"Männer neu sehen lernen"
Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen liegt die erste Amazon-Rezension von "Befreiungsbewegung für Männer" vor.
Labels: Bücher, Männerrechtsbewegung, Niersteiner Sieben
Genderama ist das Blog des linksliberalen Flügels der antisexistischen Männerbewegung (Maskulismus). Es wird von Arne Hoffmann betrieben. Arne Hoffmann ist Mitglied von MANNdat.
WER NUR FEMINIST UND NICHT ZUGLEICH AUCH MASKULIST IST, BETRACHTET DIE WELT MIT NUR EINEM GEÖFFNETEN AUGE.
Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen liegt die erste Amazon-Rezension von "Befreiungsbewegung für Männer" vor.
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Der Aufruf "Rettet unsere Söhne" nimmt in der heute erscheinenden aktuellen Ausgabe des P.T.-Magazins für den deutschen Mittelstand fast das gesamte Cover ein. In dem ausführlichen Artikel dazu wird mein Buch zu diesem Thema mit Nachdruck empfohlen, und auch einige Zitate von Kommentatoren dieses Blogs sind in den Beitrag eingegangen. Die Onlinefassung des Artikels findet man hier.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, Jungen
Wenn man sich das Ranking des Buches bei Amazon anschaut, gewinnt man leicht den Eindruck, es laufe überhaupt nicht. Tatsächlich meldet der Verlag gerade, dass die Startauflage seit Montag vergriffen ist. Da es sich um ein Wissenschaftsbuch handelt, darf man sich die Startauflage zwar nicht im fünfstelligen Bereich vorstellen, aber das Benchmark dieser Anthologie sind natürlich andere Wissenschaftsbücher. Und hierzu berichtet der Verlag, dass ein Abverkauf der ersten Auflage innerhalb von zwei Monaten noch bei keinem anderen Buch dieser Art vorgekommen sei. Offenbar habe man mit diesem Werk den Zeitgeist getroffen. Ab Ende Juni geht's in die zweite Auflage, davon abgesehen sind für die nächsten Monate noch einige Aktionen geplant.
Labels: Bücher, Männerrechtsbewegung, Niersteiner Sieben
A recent academic study confirmed that men - particularly fathers - are under-represented in almost all children's books. And when they do appear (...) they are often withdrawn, or obsessed with themselves, or just utterly ineffectual. (…)
And something else began to strike me as I looked at these stories - the stories I use to introduce my son to the ways of the world. Not only were they full of bad male stereotypes - deadbeat dads, absent fathers, idiots, wimps and fools - but I have been totally colluding with them. It didn't bother me at all. Until I started to think about it, it had seemed normal to me.
(…) And it just so happens that these people, in these stories, are male. It just so happens that it wouldn't seem right, to me, if these malign, foolish or weak people were female. Somehow, they have to be male. And symbols of male inadequacy are so deeply embedded in other parts of our culture. So much so, in fact, that nobody notices it any more.
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In einem aktuellen Fall scheiterte der Versuch, Jungen durch ein Thema zum Lesen zu bringen, das sie interessiert, nicht an den Lehrerinnen, sondern an den Eltern: Sexualität war als Thema nicht genehm. Demnach stehen die Sterne offenbar schlecht, meinen Ratgeber "Onanieren für Profis" bundesweit an unseren Schulen verteilen zu lassen. Schade.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, Jungen, Sex
Das Buch "Befreiungsbewegung für Männer", das ich hier bereits vorgestellt hatte, ist inzwischen im Buchhandel erschienen. BOL, Libri, Thalia usw. haben es ab sofort lieferbar, Amazon innerhalb von vier bis fünf Tagen.
»Lass dich als junge Frau nicht klein machen, denn in dir schlummert so viel, was du entfalten kannst. Sei fordernd.« Ein Satz, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Eine fast schon klassisch anmutende Äußerung aus der Mädchenförderung, sagen wir: aus dem Jahre 1975? Falsch. Die zitierte Botschaft stammt aus dem Juli 2008 und aus dem Munde der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (2008).
Seit Jahrzehnten hören wir in unserer demokratisch verfassten, westlich-pluralistischen Industriegesellschaft solche Sätze. Packen wir den scheinbar schlichten Satz auf die ideologiekritische Goldwaage und gehen wir seine Teilbotschaften Stück für Stück durch.
