Freitag, März 31, 2023

Russland will 400.000 "Freiwillige" anwerben

1.
Eine geplante Rekrutierungskampagne in Russland von Freiwilligen für den Krieg gegen die Ukraine ist nach britischer Einschätzung nur ein Deckmantel für neue Zwangseinziehungen. "Es besteht die realistische Möglichkeit, dass diese Unterscheidung in der Praxis verwischt und dass regionale Behörden versuchen werden, die ihnen zugewiesenen Einstellungsziele zu erreichen, indem sie Männer zum Beitritt zwingen", teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Russischen Medien zufolge sollen 400.000 Freiwillige angeworben werden.

Das angebliche "Freiwilligenmodell" solle Unzufriedenheit im Land möglichst minimieren, so das britische Ministerium. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Kampagne 400.000 echte Freiwillige anzieht." Notwendig sei zudem nicht nur frisches Personal. "Russland benötigt mehr Munition und Rüstungsgüter, als es derzeit zur Verfügung hat", hieß es weiter.


N-tv berichtet.



2. Spiegel-Online berichtet, warum ein Vater gegen das Gendern an der Schule seines Kindes vor Gericht gezogen ist (Bezahlschranke). Ein Auszug aus dem Artikel:

Begonnen habe alles mit einer neuen Klassenlehrerin, die "auffällig und extrem konsequent" gendere, nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich, mit Sprechpausen für den Stern.

Im vergangenen Schuljahr hätten dann "nahezu alle Lehrer" seines Kindes zu gendern begonnen. Das habe, so empfand er das, zu einem enormen "Anpassungsdruck" auf die Schülerinnen und Schülern geführt, denn die Lehrkräfte, die quasi als "getarnte Aktivisten" aufträten, seien auch Sprachvorbilder, denen die Schüler nacheiferten. Bald hätten in der Klasse seines Kindes die meisten gegendert.

Müller glaubt, dass einzelne Kinder, die dem Beispiel nicht folgen, darunter seins, sich "isoliert", ja diskriminiert fühlten. In einer Pro-und-Kontra-Diskussion zum Thema sei sein Kind "als Einzelkämpfer im Gelächter der gendernden Klassenkameraden untergegangen".




3. Die CDU hat die Führungsspitzen der öffentlich-rechtlichen Sender zur Auseinandersetzung über den Reformbedarf eingeladen. Die Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandfunk gerieten schnell in die Defensive, zeigten aber von Selbstkritik kaum eine Spur. In einem Artikel der "Welt", der darüber berichtet, heißt es:

Im Kern ging es bei der Veranstaltung darum, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk leisten muss, in welchem Verhältnis er informieren und unterhalten soll, ob die Höhe der Monatsbeiträge angemessen ist und wie Reformen, deren Notwendigkeit kaum jemand bestreitet, aussehen müssten.

Fragen also, die man sich seit Jahren stellt. John Lukas Witte, Schüler aus Berlin-Charlottenburg, wählte nun einen anderen Schwerpunkt. Und die Reaktion der Sender-Chefs offenbarte viel von deren Selbstverständnis.

"Wie passt die Neutralität in der Berichterstattung mit einer nicht neutralen Sprache, dem Gendern, zusammen?", wollte Witte wissen. Ob das nicht eine „Belehrung der Bevölkerung“ sei. Donnernder Beifall.

Deutschlandfunk-Chefredakteurin Wentzien erkundigte sich freundlich nach dem offensichtlich jungen Alter des Fragestellers und erklärte dann nachsichtig, dass es die Interviewpartner seien, die diese Sprache in die Gespräche einbrächten. "Sprache ist lebendig und das Schönste, was es gibt. Und sie verändert sich." Tiefes Stöhnen im Saal.




4. Für die Neue Zürcher Zeitung hat Birgit Schmid den Professor für Soziologie Martin Schröder zu seinen Erkenntnissen interviewt, dass die tatsächliche Zufriedenheit von Frauen in einem bizarren Missverständnis zu dem steht, was uns politische Propaganda glauben machen will. Ein Auszug:

NZZ: In der Schweiz bereitet man sich auf den nationalen Frauenstreiktag am 14. Juni vor. Angesichts Ihres Befunds müsste ein Aufschrei durch die lila Reihen gehen, denn eigentlich sagen Sie: Es gibt keinen Grund mehr für den Protest der Frauen.

Professor Schröder: Natürlich gibt es immer noch einzelne Benachteiligungen. Eine Frau mit Kindern hat es schwerer als eine kinderlose Frau und oft auch als ihr Mann. Eine Alleinerziehende sowieso. Frauen sind stärker betroffen von sexueller Belästigung und von Gewalt in Partnerschaften. Aber eine Frau ist nicht einfach ein Opfer, bloss weil sie eine Frau ist. Sonst könnten Männer genauso gut argumentieren, dass sie in vielerlei Hinsicht ein schlechteres Leben haben. Ich halte die reine Kategorie Frau für wenig aussagekräftig dafür, wie gut oder schlecht das Leben eines Menschen ist.


(Frauen sind weder von sexuellen Belästigungen noch von Gewalt in Partnerschaften stärker betroffen als Männer.)

NZZ: Die zunehmende moralische Sensibilität sei ein Fortschritt, schreiben Sie, doch wir verwechselten unsere steigenden Ansprüche an unser Leben mit einer faktischen Verschlechterung der Welt. Wie äussert sich das?

Professor Schröder: Ich will Sexismus und sexuelle Gewalt an Frauen nicht relativieren, das steht mir als Mann nicht zu. Als Mann kann ich die dahinterstehende Angst vielleicht auch gar nicht verstehen. Aber umso absurder ist es, wenn der Gewaltbegriff immer weiter ausgeweitet wird und bald alles darunterfällt, beispielsweise als verbale und psychische Gewalt. So stellt man ein als unangemessen empfundenes Verhalten auf dieselbe Ebene wie tatsächliche erlebte körperliche Gewalt. Feministinnen, die den Gewaltbegriff dermassen aufweichen, schaden damit schliesslich den Frauen selber.

NZZ: Sie kritisieren die Gender-Studies und vor allem den akademischen Feminismus. Was halten Sie ihm vor?

Professor Schröder: Die Frauenbewegung hatte einst zum Ziel, dass jede Frau so leben soll, wie sie will. Inzwischen dominiert ein Opferfeminismus, der moralisch aufgeladen ist und etwas Bevormundendes hat. Es ist ein illiberaler Feminismus, der anderen vorschreibt, wie sie zu leben haben. Einer Frau, die sich nicht benachteiligt fühle, sei etwas entgangen, so wird gemutmasst. Das postuliert die Theoretikerin Judith Butler: Frauen hätten sich so sehr an ihre Unterdrückung gewöhnt, dass sie sich ein freies Leben gar nicht mehr vorstellen könnten.

(…) NZZ: Auch Förderprogramme, um Mädchen in technische Berufe zu bringen, zeigen nicht den erwünschten Erfolg. Was läuft da falsch?

Professor Schröder: Nichts. An sogenannten Girls-Days sollen Mädchen lernen, worum es bei den Ingenieurwissenschaften geht. Und dann springen die Mädchen doch nicht darauf an. In einem Berliner Forschungsprojekt sollten 500 Schülerinnen und Schüler über alle möglichen Berufe aufgeklärt werden. Man sagte ihnen, wie viel sie womit verdienen würden, in der Hoffnung, dass man das Interesse der Mädchen für die gut bezahlten, also technischen Berufe weckt. Was ist passiert? Die Mädchen interessierten sich danach noch mehr für die Berufe, in denen sie mit Menschen zu tun hätten, die Jungen noch mehr für die gut bezahlten, technischen Berufe. Es ist also nicht so, dass die Leute falsche Entscheidungen treffen und man sie umerziehen muss, sondern anscheinend wissen sie genau, wie sie das bekommen, was sie wollen. Nur was sie wollen, unterscheidet sich.

(…) NZZ: Es gibt einen Druck, dass Frauen sich Schwestern sein sollten. Wer die Benachteiligung von Frauen infrage stellt, gilt als unsolidarisch. Wer am Frauenstreik nicht mitläuft, verkennt die Missstände im Leben als Frau. Hören Sie das von Frauen?

Professor Schröder: Diese Erfahrungen machen Frauen sowohl in den Medien als auch in der Wissenschaft und wahrscheinlich auch im Kulturbetrieb. Sie geraten durch eine laute Minderheit in Bedrängnis und sagen nicht mehr, was sie denken. Aber es gibt auch die schweigende Mehrheit. In der normalen Bevölkerung sehen sich vier von fünf Frauen nicht als Feministin. Die Taxifahrerin, die Metzgerin, die Kindergärtnerin können mit dem Elitefeminismus nichts anfangen.

NZZ: Kann man sich auch aufgehoben fühlen in diesem gemeinsamen Kampf gegen ein gefühltes Unrecht?

Professor Schröder: Es kann sich gut anfühlen, zu den Schwachen zu gehören, die sich gegen die Starken verschwestern. Wer sich mit den Männern versteht, wird dann schnell zum Feind. Sich als Opfer zu sehen, hat ja auch etwas Verführerisches. Für alles, was man nicht erreicht, hat man eine Erklärung, ohne dass die Schuld bei einem selber liegt. Dieser Opferstatus ist natürlich auch sexy. Wer nicht mitmacht und stattdessen die Benachteiligung der anderen infrage stellt, scheint diesen etwas wegzunehmen.

NZZ: Man hat irgendwann keine Lust mehr, dagegenzuhalten.

Professor Schröder: Genau. Die eigentliche Zensur besteht nicht darin, dass einem verboten wird, über etwas zu schreiben, sondern in der Selbstzensur: Man wagt es gar nicht mehr, etwas zu kritisieren, und irgendwann getraut man sich nicht einmal mehr, es auch nur zu denken. Die Gender-Studies waren insofern erfolgreich, als sie uns verboten haben, Frauen nicht als Opfer zu denken.

(…) NZZ: Wie sind die Reaktionen an Ihrer Universität?

Professor Schröder: Ich hatte schon etwas Angst. Ich habe vor kurzem die Universität Marburg verlassen und lehre jetzt in Saarbrücken, wo die Uni viel weniger ideologisiert ist. Ich würde mich selber nicht als konservativ bezeichnen, aber es ist eine Tatsache: Auf zehn linksliberale Professoren kommt an Unis nur eine Person, die sich selbst als konservativ einschätzt. In Marburg hat man meine Professur zu verhindern versucht.

NZZ: Was ist geschehen?

Professor Schröder: Es ging um ein Forschungsprojekt, bei dem wir herausgefunden hatten, dass Frauen bei derselben Qualifikation wie Männer eine 40 Prozent höhere Chance haben, auf eine Soziologieprofessur berufen zu werden. Einige Gender-Studies-Professorinnen haben sich zusammengetan und wollten meine Berufung verhindern, da sie den Beweis erbracht sahen, dass ich frauenfeindlich sei.


Professor Schröders Erkenntnisse beruhen auf einer Langzeitstudie mit über 700 000 Befragten. Frauen zeigten darin dieselbe Zufriedenheit wie Männer. Nachdem Professor Schröder darüber gestern mit der Frankfurter Allgemeinen gesprochen hatte, kam es zu den ersten Reaktionen auf Twitter:

Gut dass Männer uns erklären, dass wir scheinbar kaum noch benachteiligt werden … Verlogenes misogynes Scheissblatt.


Die Diskriminierung von Frauen weltweit ist erschreckender denn je, in Deutschland bleibt sie alltäglich. Dass ein Mann sich dazu äußert ist typisch, dass er es nicht nachvollziehen kann ebenso.


Nächste Woche in dieser Kolumne: Ölmulti Saudi Aramco erklärt Klimawandel für gestoppt.


Weil ein Mann das ja auch so gut beurteilen kann. #Mansplaining


Lasst mich raten, das hat ihm seine Frau erzählt?


Der Typ hat einfach nur ein Problem.


Na, wenn das ein Mann sagt.


und dann noch einer der der Martin ist, nee, und Schröder heißt... *lachkrampf*


incel inside


Wow. Der hat mansplaining einfach durchgespielt.


glaub er hat nur angst....


Natürlich sollte man bedenken, dass sich auf Twitter vielfach markige Kommentare finden, die auf wenig Hintergrundwissen beruhen. Allerdings wird in den hier von mir zitierten Kommentaren vielfach nur das Niveau gespiegelt, das auch in Leitmedien als Argumentersatz dient: immer wieder gepfeffert mit einer gehörigen Portion tatsächlichem Sexismus Wie wenig Chancen nüchterne Wissenschaft hat, gegen diese Polemik durchzudringen, erleben wir Männerrechtler täglich.



Donnerstag, März 30, 2023

Professor für Soziologie: "Frauen geht es viel besser, als der Feminismus es uns glauben lässt"

1. Der Soziologe Professor Martin Schröder, der dieser Tage sein Buch "Wann sind Frauen wirklich zufrieden?" veröffentlicht (Genderama berichtete), geht in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen (Bezahlschranke) mit dem "illiberalen Feminismus" ins Gericht. Ein Auszug:

FAZ: Herr Schröder, wie kommt man als Mann darauf, ausgerechnet ein Buch darüber zu schreiben, wann Frauen wirklich zufrieden sind?

Professor Schröder: Mich interessiert als Forscher, wenn der öffentliche Diskurs ganz anders läuft, als es die Daten vermuten lassen würden. Und das ist beim Thema Frauen so.

FAZ: Inwiefern?

