Montag, Oktober 19, 2020

Feministinnen erbost über Statue mit abgeschlagenem Männerkopf – News vom 19. Oktober 2020

1. Wie Genderama vor einigen Tagen berichtete, wurde vor einem New Yorker Gerichtsgebäude zu Ehren von MeToo die Statue einer Medusa mit abgeschlagenem Männerkopf errichtet. Darauf reagieren jetzt Feministinnen mit erzürnten Protesten. Erzürnt über die nicht mehr zu übersehende Aggression gegen Männer, die hier öffentlich verewigt wird? Ach wo.

Warum ausgerechnet eine von einem Mann erschaffene Skulptur, die außerdem schon 2008 lange vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung entstanden sei, ausgewählt worden sei, fragten zahlreiche Menschen.


Manche Feministinnen kritisieren seufzend, dass MeToo von einer schwarzen Amerikanerin initiiert wurde, die Statue aber von einem Europäer stamme. Andere beanstanden, dass die dargestellte Frau zu dünn sei und über kein Schamhaar verfüge. Offenbar ist man besorgt über die unterschwellig vermittelte Botschaft, dass füllige Frauen keine Männer enthaupten könnten.

(Es ist manchmal schon schwer, dieses reine Nachrichtenblog nicht wie ein Satireblog wirken zu lassen. Oder den Feminismus der Gegenwart als eine grundsätzlich sympathische Bewegung darzustellen.)



2. In Wien-Donaustadt hat eine Mutter ihre drei Kinder getötet. Zwischen ihr und ihrem Mann habe es drei Wochen zuvor heftigen Streit gegeben, berichten Nachbarn. Damals verletzten sich beide Partner gegenseitig. Die herbeigerufene Polizei erteilte (wie üblich) gegen den Vater ein Betretungsverbot. Die Kinder bleiben bei der offenkundig psychisch angeschlagenen Mutter.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

auch wenn es nicht meine Art ist, anderen Leuten die Postfächer mit Nichtigkeiten zu verstopfen, ich muss es einfach loswerden: Der Artikel von Tonio Walter ist eine Wucht! Walter argumentiert brillant und sachlich, er bringt die Dinge auf den Punkt. Chapeau! Und Dank an Sie für die Zitierung!

Zur Zeit wird viel von Geschlechterquotierung gesprochen, aber ich befürchte, dass es in Zukunft auch zu Mehrfachquotierungen kommen kann, wenn auch nur in der Form von Absichtserklärungen. In der Abteilung, in der ich als IT-Spezialist arbeite, gibt es ca. 50 % Inder und 50 % EU-Europäer. Würde nun eine 50-prozentige Frauenquote eingeführt und die Migrantenquote konstant bleiben, dann hätte ich keine Chance, in dieser Abteilung zu arbeiten, falls ich mich neu bewerben müsste.

Warum? Bei den indischen Kollegen handelt es sich ausschließlich um Männer. Indische IT-Spezialistinnen sind rar. Da das Männerkontingent durch die Einstellung von Indern erschöpft ist, müsste bei einer Frauenquote das Frauenkontingent aus EU-Europäerinnen bestückt werden.

Irgendwann wird man sich wundern, wie es zu den hohen AfD-Wahlergebnissen kam.


Sonntag, Oktober 18, 2020

Die Welt: "Wie Gleichstellung das Grundgesetz missachtet und Frauenleben verkürzt" – News vom 18. Oktober 2020

1. In der "Welt" hat (hinter einer Bezahlschranke) der Professor für Strafrecht und Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht Tonio Walter einen Artikel zur Quotendebatte veröffentlicht:

Unsere Gesellschaft glaubt, Geschlechtergerechtigkeit müsse durch Quoten erzwungen werden. Das widerspricht der Gleichberechtigung. Der wahre Grund für diese Kollektivideologie ist ein ganz anderer.


In den ersten Absätzen seines Artikels schildert Walter, warum er sich (so wie ich) in den ersten Jahrzehnten seines Lebens aus guten Gründen als Feminist verortet hat.

Doch in den Neunzigerjahren begann die Sache zu kippen. Das Prinzip der Gleichwertigkeit der Geschlechter wurde von Männerverachtung verdrängt. Es gehörte alsbald zum guten, fast selbstverständlichen Ton, sie als geistig und moralisch minderwertig zu betrachten. Sie waren dumm, ungeschickt, roh und egoistisch, Frauen hingegen klug, sozial kompetent, mitfühlend und altruistisch.

Auf dieser Linie liegt auch das jüngst vorgestellte Dossier zur "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer“ aus dem Ministerium von Franziska Giffey. Es empfiehlt den Männern unter anderem, sie sollten doch "einfach mal die Klappe halten". Auch der Begriff der Gleichstellung steht für eine Entwicklung: weg vom Grundwert der Gleichberechtigung, hin zu einer Frauenbevorzugungsdoktrin.


Tonio Walter erörtert weiter, dass eine Frauenquote als Merkmal und Instrument für Geschlechtergerechtigkeit nur Sinn ergebe, wenn man Menschen nicht als Individuen, sondern als Kollektive begreife. Insofern haben Quoten mit echter Gleichberechtigung nichts zu tun, im Gegenteil:

Sollen zwei Menschen ungeachtet ihres Geschlechts die gleichen Rechte haben, dann widerspricht dem die Bevorzugung eines Menschen aufgrund seines Geschlechts. Und die wird jedenfalls dort logisch unausweichlich verlangt, wo es Geschlechterquoten gibt. Denn solche Quoten fordern vor jedem anderen Gedanken ein bestimmtes Geschlecht. Bei einer 50-Prozent-Quote immer, bei niedrigeren Quoten zumindest so lange, wie sie noch nicht erfüllt werden. Juristisch falsch ist das Denken in Geschlechterkollektiven, weil es Artikel 3 des Grundgesetzes verletzt. Dort steht: (…) "Niemand darf wegen seines Geschlechts … benachteiligt oder bevorzugt werden." Geschlechterquoten tun offensichtlich das Gegenteil: Solange sie nicht bis auf den letzten Prozentpunkt erfüllt sind, zwingen sie dazu, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen oder zu bevorzugen.


Der Staat habe

weder die Aufgabe noch das Recht, mit planwirtschaftlichen Quoten zu bestimmen, welchen statistischen Anteil ein bestimmtes Geschlecht an was auch immer hat. Und dabei spielt es die geringste Rolle, dass dies selbstverständlich auch faktisch ausgeschlossen wäre, da sich Interessen und Vorlieben statistisch betrachtet nun einmal unterschiedlich auf Männer und Frauen verteilen. Solange wir daran festhalten, dass sich jeder seinen Beruf selbst aussuchen darf, können wir weder im Ingenieurswesen noch in der Kosmetikbranche ein nach Geschlechtern ausgeglichenes Bewerberfeld erwarten – so sehr wir auch dafür sorgen müssen, dass jede Frau Ingenieurin werden kann und jeder Mann Kosmetiker.


Die sinnvolle Emanzipationsbewegung habe sich nun in den letzten Jahrzehnten

rasant beschleunigt. (…) Geschlechterquoten und Frauenbevorzugung sind ihre Endpunkte; Brechstangen, die unsere Gesellschaft einsetzt, weil es ihr nicht schnell genug geht. Es ist eine bislang unbemerkte Ironie, dass dies dem Kollektiv der Frauen schadet und dem der Männer nützt. Das lässt sich an den Lebenserwartungen ablesen: Die der Frauen steigt jetzt langsamer als die der Männer, die Lücke in der Lebenserwartung wird kleiner; früher waren es fast sieben, jetzt sind es nur noch knapp fünf Jahre. Die Lebenserwartung ist der verlässlichste Gesamtindikator für Lebensqualität.

(…) Und wir wissen auch, was die Lebensqualität beeinträchtigt: Belastung, Stress. Oft verkürzt er das Leben unmittelbar, zum Beispiel bei harter Arbeit und im Krieg. Er verkürzt es aber auch mittelbar, und zwar wenn jemand ungesund lebt, weil er gestresst ist: wenn er trinkt, raucht, Drogen nimmt und lieber eine Stunde am Schreibtisch oder vor dem Fernseher sitzt, statt Sport zu treiben.