Die Suggestion, dass junge Frauen in diesem Lande »klein gemacht« würden, ist objektiv falsch. In der Regel werden Mädchen und junge Frauen »groß« gemacht und geredet, sie werden unterstützt, gefördert, wertgeschätzt und anerkannt, per se sogar oft – konnotiert mit dem Wunderglauben, der sich ans Weibliche heftet – für die einzige Inkarnation von lebenswerter Zukunft gehalten. In den jungen Frauen »schlummert« tatsächlich viel, das steht absolut fest, allerdings in etwa genauso viel wie in den meisten Jungs und jungen Männern, denen dies jedoch niemand sagt; schon gar nicht in solch motivierender Ansprache und in der Zielrichtung, die eigenen oder die eingebildeten Grenzen ihrer Geschlechterrolle zu überwinden. Zu »entfalten« gibt es ebenfalls sehr viel, allerdings wiederholt sich hier das selektive Unterstützungsprinzip: Bei beiden Geschlechtern gäbe es viel zu entfalten, angesprochen dazu wird aber nur eins. »Sei fordernd!« schließlich muss man den Frauen innerhalb wie außerhalb der Frauenbewegung seit den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts nun wirklich nicht mehr sagen oder raten. Fordern tun sie ohne Unterbrechung. Sie fordern etwas von der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft, den Medien, den Bildungsinstitutionen, vor allem aber von den Männern.
Wer so viele Jahrzehnte immer wieder neue, einseitige Forderungen aussendet, könnte entweder a) eine entspannte Zufriedenheit entwickeln ob des Erreichten und mit dem Fordern aufhören oder b) endlich Zeit finden, sich zu wundern, warum dies alles eigentlich ein Geschlechtermonolog ist. Warum Männer dazu schweigen, sich den Mund entweder selbst verboten haben oder ihn sich haben erstaunlich fest verschließen lassen. Und warum sie sich quasi alles abfordern, alles bieten lassen. Und schweigen.
Was bedeutet dieses Schweigen? Sind Männer in dieser Gesellschaft einfach einsichtig und daher gefasst? Sind sie still, weil schuldbewusst? Sind sie fantasielos und daher intellektuell weitgehend unfähig, der Debatte zu folgen? Sind sie überzeugt vom Gehörten und stimmen daher generell zu? Sind sie tief beschämt und bekommen kein Wort heraus? Sind sie überzeugt, dass die Frauen Recht haben? Sind sie froh, dass die Sache mit der Emanzipation überhaupt mal jemand in die Hand genommen hat? Gehen sie davon aus, dass bei dieser Gelegenheit auch für sie selbst etwas herausspringt? Denken sie also, dass die Frauenbewegung sie letztendlich, wie nebenbei, einfach mitbefreien wird, wenn sie nur die ganze bittere Zeit über schön stillhalten, über das eigene Geschlecht ebenfalls verächtlich witzeln und allen Behauptungen und Forderungen zustimmen?
Was immer stimmen mag: Die Summe der Motivationen und Hintergründe verschließt den männlichen Mund nur umso fester. Wenn sich ein männlicher Mund öffnet, dann um die gängigen Beschreibungen zur Lage der Frau, wie sie seit rund 40 Jahren im öffentlichen Bewusstsein etabliert wurden, zu bestätigen. Der Feminist ist der erlaubte Mann. Er etablierte sich endgültig in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Er sitzt heute meist bequem. Aus Solidarität und Hyperidentifikation hat er die eigene Ratio außer Betrieb gesetzt. Er vertritt die Frauenbewegung quasi von außen, als Mann. Und es sind viele Männer, die nach dem Munde reden. Nach dem Munde einer hegemonialen, die einfache Wahrnehmung und das umfassendere Bewusstsein lenkenden Weltanschauung, die als Bewegung der Frauen begann und sich heute im organisatorisch durchgegliederten feministischen Netzwerk des »Gender Mainstreaming« in Allgegenwart übt. Der Feminist ist aber keineswegs bösartig, er ist nur faul. Er hat eine plausibel erscheinende Interpretation von Wahrheit und Wirklichkeit übernommen. Akzeptiert. Verinnerlicht. Die frauenbewegte Frau ist selbstverständlich für den akuten Stand des Geschlechtermonologs im Feminismus, der Feminist als domestizierter Mann jedoch markiert seinen letztendlichen Totalerfolg. Die Frauenbewegung hat sich mit seinem massenhaften Auftreten zu Tode gesiegt.
