Montag, Februar 23, 2026

"18 Monate kein Sex, und sie feiert sich dafür"

1. "Die Welt" beschäftigt sich mit Frauen, die Männer so sehr hassen, dass sie dafür sogar auf Sex verzichten:

Eine bordeauxfarbene Torte. Samtrot, fast blutrot. Schwarze Schleifen wie kleine Trauerbänder am Rand. In schwarzer Zuckerglasur steht darauf: "1 year no dick". Das Messer setzt exakt unter dem Wort "dick" an. Ein sauberer Schnitt. Darunter fast vierzigtausend Likes. Tausende Kommentare. "18 months." "Two years." "Best decision ever." Frauen dokumentieren ihre Abstinenz wie andere ihre Marathonzeiten. Als hätten sie eine Sucht überwunden. Als sei Lust etwas, das man endlich losgeworden ist. Der große Erfolg liegt angeblich in einem Leben ohne Sex. Was hier gefeiert wird, ist die Verweigerung. Und das gilt als Fortschritt. (…) Der Verzicht wird als Akt der Selbstermächtigung inszeniert. (…) Als moralischer Fortschritt.

Was zunächst wie eine individuelle Entscheidung wirkt, ist in Wahrheit Symptom einer längeren Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet und die eng mit dem Selbstverständnis des dritten Wellenfeminismus verbunden ist. (…) Aus der berechtigten Kritik entwickelte sich schleichend eine kulturelle Grundannahme: Lust ist verdächtig. Und Lust ist männlich.


Der Artikel erwähnt auch, dass dieses Denken keineswegs neu und fortschrittlich ist, sondern Jahrhunderte alt (wie ja auch der Soziologe Christoph Kucklick schon 2008 analysierte):

Für Frauen wird Keuschheit über Jahrhunderte zur moralischen Auszeichnung, besonders im 19. Jahrhundert. Der Mann gilt als triebhaft, die Frau als sittliches Gegengewicht. Lust wird männlich kodiert, Disziplin weiblich. Der moderne Feminismus wollte diese Ordnung sprengen und weibliches Begehren als legitime Selbstäußerung behaupten. Wenn Lust heute jedoch erneut primär als strukturelles Risiko gelesen wird, verschiebt sich nur die Begründung, nicht das Muster. Nicht mehr Gott, sondern das Patriarchat steht im Verdacht. Doch die Konsequenz bleibt ähnlich: Lust gilt als gefährlich. Und wer klug ist, verzichtet.

(…) Das Gegenüber wird nicht als unvorhersehbares Subjekt anerkannt, sondern als Träger einer Struktur. Nicht der konkrete Mensch steht mir gegenüber, sondern ein Typus, ein Prinzip, eine Kategorie. Das ist der Inbegriff von Objektivierung. Und zwar genau jene Form von Objektivierung, die beide Seiten am jeweils anderen kritisieren, während sie sie selbst vollziehen. Wer den anderen auf eine Struktur reduziert, reproduziert das, was er zu bekämpfen glaubt. Dabei ist Lust nicht männlich und Abstinenz ist nicht weiblich. Begehren ist menschlich. Es ist riskant, ambivalent, manchmal enttäuschend. Aber es ist keine politische Eigenschaft eines Geschlechts.


Wir leben in einer Zeit, in der man solche Dinge allen Ernstes noch mal erklären muss.



2. "Männer sind böser als Frauen. Die Unterschiede sind allerdings nicht riesig", stellt der Psychologe Ingo Zettler klar, der sich der Erforschung des Bösen verschrieben hat. Warum haben wir dann eine Geschlechterdebatte, in der man so tut, als würden Engel Monstern gegenüberstehen? Zumal Zettler klarstellt, dass der Unterschied weniger in der Psyche als in der Position liegt: "Männer sind öfter in Führungspositionen, die eher dazu verleiten können, egoistisch oder narzisstisch zu handeln."

Ich habe den verlinkten Test übrigens gemacht, demnach liegt mein eigener D-Score bei 20 Prozent. Im allgemeinen bin ich demnach vertrauenswürdig und fair, aber wenn mir jemand partout dumm kommen will, kann ich auch unleidlich werden. Sollte es mir Sorgen machen, dass 80 Prozent der Befragungsteilnehmer asozialer sind als ich?



3. Die Brigitte, sonst nicht immer auf einem freundlichen Kurs gegenüber Männern, hat einen neuen Trend unter Müttern allmählich dicke: "Scheiße, es ist ein Junge." Die Autorin versteckt ihre Fassungslosigkeit nicht: "Euer Sohn ist noch nicht einmal geboren oder gerade erst auf der Welt – und ihr sprecht trotzdem schon über ihn, als wäre er vor allem ein potenzielles Problem." Tja, dieser Unsinn ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen – er wurde lange vorbereitet. Auch und gerade von JournalistInnen.



4. Die Süddeutsche Zeitung überzeugt einmal mehr, indem sie so über eine aktuelle Studie berichtet, wie andere deutsche Zeitungen das nicht tun: "Männer werden ähnlich häufig Opfer häuslicher Gewalt wie Frauen" stellt sie fast wörtlich schon zu Beginn eines Artikels fest, statt diese Info zu unterschlagen oder irgendwo im hinteren Teil zu vergraben, und fordert, dass die Gesellschaft endlich darauf reagiert. Wird es Zeit, die Süddeutsche in den Kreis der lesenswerten linken Zeitungen aufzunehmen? In dem Artikel heißt es über die Dunkelfeldstudie, über die Genderama bereits ausführlich berichtet hat:

Als Dunkelfeldstudie erfasste sie auch Taten, die nicht polizeilich gemeldet wurden. Sie gilt als die bislang methodisch beste Studie ihrer Art. Eines ihrer zentralen Ergebnisse ist, dass Männer und Frauen von den meisten Gewaltformen ähnlich häufig betroffen sind. Bezogen auf die vergangenen fünf Jahre waren Männer sogar häufiger (6,1 Prozent) als Frauen (5,2 Prozent) Opfer körperlicher Gewalt. (…) Man beachte: Es geht hier um Partnerschaften, nicht um Straßenschlägereien.

Das ist ein für viele Menschen vermutlich überraschendes Ergebnis. Dennoch muss man lange suchen, um diesen Sachverhalt oder gar die konkreten Zahlen zur Gewalt an Männern in der Berichterstattung zu finden. Man könnte auch sagen: Männliches Leid wird ein wenig missachtet. Der mediale Reflex bei der Kommentierung von Studien zu häuslicher Gewalt ist weiterhin: Wir brauchen mehr Frauenhäuser! Diese Reaktion reicht nicht als Antwort.

(…) Die neue BKA-Studie reiht sich ein in eine umfassende internationale Studienlage, die belegt, dass beide Geschlechter ein Gewaltproblem haben. Deshalb reicht es nicht, immer mehr Plätze in Frauenhäusern zu schaffen, um das Problem zu lösen. Das kann nur eine vorübergehende Notlösung sein. Genauso wenig reicht es aus, wenn man jetzt parallele Hilfsstrukturen für Männer schafft, obwohl diese als Opfer weiblicher Gewalt derzeit tatsächlich dramatisch unterversorgt sind.

Im Kern geht es um die Einsicht, dass bei Partnerschaftskonflikten die präzise Trennung zwischen Opfer und Täter oft nicht möglich ist. Wer am klassischen Täter-Opfer-Schema hängen bleibt – Mann böse, Frau gut – vernebelt die Sachlage. Besser wäre es wohl, dass ein Paar ein Problem gemeinsam angeht.


Das ist eine zutiefst maskulistische Position, für die wir Männerrechtler oft angefeindet oder verhöhnt werden. Ich behalte die Süddeutsche Zeitung mal ein wenig im Auge.



