Montag, November 29, 2021

"Der neue Feminismus ist gegen die Paarbeziehung und für das Zölibat" – News vom 29. November 2021

1. Der Schweizer "Blick" beschäftigt sich mit Frauen, die keinen Mann mehr wollen:

Laure steht eigentlich auf Männer. Nach einigen unglücklichen Erfahrungen jedoch entschied sie sich gegen heterosexuelle Beziehungen – und für das Zölibat. Das ist ihr lieber als "patriarchale Strukturen, ein Alltag voller Einkäufe für zwei, Hausarbeit und Mental Load".

Frankreich, wo sie lebt, streitet derzeit mehr denn je über das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, nicht zuletzt über Frauen, die sich – feministisch motiviert – gegen Paarbeziehungen entschieden haben. Ausgelöst hat die Diskussion ein Artikel der Tageszeitung "Le Monde", in dem Laure ihre Geschichte erzählt.

Mehr und mehr Frauen sehen Beziehungen mit Männern als zeitliche und organisatorische Belastung, da sie sich um alles kümmern und an alles denken müssten. Eine von ihnen, Julie*, bringt die Sache auf den Punkt: "Ich will keine Zeit mehr damit verlieren, sie zu erziehen!"

In der Beziehung mit einem Mann, so die Sichtweise vieler von ihnen, schlitterten Frauen unvermeidlich in veraltete Rollenbilder. Einige schildern zudem Erfahrungen mit krankhaft eifersüchtigem Verhalten und Gewalt. Zum Beispiel Cléa*: "Mein erster Freund beschimpfte mich als Flittchen. Der zweite warf mir betrunken Gegenstände an den Kopf. Der dritte kam in mir, obwohl ich das nicht wollte. Der letzte stalkte mich."

Wie Cléa ist vielen die Lust auf einen Freund verleidet. Einige beschränken sich auf Sex mit Männern ohne Liebesbeziehung, andere leben asexuell oder sind mit Frauen intim. Sie halten es wie die amerikanische US-Feministin Gloria Steinem (87): "Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad."

Fabienne Amlinger, Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern, findet die Debatte denn auch nicht wirklich neu: "Sie tauchte in der Neuen Frauenbewegung auf, die ihren Anfang in den 68er-Protesten nahm. Nun, da feministische Bewegungen einen Aufschwung erleben, werden solche Themen wieder diskutiert – auch in feministischen Kreisen in der Schweiz."

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, so Itziar Marañón, Mitglied des Berner Frauenstreik-Kollektivs: "Dennoch kann sich selbst in aufgeklärten Beziehungen ein Ungleichgewicht zwischen den Partnern zeigen, denn wir alle sind in einer Gesellschaft mit sexistischen Mustern erzogen worden und haben gewisse Haltungen verinnerlicht."

Habe sich frau dies erst einmal klargemacht, könne sie die Augen nicht mehr vor den Konsequenzen verschliessen. "Daher verstehe ich, wenn eine Frau sagt: ‹Ich will das nicht mehr!", meint Marañón. Das sei zwar eine radikale Lösung, dahinter stünden jedoch Probleme, über die Männer nachdenken müssten, um solche Verhaltensmuster nicht immer weiter zu reproduzieren.

Der Gedanke des "Gleichstellungsverhinderers im Bett" töne nicht mehr absurd, wenn man sich die Statistik vor Augen führe, sagt Fabienne Amlinger. "Sie zeigt etwa, dass Frauen weiterhin mehr unbezahlte Care-Arbeit leisten." Es gehe nicht darum zu behaupten, alle Männer seien Patriarchen. Aber, so die Berner Historikerin weiter: "Das Verhalten, das sie in Beziehungen zeigen können, hat viel mit Strukturen zu tun wie etwa der Lohnschere und verinnerlichten Erwartungshaltungen. Hier müssen wir anknüpfen."

Sorgen um ihr Liebesleben müssen sich die meisten Männer allerdings nicht machen. Bisher handelt es sich bei der neuen Frauenbewegung um ein Randphänomen.


Bekanntlich gibt es mit den Men Going Their Own Way (MGTOW) ein Gegenstück zu dieser Haltung auch auf der anderen Seite des politischen Geschlechtergrabens. Allerdings werden diese Männer in den Medien so dargestellt, als hätten sie nicht mehr alle Tassen im Schrank und zeigten gesellschaftlich völlig inakzeptablen Frauenhass.



2. Die Frankfurter Allgemeine berichtet über die Gehaltslücke zwischen Hollywood-Schauspielerinnen und -Schauspielern:

Jetzt hat die Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence die Debatte wieder angeheizt – wenn auch anders als erwartet. Dass sie als die den Weltuntergang verheißende Astronomin Kate Dibiasky in der angekündigten schwarzen Komödie "Don’t Look Up" weniger Gage bekomme als ihr Ko-Star Leonardo DiCaprio, sei kein Problem. "Leo ist an der Kinokasse wertvoller als ich. Ich bin über meinen Vertrag extrem glücklich", sagte Lawrence der Vanity Fair.


Es ist mir unverständlich, wie sich eine Schauspielerin so äußern kann. Ist es nicht viel entlastender für das eigene Ego, wenn man seine schlechtere Honorierung auf Diskriminierung schieben kann statt darauf, dass man weniger Publikum anzieht?



3. Asiatische Frauen haben weiße Männer bei der Entlohnung überholt.



4. Die Enteignung von Immobilienbesitzern gilt inzwischen als feministisches Anliegen.



5. Die Unzufriedenheit mit den Öffentlich-Rechtlichen Medien bleibt hoch:

38 Prozent der Befragten geben an, unzufrieden zu sein (…), wobei rund ein Drittel der Befragten (31 Prozent) die Angebote des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks meidet (16 Prozent nutzen diese eher selten und 15 Prozent sehr selten bzw. nie). 37 Prozent der Befragten wünschen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien gänzlich abgeschafft werden sollten, wobei weibliche Befragte mit 39 Prozent bei dieser Ansicht häufiger vertreten sind als männliche Befragte. Am höchsten ist die Unzufriedenheit bei Wählern der AfD (mit 71 Prozent), gefolgt von Wählern der Linken (mit 56 Prozent) und Wählern der FDP (mit 45 Prozent).

Weitere wesentliche Ergebnisse sind, dass mit 52 Prozent eine Mehrheit der Befragten angibt, dass sie die Höhe des Rundfunkbeitrages an den öffentlich-rechtlichen Medien stört, und dass 32 Prozent der Befragten eine fehlende politische Unabhängigkeit bzw. einseitige Berichterstattung bemängeln. Zudem ist eine relative Mehrheit von 46 Prozent (gegenüber 34 Prozent) der Ansicht, dass der Rundfunkbeitrag abhängig sein sollte von der Nutzung öffentlich-rechtlicher Medien bzw. von im Haushalt vorhandenen Geräten. Weibliche Befragte sind mit 49 Prozent zu 43 Prozent häufiger dieser Ansicht als männliche Befragte.




6. In Großbritannien wird noch immer über die Benachteiligung von Jungen aus der weißen Arbeiterschicht diskutiert:

Die Mail on Sunday berichtet, dass ein neues nationales Ziel eingeführt werden soll, um die Zahl der männlichen Weißen aus der Arbeiterklasse zu erhöhen, die an einer Universität studieren.

Untersuchungen zeigen, dass nur 12,6 Prozent von ihnen bis zum Alter von 19 Jahren ein Hochschulstudium aufnehmen - der niedrigste Wert aller demografischen Gruppen - und dass sie in der Schule seltener gute Noten erhalten als ihre ebenfalls benachteiligten Altersgenossen aus ethnischen Minderheiten.

Bildungsminister Nadhim Zahawi hat die Aufsichtsbehörden des Studentenamtes aufgefordert, die Zielvorgaben der Universitäten neu auszuhandeln, um "regionale Ungleichheiten und frühere Leistungen in den Schulen" zu berücksichtigen.

Nur eine Handvoll Hochschulen hat sich Ziele für die Zahl der männlichen weißen Arbeiter gesetzt, während es für diese Gruppe keine Unterstützung durch Stipendien und Beihilfen gibt. Einige Akademiker sagen, dass die Bedenken über das Schicksal weißer Teenager aus der Arbeiterklasse ignoriert oder als "rechtes Gedankengut" abgetan wurden.


Hier geht es weiter.



7. Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern unter den Sozialarbeitern im Kinderschutz hat nach Ansicht einer führenden britischen Wissenschaftlerin auf diesem Gebiet zu einer unbewussten Väterfeindlichkeit geführt:

Dr. Helen Buckley, außerordentliche Professorin an der School of Social Work and Social Policy, sagte, die Kinderschutzarbeit sei "extrem geschlechtsspezifisch" und "Väter werden oft nicht einbezogen".

Weibliche Sozialarbeiter haben weniger Angst vor Müttern, es fällt ihnen leichter, mit ihnen zu sprechen, und Mütter sind verfügbarer, sagte sie. Väter sind zwar abwesend, aber dennoch in das Leben des Kindes eingebunden, und die Bedeutung dieser Rolle wird nicht immer anerkannt.

(…) Nur 15 Prozent der Sozialarbeiter bei der Health Service Executive und der Kinder- und Familienbehörde Tusla sind Männer, wie neue Zahlen zeigen.

(…) Dr. Buckley sagte, dass immer mehr junge Menschen an Tusla verwiesen werden, die sich nicht mehr unter Kontrolle haben, und dass dies oft mit dem frühen Kontakt zu Gewalt in der Familie und zu Vorbildern zusammenhängt.

"Ich würde nicht sagen, dass es diesen Jugendlichen besser gehen würde, wenn sie männliche Sozialarbeiter hätten, aber jede positive Vorbildfunktion von Männern ist wahrscheinlich eine gute Sache", sagte sie.

(…) Donald O'Malley, Vorsitzender der Irish Association of Social Workers, sagte, wenn Sozialarbeiter gegenüber Vätern voreingenommen seien, liege das nicht am Geschlecht, sondern daran, dass die Mütter die Hauptbezugspersonen seien und es oft viel schwieriger sei, mit den Vätern in Kontakt zu treten. Sie könnten im Gefängnis sitzen, sind eher drogenabhängig oder haben erhebliche Alkoholprobleme.

"Ich weiß nicht, ob Männer, die sich in dieser Situation befinden, den Vätern gegenüber mehr Mitgefühl zeigen würden", sagte er.

O'Malley räumte ein, dass es mehr Männer in einer Organisation braucht, um sich für die Bedürfnisse von Männern einzusetzen und "die Leute daran zu erinnern, die Väter nicht zu vergessen".

(…) Abgesehen von der Bezahlung könnte seiner Meinung nach eine größere Sichtbarkeit der männlichen Sozialarbeiter dazu beitragen, mehr Männer für den Beruf zu gewinnen. Und im Bildungssystem müsse es einen stärkeren "Sinn für die Zivilgesellschaft" und die "gegenseitige Fürsorge" geben, und das müsse bis in die Grundschulen hineinreichen.




Freitag, November 26, 2021

Spiegel-Online fordert Mann an der Spitze des Frauenministeriums – News vom 26. November 2021

1. Wer es ernst meint mit der Gleichberechtigung, der setzt einen Mann an die Spitze des Familienministeriums, argumentiert Tobias Becker auf Spiegel-Online:

Wir alle kennen diese Fotos: alte weiße Männer, die in neuen schwarzen Anzügen auf offiziellen Anlässen nebeneinander aufgereiht ernst in die Kamera blicken. Frauen? Fehlanzeige. Es sind Fotos mit hohem Grau- und noch höherem Symbolwert. In den sozialen Netzwerken sorgen sie seit einiger Zeit zuverlässig für Heiterkeit, aber auch für Empörung.

Die Ahnengalerie des Bundesfamilienministeriums sieht so aus:

Christine Lambrecht

Franziska Giffey

Katarina Barley

Manuela Schwesig

Kristina Schröder

Ursula von der Leyen

Renate Schmidt

Christine Bergmann

Claudia Nolte

Hannelore Rönsch

Angela Merkel

Ursula Lehr

Rita Süssmuth

Fällt Ihnen was auf? Gut.

Aber wo ist die Heiterkeit, wo die Empörung? Wo sind die Forderungen, dass die Ampelkoalition endlich mal wieder einen Mann aufs Bild rücken soll? Der letzte Mann, der als Bundesfamilienminister vereidigt wurde, hieß Heiner Geißler. Das war 1982. Das ist 39 Jahre her.


Man könne nicht "eine geschlechterparitätische Besetzung der Ministerämter für das Nonplusultra halten", führt Becker aus, "und es gleichzeitig unproblematisch finden, wenn nun erneut eine Frau Familienministerin werden sollte." Schließlich hätten "manche Männer" (gemeint sind wir) "das Gefühl, auf dem Weg zu mehr Gleichstellung und einer gerechteren Verteilung der Care-Arbeit solle ihnen nur etwas weggenommen – und nichts Neues gegeben werden. Ein Irrtum, sicher."

Sicher? Wo findet denn hierzulande Männerpolitik statt, die auch nur im Ansatz mit Frauenpolitik vergleichbar wäre?

Schon der Name des Familien- und Frauenministeriums, argumentiert Becker, signalisiere:

Männer gehören nicht so richtig zur häuslichen Welt der Familie dazu. Zweitens: Frauen sind besonders schutz- und hilfsbedürftige Wesen, die nicht für sich selbst sorgen können, ähnlich wie Heranwachsende und Alte. Als Mann – und als Frau – kann einem beides eigentlich nicht gefallen. Beides ist Ausdruck eines antiquierten Rollenmodells.


Das sagen wir Männerrechtler seit Jahrzehnten. Bizarrerweise gelten WIR deshalb als reaktionär.

Warum nicht schlicht: Bundesministerium für Familie und Gleichberechtigung?