Bislang hatten darunter vor allem Männer zu leiden. Das ändert sich gerade: Je stärker die Frauen in die Arbeitswelt kommen, desto ungesünder leben sie. Sie rauchen mehr als früher, trinken mehr, und auch ihr Drogenkonsum steigt. Hingegen dürfen sich die Männer auch um ihre Kinder kümmern; etwas, was die Lebensqualität erwiesenermaßen steigert. Wie kann sich ein Mann darüber beschweren? Nun, erstens kann es einen Humanisten nicht freuen, wenn sich auch nur irgendwer das Leben ruiniert. Zweitens und wichtiger: Ein Humanist betrachtet den Menschen stets als Individuum – nichts als Kollektiv oder Statistik. Und genau so möchte auch jeder und jede von uns betrachtet werden: als das eine einzigartige Wesen, das wir mit all unseren Vorzügen und Schwächen sind.

Eine Frau, die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wird, lässt sich nicht damit trösten, dass es dem Kollektiv der Frauen statistisch betrachtet doch ganz hervorragend gehe. Und das gilt dann eben auch für Männer. Daher ist es Zeit, sich von der Gleichstellungsdoktrin zu verabschieden und wieder das zu ermöglichen, was das Grundgesetz gebietet: Gleichberechtigung.


Ergänzend ließe sich hinzufügen, dass Frauen in den letzten Jahrzehnten gerade nicht glücklicher geworden sind. Das Paradies, als das viele Feministinnen das Männerleben phantasiert haben, war leider keines.



2. Die Kampagne #ichwill fordert mit der Unterstützung prominenter Stimmen die Installation von mehr Frauen in Machtpositionen:

Weil es mit Freiwilligkeit nicht gehe, forderte Maria Furtwängler, Schauspielerin und Mitgründerin der MaLisa-Stiftung, die sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt, auf der Pressekonferenz eine Quote "in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen". (…) Am Freitag stellte sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hinter die Forderung nach einer festen Quote. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte er: "Die Zeit für Freiwilligkeit ist vorbei, in vielen Unternehmen geht die Zahl der Frauen in Führungspositionen aktuell sogar zurück. Strukturellen Ungleichheiten müssen wir mit strukturellen Maßnahmen entgegentreten."


Nach dem Beitrag von Tonio Walter ist es besonders niedlich zu lesen, wie unkritisch die FAZ die Selbstdarstellung eines Quotenvereins übernimmt, dass er "sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt". Journalistische Distanz gibt es nur noch beim vom Mainstream abweichenden Stimmen – dafür tropft sie dort aus jeder Zeile.



3. Die Tagesschau berichtet:

In der Europäischen Union leben heute 70 Prozent mehr Obdachlose als noch vor zehn Jahren. Positiv sticht aber Finnland heraus. Kein anderes EU-Land konnte die Zahl seiner Obdachlosen so stark senken - mit einer besonderen Strategie.


Hier geht es weiter.



4. Die "Tagespost" berichtet über die aktuelle Welle des Männerhasses in Frankreich. Ein Auszug:

Der junge Buchautor und Redakteur des Figaro, Paul Melun, erkennt in den Aufrufen zum Männerhass Anzeichen für einen beunruhigenden Verfall des Verhältnisses zwischen Mann und Frau. (…) "Für diese Aktivistinnen geht es nicht mehr darum, Gleichheit zu fordern, wohl aber darum, gegen die Männer, gegen alle Männer, zu kämpfen". Daher auch schreibt Coffin - die 2020 auf der Liste der Grünen in den Pariser Stadtrat gewählt wurde –, dass sie keine Filme mehr von Männern anschaue und nicht mehr deren Musik höre. Allein, dass es den "grotesken und wunderlichen Stellungnahmen", gelungen ist, publiziert zu werden, ist "schon erstaunlich", wie Melun findet. Doch seit ihrem Erscheinen stoßen diese Pamphlete bei einer progressiven Anhängerschaft auf ein großes Echo. Vor dem "Conseil supérieur d’audiovisuel" (CSA, Hoher Rat für audiovisuelle Medien), werde zwar "der kleinste sexistische oder rassistische Verstoß mit Vehemenz gemeldet" – gegenüber den militanten Feministinnen verfahre man jedoch milde: "Wie kann es sein, dass derartige Äußerungen von allen Anhängern der Geschlechtergleichheit nicht öffentlich verurteilt werden?", fragt Melun.

In der Welt der politischen Korrektheit, so der Journalist weiter, ist "die einzig erlaubte Transgression der Hass in Bezug auf weiße Männer. Für die intersektionellen Kämpfer verkörpert der weiße Mann die nie versiegende Quelle aller unserer Übel". Daher sei es wohl ganz normal für die angeblichen "Opfer", sich zu rächen. Das Ergebnis ist der "verrückte Plan" von Alice Coffin und Pauline Harmange: "die Gesellschaft auf Rachefeldzüge zu schicken, bei denen sich alle Frauen an allen Männern rächen, zumindest symbolisch".

Daraus folgen Aufrufe zum Boykott von Arbeiten und Werken, die von Männern geleistet wurden. Besonders davon betroffen sei die akademische Lehre: Vorträge werden abgesagt oder abgebrochen und Professoren denunziert und angezeigt. "Dieser neue McCarthyismus dringt tief in die französischen Universitäten ein, die seitdem zu feministischen und ‚entkolonialisierten‘ Refugien werden. Die Aktivistinnen haben freien Zugang zu den Hörsälen, während Professoren und Dozenten unter Beschimpfungen und Drohungen den Ort in Polizeibegleitung verlassen müssen".




5. In der Augsburger Allgemeinen kommentiert Gregor Schmitz die aktuelle Identitätspolitik:

Wer sich – völlig zu Recht– darüber aufregt, dass Frauen herabgesetzt, Ausländer pauschal beurteilt oder sexuelle Ausrichtungen von Menschen nicht ausreichend sensibel behandelt werden, kann nicht gleichzeitig pauschal "alte weiße Männer" verspotten oder Polizisten auf Müllkippen entsorgen wollen. Nur weil jemand einer Gruppe angehört, die lange Privilegien genossen hat, ist er oder sie kein Freiwild.

Es hilft nicht weiter, wenn sich jemand einer Sache so sicher ist, dass jedes Mittel Recht scheint und aller Respekt überflüssig. Auch wir erleben in unserer Branche, dass Journalisten nicht mehr schreiben wollen, was ist – sondern was aus ihrer Sicht sein sollte. Doch Furor führt nur dazu, dass sich Fronten furios verhärten. Im Kern geht es immer um Respekt, und zwar in alle Richtungen.




6. Die Sprecherliste für die Internationale Konferenz für Männeranliegen, die gestern virtuell stattfand, ist mit 110 Experten für die unterschiedlichsten Unterbereiche ausgesprochen umfangreich.

Hier werden die Sprecherinnen und Sprecher ausführlicher vorgestellt. Zu ihnen gehören Professoren, politische Aktivisten, Menschen aus der Opferarbeit und viele andere mehr, darunter in der Männer-Community bekannte Namen wie Warren Farrell und Erin Pizzey. Deutschland wird durch den Publizisten Bernhard Lassahn vertreten, der über die Tragödie der Vaterlosigkeit spricht.

Zwischen dem 14. und dem 19. November sollen die Aufnahmen der Vorträge hier online gestellt werden: pünktlich zu jeder vollen Stunde ein neues.

Ich bin durchaus beeindruckt: Die Männerrechtsbewegung kann inzwischen aus einem beachtlichen Reservir an Intellektuellen und Praktikern beiderlei Geschlechts schöpfen – während Politik, Hochschulen und Leitmedien heute noch zu tun, als handele es sich um ein kleines Häufchen weltfremder Spinner. Wer seine Informationen ausschließlich aus diesen Leitmedien bezieht, lebt inzwischen in einer Filterblase, die mit der Realität kaum noch etwas zu tun hat.

