Samstag, Juli 31, 2021

Verstoß gegen Demokratieprinzip: Liste der Grünen zur Bundestagswahl abgelehnt – News vom 31. Juli 2021

1. Wie unter anderem der Deutschlandfunk berichtet, hat der Landeswahlausschuss im Saarland hat die Landeswahlliste der Grünen für die Bundestagswahl abgelehnt.

Als Grund wurde ein "schwerer Wahlrechtsfehler" angegeben. Dabei geht es um den Ausschluss von Delegierten aus dem Kreisverband Saarlouis. Die Grünen im Saarland hatten auf einer Versammlung kurz vor Auslaufen der Einreichungsfrist die Stadtverordnete Dillschneider für Platz eins der Liste aufgestellt. Vorangegangen war ein innerparteilicher Streit, weil zunächst der ehemalige Landesvorsitzende Ulrich zum Spitzenkandidaten gewählt worden war, was der Regel bei den Grünen widerspricht, dass Platz eins einer Frau vorbehalten ist.


Wie Spiegel-Online ergänzt, habe die Wahlleiterin Zöllner nach mehrstündiger Diskussion festgestellt, dass die Grünen mit ihren fragwürdigen Manövern gegen das Demokratieprinzip verstoßen habe. "Kostet das die Kanzlerkandidatur?" schlagzeilt der Merkur: "Schließlich könnte Stand jetzt niemand im Saarland grün wählen." Das wäre wirklich Karma, wenn genau das sexistische Denken, dem Baerbock ihre Kandidatur zu verdanken hat, ihr diese Kandidatur endgültig ruiniert.



2. In Hamburg spitzt sich die Debatte um eine 460.000-Euro teure Unisex-Toilette zu: Die Linken-Fraktion fordert den Rückbau zu geschlechtergetrennten WCs:

Denn: Wo es einmal klassisch separate Eingänge zur klassischen Frauen- und Männer-Toilette mit Pissoirs und WC-Kabine gab, existiert nur noch ein einziger Zugang zu einem Raum mit Pissoirs und Unisex-WCs. Diesen nutzen Frauen, Männer und Diverse nun gemeinsam. "Völlig Gaga", finden das die Linken. Der Hamburger Linken-Fraktion stinkt es gewaltig, da Frauen so zu wenig geschützt seien. Sie hat hat nun einen Antrag auf den Rückbau zum Klo mit separaten Toiletten für Männer und Frauen eingereicht.




3. Der Konflikt über Sexismusvorwürfe bei der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" (Genderama berichtete hier unter Punkt 2) geht weiter. In einem weiteren Telepolis-Artikel unter der Überschrift "Rechtsfreie Räume in linken Köpfen" erörtert Rainer Balcerowiak, inwiefern dieser Streit "exemplarische Bedeutung für alle demokratischen Bewegungen" hat: "Die Kampagne steht stellvertretend für die in vielen linken Zusammenhängen grassierende Ablehnung rechtsstaatlicher Prinzipien und das Pochen auf die eigene 'Definitionsmacht' und eine extralegale Urteilsbefugnis, besonders bei behaupteten sexuellen Übergriffen und rassistischen Diskriminierungen."



4. In der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Birgit Schmid mit Frauen, die sich an Männern rächen und dafür im öffentlichen Diskurs auf Verständnis zählen dürfen:

Der Fall des Managers Guy Lachappelle, dem eine zurückliegende Affäre zum Verhängnis wurde, gibt ein Beispiel davon. Der Präsident der Raiffeisen-Gruppe steht im Fokus, da er seiner damaligen Geliebten ein vertrauliches Bankdokument weitergeleitet hatte. Aber ebenso fragwürdig ist die Rolle der Ex-Geliebten, die die E-Mail öffentlich machte. Vier Jahre später. Aus Rache.

Was sich zwischen den beiden genau zugetragen hat – wir wissen es nicht. Interessant ist aber, dass kaum jemand das Verhalten der Frau hinterfragt, während die Meinungen über den Mann gemacht sind. Dabei lässt sich ihr Antrieb erahnen: Er ist zu seiner Familie zurückgekehrt. Von ihr folgte ein Buch über toxische Chefs, in dem er sich wiedererkannt haben will, worauf er die Publikation stoppte.

Warum gibt es diese Hemmung, den weiblichen Rachestil zu verurteilen? Nur die "Weltwoche" getraute sich dazu, weshalb andere Medien das Thema wohl erst recht tabuisieren. Peter Rothenbühler stellte dort die berechtigte Frage, inwiefern ein so destruktives Verhalten die Ex-Geliebte selber für die Führungsaufgabe disqualifiziert, die sie im Gesundheitsbereich einnimmt.

(…) Die Frauen sind nicht bloss das friedliebende Geschlecht, das sich aus enttäuschter Liebe in eine Depression und also die Passivität flüchtet. Männer mögen brutal sein, aber Frauen sind grausam. Sie kennen die schwachen Stellen des anderen. Sie wissen, wie sie ihn treffen. Besonders gut sind sie im Entwerten. Ihre Mittel sind subtiler, aber oft nicht weniger sadistisch, wenn sie es einem Mann heimzahlen.

(…) Konnte man die Taten der frühen Rächerinnen noch als Ausdruck ihrer Ohnmacht sehen und als ein Versuch der Selbstermächtigung, entschuldigt sie heute wenig. Dennoch erhält man zuweilen den Eindruck, dass Frauen mehr Unrecht denn je erfahren. Deshalb nimmt man ihre Zerstörungswut hin und übersieht, wie gewissenlos, peinlich und unheilvoll sie ist.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Herr Hoffmann!

Mich hat dieser Artikel in der FAZ sprachlos gemacht. Es geht um den Genozid an den Eziden 2014. Der Artikel wird folgendermaßen angeteasert:

"Am 3. August 2014 fallen IS-Kämpfer im Siedlungsgebiet der Ezîden im Irak ein. Sie töten die Männer, vergewaltigen die Frauen systematisch. Warum ist dieser Genozid, der ein Femizid war, nicht fest im öffentlichen Bewusstsein verankert?"

Ja, das meint die Autorin Ronya Othmann so. Sie kritisiert, dass dieser "Femizid" weder im öffentlichen Bewusstsein, noch in der feministischen Debatte verankert ist:

"Ich würde fragen, wieso dieser Genozid in Deutschland so wenig im öffentlichen Bewusstsein verankert ist. Wieso er als Femizid nicht ein wichtiger Teil globaler feministischer Bemühungen ist."

Ich würde antworten: Weil dieser "Femizid" eigentlich ein Androzid war und daher uns (und FeministInnen) nicht besonders nahe ging. Wenn aber unser Zwiedenken ausreichend geschult ist, um hier die Frauen als die eigentlichen Todesopfer zu sehen, werden wir als Weltgemeinschaft freilich auch angemessen erschüttert sein. Und dann kann das auch wichtiger Teil feministischer Bemühungen werden.


Immerhin schildert der Artikel, dass an den Vergewaltigungen der Frauen auch weibliche IS-Mitglieder beteiligt waren. Warum aber ein Massenmord an Männern als "Femizid" etikettiert wird, ist nur psychologisch zu erklären. Vermutlich ist dieses massenhafte Abschlachten deshalb so wenig im öffentlichen Bewusstsein verankert, weil es gerade kein Femizid war.



Freitag, Juli 30, 2021

Gendersprache an Schulen? Grüne Ministerin löst starke Proteste aus – News vom 30. Juli 2021

1. Die "Welt" beschäftigt sich mit der Forderung von Baden-Württembergs Kultusministerin Schopper (Grüne), Lehrer und Schüler sollten gemeinsam "eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren". Damit erregte die Ministerin heftigen Widerspruch:

Vom Genderstern und Binnen-I, einem Doppelpunkt im Wort oder dem Unterstrich vor dem weiblichen Plural hielt Baden-Württembergs ehemalige Kultusministerin Susanne Eisenmann "wenig bis gar nichts". Es bringe die Gesellschaft beim Thema Gleichstellung keinen Schritt voran, wenn ein Wort mit Sternchen geschrieben werde, befand die CDU-Politikerin. In den Schulen sei daher unverändert das amtliche Regelwerk für die deutsche Orthografie gültig. Und dieses sieht nun einmal keine Genderzeichen vor.

(…) "Rechtschreibung wird nicht zwischen Lehrer und Schüler vereinbart. Wir sind doch nicht im Zoo", empört sich Michael Mittelstaedt, Vorsitzender des baden-württembergischen Landeselternbeirats (LEB). Er ist verärgert, dass das Kultusministerium die Sache kurzerhand auf die Schulen oder gar einzelne Lehrer abladen will.

"Wenn ich mir keine Gedanken machen und möglichst nirgends so richtig anecken möchte, dann erlaube ich eben alles oder delegiere die Entscheidung." Mit solch einem Verhalten mache sich das Ministerium letztlich selbst überflüssig. Auch die Vorsitzende des Bundeselternrates, Sabrina Wetzel, fordert eine einheitliche Regelung – und zwar am besten bundesweit.

(…) Auch Gerhard Brand, baden-württembergischer Vorsitzender vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), verlangt von Schopper eine eindeutige Festlegung, und zwar orientiert am Duden und den Empfehlungen des Rechtschreibrats. "An eingeführte Regelwerke muss sich auch eine Ministerin halten. Sonst ist der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet."

Nicht nur drohe sonst eine uneinheitliche Sprache, sondern auch ein rechtliches Problem. Dass Schüler in der einen Klasse oder Schule Punktabzug für eine Schreibform bekämen, in der anderen aber nicht, gehe nicht an. "Da lassen Klagen nicht lange auf sich warten."

Der VBE als bildungspolitischer, gewerkschaftlicher Interessenverband der Lehrer hat allein in Baden-Württemberg mehr als 18.000 Mitglieder. Die geschlechtergerechte Sprache sei seinem Verband durchaus wichtig, so Brand, dennoch würden im Vorstand Gendersternchen und ähnliche Formen mehrheitlich abgelehnt. Unter anderem dürfe Sprache nicht zu kompliziert werden – gerade mit Blick auf schwächere Schüler.

Der VBE sorgt sich aber noch um etwas anderes: dass Schulen nämlich dem "Druck der meinungsstarken Elternschaft" ausgesetzt würden. Umfragen zeigten, dass einer Mehrheit der Eltern das Thema weniger wichtig sei oder sie die herkömmliche Schreibweise für in Ordnung hielten, sagt Verbandschef Brand. Genderzeichen-Befürworter träten aber oft besonders nachdrücklich auf, um Einfluss zu nehmen. "Es darf nicht dazu kommen, dass Minderheiten Mehrheiten steuern", warnt er.

Natürlich könnten auch vehemente Gendergegner massiv werden. "Schulen könnten dann gar nichts mehr richtig machen. Egal, wie sie entscheiden, immer würden sie eine Elterngruppe verprellen." Der Schutz von Lehrkräften und Schulleitungen sei aber Aufgabe des Kultusministeriums als Dienstherr.

Der baden-württembergische Philologenverband ist ebenfalls unglücklich über das Kultusministerium. "Dass die Kultusministerin jetzt unvorbereitet eine Debatte über das Gendern an Schulen vom Zaun bricht, und dann auch noch die Schulen zu diesem Thema ohne verbindliche Regelung im Regen stehen lässt, können wir nur als Ablenkungsmanöver von wesentlich dringenderen, aber nicht getroffenen Entscheidungen des Kultusministeriums beziehungsweise der Landesregierung ansehen", sagt der Vorsitzende Ralf Scholl.

Die Debatte über Gendern und Emanzipation aller Geschlechter ganz allgemein sei gesellschaftlich wichtig. Aber für die Schulen habe erst einmal die korrekte Beherrschung der deutschen Sprache Vorrang. "Diese Debatte um das Gendern an Schulen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt für die Schulen so unnötig wie ein Kropf."

Rückendeckung bekommt Schopper hingegen von der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Deren Landesvorsitzende Monika Stein begrüßt in einer Stellungnahme, "dass es für Schüler*innen möglich sein wird, gendersensible Sprache zu verwenden". Und noch besser fände sie eine Festlegung durch das Kultusministerium, wenn in Prüfungen ab kommendem Schuljahr tatsächlich kein Fehler mehr angestrichen werden darf, wenn ein Genderzeichen verwendet wird. "Idealerweise müsste klar sein, dass gendergerechte Schreibweise nicht als Fehler gewertet werden darf", so Stein.




2. Auf der Website der Journalistin Bari Weiss, die wegen zu großem ideologischen Meinungsdrucks die New York Times verlassen hatte und seitdem gelegentlich etwa für "Die Welt" schreibt, berichtet deren Kolegin Katie Herzog über die wachsende Ideologisierung US-amerikanischer Hochschulen für angehende Mediziner:

Während eines Endokrinologie-Kurses an einer der besten medizinischen Fakultäten der University of California unterbrach ein Professor seine Vorlesung, um sich für etwas zu entschuldigen, das er zu Beginn der Vorlesung gesagt hatte.

