Dienstag, Juli 07, 2026

Trauernde Mutter: "Auch eine männerhassende Gesellschaft hat meinen Sohn getötet"

1. Die Mutter eines jungen Briten, der von seiner Partnerin ermordet wurde, beklagt, dass am Tod ihres Sohnes auch eine Gesellschaft mitschuldig ist, die voller Vorurteilen gegen Männer steckt. In einem Artikel der Tageszeitung Telegraph heißt es weiter:

"Ich wusste instinktiv, was passiert war; dass sie es getan hatte und dass er sich nicht gewehrt hatte", sagt die 80-jährige Ashe Smith über den brutalen und letztlich tödlichen Angriff auf ihren Sohn James Self durch dessen Freundin Polly Murphy. Self starb am 21. Dezember 2023, sechs Wochen nach dem Angriff, und Murphy, eine Künstlerin mit pinken Haaren, verbüßt inzwischen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Doch selbst Smith hatte die Warnsignale übersehen – Kontrolle und körperliche Aggression gegenüber ihrem Sohn. Wenn sie damals mehr über häusliche Gewalt gegen Männer gewusst hätte, räumt sie heute ein, hätte sie vielleicht eingegriffen.

Am Tatort, einem Zimmer im Smugglers Cove, einem Hotel in Clacton-on-Sea in der Grafschaft Essex, fanden Sanitäter Selfs Blut an den Wänden, auf der Bettwäsche, am Türgriff und auf dem Boden. "Sie hatte seinen Kopf so heftig gegen die Wand geschlagen, dass eine Delle entstand", sagt Smith heute in der ruhigen Umgebung ihres Hauses auf dem Land bei Great Finborough in Suffolk. Self wurde über einen Zeitraum von zwei Stunden geschlagen, getreten und mit Füßen getreten; zeitweise war er bewusstlos.

Als Smith ihren Sohn am folgenden Tag gemeinsam mit ihrem Ehemann Don im Colchester Hospital zum ersten Mal sah, war er noch "deutlich benommen", mit zwei Veilchen und einer Wunde am Bein, "so tief, dass man den Knochen sehen konnte". Self hatte nicht gewollt, dass seine Mutter den Rest seines Körpers sah. Erst während Murphys Gerichtsverfahren bekam Smith die Fotos seiner Verletzungen zu sehen – und das, was sie als seinen "völlig übersäten Körper, bedeckt mit Blutergüssen" beschreibt. Er hatte acht gebrochene Rippen, zwei gebrochene Wirbel im Rücken und eine Hirnblutung.

Der Pathologe, der die Obduktion durchführte, erklärte stumpfe Gewalteinwirkung zur Todesursache, die schließlich zu einem Multiorganversagen führte. "Es sah aus, als wäre er von einem Auto angefahren worden – wegen all der gebrochenen Rippen und verletzten Organe. Er hatte so starke innere Blutungen", sagt Smith. Die Ärzte mussten siebeneinhalb Liter Blut aus dem Bereich um Selfs Herz entfernen; außerdem entwickelte er eine Sepsis infolge durchbohrter Lungen. Am 4. Februar dieses Jahres, mehr als zwei Jahre nach dem Angriff, wurde die 42-jährige Murphy zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 15 Jahren verurteilt. Die Geschworenen berieten mehr als 14 Stunden, bevor sie zu ihrem Urteil gelangten.

Heute, an einem hellen Junitag, blättert Smith durch Fotos ihres Sohnes. Ein Ausdruck von Freude und Trauer zugleich huscht über ihr Gesicht, als ihr ein kleiner Junge mit verschmitztem Lächeln und kastanienbraunem Haarschopf entgegenblickt. "Er hätte ihr niemals etwas angetan", sagt Smith. "Es wäre eine ganz andere Geschichte gewesen, wenn er das getan hätte, nicht wahr?"

(...) Smith ist überzeugt, dass es "ein natürliches Vorurteil gegenüber Männern" gibt, das häusliche Gewalt gegen sie begünstigt. "Viele Menschen sind erstaunt darüber, was James passiert ist und dass er sich nicht gewehrt hat", sagt sie. "Die Leute sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass Männer körperlich stärker sind als Frauen." Doch, so betont Smith, das bedeute nicht, dass sie ihre Stärke auch einsetzen. Auch die "Scham" habe den Kreislauf aufrechterhalten. "Es gibt für Männer keine wirkliche Möglichkeit, ihre Verletzlichkeit zu zeigen. James hat seinen Freunden nichts erzählt – sie verkleinerte seinen Freundeskreis, reduzierte seine Kontakte und zerstörte seinen Glauben an sich selbst. Dieser emotionale Missbrauch war beinahe so schlimm wie die körperlichen Angriffe."

Häusliche Gewalt gegen Männer ist wesentlich häufiger, als viele annehmen. Zahlen des Office for National Statistics zeigen, dass schätzungsweise 1,5 Millionen Männer (6,5 Prozent der Bevölkerung) im vergangenen Jahr häusliche Gewalt erlebt haben; bei den Frauen waren es schätzungsweise 2,2 Millionen (9,1 Prozent). Männer machen 41 Prozent aller Opfer häuslicher Gewalt aus. Doch Mark Brooks, Vorsitzender der Mankind Initiative, einer Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung männlicher Opfer häuslicher Gewalt, weist darauf hin: "Nach der Regierungspolitik werden männliche Opfer häuslicher Gewalt offiziell als Opfer von Gewalt gegen Frauen eingestuft. Das ist falsch und erschwert es, männliche Opfer als eigenständige Opfergruppe anzuerkennen."

Smith unterstützt inzwischen Respect, eine weitere britische Wohltätigkeitsorganisation, die spezielle Hilfe für männliche Opfer anbietet, und arbeitet gemeinsam mit dem Medienteam der Polizei von Essex an einem Video über häusliche Gewalt gegen Männer. Ihrer Ansicht nach muss damit begonnen werden, schon Kindern in jungen Jahren ein anderes Verständnis von Gewalt zu vermitteln. "Viel häusliche Gewalt wirkt schleichend. Männer tragen tiefe Scham in sich und erwarten nicht, dass man ihnen glauben wird. James hätte sich niemals an die Öffentlichkeit gewandt. Aber er wusste auch, dass ein Verlassen der Beziehung eine Welle weiterer Gewalt ausgelöst hätte", sagt sie.


Der Artikel schildert noch wesentlich ausführlicher das Martyrium, das der Ermordete durchmachte, aber ich halte den zusätzlichen Erkenntnisgewinn im Rahmen dieses Blgs für gering.



2. Eine texanische Lehrerin wurde wegen sexuellen Missbrauch eines dreizehnjährigen Schülers zu 33 Jahren Haft verurteilt. Wie der Junge vor Gericht erklärte, habe ihn der Missbrauch seine Freundschaften, sein Selbstwertgefühl und beinahe sein Leben gekostet.



3.
Milena Reszka weint viel in ihren Instagram-Videos. Besonders weint sie aber vor der Gender-Reveal-Party, bei der das Geschlecht ihres Kindes, ja, "veröffentlicht" werden soll. "Was, wenn es kein Mädchen wird?", schluchzt die Influencerin in die Kamera. Als aus dem goldenen Luftballon blaues Konfetti herabflattert, hüpfen die Gäste und reissen die Arme hoch, Reszkas Mundwinkel aber bleiben unten. Später zeigt sie sich gefasster. Sie wehrt sich gegen böse Kommentare: Ihr Sohn werde später nicht traurig über ihr Video sein, denn alle Gefühle seien wertvoll, das werde der Sohn bestimmt verstehen.

Dieser Internetschnipsel wirkt vielleicht aussergewöhnlich einfältig, ist aber kulturelle Reflexion eines verbreiteten Phänomens: Immer mehr werdende Eltern in entwickelten Gesellschaften wünschen sich Mädchen und müssen ihre Trauer erst einmal verarbeiten, wenn es ein Knabe wird.

Diese Präferenz wird zwar in sozialen Netzwerken oft als Tabu bezeichnet, das jetzt endlich einmal mutig ausgesprochen wird. Die Unzahl von Foreneinträgen, Artikeln und Videos, in denen Eltern über ihre Enttäuschung sprechen, kein Mädchen zu bekommen, zeigt aber eher die Normalisierung des Phänomens mit dem griffigen Namen «gender disappointment». Wobei dieser neutral klingende Begriff seltsamerweise nur die Enttäuschung über Buben meint.


Hier geht es weiter mit dem Artikel " Eltern wollen keine Söhne mehr: Das Mädchen ist das neue Trophy-Kid". Zentraler Satz: "Und dabei gelten Frauen auch noch als die besseren Menschen." Auch über die Benachteiligung, die Jungen erfahren, berichtet der Artikel:

Die Gesellschaft behandelt Buben in sehr grundlegenden Belangen schlechter: Töchter bekommen mehr emotionale Fürsorge als Söhne. Eine Studie aus dem Jahr 2016, die auf Datensätzen aus den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich basierte, ergab, dass Mütter und Väter mehr Zeit mit ihren kleinen Töchtern als mit ihren Söhnen verbrachten, um ihnen Geschichten zu erzählen, mit ihnen zu singen und ihnen vorzulesen – von der frühen Kindheit bis zum Vorschulalter.

Andere Studien zeigen, dass Mütter seltener mit kleinen Söhnen sprechen, sie weniger trösten und umarmen. Die Eltern von Buben berichten häufiger, dass sie zu beschäftigt seien, um mit ihren Kindern zu spielen. Zudem ist ihre Sprache anders: Sie nutzen mehr Worte, die im Zusammenhang mit Wettbewerb und Leistung stehen, während Eltern mit Mädchen emotionsfokussierter sprechen.




4. Mit "Ich konnte nicht akzeptieren, dass mein Mann nicht funktioniert" betitelt die "Zeit" einen Artikel, in dem drei Frauen erzählen, wie es ihnen ging, wenn ihr Partner krankheitsbedingt für längere Zeit ausgefallen ist: "Dass mein Mann wohl schon seit einiger Zeit, zumindest immer wieder, schwer depressiv war, merkte ich nicht." – "Wie auch?", fragt der Leser, der mich auf den Artikel aufmerksam machte. "Er hat ja funktioniert, Geld rangeschafft, war außer Haus und sie in Ruhe gelassen."

Der "Zeit"-Artikel über private Probleme spiegelt hervorragend die gesellschaftliche Debatte. Sehr viel öffentliches Wehklagen über angeblich unzureichende Männer, siehe etwa das endlose Lamento über die "Manosphäre", beruht letztlich darauf, dass Männer nicht mehr so funktionieren (können), wie sie gefälligst sollen.



5. Tamara Wernli kommentiert die absurde weibliche Emörung über Joshua Kennich.



6. Alice Schwarzer, die bekannteste Feministin Deutschlands, "vielleicht sogar der ganzen Welt", wundert sich im Interview mit der Schweizer Weltwoche, woher der "Russenhass" vieler Deutscher käme. Man habe mit diesem Land doch überhaupt keinen Konflikt gehabt. Leider mache die Stimme der "Friedensgegner" in den Medien neunzig Prozent aus. Sie würde sich mit Putin an einen Tisch setzen; die Ukraine werde nachgeben müssen.