Weil das eine starke Lobby verhindert.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat es in zwei Legislaturperioden nicht geschafft, die angekündigte große Reform im Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrecht auf den Weg zu bringen. Und so gehören eine Mutter und ihr Kind in der deutschen Vorstellungswelt noch immer irgendwie enger zusammen als ein Vater und sein Kind. (…) Der Weg zu mehr Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße.

In der Ampelkoalition wird das Familienministerium nun den Grünen zufallen. Geschlechtergerechtigkeit gehörte mal zu deren Markenkern. Die Partei sollte die Chance nutzen und beweisen, dass das noch immer so ist – und sie keineswegs in einem falsch verstandenen Oldschool-Feminismus festhängt. Es wäre der Beweis, dass sich all jene Trennungsväter geirrt haben, die politisch eigentlich den Grünen nahestehen, die bei der Bundestagswahl aber ihr Kreuz bei der FDP gemacht haben, weil sie dort inzwischen das modernere Familienbild zu finden glauben.


Einerseits bin ich auf diesen "Beweis" sehr gespannt. Andererseits habe ich hier dieselben Bedenken wie bei einer Frauenquote: Die Geschlechtszugehörigkeit eines Politikers zeigt keineswegs automatisch, für welches Geschlecht er sich vorrangig einsetzt. Ich kann mir sehr gut einen männlichen Familienministrer vorstellen, der, um zu beweisen, dass er keine Fehlbesetzung ist, die einseitige Geschlechterpolitik der letzten Jahrzehnte ebenso konsequent weiterführt wie all seine Vorgängerinnen.



2. So manch einer wundert sich, dass Karl Lauterbach nicht als der neue Gesundheitsminister gesetzt ist. Die Erklärung: Dazu hat er offenbar das falsche Geschlecht. "Als Karla Lauterbach hätte er bessere Chancen", verrät ein Insider der SPD.



3. Die "taz" berichtet:

Nicht nur Komplizinnen oder Mitläuferinnen: Eine neue Studie zeigt, dass Frauen häufiger sexualisierte Gewalttaten an Kindern begehen, als bisher angenommen.


Bisher angenommen von wem? Ich selbst widme dich diesem Thema seit zwanzig Jahren, auch sonst gibt es hierzu längst deutschsprachige Literatur . Sie wird in unseren Leitmedien nur nicht wahrgenommen, weil sie dem Glauben an die Frau als besserem Menschen widerspricht und deshalb als "frauenfeindlich" tabuisiert wird: Nur die verhassten Männerrechtler beschäftigen sich damit. Bevor sie sich diesen Vorwurf zuziehen, opfern viele andere lieber die von Missbrauch betroffenen Kinder.



4. Der SWR berichtet über eine Koblenzer Beratungsstelle, die gewalttätigen Männern hilft. Ich begrüße dieses Angebot – aber es fällt auf, dass ein vergleichbares Angebot für Frauen fehlt, die es sich wünschen und die es brauchen. Auch hier sind ideologische Scheuklappen der Grund.



5. Wir sprengen weiter die Geschlechterklischees: Nachgeburtliche Depression gibt es auch bei Papas erklärt das Blog "Daddylicious" und gibt Vätern sieben Tipps für die erste Zeit mit dem Baby.



6. Von Deutschland aus betrachtet, wirkt es wie ein Blick in eine fremdartige Parallelwelt: Das britische Parlament diskutierte gestern anlässlich des Weltmännertages die politische Situation, die Anliegen und die Nachteile von Männern. Natürlich sind hier die meisten Sitze erschreckend leer, so als ob Männer in unserer Gesellschaft eine unbedeutende Minderheit wären, aber im Deutschen Bundestag ist eine solche Debatte grundsätzlich unvorstellbar. Im "Frauen unterdrückenden Patriarchat" gibt es für die Situation von Männern kein parlamentarisches Interesse.



7. In einem aktuellen Podcast der "Zeit" geht es um die Frage "Ist Gendern reaktionär?" Gesprächsteilnehmer sind hier die Feministin Luise F. Pusch, die als Erfinderin der "Genderpause" beim Sprechen gilt, sowie der Schriftsteller und Hochschullehrer Torsten Schulz, der in der DDR aufgewachsen ist und das Gendern als Eingriff in seine persönliche Freiheit empfindet – vor allem dann, wenn es ihm aufgezwungen wird. Er kritisiert, dass viele Varianten des Genderns den Fokus zu stark auf das Geschlecht legten, obwohl der Mensch durch vielfältige Merkmale geprägt sei, etwa durch sein Alter oder seine soziale Herkunft.



Donnerstag, November 25, 2021

SPD-Gruppe fordert höchstens 30 Prozent weiße Männer aus Westdeutschland in Regierung – News vom 25. November 2021

1. N-tv berichtet:

Die künftige Bundesregierung soll nach Forderungen aus der SPD die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. "Wir appellieren an Olaf Scholz, in der kommenden Bundesregierung, zumindest was die SPD angeht, Ministerposten paritätisch mit Frauen zu besetzen sowie mit Ostdeutschen und Menschen mit Migrationshintergrund", sagt Aziz Bozkurt, Bundesvorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der "Welt". "In einer Bundesregierung kann Platz für 30 Prozent weiße Männer aus Westdeutschland sein, auf den übrigen Positionen muss sich die Vielfalt im Land widerspiegeln."




2. Die Grünen hingegen wollten eine "feministische Außenpolitik" in den Koalitionsvertrag aufnahmen. Die FDP lehnte das ab: Darunter sei nichts Konkretes zu verstehen. Stattdessen ist im Vertragstext jetzt von "feminist foreign policy" die Rede.



3. Christian Schmidt hat sich angeschaut, was der Koalitionsvertrag für das Familienrecht hergibt und findet verschiedene Stellen sehr problematisch. Immerhin heißt es aber in einer Passage des Vertrags: "Wir wollen gemeinsam mit den Ländern die Erziehungs-, sowie Trennungs- und Konfliktberatung verbessern und dabei insbesondere das #Wechselmodell in den Mittelpunkt stellen." Danke, FDP.



4. In einem Artikel der "Welt" beschäftigt sich Anna Schneider auf der Grundlage neuer Zahlen damit, wie ein einseitiges Meinungsklima von US-amerikanischen Hochschulen an deutsche Universitäten gezogen ist:

Aus einer deutschlandweiten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach geht hervor, dass sich zwar die meisten Hochschullehrer in ihrer Forschung und Lehre nach wie vor frei fühlten. Allerdings hätten in jüngster Zeit immer mehr von ihnen das Gefühl, unter dem Druck des Meinungsklimas an Hochschulen zu stehen. Etwa 1.000 Universitätsprofessoren hatten Anfang Oktober an dieser Studie teilgenommen. 40 Prozent der Befragten fühlten sich in dem Gefühl bestätigt, "in ihrer Lehre durch formelle oder informelle Vorgaben zur Political Correctness stark oder etwas eingeschränkt" zu werden.

18 Prozent der Lehrkräfte sagten zudem, "Political Correctness verhindere es, dass man bestimmten Forschungsfragen nachgehen könne". (…) Besonders bei den Lehrenden der Geistes- und Sozialwissenschaften habe sich der Eindruck verstärkt. Über die Hälfte sehe momentan Lehre und Forschung eingeschränkt, zuvor war es gut ein Drittel.

Diese Zahlen sollten sich vor allem jene zu Gemüte führen, die behaupten, dass die Gendersprache (das wohl prominenteste Beispiel für Political Correctness in Deutschland) außer der "Sichtbarmachung der Frauen" keine Auswirkungen habe – vor allem keine negativen. Hat sie eben doch, sie schafft Denkkorsette, weil plötzlich nicht mehr der Gedanke im Mittelpunkt steht, sondern nur mehr das Anliegen, niemandes zarter Seele Schmerzen zuzufügen.

(…) Doch es besteht Hoffnung. Auf die Frage "Was ist in Ihren Augen der Zweck der Wissenschaft, was gehört zu den Aufgaben der Wissenschaft?" antworteten 92 Prozent der befragten Professoren mit "Neues entdecken", 89 Prozent mit "Wissen weitergeben" und 81 Prozent mit "Wissenschaftliche Erkenntnisse dokumentieren". Abgeschlagen auf dem letzten Platz und angegeben von 18 Prozent der Professoren fand sich: "moralische Maßstäbe" setzen.




5. Die Scherz-Website RentAHitman bietet Auftragsmorde unter Beachtung des Datenschutzes an. Jetzt ist eine Frau darauf reingefallen, die einen Auftragsmörder finden wollte, um ihren Ex-Mann umzubringen. (Derartige Gewalt wird von weiblichen Tätern generell eher als von Männern an Dritte delegiert; auch das trägt zur Verfälschung der Statistiken bei.) An die Seite von "toxischer Weiblichkeit" tritt in diesem Fall toxische Dämlichkeit. "Ich verstehe es nicht", erklärt der Betreiber der Seite: "Menschen sind einfach dumm.". Der 52-Jährigen aus Michigan drohen nun maximal Lebenslänglich beziehungsweise 20 Jahre Haft.



6. In der ZDF-Sendung "Auf der Couch", die – völlig konträr zu vielen anderen Sendungen – Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern unter der Leitung eines Psychologen in ein konstruktives Gespräch miteinander bringen möchte – geht es aktuell um das Reizthema Gendersprache.



Mittwoch, November 24, 2021

Über 60 Prozent der jungen Menschen, die sterben, sind männlich – und die Geschlechterkluft wächst – News vom 24. November 2021

1. Die Plattform iflscience, die Nachrichten aus der Wissenschaft zusammenstellt, berichtet:

Weltweit ist die Zahl der Menschen, die in jungen Jahren sterben, seit den 1950er Jahren erfreulicherweise zurückgegangen. Wenn man jedoch tiefer in die Statistiken einsteigt, zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Der Anteil der jungen Männer und Jungen, die sterben, nimmt in den meisten Teilen der Welt zu.

Nach einer umfangreichen Analyse, die in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde, entfielen im vergangenen Jahr rund 61 Prozent aller Todesfälle bei den 10- bis 24-Jährigen weltweit auf Männer. Die Gesamtzahl der Todesfälle bei Jugendlichen ist im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten zwar rückläufig, doch die Kluft zwischen Männern und Frauen wird immer größer. Seit 1950 ist die Zahl der Todesfälle bei den 10- bis 24-jährigen Frauen weltweit um 30 Prozent zurückgegangen, bei den jungen Männern betrug der Rückgang jedoch nur 15 Prozent.

Jeden Tag sterben weltweit etwa 4.000 Jugendliche - und in allen Teilen der Welt sind die meisten von ihnen männlich. Diese geschlechtsspezifische Diskrepanz vergrößert sich in den meisten Regionen, mit Ausnahme der Länder mit hohem Einkommen, Mitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien, wo sich die geschlechtsspezifische Diskrepanz in den letzten 30 Jahren zwar verringert hat, aber immer noch besteht.

Wenn es darum geht, diesen Trend zu verstehen, gibt es viel zu entwirren, und es gibt keine einfache Antwort, da es in den verschiedenen Teilen der Welt subtile Unterschiede gibt.

Im Allgemeinen waren die Sterblichkeitsraten eng mit dem Entwicklungsstand eines Landes verknüpft, wobei reichere Länder weniger Todesfälle bei Jugendlichen zu verzeichnen hatten und umgekehrt. Auch die Haupttodesursache bei jungen Menschen variierte von Region zu Region. Die Hauptursache für den Tod von Jugendlichen war in allen Regionen unfallbedingt, mit Ausnahme der Länder mit hohem Einkommen, wo Krebs die Hauptursache war, sowie Südasien und Afrika südlich der Sahara, wo übertragbare Krankheiten durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser an der Spitze standen.

Von allen Todesfällen im Alter von 10 bis 24 Jahren weltweit waren 32 Prozent auf unbeabsichtigte Verletzungen, Gewalt und Konflikte zurückzuführen, 32 Prozent auf übertragbare Krankheiten, Ernährungsmängel oder Ursachen im Zusammenhang mit Mutterschaft und 27 Prozent auf nicht übertragbare Krankheiten. Die restlichen 8 Prozent waren auf Selbstmord zurückzuführen.

Seit 1980 ist der Anteil der durch übertragbare Krankheiten verursachten Todesfälle an der Gesamtzahl der Todesfälle in den meisten Teilen der Welt stark zurückgegangen, außer in Afrika südlich der Sahara und in Südasien, wo sie nach wie vor weit verbreitet sind. In Lateinamerika und der Karibik trägt zwischenmenschliche Gewalt nach wie vor in erheblichem Maße zum Tod junger Männer bei, und die Gesamtsterblichkeit älterer männlicher Jugendlicher hat sich dort in den letzten 20 Jahren nur wenig bis gar nicht verbessert.

Die Ursachen, die all diesen Mustern zugrunde liegen, sind vielschichtig und variieren von Region zu Region. Das bedeutet, dass es keine "Einheitslösung" für das Problem gibt. In ihrer Studie kommen die Forscher zu dem Schluss, dass künftige Anstrengungen zur Verringerung der weltweiten Todesfälle bei Jugendlichen sicherstellen müssen, dass Jungen und junge Männer nicht zurückbleiben.

"Das Ausmaß des Unterschieds in der Sterblichkeitsbelastung zwischen Männern und Frauen ist ziemlich auffällig", sagte Dr. Joseph Ward, Hauptautor der Studie vom University College London. "Die Ursachen für diese Muster sind komplex und bedürfen definitiv weiterer Untersuchungen.




2. 2020 gab es 7,4% mehr männliche Opfer häuslicher Gewalt als im Jahr zuvor. Diese Zahl bezieht sich auf das kriminalpolizeilich erfasste Hellfeld. Die Zahl der weiblichen Opfer hat um 3,7 Prozent zugenommen. Diese weiblichen Opfer sind Thema für das Bundesfamilienministerium, die männlichen bleiben weiterhin unerwähnt.



