Dienstag, August 31, 2021

Sachsen erlässt Gender-Verbot an Schulen – News vom 31. August 2021

1.
An einigen Schulen in Dresden haben die Schülerinnen und Schüler sich bereits daran gewöhnt, Sonderzeichen wie das Gendersternchen oder den Genderdoppelpunkt bei der geschlechtergerechten Sprache zu verwenden. Doch das Dresdner Kultusministerium hat dem nun eine Absage erteilt, wie die "Dresdner Neue Nachrichten" (DNN) berichten. Demnach mache derzeit ein Schreiben an den Schulen die Runde.

"Die Verwendung von Sonderzeichen wie Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren erfüllt weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entspricht sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, welches die Grundlage für die deutsche Rechtschreibung bildet und somit auch für die Schulen gilt", zitiert die Zeitung daraus.


Hier geht es weiter.



2. In Nigeria werden hunderte entführte Schüler seit Dezember gefangengehalten. Da es sich diesmal offenbar nicht um Mädchen handelt, gibt es keine verzweifelten Apelle von berühmten Persönlichkeiten, keine breite Berichterstattung in den Medien und auch sonst nichts, das mit der Kampagne "Bring Back Our Girls" vergleichbar wäre. Das Leben von Jungen hat in unserem "Patriarchat" eben deutlich weniger Wert.



3. In Dänemark eröffnet demnächst die erste "DJ-Akademie", die ausschließlich Frauen, nicht-binären Menschen und geschlechtlichen Minderheiten offensteht.



4. Vor ein paar Jahren habe ich schon darauf hingewiesen, dass die unter anderem von Feministinnen stark beworbenen Triggerwarnungen keineswegs für den erhofften Schutz sensibler Gemüter sorgen. Die neueste Forschung bestätigt diesen Befund:

In drei Studien sahen sich die Teilnehmer einen Lehrvideovortrag über sexuelle Übergriffe oder Selbstmord an, bevor sie einen kurzen Multiple-Choice-Test zum Thema ausfüllten. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen eingeteilt: eine mit Triggerwarnung und eine Kontrollgruppe. Vor dem Anschauen des Videos sahen die Teilnehmer in der Triggerwarnungsgruppe eine Nachricht, die davor warnte, dass der Vortrag "bei einigen Menschen, insbesondere bei Überlebenden von Traumata, extreme Ängste auslösen könnte."

(...) Die Forscher fanden keine Hinweise darauf, dass die Triggerwarnung die Emotionsregulation beeinflusst. Positive Emotionen nahmen tendenziell ab und negative Emotionen nahmen tendenziell zu, nachdem sie das Video gesehen hatten, unabhängig davon, ob es eine Triggerwarnung gab. Triggerwarnungen hatten auch keinen Einfluss auf die Testleistung. Dies galt sowohl für Teilnehmer mit als auch ohne persönliche Erfahrungen mit dem Thema.

Allerdings gab es einen signifikanten Unterschied zwischen der Triggerwarnungs- und der Kontrollgruppe. Diejenigen, die vor dem Anschauen des Videos einen Warnhinweis erhielten, stimmten Aussagen wie "Menschen sollten immer gewarnt werden, bevor sie von sexuellen Übergriffen hören" eher zu als diejenigen, die keinen Warnhinweis erhielten.

"Für den Durchschnittsstudenten sind Triggerwarnungen im Grunde inaktiv", sagte [Studienleiter Guy] Boysen. "Sie reduzieren weder negative Emotionen noch helfen sie beim Lernen. Ein Effekt, den sie jedoch haben, ist die Überzeugung, dass Triggerwarnungen notwendig sind. Ich glaube, dass eine Warnung die Menschen dazu bringt, etwas für gefährlich zu halten, auch wenn es das nicht ist. Das ist eigentlich eine gute Zusammenfassung der ganzen Kontroverse um Triggerwarnungen."


Lediglich bei Menschen mit nachgewiesenen Phobien oder einer posttraumatischen Störung, die heftige Flashbacks hervorruft, könnten solche Warnungen sinnvoll sein.



5. Wie die stramm konservative kanadische News-Plattform True North berichtet, möchte die Regierung Trudeau Terrorismus mit einem Gender-Ansatz bekämpfen:

Die kanadische Regierung hat sich kürzlich in einer Eingabe an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für einen "geschlechtsspezifischen und intersektionellen" Ansatz zur Prävention von Terrorismus und gewalttätigem Extremismus ausgesprochen.

Kanada legte diesen Antrag am 28. Juli 2021 während einer informellen Sitzung des Rates zum Thema "Verhütung von Terrorismus und gewalttätigem Extremismus durch Bekämpfung von Geschlechterstereotypen, Männlichkeit und struktureller Geschlechterungleichheit" vor.

"Wie die Redner feststellten, werden Geschlechterstereotypen, Männlichkeit, Weiblichkeit und geschlechtsspezifische Ungleichheiten seit langem von gewalttätigen extremistischen und terroristischen Gruppen für ihre Zwecke ausgenutzt", heißt es in der Vorlage.

"Wir müssen unbedingt weiter zusammenarbeiten, um das Bewusstsein für dieses Phänomen zu schärfen und umfassende geschlechtsspezifische Ansätze voranzutreiben, um Terrorismus wirksamer und nachhaltiger zu bekämpfen und gewalttätigem Extremismus vorzubeugen und zu begegnen."

(...) Laut einer Pressemitteilung über den Terrorismusgipfel wurde das Treffen von Mexiko und anderen organisiert.

"Die Ziele des Treffens bestanden darin, zu prüfen, wie ein Fokus auf Männlichkeiten einen umfassenderen Gender-Ansatz des Sicherheitsrats erleichtern könnte, die anhaltenden Herausforderungen zu identifizieren, die sich terroristische Einzelpersonen und Gruppen stellen, die das Geschlecht zur Förderung ihrer Ziele ausnutzen, und Empfehlungen und Erfahrungen in dieser Hinsicht zu ermitteln", heißt es in der Beschreibung des Treffens.

In seinem eigenen Beitrag argumentierte Kanada, dass die UN "sicherstellen müssen, dass Gender nicht mit Männern gleichgesetzt wird. Auch Männer haben ein Geschlecht, und gewalttätige Extremisten und Terroristen manipulieren und nutzen diese geschlechtsspezifischen Realitäten geschickt aus".

"Unsere kollektive Reaktion auf den Terrorismus wird durch die Anerkennung dieser geschlechtsspezifischen Realitäten gestärkt. Daher müssen wir auch weiterhin den Nutzen und die Notwendigkeit aufzeigen, Probleme aus einer geschlechtsspezifischen und intersektionellen Perspektive zu betrachten und diese Informationen zu nutzen, um unsere Ansätze zu lenken", heißt es in dem Antrag.


Das liest sich alles ein bisschen verquast. Wenn es darum geht, Terroristen davon abzuhalten, Männer anzuwerben, indem sie diese mit einem Appell an ihre Männerrolle manipulieren, klingt das vernünftig. Wenn daraus nur wieder das gewohnte Männer-Bashing wird, wäre das weniger schön.



Montag, August 30, 2021

Laschet will beim Gendern "die Tassen im Schrank lassen" – News vom 30. August 2021

1. Auch beim Kanzlerkandidaten-Triell gestern war die Gendersprache eines der angesprochenen Themen:

Gendern wolle Olaf Scholz nicht, dies sei außerdem eine freie Entscheidung. Er wolle vielmehr immer beide nennen. Vorgegeben werden solle es auf keinen Fall. Auch Annalena Baerbock betonte, das Gendern nicht vorschreiben zu wollen, allerdings sei es geboten, Frauen nicht nur "mitzumeinen", sondern sie auch anzusprechen. "Massiv verletzende Worte" sollten in der Politik aus Gründen eine Vorbildfunktion nicht mehr fallen, so Baerbock. Armin Laschet wirft Menschen ein, die sich fragten, ob sie noch "sagen dürften", was sie sagen wollen. Man solle "die Tassen im Schrank lassen“. Es gebe "ganz andere Bedrohungen", um die sich gekümmert werden solle, anstatt "in Sternchen zu sprechen".




2. In Greifswald eröffnete dieser Tage eine Bar mit dem Namen "Männerkeller". Prompt kommt es zu Angriffen bis hin zu Vandalismus:

Die Bezeichnung sei chauvinistisch, so der Vorwurf. Bereits vor der Eröffnung habe es Proteste in sozialen Netzwerken gegeben, berichtet die "Ostsee-Zeitung", die Bar sei sogar Ziel von Farb- und Graffiti-Attacken geworden.




3. Österreichs grüne Justizministerin Alma Zadić äußert sich zu Afghanistan: "Müssen Frauen und Kinder da rausholen." Die Männer sollen, wie immer in solchen Fällen, mal schön sehen, wo sie bleiben.



Samstag, August 28, 2021

AfD klagt gegen Gendern in Rechts- und Verwaltungssprache – News vom 28. August 2021

1. Der NDR berichtet:

Der Landesvorstand der AfD Niedersachsen habe beschlossen, die Legitimation des Genderns klären zu lassen, teilte AfD-Landeschef Jens Kestner am Freitag mit. Man unterstütze daher die klagende AfD-Kreistagsfraktion in Goslar. Eine entsprechende Klage gegen den Landkreis Goslar liegt dem Verwaltungsgericht Braunschweig nach Angaben eines Sprechers bereits vor.

Kestner beklagt einen Flickenteppich in der Rechts- und Verwaltungssprache. Das Gesetz zur Förderung der Gleichstellung der Frau in der Rechts- und Verwaltungssprache von 1989 wird aus seiner Sicht "ausgehebelt und eigenmächtig durch eine sogenannte Gendersprache ersetzt". Ziel der Klage sei es, "die Zuständigkeit des Landtags wieder herstellen zu lassen, um eine einheitliche Rechts- und Verwaltungssprache in ganz Niedersachsen zu gewährleisten", so Kestner.




2. Bei den Grünen hat währenddessen Robert Habeck immer noch damit zu tun, hinter seiner Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock her zu räumen. Aktuell bezog er Stellung zu ihrer umstrittenen Forderung, die deutschen Gesetze durchzugendern:

"Eine Regierung hat immer die Möglichkeit, ihre Gesetze so zu formulieren, wie sie es für richtig hält. Das ist ja der Sinn von Wahlen", erzählt der Politiker im Gespräch mit Ex-Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. "Deswegen ist das Bohei darum ein bisschen albern." Doch Habeck ärgert sich. In der Diskussion werde "aus einer Mücke ein Elefant gemacht", sagt der Co-Chef der Grünen im Podcast, räumt aber auch ein: eine Mücke, die existiere. Entscheidend sei aber, was in den Gesetzen stehe und nicht, wie die Formulierung sei, betont Habeck. "Es ist nicht das Haupt-Grüne Wahlanliegen, Gesetze zu gendern."




3.
Ein Foto, das den Innenraum eines Flugzeuges zeigt, mit dem Hunderte Menschen aus Afghanistan evakuiert wurden, geht durch das Internet. "Wieder nur Männer"-Rufe werden jetzt laut.


Die Faktenchecker-Seite Mimikama hat sich diesen Fall genauer angeschaut:

In Postings auf Social Media-Plattformen soll nun mit diesem Foto gezeigt werden, dass es sich bei den Flüchtenden nur um Männer handeln soll. Doch das ist falsch. Das Foto wurde für diese Beiträge beschnitten, um nicht zu sagen "manipulativ beschnitten", da gerade im unteren Teil des Fotos, der weggeschnitten wurde, Frauen und Kinder unschwer zu erkennen sind.


Jetzt würde mich doch interessieren, wer das irreführend zurechtgeschnittene Foto ursprünglich verbreitet hat: männerfeindliche Feministinnen oder fremdenfeindliche Rechtsradikale? Und wie irritierend ist es eigentlich, dass beide Gruppen gleichermaßen infrage kommen, obwohl die eine medial gefeiert und die andere medial geächtet wird?



4. "Wenn wir Frauen uns einig wären, wäre Feminismus kein Thema mehr", findet Alice Schwarzer.

Wenn wir Männer uns einig wären auch.



5. Auch Genderama-Lesern kann er nützlich sein, bevor sie sich versehtnlich für die falsche Partei entscheiden: der feministische Wahl-O-Mat. Über die einzelnen Thesen darin, kann man sich allerdings ärgern. Beispielsweise Nr. 20:

"Frauen sollen einen Rechtsanspruch auf Beratung und Schutz vor Gewalt haben. Sie sollen einen flächendeckenden und besseren Zugang zu Schutzeinrichtungen und leicht zugänglichen Unterstützungsangeboten bekommen."

Warum um alles in der Welt nur Frauen? Wie kann man solche Thesen als feministisch verkaufen und gleichzeitig mit ernstem Gesicht behaupten, der Feminismus wäre auch für Männer toll?