"Ich möchte nicht, dass Sie denken, dass ich Ihnen etwas unterstellen will, und wenn Sie etwas Großzügigkeit aufbringen könnten, um mir zu verzeihen, wäre ich Ihnen sehr dankbar", sagt der Arzt in einer Aufzeichnung, die von einer Studentin (die ich Lauren nenne) zur Verfügung gestellt wurde. "Nochmals, das tut mir sehr leid. Es war sicherlich nicht meine Absicht, jemanden zu beleidigen. Das Schlimmste, was ich als Mensch tun kann, ist beleidigend zu sein."

Seine Beleidigung: die Verwendung des Begriffs "schwangere Frauen".

"Ich sagte 'wenn eine Frau schwanger ist', was impliziert, dass nur Frauen schwanger werden können, und ich entschuldige mich aufrichtig bei Ihnen allen."

Es war nicht das erste Mal, dass Lauren hörte, wie sich ein Lehrer für die Verwendung von Ausdrücken entschuldigte, die den meisten Amerikanern völlig harmlos erscheinen würden. Worte wie "männlich" und "weiblich".

Warum entschuldigen sich Medizinprofessoren dafür, dass sie sich auf das biologische Geschlecht eines Patienten beziehen? Weil, wie Lauren erklärt, im Kontext ihrer medizinischen Fakultät "die Anerkennung des biologischen Geschlechts als transphobisch angesehen werden kann".

Wenn das Geschlecht von ihren Dozenten anerkannt wird, wird es manchmal als soziales Konstrukt dargestellt, nicht als biologische Realität, sagt sie. In einer Vorlesung über Transgender-Gesundheit erklärte ein Dozent: "Biologisches Geschlecht, sexuelle Orientierung und Gender sind alles Konstrukte. Das sind alles Konstrukte, die wir geschaffen haben."

Mit anderen Worten: Einigen der besten Medizinstudenten des Landes wird beigebracht, dass der Mensch nicht wie andere Säugetiere eine Spezies mit zwei Geschlechtern ist. Der Begriff des Geschlechts, so lernen sie, ist nur eine vom Menschen geschaffene Erfindung.

Die Idee, dass Geschlecht ein soziales Konstrukt ist, mag in einem Anthropologiekurs interessantes Diskussionsmaterial sein. Aber in der Medizin ist die materielle Realität des Geschlechts wirklich wichtig, zum Teil weil die Weigerung, das Geschlecht anzuerkennen, verheerende Auswirkungen auf die Genesung der Patienten haben kann.


Hier geht es weiter. (Der Text ist leider deutlich zu lang für eine vollständige Übersetzung.)



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ich habe das gleiche Ansinnen, wie der Herr aus dem letzten Leserbrief ganz am Ende dieses Genderama-Blogposts.

Ich benötige einen Psychotherapeuten, welcher nicht von der feministischen Ideologie indoktriniert ist. Konkret: jemanden mit dem man über Probleme reden kann, die bei mir aufgrund genderistisch, feministischer Erziehung durch meine Mutter entstanden sind. Ich weiß, dass das, was momentan an unserer Gesellschaft versucht wird, menschenverachtend ist und zu schlimmen psychischen Schäden führt. Ich weiß es aus erster Hand. Ich brauche niemanden, der mich hirnwaschen will zu glauben, dass es doch alles gut wäre.

Haben Sie damals Rückmeldungen zu Ihrem Aufruf erhalten? Können Sie irgendwelche Hinweise geben? Für mich ist der Raum Berlin interessant, ich bin aber auch bereit zum Kennenlernen zu Reisen und Therapie per Videokonferenz zu machen.

Wenn Sie mir helfen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Und auch davon ab, möchte ich Ihnen danken und viel Kraft und Energie wünschen, um ihr Blog (und all die andere Arbeit) weiter zu führen. Es ist immens wichtig! Mir wird manchmal beim Lesen schon schlecht, ich kann mir kaum vorstellen wie belastend es sein muss die ganzen Geschichten zu recherchieren und durchzuarbeiten.


Auf den damaligen Aufruf hatte sich kein Leser mit Informationen über einen dezidiert männerfreundlichen, nicht ideologisierten Psychotherapeuten im Raum Nordrhein-Westfalen gemeldet. Vielleicht ist das in diesem Fall anders?



Donnerstag, Juli 29, 2021

Kultusministerin offen für Genderstern in der Schule – News vom 29. Juli 2021

1. Die Frankfurter Allgemeine berichtet:

Die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hat bekräftigt, an den bislang geltenden Regeln des Bildungsplans zur Handhabung einer geschlechtergerechten Sprache in den Schulen festhalten zu wollen. Der Bildungsplan stammt aus dem Jahr 2016 und war noch unter der Führung von sozialdemokratischen Kultusministern erarbeitet worden. Allerdings wirbt die Ministerin dafür, Schülerinnen und Schüler verstärkt für eine gendergerechte Sprache zu sensibilisieren: "Gut ist es auch, wenn Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern auch eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren", sagte Schopper.

Für diese Aussage wird die Ministerin nun vom baden-württembergischen Philologen-Verband sowie vom Koalitionspartner CDU kritisiert. Ralf Scholl, der Landesvorsitzende des Philologen-Verbandes, nannte Schoppers Empfehlung eine "Sprachvergewaltigung". Isabell Huber, die baden-württembergische CDU-Generalsekretärin, warf der grünen Ministerin sogar vor, Absprachen der vor wenigen Monaten geschlossenen grün-schwarzen Koalitionsvereinbarung zu missachten: "Wir sollten keine Beliebigkeit in Wort und Schrift in unsere Schulen einziehen lassen. Wenn das Kultusministerium jetzt sagt, dass jede Schule oder gar jede Klasse das Gendersternchen handhabt, wie sie gerade möchte, entsteht ein Flickenteppich."

Es gebe schließlich ein Regelwerk über die deutsche Sprache. "Ich würde es gut finden, wenn wir uns daran auch halten", sagte Huber, das stehe ja im Koalitionsvertrag. Anstatt das Trennende mit Sternchen oder Binnen-I stark zu betonen, sei es besser, "klassisch, schlicht und einfach" beide Geschlechterformen zu nennen.

Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, es gebe keine Regeländerung und auch keine neue Verordnung, die an der bisherigen Praxis etwas ändere. Schon heute würden allerdings die Lehrerinnen und Lehrer an den mehr als 4500 Schulen des Landes mit ihren Schülern über eine geschlechtergerechte Sprache diskutieren. Einige Lehrer würden den Gender-Stern schon jetzt – zum Beispiel auf Arbeitsblättern – verwenden, wenn die Schüler damit einverstanden seien.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Im "Wochenblick" aus Oberösterreich berichtet Bernadette Conrads unter der Schlagzeile "Frauenbonus statt Qualifikation: Die schlechte Zeit für junge, weiße Männer":

"Diversität, Gleichstellung, Integration sind Grundfesten für mich, eigentlich. Ich schreibe in Forschungsbeiträgen über Genderfragen", erklärte ein Wissenschafter unlängst in der "Zeit". Er ist männlich und weiß. Jahrelang strebte er eine Karriere im Unibereich an. Doch wie er klagt, scheiterte diese an seinem Geschlecht: "Und jetzt? Alle, wirklich alle 'meiner' Juniorprofessuren werden mit Frauen besetzt." Er heißt Marcus Willand und er ist nicht der einzige weiße Mann, der letztlich an seinem Geschlecht scheitert.


In den folgenden Absätzen geht es vor allem um das Desaster, das sich die Grünen damit eingebrockt haben, dass sie über den Mechanismus der Frauenbevorzugung Annalena Baerbock zur Kanzlerinnenkandidatin empor hievten. Der Beitrag endet mit folgendem Fazit:

Wie viele fähige, grüne Männer ließ die meist stammelnde Baerbock wohl während ihrer Karriere bei den Grünen hinter sich zurück? Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Gerade in linken Parteien nahmen die Genderquoten ihren Ursprung. Von dort aus werden sie im den staatlichen Bereich implementiert. So trifft es die Wissenschaft und die Universitäten mittlerweile sehr schwer. Quoten-Opfer Willand sah nach Jahren des Kampfes um seine Professur ein, dass dieser keinen Sinn hat. Er wechselte in die Privatwirtschaft. Und solange die Politik die Quoten-Diktatur noch nicht vollends im privaten Sektor ausgerufen hat, haben dort auch fleißige Männer in den nächsten Jahren noch eine Chance. Solange, bis sich das Genderregime eben auch dort vollends durchgesetzt hat. Willand ist glücklich über seine Entscheidung: "Sogar gestandene Professoren sagten mir, sie würden sich eher entleiben, als sich unter heutigen Bedingungen erneut für einen akademischen Karriereweg zu entscheiden."




3. Der Schweizer Tagesanzeiger greift in seinem Podcast ein Thema auf, um das es in den letzten Tagen auch auf Genderama immer wieder ging:

Der Schweizer Offiziersverband fordert: Auch Frauen sollen dienstpflichtig sein. Das stösst eine Debatte um Gleichstellung an – und um die Zukunft des Militärdienstes.


Hier geht es weiter.



4. In Australien öffnet das erste "Männerhaus", also eine Notunterkunft für männliche Opfer häuslicher Gewalt.



Mittwoch, Juli 28, 2021

Väterrechtler mit Staufer-Medaille geehrt – News vom 28. Juli 2021

1. Der bekannte Väterrechtler Franzjörg Krieg ist für sein Engagement mit der Staufer-Medaille, einem Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg, geehrt worden. In der Laudatio des zuständigen Oberbürgermeisters auf Krieg heißt es:

Seine wahre (ehrenamtliche) Berufung entdeckte er aber erst Mitte der 1990er Jahre in einem eher fortgeschrittenen Alter – notgedrungen, als, wie er es sagt, „nach 17 Jahren ehegleicher Beziehung von der ‚kinderbesitzenden‘ Mutter zur Trennung gezwungener Vater von zwei nicht ehelich geborenen Töchtern“.

Das war der tiefe Einschnitt seines Lebens – doch Franzjörg Krieg wäre nicht der aufrechte, gerechtigkeitsliebende Rotenfelser, hätte er nicht auch diese neue Rolle eines „entsorgten Vaters“ als Herausforderung angenommen, zumal er nun auf eine Familienrechtspolitik stieß, die Väter nach einer Trennung immer wieder vom Kind abgrenzt und nur noch als Zahler benutzt, wie er es erfuhr.

Er kämpfte aber keinen einsamen Kampf, sondern suchte und fand Gleichgesinnte und wurde so zum maßgebenden Ausgangspunkt und entscheidenden Impulsgeber einer Bewegung, die bis heute vielen Menschen – Eltern wie Kindern – Hilfe und Erfüllung brachte.

Viele Kinder haben es seinem großen Engagement zu verdanken, dass sie mit beiden Eltern aufwachsen konnten.

Unzählige Väter und Mütter wurden durch seine Arbeit aufgefangen, unterstützt und durch die oftmals schwierigsten Phasen ihres Lebens begleitet, in denen staatliche Institutionen nicht mehr weiterhalfen.

So war er 2001 zum Gründungsmitglied des Vereins "Väteraufbruch für Kinder" in der Region Karlsruhe geworden und zwei Jahre später zum Mitbegründer des Landesverbands Baden-Württemberg – zwei Organisationen, an deren Spitze er heute noch nach zwanzig Jahren steht.

Herr Krieg ging der Sache, der er sich jetzt annahm – so wie es seine Art ist, vollständig auf den Grund, professionalisierte sich als Berater und Coach und machte eine Ausbildung zum Verfahrensbeistand und Umgangspfleger, als welcher er von Familiengerichten in seinem Wohnumfeld auch eingesetzt wurde.

Als Vorsitzender der starken Kreisgruppe Karlsruhe des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“ achtet er darauf, dass von der Erstberatung über die Betreuung bis zur Begleitung beim Familiengericht alles in einer Hand ist – was dazu führte, dass der Väteraktivist als Beistand bei über 600 Verhandlungen an über 100 deutschen Familiengerichten aktiv mit dabei war; ehrenamtlich, versteht sich.

Durch seine Betreuung gingen in den vergangenen 20 Jahren über 3.000 akribisch dokumentierte Einzelschicksale, über 13.000 Anwesenheiten wurden in seinen öffentlichen Beratungen gezählt.

Herr Krieg – der fähige Pädagoge – gibt bundesweit hochgeschätzte Seminare.

Die von ihm ins Leben gerufenen „Väterkongresse“ hat er zwischenzeitlich in "Elternkongresse" weiterentwickelt, zumal er sich keineswegs nur als Vertreter von Väterinteressen sieht, sondern sehr wohl auch Müttern beisteht, wenn sie vor Familiengerichten in die typische Rolle von Vätern geraten.

Der Mann mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden setzt sich für das Recht beider Elternteile ein, besonders und in erster Linie aber für das Wohlergehen des Kindes, wohlwissend, dass dieses Kind – ob jetzt ehelich oder nichtehelich geboren – Schaden erleidet, wenn ihm einer der beiden Elternteile bewusst entzogen wird.