3. Ein aktueller Comedy-Spot mit Maren Kroymann trifft den Zeitgeist: "Oh Nein! Es ist ein Junge!"



4. Über den Sexismus-Aufschrei! der Woche berichtet der britische "Telegraph":

Das Wolfson College ist in einen Streit über Sexismus verwickelt, nachdem sich Studenten darüber beschwert haben, dass sie sich "unsicher" fühlten, als ein Fotograf bei der Einführungszeremonie die "Herren bat, den Damen zu helfen".

Dutzende von Neuankömmlingen des Colleges, an dem überwiegend Postgraduierte studieren, stellten sich am 10. Oktober in ihren typischen Cambridge-Kleidern auf, als die Bemerkung gefallen sein soll.

Die Studenten des Colleges, zu dessen Alumni mehrere führende Persönlichkeiten des Landes gehören, haben nun einen Beschwerdebrief verfasst, in dem sie eine förmliche Entschuldigung für die "gezielte Atmosphäre der Ungleichheit" fordern, die den "sicheren Raum für alle Geschlechter" auf dem Campus durchbrochen habe.

Der Streit begann am Abend des Fotos, als mehrere der Anwesenden in der Facebook-Gruppe der Wolfson College Student Association mit 450 Mitgliedern ihre Besorgnis über die "geschlechtsspezifische Sprache" äußerten, die der Zeitung The Telegraph zugespielt wurde.

Sie sagten, dass der Fotograf, ein älterer Mann, den Studenten anbot, ihnen beim Absteigen von einer erhöhten Plattform zu helfen, und ihnen sagte: "Für alle Frauen, die irgendwelche Probleme haben, gibt es ein paar Gentlemen, die hier sind, um euch zu helfen."

Am Samstag zog die Geschichte Spott auf sich. Sir John Hayes, Vorsitzender der Common Sense Group von 50 Tory-Abgeordneten, sagte: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Höflichkeit dieses Fotografen die Höflichkeit repräsentiert, die Patrioten aus der Arbeiterklasse gut bekannt ist, die aber offensichtlich den unreifen, privilegierten Schneeflocken aus dem Elfenbeinturm unbekannt ist."

Kate Taṇhā, die Frauen- und Nicht-Binär-Beauftragte der Cambridge Union, der 200 Jahre alten Debattiergesellschaft, gehörte zu denjenigen, die das Schreiben eines Beschwerdebriefs begrüßten und einer anderen Studentin sagten: "Das solltest du unbedingt tun". Sie bot an, beim Verfassen und Unterschreiben des Briefes zu helfen.

In dem Brief, der dieser Zeitung vorliegt, wird behauptet, dass die Äußerungen des externen Fotografen "nicht mit dem Ethos der Universität als sicherer Raum für Menschen aller Geschlechter" übereinstimmen und eine "gezielte Atmosphäre der Ungleichheit" schaffen.

In dem Schreiben heißt es: "In Anbetracht der Tatsache, dass der Fotograf wahrscheinlich wieder in der Nähe von Studenten sein wird, bitten wir darum, diese Informationen an das Unternehmen weiterzuleiten, um sicherzustellen, dass Studenten nicht wieder in eine solche Situation geraten, in der sie sich unsicher fühlen oder diskriminiert werden. (…) Es sollte keiner Erklärung bedürfen, warum dies in dieser Situation eine unangemessene, herablassende und unnötig geschlechtsspezifische Bemerkung war".

Das Wolfson College bestätigte, dass es den Brief noch nicht erhalten habe und lehnte eine Stellungnahme ab. Auch die Fotofirma lehnte eine Stellungnahme ab.

Toby Young, der Generalsekretär der Free Speech Union, sagte: "Wie kann das Angebot, jemandem beim Heruntersteigen von einer Plattform zu helfen, dazu führen, dass er sich 'unsicher' fühlt? Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Sprache der Sicherheit und des Schadens von wachen Aktivisten gekapert wurde, um ihre Agenda durchzusetzen. Wenn du nicht jeden Punkt ihrer rigiden ideologischen Agenda erfüllst, gefährdest du angeblich ihr Leben. Das ist völliger Blödsinn."




Dienstag, November 23, 2021

Für Männer sind Apps ein wichtiges Tor zur seelischen Gesundheit – News vom 23. November 2021

1. Die Washington Post berichtet, wie Apps Männern helfen können, psychische Schäden zu bewältigen:

Während der Pandemie fühlte sich Jason Henderson viele Monate lang so schlecht wie vielleicht noch nie in seinem Leben. Der 37-Jährige lebte in einer Kellerwohnung, war frisch geschieden, erholte sich von einer Rückenoperation und kämpfte mit Depressionen, die so schlimm waren, dass er Selbstmordgedanken hatte.

Ein Freund aus einer Online-Selbsthilfegruppe für Männer erzählte dem Bewohner von Vancouver, B.C., von einer neuen Peer-Support-App für die psychische Gesundheit von Männern namens Tethr. Henderson trat ihr bei und begann, über seine Probleme zu berichten.

"Ich wurde mit Mitgefühl, Empathie und Mitleid empfangen", sagte er. "Diese emotionale Unterstützung hat mir sofort geholfen, mich so viel besser zu fühlen.

Angesichts der gut dokumentierten Zunahme von Angstzuständen, Einsamkeit und Depressionen, die durch die Pandemie ausgelöst wurden, sind Apps für psychische Gesundheit zu einer wichtigen Ressource für Männer wie Henderson geworden.

Viele Männer, die traditionell eher zurückhaltend sind, wenn es darum geht, eine Therapie in Anspruch zu nehmen, sagen, dass diese Apps für psychische Gesundheit, von denen einige speziell auf sie ausgerichtet sind, eine Gemeinschaft von Gleichaltrigen und Unterstützung in einer Umgebung bieten, die sowohl Privatsphäre als auch Bequemlichkeit bietet. In Interviews sagten die Männer, einer der größten Vorteile dieser Apps sei die Anonymität.

Die Online-Hilfe bietet einen "weniger einschüchternden Zugang zur psychischen Gesundheit", sagt C. Vaile Wright, ein Psychologe, der Senior Director of Health-Care Innovation bei der American Psychological Association ist. "Sie sind ein wichtiges Tor zur psychischen Gesundheit für viele Männer, die Hilfe brauchen, aber bisher nicht daran gedacht haben, sie in Anspruch zu nehmen."

Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer es oft vermeiden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil sie nicht verletzlich erscheinen möchten oder nicht in der Lage sind, ihre eigenen Probleme zu bewältigen, so eine aktuelle Studie. Sie suchen etwa halb so häufig Hilfe bei psychischen Problemen wie Frauen. Untersuchungen haben jedoch auch gezeigt, dass Männer viermal häufiger Selbstmord begehen als Frauen, dass sie häufiger Drogen, insbesondere Opiate, sowie Alkohol missbrauchen und daran sterben und dass sie an der Spitze der Einsamkeitsepidemie stehen.

Aber es ist nicht fair, so die Experten, ausschließlich Männer für dieses Problem der öffentlichen Gesundheit verantwortlich zu machen.

Untersuchungen haben ergeben, dass bei Männern psychische Probleme weitaus häufiger unterdiagnostiziert werden als bei Frauen, weil viele Ärzte die Symptome von Männern oft falsch einschätzen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 sind Männer fast genauso depressiv wie Frauen, wenn Messgrößen verwendet werden, die ihre Symptome genauer erfassen - einschließlich Reizbarkeit, Aggression, Risikobereitschaft, Drogen- und Alkoholmissbrauch und somatische Beschwerden. Keines dieser Symptome ist in der Bibel für Psychiater, dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, in den Diagnosekriterien für Major Depressive Disorder enthalten, berichten die Forscher.

Die Hoffnung der Befürworter von Apps für psychische Gesundheit und Wohlbefinden ist, dass die größere Anonymität und Privatsphäre, die sie bieten, die Zurückhaltung der Männer bei der Inanspruchnahme von Hilfe abbauen wird. Bisher wurden keine großen Studien über die Nutzung dieser Apps durch Männer durchgeführt, aber eine Studie von Forschern der Harvard Medical School und der T.H. Chan School of Public Health aus dem Jahr 2018 ergab, dass bereits vor der Pandemie mehr als 225 Millionen Amerikaner mindestens eine dieser Apps auf ihrem Smartphone hatten. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2019 ergab, dass diese Apps ein wirksames Instrument für eine Reihe von psychischen Erkrankungen sein können.

Einige wie Tethr bieten Männern einen Raum, in dem sie privat (oder offen, wenn sie es vorziehen) lernen können, wie sie ihre psychische Gesundheit und ihre Lebensprobleme mit etwas besprechen können, von dem viele inzwischen wissen, wie wichtig es ist: emotionale Unterstützung durch Gleichaltrige. Tethr bietet auch einen täglichen emotionalen "Fitness"-Tracker, virtuelle Männergruppen oder "Pods" sowie Podcasts mit Videoaufzeichnungen.

Wie bei den meisten Apps überwacht kein lizenzierter Psychiater direkt die Beiträge, die Männer über ihre Probleme schreiben, oder die Antworten, die sie erhalten (obwohl die Mitbegründer von Tethr sagten, dass sie von Forschern des Men's Health Research Program und der University of British Columbia Ratschläge erhalten haben).

Die Beiträge der Nutzer ähneln dem Austausch von Textnachrichten über oft angstbesetzte Themen - der Todestag eines Elternteils, das Ende einer Beziehung, der Verlust des Arbeitsplatzes, der tägliche Kampf mit Depressionen. Darauf folgen unweigerlich Beileidsbekundungen oder Mitgefühl von anderen Nutzern der App. Die Mitglieder werden auch dazu ermutigt, täglich Ein-Wort-Check-Ins über ihren körperlichen, geistigen und emotionalen Zustand zu geben. Sowohl die täglichen Check-Ins als auch die ausführlichen Postings sind kostenlos. Gegen eine monatliche Gebühr von 8 Dollar können die Mitglieder an wöchentlichen Selbsthilfegruppen teilnehmen.

(…) Solche Peer-to-Peer-Unterstützungsnetzwerke und das Wachstum von Apps für die psychische Gesundheit sind es, die bei John Naslund, einen Dozenten für globale Gesundheit und Sozialmedizin an der Harvard Medical School, der sich auf Epidemiologie der psychischen Gesundheit und digitale psychische Gesundheit spezialisiert hat, am meisten Begeisterung entfachen.

Naslund sagte, dass die risikoarme Selbstoffenbarung mit den Apps, gefolgt von der emotionalen Unterstützung durch andere Männer, ein sicheres und effektives Tor zu einer besseren psychischen Gesundheit ist. Außerdem lernen die Männer, wie sie eine emotionale Gemeinschaft aufbauen können, wie es vielen von ihnen bisher nicht möglich war. Diese Netzwerke sind virtuelle Sicherheitsnetze, sagte er, die "Einzelpersonen mit anderen verbinden, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, und Trost in einer sicheren, nicht wertenden virtuellen Umgebung bieten".




2. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Gendersprache ab. Vor diesem Hintergrund bleibt es interessant, wie manipulativ Kritiker und Befürworter dieser Sprechweise in den Schlagzeilen dargestellt werden:

"Ekel" Didi Hallervorden wütet erneut gegen Gender-Sprache

Einsatz fürs Gendern: Petra Gerster weist "alte, weiße Männer" zurecht

Die Rolle des Schurken und der Heldin sind besetzt. Und für diejenigen, für die es aus Angst vor Ausgrenzung am wichtigsten ist, jedem aktuell vorgegebenen Trend hinterher zu laufen, wirkt das vermutlich sogar überzeugend.



3. Der Schriftsteller David Wonschweski diskutiert noch immer mit der feminsitischen Autorin Nicole Seifert: diesmal über "Frauenliteratur".



4. Bei den Brandenburger Grünen wurde die weibliche Doppelspitze wiedergewählt. Julia Schmidt errang den "Frauenplatz", Alexandra Pichl konnte den "offenen" Platz erringen.



5. Vergangenes Jahr brachte der "Tagesspiegel"-Mitarbeiter Sebastian Leber mit einem, höflich formuliert, fragwürdigen Artikel die Männerrechtsbewegung in einen Zusammenhang mit rechtsradikalem Terrorismus. (Genderama berichtete ausführlich, der Historiker und Publizist Gunnar Kunz reagierte mit einem Offenen Brief an den Journalisten.) Jetzt ist Leber als Schlepper verhaftet worden. Während das zuständige Gericht die von der Grenzpolizei erhobene Anklage wegen Schlepperei fallen ließ, wurde Leber wegen illegalen Grenzübertritts zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Chefredakteur des "Tagesspiegel", Lorenz Maroldt, weist Vergleiche Lebers mit Relotius unverdrossen als "absurd" zurück.



6. Die Post. Ein meiner Leser schreibt mir heute:

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat nun in relativ kurzer Zeit die dritte Direktorin wegen problematischen Führungsverhalten abgesägt.

Das ist interessant, weil MPG-Direktoren sehr selten entlassen werden - sie sind quasi "Götter" in ihren Instituten, handverlesen und haben weitreichende Kompetenzen. Wer Direktor an einem Institut der Max-Planck-Gesellschaft wird, gehört zu den Besten seines Fachs. Und man muss sich einiges erlauben, bevor die MPG die Reissleine zieht. Das war die absolute Ausnahme.

Aber auch die MPG muss sich dem Zeitgeist stellen, und ihre Direktoren können sich nun weniger benehmen wie Gottkönige. Daß die MPG nun ausgerechnet drei Frauen sanktioniert - das geht aber natürlich nicht. Zumal Frauen doch die besseren Führer sind. Und so haben nicht weniger als 140 Wissenschaftlerinnen ihren Unmut darüber geäussert - in "Nature", dem größten und mittlerweile sehr woken Wissenschaftsjournal der Welt. Unter anderem, weil man Frauen so entmutige, Spitzenpositionen in der Wissenschaft anzustreben. Dass an den Vorwürfen offenkundig etwas dran ist, ist da erstmal zweitrangig.

