Sonntag, März 17, 2019

Equal Pay Day: Was man vor der Propagandawelle wissen sollte – News vom 17. März 2019

1. Kurz vor der drohenden Propaganda zum vermeintlichen "Equal Pay Day", die von etlichen Medien unterstützt werden wird, plädiert die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft für einen sachlichen Umgang mit dem Thema Entgeltgleichheit: "Die unbereinigte Lohnlücke liefert keine seriöse Aussage über den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen. Aussagekräftiger ist die bereinigte Lohnzahlungslücke, die unter Berücksichtigung beruflicher Auszeiten von Frauen rund zwei bis vier Prozent ausmacht." Diese Lücke lasse sich am ehesten angehen, wenn man auf einen Ausbau der staatlichen Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und pflegebedürftige Angehörige sowie flexible Öffnungszeiten setze.

In einem ausführlichen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (leider nicht online) erklärt heute auch Patrick Bernau, dass die Darstellung, "die Frauen eine Opferrolle zuweist", zwar die Debatte dominiert, die alternative Erklärung (Frauen entscheiden sich bewusst für schlechter bezahlte Berufe und heiraten oft Männer mit einem lukrativeren Beruf) "näher an der Wahrheit" liege.

Zwar haben die Unternehmen sich schon längst zum Ziel gemacht, Frauen zu fördern – hat nicht selbst Google gerade erst festgestellt, dass Frauen auf vergleichbaren Positionen mehr verdienen als Männer? Doch im Karriere-entscheidenden Alter zwischen 30 und 40 haben sich viele gute Frauen selbst aus dem Rennen genommen, sie arbeiten ja nur noch 60 Prozent. So werden zur allgemeinen Überraschung trotzdem immer wieder die Männer befördert.


Bernau erklärt sachkundig weiter, dass die bereinigte Lohnlücke von "höchstens sechs Prozent" die Gehaltsunterschiede "kolossal" überschätze und bei der Berücksichtigung weiterer relevanter Faktoren eine Gehaltslücke von rund zwei Prozent zurückbleibe. Dass junge Mütter lieber zu Hause bleiben habe auch weniger mit fehlenden Kinderhorten zu tun als mit den Wünschen dieser Frauen:

Es zeigt sich ein großer Unterschied zwischen den Forderungen von Familienpolitikerinnen und den Prioritäten der Westdeutschen. Mancher ist erst zufrieden, wenn Frauen genauso viel verdienen, also auch genauso arbeiten wie Männer. Dabei ist das vielen Frauen offenbar gar nicht so wichtig, wenn sie im Gegenzug Zeit mit der Familie haben können. Vor zwei Jahren hat die SPD durchgesetzt, dass Unternehmen auf Anfrage Gehaltsvergleiche zwischen Männern und Frauen offenlegen müssen. Das fällt nicht immer leicht, aber bis heute haben die Deutschen diese Möglichkeit kaum genutzt. Eine Evaluation des Gesetzes steht noch aus, doch von großen Diskriminierungen weiß das Familienministerium bisher nicht zu berichten. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund nennt keine.


Tatsächlich, führt Bernau aus, seien Frauen nicht benachteiligt, wenn es um die Besetzung von Vorständen gehe, sondern hochbegehrt.

"Frauen können an der Spitze der Unternehmen inzwischen teilweise mehr verdienen als Männer", sagt Christian Böhnke, der als Headhunter bei "Hunting Her" speziell nach Frauen sucht, "jedenfalls wenn sie gut verhandeln." Nur die Verhandlung laufe nicht immer gut. Er erzählt: Vor kurzem rief ihn eine Frau an, die auf ihrer alten Stelle mehr als 300.000 Euro im Jahr verdient habe. Als er sie gefragt habe, was sie künftig verdienen wolle, rückte sie in einem fünfminütigen Monolog von ihren Gehaltsvorstellungen immer weiter ab – bis sie bei 200.000 Euro ankam, "wenn wirklich alles andere passt".


Männerrechtler wie Warren Farrell wissen von diesem Mechanismus seit Jahren zu berichten: Frauen achten bei der Berufswahl auf andere Vorteile als den finanziellen Ertrag – und werden daraufhin als benachteiligt bemitleidet.

Die statistische Lohnlücke werde sich ohnehin nicht so bald ändern, stellt Bernauer abschließend fest.

Die zeigt nämlich die Löhne sämtlicher arbeitender Deutscher, auch der 60-jährigen, deren Karriereentscheidungen schon vor Jahrzehnten gefallen sind. Am Statistischen Bundesamt hat der zuständige Gruppenleiter Martin Beck ausgerechnet: Selbst wenn junge Männer und Frauen von jetzt an immer gleich viel verdienen und man die Lohnlücke in fünf Jahren noch mal ermittelt – "da wird sich nicht viel verändern."


Da beispielsweise die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wenn Männer tatsächlich diskriminiert werden, gerne argumentiert, es handele sich um "positive Diskriminierung" als Ausgleich zu der himmelschreienden Benachteiligung von Frauen, bedeutet das wohl, dass auch die echten Probleme von Männern für lange Zeit ignoriert bleiben werden.