Professor Schröder: Frauen gelten gegenüber Männern als benachteiligt. Das ist heute in Deutschland aber nicht mehr pauschal der Fall, weder im Arbeitsleben, noch privat. Das zeigen zum Beispiel die Umfragen des Sozio-oekonomischen Panels. Oder kurz gesagt: Frauen geht es viel besser, als der Feminismus es uns glauben lässt.

FAZ: Starke These – woran machen Sie das fest?

Professor Schröder: Ganz grundsätzlich erst einmal daran, dass Frauen und Männer in Deutschland heute fast gleich zufrieden mit ihrem Leben sind. Wenn man sie fragt, wo sie sich auf einer Skala von 0 bis 10 einordnen, geben beide etwas mehr als eine 7 an.

FAZ: Frauen verdienen noch immer weniger als Männer. Sie berichten über diskriminierende Erfahrungen in Bewerbungsgesprächen und kümmern sich mehr um Kinder und Haushalt. Und das soll Gleichberechtigung sein?

Professor Schröder: Vor fünf Jahren hätten wir dieses Gespräch so nicht führen können. Aber inzwischen gibt es etliche Studien, die zeigen, dass Frauen nicht im Nachteil sind. Bei Bewerbungsverfahren gibt es über normale Berufe hinweg keine Benachteiligung mehr. Bei der Berufung von Professoren in den Gesellschaftswissenschaften gibt es sogar Untersuchungen, die zeigen, dass es genau andersherum ist, Frauen also bei gleichen Qualifikationen höhere Chancen haben. Auch mit ihrem Einkommen und Privatleben sind Frauen nicht unzufriedener als Männer. Und die subjektive empfundene Zufriedenheit ist nun mal ein wichtiger Faktor, wenn man die Menschen ernst nimmt. Es mag traditionsreiche Bereiche wie Medizin und Jura geben, in denen Frauen noch benachteiligt sind. Aber pauschal lässt sich das nicht mehr belegen.

FAZ: Wenn schon so viel erreicht ist, warum arbeiten dann noch immer so viele Frauen in Deutschland in Teilzeit und die Männer machen Karriere?

Professor Schröder: Ein wichtiger Grund fällt in der Debatte gerne unter den Tisch: Mütter wollen häufig gar nicht so viel arbeiten wie Väter. Mütter, die weniger arbeiten, sind nicht unzufriedener. Bei Vätern ist es anders – sie sind zufriedener, wenn sie mehr arbeiten. Die Zufriedenheit der Frauen ist übrigens auch dann am höchsten, wenn ihre Partner viel arbeiten. Der Begriff Teilzeitfalle, mit dem man Frauen sagt, es sei furchtbar, wenn sie weniger arbeiten, ist insofern unpassend. (…) Warum sollten wir uns einbilden, zu wissen, welches Leben richtig für jemanden ist, obwohl er mit einem anderen Leben zufrieden ist? Ich finde, das passt nicht zu einer liberalen Gesellschaft, in der jeder nach seinen Vorstellungen glücklich werden sollte.

(…) Frauen und Männer sind in Deutschland im großen und ganzen gleichberechtigt und gleich zufrieden. Sie haben aber unterschiedliche Präferenzen, ganz egal, woher die kommen. Es sollte deshalb niemand nervös werden, wenn Gleichberechtigung nicht automatisch zur vollkommenen Gleichstellung führt, es also weiter Unterschiede in der Rollenverteilung und den beruflichen Entscheidungen geben wird. Es ist kein Beweis für eine strukturelle Diskriminierung, wenn das so ist. Im Gegenteil: Alle sind eigentlich ziemlich zufrieden damit.

FAZ: Angenommen Sie liegen richtig: Wer redet den Frauen denn ein, benachteiligt zu sein?

Professor Schröder: Damit begebe ich mich jetzt in Teufels Küche. Aber es gibt natürlich den ganzen akademischen Bereich der Gender Studies. Da sind viele Lehrstühle entstanden, und nachdem das Ziel der Gleichberechtigung weitgehend erreicht ist, können die nicht einfach sagen: Ja super, dann schaffen wir uns wieder ab! Das Ganze erinnert mich ein bisschen an die marxistische Theorie früher. Laut dieser Theorie muss der Arbeiter ausgebeutet sein. Wenn die Arbeiter dann gesagt haben, dass es ihnen gar nicht so schlecht ging, hieß es von Theoretikern wie Herbert Marcuse sinngemäß: Wenn ihr das so seht, werdet ihr manipuliert und habt ein falsches Bewusstsein. (…) In meinem Buch zitiere ich mehrere einflussreiche Feministinnen, die Frauen zu verstehen geben: Selbst wenn ihr euch emanzipiert fühlt, seid ihr in Wahrheit unterdrückt. Und das finde ich problematisch.

FAZ: Sie schreiben ein ganzes Kapitel darüber, wie Sie missverstanden werden könnten. Warum?

Professor Schröder: Man kann schnell in eine Schublade gesteckt werden. Ich streite ja keineswegs ab, dass Frauen noch hier und da benachteiligt werden. An anderen Stellen sind es dann vielleicht Männer, die benachteiligt werden. Das muss dann erkannt und zielgenau bekämpft werden.

(…) FAZ: Sie werden sich mit Ihrem Buch nicht nur Freundinnen machen.

Professor Schröder: Das ist mir klar. Und ich hätte es auch nicht geschrieben, wenn ich Nachwuchswissenschaftler wäre und mich noch auf einen Lehrstuhl bewerben müsste. Vielleicht geht es aber auch vielen so, dass sie beim Lesen merken: Ja, das habe ich auch schon gedacht und es wird Zeit, dass das mal von jemandem ausgesprochen wird.


Auch andere Medien wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichten.



2. Die ägyptische Polizei nutzt die Dating-App "Grindr" zur Verfolgung schwuler Männer. Andere soziale Medien tragen dazu bei:

Im Februar hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) einen Bericht zur Verfolgung von queeren Personen im Nahen Osten und in den Maghreb-Staaten veröffentlicht . Das Dokument listet 45 Fälle auf, in denen Menschen anhand von Aktivitäten auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Grindr verfolgt, gefoltert, öffentlich geoutet oder festgenommen worden seien. HRW wirft den Techunternehmen vor, nicht ausreichend für den Schutz ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu sorgen. Inhalte in arabischer Sprache würden nicht ausreichend geprüft, so der Bericht.




3. Bücher wie Klaus Theweleits "Männerphantasien", die in der feministischen und der linksalternativen Szene oft und gern gelesen wurden, trugen stark dazu bei, dass die Aufarbeitung von Faschismus und Nationalsozialismus so geschah, als ob es sich dabei um typische Männerprobleme handeln würde. In einer Dokumentation über die Frauen der NS-Zeit bricht der Sender arte solche unseligen Geschlechterklischees auf:

Die Frauen waren nicht etwa passive Zeuginnen eines von Männern verübten Völkermords, sondern aktive Komplizinnen und Mörderinnen. (…) Das Engagement und die Brutalität der Sekretärinnen, Krankenschwestern, KZ-Wächterinnen und Ehefrauen von SS-Männern wirft Frauen auf: Wie sind sie zu Komplizinnen, mitunter zu Mörderinnen geworden? Warum hat die deutsche Nachkriegsjustiz in Teilen die Augen vor ihren Verbrechen mindestens genauso verschlossen wie vor denen ihrer männlichen Mitstreiter? Welche Tabus führen auch heute noch dazu, ihre Taten nicht zu benennen?




4. In der Radiosendung "Der Tag" des Hessischen Rundfunks ging es gestern darum, ob auch Deutschland das Hinterherpfeifen von Frauen unter Strafe stellen sollte, wie das andere Länder bereits tun. Ab Minute 19 wird dazu Christoph May befragt, der 2016 das Institut für Kritische Männerforschung mitbegründete. Er nennt als Ursache für dieses Verhalten fragile Männlichkeit, auf der auch Männer- und Väterrechtsbewegungen beruhen würden, die "in die Opferposition" gingen. Das Fundament all dieser Männerbewegungen sei die Abwehr alles Weiblichen. Die Abwertung von Frauen gehöre fest zur männlichen Identität.

Ich für meinen Teil finde es eher bedenklich, wenn Männer sich NICHT trauen, darüber zu berichten, wenn sie Opfer geworden sind, weil sie befürchten müssen, dass das ihre Männlichkeit infrage stellt.



5. Der britische Männerrechtler Mark Brooks sieht Schulen mitverantwortlich für die Popularität des frauenfeindlichen "Influencers" Andrew Tate. Das berichtet die Londoner "Times":

Die Äußerungen von Mark Brooks, einem Mitbegründer der Men and Boys Coalition, einer Dachorganisation von Akademikern und Wohlfahrtsverbänden, fielen mit einer Umfrage zusammen, die ergab, dass fast ein Drittel der jungen Männer der Meinung ist, die Gesellschaft kümmere sich nicht um sie.

Brooks sagte, die Schulen würden die Probleme der Jungen nicht angemessen angehen und externe Berater hinzuziehen, um die von Tate propagierte toxische Männlichkeit zu bekämpfen, die den Jungen suggeriert, dass sie geheilt werden müssen.

Brooks, der eine Wohltätigkeitsorganisation zur Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Männer leitet und sich für das Wohlergehen von Jungen einsetzt, verwies auf jüngste Untersuchungen, aus denen hervorging, dass sich mehr als ein Drittel der jungen Männer von der Gesellschaft ungerecht behandelt fühlt. "Das ist der Grund, warum sich Leute wie Andrew Tate durchsetzen", sagte er. "Jungen haben nicht das Gefühl, dass die Schulen ihnen zuhören oder die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, ernst genug nehmen. Der Schwerpunkt muss auf den Schulen liegen, die sich mehr um die Jungen kümmern müssen. Jungen stehen in der Schule hinter den Mädchen zurück. Es gibt einen Mangel an männlichen Lehrern, was sich auswirkt. Jungen haben Essstörungen, werden gemobbt und leiden unter Depressionen".

Eine YouGov-Umfrage, die im Auftrag von Future Men, der Wohltätigkeitsorganisation für Jungen, durchgeführt wurde, ergab, dass sich 52 Prozent der Männer im Vereinigten Königreich durch gesellschaftliche Erwartungen unter Druck gesetzt fühlen. Infolgedessen litten 40 Prozent unter Angstzuständen.

Bei der Umfrage unter 2 168 Erwachsenen ging es darum, herauszufinden, was es bedeutet, "ein Mann zu sein". Von den Befragten gaben 37 % an, dass von ihnen erwartet wird, "der Ernährer" zu sein, und 51 % glaubten, dass von ihnen erwartet wird, "mannhaft zu sein", wenn sie vor Herausforderungen stehen.

Ein Drittel der Männer, die jünger als 35 Jahre sind, glaubte, dass ein Problem mit der psychischen Gesundheit sie weniger männlich macht, und 29 Prozent fühlten sich aufgrund der gesellschaftlichen Erwartungen vergessen oder zurückgelassen.

Brooks sagte, es gebe eine Fülle von Gruppen, die anbieten, Männlichkeit für Schuljungen "neu zu definieren". Er warnte davor, Jungen als eine homogene Gruppe zu behandeln, um die Popularität von Videos mit Tate und anderen zu stoppen.

(…) Brooks sagte, die Schulprogramme gingen nicht auf die Kernprobleme ein, wie z. B. den Bildungserfolg, den Mangel an männlichen Lehrern und die Frage, ob die Einrichtungen wirklich "jungenfreundlich" seien.

Er sagte: "Diese Initiativen, die meist aus dem Ausland kommen, gehen davon aus, dass Jungen schlecht sind, weil sie Jungen sind. Sie gehen davon aus, dass Eltern ihre Kinder nicht richtig erziehen können und sie jetzt diese Jungen korrigieren müssen."




Mittwoch, März 29, 2023

Maskuzid live im Netz übertragen: Frau erschießt ihren Mann bei Streit um Hausarbeit

1. Die Bildzeitung berichtet:

Dieser Streit eskalierte völlig – und endete mit dem Tod des Familienvaters. Die Ermittler sind sich sicher: Kadejah Michelle Brown hat ihren Mann (beide 28) erschossen!

Übel: Die Bluttat im US-Staat Mississippi wurde von einem Handy mitgefilmt und live auf Facebook übertragen. In dem schockierenden Video konfrontiert Kadejah ihren Mann Jeremy mit Vorwürfen rund um die Aufgaben im Haushalt. So sei er etwa nie zu Hause, um sich um die vier gemeinsamen Kinder zu kümmern.

Jeremy telefoniert währenddessen mit seinem eigenen Handy. Kadejah versucht, ihn zum Reden zu bringen und ihm das Smartphone zu entreißen. "Fass mich nicht an! Sonst rufe ich die Polizei", droht ihr Jeremy.


Hier geht es weiter. Zwischen dem Opfer und der Täterin soll es eine Vorgeschichte häuslicher Gewalt gegeben haben.



2. Nicht allein Verfassungsgerichte erklären, dass es kein feministisches Wahlrecht, also einen Zwang zur Geschlechterparität bei der Aufstellung von Kandidaten für Wahlen, geben darf. Auch Dissertationen schließen sich an.



3. "Ich dachte, mit fünf Frauen wird es einfacher", erklärt der neue "Hart-aber-fair"-Moderator Louis Klamroth ebenso naiv wie verzweifelt, nachdem er für seine letzte Talkshow ausschließlich weibliche Gäste eingeladen hatte. Was dann geschah, hätte ihm jede Frau mit entsprechender Lebenserfahrung vorhersagen können. Der "Merkur" und der "Focus" berichten.



4. Eine junge Youtuberin und ihr Mitarbeiter, ein Flüchtling aus dem Iran, besuchen eine Demonstration zum Weltfrauenkampftag am 8. März, um die Protestlerinnen zu mitgeführten Slogans wie #killallmen zu interviewen.