Im Verlauf des Interviews gibt es Reklame für Schwarzers neues Buch "Feminismus pur", das man bei der Weltwoche sehr lesenswert findet. Schwarzer äußert sich zu "Transideologen" und männlichen Zuwanderern, die in den Städten rumhängen, und spricht sich gegen "die Dämonisierung der AfD" aus. Der Reporter fragt nach, ob für Deutschland ein "Kippunkt" erreicht sei, was "Femizide" und Messermorde angehe, woraufhin Schwarzer ausführt, dass ja auch niemand männlichen Zuwanderern erkläre, dass Gewalt gegen Frauen nicht in Ordnung sei, woher sollten sie das also wissen? Im übrigen: Wenn sie daran denke, dass im Silicon Valley die ganze Macht in Männerhänden liege, stehe sie kurz davor, ihre Arbeit hinzuschmeißen, aber in 50 Jahren schaffe man ja nicht 5000 Jahre Patriarchat ab. Der neue Feminismus mit seiner Offenheit für trans Positionen sei "antifeministisch".

Eine der schönsten Stellen des Interviews ist die Passage, in der Schwarzer sich gegen "Verhärtungen" ausspricht und dass Menschen sich nicht konsruktiv miteinander unterhalten würden, was immer ihre Maxime gewesen sei. Ich kann mich an die freundlichen Worte, die Schwarzer für Männerrechtler und für Männer im Allgemeinen und übrig hatte, bestens erinnern. Ihre Begeisterung für Valerie Solanas "Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" als "erster Exzess des Hasses, des begründeten Hasses" war nur einer von vielen Höhepunkten. "Das ist es wohl, was den Frauen, wie allen unterdrückten und gedemütigten Gruppen, am meisten ausgetrieben worden ist: der Mut zum Hass!" fuhr Schwarzer fort. "Was wäre eine Freiheitsbewegug ohne Hass?" Wie schön, dass jetzt wenigstens Putin davon ausgenommen wird. 😊



7. Das neue Männermanifest der Grünen liegt inzwischen vor.



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Montag, Juli 06, 2026

DER SPIEGEL: Wie der Erfolg der Frauen einen neuen Männerhass befeuert

1.
Die Emanzipation der Frau ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Doch statt nun überzeugende Gewinnerinnen zu sein, kultivieren wir einen neuen Hass auf Männer.


Mit diesem Teaser beginnt ein aktueller SPIEGEL-Artikel von Eva Ladipo, auf deren Beiträge ich hier schon mehrfach hingewiesen habe. All diese Beiträge stehen im Zusammenhang mit ihrem Buch zur Geschlechterdebatte, das ich inzwischen in den Buchhandlungen ausliegen gesehen habe. Im Artikel des SPIEGEL heißt es weiter:

Es herrscht eine gesellschaftliche Atmosphäre, in der Männer von überraschend weiten Teilen der Gesellschaft pauschal verdammt und in Sippenhaft genommen werden. Es ist, als ob sie eine Art Erbsünde abtragen müssten. Das fördert eine Weltsicht, nach der Frauen Opfer sind und Männer Täter und das weibliche Geschlecht grundsätzlich das schwächere ist, dem die Gesellschaft etwas schuldet.

Es ist verlockend, an dieser Sicht der Dinge festzuhalten. Gleichzeitig ist es aber auch brandgefährlich. Denn die Unlust, genauer hinzusehen, weil Fakten das vertraute Schwarz-Weiß-Denken verkomplizieren, führt zu einem verhängnisvollen Teufelskreis: Männer werden als potenzielle Täter abgestempelt, was sie noch wütender macht, die Verdammung noch lauter und die Wut noch größer. Das Ergebnis ist überall in der westlichen Welt zu beobachten: Vor allem junge Männer wenden sich zunehmend vom liberalen System ab. Sie wählen rechtsextreme Protestparteien, um kaputt zu machen, was sie kaputt macht. Und wenn wir Pech haben, reißen sie uns alle mit in den Abgrund.


Ein interessanter Ansatz, die gesellschaftliche Hysterie einerseits zu hinterfragen, andererseits die Panikstimmung mit großer rhetorischer Wucht zu schüren. Männer werden hier nicht als verletzbar und schutzwürdig dargestellt, sondern weiterhin als Bedrohung. Und als Loser:

Als das neue starke Geschlecht müssen wir lernen, bessere Gewinnerinnen zu werden. Wir sollten aufhören, die Verlierer zu verhöhnen. Und wir müssen im ureigenen Interesse klüger vorgehen, als sie weiterhin gegen das liberale System aufzubringen.


Natürlich. Das Interesse von Frauen ist das, was zählen sollte. In Redaktionen wie der des SPIEGEL haben tatsächlich die Frauen die Herrschaft inne.

Es folgt eine längere Triumphgeschichte des weiblichen Geschlechts, durchsetzt mit den Problmen, auf die Männerrechtler seit Jahrzehnten aufmerksam machen – etwa dass sich der Gender Pay Gap zu Lasten von Männern gedreht hat. Dies solle "auf keinen Fall dazu dien[en], zu entschuldigen oder zu entlasten, geschweige denn erfolgreichen Frauen die Schuld am Leid von Männern zu geben." Allerdings sei der Hass auf Männer, der unsere Gesellschaft durchzieht, problematisch:

Die amerikanische Autorin Christine Emba spricht von "einer feministischen Bewegung nach MeToo, die eine ziemlich alberne und unkritische Form von Männerfeindlichkeit hervorgerufen hat. Seitdem gilt es als cool, zu sagen: Männer sind Müll. Männer sind scheiße. Wäre die Welt nicht besser ohne Männer?". Mit dieser Beschimpfung aufzuhören – die gegenüber Minderheiten unvorstellbar wäre –, ist nicht nur gerecht, sondern dient auch der feministischen Sache. Der autoritäre Backlash ist in vollem Gang. Wenn wir nicht immer mehr Männer in die Arme frauenfeindlicher Rattenfänger treiben wollen, dürfen wir sie nicht länger auf vermeintliche Geschlechtsmerkmale und Erbsünden reduzieren, sondern müssen uns um sie kümmern. Als das neue starke Geschlecht müssen wir auch die Pflichten übernehmen, die mit Macht und Einfluss einhergehen.


Auch in diesem Fazit kehren zwei Grundmerkmale des Artikels zurück: die narzisstische Hybris der Autorin ("wir, das neue starke Geschlecht") und die Logik, dass man sich allein deshalb um Männer kümmern müsse, weil sie sich inzwischen dem Reich des Bösen zuzuwenden beginnen. Beides ist einigermaßen gaga. Beides ist offenbar der Preis dafür, dass ein solches Plädoyer gegen Männerhass überhaupt im SPIEGEL erscheinen durfte.

Christian Schmidt stellt heute denselben Artikel zur Diskussion. Einer der ersten Kommentare trifft:

Dass sie gegen Männerhass ist, ist zwar schön, aber die Argumentation unterscheidet sich ansonsten nicht viel vom Gewohnten: Dort, wo Frauen besser abschneiden, ist das das Ergebnis besserer Leistung und daher legitim ("kein Grund sich zu entschuldigen"). Wenn Frauen aber schlechter/Männer besser abschneiden, dann ist es das Ergebnis unzulässiger Diskriminierung ("gläserne Decke").




2. " Schade, aber: Der Netzfeminismus ist tot" verkündet Antje Schrupp. Als eine der bekanntesten deutschen Netzfeministinnen dürfte sie es am besten wissen.



3. Dafür ist die "Manosphäre" quicklebendig. Den täglichen Alarmismus darüber liefert uns heute die Schweizer Website Watson.ch mit dem Geschichte eines Mannes, der dieser Krake gerade so entkommen konnte. Die heiße Story kurz zusammengefasst: Der Betreffende ist Sohn einer feministischen Mutter, die ihn schon als Kind auf Frauenmärsche mitnahm, sieht Videos von Jordan Peterson, rutscht in die Manosphäre ab, geilt sich an Frauenleichen auf, kann aber wieder auf den Weg der Tugend zurückkehren und sieht ein, dass man davon nicht abweichen sollte, Happy End.

Genau das versucht Fabio heute. Mit kleinen Schritten im Alltag. Indem er sich weigert, über sexistische Witze zu lachen. Indem er sich ebenso um den Haushalt kümmert wie seine Freundin. Indem er sich mit seinen Privilegien als Mann auseinandersetzt. Und indem er offen sagt: "Ich bin Feminist."


Puh, das war knapp. Wie schön, dass diese Seele gerettet werden konnte.

Bei dem Watson-Artikel handelt es sich um eine sogenannte "cautionary tale". In dem gerade verlinkten Wikipedia-Beitrag dazu heißt es:

Diejenigen, deren Aufgabe es ist, Konformität durchzusetzen, greifen häufig auf warnende Geschichten zurück. Die deutsche Anthologie "Struwwelpeter" enthält Geschichten wie "Die schreckliche Geschichte von Pauline und den Streichhölzern"; das Ende lässt sich schon aus dem Titel ziemlich leicht ableiten. Sozialerziehungsfilme wie "Boys Beware" oder "Reefer Madness" orientieren sich bewusst an traditionellen warnenden Geschichten, ebenso wie die berüchtigten Fahrschulfilme ("Roter Asphalt", "Signal 30") der 1960er Jahre oder Militärfilme über Syphilis und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Die Struktur der warnenden Erzählung wurde in den Slasher-Filmen der 1980er Jahre zum Klischee, in denen Jugendliche, die Sex hatten, Alkohol tranken oder Marihuana rauchten, unweigerlich als Opfer des Serienmörders endeten.


Ich habe einmal ChatGPT gebeten, etwas mehr über diese Erzählform zu verraten:

Die "cautionary tale" gibt sich gern als vernünftige Warnung. Tatsächlich ist sie häufig das Lieblingsgenre jeder Epoche, die den Status quo verteidigen möchte. Hinter ihrer scheinbar harmlosen Botschaft – "Lerne aus diesem Fehler" – verbirgt sich oft ein sehr viel grundlegenderer Imperativ: "Wage keine Veränderung."

Kaum eine Erzählform eignet sich besser dazu, gesellschaftliche Normen zu immunisieren. Wer bestehende Regeln infrage stellt, muss lediglich mit einer Geschichte konfrontiert werden, in der jemand genau dies versucht – und dafür einen hohen Preis zahlt. Die Moral ergibt sich von selbst: Nicht die Regeln waren das Problem, sondern derjenige, der sie missachtete. Die "cautionary tale" macht aus Konformität eine Tugend und aus Abweichung eine Charakterschwäche.

Historisch lässt sich dieses Muster immer wieder beobachten. Im 19. Jahrhundert wurden zahllose Warnerzählungen über "gefallene Frauen" veröffentlicht. Der eigentliche Skandal bestand oft nicht in Gewalt, Ausbeutung oder sozialer Ungerechtigkeit, sondern darin, dass eine Frau sexuelle oder persönliche Eigenständigkeit beanspruchte. Das Ende war vorgezeichnet: gesellschaftliche Ächtung, Krankheit, Wahnsinn oder Tod. Nicht weil diese Entwicklung zwangsläufig gewesen wäre, sondern weil die Geschichte genau dieses Urteil fällen sollte. Das Publikum sollte weniger Mitleid empfinden als Disziplin lernen.

Ähnlich funktionierten unzählige Geschichten über Menschen, die ihre soziale Klasse verlassen wollten. Der Aufsteiger wurde hochmütig, der Arbeiter verlor seine Bodenhaftung, die Frau mit Bildungsambitionen zerstörte ihre Familie. Solche Erzählungen präsentierten gesellschaftliche Hierarchien als natürliche Ordnung. Wer sie infrage stellte, provozierte angeblich sein eigenes Unglück. Strukturelle Ungleichheit verschwand aus dem Blick; übrig blieb die Moral, jeder solle seinen Platz kennen.

