Montag, Juni 29, 2026

Beruf des Lehrers immer stärker von Frauen dominiert

1. Eine Auswertung der Neuen Zürcher Zeitung zeigt, dass es zunehmend zu einer Schule ohne Männer kommt, was für Jungen problematisch sein kann.



2. Im Berliner Tagesspiegel (nur im Anriss online) hält es Christoph von Marschall für notwendig, dass die EU Männern aus der Ukraine keinen Zuflucht mehr gewehrt. Die jungen Männer müssten für einen Sieg der Ukraine geopfert werden: "Wer den militärischen Erfolg der Ukraine möchte, darf ihr nicht die kämpfenden Männer vorenthalten und, wenn man es ganz hart formuliert, Beihilfe zum Desertieren leisten."

Für die Berliner "taz" sind Menschenrechte hier wichtiger als für Christoph von Marschall und den Tagesspiegel. Sie bezeichnet den Kurs der EU als eine Bankrotterklärung:

Es ist kaum zu fassen. Während der Krieg mit Russland eskaliert und immer mehr ukrainische Männer nach Europa flüchten, fasst die EU einen Beschluss, der Wehrpflichtige zurück an die Front zwingen soll. Brüssel macht sich zum Vollstreckungsgehilfen der ukrainischen Wehrbehörden.

(…) Damit ist die Jagd auf Kriegsdienstverweigerer und "Fahnenflüchtlinge" eröffnet – mit freundlicher Unterstützung aus Brüssel. Weil der Ukraine die Soldaten ausgehen, wollen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Innenkommissar Magnus Brunner mit einem Verwaltungsakt nachhelfen.

Doch hier geht es um weit mehr als einen Verwaltungsakt. Die EU bricht ein Schutzversprechen, das sie den Ukrainern bisher wie selbstverständlich gewährt hat. Nach dem Geheimtreffen mit den Taliban in Brüssel ist dies bereits der zweite schlimme Tabubruch binnen einer Woche.

Auch diesmal handelt Brüssel auf Druck der Mitgliedstaaten, auch diesmal kommt Deutschland eine unrühmliche Vorreiterrolle zu. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat als Erster mit den Taliban gedealt, und er hat wiederholt gefordert, ukrainische Männer abzuweisen.

Die EU fügt sich aber auch den Wünschen der Ukraine. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Armee monatlich bis zu 34.000 Mann. Das reicht jedoch nicht aus, um die massiven Verluste an der Front auszugleichen. Deshalb wurde nun der Marschbefehl aus Brüssel fällig.

Mit den hehren Prinzipien der EU ist all das nicht zu vereinbaren. Der Europarat hatte noch am Donnerstag davor gewarnt, den Schutz von Flüchtlingen auszuhöhlen – er wurde nicht erhört.




3. Aus Russland wird derweil folgendes berichtet:

In der russischen Region Pensa sorgen Videos mutmaßlicher Rekrutierungsrazzien für Aufsehen. Sie zeigen Männer in Kleinbussen, verzweifelte Angehörige vor Militärkommissariaten und aufgebrachte Passanten, die Uniformierte zur Rede stellen. Die Aufnahmen stehen exemplarisch für ein größeres Problem des Kremls: Russland braucht neue Soldaten für den Ukraine-Krieg, will aber eine neue offene Mobilmachung vermeiden.

Eine der zentralen Aufnahmen führt direkt vor das Militärkommissariat in der Skladskaja-Straße in Pensa. Nach Recherchen des Tagesspiegel sitzen dort mehrere Männer in Zivil in einem weißen Kleinbus, während Frauen vor dem Fahrzeug versuchen, die Abfahrt zu verhindern. Eine von ihnen ruft auf Russisch "Wofür?", eine andere will wissen, ob die Männer ihre Militärverträge freiwillig unterschrieben haben. (…) Genau diese Vorgehensweise bezeichnen Beobachter als Schattenmobilisierung: Männer werden nicht offiziell eingezogen, sondern unter Druck dazu gebracht, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben. Formal gelten sie danach als Freiwillige. Politisch ist das für den Kreml entscheidend, weil dadurch kein neuer Mobilisierungsbefehl nötig wird.

(…) Besonders brisant sind Berichte von Familienangehörigen. Eine Frau sagte Mediazona, ihr Mann sei bereits in das von Russland besetzte Mariupol gebracht worden. Er habe ihr erzählt, man habe ihm neue Dokumente ausgestellt und ihn zum Unterschreiben eines Vertrags gezwungen. Gegenüber Meduza schilderte eine Mutter einen ähnlichen Fall: Ihr Sohn habe sie noch anrufen können und leise gesagt, er werde in die Ukraine gebracht. Auf ihre Frage, warum er unterschrieben habe, habe er geantwortet: "Ich musste."

Wie dieses System funktionieren kann, zeigt ein Fall aus Sursk in der Region Pensa. Mediazona sprach mit dem 51-jährigen Wladimir Podkowyrkin. Er berichtet, Polizisten hätten ihn unter dem Vorwand einer fehlenden Registrierung zum Wehramt gebracht. Dort habe er mehrere Formulare unterschrieben, von denen ihm gesagt worden sei, sie dienten lediglich der Erfassung seiner Daten. Kurz darauf sei ihm eröffnet worden, dass er einen Militärvertrag unterschrieben habe. Noch am selben Tag sei er nach Rostow gebracht und wenig später an die Front geschickt worden.


Einer Schätzung von Anfang Juni zufolge hat Putin bei seinem Überfall auf die Ukraine bislang eine halbe Million eigener Männer in den Tod geschickt.



4. Die Grünen ziehen Konsequenzen aus dem Fall Gelbhaar:

Die Arbeit von Beschwerdestellen soll auf eine einvernehmliche Einigung zwischen den Betroffenen abzielen und keine Sanktionen verhängen können. (…) Eine interne Kommission hatte der Partei vor rund einem Jahr ein vernichtendes Zeugnis für ihren Umgang mit dem Fall Gelbhaar ausgestellt. (…) Das damals genutzte Ombudsverfahren leide "an fehlender innerparteilicher Legitimität, an fehlenden Verfahrensstrukturen und einer fehlenden Verfahrensordnung sowie an erheblichen rechtsstaatlichen Defiziten und Definitionsmängeln", hatte die Kommission festgestellt. Die Nutzung des Ombudsverfahrens für politische Zwecke sei klar erkennbar gewesen. Gelbhaar habe sich nicht erklären und verteidigen können.




5. Colleen Fernandes fürchtet, dass ihr ein "Christian-Ulmen-Ultra" eine Kugel in den Kopf jagt.



6. Nach einem Rückzug der Hauptzeugin wurde eine Vergewaltigungsklage gegen Harvey Weinstein fallengelassen.



7. Die "taz" ist weiterhin entsetzt darüber, dass junge Männer "häufiger rechtsextreme, autoritäre, menschenfeindliche und antifeministische Einstellungen vertreten als junge Frauen." Die Frage, was linke, demokratische und feministische Parteien jungen Männern in den letzten Jahrzehnten gebracht haben, vermeidet der Artikel. Die Antwort wäre auch extrem unangenehm. Stattdessen beklagt der Interviewpartner Nico Mokros: "Gerade auf Social Media wird ja Gleichstellung, eine liberale Einstellung und Feminismus als Schuld an der vermeintlich schlechteren Position von Männern gesehen. Das ist genau die Gefahr. Vor allem, weil Feminismus gerade für die Reflexion von Männlichkeit viele wertvolle Ansätze bietet."



8. Eine von der CSU geplante Vorschrift, die Hochschulen untersagen sollte, von Studenten die Gendersprache in Prüfungen zu verlangen, wurde von den Freien Wählern in letzter Minute blockiert.



9. Die "taz" berichtet über einen weiteren feministischen Triumph: Die Artemis-II-Crew hat einen Mondkrater nach der verstorbenen Frau des Astronauten Reid ­Wiseman benannt. Das verkleinere den Gender-Crater-Gap und damit eine "entsetzliche Lücke".



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Freitag, Juni 26, 2026

"Bei der Benachteiligung von Männern arbeiten Konservative und Feministinnen zusammen"

Viele aus dem konservativen bis rechten Lager behaupten, im Wesentlichen habe der Feminismus zum Leid der Männer beigetragen. Feministinnen hingegen argumentieren, sie hätten Männer von starren Rollenklischees befreit, dank ihrer Weltsicht dürften Männer jetzt zum Beispiel auch Schwäche zeigen oder Anteile ihrer Persönlichkeit ausleben, die früher allein Frauen zugestanden wurden. Beide Lager blenden ihren eigenen Anteil am Problem häufig aus. Ein neuer Diskussionsbeitrag im Reddit-Forum der linken Männerrechtler hat die Benachteiligungen von Männern analysiert und vertritt die These, im Wesentlichen beruhten sie auf dem Zusammenwirken von Feministinnen und Konservativen. Spannend genug, um diese Sicht ins Deutsche zu übersetzen – zumal ich persönlich finde, dass sie den Nagel auf den Kopf trifft.



Die meisten Menschen im linken Spektrum gehen davon aus, dass der Einsatz für Männerrechte automatisch bedeutet, dass man rechts ist.

Dieses Dokument beweist das Gegenteil – mit Daten. Der traditionelle Konservatismus ist selbst eine der Hauptquellen für den Schaden von Männern. Männer, die in die Politik der Republikaner flüchten, weil der Feminismus der sichtbare Feind ist, begehen einen schweren strategischen Fehler. Sie verlassen eine Schadensquelle und rennen direkt in eine andere.

Hier ist die vollständige Aufschlüsselung.