Dienstag, März 28, 2023

Neue Studie: Männerfeindlichkeit stärker als Rassismus

1. Die Website Psypost, die über Erkenntnisse in der psychologischen Forschung informiert, berichtet in einem aktuellen Beitrag über eine neue Untersuchung, die aus mehreren hintereinander geschalteten Experimenten besteht. Ihren zentralen Erkenntnisse zufolge sind Sexismus zu Lasten von Männern und Klassismus zu Lasten ärmerer Menschen die wirkungsstärksten Vorurteile von allen:

Neue Forschungsergebnisse belegen, dass Menschen im Allgemeinen eine positive implizite Voreingenommenheit gegenüber Frauen und eine negative implizite Voreingenommenheit gegenüber Männern sowie eine ähnliche, aber weniger konsistente implizite Voreingenommenheit zugunsten von Menschen aus höheren sozialen Schichten haben.

(…) Die Forscher führten vier Studien über intersektionelle implizite Voreingenommenheit durch. [Studienleiter Paul] Connor und seine Kollegen analysierten (…) die Daten aus den Studien 2 bis 4, um zu untersuchen, ob sich die Muster der Ergebnisse zwischen den verschiedenen Untergruppen der Befragten unterschieden. Sie fanden heraus, dass alle Untergruppen der Befragten eine Voreingenommenheit zugunsten von Frauen und gegen Männer sowie eine Voreingenommenheit zugunsten der Oberschicht und gegen die Unterschicht aufwiesen, wobei Frauen eine stärkere Voreingenommenheit gegenüber der sozialen Schicht zeigten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Ausmaß der impliziten Voreingenommenheit zwar zwischen den demografischen Gruppen variieren kann, die Grundrichtung dieser Voreingenommenheit jedoch stabil bleibt.

"Unser wichtigstes Ergebnis war, dass vor allem das Geschlecht der Zielpersonen für die impliziten Reaktionen ausschlaggebend war, nicht die Hautfarbe das Alter oder die soziale Schicht", so Connor gegenüber PsyPost. "Insbesondere fanden wir heraus, dass pro-weibliche und anti-männliche Vorurteile viel mehr Variationen in den Antworten der Teilnehmer erklärten als jede andere Art von Vorurteil. Das war überraschend, denn es gibt kaum frühere Arbeiten auf unserem Gebiet, die uns dazu veranlasst hätten, vorherzusagen, dass das Geschlecht in dem Maße dominieren würde, wie es der Fall war."

(…) "Wenn ich mit Leuten über diese Arbeit spreche, fragen sie oft, ob andere in der akademischen Gemeinschaft negativ auf die Ergebnisse reagiert haben", fügt Connor hinzu. "Und ich verstehe die Frage, denn seit ich mit dieser Arbeit begonnen habe, habe ich ein gewisses Zögern verspürt, die Ergebnisse zu veröffentlichen. Aber ich muss sagen, dass praktisch alle, von den Herausgebern über die Gutachter bis hin zum akademischen Publikum, sehr aufgeschlossen und bereit waren, sich mit diesen Daten auseinanderzusetzen, selbst wenn sie überraschend waren oder den Vorurteilen einiger Leute widersprachen. Das war eine sehr willkommene und angenehme Überraschung."


Beim gegenwärtigen Zeitgeist kann ich keinem Wissenschaftler einen Vorwurf machen, der sich Sorgen macht, ob seine Erkenntnisse darüber, dass Männerfeindlichkeit alle anderen Vorurteile und Abneigungen in den Schatten stellt, schiefe Blicke ernten könnten. Für linke Männerrechtler und für Klassismusforscher könnte es trotzdem eine reizvolle Aufgabe darstellen, zu untersuchen, wie Ressentiments gegen Männer und Ressentiments gegen de unteren Schichten miteinander verbunden sind.

Davon abgesehen müsste eigentlich all die Forschung, über die Genderama immer wieder berichtet, Bestandteil des Faches Genderstudien sein. Da sie aber nicht den Mythos der unterdrückten Frau stützt, ist damit wohl kaum zu rechnen.



2. Über eine weitere Studie berichtet die Süddeutsche Zeitung:

Männer weinen heimlich, hat der Grönemeyer, Herbert mal gesungen. Das mag so sein, und vermutlich bleibt das aus einem schlichten Grund auch weiter so: Stimmen Männern öffentliche Klagen darüber an, dass sie es auch ein bisschen schwer haben, stoßen sie im günstigsten Fall auf Desinteresse. Jetzt stellt euch nicht so an, heißt es dann oft sinngemäß in sozialen Medien. In diesem Sinne lässt sich auch eine Studie interpretieren, die gerade Psychologen um Maja Graso von Universität Groningen in der Fachzeitschrift Archives of Sexual Behavior publiziert haben. Ziehen Maßnahmen, von denen am Ende alle oder wenigstens viele profitieren, Kollateralschäden nach sich, gilt dies vor allem dann als akzeptabel, wenn diese Nachteile Männer treffen. Und vor allem sind es offenbar Frauen, die so denken.

Die Psychologen um Graso legten ihren insgesamt mehr als 600 Probanden kurze Schilderungen sozialer Interventionen vor, die diese bewerten sollten. Dabei ging es zum Beispiel darum, das Arbeitsklima in einem großen Betrieb zu verbessern, Menschen mit chronischen Schmerzen zu helfen oder schwache Schüler zu unterstützen. Stets zogen die Maßnahmen allerdings Kosten nach sich, so wie es auch im echten Leben ist: Nicht ist umsonst und wenn der Preis nur in verstärkter Anstrengung besteht. Die Studienteilnehmer mussten schließlich angeben, wie akzeptabel die geschilderten Maßnahmen seien.

Die männlichen Probanden machten ihr Urteil im Durchschnitt nicht davon abhängig, ob die Kollateralschäden Männer oder Frauen trafen. Sie fanden in der Regel beides akzeptabel, wenn dafür ein höheres Gut beziehungsweise ein wünschenswertes Ziel erreicht würde. Das Urteil der Frauen fiel anders aus: Sie fanden es im Durchschnitt deutlich weniger akzeptabel, wenn Frauen die Kosten oder Kollateralschäden zu tragen hatten. "Männer zeigten keinen derartigen Gender-Bias", schreiben die Autoren um Graso. Nur in einer Variante der Experimente waren sich Frauen und Männer weitgehend einig: Ging es um Kinderbetreuung oder die Pflege von Alten oder anderen vulnerablen Personen, galt es allen im Durchschnitt als weniger akzeptabel, wenn Frauen die Kosten dafür zu tragen hatten, dass sich etwas zum Positiven ändert.

Frauen und Kinder zuerst: Das gilt also wohl nicht nur im Fall von Schiffsunglücken. Generell, so die Forscher um Graso, hätten Männer mit wenig Mitleid zu rechnen. In Studien zum berühmten Trolley-Problem - um mehrere Menschen zu retten, muss aktiv eine einzelne Person geopfert werden - zeigen Probanden weniger Skrupel, einen Mann als eine Frau dem Tod zu überlassen. Andere Studien zeigen, dass Männer im Vergleich zu Frauen härtere Strafen für die gleichen Vergehen bekommen und es in Notlagen auch weniger wahrscheinlich ist, dass ihnen geholfen wird. Das alles lege nahe, dass Kollateralschäden auch dann eher als akzeptabel gelten, wenn Männer diese zu tragen haben, so das Team um Graso.

Aber warum wird diese Ansicht in der aktuellen Studie fast exklusiv von Frauen vertreten? "Zahlreiche Studien belegen, dass Frauen einen stärkeren In-Group-Bias zeigen als Männer", schreiben die Psychologen. Frauen bevorzugen ihre Geschlechtsgenossinnen demnach stärker als Männer das ihrerseits untereinander machen. Zudem sei das Stereotyp verbreitet, so die Psychologen, dass Frauen ohnehin eher Opfer seien. Und wer unter Beifall darüber klagen kann, wie schwer man es immer hat, ist natürlich nicht bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Auch dann nicht, wenn dies zu einem höheren Zweck geschehen soll.


Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich ein Lexikon der feministischen Irrtümer herausgebracht habe, obwohl ich Männerrechtler bin und kein Antifeminist. Man muss erst mal den Mythos aus dem Weg räumen, dass Frauen leidende, unterdrückte Opfer in unserer Gesellschaft sind, bevor bei vielen Menschen der Blick auf die berechtigten Anliegen von Männern überhaupt erst frei wird.

(Andere Gründe für dieses Lexikon sind, dass es auch Frauen nicht hilft, wenn eine Politik auf der Basis falscher Grundannahmen gestaltet wird und dass nach dem Zeitalter der Aufklärung Wissenschaft Vorrang vor überzeugtem Glauben haben sollte.)



3. Wir bleiben beim Thema Männerfeindlichkeit: "Der deutsche Vater ist ein Versager!" wettert die Feministin Bascha Mika in der Frankfurter Runschau. Die Kommentare unter der Hetze sind lesenswert.



4. Boris von Heesen, Autor des Männer-Bashing-Buchs "Was Männer kosten" wurde als Ehrenmitglied im Bundesforum Männer aufgenommen. Dann ist dasselbe bei Bascha Mika wohl auch nur eine Frage der Zeit.



5. Die linken Nachdenkseiten beschäftigen sich damit, wie die ZDF Frank Schätzings Bestseller "Der Schwarm" für die Verfilmung umgeschrieben hat:

So wurden in der Verfilmung sämtliche im Buch prominenter vorkommenden weißen Männer gecancelt. Der norwegische Protagonist Sigur Johanson, der im Buch als in die Jahre gekommener Biologieprofessor beschrieben wird, wird vom deutlich jüngeren und farbigen schwedischen Schauspieler Alexander Karim gespielt – Änderungen am Plot inklusive. (…) Dafür haben die Macher zweifelsohne ein Herz für Frauen. Zahlreiche im Buch männliche weiße Charaktere sind im Film plötzlich weiblich und als ob das noch nicht reichen würde, erfanden die Drehbuchautoren gleich mit der Doktorandin Charlie Wagner eine weiße, weibliche Protagonistin hinzu. Wir lernen: In der Wissenschaft – denn in diesem Milieu spielt "Der Schwarm" ja hauptsächlich – gibt es keine weißen Männer.




6. Die Tagespost hat Alexander Marguier zu seinem Buch "Die Wokeness-Illusion: Wenn Political Correctness die Freiheit gefährdet" interviewt. Ein Auszug aus dem Gespräch:

Tagespost: Bei der neuen "Meldestelle für Antifeminismus" können frauenfeindliche Vorfälle gemeldet werden. Sind wir auf dem Weg in eine denunziatorische Gesellschaft?

Alexander Marguier Da sind wir längst. Das ist die logische Folge dessen, wovor viele in den letzten Jahren die Augen verschlossen haben. Mit gesellschaftlichen Veränderungen verhält es sich nicht so, dass ich heute ins Bett gehe und morgen wache ich in einer autoritären Gesellschaft auf. Nein, man öffnet eine Schleuse, danach die nächste ... Die Meldestelle ist die logische Fortsetzung einer Entwicklung, die ganz klar zeigt, dass die persönliche Freiheit ohne jede gesetzliche Grundlage eingeschränkt werden soll. Sie stuft als antifeministisch ja bereits ein, wenn man Dinge, die vom linksgrünen Milieu als modern und alternativlos propagiert werden, kritisch hinterfragt.




7. Die Tagesschau berichtet, wo schwule Flüchtlinge in Deutschland Schutz finden.



8. Ein Berliner Vater ist mit seinem Eilantrag gegen das Gendern an Schulen gescheitert.



9. Harald Marteinstein hat sich in der "Zeit" ebenfalls mit den "alten weißen Männern" beschäftigt (Bezahlschranke). Ein Auszug:

Vor einer Weile habe ich für das ZEITmagazin einen Essay über das Altwerden geschrieben, die ZEIT veröffentlichte einige Leserbriefe. Einer davon stammte von einem Mann, der sich als 32-Jähriger outete und im Ganzen nicht unfreundlich war. Ein Satz fiel mir besonders auf. Meine Perspektive sei, dies dürfe er doch wohl unterstellen, "die eines älteren weißen Mannes, der insgesamt ein privilegiertes Leben geführt hat". Dies habe ihn voreingenommen gemacht.

(…) Dieser Mensch, dachte ich weiter, hat in den Medien so oft die dortigen Standardformulierungen "alte weiße Männer" und "Weiße Männer sind privilegiert" in abwertendem Zusammenhang gelesen, dass er gar nicht mehr darüber nachdenkt. So funktioniert Konditionierung. In Wirklichkeit ist der Satz "Weiße Männer sind privilegiert" ebenso unterkomplex wie der Satz "Schwarze sind musikalisch".

Was heißt überhaupt "privilegiert"? Bessere Startchancen? Für Jungs und Männer aus der Unterklasse gilt das nicht, und das sind nicht wenige. Jede Professorentochter ist privilegierter als jeder Sohn eines Langzeitarbeitslosen. Vielleicht meint "privilegiert" aber auch nur, dass man am Ende oben angekommen ist, was einige Vorteile mit sich bringt. Hat das in manchen Fällen nicht doch ein wenig mit Leistung zu tun? Es gibt so viele weiße Männer, und so wenige schaffen es. Und so viele landen im Obdachlosenheim.