2. "Mehr Rechte für Väter, die nach der Trennung für die Kinder sorgen? Gehört das wirklich an Top 1 der Familienpolitik?" fragt die Feministin Hatice Akyün im Tagesspiegel ablehnend unter der Überschrift "Ach du lieber Vater". Die Entlastung von Männern klinge wie Hohn, auch das Wechselmodell gehe "an der Lebensrealität vorbei". Warum dieses Modell in anderen Ländern seit Jahren funktioniert, erklärt Akyün ihren Lesern nicht.

Was eine Neuregelung des Unterhaltsrechts angeht, verteidigt Giffey ihre Haltung heute in einem Interview mit der "Welt am Sonntag":

Ich habe lediglich beschrieben, dass wir einen gesellschaftlichen Wandel beobachten. Immer mehr Väter übernehmen mehr Verantwortung, entscheiden sich für Elternzeit und wollen Partnerschaftlichkeit. Das endet auch nicht unbedingt mit einer Trennung. Unser Rechtssystem berücksichtigt diese Veränderungen aber oft noch nicht. Es folgt noch immer dem klassischen Modell: Einer betreut, der andere zahlt. Wir erleben aber, dass es zunehmend andere Wünsche gibt. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.

(...) Das Wohl des Kindes muss an erster Stelle stehen. Und wir brauchen einen Weg, der sowohl für Mütter als auch für Väter gangbar ist. Uns geht es darum, getrennte Eltern, die gemeinsam oder allein erziehen, zu unterstützen.




3. Ist es völlig harmlos oder vielleicht sogar eine geile Einführung in die Welt der Erotik, wenn ein immerhin 18jähriger Schüler von seiner attraktiven "Sex-Lehrerin verführt" wird, wie es in manchen Zeitungen heute noch heißt? Im US-Bundesstaat Nevada hat sich ein junger Mann, der Opfer dieses Missbrauchs wurde, kürzlich erschossen. Die Täterin wurde inzwischen verurteilt, gegen die Schule, die mehrfache Hinweise ignoriert haben soll, läuft derzeit ein Verfahren.



4. Bei Kindesmissbrauch seien 30 Prozent der Täter weiblich: So betitelt die Hannoversche Allgemeine ein Interview mit der Psychologin Safiye Tozdan. Diese erklärt, wie sehr sexueller Kindesmissbrauch durch Frauen ein gesellschaftliches Tabu darstellt, das noch überwunden werden muss.

Unter Forschern ist die Rede von einer "Verleugnungskultur" gegenüber Frauen, die Kinder missbrauchen. Unsere Gesellschaft beginnt erst jetzt, sich damit auseinanderzusetzen, die mediale Berichterstattung beispielsweise greift das Thema vermehrt auf. Diese Verleugnungskultur hat zur Folge, dass Frauen als Täterinnen nicht sichtbar werden: Sie tauchen nicht in offiziellen Kriminalstatistiken auf, weil sie nicht angezeigt werden, und wir erreichen sie nicht mit Präventionsprogrammen für Menschen mit pädophilen Neigungen.

(...) Menschen, die Angst davor haben, zum Täter zu werden, können sich anonym an uns wenden und sich in Behandlung begeben. Es melden sich fast ausschließlich Männer. Es gab nur vereinzelt Kontaktaufnahmen von Frauen, zum Beispiel per E-Mail. Bis zum persönlichen Gespräch oder einer Therapie kam es aber nicht. Auch auf anonymisierte Umfragen in entsprechenden Foren im Internet haben bisher nur Männer reagiert.

(...) Wir gehen davon aus, dass der Anteil weiblicher Täter bei sexuellem Kindesmissbrauch bei etwa 20 bis 30 Prozent liegt. Vielleicht sogar höher, das können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz genau sagen. In offiziellen Statistiken allerdings finden Sie Prävalenzen von ein bis zwei Prozent für weibliche Täter.


Das Interview ist in Gänze lesenswert.



5. Bei der etliche Leitmedien umfassenden Werbekampagne für Sophie Passmanns Buch "Alte weiße Männer" will auch die Neue Zürcher Zeitung nicht fehlen. Ein Auszug aus der umfangreichen Reklame:

Die anstrengendsten Männer seien die Linken, sagt Passmann, selbst Mitglied der SPD, "weil viele von sich denken, sie seien die Retter der Welt und Teil der Befreiung." Dabei sei "jeder Mann ein Sexist", weil die Gesellschaft nun mal patriarchalisch sei. "Wer sich als Mann Mühe gibt, kein Sexist zu sein, ist auch nicht automatisch ein Vorkämpfer für Gleichberechtigung. Er profitiert noch immer von den Strukturen. Denn anders als wir Frauen haben weisse Männer noch nie Diskriminierung erfahren."


Mit anderen Worten: "Ich hab mich noch nie mit der Diskriminierung von Männern beschäftigt, also gibt es auch keine." Ahnung vom Thema wäre dem Bucherfolg offenkundig abträglich gewesen; das zu schreiben, was Journalisten lesen möchten, hilft hingegen enorm.

Samstag, März 16, 2019

Massaker in Neuseeland, US-Vorwahlkampf, "Hart aber fair" – News vom 16. März 2019

1. Die feministische Reaktion auf das Massaker in Neuseeland ist überraschend: Die Männer sind schuld.



2. Schlechte Nachrichten für viele Feministinnen im US-Vorwahlkampf: Im Lager der Demokratischen Partei bewerben sich viele Frauen, doch in den Umfragen führen zwei weiße Männer. Die Erziehung der Wählerschaft klappt also immer noch nicht.