Samstag, Oktober 17, 2020

Häusliche Gewalt: Sia unterstützt Johnny Depp – News vom 17. Oktober 2020

1. Die Popsängerin Sia hat auf Twitter ihre Solidarität zu dem Schauspieler Johnny Depp erklärt. Depp befindet sich in einem Scheidungskrieg mit dem Model Amber Heart und wirft ihr häusliche Gewalt gegen ihn vor. Sia erklärt, nach dem Anhören "der Bänder" (gemeint sind offenkundig die Aufnahmen, in der Amber Heard ihre Gewalthandlungen zugibt), sei es klar, dass Depp das Opfer in dieser Auseinandersetzung sei. Sias Tweet hat bis jetzt über zwölftausend Mal Zustimmung erhalten, manche Kommentare hingegen zeigen Entrüstung bis hin zu "delete Sia" und "rip Sia". Der Tweet der Sängerin wird in zahlreichen deutschen und englischen Presseartikeln aufgegriffen.



2. Die Spitze der Bundesagentur für Arbeit hat eine Frauenquote von 100 Prozent erreicht.



3. Einer aktuellen Umfrage zufolge fordern Frauen beim Berufseinstieg deutlich weniger Geld als Männer:

Junge Top-Talente erwarten beim Berufseinstieg durchschnittlich ein Gehalt von 55.800 Euro. Doch der Unterschied zwischen Frauen und Männern ist riesig: Während die besten Studentinnen nur 50.300 Euro verlangen, sind es bei ihren männlichen Kommilitonen 61.800 Euro — also 11.500 Euro oder rund 23 Prozent mehr. (…) Für ein höheres Gehalt würden Männer 46,5 Stunden pro Woche arbeiten, Frauen 43 Stunden. (…) Ein attraktives Gehalt liegt allerdings nur auf Platz acht der Wünsche an den Arbeitgeber. Am wichtigsten waren den Befragten herausfordernde Aufgaben, gefolgt von einem guten Ruf des Unternehmens und guten Chancen der Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt.




4. Auf Twitter trenden gerade die feministischen Hashtags #ichwill und #jetztreichts. Christian Schmidt kommentiert und fragt: Reicht das Wollen oder sollte man nicht auch etwas dafür machen?



5. "Die Welt" kommentiert den peinlichen Hickhack um das Vorlegen eines Gesetzesvorschlags in durchgehend weiblicher Form: "Die ärgerlichen Schaukämpfe der Gesetzgeber".



6. Die Schweizer "Mittelländische Zeitung" berichtet über ein Problem, das die Männerrechtsbewegung seit Jahrzehnten beklagt:

Ein Phänomen macht sich in den letzten Jahren immer breiter. Mütter halten sich nicht an Vorgaben des Gerichtes. Männer können kaum etwas dagegen tun. Wer holt, wer bringt das Kind? Wer bezahlt dies und das? Wer ist wann, wofür zuständig? Besuchsrecht? Ferien?

Dinge, die vom Gericht jeweils genau geregelt sind. Leider halten sich immer weniger Mütter daran, meist um dem Partner zu schaden - leider trifft es wie immer die Falschen - die Kinder. Es sei hier erwähnt, dass natürlich auch Väter ähnliches Verhalten zeigen können, aber wegen der Obhutssituation, meist nicht in der Lage sind, überhaupt etwas Falsches zu machen.


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7. Unter der Schlagzeile "Wenn Giffey politisch unkorrekt wird" berichtet N-tv:

Die Familienministerin hat für 700.000 Euro eine Serie "Ehrenpflegas" drehen lassen, die gut gemeint ist, aber Pfleger empört. Mit gutem Grund: Der Migrantensohn ist der Honk, die Mädels sind schön, wissbegierig und finden: "Helfen ist super cool."


Wohl niemand hätte das hintergefragt, wenn die Autoren der Serie den dargestellten Mann nicht zu einem Menschen mit Migrationshintergrund gemacht hätten. Das gewohnte Männerbashing, dem zufolge es Jungs halt nicht so drauf haben wie die schlauen und sozialen Mädchen, hätte kaum Beachtung erhalten. Macht man aber diese Figur auch noch zum Migranten, ist die Menschenfeindlichkeit solcher Klischees nicht mehr zu übersehen.



8. Die Zeitschrift "Eltern" positioniert sich in einem von der "Brigitte" übernommenen Artikel gegen unsinnige Rollenzwänge:

"Du blödes Weichei. Du bist kein Mann." Halblaut hat das der Spaziergänger in meine Schulter gemurmelt, als ich an ihm mit meinen Kindern im Transportfahrrad vorbeigefahren bin. Der Prototyp eines verbitterten alten Mannes, komplett in der Uniform aus dunkelblauer Winterjacke und Schiffermütze, konnte einfach nicht anders als mal im Vorbeigehen die Sau rauszulassen. Genau so, dass ich es hören musste, aber zu leise, um eine Szene auf der Straße zu provozieren.

Das ist jetzt schlecht für ihn, Szenen auf der Straße sind meine Spezialität, wenn mich jemand angreifen will. Quietschend bremse ich und rufe ihm hinterher: "Hey! Haben Sie ein Problem heute Morgen?". Der alte Herr stockt kurz und überlegt, ob er so tun soll, als habe er mich überhört. Dann aber fährt er herum, gewillt, das jetzt knallhart durchzuziehen.


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Als ich noch ein Baby war, hat mich mein Vater ebenfalls im Kinderwagen durch die Straßen unseres Dorfes gefahren. Das war damals, Anfang der siebziger Jahre, noch sehr unüblich, und er soll manche verwunderten Blicke geerntet haben. (Mein Vater war auf seine Weise ebenso ein Rollenpionier wie ich heute.) Es ist irre, wenn Männer, die sich für eine solche Form der Vaterschaft entschieden haben, heute von wildfremden Menschen immer noch dämliche Kommentare zu hören bekommen.



9. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet:

Der Freitod des Bürgermeisters von Seoul wirft ein Licht auf den Stand des Geschlechterkampfes in Südkorea. Kaum ein Politiker hat mehr für die Stellung der Frauen im Land getan als Park Won Soon. Er fiel einer undurchsichtigen Beschuldigung sexueller Belästigung zum Opfer.


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10. Harvey Weinsteins Freundin Alexandra Vino hält immer noch zu ihm und bezeichnet ihn als einen Sündenbock für MeToo:

"Alle scheinen Harvey zu hassen, aber sie merken nicht, dass es nicht wirklich Harvey ist, den sie hassen", sagte Alexandra Vino über ihren angeblichen Liebhaber Harvey Weinstein. "Man sagt ihnen, was sie fühlen sollen. Er ist der Sündenbock für diese ganze #MeToo-Bewegung, und sie haben sein Leben zerstört. Es war wie ein Menschenopfer. Leute bekommen 23 Jahre Gefängnis für die Ermordung von Menschen, nicht für das, was er getan hat."

(...) "Ich weiß, wie Oscar-Partys ablaufen, ich weiß, was vor sich geht", sagte Vino der New York Post. "Ich habe den ganzen Tag gesehen, wie sich die hinreißenden Frauen auf Harvey und andere mächtige Männer stürzen. Diese Mädchen in LA und New York sind nicht naiv. Sie flirten keinen Kerl wie Weinstein an, der eine Erfolgsgeschichte beim Anbaggern von Frauen hat. Was, und dann sagt ihr alle: 'Oh, ich kann nicht glauben, dass er mich um eine Rückenmassage gebeten hat?' Kommt schon."

(...) "Ich kenne Harvey schon sehr lange", sagte Vino der Post. "Ich habe Frauen gesehen, die darum wetteiferten, mit ihm zusammen zu sein, die darum bettelten, mit ihm zusammen zu sein. Ich habe das bei vielen Männern in der Branche gesehen. Ich habe auch gesehen, wie großzügig er sein kann - was für ein Gönner er für diese Menschen war. Ich finde es schrecklich, was die Presse ihm angetan hat, und ich glaube, es gab eine Agenda. Ich bin voll und ganz für die Frauenrechte und die Frauenbewegung. Aber können wir Frauen nicht gleichen Lohn und gleiche Rechte geben, ohne Männer zu töten?"