Die Frauen werden bald merken, dass auch von ihnen nur wenige es schaffen, egal, wie hoch die Quote ist. Auf dem Sonnendeck wird nie unbegrenzt Platz sein. Und es ist meistens ein bisschen Glück nötig, um aufs Sonnendeck zu kommen, sogar für die Professorenkinder. Skrupellosigkeit hilft natürlich auch.

Der "alte weiße Mann", der sich gegen die zum Klischee minderbegabter Autor*innen gewordene Herabsetzung seiner Identität wehrt, gilt als selbstmitleidig. Frauen oder queere Menschen, die herabgesetzt werden, gelten nicht als selbstmitleidig. Sie können womöglich sogar erreichen, dass jemand gefeuert wird.

Deswegen lehne ich die woke Ideologie ab. Sie sortiert Menschen in gut und böse, schutzbedürftig und verdammenswert, genau wie die religiösen Fanatiker. Das wird niemals mehrheitsfähig sein. Von dem Philosophen John Rawls stammt die Erkenntnis, dass jede Norm "unparteilich begründet" sein muss, um von der Mehrheit akzeptiert zu werden. Weil diese Ideologie auf faire Weise nie mehrheitsfähig werden kann, sind ihre Vertreter so oft darauf bedacht, die anderen zum Schweigen zu bringen.




10. In Großbritannien wird ein neues Gesetz vorbereitet, das die bereits verbotene sexuelle Belästigung auf der Straße (jemandem folgen, jemandem Hinterher-Pfeifen etc.) zum Verbrechen mit einer drohenden Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren erklärt. Ein Politiker zeigte sich über die aktuelle Entwicklung besorgt, berichtet die Nachrichtensendung "Sky News":

Der erfahrene Hinterbänkler Sir Christopher Chope nutzte die heutige Debatte, um eine Reihe von Änderungsanträgen zu dem vorgeschlagenen Gesetz einzubringen, und sagte, dass Diskussionen über das Thema zu psychischen Problemen bei Männern beitragen könnten.

Nachdem er gesagt hatte, er wolle "sicherstellen, dass die Tatsache betont wird, dass dieses Gesetz für Männer und Frauen gleichermaßen gilt", fügte Sir Christopher hinzu: "Der Grund, warum ich glaube, dass dies im Moment sehr wichtig ist, ist die wachsende Überzeugung von [Psychiatrie-]Experten... über die Auswirkungen der so genannten Sexualpolitik auf junge Männer."

Er zitierte ausführlich aus einem Artikel der Zeitschrift Spectator und sagte, dass Männer "routinemäßig als von Natur aus gefährlich, aggressiv, animalisch und unfähig, ihre eigenen Instinkte zu kontrollieren" dargestellt würden und dass Jungen in den Schulen jetzt als "potenzielle Perverse" angesehen würden.

Er sagte auch, dass Jungen nach der COVID-Sperre "in diese leicht hysterische Atmosphäre kommen - nicht anfassen, das ist unangemessen, das ist ein Angriff - und sie werden als schuldig behandelt, bis ihre Unschuld bewiesen ist".

Und er behauptete, "arbeitslose" Männer würden "fast entmutigt oder eingeschüchtert, damit sie nicht auf die Straße gehen, um nicht nur keine Arbeit finden, sondern auch keine Freundin".

Der Tory-Abgeordnete sagte: "Es scheint, dass wir nicht in der Lage sind, zwei Begriffe in unseren Köpfen zu behalten - dass sexuelle Übergriffe schlecht sind und dass es auch schlecht ist, Männer als angeborene Sexualstraftäter zu behandeln. Eine begründete Sorge über Übergriffe scheint sich in eine institutionelle Männerfeindlichkeit verwandelt zu haben".

Sir Christopher fügte hinzu: "Es fehlt die Einsicht, dass, wie bei allen Verbrechen, der Anteil der Täter verschwindend gering ist und das schreckliche Verhalten einiger weniger zur Misshandlung aller führt. Die Folgen von all dem sind: Wir sollten sehr vorsichtig mit unserer Sprache sein, dass sich die ohnehin schon schlechte Situation in Bezug auf die psychische Gesundheit von Jungen und jungen Männern nicht noch weiter verschlechtert."




Samstag, März 25, 2023

Correctiv & Süddeutsche keilen gegen Väterrechtler: "Die Spur führt ins Maskulinisten-Milieu"

1. In einem Beitrag des Netzwerks "Correctiv" und der Süddeutschen Zeitung geht es zunächst darum, dass Gerichte Müttern bei einer Scheidung ihre Kinder wegnähmen (also ihr Umgangs- und Sorgerecht eingeschränkt wird), wenn diese Frauen häusliche Gewalt und Missbrauch schilderten. Als Beleg führt der Beitrag die mehrfach als unwissenschaftlich zerpflückte (siehe hier und hier) "Studie" des Soziologen Wolfgang Hammer an.

Der Artikel schießt in seinem Verlauf zunehmend polemisch gegen Positionen der Väterrechtler, die das überholte Motto "das Kind gehört zur Mutter" bei Scheidungsfällen hinterfragen. Die Binse etwa, dass ein Elternteil dem früheren Partner häufig das gemeinsame Kind entfremdet, wird folgendermaßen ins Zwielicht gerückt:

Das sogenannte Elterliche Entfremdungssyndrom PAS ist heftig umstritten. Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Psychologen Richard A. Gardner, der auch dafür warb, Kindesmissbrauch als normal zu akzeptieren statt den Täter zu verurteilen; Kinder wollten Geschlechtsverkehr und "können den Erwachsenen verführen".


Nun wird das Thema Eltern-Kind-Entfremdung inzwischen breit diskutiert, und es gibt dazu lesenswerte und sachliche Beiträge. Der zitierte Absatz in dem Artikel von Correctiv und Süddeutscher Zeitung bereitet allerdings eine umfassendere Attacke auf Menschen vor, die für die Rechte von Vätern und anderen Männern eintreten. So heißt es dort weiter:

Solche Konzepte verbreiten sich nicht zufällig, es gibt Gruppen, die sie vehement propagieren: Anfang des Jahres rief ein Bündnis aus mehreren Gruppen in einer Aktion mit dem Titel "Genug Tränen" dazu auf, "Elterliche Entfremdung" als Form von psychischer Gewalt gegen Kinder anzuerkennen, ins Strafgesetzbuch aufzunehmen und bei der Ausbildung von Familienrichtern verpflichtend mit einzubeziehen. Hinter dem Bündnis stehen mehrere Väterrechtsgruppen, darunter auch Akteure mit Verbindungen ins Maskulinisten-Milieu.


Der korrekte Begriff lautet "Maskulisten": eine Bewegung für Menschen- und Bürgerrechte, der es darum geht, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen zu Lasten von Männern anzugehen und so unterschiedliche Probleme anzugehen wie häusliche Gewalt gegen Männer, Benachteiligung von Jungen in der Schule, Obdachlosigkeit, sexistische Justiz, einseitige Gesundheitspolitik, sexuelle Gewalt gegen Männer im Krieg, Genitalverstümmelungen, Schwulenfeindlichkeit und vieles mehr. All das erfährt man aus dem Beitrag von Correctiv und der Süddeutschen allerdings nicht einmal im Ansatz. Dort heißt es stattdessen:

Maskulinisten sind selbsternannte Männerrechtler. Sie halten Männer für das eigentlich unterdrückte Geschlecht, bestreiten strukturelle Benachteiligungen von Frauen und verbinden ihre Forderungen mit antifeministischen Ressentiments – und bisweilen mit offenem Frauenhass.


Dass Männer inzwischen stärker benachteiligt sind als Frauen, sobald man diese Benachteiligungen erst mal zur Kenntnis nimmt, ist wissenschaftlich belegt. Der Mythos, Frauen seien strukturell benachteiligt, wurde gestern von einem Soziologen auf Spiegel-Online demontiert. Und der Frauenhass an den Rändern der maskulistischen Bewegung spiegelt den Männerhass im Mainstream des feministischen Milieus.

In den folgenden Abschnitten wird als Kronzeuge gegen Väterrechtler Thomas Gesterkamp angeführt:

"Das ist eine sehr heterogene Gruppe", sagt er. "Ich würde sagen, verbitterte, enttäuschte Väter werden wie beim Rattenfänger von Hameln vereinnahmt von rechten Väterrechtlern."

Ein Beispiel ist der Verein "Forum soziale Inklusion" (FSI). Der Name klingt harmlos, dahinter steckt offenbar Kalkül: Gesterkamp nennt das "Maskulinisten-Mimikri". Das heißt: Diese Initiativen verstecken ihre antifeministischen Positionen hinter weichen, fast progressiv klingenden Begriffen. Und sie suchen systematisch Einfluss auf die Politik.

Das FSI ist im Lobbyregister des Bundestages erfasst: Wie es aussieht, pflegen die Väterrechtler gute Kontakte zur CSU, zur AfD und zur FDP. 2020 beschloss die Große Koalition, dass das FSI 400.000 Euro Fördermittel erhalten sollte – dafür hatte ein CSU-Politiker gesorgt. Später allerdings verhinderte das Bundesfamilienministerium eine Auszahlung der Gelder.


Selbstverständlich wird das von Correctiv und der Süddeutschen mit keiner Silbe als Skandal benannt. Zielscheibe des neuen Verlautbarungsjournalismus ist nicht mehr die Regierung, sondern kleine NGOs wie Manndat und FSI. Verrückterweise wird gerade, dass man dem Forum Soziale Inklusion nichts vorwerfen kann, verwendet, um es rhetorisch ins Zwielicht zu rücken. Es erscheint als besonders gefährlich, denn dort verstecke man seine – unterstellte – "wahre Einstellung" besonders gut.

Nach außen wirkt der FSI gemäßigt. Allerdings scheint Gründer Gerd Riedmeier Verbindungen in trübe Bereiche zu pflegen: So war Riedmeier Sprecher der IG Jungen, Männer und Väter, zu der unter anderem auch der Verein Manndat gehörte, der von einer "generellen Hasskultur gegen Männer" phantasiert und den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider im Interview verbreiten ließ: Es drohe ein "beschleunigter Verfall mit ‚Schwachsinnsbegriffen‘ wie ‚Regenbogenfamilie‘ oder ‚Patchworkfamilie‘".


Zu der Frage, ob eine "Hasskultur gegen Männer" eine reine Phantasie ist, kann sich jeder ein eigenes Urteil bilden. MANNdat über die Äußerungen eines Interviewpartners anzugehen (MANNdat befragte Vertreter unterschiedlicher Parteien bis hin zur "Linken"), ist allerdings irre: Nach der verqueren Logik, mit der Correctiv und Süddeutsche Zeitung Gerd Riedmeier attackieren, könnte man jedem, der mit Journalisten zusammenarbeitet, die schon mal ein AfD-Mitglied interviewt haben, nachsagen, er "pflegte Verbindungen in trübe Bereiche". Wie abenteuerlich soll das noch werden? Gibt es keine redaktionelle Endabnahme mehr, die über solche Artikel mal drüberschaut?

Im Beitrag von Correctiv und Süddeutscher geht es jetzt nur noch um Stimmungsmache:

Riedmeier trat auch als Mitveranstalter beim "Deutschen Genderkongress" 2015 auf, einem Vernetzungstreffen von Väterrechtlern, Anti-Gender-Aktivisten und anti-feministischen Organisationen wie dem Hetzportal Wikimannia.


Die Person, die die Website "Wikimannia" führt, ist auf dem Kongress nicht aufgetreten. Was aber ist das Problem bei "anti-feministischen Organisationen"? Beteuert derzeit nicht sogar die Meldestelle Antifeminismus immer wieder, dass Kritik an feministischen Positionen eine legitime Haltung sei?

Ebenfalls mit dabei beim "Deutschen Genderkongress" war auch: die Bundesvereinigung Liberale Männer, die der FDP nahesteht. Im Vorstand ist der FDP-Politiker Sebastian von Meding, dessen Firma im Impressum der Website des Gender-Kongresses steht. Meding antwortet nicht auf Anfrage dazu, sondern droht mit einer Klage auf Schadenersatz.


Hier hätte ich schon gerne genauer gewusst, gegen was konkret Meding mit einer Klage gedroht haben soll: wohl kaum gegen eine bloße Anfrage hin.

Nach Einschätzung von Experten dringen die Positionen der Väterrechtler über die Liberalen Männer in die FDP vor.


"Nach Einschätzung von Experten, die so anerkannte Fachleute sind, dass wir sie hier unmöglich namentlich nennen können …"

Eine ihrer Kernforderungen hat sich die FDP bereits zu eigen gemacht: Die Partei hat sich dafür ausgesprochen, das sogenannte Wechselmodell als Standard festzulegen, also dass die Kinder je die Hälfte ihrer Zeit bei Vater und Mutter leben. In gleichberechtigten Beziehungen mag das eine gute Lösung sein. Für Opfer von häuslicher Gewalt aber könnte ein solcher Leitgedanke den Rechtfertigungsdruck noch erhöhen. Deswegen lehnen Grüne und Linke das Modell als Standardlösung ab.


Womit wir endlich beim Ziel dieser abenteuerlichen Achterbahnfahrt angekommen sind: Es geht gegen das Wechselmodell, also gleichberechtigte Sorge beider Eltern nach ihrer Trennung. Außerdem stört Gerd Riedmeier mit seinem integrativen Ansatz. Riedmeier stört so richtig, weil man ihn nicht einfach als rechten Polterer abtun kann, man sich vom Totschweigen als Strategie aber auch nichts mehr verspricht.

Zuletzt bleiben Correctiv und Süddeutscher noch eines zu melden:

Die FDP distanziert sich auf Anfrage von den Liberalen Männern: Man "weise darauf hin", dass der Verein "keine Vorfeldorganisation der FDP" sei. Mögliche Nähen des Vereins zu anderen Gruppen oder Positionen seien nicht bekannt und "für die FDP irrelevant."