An diesem äußerst interessanten und produktiven Punkt der sozio- und psychohistorischen Entwicklung der Moderne befinden wir uns heute. Wenn Männer einen Feministen hören – und diese prägen inzwischen fast ausnahmslos die Verwaltungen, die Stadträte, die Parlamentarier und Parteiaktivisten aller Färbungen –, wissen sie sich endgültig auf verlorenem Posten. Endgültig unverstanden. Mithin ist dies der Soll-Zeitpunkt für eine Männerbewegung, die die Frauenbewegung notwendig ergänzt und unbedingt korrigiert. Männer müssen heraus aus den Zwangsjacken ihres Rollendenkens und -handelns. Sie müssen ihren demütigen, permanent um Verzeihung bittenden Dackelblick vom Gesicht nehmen. Und da ihnen dabei Frauen nicht helfen – anders als der Feminist insgeheim hofft –, müssen sie sich ihres Dackelblicks und ihrer diversen Zwangsjacken schon selbst entledigen. Zunächst einmal aber muss man Letztere als solche erkennen. (…)
Nehmen wir Deutschland als Pars pro Toto, sehen wir in einige problematische Felder des Gesellschaftlichen hinein. Vorab: In keinem System auf diesem Planeten lebt die Unterdrückte, die Benachteiligte und Verfolgte sechs bis sieben Jahre länger als der Unterdrücker. Das Pseudo-Patriarchat offeriert also eine erkleckliche Anzahl an versteckten Gewinnen für Frauen.
Gar nicht versteckt waren und sind dagegen die für Männer gut spürbaren Schattenseiten dieser gesellschaftlichen Organisation. Sie sind im Grunde ganz einfach ablesbar. Wenn man will. Auch in diesem Land. Von der geringeren Lebenserwartung mal ganz abgesehen: Männer stellen die große Mehrheit der Obdachlosen. Männer üben auch in diesem Lande die gefährlichsten und unattraktivsten Berufe aus, die meisten davon ohne jede Aufstiegschance. Männer erleiden die allermeisten Berufsunfälle bis hin zur Invalidität. Männer treffen in Sachen medizinischer Versorgung auf deutlich weniger Forschung, Betreuung und Angebote; von AIDS sind Männer beispielsweise viermal häufiger betroffen als Frauen. Männer bilden eindeutig die größte Gruppe der Kriminalitätsopfer: Sie stellen den Löwenanteil der Opfer im außerhäuslichen Bereich, zu gut der Hälfte im Bereich der häuslichen Gewalt. Männer lassen sich immer noch zu Soldaten abrichten und als entmenschtes, weil fremdbestimmtes Werkzeug gebrauchen. Und: Männer begehen in jeder Altersgruppe, vom jüngsten bis zum ältesten Vertreter des Geschlechts, wesentlich häufiger Suizid. Simple Frage: Greift man zu diesem allerletzten Mittel, der gewaltsamen Beendigung des eigenen Lebens, wenn man die große Gewinnerkarte gezogen hat, wenn man zu denen gehört, die die Macht besitzen, die allseits profitieren und von der Wiege bis zur Bahre bevorteilt sind?
Die Macht des institutionalisierten Feminismus zeigt sich, unter anderem, an der Tatsache, dass diese und ähnliche Fragen seit Jahrzehnten nicht zum großen Gesellschaftsthema werden dürfen. (…)
Die Männerbewegung ist eine überfällige weltanschauliche Korrektur. Sie wird sich als Korrektiv der Frauenbewegung verstehen, sollte sich darüber hinaus aber unbedingt dem ganzheitlichen Fortschritt verschreiben. Die Tempi der Emanzipationen müssen synchronisiert werden. Der Emanzipationsfortschritt ist gleichzeitig lebbar und organisierbar für Männer wie Frauen. Das Niveau der Aktionen beider Geschlechter ist wie die Interaktion zwischen ihnen jedoch dringlich auf eine neue Verständigungsebene zu heben. An einer so offenen wie offensiven Interessenvertretung der Männer führt dabei kein vernünftiger Weg vorbei.
Schließlich wollen wir bald auch solche Sätze hören: Lass dich als jungen Mann nicht klein machen, denn es schlummert so viel in dir, was du entfalten kannst! Sei fordernd!