11. Ich erlaube mir mal wieder selbst eine Ausnahme und nehme in diesen Newsticker einen älteren Artikel des "Guardian" auf, in dem ein schwarzer Mann berichtet, wie er von weißen Frauen immer wieder auf übergriffige Weise zum Sexobjekt gemacht wird. Der Artikel enthält zwar einige Schwächen (wenn der Autor nicht bekundet hätte, dass das Verhalten von Männern im "Patriarchat" natürlich viel schlimmer sei, hätte der Guardian seinen Beitrag womöglich gar nicht erst veröffentlicht), trotzdem ist er lesenswert. Nur ein kurzer Auszug:

Im Laufe meines Lebens habe ich unter anderem erfahren, dass weiße Frauen mich dafür geschlagen haben, dass ich vor ihnen in den Bus gestiegen bin, habe sie sagen hören, dass ich nicht gut genug aussehe, um ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, habe erlebt, dass sie sich in einer vollbesetzten U-Bahn an mir reiben, als wäre ich gar nicht da, und dass sie, wie ich schon oben berichtet habe, maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich zwei Jobs verloren habe, von denen ich weiß, möglicherweise mehr, von denen ich nicht weiß.


Gebt dem "Guardian" ein paar Jahrzehnte, und er berichtet auch über ähnliche Erfahrungen von weißen Männern.



12. Zuletzt ein Hinweis auf eine Online-Veranstaltung am 6. November: "Mann kann kein Opfer sein. Die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber männlicher Verletzbarkeit." Ausrichter ist die Männerberatung in Thüringen.

Männliche Gewalttäterschaft gilt als "normal". Weniger bekannt hingegen ist, dass sich die mehrheitlich von Männern ausgeübte Gewalt auch überwiegend gegen Männer selbst richtet. Männer werden überdurchschnittlich oft zu Opfern von Gewalt und diese widerfährt ihnen in nahezu allen Lebensbereichen. Eine Tatsache, die nicht nur von den Betroffenen selbst verleugnet, sondern auch gesellschaftlich weitgehend ignoriert wird.

Die Verletzbarkeit (Vulnerabilität) von Männern ist ein Randthema in der Forschung aber auch in der öffentlichen Debatte. Wenn Männer im Zusammenhang mit Gewalt in Erscheinung treten, dann vor allem, wenn sie selbst zu Tätern geworden sind. Die eigene Verletztheit muss ein Mann klaglos wegdrücken können.

Was folgt aus der gesellschaftlichen Ignoranz gegenüber männlicher Verletzbarkeit? Welchen Umgang mit männlichen Opfererfahrungen braucht es und sind Männer in Sachen Gewaltschutz benachteiligt?

Darüber diskutieren:

Prof. Dr. Sylka Scholz: Männlichkeitssoziologin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Geschlechterforschung, insbesondere Männlichkeitsforschung und Geschlechterbilder in Ost- und Westdeutschland

Hans-Joachim Lenz: Sozialwissenschaftler. Mitbegründer der kritischen Männerforschung, Mitautor der Pilotstudie "Gewalt gegen Männer in Deutschland" vom BMFSFJ (2004)

Hagen Bottek: Männertherapeut und Berater beim PROJEKTA4 – Männerberatung in Thüringen

Moderation: Christian Stadali (Wortwerk Weimar)

Wir bitten um kurze formlose Anmeldung über info@projekt-a4.de. Der Link zum Zoom Meeting wird dann vor der Veranstaltung verschickt.


Hans-Joachim Lenz ist ein anerkannter Fachmann in diesem Bereich und hat Gewalt gegen Männer lange vor mir zum Thema gemacht.

Donnerstag, Oktober 15, 2020

Lambrecht (SPD) lässt den Quatsch bleiben: Neues Gesetz doch in "männlich" – News vom 15. Oktober 2020

1. Die "Tagesschau" berichtet:

Der Entwurf für ein geändertes Insolvenzrecht sorgte für Aufregung: Nicht wegen des Inhalts, sondern weil darin erstmals die weibliche Form verwendet wurde. Nach Zweifeln der Regierung ging er nun doch in "männlich" durchs Kabinett. (…) Allerdings nicht, weil man deren Sichtweise teile. Vielmehr habe man eingelenkt, um die Gesetzesänderung schnell auf den Weg bringen zu können. Denn: Die Änderungen seien "gerade in der Pandemie von großer Bedeutung, weil von ihr insbesondere auch Unternehmen Gebrauch machen können, die durch Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind", so der Sprecher des Ministeriums.


Nach dieser Argumentation darf man also wohl erwarten, dass Justizministerin Lambrecht (SPD) einen neues Gesetzvorschlag dann wieder in ihrer Phantasiesprache vorlegt, wenn sie dieses Gesetz weniger wichtig findet.



2. Der MDR macht Eltern-Kind-Entfremdung zum Thema: "Ich will nicht zu Papa!"



3. RTL berichtet beispielhaft über einen Vater, dem seine Kinder vorenthalten werden.



4. In Hessen gab es jetzt die erste Wechselmodell-Entscheidung gegen das andere Elternteil.



5. Die Oxford University Press bringt heute das Buch "Unassailable Ideas" heraus. Es untersucht, wie politischer Druck vor allem durch die Empörungskultur auf Twitter darüber entscheidet, welche Themen in Universitäten behandelt werden dürfen und welche nicht. Zu den tabuisierten Feldern gehören bekanntlich Forschung und Analysen der Männerrechtsbewegung.



6. Die Post. Einer meiner Leser weist mich darauf hin, dass diese gestern auf Genderama verlinkte Meldung inzwischen nicht mehr aktuell ist:

Die Partei der Humanisten hat die Unterstützung zurückgezogen, da gemeinsame Absprachen von der Kandidatin nicht eingehalten wurden.


Ob das eine so gute Idee war, dass eine so an faktenbasierter Politik interessierte Partei wie die Humanisten ausgerechnet mit der "Zwinker-Zwinker"-Spaßpartei zusammengearbeitet hat?

Mittwoch, Oktober 14, 2020

"Geplante Frauenquote für Vorstände spaltet Deutschland" – News vom 14. Oktober 2020

1. Die "Neue Zürcher Zeitung" beschäftigt sich mit der deutschen Debatte über Frauenquoten. Ein Auszug:

Die sozialdemokratische Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey (hat) mit der Parteikollegin und Justizministerin Christine Lambrecht (…) im Frühjahr einen einschlägigen Gesetzesentwurf vorgelegt, der aber vom Kabinett noch immer nicht verabschiedet worden ist. Laut Giffey leistet der Koalitionspartner CDU/CSU beharrlichen Widerstand. Nun soll eine von den Koalitionären eingesetzte Arbeitsgruppe eine Lösung suchen. Die Zeit drängt: Der Entwurf müsse spätestens im Dezember durch die Regierung, damit der Bundestag das Gesetz noch in der laufenden Legislatur beschliessen könnte, sagte Giffey.

(…) Das Ziel einer besseren Vertretung von Frauen in Führungspositionen ist kaum mehr umstritten. Umstritten ist der Weg. In der Wirtschaft stossen Quotenregeln, die tief in die Vertragsfreiheit eingreifen, auf viel Skepsis, ebenso die Aussicht, mitten in einer Wirtschaftskrise zusätzliche Begründungspflichten zu erhalten. Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), lässt ausrichten, die Präsenz von Frauen in den Vorständen grosser Aktiengesellschaften in Deutschland sei im internationalen Vergleich noch zu gering. Es möge inzwischen nachvollziehbar sein, dass der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben machen wolle, "aber eine erzwungene Quote halten wir für einen sehr harschen und die Wirtschaft einseitig belastenden Eingriff".