Die FDP ist ja nun in den letzten Jahren generell nicht mehr durch die männer- und väterfreundlichen Positionen aufgefallen, mit denen sie ca. 2014 bis 2017 noch versucht hatte, Wähler für sich zu gewinnen. Warum diese Partei aber gegen die eigenen liberalen Unterstützer keilt, offenbar in der verzweifelten Hoffnung, dann endlich von den Leuten gemocht zu werden, die begeistert mit Slogans wie "Fuck AFDP" herumholzen, wird das Geheimnis dieser Partei bleiben. Mit dieser Strategie ist es kein Wunder, dass sie aus einem Landtag nach dem anderen fliegt.

Grundsätzlich scheint das Motto dieses Artikel zu sein, ordentlich mit Dreck zu werfen, weil bestimmt irgendetwas hängen bleiben wird. Letztlich beschmutzt sich dadurch allerdings das Netzwerk "Correctiv", von dem ich zuvor einen ganz guten Eindruck hatte, lediglich selbst.



2. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Eine kleine Richtigstellung zu Ihrem letzten Beitrag auf Genderama zur Einstellung der Ermittlungen gegen Justin Roiland wegen häuslicher Gewalt: Natürlich ist klar, dass Roiland, was die Vorwürfe der häuslichen Gewalt angeht, als unschuldig gilt, solange er in keinem Prozess verurteilt wurde. Seine Kündigung bei AdultSwim und anderen Arbeitgebern gründete sich jedoch nicht, wie ihn Ihrem Beitrag impliziert, allein auf dieses Ermittlungsverfahren, sondern auch darauf, dass er in mindestens einem Fall einer zu dem Zeitpunkt minderjährigen Twitter-Userin persönliche Nachrichten mit pädophilem Inhalt geschickt hatte. Selbst wenn die Vorwürfe der häuslichen Gewalt nicht stimmen, so wäre das trotzdem noch ein ausreichender und nachvollziehbarer Grund für jeglichen Arbeitgeber, die Geschäftsbeziehung zu ihm sofort zu beenden.




Freitag, März 24, 2023

Overton-Magazin: Schockierend viele Männer werden Opfer sexueller Gewalt

1. Inzwischen habe ich die ersten 50 Presseexemplare meines Buchs "Sexuelle Gewalt gegen Männer" mithilfe eurer finanziellen Unterstützung verschickt. Ein erstes Medienecho für das Buch gibt es durch das linke "Overton Magazin" (vermutlich nach dem "Overton-Fenster" benannt). Für einen dort veröffentlichten Beitrag habe ich Teile des Vorworts und des ersten Kapitels meines Buchs zusammengeführt. Dieser Beitrag ist allerdings keinem meiner versandten Presseexemplare zu verdanken, sondern meinen Kontakten zum (ebenfalls linken) Frankfurter Westend-Verlag, der für das Overton-Magazin verantwortlich zeichnet und bei dem vor mehreren Jahren eines meiner Bücher erschienen war.

Auf seiner Website stellt sich das Overton-Magazin so vor:

Das Overton Magazin versteht sich als Stimme gegen Debatteneinengung und Moralismus. Es hinterfragt die allgemeinen Narrative und ist dezidiert kein ideologisches Sprachrohr oder Verlautbarungsorgan, sondern fühlt sich der Aufklärung verpflichtet. Da auch hinter dem Overton Magazin Menschen stecken, wird es hier und da auch mal falsch liegen. Das ist aber auch in Ordnung, denn sich irren zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil der Wahrheitsfindung.


Ja, auch solche Linke gibt es immer noch. Wir sind nicht alle autoritär-totalitär und selbstgerecht gewoden. Einige von uns sind weiterhin liberal.



2. Der Soziologe Martin Schröder veröffentlicht in wenigen Tagen sein Buch "Wann sind Frauen wirklich zufrieden?" In einem Gastbeitrag für Spiegel-Online (Bezahlschranke) nennt er über lange Passagen Fakten und Argumente, wie sie seit Jahren Männerrechtler vertreten – etwa ich selbst in meinem Lexikon der feministischen Irrtümer - wofür wir ebenfalls seit Jahren angefeindet werden:

Es ist merkwürdig. Dass es jemandem gut geht, sollte kein Grund für Ärger sein. Doch stellt man wissenschaftlich fundiert fest, dass es Frauen gut geht, ist der Ärger groß. Dabei sind die Fakten eindeutig. Wertet man die besten Datenquellen wie pairfam oder das Sozio-oekonomische Panel aus, zeigt sich: Frauen sind mit ihrem Job genauso zufrieden wie Männer, sehen für sich selbst genauso hohe berufliche Aufstiegschancen, empfinden ihre berufliche Tätigkeit sogar als wertvoller und sinnvoller und fühlen sich beruflich genauso anerkannt wie Männer.

Wer also für gerechte Arbeitsbedingungen für Frauen kämpft, muss damit leben, dass eine Gruppe ihre Arbeitsbedingungen gar nicht besonders ungerecht findet: Frauen selbst.

Und damit haben Frauen Recht. Denn objektiv ist oft keine Benachteiligung mehr messbar, im Gegenteil: Nachdem Forscher in sechs Ländern für je sechs Berufe über 20.000 Bewerbungen verschickten, bemerkten sie: Frauen werden nicht seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, sondern eher öfter. Auch bei einigen Eliteberufen, die ein präzises Nachmessen erlauben, sind mittlerweile eher Frauen im Vorteil. Bei ansonsten gleichen Qualifikationen hat eine Frau beispielsweise eine etwa 40 Prozent höhere Chance, sich erfolgreich auf eine Professur in der Soziologie zu bewerben.

(…) Ja, niemand kann in Abrede stellen, dass Frauen etwa sechs Prozent weniger verdienen, die man bisher nicht anders erklären kann als mit ihrem Geschlecht. Doch fragt man die Frauen selbst, steht dahinter nicht ihre Diskriminierung, sondern ihre eigenen Präferenzen. So sahen Frauen laut den Daten des Sozio-oekonomischen Panels zuletzt beruflichen Erfolg auf einer Skala von 1 bis 4 um etwa 0,2 Punkte weniger wichtig an. Kleine Unterschiede in den Einstellungen, die aber zu den verbliebenen kleinen Unterschieden in den Ergebnissen passen. Weitere Berechnungen aus meinem neuen Buch zeigen, wie Frauen auch nur dann weniger als Männer verdienen, wenn sie es für wichtig halten, dass vorwiegend die Mütter sich um junge Kinder kümmern. Nicht äußere Diskriminierung, sondern eigene Wünsche scheinen also das unterschiedliche Arbeitsleben von Frauen zu erklären. Männer machen zudem öfter die Berufe, die ansonsten keiner machen will. So verdienen sie nicht nur etwas mehr, sondern sind auch Opfer in 19 von 20 tödlichen Berufsunfällen.

Im Privatleben zeigt sich das­selbe. Während Frauen immer noch als unterdrückt aufgrund der Pflegefalle, der Belastung durch Alltagsaufgaben oder der Karriere ihrer Partner dargestellt werden, zeigen Daten aus der Beziehungsumfrage pairfam, dass in Wirklichkeit mehr Frauen als Männer finden, in ihrer Partnerschaft ohne größere Einschränkungen machen zu können, was sie wollen. Auf einer Skala von 1 bis 5 stimmen Frauen dem rund einen halben Punkt stärker zu als Männer.

Umgekehrt meinen mehr Männer, dass sie sich für ihre Partnerin einschränken. Auf einer Skala von 1 bis 5 stimmen beispielsweise Männer um etwa einen Viertel Punkt stärker als Frauen zu, dass sie bereit sind, ihre Wünsche denen ihrer Partnerin zu opfern. Frauen sind auch minimal zufriedener mit ihrem Freizeit- und Familienleben und haben objektiv so viel Freizeit wie Männer.

Alles gute Nachrichten, sollte man denken. Doch mit kaum etwas erregt man so viel Ärger wie der messbar richtigen Behauptung, Frauen könnte es gut gehen, statt dass sie Opfer von Diskriminierung und Unterdrückung sind. Das Opfernarrativ ist aber auch für Frauen nicht mehr anziehend. So will sich mittlerweile nur etwa jede fünfte Frau als Feministin bezeichnen, obwohl fast alle Deutschen den berechtigten Anliegen des Feminismus zustimmen.


Puh. Bei so viel wissenschaftlicher Klarheit dürften bald das Meldeportal Antifeminismus und Vereine wie HateAid auf diesen Soziologen aufmerksam werden. Er kratzt wirklich massiv am Mythos von der benachteiligten Frau, der zigtausende Arbeitsplätze in der Gleichstellungsindustrie garantiert. Auch ein weiteres Argument von Kritikern der feministischen Ideologie bleibt nicht ungenannt:

Viel spricht dafür, dass Frauen nicht mehr mitmachen wollen, seit das Ziel der Gleich­berechtigung vom Ziel der Gleichstellung abgelöst wurde. Gleichberechtigung entspricht dem Ideal demokratischer, freiheitlicher Gesellschaften, wonach jeder das Recht haben sollte, sich frei zu entfalten. Doch wenn man Gleichstellung wirklich ernst nimmt, bedeutet sie etwas anderes: Männer und Frauen in die gleiche Stellung zu bringen.

Das scheitert jedoch an den unterschiedlichen Interessen von Männern und Frauen. Und diese werden umso unterschiedlicher, je gleich­berechtigter ein Land ist. Wer will, dass Frauen öfter Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, also sogenannte MINT-­Fächer, studieren, muss sich Algerien, Tunesien, Albanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei als Vorbild nehmen. Denn nirgendwo ist der Anteil von MINT-Absolventinnen höher.

Und wer hingegen vermutet, dass patriarchale Strukturen Frauen abhalten, diese Fächer zu studieren, muss Finnland, Norwegen und Schweden für die schlimmsten Gesellschaften halten. Denn nirgendwo studieren Frauen seltener MINT-­Fächer. Das Muster dahinter ist verallgemeinerbar: Interessen und Einstellungen von Männern und Frauen unterscheiden sich umso mehr, desto mehr Gleichberechtigung es gibt.

Eine Überblicksstudie im "International Journal of Psychology" hält den Forschungsstand zu diesem sogenannten Gleichberechtigungsparadox wie folgt fest: "Wenn Männer und Frauen die ähnlichsten Geschlechterrollen haben, die ähnlichste Geschlechterrollensoziali­sation erfahren haben und die größte gesellschaftspolitische Geschlechtergleichheit erleben, sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Persönlichkeit fast ausnahmslos am größten."


Spiegel-Online veröffentlicht also dann die Einsichten von Feminismuskritikern ("Antifeministen"), wenn ein anerkannter Soziologe sie wiederkäut: Was der Pöbel von sich gibt, wird geadelt, sobald es ein Menschen mit hohem Rang übernimmt. Es kommt offenbar weniger darauf an, was gesagt wird, sondern wer es sagt.

Martin Schröder vertritt in seinem Beitrag sogar ungeniert liberale Positionen:

Umso mehr sie also die Freiheit haben zu leben, wie sie wollen, desto unterschiedlicher wird das Leben von Männern und Frauen und desto mehr Zwang wird nötig, um sie trotz unterschiedlicher werdender Interessen, Einstellungen und Entscheidungen dann doch wieder gleichzustellen. Genderstudies und Feminismus betonen gern, wie wichtig Diversität ist. Doch sobald Diversität bedeutet, dass Frauen und Männer nicht immer gleich leben wollen, finden sie Diversität auf einmal nicht mehr so gut.

Das ist illiberal. Denn es gesteht Menschen nicht die Freiheit zu, so zu leben, wie sie möchten. Stattdessen vermutet der illiberale Feminismus, er wüsste besser, was richtig für Frauen und Männer ist, als diese selbst. So ist der illiberale Feminismus zum Feind der Gleichberechtigung geworden. Denn es besteht ein Gegensatz zwischen dem Ziel der Gleichberechtigung, die allen Menschen dieselben Rechte zugesteht, um zu leben, wie sie möchten und Gleichstellung, bei der Männer und Frauen mit Argwohn betrachtet werden, wenn sie genau das tun und deswegen nicht identisch leben.

(…) Betrachtet man alle Bereiche, die nicht zu 50 Prozent mit Frauen oder Männern besetzt sind, mit Argwohn, geht man eine gefährliche Wette ein: Man wettet, dass alle Unterschiede zwischen Männern und Frauen nur dadurch erklärbar sind, dass erwachsene Menschen nicht über ihr eigenes Leben entscheiden können. Stattdessen unterstellt man, dass Menschen willenlose Opfer unsichtbarer patriarchaler Machtstrukturen sind, die man umerziehen und gleichstellen muss, bis sie denken und leben, wie man es selbst für richtig hält. Ähnlich wie es früher Soziologen taten, die sich nicht vorstellen konnten, dass Arbeiter in Westdeutschland recht zufrieden mit ihrem Leben waren, statt sich ausgebeutet zu fühlen, unterstellt man Menschen ein falsches Bewusstsein. Das kann man machen. Aber es ist eben illiberal.


Erst gegen Ende seines Beitrags verhebt sich Martin Schröder ein wenig:

Kaum etwas scheint für uns schwerer zu akzeptieren, als dass es Frauen gut gehen kann. Immer noch wollen wir glauben, mittlerweile entgegen anderslautender Daten, dass Frauen es besonders schwer haben. Empfindet jemand sich tatsächlich als benachteiligt, muss man das selbstverständlich ernst nehmen. Und wer könnte in Abrede stellen, dass sexuelle Belästigung oder Gewalt in Partnerschaften vor allem Frauen trifft?