Labels: Bücher, Femokratie, Männerrechtsbewegung
Die Deutsche Kommunistische Partei ist bereits über die im Vergleich zu feministischen Titeln sehr überschaubare Zahl männerpolitischer Bücher alles andere als begeistert. Die Männerrechtsbewegung, so Julia Sastra, ist nämlich ein U-Boot des Kapitalismus:
Alle Bücher verfolgen dasselbe Ziel: Die Diskreditierung aufklärerischer, emanzipatorischer und feministischer Ideen, Errungenschaften und Forderungen, um eigene Privilegien zu sichern und auszubauen. Während die Autorinnen dafür Gleichberechtigung gern als Privatsache vorführen, anstatt als Daseinsform, die grundlegend andere gesellschaftliche Verhältnisse erfordert, erfanden Autoren die "Männerkrise", um gegen eine brutal "feminisierte Gesellschaft" vorzugehen, die sie zu Opfern macht. Respektive zu Schweinen und Ungeziefer. (…) Natürlich häuft sich das kühl kalkulierte Wolfsgeheul nicht zufällig gerade jetzt: Phasen verschärfter Verteilungskämpfe um Arbeitsplätze und massive Streichungen im Bildungs-, Sozial-, und Gesundheitsbereich sind Phasen konservativer Geschlechterpolitik. In ihnen werden errungene feministische Positionen als "politisch korrekter" Nonsens lächerlich gemacht und als überzogene Paragraphenreiterei entlarvt, um Frauen daran zu erinnern, was ihre "natürlichen" Aufgaben sind. (…) Je häufiger die Ideologieproduzenten die "Männerkrise" beschwören und als Ursache nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem und dessen unmenschliche Zwänge nennen, sondern auf Gleichberechtigung bestehende Frauen, desto schneller verlieren diese und ihre Vorstellungen in der Öffentlichkeit an Sympathie.
Labels: Bücher, Feminismus, Linksextremismus, Rettet unsere Söhne, Walter Hollstein
Genderama-Leser Bernhard mailt mir zu meinem aktuellen Buch "Rettet unsere Söhne":
Als erstes fiel mir auf, daß das Buch relativ schlank ist, was ich sehr gut fand. Auch das Cover gefällt mir gut, obwohl es irgendwie etwas mainstreaming rüberkommt, anders als bei Deinen anderen Büchern.
Wie bei Dir gewohnt, wird das, was behauptet wird, auch belegt. Leider ist die Suche nach den Quellen hinten im Buch recht nervig, da die Quellen nicht fortlaufend numeriert sind, sondern nur jeweils innerhalb des jeweiligen Kapitels.
Äußerst prima fand ich, daß Du nicht nur auf die Benachteiligung von Jungen hinweist, sondern durchgehend auch auf die Benachteiligung von Männern. Jemand, der das Buch eigentlich nur kaufte, um sich über die Benachteiligung von Jungen zu informieren, wird so auch für die Benachteiligung von Männern sensibilisiert. Ein prima Schachzug, damit hatte ich nicht gerechnet.
Das Buch ist flüssig geschrieben, man kann es problemlos durchlesen. Inhaltlich ist alles drin, wobei dem regelmäßigen Genderama-Leser natürlich einige Passagen bekannt vorkommen. Höchst treffend fand ich auch die eingestreuten Zitate der Männer.
Folgende Ergänzungen hätte ich noch:
- Da Du auch auf PAS zu sprechen kommst, wäre ein Hinweis darauf angebracht gewesen, daß PAS in Deutschland offiziell ignoriert wird. Die Frauenministerin rät sogar den Anwalt einzuschalten, wenn eine Alleinerziehende mit PAS konfrontiert wird.
- Die Tätigkeit des Hausmanns wird im Buch recht negativ dargestellt, vermutlich zurecht, wenn man den entsprechenden Studien Glauben schenkt. Es wird jedoch vergessen, daß der Hausmann eine ganz neue Wahlfreiheit mit sich bringt. Als betreuender Hausmann hat man die Möglichkeit, quasi jederzeit aus einer Beziehung auszubrechen, als Hauptbezugsperson das Kind mitzunehmen und seine Unterhaltsansprüche geltend zu machen. Gerade wenn die Partnerin durch ihren Vollzeit-Ernährerjob vorzeitig altert, muß diese Möglichkeit nicht die schlechteste sein. ;-) Ansprüche sammeln, statt den Alleinverdiener zu geben, kann also auch ein attraktives Rollenmodell für Männer sein.