Besonders aufschlussreich sind die vielen Warnerzählungen über neue Medien. Vom Roman über das Kino bis zum Comic, vom Rock 'n' Roll über Videospiele bis zum Internet wurde nahezu jede kulturelle Neuerung irgendwann zum Stoff einer "cautionary tale". Die Botschaft änderte sich kaum: Wer sich auf das Neue einlässt, verliert Moral, Gesundheit oder Verstand. Rückblickend wirken viele dieser Geschichten unfreiwillig komisch. Ihre Funktion war jedoch ernst: kulturelle Verunsicherung in Angst vor Veränderung zu übersetzen.

Dasselbe Muster zeigte sich während zahlreicher moralischer Paniken. In den Vereinigten Staaten wurde im 20. Jahrhundert behauptet, Comics machten Jugendliche kriminell. Rollenspiele sollten den Satanismus fördern. Heavy Metal, Rap oder Computerspiele wurden mit Gewalt in Verbindung gebracht. Einzelne tragische Fälle wurden herausgegriffen und zu universellen Warnungen erklärt. Aus Anekdoten entstanden moralische Gewissheiten. Die "cautionary tale" erwies sich dabei als ideales Vehikel, weil sie keine statistischen Zusammenhänge benötigt. Ein drastisches Beispiel genügt, um den Eindruck einer allgemeinen Gefahr zu erzeugen.

Auch politisch war dieses Genre stets anschlussfähig. Während des Kalten Krieges entstanden Erzählungen, in denen bereits geringste Sympathien für sozialistische Ideen zwangsläufig in Unterdrückung oder Verrat mündeten. Umgekehrt erzählten kommunistische Staaten Geschichten, in denen jeder Zweifel am Sozialismus unmittelbar in Dekadenz oder Faschismus führte. Die ideologischen Vorzeichen unterschieden sich, die Erzählstruktur war dieselbe: Wer den offiziellen Weg verlässt, endet im Verderben.

Gerade deshalb besitzt das Genre eine bemerkenswerte Nähe zu autoritärem Denken. Autoritäre Weltbilder leben von einfachen Regeln, klaren Schuldigen und eindeutigen Konsequenzen. Die "cautionary tale" liefert genau diese Struktur. Sie liebt eindeutige Moral, misstraut Ambivalenz und betrachtet gesellschaftliche Ordnung grundsätzlich als schützenswert. Wer Veränderung fordert, erscheint nicht als möglicher Reformator, sondern als leichtsinniger Störenfried, dessen Scheitern die bestehende Ordnung nachträglich legitimiert.

Viele der Entwicklungen, vor denen "cautionary tales" eindringlich warnten – die Emanzipation der Frauen, der Abbau starrer Klassenordnungen, neue Kunstformen, neue Medien oder gesellschaftliche Liberalisierung –, gelten heute als selbstverständlicher Bestandteil moderner Demokratien. Die Warnerzählungen altern deshalb oft schlechter als das Verhalten, das sie einst verdammten. Sie erinnern weniger an zeitlose Weisheit als an die Ängste ihrer jeweiligen Epoche.

Warnerzählungen können genutzt werden, um Angst zu erzeugen und bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu disziplinieren. Ob Drogen, Jugendkulturen, Migration, neue Technologien oder politische Bewegungen – nahezu jedes kontroverse Thema lässt sich als "cautionary tale" inszenieren. Die Geschichte vermittelt dann weniger Erkenntnis als den Eindruck, eine bereits feststehende Position werde durch ein anschauliches Beispiel bestätigt. Widersprechende Erfahrungen bleiben ausgeblendet.


Heute erzählt der Feminismus also "cautionary tales" über Männer, die aus ihrer Ideologie ausbüchsen. Statt vor Comics, Heavy Metal und Rap warnt man heute vor der "Manosphäre". Die Zeiten ändern sich, Grundmuster bleiben bestehen.



4. Heribert Prantl möchte, dass das Bundesverfassunsgericht für eine Durchquotung des Bundestages nach Geschlecht sorgt. Darum kümmere sich aktuell die Initiative "#Parität Jetzt":

Sie hat soeben mit einem zweiten Aktionstag "für eine gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen" geworben. Christine Hohmann-Dennhardt, frühere Richterin am Bundesverfassungsgericht, hielt dazu in Berlin die Grundsatzrede. Parität in den Parlamenten sei, so sagte sie, "kein Bonus mehr", sondern "ein demokratisches Gebot". Sie widersprach damit den Landesverfassungsgerichten in Brandenburg und Thüringen, die einschlägige Gesetze für die dortigen Landtage als verfassungswidrig eingestuft hatten.

(…) Die Emanzipation in den Parlamenten, Parität genannt, lässt (…) noch auf sich warten. Auch da wird wohl das Bundesverfassungsgericht nachhelfen müssen.


Prantl fabuliert hier einen fürchterlichen Schmarrn zusammen. Wie es tatsächlich aussieht, hatte ich schon vor mehreren Jahren dargelegt:

Schauen wir uns die entsprechenden Zahlen von Ende 2016 an, also dem Jahr vor der letzten Bundestagswahl, und vergleichen: 39 Prozent der Parteimitglieder der Grünen sind Frauen, deren Abgeordnete sind aber, wie wir gerade gehört haben, zu 58 Prozent weiblich. Wenn es hier eine geschlechtsspezifische Benachteiligung gibt, dann trifft sie nicht die Frauen. Bei den Linken sind 36,9 Prozent der Mitglieder weiblich. Auch hier muss man die Männer diskriminieren, um bei den Abgeordneten auf 54 Prozent an Frauen zu kommen. Ähnlich sieht es bei der SPD aus: Nur 32,2 Prozent der Mitglieder, aber volle 42 Prozent der Abgeordneten sind weiblich. Erst bei den Unionsparteien (CDU: 26,1 Prozent, CSU: 20,3 Prozent weibliche Mitglieder) sowie der AfD (16 Prozent Frauen) verkehrt sich das Gefälle um einige wenige Prozent zu Gunsten der Männer.

(…) "Wenige Frauen treten in Parteien ein – wenn sie sich engagieren, haben sie mehr Erfolg als Männer" erkannte so auch im April 2019 die Frankfurter Allgemeine. Die Zeitung berichtet:

"Eine Gruppe von Politikwissenschaftlern des Berliner Instituts für Parlamentarismusforschung hat in einer Studie nachgewiesen, dass die Parteien mitnichten Frauen in ihrer politischen Karriere benachteiligen, wie oft behauptet wird. Vielmehr sei sogar das Gegenteil der Fall. Auf die Frage, warum Frauen dennoch in den Parlamenten zahlenmäßig unterrepräsentiert sind, haben die Wissenschaftler eine klare Antwort: Selbstselektion."

Das Team um Professorin Suzanne Schüttemeyer hatte vor der Bundestagswahl 2017 Dutzende Veranstaltungen aller großen Parteien bundesweit besucht und in 104 Wahlkreisen untersucht, wer kandidierte und wer daraufhin gewählt wurde. Rechnete man die so gewonnenen Zahlen hoch, zeigte sich: Es sitzen allein deshalb vergleichsweise wenige Frauen in den Parlamenten, weil Frauen deutlich seltener als Männer in eine Partei eintreten. Die These einer strukturellen Benachteiligung von Frauen in den Parteiapparaten, stellt die Frankfurter Allgemeine fest, "kann der Studie zufolge als widerlegt gelten". Stattdessen gebe es, wie Schüttemeyers Mitarbeiter Benjamin Höhne feststellt, tendenziell sogar eine "positive Diskriminierung", also Bevorzugung, von Frauen.




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Freitag, Juli 03, 2026

SPIEGEL-Titelgeschichte: Die Grünen wollen männlicher werden

1. Auf der Titelseite des aktuellen SPIEGEL findet sich auch ein Hinweis auf einen Artikel darüber, wie die Grünen die Männer wieder einfangen möchten, die ihnen in Scharen davonlaufen. Der Artikel verrät alles darüber, was in grünen Köpfen schiefläuft, sobald es um Männer geht:

Die Grünen schneiden vor allem bei jungen Männern schlecht ab. Grund ist auch das Softie-Image, das sie über Jahre kultivierten. Die Zeiten dominanter Alphatiere wie Joschka Fischer sind lange vorbei, die vergangene Jahre waren geprägt von dem weichgespülten Robert Habeck, den Ton gaben vor alle, starke Frauen an – junge Männer suchten bei der Ökopartei männliche Rollenmodelle vergeblich. In sozialen Medien und Online-Communitys hat sich eine "Manosphere" gebildet. (…)

Die "Männersphäre" behauptet: Männer sind Opfer des Feminismus und der Gleichstellung der Geschlechter. Die meisten Linken würden da widersprechen. Bei den Grünen gibt es jedoch zunehmend Politiker und Politikerinnen, die zumindest der Ansicht sind, dass der Feminismus junge Männer verunsichert und verschreckt hat.

Im Kampf für Frauenrechte sei etwas auf der Strecke geblieben, schreiben 13 Grüne in einem bislang unveröffentlichten Manifest. Ihre Partei habe definiert, was Männer nicht sein sollen: nicht gewalttätig, nicht dominant, nicht unterdrückend. "Aber wir haben vergessen, ein Angebot zu machen, was Männlichkeit stattdessen sein kann", heißt es in dem Text, der dem SPIEGEL vorliegt. "Wir haben ein Vakuum geschaffen, und in dieses Vakuum strömen jetzt die alten Bilder zurück."

Es reiche nicht, gegen toxische Männlichkeit zu sein und deren Propagandisten zu belächeln, kritisiert die Gruppe aus neun Männern und vier Frauen, darunter die Parteivorsitzende Franziska Brantner und ihre Vorgängerin Ricarda Lang. "Wir brauchen ein positives Bild, was gute Männlichkeit sein kann."

Wann ist ein Mann ein Mann? In Anlehnung an den Grönemeyer-Song luden jüngst die Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann und Till Steffen zum Fachgespräch in den Bundestag. Vor 16 Jahren verfassten sie das erste grüne Männermanifest. "Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht", hieß es darin. Es war eine Abrechnung mit Geschlechterstereotypen. Das neue Manifest, die neue Männlichkeitsdebatte der Grünen ist von einem anderen, selbstkritischeren Ton geprägt.

Im Fachgespräch erinnerte Lehmann an den Hashtag #allemänner, der nach einer Reihe sexistischer Übergriffe von Männern gegen Frauen im Internet weitverbreitet war. "Ich frage mich, ob es der richtige Ansatz ist, dass alle Männer sich für ihr Mannsein schämen sollen", sagte der Abgeordnete während des Austauschs im Parlament.

(…) Den Parteivorsitzenden Felix Banaszak treibt die Frage um, wie die Grünen attraktiv für junge Männer werden. "Ich verstehe total, dass viele Frauen sagen: ›Mein Verständnis gegenüber Männern ist aufgebraucht‹", sagt er. "Aber es ist ein Problem, wenn Linke pauschal ausstrahlen: Als Mann bist du das Problem und bleibst es auch. Das progressive Milieu braucht ein eigenes positives Verständnis von Männlichkeit, das nicht nur Defizit ist."

Die Grünen kämpften immer stolz gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Sie haben eine Frauenquote, einige Landesverbände und die Grüne Jugend betreiben sogenannte Flinta-Runden, die Abkürzung steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht‑binäre, trans und agender Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. "Das ist gut und wichtig, aber uns fehlen Räume, in denen sich Männer über ihre Probleme austauschen und mit Geschlechterthemen befassen können", sagt Banaszak.