Der Auswertung des Wahl-O-Maten zufolge stehe ich übrigens der FDP am nächsten. Dazu musste ich nur sämtliche sexistischen Formulierungen konsequent zurückweisen.



6. Ich habe mich immer schon gefragt, warum der Zorn von Feministinnen als gerechter Zorn gilt und als Hinweis darauf, wie stark Frauen in unserer Gesellschaft gequält würden, während die Wut von Männerrechtlern in sexistischen Reißern wie diesem dazu benutzt wird, die Maskulisten als gefährliche Wüteriche abzuwerten. Ein Trick hierbei besteht auch darin, dass die feministische Wut als "links" und die maskulistische Wut als "rechts" phantasiert wird. Dazu führt der linke Sachbuchautor Bernd Stegemann folgendes aus:

Die rechte Wut wird nicht als Ausdruck sozialer Probleme ernst genommen, sondern soll vor allem eine Gefahr für linke Identitäten sein. Rechte Wut wird zum individuellen Charakterfehler erklärt, während linksidentitäre Wut Ausdruck der falschen Verhältnisse ist. Mit diesem doppelten Standard werden permanent neue Konflikte produziert. Denn es werden nicht nur alle nicht-linksidentitären Wutkollektive provoziert, sondern es wird ebenso der Universalismus und Gleichheitsanspruch der bürgerlichen Milieus bekämpft.

Um in diesem Wechselspiel Sieger zu bleiben, wendet die linke Identitätspolitik ihre Paradoxien immer radikaler an. Jeder Versuch, auch die rechte Wut als Teil des politischen Spektrums zu verstehen, wird kategorisch abgelehnt. Wer die "Sorgen der Bürger" ernst nehmen will, macht sich in ihren Augen bereits verdächtig.

Der einfache Grund, warum linke Identitätspolitik ihre doppelten Standards so vehement durchsetzen will, besteht in ihrem politischen Machtanspruch. Würde die Wut der "weißen Menschen" nicht als Beweis ihrer Schuld angesehen, sondern als verstehbares Aufbegehren anerkannt, bräche das Fundament linker Identitätspolitik zusammen. Ihre doppelten Standards sind das Betriebsgeheimnis ihres Erfolgs. In jedem einzelnen ihrer Argumente finden sie sich wieder.

Darum droht die größte Gefahr für sie inzwischen nicht von der Seite der rechten Wut, sondern von der Seite, die ihren strategischen Einsatz der Doppelstandards öffentlich kritisiert. Die Wut linker Identitätspolitik richtet sich immer stärker gegen die neutrale Position des Universalismus. Die raffinierteste Abwehr besteht darin, den Universalismus zum Partikularismus der "weißen Menschen" zu erklären.

Bei dem Projekt der woken Wutkultur geht es nicht um einen Plan, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sondern es geht um die Lust an der inflationären Empörung. Wer sich gekränkt fühlt und es schafft, seiner individuellen Kränkung eine allgemeine Gültigkeit zu geben, ist nicht nur berechtigt, seine Wut öffentlich auszuleben, er wird dafür sogar noch belohnt.

Gelten die Affekte der Rache ansonsten als bedenkliche Zeichen von Zivilisationsverlust, so ist die wütende Stimme, die aus einer Opferperspektive nach Vergeltung ruft, ein anerkannter Beitrag zur Öffentlichkeit. Jedes Medium, das im Markt der Aufmerksamkeit mithalten will, braucht inzwischen mindestens eine wütende Opferstimme unter seinen Beiträgern.

Dass die Behauptung, eine marginalisierte und darum übersehene Opferposition zu bekleiden, spätestens in dem Moment zur Lüge wird, wo sie regelmäßig in einem überregionalen Medium erscheint und vielfältigen Zuspruch erhält, wird ausgeblendet. Getreu der alten Lehre zum Machterhalt befolgen die Verwalter der Opfer-Wut den Ratschlag: Wenn du herrschen willst, musst du es im Gewand des Dieners tun.

So hat der öffentliche Wettbewerb zwischen rechter und links-woker Identitätspolitik einen klaren Sieger. Und damit findet die paradoxe Methode der linken Identitätspolitik ihre abschließende Formel. Solange sie es schafft, genügend Nachschub an Empörung zu generieren, und solange ihre Wut als legitimer Ausdruck der Unterdrückten erscheint, solange behält sie die Macht über die Regeln der öffentlichen Kommunikation.


Womit euch erklärt wäre, warum auf Twitter Scharen von Feministinnen vor Empörung selbst über Trivialitäten wie dass Dieter Hallervorden die Gendersprache nicht mag geradezu ausrasten, obwohl die Gleichberechtigung der Frau schon vor Jahrzehnten erreicht worden ist. Die Wut auch über Kleinigkeiten muss gigantisch bleiben, damit sie wichtige Anliegen anderer Menschen weiterhin übertönt.



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu der Sexismus-Debatte um die Münchner Julia-Statue:

Wie würden die sich erst aufregen, wenn jemand von denen Shakespeare gelesen hätte? Dann könnten sie den Brauch des Streichelns der Brust einer 13-jährigen nämlich als verkappten Kindesmissbrauch anprangern. (Gibt es gibt sogar ein Gesetz, das entsprechende Darstellungen verbiet?)

Und und ich wüsste zu gern, ob die dann zum Ausgleich für die Julia-Statue die Aufstellung der Bronze-Darstellung eines minderjährigen Knaben fordern würden?!?


Mehr Post. Zu den Ansinnen des Auswärtigen Amtes, männliche Mitarbeiter umzuerziehen, schreibt mir Kevin Fuchs:

Bezüglich der Gleichstellungsbeauftragten des Auswärtigen Amtes kann ich den Männern auch eine Verhaltensempfehlung geben:

Den Auftrag und die Legitimation der Gleichstellungsbeauftragten definiert das Bundesgleichstellungsesetz. Demnach können nur Frauen die Beauftragte wählen und nur Frauen können gewählt werden. Das wissen viele nicht.

Hier nun mein Rat an die Männer: Ignorieren Sie alles, was die Gleichstellungsbeauftragte verkündet. Sie verfügt über kein Mandat, Ihre Interessen zu vertreten. Sie verfügt auch über kein Mandat, irgendwelche Forderungen an Sie zu richten. Die Beauftragte ist eine biologische Frau, die für andere biologische Frauen Frauensachen machen darf - sonst nichts.

Das Ganze zeigt leider mal wieder, wie reaktionär der Gleichstellungsbetrieb ist und wie viele altbackene Vorurteile dort kultiviert werden. Die Mehrheit aller Männer und Frauen ist heute schon viel weiter. Ist das noch progressiv oder kann das weg? Ich meine - es kann weg.


Noch mehr Post. Ein weiterer Leser schreibt mir:

Seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass weniger Stellen im Rahmen des Professorinnenprogramms ausgeschrieben sind. Ich frage mich, ob das daran liegt, dass die Mittel verbraten sind, oder man sich den Hinweis auf die Förderung der Diskretion halber verkneift, da an dem Ganzen ein gewisses rechtliches Geschmäckle ist. Gegen letztere Annahme spricht diese Ausschreibung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Darin heißt es:

"Da die Stelle aus Mitteln des Professorinnenprogramm III finanziert wird, richtet sich die Ausschreibung ausschließlich an weibliche Bewerberinnen."

Den Genderstern in "Schwerbehinderte Bewerber*innen" weiter unten hat man wohl zu entfernen vergessen, und der Hinweis, man begrüße alle Bewerbungen "unabhängig von Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität" ist etwas unklar - was ist unter sexueller Identität zu verstehen? Das, was man früher Geschlecht nannte? -, aber dass eine Stelle im Rahmen des Professorinnenprogramms ausdrücklich nur für Frauen ausgeschrieben wird, habe ich noch nie gesehen. Soll man sich nun darüber freuen, dass männlichen Interessenten wenigstens reiner Wein eingeschenkt wird? Oder ist es ein Hinweis, dass man sich keinen Zwang mehr antun muss? Ich fürchte Letzteres. Man fühlt sich beim Diskriminieren inzwischen anscheinend so sicher, dass man es in aller Offenheit betreiben und sich die verdrucksten Formulierungen sparen kann. Natürlich nur, solange es gegen Männer geht.




Donnerstag, August 26, 2021

Auswärtiges Amt will Männer umerziehen – News vom 26. August 2021

1. Die Bildzeitung berichtet:

Die Auswüchse der „woken“ Bewegung werden immer bizarrer ...

Jetzt hat die Gleichstellungsbeauftragte des Auswärtigen Amtes eine Verhaltensliste für Männer erstellt. Der Grund: Männer seien "privilegiert" und hätten "unbewusste Vorurteile" im Kopf, mit denen sie Frauen daran hinderten, Karriere zu machen.

(…) Das Ziel: Man wolle mehr "Gleichstellung" zwischen den Geschlechtern erreichen, indem man die Mitarbeiter einmal im Monat für Diskriminierung "sensibilisiert" und "Barrieren abbaut".

Für den Monat August veröffentlichte die Behörde eine Liste mit acht Verhaltensregeln für Männer, weil man nur so eine "lückenlose Gleichstellung" und "mehr Freiheit" erreichen könne. Das Gleichstellungsbüro hat sogar ein DIN-A-3-Poster mit den Männer-Regeln erstellt, das sich die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes ausdrucken und im Büro aufhängen sollen.

Die Behörde greift hier massiv in die Privatsphäre der Mitarbeiter ein. Denn: Männer werden pauschal als unreflektierte Sexisten dargestellt, die angeblich Frauen unterdrücken und sich nicht um ihre Familie kümmern.

BILD hat die absurdesten Männer-Regeln des Auswärtigen Amtes zusammengefasst:

Punkt 1: Männer sollen sich "reflektieren" und sich ihrer "unbewussten Vorurteile" gegenüber Frauen "bewusst werden". Denn: Männern würden es angeblich selbst nicht merken, wenn sie Frauen schlecht behandelten.

Punkt 2: Männer sollen emotionaler werden. "Lasst Emotionen zu", heißt es. Man solle "egal wie" "Emotionen und Empathie" zeigen und "die eigenen Gefühle nicht unterdrücken", weil das "ungesund" sei.

Punkt 3: "Seid fortschrittliche Väter". Männer im Auswärtigen Amt sollen häufiger in Elternzeit gehen und weniger arbeiten, liest man, damit sie "mehr Zeit mit ihren Kindern" verbringen können.

Punkt 4: Männer sollen häufiger den Haushalt machen, damit Frauen seltener an Burnout und Altersarmut leiden.

Punkt 5: Männer sollen Gender-Sprache (Beispiel: "Mitarbeiter*innen") verwenden, um Frauen und "nicht-binäre" Menschen "sichtbar" zu machen.

Punkt 6: Männer sollen in Besprechungen häufiger die Klappe halten. Konkret heißt es: "Gebt Frauen in Besprechungen Raum für ihre Beiträge, hört zu, unterstützt, verzichtet auf 'Mansplaining' (ein feministisches Schimpfwort dafür, wenn Männer zu viel reden, Anm. d. Redaktion) und hinterfragt euer Handeln."

Brisant: Als Vorschlag für die Gender-Sprache, die Männer jetzt verwenden sollen, empfiehlt die Gleichstellungsbeauftragte das Gender-Lexikon "Geschickt-Gendern". Dort wird gefordert, anstatt "Spion" "auskundschaftende Person" oder anstatt "Abiturient" "abiturablegende Person" zu sagen.


In einem Kommentar zu dieser Meldung befindet Judith Sevinc Basad:

Wenn es um "Diversität" geht, zeigt sich das Auswärtige Amt besonders sensibel. So erstellt die Behörde Verhaltensregeln für männliche Mitarbeiter – schreibt ihnen vor, wie sie zu sprechen, zu arbeiten, zu denken haben, damit sich niemand ausgegrenzt oder verletzt fühlt.

Zur Erinnerung: Es ist das gleiche Auswärtige Amt, das gerade mit den Taliban verhandelt, die Frauen unter Burkas stecken und wegen "Ehebruchs" (ihr Wort für Vergewaltigung) steinigen.

Und überhaupt: Wenn es um Menschenrechte in China, Nahost und Co. geht, ist es mit der Wachsamkeit unseres Außenministeriums schnell vorbei.


Ich habe am Montag mit einem Afghanistan-Veteranen gesprochen, der meinte, dafür, wie Heiko Maas unsere Helfer und Unterstützer dort verraten und den Taliban überlassen habe, müsse er eigentlich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt werden. Statt hier Verantwortung zu übernehmen lässt er seinen Mitarbeitern verkünden, wie sie zu sprechen und wie sie privat ihren Haushalt zu führen haben.