Unterschrieben hat auch Christiane Nüsslein-Vollhardt, unsere einzige lebende Nobelpreisträgerin (ebenfalls MPG-Direktorin). Das ist interessant, weil Nüsslein-Vollhardt jahrelang Frauen vorgeworfen hat, sich nicht genug ins Zeug zu legen.

Interessant ist auch, dass ein Mann ebenfalls seinen Direktorenposten niederlegen musste. Das ist natürlich weniger wichtig.




Montag, November 22, 2021

Neue Studien: Hassen viele Feministinnen DESHALB Männer und Maskulisten? – News vom 22. November 2021

1. Wer feministische Veröffentlichungen liest, ob als Buch oder als kurzes Statement in den sozialen Medien, findet dabei häufig Ressentiments gegenüber Männern und Menschen, die sich für Männer einsetzen. Wir Männerrechtler(innen) arbeiten daran, diese Feindseligkeit zu überwinden, aber häufig bleibt das eine Sisyphus-Aufgabe. Warum ist starke Aggression gegen als "Feind" etikettierte Gruppen in der feministischen Ideologie von so großer Bedeutung? Die neueste psychologische Forschung weist darauf hin, dass solche Abwertungen eine sinnstiftende Macht ausüben:

Eine im Journal of Experimental Social Psychology veröffentlichte Studie hat ergeben, dass der Hass auf kollektive Einheiten wie Institutionen oder Gruppen - nicht aber auf Einzelpersonen - den Sinn des Lebens stärken kann.

"Ich denke, dass jeder beiläufige Beobachter der menschlichen Natur erkennt, dass viele prominente kulturelle Persönlichkeiten oder politische Bewegungen viel Auftrieb erhalten, wenn sie einen klaren, identifizierbaren Feind haben, gegen den sie kämpfen. Ich habe darüber nachgedacht, warum das so sein könnte, und mir kam der Gedanke, dass ein Feind, jemand, den man hassen kann, die Menschen motivieren könnte", erklärt Studienautor Abdo Elnakouri, Doktorand an der University of Waterloo. "Hass könnte eine starke motivierende Kraft sein, die den Menschen ein klares Ziel gegen einen lohnenden Feind gibt - mit anderen Worten, ein Leben voller Sinn."

(…) Kollektiver Hass, der sich gegen Gruppen, soziale Phänomene oder Institutionen richtet, kann mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Sinn für das Leben vermitteln, der über die mit persönlichen Racheakten verbundenen negativen Erfahrungen hinausgeht. Darüber hinaus kann der Hass auf abstrakte kollektive Einheiten einen einfacheren, bösen Feind darstellen als der persönliche Hass auf eine konkrete Person.

Die Fähigkeit des Hasses, dem Leben einen Sinn zu geben, lässt sich durch motivationale Zustände erklären, die mit einem Gefühl von Zweck und Bedeutung verbunden sind. Sinn wurde mit Motivationszuständen in Verbindung gebracht, die mit dem Verhaltensaktivierungssystem (VAS) zusammenhängen und sich um das Engagement für konkrete oder abstrakte Prioritäten sowie um das "Wollen" drehen, das die Menschen zu ihren Zielen treibt. Das Streben nach ultimativen Werten ist mit denselben VAS-Prozessen verbunden und kann die VAS-Aktivierung aufgrund der Erregung über die transzendente Bedeutung der eigenen Ziele verstärken. Wenn Hass ein Gefühl der Zielsetzung vermittelt, indem er einen Feind darstellt, der gestoppt werden muss, könnten diejenigen, die Hass erleben, durch diese Prozesse ein Gefühl für den Sinn des Lebens gewinnen.

Hass kann auch durch die Beeinflussung von Motivationszuständen, die mit Kohärenz und Bedrohung zusammenhängen, einen Sinn im Leben vermitteln. Kohärenz bedeutet, eine vorhersehbare Sicht der Welt zu haben, die frei von Bedrohung und Unsicherheit ist. Das Verhaltenshemmungssystem wird durch Bedrohungen aktiviert, z. B. durch eine Bedrohung der eigenen kohärenten Weltsicht, die zu inneren Konflikten sowie zu Gefühlen der Unsicherheit und Verwirrung führen kann. So kann Hass den Sinn des Lebens erhöhen, indem er eine vereinfachte "Wir-gegen-die"-Sicht der Welt bietet, die mit dem Verhaltenshemmungssystem verbundene Bedrohungen unterdrückt.


Hier findet man mehr über die Hintergründe der erwähnten Studie.



2. Die aktuelle psychologische Forschung erklärt ebenfalls, warum es vielen Feministinnen so wichtig ist, in einem Wettbewerb ums Opfer-Sein ("Opferolympiade") als unterdrücktes Geschlecht siegreich hervorzugehen, statt zu akzeptieren, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der beide Geschlechter Erfahrungen von Benachteiligung machen. Ein naheliegender Grund für den feministischen Glauben an die anhaltende Unterdrückung der Frau: Opfer werden als moralisch höherstehende Menschen wahrgenommen.

Eine Reihe von 17 Studien, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlicht wurden, dokumentieren den Virtuous Victim Effect - die Tendenz der Menschen, Opfer von Fehlverhalten als moralisch tugendhafter anzusehen als Nicht-Opfer, die sich in gleicher Weise verhalten haben.

Erzählungen über Opfer unmoralischer Handlungen sind im heutigen Diskurs weit verbreitet - im Privat- und Arbeitsleben, in den Nachrichten und in den sozialen Medien. Die Wahrnehmung von Opfern kann sich auf die Gesellschaft auswirken, z. B. auf die Gestaltung politischer und rechtlicher Maßnahmen, auf die Behandlung von Opfern in ihren sozialen Netzwerken, auf die Entscheidungen von Opfern, ob ihre Geschichte mit anderen geteilt werden soll, und auf die gesellschaftliche Gestaltung und Bewertung moralischer Debatten über angebliche Viktimisierung.

Einige Forschungsarbeiten deuten darauf hin, dass den Opfern zuweilen die Schuld an ihrer eigenen Viktimisierung gegeben wird. Andere Arbeiten haben ergeben, dass Opfer als weniger aktiv und eher passiv wahrgenommen werden. In dieser Arbeit fragen Jillian J. Jordan und Maryam Kouchaki: "Wie nehmen Menschen den moralischen Charakter von Opfern wahr?"

Insgesamt wurden 9.676 Teilnehmer für 17 Experimente rekrutiert, wobei 16 der Studien online und eine in einem Labor durchgeführt wurden. Das grundlegende Design dieser Forschung bestand darin, die Teilnehmer einer neutralen oder einer Opferbedingung zuzuordnen, bei der ihnen Erzählungen mit identischen Informationen über das Verhalten einer Zielperson vorgelegt wurden. In der Opferbedingung wurden die Teilnehmer darüber informiert, dass eine andere Figur die Zielperson unmoralisch behandelte, während dies in der neutralen Bedingung nicht der Fall war.

Nach dem Lesen der Erzählungen gaben die Teilnehmer eine Moral- und Vertrauenswürdigkeitsbewertung für die Zielperson ab. In einigen Experimenten wurden auch sekundäre Messgrößen, wie z. B. die Sympathie für die Zielperson, einbezogen. Dieses grundlegende Design wurde auf sechs verschiedene Erzählungen mit sechs unterschiedlichen moralischen Verfehlungen (z. B. Diebstahl, verbaler Angriff, medizinischer Kunstfehler) angewandt. (…) Jordan und Kouchaki fanden heraus, dass Opfer bei einem breiten Spektrum moralischer Übertretungen oft als tugendhafter angesehen werden als Nicht-Opfer - nicht aufgrund ihres eigenen Verhaltens, sondern aufgrund der Art und Weise, wie andere sie misshandelt haben.


Beide Studien zusammengenommen, erklären, warum viele Feministinnen weder hinsichtlich ihrem Hass auf Männer noch ihrer Opfer-Propaganda nachlassen dürften. Beides ist zu stark mit einem psychologischen Gewinn verbunden. Solange Feministinnen sich selbst beziehungsweise alle Frauen als Opfer markieren, dürfen sie sich auch ein Fehlverhalten leisten, das, wenn etwa Männerrechtler dasselbe täten, als absolut inakzeptabel verpönt wäre: Kein großer Verlag würde beispielsweise ein Gegenstück zu Hermanges "Ich hasse Männer" (Rowohlt) oder gar ein Gegenstück zu Valerie Solanas faschistisches Manifest über Männer als lebensunwerte Untermenschen veröffentlichen. Das Opfer-Paradigma erlaubt jedoch, seinen Hass auf eine Weise auszuleben, die wir in jedem anderen Zusammenhang als psychotisch erkennen würden.



Sonntag, November 21, 2021

Ärzte alarmiert: Ess-Störungen bei Jungen auf dem Vormarsch

Im Wall Street Journal fand sich vor einer Woche ein lesenswerter Artikel über die Zunahme von Ess-Störungen bei Jungen (Bezahlschranke). Ich habe ihn für Genderama übersetzt.



Essstörungen sind bei Jungen auf dem Vormarsch, sagen Ärzte, die glauben, dass Bilder und Videos in den sozialen Medien eine Rolle spielen.

In den pädiatrischen Abteilungen werden insgesamt mehr Fälle von Essstörungen behandelt, wobei der Anteil der Jungen an den Patienten zunimmt. Den Ärzten zufolge sind die Fälle bei Jungen oft schwerwiegender als bei Mädchen, weil die Störungen bei Jungen oft unbemerkt bleiben, bis sie weit fortgeschritten sind, und weil man weitgehend davon ausgeht, dass Essstörungen vor allem junge Frauen betreffen.

In einigen Fällen nehmen die schlankeren Jungen zu, um Muskelmasse zu gewinnen. In anderen Fällen nehmen größere Jungen ab, um straffer auszusehen oder um ihre sportliche Leistung zu verbessern. Jungen, die Sport treiben, werden oft persönlich und in den sozialen Medien für ihre scheinbar gesunden Gewohnheiten und ihr Aussehen gelobt.

Griffin Henrys ganzes Leben drehte sich um Baseball. Von dem Zeitpunkt an, als er im Alter von 7 Jahren in seiner Heimatstadt Lee's Summit (Montana) als Shortstop zu spielen begann, bis hin zu den Sommern, die er als Teenager mit einem von den Kansas City Royals gesponserten Scout-Team auf Tournee durch das Land verbrachte, konzentrierte er sich darauf, ein vollwertiges Baseball-Stipendium zu erhalten und nach dem College professionell zu spielen.

Er war sehr vielversprechend und schaffte es bereits als Erstsemester in das Baseballteam der High School. Zwischen seinem zweiten und dritten Schuljahr sagte er auf einer Tournee, dass die College-Baseballtrainer ihm sagten, er müsse die Geschwindigkeit seines 60-Meter-Laufs verbessern.

"Ich war ein dicker Kerl. Ich dachte, wenn ich abnehme, werde ich schneller, also fing ich an, viel zu laufen und auf meine Ernährung zu achten", sagt der heute 20-jährige Henry. Er sagte, dass er viele seiner Diät- und Bewegungstipps von Instagram bekommen hat. "Ich habe mir selbst viel Druck gemacht."

Jeden Tag prüfte er die App Prep Baseball Report, die Ranglisten von Amateur-Baseballspielern und ihre Statistiken, einschließlich ihrer Laufgeschwindigkeit, anzeigt. "Ich habe immer nachgesehen, wo ich stehe", sagte Henry.

Ein halbes Jahr später wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und mit Anorexia nervosa diagnostiziert.

Ärzte und Universitätsforscher sind der Meinung, dass die sozialen Medien zu den Körperproblemen der Jungen beitragen. Sie vergleichen ihr Körperbild in den sozialen Medien genauso wie Mädchen. Die Algorithmen der sozialen Medien pushen auch Übungsvideos und Posts, die laut Forschung zu Essstörungen führen können.

Die Ursachen von Essstörungen sind komplex und vielfältig, weshalb Ärzte darauf hinweisen, dass soziale Medien nur ein Faktor sind. Kinder können durch Kommentare von Menschen aus ihrem Umfeld dazu gebracht werden, Gewicht zu verlieren. In diesen Fällen, einschließlich des Falls von Herrn Henry, sind die sozialen Medien nicht unbedingt die Ursache, aber sie sind ein Wegbereiter.

Einige Ärzte sind der Meinung, dass die jüngsten Essstörungen auf den Beginn der Pandemie und die Verbreitung von Social-Media-Posts zum Thema "Quarantäne" zurückgeführt werden können. Aber sie sagen, dass das Tempo anhält, wenn Schule und Sport wieder aufgenommen werden.

Jungen treiben oft zu viel Sport und lassen im Namen der "sauberen" Ernährung ganze Lebensmittelgruppen weg, was zu Mangelernährung führen kann. Wenn man es zu weit treibt, können Jungen Muskelmasse verlieren und ernsthafte Gesundheitsprobleme entwickeln, wie z. B. eine niedrige Herzfrequenz und einen niedrigen Blutdruck, so Jason Nagata, Assistenzprofessor für Pädiatrie an der University of California, San Francisco.

"Essstörungen bei Jungen sind mit so viel Scham und Stigma behaftet, dass viele von ihnen nie eine Behandlung in Anspruch nehmen", so Dr. Nagata.

Michaela Voss, medizinische Leiterin des Zentrums für Essstörungen am Children's Mercy Hospital in Kansas City, Mo., sagte, dass vor der Pandemie 1 bis 2 % ihrer Patienten männlich waren; derzeit sind 6 % ihrer Patienten männlich.

Neville Golden, Leiter der Abteilung für Jugendmedizin und Professor für Pädiatrie an der Stanford University School of Medicine, sagte, dass zeitweise ein Drittel seiner 15-Betten-Station von Jungen belegt war.

Jahrzehntelang haben die Medien, von Filmen bis zu Zeitschriften, die explosionsartige Zunahme negativer Körpervergleiche und Essstörungen unter jungen Menschen gefördert. Forscher stellen fest, dass die sozialen Medien diesen Effekt noch verstärken.