- Ein Widerspruch ist mir aufgefallen, als es um die Forderung nach mehr männlichem Personal im sozialen Bereich ging. Einerseits wird dies von Dir gefordert, hinten beim 10-Punkte-Plan, andererseits wird dies von Dir kritisiert, weil die Macherinnen von "Neue Wege für Jungs" dies den Jungs dort anbieten. Natürlich ist "Neue Wege für Jungs" eine komplette Frechheit, aber als Leser fragt man sich dann schon: Will er jetzt männliches Personal im sozialen Bereich oder doch nicht?
Als Laie, der sich über spezifische Benachteiligung von Jungen bisher nur über Genderama und MANNdat eingelesen hat, bin ich vom Buch wirklich sehr angetan.
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit diesem Buch. Bei Amazon schwankt es seltsamerweise irgendwo zwischen Rang 2.000 und 12.000.
Labels: Beruf, Bücher, Lebensplanung, Rettet unsere Söhne, Rollenmodelle, Sorgerecht
"Das Thema Schulbücher ist hochinteressant", schreibt mir ein Leser zum Genderama-Beitrag von heute morgen und hat dazu auch etwas beizutragen:
Vor ein paar Jahren ging ich mit einem guten Freund über die Lehrmittelmesse Didacta in Köln. Wir griffen mehr oder weniger wahllos Schulbücher im Bereich Deutsch, Gesellschaftslehre, Geschichte, Politik etc. heraus und suchten nach feministischen Inhalten.
Kein Problem, da fündig zu werden. Das Gruseligste, an das ich mich erinnere, war die Schilderung einer kleinen verborgenen Gegend in China, die matriarchalisch geprägt war. Das wurde in den schillendsten Farben beschrieben, und die Schüler wurden dazu aufgefordert, Vergleiche mit den ihnen bekannten Gesellschaften und Staaten zu ziehen. Offenkundig war, welches Resultat erwartet wurde: Die "Herrschafts"form des Matriarchats sollte als besonders menschlich, friedliebend, herrschaftsfrei etc. herausgearbeitet werden.
Doch finden sich ideologische Spuren nicht nur da, wo man sie erwartet. Ich habe über dieses Thema auch einmal mit einem pensionierten Mathematiklehrer gesprochen, dem es auf die Nerven ging, dass in modernen Mathebücher etwa bei Textaufgaben allzeit die Mädchen die richtigen Lösungen bereitstellten, während Jungs immer danebentölpelten bzw. sich sonstwie lächerlich machten. Etwa in dieser Art:
"Peter, Anna und Jörg errechnen den prozentualen Anteil einer Person an ...Welcher Lösungsweg und welche Lösung sind richtig? Rechne und begründe."
Selbstverständlich kommt zum Schluss heraus, dass Annas Lösung richtig ist. In dieser Weise geht es in den aktuellen Schulbüchern weiter - mit System.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, Jungen, Mädchen, Rettet unsere Söhne
Besonders interessante Post habe ich am Wochenende von einem Leser erhalten, der beruflich mit Schulbüchern zu tun hat. Seinem Brief an mich legte er eines dieser Bücher bei, bei dem er verschiedene Stellen bereits mit Post-Its markiert hatte. Die entsprechenden Passagen wirken wie aus einer feministischen Broschüre herausgegriffen: Ich weiß sofort, welche Antworten auf die dort abgedruckten Fragen und Aufgaben erwartet werden, damit man eine gute Note bekommt, ich könnte sehr gut begründet erklären, warum die erwartete Antwort nicht stichhaltig ist, und ich weiß auch, dass letzeres meine Lehrerinnen nicht interessieren und ich mir damit nur die Note versauen würde. So ungefähr stelle ich mir die Schulbücher der DDR vor, wenn es um das Thema "Sozialismus" ging. In dem Brief an mich schreibt mir mein Leser folgendes:
Schulbücher sind nicht frei in ihren Inhalten - im Gegenteil, sie sind schon immer ein Bestandteil staatlicher Meinungskontrolle gewesen. Tatsächlich sind Schulbuchzulassungen in Baden-Württemberg etwas, mit dem ich mich berufsmäßig herumschlagen muss. Nun müssen Schulbücher tatsächlich, um zugelassen zu werden oder um die pauschale Zulassung nicht zu verlieren, die Geschlechtergleichheit (sic!) propagieren. Bei uns heißt das, für jeden Beruf (Berufsschulverlag) muss eine weibliche Form erwähnt werden, bei der Bildauswahl ist darauf zu achten, dass Frauen mit abgebildet werden, im Text haben Frauen vorzukommen etc. Das ist natürlich zum Teil grob verfälschend, was man auch daran sieht, dass selbst über Bildagenturen Fotos mit Frauen am Hochofen, am Elektrotechnikarbeitsplatz etc. schwer bis gar nicht zu bekommen sind. Umgekehrt ist es ganz anders. So ist in manchen der Schulbücher für Arzthelferinnen etc. kein einziger Mann abgebildet. Auch von Arzthelfern oder dem Medizinischen Fachangestellten ist nicht die Rede. Geschlechtergleichheit ist in den Augen des Ministeriums nur eine sehr einseitige Sache.