2. In München gibt es einen "Sexismus-Streit" um die Julia-Statue: einem Geschenk aus Verona, wo Shakespeares "Romeo und Julia" spielt. Viele Einheimische und vor allem Touristen reiben an der rechten Brust der Figur, die vor dem Alten Rathaus steht: Dieses Ritual soll Glück in der Liebe bringen. Jetzt fordert deswegen die Münchner Stadträtin Marie Burneleit in einem "Gender-Antrag" für ein ausgeglichenes Geschlechterbild eine männliche Statue, an deren Schoß sich Frauen reiben können.

Zeit-Online ergänzt:

Schon 2018 prangte hinter der Figur ein Plakat mit dem Schriftzug "#MeToo". "Auch das Anfassen an unpassenden Körperstellen kann für Menschen eine Form sexueller Belästigung sein", hatte damals die Urheberin Lea Thurner (…) die Aktion erklärt.


Empört zeigt sich Der Tag 24 über die Vorstellung, diesen Unsinn als Unsinn abzutun. Während Kulturreferent Anton Biebl der Stadträtin recht gebe ("Ihre Einschätzung ist völlig richtig"), wird dieses Urteil nicht von jedem geteilt:

Ein Penis in München? Das stört jedoch offenbar die politische Männerwelt. So hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post (40) gegenüber "bild.de" empört gezeigt: "Da geht's manchen noch zu gut. Das sind nicht die Sorgen und Nöte der Menschen." Der CSU-Fraktionschef, Manuel Pretzl (45), sieht es ähnlich und hält die Forderung für "vollkommen absurd, vollkommen überflüssig und vollkommen gaga." Für sie scheint das Reiben an der weiblichen Brust als Glücksbringer für beide Geschlechter in Ordnung zu sein.


Man sieht: In München herrscht schon wieder Sodom und Gomorrha, und es ist höchste Zeit, dass da die Sittenwächter endlich rettend eingreifen.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu der Genderama-Top-Meldung von gestern:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

zu den von Ihnen verlinkten Forschungsergebnissen zum Thema Depressionen ist Ihr Hinweis zur Unterdiagnostizierung von Depressionen bei Männern in meinen Augen das eigentlich Entscheidende. Ich würde nämlich die Forschungsergebnisse eher so interpretieren, dass diese Unterdiagnostizierung neben Männern auch Frauen mit maskulinen Merkmalen betrifft.




Mittwoch, August 25, 2021

Neue Studie: Männlichkeit schützt vor Depressionen (auch Frauen) – News vom 25. August 2021

1. Die aktuelle psychologische Forschung zeigt, dass Männlichkeit wohl doch nicht nur "toxisch" ist:

Frauen und Männer, die stark maskuline Merkmale aufweisen, sind im Vergleich zu ihren weniger maskulinen Kollegen weniger anfällig für depressive Symptome. Dies geht aus neuen, im Journal of Affective Disorders veröffentlichten Forschungsergebnissen hervor, die 40 Jahre lang untersucht wurden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, zu erklären, warum Frauen ein höheres Risiko für Depressionen haben.

"Die Idee zu dieser Studie entstand im Jahr 2007. Seitdem hat unser Team eine Reihe von Arbeiten zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in der emotionalen Empfänglichkeit veröffentlicht und festgestellt, dass Frauen auf emotional negative Reize empfindlicher reagieren als Männer", sagte Studienautor Hong Li, Professor an der South China Normal University und Direktor der Chinesischen Psychologischen Gesellschaft.

"Wir schlossen daraus, dass dies ein wichtiger Mechanismus für den geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Häufigkeit von Depressionen sein könnte, da Frauen fast doppelt so häufig an Depressionen leiden wie Männer. Daher fragten wir uns, ob Mädchen/Frauen nur aufgrund ihres biologischen Geschlechts ein höheres Risiko haben, an einer Depression zu erkranken? Wir haben in der bisherigen Literatur nach Antworten gesucht und festgestellt, dass das psychosoziale Geschlecht (z. B. die Geschlechterrolle) ein wirksamer Indikator für die Vorhersage der Anfälligkeit für Depressionen sein könnte, sogar genauer als das biologische Geschlecht, da persönliche Emotionen leicht von sozialen Faktoren beeinflusst werden. (…) Genauer gesagt sind sowohl weibliche als auch männliche Personen, die stark maskuline Eigenschaften aufweisen (z. B. sich durchsetzen, nie aufgeben, aktiv und entschlossen sein), weniger anfällig für Depressionen, während weibliche Eigenschaften (z. B. warm, zärtlich, sanft, liebevoll, mitfühlend und verständnisvoll) ihnen ermöglichen könnten, von sozialer Unterstützung als Schutzfaktoren für Depressionen zu profitieren.

Umgekehrt kann die Konformität mit traditionellen und typischen Geschlechtsrollennormen (d. h. Jungen/Männer sollten stark, aber nicht warmherzig sein, während Mädchen/Frauen verständnisvoll, aber nicht aktiv sein sollten) Stress und einige psychische Störungen, insbesondere Depressionen, fördern. Dementsprechend wird erwartet, dass die Entwicklung individueller androgyner Eigenschaften ein wirksamer Prozess zur Verringerung der globalen Prävalenz von Depressionen und der Geschlechterdisparität ist."


Allerdings warne ich davor, das Ausmaß der Depressionen bei Männern zu unterschätzen.



2. Auf St. Pauli gibt es Konflikte wegen der Frauenquote:

Am 4. September findet die erste von zwei Mitgliederversammlungen des FC St. Pauli in diesem Jahr statt. Bei der ersten Versammlung soll unter anderem über einen Antrag der AG Diversität mit Unterstützung der Clubführung, die eine Frauenquote in den Vereinsgremien verankern wollen, abgestimmt werden. Doch gegen diese Idee regt sich Widerstand. Mehrere Mitglieder des Vereins haben nun Gegenantrag eingereicht, der eine Frauenquote beim FC St. Pauli verhindern soll. Als Begründung heißt es, dass "bei der personellen Besetzung der Vereinsgremien allein fachliche Qualifikationen und charakterliche Eignung im Hinblick auf die Werte des Vereins den Ausschlag geben." Eine Sonderstellung einzelner Gruppen mittels einer Quote solle ausgeschlossen sein.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



3. Dieter Hallervorden hat die immer autoritäter durchgedrückte Gendersprache kritisiert:

"Das Schlosspark Theater wird, so lange ich da ein bisschen mitzumischen habe, sich am Gendern nicht beteiligen", sagte der Theaterbetreiber nun über seine Bühne in Berlin. "Allen Mitarbeitern steht es natürlich frei, das zu handhaben, wie sie möchten. Aber alles, was von Seiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen", so der 85-Jährige.

"Natürlich entwickelt sich Sprache", sagte Hallerorden. "Aber sie entwickelt sich nicht von oben herab auf Befehl. Es hat in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von den Nazis und einmal von den Kommunisten. Beides hat sich auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär - und zwar auf Zwang."


Die woke Blase auf Twitter reagiert mit der gewohnten Gedankenschärfe und hält Hallervorden die folgenden Argumente entgegen:

++++EILMELDUNG++++Alter weißer Mann sagt Sachen, die alte weiße Männer sagen!++++EILMELDUNG++++


Ich dachte Dieter #Hallervorden ist ein cooler Dude, aber er scheint ja ein richtiger Idiot zu sein.


#Hallervorden hatte schon immer arge Arschloch-Vibes und seit er Bestfriend mit Til Schweiger ist hat sich das Thema sowieso erledigt. Soll sich ficken. Arschloch.


Gerade den Hashtag #Hallervorden gesehen und hatte schon Angst, dass er tot ist. Nun muss ich feststellen, dass er scheinbar einfach nur ein Vollidiot ist ...


Warum fragt man eigentlich ständig alte weiße (Vor-)Boomer-Männer nach ihrer Meinung zu irgendwelchen Themen? /MS #Hallervorden


Palim, palim, ich bin ein Nazi und eine AfD-Sprechpuppe. Lotzlöffel und Didi #Hallervorden, mir wird das hier gerade etwas zu weird.


Hier spricht das selbsterklärte Lager der Menschenfreundlichkeit und Toleranz.



Dienstag, August 24, 2021

Kramp-Karrenbauer: "Hauptaufgabe ist die Rettung der Frauen" – News vom 24. August 2021

1. Die Bildzeitung berichtet:

Als Verteidigungsministerin steht Annegret Kramp-Karrenbauer (59, CDU) wegen des Afghanistan-Versagens unter erheblichem Druck, auch als Befehlshaberin unserer Soldaten in Kabul.

Und doch sorgt sie sich auch um sie: Die mutigen Frauen Afghanistans, Journalistinnen, Frauenrechtlerinnen, mutige Afghaninnen, die nun von den Taliban gejagt werden.

Im Interview bei BILD Live, dem TV-Sender von BILD, machte AKK klar: Oberste Priorität müsse die Rettung von Frauen aus dem Land sein! Dafür müsse auch mit den Taliban verhandelt werden.


Das Blog Apokolokynthose sieht solche sexistische Propaganda kritisch:

Hier wird (...) die Machtübernahme durch die Taliban auf "Frauenfeindlichkeit" reduziert, und nicht erweitert auf

* Abschaffung der Rechtstaatlichkeit, soweit nicht im Einklang mit der aktuellen Scharia

* Abschaffung der Demokratie

* Abschaffung der freien Berufswahl, der Reisefreiheit, der Vertragsfreiheit, der Religionsfreiheit und anderer Freiheiten

* Todesstrafe und Körperstrafen insbesondere für Homosexuelle

Und die frauenfeindlichen Gesetze beschränken sich NICHT auf die Burkapflicht, ich will das nicht verharmlosen, aber ein Schwuler, der gefoltert und gehängt wird, ist möglicherweise trotzdem schlechter dran als eine Frauenrechtlerin.


Das mag sein, aber er ist ein Mann. Damit ist er für die Politik des Westens komplett uninteressant – und für "Ich-bin-eine-Quotenfrau"-Karrenbauer allemal.



2. Neuer Beitrag von Tamara Wernli auf Youtube: "Wie Jungs & junge Männer im Schulsystem benachteiligt werden - und keiner spricht darüber". Tatsächlich tun wir das – es hört nur niemand von den Verantwortlichen zu.



3. Die Moderatorin Caroline Beil teilt gegen die Öffentlich-Rechtlichen und deren Besessenheit von der Gendersprache aus: "Das Schlimme ist, dass wir diesen Schwachsinn auch noch mitfinanzieren müssen!"

Zum selben Thema äußert sich aktuell das Blog "Des Pudels Kern".



4. In der "taz" beschäftigt sich Fatay Aydemir mit Luck Mockridges Verteidigung gegen die Unterstellung eines sexuellen Übergriffs, wobei sie mit Vorwürfen wie "Täter-Opfer-Umkehr", "Victim Blaming" und "misogyne Denkmuster" hantiert. Der Artikel selbst wirdert mich ein bisschen an, aber viele Reaktionen aus der "taz"-Leserschaft darunter sind lesenswert.

"Matthias K". etwa schreibt:

Welche rechtsstaatlichen Lösungen zu solch einem Dilemma (Aussage gegen Aussage, keine Beweise) schweben den Feministinnen und Feministen denn vor? Ich bin ernsthaft daran interessiert, denn ich finde es ebenso unerträglich, dass es Menschen gibt, die wahrscheinlich völlig zu unrecht freigesprochen wurden.

Schade, dass für Frau Aydemir völlig ausgeschlossen ist, dass Herr Mockridge unschuldig sein könnte. Wenn er 100% unschuldig ist, dann ist er Opfer. Punkt. Wenn er diese Hassmails und Drohbotschaften bekommt, obwohl wirklich nichts bewiesen ist, dann kann man doch wirklich nicht von einer Umkehrung Opfer-Täter sprechen, oder?


"Hup" stellt fest:

Die Argumentation der Autorin ist letztlich: nur ein Schuldiger beteuert seine Unschuld. Je mehr er sich als unschuldig bezeichnet, desto schuldiger ist er, weil er sich weigert seine Schuld anzuerkennen.

Ein unzulässiger Zirkelschluss der nur eins sicher beleuchtet: Die Vorurteile der Autorin und ihr fehlendes rechtsstaatliches Verständnis. Sie bevorzugt Mob-Justiz. Wird jemand nur vehement genug oder von mehreren "richtigen" Personen beschuldigt, dann steht dessen Schuld für sie faktisch fest, egal was ein Gericht nach Beweislage befindet. Die Anklage wird bereits als Beweis gewertet. Das ist ein anti-zivilisatorischer Rückschritt, und im Prinzip im Wortsinn asozial. Genau so hat die Verurteilung scheinbarer Hexen einst funktioniert, hence "Hexenjagd".

Aber sowas wird aktuell als progressiv verkauft und von zu vielen auch unkritisch so rezipiert.

Tatsächlich ist das aber eine Sackgasse der Emanzipation, die niemand weiterbringt, auch die tatsächlichen Opfer von sexualisierter Gewalt nicht.


