Sonntag, September 06, 2009

"Männer neu sehen lernen"

Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen liegt die erste Amazon-Rezension von "Befreiungsbewegung für Männer" vor.

Labels: , ,

Montag, Juli 06, 2009

"Rettet unsere Söhne" Titelthema im P.T.-Magazin

Der Aufruf "Rettet unsere Söhne" nimmt in der heute erscheinenden aktuellen Ausgabe des P.T.-Magazins für den deutschen Mittelstand fast das gesamte Cover ein. In dem ausführlichen Artikel dazu wird mein Buch zu diesem Thema mit Nachdruck empfohlen, und auch einige Zitate von Kommentatoren dieses Blogs sind in den Beitrag eingegangen. Die Onlinefassung des Artikels findet man hier.

Labels: , ,

Mittwoch, Juni 17, 2009

Erste Auflage von "Befreiungsbewegung für Männer" seit Montag vergriffen

Wenn man sich das Ranking des Buches bei Amazon anschaut, gewinnt man leicht den Eindruck, es laufe überhaupt nicht. Tatsächlich meldet der Verlag gerade, dass die Startauflage seit Montag vergriffen ist. Da es sich um ein Wissenschaftsbuch handelt, darf man sich die Startauflage zwar nicht im fünfstelligen Bereich vorstellen, aber das Benchmark dieser Anthologie sind natürlich andere Wissenschaftsbücher. Und hierzu berichtet der Verlag, dass ein Abverkauf der ersten Auflage innerhalb von zwei Monaten noch bei keinem anderen Buch dieser Art vorgekommen sei. Offenbar habe man mit diesem Werk den Zeitgeist getroffen. Ab Ende Juni geht's in die zweite Auflage, davon abgesehen sind für die nächsten Monate noch einige Aktionen geplant.

Labels: , ,

Mittwoch, Juni 03, 2009

Warum sagen die Bücher meines Sohnes, dass Männer nutzlos sind?

A recent academic study confirmed that men - particularly fathers - are under-represented in almost all children's books. And when they do appear (...) they are often withdrawn, or obsessed with themselves, or just utterly ineffectual. (…)

And something else began to strike me as I looked at these stories - the stories I use to introduce my son to the ways of the world. Not only were they full of bad male stereotypes - deadbeat dads, absent fathers, idiots, wimps and fools - but I have been totally colluding with them. It didn't bother me at all. Until I started to think about it, it had seemed normal to me.

(…) And it just so happens that these people, in these stories, are male. It just so happens that it wouldn't seem right, to me, if these malign, foolish or weak people were female. Somehow, they have to be male. And symbols of male inadequacy are so deeply embedded in other parts of our culture. So much so, in fact, that nobody notices it any more.


William Leith beschäftigt sich in der Daily Mail mit einer Männerfeindlichkeit, die für uns von Kindesbeinen an so alltäglich geworden ist, dass die meisten sie nicht einmal mehr bemerken. Tragischerweise endet der Artikel damit, dass Leith der Dauerpropaganda sämtlicher Medien nachgibt und Männer schließlich selbst als nutzlos erklärt.

Labels: , , , ,

Dienstag, April 14, 2009

"Mit Sex bringt man Jungs zum Lesen"

In einem aktuellen Fall scheiterte der Versuch, Jungen durch ein Thema zum Lesen zu bringen, das sie interessiert, nicht an den Lehrerinnen, sondern an den Eltern: Sexualität war als Thema nicht genehm. Demnach stehen die Sterne offenbar schlecht, meinen Ratgeber "Onanieren für Profis" bundesweit an unseren Schulen verteilen zu lassen. Schade.

Der FOCUS berichtet.

Labels: , , ,

Montag, April 06, 2009

"Befreiungsbewegung für Männer" im Buchhandel

Das Buch "Befreiungsbewegung für Männer", das ich hier bereits vorgestellt hatte, ist inzwischen im Buchhandel erschienen. BOL, Libri, Thalia usw. haben es ab sofort lieferbar, Amazon innerhalb von vier bis fünf Tagen.

Ich habe das Buch bereits gelesen und mir gefällt es, da ich aber selbst zwei Beiträge darin veröffentlicht habe, kann ich es schlecht seriös rezensieren. Deshalb habe ich mich stattdessen dafür entschieden, Passagen aus dem Vorwort eines seiner Herausgeber, Paul-Hermann Gruner, hier online zu stellen, damit man sich einen Eindruck von seiner Stoßrichtung machen kann.

»Lass dich als junge Frau nicht klein machen, denn in dir schlummert so viel, was du entfalten kannst. Sei fordernd.« Ein Satz, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Eine fast schon klassisch anmutende Äußerung aus der Mädchenförderung, sagen wir: aus dem Jahre 1975? Falsch. Die zitierte Botschaft stammt aus dem Juli 2008 und aus dem Munde der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (2008).

Seit Jahrzehnten hören wir in unserer demokratisch verfassten, westlich-pluralistischen Industriegesellschaft solche Sätze. Packen wir den scheinbar schlichten Satz auf die ideologiekritische Goldwaage und gehen wir seine Teilbotschaften Stück für Stück durch.

Die Suggestion, dass junge Frauen in diesem Lande »klein gemacht« würden, ist objektiv falsch. In der Regel werden Mädchen und junge Frauen »groß« gemacht und geredet, sie werden unterstützt, gefördert, wertgeschätzt und anerkannt, per se sogar oft – konnotiert mit dem Wunderglauben, der sich ans Weibliche heftet – für die einzige Inkarnation von lebenswerter Zukunft gehalten. In den jungen Frauen »schlummert« tatsächlich viel, das steht absolut fest, allerdings in etwa genauso viel wie in den meisten Jungs und jungen Männern, denen dies jedoch niemand sagt; schon gar nicht in solch motivierender Ansprache und in der Zielrichtung, die eigenen oder die eingebildeten Grenzen ihrer Geschlechterrolle zu überwinden. Zu »entfalten« gibt es ebenfalls sehr viel, allerdings wiederholt sich hier das selektive Unterstützungsprinzip: Bei beiden Geschlechtern gäbe es viel zu entfalten, angesprochen dazu wird aber nur eins. »Sei fordernd!« schließlich muss man den Frauen innerhalb wie außerhalb der Frauenbewegung seit den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts nun wirklich nicht mehr sagen oder raten. Fordern tun sie ohne Unterbrechung. Sie fordern etwas von der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft, den Medien, den Bildungsinstitutionen, vor allem aber von den Männern.