Auch Franzjörg Kriegs Dankesrede kann man hier nachlesen.



2. Die Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Prozess in München, bei dem einem Bäcker vorgeworfen wurde, zweimal das Knie einer Bewerberin um eine Stelle berührt zu haben. Für diese Anschuldigung gab es keine Beweise und keine Zeugen. Natürlich wurde der Mann verurteilt.



3. Ein Professor der britischen Universität Lancashire arbeitet bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Männer mit der Männerrechtler-NGO ManKind zusammen. Ein Beitrag der Universität schildert das hohe Ausmaß an Zwangskontrolle, dem männliche Opfer durch ihre Partnerin ausgesetzt sind. Über die Ergebnisse der erwähnten Studie hatte Genderama bereits berichtet. Der Professor, der mit ihrer Durchführung beauftragt wurde, führt folgendes aus:

"Unsere Forschung hat gezeigt, dass die Regierung und das Strafrechtssystem ein größeres Bewusstsein dafür entwickeln müssen, wie Männer Zwangskontrolle erleben. Nur wenn wir verstehen, wie dieser Missbrauch Männern zugefügt wird und welche Auswirkungen er hat, können wir wirksame Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer entwickeln.

Wir werden immer wieder durch die Arbeit von Wohltätigkeitsorganisationen wie ManKind inspiriert, die wertvolle und praktische Informationen, Unterstützung und Wegweiser für Männer bereitstellen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, und wir sind den Männern dankbar, die bereit waren, ihre Erfahrungen mitzuteilen, um diese Forschung zu unterstützen und ein größeres Bewusstsein und einen nachhaltigen Wandel zu fördern."




4. Wie die New York Post berichtet, werden von Facebook auch misandrische Beiträge wie "Warum sind Männer so doof?" als Hate Speech gesperrt. Die gesperrte Agitatorin berichtet, diese Maßnahme zunächst für einen Witz gehalten zu haben, und erklärt, keine Männerhasserin zu sein. Sie gibt einem Facebook-Algorithmus die Schuld, der auf sexistische Kommentare grundsätzlich gleich reagiere, während ein menschlicher Leser ein anderes Urteil gefällt haben würde.



Montag, Juli 26, 2021

Männer, die entlassen wurden, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu verbessern, gewinnen Klage wegen sexueller Diskriminierung – News vom 26. Juli 2021

1. Über erfrischende Neuigkeiten aus der Londoner Werbebranche berichtet der Guardian:

Zwei weiße, männliche Kreativdirektoren einer Londoner Top-Werbeagentur haben eine Klage wegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gewonnen, nachdem eine weibliche Direktorin geschworen hatte, den "Mad Men"-Ruf der Agentur, sie stecke voller weißer, heterosexueller Männer, "auszulöschen".

Chas Bayfield und Dave Jenner, beide in ihren 50ern und renommierte Kreativdirektoren bei der Agentur J Walter Thompson (JWT), gehörten zu den fünf Männern, die von der Agentur entlassen wurden, weil das Management "dringend" das schlechte Lohngefälle zwischen den Geschlechtern angehen wollte, entschied ein Gericht.

Die Männer wurden im November 2018 entlassen, kurz nachdem die Firma ein mittleres geschlechtsspezifisches Lohngefälle von 44,7 % aufgedeckt hatte. Das London Central Tribunal hörte, dass der Bericht über das Lohngefälle "Schockwellen" durch die Firma geschickt hatte, da er einen ernsthaften Mangel an weiblicher Repräsentation hervorhob.

Der damalige Executive Creative Director der Agentur, Lucas Peon, beschrieb die Lohnunterschiedsstatistiken als "wirklich, wirklich schrecklich". Er befand: "In der Weltmeisterschaft der Gehaltsunterschiede haben wir es ins Finale geschafft."

Eine weibliche Kreativdirektorin, Jo Wallace, wurde ernannt, um dem Unternehmen zu helfen, seinen Ruf als "Knightsbridge-Jungenklub" abzuschütteln, in dem "weiße, heterosexuelle Männer Inserate entwarfen".

Sie organisierte eine Diversity-Konferenz mit dem Titel Crisis: The Mother of All Change". Auf der Konferenz sagte Wallace, die sich selbst als homosexuelle Frau vorstellte: "In einer Sache sind wir uns alle einig: Der Ruf, den JWT einst hatte - als eine Firma voller weißer, britischer, privilegierter [Männer] - muss ausgelöscht werden."

Nach der Konferenz äußerten Bayfield, 52, und Jenner, 50, die, wie das Tribunal hörte, beide weiße Briten und heterosexuell sind, Bedenken über die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze.

Bayfield, von dem die berühmte "Blackcurrant Tango St. George"-Werbung entwickelt worden war, hatte eine E-Mail an seinen Vorgesetzten geschickt, in der es hieß: "Ich habe herausgefunden, dass JWT vor kurzem ein Gespräch außerhalb des Firmengeländes geführt hat, in dem sie gelobt haben, weiße, heterosexuelle Menschen aus der Mittelschicht aus ihrer Kreativabteilung auszulöschen. Es gibt hier unten eine Menge sehr besorgter Leute."

Peon und Emma Hoyle, die Personaldirektorin der Firma, beriefen ein Treffen mit Bayfield und Jenner ein, um ihre Bedenken zu besprechen. Das Tribunal hörte, dass das Management dachte, die Männer würden die Diversity-Offensive in Frage stellen. Innerhalb von zwei Tagen nach dem Treffen wurde entschieden, dass Bayfield und Jenner entlassen werden sollten.

Der Arbeitsrichter Mark Emery sagte, dass die Männer in einer so feindseligen Art und Weise behandelt wurden, dass es einer "Schikane" gleichkam.

In seinem Urteil sagte Richter Emery: "Sowohl Frau Hoyle als auch Herr Peon waren von Beginn des Treffens an wütend, und es setzte sich in dieser Art und Weise fort. Die Stimmen wurden von Herrn Peon und Frau Hoyle erhoben, und Herr Bayfield und Herr Jenner waren gezwungen, ihre Position zu verteidigen. Ihre Erklärungen wurden zu diesem Zeitpunkt nicht akzeptiert und ihre Standpunkte wurden wütend abgetan. Es wurde nicht akzeptiert, dass sie irgendwelche berechtigten Bedenken bezüglich der Präsentation hatten ... ihre Ansichten wurden als inakzeptabel angesehen."

Der Richter erkannte, Peon habe unfairerweise entschieden, die Männer zu entlassen, bevor eine Bewertung anderer leitender Kreativer durchgeführt wurde, um zu sehen, wer aufgrund seiner Arbeit entlassen werden sollte.

"Wir kamen zu dem Schluss, dass es einen Konsens im Senior Management Team gab, dass Herr Bayfield und Herr Jenner mit ihren Kommentaren in ihren E-Mails und bei dem Treffen über das Ziel hinausgeschossen waren, dass es Ärger über das gab, was [das Unternehmen] als eine Herausforderung ihrer Pläne in Bezug auf die Frage des geschlechtsspezifischen Lohngefälles ansah", sagte Emery.

"Wir waren der Ansicht, dass ihr Geschlecht, für [das Unternehmen] bei der Entscheidung, sie zu entlassen, ein gleichwertiger Faktor war wie der Ärger über ihre Beschwerden. Dies würde das Problem des geschlechtsspezifischen Lohngefälles innerhalb des Kreativteams sofort unterstützen, es würde das Team von zwei Kreativdirektoren befreien, die aufgrund ihres Geschlechts als resistent gegen Veränderungen angesehen wurden; außerdem waren weibliche Kreativdirektoren genau das, was [das Unternehmen] suchte."

Eine Frau in einer ähnlichen Position wäre nicht mit dem gleichen Backlash konfrontiert worden, sagte der Richter.

Bayfield und Jenner stehen kurz davor, eine Entschädigung von Wunderman Thompson (einem Nachfolger von JWT) zu erhalten, nachdem sie Klagen wegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Viktimisierung, Belästigung und ungerechtfertigter Entlassung gewonnen hatten.

Sie verloren jedoch Ansprüche wegen Altersdiskriminierung, Rassendiskriminierung und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, nachdem der Richter entschied, dass diese Faktoren keinen Einfluss auf ihre Entlassung hatten.

Nach dem Urteil sagte Bayfield am Freitag: "Wir waren besorgt um die Vielfalt und die Repräsentation von Frauen und Minderheiten, aber wir waren auch besorgt um die Sicherheit unserer Arbeitsplätze - das Wort 'ausgelöscht' ist ein starkes Wort. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle war für das Unternehmen beschämend - denn es war ein furchtbares Gefälle - und ihr Ansatz war es, sich auf die zu stürzen, die sie als Feind ansahen. Sie richteten ein illegales Tribunal ein und feuerten uns."


Die Werbeagentur möchte gegen das Urteil Berufung einlegen. Mit drei anderen gefeuerten weißen Männern konnte sie eine außergerichtliche Einigung erzielen.

Auch die britische Daily Mail berichtet über das Urteil:

Herr Bayfield sagte heute zu MailOnline: "Es gibt einen Teil von mir, der sich schuldig fühlt, dass diese Gesetze, die eingeführt wurden, um Minderheiten am Arbeitsplatz zu schützen, wie es sein sollte, ein paar heterosexuelle, britische Männer mittleren Alters geschützt haben. Aber es ist auch richtig, dass der Richter zu unseren Gunsten entschieden hat, weil es nicht richtig war. Ich habe definitiv zugestimmt, dass es einen Weg geben muss, die Probleme der Vielfalt anzugehen, aber ich glaube nicht, dass es auf die richtige Weise gemacht wurde. Ich erinnere mich, dass ich das Gefühl hatte, eine Zielscheibe auf meinem Rücken zu haben. Ich erinnere mich, dass ich dachte, wenn ich eine schwarze 24-jährige Frau wäre, wäre alles in Ordnung. Wenn ich schwul gewesen wäre, sogar noch besser. Aber als weißer Mann mittleren Alters fühlte es sich an, als sei mein Job in Gefahr, und deshalb gingen wir zu einem Anwalt."

(…) Adrian Scotland, der die Kläger in dem Verfahren juristisch vertrat, sagte: "Wir waren immer zuversichtlich, dass das Gericht zu unseren Gunsten entscheiden würde, aber man nimmt nichts für selbstverständlich. Ich freue mich für meine Mandanten. Sie sind mutige Menschen, die ihre Karrieren riskiert haben, um es mit einem globalen Unternehmen mit der Reichweite und dem Einfluss von WPP aufzunehmen. Die Erfahrungen, die in diesem Fall geschildert werden, sind leider alltäglich. Sie sind ein wachsender Teil unserer täglichen Arbeit. Jede gute Sache ist anfällig für Korruption, und bei den Milliarden, die in die Diversity Economy geflossen sind, sollte es nicht überraschen, dass es immer mehr schlechte Akteure gibt, die hier auftauchen. Es ist wichtig, dass die Menschen sich in der Lage fühlen, schlechte Ideen zu hinterfragen und herauszufordern, besonders wenn diese sich hinter einem gutgemeinten Anliegen verstecken. Es ist weder inklusiv noch produktiv, eine Gruppe von Menschen zu verunglimpfen, um eine andere zu erhöhen. Wie diese Entscheidung zeigt, gibt es auch nichts Rechtmäßiges daran. Hoffentlich wird das Urteil mehr Menschen dazu ermutigen, sich gegen den 'Cancel Club' zu wehren und ihren Wert als Individuen bei der Förderung einer toleranten und allumfassenden Gesellschaft wiederzuentdecken."


Die Rechtsanwältin Alexandra Thompson schließlich befindet aufgrund des gewaltigen Medieninteresses, das dieser Prozess in Großbritannien auslöste:

"Die Diskriminierung in der Werbeindustrie steht seit Jahren im Rampenlicht, und Fälle wie dieser werden die Arbeitgeber hoffentlich dazu bringen, ihren Verpflichtungen in Bezug auf Gleichstellung und Vielfalt nachzukommen."

Sie sagte voraus, dass es zu mehr Klagen wegen Diskriminierung sowohl von Frauen als auch von Männern führen könnte: "Wann immer man eine Dynamik hinter etwas bekommt, melden sich mehr Leute [weil sie sehen, dass es möglich ist, vor einem Gericht zu gewinnen]. Es wird mehr Menschen dazu ermutigen, Beschwerden und Klagen vorzubringen."


Ich feiere dieses Gerichtsurteil sehr. Es muss die verrückte Vorstellung aus den Köpfen verschwinden, Diskriminierungen seien in Ordnung, solange sie nur andere Opfer als frühere Benachteiligungen treffen.



2. Währenddessen ist in Teilen der Linken der Wert des Rechtsstaats immer noch nicht angekommen. Aktuell zeigt sich dieser Unverstand bei der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen". Fabian Stepanek berichtet für Telepolis:

Es geht um den Vorwurf der sexuellen Nötigung, den eine Aktivistin gegen Michael P., den in der Öffentlichkeit bekanntesten Kampagnensprecher erhebt. (…) Wenig später erhielt der Ko-Kreis der Kampagne, eine Art Leitungsgremium, einen schriftlichen, sehr detailreichen Bericht des angeblichen Opfers. Angeblich hat sie auch Anzeige bei der Polizei erstattet, was aber derzeit nicht verifizierbar ist. Zeugen für den behaupteten Übergriff gibt es nicht, vielmehr gibt es Aussagen von Veranstaltungsteilnehmern, die massive Zweifel an der Schilderung nahelegen.