Das heißt aber auch, dass man weder als Lektor noch als Autor frei ist, geschlechtsbezogene Themen wertfrei oder konträr darzustellen, was bei vielen Autoren schon zur Schere im Kopf führt. So ist es sehr schwer, die Lohnlüge z. B. nicht in einem Wirtschaftskundebuch und die Diskriminierung der Frau nicht in Gemeinschafts- bzw. Sozialkunde dargestellt zu finden. Nur wenige wollen das dann auch in den Fragen bzw. Diskussionsgrundlagen hinterfragt haben.
Das führt dann dazu, dass Jungen viele, längst widerlegte feministische Themen als Lern- und Übungsstoff haben, sie als Schulwahrheit schon seit Primanerzeiten gelehrt bekommen. Eine fast die ganze Jugendzeit währende Indoktrination: Frauen werden benachteiligt, Männer unterdrücken Frauen, Frauen sind wertvoller als Männer, traditionelle Väter sind passiv etc.. Das alles ist Prüfungsstoff, wie Sie an dem beigelegten Prüfungsbuch belegt finden. Es sind Originalprüfungsaufgaben für junge erwachsene Berufsschüler im Fach Gemeinschaftskunde. Das bedeutet, dieses „Wissen“ muss gelernt werden, verinnerlicht, der Interpretationsrahmen ist vorgegeben, etwa Frauen in Führungspositionen (wenn z. B. Gesetze aus verschiedenen Jahren gegenüber gestellt werden – ohne den Sinn dieser Gesetze zu prüfen). Dies können Sie anhand der Antworten im beigelegten Buch leicht feststellen.
Und das ist nur ein Buch zur Prüfungsvorbereitung, kein Lehrbuch, kein Lehrerhandbuch. Jungendliche und Kinder wollen Orientierung, wollen nicht immer hinterfragen, was richtig und falsch ist. Und so ist der Schulstoff für sie auch ein Teil ihrer Identitätsfindung und auch der sozialen Integration – da stört eine eigene Meinung nur. Mein Sohn hat früher öfter berichtet, dass er als Junge schlechter behandelt wurde als die Mädchen (was meine Tochter auch für ihre Schule berichtete). Heute, mit 16 Jahren, sieht er das als gerecht an, dass Mädchen bevorzugt werden – Männer seien halt aggressiver, gewalttätiger, hätten die Frauen unterdrückt und würden sie noch unterdrücken etc. Schlimm aber ist, dass er darüber nicht diskutieren will, weder mit mir noch mit den Lehrern. Er will, dass es stimmt, weil er jede andere Meinung umständlich begründen muss und weil er die Themen doch lernen muss. Er will nicht wissen, dass vieles, was er lernt, Unfug ist, weil dies natürlich auch alles andere, was gelernt wurde, in Frage stellt. Und damit entfremden sich junge Menschen auch der Familie, wenn dort eben andere Meinungen vorherrschen. Wenn nicht, gehört die Propaganda auch zu dem, was im familiären Rahmen heruntergebetet wird.