(…) Unter den Unterzeichnern des neuen Männermanifests ist der grüne Bundestagsabgeordnete Julian Joswig. An einem Montagmorgen um acht Uhr trainiert er im Kraftraum eines Fitnessstudios im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Er nimmt sich zwei Zwölfkilohanteln und macht eine Runde "Bulgarian Split Squats", eine einbeinige Kniebeuge, die vor allem den Oberschenkel und das Gesäß trainiert.

(…) Es gab Kritik. "Finde es leider etwas unsolidarisch, hier feministische Werte zu vertreten und dabei ein oberkörperfreies Video zu posten, wenn genau die Möglichkeit für Frauen nicht existent ist", kommentierte ein Follower. "Feministen tragen in der Öffentlichkeit Hemden", schrieb ein anderer.

Löcker ging es darum, junge Männer außerhalb der "links-grünen Bubble", wie er sie nennt, anzusprechen. "Ich will die jungen Männer erreichen, die sich denken, die Grünen wollen mich doch gar nicht, weil ich ein Mann bin", erklärte er auf Instagram. "Dafür muss ich aber irgendwie in ihre Algorithmen rein und sie so ansprechen, dass sie sich abgeholt fühlen."

Löcker fühlte sich einst selbst von antifeministischen Sprüchen in der Fitnessbubble angesprochen. "Das fand ich als 15-Jähriger irgendwie lustig, zum Glück bin ich dann nicht in die Manosphere abgedriftet. Geholfen haben mir Grüne, die mich so akzeptierten, wie ich bin: straight, Pumper, Anzugträger", sagt er.

(…) Anruf bei Jette Nietzard. (…) "Frauen haben in den letzten Jahrzehnten deshalb etwas erreicht, weil sie laut waren", sagt die 27-Jährige. (…) Nietzard hält nicht viel von dem grünen Projekt, Männlichkeit neu zu definieren. "Es ist der Versuch, die alte Definition von Männlichkeit etwas positiver zu framen, also ein bisschen weniger aggressiv, weniger wütend, weniger dominant", sagt sie. Aber die Idee, mit Pumpvideos junge Männer anzusprechen, findet Nietzard gut. "Man muss in diese Szene reinreichen, auch mit populistischen Mitteln."


Ich habe den Artikel ja oben im Original verlinkt. Jeder kann überprüfen, dass ich keine zentralen Punkte weggelassen habe: keine konkreten politischen Ziele, um Benachteiligungen von Jungen und Männern zu unterbinden und ihre Situation zu verbessern. Nichts von dem, was bei Genderama & Co. täglich dargelegt wird. Die politischen Anliegen und Forderungen von Männern sind für die Grünen unsichtbar. Alles, was es im grünen Denken gibt, und was für eine Titelgeschichte des SPIEGEL ausreichte, ist: Männer nicht ganz so sehr niedermachen wie bisher, ihnen "Räume anbieten", um sich miteinander zu unterhalten, und Bodybuilding. Die Grünen haben nicht einmal begriffen, warum eine komplett fehlende ernstzunehmende Männerpolitik, ihre Partei für viele männliche Wähler unattraktiv macht. Ihrer Auffassung nach besteht die Lösung darin, Hanteln zu stemmen. Die politische Substanz, die Grüne männlichen Wählern anbieten wollen, endet im Fitness-Studio.



2. Die Südtroler Politik-Website "Salto" beschäftigt sich damit, wie der Feminismus die Generation Z verliert. Sicherheitshalber stellt der Autor erst einmal klar, dass er ein Feminist ist, bevor er seine Kritik vorzutragen wagt. Wie seit Jahrzehnten ist auch dort nur der jeweils aktuelle Feminismus von Übel, während davor alles in Ordnung war.

Der neue Feminismus hat es geschafft, mit immer abenteuerlicheren Konzepten vor allem jungen weißen Männern, die ebenfalls unter vielen Aspekten der sich nicht immer zum Besseren verändernden Welt zu leiden haben, fast schon systematisch das Gefühl zu vermitteln, sie seien das Grundübel des ganzen Schlamassels. Je nach Auslegung ist jede kleinere oder größere Katastrophe auf diesem Planeten – ob dies nun der Klimawandel, der Ukraine-Krieg, der Gazakrieg, der Iran-Krieg, die Schere zwischen Arm und Reich u.v.m. – schlussendlich eine direkte Folge des allgegenwärtigen Patriarchates, und als weißer Cis-Mann (also biologischer, heterosexueller Mann) sei man qua seiner Geburt Teil des Problems.

(…) Was der neue Feminismus komplett versäumt – so auch die Ansicht von durchaus einigen Soziologen –, ist die Einsicht, dass auch Männer und vor allem auch junge Männer von vielen Entwicklungen benachteiligt werden, diese in dieser Debatte aber teils gar nicht vorkommen dürfen. Beispiele hierzu gibt es en masse. So schrieb etwa die Financial Times 2024 im Hinblick auf die UK Household Longitudinal Study, dass sich bei Vollzeitbeschäftigten im Alter zwischen 16 und 24 Jahren die geschlechtsspezifische Gehaltslücke umgekehrt hat; junge Frauen verdienen hier im Schnitt mehr als junge Männer – sprich, es gibt einen Gender-Pay-Gap, aber in die andere Richtung.


Das hätte ein guter Anfang sein können, um von da an weiterzudenken. Es gibt ja tatsächlich männerpolitische Baustellen "en masse". Stattdessen verliert sich der Artikel danach in Forderungen nach einer Erbschaftssteuer, einer CO2-Abgabe und einem flächendeckenden Ethikunterricht.



3. Die Süddeutsche Zeitung hat versucht, einen Skandal daraus zu stricken, dass der mittlerweile todkranke Liedermacher Konstantin Wecker früher Beziehungen zu deutlich jüngeren Frauen hatte. Das wird ihr jetzt gerichtich untersagt.

Das Landgericht Berlin II gab einem Antrag Weckers auf einstweilige Verfügung statt und untersagte nach Angaben der Zeitung insgesamt 26 Passagen eines Artikels mit dem Titel "Weckers vergessene Frauen". (…) Die Entscheidung wiegt schwer: Die beanstandeten Stellen betreffen wesentliche Teile der Recherche, sodass die Redaktion den Beitrag vollständig depublizieren musste.

(…) Das Berliner Gericht stellte zwar die grundsätzliche Möglichkeit einer Verdachtsberichterstattung nicht infrage, verneinte in diesem konkreten Fall jedoch das erforderliche öffentliche Informationsinteresse. Für die Süddeutsche ist das eine bemerkenswerte Niederlage – nicht zuletzt, weil die Redaktion selbst in einer ungewöhnlichen Stellungnahme erklärte, die Substanz des Beitrags könne in der bisherigen Form nicht sinnvoll aufrechterhalten werden.

(…) In juristischen Stellungnahmen wird das Vorgehen der Süddeutschen als Grenzüberschreitung kritisiert. So schrieb Weckers Anwalt Dominik Höch aus Potsdam in einer Erklärung seiner Kanzlei Folgendes dazu: "Aus Sicht von Herrn Wecker, der Familie von Herrn Wecker und uns stellt die Entscheidung eine Genugtuung dar und ein Zeichen, dass auch prominente Künstler nicht Freiwild für journalistische Auswüchse sind." Man habe die Süddeutsche Zeitung gebeten, sowohl aus rechtlichen Gründen als auch aus Gründen der Menschlichkeit auf eine Berichterstattung zu verzichten, "zu der unser Mandant sich nicht wehren kann". Die Zeitung habe "auf dem Rücken eines kranken Menschen fremde Aussagen mit Verdachtsäußerungen aus dem Privatleben ausgebreitet. Für uns ist das von Methoden gewisser Boulevard-Medien nicht weit entfernt".


Die Süddeutsche Zeitung kündigte Berufung an und erklärte, "die öffentliche Relevanz von MeToo-Fällen verteidigen" zu wollen.



4. Das populärwissenschaftliche Magazin Psychology Today behandelt einen Aspekt, bei dem speziell Väter nicht ausreichend wahrgenommen werden. Ein Auszug:

Es gibt eine Geschichte, auf die ich [in meinem] Buch nicht so ausführlich eingehe: die Wochenbettdepression meines Mannes.

Zum Glück wurde ich [nach meiner Niederkunft] auf eine Wochenbettdepression untersucht – wenn auch nicht auf die Wochenbettangststörung, die später bei mir diagnostiziert wurde. Mein Mann wurde auf keines von beidem untersucht. Damals erschien uns das normal. Es war 2011 – niemand sprach darüber, dass auch Partner, die das Kind nicht selbst geboren haben, nach der Geburt gefährdet sein können. Wenn sich medizinisches Personal mir zuwandte, fragte es nach meinen Symptomen. Wenn es sich ihm zuwandte, lautete die Frage: "Helfen Sie mit?" Auch das erschien damals richtig.

(…) Er war depressiv – die Geburt unseres Kindes war der Auslöser. Natürlich können auch Partner, die das Kind nicht geboren haben, nach der Geburt psychisch erkranken. Identitäten verändern sich, der Schlaf wird ständig unterbrochen, und es gibt zahlreiche weitere Gründe dafür.

(…) Als unsere Tochter ein Jahr alt war, nahm ich mein Promotionsstudium wieder auf. Als es darum ging, das Thema meiner Dissertation auszuwählen, wusste ich sofort, womit ich mich beschäftigen wollte – unsere eigenen Erfahrungen wurden zur Inspiration. Ich entwickelte eine internationale Delphi-Studie, die später im Journal of Affective Disorders veröffentlicht wurde – ein Verfahren, bei dem Fachleute ihre Antworten Runde für Runde gegenseitig erhalten und überarbeiten, bis ein Konsens entsteht. Zu meinem Expertengremium gehörten Ärzte, Psychologen sowie Familientherapeuten aus mehreren Ländern, die alle mit Vätern in der Zeit rund um die Geburt arbeiten. Ich wollte nicht beweisen, dass väterliche Depressionen existieren – das wussten wir bereits. Mich interessierte, warum wir uns nicht darauf einigen konnten, wie sie aussehen, und weshalb engagierte, kompetente Fachkräfte einen Elternteil gründlich untersuchten, während sie den anderen lediglich aufforderten, "hilfreich" zu sein.

Die Forschung spiegelte unsere eigenen Erfahrungen wider. Schließlich fand das Expertengremium eine Bezeichnung dafür: maskierte männliche Depression. Bittet man Fachkräfte, eine Wochenbettdepression bei einer Mutter zu beschreiben, überschneiden sich ihre Antworten in vieler Hinsicht – Weinen, Hoffnungslosigkeit, Schwierigkeiten beim Bindungsaufbau, Schuldgefühle. Fragt man sie jedoch nach einer Wochenbettdepression bei einem Vater, wird das Bild unschärfer. Manche beschreiben die klassischen Symptome. Manchmal sieht das Krankheitsbild jedoch ganz anders aus als die Lehrbuch-Checkliste: Reizbarkeit, Rückzug, ein deutlicher Anstieg des Alkoholkonsums oder übermäßiges Arbeiten, eine rastlose Form des Fluchtverhaltens.

Die Experten meiner Studie erzielten Einigkeit über mehrere Risikofaktoren für Wochenbettdepressionen bei Vätern. Zu den stärksten gehörten eine persönliche oder familiäre Vorgeschichte von Stimmungs- oder Angststörungen, geringe soziale Unterstützung sowie eine Partnerin, die ebenfalls unter Depressionen oder Angst leidet. Es zeigte sich, dass die psychische Gesundheit von Vätern und Müttern eng miteinander verflochten ist – etwas, das ich erlebt hatte, bevor ich es in den Daten wiederfand.