Der Beschuldigte wies die Vorwürfe kategorisch zurück und bezeichnet sie als "frei erfunden". Sein Vorschlag, den behaupteten Vorfall in einem neutral moderierten Gespräch mit dem Ko-Kreis und der besagten Aktivistin zu erörtern, wurde ignoriert beziehungsweise brüsk abgelehnt. Vielmehr beschloss der Ko-Kreis nach eigener Darstellung, der Schilderung des angeblichen Opfers uneingeschränkt und ohne weitere Nachfragen zu glauben. Der Beschuldigte wurde ultimativ aufgefordert, sich sofort aus der Kampagne zurückzuziehen, dies in einer Erklärung mit einem "Burnout" zu begründen und darüber hinaus absolutes Stillschweigen zu bewahren.

Ferner vielmehr wurden ihm alle Zugänge zu den internen und externen Kommunikationskanälen der Kampagne gesperrt. Der Ko-Kreis beschloss inzwischen auch, ohne weitere Rücksprache das bisherige Büroteam der Kampagne, das diese Vorgehensweise nicht akzeptieren wollte, aufzulösen und auch die bisherigen Räumlichkeiten zu kündigen. Zu diesem Büroteam gehört auch die Geschäftspartnerin von P., er selbst hat dort seinen Arbeitsplatz.

(…) Auf halböffentlichen, digitalen "Aktivenplenen" und in diversen Chats wurden Zweifel und Kritik an der Vorgehensweise des Ko-Kreises rüde abgebügelt und als "Täterschutz" diffamiert. Doch die Affäre ist nicht mehr zu stoppen. Der Beschuldigte lässt sich anwaltlich vertreten, vom angeblichen Opfer wird eine strafbewehrte Unterlassungserklärung verlangt, ferner Anzeige wegen Verleumdung gestellt und Schadensersatz eingefordert.

(…) Es wirkt absurd, dass ausgerechnet eine Initiative, die sich bei ihrer Enteignungsforderung explizit auf das Grundgesetz (Art. 15) beruft, rechtsstaatliche Prinzipien, wie etwa die Unschuldsvermutung und das Recht auf Anhörung für jeden Beschuldigten, in Bezug auf eigene interne Belange für irrelevant erklärt. (Zitat aus einem Chat: "Wir handeln nicht rechtsstaatlich, sondern moralisch"). Denn es geht um weit mehr als nur die Kampagne. Der Fall ist exemplarisch für eine fast schon eliminatorische Geisteshaltung in einigen linken und selbsternannt radikalfeministischen Kreisen.

Wenn wüste, unsubstantiierte Anschuldigungen in bestimmten Fällen - etwa bei behaupteten Sexualdelikten oder auch mutmaßlich rassistischen Diskriminierungen - per se zur unhinterfragbaren, gültigen Wahrheit erklärt werden, ist das ein riesiges Einfallstor für Denunziationen und Intrigen aller Art und ein nicht tolerierbarer Rückfall in vordemokratische Denk- und Handlungsweisen.


Hier findet man den vollständigen Artikel. Die Männerrechtsbewegung verteidigt Rechtsstaat und Demokratie seit Jahrzehnten und wird dafür bis in die Leitmedien hinein als gemeingefährliche, rechtsradikale und antifeministische Frauenhasser verunglimpft.



3. Das für die Streitkräfte zuständige Komitee des US-amerikanischen Senats hat in seinem jährlichen Gesetzesentwurf zur Kriegspolitik Formulierungen zugestimmt, die den Zwangseinzug zum Militär für Frauen ausweiten würde.



4. Die Edition Outbird hat Tami Weißenberg, der dort zwei Bücher über seine Leidensgeschichte als männliches Opfer häuslicher Gewalt veröffentlichte, für einen mehr als halbstündigen Beitrag auf Youtube interviewt.



Samstag, Juli 24, 2021

NZZ: "Die Wehrpflicht ist eine Farce, es braucht den Bürgerdienst für alle" – News vom 24. Juli 2021

1. Die Neue Zürcher Zeitung fordert einen geschlechtergerechten Bürgerdienst:

Warum sollen – sofern sie sich nicht zuvor davor drücken – nur Männer einrücken müssen? Das Milizsystem gehört zu unserer DNA. Aber es bedarf einer Generalüberholung, die auch die Frauen einbezieht.


Hier geht es weiter.

In diesem Zusammenhang schreibt mir einer meiner Leser in Finnland zu der Forderung der Demokraten in den USA, den Zwangseinzug ins Militär auf Frauen auszudehnen:

Laut einer finnischen Studie aus dem Jahr 2007 erleben zum Wehrdienst verpflichtete Männer eher berufliche Nachteile durch den (verpflichtenden) Wehrdienst. Frauen dagegen profitieren vom (freiwilligen) Wehrdienst.




2. Im Kultur-Ressort der "Welt" beschäftigt sich Nikolaus Lohse mit der Gendersprache. Ein Auszug:

Es muss aufhören, dass man den Leuten ständig suggeriert, mit der Verwendung des generischen Maskulinums verhielten sie sich unkorrekt, unsolidarisch oder nicht hinreichend sensibel. Das ist ausgemachter Unfug. Und aufhören müssen auch die halbherzig-verschämten Zugeständnisse an den Zeitgeist. Die demonstrative Distanzierung vom generischen Maskulinum ist im Ansatz falsch, nicht in der Durchführung. Dass die uralte grammatische Erscheinung auf einer einseitig maskulinen Perspektive beruhe oder gar Ausdruck einer misogynen Grundhaltung sei, lässt sich weder sprachhistorisch noch sprachsystematisch begründen.

Die Genderlobby argumentiert denn auch durchgehend mit dem programmatischen Ziel der "Sichtbarmachung" der Frau – während sie gleichzeitig das grammatische Genus wegdiskutiert und durch ein sogenanntes "soziales Geschlecht" zu ersetzen versucht. Gemeint ist damit eine stillschweigend internalisierte Geschlechterrolle, ein klischeehaftes gedankliches Stereotyp also, in dem sich eine überkommene Gesellschaftsordnung mit ihrer asymmetrischen Machtverteilung angeblich immer noch fortschreibt. Methodisch ist das alles mehr als fragwürdig; und die empirischen Erhebungen, die das beweisen sollen, werden in Fachkreisen längst heftig angezweifelt.

In der Bevölkerung wächst derweil der Unmut über solche Verrenkungen; er ist berechtigt und mit Händen zu greifen. Die Empörung bleibt jedoch wirkungs- und chancenlos, solange sie keine kraftvolle, vor allem aber kompetente Unterstützung durch die Politik bekommt. Die lässt aber sehr zu wünschen übrig; und wenn sich einzelne Parlamentarier des Themas annehmen, dann meist mit schiefen Argumenten ("Haben wir keine anderen Sorgen?") oder einem falschen Zungenschlag ("Wer sich dem Gendern verweigert, weckt auch sonst Zweifel an seiner Gesinnung"). Kein Wunder, dass eine listig-lauernde Partei wie die AfD da gerne in die Bresche springt und sich als Stimme des Volkes feiert – aber das macht einen sachlich begründeten Einwand noch nicht unbrauchbar.

Es spricht im Übrigen Bände, wenn der gleichsam von Amts wegen "oberste Linguist" des Landes, der Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, Henning Lobin, in seinem neuesten Buch "Sprachkampf. Wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert" den Feldzug gegen das generische Maskulinum als Widerstand gegen die AfD inszeniert. Da ist dem einen recht, was dem andern billig ist. Wenn so die argumentativen Fronten verlaufen, dann muss man über Fake News und alternative Fakten kein Wort mehr verlieren.

Ein demokratisches Gemeinwesen, das funktionieren soll, braucht nicht nur aufgeklärte und mündige Bürger, sie müssen auch über eine hohe Sprachkompetenz verfügen. Die zeigt sich in der Fähigkeit, auch schwierige Sachverhalte sprachlich zu erfassen, klar und strukturiert zu denken und zu formulieren und dasjenige, was gesagt werden soll, möglichst präzise auf den Punkt zu bringen. Den gesellschaftlichen Wert einer guten und fundierten Sprachausbildung kann man gar nicht hoch genug einschätzen; wer hier Defizite hat, wird sich in einer zunehmend komplexer werdenden Welt auf die Dauer nicht behaupten.

Wenn aber gerade jungen Menschen permanent der Eindruck vermittelt wird, sprachliche "Sensibilität" zeige sich vor allem in einem möglichst offensiven und konsequenten Gendern statt in korrekter Grammatik, einer leistungsfähigen Syntax und einem reichen Vokabular, ist das auf die Dauer verheerend. Es verschiebt vollkommen den Maßstab. Was wir derzeit erleben, ist nicht die gezielte Förderung von Sprachkompetenz, sondern ein absurder Überbietungswettbewerb im Gebrauch politisch "korrekter" Sprechblasen. Wenn die politisch Verantwortlichen das nicht allmählich erkennen und entschlossen gegensteuern, sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen.


Derweil legt der MDR die zigste Umfrage vor, die zu dem Ergebnis gelangt, dass die allermeisten Menschen das Gender-Deutsch missbilligen:

Zwar stehen Frauen und die jüngere Generation der Gendersprache etwas offener gegenüber, aber auch bei diesen Gruppen überwiegt die Ablehnung.


Währenddessen spricht das ZDF unverdrossen von "Sportlerinnen und Sportler aus allen Herren- und Frauenländer". Wenn man ohnehin Gebühren erhält, egal was man sendet, kann man sich eine Verhöhnung der Zuschauer leisten.



3. Die Bildzeitung berichtet, wie Kölner Schwule in Angst vor Attacken leben müssen:

Vor zwei Wochen raste ein Auto in feiernde Homosexuelle auf der Schaafenstraße, verletzte einen Partygast (34). Der Täter? Nicht gefasst.

(…) BILD traf Innenstadt-Bürgermeister Andreas Hupke (71, Grüne) auf der Feiermeile. Den bisherigen Umgang mit der Auto-Attacke in seinem Stadtbezirk findet er skandalös! "Wir brauchen das volle Paket des Staates. Wenn ein Homosexueller angefahren wird, muss hier abends die Polizei stehen. Es braucht dringend Zivilbeamte. Die Stadt hat das nicht zu tolerieren."

Wer die Urheber der Aggressivität sind, weiß auch der Grüne. Denn die Schaafenstraße liegt direkt an den Kölner Ringen, dem Hotspot für Shisha-Bars und Event-Lokale.

City-Bürgermeister Hupke: "Hier werden Auto-Poser mit ihren durch Anabolika aufgepumpten Oberarmen zur Bedrohung. Natürlich prägt es Jungs, wenn sie in einer Kultur groß werden, in der Schwule beschimpft werden. Diese Tätertypen attackieren Homosexuelle."

Schmink-Influencer David Lovric (24, "Prince Charming") wurde in Köln schon verprügelt, nur weil er schwul ist. Er sagte in BILD deutlich: "Ich erhalte regelmäßig Morddrohungen von Arabern, Türken und Russen." Die Folge für Lovric: Rassismus-Vorwürfe!


Wie ist das eigentlich, wenn demnächst echte Rassisten und Rechtsradikale sich für die angegriffenen Homosexuellen stark machen und zum Beispiel bei ihren Veranstaltungen auch die Regenbogenfahne schwenken? Ist das Anliegen "Schutz für Homosexuelle" dann vergiftet? Stünde jeder, der es vertritt, im Generalverdacht und würde in Sippenhaft genommen? Das ist keine rhetorische Frage: Sobald radikal Rechte sich Anliegen der Männerbewegung annehmen, wird sofort mit vergleichbarer Demagogie losgebrüllt.



4. Hadmut Danisch behandelt in seinem Blog "toxische Männlichkeit" am praktischen Beispiel.



Donnerstag, Juli 22, 2021

USA: Demokraten fordern Zwangseinzug von Frauen zum Militär – News vom 22. Juli 2021

1.
Die Demokraten im Senat schlagen (…) eine umfassende Neufassung der militärischen Entwurfsgesetze vor, die darauf abzielen, dass Frauen sich für das Selective Service System registrieren müssen.

Die Änderungen am Selective Service könnten dem National Defense Authorization Act beigefügt werden, einem Gesetzentwurf zur Verteidigungspolitik, der zu den wenigen Gesetzen gehört, die vom Kongress als "Muss" angesehen werden. Der Schritt würde eine umstrittene Debatte darüber neu entfachen, ob Frauen verpflichtet werden sollten, sich für den Kriegsdienst zu registrieren, ein Schritt, den das Repräsentantenhaus und der Senat jeweils in den letzten Jahren in Betracht gezogen haben, obwohl die Änderung nie Gesetz geworden ist.