3. Talkshowwarnung für kommenden Montag: "Hart aber fair" beschäftigt sich mit der Frage "Frauen unter Druck, Männer am Drücker – Alles so wie immer?" An der Ankündigung der Sendung sieht man bereits, dass auch einzelne Redaktionen der ARD politisches Framing sehr ernst nehmen, um die ideologische Marschrichtung vorzugeben – in diesem Fall mit der bekannten Botschaft vom Opfer Frau und Täter Mann:

Weniger Gehalt, weniger Führungspositionen – dafür mehr Hausarbeit: Warum verlieren Frauen immer noch gegenüber Männern? Muss der Staat eingreifen: Mit Quoten und Gesetzen? Oder reicht etwas weibliche Geduld, weil sich selbst Männer auf Dauer bewegen?




4. Wie Trennungsväter e.V. berichtet, wurde in Finnland der Vatertag aufgewertet. Er steht jetzt gleichberechtigt neben dem Muttertag und wird offiziell beflaggt.



5. Eine der britischen Hochschulen für Frauen wird ab 2021 auch Männer aufnehmen. Die Studentinnen sind darüber "wütend" und "jenseits der Trauer". Sie hätten "das verloren, was sie besonders macht".

Freitag, März 15, 2019

Bundestag sperrt Väterverbände erneut aus – News vom 15. März 2019

1. Eine Pressemitteilung der "IG Jungen, Männer, Väter" berichtet:

Zur Anhörung des Rechtsausschusses des Bundestages am 18. März 2019 über die Neuregelung des Abstammungsrechts werden Väterverbände von CDU/CSU und SPD nicht eingeladen. "Es stehen eindeutig die Interessen der Reproduktionsmedizin und von Lesbenverbänden im Mittelpunkt" stellt Gerd Riedmeier fest, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV). Der Diskurs über die berechtigten Belange der Minderheiten sei wichtig, meint Riedmeier, zuvor müsse jedoch offen und umfassend über die Wünsche der breiten Mehrheit der Bevölkerung gesprochen werden. Das müsse sich in der Einladungspraxis des Ausschusses wiederfinden.

Die IG-JMV fordert die Neudefinition von Vaterschaft über die biologische Abstammung analog zur Definition von Mutterschaft: Gleichbehandlung für Frauen und Männer, Mütter und Väter. Heute ist in Deutschland derjenige Mann Vater eines Kindes, der mit der Mutter verheiratet ist - eine Definition über den Ehestand und den Vermutungsgedanken. Dieser Anachronismus ist vor dem Hintergrund heutiger wissenschaftlicher und medizinisch-diagnostischer Möglichkeiten zu korrigieren, so die IG-JMV.

Ihre diesbezügliche Stellungnahme liegt seit Dezember 2018 dem zuständigen Bundesministerium der Justiz (BMJV) sowie den Mitgliedern (m/w) des Rechtsausschusses des Bundestages vor. Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD verweigern jedoch der IG-JMV die Einladung zum Vortrag. Geladen sind überwiegend Lobbyvertreter von Minderheiten: der Reproduktionsmedizin und von Frauenverbänden.

Besonders ärgerlich sei dabei nach Riedmeier der weitgehende Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Obleute der Regierungsfraktionen verweigern Transparenz: Sie verhindern zum wiederholten Male durch ihr Mehrheitsvotum die Übertragung der Anhörung via Bundestags-TV. Grüne, Linke, FDP und AfD stimmten für die Übertragung der Anhörung, unterlagen aber in der Abstimmung im Ausschuss. Dabei seien Übertragungen bei öffentlichem Interesse üblich, so die IG-JMV.

Die Definition von Vaterschaft über die biologische Abstammung sorgt laut IG-JMV für Wahrheit und Klarheit. Damit stehe endlich das Recht des Kindes im Mittelpunkt: Das Kind hat das Recht zu wissen, woher seine Gene stammen, welche familiären Beziehungen bestehen, welche Krankheiten oder Anlagen es geerbt haben könnte oder welche Erbrechte entstehen. Gleichzeitig wird das Recht des biologischen Vaters gewürdigt, zu wissen, wer sein leiblicher Nachkomme ist.

Naheliegend ist dabei die Einführung eines verpflichtenden Abstammungstests, durchzuführen bei jeder Geburt, so die IG-JMV. Im 21. Jahrhundert seien die Kenntnisse in medizinischer Gendiagnostik so weit fortgeschritten, dass dieser Nachweis leicht und kostengünstig zu erbringen ist.

Das SPD-geführte Bundesjustizministerium unter Frau Dr. Barley zeigt sich mit dieser Forderung noch ein wenig überfordert. In seiner Stellungnahme beharrt es auf dem Recht für Frauen auf ungerechtfertigte Bereicherung, Betrug und Personenstandsfälschung mit der Begründung, einer Frau sei nicht zuzumuten, Auskünfte erteilen zu müssen über ihren "intimen Mehrverkehr". Das sei ein zu großer Eingriff in ihre autonome Lebensführung. Für Männer gilt jedoch das Gegenteil: Sie haben jederzeit mitzuwirken bei der Aufklärung von Vaterschaft und sind gesetzlich zur Preisgabe der Daten bezüglich ihres "intimen Mehrverkehrs" und zur Durchführung eines Abstammungstests verpflichtet. Die IG-JMV kritisiert die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern.

