Donnerstag, Juli 23, 2026

Deutschland schiebt russische Männer zurück an die Front

1. Nicht nur bei den Männern aus der Ukraine, die vor dem Krieg fliehen, auch bei Russen greifen wir jetzt richtig durch:

Wegen Personalmangels werden zahlreiche Wehrpflichtige dazu gedrängt, sich für die Armee zu verpflichten. Mehrere Soldatenmütter haben dem unabhängigen russischen Internetportal ASTRA berichtet, dass ihre Söhne getäuscht und schikaniert worden seien, unter Druck Verträge unterschrieben hätten und so in den Krieg ziehen mussten.

(…) Menschenrechtsaktivisten zufolge haben russische Deserteure in Deutschland praktisch keine Chance auf Asyl, obwohl Vertreter der früheren Bundesregierung versichert hätten, Kriegsdienstverweigerung und Desertion als zwingende Gründe für politisches Asyl anzuerkennen.

Entsprechende öffentliche Aussagen von Politikern seien aber nicht gesetzlich verankert, merkt der Menschenrechtsaktivist Alexej Koslow von der Berliner Organisation Solidarus an. Ihm zufolge ist laut deutschem Recht eine Mobilmachung oder der Einsatz an der Front allein kein Grund für Asyl. Mit Asyl könne man nur dann rechnen, wenn eine Person aus politischen Gründen in den Krieg gegen die Ukraine geschickt worden sei, so Koslow.

(…) Tatsächlich gibt es hunderte Berichte darüber, dass erwischte russische Deserteure direkt an die Front geschickt und dort misshandelt werden. Seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine konnte ASTRA 29 illegale Gefängnisse für russische Kriegsdienstverweigerer ausfindig machen. Dort erpressen Offiziere Geld von den Soldaten, halten sie unter unmenschlichen Bedingungen, urinieren auf sie, lassen sie hungern, schlagen, foltern oder töten sie sogar.

(…) Seit Antritt der neuen Bundesregierung vor einem Jahr liegen die ohnehin geringen Asylchancen für Deserteure praktisch bei Null.




2. Die britische Daily Mail berichtet über einen aktuellen Fall sexueller Gewalt. Demnach steht eine Lehrerin vor Gericht, weil sie Sex mit einem Jungen unter 14 Jahren gehabt haben soll, nachdem sie ihm die Augen verbunden und ihn an ein Bett gefesselt hatte.

Zum Ablauf der angeblichen Vorfälle fuhr er fort: "Es gab offensichtlich jede Menge Manipulation, aber damals kam es mir nicht so vor. Damals sagte sie so was wie: Ich bin in einer Beziehung. Ich bin deine Freundin. Wir müssen vorsichtig sein.

Ich erinnere mich, dass sie nackt war und mir beibrachte, wie man eine Frau berührt, und ich erinnere mich, dass ich sagte: ‚Das riecht komisch‘, und sie wurde ganz defensiv und sagte: ‚So riechen Frauen eben.‘ Ich erinnere mich, dass sie mir einfach sagte, was ich tun sollte, und ich tat es einfach.

Ich erinnere mich ganz deutlich daran, wie sie den Namen ihres Mannes rief. Das hat mich überrascht. Ich habe ihre Beziehung nie mitbekommen. Ich dachte, ich hätte die Beziehung. Ich erinnere mich, dass ich dachte, ich hätte einen Konkurrenten."

Das mutmaßliche Opfer gab den Polizeibeamten während der Vernehmungen weitere Informationen. Er behauptete, ein weiterer Vorfall habe sich in einem Schlafzimmer ereignet, als er gerade einmal 10 Jahre alt war.

Unter Tränen sagte er: "Sie muss gewusst haben, was das war. Das ist eine Erinnerung, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist."

Über eine weitere Begegnung fügte er hinzu: "Sie bat mich, auf das Bett zu kommen. Ich glaube, es war ihr Ehebett. Ich erinnere mich, dass sie mich gefesselt hat. Sie hatte eine Feder. Irgendeine Art von Federhandschuhen und Fell. Sie kitzelte mich. Ich erinnere mich, dass ich ans Bett gefesselt und mir die Augen verbunden wurden. Ich glaube, ich hatte keine Ahnung, was da vor sich ging. Ich habe mich darauf eingelassen und ihr vertraut. Es waren vor allem Empfindungen an meinem ganzen Körper. An meinem ganzen Körper. Sie war überrascht, dass es mir keinen Spaß machte. An das Bett gefesselt zu sein, hat mich in meiner Jugendzeit beunruhigt, als ich allmählich zu verstehen begann, was das für sie bedeutet haben musste.