Wer so viele Jahrzehnte immer wieder neue, einseitige Forderungen aussendet, könnte entweder a) eine entspannte Zufriedenheit entwickeln ob des Erreichten und mit dem Fordern aufhören oder b) endlich Zeit finden, sich zu wundern, warum dies alles eigentlich ein Geschlechtermonolog ist. Warum Männer dazu schweigen, sich den Mund entweder selbst verboten haben oder ihn sich haben erstaunlich fest verschließen lassen. Und warum sie sich quasi alles abfordern, alles bieten lassen. Und schweigen.

Was bedeutet dieses Schweigen? Sind Männer in dieser Gesellschaft einfach einsichtig und daher gefasst? Sind sie still, weil schuldbewusst? Sind sie fantasielos und daher intellektuell weitgehend unfähig, der Debatte zu folgen? Sind sie überzeugt vom Gehörten und stimmen daher generell zu? Sind sie tief beschämt und bekommen kein Wort heraus? Sind sie überzeugt, dass die Frauen Recht haben? Sind sie froh, dass die Sache mit der Emanzipation überhaupt mal jemand in die Hand genommen hat? Gehen sie davon aus, dass bei dieser Gelegenheit auch für sie selbst etwas herausspringt? Denken sie also, dass die Frauenbewegung sie letztendlich, wie nebenbei, einfach mitbefreien wird, wenn sie nur die ganze bittere Zeit über schön stillhalten, über das eigene Geschlecht ebenfalls verächtlich witzeln und allen Behauptungen und Forderungen zustimmen?

Was immer stimmen mag: Die Summe der Motivationen und Hintergründe verschließt den männlichen Mund nur umso fester. Wenn sich ein männlicher Mund öffnet, dann um die gängigen Beschreibungen zur Lage der Frau, wie sie seit rund 40 Jahren im öffentlichen Bewusstsein etabliert wurden, zu bestätigen. Der Feminist ist der erlaubte Mann. Er etablierte sich endgültig in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Er sitzt heute meist bequem. Aus Solidarität und Hyperidentifikation hat er die eigene Ratio außer Betrieb gesetzt. Er vertritt die Frauenbewegung quasi von außen, als Mann. Und es sind viele Männer, die nach dem Munde reden. Nach dem Munde einer hegemonialen, die einfache Wahrnehmung und das umfassendere Bewusstsein lenkenden Weltanschauung, die als Bewegung der Frauen begann und sich heute im organisatorisch durchgegliederten feministischen Netzwerk des »Gender Mainstreaming« in Allgegenwart übt. Der Feminist ist aber keineswegs bösartig, er ist nur faul. Er hat eine plausibel erscheinende Interpretation von Wahrheit und Wirklichkeit übernommen. Akzeptiert. Verinnerlicht. Die frauenbewegte Frau ist selbstverständlich für den akuten Stand des Geschlechtermonologs im Feminismus, der Feminist als domestizierter Mann jedoch markiert seinen letztendlichen Totalerfolg. Die Frauenbewegung hat sich mit seinem massenhaften Auftreten zu Tode gesiegt.

An diesem äußerst interessanten und produktiven Punkt der sozio- und psychohistorischen Entwicklung der Moderne befinden wir uns heute. Wenn Männer einen Feministen hören – und diese prägen inzwischen fast ausnahmslos die Verwaltungen, die Stadträte, die Parlamentarier und Parteiaktivisten aller Färbungen –, wissen sie sich endgültig auf verlorenem Posten. Endgültig unverstanden. Mithin ist dies der Soll-Zeitpunkt für eine Männerbewegung, die die Frauenbewegung notwendig ergänzt und unbedingt korrigiert. Männer müssen heraus aus den Zwangsjacken ihres Rollendenkens und -handelns. Sie müssen ihren demütigen, permanent um Verzeihung bittenden Dackelblick vom Gesicht nehmen. Und da ihnen dabei Frauen nicht helfen – anders als der Feminist insgeheim hofft –, müssen sie sich ihres Dackelblicks und ihrer diversen Zwangsjacken schon selbst entledigen. Zunächst einmal aber muss man Letztere als solche erkennen. (…)

Nehmen wir Deutschland als Pars pro Toto, sehen wir in einige problematische Felder des Gesellschaftlichen hinein. Vorab: In keinem System auf diesem Planeten lebt die Unterdrückte, die Benachteiligte und Verfolgte sechs bis sieben Jahre länger als der Unterdrücker. Das Pseudo-Patriarchat offeriert also eine erkleckliche Anzahl an versteckten Gewinnen für Frauen.

Gar nicht versteckt waren und sind dagegen die für Männer gut spürbaren Schattenseiten dieser gesellschaftlichen Organisation. Sie sind im Grunde ganz einfach ablesbar. Wenn man will. Auch in diesem Land. Von der geringeren Lebenserwartung mal ganz abgesehen: Männer stellen die große Mehrheit der Obdachlosen. Männer üben auch in diesem Lande die gefährlichsten und unattraktivsten Berufe aus, die meisten davon ohne jede Aufstiegschance. Männer erleiden die allermeisten Berufsunfälle bis hin zur Invalidität. Männer treffen in Sachen medizinischer Versorgung auf deutlich weniger Forschung, Betreuung und Angebote; von AIDS sind Männer beispielsweise viermal häufiger betroffen als Frauen. Männer bilden eindeutig die größte Gruppe der Kriminalitätsopfer: Sie stellen den Löwenanteil der Opfer im außerhäuslichen Bereich, zu gut der Hälfte im Bereich der häuslichen Gewalt. Männer lassen sich immer noch zu Soldaten abrichten und als entmenschtes, weil fremdbestimmtes Werkzeug gebrauchen. Und: Männer begehen in jeder Altersgruppe, vom jüngsten bis zum ältesten Vertreter des Geschlechts, wesentlich häufiger Suizid. Simple Frage: Greift man zu diesem allerletzten Mittel, der gewaltsamen Beendigung des eigenen Lebens, wenn man die große Gewinnerkarte gezogen hat, wenn man zu denen gehört, die die Macht besitzen, die allseits profitieren und von der Wiege bis zur Bahre bevorteilt sind?

Die Macht des institutionalisierten Feminismus zeigt sich, unter anderem, an der Tatsache, dass diese und ähnliche Fragen seit Jahrzehnten nicht zum großen Gesellschaftsthema werden dürfen. (…)

Die Männerbewegung ist eine überfällige weltanschauliche Korrektur. Sie wird sich als Korrektiv der Frauenbewegung verstehen, sollte sich darüber hinaus aber unbedingt dem ganzheitlichen Fortschritt verschreiben. Die Tempi der Emanzipationen müssen synchronisiert werden. Der Emanzipationsfortschritt ist gleichzeitig lebbar und organisierbar für Männer wie Frauen. Das Niveau der Aktionen beider Geschlechter ist wie die Interaktion zwischen ihnen jedoch dringlich auf eine neue Verständigungsebene zu heben. An einer so offenen wie offensiven Interessenvertretung der Männer führt dabei kein vernünftiger Weg vorbei.