Bedauerlich und gefährlich sieht die IG-JMV Gesetzesinitiativen aus den SPD-geführten Ministerien und von den Grünen, die den Begriff "Vater" weiter verwässern und ihn durch "2. Elternteil" oder "Mitmutter" ersetzen wollen. Dieser Ansatz ignoriert weitgehend den Blick aus der Kinderperspektive. Anstelle des Blickes aus Kindersicht werden Erwachsenenpositionen vertreten. Es gäbe, so lautet die Botschaft, ein "Recht am Kind" oder ein "Recht auf ein Kind". Besonders irreführend ist dabei die angeführte Argumentation über das "Kindeswohl".

Es ist Aufgabe der Politik, rechtliche Rahmen zu schaffen, die das Wohl des Kindes stärken: Die Kenntnis seiner leiblichen Eltern und den größtmöglichen Umgang mit ihnen. Die zeitgemäße Definition von Vaterschaft über die biologische Abstammung ist dazu Voraussetzung.


Die Stellungnahme der IG-JMV zur Anhörung findet man hier, die inhaltliche Stellungnahme zur Definition von Vaterschaft hier.



2. "Das Familienrecht hat Väter lange stark benachteiligt" erklärt die Familienanwältin Eva Becker im Deutschlandfunk.



3. In die Grünen kommt zumindest ein bisschen Bewegung: Sie fordern jetzt Steuererleichterungen für Unterhaltspflichtige.



4. Warum die "geschlechtergerechte Sprache" ein Irrweg ist, erklärt Thomas Steinfeld nachvollziehbar in der Süddeutschen Zeitung.



5. Unter der Überschrift "Bricht gleich der Krieg aus? Gender-Studies auf metaphorischen Abwegen" kommentiert die Neue Zürcher Zeitung das immer martialerische Gepolter des Genderlagers, wenn es darum geht, Kritik abzuwehren. Derartige Rhetorik bediene sich ironischerweise an rechtspopulistischen Zeitgenossen in den USA, die mit ihren Polemiken beispielsweise alle paar Jahre von einem "War on Christmas" sprächen:

Als Metaphern könnten Pseudo-Kriege nie enden, sie seien darum ein strategisches Mandat zur Ausweitung der Macht. Beim "New War on Gender Studies" ist die Sachlage nicht unähnlich.




6. Zwei offenbar homophobe Brüder in Regensburg prügelten einen Heterosexuellen krankenhausreif, den sie für einen Schwulen hielten, weil er ein lila T-Shirt trug. So grotesk wie dieser Vorfall war ein Statement der Richterin: "Mehr kann man einen heterosexuellen Mann nicht provozieren, als ihn schwul zu nennen." Mir würden ein paar hundert Äußerungen einfallen, die ich provozierender fände.



7. Forscher aus Dänemark haben künstliche Intelligenzen wie "Siri" und "Alexa" aus dem sexistischen Korsett befreit, indem sie für die Software eine geschlechtsneutrale Stimme entwickelten.



8. Der Nationalfeiertag der Schweiz liegt auf dem 1. August. Diesen Tag wollen Schweizer Grüne durch einen Frauenstimmrechtstag ersetzen. Dass man mit solchen Vorschlägen als "verquere Linke im Dauer-Provokations-Modus wahrgenommen werden könnte", sieht man bei den Grünen nicht als Problem.

Donnerstag, März 14, 2019

Johnny Depp zieht vor Gericht: Weiteres Opfer von MeToo? – News vom 14. März 2019

1. Es gibt nähere Informationen zu Johnny Depps Klage gegen seine Ex-Partnerin, das Model Amber Heard:

Anfang dieses Monats wurde berichtet, dass Depp seine Ex-Frau wegen ihrer Behauptungen wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt verklagt, die sie 2018 in einen Beitrag für die Washington Post gekleidet hatte. Depps Klage bezog sich auf Heards Behauptungen als nichts anderes als einen "ausgeklügelten Schwindel" und präsentierte Beweise, die darauf hindeuteten, dass Depp derjenige war, der während der Ehe körperliche Misshandlungen erlitten hat - nicht umgekehrt. (...) Die Klage besagt auch, dass die Behauptungen Heards "von zwei separat antwortenden Polizisten, einem langen Katalog neutraler Zeugen und 87 neu gewonnenen Überwachungskameravideos abschließend widerlegt wurden".

Die Klage bezieht sich auf einen angeblichen Vorfall, bei dem Heard eine Flasche Wodka nach Depp warf, was zu einer Verletzung führte, die eine Handoperation erforderte. Die Klageschrift wirft Heard auch vor, Depp im Bett geschlagen, ihn bei zahlreichen Gelegenheiten getreten und sogar Angriffe auf sich selbst vorgetäuscht zu haben.

"Nicht wissend, dass Mitglieder von Mr. Depps Sicherheitsteam (einschließlich eines Veteranen des Los Angeles County Sheriff's Department) nur wenige Meter entfernt waren, fing Ms. Heard grundlos an zu schreien, 'Hör auf, mich zu schlagen, Johnny,' heißt es in Gerichtsdokumenten. "Die Interaktion gipfelte darin, dass Ms. Heard falsche Behauptungen aufgestellt hatte, Mr. Depp hätte sie mit einem Handy geschlagen, getroffen und das Penthouse zerstört. Es gab mehrere Augenzeugen zu diesem Schwindel."