5. In anderen Teilen der Linken scheint es mittlerweile eine Olympiade zu geben, wer sich so bescheuert wie möglich verhält. So wurde jetzt über das Auto eines Rammstein-Fans "Vergewaltiger" geschrieben. Und natürlich ist das Spektrum der Linken, das den Rechtsstaat offenbar abschaffen möchte, auch eines in dem man mit verschwörungstheoretischen Begriffen hantiert: "Sexueller Missbrauch dient dem Erhalt des Patriarchats."



6. Der Journalist Thilo Mischke berichtet in einem Podcast, welche Folgen es für ihn hatte, von einem Mob als "Sexist" gebrandmarkt und verfolgt worden zu sein: "Ich hatte danach Angst vor allem." Das Schmerzhafteste sei nicht der Hass aus den sozialen Medien gewesen, der ihm entgegenschlug, sondern dass seine Kollegen die wildesten Unterstellungen einfach so übernommen hatten.



7. Statt der Bitte um Spenden, mit der ich viele Blogbeiträge inzwischen abschließe, heute mal ein Hinweis auf ein neues Buch einer meiner Leser: "Ein Lied vom Seelenmord: Haiku und Haiga zum Überleben nach Kindesmissbrauch". Mein Leser schreibt mir dazu:

Das Buch entstand während meiner 14-jährigen Traumatherapie: Die kurzen Gedichte waren und sind für mich ein Werkzeug, um das Unsagbare zu sagen, Dissoziationen zu bündeln und Resilienz sichtbar zu machen. Es ist – soweit ich das beurteilen kann – einer der ganz wenigen Versuche, komplexe PTBS und die Folgen von Kindesmissbrauch in traditioneller japanischer Kurzlyrik (vor allem Senryū) zu fassen.

Ich weiß, dass das Thema sehr speziell und für viele Leser schwer zugänglich ist. Gleichzeitig glaube ich, dass genau diese Verbindung von uralter Form und extremem Inhalt für Menschen, die sich mit Trauma, Heilung, männlicher Verletzlichkeit oder experimenteller Lyrik beschäftigen, interessant sein könnte.


Weitere Infos zum Buch findet man hier und hier.



Freitag, Februar 20, 2026

Looksmaxxing und der wachsende Druck auf Männer

Es gibt heute keine erwähnenswerten neuen Meldungen, aber bevor ich Genderama ausfallen lasse, zitiere ich lieber einen aktuellen Artikel des populärwissenschaftlichen Magazins Psychology Today, der sich mit Looksmaxxing beschäftigt – einem Thema, das vor allem für junge Männer eine Rolle spielt und das hier bislang noch nicht behandelt wurde. Über einen unnötigen Seitenhieb gegen die Manosphäre und gegen Incels kann man hinweglesen; ich verlinke hier ständig Beiträge, denen ich nicht zu einhundert Prozent zustimme. (Man kann den Seitenhieb aber auch als weiteren Beleg dafür nehmen, wie schwer sich manche Akademikerinnen damit tun, wenn Männer online über ihre Bewfindlichkeiten sprechen, was offenbar sofort mit Pauschalisierungen kommentiert werden muss.) Der Artikel stammt von einer Professorin und einer weiteren Wissenschaftlerin an der britischen Universität Warwick.



Wir haben bereits darüber geschrieben, dass der Druck, perfekt zu sein, zunehmend auch Männer betrifft – nicht nur Frauen. Jahr für Jahr wächst dieser Druck, und die Ideale, denen junge Männer nacheifern, werden anspruchsvoller und unrealistischer.

In einer aktuellen Studie von Barclays gaben 18 % der Männer an, sie fühlten sich unter Druck, gut auszusehen. Jeder Achte (12 %) hat im vergangenen Jahrzehnt Geld für einen kosmetischen Eingriff ausgegeben. Ebenfalls 18 % sagten, soziale Medien hätten inzwischen größeren Einfluss auf ihre Ausgaben im Bereich Schönheit; dazu passt die Meldung, dass der TikTok-Shop zum zweitgrößten Onlinehändler für Beauty- und Wellnessprodukte im Vereinigten Königreich aufgestiegen ist.

"Looksmaxxing" – ein Begriff, der in Online-Incel-Kreisen geprägt wurde – ist in sozialen Medien viral gegangen, insbesondere unter jungen Männern und Jungen. Er bezeichnet ein Spektrum von Strategien zur Verbesserung des eigenen Aussehens: von einfachen Beauty-Tipps oder "Softmaxxing" wie grundlegender Pflege und "Mewing" bis zu extremen Methoden oder "Hardmaxxing" wie Schönheitsoperationen und sogar "Bonesmashing", bei dem absichtlich auf den Kiefer geschlagen wird, um ihn zu verändern.

Die wachsende Popularität von Looksmaxxing-Videos und Onlineforen zeigt, dass männliche Schönheitsideale klarer umrissen und anspruchsvoller werden. Junge Männer, die diese Ideale anstreben, glauben, muskulös, groß und markant geschnitten sein zu müssen. Entscheidend ist dabei, dass sich angeblich genau messen lässt, wie gut man diesen Vorstellungen entspricht – etwa durch Attraktivitätsskalen, Kieferwinkel oder Proportionen zwischen Gesichtszügen.

Auffällig ist, dass Online-Incel-Gemeinschaften den Begriff "Lookism" übernommen haben, um ihre Kritik daran zu formulieren, wie stark Aussehen in unserer globalisierten Welt wirkt. Oberflächlich deutet das auf ein Bewusstsein hin, dass das eigene Erscheinungsbild viele Chancen beeinflusst – etwa bei Jobs, Freundschaften oder Intimität. Statt diese Erfahrungen jedoch im Rahmen der wachsenden Bedeutung von Äußerlichkeit zu reflektieren, richtet sich der Incel-Diskurs auf Frauen als angebliche "Torhüterinnen" von Schönheit und Begehrtheit. Diese Erzählung fehlt in vielen Looksmaxxing-Diskussionen in sozialen Medien; zugleich weist Krista Fisher darauf hin, dass die Popularität von Looksmaxxing "ein unerfülltes Bedürfnis von Jungen" anspricht. Männer und Jungen haben weniger Räume, um über Körperbild und den erlebten Druck zu sprechen. Looksmaxxing bietet ein Forum, um Gefühle zu teilen, und scheint eine Form von Unterstützung unter Gleichaltrigen bereitzustellen. Bewegungen wie Body Positivity, Body Neutrality oder Self-Care sind nicht frei von Problemen, haben Frauen jedoch Räume eröffnet, um diesen Druck zu thematisieren. Tatsächlich ist es unter Frauen verbreitet, über empfundene oder wahrgenommene Schönheitsmängel zu sprechen – online wie offline. Männer und Jungen hingegen haben ihr Aussehen oder Versagensgefühle in diesem Bereich traditionell seltener mit Gleichaltrigen diskutiert.

Der Aufstieg von Looksmaxxing gibt Anlass zur Sorge – nicht zuletzt wegen seiner Ursprünge in der Incel-Kultur und der sogenannten Manosphere sowie der damit verbundenen frauenfeindlichen Untertöne. Zugleich verweist er auf den wachsenden Perfektionsdruck, dem Männer ausgesetzt sind. Zwar existierten Schönheitsideale in unterschiedlichen Formen schon immer, doch sie waren örtlich begrenzt, galten nicht für alle und wurden nicht als verpflichtend erlebt. Selten wurden Männer und Jungen primär über ihr Aussehen bewertet – weder von anderen noch von sich selbst. Das verändert sich. Männer und Jungen streben unrealistischen Idealen nach, investieren intensiv in ihren Körper, gehen Risiken ein – von Steroidkonsum bis hin zu Operationen – und gewichten Schönheit mitunter höher als andere Werte wie Intelligenz oder Gesundheit. Besonders die Varianten des Looksmaxxing, die auf Proportionen und Symmetrie fokussieren, lassen Attraktivität messbar erscheinen und vermitteln jungen Männern und Jungen, wie gut oder schlecht sie angeblich abschneiden. Der Trend macht deutlich, wie stark der Perfektionsdruck inzwischen auch Männer und Jungen prägt. Zunehmend scheinen sie – wie zuvor viele Frauen – bereit, sehr weit zu gehen, um ein besseres, normgerechteres, perfekteres Gesicht und einen entsprechenden Körper zu erreichen.