Noch deutlicher äussert sich Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, die laut dem Gesetzesentwurf neu der Aufsichtsrats-Quote unterworfen wäre. Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg ist mit seinen – auch beim Bau des neuen Gotthardtunnels eingesetzten – Tunnelbohrmaschinen Weltmarktführer. Man könne nicht "par ordre du mufti" bestimmen, wie ein Unternehmen seine Führungsgremien besetze, sagt Herrenknecht gegenüber der NZZ. Falls eine 30%-Quote für Aufsichtsräte käme, müsste sich sein Unternehmen von bewährten Aufsichtsratsmitgliedern trennen. Er könne sich durchaus vorstellen, mehr als ein Drittel Frauen in diesem Gremium zu haben, sofern sie qualifiziert seien. "Wenn sie keine Ahnung vom originären Metier haben, brauche ich sie aber nicht." Zu den Plänen der beiden SPD-Ministerinnen meint er: "Wir müssen aufpassen, dass wir hier kein kommunistisches System übergebraten bekommen."




2. Im Magazin "Cicero" beschäftigt sich Mathias Brodkorb (SPD) mit dem "Narzissmus der gendergerechten Sprache". Brodkorb zeichnet zunächst nach, wie feministische Sprachtüftler von Schrägstrich und Klammer über das Binnen-I, den Gender-Unterstrich und das Gender-Sternchen immer wieder neue Ideen als das Nonplusultra vorgestellt haben, nur um dann doch schnell missmutig zu werden:

Und selbstverständlich gibt es auch Debattenvertreter, die dies alles immer noch für völlig unzureichend halten, darunter die schon erwähnte Luise F. Pusch. (…) Dazu will sie die grammatikalische Geschlechtlichkeit der Sprache völlig umbauen und letztlich das generische Femininum etablieren. Aber lesen und genießen Sie selbst: "Wir hätten dann etwa Freundin (Frau), Freundis (Mann) und Freundil (divers), Plural Freundinne, Freundisse, Freundille. Wenn das Geschlecht (welches auch immer) keine Rolle spielen soll, entfällt die Endung. Beispiel: Fragen Sie Ihre Freund, Arzt oder Apotheker. Wieso Ihre und nicht Ihren? Weil es (…) nur noch ein Genus gibt: Das Femininum." Nein, ich habe da nichts falsch abgetippt. Das steht da wirklich so. Bleibt nur ein Problem: Wenn das generische Maskulinum ungerecht ist, weil es zu Unterdrückung führt, nämlich der Frauen, wäre dann nicht auch das generische Femininum böse, weil es zur Unterdrückung der Männer und vor allem der Diversen führte?

(…) Bereits "Frau" ist, folgt man der Logik der feministischen Linguistik, eigentlich ein diskriminierendes Wort. Denn es bringt diese konkrete Frau Müller ebenso zum Verschwinden wie diese konkrete Frau Meyer. Im Grunde handelt es sich aber nur um eine gedankliche Abstraktion. Es gab Zeiten, in denen gerade dieses Denkvermögen, das Vermögen also, sich vom konkreten Einzelfall zu lösen und zum abstrakten Allgemeinen aufzusteigen, als bedeutendste Fähigkeit des Menschen angesehen wurde. Es gehen Gerüchte um, dass auf dieser Fähigkeit sogar Wissenschaft und Rechtsstaat basieren sollen.

(…) Seit nunmehr 40 Jahren wird wie wild daran gebastelt, den Frauen (und nunmehr Diversen) in unserer Sprache einen angemessenen Ort zu geben und es kommt nach all’ den Büchern, Zeitschriftenaufsätzen, Diskussionen und politischen Initiativen funktional genau das dabei heraus, was wir vorher schon hatten. Das Gendersternchen ist - sprachlogisch betrachtet - nichts anderes als das generische Maskulinum durch die Hintertür. Es ist ein sprachlicher Sammelcontainer von Eigenschaften und die gesamte Debatte seit Jahrzehnten eine mit Inbrunst betriebene Donquichotterie.




3.
Vanessa Schulz ist eine der sechs Kandidaten um den Posten des Oberbürgermeisters. Gemeinsam mit "Die Partei" und der "Partei der Humanisten" zieht Vanessa Schulz in den Wahlkampf für die Oberbürgermeisterwahl am 6. Dezember. (…) In Schulz' Wahlprogramm kommen Humor und Satire nicht zu kurz.

(…) Bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms machte Vanessa Schulz schnell eines deutlich: Sie will sich für Gleichbehandlung jeglicher Art einsetzen. Neben der Gleichbehandlung in Beruf und Bildung möchte sich Schulz für eine Umbenennung Karlsruhes stark machen.

"Karlsruhe trägt seit mehr als 300 Jahren einen Männernamen, es ist Zeit dass die Fächerstadt nun weiblich benannt wird", so Schulz. "Denkbar wäre Karlasruhe oder ein anderer Frauenname". Warum das Problem nicht auf diese Art und Weise anpacken? "Um Diskriminierung zu beseitigen"


Hier findet man den vollständigen Artikel.



4. MANNdat empfiehlt mein "Lexikon der feministischen Irrtümer" einschließlich der kostenlosen Online-Version:

Das "Lexikon der feministischen Irrtümer" bietet viel Aufklärungsarbeit, die eigentlich die Leitmedien übernehmen müssten, es aber schon lange nicht mehr tun. (…) Wir können diese Faktensammlung auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Wenn man diese Faktenlagen, alles belegt mit Quellen, liest, ist man schockiert, wie Politik und Medien das geschlechterpolitische Thema kolportieren.


Herzlichen Dank für diese Anerkennung meiner Arbeit!



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

In dem Blog "Alles Evolution" von Christian Schmidt heißt es zum "feministischen" Gesetztesentwurf des Justizministeriums:

"Nur gibt es eben im normalen Sprachgebrauch kein generisches Femininum."

Dazu möchte ich mitteilen: Doch es gibt im normalen Sprachgebrauch durchaus das generische Femininum. Die meisten sind sich nur nicht dessen bewusst (man beachte die Implikation dieser Aussage). Das Wort "die Geisel" ist vom Genus her Femininum, bezeichnet aber (unstrittig) auch Männer.


Man könnte hier Wörter wie "die Führungspersönlichkeit", "die Fachkraft", "die Koryphäe", "die Majestät" und so weiter hinzufügen.

Um konkret auszuformulieren, was ich mit "Implikation" meine: Dass sich die meisten Menschen der Existenz des generischen Femininums überhaupt nicht (!) bewusst sind, zeigt klar, dass das grammatische "Geschlecht" mit dem biologischen Geschlecht nichts zu tun hat.

Wer sich für solchen Themen interessiert, möge sich der/die/das Blog von Belle Lettres anschauen. Diese Seite ist für jeden Sprachinteressierten interessant und kurzweilig.

In Bezug auf das Thema von Genderama dürfte insbesondere der Beitrag "Die empirischen Forschungen der feministischen Linguistik" von Interesse sein.


Dienstag, Oktober 13, 2020

Gender-Streit in der Regierung: Justizministerin schreibt Gesetz in rein weiblicher Form – News vom 13. Oktober 2020

1. Ich hatte ja schon lange vermutet, dass die auf das politische Lager der Grünen beschränkte Gender-Sprache mit Wörtern wie "Leser*innen" nur eine Zwischenstation sein würde. Jetzt hat Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) das erste Gesetz vorgelegt, das im reinen Femininum verfasst ist. Darüber gibt es jetzt kurz Aufregung, so wie zuvor über "Leser_innen" oder die Genderpause bei Anne Will und Co ("Zuschauer… innen"), dann wird auch das zum Normalzustand werden. Dass in der Bevölkerung, ja selbst unter den Frauen eine Mehrheit gegen die Gendersprache ist, war den Ideologinnen schon immer schnuppe, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollten.

Viele Medien berichten, darunter der Focus:

Das Bundesjustizministerium hat einen ungewöhnlichen Gesetzentwurf vorgelegt, der Feministinnen und Feministen in Deutschland freuen dürfte. Statt wie üblich in der männlichen Form etwa "Geschäftsführer", "Verbraucher" oder "Schuldner" zu schreiben, heißt es in dem Gesetz zum Insolvenzrecht durchweg "Geschäftsführerin", "Verbraucherin" und "Schuldnerin".