Depps Rechtsabteilung glaubt, dass Heard ihre Ansprüche erfunden hat, um ihre Karriere voranzutreiben, als die #MeToo-Bewegung in vollem Gange war.

"Ms. Heard wusste auch, dass ihr aufwändiger Schwindel funktionierte", heißt es in der Klage. "Als Ergebnis ihrer falschen Anschuldigungen gegen Mr. Depp wurde Frau Heard zu einem Liebling der #MeToo-Bewegung, war die erste Schauspielerin, die zum Menschenrechtschampion des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen ernannt wurde, wurde zur Botschafterin für Frauenrechte bei der American Civil Liberties Union ernannt und von L'Oreal Paris als deren globale Sprecherin eingestellt".


Zeitgleich habe Depp seinen Anwälte zufolge Filmrollen einbüßen müssen. Regisseure, die ihn engagierten, wurden öffentlich aufgefordert, diese Rollen neu zu besetzen.

Eine an Depp gerichtete Bitte um Verzeihung hat auf Twitter inzwischen Tausende von Unterstützern gefunden:

"Ich entschuldige mich bei Johnny Depp dafür, dass ich ihm die Treue gekündigt und Amber Heard geglaubt hat, als die Anschuldigungen bekannt wurden. Diese ganze Situation ist so abgefuckt. Wir müssen uns um Opfer von Misshandlungen besser kümmern – unabhängig vom Geschlecht und unseren parteiischen Haltungen bei bestimmten Situationen."




2. Die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, äußert sich kritisch zu der von Frauenministerin Giffey angekündigten Unterhaltsreform:

"Das heutige Unterhaltsrecht - so auch die Düsseldorfer Tabelle, die in der Praxis oft als Berechnungsgrundlage herangezogen wird - geht im Wesentlichen von dem Modell aus, dass ein Elternteil die Betreuung übernimmt und der andere den finanziellen Unterhalt leistet. Wenn Betreuung heute anders geregelt wird, wird das auch beim Unterhalt eine Rolle spielen. Das haben wir bereits im Koalitionsvertrag angesprochen.

Wer die Unterhalt zahlenden Väter entlasten will, muss aber immer auch sagen, auf wessen Kosten das gehen soll. Es muss klar sein, dass Veränderungen nicht zulasten der Mütter gehen dürfen, wenn deren Unterhaltsansprüche und der Bedarf des Kindes in ihrem Haushalt dann unterm Strich gefährdet sind. Nur wo der Bedarf insgesamt gedeckt ist und Geld gespart wird, weil der Vater Ausgaben übernimmt, kann das auf den Unterhaltsanspruch angerechnet werden. Mich wundert, dass diese Perspektive der betroffenen Mütter bei der Frauenministerin nicht vorkommt."




3. Auch Gießen führt das Gender-Deutsch ein. Doch der Oberbürgermeister leistet Widerstand.



4. Im Tagesspiegel erklärt die Schriftstellerin Katja Lange-Müller, warum sie sie eine Petition gegen die Gendersprache unterzeichnet hat.



5. Ebenfalls im Tagesspiegel spricht sich Wolfgang Kubicki gegen das feministische Wahlrecht aus.



6. Und noch eine weitere Meldung im Tagesspiegel ist erwähnenswert:

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hatte 2014 das Pilotprojekt "Frauen im Sport" angeschoben, mit einem schönen Konzept, einem Beirat, wissenschaftlicher Begleitung und einem Zukunftspreis. Damit sollten die Sportvereine des Bezirkes angeregt werden, "Mädchen und Frauen verstärkt für Führungspositionen zu gewinnen und sie dabei zu unterstützen und zu fördern". In den 240 Sportvereinen in Treptow-Köpenick seien lediglich 35 Prozent der Mitglieder Frauen, nur zehn Prozent der Vereine hätten eine Frau an der Spitze.

(...) Das Projekt ist schon wieder eingeschlafen, mangels Resonanz, wie die zuständige Sportstadträtin Cornelia Flader (CDU) einräumt. 2017 habe man rund 200 Vereine angeschrieben, nur fünf hätten überhaupt geantwortet, und nicht alle Antworten waren positiv. "Wir können niemandem etwas aufdrücken, was er nicht will", sagt Flader. Und: "Die Vorstände sind nicht abgeneigt, Frauen aufzunehmen, aber es gibt nicht genügend, die sich engagieren wollen."


Das übliche Problem, das die deutsche Politik in anderen Fällen mit Quotenregelungen zu lösen versucht. Wann ist es im Sport soweit?



7. Ein Artikel im "Freitag" beschäftigt sich mit toxischer Weiblichkeit: narzisstischen Müttern und ihren Töchtern. (Das Leiden von Söhnen unter narzisstischen Müttern bleibt im feministischen "Freitag" natürlich unsichtbar.)



8. In der Schweiz fordern Linke Vulva-Tage, um sich verstärkt mit dem weiblichen Geschlechtsteil auseinanderzusetzen. Man kann sich vorstellen, wie die Reaktion wäre, wenn Maskulisten "Penistage" fordern würden.



9. Die Filmbewertungs-Website Rotten Tomatoes hat zehntausende schlechter Bewertungen von "Captain Marvel" gelöscht, damit Besucher der Website "ein realistischeres Bild" erhalten. Wie inzwischen bei solchen Debatten üblich, wurden die Kritiker des Films als "Trolle" bezeichnet.