(...) Der Ruf nach einer Ausweitung des verpflichtenden Kriegsdienstes auf Frauen wurde in den letzten Jahren immer lauter, insbesondere nachdem das Pentagon 2015 alle Kampfeinsätze für Frauen geöffnet hatte. Eine vom Kongress beauftragte Kommission, die den Entwurf überprüfte, unterstützte die Änderung im letzten Jahr ebenfalls.

Mehrere Klagen zielen auf das derzeitige Kriegsdienstgesetz ab und behaupten, es sei verfassungswidrig. Der Oberste Gerichtshof lehnte es im Juni ab, einen Fall zu verhandeln, der von der National Coalition for Men vorgebracht wurde und der die Einberufung nur für Männer in Frage stellte.


Hier findet man den vollständigen Beitrag.



2. Das US-amerikanische "James G. Martin Center for Academic Renewal" untersucht in einem aktuellen Beitrag Geschlechterdiskriminierung im Universitätswesen der Vereinigten Staaten. Der Artikel kritisiert vor allem das BRIDGES-Programm, das ausschließlich Frauen als Führungskräfte der Zukunft ausbilde und damit illegale Geschlechtsdiskriminierung betreibe.



3. Im Interview mit dem MDR erklärt Susan Leithoff, die Vorsitzende der sächsischen CDU, warum sich die Sachsen-CDU in einem Positionspapier gegen die geschlechtertrennende Sprache positioniert hat. Dass der Interviewer stark pro Gender-Sprache argumentiert, muss kaum eigens betont werden.



4. In Bochum hat sich eine "Selbsthilfegruppe Gewalt an Männern" gegründet. Näheres erfährt man, wenn man hier ein bisschen nach unten scrollt.



5. Das geschlechterpolitische Blog "Jungs und Mädchen" berichtet über den Anstieg von Männerrechtlern in Russland.



6. Die Post. Mein Leser Torsten Herwig schreibt mir zu dem Urteil des Bundesgerichtshofs, dem zufolge ein privater Samenspender, der es einem lesbischen Paar ermöglicht hat, Eltern zu werden, Recht auf einen Umgang mit seinem Kind hat:

Geht es nur mir so, oder empfinden auch andere das eigentlich Skandalöse daran, dass es allen Ernstes erst eines Urteils eines Bundesgerichtshofes (!) bedarf, zwei Lesben in ihrer Besitzdenke in die Schranken zu weisen, was ein Kind und dessen Rechte auf Umgang mit seinem leiblichen Vater angeht - der ihnen dieses Kind ja überhaupt erst ermöglicht hat?

Dankbarkeit, Fehlanzeige?

Ist DAS diese vielbesungene "weibliche Emphatie"?

Und ist das diese ominöse "Toleranz", welche gerade die LGBTQ*-Fraktion nicht müde wird, lautstark immer und überall von anderen (!) einzufordern?


Mehr Post. Ein weiterer Leser schreibt mir:

Hallo Herr Hoffmann,

vielen Dank für Ihre unermüdliche Arbeit mit dem Blog Genderama.

Hier zwei Stellenanzeigen, die für die Männerrechtsbewegung und Ihren Blog interessant sein dürften:

Zahlreiche [solcher] Stellenausschreibungen insbesondere der Grünen, aber auch verschiedenste andere Stelleninserate aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich listen einen Passus wie diesen:

"Als Partei streben wir eine angemessene Stellenverteilung zwischen den Geschlechtern an, Bewerbungen von Frauen sind daher besonders erwünscht. Zudem möchten wir insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Rassismuserfahrung sowie Menschen mit Behinderung einladen, sich bei uns zu bewerben."

Im Grunde genommen werden hier alle Bevölkerungsgruppen bis auf eine genannt - könnte man nicht einfachshalber schreiben: "Bewerbungen von weißen Männern sind nicht erwünscht."?

Manchmal wird auch die LGBTQI*-Bewegung als "ausdrücklich erwünscht" genannt, sodass man als weißer Mann sich immerhin noch als divers präsentieren kann, um eine Chance auf die Stelle zu haben.

Auf parlamentjobs.de können Sie regelmäßig derartige Stellenangebote von allen Parteien außer FDP und AfD mit dieser expliziten Erwähnung bestimmter Gruppen finden.

Bei früheren Inseraten der Grünen gab es diesen Passus noch nicht, wie ein Inserat aus 2012 zeigt.




Mittwoch, Juli 21, 2021

Washingtoner Leitmedium fragt: Warum tolerieren wir die Bevorzugung von Frauen?

Das für die US-Politik einflussreiche Washingtoner Nachrichtenmedium The Hill hat heute einen Artikel der Wirtschaftswissenschaftlerin Alison Sexton Ward veröffentlicht, dessen Übersetzung ich im Volltext präsentieren möchte: "Warum tolerieren wir die geschlechtsspezifische Bevorzugung von Frauen?"

Die bisherige Antwort auf diese Frage lautet natürlich: Weil man sonst als "rechter Frauenhasser" verleumdet wird, und zwar von unseren Leitmedien zuerst. Das lässt Alison Ward nicht gelten. In ihrem Artikel führt sie folgendes aus:



Fast einen Monat nachdem Ökonomen der University of California Berkeley Beweise für geschlechtsspezifische Diskriminierung an mehreren führenden wissenschaftlichen Institutionen, einschließlich der National Academy of Sciences, vorgelegt haben, haben sich die benannten Gruppen weder öffentlich entschuldigt und die Voreingenommenheit zurückgenommen noch diese Beweise bestritten. Ihr Schweigen, und das der breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft, sollte ohrenbetäubend sein. Die Tatsache, dass dies nicht der Fall ist, spricht Bände über die Toleranz der heutigen Geschlechterdiskriminierung - zugunsten der Frauen.

Das Arbeitspapier des National Bureau of Economic Research vergleicht Forscher mit ähnlichen akademischen Qualifikationen, einschließlich Publikationen und Zitationen in Top-Journalen, und stellt fest, dass Frauen bis zu doppelt so häufig Ehrungen und Auszeichnungen der Econometric Society, einer führenden Vereinigung im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, erhalten. Auch bei der American Academy of Arts and Sciences und der National Academy of Sciences haben sie deutlich bessere Chancen als Männer. Wie die Autoren der Studie einräumen, erstreckt sich diese Voreingenommenheit wahrscheinlich auch auf andere wissenschaftliche Institutionen und die Chefetagen vieler amerikanischer Unternehmen.

Die Studie zeigt, dass das Spielfeld von 1933 bis 1980 gegen Frauen geneigt war, aber dann kehrte sich dieses Muster um und die Auswahl begünstigt seit 40 Jahren zunehmend Frauen gegenüber Männern. Das Ende einer solchen Diskriminierung von Frauen in diesen Berufen ist ein Grund zum Feiern. Aber wenn wir das Ende der Voreingenommenheit gegenüber Frauen bejubeln, sollten wir dann nicht auch die Voreingenommenheit gegenüber Männern lautstark zurückweisen? Gibt es irgendeinen Zweifel daran, dass, wenn die Forschung zeigen würde, dass die Voreingenommenheit gegenüber Frauen heute weiter besteht, wir weit verbreitete Vorwürfe innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in den sozialen Medien hören würden? Es würde sofortige Abhilfe gefordert werden.

Als Wirtschaftswissenschaftlerin ärgere ich mich über die direkte Implikation dieser neuesten Forschung, dass ich auf dem Markt und in der Wissenschaft nur dann konkurrieren kann, wenn die Messlatte für mich gesenkt wird. Warum applaudieren so viele Frauen den geschlechtsspezifischen Präferenzen an den Spitzen unserer Kultur, die sie begünstigen, wenn sie so vehement dagegen protestieren würden, wenn die Präferenzen in die andere Richtung gingen? Joe Biden wurde bejubelt, als er während seiner Wahlkampagne verkündete, dass sein Hauptkriterium bei der Auswahl eines Vizepräsidenten das Vorhandensein von zwei X-Chromosomen sei, als ob man einfach bei der Suche nach dem besten Vizepräsidenten nicht auch eine Frau gefunden hätte. Und um seine Tugendhaftigkeit zu signalisieren, hat United Airlines geschworen, selbstbewusst Frauen für seine Flugschule auszuwählen, als ob es für die Passagiere nicht angenehmer wäre, die fähigsten Piloten im Cockpit zu haben, unabhängig vom Geschlecht. Auch die Bundesregierung räumt Unternehmen im Besitz von Frauen bei der COVID-19-Hilfe und bei Bundesaufträgen Vorrang ein.

Abgesehen von beleidigenden klaren Doppelmoral, die viele unserer Elite-Institutionen durchdringt, sollten Frauen gegen diese Diskriminierung protestieren, weil jeder Vorteil, den sie erlangen, auf Kosten der Männer um sie herum geht - ihrer Väter, Ehemänner, Brüder und Söhne. Ich bin gesegnet, die Mutter von zwei kleinen Jungen zu sein, und ich setze mich dafür ein, ihnen jede Möglichkeit für ein glückliches, zielgerichtetes Leben zu geben. Aber ich fürchte mich vor den Möglichkeiten, die sie aufgrund einer unveränderlichen Eigenschaft verlieren könnten.

So wie sich meine Großmutter vor 60 Jahren Sorgen machte, ob ihren Töchtern aufgrund ihres Geschlechts Chancen verwehrt würden, mache ich mir heute Sorgen, dass die Ziele und Ambitionen meiner Söhne durch eine Gesellschaft, die sie aufgrund der Sünden ihrer Vorväter diskriminiert, verkümmern. Das nennen wir Fortschritt?

Einige mögen sagen, dass ein halbes Jahrhundert oder mehr der Diskriminierung von Frauen eine Wiedergutmachung durch "umgekehrte Dirksiminierung" rechtfertigt. Die Autoren der von mir angeführten Studie räumen diese mögliche Begründung ein; allerdings hat sich die Bevorzugung in den letzten 40 Jahren verstärkt und nicht verringert, wie zu erwarten wäre, wenn die Bevorzugung von Frauen nur dazu dienen würde, das Spielfeld ausgeglichener zu machen.

Statistiken zeigen, dass Frauen heute besser als Männer in der Lage sind, im College und im Berufsleben erfolgreich zu sein. Frauen stellen seit Jahrzehnten die Mehrheit der Erwachsenen mit College-Abschluss in diesem Land, was sich in jüngster Zeit auch darin widerspiegelt, dass sie den Männern mit College-Abschluss in der Belegschaft zahlenmäßig überlegen sind. Wir hinken den Männern nicht hinterher, sondern es ist umgekehrt.

Es war die Richterin Ruth Bader Ginsberg, die einmal sagte: "Ich bitte um keinen Gefallen für mein Geschlecht. ... Alles, was ich von unseren Brüdern verlange, ist, dass sie ihre Füße von unseren Hälsen nehmen." Vielleicht ist es also an der Zeit, sich die Weisheit von Richterin Ginsbergs Kollegen, Chief Justice John Roberts, zu eigen zu machen. Um ihn zu paraphrasieren: Der Weg, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu beenden, ist, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu beenden.




Die Positionen der oft immer noch marginalisierten und verteufelten Männerrechtsbewegung sind damit in einer der einflussreichsten Zeitungen der US-Bundeshauptstadt angekommen.



Dienstag, Juli 20, 2021

BGH-Urteil: Samenspender darf Umgang mit Kind verlangen – News vom 20. Juli 2021

1.
Ein privater Samenspender, der es einem lesbischen Paar ermöglicht hat, Eltern zu werden, kann ein Recht auf Umgang mit seinem Kind haben. Dieses Urteil hat der Bundesgerichtshof gesprochen. Das Recht hat der Spender auch, wenn die Lebenspartnerin der Mutter das Kind inzwischen adoptiert hat.


Mehrere Medien berichten, darunter die Tagesschau.



2. Nachdem gestern Genderama darüber berichtete, hat auch die Bildzeitung entdeckt, was das ZDF-Politbarometer zu verbergen versuchte, und schlagzeilt "Riesige Mehrheit gegen Gender-Sprache in Medien". In dem Artikel heißt es:

Auffällig: Beim ZDF veröffentlichte man die Umfrageergebnisse kommentarlos und fast schon versteckt in einer langen Liste von Grafiken (Seite 18/19 von 40). In der Pressemitteilung zum Politbarometer kommen sie nicht vor, einen Text zur Gender-Umfrage gibt es auch nicht.


Wie Statista im Mai berichtete, hat die Ablehnung einer "gendersensiblen", also das Geschlecht betonenden und damit geschlechtertrennenden Sprache seit 2020 um neun Prozent zugenommen.

Währenddessen beklagt der Verein Deutsche Sprache anlässlich einer gestern ausgestrahlten Talkshow des MDR:

2/3 lehnen bei Umfragen das Gendern ab - dennoch besetzt der @mdrde eine Talk-Runde mit 3 Gender-Fans und 1 Gender-Gegner. Ist das die Publikumsnähe, von der der ÖRR so gerne spricht? Wieso bildet die Gästewahl nicht die Realität ab?