(…) Das Innenministerium stimmte dem Gesetzentwurf mit den weiblichen Formen daher nicht zu. Es gebe Zweifel, ob er verfassungsgemäß sei, sagte ein Sprecher.


Spiegel-Online berichtet ausführlicher:

In der Bundespressekonferenz ergänzte ein Sprecher des Innenministeriums, die Formulierungen des Gesetzentwurfs hätten "bei formaler Betrachtung zur Folge, dass das Gesetz gegebenenfalls nur für Frauen oder Menschen weiblichen Geschlechts gilt und damit höchstwahrscheinlich verfassungswidrig wäre". Eine Anpassung sei nötig - "unabhängig davon, ob ein bestimmter gesellschaftlicher Zustand gewünscht ist", sagte der Sprecher. Das generische Femininum sei "zur Verwendung für weibliche und männliche Personen bislang sprachwissenschaftlich nicht anerkannt".


Die Bild-Zeitung zitiert beispielhaft einen Absatz des umstrittenen Gesetzes:

"§1 Abs. 2: Haftet für die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit keine natürliche Person als unmittelbare oder mittelbare Gesellschafterin, gilt Absatz 1 entsprechend für die Geschäftsleiterinnen der zur Geschäftsführung berufenen unmittelbaren oder mittelbaren Gesellschafterinnen."


Die "Tagesschau" schließlich berichtet:

Das Justizministerium erklärte, die Arbeiten an dem Entwurf seien noch nicht abgeschlossen - unter anderem stehe noch eine Rechts- und Sprachprüfung aus. (…) "Insofern wird der Entwurf noch überarbeitet, bevor er dem Kabinett vorgelegt wird", sagte ein Sprecher. Er verwies aber auch darauf, dass Gesetzentwürfe laut der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien die Gleichstellung von Frauen und Männern "auch sprachlich zum Ausdruck bringen" sollen".

"Ein wenig geschlechtergerechte Sprache wird die Bundespolitik schon aushalten", kommentierte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast den Zwist zwischen den Ressorts. Frauen würden in Deutschland nach wie vor diskriminiert. "Ich finde es gut, dass wir jetzt über geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten diskutieren und ein Stein ins Rollen kommt", sagte sie.

Der CDU-Wirtschaftsrat zeigte kein Verständnis für das Vorgehen des Justizministeriums. "Liebe Frau Lambrecht, suchen Sie sich bitte irgendein anderes Gesetz für solche Spielereien aus", sagte dessen Generalsekretär Wolfgang Steiger der "Augsburger Allgemeinen". Die Zeit für ein reformiertes Insolvenzrecht, das Transparenz schafft, zerrinnt - aber das Bundesjustizministerium nimmt es nicht ernst", kritisierte der CDU-Politiker.

Auch der Verein Deutsche Sprache (VDS) konnte dem Vorgehen des Ministeriums nichts abgewinnen. "Dass ausgerechnet das Justizministerium beim Formulieren eines rechtsverbindlichen Textes versagt, ist schon ein starkes Stück", erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Wer "diese missverständliche Formulierung nutzt, lädt geradezu dazu ein, ein Gesetz anzufechten".


Christian Schmidt analyisert und kommentiert diesen Gesetzesvorschlag ebenfalls und zitiert weitere Stellungnahmen aus der Politik. Unterstützung findet er beispielsweise bei den Grünen. Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin der Partei, befindet beispielsweise: "Einen gut verständlichen Gesetzentwurf, der in weiblicher Form verfasst ist, zu kritisieren, weil er die bisherige sogenannte 'Gebrauchsgewohnheit' des generischen Maskulinums (hier sollen alle Geschlechter 'mit gemeint' sein), ist absurd". (Vielleicht sollte Frau Schauws erst einmal lernen, vollständige Sätze zu bilden, bevor sie sich als Sprachexpertin ausgibt.)

Die Strategie im feministischen Lager scheint derzeit so auszusehen, dass man so radikale Änderungen wie möglich anstrebt, während man zugleich sämtliche Männer, die ihre Anliegen selbstbewusst äußern als Wirrköpfe darstellt oder schlicht ignoriert. Auf die Unterstützung der meisten Leitmedien kann man dabei ohnehin zählen. Das Gesetz in rein weiblicher Sprache wird als Gesetz vermutlich keinen Bestand haben, hat aber klaren Appell- und Beispielcharakter.



2. Die Amadeu-Antonio-Stiftung gibt im Auftrag des Deutschen Frauenrats eine "Expertise" heraus, die die Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände untersucht. Als Täter dieser "Angriffe" genannt werden "Kritiker*innen aus den eigenen Reihen", "konservative und eher bürgerliche Kräfte", "männerrechtliche Gruppierungen" sowie "rechtspopulistische und extrem rechte Akteur*innen". Die unterschiedlichen Strömungen hätten "einen ähnlichen inhaltlichen Einschlag", nämlich "eine rückwärtsgewandte, vereindeutigende, traditionalistische und biologistische Vorstellung von Geschlechterrollen", die verteidigt werden müsse.



3. Auf einer Website von "Menschenrechtsreportern" kritisiert Andreas Klamm, Parteimitglied der LINKEN, die polizeiliche Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße als inakzeptable Gewalt gegen Frauen. Bei dieser Aktion von Männern, "die im allgemeinen Verständnis bei traumatisierten, verfolgten, repressiv bedrohten, politisch andersdenkenden Frauen auch als potentielle Gewaltverbrecher gegen Frauen betrachtet werden können oder zumindest in einem solchen Verdacht oder Anfangsverdacht stehen können" gegen Aktivistinnen, "die sich einer kapitalistischen Werteordnung (…) NICHT unterwerfen" wollten, handele es sich um einen "politischen Skandal".

Gewalt gegen Frauen sei grundsätzlich abzulehnen. Von daher müsse man sich fragen, ob auch in Berlin "NO to violence AGAINST Women" gelte, "wie es U.N. WOMEN seit mehreren Jahren fordert". Die Bilder der Räumung, die "aus Deutschland in alle Welt transportiert wurden", werde als "Demonstration der Aufrechterhaltung und Durchsetzung eines patriachalischen Gewalt- und Machtmonopols" wahrgenommen: "Das verwundert nicht ganz so sehr, denn immerhin ist der Innensenator von Berlin, Andreas Geisel (SPD), leider keine Frau, sondern ein Mann. Männer denken oft in anderer Weise als Frauen."



4. Als Männerrechtler müsste ich offenbar "rückwärtsgewandte, vereindeutigende, traditionalistische und biologistische Vorstellung von Geschlechterrollen" verteidigen. Stattdessen ist hier das Gegenteil der Fall. Das gilt auch und gerade, wenn es um Polizeigewalt geht.



5. Das Blog "54 Books" rezensiert Pauline Hermanges Aufruf zum Männerhass. Positiv natürlich.



6. In Gedenken an MeToo wird in Manhattan gegenüber dem New York County Criminal Court die Statue Medusas mit einem angeschlagenen Männerkopf errichtet. Gut, sie passt auch viel mehr in unsere Zeit als die langweilige Justitia.

Montag, Oktober 12, 2020

Genderama dokumentiert: "Die stille Krise der Männer"

Für die Association of Commonwealth Universities berichtet der kanadische Professor für Psychiatrie Rob Whitley über den stillen Kampf vieler junger Männer gegen Vorurteile und Stigmatisierung sowie die psychischen Folgen ihrer Situation.

Ich habe es für sinnvoll gehalten, den Artikel trotz seiner Länge vollständig zu übersetzen und ihm einen eigenständig verlinkbaren Genderama-Eintrag zu gönnen, statt ihn nur als Unterpunkt meines fast täglichen Newstickers aufzunehmen. Ein Text wie dieser hätte in das Männer-Dossier des Frauenministeriums gehört. Die von Professor Whitley genannten Zahlen gelten in der Tendenz weit über das Commonwealth hinaus.