Donnerstag, Februar 19, 2026

Junge Männer wenden sich von Donald Trump ab

1. In der ersten Hälfte von Trumps zweiter Amtszeit hat sich der Rückhalt des US-Präsidenten bei jungen Menschen deutlich verringert. Mehrere aktuelle Umfragen zeigen starke Einbußen bei Wählern im Alter von etwa 18 bis 29 Jahren, besonders bei jungen Männern, die ihn 2024 noch stärker unterstützt hatten. Laut einer Befragung von Economist/YouGov sank Trumps Zustimmung in dieser Altersgruppe auf etwa 25 Prozent, während rund 67 Prozent seine Amtsführung ablehnen. Andere Erhebungen signalisieren ähnliche Trends. Gründe für die Abwanderung sind die Einschränkung der Gesundheitsleistungen unter Trump, eine allzu forsche Außenpolitik und eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation, was die jungen Männer bei ihren eigenen Finanzen deutlich zu spüren bekamen. Auch Trumps Vorgehen gegen Zuwanderer wird als überzogen betrachtet.

Ich bin gespannt, ob die Partei der Demokraten ihr letztes Jahr gestartetes Vorhaben, auch Männern zuzuhören, damit erleichtert aufgeben werden.



2. In einer deutschen Langzeitstudie haben Forscher untersucht, wie sich politische Einstellungen von Menschen mit hoher Intelligenz im Erwachsenenalter im Vergleich zu Personen mit durchschnittlicher Intelligenz unterscheiden. Insgesamt zeigten hochintelligente und durchschnittlich intelligente Erwachsene auf einer einfachen Links-Rechts-Skala sehr ähnliche politische Ausrichtungen. Ein Unterschied fiel bei einem Aspekt konservativer Einstellungen auf: Männer mit sehr hohem IQ wiesen niedrigere Werte bei traditionellen, konservativen Überzeugungen auf als Männer mit durchschnittlichem IQ. Dieser Effekt zeigte sich nicht bei Frauen. Die Forscher interpretieren diese Beobachtung dahin gehend, dass kognitive Flexibilität – also die Fähigkeit, komplexe Perspektiven zu verarbeiten – bei hochintelligenten Männern mit einer geringeren Neigung zu stark traditionellen Ansichten einhergehen könnte.



3. Die feministische Publizistin Alice Schwarzer bewertet eine mögliche Bundeskanzlerin Alice Weidel als "ermutigend für Frauen". Über Sahra Wagenknecht, mit der sie sich gegen die Ukraine-Politik der Bundesregierung stellte, sagte Schwarzer auf die Frage, ob sie eine Enttäuschung in Sachen Feminismus sei: "Sie ist keine Enttäuschung, weil ich nichts erwartet habe."



4. Die U.S.-amerikanische Equal Employment Opportunity Commission hat eine Klage gegen eine Vertriebsfirma von Coca-Cola wegen geschlechtsbezogene Diskriminierung eingereicht. Anlass ist eine zweitägige Firmenveranstaltung, zu der nur weibliche Mitarbeiter eingeladen wurden; dort fanden Vernetzungs- und Team-Building-Aktivitäten statt. Die Kommission bezeichnet dies als Verletzung des Rechts auf gleiche Arbeitsbedingungen und erklärt, dass Arbeitnehmer unabhängig vom Geschlecht gleichen Zugang zu firmengesponserten Veranstaltungen haben sollten. Man habe zunächst versucht, den Fall außergerichtlich zu klären, aber keine Einigung herstellen können.



5. Der britische Thronfolger Prinz William hat bei einer Sondersendung der BBC die hohe Zahl der von Männern begangenen Selbstmorden als eine "nationale Katastrophe" bezeichnet. Dies stelle weiterhin eine führende Todesursache dar. Er betonte, dass man mehr über Männergesundheit und mentale Belastungen sprechen müsse, um Betroffene zu unterstützen. Männliche Vorbilder, die offen über psychische Gesundheit reden, könnten das Thema entstigmatisieren. William und seine Stiftung unterstützen Initiativen zur Suizidprävention, darunter ein Netzwerk zur nationalen Verknüpfung von Hilfsangeboten.



6. Die australische Männerrechtlerin Bettina Arndt kritisiert, dass Gerichte in Schottland einseitig ausgelegte Rape-Shield-Gesetze anwenden und dadurch das Recht von Angeklagten auf faire Verfahren verletzen. Insbesondere Männer, die wegen sexueller Gewalt angeklagt werden, würden daran gehindert, ihren Verteidigungsfall vollständig vor einer Jury darzulegen. Die gerichtliche Praxis habe dazu geführt, dass wesentliche Beweise und Fragen der Verteidigung ausgeschlossen werden, weil sie als unzulässig gelten sollen, obwohl sie helfen könnten, den Hergang der Ereignisse zu klären. Arndt verweist hier auf eine Entscheidung des UK Supreme Court, der schottische Gerichte davor gewarnt hat, den Verteidigern zu wenig Raum zu geben und damit die faire Garantie auf einen fairen Prozess nach Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verletzen. Arndt dehnt ihre Kritik auch auf andere Länder aus (etwa Australien oder Kanada) und argumentiert, dass dort ähnlich strikte Regeln die Verteidigung behindern könnten.



Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Mittwoch, Februar 18, 2026

USA im Clinch mit Belgien: Vorgehen gegen Beschneidungen als "antisemitisch" beschimpft

1. Die belgische Justiz hat gegen sechs jüdische Beschneider Anklage erhoben, die eine rituelle Praxis vornahmen, bei der einem männlichen Baby acht Tage nach der Geburt die Vorhaut des Penis abgetrennt wird.

Durchgeführt wird die Prozedur von einem Mohel, also einem eigens dafür ausgebildeten Beschneider. Wenn dieser allerdings kein Arzt ist, ist ihm dieser Eingriff eigentlich untersagt, da es sich um eine Körperverletzung handelt, die ohne Zustimmung des Betroffenen erfolgt. Außerdem umfasst das Ritual, wie es viele orthodoxe Juden pflegen, auch Vorschriften, die laut Gesetz als unhygienisch und gesundheitsgefährdend gelten.


Als Reaktion auf die Anklage warf der amerikanische Botschafter in Brüssel, Bill White, den belgischen Behörden Antisemitismus vor: "Wir schreiben das Jahr 2026, Sie müssen sich dem 21. Jahrhundert anpassen und unseren jüdischen Brüdern und Schwestern in Belgien erlauben, ihre Religionsfreiheit legal auszuüben!" Israel stellte sich hinter diesen Protest.

Belgiens Außenminister bestellte White in sein Ministerium ein und wies solche Unterstellungen zurück. White hingegen beharrte darauf, dass der Fall "sofort eingestellt" werden und das Zulassungsverfahren für Beschneider geändert werden müsse. "Das ist etwas, um das mich auch mein Präsident, meine Regierung und Dutzende von Botschafterkollegen in Belgien gebeten haben, und es ist etwas, das mein moralisches Gewissen von mir verlangt." Als "gläubiger Katholik" werde er immer "für die Religionsfreiheit meiner jüdischen Brüder und Schwestern kämpfen". Erschwerend komme hinzu, so White, dass der belgische Gesundheitsminister "meinen großartigen Präsidenten nicht mag".



2. Die britische Labour-Partei fordert eine schwerere Strafe für Verbrechen, die aus "Frauenfeindlichkeit" verübt werden. Während einfache Körperverletzung bislang mit einer Höchststrafe von sechs Monaten belegt ist, würde die Gesetzesänderung unter diesen Umständen eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren ermöglichen.