10. Die feministische Bestseller-Autorin Chidera Eggerue löste scharfe Kritik aus, als sie auf Twitter erklärte, dass ihr die hohe Selbstmordrate unter jungen Männern herzlich egal sei:

Eggerue machte die anstößige Bemerkung auf Twitter, nachdem sie berichtet hatte, wie "eine weiße Frau" sie bei einem Vortrag angesprochen habe.

Die Frau, so behauptete Eggerue, erklärte unter Tränen, sie stimme Eggerues feministischen Ansichten zu, bestand aber darauf, dass "einige junge Männer es so schwer haben".

Eggerue bestritt dies in einer Reihe von Tweets.

Als Antwort auf jemanden, der sagte, dass die fragliche Frau auf hohe männliche Selbstmordraten verwiesen haben könnte, schrieb Eggerue: "Männer ermorden uns und missbrauchen Kinder, und du denkst, ich habe Zeit, darüber zu theoretisieren, warum sie nicht weinen können? Ich lach mir den Arsch ab, nicht ich, Schatz".

Die Aktivistin für ein positives Körperbild fügte hinzu: "Solange nicht junge Männer im Alter von sechs Jahren verheiratet werden und man ihnen keine Säure ins Gesicht schüttet, weil sie sexuelle Annäherungsversuche ablehnen, kannst du meine Meinung nicht ändern."

In einem anschließenden Tweet lehnte Eggerue die Vorstellung ab, "eine Welt zu gestalten, die sicherer ist für meine Unterdrücker", und erklärte, sie würde ihre Energie lieber auf verletzliche Frauen konzentrieren als auf "Leute, die nicht wissen, wie man weint".

Mittwoch, März 13, 2019

Unterhaltsreform: Alleinerziehende Mütter nehmen Giffey ins Visier – News vom 13. März 2019

1.
Die Mutter kümmert sich nach einer Trennung ums Kind, der Vater zahlt: Dieses traditionelle Modell bestimmt immer noch das Unterhaltsrecht. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hält es für gesellschaftlich überholt und will engagierte Väter von Trennungskindern bei Unterhaltszahlungen entlasten. Dafür wird sie nun von vielen wütenden Müttern heftig attackiert.


Hier geht es weiter.

"Familienministerin Franziska Giffey trifft wegen ihrer geplanten Unterhaltsreform ein feministischer Shitstorm" heißt es hierzu in einem aktuellen Artikel der "taz", die an diesem Shitstorm ordentlich mitgewirkt hat. Dem Autor des aktuellen Artikels (Ulrich Schulte) zufolge liege Giffey jedoch richtig: "Gegen die Abschaffung einer ungerechten Praxis zu sein, weil vor allem Männer profitieren würden, ist kein seriöses Konzept, auch für Feministinnen nicht." Schulte ergänzt, es sollten allerdings weitere Maßnahmen wie die Abschaffung des Ehegattensplittings sowie eine Kindergrundsicherung, die vor allem Alleinerziehenden helfen könne, hinzutreten.

Die Journalistin Elisabeth Niejahr ("Die Zeit") hingegen findet Giffeys Vorschlag problematisch: "Wenn ein Elternteil allein erziehe – und das seien überwiegend die Mütter – blieben die Fixkosten für das Kind gleich, auch wenn es beim anderen Elternteil noch ein zweites Zimmer gebe." Zudem sei der Staat überfordert, wenn Behörden feststellen müssten, zu welchem Anteil Kinder von welchem Elternteil versorgt würden. Statt den Vätern zu helfen solle die Priorität weiterhin den Müttern gelten.

Giffeys Reformvorschläge können heute auch bei Christian Schmidt diskutiert werden.

Stellungnahmen von Väterverbänden habe ich in den Artikeln unserer Leitmedien nicht gefunden.



2. Die Berliner Verkehrsbetriebe bieten Frauen zum Equal Pay Day ein um 21 Prozent vergünstigtes Ticket an, um auf ihre Diskriminierung hinzuweisen. Männer mit diesem Ticket gälten als Schwarzfahrer und sollten nicht auf die Idee kommen, sich selbst diskriminiert zu fühlen.



3. Das Magazin "Supernova" fragt: Abtreibung: Wie ist das eigentlich für Männer?



4. Der Journalist Thomas Schmid, bis 2014 Herausgeber der "Welt"-Gruppe, beleuchtet die Debatte um den Aufruf gegen die Gendersprache und was sie über den Zustand der Freiheit in Deutschland aussagt.

Dienstag, März 12, 2019

Zu männerfreundlich: Shitstorm gegen Dunja Hayali – News vom 12. März 2019

1. Ein Statement der Moderatorin Dunja Hayali hat einen Shitstorm von Frauen hervorgerufen:

"Für intakte Familien sind allein Frauen verantwortlich? Die meisten Männer, die ich kenne, wollen Gleichberechtigung/Chancengleichheit. Gemeinsam. Mit uns Frauen", schreibt die ZDF-Moderatorin.

Für dieses Statement kassiert die Moderatorin jede Menge Gegenwind: "Dann kennen Sie diese deutschen Männer noch nicht, die genau das Gegenteil von Gleichberechtigung fordern und von Feministinnen dafür unterstützt werden. Deren Motto: Getrennt von uns Frauen!", kommentiert eine Userin. "Für intakte Familien sind Frauen nur verantwortlich, wenn Mann sie damit allein lässt. Viele Frauen können davon ein Lied singen", wettert eine weitere. "Liebe Dunja, ich mache die Erfahrung, dass die meisten Männer ihre Macht ausspielen gegen Frauen und kein bisschen abgeben wollen. Zu wenige Männer sind auf dem guten Weg für echte Partnerschaft", schreibt eine andere.