Es ist für mich nicht erstaunlich, dass junge Männer irgendwann ganz aus der Gesellschaft ausbrechen und auch nicht mehr lernen, mit ihrer Männlichkeit umzugehen.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, feministische Propaganda, Jungen, Misandrie, Rettet unsere Söhne
In einem ausführlichen Artikel Miriam Hollsteins, der vor einer halben Stunde online gegangen ist, heißt es:
Jungen sind die Verlierer unseres Bildungssystems. Zu diesem Schluss kommt auch der Germanist Arne Hoffmann in seinem neuen Buch „Rettet unsere Söhne“. Schon im Kindergarten kämen die Bedürfnisse von Jungen zu kurz. Auch in der Grundschule würden Mädchen vom überwiegend weiblichen Erziehungspersonal ständig bevorzugt. Von einer „Feminisierung der Schule“ spricht Hoffmann. Sie sei Folge „eines überbordenden Feminismus“, der in seinem Ziel, die Rechte der Frauen zu stärken, die Anliegen der Männer in gefährlichem Maße ignoriert habe. Werde diese Entwicklung nicht gestoppt, wachse eine Generation von männlichen Bildungsversagern heran.
Hoffmanns These ist nicht ganz neu. Vor knapp zwanzig Jahre erschien das Buch „Kleine Helden in Not“, von Dieter Schnack und Rainer Neutzling, das erstmals darauf hinwies, dass im Zuge der Frauenförderung die Jungen aus dem Blick geraten waren. Inzwischen ist eine Reihe von Büchern erschienen („Die Jungenkatastrophe“, „Jungen in der Krise“ und „Kleine Jungs – große Not“), die alle zu demselben Schluss kommen: Jungen werden in unserem System benachteiligt.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, Jungen, Rettet unsere Söhne, Walter Hollstein
Mein neuestes Buch "Rettet unsere Söhne" ist ab heute bei Amazon zu haben – einen Tag, bevor es in den regulären Buchhandel geht.
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Seit heute morgen kündigt der inzwischen zum Hause Piper gehörende Pendo-Verlag mein nächstes Buch "Rettet unsere Söhne" an. Wie sein Untertitel verrät, erklärt es, "Wie unseren Jungs die Zukunft verbaut wird und was wir dagegen tun können". Auf der Website des Verlages heißt es in einer Kurzvorstellung:
Unsere Jungen sind zum Problemfall geworden. Sie führen die Liste der Schulabbrecher, Arbeitslosen und sozial Auffälligen an. Das ist weder Zufall noch die Schuld männlicher Gene, sagt Arne Hoffmann. Sondern das schwerwiegende Versäumnis eines Systems, das seit Langem und wissentlich Mädchen auf Kosten der Jungen fördert. Ein provokantes, streitbares und dringend notwendiges Plädoyer für wahre Gleichberechtigung.
»Jungs sind dumm« ist nicht nur eine beliebte T-Shirt-Aufschrift, sondern die Haltung, mit der unser Land einer gesamten Generation von Jungen gegenübertritt. Mit erschreckender Klarsicht führt Arne Hoffmann vor, wie die Pädagogik und Politik die offene Diskriminierung unserer Jungen zulassen. Dass nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen die Zukunft unseres Landes sind, wird dabei vergessen. Ein in seiner Polemik ehrliches, nicht frauenfeindliches, sondern jungenfreundliches Buch über die Schattenseiten des Gleichberechtigungswahns, die auszusprechen in unserer Gesellschaft fast schon einem Tabu gleichkommt.
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Der Psychosozial-Verlag (ein anerkannter Wissenschaftsverlag) kündigt für Februar 2009 das von Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla herausgegebene Buch "Befreiungsbewegung für Männer. Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie" mit folgendem Text an:
Dieses Buch untersucht das feministische Zeitalter und liefert Ausblicke und Vorschläge für die Ära danach. Gleichverpflichtung, Gleichbehandlung und Gleichwertigkeit beider Geschlechter müssen das Ziel sein. Damit führt auch an einer offenen wie offensiven Interessenvertretung der Männer kein Weg vorbei. Eine große Rolle spielen Themen wie die Stellung des Mannes in der Familie, Gewalterfahrungen, Diskriminierung, Gesundheit und Sterblichkeit, Männerpolitik, Emotionen und traditionelle Männlichkeit.
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"Was ist ein gelöstes Problem? Ein Mann in Salzsäure!"
Männer sind gefährlich! Sexbesessen, gewaltverherrlichend und blöde! In ihrer kindlichen Zerstörungswut stellen sie die größte zivilisatorische Katastrophe dar, die unser friedliches Einkaufsparadies Deutschland bedroht. Schön, dass sie in ihre Schranken gewiesen werden, die Dreckskerle! Allzu viel ist eh nicht mehr von ihnen übrig. Die einstigen Helden, herabgestiegen zu Dienstleistern! Die ehemaligen Patriarchen, nunmehr zu Sitzpinklern verkommen! Die stolzen Krieger, jetzt nur noch nutzlose Geburtsbeisitzer!