Schließlich wollen wir bald auch solche Sätze hören: Lass dich als jungen Mann nicht klein machen, denn es schlummert so viel in dir, was du entfalten kannst! Sei fordernd!

Labels: , ,

DKP empört: zu viele männerfreundliche Bücher

Die Deutsche Kommunistische Partei ist bereits über die im Vergleich zu feministischen Titeln sehr überschaubare Zahl männerpolitischer Bücher alles andere als begeistert. Die Männerrechtsbewegung, so Julia Sastra, ist nämlich ein U-Boot des Kapitalismus:

Alle Bücher verfolgen dasselbe Ziel: Die Diskreditierung aufklärerischer, emanzipatorischer und feministischer Ideen, Errungenschaften und Forderungen, um eigene Privilegien zu sichern und auszubauen. Während die Autorinnen dafür Gleichberechtigung gern als Privatsache vorführen, anstatt als Daseinsform, die grundlegend andere gesellschaftliche Verhältnisse erfordert, erfanden Autoren die "Männerkrise", um gegen eine brutal "feminisierte Gesellschaft" vorzugehen, die sie zu Opfern macht. Respektive zu Schweinen und Ungeziefer. (…) Natürlich häuft sich das kühl kalkulierte Wolfsgeheul nicht zufällig gerade jetzt: Phasen verschärfter Verteilungskämpfe um Arbeitsplätze und massive Streichungen im Bildungs-, Sozial-, und Gesundheitsbereich sind Phasen konservativer Geschlechterpolitik. In ihnen werden errungene feministische Positionen als "politisch korrekter" Nonsens lächerlich gemacht und als überzogene Paragraphenreiterei entlarvt, um Frauen daran zu erinnern, was ihre "natürlichen" Aufgaben sind. (…) Je häufiger die Ideologieproduzenten die "Männerkrise" beschwören und als Ursache nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem und dessen unmenschliche Zwänge nennen, sondern auf Gleichberechtigung bestehende Frauen, desto schneller verlieren diese und ihre Vorstellungen in der Öffentlichkeit an Sympathie.


Es wäre nett gewesen, wenn Julia Sastra aus den von ihnen zitierten Büchern eine einzige Passage hätte zitieren können, wo die Autoren Frauen an ihre "natürlichen Aufgaben" erinnern wollten. Dazu hätte sie diese Bücher allerdings lesen müssen und nicht nur ihre Titel, Zusammenfassungen und FOCUS-Interviews. Bei der Lektüre hätte sie allerdings festgestellt, dass es solche Passagen darin nicht gibt. Sie hätte überdies bemerken müssen, dass alle die in ihrem Beitrag trotzig vorgebrachten Einwände in diesen Büchern eben nicht ignoriert, sondern ausführlich behandelt und widerlegt werden. Insofern muss man Verständnis dafür haben, dass Julia Sastra sich eine nähere Beschäftigung mit dem Thema ihres Beitrags erspart hat: Zuviel Beschäftigung mit der Realität macht einem die schönste kommunistische Ideologie kaputt.

Labels: , , , ,

Freitag, März 13, 2009

Lesermail (Buchkritik)

Genderama-Leser Bernhard mailt mir zu meinem aktuellen Buch "Rettet unsere Söhne":

Als erstes fiel mir auf, daß das Buch relativ schlank ist, was ich sehr gut fand. Auch das Cover gefällt mir gut, obwohl es irgendwie etwas mainstreaming rüberkommt, anders als bei Deinen anderen Büchern.

Wie bei Dir gewohnt, wird das, was behauptet wird, auch belegt. Leider ist die Suche nach den Quellen hinten im Buch recht nervig, da die Quellen nicht fortlaufend numeriert sind, sondern nur jeweils innerhalb des jeweiligen Kapitels.

Äußerst prima fand ich, daß Du nicht nur auf die Benachteiligung von Jungen hinweist, sondern durchgehend auch auf die Benachteiligung von Männern. Jemand, der das Buch eigentlich nur kaufte, um sich über die Benachteiligung von Jungen zu informieren, wird so auch für die Benachteiligung von Männern sensibilisiert. Ein prima Schachzug, damit hatte ich nicht gerechnet.

Das Buch ist flüssig geschrieben, man kann es problemlos durchlesen. Inhaltlich ist alles drin, wobei dem regelmäßigen Genderama-Leser natürlich einige Passagen bekannt vorkommen. Höchst treffend fand ich auch die eingestreuten Zitate der Männer.

Folgende Ergänzungen hätte ich noch:

- Da Du auch auf PAS zu sprechen kommst, wäre ein Hinweis darauf angebracht gewesen, daß PAS in Deutschland offiziell ignoriert wird. Die Frauenministerin rät sogar den Anwalt einzuschalten, wenn eine Alleinerziehende mit PAS konfrontiert wird.

- Die Tätigkeit des Hausmanns wird im Buch recht negativ dargestellt, vermutlich zurecht, wenn man den entsprechenden Studien Glauben schenkt. Es wird jedoch vergessen, daß der Hausmann eine ganz neue Wahlfreiheit mit sich bringt. Als betreuender Hausmann hat man die Möglichkeit, quasi jederzeit aus einer Beziehung auszubrechen, als Hauptbezugsperson das Kind mitzunehmen und seine Unterhaltsansprüche geltend zu machen. Gerade wenn die Partnerin durch ihren Vollzeit-Ernährerjob vorzeitig altert, muß diese Möglichkeit nicht die schlechteste sein. ;-) Ansprüche sammeln, statt den Alleinverdiener zu geben, kann also auch ein attraktives Rollenmodell für Männer sein.

- Ein Widerspruch ist mir aufgefallen, als es um die Forderung nach mehr männlichem Personal im sozialen Bereich ging. Einerseits wird dies von Dir gefordert, hinten beim 10-Punkte-Plan, andererseits wird dies von Dir kritisiert, weil die Macherinnen von "Neue Wege für Jungs" dies den Jungs dort anbieten. Natürlich ist "Neue Wege für Jungs" eine komplette Frechheit, aber als Leser fragt man sich dann schon: Will er jetzt männliches Personal im sozialen Bereich oder doch nicht?