Jeder, der sich in diesen Bereichen ebenso gut auskennt, wie Martin Schröder in den Bereichen, mit denen er sich eingehend beschäftigt hat.

Das ist mir bei meiner Recherche zu feministischen Irrtümern generell aufgefallen. Immer wieder stößt man darauf, dass Fachleute in ihrem eigenen Feld feministische Glaubenssätze widerlegen, während sie Glaubenssätze in anderen Feldern unhinterfragt hinnehmen. So wie Martin Schröder hier argumentiert, argumentieren Gewaltexperten umgekehrt: "Es steht selbstverständlich außer Frage, dass Frauen im Berufsleben ganz erheblich diskriminiert werden, aber häusliche Gewalt trifft nun mal Männer ebenso stark wie Frauen." Jemand, der Mythen in beiden Bereichen demontiert, steht schnell als Frauenhasser am Pranger, und selbst beim Bundesforum Männer verdreht man gequält darüber die Augen, dass es so viel politisch inopportune Faktenliebe gibt.

Zuletzt kommt Schröder auf folgenden Punkt zu sprechen:

Und was macht es eigentlich mit Männern, wenn ihnen immer wieder erzählt wird, sie hätten unfaire Vorteile, obwohl sie in einer Welt leben, die aus Frauenförderprogrammen besteht, oft um Frauen auf Stellen zu hieven, auf die sie sich aus freien Stücken nicht beworben hätten? Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass Frauen vielleicht heute schon ihr Leben frei gestalten? Warum, mit anderen Worten, wollen wir Frauen unbedingt als Opfer sehen, obwohl sie sich gar nicht so fühlen?


Weil es so viele Menschen gibt, die sich für Fakten nicht interessieren, dass aus dem Frauen-sind-Opfer-Mythos ein lukrativer, massiv mit Steuergeldern geförderter Wirtschaftszweig geworden ist, dessen Profiteure sämtliche Kritiker einfach wegzubeißen versuchen.



3. Die Neue Zürcher Zeitung schlagzeilt "Mit Slogans wie «#KeinPlatzfürHass» verteilen europäische Politiker Millionenbeiträge. Sie fördern damit Leute, die selber Hass verbreiten." Der Artikel benennt fragwürdige Manöver der Regierung gegen ihre Bürger:

Professoren werden als Faschisten verleumdet, Aktivisten prangern Wissenschafter und Journalisten als Rassisten an. Statt diese Kultur des Verdachts und der Einschüchterung zu bekämpfen, wird sie von staatlichen Institutionen gefördert.


Fast zwangsläufig geht es in dem Artikel auch um die Meldestelle Antifeminismus:

Kürzlich hat die den regierenden Grünen nahe stehende [Amadeu-Antonio-Stiftung] einen kleinen Skandal provoziert, weil sie ein Online-Meldeportal für antifeministische Vorfälle eingerichtet hat. Denn um Frauenrechte, Gewalt oder Hasskriminalität geht es dabei nur zum Teil. Ähnlich wie die oben erwähnten Islamophobie-Forscher stellen die Stiftungsmitarbeiter Kritik an linksgrüner Ideologie faktisch auf eine Stufe mit körperlichen Übergriffen gegen Frauen. Wer Genderstudies als Geldverschwendung bezeichnet, Glottischläge für Unfug hält oder an einer Veranstaltung mit bekannten Anitfeminist*innen teilnimmt, kann anonym gemeldet werden. Nachdem Kritik an diesen Methoden laut geworden war, versicherte die Stiftung, die Daten würden anonymisiert verarbeitet. Man wolle "keine Meinungen" dokumentieren, sondern nur "antifeministische Vorfälle".

Gleichzeitig hält sie aber fest, dass sie "Angriffe auf Geschlechtergerechtigkeit sowie Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitiken" als "indiskutable Angriffe auf die Demokratie" betrachte. Sprich, die eigenen "Politiken" sind unantastbar, ihre Kritiker Feinde der Demokratie. Und bei allem Respekt vor der Anonymität behält sich die Stiftung vor, in ihren Lageberichten öffentliche Äusserungen von Politikern und Medienberichte zu zitieren, die sie für problematisch hält. Dass die bis 2022 amtierende Vorsitzende der Stiftung, Anetta Kahane, von 1974 bis 1982 für die DDR-Stasi politisch verdächtige Leute bespitzelt hat, sollte besser nicht thematisiert werden. Denn die Stiftung und ihre Verteidiger stellen die blosse Erwähnung dieser Tatsache unter Rechtsextremismus-Verdacht.




4. Eine Anklage wegen häuslicher Gewalt gegen Justin Roiland, einer der Urheber der beliebten Zeichentrickserie "Rick & Morty", wurde fallengelassen, da die Beweise fehlten. Die Frage ist, ob das Roiland noch etwas nutzt:

Die meisten seiner Jobs dürfte Justin Roiland inzwischen verloren haben oder von diesen Posten zurückgetreten sein. Nun folgt ein Update in der Sache, die abseits der Öffentlichkeit ihren Anfang vor knapp zwei Jahren nahm, als ihm häusliche Gewalt vorgeworfen wurde.

In einem Tweet erklärte Roiland, dass er gewusst habe, dass an diesen Vorwürfen nichts dran sei und deshalb hätte er keine Zweifel gehabt, dass dieser Tag kommen würde. Die Anklage sei fallen gelassen worden. Zugleich hätte ihn die Sache dennoch sehr mitgenommen. Vor allem hätte es ihn erschüttert, wie viele Leute so schnell über ihn gerichtet hätten, ohne die Fakten zu kennen und lediglich aufgrund der Anschuldigungen einer verbitterten Ex. Man hätte ihn übergangen und ihn "gecancelt". Dass dies, wenn vielleicht auch nur teilweise, funktioniert habe, sei eine Schande.

Nun, da die Sache rechtlich erledigt sei, wolle er sich dennoch auf die Zukunft konzentrieren und sich wieder seinen kreativen Projekten widmen, aber ebenso, seinen Namen reinzuwaschen.


Kurz nachdem die Anklage publik geworden war, hatte sich Adult Swim (der Heimatsender von "Rick and Morty") von Roiland getrennt. Hulu hatte ihn auch aus den Serien "Solar Opposites" und "Koala Man" entlassen.



5. Nur wenige Tage nachdem eine Mädchengruppe in Heide eine Mitschülerin stundenlang gequält hatte (Genderama berichtete), ist dort ein weiterer Vorfall bekannt geworden. So berichtete ein Mann von seiner 12-jährigen Tochter, die von einem Mitschüler Anfang des Jahres eine Morddrohung erhalten haben soll und anschließend von einem anderen Mädchen verprügelt worden sei.



6. Im bayrischen Ansbach sollen zwei Mädchen (13, 15) einen Lehrer attackiert und eine Schülerin krankenhausreif geschlagen haben. Laut der bayerischen Polizei wurden sie später in Nürnberg gefasst, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die ältere Täterin ist eine polizeibekannte Schlägerin.

Natürlich drehen Mädchen nicht gerade bundesweit durch. Es ist nur der Korken entfernt worden, der das Tabuthema Mädchengewalt in der Flasche gehalten hat.



7. Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet:

Die Schuldigen für das Aus der Credit Suisse (CS) waren in den letzten Tagen schnell gefunden: Es seien die hochbezahlten Manager in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat (VR) der Grossbank. Also mehrheitlich Männer, sollte man meinen. Doch jetzt weisen manche Stimmen darauf hin, dass der CS-VR aus fünf Männern aber sieben Frauen bestehe.


Huch, sind Frauen etwa keine besseren Menschen? Doch, daran hält Clivia Koch, CEO und Gründerin des Beratungsunternehmens Koch Pohl Consulting, im Gespräch mit der Zeitung fest:

Zahlen von 20 Minuten zeigen, dass das CS-Aus bei Lesern auf mehr Interesse stösst als bei Leserinnen. Warum? Frauen seien eher an Lösungen interessiert, wenn es darum gehe, das Management zu verbessern, vermutet Koch. Sie neigten dazu, Führungsfehler zu verzeihen. "Männer neigen hingegen dazu, sich über das Scheitern anderer zu freuen."




Donnerstag, März 23, 2023

Nürnberger Firma wegen Männerdiskriminierung verurteilt

1.
Ein männlicher Bewerber, dem eine Stelle mit der Begründung abgesagt wurde, die Tätigkeit sei "eher etwas für flinke Frauenhände", hat einen Anspruch auf Entschädigung. Das LAG Nürnberg sah eine Benachteiligung wegen des Geschlechts.


Die Legal Tribune berichtet.



2. Das Institut für deutsche Sprache in Mannheim machte erstmalig in seiner Geschichte die Rechtschreibung zum Thema seiner Jahrestagung. Für "Die Welt" berichtet darüber der Frankfurter Journalist Dankwart Guratzsch. Ein Auszug:

Auf der Mannheimer Tagung war es das Gespensterthema, das den so mühsam errungenen "Rechtschreibfrieden" bedrohte. Wer "gendert", also "Genderstern", Unterstrich, Doppelpunkt, Mediopunkt oder Schrägstrich verwendet, um hervorzuheben, dass nicht nur von einem, dem männlichen Geschlecht die Rede sein soll, sondern auch von Frauen und nicht-binären, "diversgeschlechtlichen" Personen, der kommt mit dem edlen Vorsatz der Rechtschreibreform ins Gehege, den "elaborierten Code" der alten Rechtschreibung zu überwinden und die Orthographie breiten Schichten verständlich zu machen. Denn dass die Genderzeichen der Vereinfachung der Schriftsprache und der Leselust dienen, ist selbst in Linguistenkreisen umstritten.

Auf der Mannheimer Konferenz gingen die Meinungen hierzu kreuz und quer durcheinander. Während Evelyn Ferstl und Damaris Nübling (Freiburg) "keine gravierenden Gründe gegen die Nutzung des Gendernsterns" erkennen konnten, verwies der Vertreter der deutschen Volksgruppe in Belgien, Professor Heinz Bouillon, auf die "großen Probleme", die Genderschreibweisen und der sogenannte Knacklaut insbesondere für mehrsprachige Länder heraufbeschwüren. Im Französischen seien Gendersterne unbekannt, ihre Übersetzung deshalb praktisch unmöglich. Zudem erschwerten unbekannte Schreibweisen das Erlernen der deutschen Sprache für Fremdsprachler und trügen dem Deutschen Nachteile in der Konkurrenz mit anderen Sprachen ein.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung, von den deutschsprachigen Ländern eingesetzt, die Entwicklung der deutschen Schriftsprache zu beobachten und die Regeln gemäß dem Schreibgebrauch "anzupassen", sieht sich in einem Dilemma. Geht es beim "Gendern" überhaupt um Orthographie, fragte der Ratsvorsitzende Josef Lange? Werde nicht vielmehr eine "gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Mitteln der Sprache ausgefochten"?

Für ein Land, in dem 12 Prozent der über 18-jährigen Deutschsprechenden nicht in der Lage sind, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben, ein Drittel der zehnjährigen Schüler nicht den orthographischen Mindeststandard erreicht (in Berlin 45 Prozent), und 20 Prozent der Migranten keinen Schulabschluss haben – für ein solches Land müsse das Erlernen der Sprache Priorität haben, nicht dessen Erschwerung. Das "Grundrecht auf Verständlichkeit" dürfe nicht verletzt werden.

Inzwischen freilich schießt die Entwicklung wild ins Kraut. Seit 1984 (Hessen) erlassen die Bundesländer auf eigene Faust Erlasse und Verordnungen, nach denen das generische Maskulinum (der Stimmbürger als Sammelbegriff für alle Geschlechter) im amtlichen Schriftgebrauch möglichst vermieden werden soll, desgleichen meist auch die Verwendung von Sonderzeichen wie Genderstern oder Doppelpunkt (Stimmbürger*innen), die dagegen einige (etwa Hamburg und Bremen Stimmbürger:innen) ausdrücklich erlauben.

In Sachsen darf das generische Maskulinum in Gesetzen und Rechtsverordnungen laut Kabinettsbeschluss seit 2020 generell nicht mehr verwendet werden, ebenso wenig in der Schweiz in allen "deutschsprachigen Texten des Bundes", während die Benutzung von Sonderzeichen in Sachsen verboten, in der Schweiz wie auch in Österreich zumindest in "Sparschreibungen" (Stimmbürger/-innen) zugelassen bleibt.

Die Duden-Redaktion, seit der Rechtschreibreform nicht mehr regelungsbefugt, erteilt dessen ungeachtet freimütig Auskünfte über Genderschreibweisen – was wiederum einzelne Berufsstände und Werbeagenturen nicht hindert, nach eigenem Gusto gleich neue geschlechtliche Zuordnungen vorzunehmen, allen voran der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, der seine Hauszeitschrift gequält modisch Die Architekt benennt.

Wird der Rat für deutsche Rechtschreibung (in dem der Vorsitzende Lange kein Stimmrecht hat) noch gehört? Er hat in zwei Verlautbarungen von 2018 und 2021 die Aufnahme von Sonderzeichen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen in das amtliche Regelwerk unmissverständlich abgelehnt. Sie beeinträchtige "die Verständlichkeit, Vorlesbarkeit und automatische Übersetzbarkeit sowie vielfach auch die Eindeutigkeit und Rechtssicherheit von Begriffen und Texten".