Selbstmord ist die häufigste Todesursache für junge Männer in vielen Commonwealth-Nationen, darunter Australien, Neuseeland und Großbritannien. Tatsächlich sind Männer weltweit für 70% der Selbstmorde verantwortlich, in afrikanischen Commonwealth-Ländern wie Ghana, Kenia und Südafrika sind es sogar über 80%.

Männer machen auch über 75% der Menschen mit Drogenmissbrauchsstörungen aus, die typischerweise im frühen Erwachsenenalter beginnen und einen zerstörerischen Tribut an Bildung und Beschäftigung fordern können. Solche Störungen können das Risiko von Verletzungen, Unfällen und sogar Todesfällen erhöhen. Tatsächlich weisen Statistiken darauf hin, dass über 80% der Todesfälle durch Drogenüberdosierung und AlkoholvergiftungMänner treffen, was darauf hinweist, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Selbstmord und Substanzkonsum buchstäblich eine Frage von Leben und Tod sind.

Diese Statistiken wecken ein wachsendes Interesse an den umfassenderen sozialen Herausforderungen und den zugrunde liegenden Problemen, die einen Einfluss auf die hohen Raten psychischer Belastung bei jungen Männern haben können. Was läuft also schief und was muss sich ändern?

Scheitern des Starts

Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass junge Männer und Jungen zunehmend Schwierigkeiten haben, eine Ausbildung abzuschließen und ins Berufsleben einzusteigen - ein Phänomen, das manchmal als "Scheitern des Starts" bezeichnet wird. Diese Erfahrung kann junge Männer ohne Sinn und Zweck im Leben zurücklassen und zu Entfremdung und Entfremdung von der Gesellschaft führen.

Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass in vielen Ländern des Commonwealth Jungen in Bezug auf ihren Bildungsabschluss deutlich schlechter abschneiden als Mädchen. In Kanada ist die Schulabbrecherquote bei Jungen etwa doppelt so hoch wie bei Mädchen, und etwa jeder fünfte kanadische Junge schließt die Highschool nicht ab. Auch im tertiären Bildungsbereich sind Männer oft unterrepräsentiert und machen etwa 40% der Universitätsstudenten im Vereinigten Königreich und Kanada aus. In karibischen Ländern wie Barbados, Guyana und Jamaika ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Frauen ein Hochschulstudium absolvieren, mehr als doppelt so hoch wie bei jungen Männern.

Umfragen zeigen auch, dass junge Männer in der Kategorie "nicht in Ausbildung, Beschäftigung oder Training" (NABTs) überproportional vertreten sind. Jüngste britische Statistiken belegen beispielsweise 191.000 männliche NABTs im Alter von 16-24 Jahren im Vergleich zu 124.000 weiblichen NABTs in der gleichen Altersgruppe. In Kanada ist die NABT-Quote bei 25-29-jährigen Männern doppelt so hoch wie bei Frauen. Dies kann auch zu einer geschlechtsspezifischen Diskrepanz bei den Wohnverhältnissen beitragen, da 47% der kanadischen Männer im Alter von 20 Jahren noch bei ihren Eltern leben, im Vergleich zu 38% der kanadischen Frauen.

Diese Erfahrung des "Scheiterns des Starts" kann auch zu ungewöhnlich hohen Einsamkeitsraten bei jungen Männern auf der ganzen Welt beitragen: Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass sich fast jeder dritte Mann der Milennial-Generation immer oder oft einsam fühlte und etwas mehr als ein Viertel keine engen Freunde hatte. Diese Raten waren fast doppelt so hoch wie die Raten der Einsamkeit bei Männer in den Baby-Boomer-Jahren und höher als die Raten bei den Frauen der Milennials.

Eine große Anzahl von Forschungsergebnissen weist darauf hin, dass Faktoren wie niedriges Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die psychische Gesundheit stark beeinflussen, einschließlich Substanzmissbrauch, Depression und Selbstmord. Der Ernst dieser Situation wurde von vielen offiziellen Stellen erkannt, darunter das britische Parlament, das 2019 eine Untersuchung über die psychische Gesundheit von Männern und Jungen einleitete. Es gab Forderungen nach ähnlichen Initiativen in anderen Commonwealth-Ländern. Ich traf kürzlich mit dem kanadischen Justizminister zusammen und bat ihn, eine ähnliche Untersuchung einzuleiten.

Soziale Stigmatisierung

Diese Probleme werden durch abwertende Stereotypen und soziale Stigmata verschärft, die sich häufig gegen Männer mit psychischen Problemen richten. Diese können verschiedene Formen annehmen und innerhalb von Familien, Institutionen und der Gesellschaft als Ganzes auftreten. Wichtig ist, dass diese Stigmata eine Schlüsselrolle dabei spielen, Männer davon abzuhalten, Hilfe zu suchen und ihre Probleme der psychischen Gesundheit mit anderen zu besprechen.

So habe ich zum Beispiel vor kurzem mit einem meiner Doktoranden, Will Affleck, eine Studie abgeschlossen, in der die breitere psychosoziale Erfahrung von Männern mit Problemen der psychischen Gesundheit untersucht wurde. In der Studie berichteten viele Männer, dass diese Probleme ihre Fähigkeit, für die Familie zu sorgen, einschränkten. Anstatt Sympathie und Unterstützung zu erhalten, berichteten einige Teilnehmer, dass ihre Ehepartner versuchen würden, sie durch Beschämung zu größerer Leistung zu treiben, indem sie sie ständig an ihre "Misserfolge" erinnern. Dies war eine beunruhigende Erfahrung und hielt die Männer davon ab, weiter über ihre Probleme der psychischen Gesundheit zu sprechen.

In ähnlicher Weise deuten einige Studien darauf hin, dass der Staat und die Gesellschaft gegenüber Frauen mit psychischen Erkrankungen einfühlsam handeln, während sie gegenüber Männern mit psychischen Erkrankungen eher strafend reagieren - eine Manifestation der stereotypen Dichotomie "weibliches Opfer/männlicher Bösewicht". In einer anderen Studie fand ich heraus, dass die Medien dazu neigen, Männer mit psychischen Erkrankungen mit stigmatisierender und abwertender Sprache zu beschreiben, während Frauen tendenziell empathischer und mitfühlender dargestellt werden - vielleicht ein Beispiel für die bekannte Kluft zwischen der Empathie für die beiden Geschlechter.

Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass junge Männer mit psychischen Gesundheitsproblemen und strafrechtlicher Verstrickung mit größerer Wahrscheinlichkeit eine härtere Behandlung durch die Behörden erhalten. Eine Studie ergab, dass Männer für ähnliche Straftaten 63% längere Strafen als Frauen erhalten und doppelt so häufig ins Gefängnis gehen. Dieser bestrafende und unversöhnliche Ansatz kann insbesondere Männer mit Störungen des Substanzkonsums betreffen, die bei relativ geringfügigen Straftaten (wie Cannabisbesitz) unter Umständen streng behandelt werden, was dann ihre Fähigkeit, einen Arbeitsplatz zu finden, behindern und weiter zum "Scheitern des Starts" beitragen kann.

Hilfe und Heilung

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass junge Männer die offiziellen psychiatrischen Dienste nicht ausreichend in Anspruch nehmen. Aus den Zahlen geht hervor, dass Männer etwa 30% der offiziellen Nutzer psychosozialer Dienste ausmachen, wobei die Nutzungsraten bei jungen Männern besonders niedrig sind. Obwohl die soziale Stigmatisierung ein Schlüsselfaktor ist, gibt es Hinweise darauf, dass mehrere andere Faktoren eine Rolle spielen.

Wichtig ist, dass es viele verschiedene Modalitäten der Heilung gibt, und einige Studien deuten darauf hin, dass Männer psychosoziale Dienste meiden, weil sie der Meinung sind, dass diese Dienste "feminisiert" sind und nicht auf die Präferenzen der Männer eingehen. Die Forschung zeigt zum Beispiel, dass Männer oft formelle, auf Einzelgesprächen basierende Therapien ablehnen und stattdessen informelle, handlungsorientierte oder kompetenzbasierte Interventionen zur psychischen Gesundheit bevorzugen. Psychiatrische Gesundheitssysteme bieten jedoch nur selten solche Optionen an und gehen in der Regel auf einer "Einheitsgrundlage" vor.