"Igby Ybgi" befindet:

Die Autorin begeht hier einen Kategorien-Fehler: Sie analysiert gängige Argumentationsmuster, denen sich Betroffene in Fällen von sexueller Gewalt ausgesetzt sehen. Das ist grundsätzlich sinnvoll und legitim. Es macht nur eben wenig Sinn, dies anhand dieses konkreten und, wie sie selbst ja auch eingangs richtig einräumt, absolut ungeklärten Falles zu tun.

Soll heißen: Als allgemeiner Beitrag zum Thema Täter-Opfer-Umkehr und Victim-Blaiming wäre der Text womöglich lehrreich gewesen. Durch die Bezugnahme auf den Mockridge-Fall wird daraus nun eine frappierend zirkelschlüssige Generalabrechnung mit einem womöglich zu Unrecht Beschuldigten.

Eine Argumentationsmusteranalyse ergibt doch nur Sinn, wo Unbeteiligte über das potentielle Tatgeschehen urteilen, wo Polizisten, Staatsanwälte, die Twittergemeinde oder taz-Kommentarinnen über potentielle Täter und Opfer urteilen – und dann womöglich für die Betroffenen ggf. traumatisierende Äußerungen tätigen.

Wenn sich dagegen der Beschuldigte selbst äußert, verbietet sich bei Unkenntnis seiner Motive eine solche Deutung - sonst liefe (im Falle seiner Unschuld) ja jede legitime Form der Verteidigung ins Leere. Oder anders: Wo die Frage, wer Täter und wer Opfer ist, nicht geklärt ist, kann redlicherweise auch keine Täter-Opfer-Umkehr diagnostiziert werden. Es ist besorgniserregend, dass man dies 2021 nach Lektüre eines taz-Artikels wieder klarstellen muss.


"Dr. McSchreck" warnt:

Am Rande: das Opfer ist er eben wirklich, wenn man die Sachlage objektiv betrachtet. Dann gibt es 2 Leute, die ein Geschehen sehr unterschiedlich bewerten. Die eine Person schaltet die Justiz ein, die kann keine Straftat feststellen, die Person, die sich als Opfer einer Straftat sieht, legt Beschwerde ein, auch die nächste Instanz stellt keine Straftat fest.

Die normale Folge wäre jetzt: sie hasst ihn, er ist sauer auf sie - kein Dritter (oder höchstens enge Freunde) kann etwas dazu sagen, weil keiner dabei war (die engen Freunde können die beiden vielleicht einschätzen, wem sie eher glauben).

Das passiert aber nicht. Sondern die eine Person, die von der Justiz nicht das bekommen hat, was sie erwartet, mobilisiert offenbar andere Menschen, indem sie den Vorwurf verbreitet....und diese Leute machen mit - ohne jedes Wissen, was wirklich passiert ist.

Ich finde es unglaublich und auch gefährlich, dass in einem Blatt wie der taz, die für mich für Fortschrittlichkeit und den Kampf für eine bessere Gesellschaft steht, derartiges Verhalten positiv bewertet werden kann. Ist der Autorin nicht klar, wie schnell sich das auch ins Gegenteil verkehren kann, wo dann zum Beispiel Minderheiten an den Pranger gestellt werden?


"Dima" argumentiert:

Das juristische Verfahren ist eingestellt, es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach diesem Satz sollte kein "aber" folgen. Die Autorin relativiert mit allem was dann kommt die vorhergehende Aussage und setzt damit die Unschuldsvermutung außer Kraft.

Eine sehr schlechte Leistung der vierten Gewalt.


"Thomaswe" schließlich merkt an:

Ich bin schon sehr erstaunt über diese Schrift von Frau Aydemir. Ich verstehe nicht das Ziel dieses Artikels. Mit jeder Zeile verstärkt sich der Eindruck, dass Frau Aydemir Gericht hält über Herrn Mockridge, und das Urteil steht bereits fest.

Täter-Opfer Umkehr, juristisch gesehen gibt keinen Täter und kein Opfer. Victim Blaming usw., als wäre Herr Mockridge verurteilt. Man merkt, dass die Autorin 100% davon ausgeht, dass es eine Vergewaltigung gegeben hat.

Das ist Boulevard Journalismus a la Bild, wenn Flüchtlinge oder Ausländer eine Vergewaltigung begangen haben. Da wird auch sofort verurteilt, nur dass es hier nicht einmal das Gericht Anhaltpunkte sieht.

Wenn das wirklich die Einstellung von Frau Aydemir ist, dann können wir den Rechtsstaat auch abschaffen. Wenn jede Beschuldigung dafür reicht, keinen Mann (oder Frau) zu verurteilen, und das macht dieser Text, dann Horido. Wird eine tolle Zukunft.

Der Artikel ist in der Rubrik Debatte. Aber wo wird denn eine Debatte angeregt? Wo bleiben andere Blickwinkel? Neutralität, Ausgeglichenheit, dass gibt es hier nicht. Das ist ein Meinungsbeitrag, und kein guter.


So beängstigend es ist, dass die "taz" mit einer deratigen Propaganda dazu beiträgt, die Unschuldsvermutung aufzuweichen, so erfreulich ist es, wie zielgenau viele Leser dieses Blattes derartige Polemik zerpflücken können.

Es wird aber auch klar, warum die Männerrechtsbewegung mit ihrer Orientierung an Unschuldsvermutung und Rechtsstaat bei der "taz" niemals eine Bühne haben wird. "Debatte" heißt in dieser Zeitung, dass eine Seite spricht und die andere den Mund zu halten hat. Auch das scheint immerhin die ersten Leser zu stören.



Montag, August 23, 2021

Luke Mockridge äußert sich zum Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

Viele Medien berichten, unter anderem "Die Welt":

Der Comedian Luke Mockridge hat sich zum ersten Mal öffentlich zu den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung geäußert, die eine Ex-Freundin gegen ihn erhoben hatte. In einem Video, das er am Samstag auf Instagram veröffentlichte, sagt Mockridge, in den sozialen Netzwerken könne man "die furchtbarsten Dinge" über ihn lesen. "Ich werde mit Sachen konfrontiert, die nie passiert sind, und mir werden Sachen vorgeworfen, die ich einfach nicht gemacht hab."

Er hätte sich, so der Comedian weiter, "dazu wahrscheinlich früher äußern müssen". Das sei aber nicht gegangen. "Ich konnte diese Welle des Hasses gar nicht einordnen. Ich kenn‘ das nicht. Ich bin Comedian, ich steh‘ für fröhliche Sachen, für eine gute Zeit." Es sei "unglaublich", was im Internet geschrieben werde.

Im vergangenen Jahr hatte seine Ex-Freundin den Vorwurf erhoben, ohne ihn namentlich zu nennen. Mockridge habe sie mit dem Oberkörper auf das Bett gedrückt, ihr die Hose ausgezogen und angefangen, an ihr "herumzuspielen". Danach habe er aufgehört und gesagt: "Ich wollte dich jetzt einfach vergewaltigen, aber ich hab‘s dann doch nicht gemacht." Nutzer der sozialen Netzwerke identifizierten Mockridge in der Schilderung, er wurde massiv angefeindet.

In dem Instagram-Video spricht er nun von einer Beziehung, die er vor drei Jahren beendet habe. Es sei eine "ziemlich emotionale Trennung" gewesen. Für beide sei es schwer gewesen "loszulassen". Umso überraschter sei er über die Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung gewesen, die Monate später in seinem Briefkasten gelegen habe.

"Das, was mir vorgeworfen wird, das ist nicht passiert, das hab ich nicht gemacht", betont Mockridge in dem Video. Er verweist darauf, dass er und seine damalige Freundin nach der betreffenden Nacht im Urlaub gewesen seien und im Disneyland "verliebt mit Micky-Maus-Ohren Bilder gemacht" hätten.

Alles in allem sei es jedoch eine "toxische Beziehung" gewesen von "zwei Menschen, die Gift füreinander sind". In dieser Beziehung habe es "von allem zu viel" gegeben, aber "eigentlich nie wirklich echte Liebe".

Nach der Trennung, so Mockridge weiter, habe er keine öffentliche Auseinandersetzung gewollt. "In so einer Medien-Schlammschlacht, da kann alles behauptet und gesagt werden, und es gibt keine Gewinner. Am Ende sind beide voller Schlamm." Also habe er nichts gemacht.

Mockridge kündigte an, er werde dieses Jahr nicht mehr öffentlich auftreten. Er wolle verstehen, wie er in dieser Situation gelandet sei. Das sei ein privater Prozess. Dafür brauche er Zeit und professionelle Hilfe, die er seit mehreren Monaten in Anspruch nehme.

Laut Mockridge hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn eingestellt. Der Sender Sat1, für den der Comedian arbeitet, hatte sich bereits im Frühjahr hinter ihn gestellt. Der Sender sagte in einer Stellungnahme, dass es kein juristisches Verfahren gebe. Mockridge nur aufgrund von Gerüchten an den sozialen Pranger zu stellen sei Lynchjustiz. Deshalb ändere der Sender nichts an seiner Arbeit mit dem Comedian.


Der Online-Hass gegen Mockridge brandete daraufhin zu einer neuen Eskalationsstufe hoch – etwa auf Twitter unter der Forderung "Konsequenzen für Luke". In dieser Flut von Vorverurteilungen wurde – quasi als Beweisersatz – auch immer wieder die Behauptung gestreut, dass die Rate an Falschbeschuldigungen in solchen Fällen nur wenige Prozent betrage. Tatsächlich ist sie leider sehr viel höher.

Prominente reagieren sehr unterschiedlich auf Mockridges Statement. Auch diese Reaktionen flossen in die Online-Debatte ein: etwa mit der Rhetorik, jemand, der von Typen wie Oliver Pocher unterstützt werde, müsse doch ganz klar schuldig sein. Das ist eine Argumentation, zu der einem nicht mehr viel einfällt. Über weite Strecken kann man hier nur von einem entfesselten Möchtegern-Lynchmob sprechen, der gestern durch Twitter tobte. Nüchterner behandelt das Medienmagazin DWDL das Thema:

Der Vorwurf sei mittlerweile von zwei juristischen Instanzen geprüft worden. Beide Instanzen seien zu dem gleichen Ergebnis gekommen: "Kein Tatverdacht", womit die Angelegenheit juristisch beendet ist. Und dennoch gingen die Anschuldigungen in Social Media weiter, auch weil über die schon erfolgte Einstellung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht informiert wurde. Für Mockridge war das, was er in den vergangenen Monaten erlebt hat, "ein Paradebeispiel für die heutige Zeit". Im Internet seien Leute ohne Klarnamen unterwegs, die glauben, richten zu können und mehr zu wissen als eine Staatsanwältin, beklagt der Entertainer.


Die Debatte um Mockridge wird inzwischen auch bei Christian Schmidt geführt.



Sonntag, August 22, 2021

Wahlprüfsteine Familienpolitik: Das antworten die Parteien – News vom 22. August 2021

1. Das Forum Soziale Inklusion war im April 2021 von den Bundestagsparteien zur Abgabe seiner Wahlprüfsteine bezüglich der Bundestagswahl 2021 aufgefordert worden. Alle im Bundestag vertretenen Parteien beantworteten die Fragen - mit Ausnahme der SPD. Hier findet man die Auswertung.

Ein kleiner Spoiler vorab:

Auffallend ist, dass viele Parteien – mit Ausnahme von FDP und CDU/CSU - in ihren Antworten nur zögerlich eine Reform des maroden deutschen Familienrechts fordern. Dabei war dies bereits Bestandteil des vorherigen Koalitionsvertrags. Wobei die SPD- und frauengeführten Bundesministerien der Justiz und für Familie die Umsetzung vorsätzlich verschleppten und verhinderten.

Generell verstehen viele Parteien Geschlechterpolitik vor allem als Politik für Frauen und Minderheiten; die Belange von Jungen, Männern und (getrennt erziehenden) Vätern werden kaum oder nicht sichtbar (gemacht).

Für eine gemeinsame Verantwortung der Eltern (Sorgerecht) für die Kinder von Anfang an ab der Geburt stehen FDP und Die Humanisten.


Welche Partei aber die beste familienpolitische Bewertung erringt, dürfte manchen überraschen.



2. Auch die Nachdenkseiten berichten inzwischen über die Vorgänge bei der Initiative "Deutsche Wohnen&Co enteignen": "Wie die linke Inquisition eine Bewegung zerstört".



3. Offenbar um keinen Bären emotional zu verletzen, bezeichnen ARD und ZDF inzwischen auch diese Tiere als "zu 75 Prozent Veganer:innen". Damit werden auch jene transsexuellen Bären, deren Nahrung nur zu einem Viertel aus Fleisch besteht, endlich sichtbar gemacht.

Zum Thema "politische Anliegen von Männern" bleiben ARD und ZDF übrigens weiterhin stumm.