Als Laie, der sich über spezifische Benachteiligung von Jungen bisher nur über Genderama und MANNdat eingelesen hat, bin ich vom Buch wirklich sehr angetan.

Ich wünsche Dir viel Erfolg mit diesem Buch. Bei Amazon schwankt es seltsamerweise irgendwo zwischen Rang 2.000 und 12.000.


Ich weiß nicht, ob das Amazon-Ranking bei diesem Buch das beste Kriterium ist, um seine Verkaufszahlen festzustellen. Aufgrund des sehr speziellen Amazon-Katalogsystems wird es über Suchbegriffe wie "Jungen", "Schulen" oder "Bildung" nicht so leicht gefunden, da es das Wort "Jungen" nur im Untertitel trägt.

Dafür trudeln bei Amazon allmählich die ersten Leserrezensionen ein.

Was die Fragen zum Thema Hausmann und Männer in sozialen Berufen angeht: Solange das eine freiwillige und wohlinformiert getroffene Entscheidung ist, finde ich das wunderbar. Ich habe schon in "Männerbeben" eine größere Rollenfreiheit für Männer gefordert. Was ich kritisch sehe, ist, dass staatliche Stellen Männer in diese Richtung dirigieren, ohne ihnen auch die Schattenseiten dieser Rollenmodelle klarzumachen. Seltsamerweise werden Männer nicht für gutbezahlte Jobs begeistert, die bisher überwiegend von Frauen ausgeübt werden (etwa in den Bereichen Marketing und Personalwesen, Lebensmitteltechnik und Pharmazie). Bei dieser Form von "Frauen in den Beruf, Männer an den Herd" ist mir zu viel staatliche Manipulation im Spiel.

(Die Passage zu Amazon wurde von mir nachträglich geändert, nachdem mir vom Kundenservice des Unternehmens neue, überprüfbare Informationen vorliegen.)

Labels: , , , , ,

Montag, März 09, 2009

Lesermail (Schulbücher 2)

"Das Thema Schulbücher ist hochinteressant", schreibt mir ein Leser zum Genderama-Beitrag von heute morgen und hat dazu auch etwas beizutragen:

Vor ein paar Jahren ging ich mit einem guten Freund über die Lehrmittelmesse Didacta in Köln. Wir griffen mehr oder weniger wahllos Schulbücher im Bereich Deutsch, Gesellschaftslehre, Geschichte, Politik etc. heraus und suchten nach feministischen Inhalten.

Kein Problem, da fündig zu werden. Das Gruseligste, an das ich mich erinnere, war die Schilderung einer kleinen verborgenen Gegend in China, die matriarchalisch geprägt war. Das wurde in den schillendsten Farben beschrieben, und die Schüler wurden dazu aufgefordert, Vergleiche mit den ihnen bekannten Gesellschaften und Staaten zu ziehen. Offenkundig war, welches Resultat erwartet wurde: Die "Herrschafts"form des Matriarchats sollte als besonders menschlich, friedliebend, herrschaftsfrei etc. herausgearbeitet werden.

Doch finden sich ideologische Spuren nicht nur da, wo man sie erwartet. Ich habe über dieses Thema auch einmal mit einem pensionierten Mathematiklehrer gesprochen, dem es auf die Nerven ging, dass in modernen Mathebücher etwa bei Textaufgaben allzeit die Mädchen die richtigen Lösungen bereitstellten, während Jungs immer danebentölpelten bzw. sich sonstwie lächerlich machten. Etwa in dieser Art:

"Peter, Anna und Jörg errechnen den prozentualen Anteil einer Person an ...Welcher Lösungsweg und welche Lösung sind richtig? Rechne und begründe."

Selbstverständlich kommt zum Schluss heraus, dass Annas Lösung richtig ist. In dieser Weise geht es in den aktuellen Schulbüchern weiter - mit System.


Das wäre doch mal ein praktischer Tipp an die Schüler unter den Genderama-Lesern: Wenn ihr bei solchen Textaufgaben mal gar keine Ahnung habt, geht einfach ganz forsch davon aus, dass das Mädchen die richtige Antwort gegeben hat.

Labels: , , , ,

Lesermail (Schulbücher)

Besonders interessante Post habe ich am Wochenende von einem Leser erhalten, der beruflich mit Schulbüchern zu tun hat. Seinem Brief an mich legte er eines dieser Bücher bei, bei dem er verschiedene Stellen bereits mit Post-Its markiert hatte. Die entsprechenden Passagen wirken wie aus einer feministischen Broschüre herausgegriffen: Ich weiß sofort, welche Antworten auf die dort abgedruckten Fragen und Aufgaben erwartet werden, damit man eine gute Note bekommt, ich könnte sehr gut begründet erklären, warum die erwartete Antwort nicht stichhaltig ist, und ich weiß auch, dass letzeres meine Lehrerinnen nicht interessieren und ich mir damit nur die Note versauen würde. So ungefähr stelle ich mir die Schulbücher der DDR vor, wenn es um das Thema "Sozialismus" ging. In dem Brief an mich schreibt mir mein Leser folgendes:

Schulbücher sind nicht frei in ihren Inhalten - im Gegenteil, sie sind schon immer ein Bestandteil staatlicher Meinungskontrolle gewesen. Tatsächlich sind Schulbuchzulassungen in Baden-Württemberg etwas, mit dem ich mich berufsmäßig herumschlagen muss. Nun müssen Schulbücher tatsächlich, um zugelassen zu werden oder um die pauschale Zulassung nicht zu verlieren, die Geschlechtergleichheit (sic!) propagieren. Bei uns heißt das, für jeden Beruf (Berufsschulverlag) muss eine weibliche Form erwähnt werden, bei der Bildauswahl ist darauf zu achten, dass Frauen mit abgebildet werden, im Text haben Frauen vorzukommen etc. Das ist natürlich zum Teil grob verfälschend, was man auch daran sieht, dass selbst über Bildagenturen Fotos mit Frauen am Hochofen, am Elektrotechnikarbeitsplatz etc. schwer bis gar nicht zu bekommen sind. Umgekehrt ist es ganz anders. So ist in manchen der Schulbücher für Arzthelferinnen etc. kein einziger Mann abgebildet. Auch von Arzthelfern oder dem Medizinischen Fachangestellten ist nicht die Rede. Geschlechtergleichheit ist in den Augen des Ministeriums nur eine sehr einseitige Sache.

Das heißt aber auch, dass man weder als Lektor noch als Autor frei ist, geschlechtsbezogene Themen wertfrei oder konträr darzustellen, was bei vielen Autoren schon zur Schere im Kopf führt. So ist es sehr schwer, die Lohnlüge z. B. nicht in einem Wirtschaftskundebuch und die Diskriminierung der Frau nicht in Gemeinschafts- bzw. Sozialkunde dargestellt zu finden. Nur wenige wollen das dann auch in den Fragen bzw. Diskussionsgrundlagen hinterfragt haben.