Ich bin 60 dokumentierte Benachteiligungen von Männern durchgegangen und habe jede einzelne nach ihrem ideologischen Ursprung kategorisiert: traditioneller Konservatismus, Feminismus oder beide Ideologien im Zusammenspiel.

Die Ergebnisse:

* Nur traditioneller Konservatismus: 9 Probleme (15 %)

* Nur Feminismus: 23 Probleme (38 %)

* Beide Ideologien zusammen: 28 Probleme (47 %)

In der 47-%-Spalte "Beide" befinden sich die tödlichsten Probleme. Schauen Sie sich an, was darin enthalten ist, bevor Sie eine politische Schlussfolgerung ziehen.

Was der traditionelle Konservatismus aufgebaut hat:

Dies ist der Teil, den die meisten linken Diskussionen über Männerthemen korrekt identifizieren – aber selten vollständig dokumentieren.

* Konditionierung zu "Sei ein Mann!" / "Reiß dich zusammen" / Stoizismus: Emotionen = Schwäche = beschämend. Dies ist die direkte kulturelle Ursache dafür, dass Männer psychologische Hilfe meiden. Das kam nicht vom Feminismus. Es entstand aus einer jahrhundertealten konservativen Männlichkeitsideologie. [Jordan Peterson und Andrew Tate arbeiten auf dieser Schiene. -A.H.]

* Die Doktrin der männlichen Opferbereitschaft/Entsorgbarkeit: Das Leben von Männern wird als Systemmerkmal unter das von Frauen und Kindern eingestuft. "Frauen und Kinder zuerst" ist viktorianische Ritterlichkeit – keine feministische Politik.

* Die Beschneidung von männlichen Säuglingen: Religiöse und kulturelle Traditionen setzen sich über die körperliche Autonomie hinweg. Keine ernstzunehmende konservative Bewegung stellt dies infrage.

* "Man schlägt keine Frau, selbst nicht zur Selbstverteidigung": Ritterlichkeit nimmt Männern das Recht, sich gegen weibliche Gewalt zu verteidigen, und stellt diesen Entzug dann als Tugend dar.

Wo der Feminismus sein eigenes Versprechen gebrochen hat:

Der Feminismus hat ausdrücklich Gleichberechtigung versprochen. Dieses Versprechen wurde selektiv eingehalten.

* Das Duluth-Modell [zur Bekämpfung häuslicher Gewalt] definiert Männer rechtlich immer als Täter und Frauen immer als Opfer – die Entwicklerin Ellen Pence baute es auf der "Patriarchatstheorie" auf, nicht auf Beweisen darüber, wie Gewalt tatsächlich abläuft.

* Die VAWA-Finanzierung (Violence Against Women Act) wurde durch feministische Lobbyarbeit explizit geschlechtsspezifisch gestaltet – männliche Opfer häuslicher Gewalt sind von staatlich finanzierten Frauenhäusern rechtlich ausgeschlossen.

* Murray Straus, der Forscher, der dokumentierte, dass häusliche Gewalt bidirektional ist, wurde von feministischen Akademikern beruflich zum Schweigen gebracht und angegriffen, weil er Daten veröffentlichte, die dem ideologischen Rahmen widersprachen.

* Erin Pizzey gründete das weltweit erste Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt und versuchte, es auch für männliche Opfer zu öffnen. Feministische Aktivistinnen schickten ihr Todesdrohungen.

* Claudia Goldins Nobelpreis-Forschung bestätigte, dass das Lohngefälle verschwindet, wenn die geleisteten Arbeitsstunden gleich sind – Feministinnen forderten gleichen Lohn für ungleiche Leistung und bezeichneten jede Erwähnung des Produktivitätsunterschieds als "Frauenfeindlichkeit".

Was beide zusammen aufgebaut haben – die Probleme mit Todesfolge:

Dies sind keine Scharmützel im Kulturkampf. Hier geht es um Todesfälle und zerstörte Leben.

* Die Suizidrate bei Männern ist 3,5- bis 4,5-mal höher als bei Frauen: Der traditionelle Konservative sagt, Männer bitten nicht um Hilfe. Die feministische Finanzierung der psychischen Gesundheit priorisiert Frauen. Männer sterben in aller Stille, während keine der beiden Seiten dies als politische Priorität behandelt.

* 93 % der Todesfälle am Arbeitsplatz betreffen Männer: Der traditionelle Konservatismus hat das System "Männer machen gefährliche Jobs" aufgebaut. Der Feminismus kampagnierte für Gleichberechtigung in den Vorstandsetagen und forderte kein einziges Mal Gleichberechtigung im Bergbau, in der Forstwirtschaft, der Fischerei oder im Dachdeckerhandwerk.

* 70–85 % der Obdachlosen sind Männer: Der traditionelle Konservative sagt, Männer müssen autark sein. Die feministische Heimgesetzgebung priorisiert explizit Frauen und Kinder. Alleinstehende Männer kommen an letzter Stelle.

* Männer erhalten für identische Verbrechen 63 % längere Gefängnisstrafen: Der traditionelle Konservatismus stellt Männer als voll verantwortliche moralische Akteure dar. Feministische Interessenvertretung fordert Strafmilderung für Frauen. Beide Ansätze führen zu demselben ungerechten Ergebnis.

* Die Kluft bei der Lebenserwartung: Männer sterben 5–7 Jahre früher – ohne dass es auch nur ansatzweise eine politische und finanzielle Infrastruktur gäbe, wie sie für die Gesundheit von Frauen existiert.

* Selective Service (Wehrpflichtregistrierung in den USA): Nur für Männer, Gefängnis bei Verweigerung: Der traditionelle Konservatismus schuf die Wehrpflicht nur für Männer, und feministische Organisationen kämpften aktiv dafür, dass dies so bleibt.

Das Muster:

Der traditionelle Konservatismus hat die männliche Opferbereitschaft als Systemmerkmal eingebaut. Der Feminismus hat dieses System übernommen, jeden Teil behalten, der Frauen nützt, und nur die Teile abgebaut, die Frauen einschränkten.

Der traditionelle Konservatismus hat den Käfig gebaut. Der Feminismus hätte das Schloss aufbrechen müssen – sie haben Gleichberechtigung versprochen. Stattdessen haben sie das Schloss behalten und den Schlüssel für sich selbst genommen.

Die tödlichsten Antimänner-Ressentiments sind fast immer die, bei denen beide Ideologien übereinstimmen und sich gegenseitig verstärken. Deshalb fühlen sich diese Probleme unlösbar an – man kämpft gleichzeitig gegen ein Tag-Team aus der Rechten und der Linken.

Die politische Schlussfolgerung:

Männer haben keine Partei, die ihre Interessen wirklich vertritt.

* Die Republikaner zelebrieren die männliche Opferbereitschaft – "Reiß dich zusammen" ist ihre kulturelle Marke. Sie haben die Regierung mehrfach kontrolliert und den Selective Service nie angerührt, das Schuldgefängnis für Kindesunterhalt nie reformiert und die Suizidkluft bei Männern nie als politische Priorität behandelt.

* Die Demokraten kontrollieren die psychosoziale Versorgung, die Bildungspolitik und die Finanzierung von Hilfen bei häuslicher Gewalt – all das schließt Männer systematisch aus oder depriorisiert sie. Die Linke hatte Jahrzehnte Zeit, das Duluth-Modell, die geschlechtsspezifischen Ausschlüsse des VAWA und die Obdachlosigkeitskrise von Männern zu beheben. Sie hat es nicht getan.

Männerrechte sind keine konservative Angelegenheit. Aber sie sind auch keine Angelegenheit der Demokraten. Der erste Schritt besteht darin, sich weigern so zu tun, als sei eine der beiden Parteien ein Verbündeter, wenn die Beweise das Gegenteil besagen.


Darauf folgt ein Link zu einer Aufschlüsselung von sechzig Benachteiligungen, die Männer erleiden und ihrer Zuordnung zu ihrer Ursache im politischen Spektrum.

Darunter wird der Beitrag von anderen Reddit-Besuchern diskutiert.



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Donnerstag, Juni 25, 2026

CICERO beklagt feministischen Männerhass

1. Im feministischen Milieu treibe der Hass auf Männer paradoxe Blüten, beklagt Professor Bernd Stegemann im politischen Monatsmagazin CICERO. "Möglich macht das eine altbekannte Methode: Man verwendet nur die Statistiken, die ins eigene Weltbild passen." In dem Artikel heißt es weiter:

Jüngst forderte anlässlich der Fernandes-¬Affäre eine Spiegel-Kolumnistin, neue feministische Gebote einzuführen: Es soll Ausgangssperren für Männer geben. Es soll ein Alkoholverbot für Männer geben. Und alle Männer sollen ab dem 18. Lebensjahr alle paar Jahre ein Antiaggressionstraining absolvieren müssen.

Wie ernst sie ihre Forderungen meint, zeigt ein raffiniertes Detail. Der Personalausweis wird Männern nur noch dann ausgehändigt, wenn der Antiaggressionskurs besucht wurde. Nur wer den Führerschein für Männer bestanden hat, darf dann bei Tageslicht und ohne Alkohol das Haus verlassen. Ein Social-Media-Verbot für Männer will die Kolumnistin übrigens auch zumindest diskutieren.

Die Verhaustierung des Mannes ist in linken Kreisen verbreitet, und was manche als Satire über das Leben im Feminat unterhaltsam finden könnten, hat einen politisch relevanten Unterbau. Die Unterdrückungsfantasien werden mit einem Strauß von statistischen Pseudowahrheiten begründet, wodurch der Anschein einer faktenbasierten Debatte suggeriert wird. Doch getreu der alten Politikerweisheit werden nur die Statistiken verwendet, die zuvor für die eigenen Absichten passend gemacht wurden.