4. Einer neuen Studie zufolge werden Männer für missglückte Witze schärfer verurteilt als Frauen:

Die Versuchsteilnehmer lasen über einen Mann oder eine Frau, die während eines ersten Dates versuchten, "die ganze Nacht Witze zu reißen", was ihrem Partner nicht zu gefallen schien. Die Teilnehmer neigten dazu, die Person als sympathischer, kompetenter und lustiger einzuschätzen, wenn sie als Frau beschrieben wurde, als wenn es sich um einen Mann handelte. Wenn die Witze als erfolgreich beschrieben wurden, gab es jedoch keinen Unterschied in der Bewertung zwischen Mann und Frau.

Männer, die bei der ersten Verabredung erfolglos Humor einsetzten, wurden auch als weniger aufmerksam eingeschätzt als Frauen, die erfolglos Humor einsetzten, "was dazu führte, dass die humoristischen Misserfolge der Männer als Fehler größeren Ausmaßes wahrgenommen wurden, was letztendlich die Sympathie der Männer und die Wahrnehmung ihrer Kompetenz verringerte", erklärten die Forscher.

Reich und ihre Kollegen fanden Hinweise darauf, dass die wahrgenommenen Absichten eine wichtige Rolle spielten. Die Teilnehmer neigten dazu, die Humorversuche von Frauen als Mittel zu betrachten, um mit anderen in Kontakt zu treten, während die Humorversuche von Männern als Mittel angesehen wurden, um sich selbst besser darzustellen.

(...) "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Frauen bei ihren Humorversuchen mehr Freiheit haben, Fehler zu machen als Männer", so Reich gegenüber PsyPost. "Aber das sind keine feststehenden Geschlechterunterschiede. Es geht vielmehr darum, warum andere denken, dass der Fehler überhaupt gemacht wurde. Standardmäßig gehen die Leute davon aus, dass Männer versuchen, mit ihren Witzen zu protzen oder weiterzukommen, während Frauen edlere Absichten haben, selbst wenn ihr Witz nicht ankommt."




5. In der kanadischen "Globe and Mail" stellt Joseph Rosen drei aktuelle Bücher über Männer und Männlichkeit vor:

Toxische Maskulinität ist derzeit wohl eines der größten Probleme auf unserem Planeten. Sie fördert nicht nur Sexismus, Rassismus, Terrorismus, Transphobie und das milliardenschwere Weltraumrennen, sondern auch Depressionen und Selbstmord bei Männern. Im Jahr 2019 erklärte die American Psychological Association die "traditionelle Männlichkeitsideologie" zu einer Bedrohung für die geistige und körperliche Gesundheit von Jungen und Männern. Was ist also der beste Weg, um diese patriarchalische Plage zu bekämpfen?

Ein neues Buch von Pauline Harmange, "I Hate Men", ruft Frauen dazu auf, wütend zu werden; Vivek Shrayas "I'm Afraid of Men" versucht, Männer über die traumatischen Auswirkungen ihrer Toxizität und die täglichen Mikroaggressionen aufzuklären, die von denjenigen verübt werden, die über männliche Privilegien verfügen; Liz Plank zeigt in "For the Love of Men" Empathie für die Art und Weise, in der Patriarchat und toxische Maskulinität auch für Männer schlecht sind. Die Idee von mehr Liebe für die privilegierteste und gewalttätigste Gruppe, die es gibt, mag manche auf die Palme bringen, aber Mitgefühl könnte sich als notwendig erweisen, um Männlichkeit wirklich zu verändern.


Es scheint sowohl bei den Autorinnen als auch beim Rezensenten große Einigkeit darüber zu bestehen, dass Männer Mangelware sind.

Diversity auf dem Buchmarkt und in den Medien: So wichtig.



Freitag, August 20, 2021

"Ich soll meine Söhne den Taliban überlassen: Das ist Wahnsinn" – News vom 20. August 2021

1. Gestern berichtete Genderama über Alice Schwarzers Forderung, aus Afghanistan flüchtenden Männern kein Asyl in Deutschland zu gewähren. Auf diesem Weg befinden wir uns bereits, wie unter anderem der Spiegel-Online berichtet.

Die Bundesregierung hat versprochen, Ortskräften in Afghanistan unbürokratisch zu helfen. Doch unter anderem die Entwicklungshelfer von der GIZ wollen erwachsene Söhne ihrer Mitarbeiter nicht evakuieren – sondern nur "unverheiratete Töchter".

(…) Seit die Taliban vergangenen Sonntag in Kabul einmarschiert sind, lebt Adib in Todesangst. "Die Taliban geben sich gerade moderat", sagt er mit brüchiger Stimme am Telefon. "Doch sie sind Lügner. Wenn sie uns finden, dann bringen sie uns um."

Adib hatte gehofft, die GIZ würde ihm und seiner Familie helfen, so, wie es die Bundesregierung seit Tagen verspricht. Stattdessen teilte ihm die Organisation mit, dass er selbst zwar einen Platz in einem der Flieger raus aus Kabul bekommen könne, nicht jedoch seine erwachsenen Kinder. "Ich soll meine Söhne den Taliban überlassen. Das ist Wahnsinn", sagt er.

Wie ihm geht es mehreren GIZ-Ortskräften: Sie wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihre erwachsenen Söhne zurückzulassen oder in Afghanistan zu bleiben.

(…) Die GIZ beruft sich dabei auf ein Regelwerk, das die Bundesregierung festgelegt hat. Es gilt auch für andere Institutionen, etwa die Bundeswehr, betroffen sind bislang jedoch augenscheinlich vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ. Ortskräfte wurden nach deren Aussagen massiv unter Druck gesetzt, nicht mit Medien über ihre Lage zu sprechen.


Die Männerrechtsbewegung hat wieder und wieder darauf aufmerksam gemacht, dass bei Konflikten, wie sie sich gerade in Afghanistan abspielen, Männer nicht zu den schutzwürdigen Personen gerechnet werden. Grund dafür ist der sogenannte Gender Empathy Gap. Die maskulistische Bewegung engagiert sich gegen eine solche Trennung der Menschenrechte nach Geschlecht und ist aus genau diesem Grund eine wichtige Menschenrechtsbewegung in unserer Zeit. Auch was das angeht, soll die Bevölkerung im Dunkeln gelassen werden.

Ein Angehöriger eines Journalisten der Deutschen Welle wurde von den Taliban bereits erschossen.



2. Hans-Georg Nelles vom Bundesforum Männer fordert in einem vierminütigen Youtube-Beitrag eine längst überfällige Reform des Familienrechts.



3. Vergangenen Dezember berichtete Genderama über William Knowland, der von der britischen Elite-Hochschule Eton entlassen wurde, nachdem er die Männerfeindlichkeit unserer Gesellschaft in seinem auf Youtube veröffentlichten Online-Vortrag "Das Paradox des Patriarchats" kritisiert hatte. Darin wendete sich Knowland gegen den Kampfbegriff der "toxischen Männlichkeit" und argumentierte, dass Wissenschaft und Geschichte Beweise dafür liefern, dass männliche Tugenden wie Stärke und Mut für Frauen, die Familie und die Gesellschaft von Nutzen sein können. "Selbstmord ist die häufigste Todesursache für junger Männer, und ich vermute, dass die verbitterte Sichtweise auf die Männlichkeit, die derzeit so in Mode ist, mitverantwortlich ist", schrieb Knowland nach seiner Entlassung an seine Kollegen. Hunderte seiner Schüler hatten in einer Petition gegen seine Entlassung protestiert.

Wie die BBC aktuell berichtet, hat die Teaching Regulation Agency (TRA) jetzt entschieden, dass Knowland für sein Verhalten nicht bestraft werden wird, er also generell weiter unterrichten darf.

Der Anwalt von William Knowland, Simon Henthorn, sagte, das Eton College habe die Vorlesung der TRA gemeldet, die den Vorwurf der Untergrabung der Toleranz und des mangelnden Schutzes der Schüler geprüft habe.

Er sagte, die Behörde habe den Fall ohne weitere Maßnahmen abgeschlossen.

Herr Henthorn sagte: "Die Entscheidung ist ein Sieg für die Redefreiheit an Schulen. "Mit der Produktion des Videos wollte William Knowland die Gedankenfreiheit fördern und eine Debatte über ein emotionales und aktuelles Thema anregen."


Über die aktuelle berufliche Situation William Knowlands enthält der BBC-Beitrag keine Information. Auf seinem Youtube-Kanal bietet er seine Dienstleistung als privater Tutor an.



Donnerstag, August 19, 2021

Alice Schwarzer: Nehmt keine Männer als Flüchtlinge aus Afghanistan auf! – News vom 19. August 2021

1. Auch die Forderung nach einer Frauenquote unter den Flüchtlingen aus Afghanistan lässt sich noch toppen, wenn man nur ausreichend sexistisch ist:

Nachdem die islamistischen Taliban in Afghanistan seit dem Wochenende endgültig wieder an der Macht sind, hat sich Schwarzer, nicht ganz unerwartet, zu Wort gemeldet. In einem zu Wochenbeginn auf der Webseite des von ihr herausgegebenen Magazins "Emma" veröffentlichten Artikel fordert sie wörtlich: "Jetzt nur Frauen und Kinder aus Afghanistan aufnehmen!" Ihre Logik: Einerseits seien Leben und Freiheit von Frauen besonders in Gefahr. Andererseits mischten sich, so Schwarzer, Terroristen unter die Männer, die aus dem Land fliehen, und zwar "gezielter denn je zuvor".. AfD-Namensvetterin Alice Weidel hätte wohl kaum drastischer Panik - und Hass - schüren können. (…) Doch was ist das für ein Menschenbild, in dem Frauen als schützenswerter gelten und Männer als potenzielle Gewalttäter?


Das Neue Deutschland berichtet und analysiert, wie die bekannteste deutsche Feministin immer weiter ins rechte Lager abdriftet. Das Pikante daran: Schwarzer ist damit gerade keine Außenseiterin. Die Vorstellung von der Frau als schützenswertem und dem Mann als gefährlichem Wesen zieht sich durch den größten Teil der feministischen Szene – während ausgerecnet die Männerrechtler, die sich diesem kruden Denken entgegenstellen, von interessierter Seite als "rechts" verleumdet werden. Es ist das Neue Deutschland, das mit dem radikalfeministischen Denken bricht, wenn es jetzt erklärt:

Es liegt darüber hinaus auf der Hand, dass Menschen, die in irgendeiner Form mit westlichen Institutionen und Organisationen oder Militärs zusammengearbeitet haben - und das waren mehrheitlich Männer - akut die am meisten gefährdeten sind. Zudem sind nicht nur Gewalttäter, sondern auch Gewaltopfer in der großen Mehrheit männlich. (…) Frauen sind so verletzlich und schutzwürdig wie Männer, aber wie sie auch verführbar, missbrauchbar und zu Hass und Gewalt fähig.


Kurz: Frauen sind keine besseren Menschen. Exakt das erkläre ich seit zwanzig Jahren – kontinuierlich begleitet von Attacken aus dem feministisch-sexistischen Lager.



2.
Männer werden zu oft als defizitäre Mängelexemplare und Frauen als überlastete Opfer dargestellt. Beides ist falsch. Aber wie kann gleichberechtigte Elternschaft wirklich gelingen?


Hier geht es weiter.



3.
Neun Universitäten aus dem Südwesten Deutschlands wollen, dass geschlechtssensible Sprache benutzt wird. Sie planen dafür bis Herbst, zu gemeinsamen Empfehlungen zu finden. Diese sollen die Universitäten auf einen einheitlichen Kurs bringen.


"Die Welt" berichtet.



4. Die Bild-Zeitung empört sich darüber, dass das ZDF sogar die Taliban gendert und von "Islamist*innen" spricht:

Offenbar geht die Redaktion nicht nur davon aus, dass Frauen und auch Transgender an der Seite der brutalen Steinzeit-Islamisten mitkämpfen – was bislang nicht bekannt ist und als extrem unwahrscheinlich gilt.


Einerseits ist das Vorgehen des ZDF immer noch besser als die in Genderkreisen beliebte Praktik, "böse" Gruppenmitglieder gezielt nicht zu gendern, wie es Judith Sevinc Basad in ihrem gelungenen Buch "Schäm dich!" schildert:

Eine Moderatorin erzählte (…) neulich im DLF, dass es nur richtig sei, wenn man Wörter wie Terrorist und Verschwörungstheoretiker nicht gendere. Denn: Diese Gruppen bestehen hauptsächlich aus Männern und man wolle das Geschlecht "gerecht abbilden". Dabei zeigt sich, worum es beim Gendern der Sprache wirklich geht: Personen, die für Gewalt, Tod und Terror verantwortlich sind, sollen mit dem Genus benannt werden, das man eigentlich als "haram" verteufelte und aus der Sprache tilgen wollte. Das Sternchen übernimmt so eine ganz neue Funktion: Ist es vorhanden, markiert es die Dinge, die moralisch gut sind. Ist es nicht vorhanden, sind die Dinge per se schlecht. Ironischerweise brachte der DLF daraufhin einen Beitrag, in dem die Wörter Bürger*innen, Erb*innen und Demonstrant*innen vorkamen. Die Wörter Rassisten, Kolonialisten, Sklavenhändler und Afrikaner wurden nicht gegendert. Hat sich hier der DLF nur geirrt – oder wollte er tatsächlich Afrikaer abwerten?