Niederländische Forscher analysierten im vergangenen Jahr 1000 Instagram-Posts, die von Männern erstellt wurden und/oder Männer zeigen. Die Mehrheit zeigte Männer mit schlanken, muskulösen Körpern, und diese Beiträge erhielten deutlich mehr Likes und Kommentare als Beiträge, die Männer mit mehr Körperfett zeigten. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Instagram ein verzerrtes Bild des männlichen Körpers vermittelt, was zur Körperunzufriedenheit bei Männern beitragen könnte.

Eine 2019 durchgeführte Studie mit Siebt- und Achtklässlern in Australien ergab, dass 45 % der Jungen in den vorangegangenen 12 Monaten riskante Methoden zur Gewichtskontrolle angewandt hatten, wie z. B. das Auslassen von Mahlzeiten und zwanghaftes Training, und dass sie eine ungesunde Einstellung zum Essen und zum Körperbild hatten. Fast 52 % der an der Studie teilnehmenden Mädchen hatten ein gestörtes Essverhalten an den Tag gelegt. Die Studie ergab, dass dieses Verhalten sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen signifikant mit dem Vorhandensein von Social-Media-Konten zusammenhängt, insbesondere mit dem Vorhandensein von drei oder mehr Konten.

Dr. Voss sagte, dass der Zugang zu sozialen Medien auch dazu geführt hat, dass es länger dauert, Essstörungen zu diagnostizieren und zu behandeln, weil Teenager leicht Informationen darüber finden können, wie sie ihre Eltern und Ärzte täuschen können. Die Patienten haben in den sozialen Medien gelernt, wie man Essen versteckt und sich unbemerkt erbricht, sagte sie.

Instagram hat versucht, das Problem anzugehen, indem es Menschen, die nach Inhalten im Zusammenhang mit Essstörungen suchen, Pop-up-Nachrichten mit Tipps und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit der National Eating Disorders Association anzeigt.

Eine Sprecherin der Instagram-Muttergesellschaft Meta Platforms Inc. (das Unternehmen, das früher unter dem Namen Facebook Inc. bekannt war) sagte, dass die Entwickler nach Möglichkeiten suchen, um zu verhindern, dass sich die Nutzer zu sehr auf eine Art von Inhalten auf ihrer Erkundungsseite konzentrieren, indem sie dazu angehalten werden, die Inhalte zu variieren.

Dayton Moore, Präsident der Kansas City Royals, hatte Griffin Henry in einem Jugend-Baseballteam mit seinem eigenen Sohn trainiert und ihn in der High School spielen sehen. Er sagte, dass Griffin Henry auf dem Weg war, ein Baseballspieler der Division 1 am College zu werden.

Im Sommer 2018, als er in einem Reiseteam spielte, wog der 17-Jährige, der 1,80 m groß war, 96 Kilo.

Griffin Henry suchte auf Instagram nach Trainingsvideos und Beiträgen über Mahlzeiten vor und nach dem Training. Er sagte, dass sein Explore-Feed mit Videos von schlanken Männern, die Kardioübungen machen, und Posts, die eine proteinreiche Ernährung propagieren, gefüllt wurde. Er strich die meisten Kohlenhydrate und Desserts und begann, seine Mahlzeiten durch Proteinriegel zu ersetzen.

Unterwegs begann er, genau auf den Nährstoffgehalt von Restaurantmahlzeiten zu achten. Er überprüfte sein Handy, um das kalorienärmste und proteinreichste Sandwich bei Subway zu finden. Er tauschte zuckerhaltige Getränke gegen schwarzen Kaffee und grünen Tee aus. Als er im Herbst nach Hause kam, fing er an, ein paar Mal pro Woche zu laufen, jeweils etwa vier Meilen. Er ging ins Fitnessstudio, sobald es um 5 Uhr morgens öffnete. "Ich trainierte mindestens eine Stunde lang. Wenn es weniger als eine Stunde war, hatte ich das Gefühl, dass es nicht genug war", sagte er. An manchen Tagen kehrte er nach dem Abendessen zurück.

Als er eines Abends mit seiner Familie ein Eis aß, fühlte er sich so schuldig, dass er direkt ins Fitnessstudio ging. Er googelte nach Übungen, die am meisten Kalorien verbrannten, und fand heraus, dass Seilspringen am besten geeignet war.

"Wir haben es hier mit einer Bevölkerung zu tun, die diszipliniert und strukturiert ist und zwanghaft sein kann", sagte Dayton Moore von den Royals. "Ich kann durchaus sehen und verstehen, warum diese sehr motivierten Menschen manche Dinge bis zum Äußersten treiben können."

Dayton Moore sagte, dass er in letzter Zeit immer mehr Spieler sieht, die mit Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen zu kämpfen haben. "Wir müssen uns fragen, was wir besser machen können und wie wir helfen können", sagte er.

Als sein Gewicht abnahm, sah Griffin Henry immer besser aus. Freunde und Verwandte machten ihm Komplimente. "Mir war es nie wichtig, wie ich aussah und was die Leute von mir dachten, aber ich begann, Ergebnisse an meinem Körper zu sehen, die ich vorher nicht gesehen hatte, und das gefiel mir", sagte er.

Als ihr Sohn im Herbst weiter abnahm, bemerkte das seine Mutter, Linsey Henry, obwohl er versuchte, es durch weite Kleidung zu verbergen.

Sie ging mit ihm zu mehreren Ärzten, die ihr sagten, sie solle sich keine Sorgen machen. Auch seine Trainer und Talentsucher bemerkten es. Er war langsamer als sonst und sie sagten ihm, er müsse zunehmen. In seinem Tiefpunkt wog er 152 Pfund.

Im Januar 2019 brachte die Mutter von Griffin Henry ihn zu einem anderen Arzt, der feststellte, dass seine Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute lag. Der Arzt schickte ihn ins Children's Mercy Hospital, wo Dr. Voss bei ihm Anorexia nervosa diagnostizierte. "Ich erinnere mich, dass ich mich sehr hungrig, kalt und schwach fühlte", sagte Henry.

Nach zwei Wochen im Krankenhaus verbrachte Griffin Henry sechs Wochen in einem stationären Behandlungszentrum, um an Gewicht zuzunehmen. Das Programm erlaubte keine persönlichen Geräte. "Ich musste Lebensmittel essen, vor denen ich in den letzten Monaten Angst hatte", sagte er. "Das Beste an der Behandlung war, dass ich mein Handy nicht benutzen konnte.

Kurz nachdem er die Klinik verlassen hatte, wog er wieder 192 Pfund. Er hatte wöchentliche Kontrolluntersuchungen im Children's Mercy und geht seitdem zu einem Therapeuten. Sein Verhältnis zum Essen ist besser geworden. "Ich versuche immer noch, mein Glück zu finden", sagte er. "Es ist ein Kampf."

Griffin Henry sagt, dass er sein aktuelles Gewicht nicht kennt, weil er sich nicht überwinden kann, bei Arztbesuchen auf die Waage zu schauen. Er schaut immer noch auf Instagram, aber er konzentriert sich auf Posts über sportliche Highlights, Fotografie und den Weltraum. Er sagte, es habe etwa vier Monate gedauert, bis die Beiträge über Sport und Ernährung von seiner Explore-Seite verschwunden waren.

"Mir war nicht bewusst, dass Essstörungen mit Jungen in Verbindung gebracht werden, bis es meinem Sohn passierte", sagte Jeremy Henry, der Vater von Griffin Henry. "Es waren die schwersten Jahre, die ich in meinem Leben hatte.

Linsey Henry arbeitet jetzt als Familienmentorin für Equip, einen Anbieter von Telemedizin zur Behandlung von Ess-Störungen. "Eltern fragen mich immer, wie lange die Genesung dauert und ob mein Sohn genesen ist. Ich glaube nicht, dass er genesen ist. Er ist auf dem Weg der Besserung", sagte sie.

Griffin Henry arbeitet jetzt in einer Brauerei. Er spielt kein Baseball mehr, hat aber mit dem Golfsport begonnen. Er sagte, es sei schwer gewesen, zu akzeptieren, dass er kein Baseball-Stipendium bekommen hat. "Ich habe aufgehört, Baseball zu mögen", sagte er. "Es ist das, was hätte sein können, aber das liegt jetzt in meiner Vergangenheit und ich versuche, nicht viel darüber nachzudenken. Ich versuche einfach, nach vorne zu schauen."




Freitag, November 19, 2021

Frauenquote im Männerfußball gefordert: "Ohne Druck ändert sich nichts!" – News zum 20. November 2021

1.
Eine Frauenquote im Profi-Fußball der Männer - das fordert TV-Kommentatorin Claudia Neumann. In einer Podiumsdiskussion des "Deutschlandfunk" erklärte sie: "15 Jahre, nachdem es die erste Frau im Vorstand eines Männerclubs gegeben hat, habe ich mir die Zahlen angeschaut: Es hat sich null entwickelt."


Hier geht es weiter.



2. "Dieter Hallervorden mischt sich erneut in Gender-Debatte ein" schlagzeilt angesäuert T-Online. Müssen sich diejenigen, die die Gendersprache kritisch sehen, sich wirklich ständig "einmischen", statt die Befürworter in Ruhe darüber diskutieren zu lassen?



3. Einer neuen Forsa-Studie zufolge wünschen sich berufstätige Väter mehr Familienzeit. Ein Auszug aus dem verlinkten Artikel:

Mit Blick auf den Umfang der Berufstätigkeit der Eltern in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes unterscheiden sich die Vorstellungen abhängig vom Geschlecht. Noch immer gelten für Väter längere Arbeitszeiten als wünschenswert als für Mütter. Allerdings findet nur noch knapp die Hälfte der Befragten, dass Väter idealerweise mehr als 32 Stunden in der Woche arbeiten sollten. Fast ebenso viele sprechen sich für eine wöchentliche Arbeitszeit von 15 bis 32 Stunden aus. "Wir sehen deutlich, dass die künftigen Väter nicht nur flexibler, sondern auch weniger Stunden arbeiten wollen", sagte der Geschäftsführer des Väternetzwerks, Volker Baisch, der F.A.Z.: "Das ,New Normal‘ wird die 4-Tage-Woche, um Familie und Beruf im Gleichgewicht zu halten."




Alles Gute zum Weltmännertag!

Heute ist Weltmännertag (International Men's Day). Die Südwest-Presse klärt auf, was es damit auf sich hat:

Die Ziele des Internationalen Weltmännertags sind unter anderem die Fokussierung auf die Gesundheit von Jungen und Männern sowie die Förderung der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Laut den Veranstaltern dient der Internationale Männertag dazu, Benachteiligungen von Männern und Jungen in den Bereichen Gesundheit, Familienrecht, Bildung und Medien aufzuzeigen und deren positiven Leistungen und Einbringung zu würdigen.

Das sind die Ziele des Internationalen Männertags auf einen Blick:

* Verbesserung des Geschlechterverhältnisses und Fördern von Gleichberechtigung

* Hervorheben männlicher Vorbilder

* Feiern des positiven Beitrags der Männer in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, etwa Kinderbetreuung

* Fokussierung auf Männergesundheit

* Hervorheben von Diskriminierung gegen Männer


Die britische Website zum Weltmännertag wird etwas ausführlicher:

Die drei Hauptthemen für den Internationalen Männertag im Vereinigten Königreich sind:

* Einen positiven Beitrag zum Wohlbefinden und Leben von Männern und Jungen leisten

* Sensibilisierung und/oder Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen, die das Wohlergehen von Männern und Jungen unterstützen

* Förderung einer positiven Diskussion über Männer, Männlichkeit und Maskulinität

Diese Kernthemen tragen dazu bei, einige der Probleme anzugehen, die Männer und Jungen betreffen, wie z. B:

* Die hohe männliche Selbstmordrate

* Die Herausforderungen, mit denen Jungen und Männer in allen Phasen der Ausbildung und des Berufslebens konfrontiert sind, wie z. B. Schulabschlüsse, Umschulung, Entlassung und Arbeitslosigkeit

* die Gesundheit von Männern (einschließlich Krebserkrankungen bei Männern), die kürzere Lebenserwartung und Todesfälle am Arbeitsplatz - sowie die gesundheitlichen Auswirkungen von Covid-19

* Die Herausforderungen, mit denen die am stärksten ausgegrenzten Männer und Jungen in der Gesellschaft konfrontiert sind (z. B. obdachlose Männer, Jungen in Pflegefamilien, Schulverweigerung und die hohe Zahl männlicher Todesfälle in der Haft)

* Männliche Opfer von Gewalt, einschließlich sexueller Gewalt

* Die Herausforderungen, mit denen Männer als Eltern konfrontiert sind, insbesondere frischgebackene Väter und getrennt lebende Väter

* Männliche Opfer und Überlebende von sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung, sexueller Ausbeutung, häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, Verbrechen aus Gründen der Ehre, Stalking und Sklaverei

* Die negative Darstellung von Männern, Jungen und Vätern


Unter den deutschen Parteien habe ich nur die Piraten gefunden, die diesen Tag angemessen würdigen:

Am 19.11. wird der Internationlale Männertag begangen. Zum 20. Jahrestag im Jahr 2019 verzeichnete das BKA in seinem jährlichen Bericht zu Häuslicher Gewalt 26.889 Delikte gegen Männer. Damit liegt die Zahl bei 19 % der insgesamt erfassten Fälle.

Experten gehen allerdings von einer immensen Dunkelziffer aus, da sehr viele Männer aus falscher Scham und Angst vor zusätzlicher Erniedrigung durch das soziale Umfeld schweigen. Erschwerend hinzu kommt, dass es im gesamten Bundesgebiet kaum Schutzräume, wie z.B. Männerhäuser und Anlaufstellen für Betroffene gibt. Wir PIRATEN setzen uns dafür ein, dass hier dringend Abhilfe geschaffen wird.