3. Eine US-Amerikanerin, die wegen einer Reihe von Morden an Männern, die sie zu sexuellen Zwecken getroffen hatte, in fast 30 Fällen angeklagt war, hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Gottseidank standen diese Taten nicht mit Frauenfeindlichkeit in Verbindung; das wäre dann wirklich schlimm.



4. Der Männerforscher James L. Nuzzo hat eine datenbasierte Gegenposition zu gängigen Narrativen internationaler Organisationen (z. B. UN Women) vorgelegt, die Online‑Belästigung primär als Problem für Frauen darstellen. Nuzzo zeigt anhand großer Bevölkerungsumfragen aus den USA und Australien, dass Männer insgesamt häufiger von solchen Übergriffen betroffen sind. Den vorliegenden Erkenntnissen zufolge zeigt sich außerdem eine Differenzierung, was die Art der Belästigung angeht: So werden Männer häufiger Opfer von Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen mit körperlicher Gewalt, während Frauen häufiger von sexueller Belästigung sowie sexualisierter oder bildbasierter Gewalt betroffen seien. Keinen Geschlechtsunterschied gebe es beim Stalking. Nuzzo argumentiert, dass Institutionen wie die UN ein einseitiges, weiblich fokussiertes Narrativ verbreiten, das nicht mit den empirischen Daten übereinstimmt, und fordert eine evidenzbasierte, geschlechtsneutrale Betrachtung.



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Dienstag, Februar 17, 2026

Wenn Männer streiken würden

Eine feministische Schnapsidee, die nicht totzukriegen ist, ist ein "weltweiter Frauengeneralstreik", der auch für den kommenden 8. März wieder ausgerufen wird. Keinen dieser bisherigen Streiks hat man bislang aufgrund irgendwelcher Konsequenzen wirklich bemerkt. Aber wie würde es aussehen, wenn sämtliche Männer in den Streik treten würden? Wäre eine Welt ohne Männer wirklich viel schöner, wie so manche Feministin tönt? Wenn anerkannte Verlage wie Rowohlt Bücher wie "Ich hasse Männer" veröffentlichen, müsste eine Welt, aus der sich diese Spezies zurückzieht, doch das reinste Paradies sein? Wie dieser Garten Eden aussehen würde, verrät ein reizvolles Gedankenexperiment aus den USA über einen hypothetischen Generalstreik sämtlicher Männer; die genannten Zahlen dürften hierzulande nicht wesentlich anders sein.



Zunächst einmal würde das gesamte Stromnetz zusammenbrechen. 100% der Betreiber von Kraftwerken, der Verteilnetzbetreiber und der Disponenten sind Männer. Es mag sein, dass es einige Frauen in diesen Berufen gibt, doch selbst wenn, stellen sie nicht einmal 1 % der Gesamtbelegschaft – statistisch betrachtet ist die Belegschaft also vollständig männlich.

91 % der Elektroingenieure des Landes sind Männer. Wenn sie nicht zur Arbeit erscheinen, gibt es niemanden, der die Stromversorgung überwacht und steuert. Selbst wenn für einen Tag irgendeine Automatik (natürlich von Männern entwickelt) einspringt, bleibt zu hoffen, dass nichts schiefgeht. 97,6 % der Monteure und Wartungskräfte für Stromleitungen sind Männer.

Licht aus, meine Damen.

Auch den Wasserhahn brauchen Sie gar nicht erst aufzudrehen. Oder die Toilette zu spülen. 95,5 % der Betreiber von Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen sind Männer.

Vielleicht denken Sie, Sie könnten für den einen Tag, an dem Männer nicht erscheinen, die Stadt verlassen?

Vergessen Sie es.

Flugzeuge fallen aus.

95,9 % der Piloten und Flugingenieure sind Männer. Sollten Sie ein Flugzeug mit einer Pilotin finden, freuen Sie sich nicht zu früh: 98,4 % der Flugzeugmechaniker und Servicetechniker sind Männer. Immerhin können Sie sich Ihres Komforts sicher sein, während Sie in einem Flugzeug ohne Piloten sitzen, das mangels Mechaniker keine Startfreigabe erhalten hat – denn 77,6 % der Flugbegleiter sind Frauen.

Sollten Sie das Glück haben, sowohl eine Pilotin als auch eine Technikerin zu finden, die den Start ermöglicht, bleibt ein weiteres Problem: Statistisch gesehen sind 0 % der Fluglotsen und Spezialisten für Flugfeldbetrieb Frauen.

Das heißt natürlich nicht, dass es überhaupt keine Frauen in der Flugsicherung gibt. Es sind lediglich so wenige, dass sie weniger als 1 % der Belegschaft ausmachen.

Auch Züge fallen aus.

100 % der Lokführer sind Männer, ebenso 100 % der Mitarbeiter, die Bremsen, Signale und Weichen bedienen. 94,4 % der Rangierleiter sind Männer. Selbst wenn Sie auf eine Rangierleiterin träfen, würde das wenig helfen – sie fährt die Züge nicht.

Bei Busfahrern stehen die Chancen etwas besser; dort sind beinahe die Hälfte Frauen.

Doch auf den Straßen herrschte wohl Chaos. Und niemand wäre da, um Ihnen dabei zu helfen.

87,4 % der Streifenpolizisten sind Männer. 96,6 % der Feuerwehrleute sind Männer. 68,8 % der Rettungssanitäter sind Männer. Wenn also alles aus dem Ruder läuft und Sie verletzt werden, besteht immerhin eine gewisse Chance, dass Sie ein Krankenhaus erreichen.

Allzu schwer verletzt sollten Sie allerdings nicht sein: 65,7 % aller Chirurgen sind Männer.

Vielleicht also von zu Hause arbeiten? Im Dunkeln, wohlgemerkt. Ohne fließendes Wasser.

Moment – auch das könnte schwierig werden.

Über alle IT- und Mathematikberufe hinweg sind 74,4 % der Beschäftigten Männer. Netzwerkarchitekten, die unsere digitalen Kommunikationssysteme entwerfen und umsetzen, sind zu 91,9 % Männer. Und 94,2 % der Installateure und Reparaturtechniker für Funk- und Telekommunikationsanlagen sind Männer.

Dieser Plan ist also ebenfalls hinfällig.

Hoffentlich wird es an dem Tag, an dem Männer nicht zur Arbeit erscheinen, weder zu heiß noch zu kalt. Selbst wenn Sie Strom hätten – was nicht der Fall ist – dürfte es schwierig werden, jemanden zu finden, der sich Ihre defekte Klimaanlage oder Heizung ansieht.

98,4 % der Mechaniker und Installateure für Heizungs-, Klima- und Kältetechnik sind Männer.

Nun gut. Vielleicht gehen Sie ins örtliche Café – das ebenfalls keinen Strom hat, aber Logik spielt hier offenbar keine Rolle. Achten Sie darauf, nicht über die wachsenden Müllberge zu stolpern. Denken Sie daran: Die meisten Rettungskräfte sind Männer, und sie haben heute frei. Verletzen sollten Sie sich also besser nicht.

Auch Müllabfuhrkräfte sind überwiegend Männer – 93,4 %, um genau zu sein.

Vorher noch schnell zur Bank, um Bargeld zu holen?

Vergessen Sie es.

Der Automat wurde heute nicht befüllt. 81,5 % der Sicherheitskräfte sind Männer. Und Banken dürften ohne Männer im Dienst ohnehin kaum funktionieren. 72,1 % der Wertpapier-, Rohstoff- und Finanzdienstleistungsberater sind Männer. 72,6 % der Vorstandsvorsitzenden nehmen sich frei, ebenso 70,9 % der Geschäftsführer und Betriebsleiter.

Mit einem Wetterbericht ist heute ebenfalls nicht zu rechnen. Statistisch gesehen sind 0 % der Atmosphären- und Weltraumwissenschaftler Frauen.