Damals hatte ich, glaube ich, keine Angst. Das hatte ich nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, Angst gehabt zu haben. Aber als ich etwa 14 war, fing es an, mich zu beschäftigen. Ich war an die Pfosten gefesselt, hatte eine Augenbinde auf, und sie kitzelte mich nackt, und ich erinnere mich, dass sie überrascht war, dass es mir keinen Spaß machte. Sie hat mich irgendwie ausgefragt, warum es mir keinen Spaß machte, was mir daran nicht gefiel. Ich war einige Stunden lang dort."


~ Gut, dass Deutschland immun gegen so etwas ist, sonst würden wir ja hierzulande auch solche Artikel lesen und nicht allein in der ausländischen Presse. ~



3. Tamara Wernli beschäftigt sich in einem aktuellen Video mit der immer irrwitzigeren Geschlechterdebatte: "Mann legt Teer bei 35 Grad - Frau beklagt sich im Podcast, Frauen seien überall benachteiligt"



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Heute zwei aktuelle Beiträge aus unserer beliebten Kategorie "Frauen sind das friedlichere Geschlecht".

Als erstes nach Österreich:

---"Wenn eine Beziehung endet, gehen die Emotionen oft hoch. Im Fall von Frau K. sollen sie am 4. Mai zu Kratzwunden bei ihrem Ex-Partner und dessen Bedrohung mit einem Fleischmesser geführt haben, wirft die Staatsanwältin der unbescholtenen 29-Jährigen Körperverletzung und gefährliche Drohung vor.

"Ich bin nicht schuldig. Also teilweise, wegen der Kratzer", erklärt die alleinerziehende Arbeitslose, die Notstandshilfe bekommt, Richterin Danja Petschniker. "Ich war voll Adrenalin, ich hatte eine Panikattacke!", führt die mit zehn Minuten Verspätung aufgetauchte Angeklagte als Entschuldigung an. Einen Tag nach der Trennung sei ihr ehemaliger Freund mit seinem Bruder in ihre Wohnung gekommen, zwischen den Ex-Partnern entbrannte ein Streit um finanzielle Angelegenheiten.

"Wir haben gestritten, ich wollte die Polizei rufen", erklärt die unbescholtene Österreicherin. "Warum?", fragt die Richterin. "Weil es mir zu viel wurde", führt K. keinen besonderen Notfallgrund an. "Er hat gesehen, dass ich 133 gewählt habe, und wollte mir das Handy wegnehmen. Wir haben gerangelt, dann schlug er mir mit der flachen Hand ins Gesicht, dann habe ich ihm eine Watsche gegeben", erklärt die Frau. Die auf Nachfrage aber nicht ausschließen will, dass die erste Ohrfeige von ihr gekommen sei.

(…) Der Ex und dessen Bruder sagen beide aus, es habe zunächst den verbalen Konflikt wegen des Geldes gegeben. "Irgendwann hat sie mir dann gegen die Brust getrommelt und hat mich fester gehalten, dabei hat sie mich wahrscheinlich gekratzt. Aber nicht absichtlich", sagt der 22 Jahre alte frühere Partner der Angeklagten.

"Dann hat sie mir eine Watsche gegeben und ich ihr eine zurück. Dann ist sie extrem ausgerastet", beschreibt es der Österreicher. "Sie hat sich zur Abwasch umgedreht und den Kochlöffel und das Fleischmesser genommen", widerspricht der Zeuge der Angeklagten. Da er nicht wusste, was K. vorhat, habe er sie von hinten umklammert und aufgefordert, das Messer fallen zu lassen. Das habe sie zunächst nicht gemacht, daher habe er ihr in die Wange gebissen, sagt der zumindest optisch körperlich unterlegene junge Mann.

"Sie war aus Wut unkontrollierbar. Sie war nicht sie selbst", stellt er eine Ausnahmesituation der 29-Jährigen dar. Die Panikattacke sei bei der Frau aber erst später aufgetreten, ist er überzeugt. Mittlerweile sei das Verhältnis wieder in Ordnung, bestätigt der Zeuge die Darstellung der Angeklagten in dieser Frage.“

Die Richterin fällt am Ende einen Freispruch:

"Sie haben beide unaufgeregt gewirkt", begründet die Richterin ihr Urteil. "Bezüglich des Anklagepunktes der Körperverletzung mit den Kratzspuren auf dem Oberkörper glaube ich nicht an eine subjektive Verletzungsabsicht." Auch den Tatbestand der gefährlichen Drohung mit dem Messer sieht sie nicht erfüllt: "Ich habe nichts von Stichbewegungen gehört, im Endeffekt haben Sie das Messer nur in der Hand gehalten. Ich glaube dem Zeugen, dass er Angst hatte, da man die Situation nicht einschätzen kann. Aber er hat Sie von hinten festgehalten und Sie haben die Waffe dann losgelassen."
----