Dieser Mangel an Wahlmöglichkeiten kann Männer davon abhalten, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, und dies war die Schlussfolgerung eines kürzlich erschienenen Übersichtspapiers der Universität von Melbourne. Darin wurde ein Mangel an wirksamen Programmen zur Verbesserung des Wohlbefindens junger Männer festgestellt, wobei die Autoren anmerkten, dass "gezielte Interventionen für Männer für junge Männer vorteilhafter sein können als geschlechtsneutrale Programme".

Dieser Mangel an männerfreundlichen, geschlechtsspezifischen Interventionen im Bereich der psychischen Gesundheit bedeutet, dass junge Männer verzweifelt darum ringen, psychische, soziale und emotionale Unterstützung aus anderen Quellen zu erhalten - von denen einige möglicherweise unappetitlich sind. Ein Student (JunWei Zhou) und ich haben vor kurzem eine Forschungsstudie abgeschlossen, die darauf abzielt, zu verstehen, warum sich junge Männer in der "Verführungsgemeinschaft" - auch bekannt als "Pick-up-Künstler" - engagieren. Dies ist eine mehrere Millionen Dollar schwere Industrie mit Zehntausenden von jungen männlichen Teilnehmern auf der ganzen Welt. Das vordergründige Ziel dieser Gemeinschaft ist es, den "Erfolg von Männern bei Frauen" zu verbessern, aber wir fanden heraus, dass viele Männer sie als inoffiziellen psychosozialen Dienst nutzen. Die Teilnehmenden erzählten uns regelmässig, dass sie sich der Gemeinschaft als letztes Mittel anschlossen, um eine Reihe psychosozialer Probleme anzugehen, wie z.B. den Kampf mit psychischen Erkrankungen, Einsamkeit, sozialen Ängsten, Schüchternheit und dem Mangel an männlichen Vorbildern oder Führung.

Viele Studienteilnehmer gaben an, dass sie von alleinerziehenden Müttern in zerrütteten Familien aufgezogen wurden - eine häufige Erfahrung in Ländern wie Kanada, wo die Scheidungsrate bei über 40% liegt. Diese Teilnehmer merkten häufig an, dass dieses Fehlen von männlichen Vorbildern und Anleitung ihrer psychischen Gesundheit abträglich sei. Dieser Befund überschneidet sich mit der vorhandenen Literatur, die darauf hinweist, dass sich die Abwesenheit des Vaters verheerend auf die psychosoziale Entwicklung von heranwachsenden Jungen und jungen Männern auswirken kann.

Männer schlossen sich oft der "Verführungsgemeinschaft" an, um ein psychosoziales Vakuum zu füllen, und fanden die informelle, von Männern geführte und auf Männer ausgerichtete Natur dieser Gemeinschaft ansprechend und einnehmend. Dies deutet darauf hin, wie wichtig Innovation innerhalb des offiziellen psychosozialen Gesundheitssystems ist, mit einem Bedarf an alternativer männlich geführter und männlich fokussierter Unterstützung für junge Männer.

Der universitäre Kontext

Wie bereits erwähnt, gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Hochschulbesuchsrate, der Jugendarbeitslosigkeit und dem Scheitern von Studienanfängern, wobei junge Männer in der Regel schlechter abschneiden als junge Frauen. Diese Faktoren wurden als soziale Determinanten der Gesundheit identifiziert und können zu erhöhten Selbstmordraten und Drogenmissbrauch bei jungen Männern beitragen.

Angesichts dieser dramatischen geschlechtsspezifischen Unterschiede wäre zu erwarten, dass die Universitäten hektisch in Programme investieren würden, die das Engagement von Männern im tertiären Bildungsbereich fördern und gleichzeitig eine Politik schaffen, die ein einladendes und integratives Umfeld für männliche Studenten fördert.

Leider ist dies nicht immer der Fall, wobei einige argumentieren, dass die Universitäten in einigen Ländern männer- und männlichkeitsfeindlich geworden sind. Während es auf dem Campus zahlreiche gut finanzierte Gruppen, Programme und Büros gibt, die sich mit Frauenfragen befassen und sich für weibliche Studenten einsetzen, gibt es nur wenige Gruppen oder Programme, die sich auf Männerfragen und das Engagement männlicher Studenten konzentrieren. Frauengruppen und -programme erhalten oft offizielle Unterstützung von verschiedenen Seiten und werden selten als kontrovers angesehen, während den wenigen Gruppen, die versucht haben, Diskussionen über Männerfragen zu organisieren, die Akkreditierung durch Studentengewerkschaften verweigert wurde. Einige sind sogar auf gewaltsamen Protest gestoßen.

Akademiker und Verwaltungsangestellte an Universitäten können manchmal zu einer moralischen Panik um männliche Studenten beitragen, indem sie eine stigmatisierende, allumfassende Sprache verwenden. Begriffe wie "Vergewaltigungskultur" und "toxische Männlichkeit" wurden im akademischen Bereich geprägt und verfochten und werden manchmal von Universitätsverwaltungen als Pauschalbegriffe in Bezug auf männliche Studenten verwendet. Solche unvalidierten und nicht-wissenschaftlichen Konzepte stellen implizit alle männlichen Studenten als potentielle Barbaren dar und könnten wiederum als sexistische und verleumderische Darstellung der stereotypen Dichotomie "weibliches Opfer/männlicher Bösewicht" betrachtet werden. Dies könnte männliche Studenten von der Einschreibung abhalten und der psychischen Gesundheit gefährdeter männlicher Studenten schaden.

Der Weg in die Zukunft

Der psychischen Gesundheit junger Männer sollte größere öffentliche und politische Aufmerksamkeit geschenkt werden - insbesondere an Universitäten, wo sich männliche Studenten in einigen Ländern besonders ausgegrenzt fühlen können. Drei spezifische Maßnahmen können dabei helfen.

Erstens sollten die Universitäten die Bildung und Ausweitung von Basisgruppen fördern, die sich der Diskussion und Behandlung der oben beschriebenen Männerprobleme widmen. Solche Gruppen sollten offiziell finanziert und anerkannt werden und bei umfassenderen Diskussionen über Geschlechterfragen sowie bei Diskussionen über die Förderung der Einschreibung und Bindung unterrepräsentierter Studenten einen Platz am Tisch erhalten.

Zweitens sollten die Universitäten eine größere Auswahl bei der Bereitstellung psychosozialer Dienste anbieten, um sicherzustellen, dass diese für männliche und weibliche Studenten gleichermaßen zugänglich und integrativ sind. Ein Ansatz könnte die Bildung und Finanzierung von fähigkeitsbasierten, von Männern geleiteten und auf Männer ausgerichteten Gruppeninterventionen sein, die sich auf den Erwerb von Fähigkeiten, die persönliche Entwicklung und Mentoring konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf positiven pro-sozialen Lösungen liegen sollte.

Drittens sollten die Universitätsverwaltungen und die damit verbundenen Programme mit der Verwendung stigmatisierender, allumfassender Konzepte aufhören, die männliche Studenten verleumden. Alle Politiken oder Praktiken, die auf solchen schädlichen Stereotypen beruhen, sollten abgebaut und durch Politiken und Praktiken ersetzt werden, die die volle Einbeziehung und Teilnahme aller Studenten, unabhängig vom Geschlecht, fördern.

Solche Bemühungen können dazu beitragen, die oft ignorierten psychosozialen Probleme anzugehen, die eine wachsende Zahl junger Männer in unserer Gesellschaft plagen.




Was die Association of Commonwealth Universities hier veröffentlicht hat, entspricht natürlich exakt den Positionen der Männerrechtler, die dafür von deutschen Leitmedien als geistig verwirrt, frauenfeindlich und radikal rechts dargestellt werden.

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