Eigentlich sollten Sie heute überhaupt nicht damit rechnen, irgendetwas zu bekommen. In Produktion, Transport und Materialbewegung sind 78,2 % der Beschäftigten Männer. An einem Tag, an dem Männer kollektiv streiken, würde nicht nur kein einziges Gut transportiert – es würde auch keines hergestellt. 82,4 % der Produktionsleiter sind Männer.

Auch nichts würde gebaut oder an Rohstoffen gewonnen – 97,5 % dieser Belegschaft sind Männer.

Nichts würde installiert, gewartet oder repariert – 96,8 % dieser Arbeitskräfte sind Männer.

Wenn Männer kollektiv einen Tag freinehmen würden, gäbe es sofort keinen Strom mehr, keine Kommunikationsmittel, keinen Schutz, kein Wasser, keine Lastwagen, die Lebensmittel und Produkte bringen, die wir als selbstverständlich ansehen – denn diejenigen, die all das bereitstellen, sind Männer.



Montag, Februar 16, 2026

Warum Frauen zu Komplizen von Sexualstraftätern werden

Sagte ich hier schon mal, dass sich an manchen Tagen erwähnenswerte Beiträge häufen und man an anderen Tagen so gar nichts findet? Das stimmt immer noch.



1. Die Frankfurter Allgemeine beschäftigt sich damit, warum Frauen "Komplizen von Sexualstraftätern werden". (Die Frage, warum Frauen zu Tätern werden, war wohl zu kühn für dieses Blatt.) Schon, die Frage legt nahe, dass dies irgendwie erklärungsbedürftig wäre, so als ob das Fehlen eines y-Chromosoms es verhindern würde, dass man solche Taten begeht. Nun ja. Ein Auszug aus dem Artikel:

Die Journalistin Tara Palmeri, die 2021 in einer Recherche für das Magazin "Politico" die Rolle der Frauen im System Epstein beleuchtete, schrieb, man stelle sich diese Gruppe am besten als Pyramide vor. Unter der unangefochten an der Spitze stehenden Maxwell arbeitete eine Schar von Assistentinnen, die die Mädchen für Epsteins Missbrauch einplanten und verwalteten. Außerdem, so Palmeri, gab es jene Frauen, die dem Milliardär ihre Freundinnen zuführten und dafür Geschenke erhielten. Im Laufe der Jahre wechselten nicht selten Opfer die Seite und wurden zu Täterinnen. Sie selbst, schreibt Palmeri, sei von der schieren Zahl der Frauen um Epstein überrascht gewesen. "Viele Betroffene sagten, sie fühlten sich besonders von denen verraten, die gegen die unausgesprochene Regel verstießen: dass Frauen andere Frauen schützen, besonders Minderjährige."


Welche Frauen-sind-bessere-Menschen-Combo soll solche Regeln aufgestellt haben?

Weibliche Täterschaft irritiert, weil sie verbreiteten kulturellen Stereotypen wie dem der friedfertigen, einfühlsamen Frau widerspricht. Die Sozialwissenschaftlerin Christina Thürmer-Rohr prägte bereits in den Achtzigerjahren den Begriff der "Mittäterschaft von Frauen". Damit wandte sie sich gegen eine Verklärung der Frau als reines Opfer des Patriarchats. Sie schrieb, dass Frauen nicht nur Opfer patriarchaler Gewalt seien, sondern diese "auch mittragen, absichern und organisieren können". Frauen, so Thürmer-Rohr, "steigen auch eigentätig ein, gewinnen Privilegien, ernten fragwürdige Anerkennung und profitieren von ihren Rollen, sofern sie sie erfüllen". Oft nutzen Täterinnen Eigenschaften, die als typisch weiblich gelten, wie Empathie oder Fürsorglichkeit, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen.


Man würde sich weniger einen Knoten ins Hirn machen, wenn man auf "kulturelle Stereotypen", also Klischees und Vorurteile, verzichten würde – von "typisch weiblichen Eigenschaften" bis zur Existenz eines ominösen "Patriarchats". Wenn Frauen und Männer in Täterschaft vereint sind, dann ist eine künstliche Trennung, nur um unsere Vorurteile zu bewahren, nicht sinnvoll.

"Eigentätig eingestiegen" ist auch Angelika W. im Fall Höxter. Sie gab sich als die harmlose, freundliche Schwester oder Vertraute ihres Partners Wilfried W. aus. Von 2011 bis 2016 lockte das Paar Frauen über Kontaktanzeigen in ihr Haus im ostwestfälischen Bosseborn bei Höxter. Im Keller des Hauses hielten sie mehrere Frauen gefangen, quälten und folterten sie. Infolge der Misshandlungen starben zwei Frauen. Der minder intelligente und von seiner Mutter dominierte Wilfried W. und Angelika W. ergänzten sich offenbar perfekt. Die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh, die Angelika W. begutachtete, attestierte ihr ein "hohes Maß an Mitleidlosigkeit". In einem Gespräch mit Angelika W. sagte Saimeh zu ihr, sie wäre eine gute KZ-Wächterin gewesen. Angelika W. fühlte sich geschmeichelt. Das Zusammenspiel mit Wilfried W. formulierte Saimeh einmal so: "Er setzt die Regeln, wie Mutti sie vorgegeben hat. Sie akzeptiert das vorbehaltlos, aber sie perfektioniert das System. Und beide verschwören sich gegen eine dritte schwächere Person."


~ Patriarchat, ganz klar. ~

Gesteigert wird die Perversion in jenen Fällen, in denen sich Paare gemeinsam sexuell an ihren Kindern vergehen. Eine Mutter und ihr Lebensgefährte aus Staufen im Breisgau missbrauchten den zu Beginn des Martyriums siebenjährigen Sohn der Frau sowie ein dreijähriges Mädchen. Im Netz bot das Paar den Jungen zum Missbrauch an. Als der Fall 2018 an die Öffentlichkeit kam, sagte der Präsident des deutschen Kinderschutzbundes der "taz": "Dass eine Mutter hilft, ihren leiblichen Sohn Freiern im Netz zum Missbrauch anzubieten, habe ich mir bisher auch nicht vorstellen können." Es komme vor, dass Mütter vor dem Missbrauch in der Familie die Augen verschließen, das sei bei Missbrauchsfällen ein gängiges Muster. Aber für diese Art von krimineller Energie bei einer leiblichen Mutter habe ihm auch nach fünfundzwanzig Jahren, die er sich mit solchen Fällen beschäftige, die Phantasie gefehlt.


Weil wir eine Kultur haben, die wie besessen auf den Fehltritten von Männern herumhämmert und die von Frauen als systembedingt entschuldigt. Man könnte gegen sexuelle Gewalt entschiedener vorgehen, wenn man aufhören würde, in Frauen Verkörperungen von Engelwesen zu sehen.



2. "Teilzeit für die Kinder: Warum Väter sich das oft nicht trauen" titelt der MDR. Ein Auszug:

Bei seinen Vorgesetzten sei die Ankündigung, 12 Monate Elternzeit nehmen zu wollen auf wenig Verständnis gestoßen, erzählt Julian. Ein Grund sei die späte Ankündigung gewesen, räumt er ein. Er und seine Frau hätten die Schwangerschaft sehr lange für sich behalten, aus Angst, dass wieder etwas schief geht. "Also habe ich eine Abmahnung kassiert und einen Monat kein Gehalt bekommen. Man ist da sehr empathielos mit mir umgegangen."

Julian hat aber auch Verständnis für seinen damaligen Arbeitgeber. "Das sind zwei Drittel Männer dort. Und die arbeiten schon seit Jahrzehnten in diesem Schicht-System. Sieben Tage Spät, sieben Tage Nacht, sieben Tage Früh. Dann drei Tage mit der Familie und dann wieder von vorn."


Er hat Verständis für seinen Arbeitgeber, weil die dortige Ausbeutung von Männern seit Jahrzehnten etabliert ist. (Es mag Gründe geben, warum Schichtarbeit notwendig ist, aber "machen wir schon seit immer so" ist keiner.)