Zustimmung erhält sie von einem User, der schreibt: "Ich habe in dieser Debatte gerade dieselben Erfahrungen gemacht. Die väterliche Sichtweise wird negiert, als Lüge bezeichnet und die väterliche Carearbeit wird als rein finanziell motiviert herabgewürdigt. So schadet diese Debatte den Kinderinteressen." Hayali kommentiert diesen Beitrag mit. "Stimmt."




2. Kaum gibt eine Ministerin das kleinste Anzeichen, auch mal etwas für Männer zu tun, flippt die "taz" zuverlässig aus: In der Polemik "Diese armen benachteiligten Väter!" höhnt Silke Mertins:

Väter, und zwar die guten, die sich um ihre Kinder kümmern, werden benachteiligt. Unerträglich! Da kriegt eine SPD-Ministerin nachts kein Auge zu! Und Eile ist geboten, weil es einem schier das Herz bricht!


Tatsächlich zeigte aktuell die Debatte um das Wechselmodell, dass auch nach einem halben Jahrhundert einseitiger Geschlechterpolitik die Anliegen von Vätern kaum eine Rolle spielen. Der "taz" scheint sehr daran gelegen zu sein, dass das auch so bleibt. Aus ihrer Sicht darf es für die verhassten Väter kein Entgegenkommen geben.

Lutz Bierend kommentiert auf Twitter:

Das Aufschreien der üblichen Verdächtigen bei taz @editionf_int, @Mama_arbeitet und @mia_ev zeigt mal wieder sehr deutlich, dass Gleichberechtigung nur ein Thema sein darf, wenn weibliche Privilegien dabei nicht in Mitleidenschaft geraten.


Und Michael Baleanu fügt hinzu:

Mit diesem Artikel machen die gerade Werbung für das 19. Jahrhundert, für Geschlechterstereotype der 50er Jahre. Die sind ja gar nicht emanzipiert sondern hoffnungslos tradiert.




3. "Die Zeit" berichtet ausführlich über einen Mann, der als Junge von seiner Mutter missbraucht worden war.



4. Im Weserkurier antwortet Joerg Helge Wagner auf die aktuelle Stimmungsmache gegen weiße Männer.



5. In New York wurde eine feministische Demonstration gegen die Legalisierung von Prostitution von Sexarbeiterinnen unterbrochen. Die jungen Frauen wehrten sich dagegen, von den Feministinnen als Opfer dargestellt zu werden, und forderten, dass man ihnen endlich zuhöre. Die Sexarbeiterinnen beriefen sich auch auf eine Erklärung von Menschenrechtsgruppen, denen zufolge eine Legalisierung der Sexarbeit den einzigen Weg darstelle, um Menschenhandel in diesem Bereich zu unterbinden.

Montag, März 11, 2019

Paritätsgesetz: Grüne müssten Frauenanteil reduzieren – News vom 11. März 2019

1. Das von der Partei Die Linke in Berlin vorgeschlagene "Paritätsgesetz" (feministisches Wahlrecht) stößt unerwartet auch bei den Grünen auf Widerstand:

[Die] Partei hat (...) ein einzigartiges Problem: Sie besetzt ihre Listen bereits nach einer eigenen Quote, die noch weiter geht als der Vorschlag der Linken – mit der Folge, dass der Frauenanteil in der Grünen-Fraktion mit 59 Prozent der mit Abstand höchste ist. "Wir müssen diese Quote behalten können", sagte [Fraktionsvorsitzende Silke] Gebel. Es wäre absurd, würden die Grünen jetzt gezwungen, den Frauenanteil auf 50 Prozent zu reduzieren. "Das ist mit uns nicht zu machen."


Hadmut Danisch kommentiert die entlarvende Äußerung der grünen Sexisten-Combo:

Hätten Männer gesagt, dass eine Reduzierung eines Männerüberschusses "mit ihnen nicht zu machen" sei, hätte man sie gekreuzigt.




2. Der Deutschlandfunk berichtet:

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will das Sorge- und Umgangsrecht flexibler gestalten, um es verschiedenen Betreuungsmodellen anzupassen. Beim Koalitionspartner CDU reagiert man verhalten, insbesondere auf Änderungen im Unterhaltsrecht. Auch von der Opposition kommt wenig Zustimmung. (...) Die Vorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, twitterte, Giffey solle sich eher mal darum kümmern, dass der Unterhalt auch eingetrieben werde.


Laut der Süddeutschen Zeitung wird Giffeys Reformvorhaben auch positiv wahrgenommen:

"Unter Experten besteht Konsens darin, dass die Mitbetreuung unterhaltsrechtlich berücksichtigt werden muss", sagte die Vorsitzende des Deutschen Familiengerichtstages, Isabell Götz, am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. (...) Unionsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte, die Überlegungen gingen "prinzipiell in die richtige Richtung".




