Hört der Feminismus auf, wenn die Rechnung an den Tisch kommt?
1. Immer mehr Frauen bezeichnen sich als Feministinnen, wollen aber weiterhin, dass der Mann alles bezahlt.
Influencerin Suki beschreibt etwa offen, sie date nur Männer, die mindestens 35.000 Euro im Monat verdienen, nennt ihren Partner einen "Geldautomaten" und bezeichnet sich selbst als "Gold Diggerin". Für diesen Content wurde Suki im Übrigen zeitweise mit einem Podcast im Öffentlich-Rechtlichen belohnt.
Maxima Tribull hinterfragt diese Haltung in der Berliner Zeitung.
2. Im Skandal um die Leiterinnen eines Männergefängnisses in Gablingen kommt es zu neuen Erkenntnissen:
Über eine Stunde soll ein SIG-Beamter am Bett eines verletzten Gefangenen gerüttelt haben, damit der Häftling nicht zur Ruhe kommen konnte. Ein weiterer, psychisch schwer kranker Gefangener, habe in eine Einzelzelle gesperrt werden sollen – obwohl er laut einer Gefängnismedizinerin dringend zwischenmenschlichen Kontakt benötigt hätte. Bei der Verlegung soll der Häftling eine Panikattacke erlitten haben.
Doch anstatt den Gefangenen nun entsprechend dem ärztlichen Rat in einer Gemeinschaftszelle unterzubringen, soll der Mann noch mehr isoliert worden sein – und komplett nackt in einen der sogenannten "besonders gesicherten Hafträume" (bgH) gesperrt worden sein: einen gänzlich leeren Betonraum, nur mit einem Loch für die Notdurft.
Diese Spezialzellen sollen in Gablingen zur Bestrafung und Schikane genutzt worden sein – um Gefangene zu demütigen oder gefügig zu machen, so der Vorwurf. Laut der Augsburger Staatsanwaltschaft wurden in 117 Fällen Gefangene dort rechtswidrig eingesperrt, meist nackt und ohne Decke und Matratze – süffisant kommentiert in den WhatsApp-Chats, die dem BR vorliegen. Laut den Ermittlungsbehörden sollen sie von Beamten der JVA Gablingen verfasst worden sein.
Welche Folgen die Inhaftierung auf bloßem Boden hat, untersuchte nach BR-Informationen ein Gutachter im Selbstversuch. Das Ergebnis: Nach zwei Stunden seien die Schmerzen so stark gewesen, dass ein Einschlafen nicht mehr möglich gewesen sei. Nach vier Stunden sei der Selbstversuch abgebrochen worden – wegen der Gefahr von Folgeschäden. In Gablingen sollen Gefangene bis zu zwei Wochen in den bgH-Zellen weggesperrt worden sein.
Hinzu kommen massive Gewalt-Vorwürfe: Häftlinge sollen nach Erkenntnissen der Ermittler gewürgt worden sein, seien mit Faustschlägen ins Gesicht und Tritten in den Brustkorb traktiert worden, teils mit dem Einsatz des Schlagstocks. In einem Fall seien dem Gefangenen zuvor die Hände mit Handschellen auf den Rücken gefesselt worden. Die Vizechefin soll bei den Übergriffen teils selbst zugegen gewesen sein.
(…) Zusätzlich sollen Gefangene gedemütigt worden sein: Ein Häftling habe nach BR-Informationen komplett nackt vor SIG-Mitgliedern Kniebeugen machen müssen. Ein anderer sei aufgefordert worden, sich bei der SIG für einen Übergriff zu bedanken. Und wieder ein anderer schildert, wie er ausgelacht worden sei, während ihn SIG-Beamte mit verdrehten Armen gegen Türen und Geländer gestoßen hätten.
(…) Die Vizechfin soll selbst keine Gefangenen körperlich attackiert haben. Trotzdem wird sie als Mittäterin beschuldigt, weil sie SIG-Beamte zu Übergriffen auf Gefangene ermutigt und dann gedeckt haben soll. JVA-Personal, das die Übergriffe womöglich missbilligt hätte, sei von der Vizechefin versetzt oder weggeschickt worden, teils mit den Worten "husch, husch".
(…) Die frühere JVA-Leiterin wusste laut der Staatsanwaltschaft, dass Gefangene rechtswidrig in bgH-Zellen gesperrt worden seien. Die Ermittlungen legen nahe, dass sie sich vor allem im Homeoffice aufhielt. Ihre Anwältin wollte sich nicht dazu äußern. Die Vizechefin soll gepostet haben, die JVA Gablingen nach ihren Vorstellungen zu "kreieren". Später ist von "absoluter Diktatur" die Rede. Dahinter postet die Vizechefin ein Emoji: einen Affen, der sich die Augen zuhält.