Dennoch verhandelt der Rat das Thema im kommenden Juli zum dritten Mal. Dabei ist die Sache klar. Wenn für Änderungen der Rechtschreibung der Schriftgebrauch maßgebend sein soll (und dafür wurde der Rechtschreibrat eingesetzt), kann weder das Sternchen noch ein anderes Sonderzeichen in die Regeln eingeführt werden. Punkt.




3. Die hohe Zahl junger Männer, die den Influencer Andrew Tate verehren, bleibt ein Medienthema. Punktuell ändert sich jedoch die Weise, wie man sich damit auseinandersetzt. Die britische BBC berichtet:

Eine Gruppe sagt, es sei ein "anderer Ansatz" nötig, um mit Jugendlichen über den umstrittenen Influencer Andrew Tate zu sprechen.

Bold Voices geht in Schulen und Colleges und bietet Workshops zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Ungleichheit und Gewalt an.

Die Gründerin Natasha Eeles sagt, ihr Team habe festgestellt, dass männliche Teenager Schwierigkeiten hätten, positive männliche Mentoren zu nennen.

Sie sagte, dass es nicht hilfreich sei, Tate einfach als "böse" abzustempeln, und dass dies junge Menschen abschrecken könnte.

(…) Frau Eeles sagte: Es ist wichtig, Andrew Tate nicht in eine "böse Schublade" zu stecken, "denn dann steckt man jeden jungen Menschen, der an das glaubt, was er sagt, ebenfalls in diese Schublade. Wir brauchen einen anderen Ansatz".

(…) Frau Eeles fuhr fort: "Es ist nicht unbedingt Andrew Tate als Person, die attraktiv ist, es ist das Fehlen anderer positiver männlicher Vorbilder. In diesem Mangel kann er einspringen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn man Jungen fragt, wer ihre Vorbilder sind, bekommen wir entweder fiktive Figuren oder sie haben keine."

Frau Eeles, die einen Master-Abschluss in Gender hat, sagte, dass Andrew Tate seit Juli 2022 in Gesprächen in Schulen aufgetaucht sei.

(…) Sie sagte, die Schüler hätten ein "ganzes Spektrum" von Ansichten geäußert, aber am häufigsten hätten Jungen im Teenageralter gesagt, sie fänden einiges von dem gut, was der Influencer sagt - aber nicht alles.

"Es gibt definitiv einen Trend, dass mehr Jungen ihn unterstützen - aber wir haben auch viele Mädchen getroffen, die genauso denken", berichtet Frau Eeles.


Ich sage mal: Bekommt die Männerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft und das Ignorieren der Probleme von Jungen und Männern in den Griff, und das Problem Andrew Tate löst sich von selbst.



Mittwoch, März 22, 2023

Aktivistin fordert Abschaffung der Ehe: Männer sollen Feminismus-Steuer zahlen

1. Die Berliner Zeitung berichtet:

Ist die Ehe noch zeitgemäß oder braucht die Gesellschaft ein neues, aktualisiertes Modell? Geht es nach der Politikwissenschaftlerin, Aktivistin und Autorin Emilia Roig, sollte diese Frage mit einem deutlichen Ja beantwortet werden. In einem Gespräch mit dem NDR spricht sich die Autorin ganz deutlich gegen die Ehe aus. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert die Abschaffung der Ehe, da diese "nach wie vor den finanziellen Interessen von Männern" diene.

(…) Zudem plädiert die Autorin für die Einführung einer „feministischen Lohnsteuer“. Frauen, denen nur ein geringes monatliches Einkommen zur Verfügung steht, sollen finanziell vom Staat unterstützt werden. Männer hingegen, denen ein hohes Einkommen zur Verfügung steht, geben monatlich einen Teil ihres Geldes ab.


Christian Schmidt zerpflückt Roigs Vorschläge gründlich in seinem Blog Alles Evolution.



2. Die Bayrischen Grünen fordern eine Frauenquote für den Landtag.



3. Nach dem Beschluss der umstrittenen Wahlrechtsreform fordert die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) eine weitere Änderung: eine Kandidatenaufstellung, die für Geschlechterparität sorgt. Die Union reagiert befremdet. Bas’ Aussagen seien "hochgradig irritierend" erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU) gegenüber der Presse. "Bei der Wahlrechtsreform schaute Frau Bas zunächst stillschweigend zu, wie die Ampelkoalition ihre umstrittenen Forderungen mit aller Macht durchdrückte, und nun kommt sie mit Vorschlägen um die Ecke, die bereits von zwei Landesverfassungsgerichten abgelehnt wurden."

Die Frankfurter Allgemeine erklärt noch einmal gründlich, warum die Forderung der Bundestagspräsidentin verfassungswidrig ist.

Die Neue Zürcher Zeitung wirft Bas politisches Versagen vor:

Angesichts der Wunden, die die Wahlreform ins Verhältnis von Regierung und Opposition geschlagen hat, wäre die Bundestagspräsidentin als Versöhnerin gefragt. Bärbel Bas, protokollarisch die Nummer zwei im Staate nach dem Bundespräsidenten, agiert jedoch wie eine linke Kulturkämpferin. Dem eigenen Anspruch, das Amt überparteilich zu führen, wird die SPD-Politikerin nicht gerecht. Ihre als "persönlicher Wunsch" deklarierte Forderung, zügig das nächste "Paket zum Wahlrecht zu schnüren", treibt die Spaltung vielmehr voran.

Bas will das Wahlrecht ab 16 Jahren einführen, die sogenannte Geschlechterparität forcieren und die Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre verlängern. Besonders die letzten beiden Reformen wären weitere Indizien dafür, dass die Angst vor dem Souverän um sich greift. Er soll künftig nicht nur identitätspolitisch genormte Listen vorgesetzt bekommen, sondern auch seltener wählen dürfen – auf das Risiko hin, dass sein direkt gewählter Volksvertreter gar nicht in den Bundestag einzieht und so seine Heimatregion nicht in Berlin vertreten sein wird. Wer die Demokratie wirklich stärken will, der muss den Wettbewerb stärken und nicht beschneiden.




4. "Als Ideologie ist die feministische Außenpolitik gefährlich" befinden zwei Autoren der "Welt". Das sind die Kerngedanken dieser Analyse:

Mit der Vorstellung der Feministischen Außenpolitik wird nicht allein mehr Diversität anvisiert, sondern einer im Kern staatsfeindlichen Denkschule die größtmögliche Bühne geboten. Die Feministische Außenpolitik sieht das Patriarchat als Ursprung aller internationalen Konflikte. Sie ist davon überzeugt, dass ein Patriarchat, personifiziert durch das Feindbild alte, weiße Männer, sich über die Jahrtausende ein Staatssystem gesponnen hat, von dem lediglich ein kleiner Machtzirkel profitiert. Deshalb ist das ausgerufene Ziel der Feministischen Außenpolitik, das bestehende System der internationalen Gemeinschaft von Nationalstaaten in Gänze abzuschaffen. Folgt man der Vorstellung, braucht es in Folge kein Militär mehr und die Gefahr von Kriegen zwischen Staaten wäre gebannt.

Diese Vorstellung ist wahrlich wünschenswert, gleicht aber mehr einer Utopie als einer konkreten Vision für ein Außenministerium. Diese Denkschule verkennt, dass gerade dieses Staatensystem Europa und die Welt im historischen Vergleich friedlicher gemacht hat.

Auch wenn es sich in Zeiten des russischen Überfalls auf die Ukraine falsch anfühlt: Unser Staatensystem, das die Feministische Außenpolitik abschaffen möchte, hat erst dazu beigetragen, dass Konflikte zwischen den Völkern durch diplomatische Mittel und Verhandlungen ausgetragen werden können und Anarchie der Vergangenheit angehört. Genau das ist es auch, was gegen Russland verteidigt werden muss, die Souveränität von Staaten als Grundlage für friedliche Koexistenz.

Umso mehr benötigen wir ein militärisches Machtmonopol, das diese Prinzipien verteidigen und Bedrohungen durch Imperialisten oder extremistische Gruppen entgegentreten kann. Die militärische Verteidigungsfähigkeit ist wie nur selten zuvor eine entscheidende Komponente zur Stabilität und zum Frieden in der Welt.

(…) Die Feministische Außenpolitik beruht auf hochproblematischen normativen Grundannahmen und eröffnet mehr unbeantwortete Fragen, als dass sie neue Lösungen liefert. Als Ideologie ist sie gefährlich, da sie mit einfachen Feindbildern spielt, um sich moralisch zu profilieren.




5. Dem aktuell heiß diskutierten Thema Mädchengewalt habe ich einen eigenen Blogbeitrag gewidmet.



6. Der Streit um die Meldestelle Antifeminismus geht weiter. Gestern hat Matthias Heine in der "Welt" einen starken Artikel dazu veröffentlicht: "Das Ministerium und die Denunziation der 500 „Antifeministen“" (Bezahlschranke) .

Noch ist es kein Delikt, nicht zu gendern. Aber die Befürworter der sogenannten "geschlechtergerechten Sprache" sind bereits dabei, Menschen, die diesen Angriff auf die korrekte Grammatik und Orthografie ablehnen, zu diffamieren und zu deren Denunziation aufzurufen. Dabei werden sie mit Staatsgeld unterstützt.

Unter Verdacht gestellt wird auch ein Aufruf gegen die Genderpraxis des öffentlichrechtlichen Rundfunks, den mittlerweile mehr als 500 Sprach- und Literaturwissenschaftler unterschrieben haben. Im Umfeld des Aufrufs wurde nun ein "Netzwerk Sprachkritik" gegründet. Als im August vorigen Jahres zuerst WELT über einen Appell berichtete, in dem Menschen, die sich wissenschaftlich mit Sprache beschäftigen, massive Kritik an der Genderpraxis der öffentlich-rechtlichen Sender übten, hatte diese Aktion zwar ein großes mediales Echo (nur nicht im ÖRR). Aber irgendeine substanzielle Antwort von ARD und ZDF auf die ausführlichen Einwände der Fachleute blieb bis heute aus.

(…) Ganz andere Resonanz hat der Aufruf nun von der Website antifeminismusmelden.de der Antonio-Amadeu-Stiftung bekommen. Unter den vielen tatsächlich oder vermeintlich frauenfeindlichen Aktivitäten, die man dort melden kann, steht auch ein Tatbestand, der wirkt, als wäre er als Reaktion auf den Wissenschaftler-Appell geradezu maßgeschneidert: "Organisierte Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache". Das selbstverständliche demokratische Recht, sich gegen einen wissenschaftlich umstrittenen und von der Mehrheit abgelehnten Politjargon zu wehren, wird dort in einer Reihe mit Straftaten wie körperlichen Angriffen oder dem Versenden von Drohnachrichten genannt.

Die Initiatorin des Meldeportals, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, hat ausdrücklich bestätigt, dass mit der genannten Formulierung auch der Appell der Wissenschaftler gegen Gendern im ÖRR gemeint ist. In einem von der "Zeit" moderierten Streitgespräch mit der ehemaligen Familienministerien Kristina Schröder, die das Portal auf WELT kritisierte hatte, sagte Judith Rahner von der Antonio-AmadeuStiftung: "Aber natürlich schauen wir uns auch diese Kampagne an, wer da mitmacht und wer sie bezahlt. Das sind für uns wichtige Hintergrundinformationen. Denn nicht nur im rechtsextremen Spektrum, auch in anderen Spektren (…) gibt es Leute, die über das Ticket ‚Gender‘ versuchen, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Darunter sind Demokratiefeinde, die Frauen zurück an den Herd wünschen."

Interessant an der Formulierung ist, dass mittlerweile offenbar nicht nur als verdächtig gilt, gegen die Gendersprache zu sein, sondern auch die Gesellschaft nach bestimmten politischen Vorstellungen umgestalten zu wollen – sogar dann, wenn man aus einem anderen Spektrum kommt als aus dem "rechtsextremen", dessen Grenzen von Leuten wie der Antonio-Amadeu-Stiftung ohnehin meist schon sehr weit gefasst werden. Dies ist die mittlerweile beim Gendern übliche Umkehr dessen, was tatsächlich politisch stattfindet. Die Gesellschaft umgestalten wollen ja gerade nicht die Gender-Skeptiker, sondern vielmehr diejenigen, die ihre Positionen in Universitäten, Stadtverwaltungen oder im staatlich privilegierten Rundfunk nutzen, um ihren Politjargon als neue Amtssprache durchzusetzen.

(…) Interessant ist auch die Unterstellung, die Kampagne werde aus irgendwelchen verschleierten Quellen bezahlt. Es ist ein zutiefst verschwörungstheoretischer Ansatz, der sich die Existenz abweichender Meinungen nur damit erklären kann, dass dunkle Fürsten des Geldes diese unerwünschte Opposition sponsern. Solche Denkmuster kennt man sonst von irgendwelchen östlichen Potentaten, die glauben, die Demokratiebewegungen oder regierungskritische NGOs in ihren Ländern seien Geschöpfe von George Soros oder ganz allgemein der "Ostküste".

Billigste sexistische Propaganda ist dann der Satz mit den Frauen, die irgendwer angeblich an den Herd zurückwünscht. Da erhebt sich die Aktivistin von der Antonio-Amadeu-Stiftung über die vielen Unterzeichnerinnen des Aufrufs, die ihre wissenschaftliche Qualifikation wahrlich nicht in der Küche erworben haben. Rahners selbst hat übrigens Gender Studies studiert. Wer Kritik an diesem Fach übt und es als "unwissenschaftlich" oder "Geldverschwendung" bezeichnet, soll auch als Antifeminist beim Meldeportal verpetzt werden.