Zu solchen Verstiegenheiten verirrt sich das ZDF immerhin nicht, wenn man dort auch Islamist*innen gendert. Wie genau weiß man wirklich, ob die Taliban nicht auch von Frauen unterstützt werden? Aber: GENAU DAFÜR gibt es das generische Maskulinum! Wenn man nicht genau weiß, ob eine Gruppe aus Frauen und Männern besteht, nimmt man einen Oberbegriff: "die Taliban", "die Islamisten" analog zu "die Bürger" und "die Zuschauer". Die Vorstellung, ein Leser könnte glauben, mit "die Bürger Deutschlands" und "die Zuschauer des ZDF" wären nur Männer gemeint, geht in die Irre. Das ZDF hätte sich seinen Genderstern tatsächlich sparen können – allerdings nicht speziell in diesem Fall, sondern durchgehend.



5. Die Verleumdungsklage gegen Johnny Depps Ex-Frau Amber Heard wird vor Gericht kommen, obwohl Heard das zu verhindern versucht hatte. Die Münchner Abendzeitung sieht darin einen großen Sieg des Schauspielers.

Depp soll über die Entscheidung des Gerichts "sehr erfreut" sein, wie sein Anwalt mitteilte.




6. Männerrechte sind noch immer kein Thema in den Leitmedien – dafür ist dort selbst das heutzutage einen eigenen Nachrichten-Artikel wert: Mariette Slomka empfindet Fragen nach ihren blauen Augen nicht als sexistisch.



Mittwoch, August 18, 2021

taz: "Antifeministen ziehen vor Gericht" – News vom 18. August 2021

1. In einem aktuellen Artikel der "taz" berichtet Patrick Guyton mit einem Unterton der Empörung darüber, dass die geschlechterpolitische NGO "Forum Soziale Inklusion" vor Gericht zieht, um "an staatliche Gelder zu kommen", die ihr vom Haushaltsausschuss des Bundestages Ende vergangenen Jahres zugesprochen worden waren – und das, obwohl es sich um eine "als antifeministisch geltende Gruppierung" handele, die auch noch "enge Kontakte zur CSU" pflege.

Wie belegt die "taz" ihre krude These, das Forum Soziale Inklusion gelte als antifeministisch? Mit einem Link darauf, dass dies die Auffassung des Polit-Aktivisten Andreas Kemper ist, der als "Experte" für Männerrechtler vorgestellt wird.

Andererseits: Ich bin studierter Medienwissenschaftler und veröffentlichte seit über 20 Jahren zum Thema Sexismus, bin also in beiden Bereichen ebenfalls Experte. Wenn ich also nun urteile, dass die "taz" eine zutiefst sexistische Zeitung ist, darf man nach der eigenen Logik der "taz" schreiben, sie "gelte als zutiefst sexistische Zeitung".

Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einfach geht.

Der weitere verlauf des Artikels handelt von der Spendensammlung für den Gerichtsprozess, die ja auch über Genderama lief, über die Kontakte des Vereins zu diversen Politikern sowie natürlich über polemische Kritik.. Nur für seine eigentlichen politischen Anliegen fehlte offenbar wieder der Platz. Sachliche Information und Aufklärung darf man von der "taz" längst nicht mehr erwarten.

Wer sich seriös über das Forum Soziale Inklusion informieren möchte, findet die wesentlichen Angaben auf der Website des Vereins.



2. "Jetzt sollen wir sogar das Alphabet neu buchstabieren" berichtet die Bildzeitung in einer zugespitzen Schlagzeile über die neueste Forderung aus dem Genderlager:

Dass Schüler, Firmen und Ämter künftig politisch korrekt buchstabieren sollen, hält Soziologie-Professorin Ulrike Ackermann für eine absurde "Sprachreinigung": "Die Menschen sollen umerzogen werden."

Hintergrund: Bisher wird das ABC beim Diktieren durch Namen (Anton, Berta, Cäsar, Dora) veranschaulicht. Weil dabei 16 männliche, aber nur 6 weibliche Vornamen verwendet werden, soll für die seit 1890 gebräuchliche "Buchstabiertafel" eine neue Regelung her.

(…) Da es jedoch unmöglich sei, "alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen geschlechtergerecht ausgewogen" darzustellen, sollen ab Mitte 2022 Städtenamen (Augsburg, Berlin, Cottbus, Düsseldorf) verwendet werden.




3. Christian Schmidt hat sich die vielsagenden feministischen Reaktionen auf den ungewöhnlich väterfreundlichen "Spiegel"-Titel von dieser Woche näher angeschaut.



4. Zu einem Zeitpunkt, da selbst bei den Flüchtlingen aus Afghanistan eine Frauenquote gefordert wird (klar, warum auch ausgerechnet da nicht?), erfährt man bittere Wahrheiten, die in unseren Leitmedien kaum vorkommen, im Blog "Lotoskraft":

Die bedingungslose Kapitulation der NATO und afghanischen Armee vor den Taliban löst die Zunge der Wendehälse und Besserwisser. Unisono beschwören sie, dass der Krieg am Hindukusch der Einrichtung von Mädchenschulen diente und nach dem Sieg der Taliban Frauen und Mädchen in eine finstere Welt zurückgestoßen werden. Allerdings war der Krieg in Afghanistan kein Krieg für Frauenrechte und gebohrte Brunnen, sondern ein Krieg um Hegemonie und gegen islamischen Terror.

Deswegen klingen die Worte des Bedauerns hohl. Sie klingen auch hohl, weil die Jungen und Männer, die in diesem Krieg getötet oder verkrüppelt wurden, nicht einmal mehr "mitgedacht" werden. Dass nach der Rückeroberung des "Gottesstaates" auch mehr Männer als Frauen ermordet werden, wird ebensowenig geunkt. Jungen und Männer kommen in unserer selbstgerechten Welt nicht mehr vor. So wie die Jungen, die als Bacha Bazi unter der westlichen Schutzmacht sexuell missbraucht wurden, unsichtbar und unbedacht blieben, während unsere Soldaten gleichzeitig Mädchenschulen errichteten und Brunnen bohrten. Ebenso erwähnt in der Niederlage niemand die 59 deutschen männlichen Soldaten, die am schönen Hindukusch bei der Verteidigung unserer Freiheit gefallen sind. Dafür gendert man wohlgemut von Soldatinnen und Soldaten … Das sind unsere degenerierten Sorgen, während das Terrorregime der Taliban sich anschickt, dem Koran wieder Geltung zu verschaffen.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag "Taliban befreien Buben aus Sexsklaverei".



Dienstag, August 17, 2021

Johnny Depp sieht sich von Hollywood boykottiert – News vom 17. August 2021

1.
Johnny Depp berichtet, dass er von Hollywood boykottiert werde, nachdem sein neuester Film in den USA noch nicht veröffentlicht wurde.

In einem neuen Interview mit der Sunday Times, das sich auf seinen neuesten Film Minamata konzentrierte, sagte der Schauspieler, dass sein öffentliches Image dem Film im Weg stehe, weshalb er in den US-Kinos nicht veröffentlicht wird. Der Film folgt dem Fotojournalisten W. Eugene Smith (gespielt von Depp), der die Auswirkungen der industriellen Verschmutzung auf die Einwohner von Minamata in den 70er Jahren dokumentiert.

(...) "Manche Filme berühren die Menschen... und dieser berührt die Menschen in Minamata und Menschen, die Ähnliches erleben", sagte Depp der Times. "Und das alles... für Hollywoods Boykott von, ähm, mir? Ein Mann, ein Schauspieler in einer unangenehmen und chaotischen Situation in den letzten Jahren?"

(...) Die Times sprach für das Interview auch mit dem Minamata-Regisseur Andrew Levitas. Im vergangenen Monat beschuldigte der Filmemacher die Filmgesellschaft MGM, Minamata wegen der öffentlichen Kontroverse um Depp nicht in den USA zu veröffentlichen.

"Es ist wichtig, dass der Film gesehen und unterstützt wird", sagte Levitas der Times. "Und wenn ich das Gefühl habe, dass das nicht der Fall sein wird, ist es meine Verantwortung, das zu sagen. Wie es dann weitergeht? Ich weiß es nicht. Aber wir haben eine Verantwortung gegenüber diesen Opfern..."


Hier findet man den vollständigen Artikel. Johny Depp war von seiner Ex-Frau Amber Heard häusliche Gewalt vorgeworfen worden. Während geheime Audio-Mitschnitte tatsächlich Heard als Täterin entlarven, die Johnny Depp verhöhnte, weil man einem männlichen Opfer ohnehin nicht glauben werde, scheint dies die großen Filmverleihe nicht zu beeindrucken. Der Produzent des nächsten Aquaman-Films hingegen hat dessen weiblichen Star kürzlich gegen "Amber-Heard-Bashing" verteidigt.



2. Unter der Überschrift " Ich wusste nicht, dass Männer vergewaltigt werden können" berichtet ein männliches Opfer sexueller Gewalt auf Spiegel-Online, warum es Betroffenen so schwerfällt, Anzeige zu erstatten, und warum es kaum Hilfsangebote gibt. Natürlich Bezahlschranke, das ist schließlich kein Margarete-Stokowski-Artikel.



3. Das Frauenmagazin "Elle" hat untersucht, wie feministisch die sechs größten deutschen Parteien sind. Auch Genderama-Leser könnten diese Informationen bei ihrer Wahlentscheidung hilfreich sein. Diverse Nonsens-Behauptungen wie dass Frauen bei gleicher arbeit 18 Prozent weniger Entlohnung erhielten als Männer, muss man aber natürlich herausfiltern. (Die tatsächliche Sachlage führe ich hier näher aus. So könnte man mit dem Rest des Artikels weitermachen.)



4. Unser chaotischer Abzug aus Kabul ist derzeit ein großes Nachrichtenthema, aber die eigentliche Frage lautet doch: Was wird jetzt eigentlich aus dem von uns so großzügig geförderten Gender-Mainstreaming-Projekt in Afghanistan?



Montag, August 16, 2021

Eugen Maus ist tot – Nachruf

Die männerpolitische NGO Manndat hat gestern diesen Nachruf auf einen ihrer Begründer veröffentlicht:



Eugen Maus ist nicht mehr da. Der ehemalige langjährige Vorstandsvorsitzende von MANNdat, Dr. Eugen Maus, ist am 31.1.2021 nach längerer Krankheit leider verstorben. Auf Wunsch seiner Lebensgefährtin und Familie haben wir unmittelbar nach seinem Tod, in Zeiten tiefster Trauer, auf eine Veröffentlichung auf unserer Seite verzichtet. Wir möchten dies deshalb jetzt nachholen.

Dr. Eugen Maus war Psychologe, Buchautor und Unternehmer. Sein ganz spezieller Humor, seine offene Wesensart und seine Neigung, die Dinge unverblümt auf den Punkt zu bringen, ragten besonders heraus. Gepaart waren diese Eigenschaften mit einer aus reichhaltiger Erfahrung geronnenen Lebensklugheit, die ihn zu vielen Dingen eine ironische Distanz wahren ließen.

Er war nicht nur 2004 Gründungsmitglied von MANNdat, er hat vielmehr die Vereinsgründung initiiert. Eugen hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Anliegen von Jungen, Vätern und Männern in der Öffentlichkeit bekannter wurden. Er hat sich nicht gescheut, sich auf kontroverse Situationen einzulassen. Zudem suchte er häufig das persönliche Gespräch mit Politikern. In dieser Hinsicht, und auch in seiner geraden Haltung zur Sache, war er immer Vorbild und wird das auch bleiben.

MANNdat wurde gegründet, weil die Politik bei Einführung von Gender Mainstreaming versprach, auch die Anliegen und Belange von Jungen, Vätern und Männern in die Geschlechterpolitik einzubeziehen. Von diesen hoffnungsvollen Versprechen der Politik, die die Gründungsmitglieder von MANNdat zur Gründung des Vereins motiviert haben, sind nur enttäuschende Lügen geblieben. Trotzdem, oder vielleicht deswegen, ist der Verein geblieben.

Eugen Maus zwar nicht mehr da, aber er ist überall da, wo wir sind.