Nach der Elternzeit versuchte Julian, in die Firma zurückzukehren, scheiterte aber daran, das Schichtsystem mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren. Er kämpfte um Teilzeit, bekam aber nur das Angebot, die Wochenend-Schichten einer Kollegin zu übernehmen. An den Wochenenden immer arbeiten, das wollte er auch nicht. Er verließ das Unternehmen.

Bei der Jobsuche sei es dann wiederholt an seinem Teilzeitwunsch gescheitert. "Bei einer Firma, zu der ich eigentlich sehr gern wollte, hat der Chef gleich die Karten auf den Tisch gelegt und gesagt 'Du, Kinder sind was Tolles, aber wir können keine Teilzeit-Kraft gebrauchen, die ständig wegen des Kindes ausfällt.'"


Schau an. Ich lese sonst ständig, die "Teilzeitfalle" treffe allein Frauen. Weil Journalisten das Raster "Geschlechterkampf" lieber ist als die Perspektive auf eine möglicherweise überholte Unternehmenskultur.

Michaela Hermann, Expertin für nachhaltige soziale Markwirtschaft bei der Bertelsmann-Stiftung, erklärte bei MDR AKTUELL, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es unerlässlich, dass Sorgearbeit gleichmäßiger aufgeteilt werde. Sie weist aber auch darauf hin, dass es aktuell aus ökonomischer Sicht wenig Anreize dafür gibt. "Die Entscheidung, wer sich aus dem Erwerbsleben zurückzieht und die Sorgearbeit übernimmt, ist meist eine ökonomische."

Durch den Gender Pay Gap bringe meistens der Vater mehr Geld nach Hause als die Mutter, erklärt Hermann. "Das heißt, das Haushaltseinkommen bleibt stabiler, wenn die Frau kürzer tritt. Das ist eine rationale ökonomische Entscheidung, die man keinem Paar vorwerfen kann."


Und der Gender-Pay-Gap fällt vom Himmel und hat nichts damit zu tun, dass Frauen sich auch aus anderen als ökonomischen Gründen für ein vielschichtigeres Leben als Männer entscheiden? Er hat nichts damit zu tun, dass viele Frauen immer noch einen Ernährer und beruflich erfolgreichen Mann als Partner bevorzugen, um selbst stärker an der Erziehung ihrer Kinder teilzuhaben und von mehr Tagesfreizeit zu genießen?



3. Der Bonner General-Anzeiger beschäftigt sich mit der großen Enttäuschung, wenn der Nachwuchs ein Junge wird. Leider Bezahlschranke. Diese Schranke gibt es nicht bei Österreichs Standard, der dasselbe Thema anspricht:

Was genau macht Töchter so erwünscht? Die Antworten darauf sind selten offen ausgesprochen, aber Forschende interpretieren den Trend so: Mädchen gelten als empathischer, ruhiger und beziehungsfähiger. Als näher an dem, was man sich heute von einem "guten Menschen" erhofft. Buben hingegen erscheinen vielen als Herausforderung. Als laut, wild, potenziell problematisch. Als diejenigen, aus denen irgendwann Männer werden.


Und wer will so was schon in die Welt setzen? Erfreulicherweise stellt der Artikel dann die richtigen Fragen: ob Männer vielleicht nicht deswegen eher Probleme machen, weil Männer nun mal minderwertig wären, sondern weil ihnen unser System nicht gerecht wird.

Zahlen wie diese verstärken den Eindruck, Buben sind problematisch. Dabei sagen sie wenig über biologische Unterschiede aus und viel über gesellschaftliche Erwartungen, über ein Bildungssystem, das Anpassung belohnt, und über Vorstellungen von Männlichkeit, die wenig Raum für Verletzlichkeit lassen. Da sollte man ansetzen und sich fragen: Was brauchen Burschen, damit es ihnen besser geht? (…) Kinder werden nicht als Problem geboren. Sie werden dazu gemacht oder eben nicht.

(…) Ein Bub ist kein künftiger Täter, kein Symbol für patriarchale Strukturen. Zunächst einmal ist er ein Kind. Man muss Eltern, die einen Buben erwarten, also weder bemitleiden, noch muss man Influencerinnen, die ihr "Gender Disappointment" öffentlich breittreten, applaudieren.




4. Die Süddeutsche Zeitung hat einen Verhaltensökonomen danach befragt, welche Faktoren Menschen bei politischen Wahlen beeinflusst. Eine seiner Antworten: "Schaut man auf das Geschlecht, dann werden Frauen von den Wählerinnen und Wählern leicht bevorzugt."



5. Der Deutschlandfunk beschäftigt sich mit Strukturen, die Männer offensiv ausgrenzen: "Auf der Berlinale setzt sich fort, was im privaten wie digitalen Raum Konsens zu sein scheint: Männer stören einfach."

Da ist zum einen der größere Spaß, den frau angeblich ohne sie hat: beim Wellnesswochenende oder Mädelsabend etwa oder dem gemeinsamen Konsum mittelmäßiger Romcoms – romantischer Komödien – nach ein paar Runden Prosecco. Männer sind hier wie dort als Thema omnipräsent, frau lästert umfassend, analysiert Text- und Sprachnachrichten von Kandidaten oder Abzuservierenden und hechelt optische und sonstige Vorzüge designierter Toyboys durch.

(…) Last und sicherlich least sind Männer insgesamt im Leben der Frauen unerwünscht, weil sie es insgesamt verkackt haben. Eine Spezies, die all die Wein- und Epsteins, die Trumps und Pélicots hervorgebracht hat, muss in Summe gecancelt werden. Hashtags wie menaretrash, boysobriety oder zuletzt heterofatalismus praktizieren auf Social Media im handelsüblichen Empörungsduktus vielstimmiges Männerbashing. Toxisch bleibt toxisch, da helfen keine Therapien und keine Treueschwüre.

(…) Es scheint, je mehr Männer sich Mühe geben, Muster zu überwinden, Weiblichkeitsanteile in sich zu stärken und hin und wieder sogar auf Privilegien zu verzichten, desto verlorener ihr Posten. Es ist nicht genug, es wird nie reichen. Es reicht allein den Frauen. Sisters are doing it for themselves. (…) Diversität zu fordern, ohne ein Miteinander der Geschlechter als Grundlage zu sehen, scheint mir ein Widerspruch in sich zu sein.


Dieser Widerspruch ist derartig offenkundig, dass man sich schon fragt, warum etliche Frauen ihn nicht sehen (wollen).



6. Es gibt erfreuliche Gegenbeispiele. Das Hamburger Abendblatt porträtiert eine Frau, die sich gegen Eltern-Kind-Entfremdung engagiert:

Heute ist sie im Vorstand des Väter-Netzwerks Nürnberg, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Als Frau fühlt sie sich unter Vätern wohl: "Ich halte nichts von der Spaltung von Müttern und Vätern. Beide Seiten sind von Entfremdung betroffen." Die Kooperation mit anderen Verbänden wie Papa Mama Auch, dem Väteraufbruch für Kinder, dem Forum Soziale Inklusion, den Eltern für Kinder im Revier oder der Bundesinitiative Großeltern ist Julia Leykauf sehr wichtig. "Man muss sich vernetzen und die Zusammenarbeit mit anderen Mitstreitern und Mitstreiterinnen suchen."




7. Auch die "taz" beklagt das Fehlen von Männern, allerdings speziell der feministischen Männer. Aufhänger ist die sinkende Zahl von Eheschließungen, worüber frau sich bei der "taz" allerdings freut:

Aus feministischer Sicht ist die zunehmende Hetero-Ehelosigkeit ein voller Erfolg. Schließlich ist die Ehe eines der Fundamente des Patriarchats und der männlichen Kontrolle über Frauen. Um das zu verschleiern, wird Heiraten bis heute romantisch verklärt, eine Hochzeit als schönster Tag des Lebens betitelt. Eine ganze Industrie macht gute Geschäfte damit.