"Leider leben wir noch immer in einer Zeit, in der die übliche klischeehafte Einordnung der Geschlechter nach wie vor nicht überwunden ist. In diesem Fall das Klischee, dass Jungs und Männer nicht weinen. Sich also alles gefallen lassen um des lieben Friedens Willen. Dabei gibt es in der Gewalt in Partnerschaften keinen Unterschied in den Auswirkungen. Immer bleibt eine geschundene oder zerstörte Seele zurück", beklagt Thomas Ganskow, Vorsitzender der PIRATEN Niedersachsen und deren Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2022 "Hier immer nur auf die Gewalt von Männern gegen Frauen zu gucken, was ein Fünftel der Betroffenen auslässt, ist in allen Diskussionen eine Ignoranz, die umgekehrt von allen Parteien angeprangert würde."

"Leider fehlen für 50% der Bevölkerung in der Fläche Rückzugsräume, wenn diese Teile der Gesellschaft Gewalt im häuslichen Umfeld erfahren. Dies muss sich ändern und das Prinzip der Gleichberechtigung in allen Ebenen zum Tragen kommen", ergänzt Dirk Grundke, Listenkandidat der PIRATEN Niedersachsen und 2. Vorsitzender des Stadtverbands Hannover.


Thüringens Gleichstellungsbeauftragte nutzt den Männertag statt zu einer positiven Würdigung vor allem, um noch einmal zu erklären, inwiefern Männer mangelhaft sind und einer dringenden Verbesserung bedürfen:

Erwartungen an Jungen, nicht zu weinen, aber cool und stark zu sein, sind laut Ohler immer noch in der Gesellschaft verankert und "sie sind total blöd". Unterdrückte Schwäche führe nicht selten zu mitleidloser Stärke: Männer, die ihre Frauen schlagen oder Kinder misshandeln; Männer, die einen Beruf nicht ergreifen, weil er als zu weiblich gilt; Männer, die sich nicht um ihre Gesundheit kümmern und keine Hilfe bei häuslicher Gewalt suchen; und Männer, die Depressionen so lange verdrängen, bis scheinbar nur der Suizid bleibt – "all das ist Alltag", so Ohler.


Dass am Weltfrauentag würde in ähnlicher Weise über Frauen gesprochen würde, ist natürlich unvorstellbar.

In einem Beitrag des Psychologieprofessors John Barry zum Männertag heißt es:

In den letzten Jahren hat die akademische Welt ein ausgesprochen schlechtes Bild von der Männlichkeit vermittelt. Die breite Öffentlichkeit erkennt jedoch viel deutlicher an, dass Männer nicht nur leere Leinwände sind, auf die Akademiker ihre neuesten Ideen über Männlichkeit projizieren können, sondern Ehemänner, Söhne, Freunde, Großväter und so weiter.

Vielleicht beeindruckt von meiner Arbeit über die psychischen Vorteile von Friseurbesuchen, bat mich die in diesem Bereich tätige US-amerikanische Firma Harry's, 2017 und 2018 an zwei großen Projekten zu arbeiten. Beide Studien ergaben, dass Männer weit mehr sind als die Stereotypen toxischer Männlichkeit, und vielleicht war es keine große Überraschung, dass die Öffentlichkeit an diesen Ergebnissen weit mehr interessiert war als die Gender-Hofschranzen in der Wissenschaft.

Was waren nun die wichtigsten Ergebnisse der Berichte? Ich habe zwei Umfragen durchgeführt - eine von 2.000 Männern in Großbritannien im Jahr 2017, die ich gemeinsam mit dem Journalisten und Aktivisten Martin Daubney verfasst habe, und die andere von 5.000 Männern in den USA im Jahr 2018. Beide Umfragen untersuchten das zentrale Wertesystem und das Wohlbefinden von Männern. Beide Umfragen ergaben, dass Männer in der Regel eher nach moralischen Werten wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit streben als nach körperlichen Werten wie Fitness und Sportlichkeit. In beiden Umfragen war - unter Berücksichtigung anderer Variablen (wie Alter und soziale Schicht) - die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz der mit Abstand stärkste Prädiktor für mentale Positivität. Ebenfalls hoch signifikant war die Stabilität von Beziehungen, die in der britischen Stichprobe der zweitstärkste Prädiktor für das Wohlbefinden war und in der US-Stichprobe an fünfter Stelle lag. Die Wertschätzung der eigenen Gesundheit stand im Vereinigten Königreich an dritter und in den USA an zweiter Stelle.

(...) Ich habe an vielen Forschungsprojekten mitgewirkt, aber die Harry's-Erhebungen waren wahrscheinlich die, die in der Öffentlichkeit die deutlichste positive Reaktion hervorriefen. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Ergebnisse, die einige sehr positive Einblicke in das Empfinden der Männer über die Welt enthüllten, in krassem Gegensatz zu der in den Medien und in der Wissenschaft vorherrschenden negativen Sichtweise der Männlichkeit standen.

(...) Was habe ich aus der Arbeit an diesen beiden Studien gelernt? Ich denke, es gibt zwei Lektionen. Erstens: Wenn man bereit ist, den Männern ein paar einfache Fragen zu stellen, die nicht aufdringlich oder überladen sind, und ihre Antworten ohne Wertung zu betrachten, könnte man überrascht sein, was für ein anständiger Haufen Menschen Männer sind. Und zweitens gibt es in einer Welt, in der Männer in den Medien, in der Wissenschaft und in anderen Lebensbereichen zunehmend dämonisiert werden, eine große Zahl von Männern, die sehr positiv reagieren, wenn man ihnen einen Spiegel vorhält, der ein realistisches Bild von ihnen zeigt, in dem sie sich wiedererkennen.


Auf einer Website, die sich mit der Frauenzentriertheit unserer Gesellschaft beschäftigt, findet man schließlich einen aufschlussreichen historischen Vergleich des Weltfrauen- und des Weltmännertags. (Fußnoten als Belege findet man im verlinkten Original):

Der Internationale Männer- und der Internationale Frauentag verfolgen zahlreiche Ziele, wobei beide Tage Themen hervorheben, die als einzigartig für Männer oder Frauen gelten. Im Folgenden werden zwei zentrale Narrative des Frauen- bzw. des Männertages beleuchtet: der angebliche Kampf der Frauen gegen Unterdrückung und die Versuche der Männer, die positive Anerkennung von Männern und Jungen in einer misandrischen Gesellschaft zu fördern.

Es gibt mehrere populäre Mythen über die Ursprünge des Internationalen Frauentags, und nach einer Durchsicht der Literatur scheint die Vielfalt der Darstellungen bei den Kommentatoren für Verwirrung gesorgt zu haben. Eine weit verbreitete Unwahrheit über den Internationalen Frauentag, die in französischen kommunistischen Kreisen auftauchte, behauptete beispielsweise, Frauen aus Bekleidungs- und Textilfabriken hätten am 8. März 1857 in New York City einen Protest veranstaltet. In dieser Geschichte wurde behauptet, dass Bekleidungsarbeiterinnen gegen sehr schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne protestiert hätten und von der Polizei angegriffen und aufgelöst worden seien. Es wurde behauptet, dass dieses Ereignis zu einer Kundgebung anlässlich des fünfzigsten Jahrestages (1907) führte, wobei diese Gedenkveranstaltung den ersten IWD darstellte. Als Antwort auf diese legendären Behauptungen erklärt Temma Kaplan: "Keines der beiden Ereignisse scheint stattgefunden zu haben, aber viele Europäer glauben, dass der 8. März 1907 den Internationalen Frauentag einleitete".

Diese Ursprungsfantasie versucht eindeutig, den Internationalen Frauentag in eine Erzählung von der Frau als Opfer einzubetten, aber sie geht noch weiter. Bei ihren Spekulationen über den Ursprung der Legende von 1857 vermuteten Liliane Kandel und Françoise Picq, dass einige es für opportun hielten, den Internationalen Frauentag von seiner wahren Grundlage in der sowjetischen Geschichte zu lösen und ihm einen "internationaleren" Ursprung zuzuschreiben, der als älter als der Bolschewismus und spontaner als ein Beschluss des Kongresses oder die Initiative der der Partei angeschlossenen Frauen dargestellt werden konnte.

Es gibt zwar zahlreiche apokryphe Geschichten dieser Art, aber wir können mit Sicherheit sagen, dass der Internationale Frauentag erstmals 1910 von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin als Mittel zur Förderung sozialistischer politischer Ziele initiiert wurde und stets den politischen Namen "Internationaler Tag der arbeitenden Frauen" trug. Der Tag wurde in erster Linie im Sowjetblock begangen. Erst in den 1970er Jahren, als auch Frauen außerhalb des Sowjetblocks den Tag feiern wollten, wurde das Wort "arbeitenden" und damit ein Großteil seiner sozialistischen Bedeutung zunehmend weggelassen.

Ab den 1970er Jahren wurde der Frauentag einer feministischen Revision unterzogen. Während der Frauentag zuvor dazu diente, die Unterdrückung der arbeitenden Frauen durch eine bürgerliche und mächtige Oberschicht aus Männern und Frauen hervorzuheben, revidierten die Feministinnen der 1970er Jahre die Grundlage des Tages, indem sie erklärten, dass es nun allein die Männer als eine Klasse von "Chauvinisten" waren, die alle Macht über alle Frauen ausübten, die alle Opfer der männlichen Herrschaft geworden waren. Es war die unterdrückerische Herrschaft der Männer, auf deren Überwindung sich der Frauentag nun konzentrieren sollte.

Ein entscheidender Moment der feministischen Revision kam von den Vereinten Nationen, die das Ereignis ab Ende der 1970er Jahre offiziell unterstützten und förderten. Gleichzeitig bemühten sich die Vereinten Nationen sehr darum, die sozialistischen Züge des Frauentags zu beseitigen, was von vielen sozialistischen Frauengruppen nicht akzeptiert wurde. So lehnte beispielsweise 1980 in Schweden die sozialistische Frauengruppe "Grupp 8" die Zusammenarbeit mit anderen Frauenorganisationen zur Förderung des Frauentags ab, weil sie die sozialistischen Ursprünge und Ziele der Veranstaltung beibehalten wollte: "Wir haben nun eine Reihe von Diskussionen innerhalb unserer Organisation geführt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als Vertreterinnen der sozialistischen Frauenbewegung nicht an einer parteiübergreifenden Demonstration zum 8. März teilnehmen können. Schließlich ist der 8. März aus historischer Sicht der 'Internationale Tag der sozialistischen Arbeiterinnen', und unsere Organisation ist der Meinung, dass dies unbedingt so bleiben sollte. Dies zu ändern, wäre so, als würde man den 1. Mai ändern. Aus diesem Grund können wir uns dem Aufruf der UNO nicht anschließen. " Die Neufassung der Veranstaltung wurde von vielen als Verrat sowohl an ihrer Geschichte als auch an ihren grundlegenden Zielen angesehen.

Mit dieser neuen ideologischen Wende wurden Frauen nicht mehr als Teil der privilegierten Oberschicht betrachtet, und die früheren Unterdrücker der Frauen - d. h. der Kapitalismus, die von mächtigen Männern und Frauen auferlegten traditionellen Geschlechterschemata, verschiedene Gesetze, die Sprache und so weiter - wurden auf einen allumfassenden Feind reduziert: Männer und ihr patriarchalisches Glaubenssystem. Die neue ideologische Grundlage für den Weltfrauentag wurde in den späten 70er und 80er Jahren unter der Bezeichnung "Patriarchatstheorie" ausgearbeitet, und ihr Aufkommen korrelierte mit einem starken Anstieg der Zahl der Frauen, die den Weltfrauentag beobachteten, ein Interesse, das durch verstärkte Sorgen oder Ängste über die "patriarchalische Unterdrückung" von Frauen hervorgerufen wurde.

Es stimmt, dass Frauen versucht haben, einschränkende Geschlechterstereotypen abzubauen, aber der Frauentag scheint eher darauf bedacht zu sein, diese Geschlechterstereotypen aufrechtzuerhalten, als sie abzubauen. Angesichts der vereinfachten Erklärungen, die von der feministischen "Patriarchatstheorie" vorgeschlagen werden, ist zu hoffen, dass die für Frauen verbleibenden Probleme auf differenziertere und nuanciertere Weise untersucht werden, damit der Internationale Frauentag eine glaubwürdigere Plattform für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Geschlechtern wird.

Der Internationale Männertag, der 1999 von Dr. Jerome Teelucksingh ins Leben gerufen wurde, hat eine völlig andere ideologische Grundlage als die frühen und späteren Phasen des Internationalen Frauentags. Obwohl sich die Ziele des Weltmännertages gelegentlich mit denen des Frauentags überschneiden, wie z. B. das Eintreten für die Gleichstellung der Geschlechter, geht es in erster Linie darum, positive Darstellungen von Männern und andere Themen zu feiern, die für die Erfahrungen von Männern und Jungen einzigartig sind. Dieser Ansatz wird in einem gesellschaftlichen Kontext für notwendig erachtet, der oft von Bildern männlichen Verhaltens fasziniert ist, z. B. von Darstellungen in den Medien, die Männer als dumm, gefühllos, gierig, gewalttätig, gefährlich, machthungrig, egoistisch, unverantwortlich und so weiter beschreiben. Dabei wird die Tatsache ignoriert, dass die negativen Verhaltensweisen nicht auf die überwiegende Mehrheit der Männer und Jungen zutreffen und dass sich eine solche Negativität nachteilig auf das Selbstbild und das Selbstwertgefühl von Jungen auswirken kann, was wiederum ihre Bereitschaft zu intimen Beziehungen und zum Engagement in der Gemeinschaft beeinträchtigt. Mit der Hervorhebung positiver Männerbilder versucht der Männertag zu zeigen, dass Männer aller Altersgruppen auf positive Darstellungen stärker reagieren als auf negative Stereotypen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Internationale Frauentag ursprünglich ein Tag war, an dem Frauen für sozialistische Ziele eintraten, insbesondere proletarische Frauen, um gegen die Unterdrückung durch die mächtigen Oberschichten zu kämpfen, die sowohl aus Männern als auch aus Frauen bestanden. In den 1970er Jahren entwickelte sich daraus eine neue Bewegung, die behauptete, dass allein die Männer die Frauen unterdrückten woraufhin der Internationale Frauentag als Vehikel genutzt werden sollte, um in erster Linie die Ergebnisse eines vermeintlichen Geschlechterkriegs aufzuzeigen. Anders ausgedrückt: Der Schwerpunkt des Frauentags verlagerte sich von einem Klassenkampf zu einem Geschlechterkrieg.

