke? Achtet mal darauf. :-)



8. Kaum hab ich das geschrieben, trudelt schon der nächste "Zeit"-Artikel hier rein. Er beschäftigt,sich mit Frauen in der Corona-Krise. Jetzt ratet einfach mal mit:

a) Was ist wohl die Hauptaussage des Artikels?

b) Gibt es eine Bezahlschranke?

Jepp, beide Male richtig geraten. Diese Vorhersagbarkeit ist fast schon wieder lustig. Man braucht "Die Zeit" gar nicht mehr zu lesen, man braucht sich nur ein Thema zurufen zu lassen und weiß, was in dem Beitrag steht. Das Bild, dass diese gedankliche Eintönigkeit über das einstige Vorzeigeblatt liberaler Intellektueller abgibt, ist allerdings eher

Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich und differenziert.




9. Hilfe, es hört nicht mehr auf: "Gleichberechtigung muss wehtun." (Müsst ihr nicht alles lesen; ihr wisst ja eh, was drin steht.)



10. Der Humanistische Pressedienst veröffentlichte dieser Tage einen Artikel, dessen Autorin über "Incels" herzieht (Männer ohne sexuelle und Beziehungserfahrung) und ebenfalls zigfach bekannte Verurteilungen wiedrkäut. Der Männerrechtler "Crumar" zerpflückt den Beitrag: "Nur die realitätsferne Reduktion auf eine 'weltumspannende Gemeinschaft von Männern' macht eine Dämonisierung und den Entzug von Empathie möglich."



11. Auf dem Live-Streaming-Videoportal Twitch, das vor allem für Videospiele genutzt wird, ist eine hitzige Diskussion um dessen neuen Sicherheitsbeirat entstanden. Dazu gehört jetzt auch die Transgender-Streamerin Stephanie "FerociuslySteph" Loehr. Sie glaubt, dass Angehörige von Minderheiten (wie etwa Frauen) in Spielen den Voice-Chat häufig nicht nutzen, weil sie schlechte Erfahrungen damit gemacht haben, an ihrer Stimme als Mitglieder einer Minderheit erkannt und daraufhin seltsam behandelt zu werden. Die Stimmen von Teilnehmern, die den Voice-Chat als unproblematisch empfanden, klängen hingegen nach "weißen Cis-Männern". Loehr behauptete: "Eine Menge Spieler sind in Wirklichkeit Anhänger der Idee einer weißen Vorherrschaft."

Davon fühlt sich der in der Community bekannte World-of-Warcraft-Streamer Asmongold diskriminiert. Er argumentiert: Wäre diese Äußerung über irgendeine andere Gruppe getätigt worden, über Schwarze oder trans Personen, wäre die Sprecherin von Twitch gebannt worden. Aber wenn es gegen weiße Männer gehe, unterstütze Twitch die Aussage sogar. "Ich dachte, das wäre Amerika", ärgert sich Asmongold, "und Leute werden danach bewertet, was sie tun, und nicht danach, wie sie aussehen."

Donnerstag, Mai 21, 2020

Frankfurter Allgemeine: Ist die Galionsfigur von "MeToo" nur ein Märchenerzähler? – News vom 21. Mai 2020

1.
Mächtige Männer aus der Welt von Hollywood, des Fernsehens und der Politik, die junge Frauen als Beute betrachteten, habe er enttarnt und dafür einen Pulitzer-Preis bekommen. All das habe Ronan Farrow mit seinen Enthüllungen erreicht, schreibt der Medienkritiker Ben Smith in der "New York Times". Die Frage sei nur: Wie? Die Antwort findet sich schon im Titel der Kolumne, die in den Vereinigten Staaten gerade die Gemüter erregt. Gekleidet ist der Befund in eine Frage: "Ist Ronan Farrow zu gut, um wahr zu sein?" Ben Smith, der seit Anfang des Jahres bei der „New York Times“ arbeitet und vorher Chefredakteur von "Buzzfeed" war, kommt zu diesem Schluss, indem er die Geschichten, mit denen Ronan Farrow berühmt und zu einem der Initialzünder der „MeToo“-Bewegung wurde, an einigen Stellen aufbohrt.


Hier geht es weiter.