(…) Das feministische Milieu der Migrationsfreundinnen hat nun die Trickserei mit der Statistik um eine neue Wendung erweitert. Es wird noch immer geleugnet, dass von migrantischen jungen Männern ein erhöhtes Gewaltrisiko ausgeht. Aber zugleich wird die zunehmende Gewalt gegen Frauen beklagt.

Addiert man beide Forderungen, kommt man zu dem paradoxen Männerhass der letzten Monate: Alle Männer sind Täter, aber der Anteil der Migranten darf nicht gesehen werden. Darum müssen alle Männer überwacht werden, aber die Migranten dürfen auf keinen Fall unter Verdacht gestellt werden.

Die Pointe ist verrückt. Zuerst setzt das Open-­Borders-Milieu durch, dass die Grenzen für alle Migranten geöffnet werden und sie bleiben können, dann stellt es wachsende Gewalt gegen Frauen fest. Es macht dafür aber nicht die ungesteuert einwandernden Migranten verantwortlich, sondern die einheimischen deutschen Männer. Mit diesem Kunststück der Statistikfälschung erreichen die wütenden Frauen zwei Ziele zugleich: Sie nutzen die gestiegene Gewalt durch Migranten als Argument für ihren Hass auf alle Männer. Mit "alle Männer" sind aber selbstverständlich nicht wirklich alle, sondern nur die Nichtmigranten gemeint. Denn das wäre sonst rassistisch.

Die Fantasie des migrationsliebenden Feminismus sieht dann so aus: Deutsche Männer dürfen ab 20 Uhr das Haus nicht mehr verlassen, ihnen wird kein Alkohol verkauft und sie bekommen keinen Personalausweis und Reisepass ausgehändigt, wenn sie den feministischen Antiaggressionskurs nicht bestanden haben.

Die männlichen Migranten tummeln sich derweil in einem Land, in dem das Feminat herrscht. Denn Ausgangssperre, Alkoholverbot oder Integrationskurse gelten schließlich nicht für Migranten, da das den Remigrationsplänen der AfD doch allzu ähnlich wäre.


Man muss hier natürlich aufpassen, dass man die pauschale Verdammung aller Männer nicht einfach übernimmt, solange es gegen die migrantischen Männer geht. Wenn man diese Fußangel umgeht, spricht Stegemann etwas aus, das vielen auffällt. Auch Melanie Amann stellte in ihrem Interview mit Jette Nietzard fest, dass Nietzard bei zugewanderten Gewalttätern genau auf den einzelnen Fall schaut und zum Beispiel darauf achtet, welche beispielsweise traumatischen Erfahrungen zu dieser erhöhten Gewaltbereitschaft führten, während sie bei Männern im Allgemeinen nicht im Traum daran denkt, entsprechend zu differenzieren, sondern ein bedrohliches Täterkollektiv zeichnet. Warum Nietzard gegenüber hiesigen Männern nicht dieselbe Empathie wie gegenüber Zuwanderern entwickelt, ist in der Tat erklärungsbedürftig. Ein Grund könnte sein, dass sie einheimische Männer als dominant und mächtig, aber Flüchtlinge und andere Zuwanderer als hilflos erlebt.



2. Ebenfalls im CICERO beschäftigt sich Ben Krischke mit dem Gerichtsurteil, das die Berichterstattung des SPIEGEL über Christian Ulmen nicht ganz in Ordnung fand:

Die Veröffentlichung sorgte für viel Resonanz. Es fanden Demonstrationen gegen Christian Ulmen und das Patriarchat statt. Politikerinnen wie Katrin Göring-Eckardt und Saskia Esken nutzten den Fall für politische Botschaften. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig trommelte für einen Gesetzentwurf gegen Deepfakes, der viel zu weit gegangen wäre. Und während Klimaaktivistin Luisa Neubauer immerhin noch meinte, Männer könnten froh sein, dass Frauen keine Vergeltung wollten, schwadronierte die Influencerin Leonie Löwenherz bereits davon, "Täter auf Marktplätzen kastrieren" zu lassen.

Nach der Veröffentlichung dieser Story war also die Hölle los. Doch von Anfang an gab es auch Kritik an dem Stück. Wer genau las, stellte nämlich fest, dass immer dort, wo pornografische Deepfakes thematisiert wurden, zum Beispiel andere Formulierungen verwendet wurden. Aus gutem Grund, wie jetzt vom Oberlandesgericht in Hamburg festgestellt wurde: Der SPIEGEL hatte offenbar zwei verschiedene Themen vermengt. Und zwar so, dass der Eindruck entstehen konnte und bei vielen Lesern auch entstanden ist, diese hingen miteinander zusammen.

(…) Doch statt beide Themen – die Vorwürfe an Ulmen und die Problematik mit den Deepfake-Pornos – konsequent als zwei unterschiedliche Themen zu behandeln, haben die SPIEGEL-Autoren entweder geschlampt. Oder sie haben versucht, einem privaten Rosenkrieg eine gesamtgesellschaftliche Relevanz beizufügen, um aus einem Boulevardthema ein politisches Thema zu machen. Wohlwissend, dass sich die öffentliche Anklage gegen Christian Ulmen wohl hervorragend verkaufen dürfte.

Vieles spricht für Letzteres; dass beim Spiegel nicht geschlampt, sondern kalkuliert wurde. Das ist keine bloße Unterstellung. Das ist die Benennung eines wiederkehrenden Musters. Ob Luke Mockridge, Till Lindemann oder eben Christian Ulmen: Schon länger versucht der Spiegel, Auflage zu machen mit Themen, die eigentlich Boulevardthemen sind. Aus dem "Sturmgeschütz der Demokratie" ist ein linkes Regenbogenblatt geworden.




3. Eine Frau aus Manchester hat einen Mann fälschlich der Vergewaltigung bezichtigt. Der Betreffende wurde wegen dieser Lügen auf der Straße mit einem Hammer angegriffen. Wenn der Betreffende kein Alibi gehabt hätte, so heißt es in der Berichterstattung, säße er jetzt für mehrere Jahre im Gefängnis. Auch in seiner jetzigen Situation betrachtet er sein Leben als "ruiniert". Die Täterin war bereits wegen acht früherer Straftaten verurteilt worden, darunter Rechtsbeugung, Belästigung, das Versenden böswilliger Nachrichten und Sachbeschädigung.



4. Ein Berufungsgericht in Helsinki hat die Anklage gegen drei Männer mit "ausländischem Hintergrund" abgewiesen, denen vorgeworfen wurde, eine angeblich betrunkene 17-Jährige vergewaltigt zu haben, und die Frau dazu verurteilt, die Anwaltskosten der Gegenseite zu tragen. Die Überwachungskameras des Krankenhauses, in dem diese Frau offenbar tätig war, zeigten, wie sie aus eigenem Antrieb, gut gelaunt und nicht besonders betrunken mit den Männern ein Waldstück aufsuchte, wo sie von Sicherheitspersonal des Krankenhauses überrascht wurde und daraufhin mit den Männern in einen anderen Wald weiterzog. Anschließend berichtete sie weinend und hysterisch, sie wäre vergewaltigt worden. Sie sei so stark alkoholisiert gewesen, dass sie keine echte Einwilligung hätte geben können. Eine Spendenaktion hatte zur Deckung der Anwaltskosten der Klägerin aufgerufen. Eine Unternehmerin sammelte auf diese Weise 20.000 Euro ein, der finnische Frauenrechtsverband Unioni innerhalb von weniger als einem Tag weitere 10.000 Euro.



5. Spanien muss einem inzwischen 75jährigen Bauarbeiter marokkanischer Herkunft 2,5 Millionen Euro zahlen, nachdem er für zwei Vergewaltigungen, die er nie begangen hatte, 15 Jahre hinter Gittern saß.

Im Dezember wurde er von den letzten gegen ihn erhobenen Anklagepunkten freigesprochen, nachdem er in einer langwierigen Kampagne seine Unschuld bewiesen hatte, in deren Verlauf sich eines der Opfer zu Wort meldete und erklärte, er sei nicht der Täter gewesen.

"Das Justizsystem hat mein Leben ruiniert", sagte Tommouhi am Freitag gegenüber Reportern. Das Geld würde ihm weder seine Gesundheit noch seine Jugend zurückgeben, sagte er und fügte hinzu: "Sie haben mir 36 Jahre meines Lebens gestohlen."

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hob am Donnerstag eine frühere Entscheidung des Nationalen Gerichts auf, das sich geweigert hatte, Tommouhi eine Entschädigung zu zahlen, obwohl er von den Vorwürfen freigesprochen worden war, und behauptet hatte, es habe in seinem ursprünglichen Verfahren keine Fehler gegeben.

Der Oberste Gerichtshof erklärte, Tommouhi sei Opfer eines "eindeutigen und qualifizierten" Justizirrtums im ursprünglichen Verfahren in Barcelona gewesen. Das Gericht hatte eine biologische Begutachtung nicht berücksichtigt, die zeigte, dass es sich bei dem wahren Täter nicht um Tommouhi gehandelt hatte.


(Die genannten "36 Jahre" resultieren offenbar aus der Haftzeit sowie den darauf folgenden Jahrzehnten Leben mit dem Stigma eines Vergewaltigers und juristischem Kampf um die Aufhebung der Urteile.)



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich weiß nicht ob das für Sie interessant ist, aber für mich ist es ein Beweis, in was für einer frauenhassenden Welt wir doch angeblich leben. Auf etsy.com kann man unter Misandist mehrere Shirts kaufen auf denen Frauen einem Mann den Kopf abschneiden oder einen angetrennten Männerkopf auf dem Tablet servieren. Ein aquivalentes Shirt das Frauenhass nachweist suche ich noch vergeblich.