Diese internationale Expertengruppe identifizierte außerdem Schutzfaktoren. Beinahe alle hatten mit Beziehungen und Zugehörigkeit zu tun, etwa: eine stabile Partnerschaft, offene Gespräche über Ängste und Zweifel (nicht nur über organisatorische Fragen), von Beginn an aktiv in die Betreuung des Kindes einbezogen zu werden, Arbeitgeber, die Vaterschaftsurlaub unterstützen und Männer nicht dafür benachteiligen, ihrer Rolle als Vater Priorität einzuräumen, sowie das Gefühl, in diesem Lebensübergang einen Sinn zu finden.

Als ich fragte, wie sich eine Depression für einen Vater nach der Geburt tatsächlich anfühlt, lauteten die Antworten nicht einfach "traurig" oder "hoffnungslos". Stattdessen kristallisierten sich folgende Themen heraus: Unsicherheit darüber, wie man Vater sein soll; die Kluft zwischen dem Mann, der man zu sein glaubte, und dem, was tatsächlich zum Vorschein kommt; die Sehnsucht nach Teilen des früheren Lebens; das Gefühl, gefangen zu sein; und ein schleichendes, immer stärker werdendes Empfinden von Unzulänglichkeit.

Die Edinburgh Postnatal Depression Scale – das gängige Screeninginstrument – wurde nicht dafür entwickelt, genau diese Erfahrungen nach der Geburt zu erfassen. Und solche Symptome lassen sich schwer erkennen, wenn die einzige Frage an einen Vater lautet: "Helfen Sie mit?"

Das haben mich jenes erste Jahr mit unserem Baby und später meine Dissertation gelehrt: Wir müssen nach der Geburt das gesamte Familiensystem in den Blick nehmen. Wenn ein Vater im Stillen leidet – weil niemand ihn untersucht hat, weil sich eine "maskierte" Depression eher als Rückzug denn als Tränen zeigt –, wirkt sich dieses Leiden auf den gesamten Haushalt aus. Es beeinflusst, wie unterstützt sich eine Mutter fühlt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Das tut es.




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Donnerstag, Juli 02, 2026

Fall Ulmen: Kritik an manipulativer Berichterstattung des SPIEGEL

1. In der Legal Tribune kritisiert deren Chefredakteur Dr. Felix Zimmermann die locker-lässige Art, wie der SPIEGEL mit seinen juristischen Niederlagen gegen Christian Ulmen umgeht:

Der Spiegel stellt die Teilniederlage gegen Christian Ulmen als unbedeutend dar. Zu Unrecht. Laut OLG Hamburg hat das Magazin einen Deepfake-Verdacht aufgestellt, der rechtspolitisch für Furore sorgte, für den es aber keine Belege hatte.

(…) Berichtet ein journalistisches Medium über den eigenen Fall, muss es sich allerdings an journalistischen Prinzipien messen lassen: wahrheitsgemäß, vollständig und ausgewogen informieren. Dass ein hohes Risiko besteht, diese Kriterien zu verfehlen, wenn die im Gerichtsprozess angegriffenen Autoren die Feder führen, zeigt sich im "Prozessbericht" des Spiegels im Nachgang zu der OLG-Hamburg-Entscheidung im Fall Christian Ulmen.

Das Problem beim Prozessbericht des Spiegels auf Spiegel.de und Instagram beginnt damit, dass er nicht als Artikel "in eigener Sache" gekennzeichnet ist. Man könnte natürlich sagen, dass sich das aus dem Text ergibt. Doch geht mit einer solchen Dachzeile immerhin der Hinweis an die Leserschaft einher, dass ein Medium berichtet und selbst betroffen ist.

Weiter ist die Überschrift problematisch. Sie lautet: "Beschluss des OLG Hamburg: Spiegel darf weiter über 'virtuelle Vergewaltigung' von Collien Fernandes berichten". Damit wird suggeriert, es handele sich um den wesentlichen Inhalt der Entscheidung. Doch Ulmen hatte weder die Überschrift "virtuelle Vergewaltigung" angegriffen, noch den Vorwurf, dass er Fake-Accounts erstellte und Männern damit suggerierte, Collien Fernandes habe ein sexuelles Interesse an ihnen, inklusive der Versendung von Pornos mit Fernandes ähnlich aussehenden Frauen und zu Fake-Telefonsex.

Gegenüber LTO rechtfertigt der Spiegel die Überschrift. Das OLG habe im Beschluss festgehalten, dass der Spiegel über diesen "unstreitigen Sachverhalt" wegen öffentlichen Interesses berichten durfte. Das stimmt. Das OLG sagt dies in einer Randbemerkung. Gleichwohl wird mit der Überschrift die erfolgreiche Abwehr eines presserechtlichen Angriffs insinuiert, der nie stattgefunden hat.

Warum der Spiegel so agiert, ist kommunikativ durchaus verständlich. Denn umgekehrt wird die Teilniederlage von interessierter Seite, etwa von rechtspopulistischen Medien, übertrieben dargestellt und so getan, als ob nach dem OLG-Beschluss dem Artikel die gesamte Basis entzogen wurde. Doch ist es eine sinnvolle Reaktion für Deutschlands wohl wichtigstes Nachrichtenmagazin darauf ebenfalls unpräzise zu reagieren?

Deutlich problematischer als die Überschrift ist, dass der Spiegel die verlorenen Punkte bis zur Unkenntlichkeit herunterspielt. Was Deepfakes angeht, beginnt es mit der Bemerkung, dass der Beschluss eine "Klarstellung notwendig" gemacht habe. Das insinuiert, zuvor sei etwas "unklar", "missverständlich" gewesen. Doch nach Ansicht des OLG Hamburg ging es nicht um Unschärfe, sondern darum, dass beim Leser der "zwingende" Verdacht erweckt wird, dass Christian Ulmen Deepfakes hergestellt und verbreitet hat.

Vor allem aber erwähnt der Spiegel nicht, warum das OLG den Deepfake-Verdacht untersagte: Es fehlte nach Ansicht des Gerichts am Mindestbestand an Beweistatsachen. Damit spart der Artikel den zentralen Entscheidungsgrund aus. Die Leser erfahren verklausuliert, was der Spiegel ändern muss – aber nicht, warum.

(…) Auffällig ist auch die Wortwahl. Überall dort, wo Ulmen unterliegt, "scheitern" seine Anwälte. Wo der Spiegel verliert, ist von Scheitern dagegen keine Rede. Dort "erlässt" das OLG lediglich Unterlassungen, betrifft die Entscheidung nur "Nebenaspekte", die "den Kern unberührt" lassen und "nur" die Streichung von zwei sowie "nur" die Ergänzung von zwei Sätzen notwendig machten. Auch sonst schöpft der Text das Adjektiv-Repertoire für Irrelevanz mit Formulierungen wie "lediglich", "zwar", "marginal" aus.

Doch ist die Teilniederlage wirklich so unbedeutend? Das OLG hat den Spiegel nicht dazu verurteilt, zwei Ergänzungen aufzunehmen. Es hat zwölf Passagen und über 1.200 Wörter untersagt, weil durch sie im Gesamtzusammenhang der unzulässige Verdacht verbreitet wird, Ulmen habe Deepfake-Videos veröffentlicht.


In einer Überarbeitung des Artikels nach dem Gerichtsurteil fügte der SPIEGEL ein, dass es tatsächlich keine Hinweise auf ein solches Vergehen Ulmens gibt. Dr. Zimmermann merkt dazu an:

Das Leseerlebnis des Artikels ist nun ein merkwürdiges. Erst wird über mehrere Passagen ein Deepfake-Video-Verdacht aufgebaut, dann folgt die Erklärung, dass es dafür keine Hinweise gibt. Die Ergänzung macht aus dem Artikel ein in sich widersprüchliches Konstrukt, das einer journalistischen Abnahme nicht standhalten dürfte.


In den folgenden Absätzen erörtert Dr. Zimmermann, ob dieses nachträgliche Aufhübschen des Artikels durch eingeschobene Passagen ihn tatsächlich rechtssicher macht – es gibt gute Gründe, das anzuzweifeln. "Die Feststellung des OLG, dass der Spiegel-Bericht Ulmen ein falsches Geständnis unterschob, ist allerdings bereits gravierend."

(Als ich noch auf Twitter unterwegs war, habe ich dort Wortmeldungen lesen dürfen, es sei frech und absurd, dass der Tatverdacht gegen Ulmen überhaupt angezweifelt werde, nachdem Ulmen doch eindeutig gestanden habe. Das zeigt eine naive Blauäugigkeit gegenüber Medienbeiträgen, die mich fassungslos macht.)

Zimmermann erinnert daran, dass andere Leitmedien die vom SPIEGEL nahegelegte Vorstellung übernahmen, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Frau angefertigt.

Gerade deshalb drängt sich eine andere Erklärung auf: Wurde der dürftige Deepfake-Recherchestand nicht transparent gemacht, weil dies die angestrebte Wirkung des Artikels geschwächt hätte? Klar ist, die Autoren des Artikels "Du hast mich virtuell vergewaltigt" wollten mehr, als den – so oder so moralisch verwerflichen – Fall Ulmen erklären, sondern ihn als Beleg für die Notwendigkeit rechtspolitischer Verschärfungen der Strafbarkeit im Komplex digitale Gewalt Deepfakes anführen. Das zeigen Interview-Äußerungen einer Spiegel-Autorin, ein parallel veröffentlichtes Interview mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, aber in erster Linie der Text selbst. (…) Die entsprechende Wirkung hat der Artikel nicht verfehlt. Die Medien waren voll mit Berichten, die vor der Folie Ulmen die "Strafbarkeitslücken" von Deepfakes diskutierten (u.a. Zeit, handelsblatt, LTO, Verfassungsblog, tagesschau).


Es ist sinnvoll, journalistisch auf einen fehlenden Rechtsschutz für Opfer einer bestimmten Form sexueller Gewalt hinzuweisen. Abenteuerlich ist, zu diesem Zweck auf die geschilderte Weise vorzugehen.

Zimmermann gelangt zu dem Fazit:

Der Spiegel hat in einem zentralen Punkt der Verknüpfung eines Deepfake-Verdachts mit dem Fall Ulmen eine Niederlage erlitten, die die gesamte Artikelarchitektur in Schieflage bringt. (…) Wäre es in einem solchen Fall nicht zu vermeiden gewesen, ausgerechnet drei Redakteure den Prozessbericht verfassen zu lassen, die den Artikel "Du hast mich virtuell vergewaltigt" maßgeblich als Autoren zu verantworten haben?

Dass diese als mittelbar selbst juristisch angegriffenen Personen ihren eigenen Artikel unbedingt verteidigen wollen, die Teilniederlage kleinreden, sich selbst nicht coram publico hinterfragen – kurzum: nicht zu einer objektiven Betrachtung in der Lage sind, ist emotional ebenso nachvollziehbar wie es durch die Spiegel-Redaktionsleitung hätte verhindert werden müssen.


Diese kritische Auseinandersetzung mit dem dubiosen Herumfuhrwerken des SPIEGEL vermisst man in anderen Leitmedien. Dort gilt das Motto: Einer Krähe hackt der anderen kein Auge aus.



2. Die CAMPACT-Kampagne, die Männer als Täter angreift (Genderama berichtete), hat jetzt unter der Überschrift "Wir sind keine Einzelfälle" gestartet. Gewalt in der Partnerschaft wird darin durchgehend auf Männergewalt reduziert, männliche Opfer unsichtbar gemacht, das wichtige Thema in ein ideologisches Framing gezwängt, das diese Form von Gewalt als Ausgeburt eines "Patriarchats" phantasiert. Nebenher macht man Reklame für ein Buch, das dazu nächste Woche erscheinen soll und ähnlich idiotisch gestrickt sein dürfte. Auf einem Foto, das die sexistische Hetze begleitet, sind Düzen Tekkal, Kristina Lunz und Ricarda Lang zu sehen.