2. Der Nachrichtendienst des Deutschen Bundestages meldet zum Umgangsrecht angesichts von COVID-19

Auch angesichts der Coronavirus-Pandemie gelte, dass Kinder selbstverständlich Kontakt zu beiden Eltern behalten sollen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/19046) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zum Umgangsrecht angesichts von COVID-19 (19/18569). Erkenntnisse über diesbezügliche Probleme lägen der Bundesregierung nicht vor. Die Empfehlung, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden, beziehe sich nicht auf die Kernfamilie, auch wenn die Eltern nach einer Trennung in zwei getrennten Haushalten leben, heißt es in der Antwort. Die bisherigen Vereinbarungen, Regelungen oder gerichtlichen Entscheidungen zum Umgang gälten weiterhin. Bei der Frage, wie man die persönliche Begegnung zwischen Eltern und Kind in Zeiten der Coronavirus-Pandemie am besten organisiert, sollten die Eltern sich, wie sonst auch, immer am Kindeswohl orientieren und beachten, dass grundsätzlich eine gute emotionale Bindung und der Kontakt zu beiden Eltern dem Kindeswohl dient.




3. Die katholische Website kath.net benennt zutreffend Benachteiligungen, die Jungen und Männer in den verschiedensten Bereichen (Gesundheit und Lebenserwartung, Arbeitsunfälle, Bildung, Gewalt und Verbrechen) treffen, betont aber, dass dies lediglich eine "sarkastische" Wortmeldung sei: Die Nachteile seienh evolutionsbedingt, und die Ideologie habe sich der Realität anzupassen, nicht umgekehrt.



4. Österreichs Verein "Väter ohne Rechte" richtet eine Beschwerde an den ORF, fordert mehr Ausgewogenheit in der Berichterstattung und lädt zur Unterstützung dieser Beschwerde ein.

Mittwoch, Mai 20, 2020

Spiegel Online: "Wären jetzt nicht mal die Männer dran?" – News vom 20. Mai 2020

1. Ein aktueller Artikel auf Spiegel-Onlne zu der Inszenierung "Männerwelten" des Komiker-Duos Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf beginnt so:

In der Sendezeit von Joko und Klaas wurde Gewalt gegen Frauen thematisiert. Dafür gab es viel Applaus. Aber wieder sprachen nur Frauen über ihre Erfahrungen. Wären jetzt nicht mal die Männer dran?


Ui, mögen jetzt vielleicht einige denken: Spiegel Online bricht mit dem bisherigen Redaktionstabu und beschäftigt sich mit männlichen Opfern sexueller Übergriffe? Kann das denn wahr schein?

Solche Hoffnungen werden schnell zerstört, wenn ich erwähne, dass der Artikel von Margarete Stokowski stammt?

Stokowskis Veröffentlichungen sind für ein nach Geschlecht geordnetes Schwarz-Weiß-Denken bekannt, das von unseren Leitmedien ja auch üppig honoriert wird. Dementsprechend möchte sie mit ihrem aktuellen Artikel natürlich nicht erzielen, dass zur Hauptsendezeit ein viertelstündiger Beitrag männlichen Opfern gewidmet wird. Stokowski möchte stattdessen eine Selbstbezichtigung männlicher Täter. Die sollten sich endlich "bekennen, auch schon mal übergriffig gewesen zu sein, und Besserung geloben".

Wie man sich als Frau mit der "Männerwelten"-Inszenierung weniger klischeebehaftet auseinandersetzen kann, zeigt die Bloggerin "Anne Nühm".



2. Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, braucht die Nürnberger Caritas mehr Wohnungen für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt werden. Der Wohlfahrtsverband bietet in Nürnberg neben der regulären Beratung seit drei Monaten auch eine Schutzwohnung für bis zu drei Männer und deren Kinder an. Caritas-Direktor Michael Schwarz zufolge habe man schon Männer abweisen müssen. Das ist umso bemerkenswerter, als häusliche Gewalt gegen Männer Caritas-Projektleiterin Petra Zöttlein sowohl in der Gesellschaft als auch für die Betroffenen immer noch ein Tabu darstellt. Deshalb sei die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen, für die Betroffenen größer.



3. Im britischen Derbyshire wurden vier verschiedene Frauen hintereinander wegen häuslicher Gewalt verurteilt. Die dortige Tageszeitung berichtet darüber und zeigt die Täterinnen. Wenn das hierzulande auch passieren würde, hätten es Frauen wie Margarete Stokowski schwerer.