Nach einer Begründung, warum man das Fach Gender Studies nicht kritisieren dürfe – und die "Gender-Ideologie" und die "Gendersprache" ebenfalls nicht –, fragte das neu formierte Netzwerk Sprachkritik allerdings vergeblich. Vom Bundesfamilienministerium kam lediglich per Brief eine ausführliche Erklärung, was man dort unter Antifeminismus versteht. Darin heißt es unter anderem: "Antifeminismus speist sich aus der misogynen Vorstellung, dass Frauen in einer ,natürlichen Ordnung’ Männern untergeordnet sein sollten und Emanzipation diese Ordnung und die gesellschaftliche Machtposition von Männern gefährde. (…) Als Ideologie der Ungleichwertigkeit weist Antifeminismus eine enge Verbindung und Anschlussfähigkeit zu anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit auf, wie z. B. zu Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, antimuslimischen Rassismus und andere Phänomene der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Antifeminismus zeigt sich zum Teil auch sehr gewaltsam: So spielte Antifeminismus eine große Rolle für die Attentäter von Hanau (2020), Halle (2019) oder auch Christchurch (2019), Isla Vista (2014) und Oslo/Utøya (2011)."

Zur Erinnerung: In Hanau, Halle und Utøya wurden keine Appelle unterschrieben, sondern Menschen umgebracht. Unklar bleibt, was die Nennung dieser Ortsnamen mit 500 fachlich hochqualifizierten Frauen und Männern zu tun hat, die Kritik am politisch gewollten Zugriff auf die gewachsene deutsche Standardsprache üben. Doch die Unklarheit erfüllt einen Zweck: Man verlässt sich darauf, dass irgendwer beim Lesen schon die Verbindung Gendern: Das Ministerium und die Denunziation der 500 "Antifeministen" zwischen Genderskepsis, dem "rechten Spektrum" und tödlicher Gewalt herstellen wird.


Das ist genau die Form von Agitation, mit der seit vielen Jahren auf Männerrechtler und – echte oder halluzinierte – "Antifeministen" eingeknüppelt wird. Einen grotesken Artikel, der den Eindruck erweckte, Menschen, die sich für Jungen und Männer einsetzen, seien Wegbereitzer von Terrorismus und Massenmord, hatte der Berliner "Tagesspiegel" zu verantworten. Ein Aufschrei anderer Medien über diese Demagogie blieb aus. Erst mit der Meldestelle scheint jetzt eine Grenze des Hinnehmbaren erreicht zu sein.

In dem Artikel der "Welt" heißt es weiter:

Die Antonio-Amadeu-Stiftung weist (…) ebenso wie das Ministerium den Vorwurf der Denunziation zurück. Man begreift gar nicht, dass schon die bloße Nennung von legitimen Aktivitäten in einem Atemzug mit Gewalt und Hassrede eine Denunziation ist. Es wird betont, dass man ja schließlich keine personenbezogenen Daten sammele, sondern: "Die gemeldeten Fälle werden anonymisiert und in einer Chronik dokumentiert, um Antifeminismus in all seinen Erscheinungsformen abzubilden und das Dunkelfeld zu erhellen." Wie das im Falle eines Appells, den 500 Menschen öffentlich unterschrieben haben, gelingen soll, wird nicht näher erläutert. Stattdessen wird auch hier wieder mit "Hasskriminalität" und "Angriffen" argumentiert, als wäre eine Verbindung zwischen Kritik an der Genderpraxis des ÖRR oder den Gender Studies auf der einen Seite und solchen Straftaten auf der anderen Seite unmittelbar einleuchtend.

Die Begründung hat das Niveau des Spruchs "Wer lange Haare hat, zündet auch Häuser an" aus den Sechzigerjahren. Mit dem Unterschied, dass das damals ein Witz war und noch nicht einmal die schwärzesten Konservativen so blöd waren, das wirklich zu glauben.




Anmerkungen zur Mädchengewalt

Im Januar hatten zwei 13-jährige Mädchen eine 14-Jährige in einem Bahnhof in Baden-Württemberg krankenhausreif geschlagen. Vor ein paar Wochen war Deutschland fassungslos, dass es sich bei den mutmaßlichen Mörderinnen der 13-jährigen Luise aus Freudenberg um zwei Mitschülerinnen handelte. Nun wird ein weiterer Fall von Gewalt unter Mädchen bekannt:

Eine Gruppe von 14- bis 17-Jährigen soll im schleswig-holsteinischen Heide eine 13-Jährige gequält haben. Das berichtet die "Schleswig-Holsteinische Zeitung" unter Berufung auf ein Video, das die Tortur zeigen soll.

Demnach soll die Gruppe aus etwa zwölf Mädchen das Mädchen über Stunden gequält haben. In dem Video ist demnach zu sehen, wie die Gruppe etwa Zigarettenasche auf den Kopf der 13-Jährigen schnippt oder Cola über ihrem Kopf ausgegossen wird.

Als das Mädchen aufstehen will, brüllt eine der Angreiferinnen: "Bleib sitzen, während du mich anflehst. Ich lass dich nicht so einfach gehen", heißt es in dem Bericht weiter. Auch Schläge muss das Mädchen erleiden, während es unter Tränen darum bittet, ihre Nase zu verschonen. Mehrfach wird sie geschlagen - auch auf die Nase.

Die Mutter des Mädchen erzählt der Zeitung, das Video zeige nur einen Ausschnitt der Tortur ihrer Tochter. Zigaretten seien auf ihrer Wange ausgedrückt, ihre Haare angezündet worden.


Allerdings ist Mädchengewalt kein derart neues Phänomen, wie es aktuell erscheint. Es war lediglich ein Tabuthema in den Medien. So hatte ich bereits vor über zwanzig Jahren in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" über die Zunahme von Mädchengewalt folgendes berichtet (Quellenangaben zu den Originaltexten im Buch):

Irgendetwas müsse schiefgegangen sein im Prozess der Emanzipation, rätseln Sozialpädagogen: "Die Mädchen übertreffen mittlerweile die Brutalität der Jungen: Ihren Schlägen folgen oft Folter und sexuelle Demütigung, sogar der Tod eines Opfers wird billigend in Kauf genommen." Eine von dem Berliner Streetworker-Verein "Gangway" analysierte Kriminalstatistik lässt erkennen, dass die Zahl der von 8- bis 14-Jährigen Mädchen in Berlin verübten Straftaten seit Ende der Achtziger auf das Dreifache hochgeschnellt ist. Irrationale Grausamkeit, die in keinem Verhältnis zum Anlass steht, beobachten Jugendbeauftragte der Polizei in allen Schichten: Mädchenhände verbrennen Haut mit Zigaretten, zertrümmern Nasen und brechen Rippen. Weibliche Teenager erpressen Geld und Kleidungsstücke, was sie oft als "gerechte Strafe" für einen schiefen Blick oder die Beleidigung eines Familienmitglieds empfinden. Immer häufiger werden Mädchen im Schulhof von einer Gruppe gewalttätiger Mitschülerinnen zusammengeschlagen, wobei auch hier wieder das Prinzip des Schutzes durch Indirektheit gilt: Im Unterschied zu Jungen delegieren Mädchen Bestrafungen an andere Schläger und Schlägerinnen, so dass sie selbst im Hintergrund bleiben können.

(…) Seit Anfang der neunziger Jähre ist die Jugendkriminalität in den USA zwar insgesamt auf dem Rückgang, aber das liegt allein an den Jungen: Die Zahl der von Mädchen begangenen Delikte stieg um noch einmal 85 Prozent. Viele Experten glauben übrigens, dass diese Zahl schon immer so hoch war, die entsprechenden Vergehen aber früher beiseite gewischt oder höchstens von Sozialarbeitern statt von Staatsanwälten und Richtern zur Kenntnis genommen wurden. In den USA sind die jungen Frauen bereits für etwas weniger als ein Drittel aller Körperverletzungen in ihrer Altersgruppe verantwortlich. In einer von der Soziologin Sibylle Artz veranstalteten Umfrage sagten 20,9 Prozent der befragten Studentinnen aus, dass sie im Verlauf des vergangenen Jahres jemanden anderes ein- oder zweimal zusammengeschlagen hatten.

(…) Besonders krass wird das Bild, wenn man sich auf die Großstädte der USA konzentriert. Dort sind die Mädchengangs von denen der Jungen inzwischen so gut wie ununterscheidbar. "Alle entsprechenden Elemente waren vorhanden: der Anspruch auf das Gangrevier, Drohung und Gegendrohung, Waghalsigkeit und der Stolz, den Gegner so geängstigt zu haben, dass er sich unterwarf." Die Polizeioffizierin Holly Perez aus Los Angeles berichtet sogar, dass die Mädchen in ihrer Gewalttätigkeit die Jungen noch in den Schatten stellen: Sie begehen brutalere Verbrechen wie Entführungen, Messerstechereien oder das Abknallen von Opfern, um sich den heißesten Modefummel leisten zu können. Die neuste Technik ist jacking: Die jungen Frauen halten teure Autos an, erschießen oder erstechen ihre Besitzer und verkaufen dann die Einzelteile des erbeuteten Wagens. Zu den beliebtesten Waffen bei Straßenkämpfen gehört der boxcutter., eine rasiermesserscharfe Klinge, die üblicherweise zum Aufschneiden von Paketen benutzt wird, aber auch ideal dazu geeignet ist, der Gegnerin die Wangen aufzuschlitzen. Brutalität gehört zum Image, wie ein Mitglied der Turban Queens berichtet: "Ich bin froh, dass ich einen Ruf habe. So legt sich keiner mit mir an, weißt du. Keiner verarscht mich." In New York City begingen 1994 Mädchen ein Drittel aller gewaltsamen Übergriffe auf Lehrer. 1991 gab es dort Festnahmen aufgrund von mehr als tausend Vergehen. In Los Angeles sind mehr als zehntausend weibliche Gangmitglieder aktiv. Die Palette ihrer kriminellen Geschäfte umfasst Vandalismus, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Schlägereien, Raub, Vergewaltigung und Mord.

Die US-amerikanische Journalistin Gini Sikes verbrachte ein Jahr mit verschiedenen Girl-Gangs ihres Landes. Sie berichtet von der neunzehnjährigen TJ, die halbtags Kinderbücher illustriert und nachts als Mann verkleidet in Häuser einbricht und Autos knackt. TJ nennt als einzigen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Gangmitgliedern, dass die Mädchen planvoller vorgingen. Beim Kämpfen spiele die mangelnde Körpermasse der Frauen keine Rolle, da sie darauf trainiert seien, den schwachen Punkt des Gegners zu erwischen: "Dein Gesicht. Deinen Hals. Deine Augen, so dass wir dich blind machen können." Sikes berichtet davon, wie Mädchen eine Geschlechtsgenossin mit einem Lockenstab vergewaltigen oder wie sich zwei im neunten Monat schwangere Frauen das Blut aus dem Körper prügelten (beide verloren ihre Babys). Eine der Aufnahmeprüfungen in eine solche Gang ist eine neue Form russischen Roulettes: Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Teenager. Auf die Frage, was sie einmal werden möchten, geben die Mädchen Berufe wie Krankenschwester an, andere haben sich bereits für ein Psychologiestudium eingeschrieben.

(…) Selbst in Deutschland wird man die Augen vor diesem Problem nicht mehr lange verschließen können. Mädchen, die in der Frankfurter B-Ebene den Männern "Komm her, du, ich schneid dir den Schwanz ab" nachkreischen, sind dabei noch das geringste Übel. Stattdessen bilanziert ein Mitarbeiter der Spezialeinheit für Jugendkriminalität bei der Fürther Polizei: "Während es früher exotisch war, wenn Mädchen durch Gewalt auffielen, geht heute ein Drittel der Gewaltkriminalität auf ihr Konto." Auch Reinhard Lubitz, Nürnberger Oberstaatsanwalt und Leiter der Jugendabteilung, lernt junge Mädchen inzwischen von einer ganz anderen Seite kennen: eine 16-Jährige etwa, die auf eine kriminelle Karriere von 50 Diebstählen zurückblicken kann, oder, wenig später, eine 15-Jährige, die bei einer Schlägerei ihrer Gegnerin mit Stiefeln in die Nierengegend getreten hatte. Sie wusste, dass das Mädchen über nur noch eine Niere verfügte. "Schlägereien und Körperverletzungen unter Mädchen gibt es immer häufiger", hält Lubitz fest. "Sie treten inzwischen genauso zu wie die Jungs." (…) Den Grund für die wachsende Mädchenkriminalität sieht der Erlanger Kriminologe und Jugendstrafrechter Franz Streng in einem sich wandelnden Rollenverständnis hin zu den durchsetzungsstarken, aggressiven Power-Frauen.


Mit meiner Einschätzung, in Deutschland werde man die Augen vor diesem Problem nicht mehr lange verschließen können, lag ich offenkundig falsch. Weibliche Täter interessieren Journalisten auch hier genauso wenig wie männliche Opfer in anderen Bereichen. Man erfährt aus der Presse so gut wie nichts davon. Dass jetzt darüber berichtet wird, liegt an zwei Gründen: Ein Mädchen ist offenbar von ihren Mitschülerinnen getötet worden; das lässt sich nicht mehr ignorieren. Und was die Tat von Heide angeht, erklärt Astrid Heidorn, Sprecherin der Polizeidirektion Itzehoe:

Das Ganze ist auch mit Smartphones aufgenommen worden. Diese Videobeiträge sind der Anlass, warum das jetzt medial noch mal ganz groß aufgelegt wurde und im Fokus steht.


Das aufrüttelnde Video von dem Vorfall, ohne dass wir heute noch nicht so deutlich über Mädchengewalt als umfassenderes soziales Problem sprechen würden, findet man hier, eine Kommentierung bei RTL.



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