Das führt dann dazu, dass Jungen viele, längst widerlegte feministische Themen als Lern- und Übungsstoff haben, sie als Schulwahrheit schon seit Primanerzeiten gelehrt bekommen. Eine fast die ganze Jugendzeit währende Indoktrination: Frauen werden benachteiligt, Männer unterdrücken Frauen, Frauen sind wertvoller als Männer, traditionelle Väter sind passiv etc.. Das alles ist Prüfungsstoff, wie Sie an dem beigelegten Prüfungsbuch belegt finden. Es sind Originalprüfungsaufgaben für junge erwachsene Berufsschüler im Fach Gemeinschaftskunde. Das bedeutet, dieses „Wissen“ muss gelernt werden, verinnerlicht, der Interpretationsrahmen ist vorgegeben, etwa Frauen in Führungspositionen (wenn z. B. Gesetze aus verschiedenen Jahren gegenüber gestellt werden – ohne den Sinn dieser Gesetze zu prüfen). Dies können Sie anhand der Antworten im beigelegten Buch leicht feststellen.

Und das ist nur ein Buch zur Prüfungsvorbereitung, kein Lehrbuch, kein Lehrerhandbuch. Jungendliche und Kinder wollen Orientierung, wollen nicht immer hinterfragen, was richtig und falsch ist. Und so ist der Schulstoff für sie auch ein Teil ihrer Identitätsfindung und auch der sozialen Integration – da stört eine eigene Meinung nur. Mein Sohn hat früher öfter berichtet, dass er als Junge schlechter behandelt wurde als die Mädchen (was meine Tochter auch für ihre Schule berichtete). Heute, mit 16 Jahren, sieht er das als gerecht an, dass Mädchen bevorzugt werden – Männer seien halt aggressiver, gewalttätiger, hätten die Frauen unterdrückt und würden sie noch unterdrücken etc. Schlimm aber ist, dass er darüber nicht diskutieren will, weder mit mir noch mit den Lehrern. Er will, dass es stimmt, weil er jede andere Meinung umständlich begründen muss und weil er die Themen doch lernen muss. Er will nicht wissen, dass vieles, was er lernt, Unfug ist, weil dies natürlich auch alles andere, was gelernt wurde, in Frage stellt. Und damit entfremden sich junge Menschen auch der Familie, wenn dort eben andere Meinungen vorherrschen. Wenn nicht, gehört die Propaganda auch zu dem, was im familiären Rahmen heruntergebetet wird.

Es ist für mich nicht erstaunlich, dass junge Männer irgendwann ganz aus der Gesellschaft ausbrechen und auch nicht mehr lernen, mit ihrer Männlichkeit umzugehen.

Labels: , , , , ,

Samstag, März 07, 2009

"Welt" berichtet über "Rettet unsere Söhne"

In einem ausführlichen Artikel Miriam Hollsteins, der vor einer halben Stunde online gegangen ist, heißt es:

Jungen sind die Verlierer unseres Bildungssystems. Zu diesem Schluss kommt auch der Germanist Arne Hoffmann in seinem neuen Buch „Rettet unsere Söhne“. Schon im Kindergarten kämen die Bedürfnisse von Jungen zu kurz. Auch in der Grundschule würden Mädchen vom überwiegend weiblichen Erziehungspersonal ständig bevorzugt. Von einer „Feminisierung der Schule“ spricht Hoffmann. Sie sei Folge „eines überbordenden Feminismus“, der in seinem Ziel, die Rechte der Frauen zu stärken, die Anliegen der Männer in gefährlichem Maße ignoriert habe. Werde diese Entwicklung nicht gestoppt, wachse eine Generation von männlichen Bildungsversagern heran.

Hoffmanns These ist nicht ganz neu. Vor knapp zwanzig Jahre erschien das Buch „Kleine Helden in Not“, von Dieter Schnack und Rainer Neutzling, das erstmals darauf hinwies, dass im Zuge der Frauenförderung die Jungen aus dem Blick geraten waren. Inzwischen ist eine Reihe von Büchern erschienen („Die Jungenkatastrophe“, „Jungen in der Krise“ und „Kleine Jungs – große Not“), die alle zu demselben Schluss kommen: Jungen werden in unserem System benachteiligt.


Geändert haben diese Bücher in den letzten beiden Jahrzehnten allerdings nichts. Im Gegenteil: Die Misere ist schlimmer geworden. Deshalb brauchen wir so dringend eine politische Bewegung, die sich unserer Jungen annimmt.

Nachtrag vom nächsten Morgen: Der Artikel findet sich jetzt auch in der "Welt am Sonntag" – unter der Überschrift "Rettet unsere Söhne".

Labels: , , , ,

Dienstag, März 03, 2009

"Rettet unsere Söhne" bei Amazon erhältlich

Mein neuestes Buch "Rettet unsere Söhne" ist ab heute bei Amazon zu haben – einen Tag, bevor es in den regulären Buchhandel geht.

Das Buch ist nicht zuletzt als Reaktion auf den von vielen Lesern geäußerten Wunsch entstanden, sich bei mir nicht immer wieder durch solche dicken Wälzer wie "Sind Frauen bessere Menschen?" und "Männerbeben" kämpfen zu müssen, die die Gesamtpalette aller männerpolitischen Themen behandeln. Deshalb habe ich mich entschieden, mich auf ein Thema zu konzentrieren, das ich (neben der Entrechtung von Vätern) für am wichtigsten und heikelsten halte, und dieses auf einer überschaubaren Seitenzahl gebündelt darzustellen.

Offenbar hat sich diese Konzentration auf das Wesentliche gelohnt: Normalerweise reagieren die großen Verlage auf männerpolitische Themen äußerst zurückhaltend. Insofern war ich sehr überrascht, als ich von einer Lektorin des inzwischen zu Piper gehörenden Pendo-Verlages, dem ich mein Buchprojekt vorstellte, eine geradezu begeisterte Antwort erhielt: Dies sei einer der seltenen Fälle, wo ein Manuskript ihre bisherige Meinung zu einem Thema geändert habe! Das bestärkt mich in der Überzeugung, dass Menschen für gute Argumente auch entgegen dem aktuellen Zeitgeist durchaus empfänglich sind, wenn man ihnen nur die entsprechenden Fakten und Informationen ausreichend klar darlegt. Auch die Buchhandelsvertreter, denen der Verlag die Druckfahnen vorlegte, sollen von dem Buch sehr angetan gewesen sein: Endlich spreche mal jemand darüber! sei der Tenor gewesen – nicht nur über die Jungenkrise an sich, sondern auch darüber, dass diese offenkundig einer skandalös einseitigen Geschlechterpolitik zu verschulden ist.