4. Eine Britin, die von einem 13jährigen Jungen schwanger wurde und ihn daraufhin der Vergewaltigung beschuldigte, wurde jetzt auch zu einer Haftstrafe verurteilt. Mit einer Ausstellung "Frauenwelten" ist weiterhin nicht zu rechnen.



5. Die Universität Lancashire hat eine Befragung online gestellt, die sich an männliche Opfer häuslicher Gewalt richtet. Obwohl es immer mehr Belege dafür gäbe, dass Frauen ähnlich häufig Partnergewalt verüben wie Männer, existierten bislang nur wenige Studien, die die Erfahrungen männlicher Opfer untersuchen. Ziel dieser Umfrage sei es, die Erfahrungen von männlichen Opfern mit Partnergewalt auszuwerten.



6. Die Grünen fordern, das Kurzarbeitergeld für Frauen zu erhöhen, weil Frauen durch diese Leistungen besonders "schlechtergestellt" werden bzw. ihnen eine "Katastrophe" droht. Das Blog Die Demokratie in Zeiten des Feminismus hat sich genauer angeschaut, wie berechtigt die Forderungen der Grünen sind.



7. Der "Sexismusbeauftragte" erklärt, warum die Kampagne #stattblumen der SPD-Frauen billigen Populismus darstellt.



8. Die Post. Gestern hatte ich einen Leserbrief veröffentlicht, der sich kritisch mit der These auseinandersetzte, dass von Frauen regierte Länder besser durch die Corona-Krise kämen. Heute antwortet ein anderer Leser:

Ohne den Feministinnen nach dem Mund reden zu wollen, aber entgegen dem zuletzt von Dir veröffentlichten Leserbrief scheint mir die Rede von den weiblichen Regierungschefinnen, die die Krise gut meistern, nicht vollständig ungerechtfertigt. Zunächst einmal wurde im Leserbrief die Regierungschefin des weltweit am meisten für seine Corona-Bekämpfung gelobten Landes - Tsai Ing-wen in Taiwan - schlicht vergessen.

Richtig ist hingegen, dass die meisten der gelobten Regierungschefinnen in Wahrheit eher durchschnittlich sind - inklusive Angela Merkel und der nordischen Regierungschefinnen - und manche sogar unterdurchschnittlich - auch die vom Guardian zu Unrecht gelobte Silveria Jacobs in Sint Marteen.

Teilweise nachvollziehbar ist allerdings das Argument des Guardian, dass es zwar auch viele gute männliche Regierungschefs gegeben habe, aber zumindest keine absolut schlechten weiblichen. Hier muss man gewisse Frauen von der Analyse ausnehmen - San Marino und die Schweiz haben gemischte Doppel-/Mehrfachspitzen. Und die belgische Ministerpräsidentin Sophie Wilmès war bis im März mangels Regierungsbildungsfähigkeit nur Leiterin einer Notfallregierung und somit teilweise handlungsunfähig.

Darüber hinaus sind aber eine Handvoll der von männlichen Regierungschefs geleiteten Länder besonders schlecht durch die Krise gekommen - Spanien, Italien, Grossbritannien, Irland, Frankreich, Schweden, die Niederlande und die USA. Diese Länder ziehen gewissermassen die männliche Erfolgsbilanz massiv nach unten.

Nun ist es natürlich so, dass bei der Suche nach den Gründen viel mit Geschlechterstereotypen gespielt wird - z.B. wird es Merkel positiv als Ehrlichkeit ausgelegt, wenn sie von einer Corona-Infizierung von 70% der Bevölkerung redet; wenn hingegen Johnson davon redet, dass viele sterben werden, wird es von den gleichen Journalisten als macho-hafte Abwertung menschlichen Lebens gedeutet. Und es spielen sicher auch individuelle Stereotypien mit, da einige dieser Regierungschefs (z.B. Trump, Johnson, Macron) schon vor der Krise international als selbstherrlich wahrgenommen worden sind.

Trotzdem sind letztendlich keiner der Frauen die gravierenden Fehler unterlaufen, zuerst eine Herdenimmunitätsstrategie zu propagieren (UK, Niederlande), keine tiefgreifenden Massnahmen zu veranlassen (Schweden) oder unkoordinierten Unsinn zu verbreiten (USA). Daher ist die Statistik, dass weiblich geführte Länder durchschnittlich bisher besser durch die Krise gekommen sind, nicht inkorrekt. Ob es so bleibt, wird man sehen.


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