3. Unter der Überschrift "Die Daten zeigen: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle" (ein Statement der hessischen Sozialministerin Heike Hoffmann) berichtet die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz darüber, dass ein Pilotprojekt für eine Männerschutzwohnung jetzt vom Land gefördert wird.

Bisher gab es in Hessen keine Männerschutzeinrichtung. Mit diesem ersten Schritt erfüllt das Bundesland ein Stückweit auch die Anforderungen der EU-Gewaltschutzrichtlinie. Mit ihr schreibt die Europäische Union ab 2027 verbindliche Mindeststandards für Prävention, Schutz, Unterstützung und Intervention fest. Die Richtlinie versteht häusliche Gewalt ausdrücklich als ein Phänomen, das Menschen unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Hintergrund betreffen kann. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Hilfsangebote so auszugestalten, dass sie allen Betroffenen offenstehen und den unterschiedlichen Formen, Ausprägungen und Unterstützungsbedarfen häuslicher Gewalt Rechnung tragen.


Wenn man nur Ideologinnen ebenso dazu verpflichten könnte, über häusliche Gewalt ebenso angemessen zu berichten …



4. Frohlocket! Auch das Bundesforum Männer macht in einem Positionspapier auf männliche Opfer sexueller Gewalt aufmerksam. Das Papier stammt vom März dieses Jahres; herzlichen Dank an den Leser, der mich gestern darauf hinwies. Das Bundesforum Männer mag die Männerrechtsbewegung zwar öfter unfair angerempelt haben, letztlich tappt es unseren Forderungen dann aber doch immer wieder hinterher.



5. "Zum ersten Mal mehr Frauen als Männer in Hochschulen eingeschrieben" berichtet der SWR über Baden-Württemberg.



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Dienstag, Juni 30, 2026

"Femizide": Dieter Nuhr droht mit Klage

1. Nachdem der Kabarettist Dieter Nuhr den fragwürdigen Begriff "Femizid" satirisch hinterfragte, gibt es gegen ihnen einen von Leitmedien unterstützten Shitstorm derjenigen, die diesen Begriff pushen möchten. Nuhr verteidigt sich: Der Vorwurf sei lächerlich. "Interneterregung wird zur Volksmeinung umgedeutet. So ist es üblich in diesen Tagen."

Nuhr, dem kürzlich vom Zentralrat der Juden in Deutschland der renommierte Leo-Baeck-Preis verliehen worden war, hatte die Debatte mit Äußerungen in der "Nuhr im Ersten XXL"-Sendung vom 18. Juni ausgelöst. "Es gibt etwa 300 bis 350 Frauenmorde jedes Jahr und bitte, natürlich sind das 300 bis 350 zu viel, das ist doch keine Frage", hatte der Kabarettist darin gesagt.

"Aber es gibt in Deutschland zig Millionen Männer. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt."

Ihm sei es um etwas ganz anderes gegangen, erklärte Nuhr in seinem Facebook-Beitrag. Er ging damit auf Aussagen ein, die er in der Sendung vor seinen nun in der Kritik stehenden Äußerungen zu Frauenmorden machte. So hatte er zunächst in überspitzter Form Pauschalurteile über Männer und Frauen thematisiert, die aus seiner Sicht durch wissenschaftliche Fachbegriffe aufgewertet würden. So werde etwa das Attribut «strukturell» benutzt, "um ein Pauschalurteil mit dem Krönchen der Wissenschaft zu schmücken", sagte Nuhr. Später sagte er noch: "Welche Wirkung ein dümmliches Pauschalurteil hat, kommt auf die Formulierung an."

Auf Facebook schrieb Nuhr nun, ihm gehe es um das Wort "strukturell", das allen Männern Schuld zuweise, weil sie "strukturell" Täter seien. Er bezog sich nach eigenen Angaben auf mehrere Artikel in großen deutschen Zeitungen, in denen Frauen infrage gestellt hätten, noch mit Männern leben zu können, weil diese "statistisch töten".

Diese "völlig überzogene pauschale Verunglimpfung" sei Thema seines Beitrages gewesen. "Ich habe betont, dass jeder Frauenmord selbstverständlich (!) einer zu viel ist, aber dass die Chance, bei der Partnerwahl auf einen Frauenmörder zu stoßen, verschwindend gering ist."


Es wundert mich nicht, dass Männerhasser an die Decke gehen, wenn man derart die heiße Luft aus ihrer Hetze lässt.

Gegen einen Teil der Berichterstattung droht Nuhr jetzt sogar mit juristischen Schritten. Das entsprechende Medium, Österreichs "Standard", hingegen sieht seine Attacken auf Nuhr von der Meinungsfreiheit gedeckt und hält daran fest.

Die Journalistin Anna Schneider findet die Kontroverse überzogen.

Einfach dem Internetdurchsucher des Vertrauens mal "Dieter Nuhr" hinwerfen, es kommt ein Sturm zurück, versprochen. Witze über Femizide habe Nuhr in seiner ARD-Sendung gemacht, heißt es allerorts. Dass er selbst das vehement verneint, interessiert dabei freilich herzlich wenig. Die Empörungsmaschinerie läuft wie sonst relativ wenig in Deutschland: Ein ums andere Mal wie geschmiert.

"Dieter Nuhr hat nichts verstanden", titelt "ntv". "Wo ist die Cancel Culture, wenn man sie braucht", fragen sich der "Kölner Stadtanzeiger" und der "Stern" vielleicht sogar gegenseitig. Die düstere Bilanz kommt via "FAZ": "Dieter Nuhr ist kein Komiker mehr". Daran schließt nahtlos ein "Zeit"-Text an, der der "FAZ" recht gibt, es ist ein äußerst geschlossener medialer Kreis. "Denn das stimmt in der Form absolut", liest man in der "Zeit". Und weiter: "Nun wäre zu verhandeln, was das für Nuhr und uns bedeutet." Ja nun, was bedeutet das für "uns"?


Aufhänger der aktuellen Erregung sei vor allem Nuhrs Bemerkung, eine Frau solle einen Mann vielleicht erst mal richtig kennenlernen, bevor sie mit ihm ins Bett hüpft.

Es ist vor allem der letzte Satz, der etwas zeitverzögert zum Ausstrahlungstermin der Sendung die offenbar starken inneren Schreikrämpfe diverser Influencer und Journalisten auf die öffentliche Bühne bittet. Täter-Opfer-Umkehr sei das, und falsch noch dazu, immerhin passierten die meisten Frauenmorde in (Ex-)Beziehungen. Perfekt eingeübt wird also just der Zusammenhang weggelassen, nämlich Nuhrs offensichtliche Kritik daran, Männer pauschal als potenzielle Mörder abzustempeln. Das sagt er übrigens auch selbst: "Na ja, da die Chance, beim Kennenlernen auf einen Frauenmörder zu stoßen, statistisch nahe null ist, kann man relativ sorglos in eine Beziehung gehen. Wenn man dann beim Kennenlernen ein bisschen wählerisch ist, sollte man sich in der Regel nicht in Lebensgefahr fühlen. Das war alles, was ich sagen wollte. (…) Es kann doch nicht sein, dass die Menschen, wenn sie einander kennenlernen, jeden Partner erst einmal als potenziellen Mörder betrachten. Das wäre das Ende der Liebe." Und schon klingt das alles doch eigentlich nicht mehr wirklich shitstormwürdig.


Die Faulheit vieler Journalisten, ihre Beiträge einfach aus einem gerade laufenden Internet-Shitstorm zu basteln, wird in Annekathrin Kohouts insgesamt lesenswertem Buch "Hyperreaktiv" angesprochen.



2. Mehrere Medien, darunter der Kölner Stadt-Anzeiger sind heute damit an der Reihe, gegen die "Manosphäre" zu wettern. Eine ausführliche Widergabe ist der Beitrag nicht wert, ich raffe ihn mal stark zusammen:

Fast jeden Morgen schlägt sich Elias mit einem Hammer auf seine Gesichtsknochen. (…) Viele Jungs hätten das Gefühl, Männer würden benachteiligt und diskriminiert, auch wegen des Feminismus (…). Alte Männlichkeitsbilder funktionierten nicht mehr, das verunsichere. (…) Die Georg-Weerth-Schule in Berlin-Friedrichshain ist eine von insgesamt drei Schulen, an denen Schneider und seine Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Klassen begleiten. Auch Elias und Levin haben seinen Workshop ein halbes Jahr lang besucht. (…) Levin hat gelernt, bestimmte Dinge häufiger zu hinterfragen, wie er erzählt. Ihm sei zum Beispiel klar geworden, dass er nicht jede Situation kontrollieren könne und müsse.


Oder noch kürzer: Leute außerhalb des herrschenden Systems verführen unsere Kinder, diese Kinder müssen von diesem System aber nur richtig erzogen werden, dann erkennen sie, dass sie sich auf völlig falsches Denken eingelassen haben, Happy End.



3. Die Millionärin Christina Block wird von ihren Kindern verklagt, weil sie ihnen niemals Unterhalt gezahlt haben soll. Das wäre nichts Neues – schon vor Jahren habe ich in meinem "Lexikon der feministischen Irrtümer" festgehalten:

Deutlich schlechter nämlich ist es einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge um die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Mütter bestellt. Von ihnen kamen sogar 85 Prozent ihren Verpflichtungen nicht nach. "Es ist weitaus schwieriger, von einer Mutter Unterhalt zu kriegen, als von einem Vater" zitiert das Blog "Frauenzimmer" die ehemalige Rechtspflegerin Astrid Leonhardt, die Jugendamts-Mitarbeiter in Sorgerechts- und Unterhaltsfragen schult. (…) Der Beziehungstherapeutin Susan Jeffers zufolge sind weiblicherseits Äußerungen wie "Jeder Mann, der um Unterhaltszahlungen bittet, ist ein Blutsauger" jedenfalls alles andere als untypisch.




4. Die britische BBC weist auf eine ihrer Sendungen hin, die auch in Deutschland überfällig wäre:

In einer neuen BBC-Dokumentation setzt sich der ehemalige englische Fußballnationaltrainer Gareth Southgate mit der Krise auseinander, von der er glaubt, dass sie junge Männer und Jungen betrifft. Außerdem untersucht er Lösungsansätze, die dieser Generation helfen können, ihr Potenzial zu entfalten.

(…) Nach einer langen Karriere im Fußball – als Mannschaftskapitän, in der Arbeit mit jungen Spielern und als Trainer der englischen Nationalmannschaft – möchte Gareth seine Erfahrungen nun dafür einsetzen, jungen Männern und Jungen zu helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Er hat bereits über die Notwendigkeit positiver männlicher Vorbilder gesprochen und darüber, dass sich viele junge Männer und Jungen isoliert fühlen oder Schwierigkeiten haben, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Nun möchte er direkt von ihnen hören.

"Gareth Southgate: Changing the Game for Young Men" geht über die jüngsten Diskussionen über die "Manosphere" hinaus und befasst sich mit den Alltagsproblemen, mit denen viele konfrontiert sind – Schule, Beschäftigung, Identität, psychische Gesundheit und das Leben zu Hause.