Hier mal ein Link zu einem von diesen Shirts auf einer bekannten Website, die damit Geld verdient. Mehrere Kontaktaufnahmen zu etsy, ob sie das so akzeptieren oder gegen Hass sind, so wie sie es behaupten, blieben unbeantwortet.


Das fragliche Shirt zeigt das bekannte Caravaggio-Gemälde "Judith und Holofernes", auf dem zu sehen ist, wie die Witwe Judith dem feindlichen Kriegsherrn Holofernes mit einem Schwert den Kopf abschlägt. Darüber prangen auf dem Shirt die Worte "Girls Will Be Girls". Das Kleidungsstück wird angeboten unter Rubriken wie "Misandrie", "Feministisches T-Shirt", "Frauenrechte-T-Shirt", "Brenne das Patriarchat", "Das Patriarchat zerschlagen", "Geschenke für Mama", "Geschenke für die Freundin" und dergleichen mehr. Käuferinnen posten begeisterte Reaktionen wie "Dieses Shirt ist der Hammer! Judith macht HolferDees Nüsse platt. Alle meine CaravaggiHoes sagen: HeeeeeY!"

Andere Shirts zeigen ähnliche Motive, zum Beispiel Bernardo Luinis Gemälde von Salome mit dem abgeschlagenen Kopf Johannes des Täufers mit der Aufschrift "Girl Power". Man kann sich die endlose Empörung in den Medien vorstellen, wenn Mitglieder der "Manosphäre" mit T-Shirts herumlaufen würden, die abgeschlagene Frauenköpfe zeigen. Im umgekehrten Fall ist es kein Skandal, sondern Alltag.



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Mittwoch, Juni 24, 2026

Gericht greift bei SPIEGEL-Berichterstattung ein, Kampagne gegen Männer geht weiter

1. Viele Medien berichten, so etwa die Weltwoche:

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat Christian Ulmen im Presserechtsstreit mit dem Spiegel teilweise recht gegeben. Das Gericht änderte einen Beschluss des Landgerichts Hamburg vom Mai ab und untersagte dem Nachrichtenmagazin weitere Passagen seiner Berichterstattung.

(…) Nach Angaben des Gerichts darf der SPIEGEL nicht länger den Eindruck erwecken, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner früheren Ehefrau hergestellt oder verbreitet. Für einen solchen Verdacht fehle ein "Mindestbestand an Beweistatsachen", begründete das Oberlandesgericht seine Entscheidung.

Zudem untersagte das Gericht die Wiedergabe einzelner Zitate aus einer vertraulichen E-Mail Ulmens an seinen Strafverteidiger. Diese Äusserungen beträfen die besonders geschützte Privatsphäre des Schauspielers. (…) Ulmens Anwalt Simon Bergmann bezeichnete die zusätzlichen Verbote als "von besonderer Bedeutung". Der Deepfake-Verdacht habe zu einer "hochgradigen Stigmatisierung" seines Mandanten geführt.


Die Legal Tribune ergänzt, wie der SPIEGEL die Vorstellung überhaupt erzeugte, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Frau erstellt:

Der Spiegel betone nämlich gerade, "dass durch KI entstehende Bilder eine neue Dimension der sexuellen Gewalt geschaffen worden sei, die schwerer wiege und für die in Deutschland eine Strafbarkeitslücke bestehe". Ohnehin hatte Fernandes nach dem ursprünglichen Erscheinen der Spiegel-Berichterstattung geäußert, dass sie Ulmen nicht der Verbreitung von Deepfake-Pornovideos verdächtige. Einen Umstand, den der Spiegel in der Berichterstattung nicht erwähnt.


Alles in allem wurden in unseren Leitmedien ernstzunehmende Vorwürfe mal wieder auf fragwürdige Weise präsentiert. Warum dreht man derart unnötig auf? Rechtsanwalt Simon Bergmann nannte schon Jahre vor dem Fall Ulmen als möglichen Grund schlichtes Interesse an Profit:

Bergmann wird noch konkreter: "Der Spiegel beschäftigt mehrere Journalistinnen, die speziell zu MeToo-Fällen recherchieren. Mit dieser Verdachtsberichterstattung werden digitale Abos generiert, und zwar in erheblichem Maß."

Die MeToo-Berichterstattung also ein Geschäftsmodell der Medien? Das Thema sei attraktiv und das Interesse der Leserschaft garantiert. "Mir fällt auf, dass diese Geschichten meistens hinter einer Bezahlschranke sind. Diverse Artikel werden mit dem Schlagwort MeToo gelabelt, ob es sich um Mobbing oder sexuellen Missbrauch handelt." Ferner verrät Anwalt Simon Bergmann der NZZ: "Der Spiegel hat nie bestritten, dass dank seinen MeToo-Geschichten vermehrt Abos abgeschlossen werden. Wir wissen das von internen Quellen. Die Artikel zu Luke Mockridge und Till Lindemann gehören zu den meist abgerufenen Seiten bei Spiegel+."


Ein weiteres, eher ideologisch motiviertes Ziel könnte das Unterfüttern einer Kampagne sein, über die "Die Welt" berichtet:

"Die Straflosigkeit männlicher Gewalt muss endlich ein Ende haben." So steht es in einer Rundmail der Organisation "Campact", die vergangene Woche an ausgewählte Promis verschickt wurde. Es gehe um die "erschreckenden Taten, die Collien Fernandes öffentlich gemacht hat". In dieser Woche werde es dazu wieder eine Kampagne geben. Die angeschriebenen Promis – nach WELT-Informationen Künstler, Schauspieler und Medienleute – mögen sich daran doch bitte beteiligen.

"Campact" ist nicht irgendwer. Die Organisation macht geltend, ausschließlich von Spendern finanziert zu werden – in erklecklicher Dimension. 2024 kamen knapp 25 Millionen Euro zusammen. Und das, obwohl der Verein 2019 die Gemeinnützigkeit verlor. Das zuständige Berliner Finanzamt befand: "Im Vordergrund stand nicht die Information über politische Prozesse, sondern vielmehr die Einflussnahme auf diese." Nach eigenen Angaben beschäftigt "Campact" 120 Mitarbeiter. Bei ihren Erfolgen trägt die Organisation dick auf. So seien etwa das Gen-Mais-Verbot und der Atomausstieg das Ergebnis ihrer Kampagnen, heißt es in einem Werbevideo.

In der Mail an die Promis kündigt "Campact" an, am Mittwoch eine Petition an "die Fraktionsspitzen der demokratischen Parteien" zu übergeben. Es gebe zum Thema Plakatmotive und Aktionen auf Social Media. "Bist Du dabei?" Zum Mitmachen und Teilen habe "Campact" schon fertige Grafiken entworfen und "Textbausteine" formuliert. Das alles könne der geschätzte Promi als "Content Kit" herunterladen und für eigene Beiträge nutzen. Im Downloadordner finden sich vorgefertigte Phrasen: "Jetzt muss die Bundesregierung handeln. Wir brauchen eine nationale Strategie gegen männliche Gewalt."

Inhaltlich geht es bei der Aktion nicht besonders differenziert zu. Eine Social-Media-Kachel, die man in den nächsten Tagen gewiss auf diversen Promi-Accounts auf X oder Instagram sehen wird, sieht jeden Mann wortwörtlich als Täter. "Mein Mann – Der Täter". "Mein Vater – Der Täter". "Mein Onkel – Der Täter". "Mein Nachbar – Der Täter". "Mein Freund – Der Täter".

(…) Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes und die allseits vernetzten Kampagnenportale pflegen schon länger bestes Einvernehmen. Für die NGO HateAid, die die Themen "digitale Gewalt" und "Deepfakes" weit oben auf die mediale und politische Agenda setzte, war die Schauspielerin schon 2024 als "PR-Magnet" im Einsatz, so die Marketing-Chefin der Organisation. Zu den Gesellschaftern von HateAid gehört "Campact".

(…) Worum geht es also? Eine "Campact"-Sprecherin sagte, die Petition fordere "bessere Maßnahmen" und "eine nationale Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt und digitale sexualisierte Gewalt". Die Menschen, die es zu schützen gelte, nennt "Campact" in seiner Antwort an WELT nicht Frauen, sondern umschreibt sie so: "Damit sollen alle FLINTA*-Personen mehr Sicherheit und Schutz erhalten – dazu zählen selbstverständlich auch trans* Frauen."


Die Abkürzung FLINTA steht für "Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Personen". Der offenkundige Vorteil gegenüber dem bekannteren Kürzel: LGBTQ: Männer gehören dezidiert nicht zu der Gruppe, für die man sich engagiert.



2. "Die Linke ist eine feministische Partei" stellt ebendiese nach ihrem Potsdamer Parteitag klar und fordert beispielsweise unter dem Motto "Gewaltschutz für alle" humanitäre Visa explizit "für queere Personen und von Gewalt betroffene Frauen". Männer als Opfer von Gewalt, denen man sich politisch ebenfalls widmen müsse, erscheinen auch in dieser Rhetorik nicht.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Heute mal wieder ein kleiner Hinweis aus unserer beliebten Kategorie "Frauen sind das friedlichere Geschlecht":

"Frau stach Ex-Partner in Niederösterreich mit Messer in den Bauch"

"Eine 36-Jährige soll ihrem Ex-Lebensgefährten vergangenen Donnerstag in Eggendorf (Bezirk Wiener Neustadt) in Niederösterreich im Zuge eines Streits mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen haben. Nachbarn entdeckten den 37-Jährigen gegen 18 Uhr, er wurde mit einer Stichwunde ins Spital gebracht. Die Verdächtige aus Wiener Neustadt wurde an ihrer Wohnadresse festgenommen. Die Frau war nach Polizeiangaben von Montag nicht geständig und wurde in die Justizanstalt gebracht."