Durch seinen Tod gehört Eugen Maus zur wachsenden Reihe der Männerrechtler, denen es nicht vergönnt war, selbst miterleben zu dürfen, wie für Männer eine ebenso starke Politik errichtet wurde, wie sie seit einem halben Jahrhundert für Frauen existiert. Zu dem zitierten Nachruf möchte ich ihn selbst noch einmal sprechen lassen, wofür ich auf Passagen aus dem Interview zurückgreife, das ich mit ihm für mein Buch "Männerbeben" geführt habe – erschienen im Jahr 2007:



Arne Hoffmann: Wie hat das alles angefangen? Wie bist du also auf das Thema Männerrechte gestoßen und warum ist es dir so wichtig, dass du mit anderen eine komplette politische Organisation dafür ins Leben gerufen hast?

Eugen Maus: 2001 habe ich mein "Handbuch für Männer in Zeiten von Aids und Feminismus" rausgebracht. Wie es dazu gekommen ist, steht auch im Internet zu lesen. Ich war fasziniert von einem Buch für schwule Männer, das mich durch seine sachliche, nüchterne Sprache beeindruckt hat. Warum, so dachte ich, gibt es so etwas nicht für uns arme Hetero-Schweine, ein Aufklärungsbuch ohne das übliche Gesäusel von Gefühlen, Weichteilen, Unaussprechlichem, ein Buch welches uns nicht gleich wieder in die Pflicht nehmen will? Ein solches Buch beschloss ich dann zu schreiben.

Bald stellte ich fest, was jeder feststellen kann, der eine Buchhandlung betritt, dass gerade mal zwei Sorten von Büchern angeboten werden. Die erste Gruppe enthält Bücher über Steuerrecht, Bienenzucht, Verfahrenstechnik, Exegese, Kontrapunkt usw. Die zweite Gruppe enthält nur eine einzige Kategorie: Frauenbücher! Auf der Frankfurter Buchmesse fand ich in einer einzigen Halle etwa 30 Frauenbuchverlage und gerade mal zwei Verlage, die sich an Männer wenden - an schwule Männer! In den Buchhandlungen dominiert seit den neunziger Jahren das sogenannte "Freche Frauenbuch", mit provozierenden, anmaßenden und teilweise sogar ausgesprochen männerfeindlichen Titeln. Hingegen wurde eine ehrenwerte Buchreihe mit Themen für Männer, wie etwa von Rowohlt, offenbar nur unter dem Ladentisch verkauft oder in alternativen Buchhandlungen geführt und siedelt dort neben Schwulen-, Lesben-, SadoMaso- und anderer exotischen Literatur.

(…) Der Boom an sogenannter Frauenliteratur könnte den Eindruck erwecken, dass Männer weniger lesen, weniger an Themen interessiert sind, die sie selbst betreffen. Das darf bezweifelt werden. Richtig ist wohl, dass ein Frauenmarkt entdeckt und bedient wurde, und dass Frauen den dort verkündeten Verheißungen gläubiger und bereitwilliger folgen als Männer. Auch kann es nicht verwundern, dass Männer keine Lust haben, Bücher zu lesen, die überwiegend in einer Sprache geschrieben sind, die mehr verschleiert als aufklärt. Selbst Bücher, die an Männer adressiert sind, scheinen eher zum Nutzen von Frauen geschrieben. Ich habe mit meinen Lesern - bzw. diese haben mit mir - Kontakt aufgenommen. Dadurch bin ich auch zum ersten Mal auf die Foren und die internetbasierte Männerbewegung aufmerksam geworden.

Schnell wurde mir klar, dass man gegen einen institutionalisierten Feminismus als einzelner, als Leserbriefschreiber, als Rufer in den Foren usw. praktisch nichts ausrichtet. Ich habe mich dann mit einigen Leuten getroffen, z.B. hier am Rhein bei Lagerfeuer, wie das Männer eben so machen, und dann haben wir aus überwiegend "technischen" Gründen den Verein gegründet: höhere Legitimation, Schutz der Mitglieder, Finanzierungsmöglichkeiten und so weiter.

Meine persönliche Betroffenheit ist eher ideeller Natur. Außer 18 Monaten Zwangsdienst hatte ich keine unmittelbaren (!) Benachteiligungen zu ertragen. Damit scheine ich kein Einzelfall zu sein. Ich kenne inzwischen eine Reihe von Mitstreitern, die keine Lust mehr haben, sich stigmatisieren und pathologisieren zu lassen, nur weil sie für Männer legitime Interessen vertreten und Rechte einfordern, auch wenn sie nicht immer unmittelbar davon profitieren.

Das ist aber eine Gratwanderung. Es gibt reine Stammtischstrategen und es gibt Leute, die nur deswegen (in den Internetforen) das Maul aufkriegen, weil sie mal in Herzensangelegenheiten gründlich abgesägt wurden. Mit beiden ist schlecht zusammenarbeiten, aber dem Herrn sei Dank gibt es auch noch welche dazwischen, z.B. solche, die sich in zunehmender Zahl bei MANNdat versammeln.

Die Hauptdirektiven und inhaltlichen Begründungen für unsere Initiative sind auf unseren Internetseiten zu finden. Sie wurden von mir maßgeblich mitgestaltet und sagen damit eigentlich alles darüber, warum mir die Gründung von MANNdat so wichtig war. Ich begreife mein Engagement als Teil eines geschichtlichen Prozesses, dessen Anfang ich nicht erlebt habe und dessen Ende ich wohl auch nicht erleben werde, wenn er denn überhaupt eines hat. Aber wenn wir es schaffen, in fünf bis zehn Jahren die schlimmsten feministischen Auswüchse zu korrigieren, dann will ich dermaleinst zufrieden in die Grube sinken.

Arne Hoffmann: Wie schätzt du denn dafür die Chancen ein?

Eugen Maus: An manchen Tagen null Prozent, an anderen hundert.

Aber ernsthaft: Wenn der Konsolidierungsprozess in unseren Kreisen voranschreitet, dann sehe ich einige Chancen für Teilerfolge in vielleicht zehn Jahren. Man muss immerhin bedenken, dass es dabei unter anderem darum geht, Gesetze zu korrigieren, oder zumindest ihre gerechte Anwendung durchzusetzen. Letzteres ist der vergleichsweise leichtere Teil. Dabei geht es vor allem um Schaffung eines neuen öffentlichen Bewusstseins. Daher auch unserer Devise erster Teil: "Männliche Benachteiligungen bekannt machen." Gesetzesänderungen sind schon rein zeitlich eine langwierige Angelegenheit, und da geht erst recht nichts ohne öffentlichen Druck auf die Politiker.

Die Frauenbewegung ist ja weit über hundert Jahre alt. So lange werden wir wohl nicht warten müssen. Mit dem Internet ist der Informationsfluss schneller und dichter geworden. Auch die Kommunikation ist einfacher. Und auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind teilweise günstiger geworden. Die frühe Frauenbewegung musste sich immerhin zu Kaisers Zeiten ins Zeug legen.

Trotzdem besteht zu Euphorie kein Anlass. Die Demokratie, in der wir angeblich leben, hilft uns überhaupt nicht, weil sie im Falle von fatalen Zusammenschlüssen von politischen Interessengruppen und Medien nicht funktioniert (…). Einen solchen Zusammenschluss haben wir ganz eindeutig auch im Falle des Feminismus. Praktisch unwidersprochen können FeministInnen völlig hanebüchene oder überholte Behauptungen immer wieder veröffentlichen lassen. Es ist dagegen praktisch kaum möglich, feminismuskritische Stellungnahmen über Mainstream-Medien zu veröffentlichen. Und eine Nachfragemacht von Seiten interessierter Männer sehe ich noch nicht in nennenswertem Umfang.

Arne Hoffmann: Das scheint mir eines der größten Probleme zu sein. Wenn man Männer befragt, berichten etliche, mit ihrer Situation als Männer unglücklich zu sein. Ihr habt konkrete Lösungsvorschläge. Eigentlich müsste sich das prima ineinander fügen. Tut es aber (noch) nicht. Warum nicht, und wie kann man das ändern? Wir können die Medien ja nicht zwingen, auch über Männeranliegen zu berichten ...

Eugen Maus: Ein Bekunden von Unzufriedenheit bedeutet ja noch nicht, dass diejenigen gewillt oder gar in der Lage sind, etwas zu ändern. Und genaugenommen ist es auch ein bisschen viel verlangt. Der Staat hat die Menschen bis zur Entmündigung entmachtet, und dann sollen diese neuen Untertanen der "Demokratie" in persönlichem Einsatz bis hin zum Martyrium die Fehler und Versäumnisse der politischen Klasse ausbaden oder korrigieren. (…) Die andere Seite ist, dass Männer - unser Thema betreffend - offenbar individualistische Ansätze bevorzugen. Das ist verständlich. Es hat eine Art von Männerbewegung gegeben, die leider immer noch ein viel zu hohes Mitspracherecht hat. Diese überwiegend akademisch formatierten "Männermänner" haben die Schuldzuweisungen der Feministinnen umgemünzt und betätigen sich professionell, den Mann zu stigmatisieren und zu pathologisieren. Sie, die Profis, sind natürlich die Guten, die es besser wissen. Aber warum soll sich z.B. ein Vater, der mutwillig von seinen Kindern ferngehalten wird, eigentlich als krisengeschüttelter Mann bezeichnen lassen, der seine Rollenvorstellungen, seine Männlichkeit usw. reflektieren soll? Man stelle sich vor: Eine Frau will sich scheiden lassen und man verlangt von ihr, sie solle erst mal ihr Rollenverständnis überdenken ...

(…) Mit den Leuten, denen "punktuell der Kragen platzt", können wir nicht viel anfangen. Aktuelle Betroffenheit ist weder eine notwendige noch eine hinreichende Voraussetzung für ein erfolgreiches Engagement bei MANNdat, meist sogar keine hilfreiche. Was haben wir davon, wenn jemand aus aktuellem Frust alle möglichen Pläne schmiedet, und keinen zu Ende führt. Auch sind die aktuell betroffenen Männer ja nicht unbedingt Heilige, ohne dass ich ihnen das hier vorwerfen will. Die Tatsache, dass z.B. einer aus dem Haus verwiesen wurde, weil er außerstande war, häusliche Konflikte erfolgreich zu managen, macht ihn ja nicht unbedingt zum idealen Mitstreiter. Auch da spreche ich aus konkreter Erfahrung.

(…) Arne Hoffmann: Ein Problem besteht ja darin, dass Studien und Projekte von pro-feministischen Männerforschern mit öffentlichen Geldern unterstützt werden, aber keine Untersuchungen, die sich dieser Ideologie entziehen. Selbst Gerhard Amendts Scheidungsväterstudie kam nur dank eines privaten Mäzens zustande. Das bedeutet eine interessengeleitete Forschung, wobei mit den Ergebnissen solcher Studien neue Forschungsgelder für vergleichbare Studien begründet werden. Zum Schluss hat man ein Gesamtbild, das komplett verzerrt ist, aber als "wissenschaftlich begründet" daherkommt. Wie kann man diesen Teufelskreis aufbrechen?

Eugen Maus: Wir müssen uns weiter professionalisieren. Vor allem muss der politische Zweig der Männerbewegung mit Nachdruck die Teilhabe an der Gestaltung des Gender Mainstreaming-Prozesses einfordern und muss selbstverständlich dafür auch öffentliche Fördermittel erhalten. Es ist ja nicht einzusehen, dass überwiegend Männer die Gleichberechtigung finanzieren und Frauen überwiegend davon profitieren. Noch gibt es keine ernsthaften Anstrengungen von Seiten von Männerrechtlern, die üppig ausgestatteten Frauenförderbörsen zugunsten von Männern umzuwidmen.

Auf die Wissenschaft bzw. die Wissenschaftler hoffe ich nicht. Die Angst und Kriecherei vor dem Feminismus scheint mir nirgends so verbreitet wie an Universitäten. Ich habe 1968 persönlich erlebt, wie Studenten Professoren öffentlich "hingerichtet" haben, wie sie Institute besetzt und Klausuren gesprengt haben. Heute lässt sich die gesamte männliche Belegschaft der Universitäten Gesinnungswächterinnen des Feminismus vor die Nase setzen und lässt es zu, dass Frauen an allen Ecken und Enden bevorzugt werden. Es gibt Frauenrechnerräume, Frauenbibliotheken, reine Frauenstudiengänge, und das bei einer Überzahl von Studentinnen. Und wenn die Jungs dann endlich für eine neue Stelle vorsingen dürfen, dann wird ihnen beschieden, dass sie zwar einen sehr guten Eindruck gemacht haben, die Stelle aber wegen Quotierung an eine Frau vergeben wird. Dennoch habe ich nirgends gehört, dass Männer, die ja überall an den Schalthebeln der Macht sitzen, wie man immer wieder hört, etwas dagegen unternommen hätten. Vielmehr sägen sie fleißig an dem Ast, auf dem sie sitzen. Man muss bedenken - ein Professor ist Beamter oder mindestens öffentlicher Angestellter. Er kann gar nichts gegen den institutionalisierten Feminismus unternehmen. Das wäre ja fast so etwas wie ein Dienstvergehen ... oder Gotteslästerung. Also, von den Universitäten kommt sicher nichts.