Die Fraktion, von der ich kaum bis keine Unterstützung erwarte, sind wie immer unsere Medien. Hier haben meine Erfahrungen im Lauf der letzten zehn Jahre gezeigt, dass zwar selbst die dürftigsten feministischen Bücher mit einer enormen Presse-Unterstützung rechnen dürfen, männerpolitische Anliegen bei Journalisten aber weit überwiegend auf Desinteresse stoßen. Spannend wird auch sein, ob die weit überwiegend weiblichen Buchhändlerinnen ein feminismuskritisches Werk in ihren Bestand nehmen werden. Wie immer bei solchen Titeln bin ich hier für jede Unterstützung dankbar – beispielsweise der Männerpartei, die das Cover meines Buches sofort auf ihre Website gesetzt hat.

Ähnlich wie mit meinem Buch habe ich auch hier auf Genderama vor, das Jungenthema in diesem Monat zu einem Schwerpunkt zu machen. Wenn also einer von euch in den nächsten Wochen einen interessanten, verlinkbaren Artikel findet, seine eigenen Erfahrungen in Form einer Lesermail schildern möchte oder sich zum Inhalt meines Buches äußern will, genügt eine Mail an Cagliostro3@hotmail.com. Das gibt jedem von euch die Gelegenheit, an dieser Debatte teilzunehmen. In "Rettet unsere Söhne" selbst habe ich so auch immer wieder (natürlich anonymisierte) Kommentare von Genderama-Lesern eingestreut, die hier eintrafen, wenn immer in diesem Blog über Jungen diskutiert wurde (vor über einem Jahr, als ich hier die Kommentarfunktion noch offen lassen konnte).

Kurz: Ich freue mich über jedes Feedback – und wünsche euch ansonsten viel Spaß beim Lesen!

Nachtrag vom Abend: Nanu, haben wir etwa Amazon verschreckt? Jetzt, wo das Buch auf Rang 2.294 hochgeschossen ist, listet Amazon es wieder als "Noch nicht erschienen". So oder so: Ab morgen dürfte es laut Verlagsinfo auch sonst im Buchhandel erhältlich sein.

Nachtrag vom nächsten Morgen: Amazon bleibt weiter problematisch, dafür erhält man das Buch inzwischen beispielsweise bei Thalia, BOL und bei ebay.

Nachtrag vom Mittag: Jetzt hat die Amazon-Katalogabteilung von "noch nicht erschienen" auf "derzeit nicht auf Lager" gewechselt. Offenbar hat der plötzliche Ansturm lediglich die Zahl der Amazon von jetzt auf gleich zur Verfügung stehenden Titel überschritten.

Labels: , , , , ,

Mittwoch, Dezember 17, 2008

In eigener Sache: "Rettet unsere Söhne" erscheint im März

Seit heute morgen kündigt der inzwischen zum Hause Piper gehörende Pendo-Verlag mein nächstes Buch "Rettet unsere Söhne" an. Wie sein Untertitel verrät, erklärt es, "Wie unseren Jungs die Zukunft verbaut wird und was wir dagegen tun können". Auf der Website des Verlages heißt es in einer Kurzvorstellung:

Unsere Jungen sind zum Problemfall geworden. Sie führen die Liste der Schulabbrecher, Arbeitslosen und sozial Auffälligen an. Das ist weder Zufall noch die Schuld männlicher Gene, sagt Arne Hoffmann. Sondern das schwerwiegende Versäumnis eines Systems, das seit Langem und wissentlich Mädchen auf Kosten der Jungen fördert. Ein provokantes, streitbares und dringend notwendiges Plädoyer für wahre Gleichberechtigung.

»Jungs sind dumm« ist nicht nur eine beliebte T-Shirt-Aufschrift, sondern die Haltung, mit der unser Land einer gesamten Generation von Jungen gegenübertritt. Mit erschreckender Klarsicht führt Arne Hoffmann vor, wie die Pädagogik und Politik die offene Diskriminierung unserer Jungen zulassen. Dass nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen die Zukunft unseres Landes sind, wird dabei vergessen. Ein in seiner Polemik ehrliches, nicht frauenfeindliches, sondern jungenfreundliches Buch über die Schattenseiten des Gleichberechtigungswahns, die auszusprechen in unserer Gesellschaft fast schon einem Tabu gleichkommt.


Natürlich wird auch Genderama in meinem Autorenporträt erwähnt.

Während ich in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" noch mutmaßte, dass es feminismuskritische Bücher wegen der vielen Frauen im Verlags- und Buchgeschäft so schwer haben, habe ich von den Ladys des Pendo-Verlags nur Unterstützung erhalten. Das rangiert von der Verlegerin Doris Jahnsen über die Redakteurin meines Buches Regina Carstensen, ehemalige Ressortchefin bei der "Cosmopolitan", bis zu meiner Lektorin Meike Frese. (Letzere durfte schon im Zusammenhang mit den ebenfalls bei Pendo erschienenen Büchern Eva Hermans Erfahrungen mit unfreundlichen Feministinnen machen.) Eine bessere Autorenbetreuung als von den Pendo-Frauen habe ich noch in kaum einem anderen Verlag erlebt, und ich bin deshalb ausgesprochen zuversichtlich, was diese Neuerscheinung angeht. Erfreulicherweise scheinen auch immer mehr Mitglieder des weiblichen Geschlechts zu realisieren, dass die Dinge nicht mehr so weiterlaufen können wie bisher.

Labels: , , , ,

Donnerstag, Dezember 11, 2008

Neues Buch im Februar: "Befreiungsbewegung für Männer"

Der Psychosozial-Verlag (ein anerkannter Wissenschaftsverlag) kündigt für Februar 2009 das von Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla herausgegebene Buch "Befreiungsbewegung für Männer. Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie" mit folgendem Text an:

Dieses Buch untersucht das feministische Zeitalter und liefert Ausblicke und Vorschläge für die Ära danach. Gleichverpflichtung, Gleichbehandlung und Gleichwertigkeit beider Geschlechter müssen das Ziel sein. Damit führt auch an einer offenen wie offensiven Interessenvertretung der Männer kein Weg vorbei. Eine große Rolle spielen Themen wie die Stellung des Mannes in der Familie, Gewalterfahrungen, Diskriminierung, Gesundheit und Sterblichkeit, Männerpolitik, Emotionen und traditionelle Männlichkeit.