Die Dreistigkeit, mit der die Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr informieren, sondern manipulieren möchten, ist zunehmend bemerkenswert.



3. Bald neu auf unseren Smartphones: ein Emoji für schwangere Männer.



4. Die Badische Zeitung berichtet – leider hinter einer Bezahlschranke – über das Umkircher Max-Josef-Metzger-Haus, das nicht nur Wohnheimplätze für pflegebedürftige Senioren, sondern auch sechs Zimmer für in Trennung lebende Väter anbietet. Dieses Väterboardinghaus sei erst das zweite seiner Art in Deutschland.



Montag, Juli 19, 2021

Vorsitzender der Freien Wähler beklagt "Mobbing gegen Männer" bei den Grünen – News vom 19. Juli 2021

1.
Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, wirft den Grünen mit ihrer Gleichstellungspolitik ein "Mobbing gegen Männer" vor.

"Bei denen muss man sich schon dafür entschuldigen, ein Mann zu sein. Die Grünen praktizieren keine Gleichberechtigung, sondern Mobbing gegen Männer."

Das sagte der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident im Gespräch mit dem "Tagesspiegel".

Die Grünen seien zu einer Partei der Intoleranz geworden, so Aiwanger.

(…) Man könne Frauen gezielt fördern, aber eine Quote sei isoliert gesehen falsch. Den Begriff "alte weiße Männer", mit dem Kritiker eine aus ihrer Sicht privilegierte Stellung der Bevölkerungsgruppe beanstanden, bezeichnete Aiwanger als "Rassismus in Reinform". Man dürfe Männern kein schlechtes Gewissen machen, nur weil sie Männer sind. "Das ist Intoleranz gegenüber Männern."


Das berichtet das ZDF - und da der Sender längst nicht mehr informieren, sondern überzeugen möchte, hat er in den Beitrag ein Youtube-Video eingebaut, in dem Professor Harald Lesch argumentiert, dass Frauen in unserer Gesellschaft durch den "Gender Pay Gap", einer "offensichtlichen Gerechtigkeitslücke", übel benachteiligt würden. Lesch ist Astronom und Astrophysiker, glaubt aber inzwischen offenbar, zu jedem x-beliebigen Thema dozieren zu können – was ähnlich absurd ist, wie wenn ich mir anmaßen würde, meine Mitmenschen mit Vorträgen über Astrophysik zu belehren, nur weil ich mich in der Geschlechterforschung auskenne.

Wer bei den Themen "Quote" und "Benachteiligungen von Frauen in der Berufswelt?" statt rhetorisch geschickter Dummenfängerei belegbare Fakten schätzt, dem wird hier und hier weitergeholfen.

Erfreulicherweise wird aber die Meldung, dass sich erstmals ein politischer Wettbewerber der Grünen traut, ihren Sexismus offen zur Sprache zu bringen, auch über viele andere Medien verbreitet, die nicht sofort gegenzusteuern versuchen. Die Freien Wähler präsentieren sich hier als eine Wahlalternative, die einen näheren Blick wert ist.



2. Unerwünschte Ergebnisse von Umfragen werden vom ZDF derweil gut versteckt: 71 Prozent der Befragten lehnen geschlechtertrennende Sprache in den Medien ab. In der ZDF-"heute"-Sendung, in der andere Ergebnisse dieser aktuellen "Politbarometer"-Umfrage vorgestellt werden, erfährt man das nicht. Jede Wette: Wären die Zahlenverhältnisse umgegehrt, wäre das dem ZDF eine eigene Meldung in den Nachrichten wert.



3. "Frauen in AfD-Reden nahezu unsichtbar" empört sich Spiegel-Online. Was haben die rechten Frauenhasser jetzt schon wieder verbrochen? Der Artikel verrät es: Sie verwenden das generische Maskulinum und stimmen insofern mit einer Mehrzahl der Bürger überein, aber nicht mit den anderen Bundestagsparteien. Herzlichen Glückwunsch, Spiegel-Online: Ein Artikel, der die AfD kritisieren soll, wird so bei vielen Lesern unversehens zur Reklame für diese Partei.



4. Der Tagesspiegel erörtert, was die Verwendung und Nicht-Verwendung der Gender-Sprache in Gerichtsurteilen über die politische Gesinnung des Richters verraten könnte: ein gefundenes Fressen für Rechtsanwälte, die gegen ein Urteil Berufung einlegen möchten.



5. Mehr Gleichberechtigung: In der Schweiz soll der Militärdienst auch für Frauen Pflicht werden.



Sonntag, Juli 18, 2021

Männerdiskriminierung bei der Bewerbung: In diesen Branchen gibt es sie – News vom 18. Juli 2021

1. "Studie zeigt, dass Männer in frauendominierten Branchen oft benachteiligt werden" schlagzeilt die Nachrichten-Plattform "Business Insider". Der Beitrag berichtet über eine Studie, die am 9. Mai auf der Grundlage einer englischsprachigen Quelle schon Thema in diesem Blog war, an die aber in einer Gesellschaft erinnert werden sollte, die allein Frauen beruflich benachteiligt sieht:

Die Forschenden um Mark Granberg, Doktorand an der Universität Linköping, wandten eine Methode an, die sich in der Wirtschaftswissenschaft "Correspondence Testing" nennt. Sie verschickten 3200 Bewerbungen fiktiver Kandidatinnen und Kandidaten an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in ganz Schweden. Anschließend analysierten sie die Antworten, die von den Unternehmen folgten. Auch, wenn ein Unternehmen gar nicht reagierte, notierten die Forschenden das.

Granberg und sein Team stellten fest: Die (fiktiven) Männer, die sich auf Jobs in von Frauen dominierten Branchen beworben hatten, wurden häufig diskriminiert. Gemeint sind Bereiche wie Pflege, Kinderbetreuung und die Lehre an einer Vorschule. Die ungleichste Behandlung im Vergleich zu weiblichen Bewerberinnen bekamen die Männer allerdings in einem anderen Feld zu spüren: bei Putzjobs.

"Wir sehen, dass es Hürden gibt für Männer, die in bestimmte Bereiche des Arbeitsmarkts einsteigen wollen", wird Studienautor Granberg in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Überraschend ist, dass es diese Hürden für Frauen, die sich auf Jobs in männerdominierten Branchen bewerben, in dem Maße nicht zu geben scheint. Die (fiktiven) weiblichen Kandidatinnen, die sich als Automechanikerinnen, LKW-Fahrerinnen, IT-Entwicklerinnen oder Lagerarbeiterinnen bewarben, wurden in dem Experiment nicht von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern diskriminiert.

Der Mitteilung von der Universität Linköping zufolge stehen die Ergebnisse der Forschenden im Einklang mit Erkenntnissen aus früheren Studien. Die Studie von Mark Granberg sei allerdings größer angelegt und beleuchte mehr Branchen als vorige Untersuchungen.




2. Für die Grünen im Saarland ist die Welt wieder in Ordnung: Wie es sich gehört, wurde dort jetzt endlich eine Frau an die Spitze gewählt.



3. Die Befreiung der Frau schreitet voran: Das Nürnberger Kindertheater eröffnet einen Menstruations-Parcours.



4. Wie die englische Universität Cumbria herausfand, ist unsere Gesellschaft vielfach noch immer blind für männliche Opfer häuslicher Gewalt – was sehr gut erklärt, warum unsere Kriminalstatistiken im Gegensatz zu Dunkelfeldstudien männliche Opfer fälschlich als Minderheit darstellen:

Eine bahnbrechende neue Studie zeigt, dass die Gesellschaft männliche Opfer häuslicher Gewalt immer noch nicht ohne Weiteres anerkennt und einige von ihnen deshalb ihr Leben verloren haben.

Die Studie untersuchte Tötungsdelikte mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt und fand heraus, dass Möglichkeiten, ihnen zu helfen, aufgrund von geschlechtsspezifischen Vorurteilen und überholten Stereotypen verpasst wurden.

Diese Vorurteile hinderten männliche Opfer daran, ihren Missbrauch zu melden, und hinderten öffentliche Unterstützungsdienste wie die Polizei und das Gesundheitswesen daran, sie als Opfer zu erkennen.

Die Studie untersuchte 22 Domestic Homicide Reviews (DHR), eine Art gesetzlich vorgeschriebener behördenübergreifender Überprüfung, die im Falle des Todes einer Person durchgeführt wird, wenn dieser anscheinend auf häusliche Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung zurückzuführen ist.

Die Studie identifizierte mehrere Befunde, bei denen Gelegenheiten verpasst wurden, männlichen Opfern zu helfen und sie zu unterstützen, einschließlich dem wiederholten Ignorieren von Missbrauchshandlungen der Partnerinnen durch die Dienste und mangelnder professioneller Neugier. Einige der Männer sahen sich stattdessen verdächtigt.

Die Hälfte der Überprüfungen zeigte, dass es den Unterstützungsdiensten an Anleitung fehlte, um männliche Opfer zu identifizieren und zu behandeln, und dass die Verletzungen einer beträchtlichen Anzahl von Männern von der Polizei und anderen Diensten sowie von Freunden und Familie abgetan wurden.

(…) Viele DHRs räumen ausdrücklich ein, dass es keine Angebote für männliche Opfer gibt. "...es waren keine lokalen Einrichtungen bekannt, die sich ausschließlich mit der Unterstützung männlicher Opfer häuslicher Gewalt befassen" (…).

Männer wurden oft eher als Täter denn als Opfer gesehen: "Herr D. wurde oft als Täter gesehen und daher wurden Gelegenheiten verpasst, eine Risikobewertung mit ihm als Opfer durchzuführen ... Herr D. wurde nicht an den örtlichen Spezialdienst für häusliche Gewalt oder das Opferhilfeteam verwiesen, weil er nicht als Opfer erkannt wurde." (Entnommen aus dem DHR von Herrn D., der durch Selbstmord stirbt).

Die Forschung begann als Masterarbeit von Katie Hope, 25, aus Manchester, die jetzt einen Abschluss in Psychologie an der Universität von Cumbria hat.

Katie schickte Anfragen zur Informationsfreiheit an die örtlichen Stadtverwaltungen, um die Bewertungen aufzuspüren. Sie ahnte, dass es eine gewisse Voreingenommenheit geben würde, doch sie war von dem Ausmaß überrascht.

Sie sagte: "Ich war erstaunt über das Ausmaß der Voreingenommenheit und wie wenig Unterstützung einige Männer hatten. Die Einstellung einiger Personen, die den Opfern begegneten, war sehr überraschend. Es war schockierend und unglaublich traurig zu lesen."

Jetzt wurde die Dissertation von der führenden Forscherin für häusliche Gewalt an Männern, Dr. Liz Bates von der University of Cumbria, die Katies Tutorin war und viel dazu beigetragen hat, das Thema der männlichen Opfer häuslicher Gewalt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, in eine veröffentlichte Arbeit umgewandelt. (…) Dr. Liz Bates argumentierte, dass die derzeitigen Dienste für häusliche Gewalt nicht inklusiv arbeiten und dass dies die männlichen Opfer davon abhält, Hilfe zu suchen.

Sie sagte: "Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, wie viele Gelegenheiten verpasst wurden, diesen Männern zu helfen, und dass sie einer Reihe von Barrieren gegenüberstehen, um Unterstützung zu erhalten. Dies ist die erste Analyse dieser Art, und sie gibt einen deutlichen Hinweis darauf, dass wir unseren Ansatz in der Arbeit mit männlichen Opfern ändern müssen."


Die Universität Cumbria zitiert den Männerrechtler Mark Brooks, den Vorsitzenden der ManKind Initiative, zu diesen Erkenntnissen wie folgt:

"Diese bahnbrechende Untersuchung zeigt, dass männliche Opfer von häuslicher Gewalt immer noch zu unsichtbar sind, und für viele dieser Männer hat es sie wahrscheinlich das Leben gekostet. Zu viele Fachleute haben einfach noch nicht erkannt oder verstanden, dass Männer Opfer sein können, und deshalb haben sie offensichtliche Anzeichen übersehen oder nicht die richtigen Fragen gestellt. Wiederholt haben diese Überprüfungen häuslicher Tötungsdelikte dies hervorgehoben, was zeigt, dass es ein systemisches Problem ist. Damit die neuen Gesetze gegen häusliche Gewalt vollständig erfolgreich sind, brauchen wir einen kulturellen Wandel, der diese gesellschaftliche und professionelle Blindheit beendet. Andernfalls wird sich nichts ändern und Chancen, das Leben von Männern zu retten, werden weiterhin verpasst."