Um das heute von Ihnen verlinkte Gespräch aufzugreifen: Kann man als Mann jetzt noch mit Frauen zusammenleben? Und wenn ja, wie? Wäre es vielleicht besser, man legte sich einen Rüden zu? Oder sollte man es doch - um die große Gegenwartsphilosophin Kira Müller zu zitieren - "aus Liebe zu Menschen insgesamt so gut wie es geht versuchen"? Zynismus aus.


Das kann ich mit einer aktuellen Meldung über einen Vorfall in Wiesbaden, also praktisch vor meiner Haustür, ergänzen:

Bei einem Einsatz in der Wiesbadener Bahnhofstraße sind am Samstagabend eine Polizistin und ein Polizist verletzt worden. Eine 17-Jährige hatte die beiden Beamten bei einem tätlichen Angriff geschlagen und getreten. Das meldet die Polizei.

Gegen 22:25 Uhr hatte ein Autofahrer die Einsatzkräfte im Bereich des Bahnhofs um Hilfe gebeten, da er einen Streit mit seiner Beifahrerin hatte. Noch bevor die Beamten sich der Sache annehmen konnten, eskalierte die Situation: Die 17-jährige Beifahrerin begann plötzlich, auf ihren Lebensgefährten einzuschlagen.

Die Polizisten wollten den Mann schützen und die Jugendliche aus dem Auto holen, um sie festzunehmen. Dabei wehrte sich die 17-Jährige, schlug und trat um sich und traf dabei beide Beamten im Gesicht. Die 22-jährige Polizistin erlitt eine Prellung an der Nase, ihr 38-jähriger Kollege eine Schürfwunde an der Stirn.




4. Mehr Post.

Ein weiteres Fundstück, bei dem ich sofort an Genderama dachte. Diesmal ein Podcast, das lange Interviewformat "Hotel Matze" mit dem Gast "Männerexperte" und Therapeut Björn Süfke:

Das Faszinierendste an diesem Interview war der Eindruck, einem aufmerksamen, engagierten und kompetenten Therapeuten zuzuhören, der gleichzeitig knallharter Genderideologe ist, Männlichkeit nur negativ definieren kann, und für den das Patriarchat realer ist als der Weihnachtsmann.

Seinen therapeutischen Ansatz, sich auf sein Inneres einzulassen, negative Gefühle zuzulassen, die in der Erziehung vielleicht abgewertet wurden, leuchtet mir ein. Vermutlich sagen die meisten Psychotherapeuten dasselbe, ohne den Fokus auf Männer. Daneben scheint sein Ding vor allem das Loslassen von anerzogenen Rollen und Erwartungen zu sein. 'Anerzogen' im Gegensatz zu 'angeboren' wurde nicht klar definiert. Es schien, als bezweifle er Hormonwirkungen und biologische Unterschiede in Empfinden und Verhalten. Diese Themen wurden im Interview nur gestreift, daher werde ich mir dazu sein Buch 'Männerseelen' anschauen.

In den Youtubekommentaren war viel Zustimmung, teils sehr emotional im Sinne von 'toll dass es einer sagt', 'jetzt verstehe ich Männer etwas besser' usw. Wiederspruch gab es recht wenig. Die Folge ist 12 Tage alt, hat über 85,000 Zugriffe und über 700 Kommentare auf Youtube.

Mein Fazit ist, dass manche Feministen nicht mit Hass und Schuldzuschreibungen um sich werfen, sondern einen liebevoll pathologisieren.




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Montag, Juni 22, 2026

"Diesen hässlichen Russen schmeiß ich morgen in den Keller"

1. Die Augsburger Allgemeine beschäftigt sich weiter damit, was bei dem Skandal um die JVA Gablingen nach und nach ans Licht kommt:

Neue Recherchen zeigen, wie massiv Häftlinge unter dem Regime gelitten haben, das die damalige stellvertretende Gefängnischefin Susanne B. errichtet haben soll. Da ist etwa ein Mann, der Anfang 2023 in Gablingen inhaftiert war und in einer Situation Drohungen gegen das Personal ausgestoßen haben soll, wohl auch ein Tischmesser zückte. Das ist ein Paradebeispiel für eine Einweisung in einen besonders gesicherten Haftraum, kurz bgH. In diese kargen Hafträume können Häftlinge gebracht werden, wenn etwa die Gefahr von Gewalttätigkeit oder des Suizids besteht. Dass sie dort eingesperrt werden, soll aber "ultima ratio" und zeitlich streng begrenzt sein. Doch in der JVA Gablingen sollen diese Zellen regelmäßig zur reinen Schikane genutzt worden sein.

In diesen Hafträumen gibt es als Toilette nur ein Loch im Boden, in der Regel eine Matratze und sonst nichts. Schon am Tag der Einweisung, heißt es, soll sich Ousman S. (Name geändert) wieder beruhigt haben. Besonders bemerkenswert ist, dass Susanne B. offenbar keinen Wert auf die Expertise eines Psychiaters legte. Dieser soll zu dem Schluss gekommen sein, dass der Häftling zurück in den normalen Vollzug gebracht werden solle. Doch dem Gefangenen half die positive Beurteilung offenbar nichts. Er musste im bgH bleiben – fast einen Monat lang, unfassbare 24 Tage, wie unsere Recherchen ergaben. Und das wohl weitgehend ohne Matratze und auch ohne Unterhose aus Papier, die zur normalen Ausstattung in der Spezialzelle gehört.

Eigentlich müssen Gefangene, sobald der Grund der Einweisung entfällt, aus dem bgH entlassen werden. Die Belegungen der Spezialzellen müssen ab drei Tagen dem Justizministerium gegenüber begründet und dokumentiert werden. Das wurde offenbar unzureichend bis gar nicht getan. Wie auch hätte Knast-Vizechefin Susanne B. unrechtmäßige Nutzungen der Zellen begründen sollen? Schließlich sollen sie und Angehörige der Sicherungsgruppe (SiG), eine Spezialeinheit im Gefängnis, willkürlich Gefangene dort hineingesteckt haben.

Ein weiteres Beispiel ist der Fall eines Kriminellen, der an Panikattacken litt. Ein Arzt kam zum Schluss, dass dieser Mann aus medizinischer Sicht in eine Gemeinschaftszelle gehöre, auf keinen Fall in die Isolation. Susanne B. interessierte das offenbar nicht. Im Gegenteil. Sie soll angeordnet haben, dass er in eine Einzelzelle gebracht wird. Als er auf dem Weg dahin eine Panikattacke erlitt, kam er den Ermittlungen zufolge in den bgH – nackt und ohne Matratze.

Und so ging es immer weiter, von 2023 bis Ende Oktober 2024, als Ermittler die mutmaßlichen Misshandlungen in der JVA dann durch eine Großrazzia beendeten. Inzwischen liegen zwei Anklagen gegen insgesamt 13 Ex-Beschäftigte vor. Sie sollen Gefangene aus nichtigsten Anlässen teils regelrecht gefoltert haben.

Eduard K. wurde offenbar auch sein Erscheinungsbild zum Verhängnis. Wie aus Chats hervorgeht, die unsere Redaktion einsehen konnte, kündigte ein SiG-Mitglied am Tag seiner Ankunft gegenüber Susanne B. an, "diesen hässlichen Russen" morgen "in den Keller" zu werfen. Es spricht manches dafür, dass die Wärter diesen Mann besonders auf dem Schirm hatten: Monate später sollen drei Mitglieder der Sicherungsgruppe ihn bei einer Kontrolle seines Haftraums festgehalten und gewürgt haben.

(…) Die Verteidiger der Ex-JVA-Chefinnen schweigen auf Anfrage. Anfangs hatten die Anwälte von Susanne B. die Vorwürfe scharf zurückgewiesen.




2. Tilo Jung hatte auf seinem Youtube-Kanal dieser Tage Colleen Fernandes in einem dreieinhalbstündigen Interview über "Männerherrschaft und Feminismus" zu Gast. Während Fernandes lediglich einen eingeschränkten Blick auf sexuelle Gewalt zeigt (etwas, das Männer Frauen antun), spult Jung eine Platte ab, die zeigt, wie stark er selbst ideologisiert ist. (Normalerweise lässt man bei Interviews den Befragten reden, aber Jung nutzt Interviews gerne, um zu zeigen, dass er mit seiner eigenen Meinung richtig liegt.) Unter anderem glaubt Jung, dass Männer in einem Paradies leben, und zeigt sich erschüttert darüber, dass ein großer Teil von ihnen ein "geschlossenes antifeministisches Weltbild" (also eine andere Meinung als er selbst) aufweisen. Das schraubt sich im Verlauf des Gesprächs immer weiter hoch, bis Jung sich irgendwann darüber entrüstet, dass auch ChatGPT bald eine Erotik-Funktion erhalten solle, was zeige, dass im Patriarchat alles auf Frauenfeindlichkeit aufgebaut sei. Selbst Erotik ist hier inzwischen zu etwas, das Männer Frauen antun, geworden.

Zuletzt übergibt Jung das Mikrofon seiner Mitarbeiterin Kira Müller, die Fernandes die eingetroffenen Zuschauerfragen stellt. Das führt zu folgendem Finale, das begleitet von ständigem Gekicher abläuft:

Kira Müller: Mehr oder weniger die letzte Frage. Vor einiger Zeit war bei uns die Philosophin Manon Garcia zu Gast und die hat den Pelicot-Prozess begleitet und danach ein Buch geschrieben, "Mit Männern leben" heißt das. (…) Und deshalb wäre meine Abschlussfrage genau die. Kann man noch mit Männern leben? Und wenn ja, wie?