Das Buch enthält Beiträge von Gerhard Amendt, Warren Farrell, Astrid von Friesen, Klaus Hurrelmann, Karin Jäckel, Beate Kricheldorf, Hans-Joachim Lenz und vielen anderen. Auch ich selbst habe zwei Kapitel beigesteuert.

Mit diesem Buch hat der "Maskulismus" endgültig den Zugang zum Raum akademischer Forschung erstritten.

Labels: , , , , , ,

Dienstag, November 04, 2008

Ingo Appelt: "Männer muss man schlagen"

"Was ist ein gelöstes Problem? Ein Mann in Salzsäure!"

Männer sind gefährlich! Sexbesessen, gewaltverherrlichend und blöde! In ihrer kindlichen Zerstörungswut stellen sie die größte zivilisatorische Katastrophe dar, die unser friedliches Einkaufsparadies Deutschland bedroht. Schön, dass sie in ihre Schranken gewiesen werden, die Dreckskerle! Allzu viel ist eh nicht mehr von ihnen übrig. Die einstigen Helden, herabgestiegen zu Dienstleistern! Die ehemaligen Patriarchen, nunmehr zu Sitzpinklern verkommen! Die stolzen Krieger, jetzt nur noch nutzlose Geburtsbeisitzer!

Gut so! Männer müssen lernen, sich anständig zu benehmen. Und wenn sie nicht hören wollen, muss man ihnen einfach mal eine scheuern.

Männer muss man hau'n, dann sind sie gut zu Frau'n!


Der Komiker Ingo Appelt scheint in seiner neuesten Satire den Zeitgeist auf den Punkt zu bringen.

Labels: ,

Samstag, August 02, 2008

"Opfer der Emanzipation"

Das ZDF-Magazin "Aspekte" beschäftigte sich gestern abend eingehend mit dem bereits auf Genderama vorgestellten Buch "Die Männlichkeitslücke" Andreas Gößlings. Hier kann man den Inhalt des Beitrages nachlesen.

Labels: , ,

Freitag, August 01, 2008

Neue US-Buchveröffentlichung: "The Decline of Men"

Im Oktober diesen Jahres erscheint im amerikanischen Verlag Harper Collins ein neues männerpolitisches Buch mit dem Titel "The Decline of Men: How the American Male Is Tuning Out, Giving Up, and Flipping Off His Future". Das Branchenmagazin "Publishers Weekly" stellt dieses Buch mit folgenden Worten vor:

Garcia (…) explores disturbing trends of men leading increasingly socially isolated lives and dropping out of high school and college in record numbers, naming them victims of an “invisible epidemic.” According to the author, modern men have failed to forge a new and productive role in the 21st century. Garcia charts the rise of feminism and the changing societal roles of both men and women, illustrating how and why men have become so confused about what defines masculinity; having lost their traditional role as provider and protector, men flirt with hollow substitute identities—drawing on “Jackass culture” (“men pretending to be boys”), gangster culture (“boys pretending to be men”) and “metrosexual” obsessions with grooming and body image—that have reductively redefined manhood and led men away from compassion, responsibility and family. Garcia wisely avoids degrading feminism or pitting men against women; instead, he offers an astute and well-researched meditation on how men might reclaim their identity and place in modern America and why such a transformation is important to future generations of both men and women.


Mir scheint, die Weisheiten, die dieses Buch verkündet kennen wir bereits seit Lionel Tigers "The Decline of Males" (dt. "Auslaufmodell Mann", 2000) und Susan Faludis "Stiffed" (dt. "Männer, das betrogene Geschlecht", 2001). Die Mehrheit der Männer hat sich "wisely" an genau die verordneten Therapievorschläge gehalten und so zum Beispiel darauf verzichtet, den Feminismus allzu scharf zu kritisieren. Wie sehr das unserer Situation genutzt hat, kann man daran erkennen, dass sieben bis acht Jahre später sehr ähnliche Bücher erscheinen wie damals.

Labels:

Samstag, Juli 26, 2008

England: Begeisterung über "Save the Males"

Einfach um nur noch einmal zu illustrieren, wie gigantisch mittlerweile der Unterschied zwischen der deutschen und der internationalen Presse ist, hier eine neue Rezension zu Kathleen Parkers männerfreundlichem Buch "Save the Males":

Every once in a while, a book not so much lands on your desk as lobs itself like a hand grenade, exploding preconceived wisdoms and shattering the bones of the status quo. Save The Males is such a book.

It is the fiercest and most fearless defence of men, fatherhood and ultimately the family I have read in many years.

American author Kathleen Parker's courageous thesis is that initially, through extreme feminism, then via its craven implementation into society, women have demonised men and trivialised their contribution, especially to family life.

I say courageous because, in the eyes of many women and of the liberal establishment, suggesting men have had a rough deal is nothing short of heresy.

Parker should be burnt at the stake, they cry. But isn't it ironic that only a woman could make such a plea for men?


Hier geht es weiter.

Labels: ,

Montag, Juli 14, 2008

"Rabbi: US-Männer stecken in tiefer Krise"

Das konservativ-christliche Nachrichtenmagazin "idea" berichtet:

Dem Rabbiner zufolge sind die US-Männer durch einseitige Konzentration auf Karriere zu „wandelnden Geldautomaten“ geworden. Von ihren Frauen und Familien würden sie oft nur daran gemessen, wie viel an klingender Münze sie nach Hause brächten. (...) In diesem materialistischen Klima könne Liebe nicht gedeihen. Hinzu kommen laut Boteach die Schattenseiten der so genannten sexuellen Befreiung: „Männer sind mit Frauen zusammen, die zuvor mit so vielen anderen Männern zusammen gewesen sind, dass der moderne Mann das Gefühl hat, schon körperlich an Normen gemessen zu werden, die er unmöglich erreichen kann.“ Statt Sex mit ihren Ehefrauen zu haben, flüchteten die verunsicherten Männer daher in die Pornografie, die in Amerika inzwischen zu einer Volksseuche geworden sei. (...) Der moderne Mann wolle nichts fühlen. Denn „wenn er fühlt, dann fühlt er Schmerz“.


Der Leser, der mir diesen Link zumailte, schreibt mir dazu: "Problem erkannt, Lösung: naja, mir schmeckt es nicht ganz; Ihnen sicherlich noch weniger. Zumindest hat das Buch in Amerika anscheinend Breitenwirkung und ist somit nicht ganz unwichtig."