Freitag, Juli 16, 2021

KZ-Denkmal für Lesben: Bedenklicher Opferkult – News vom 16. Juli 2021

1.
Am Mittwoch hat die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten bekanntgegeben, dass in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück nun doch ein Denkmal für lesbische Frauen errichtet werden soll. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit. Der Vorgang ist ein Beispiel dafür, wie historische Fakten im Dienste heutiger Identitätspolitik verbogen werden.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Dr. Alexander Zinn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Fritz Bauer Institut zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust, im politischen Magazin CICERO. Der in Gänze lesenswerte Artikel steht erfreulicherweise ohne Bezahlschranke online. Er zeigt, wie die Versuche, Frauen fälschlich zu Opfern zu stilisieren, inzwischen sogar unsere Erinnerung an die Greuel des von den Nationalsozialisten begangenen Völkermords trüben: Auch hier wurden Männer und nicht Frauen wegen ihrer Homosexualität von den Faschisten verfolgt und umgebracht. So lautet dann auch das treffende Fazit dieses Beitrags:

Der Streit um das Lesben-Denkmal ist eines von vielen Beispielen dafür, wie die Geschichte im Dienste einer neuen Opferkultur verbogen wird. Ausgehend von den Universitäten, an denen eine ganze Generation in Fragen von Gender, Queer Politics, Postkolonialismus und Intersektionalität geschult wurde, erleben wir derzeit eine emotional aufgeladene Kulturrevolte, die sich um historische Quellen und deren Kontext wenig schert.




2. Nach der Lufthansa streicht auch die Deutsche Bahn die Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren", während die Tagesschau dabei bleiben möchte.



3.
Die Linke drängt darauf, die Leistungen der Frauen in Haushalt und Familie anzuerkennen und zu entschädigen. Was ist davon zu halten?


Dieser Frage widmet sich Katharina Fontana in der Neuen Zürcher Zeitung. Auch dieser Artikel ist in Gänze lesenswert.



4. 58 Prozent der US-amerikanischen Wähler stimmen der Behauptung zu: "Medien sind der Feind der Bevölkerung".



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

In der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Arbeiterkammer Wien AK FÜR SIE finden sich zwei Beispiele des zeitgenössischen Kampfs um Frauenrechte:

1. Auf Seite 15 ist ein grau hinterlegter Kasten mit der Überschrift "Achtung, Vorurteile im Stelleninserat" zu finden. Dort wird, durch eine universitäre Stimme gestützt, Frauen empfohlen, sich nicht von "sehr männlich besetzte[n] Begriffe[n]" von der Bewerbung auf eine Stelle abbringen zu lassen. Zu sehr männlich besetzten Begriffen zählten etwa der "Marktführer", die "Proaktivität" oder das "Know-how". Ich sag es gleich: Das ist entweder sehr frauenfeindlich oder sehr entlarvend. Frauen lassen sich offenbar von Stellenanzeigen einschüchtern, die aktives Handeln und fundiertes Wissen voraussetzen. Und sollen sich auch bewerben, falls sie es nicht haben? Einfach übertreiben oder gar lügen, so wie es die Chefin unserer Buchhaltung zuletzt in meinem Unternehmen empfahl, weil es "die Männer ja auch so machen"? Interessant ist aber das Framing: Weil eine Firma sich ihres Führungsanspruchs und der Qualität ihrer Produkte oder auch nur ihrer schieren Größe bewusst ist und entsprechende Mitarbeiter sucht, werden die selbstverständlichsten Anforderungen für Bewerber zu "Vorurteilen", wohlgemerkt zu sexistischen Vorurteilen?

2. Auf Seite 28 und 29 findet sich ein Artikel zu einem gendergerechten Park. Das bringt mich etwas aus dem Konzept: Ich dachte, es gibt zwischen Frauen und Männern keine Unterschiede? Spiele, die Jungen gefallen, gefallen auch Mädchen? Mädchen können alles, was Jungen können – sogar besser? Warum also dann gendergerechte Parks? Wenn alle (Genderidentitäten) alles gleichermaßen können, welche Argumente gibt es dann noch für "gendergerechte" Ansätze? Handelt es sich dabei dann nicht um antiquierte (heteronormative) Konzepte? Im Text selbst liest man nur wenig konkret den (sexistischen) Vorwurf, es hätten eben nur Männer diese Parks nach eigenen Interessen geplant (und impliziert ganz sexistisch: Nur Frauen können gute Parks!). Und man liest, dass es eigentlich nicht um Gendergerechtigkeit, sondern um Drogen, Gewalt und Kriminalität geht – wovon ja auch nur Frauen als Opfer betroffen sein können. Männer gehen gerne durch dunkle Parks, in denen sich gewaltbereite Jugendliche mit immer härteren Drogen und immer härteren Waffen herumtreiben. Und man berücksichtigt auch nicht, dass man Parks ganz generell heute anders plant als noch vor 30 oder 40 Jahren – ganz unabhängig von Gender. Am Donaukanal sehe ich jedenfalls genau so viele Männer wie Frauen, die dort Pflanzen anbauen und eine grüne Insel inmitten der Stadt pflegen. Vielleicht sogar mehr Männer als Frauen.

3. Dass die AK FÜR SIE schon seit geraumer Zeit ganz wild und unsystematisch durchgegendert ist, macht sie sehr schwer zu lesen – und in meinen Augen etwas unseriös.




Donnerstag, Juli 15, 2021

NZZ: "Gendern schadet allen, nicht nur der Sprache" – News vom 15. Juli 2021

1. Da die Gendersprache entgegen dem Willen der meisten Bürger immer weiter durchgedrückt wird, bleibt sie vorherrschendes geschlechterpolitisches Thema in vielen aktuellen Beiträgen. Erwähnenswert in dieser Flut ist ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. Dessen Autor, Alexander Kissler, nimmt als Beispiel für die derzeit laufenden "sprachpolitischen Umerziehungsmaßnahmen" den verpflichtenden Leitfaden für die Beschäftigten der Stadt Bonn sowie das von der Stadtverwaltung empfohlene "Genderwörterbuch":

Aus dem Allgemeinmediziner wird die "Allgemeinmedizin praktizierende Person", aus dem Astronauten die "ins Weltall reisende Person", aus dem Autor die "bücherschreibende Person", aus den Bildungsträgern die "Bildungstragenden" und aus Fachwissenschaftern "Fachforschende", aus dem Damenfahrrad das "Fahrrad mit tiefem Einstieg", aus dem Einzelgänger die "alleinlebende Person".

Das generische Maskulinum ist meistens der Feind, da es einer "gerechten, respektvollen und diskriminierungsfreien Sprache" im Weg stehe. Entstanden ist eine Sprache, die dem Verständnis im Weg steht. Wie soll der Bürger künftig auf dem Amt reden, wie darf er sich ausdrücken, ohne als unsensibler Kretin zurechtgewiesen zu werden? Jede Formulierung wird zum Tummelplatz ideologischer Konflikte.

(…) Im Genderdeutsch werden Menschen zu Trägern des Rechts, allzeit beleidigt zu sein. Das Gegenüber wird zur Karikatur des misstrauischen Onkels mit Monokel, dem man es nie recht machen kann. Irgendeine Gruppe wird sich immer nicht mitgemeint, immer ausgegrenzt fühlen, und sei es, um im weltanschaulichen Verdrängungswettbewerb gute Karten zu haben. Die gemeinsame Sprache zählt zu den wenigen Verständigungsmitteln, die eine plurale Gesellschaft zusammenhalten. Wenn ein Terrain der Fallstricke noch die harmloseste Formulierung umgibt, wird alles Reden problematisch.

(…) Es schadet dem Zusammenhalt ebenso wie dem Sprachgefühl, wenn die öffentlichrechtliche "Tagesschau" auf ihren sozialen Kanälen nur "Soldat:innen" und "Politiker:innen" kennt. Es widerstreitet dem Sinn freier Wissenschaft, wenn Universitäten ihren Studenten nahelegen, in Seminaren ebenso wie in Arbeiten durchgehend zu gendern, oder es sogar unter Androhung von Punktabzug einfordern. (…) Im generischen Maskulinum waren alle gemeint – jetzt ist jeder ausgeschlossen, auf den nicht durch Platzhalter hingewiesen wird. Da reiches Denken niemals aus einem verarmten Ausdruck entstehen kann, beschneidet der Genderzwang in der Sprache die Kreativität. Er ist ein Elitenprojekt zum Nachteil aller.




2. Selbst bei einer Abstimmung auf queer.de, einer Website für sexuelle Minderheiten, bevorzugen die meisten unter acht angebotenen Auswahlmöglichkeiten das generische Maskulinum ("Lehrer"). Dahinter folgen "Lehrer*innen" mit Gendersternchen sowie die Beidnennung "Lehrerinnen und Lehrer". Nur 0,6 Prozent können sich für "Lehrxs" begeistern.



3. Gleichberechtigung war vorgestern und Gleichstellung gestern. Heute freut sich der Tagesspiegel: "Es tut sich was in den Berliner Ämtern: Der #Frauenanteil im höheren Dienst liegt inzwischen bei 64 Prozent." Ab wieviel Prozent dürfen die feministischen Ziele denn als erreicht gelten?



4. Der Deutschlandfunk berichtet über den Kampf gegen die männliche Vorhaut sowie den wachsenden Widerstand gegen die Beschneidung.



Mittwoch, Juli 14, 2021

Nicht genderneutral: Lufthansa verzichtet auf "Sehr geehrte Damen und Herren" – News vom 14. Juli 2021

1.
Die Lufthansa will "alle berücksichtigen" – und verwendet nun genderneutrale Sprache. Zur Begrüßung soll es künftig ein "Guten Tag" oder ein "Herzlich willkommen an Bord" geben.


Spiegel-Online berichtet.



2. In Städten wie Bonn, Berlin, Köln, Lübeck, Hannover, Dortmund und Bremen halten die Verwaltungen ihre Mitarbeiter an, nur noch "gendergerechte" und "diskriminierungsfreie" Ausdrücke zu verwenden, also etwa "auskundschaftende Person" statt "Spion", "Person, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellt" statt Arbeitgeber, "Angehörige rechtsberatender Berufe" statt Anwälte, "Beirat für das 3. Lebensalter" statt Seniorenbeirat, "Terrorisierende" statt Terroristen, "treffsicherste Person" statt Schützenkönig und "Fisch fangende Person" oder "Angelmensch" statt Angler.

Grundlage für die Neuschöpfungen sind von Aktivisten erstellte Leitfäden wie der durch Steuermittel geförderte Diversity-Sprachführer "Genderleicht". Dort werden Wörter wie "Drachen" zu "Drachin" oder "Wichtel" zu "Wichtel*innen" umgewandelt. Seit dem Jahr 2018 hat das von Journalisten geführte Projekt insgesamt 273 524 Euro vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erhalten.


Jetzt wird wenigstens klar, warum für Projekte wie das Forum Soziale Inklusion das Geld fehlt.

Im verlinkten Artikel der Bildzeitung heißt es weiter:

Eine BILD-Anfrage hat ergeben, dass in den Verwaltungen von Bonn, Köln, Lübeck und Hannover das Gendern der Sprache verbindlich ist. Das bedeutet: Die Mitarbeiter müssen sich an die Sprachleitlinien halten.

In dem Lübecker Leitfaden wird Frauen sogar vorgeschrieben, wie sie über sich selbst reden sollen: Wenn Frauen von sich "in der männlichen Form" redeten – etwa sagen "ich bin jemand, der" – dann stünden sie "nicht zur ihrer Weiblichkeit", liest man dort.


Bemerkenswert, wie Feministinnen hier Geschlechtergrenzen festzementieren, statt sie aufzusprengen.



3. Für "Die Welt" hat der Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske das Gender-Deutsch im Wahlprogramm der Grünen untersucht. Seine Erkenntnisse:

Das gesamte 110-seitige Wahlprogramm ist gegendert, und zwar nach einem radikalen Konzept, das weder mit der geltenden Rechtschreibung des Deutschen noch mit wesentlichen Regeln der Grammatik übereinstimmt. Der Rat für deutsche Rechtschreibung, in dem alle deutschsprachigen Länder vertreten sind, hat seine Zustimmung zu solch weitreichenden Plänen verweigert. Man kann es kühn nennen, was die Grünen hier unternehmen. Ein Luftballon, ein Test auf die Toleranz der Sprachgemeinschaft? Man sollte das nicht unterschätzen. Es ist die praktizierte Vorstufe eines Sprachdiktats.

(…) Alle maskulinen Personenbezeichnungen werden gegendert. In diesem Text geschieht dies weit über 300-mal. (…) Es entsteht der Eindruck, dass sie alle aus dem deutschen Wortschatz verdrängt werden sollen. Heißt der Soldat künftig immer die Soldat*in, der Arzt die Ärzt*in? (…) Nur Juden und Christen werden nicht gegendert. Da ist überraschend von Jüdinnen und Juden die Rede, von Judenhass und Judenfeindlichkeit. Christen kommen gar nicht vor.

(…) Eine sprachwissenschaftliche Analyse erkennt zwei Typen der gendermäßigen Umgestaltung: den Typ Bürger*in (aus Bürger) und den Typ Bürgerinnenbeteiligung beziehungsweise Bürgerinnennähe. Im ersten Fall ersetzt die feminine Form (mit in-Suffix) die maskuline. Der Genderstern soll andeuten, dass keine ausschließlich weibliche Person gemeint ist, wie es das Movierungssuffix bestimmt. Quasi eine gewaltsame Umkehrung des generischen Maskulinums in ein generisches Femininum. Endlich Gerechtigkeit! Bisher kannten wir das nur bei Tieren. Generisch feminin sind zum Beispiel die Katze, die Ente, die Kröte, die Ameise, die Giraffe. Bei Personen gab es das bisher nicht.