Colleen Fernandes: Ich hoffe schon. Also ich habe mir jetzt erstmal einen Hund gekauft. Das war jetzt so mein nächster Schritt.

Kira Müller: Eine Hündin oder eine Rüde?

Colleen Fernandes: Eine Hündin. Ich habe auch jeden angeschrieben. Haben Sie eine HündIN? Ich möchte bitte eine HündIN. Ja. (…) Ja, das ist tatsächlich eine Frage. Also wirklich so eine Grundsatzfrage, weil ich natürlich schon gerne nicht nur mit der Hündin … die wird ja auch nicht so alt. (…) Ein Mann lebt ja länger als eine Hündin. Also hoffen wir.

Kira Müller: Für ihn? Weiß ich nicht. Manche stellen sich so dumm an, dass ich meine Zweifel hab. (…)

Colleen Fernandes: Ja, also, wir werden sehen, ob das funktioniert. Was ist denn da so die These des Buches?

Kira Müller: Also, aus Liebe zu Menschen insgesamt sollte man es versuchen, so gut wie es geht, aber es fällt schwer. (…) Ja, danke an euch da draußen fürs Zuschauen. Für eure Fragen, für die netten Kommentare, die sexistischen dafür nicht.


~ Ich bin froh, dass die Sendung von jeglichem Sexismus freigehalten wurde. ~

Sie merken es wirklich nicht. In einer der nächsten Folgen werden sie wieder fassungslos darüber sein, dass viele Männer diesem Denken nichts abgewinnen können.



3. Christian Schmidt hat Melanie Amanns Interview mit Jette Nietzard zu ihrem Männerhass genauer analysiert.



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Freitag, Juni 19, 2026

"Wie sehr hassen Sie Männer, Jette Nietzard?"

1. Die Journalistin Melanie Ammann hat Jette Nietzard (Grüne) zu ihrem Hass auf Männer interviewt. Wer keine Stunde Zeit dafür hat: Die Berliner Morgenpost hat Nietzards Ressentiments zusammengefasst:

Auf die Frage, ob ein Mann sich also ständig "beweisen" müsste, antwortet die ehemalige Chefin der Grünen Jugend: "Natürlich muss er das." Kritik, sie würde Männer mit ihren Aussagen pauschalisieren und so selbst für Stereotype sorgen, erteilt Nietzard eine Absage: "Ich bin nicht hier, um Männer zu pleasen."




2. Anina Ritscher erklärt, warum sie die Schweizer Väterbewegung hasst.



3. Das kanadische Gender-Establishment erklärt, warum es die Manosphäre hasst. Der Antifeminismus gewinne inzwischen "zunehmend an Bedeutung für die nationale Sicherheitslage Kanadas".

"Hass, Extremismus und Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz, insbesondere wenn sie sich gegen Frauen richten", sagte die konservative Abgeordnete Anna Roberts am Dienstag in Ottawa. Das Wort "insbesondere" wegzulassen, wäre ehrlicher gewesen.

Der konservative Abgeordnete Dominique Vien, Vorsitzender des Ausschusses, erklärte gegenüber Reportern, dass die Zeugen, die vor dem Ausschuss aussagten, Schwierigkeiten hatten, einen einzigen Grund für den Anstieg des Antifeminismus zu benennen.

Dann sind die Zeugen entweder inkompetent oder haben den Ausschuss ganz schön getrollt.

Was die kanadischen Politiker übersehen, ist, dass die Manosphäre nicht hier ist, um Frauen zu pleasen. So etwas scheint als Antwort ja auszureichen, wenn es gegen Männer geht.



4. In diesen Zeiten, wo feministische Ressentiments zu einer neuen Blüte gelangen, beschäftigt sich die kanadische Kulturwissenschaftlerin Professor Janice Fiamengo mit einer der zentralen Schriften dieser Bewegung. Ihr Beitrag kann den ideologischen Untergrund des Männerhasses beleuchten, der bis heute von einigen mit glühendem Eifer gepredigt wird. Fiamengo ist rhetorisch in manchem ein wenig drüber – der Feminismus insgesamt als "Todeskult" ist genauso quatschig wie die "Manosphäre" als Bedrohung der nationalen Sicherheit –, aber mehrere von ihr angesprochenen Punkte treffen ins Schwarze. Ich dokumentiere die Analyse im Volltext:



Valerie Solanas, die Todesgöttin des Feminismus

Die Wiederveröffentlichung des Films "I Shot Andy Warhol" (1996) von Regisseurin Mary Harron in diesem Monat zeigt einmal mehr die anhaltende feministische Faszination für gewalttätige, männerhassende Frauen.

Die Entschuldigung von Feministinnen für ihren Männerhass war schon immer unaufrichtig. Wenn Frauen Männer hassen, so behaupten Feministinnen, verletze das lediglich die Gefühle der Männer. Der Hass von Männern auf Frauen hingegen könne tödlich sein. Wenn Männer Frauen hassen, töten sie sie.

Das wäre selbst dann Unsinn, wenn Männer das einzige Geschlecht wären, das tötet. Hass hat abgesehen von Blutvergießen viele schädliche Auswirkungen. Politisierter Hass verletzt seine Opfer durch soziale Stigmatisierung, Diskriminierung sowie ungerechte Gesetze und Richtlinien.

Frauen töten und verletzen Männer in erheblicher Zahl. Doch wenn feministischer Hass zu Gewalt gegen Männer führt, zeigen sich Feministinnen unbeschämt. Sie zucken mit den Achseln und behaupten, die Gewalt sei nicht repräsentativ für den Feminismus im Allgemeinen. Oder sie rechtfertigen die Gewalt, indem sie die Mörderin als Möchtegern-Befreierin darstellen.

Letzteres bietet uns Mary Harron, die Co-Autorin und Regisseurin von "I Shot Andy Warhol", einem Biopic aus dem Jahr 1996 über die radikale Feministin Valerie Solanas. Diese erlangte Berühmtheit durch den Versuch, den Pop-Art-Künstler Andy Warhol zu ermorden – nur wenige Monate nach der Fertigstellung ihrer männerhassenden Abhandlung, dem "SCUM Manifesto". SCUM stand für die "Society for Cutting Up Men" [Vereinigung zur Vernichtung von Männern].

Regisseurin Mary Harron schwärmte in Interviews von Solanas’ Genialität: "Ich bin ein großer Fan des SCUM Manifesto."

Vom Guardian anlässlich der Wiederveröffentlichung ihres Films am 12. Juni interviewt, zeigte sich Harron erfreut darüber, dass Solanas wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie behauptete, dass unsere gegenwärtige Epoche, die angeblich voller "männlicher Dominanz und autoritärer Regimes" sei – gegen die Solanas angeblich "kämpfte" –, ihren Film relevanter denn je mache.

Tatsächlich hat Solanas gegen nichts Bestimmtes "gekämpft", da ihr jegliches kohärente Programm oder auch nur eine einzige nützliche Strategie für gesellschaftlichen Wandel fehlte. Aber Harron und der Guardian sind darauf bedacht, Solanas interessanter und bewundernswerter darzustellen, als sie tatsächlich war.

Wer zumindest pro forma Ausdrücke des Entsetzens über Solanas’ Gewalt erwartet, wird von dem Artikel im Guardian enttäuscht, der die "triumphale Rückkehr" des Films anpreist. Während Harron gesteht, dass Solanas "tief sitzende Vorurteile" gegenüber Transfrauen hatte, verliert sie kein Wort über Solanas’ alles überlagernden Männerhass.

Tatsächlich bekundet Harron Mitgefühl für Solanas und lobt deren "komische Präzision und eisige literarische Stimme", die sie wie ein "Blitzschlag" getroffen habe, als sie Solanas’ SCUM Manifesto in den 1980er Jahren zum ersten Mal las. Harron, die damals als Musikjournalistin arbeitete, behauptet, sie habe aufgrund "all meiner Jahre, in denen ich dem erbärmlichen männlichen Ego diente", sofort eine Verbindung zu Solanas gespürt.

Der Guardian leitet die Leser dazu an, Harrons feministische Sichtweise zu übernehmen, indem er Solanas’ "gerechten Zorn auf die patriarchale soziale Kontrolle" beschreibt und Harrons Worte zitiert: "Ich liebe Valerie, aber man muss sie nicht zu einer hundertprozentigen Heldin machen."

Das nennt man wohl moralische Rechtschaffenheit. Verherrliche die Möchtegern-Mörderin nicht – zumindest nicht vollständig.

I Shot Andy Warhol machte Solanas stattdessen zu einer attraktiven Antiheldin, einer brillanten, aber zerrütteten Frau, deren Fanatismus durch Verletzlichkeit gemildert wird (Szenen, in denen sie auf der Straße schläft und ihren Körper für Geld verkauft), und deren rührselige Schriften als gegenkulturelle Kunst gerahmt werden.

Viele der einprägsamsten Szenen des Films zeigen Solanas, die in der Darstellung der Schauspielerin Lili Taylor kampflustig und selbstbewusst kurze Passagen aus SCUM rezitiert. In diesen sepiafarbenen Tableaus wirkt Solanas wie aus der Gegenwart des Films herausgehoben, ihre prägnanten und pikanten Worte unsterblich gemacht. Andere romantisierte Szenen zeigen sie an der Schreibmaschine, die Zigarette auf den Lippen, unbeeindruckt von den schmuddeligen Umständen; oder wie sie ihre hektografierte Broschüre in den Straßen von Greenwich Village wie eine Ein-Frau-Stand-up-Routine anpreist.