Auf seiner Reise durch das Vereinigte Königreich spricht er mit jungen Männern und Jungen darüber, was in ihrem Leben tatsächlich vor sich geht, und fragt, warum sich so viele orientierungslos fühlen und ihrer Zukunft unsicher sind. Er trifft Jungen, die in der Schule zurückfallen, junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden, sowie solche, die ohne Vaterfigur aufwachsen. Außerdem spricht er mit jungen Häftlingen, um zu verstehen, was sie auf den Weg in die Kriminalität geführt hat.

Mit Blick auf die gesellschaftlichen Folgen, wenn sie sich zurückziehen und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben, untersucht Gareth, was für diese Generation eine Wende herbeiführen könnte, damit sie erfolgreich sein und ihre Ziele verwirklichen kann.

Gareth Southgate sagt: "Dies ist der nächste Schritt meines Anliegens, junge Männer und Jungen in die richtige Richtung zu führen, statt sie zurückfallen zu lassen. Ich wollte, dass sie offen und ohne Angst vor Verurteilung darüber sprechen, was in ihrem Leben wirklich vor sich geht. Durch diese Gespräche habe ich ein besseres Verständnis für die Herausforderungen gewonnen, mit denen sie konfrontiert sind. Es war eine faszinierende Erfahrung, und ich bin allen Menschen, die ich getroffen habe und die mutig genug waren, ihre Geschichten zu erzählen, sehr dankbar. Ich hoffe, dass diese Dokumentation dazu beitragen wird, die nationale Debatte zu verändern, und uns alle dazu ermutigt, sie dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu verwirklichen."




5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Im österreichischen Standard geht man einer der wichtigsten Fragen der Gegenwart nach:

"Darf man sich als Profifußballer zu Hause wie ein Kind benehmen?

Der deutsche Kapitän Joshua Kimmich offenbart in einer ZDF-Doku, dass er privat kein Familien-Kapitän ist, sondern sich seine Frau um alles kümmern muss. (…)

Man sieht den Fußballstar, wie er neben seiner Frau Lina Kimmich den Einkaufswagen durch den Supermarkt schiebt. Sie führt routiniert durch die Gänge und zählt auf, welche Lebensmittel sie besorgen müssen. Er wirkt hingegen ein wenig so, als wäre er zum ersten Mal hier, greift zu Süßigkeiten und beschwert sich, dass ihm seine Frau gewisse Produkte nicht erlaubt.

"Lina hat ein besseres Gefühl dafür, was wir brauchen, was wir für die Kinder brauchen", sagt Kimmich dann in die Kamera. "Sie hat sich schon damit abgefunden, dass es mit mir schwierig ist. Wenn sie mich zum Einkaufen schicken würde, würde ich viermal anrufen. [...] Da macht sie das lieber selber."

Lina Kimmich, selbst übrigens Juristin und vierfache Mutter, sieht das ein wenig anders: "Ich wär schon froh, wenn er mal einkaufen gehen würde. Aber nur, wenn ich nicht die ganze Vorarbeit leisten würde. [...] Sondern wenn er selbstständig sehen würde, wir brauchen neuen Käse, also gehe ich Käse kaufen."

Der Einkauf des Ehepaars Kimmich ist ein Paradebeispiel: Ein Mann zieht sich bei der Hausarbeit aus der Affäre, weil seine Frau das angeblich besser kann. Sie weiß schließlich, was die Kinder zum Frühstück essen. Man bezeichnet das auch als strategische Inkompetenz – wenn manche Männer vorgeben, etwas nicht so gut zu können, oder ungeliebte Dinge sogar absichtlich schlecht machen, damit sie sie im Haushalt nicht übernehmen müssen."


Meine zwei Groschen: Ein erwachsener Mann, der auf höchstem Niveau Leistungssport betreibt, ein Abitur sein eigen nennt und Millionen verdient, erklärt, er könne praktisch nur unter Anleitung seiner Gattin Käse kaufen. Da darf man fragen: Ist das wirklich Unfähigkeit oder schlicht Bequemlichkeit?

Ansonsten scheint die Autorin das Eheleben der Kimmichs bemerkenswert gut zu kennen. Aus wenigen Minuten Fernsehmaterial destilliert sie Mental Load, Patriarchat und männliche Vorbildfunktion. Dass es sich schlicht um eine zwischen zwei Erwachsenen eingeübte Arbeitsteilung handeln könnte, scheint ihr gar nicht in den Kopf zu kommen. Ebenso wenig, dass Lina Kimmich diese Arbeitsteilung offenbar freiwillig mitträgt und keine Haussklavin ihres Mannes ist. (Mir ist zumindest nicht bekannt, dass hier eine Zwangsehe vorläge.) Sie lebt (nach allem Dafürhalten) finanziell vollkommen abgesichert, wahrscheinlich durch Hauspersonal oder Verwandte mindestens teilentlastet, ohne die Existenzsorgen vieler durchschnittlicher Familien. Von den armen ganz zu schweigen. Ebenso wenig erfährt man, ob die Arbeitsteilung an anderer Stelle gerade umgekehrt aussieht – etwa bei Reparaturen, Gartenarbeiten oder anderen Aufgaben. Hier sollen wohl vor allem altbekannte Deutungsmuster aufgegossen und eine bestimmte Opfergeschichte erzählt werden.

Vielleicht wäre ohnehin die naheliegendere Frage, warum man den inszenierten Wocheneinkauf eines Fußballmillionärs überhaupt als geeignete Quelle gesellschaftlicher Wahrheiten im Allgemeinen oder für die Genderfrage im Speziellen heranzieht. Wenn ein gesunder, erwachsener Mann wirklich nicht allein Käse kaufen kann, ist das armselig. Wenn er es kann und nur so tut, ebenfalls. Aber ebenso töricht ist es, aus ein paar Fernsehminuten eine vollständige Theorie über die Ehe oder gar den Zustand der Gesellschaft abzuleiten.




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Montag, Juni 29, 2026

Beruf des Lehrers immer stärker von Frauen dominiert

1. Eine Auswertung der Neuen Zürcher Zeitung zeigt, dass es zunehmend zu einer Schule ohne Männer kommt, was für Jungen problematisch sein kann.



2. Im Berliner Tagesspiegel (nur im Anriss online) hält es Christoph von Marschall für notwendig, dass die EU Männern aus der Ukraine keinen Zuflucht mehr gewehrt. Die jungen Männer müssten für einen Sieg der Ukraine geopfert werden: "Wer den militärischen Erfolg der Ukraine möchte, darf ihr nicht die kämpfenden Männer vorenthalten und, wenn man es ganz hart formuliert, Beihilfe zum Desertieren leisten."

Für die Berliner "taz" sind Menschenrechte hier wichtiger als für Christoph von Marschall und den Tagesspiegel. Sie bezeichnet den Kurs der EU als eine Bankrotterklärung:

Es ist kaum zu fassen. Während der Krieg mit Russland eskaliert und immer mehr ukrainische Männer nach Europa flüchten, fasst die EU einen Beschluss, der Wehrpflichtige zurück an die Front zwingen soll. Brüssel macht sich zum Vollstreckungsgehilfen der ukrainischen Wehrbehörden.

(…) Damit ist die Jagd auf Kriegsdienstverweigerer und "Fahnenflüchtlinge" eröffnet – mit freundlicher Unterstützung aus Brüssel. Weil der Ukraine die Soldaten ausgehen, wollen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Innenkommissar Magnus Brunner mit einem Verwaltungsakt nachhelfen.

Doch hier geht es um weit mehr als einen Verwaltungsakt. Die EU bricht ein Schutzversprechen, das sie den Ukrainern bisher wie selbstverständlich gewährt hat. Nach dem Geheimtreffen mit den Taliban in Brüssel ist dies bereits der zweite schlimme Tabubruch binnen einer Woche.

Auch diesmal handelt Brüssel auf Druck der Mitgliedstaaten, auch diesmal kommt Deutschland eine unrühmliche Vorreiterrolle zu. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat als Erster mit den Taliban gedealt, und er hat wiederholt gefordert, ukrainische Männer abzuweisen.

Die EU fügt sich aber auch den Wünschen der Ukraine. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Armee monatlich bis zu 34.000 Mann. Das reicht jedoch nicht aus, um die massiven Verluste an der Front auszugleichen. Deshalb wurde nun der Marschbefehl aus Brüssel fällig.

Mit den hehren Prinzipien der EU ist all das nicht zu vereinbaren. Der Europarat hatte noch am Donnerstag davor gewarnt, den Schutz von Flüchtlingen auszuhöhlen – er wurde nicht erhört.




3. Aus Russland wird derweil folgendes berichtet:

In der russischen Region Pensa sorgen Videos mutmaßlicher Rekrutierungsrazzien für Aufsehen. Sie zeigen Männer in Kleinbussen, verzweifelte Angehörige vor Militärkommissariaten und aufgebrachte Passanten, die Uniformierte zur Rede stellen. Die Aufnahmen stehen exemplarisch für ein größeres Problem des Kremls: Russland braucht neue Soldaten für den Ukraine-Krieg, will aber eine neue offene Mobilmachung vermeiden.

Eine der zentralen Aufnahmen führt direkt vor das Militärkommissariat in der Skladskaja-Straße in Pensa. Nach Recherchen des Tagesspiegel sitzen dort mehrere Männer in Zivil in einem weißen Kleinbus, während Frauen vor dem Fahrzeug versuchen, die Abfahrt zu verhindern. Eine von ihnen ruft auf Russisch "Wofür?", eine andere will wissen, ob die Männer ihre Militärverträge freiwillig unterschrieben haben. (…) Genau diese Vorgehensweise bezeichnen Beobachter als Schattenmobilisierung: Männer werden nicht offiziell eingezogen, sondern unter Druck dazu gebracht, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben. Formal gelten sie danach als Freiwillige. Politisch ist das für den Kreml entscheidend, weil dadurch kein neuer Mobilisierungsbefehl nötig wird.

(…) Besonders brisant sind Berichte von Familienangehörigen. Eine Frau sagte Mediazona, ihr Mann sei bereits in das von Russland besetzte Mariupol gebracht worden. Er habe ihr erzählt, man habe ihm neue Dokumente ausgestellt und ihn zum Unterschreiben eines Vertrags gezwungen. Gegenüber Meduza schilderte eine Mutter einen ähnlichen Fall: Ihr Sohn habe sie noch anrufen können und leise gesagt, er werde in die Ukraine gebracht. Auf ihre Frage, warum er unterschrieben habe, habe er geantwortet: "Ich musste."

Wie dieses System funktionieren kann, zeigt ein Fall aus Sursk in der Region Pensa. Mediazona sprach mit dem 51-jährigen Wladimir Podkowyrkin. Er berichtet, Polizisten hätten ihn unter dem Vorwand einer fehlenden Registrierung zum Wehramt gebracht. Dort habe er mehrere Formulare unterschrieben, von denen ihm gesagt worden sei, sie dienten lediglich der Erfassung seiner Daten. Kurz darauf sei ihm eröffnet worden, dass er einen Militärvertrag unterschrieben habe. Noch am selben Tag sei er nach Rostow gebracht und wenig später an die Front geschickt worden.


Einer Schätzung von Anfang Juni zufolge hat Putin bei seinem Überfall auf die Ukraine bislang eine halbe Million eigener Männer in den Tod geschickt.



4. Die Grünen ziehen Konsequenzen aus dem Fall Gelbhaar:

Die Arbeit von Beschwerdestellen soll auf eine einvernehmliche Einigung zwischen den Betroffenen abzielen und keine Sanktionen verhängen können. (…) Eine interne Kommission hatte der Partei vor rund einem Jahr ein vernichtendes Zeugnis für ihren Umgang mit dem Fall Gelbhaar ausgestellt. (…) Das damals genutzte Ombudsverfahren leide "an fehlender innerparteilicher Legitimität, an fehlenden Verfahrensstrukturen und einer fehlenden Verfahrensordnung sowie an erheblichen rechtsstaatlichen Defiziten und Definitionsmängeln", hatte die Kommission festgestellt. Die Nutzung des Ombudsverfahrens für politische Zwecke sei klar erkennbar gewesen. Gelbhaar habe sich nicht erklären und verteidigen können.