Gut so! Männer müssen lernen, sich anständig zu benehmen. Und wenn sie nicht hören wollen, muss man ihnen einfach mal eine scheuern.
Männer muss man hau'n, dann sind sie gut zu Frau'n!
Das ZDF-Magazin "Aspekte" beschäftigte sich gestern abend eingehend mit dem bereits auf Genderama vorgestellten Buch "Die Männlichkeitslücke" Andreas Gößlings. Hier kann man den Inhalt des Beitrages nachlesen.
Labels: Bücher, Erziehungswesen, Jungen
Im Oktober diesen Jahres erscheint im amerikanischen Verlag Harper Collins ein neues männerpolitisches Buch mit dem Titel "The Decline of Men: How the American Male Is Tuning Out, Giving Up, and Flipping Off His Future". Das Branchenmagazin "Publishers Weekly" stellt dieses Buch mit folgenden Worten vor:
Garcia (…) explores disturbing trends of men leading increasingly socially isolated lives and dropping out of high school and college in record numbers, naming them victims of an “invisible epidemic.” According to the author, modern men have failed to forge a new and productive role in the 21st century. Garcia charts the rise of feminism and the changing societal roles of both men and women, illustrating how and why men have become so confused about what defines masculinity; having lost their traditional role as provider and protector, men flirt with hollow substitute identities—drawing on “Jackass culture” (“men pretending to be boys”), gangster culture (“boys pretending to be men”) and “metrosexual” obsessions with grooming and body image—that have reductively redefined manhood and led men away from compassion, responsibility and family. Garcia wisely avoids degrading feminism or pitting men against women; instead, he offers an astute and well-researched meditation on how men might reclaim their identity and place in modern America and why such a transformation is important to future generations of both men and women.
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Einfach um nur noch einmal zu illustrieren, wie gigantisch mittlerweile der Unterschied zwischen der deutschen und der internationalen Presse ist, hier eine neue Rezension zu Kathleen Parkers männerfreundlichem Buch "Save the Males":
Every once in a while, a book not so much lands on your desk as lobs itself like a hand grenade, exploding preconceived wisdoms and shattering the bones of the status quo. Save The Males is such a book.
It is the fiercest and most fearless defence of men, fatherhood and ultimately the family I have read in many years.
American author Kathleen Parker's courageous thesis is that initially, through extreme feminism, then via its craven implementation into society, women have demonised men and trivialised their contribution, especially to family life.
I say courageous because, in the eyes of many women and of the liberal establishment, suggesting men have had a rough deal is nothing short of heresy.
Parker should be burnt at the stake, they cry. But isn't it ironic that only a woman could make such a plea for men?
Das konservativ-christliche Nachrichtenmagazin "idea" berichtet:
Dem Rabbiner zufolge sind die US-Männer durch einseitige Konzentration auf Karriere zu „wandelnden Geldautomaten“ geworden. Von ihren Frauen und Familien würden sie oft nur daran gemessen, wie viel an klingender Münze sie nach Hause brächten. (...) In diesem materialistischen Klima könne Liebe nicht gedeihen. Hinzu kommen laut Boteach die Schattenseiten der so genannten sexuellen Befreiung: „Männer sind mit Frauen zusammen, die zuvor mit so vielen anderen Männern zusammen gewesen sind, dass der moderne Mann das Gefühl hat, schon körperlich an Normen gemessen zu werden, die er unmöglich erreichen kann.“ Statt Sex mit ihren Ehefrauen zu haben, flüchteten die verunsicherten Männer daher in die Pornografie, die in Amerika inzwischen zu einer Volksseuche geworden sei. (...) Der moderne Mann wolle nichts fühlen. Denn „wenn er fühlt, dann fühlt er Schmerz“.
Labels: Bücher, Pornographie, Rollenmodelle, USA
Kathleen Parkers männerfreundliches Buch "Save the Males. Why Men Matter, Why Women Should Care" ist in den Verkaufscharts von Amazon.com inzwischen recht dicht an die Top-1000 herangepirscht. Damit ist das Buch zwar kein Megaseller, aber gerade im Vergleich zu ähnlichen Titeln durchaus erfolgreich.
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