Studien zeigen zwar, dass sich rund drei von vier Frauen eine Partnerschaft wünschen, allerdings wollen die meisten auch einen feministischen Partner. Das Problem: Davon gibt es nicht viele. Das untermauern gruselige Zahlen: Laut einer Umfrage von YouGov bezeichnet sich nicht einmal jeder zwölfte Mann als Feminist. Eine andere YouGov-Umfrage zeigte, dass nur jeder dritte Single-Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben will.


Wenn sich nicht einmal jeder zwölfte Mann als Feminist bezeichnet – was macht den Feminismus dann derart unattraktiv? Und die von der taz verlinkte verlinkte Yougov-Umfrage zeigt keineswegs, "dass nur jeder dritte Single-Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben will." Sie zeigt, rund die Hälfte der Männer glaubt, Frauen seien bereits gleichgestellt. Ich weiß nicht, wie man das einer taz-Journalistin erklären kann, aber das sind zwei unterschiedliche Dinge. Dass die Kommentarfunktion unter dem Titel geschlossen ist, verwundert bei derart offensichtlichen Schnitzern nicht.



8. Die "Welt" berichtet über Frauen, die Männern abgeschworen haben: "Wenn ihr Vibrator Rasen mähen könnte, bräuchte sie keinen Mann." Was ein Zeichen von gefährlichem Extremismus sein soll, wenn Männer keine Partnerschaften mit Frauen möchten, erntet umgekehrt großes Verständnis.

Johanna hat keine Lust mehr auf Männer. Ich sitze mit ihr und einer weiteren Freundin, Friederike, in einer Trattoria. Johanna zeigt nun gelangweilt ihre Matches auf Tinder. "Der sieht doch gut aus", sage ich, als ich das Bild eines Mannes auf ihrem Handy sehe, der seinen Golden Retriever gerade Pfötchen geben lässt, aber sie schaut uns nur desillusioniert an: "So Typen kenne ich, kann man vergessen. Der würde dir stundenlang von Hundeerziehung erzählen. Eigentlich kann man sie alle vergessen. Entweder sie labern dich zu, von wegen was für ‚ein Typ Mensch‘ sie sind, oder sie sind so charismatisch wie meine Zahnbürste und kriegen keinen geraden Satz raus."

Friederike verdreht zustimmend die Augen: "Ja. Entweder selbstverliebt oder langweilig. Meine besten Abende habe ich, wenn ich allein mit den Kindern bin und Hanno auf Dienstreise. Sobald er die Tür aufmacht, sinkt meine Laune."


Weil das natürlich nicht reicht, legt die "Welt" noch mal nach: "Ich habe keine Lust mehr auf Dates – und ja, es liegt an den Männern". Selbstverständlich, an wem auch sonst? Alles minderwertiger Ausschuss überall.



9. Konstanz will ein Frauennnachttaxi einführen. Die Aktivistinnen, die das fordern, sind trotzdem unwirsch, denn es geht ihnen nicht schnell genug.

Sie finden die Aussagen einiger Stadträte, nach denen auch Männer Opfer von Gewalt werden können, "beschämend", denn "darum geht es hier nicht."


Es bleibt unerklärlich, warum nur jeder zwölfte Mann mit Feminismus etwas anfangen kann.



10. In Österreich gibt es eine Männerdemo gegen Männergewalt. Die Reklame dafür ist so offen agitatorisch, dass es weh tut: "Natürlich bringen nicht alle Männer Frauen um. Aber was machst du konkret dagegen?" Dagegen, dass nicht alle Männer Frauen umbringen? Der Veranstalter der Demo wird interviewt:

Die Demo richtet sich nur gegen Gewalt von Männern. Warum nicht gegen Gewalt allgemein?

Zeisberger: Weil es ganz konkret darum geht, Männer anzusprechen. Natürlich gibt es auch weibliche Gewalt. Aber jetzt geht es nicht darum.


"Jetzt" nicht, aha. Und wann sonst wird auch gegen Frauengewalt und für die Anliegen männlicher Opfer demonstriert?

Der Veranstalter führt weiter aus:

Ständig nur zu posten: "Not all men!" bringt nichts. Natürlich will niemand mit Tätern gleichgesetzt werden. Aber was machst du konkret? Lachst du bei sexistischen Witzen? Schweigst du, wenn ein Mann etwas Sexistisches sagt? Oder trittst du auch dagegen auf und sagst etwas?


Endlich mal ein paar gute Tipps, wie man als Einzelner Morde verhindern kann: nicht mehr bei sexistischen Witzen lachen. Zeisberger hat aber auch ein paar sinnvollere Vorschläge:

Therapie muss einfacher zugänglich werden. Wir müssen sie entstigmatisieren und es muss normal werden, dass wir sie in Anspruch nehmen. Dazu müssen aber auch finanzielle und logistische Hürden fallen. So wie es normal ist, dass man zum Hausarzt oder zur Hausärztin geht, muss ein Therapieplatz finanziert sein. In einer Gesellschaft, in der wir Milliarden für alles Mögliche ausgeben, müssen die paar Millionen drinnen sein.


Ich glaube, Zeisberger unterschätzt die Möglichkeiten erheblich, massenhaft Therapeuten auszuheben. Aber eine Psychotherapie auch für Männer attraktiver und zugänglicher zu machen, ist seit langer Zeit schon Thema hier auf Genderama.

Der Leser, der mich auf dieses Interview aufmerksam machte, schreibt mir dazu:

Auch in Österreich sind Männer häufiger Gewaltopfer als Frauen. Der Ansatz dieser Demo hat was von religiöser Erbsünde. Kollektive Haftung für individuelle Taten ist reaktionär und fällt hinter die Aufklärung zurück.




11. Eine Frau aus Minnesota ist angeklagt, ihren Partner getötet zu haben, nachdem er ihr den Sex verweigerte. Schuld war vermutlich der Mann und sie nur Komplizin, weil: Patriarchat. Und überhaupt, "darum geht es gerade nicht".



12. In einem aktuellen Video stellt Professor Dr. Christian Rieck eine aktuelle Studie vor, die untersucht, wie Künstliche Intelligenzen bestimmte gesellschaftliche Gruppen systematisch benachteiligen. Die Studie zeigt, dass KIs bei identischen Anfragen – etwa zu Darlehensanträgen oder Bewerbungen – Frauen gegenüber Männern bevorzugen.



13. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich freue mich, dass Sie sich kritisch mit der Gewaltstudie des BKA befasst haben, nachdem mich die meisten Medienberichte doch fassungslos zurückgelassen haben. Zu einem Punkt habe ich bislang noch nichts gefunden: Warum wurden alle möglichen Gewaltformen innerhalb von Partnerschaften abgefragt, während die Fragen zur Gewalt außerhalb von Partnerschaften auf sexuelle und digitale Formen beschränkt wurden?

Damit wurden ausgerechnet die Gewaltformen außer Betracht gelassen, von denen Männer überproportional betroffen sind - und die auch in der Gesamtbetrachtung dazu führen, dass die Opfer von Gewalt meist männlich sind.


Leider kann ich diese Frage nicht beantworten, ohne zynisch zu werden, und das wollen wir ja alle nicht. Mal schauen, was die Künstliche Intelligenz dazu meint:

Viele groß angelegte Gewaltstudien werden ausdrücklich als Untersuchungen zu Gewalt gegen Frauen konzipiert, weil sie aus konkreten politischen, rechtlichen und institutionellen Aufträgen hervorgegangen sind, nicht primär aus einem Anspruch, das gesamte Gewaltgeschehen geschlechtsneutral abzubilden. Dahinter stehen mehrere strukturelle Gründe.