5. Colleen Fernandes fürchtet, dass ihr ein "Christian-Ulmen-Ultra" eine Kugel in den Kopf jagt.



6. Nach einem Rückzug der Hauptzeugin wurde eine Vergewaltigungsklage gegen Harvey Weinstein fallengelassen.



7. Die "taz" ist weiterhin entsetzt darüber, dass junge Männer "häufiger rechtsextreme, autoritäre, menschenfeindliche und antifeministische Einstellungen vertreten als junge Frauen." Die Frage, was linke, demokratische und feministische Parteien jungen Männern in den letzten Jahrzehnten gebracht haben, vermeidet der Artikel. Die Antwort wäre auch extrem unangenehm. Stattdessen beklagt der Interviewpartner Nico Mokros: "Gerade auf Social Media wird ja Gleichstellung, eine liberale Einstellung und Feminismus als Schuld an der vermeintlich schlechteren Position von Männern gesehen. Das ist genau die Gefahr. Vor allem, weil Feminismus gerade für die Reflexion von Männlichkeit viele wertvolle Ansätze bietet."



8. Eine von der CSU geplante Vorschrift, die Hochschulen untersagen sollte, von Studenten die Gendersprache in Prüfungen zu verlangen, wurde von den Freien Wählern in letzter Minute blockiert.



9. Die "taz" berichtet über einen weiteren feministischen Triumph: Die Artemis-II-Crew hat einen Mondkrater nach der verstorbenen Frau des Astronauten Reid ­Wiseman benannt. Das verkleinere den Gender-Crater-Gap und damit eine "entsetzliche Lücke".



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Freitag, Juni 26, 2026

"Bei der Benachteiligung von Männern arbeiten Konservative und Feministinnen zusammen"

Viele aus dem konservativen bis rechten Lager behaupten, im Wesentlichen habe der Feminismus zum Leid der Männer beigetragen. Feministinnen hingegen argumentieren, sie hätten Männer von starren Rollenklischees befreit, dank ihrer Weltsicht dürften Männer jetzt zum Beispiel auch Schwäche zeigen oder Anteile ihrer Persönlichkeit ausleben, die früher allein Frauen zugestanden wurden. Beide Lager blenden ihren eigenen Anteil am Problem häufig aus. Ein neuer Diskussionsbeitrag im Reddit-Forum der linken Männerrechtler hat die Benachteiligungen von Männern analysiert und vertritt die These, im Wesentlichen beruhten sie auf dem Zusammenwirken von Feministinnen und Konservativen. Spannend genug, um diese Sicht ins Deutsche zu übersetzen – zumal ich persönlich finde, dass sie den Nagel auf den Kopf trifft.



Die meisten Menschen im linken Spektrum gehen davon aus, dass der Einsatz für Männerrechte automatisch bedeutet, dass man rechts ist.

Dieses Dokument beweist das Gegenteil – mit Daten. Der traditionelle Konservatismus ist selbst eine der Hauptquellen für den Schaden von Männern. Männer, die in die Politik der Republikaner flüchten, weil der Feminismus der sichtbare Feind ist, begehen einen schweren strategischen Fehler. Sie verlassen eine Schadensquelle und rennen direkt in eine andere.

Hier ist die vollständige Aufschlüsselung.

Ich bin 60 dokumentierte Benachteiligungen von Männern durchgegangen und habe jede einzelne nach ihrem ideologischen Ursprung kategorisiert: traditioneller Konservatismus, Feminismus oder beide Ideologien im Zusammenspiel.

Die Ergebnisse:

* Nur traditioneller Konservatismus: 9 Probleme (15 %)

* Nur Feminismus: 23 Probleme (38 %)

* Beide Ideologien zusammen: 28 Probleme (47 %)

In der 47-%-Spalte "Beide" befinden sich die tödlichsten Probleme. Schauen Sie sich an, was darin enthalten ist, bevor Sie eine politische Schlussfolgerung ziehen.

Was der traditionelle Konservatismus aufgebaut hat:

Dies ist der Teil, den die meisten linken Diskussionen über Männerthemen korrekt identifizieren – aber selten vollständig dokumentieren.

* Konditionierung zu "Sei ein Mann!" / "Reiß dich zusammen" / Stoizismus: Emotionen = Schwäche = beschämend. Dies ist die direkte kulturelle Ursache dafür, dass Männer psychologische Hilfe meiden. Das kam nicht vom Feminismus. Es entstand aus einer jahrhundertealten konservativen Männlichkeitsideologie. [Jordan Peterson und Andrew Tate arbeiten auf dieser Schiene. -A.H.]

* Die Doktrin der männlichen Opferbereitschaft/Entsorgbarkeit: Das Leben von Männern wird als Systemmerkmal unter das von Frauen und Kindern eingestuft. "Frauen und Kinder zuerst" ist viktorianische Ritterlichkeit – keine feministische Politik.

* Die Beschneidung von männlichen Säuglingen: Religiöse und kulturelle Traditionen setzen sich über die körperliche Autonomie hinweg. Keine ernstzunehmende konservative Bewegung stellt dies infrage.

* "Man schlägt keine Frau, selbst nicht zur Selbstverteidigung": Ritterlichkeit nimmt Männern das Recht, sich gegen weibliche Gewalt zu verteidigen, und stellt diesen Entzug dann als Tugend dar.

Wo der Feminismus sein eigenes Versprechen gebrochen hat:

Der Feminismus hat ausdrücklich Gleichberechtigung versprochen. Dieses Versprechen wurde selektiv eingehalten.

* Das Duluth-Modell [zur Bekämpfung häuslicher Gewalt] definiert Männer rechtlich immer als Täter und Frauen immer als Opfer – die Entwicklerin Ellen Pence baute es auf der "Patriarchatstheorie" auf, nicht auf Beweisen darüber, wie Gewalt tatsächlich abläuft.

* Die VAWA-Finanzierung (Violence Against Women Act) wurde durch feministische Lobbyarbeit explizit geschlechtsspezifisch gestaltet – männliche Opfer häuslicher Gewalt sind von staatlich finanzierten Frauenhäusern rechtlich ausgeschlossen.

* Murray Straus, der Forscher, der dokumentierte, dass häusliche Gewalt bidirektional ist, wurde von feministischen Akademikern beruflich zum Schweigen gebracht und angegriffen, weil er Daten veröffentlichte, die dem ideologischen Rahmen widersprachen.

* Erin Pizzey gründete das weltweit erste Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt und versuchte, es auch für männliche Opfer zu öffnen. Feministische Aktivistinnen schickten ihr Todesdrohungen.

* Claudia Goldins Nobelpreis-Forschung bestätigte, dass das Lohngefälle verschwindet, wenn die geleisteten Arbeitsstunden gleich sind – Feministinnen forderten gleichen Lohn für ungleiche Leistung und bezeichneten jede Erwähnung des Produktivitätsunterschieds als "Frauenfeindlichkeit".

Was beide zusammen aufgebaut haben – die Probleme mit Todesfolge:

Dies sind keine Scharmützel im Kulturkampf. Hier geht es um Todesfälle und zerstörte Leben.

* Die Suizidrate bei Männern ist 3,5- bis 4,5-mal höher als bei Frauen: Der traditionelle Konservative sagt, Männer bitten nicht um Hilfe. Die feministische Finanzierung der psychischen Gesundheit priorisiert Frauen. Männer sterben in aller Stille, während keine der beiden Seiten dies als politische Priorität behandelt.

* 93 % der Todesfälle am Arbeitsplatz betreffen Männer: Der traditionelle Konservatismus hat das System "Männer machen gefährliche Jobs" aufgebaut. Der Feminismus kampagnierte für Gleichberechtigung in den Vorstandsetagen und forderte kein einziges Mal Gleichberechtigung im Bergbau, in der Forstwirtschaft, der Fischerei oder im Dachdeckerhandwerk.

* 70–85 % der Obdachlosen sind Männer: Der traditionelle Konservative sagt, Männer müssen autark sein. Die feministische Heimgesetzgebung priorisiert explizit Frauen und Kinder. Alleinstehende Männer kommen an letzter Stelle.

* Männer erhalten für identische Verbrechen 63 % längere Gefängnisstrafen: Der traditionelle Konservatismus stellt Männer als voll verantwortliche moralische Akteure dar. Feministische Interessenvertretung fordert Strafmilderung für Frauen. Beide Ansätze führen zu demselben ungerechten Ergebnis.

* Die Kluft bei der Lebenserwartung: Männer sterben 5–7 Jahre früher – ohne dass es auch nur ansatzweise eine politische und finanzielle Infrastruktur gäbe, wie sie für die Gesundheit von Frauen existiert.

* Selective Service (Wehrpflichtregistrierung in den USA): Nur für Männer, Gefängnis bei Verweigerung: Der traditionelle Konservatismus schuf die Wehrpflicht nur für Männer, und feministische Organisationen kämpften aktiv dafür, dass dies so bleibt.

Das Muster:

Der traditionelle Konservatismus hat die männliche Opferbereitschaft als Systemmerkmal eingebaut. Der Feminismus hat dieses System übernommen, jeden Teil behalten, der Frauen nützt, und nur die Teile abgebaut, die Frauen einschränkten.

Der traditionelle Konservatismus hat den Käfig gebaut. Der Feminismus hätte das Schloss aufbrechen müssen – sie haben Gleichberechtigung versprochen. Stattdessen haben sie das Schloss behalten und den Schlüssel für sich selbst genommen.

Die tödlichsten Antimänner-Ressentiments sind fast immer die, bei denen beide Ideologien übereinstimmen und sich gegenseitig verstärken. Deshalb fühlen sich diese Probleme unlösbar an – man kämpft gleichzeitig gegen ein Tag-Team aus der Rechten und der Linken.

Die politische Schlussfolgerung:

Männer haben keine Partei, die ihre Interessen wirklich vertritt.

* Die Republikaner zelebrieren die männliche Opferbereitschaft – "Reiß dich zusammen" ist ihre kulturelle Marke. Sie haben die Regierung mehrfach kontrolliert und den Selective Service nie angerührt, das Schuldgefängnis für Kindesunterhalt nie reformiert und die Suizidkluft bei Männern nie als politische Priorität behandelt.

* Die Demokraten kontrollieren die psychosoziale Versorgung, die Bildungspolitik und die Finanzierung von Hilfen bei häuslicher Gewalt – all das schließt Männer systematisch aus oder depriorisiert sie. Die Linke hatte Jahrzehnte Zeit, das Duluth-Modell, die geschlechtsspezifischen Ausschlüsse des VAWA und die Obdachlosigkeitskrise von Männern zu beheben. Sie hat es nicht getan.

Männerrechte sind keine konservative Angelegenheit. Aber sie sind auch keine Angelegenheit der Demokraten. Der erste Schritt besteht darin, sich weigern so zu tun, als sei eine der beiden Parteien ein Verbündeter, wenn die Beweise das Gegenteil besagen.


Darauf folgt ein Link zu einer Aufschlüsselung von sechzig Benachteiligungen, die Männer erleiden und ihrer Zuordnung zu ihrer Ursache im politischen Spektrum.

Darunter wird der Beitrag von anderen Reddit-Besuchern diskutiert.



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