Solanas’ Mordversuch in den Anfangs- und Schlusssequenzen des Films ist stilisiert und unblutig, wobei die Kamera sich hauptsächlich auf Solanas’ fesselndes, trotziges Gesicht konzentriert. Warhols Leiden wird überhaupt nicht dargestellt.

Vom Hass zerfressen

In der Realität war Valerie Solanas eine Menschenfeindin und ihr Versuch, einen unschuldigen Mann zu töten, war das einzig Bemerkenswerte an ihr. Ihr SCUM Manifesto ist nur als Einblick in das schwarze Herz ihres pathologischen Narzissmus lesenswert.

Das Buch nimmt viele feministische Behauptungen über männliche Gewalt und männliche Unzulänglichkeit vorweg. Solanas schrieb: "Männlich zu sein bedeutet, unvollständig zu sein" (S. 35). "Einen Mann als Tier zu bezeichnen, bedeutet, ihm zu schmeicheln; er ist eine Maschine, ein wandelnder Dildo" (S. 37). Frauen hätten keinen Penisneid, behauptete sie: "Männer haben Fotzenneid" (S. 38). "Jeder Mann weiß tief im Inneren, dass er ein wertloses Stück Scheiße ist" (S. 39).

Männer reduzierten Frauen zu Objekten, behauptete Solanas, weil "der Mann bloß ein Mitglied der Spezies ist, austauschbar mit jedem anderen Mann. Er besitzt keine tief verwurzelte Individualität" (S. 46). "Der Mann ist nur ein Bündel konditionierter Reflexe, unfähig zu einer geistig freien Reaktion" (S. 45). "Obwohl er ein Individuum sein möchte, hat der Mann Angst vor allem in sich selbst, das sich auch nur im Geringsten von anderen Männern unterscheidet" (S. 50).

Und so weiter und so fort, unerbittlich in anklagender Wiederholung.

Solanas’ grundlegende Behauptung über Männer war, dass sie sich selbst hassten und Frauen sein wollten, aber wussten, dass sie es niemals sein könnten. Sie beschrieb den Mann als "zerfressen von Frustration darüber, nicht weiblich zu sein" und "zerfressen von Hass – nicht von rationalem Hass, der sich gegen diejenigen richtet, die einen missbrauchen oder beleidigen –, sondern von irrationalem, wahllosem Hass … im Grunde Hass auf das eigene wertlose Selbst" (S. 64).

Hier fand sich der dauerhafte feministische Grundsatz, dass Frauen das Recht haben, Männer zu hassen, die sie angeblich missbrauchen und beleidigen, während Männer, die Frauen hassen, auf ihre eigene Abscheulichkeit reagieren. Die einzig vernünftige Reaktion der Männer auf ihren Zustand war laut Solanas, sich in das Vergessen zu fügen.

Einige von Solanas’ SCUM-Texten haben trotz ihres banalen Inhalts eine gewisse aphoristische Wirkung. "So wie Menschen aufgrund ihrer höheren Entwicklung und ihres überlegenen Bewusstseins ein vorrangiges Existenzrecht gegenüber Hunden haben", erklärte Solanas, "so haben Frauen ein vorrangiges Existenzrecht gegenüber Männern" (S. 67). Doch selbst wenn man diesen doppelten Syllogismus akzeptieren würde, folgt daraus ihr Schluss – "Die Eliminierung jedes Mannes ist daher eine rechtschaffene und gute Tat" (S. 67) – keineswegs. Es ist nicht rechtschaffen, ein lebendes Wesen zu vernichten, bloß weil es nicht hochentwickelt ist.

Der größte Teil von SCUM ist langweilig und repetitiv; er offenbart einen begrenzten Wortschatz, klischierte Äußerungen und vage Vulgaritäten. Solanas’ radikale Vision für eine bessere Gesellschaft, wenn man es überhaupt so nennen kann, war nicht komplizierter als der kindliche, ad nauseam wiederholte Wunsch, "die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die vollständige Automatisierung einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten" (S. 35).

Wie das erreicht werden sollte, dazu sagte Solanas lediglich, dass SCUM-Frauen "innerhalb weniger Wochen die vollständige Kontrolle über dieses Land erlangen könnten, indem sie sich einfach aus der Erwerbsbevölkerung zurückziehen und dadurch die gesamte Nation lähmen. Zusätzliche Maßnahmen, von denen jede einzelne ausreichen würde, um die Wirtschaft und alles andere vollständig zu ruinieren, bestünden darin, dass Frauen sich vom Geldsystem lossagen, nichts mehr kaufen, einfach plündern und sich schlicht weigern, Gesetze zu befolgen, die sie nicht befolgen wollen" (S. 69).

Solch ein kindischer Brei mag für den Verstand eines rebellischen Fünfzehnjährigen attraktiv sein (und war gewiss attraktiv für Mary Harron, die Solanas mit Malcolm X verglich und ihre Gesellschaftsanalyse als "wirklich ziemlich brillant" bezeichnete), aber es ist peinlich, wenn es als quasi-seriöser oder rhetorischer Aufruf zur Revolution präsentiert wird.

Die Gründe für Solanas’ obsessiven Männerhass werden nie klargestellt, da im gesamten Text verschiedene Anschuldigungen und Urteile auftauchen. Zu Beginn beschrieb sie Männer als "psychisch passiv", weil sie "völlig egozentrisch, unfähig zu Beziehungen, Empathie oder Identifikation und erfüllt von einer enormen, allgegenwärtigen, diffusen Sexualität" seien (S. 37).

Sie drückte jedoch auch Ekel über die Erfindung von Philosophie und Religion durch den Mann aus – Systeme des moralischen Denkens, die ihrer Behauptung nach geschaffen wurden, weil er, "da er leer ist, nach außen blickt, nicht nur um Führung und Kontrolle zu finden, sondern auch um Erlösung und den Sinn des Lebens" (S. 52). Gewiss neigen "egozentrische" Menschen eher dazu, nach innen als nach außen zu blicken, und "psychisch passive" Menschen sind wohl kaum der Typ, der von komplexen religiösen und philosophischen Strukturen fasziniert ist, geschweige denn Lebenszeiten damit verbringt, diese auszuarbeiten, zu verfeinern und darüber zu debattieren, wie Männer es getan haben. Die Einfalt von Solanas’ eigenem Denken tritt im Gegensatz dazu eklatant hervor.

Selbst Frauen, die überlegenen Wesen, die die Erde erben werden, werden nicht konsistent dargestellt. Von der Frau wird gesagt, sie "wisse instinktiv, dass das einzige Unrecht darin besteht, anderen wehzutun, und dass der Sinn des Lebens Liebe ist" (S. 53). Die Sentimentalität ist herbeigeredet. Dennoch wetterte Solanas auch gegen "Papa-Mädchen", also Frauen, die Männer lieben und verehren (S. 55), und erklärte: "Alle Frauen haben eine Verräterader in sich, in höherem oder geringerem Maße" (S. 74). Im Gegensatz zu ihrem Punkt über das Liebeswissen der Frauen lobte sie "hasserfüllte, gewalttätige Schlampen, die dazu neigen, denjenigen, die sie unangemessen irritieren, mitten in die Fresse zu schlagen, die einem Mann eher ein Messer in die Brust jagen oder einen Eispickel in den Arsch rammen würden, als ihn anzusehen" (S. 61).

Manch eine wütende Fünfzehnjährige könnte das ebenso gut formulieren.

Es hat keinen Zweck, nach einer zum Nachdenken anregenden Einsicht oder einem Muster von Themen zu suchen. Das SCUM Manifesto verdient es nicht, wegen seiner ühnheit oder seines Witzes verehrt zu werden, und schon gar nicht wegen seiner Wortkunst. Erfüllt von bitteren Tiraden, versteht man es vielleicht am besten als den kleinen Mein Kampf des Feminismus – insbesondere Solanas’ Geißelung des Mannes dafür, dass er "Sündenböcke braucht, auf die er seine Fehler und Unzulänglichkeiten projizieren kann" (S. 53). Sündenbock-Schöpfer, heile dich selbst.

Feministinnen rechtfertigen versuchten Mord

Es traf sich so, dass auf den flippigen Straßen von New York City niemand daran interessiert war, SCUM beizutreten oder über die vorgeschlagenen Heldentaten zu lesen. Solanas war weder in der Lage, viele Exemplare des Buches zu verkaufen, noch fand sie Gefolgsleute, die ihren Tiraden zuhörten. Ihr Fokus verlagerte sich auf von Paranoia inspirierte Gewalt. Am 3. Juni 1968 betrat Solanas Andy Warhols Studio, The Factory, und schoss dreimal aus nächster Nähe mit einer Beretta-Pistole vom Kaliber .32 auf ihn – Berichten zufolge, weil sie glaubte, er plane, den Inhalt eines Theaterstücks zu stehlen, mit dessen Inszenierung sie ihn bedrängt hatte.

Sie schoss auch auf den Kunstkritiker Mario Amaya, der nicht schwer verwundet wurde, und versuchte, Warhols Manager Fred Hughes zu erschießen, der dadurch gerettet wurde, dass die Waffe klemmte.

Warhol erlitt lebensgefährliche Verletzungen und erholte sich nie wieder vollständig. Zwei Kugeln durchbahrten seinen Magen, seine Leber, seine Milz, seine Speiseröhre und beide Lungen. Er wurde auf dem Operationstisch kurzzeitig für tot erklärt, musste sich zahlreichen Operationen unterziehen und für den Rest seines Lebens ein medizinisches Korsett tragen, um seine Organe an Ort und Stelle zu halten.