Der Internationale Männertag basiert nicht auf der Annahme eines Geschlechterkriegs. Am Weltmännertag geht es in erster Linie darum, positive Männerbilder als Alternative zu negativen männlichen Stereotypen zu zelebrieren. Ziel ist es, eine neue Generation von Männern und Jungen dazu zu inspirieren, Selbstwertgefühl und den Wunsch zu entwickeln, an einer Gesellschaft teilzuhaben, die (hoffentlich) eines Tages frei von Männerhass sein wird.




Donnerstag, November 18, 2021

Aktion "Genug Tränen! Kinder brauchen beide Eltern" gestartet – News vom 18. November 2021

1. Gestern erreichte mich am späten Abend eine Mail, in der es heißt:

Heute ist der Tag, ab dem wir gemeinsam mit euch Eltern-Kind-Entfremdung ein Ende bereiten wollen. Als offenes Aktionsbündnis konzipiert, startet heute die Kampagne "Genug Tränen!" in die öffentliche Phase. Bereits zuvor haben sich auf unseren initialen Aufruf hin zahlreiche finanzielle Unterstützer gewinnen lassen, welchen wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen!

Ab sofort gilt es: wir brauchen eure Unterstützung! Gemeinsam gegen Eltern-Kind-Entfremdung!

Eine Kampagne lebt vom Mitmachen, vom aktiven Engagement der Vielen. Während der nächsten zwei Jahren werden wir umfänglich zum Thema Eltern-Kind-Entfremdung informieren, aufklären, Vorurteile ausräumen. Vor allem werden wir nachdrückliche Forderungen an die Politik senden, endlich zum Schutz der Kinder vor psychischem Missbrauch tätig zu werden. Eltern-Kind-Entfremdung noch viel zu oft ignoriert, bagatellisiert oder sogar unterstützt. Wir sagen:

Genug Tränen! und 2023 ist Schluss.

Wir laden euch herzlich ein, aktiv mitzumachen. Auf der Kampagnen-Homepage lernt ihr die Partner des Aktionsbündnisses kennen. Zusammen haben wir für euch umfangreiche Materialien vorbereitet, mit denen ihr auf euren Social-Media-Profilen oder auch bei euren Aktionen vor Ort auf die Kampagne und euer Engagement gegen Eltern-Kind-Entfremdung aufmerksam machen könnt. Nutzt die Möglichkeit, noch viele weitere Menschen auf die Kampagne anzusprechen, unsere Petition mitzuzeichnen und mitzuwirken an weiteren Aktionen, die wir im Verlauf der Kampagne durchführen werden. Gemeinsam werden wir dazu beitragen, Kinder zukünftig vor Eltern-Kind-Entfremdung zu schützen.


Ich halte die oben verlinkte Homepage für sehr gelungen, habe die Petition unterzeichnet und wünsche der Aktion viel Erfolg.



2. Die AOK wirbt dafür, Männer stärker als Opfer wahrzunehmen. Ein Auszug aus dem Artikel:

Paul ruft an. Mit dem Handy eines Freundes. "Meins trackt sie ja sowieso." "Sie", das ist seine Frau. Am Vortag hat sie ihm eine Kanne mit heißem Kaffee an den Kopf geworfen. Die ist zersplittert, er hat Schnitte im Gesicht davongetragen und Verbrennungen dritten Grades. Er war deswegen in der Notaufnahme, hat gesagt, er sei ungeschickt gewesen. Trotz der skeptischen Blicke der Ärztin. "Wer glaubt mir denn?", ruft er fast verzweifelt. Paul ist 1,90 Meter groß und 95 Kilo schwer. "Das hatte ich doch schon einmal." Da hatte er die Polizei gerufen, als seine Frau ihn mit einem Messer angegriffen hatte. Er sei damals der Wohnung verwiesen worden. Weil seine Frau – deutlich kleiner und leichter als er – angegeben hatte, sie habe sich ja nur gewehrt. Die Polizei habe ihr geglaubt.

Lebens- und Leidensgeschichten wie die von Paul hört Björn Süfke, Psychotherapeut und Buchautor, täglich. Er ist Projektleiter des bundesweiten "Hilfetelefons Gewalt an Männern" in Bielefeld. "Männer sind als Opfer von Gewalttaten nicht im Fokus der Öffentlichkeit", sagt er. Dabei zeigt es uns die Tagesschau jeden Abend. Ob gekenterte Flüchtlingsboote, rassistische Hetzjagden, Krieg, Banküberfälle, Schlägereien im Fußballstadion oder auf der Kirmes: Die meisten Opfer dieser Taten sind Männer.


In den folgenden Absätzen wird leider nur das Hellfeld der männlichen Opfer häuslicher Gewalt genannt, das in den Kriminalstatisitken sichtbar wird. Aber selbst wenn man sich allein dieses Hellfeld anschaut, sind die Zahlen brisant:

In absoluten Zahlen sind das knapp 27.000, die Größenordnung einer mittleren Kleinstadt. Jedes Jahr. Das sächsische "Lagebild Häusliche Gewalt" von 2019 identifiziert sogar fast 30 Prozent der Betroffenen im sozialen Nahraum über 18 Jahren als Männer. Und es werden mehr: "Die Partnerschaftsgewalt zum Nachteil von Männern scheint von zunehmender Relevanz zu sein", schreibt das Bundeskriminalamt in seinem Bericht.

Schläge, Tritte, Beißen und andere körperliche Angriffe stehen selten am Anfang. Auch Paul hat das so erlebt. "Sie hat mich als Versager beschimpft, wenn ich ihren Internet-Kaufrausch nicht bezahlen konnte. Ich war immer der Weichling und Schlappschwanz, wenn die Kinder nicht gehorcht haben." Der körperlichen Gewaltausübung gehen fast immer Erniedrigungen, Diffamierungen, Beleidigungen und Drohungen voraus. "Das kann über viele Monate oder Jahre gehen", sagt Enrico Damme, Fachreferent Presse und Öffentlichkeit bei der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz. Weiterhin hebt er die Isolierung des Mannes, das Abschneiden von Freunden und Verwandten hervor: "Das führt nicht selten zu depressiven Zuständen bis hin zu Suizidversuchen.

Besonders ist jedoch die Drohung: "Du siehst deine Kinder nie wieder." Hier wende sich, so Süfke, die klassisch-patriarchale Ordnung gegen die Männer. Immer noch gehe die Gesellschaft davon aus, dass Kinder zur Mutter gehören und die Bindung der Kinder an die Mutter die stärkere und die wichtigere sei. "Das zeigen ja auch die Schwierigkeiten, nach einer Trennung oder Scheidung eine 50/50-Betreuung für die Kinder, das sogenannte Wechselmodell, zu etablieren", meint Süfke.


Es ist "patriarchal", wenn Kinder quasi als Eigentum der Mutter gelten? Das Wort "patriarchal" bedeutet inzwischen offenbar alles, was man es bedeuten lassen möchte einschließlich seines Gegenteils. Von diesem ideologischen Unsinn abgesehen, ist die Situation aber klar und zutreffend dargestellt.

Die Erpressung mit dem drohenden Kindesentzug ist auch für Paul der wesentliche Grund, warum er es seit Jahren mit einer Frau aushält, die ihn erniedrigt und misshandelt. "Meine Kinder nicht mehr jeden Tag zu sehen, das würde mir den Lebenssinn nehmen", sagt er. Warum aber bleibt er, wehrt sich nicht, trennt sich nicht, sucht keine Hilfe vor Ort, scheut den Gang zum Rechtsanwalt, zur Polizei, zum Gericht? "Viele Männer erleben oder erwarten von vornherein, dass ihnen nicht geglaubt wird", so Damme. Männer seien schließlich groß und stark, im Unterschied zu der vielleicht viel kleineren Partnerin. "Es gibt bei der Polizei, bei Ämtern und auch bei sozialen Einrichtungen und im Gesundheitsbereich eine höhere Sensibilität für Frauen als Opfer."

Außerdem gelte das Eingestehen von Hilfsbedürftigkeit immer noch als unmännlich. Angebote anzunehmen ist daher schambehaftet.

Das ging auch Paul so. "Als ich die Nummer des Hilfetelefons zum ersten Mal gewählt hatte, habe ich sofort wieder aufgelegt", erzählt er. Es habe mehrere Telefonate gebraucht, bis er Vertrauen zu der Person am anderen Ende der Leitung gefasst und seine Situation nicht mehr beschönigend dargestellt habe. Süfke sieht das als typisches Männerthema: "Frauen brauchen etwa neun Monate, bis sie sich wegen eines Problems Unterstützung holen. Bei Männern sind es durchschnittlich 69 Monate."


Wenn man sich anschaut, wie Politik und Medien mit Menschen umgehen, die sich für männliche Opfer engagieren – also Männerrechtlern - , kann man auch erahnen warum.

Erst sei er nur durcheinander gewesen, hätte seine Situation gar nicht richtig beschreiben können, erinnert sich Paul. Er habe gedacht, ihre Streitereien seien normal, eben das, was es in jeder Beziehung gebe. "Wenn sie mich geohrfeigt hat, habe ich das auch als normalen Teil des Ehekrachs gesehen. Erst als es weiter eskalierte, als Teller flogen und zuletzt eben die Kaffeekanne, habe er gemerkt, dass da „etwas nicht normal" sei. "Dass das Gewalt ist, was mir da angetan wird, habe ich erst begriffen, als ich darüber geredet habe." Dies sei besonders deutlich beim Thema sexuelle Gewalt. "Männer sagen, dass sie mit ihrem Babysitter Sex hatten, oder dass sie mit ihrer Mutter geschlafen haben. Dass es sich dabei um sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung handelt, deren Opfer sie geworden sind, können sie sich oft erst nach langer Zeit eingestehen," sagt Süfke.

(…) Männer, die aus einer akuten Notlage fliehen müssen, können Unterstützung und Aufnahme in einer Männerschutzwohnung finden. Von denen gibt es allerdings erst neun. Im ganzen Bundesgebiet. Mit insgesamt 29 Plätzen für Betroffene und deren Kinder.




3.
Die paritätische Mitbestimmung in Aufsichtsräten und die gesetzliche Frauenquoten lassen sich für ein Unternehmen umgehen, wenn sie ihre Rechtsform in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umwandeln. Immer mehr deutsche Unternehmen tun einem Medienbericht zufolge genau das. Das ergibt sich aus einer Studie des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.


Hier geht es weiter.



4. Christian Schmidt hat sich die Studie näher angeschaut, der zufolge Frauen vor allem muskulöse Männer schätzen.



5. Das war zu erwarten und zu erhoffen: Jetzt, da der Zwangseinzug ins US-amerikanische Militär auch für Frauen gelten soll, werden Forderungen laut, ihn doch lieber abzuschaffen. Im "Frauen untderdrückenden Patriarchat" unserer Tage gelten Frauen schließlich als besonders schützenswert. So argumentierte gestern die republikanische Politikerin Vicky Hartzler in der einflussreichen Washingtoner Tageszeitung The Hill:

Ich habe mich aus mehreren Gründen nachdrücklich für die Aufnahme ausgesprochen und dagegen gestimmt. Wie oben beschrieben, ist die Pflicht zum Kriegsdienst veraltet und archaisch. Im Falle eines nationalen Notstandes bin ich zuversichtlich, dass sowohl Männer als auch Frauen vortreten würden, um unsere Nation zu verteidigen, so dass unsere Verteidigungsausgaben von der Wehrpflicht abgezogen und anderweitig besser eingesetzt werden könnten.

(...) Frauen sind wertvoll, kostbar, geschätzt und - was am wichtigsten ist - bereits gleichberechtigt. Die Behauptung, die Einbeziehung von Frauen in die Wehrpflicht würde "Gleichheit" beweisen, ist lächerlich.

Es ist auch nicht nötig, Frauen zu zwingen, sich für die Wehrpflicht zu registrieren. Nach Angaben des United States Selective Service System gibt es derzeit 17 Millionen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren und 60 Millionen Männer im Alter von 18 bis 49 Jahren. Angesichts dieser überwältigenden Zahlen gibt es buchstäblich keinen Grund, Frauen auf das Schlachtfeld zu zwingen.

(...) Anstatt Frauen zu benutzen, um eine "woke" Sache voranzutreiben, sollten wir den Selective Service ganz abschaffen oder ihn auf Eis legen. Aus diesem Grund habe ich im Repräsentantenhaus einen Gesetzesentwurf eingebracht, der genau das vorsieht. Auf diese Weise kann unser Land unsere Verteidigungsgelder für den Aufbau unserer derzeitigen Freiwilligenarmee verwenden, damit sie den Bedrohungen durch China, Russland und unsere anderen Gegner begegnen kann.




6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Guten Abend, Herr Hoffmann,

es geht gerade durch die Presse und den Rundfunk (u.a. WDR 5): In Gevelsberg sind 2020 zwei Polizisten in eine Schießerei verwickelt worden, einer wurde angeschossen und zwei dazugestoßene Polizistinnen sind panisch geflohen, ohne ihren Kollegen zu helfen. Sie begründeten das mit der unübersichtlichen Situation und Todesangst. Urteil: ein Jahr Haft auf Bewährung.

Die Verteidigung ist entsetzt und im WDR 5 hieß es heute im Politicum, dass die emotionale Schilderung der Frauen wohl niemanden kalt lassen könne. Hand aufs Herz: Würde man die Geschlechter vertauschen, also zwei Polizisten lassen eine angeschossene Kollegin im Stich, gäbe es einen Aufschrei.