Auch die Tagesschau berichtet darüber:
Ein Gefangener sei "verräumt" worden, soll die damalige Vizechefin der JVA in einer Chatnachricht geschrieben haben, die dem BR und Kontraste ebenfalls vorliegt. Dass dies für den Gefangenen offenbar schmerzhaft war, habe den Beamten Freude bereitet, schrieb sie weiter. Nur bei der "B-Note" hätte es besser laufen können: Die Beamten hätten bei dem mutmaßlichen Übergriff auf den Gefangenen nur "wenig gelacht".
(…) Wenn Grenzen überschritten würden, müsse dies nach außen hin "anständig" aussehen, soll die Vizechefin in einem Chat geschrieben haben. In einer weiteren Nachricht, die BR und Kontraste ebenfalls vorliegt, räumte sie laut Ermittlungsbehörden sogar ein, dass sie selbst und SIG-Beamte "rechtswidrig" handeln würden.
3. "Ihr wollt nicht als alte, weiße Frauen abgestempelt werden? Dann seid keine" fordert Alexandra Zykunov auf Spiegel-Online von Frauen, die ihr nicht feministisch genug sind, und legt damit offen, was der Sinn solcher Beschimpfungen ist: Wenn du nicht persönlich angegangen werden möchtest, verhalte und äußere dich gefälligst so, wie wir das wollen. Nachdem sie die wichtigsten Inhalte ihrer Weltsicht dargelegt hat – "Feminismus ist kein Männerhass" und "#allmen heißt nicht, dass alle Männer Täter sind" – , führt Zykunov weiter aus, was diese Frauen alles falsch machen. Zum Beispiel
statt die dahinter liegenden patriarchalen Strukturen zu adressieren, lieber den sogenannten Choice-Feminismus propagieren: "Ihr habt euch doch freiwillig für Kinder entschieden; niemand hat euch gezwungen, in Teilzeit zu gehen; dann hättet ihr einfach aktiv besser verhandeln sollen; Augen auf bei der Partnerwahl" usw. Als hätte sich die Hälfte der Bevölkerung das mit der eigenen Unterdrückung freiwillig ausgesucht und könnte da easy peasy wieder rauskommen. Alles nur eine Frage des Wollens.
Zu den Frauen, die von Zykunov attackiert werden, gehören die Schauspielerin Senta Berger, die sich kürzlich männerfreundlich geäußert hatte, sowie die erste Trainerin eines männlichen Bundesligavereins, Marie-Louise Eta, weil sie auf die Frage nach einer Frauenquote erklärte, sie wolle aufgrund ihrer Qualität eingestellt werden und nicht aufgrund ihres Geschlechts. Zykunov ist fassungslos: "Leute, bitte! Es ist doch wirklich nicht so schwer!" Auch die Sängerin Sarah Engels wird von Zykunov aufs Korn genommen, nachdem sie erklärt hatte, keine Feministin zu sein, was einen massiven Shitstorm auslöste, den etliche Leitmedien flankierten. Engels lernte aus dieser Erfahrung, verkündet jetzt brav, sie sei doch eine Feministin und bittet um Verzeihung dafür, sich anders geäußert zu haben. (Wo kämen wir auch hin, wenn Frauen in solchen Fragen Wahlfreiheit hätten? Irgendjemand muss ihnen doch beibringen, was sie sagen und denken sollen!) Zykunov ist zufrieden damit, dass Sarah Engels erfolgreich eingenordet wurde: "Wie gesagt, es ist wirklich nicht so schwer."
4. Christian Schmidt analysiert heute einen aktuellen Artikel von Sophia Süßmilch: "Feministinnen raus aus dem Internet! Ich will Straßenschlachten!"
5. Israel hat die Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen aufgekündigt. Auslöser ist die Aufnahme israelischer Behörden in einen noch nicht veröffentlichten UN-Bericht über sexualisierte Gewalt in Konflikten. Die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, hatte bereits zuvor mitgeteilt, es gebe glaubwürdige Hinweise auf sexuelle Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte auf palästinensische Häftlinge.
6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:
Ich möchte Sie gerne auf einen Beitrag bei YouTube aufmerksam machen. Darin wird aus der Perspektive eines männlichen Opfers geschildert, welche Folgen sexuelle Übergriffigkeit haben kann.
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