1. Politische und rechtliche Mandate

Internationale Abkommen verpflichten Staaten ausdrücklich dazu, Gewalt gegen Frauen gesondert zu erfassen und zu bekämpfen. Ein zentraler Bezugspunkt ist die Politikarbeit des UN Women sowie europäische Vorgaben des Council of Europe, insbesondere durch Konventionen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Wenn Staaten solche Verpflichtungen erfüllen, entstehen Studien, deren Design bereits auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist.

Das deutsche Bundeskriminalamt führt Forschung nicht nur aus eigenem wissenschaftlichem Interesse durch, sondern auch aufgrund politischer und rechtlicher Verpflichtungen. Deutschland hat internationale Abkommen ratifiziert, die verlangen, bestimmte Gewaltformen regelmäßig zu erfassen und darüber zu berichten. Nationale Behörden müssen daher Daten liefern, selbst wenn das Themenfeld politisch priorisiert wurde.

2. Historische Forschungslücken

Viele dieser Studien entstanden in einem Kontext, in dem politische Entscheidungsträger argumentierten, dass Gewalt gegen Frauen – besonders häusliche und sexualisierte Gewalt – statistisch untererfasst sei (geringe Anzeigequote, fehlende systematische Erhebungen). Große Spezialstudien sollten diese Datenlücke schließen. Sie waren daher themenzentriert (Gewalt gegen Frauen) statt gesamtgesellschaftlich angelegt.

3. Zweckgebundene Finanzierung

Forschungsprogramme werden häufig aus Haushaltslinien finanziert, die explizit auf "Gewalt gegen Frauen", "Opferschutz für Frauen" oder "Gleichstellungspolitik" ausgerichtet sind. Wenn Förderprogramme so definiert sind, orientiert sich auch das Studiendesign daran – schon aus praktischen Gründen, weil Förderziele erfüllt werden müssen.

4. Politik- und Maßnahmenorientierung

Viele dieser Studien sollen nicht nur Gewalt messen, sondern konkrete Politikmaßnahmen vorbereiten (Schutzangebote, Interventionsprogramme, Präventionskampagnen). Da zahlreiche Schutzstrukturen (Frauenhäuser, spezialisierte Beratungsstellen) historisch für weibliche Opfer aufgebaut wurden, richtet sich ein Teil der Forschung gezielt auf die Bedarfsplanung für diese Einrichtungen.

In diesem Sinne sind viele staatliche Gewaltstudien zugleich wissenschaftliche Untersuchungen und politikgetriebene Informationsinstrumente – eine Kombination, die in nahezu allen Bereichen amtlicher Sozialforschung üblich ist.


Okay, ich hätte dasselbe erklären können, aber es klingt viel nüchterner und eleganter, wenn eine KI das tut und böse Wörter wie "Femokratie" dabei vermeidet.



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Freitag, Februar 13, 2026

Deutsche Frauenministerin warnt vor einer Generation abgehängter Männer

1. Geht unsere Frauenministerin diesen Fasching als Männerrechtlerin? N-tv berichtet:

Keine guten Leistungen in der Schule, ein schlecht bezahlter Job - und dann noch extremistische Inhalte in sozialen Netzwerken. Bildungsministerin Karin Prien warnt vor einem gefährlichen Mix, der vor allem junge Männer betreffen kann. Sie fordert, sich stärker um deren Bedürfnisse zu kümmern.

Bundesbildungsministerin Karin Prien sieht die Gefahr einer Generation junger Männer, die sich abgehängt fühlt. "Was uns nicht passieren darf, ist, dass wir zunehmend eine Männergeneration bekommen, die sich als Verlierer empfindet und dadurch anfällig für autoritäre Weltbilder und extremistische Inhalte ist", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". "Als Politik müssen wir jungen Männern zeigen, dass auch ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden."

In den USA, in Großbritannien oder in Schweden zeichne sich schon ab, dass junge Männer ins Hintertreffen geraten. "In Großbritannien gibt es quasi keine Lohnlücke mehr zwischen Männern und Frauen. Nicht, weil die Gleichstellungspolitik wirkt, sondern weil die Jungen die Schule häufiger nicht schaffen und in der Folge seltener gut bezahlte Berufe finden", sagte Prien.

"Bei Jungs gibt es außerdem eine höhere Selbstmordrate, sie werden häufiger krank, eher kriminell und neigen mehr zur Gewalttätigkeit. Eine moderne Gleichstellungspolitik darf deshalb nicht nur Frauen, sondern muss auch Männer in den Blick nehmen", stellte die Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend heraus.


Auch zahlreiche andere Medien berichten heute Morgen darüber, so etwa "Zeit", Tagesspiegel und Bayrischer Rundfunk. Die Artikel sind gleichlautend und basieren offenbar allesamt auf einer Agenturmeldung der dpa. Damit sind die Themen der Männerrechtsbewegung tatsächlich im deutschen Mainstream angekommen.



2. Und dann gibt es natürlich noch die SPD … Deren Bundesvorsitzende Bärbel Bas hat jetzt laut SPIEGEL eine neue "Kampfansage" rausgehauen. Weil im Parlament von Ruanda der Frauenanteil bei 60 Prozent liege, müsse man schauen, ob nicht in Deutschland Ähnliches möglich wäre:

Um den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen, so die Idee der SPD, könnte man quotierte Listen vorschreiben. Das hieße, Parteien müssten einen bestimmten Anteil von Listenplätzen an Frauen vergeben, wie es etwa die Grünen und die SPD bereits freiwillig machen. Manche Genossinnen würden sogar noch einen Schritt weitergehen: Die Anzahl der Wahlkreise könne man drastisch reduzieren, heißt es, dafür könnten Parteien dann in jedem Kreis zwei Kandidaten aufstellen – eine Frau und einen Mann.


Dieses Ansinnen ist mehrfach als verfassungswidrig gescheitert, aber sie können einfach nicht die Finger davon lassen.



3. Morgen droht schon wieder der Valentinstag, der Tag der Liebenden. Die Frauenzeitschrift "Elle" gibt Tipps, wie ihn auch Feministinnen genießen können:

Wir können zum Beispiel unseren Freundinnen hübsche Dessous schenken und Liebesbriefe schreiben. Wir können das Valentinstags-Date auf eine Demo gegen häusliche Gewalt verlegen. Oder wir bestellen uns selbst eine Pizza in Herzformen und zelebrieren bei unserer lieblings Rom Com unsere Selbstliebe.




4. Der Februar trifft eier aktuellen Studie zufolge Frauen am härtesten, was Depressionen angeht, aber Männer werden hier häufig übersehen, weil sie nicht mit Schwermut, sondern Reizbarkeit, Rückzug oder erhöhten Substanzkonsum reagieren.



5. Bundesrichter in den Vereinigten Staaten haben drei Klagen abgewiesen, die den Bestseller-Fantasy-Autor Neil Gaiman beschuldigen, die ehemalige Nanny seiner Kinder in Neuseeland sexuell missbraucht zu haben. Die Urteile beruhten auf Zuständigkeitsgründen, wobei Richter meinten, die Ansprüche sollten in Neuseeland und nicht vor US-Gerichten verfolgt werden. Gaiman zufolge hat die neuseeländische Polizei die Vorwürfe bereits untersucht und sie als unbegründet befunden.



6. Die internationale NGO Equimundo hat ihren Jahresbericht zur Situation britischer Männer vorgelegt. Beispielsweise glauben demnach 63 Prozent von ihnen, dass sich niemand dafür interessiert, ob es ihnen heutzutage gut gehe oder nicht, weshalb sie sich um sich selbst kümmern müssten. Die Hälfte macht sich Sorgen, ob sie zukünftig noch ein Dach über dem Kopf haben werden. Mehr als 40 Prozent haben in den letzten zwei Wochen über Selbstverletzung oder Selbstmord nachgedacht, und über zwei Drittel berichten von Symptomen wie Angstzuständen und Stress. Einer von vieren glaubt, dass sich niemals jemand in sie verlieben wird.



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