Anscheinend soll es künftig im Deutschen keine Soldaten, Bürger, Ärzte, Polizisten, Kunden, Europäer mehr geben, nur noch Soldat*innen, Bürger*innen, Ärzt*innen, Polizist*innen, Kund*innen und Europäer*innen. Immerhin sind dies Wörter, die schon vorhanden sind, nur eben in anderer Bedeutung, eben nur für weibliche Personen.

Anders die Zusammensetzungen mit gegenderten Bestimmungswörtern. Das ist linguistisches Neuland. Denn im Kompositum ist das Genus der Substantive neutralisiert. In der Regel stehen hier nur Grundwörter. Beim Ärztekongress sind alle dabei, die den Arztberuf ausüben. Hier wird eben nicht nach Frau oder Mann gefragt. Mit diesen unzähligen, regelwidrigen Umbauten verlassen die Grünen das System der deutschen Grammatik.

(…) Nur an wenigen Stellen sind Reste des gestrigen Deutsch stehen geblieben, so bei den Beraterverträgen, die jetzt Berater*innenverträge heißen müssten. Wir freuen uns, dass es die Fahrgastrechte und die Vorreiterrolle noch gibt, auch Unternehmerketten, Mindestkurzarbeitergeld und Verbraucherschutz. Wir sind dankbar für die vertraute Künstlersozialkasse und die Verbraucherzentrale und wundern uns nur, warum "Berufsverbrecher" in Anführungszeichen gesetzt sind. Immerhin hat der Player das Gendern überlebt, während der Whistleblower aus dem vorläufigen Wahlprogramm zur Whistleblower*in mutiert ist.

Auch andernorts schaut die Ideologie aus allen Löchern. Alleinerziehende heißen nun Ein-Eltern-Familien, dazu gibt es die Mehr-Eltern-Familien und die Zwei-Mütter-Familien.

Genug, ziehen wir Bilanz: Die Grünen meinen es ernst mit dem radikalen Gendern. In dem endgültigen, seit wenigen Tagen "lektorierten" offiziellen Wahlprogramm bekennen sie Farbe. So und nur so wollen sie in der deutschen Sprache Geschlechtergerechtigkeit einführen. Sie scheren sich nicht um die Bedenken des Rats für deutsche Rechtschreibung. Sie fragen nicht nach Lesbarkeit, nach Vorlesbarkeit, nach Verständlichkeit, nach den Regeln der Grammatik und nach der Tradition einer Sprache.




4. Die grüne Bundestagsspitzenkandidatin, Katharina Beck "will weniger Autos, weil die Männersache sind", spitzt die Bildzeitung in einer Schlagzeile zu. Beck glaube nämlich

"dass eine feministisch gedachte Mobilität bedeutet, die männliche Dominanz der Autos in Städten zurückzudrängen". So steht es tatsächlich in der Ankündigung für eine Online-Diskussionsveranstaltung der Nord-Grünen.

Übersetzt heißt der gewundene Satz: Nur Männer sind schuld, wenn der Verkehr zusammenbricht. Weil sie diejenigen sind, die dem Auto alles unterordnen. Und: Frauen machen das alles besser.


In etwas mehr als zwei Monaten wird dies zum Weltbild der deutschen Bundesregierung gehören.



5.
Wenn man von Annalena Baerbock etwas lernen kann, dann dies: Nichts ist dümmer als eine Quote, die das Geschlecht vor sämtliche andere Qualitäten stellt. Der WDR zieht keine Lehren, sondern befragt lieber eine "Expertin", die uns erklärt, dass eigentlich die Männer schuld sind.


In dem Artikel von Cora Stephan heißt es weiter:

Schuldig ist nicht die Kandidatin, sondern ihre Kritiker, denn dabei könne es sich ja nur um toxische weiße Männer handeln, die nicht möchten, dass das "männliche System in der Politik in Frage" gestellt wird. Sagt wer? Sagt eine Politikwissenschaftlerin namens Dorothee Beck, die zu "Politik, Medien und Geschlecht" forscht und vom WDR als Expertin befragt wurde.

(…) Tja, liebe Männer. Es hat alles nichts genützt. Ihr habt den Damen den Vortritt gelassen, habt noch nicht einmal gemuckt, als Annalena meinte, sie komme vom Völkerrecht, ihr Kollege Robert Habeck ja eher aus dem Schweinestall. Ihr lasst euch seit Jahren erzählen, Frauen könnten alles, nur noch besser: und dann das. Ein "Angriff" auf die Frau, die Kanzlerin werden will, wozu offenbar auch der leiseste Zweifel an ihrer Befähigung gehört, "ist ein kritischer Ausnahmezustand, der beendet werden soll." Sagt Beck.

(…) Experten, wie wir wissen, werden gern gefragt, weil sie unparteiisch sind und über den Niederungen der Politik schweben, weshalb ihren Aussagen eine gewisse Objektivität unterstellt wird. Heutzutage ist natürlich jeder Experte, der sich dazu berufen fühlt. Frau Beck aber schwebt ganz gewiss nicht über allem, sondern sie arbeitet – wer hätte das gedacht – für die grünennahe Heinrich-Böll-Stiftung, jene Stiftung, die Annalena Baerbock mit gut 50.000 Euro alimentiert hat. Ob der WDR das wirklich nicht gewusst hat, als er die "Expertin" befragt hat?




6. Hubert Ulrich, der sich dreisterweise trotz des Frauenstatus der Grünen zum Spitzenkandidaten der Partei im Saarland wählen ließ, verzichtet auf seine Kandidatur:

Er gehe fest davon aus, dass es am Samstag zu einer Neuwahl der Liste kommen und dann eine Frau gewählt werde. "Hätte ich gewusst, welche Verwerfungen es gibt, hätte ich auch vorher nicht kandidiert", sagte Ulrich am Rande einer Verhandlung vor dem Landgericht Saarbrücken.




7. 28 Prozent der männlichen Zuschauer fühlen sich vom Programm der britischen BBC nicht mehr reflektiert und haben den Eindruck, dass Menschen wie sie in diesem Programm nicht mehr vorkommen.



Dienstag, Juli 13, 2021

US-Demokraten gehen auf Distanz zu den woken Linken – News vom 13. Juli 2021

Ich erweitere im Sommerloch dieses Blog thematisch mal ein bisschen und weise stärker als sonst auch auf Meldungen hin, die über die reine Geschlechterdebatte hinausgehen.



1. In einem Artikel der Zeitschrift "Stern" berichtet Niels Kruse über wachsende Distanzierungen zur "woken" Bewegung:

Mittlerweile kommt auch in Deutschland kaum noch jemand an den Aufgeregtheiten der Identitätspolitik vorbei. Der "Spiegel" titelt in seiner neuen Ausgabe: "Aufstand gegen den alten weißen Mann. Gendersprache, Quoten, Tabus – Fortschritt oder neue Ungerechtigkeit?" In der Geschichte selbst wird eine Studie der Uni Münster erwähnt, die "erstmals den Nachweis erbracht hat", dass Identitätspolitik spaltet. Und zwar europaweit. "Der Politik empfehlen wir daher, sich nicht auf eine Seite der polarisierten Positionen zu schlagen", heißt es darin, die einer Aufforderung zu aalglattem Opportunismus gleicht.

Doch ausgerechnet in den USA, wo es an identitätspolitischen Haltungen – egal ob rechte oder linke – schon lange kein Vorbeikommen mehr gibt, beginnen manche Wahlkämpfer, den Rat zu beherzigen. Es sind auch noch die Demokraten, die beginnen, sich von "woken" Ideen und Vertretern zu distanzieren. "Woke" heißt soviel wie wachsam, erwacht, aufmerksam und ist eine Weiterentwicklung von "politisch korrekt". Menschen, die "woke" sind, gendern und prangern Rassismus an, sie fordern Quoten für Minderheiten und sensible Sprache. Im Grunde führen sie nur eine Art Kampf für mehr Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung. Doch ihr Selbstverständnis und die Wahl der Waffen stoßen zunehmend auf Kritik, selbst bei Linken und Linksliberalen.


Hier geht es weiter.



2. Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit dem Sinn von Triggerwarnungen, um Menschen vor den Emotionen zu schützen, die Kunstwerke oft erzeugen können und sollen.

Zum selben Thema schreibt auch Anna Schneider in der "Welt" – leider hinter einer Bezahlschranke. Eine Passage daraus:

Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie formulierte es vor Kurzem auf ihrer Website unter dem Titel "It Is Obscene: A True Reflection in Three Parts" so: Es gäbe nun eine Generation junger Menschen in den sozialen Medien, die sich so sehr davor fürchteten, die falschen Ansichten zu haben, dass sie sich der Möglichkeit, selbst zu denken, zu lernen und zu wachsen, beraubten. "Ich habe mit jungen Menschen gesprochen, die mir erzählten, dass sie sich davor fürchteten, überhaupt zu twittern, dass sie ihre Tweets wieder und wieder lesen, weil sie Angst haben, attackiert zu werden", schreibt Adichie.




3. Bei Heise erörtert Jennifer Neda John, warum die Generation Z, von der Adichie spricht, gleichzeitig besonders gerne auf Fake News im Netz hereinfällt.

Eine Teenagerin richtet ihr Handy auf ihr Gesicht und blickt ernst in die Kamera. Eine Schrift blendet sich auf ihrem Kapuzenpulli ein mit einer bedrohlichen Warnung: Wenn Joe Biden zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, werden fanatische Trump-Anhänger ("Trumpies") Massenmorde an LGBT-Personen und an Farbigen begehen. Eine zweite Bildunterschrift verkündet: "Das ist der 3. Weltkrieg in echt." Das Video wurde am 2. November 2020 auf dem Videoportal TikTok gepostet und mehr als 20.000 Mal geliked. In dieser Zeit verteilten Dutzende anderer junger Menschen ähnliche Warnungen in den sozialen Medien, und ihre Beiträge erhielten Hunderttausende Likes und Kommentare.

Natürlich waren die Behauptungen eindeutig falsch. Warum sind dann so viele Mitglieder der Generation Z – eine Bezeichnung für Menschen im Alter von etwa 9 bis 24 Jahren, die vermutlich digital versierter sind als ihre Vorgänger – auf solch eklatante Fehlinformationen hereingefallen?

(…) Soziale Medien begünstigen (…), dass man eher einzelnen Persönlichkeiten vertraut. Dadurch gewinnen Influencer an Autorität. Allein, weil sie wie ihre Follower aussehen und sprechen, wird ihren Aussagen vertraut – auch bei Themen, für die sie keine Expertise haben. Laut einer Umfrage von Common Sense Media wenden sich 60 Prozent der Teenager auf YouTube eher Influencern zu als Nachrichtenorganisationen, um aktuelle Ereignisse zu verfolgen. So werden Behauptungen von Meinungsmachern oft als Fakten gewertet – während Fachexperten darum kämpfen müssen, gehört zu werden.


Dieses Problem ist leider weder auf die Generation Z noch auf die "sozialen Medien" begrenzt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Das war einer der Hauptgründe, warum das Gerücht über drohende, massive Gewalt nach der Wahl viral ging. Die Personen, die solche Warnungen teilten, wirkten auf ihr Publikum sehr glaubwürdig. Viele von ihnen waren divers oder offen Teil der LGBT-Gemeinschaft, und ihre früheren Beiträge behandelten vertraute Themen wie Familienkonflikte oder Probleme beim Matheunterricht. So vermittelten sie ein Gefühl, ähnliche Erfahrungen wie ihre Follower gemacht zu haben, wodurch es leicht fiel, ihnen zu glauben – auch, wenn sie keine Beweise für ihre Behauptungen hatten.




4. Nach einem Beschluss des schleswig-holsteinischen Landesarbeitsgerichts in Husum stelltt das Gendersternchen keine sexistische und rassistische Diskriminierung dar.

Die klagende Person hatte unter Berufung auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aufgeführt, "wegen ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität oder ihrer Rasse oder wegen ihrer Schwerbehinderung" diskriminiert worden zu sein. Begründung: Der Begriff "Bewerber*innen" ziele auf den Aspekt Geschlecht ab. Der Vorwurf des Rassismus war laut dem Beschluss des Arbeitsgerichts aufgekommen, weil die klagende Person argumentierte, dass "zweigeschlechtlich geborene Menschen in der Vergangenheit in verschiedenen Gesellschaften unter diesem Gesichtspunkt verfolgt" worden seien.


Ich stelle fest, der Umgang mit dem Sexismus- und Rassismus-Vorwurf wird immer kreativer.



5. Ernst zu nehmen hingegen ist ein Beitrag, in dem sich der Buchautor und Blogger Gunnar Kunz mit unserer sexistischen Justiz beschäftigt. Der lesenswerte Beitrag wurde anlässlich des Gender Empathy Gap Days veröffentlicht.



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