3. "Gebt Vätern endlich das Recht auf Verantwortung" fordert Anna Kröning in der "Welt":

Die überholten Vorgaben, die auf zahlungspflichtige Väter und haupterziehungsverantwortliche Mütter abzielen, quälen fortschrittliche Eltern. Ein Vater muss etwa den Kindesunterhalt starr nach Düsseldorfer Tabelle überweisen, auch dann, wenn er sich gern um sein Kind kümmert, es drei von sieben Wochentagen bei ihm lebt. Eine Mutter muss das Geld für das gemeinsame Kind von ihm einfordern – oder einfordern lassen. Streit um Geld und Zeit ist programmiert. Die feministische Debatte um die Gleichstellung der Frau bestärkt in Teilen diesen Kampf, indem Väter wahlweise entmachtet oder zum Handeln verdonnert werden sollen. All das befeuert Machtspiele, die Eltern nicht würdig sind.




4. In Thüringen läuft das Projekt für männliche Opfer häuslicher Gewalt weiter.



5. Unter der Überschrift "Die Würde des Mannes ist antastbar" kommentiert die Historikerin Annelie Ramsbrock 50 Jahre Kastrationsgesetz in Deutschland.



6. Finanziell ist die Kalkulation für "Captain Marvel" aufgegangen: Der Film liegt auf Platz sechs aller Filmstarts überhaupt.



7. Im Schweizer Tages-Anzeiger beschäftigt sich Bettina Weber damit, dass junge Frauen, nachdem ihre Gleichberchtigung durchgesetzt wurde, nun eine Sonderbehandlung wegen ihres Geschlechts verlangen:

Weil sie sozusagen offiziell zu einer Art schützenswerten Spezies erkoren worden sind, wird kaum je die Frage gestellt, ob es denn nicht auch an ihnen liegen könnte. Daran, dass man ihnen vor lauter Huldigungen zu sagen vergessen hat, dass jung und weiblich und gut ausgebildet zu sein noch nicht reicht, um in der Welt zu bestehen. Dass das kein nachhaltiges Alleinstellungsmerkmal ist.

Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle Gleichstellung des Kantons Zürich, freut sich über nichts so sehr wie unbescheidene, junge Frauen, die ihr Licht nicht länger unter den Scheffel stellen. Und doch konstatiert sie zunehmend eine ungute Anspruchshaltung, das Pochen auf einen "weiblichen Vorauskredit", wie sie es nennt, eine Das-steht-mir-zu-denn-ich-bin-eine-Frau-Attitüde. (...) Sie höre das von Personalverantwortlichen, sagt die oberste Zürcher Gleichstellungsbeauftragte: dass die jungen Frauen sich hervorragend verkaufen könnten und beeindruckende Forderungskataloge stellten betreffend flexiblen Arbeitszeiten und Ferien, aber pikiert reagierten, wenn im Gegenzug Flexibilität und hoher Einsatz erwartet würden. Oder auch einfach nur: Leistung. Verwöhnt und umschwärmt, wie sie sind, erwischt es sie mitunter auf dem falschen Fuss, dass die Welt entgegen allen Beteuerungen eben doch nicht auf sie gewartet hat – und auch trotz Fachkräftemangels nicht bereit ist, sämtliche ihrer Forderungen zu erfüllen. Helena Trachsel sagt: "Wer Gleichberechtigung verlangt, muss akzeptieren, dass gleiche Pflichten eingefordert werden."

Wenn eine gewisse Sonderbehandlung ausbleibt, wird aber bisweilen schnell "Diskriminierung" gerufen. Helena Trachsel hört das oft – und keineswegs immer zu Recht. Sie sagt: "Nicht nur die Firmen haben eine Bringschuld. Sondern auch die jungen Frauen." In ihren Beratungen bekommt sie immer wieder mit, wie wenig manche zum Verzicht bereit sind oder dafür, mal einen Extra-Einsatz zu leisten, auf die Zähne zu beissen oder Kritik einzustecken. Werde es schwierig, verlören einige von ihnen schnell die Motivation – schneller als die gleichaltrigen Männer. Sie können es sich ja auch leisten. Weil sie stets einen Plan B parat haben: die Gründung einer Familie. "Flucht in die Frucht" wurde das früher genannt, geändert hat sich daran nicht viel.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu Frauenministerin Giffeys aktuellem Vorschlag:

Die meisten Trennungsväter dürften nicht dieses Luxusproblem haben, dass ihnen von der Kindsmutter so viel Zeit mit dem Kind zugestanden wird, die vom Umfang zu einer Unterhaltsreduzierung führen könnte. Nein, das viel größere und auch allgemein bekannte Problem ist, dass Väter ihre Kinder überhaupt nicht oder zu wenig zu Gesicht bekommen. Aber dieses Eisen packt die SPD als "Frauen-First"-Partei natürlich nicht an (und lehnt daher auch das von der FDP favorisierte Wechselmodell ab). Denn das ginge gegen die Frauen und diese Wählerklientel will sich die SPD nun nicht auch noch vergraueln, egal, wie unfair sich das weibliche Geschlecht bezüglich dieses Themas benimmt. Die Demokratie aushebeln durch paritätische, Frauen bevorzugende Wahllisten - für die SPD kein Problem. Aber Farbe bekennen hinsichtlich fairer Verhältnisse nach einer Trennung? "Uuuuh ... da wollen wir doch nicht die Privatautonomie der Bürger eingreifen". Der Vorschlag Giffeys ist also nur Kosmetik, dass man auch was für die Väter tut. Was kommt als Nächstes? Kostenlose Tabletten gegen Völlegefühl für Hungergebiete in Afrika?

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