Samstag, August 14, 2021

SPIEGEL-Titelgeschichte: "Worunter moderne Väter leiden" – News vom 14. August 2021

1. Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL: "Worunter moderne Väter leiden". Feministinnen auf Twitter reagieren bereits hochgradig angesäuert darauf, dass es einmal nicht um die Anliegen von Frauen geht.



2. Der Schauspieler Ingo Appelt kritisiert die Gendersprache (beziehungsweise "hetzt" dagegen, wie es im Journalistendeutsch heißt). Im Interview mit der BZ befindet Appelt:

Hör mir auf damit, das ist doch furchtbar, das ist alles so eine akademische abgehobene Kacke! Natürlich hat es seinen Sinn, aber der ganze Hass kommt auch nicht aus dem Sprechen, sondern vom Schreiben. Bei Facebook und Twitter. (…) Die Leute sind so getriggert, so aufgeheizt.




3. Ein spanisches Filmfestival hat die Verleihung eines Ehrenpreises an Johnny Depp verteidigt, die von der Präsidentin der Vereinigung weiblicher Filmemacher kritisiert wurde, weil es gegen den Schauspieler Vorwürfe häuslicher Gewalt gibt: "Es ist egal, ob du ein Schläger bist, solange du nur ein guter Schauspieler bist" ätzte sie.

Darauf antwortete der Direktor des Filmfestivals gestern mit einer Stellungnahme:

"Nach den uns vorliegenden Daten wurde Johnny Depp weder verhaftet, noch angeklagt oder verurteilt wegen irgendeiner Form von Übergriffen oder Gewalt gegen eine Frau", heißt es in der Erklärung.

"Wir wiederholen: Er wurde von keiner Behörde in irgendeiner Gerichtsbarkeit angeklagt oder wegen irgendeiner Form von Gewalt gegen Frauen verurteilt."

Während die Erklärung das Engagement des Festivals im Kampf gegen "Ungleichheit, Machtmissbrauch und Gewalt gegen Frauen" zum Ausdruck brachte, hieß es darin auch: "In der heutigen Zeit, in der Lynchjustiz in den sozialen Medien an der Tagesordnung ist, werden wir immer zwei Grundprinzipien verteidigen, die Teil unserer Kultur und unseres Rechtsbestandes sind: die Unschuldsvermutung und das Recht auf Wiedereingliederung."




4. In schottischen Schulen dürfen jetzt auch Vierjährige ohne Einwilligung ihrer Eltern ihren Namen und ihr Geschlecht ändern. Es ist Lehrern nicht gestattet, eine solche Entscheidung infrage zu stellen.



Donnerstag, August 12, 2021

Sexuelle Belästigung: Vorwürfe gegen Grünen-Politiker – News vom 12. August 2021

1. Die Berliner B.Z. berichtet:

Er war 2019 Direktkandidat der Grünen für den Brandenburger Landtag, bloggt für die Landeszentrale für politische Bildung, fungiert laut deren Homepage als politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Brandenburg und ist angehender Lehrer.

Jetzt gibt es schwere Vorwürfe gegen Danilo "Dino" Zoschnik. Es geht um politischen Extremismus und angebliche sexuelle Belästigung "einer minderjährigen Person".

Seit Wochen sorgt Zoschnik mit radikalen Statements auf Twitter für Aufsehen – darunter Aufrufe zur Gewalt und RAF-Mordphantasien.

So fordert Zoschnik "linke Militanz" in der Klimakrise, eine "Neuauflage" des kommunistischen "Spartakusbundes" und träumt davon, politisch Andersdenkende "in den Kofferraum" einzusperren – so wie die RAF 1977 Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Bevor sie ihn ermordete.

Seine extremistischen Ausfälle sorgen für Empörung – erst Recht vor dem Hintergrund, dass Zoschnik angehender Lehrer ist und nach eigenen Angaben bereits Schüler unterrichtet hat.

Jetzt beschäftigt sich die Kriminalpolizei mit dem Grünen-Politiker.

Der Vorwurf: Er soll auf Twitter ungefragt Nacktfotos an eine minderjährige Person verschickt haben. Die Person fühlte sich durch die Nachrichten massiv bedrängt, machte die mutmaßliche sexuelle Belästigung auf Twitter öffentlich und erstattete über ein Portal bereits Anzeige.


Zoschnik weist die Vorwürfe zurück – aber für die Unschuldsvermutung scheint er in der falschen Partei zu sein. Denn die Brandenburger Grünen distanzieren sich bereits von ihm:

"Wir verurteilen die Handlungen aufs Schärfste. Das unaufgeforderte Versenden von Nacktbildern ist eine Straftat. Straftaten sind ein Fall für die Polizei, die bereits ermittelt." Zusätzlich würden "Parteiordnungsmaßnahmen" eingeleitet.




2. Die Münchner Junge Union bietet kostenlose Protest-Aufkleber gegen die Gender-Sprache an.



3. Ab heute gilt das zweite Führungspositionengesetz, das Frauen in die Vorstands- und Aufsichtsgremien großer deutscher Unternehmen hieven soll.



4. Die feministische Youtuberin "Sashka" beschäftigt sich in ihren neuesten Beitrag mit dem toxischen Feminismus.



Mittwoch, August 11, 2021

Corona: Herzprobleme nach Impfung treffen vor allem Männer – News vom 11. August 2021

1. Wie US-amerikanische Forscher herausfanden, treten Probleme mit dem Herzen, die auf Covid-19-Impfungen zurückzuführen sind, vor allem bei Männern auf.



2.
In einem internen Schreiben sind jetzt Mitarbeiter des WDR indirekt aufgefordert worden, Einfluss auf den Sprachgebrauch der Deutschen zu nehmen. Demnach solle in der Berichterstattung "konsequent" gegendert werden.


Hier geht es weiter.



3.
Zehn Jahre ist es her, seit der Wettermoderator Jörg Kachelmann freigesprochen wurde. Wie geht es ihm heute? Und wie blickt er zurück?


Dazu hat ihn "Die Zeit" für einen Podcast interviewt.



Dienstag, August 10, 2021

Lehrerin packt aus: Genderzwang an unseren Schulen – News vom 10. August 2021

1.
"Schüler_innen" und Sprechpause – eine ehemalige Referendarin aus Berlin berichtet von strengen Vorgaben zum Gendern im Unterricht an der Grundschule. Wer die Gender-Regeln nicht einhalte, könne sogar durchfallen, sei gedroht worden. Was sagt die Berliner Regierung dazu?


So beginnt ein aktueller Artikel in der "Welt" über die Lehrerin Jasmin M., in dem es weiter heißt:

Ihre Grundschüler hätte M. dann auf Schreib- und Sprechweisen vorbereiten müssen, die den Kindern "total unbekannt" waren, berichtet sie. Denn in den eineinhalb Jahren Referendariat hätten Ausbilder, der Leitung ihres unterrichtsbegleitenden Seminars, im Halbjahrestakt Vorgaben gemacht, wie zu gendern sei.

"Anfangs sollten wir die männliche und die weibliche Form verwenden", erzählt M. "Dann hieß es, in Seminararbeiten und auf Arbeitsblättern sollten wir mit Unterstrich gendern, also ‚Schüler_innen‘ schreiben." Ein halbes Jahr vor dem Abschluss der angehenden Lehrer sagte man ihnen, statt "Schülerinnen und Schüler" müssten sie jetzt auch "Schüler_innen" sagen, mit Sprechpause für den Unterstrich.

Jasmin M. heißt eigentlich anders, um Ärger mit ihrer Schulleitung zu vermeiden, möchte sie anonym bleiben. Sie ist Lehrerin an einer Berliner Grundschule. In ihrer Wohnung erzählt sie WELT von ihrem Referendariat. M. schüttelt den Kopf und lacht. Bis heute hält sie die Vorgaben für absurd. Nur für die Lehrproben habe sie Übungszettel mit Gender-Unterstrichen erstellt. "Die Arbeitsblätter für alle Stunden zu überarbeiten, hätte ich zeitlich gar nicht geschafft", sagt sie. Der Unterstrich tauche noch dazu in keinem Schulbuch auf, geschweige denn im Unterricht von Kollegen.

Ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie teilt auf Anfrage mit, "die Seminarleiterinnen und Seminarleiter sind angewiesen, sich hinsichtlich der Gender-Frage an den Vorgaben der Gemeinsamen Geschäftsordnung des Landes (GGO I) zu orientieren." Dort heißt es in Paragraf 2, "die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern" sei zu beachten. Primär solle dies durch "geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen" geschehen und, wo dies nicht möglich sei, "durch die Ausschreibung der jeweils weiblichen und männlichen Form".

Weiter teilt der Sprecher mit, dass es sich in verschiedenen Medien zwar etabliert habe, "lautsprachlich das ‚Gender-Gap‘" zu verwenden. "Diese Genderform ist jedoch nicht offiziell und wird nicht in der Ausbildung gelehrt." Eine Frage zur Androhung, die Referendare hätten aufgrund der Gender-Regeln durch die Abschlussprüfung durchfallen können, bleibt unbeantwortet.

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilt zu dem Fall mit, sie befürworte, dass Lehreranwärtern geschlechtersensible und diverse Sprache nahegebracht werde. Unverhältnismäßig sei es jedoch, konkrete Vorgaben zu stellen und anzudrohen, dass jemand durchfällt, wenn er Sprechpausen weglässt. Am Ende obliege es jeder Lehrkraft selbst, ob und wie sie gendere.

(…) Dass die Referendare nach Vorgaben hätten gendern müssen, habe manch älterer Seminarleiter belächelt, erinnert sich Jasmin M., jüngere Ausbilder waren hingegen enthusiastisch. "Ich unterstelle ihnen kein schlechtes Motiv, sie wollen Inklusion befördern." Sie frage sich jedoch, ob ein Kind, das sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordne, sich tatsächlich diskriminiert fühle, wenn Lehrer von "Schülerinnen und Schülern" sprächen.

(…) Dass das Gendern in ihrer Ausbildung, auch schon im Studium, immer wieder eine große Rolle gespielt habe, kann Jasmin M. nicht verstehen. Im Schulalltag gebe es andere Herausforderungen: dass zum Beispiel alle Kinder mit auf Klassenfahrt könnten. Bei manchen Mädchen sei das nicht selbstverständlich. In vielen der Fälle, die Jasmin M. kennt, kämen die Schülerinnen aus arabischstämmigen Familien, in denen Bildung für Frauen niedrig gewichtet würden – weil die Tochter später Hausfrau und Mutter werden solle.

"Eine Zwölfjährige muss sich um den Haushalt kümmern, hat kaum Zeit für Hausaufgaben", sagt sie. "Ein anderes Mädchen bleibt zu Hause, um mitzuhelfen, nachdem ihre Mutter ein Kind bekommen hat. Was hilft es diesen Mädchen, wenn ich gendere?" M. fragt sich, ob man Kinder aus Familien mit stark patriarchalen Vorstellungen durch Gender-Unterstriche nicht sogar eher verliert – weil sie das Gefühl bekommen könnten, in der Schule eine Welt vorzufinden, die mit ihnen nichts zu tun hat.


Inzwischen finden sich auf den Arbeitsblättern von Jasmin M. keine Unterstriche mehr. Die Schüler habe das nicht gewundert, berichtet sie: "Das Gendern haben sie nicht wirklich ernst genommen."



2. Im Stern geht es um die Influencerin Cathy Hummels:

Cathy Hummels möchte auf ihrem Instagram-Account in Zukunft nur noch genderneutrale Sprache benutzen. Ihren "Follower:innen" liefert sie auch gleich eine Anleitung, wie man korrekt gendert. (…) Um zu erfahren, wie ihre "Follower:innen" zu dem Thema stehen, startet sie eine Umfrage: "Wie findet ihr, wenn wir alle geschlechterneutrale Sprache benutzen?" Das Ergebnis am Sonntagvormittag: 16 Prozent stimmten für Ja, 84 Prozent für nein.




3.
Laut statistischem Bundesamt sind zehn Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland Väter. Sie sind genauso kompetent wie Mütter. Und manchmal sind sie auch ebenso überfordert. Doch sie werden in der Gesellschaft kritischer betrachtet.


Der Deutschlandfunk widmet sich diesem Thema sehr ausführlich unter der Überschrift "Sieh zu, wie du klarkommst!"



4. Amazon hat sich für seine Film- und Serienproduktionen neue "Diversity-Regeln" gegeben. Der linke Kulturwissenschaftler Wolfgang M. Schmitt und die liberale Journalistin Tamara Wernli beschäftigen sich auf Youtube kritisch damit.



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