Labels: , , ,

Freitag, Juni 27, 2008

"Save the Males" moderater Bucherfolg in den USA

Kathleen Parkers männerfreundliches Buch "Save the Males. Why Men Matter, Why Women Should Care" ist in den Verkaufscharts von Amazon.com inzwischen recht dicht an die Top-1000 herangepirscht. Damit ist das Buch zwar kein Megaseller, aber gerade im Vergleich zu ähnlichen Titeln durchaus erfolgreich.

Ein wenig geschuldet mag das dem Umstand sein, dass Parker immer wieder damit argumentiert, inwiefern die gesellschaftliche Abwertung der Männer schlecht für Frauen sei. Man hat so beim Lesen immer wieder den Eindruck, solange Frauen dadurch nicht indirekt ebenfalls zu Schaden kämen, wäre alles halb so schlimm. Immerhin: Die Argumentationsstrategie scheint zu funktionieren, und sie ist ja auch in anderen Zusammenhängen nicht ganz unbekannt. (Das Argument "Die Brandanschläge auf die Häuser von Ausländern schaden dem Ansehen und damit der Wirtschaft Deutschlands" etwa wurde hierzulande ja Anfang der neunziger Jahre durchaus gern verwendet.) Insgesamt vertritt Parker eine stark konservative Haltung, die jetzt eher auf der Linie z. B. der "Jungen Freiheit" wäre als auf meiner; beispielsweise argumentiert sie ausführlich über das Übel der Pornographie und einer sexualisierten Gesellschaft –intelligenter und überzeugender als Alice Schwarzer dies tut – und widmet ein weiteres langes Kapitel dem Argument, dass statt Frauen lieber wieder nur Männer in den Krieg ziehen sollten. Letzeres ist in der deutschen Männerrechtsbewegung wohl kaum mehrheitsfähig.

Apropos: Dass die Männer derzeit in vielem schlechter gestellt sind als die Frauen führt Parker vor allem darauf zurück, dass es keine dem Feminismus vergleichbare Männerbewegung gebe, um das System zu bekämpfen. Parker: "Ein paar haben es versucht und ein paar Websites sind aufgetaucht, damit Männer dort ihren Frust ablassen können, aber Tatsache ist, dass Männer nicht sehr gut darin sind, Koalitionen zu bilden." Das ist mal ein erfrischender Blick von außen. Und wenn ich als Insider mir einige unserer Kontroversen a la "Judäische Volksfront vs. Volksfront von Judäa" so anschaue, kann ich Parker hier nicht gerade mit Überzeugung widersprechen.

Die inhaltliche Tiefe des Buches ist eher gering, seine Aktualität ebenfalls Mittelklasse. So widerlegt Parker noch einmal lang und breit feministische Mythen, deren Widerlegungen man bereits Ende der neunziger Jahre finden konnte – so etwa die schon von René Denfeld aufgedeckten irreführenden Umfragen und Statistiken, die zu Nonsens-Ergebnissen wie "Jede vierte Frau wurde schon einmal vergewaltigt" führten. Andererseits werden ja auch diese falschen Zahlen immer weiter kolportiert, so dass es sicher wichtig ist, immer wieder zu erklären, wie sie entstanden sind. Ähnlich dankbar ist man Parker, wenn sie auf die Studien (die neusten aus dem Jahr 2007) hinweist, die erkannten, dass Gewalt in Partnerschaften überwiegend von Frauen ausgeht. Sehr aktuell ist Parker auch, wenn sie darüber berichtet, dass bei manchen Ärzten ein Drittel der Patienten mit Erektionsstörungen jünger als dreißig sind – und wenn sie eine sarkastische New-York-Times-Reportage zitiert, die von finanziell gut ausgestattete Großstädterinnen handelt, die ein Baby, aber keinen Mann haben wollen und deshalb "Sperma-Shopping" gehen (also attraktive Samenspenden auswählen): "Der nächste Bewerber ist eine Mischung aus Chinese, Peruaner und Italiener. Noch multikultureller kann man nicht sein. Aber Moment! Hat er auch Henry James gelesen? O ja! Und er mag auch Lorca und Hesse. Der Kerl hat Potential." Passenderweise sprechen diese Damen von Männern inzwischen als "Container mit zwei Beinen".

In einer weiteren Passage des Buches geht es um die derzeitige fast neurotische Besesenheit mancher Frauen von ihren Geschlechtsorganen. Damit spielt Parker natürlich nicht auf den gleichzeitig stattfindenden Trend in Deutschland an (Stichworte Charlotte Roche sowie die Weisheiten der Lady Bitch Ray), sondern die in den USA schon seit einigen Jahren etablierten
"Vagina-Monologe" Eve Enslers. Eine der Begleiterscheinungen der damit verbundenen Bewegung besteht darin, Frauen anzuleiten, das Wort "cunt" ("Fotze") selbstbewusst auszusprechen, um damit diesen negativ besetzten Ausdruck zurückzuerobern. (Ähnlich wie viele schwarze Rapper bewusst das Wort "Nigger" in ihren Texten verwenden.) Parker schreibt dazu: "Lassen Sie mich einfach nur sagen, ich bin froh, dass meine Großmütter dieses Kapitel der amerikanischen Geschichte verpasst haben. Glenn Close machte den Fotzolog berühmt, als sie im Jahr 1998 bei einer Prominenten-Benefiz-Veranstaltung 2.500 Leute dazu brachte aufzustehen und immer wieder 'Fotze, Fotze, Fotze, Fotze, Fotze, Fotze, Fotze!' zu rufen. Und danach fühlte sich jeder befreit und überall waren die Fotzen glücklich. Ich nehme an, man muss dabei gewesen sein, aber die Erwachsene in mir sträubt sich gegen die Vorstellung, sich für eine Abendgala in meine edelste Garderobe zu werfen, um sich dem unerforschten Genuss hinzugeben, ein wirklich, wirklich schlimmes Wort öffentlich zu sagen und dann kichernd zusammenzubrechen. (...) Wenn kleine Jungen das beobachtet hätten, hätten sie unweigerlich gedacht: Etwas stimmt nicht mit Mutti. Wir würden ganz sicher annehmen, etwas stimmt nicht mit Papi, wenn er und 2.500 seiner Kumpel sich in einem Stadion sammeln würde, um einander 'Schwanz!' zuzurufen und sich dann in hysterischen Lachanfällen zu kringeln. Wir würden sie festnehmen und in den Knast bringen lassen."

Alles in allem ist "Save the Males" sicher kein großer Wurf, aber eine durchaus unterhaltsame Lektüre für jeden, der am Geschlechterthema interessiert ist.

Labels: , , , , , ,

kostenloser Counter