Mittwoch, November 17, 2021

Britische Hardcore-Feministin: Die Flutwelle von Männerhass in TV-Serien schadet uns allen

Es ist wieder mal Zeit für einen feministischen Gastbeitrag auf Genderama.

Die britische Tageszeitung Daily Mail veröffentlichte gestern einen Artikel der Feministin Bel Mooney, die sich besorgt über den Hass auf Männer zeigt, der durch beliebte TV-Serien verbreitet wird. Ich habe Passagen daraus für Genderama übersetzt:



Bei mir zu Hause gibt es ein drei Meter langes Bücherregal (kein Scherz), vollgestopft mit Büchern über Feminismus, Frauengeschichte und verwandte Themen. Ich besitze sogar die erste britische Ausgabe (1971) von Valerie Solanas' charmantem kleinen Klassiker: "SCUM (Society for Cutting Up Men) Manifesto".



Zur Erinnerung: Solanas erklärt ihren Lesern, dass Männer genetisch minderwertige Untermenschen sind, die sich alle vergasen lassen sollten. Später schoss sie selbst zwei Männer nieder. Ihr faschistisches Werk wird von vielen Feministinnen als Kultbuch gefeiert. Es muss schon einiges passieren, dass selbst einer Solanas-Leserin der Hass zu viel wird, den unsere Mainstream-Kultur Männern entgegenbringt.



Ich habe mich also immer zu den Feministinnen der 1960er Jahre gezählt - mit zahllosen Artikeln und öffentlichen Debatten, die das beweisen. Warum bin ich dann so beunruhigt über die neue Welle des Männerhasses, die unsere Fernsehbildschirme durchdringt und mein Geschlecht zu verschlingen scheint?

Es scheint, dass man keinen Fernseher mehr einschalten kann, ohne dass man Frauen begegnet, die von Männern schikaniert werden, sowohl psychisch als auch physisch.

Das Sonntagabendprogramm, in dem früher familienfreundliche Lieblingssendungen liefen, scheint heute von häuslichen Dystopien beherrscht zu werden.




Bel Mooney nennt und erörtert nun beispielhaft mehrere solcher Serien: "Angela Black", "Close to You", "You" und "Maid". Sie befindet: "Frauen, die zusehen, werden zu Richtern und Geschworenen und verurteilen alle Männer zur ewigen Verdammnis." Das führt sie im Rest ihres Artikels folgendermaßen aus:



Natürlich gibt es einen Bedarf an guten Dramen, in denen schwierige Themen dargestellt werden. Dennoch scheint jede moderne Polizeiserie eine kämpferische, aggressive weibliche Hauptkommissarin zu zeigen, die einen Haufen grässlicher Männer unter Kontrolle hat. Man hat den Eindruck, dass die Programmverantwortlichen gerne auf eine neue Welle von etwas setzen, das man nur Misandry nennen kann. Gemeint ist der Hass auf Männer.

Seit Jahren "prangere ich Frauenfeindlichkeit an" - und das zu Recht, denn der Hass und die Angst vor Frauen reichen Jahrhunderte zurück. Schließlich wären wir alle noch ohne Sünde, wenn es die eitle, dumme, herrische Eva nicht gäbe.

Frauen haben viele Gründe, wütend zu sein - aber ich werde mich hier nicht mit Statistiken aufhalten. Es genügt zu sagen, dass, wie ich kürzlich in einem Artikel in der Mail schrieb, echter Fortschritt für die Mehrheit unerreichbar bleibt.




Okay, ich bin überzeugt. Wenn Sie das ernsthaft glauben, sind Sie wirklich eine Hardcore-Feministin.



Der Rückschlag gegen die wirkliche Freiheit meines Geschlechts ist wie Wellen von schmutzigem Dreck an einem verschmutzten Ufer. Aber all das gesammelte Wissen und die Erfahrung überzeugen mich, dass wir den Frauen nicht helfen, wenn wir alle Männer verteufeln.

Die Argumente haben sich in gefährlicher Weise in Richtung Vorurteil verschoben. Und Vorurteile gegenüber einer Person, nur weil sie so ist, wie sie ist, sind nach wie vor ekelhaft.

Die #MeToo-Bewegung war zum Teil eine Reaktion auf Donald Trump und zum Teil auf noch beunruhigendere Geschichten über schäbige, mächtige Männer, die Frauen ausbeuten. Frauen erzählten ihre eigenen Geschichten und sagten: "So ist es mir auch ergangen."

(…) Aber dann wurde in den sozialen Medien deutlich, dass man entweder zustimmen musste, dass Männer der Feind sind - oder sich selbst der Wut stellen musste. Man konnte nicht behaupten, dass "nicht alle Männer so sind" - eine Aussage, die so offensichtlich wahr ist, dass sie unbestreitbar ist. Aber egal.

Der Hashtag "Not All Men" wurde genauso inakzeptabel wie "All Lives Matter" (mit der Überschneidung, dass weiße Männer als die schlimmsten der Welt angesehen werden).

Man musste die verbreitete Meinung nachplappern oder sich zusammenhangsloser Wut stellen und am Ende selbst misshandelt werden.

So ist es mir ergangen. Der Geist der Fairness hat mich dazu veranlasst, auf Facebook dieser durch und durch bösartigen und unehrlichen Verunglimpfung eines ganzen Geschlechts zu widersprechen.

Oh je. Die Schufte stürzten sich auf mich, und ich war so irritiert, dass ich den Austausch kopierte. Eine herablassende 35-jährige Frau schrieb: "Alles, was ich tun kann, ist, dir zu erklären, welchen Schaden du anrichtest", und "sie hoffte, mich erziehen zu können" über Sexismus und grässliche Männer.

Da ich offensichtlich immer noch dringend "erziehungsbedürftig" war, wies ich darauf hin, dass es viele Männer gibt (z. B. meinen Mann, meinen Sohn und meinen Schwiegersohn, um nur drei zu nennen), die gut, freundlich und sanftmütig sind und Sexismus in jeder Form verabscheuen.

Aber das war nicht erlaubt. Keine Nuancen hier, danke. Die wütende feministische Lobby ist der Meinung, dass die Aussage "Nicht alle Männer" ein Verrat ist. Aber warum sollte das so sein?

Weil alle Männer privilegiert sind, und selbst wenn sie anständig zu sein scheinen, besitzen sie immer noch das Potenzial, Frauen auszubeuten - oder dabei zuzusehen, wie andere es tun. Sie sind schuldig, auch wenn sie nichts getan haben.

Dieses "Argument" führt Sie in ein ähnliches Kaninchenloch wie die "kritische Rassentheorie", die besagt, dass weiße Menschen von Natur aus privilegiert sind (ja, sogar die ärmsten) und selbst wenn sie sich als Antirassisten bekennen, sind sie aufgrund ihrer Hautfarbe schuldig.

Die Hexenjagd verdammt einen so oder so. Nur wenn man sich schuldig bekennt, wird man als "Verbündeter" betrachtet.

Mir wurde gesagt: 'Du musst akzeptieren, dass Männer als Gruppe wirklich scheiße sind'.




Auch deutsche Verlage wie Rowohlt verbreiten diese Botschaft und machen daraus ein Geschäftsmodell.



Muss ich das wirklich?

Waren alle Männer, ob jung oder alt, die am vergangenen Wochenende an der bewegenden Parade zum Volkstrauertag am Cenotaph teilgenommen haben, allesamt sexistische Schweine? Was ist mit all den anständigen Männern, die ihre Familien lieben, hart arbeiten und ihr Bestes geben?

Sind all unsere reizenden Partner irgendwie "verantwortlich" für häusliche Gewalt, Vergewaltigung und Mord?

Dem Vorurteil zufolge sind sie, weil sie als Männer geboren wurden, de facto schuldig. Mir wurde gesagt, dass mein tadelloser Ehemann "Freunde haben muss, die sexistische oder rassistische Witze machen" - und deshalb durch Assoziation genauso schuldig sei wie sie.

Hört zu, Schwestern - das tut er nicht und er ist es auch nicht, verdammt!

Es schockiert mich, dass solche Frauen (die alle gebildet und redegewandt sind) das Leben durch das neueste, enge Prisma der Unterdrückung und Opferrolle betrachten wollen. Aber es ist leicht zu verstehen, warum die Macher von Fernsehsendungen versuchen, aus einem modischen Gefühl von wütender Verletzlichkeit und offenem Männerhass Kapital zu schlagen.

Sie nährt sich selbst, so dass jegliches Potenzial für männliche Güte geleugnet und Vorurteile aufgrund der Identität ausgenutzt werden, wenn es um Männer geht. Warum ist es falsch, wenn Männer sagen: "Alle Frauen sind l******", während es für Frauen akzeptabel ist, wenn sie rufen: "Alle Männer sind ****"?

Natürlich ist das überhaupt nicht akzeptabel. Aber so wie beiläufige Frauenfeindlichkeit früher zum Handwerkszeug von Komikern gehörte (oh, diese schrecklichen Schwiegermutterwitze), so ist beiläufige Misandrie ein Phänomen, das mir immer häufiger auffällt.

Ich kann von einem Beispiel berichten. Der Anlass war das 100-jährige Bestehen der ausgezeichneten Wohltätigkeitsorganisation Gingerbread - einst für die "unverheiratete Mutter und ihr Kind", heute für Alleinerziehende im Allgemeinen. Als junge Journalistin hatte ich mit der Organisation zu tun, und so fuhr ich nach London, um mit ihr zu feiern.

Die Party fand im schönen Londoner Foundling Museum aus dem 18. Jahrhundert statt, das von dem großen Thomas Coram gegründet wurde, der entsetzt darüber war, dass Kinder von Müttern ausgesetzt wurden, die zu arm oder zu schamhaft waren, um für sie zu sorgen. Gastrednerin war Jane Garvey, damals Moderatorin von Woman's Hour auf Radio 4. Sie stand auf dem Podium und begann mit der höhnischen Bemerkung, dass wir in diesem Raum "von Porträts fetter, alter, weißer Männer mit schlechten Perücken umgeben" seien.

Wäre Frau Garvey früh genug gekommen, um sich zu informieren, hätte sie entdeckt, dass es sich bei den verspotteten Männern um die mutigen Philanthropen handelte, die sich der damaligen Kultur widersetzten, um Thomas Coram in 17 Jahren harter Spendensammlungen zu unterstützen, um bedauernswerten Frauen und ihren Babys zu helfen.

Natürlich war es nur ein Scherz, nicht wahr? Nur ein kleiner Scherz. Wir können über die alten Männer mit Perücken lachen, die Gutes tun, aber offensichtlich zu viele gute Mahlzeiten gegessen haben.

Genauso können wir Fernsehmoderatoren (zum Beispiel) als "blass, männlich und altbacken" abtun und verspotten - und das ist völlig in Ordnung. Können Sie sich vorstellen, wie groß die Aufregung wäre, wenn solche vorurteilsbehafteten Bemerkungen über Frauen in dem derzeitigen Klima der schnellen "Beleidigung" gemacht würden?

Viele Frauen sind der Meinung, dass sexistische Kommentare und männerhassende Fernsehgeschichten lediglich als "Rache" - ein weiterer beliebter Begriff zur Rechtfertigung von Männerhass - für all die sexistischen Witze angesehen werden, die Frauen im Laufe der Jahre gehört haben. Aber so funktioniert es nicht, oder?

Der gesunde Menschenverstand, der besagt, dass "zwei Unrechte kein Recht ergeben", geht auf das 18. Jahrhundert zurück und erinnert daran, dass bei einem Duell zwischen zwei wütenden Menschen beide verwundet werden oder sterben können.

Verlangen Sie auf jeden Fall, dass sowohl Männer als auch Frauen toxische Männlichkeit anprangern, wo immer sie auftritt, aber wenn Sie alle Männer mit diesem Spruch überziehen, verliert er jede echte Bedeutung. Wie kann man sich für die Rechte von missbrauchten Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt einsetzen, wenn man vor Wut über eine vermeintliche Beleidigung in einer Kneipe schäumt?

Das Phänomen, das wir als "toxische Männlichkeit" bezeichnen, existiert zweifellos und sollte immer in Frage gestellt werden - aber in diesen Tagen nehme ich auch eine "toxische Weiblichkeit" wahr, und das ist ziemlich unangenehm.

Wo ist der Glaube an die moralische Gleichheit der Menschen geblieben, die auf ihren Taten und nicht auf ihrer Hautfarbe, ihrem Glauben oder ihrem Geschlecht beruht? Könnte es nicht als "Hassrede" angesehen werden, wenn man schreibt "Alle Männer sind ****"?

Betrachten Lehrer (viele von ihnen sind links der Mitte) die Jungen in ihren Klassen als kleine Widersacher? Vergewaltiger in der Ausbildung? Statistiken zeigen, dass junge, weiße Männer die am meisten benachteiligte Gruppe in Großbritannien sind und dass Männer im Alter von 18 bis 49 Jahren am häufigsten Selbstmord begehen.

Der brillante politische Schriftsteller David Goodhart ist der Meinung, dass "die traditionellen männlichen Tugenden - Stärke, körperlicher Mut, emotionaler Stoizismus" unterbewertet werden.

Wie können wir überhaupt anfangen, Jungen zu erziehen, Mädchen zu respektieren, wenn wir davon ausgehen, dass sie alle Zeitbomben der Frauenfeindlichkeit sind, die nur darauf warten zu explodieren?

In dieser gespaltenen, streitsüchtigen Zeit ist das Letzte, was wir brauchen, noch mehr Spaltung - dieses Wiederaufflammen des alten Geschlechterkampfes.

Es gibt genug auf dieser Welt, worüber gute Männer und Frauen gleichermaßen wütend sein können, aber nicht, wenn wir von Scharfmachern und opportunistischen Fernsehbossen ermutigt werden, uns gegenseitig als hasserfüllte Feinde zu betrachten.




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