Seine Genesung war schmerzhaft und traumatisch. Er bekam schreckliche Angst vor Krankenhäusern und exzentrischen Menschen und war von Todesgedanken besessen. Seine Kunst veränderte sich, wurde weniger verspielt, dafür makaberer, und seine Politik der offenen Tür in der Factory wurde aufgehoben. Er suchte Sicherheit durch Leibwächter und Überwachungssysteme.

Man kann Solanas’ Mordversuche mit der Begründung herunterspielen, sie sei psychisch krank gewesen. Bei Solanas wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, und sie verbrachte Monate in einer psychiatrischen Anstalt.

Die Reaktion angeblich vernünftiger feministischer Ideologinnen und Verfechterinnen auf Solanas’ Tat – einschließlich Mary Harron – ist jedoch eine andere Geschichte. Im Großen und Ganzen zeigten sich Feministinnen unbeeindruckt – ja, sogar befriedigt – von den offensichtlichen Parallelen zwischen Solanas’ schriftlicher Rechtfertigung für den Mord an Männern als "eine rechtschaffene und gute Tat" und ihren tatsächlichen Schüssen auf Männer.

Die damalige Präsidentin der New Yorker Sektion der National Organization for Women, Ti-Grace Atkinson, feierte Solanas zum Zeitpunkt der Schüsse als Symbol für den berechtigten Zorn der Frauen und engagierte einen prominenten Anwalt für ihre Verteidigung. Einer von Andy Warhols Filmstars (bekannt als Ultra Violet) schrieb eine Biografie (Famous for 15 Minutes: My Years with Andy Warhol), in der sie Solanas als Visionärin lobte und sagte: "Denn am Anfang, jenseits ihrer überhitzten Rhetorik, hatte sie eine wahrhaft revolutionäre Vision von einer besseren Welt, die von Frauen und zum Nutzen von Frauen geführt wird."

Das SCUM Manifesto startete durch; es wurde kurz nach Solanas’ Festnahme von der Olympia Press veröffentlicht und schließlich in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Es wurde in Kursen für Frauenstudien ausgiebig gelehrt, fand Aufnahme in feministische Anthologien wie Robin Morgans Sisterhood is Powerful (1970) und wurde 2004 vom Nischenverlag Verso Books neu aufgelegt – versehen mit einer langen, bombastischen Einleitung der Philosophieprofessorin Avital Ronell von der New York University, die später der sexuellen Belästigung eines männlichen Doktoranden für schuldig befunden wurde. Ronell lobte die angebliche Weitsicht des Buches und erklärte über Solanas: "Vielleicht wurde sie hierher geschickt, um das Unaussprechliche auszusprechen, oder, weniger dramatisch, um den Weckruf zu ertönen zu lassen […], um die Dialektik des weiblichen Empowerments zu fördern" (24).

Im Jahr 2014 veröffentlichte Breanna Fahs eine bewundernde Biografie, die Solanas sowohl als missbrauchtes unschuldiges Opfer als auch als Widerstandskämpferin darstellte. Fahs hält ein Gespräch zwischen Solanas und ihrem Freund Jeremiah Newton fest, der sie fragte, ob ihr Manifest wörtlich zu nehmen sei. "Ich will nicht alle Männer töten", hatte sie angeblich geantwortet. "Ich denke, Männer sollten sterilisiert oder kastriert werden, damit sie nicht noch mehr Leben ruinieren können."

Im Jahr 2018 schwärmte Julie Bindel: "Was ich an diesem Buch [SCUM Manifesto] liebe, ist, wie es ganz unumwunden den Männerhass fördert."

Im Jahr 2020 wurde in der New York Times ein feierlicher Artikel veröffentlicht, der Solanas als "eine wichtige LGBTQ-Figur" bezeichnete. Er erschien im Rahmen der Serie Overlooked über "bemerkenswerte" Personen, deren Tod in der Times nicht gemeldet worden war (obwohl er es hätte sein sollen). Der Artikel hob ihre "gewagten Argumente im SCUM Manifesto, ihr Plädoyer für eine Welt ohne Männer" hervor und schien zu bedauern, dass der Angriff auf Warhol dazu beigetragen hatte, "ihr Leben zu definieren".

Es ist unvorstellbar, dass das Online-Manifest von Elliot Rodger, der in Isla Vista, Kalifornien, sechs Menschen tötete, in Universitätskursen gelesen und mit einer glühenden Einleitung eines akademischen Superstars veröffentlicht würde.

Der Feminismus als Todeskult<7B>

Vielleicht ist es möglich, irgendwo im Internet eine oder zwei vereinzelte Stimmen zu finden, die die willkürliche Tötung von Frauen oder die Beinahe-Ausrottung des weiblichen Geschlechts fordern.

Es ist jedoch unvorstellbar, dass eine Gruppe von Vordenkern in unserer Gesellschaft die Tötung von Frauen – zum Wohle der Erde und der Männer – nicht nur toleriert, sondern in vielen Fällen aktiv fördert und lobt.

Die vorgeschlagene Tötung von Männern wird vollauf toleriert und gelobt. Wenn sie mit den Beweisen konfrontiert werden, reagieren feministische Verfechterinnen ungläubig, defensiv und abweisend – letztlich verärgert, ja sogar empört darüber, dass ihnen die extremistischen Dogmen ihres erklärten Glaubens vorgehalten werden. Ihr Glaube an die eigene Rechtschaffenheit bleibt unerschüttert.

Der Feminismus des 21. Jahrhunderts bleibt einer der populärsten Todeskulte der Welt, und Valerie Solanas wird in diesem Sommer seine Fahnenträgerin sein.




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Donnerstag, Juni 18, 2026

Verheiratete Männer besonders häufig von Kündigungen betroffen

1. Allright, das sich in einer Pressemitteilung an die Braunschweiger Zeitung als das "führende Portal zur Durchsetzung von Verbraucherrechten" bezeichnet, zeigt mit seinem aktuellen Kündigungsatlas 2026: Männer sind weiterhin häufiger von Kündigungen betroffen als Frauen. Verheiratete Männer machen in der aktuellen Auswertung den größten Anteil der Gekündigten aus. Das sei "besonders belastend sein, da häufig nicht nur die eigene finanzielle Situation betroffen ist, sondern auch familiäre Verpflichtungen eine Rolle spielen".



2. Die Stuttgarter Zeitung stellt eine Vätergruppe vor, die sich damit beschäftigt, wie man nach einer Trennung ein guter Vater bleiben kann.



3. Der NDR lässt über Männer diskutieren und gibt dabei von Anfang an ein kurioses Framing vor, in dem Männer folgendermaßen unterteilt werden: sie seien entweder "ganz selbstverständlich Feministinnen" oder "verunsichert" oder setzten auf die "Abwertung von Frauen". Ich finde mich in keiner dieser Gruppen wieder, und ein Großteil aller anderen Männer mit Sicherheit auch nicht.



4. Nora Eckert sieht auf literaturkritik.de Alice Schwarzer im intellektuellen Sinkflug mit ihrem aktuellen Buch. Ein Auszug:

Das hört sich selbstbewusst und ehrgeizig an, hat nur den Nachteil, dass die adressierten jungen Frauen dabei Schwarzers Feminismus als alleinseligmachender Wahrheit folgen sollen, der einmal sehr einflussreich war, aber längst Geschichte geworden ist. Von Weiterentwicklung darin keine Spur.

(…) Würden wir außerdem die jungen Frauen fragen, ob sie überhaupt wüssten, wer Alice Schwarzer ist, dürfte wohl eine gewisse Ernüchterung zu erwarten sein. Dass sie die Zeitschrift EMMA lesen, die 2027 ihr 50-jähriges Bestehen feiert, dürfen wir wohl ebenso ausschließen. Die Auflagenhöhe sank seit Bestehen kontinuierlich, lag einst im sechsstelligen Bereich und liegt heute bei geschätzten unter 30.000 verkauften Exemplaren. Aber immerhin, es gibt sie noch. Vor allem aber gibt es noch den Feminismus, für den Alice Schwarzer steht, dem jedoch die Anschlussfähigkeit in weiten Teilen verlorengegangen ist und der klar von "alten weißen Frauen" dominiert wird.

(…) Grundsätzlich fällt auf, wie sauber sortiert Schwarzers Feminismus daherkommt, um trennscharf in Gut und Böse zu unterscheiden. Auch verspricht der Buchtitel den Feminismus als "pur", was immer das heißen mag, und würde doch bei manchen Themen gut die Ergänzung puritanisch vertragen. Und das sind die altbekannten Kampfgebiete mit den Namen Pornografie und Prostitution. Dass letztere für diejenigen, die sie ausüben, selbstbestimmte Sexarbeit bedeuten kann, nimmt der arg verengte Blick der Autorin natürlich nicht wahr. Gewiss, wer über dieses Thema spricht, darf die Ausbeutung und den kriminellen Menschenhandel nicht ausblenden. Aber ebenso wenig die Hurenbewegung, die seit den 1980er Jahren für faire Arbeitsbedingungen und gegen die Stigmatisierung kämpft. Denn auch hier geht es am Ende um Gleichberechtigung und elementare Persönlichkeitsrechte.


Auf die Frage, inwiefern Schwarzer männliche Opfer häuslicher und sexueller Gewalt weiterhin unsichtbar macht, geht die Buchvorstellung nicht ein. Frühere Veröffentlichungen Schwarzers waren in dieser Hinsicht haarsträubend.



5. Noch ein feministischer Irrweg:

Dass die Grammatik der deutschen Sprache die Frauen diskriminiere, ist ein Mythos, den die Linguistin Luise Pusch in die Welt gesetzt hat. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Gendern erweist sich als unwissenschaftlich sowie als ideologie- und ressentimentgetrieben.


Hier geht es weiter mit dem Artikel " Wider die Legende von der Männersprache – Deutsch ist frauenfreundlich".



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