Ob der Fall vor Richterin und Staatsanwältin ebenso glimpflich ausgegangen wäre, wenn das Opfer statt eines "zumindest optisch körperlich unterlegenen jungen Mannes" eine zierliche junge Frau gewesen wäre? Hätte es dann auch genügt, wenn beide "unaufgeregt gewirkt" und beteuert hätten, das Verhältnis sei wieder in Ordnung? Oder wäre eine Verletzungsabsicht dann womöglich weniger "subjektiv" eingestuft worden? Fragen über Fragen! Ich bleibe zumindest gespannt, ob der nächste Fall "toxischer Maskulinität" auch mit einem lapidaren "Wenn eine Beziehung endet, gehen die Emotionen oft hoch" eingeleitet wird…

Von der Donau an den Neckar:

--- Nach dem Angriff auf zwei junge Frauen am Bismarckplatz am Samstagabend der Schlossbeleuchtung hat die Polizei ihre ersten Angaben zum Tatverdächtigen korrigiert. Entgegen der ursprünglichen Mitteilung handelt es sich nach aktuellem Ermittlungsstand um eine Frau. Zu der Verwechslung kam es, weil sich in derselben Nacht am Bismarckplatz zwei voneinander unabhängige Gewaltdelikte ereigneten, die sich zeitlich überschnitten.

Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage mitteilte, trafen die ersten Einsatzkräfte auf eine unübersichtliche Lage. Vorrang hatte zunächst die Versorgung der beiden verletzten Frauen im Alter von 18 und 15 Jahren.

(…) Bei dem Angriff gegen 23 Uhr waren die beiden Frauen mit einer Glasflasche und möglicherweise auch mit einem weiteren scharfen Gegenstand verletzt worden. Die 18-Jährige erlitt schwere Verletzungen und musste zeitweise stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.
---

Was kann man nur tun gegen toxische Feminität im öffentlichen Raum? War die Angreiferin womöglich gar von der Femosphere aufgewiegelt? Ja, es sind nicht alle Frauen so… okay! Aber alle Frauen sollten sich vielleicht ein paar Gedanken machen, sich ihrer Privilegien bewusst werden und einfach mal Fragen stellen.




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Dienstag, Juli 21, 2026

Neue Studie erklärt Gehaltsunterschied

1. Warum verdienen Frauen mitunter immer noch weniger als Männer? Genderama hat auf zahlreiche Gründe hingeiwesen, die mit der Verschwörungstheorie eines "frauenhassenden Patriarchats" nichts zu tun haben. Eine aktuelle Untersuchung hilft dabei:

Eine Studie der Rockwool Foundation Berlin zeigt: Männer setzen externe Jobangebote gezielter ein, um beim aktuellen Arbeitgeber mehr Gehalt zu fordern. Frauen wechseln dagegen häufiger komplett den Job.

Die Forscher sprechen von einer "Nachverhandlungslücke". Am Beispiel Schwedens – einem Land mit starker Gleichstellungspolitik – stellten sie fest: Männer verdienen bei identischer Tätigkeit rund 8 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Etwa die Hälfte dieser Differenz lässt sich allein durch das unterschiedliche Verhandlungsverhalten erklären.

Die Qualität externer Jobangebote und die Wechselhäufigkeit sind bei beiden Geschlechtern ähnlich. Der entscheidende Unterschied: Männern gelingt es wesentlich besser, diese Angebote in Gehaltserhöhungen umzumünzen – ohne den Arbeitgeber zu wechseln.

Dieser Mechanismus zementiert das Lohngefälle, selbst in Branchen mit vergleichbaren Qualifikationen und Leistungen. Die Forscher sehen darin einen zentralen Faktor für das Fortbestehen des Gender Pay Gaps.




2. In Hamburg hängen jetzt Anti-Nuhr-Plakate.



3. Die Legal Tribune hat sich die Urteilsbegründung angesehen, die offenlegt, warum Konstantin Wecker vor Gericht gegen die Süddeutsche Zeitung gesiegt hat, die in einem Artikel Weckers Beziehungen zu jüngeren Frauen skandalisierte. Ein Auszug:

Die von der Münchner Medien- und Tech-Kanzlei Lausen Rechtsanwälte vertretene SZ hatte argumentiert, dass sich Wecker in der Vergangenheit als "Anarchist" oder "Feminist" bezeichnet habe und das in Widerspruch zu den geschilderten Intimbeziehungen stehe.

Die Kammer folgte dem nicht: Ein Feminist "setzt sich nach allgemeinem Begriffsverständnis für gleiche Rechte und Privilegien von Frauen in Gesellschaft, Politik, Familie und Arbeitswelt ein", ein Anarchist lehne die Herrschaft von Menschen über Menschen als Form der Unterdrückung von Freiheit ab. "Wieso diese Haltungen in Widerspruch zu einvernehmlichen sexuellen Beziehungen zwischen älteren Männern zu erheblich jüngeren Frauen stehen sollen, haben die insoweit darlegungs- und beweisbelasteten Antragsgegner weder darzulegen noch glaubhaft zu machen vermocht", heißt es in dem Urteil.

Auch stünden weder Weckers künstlerisches Wirken noch seine Aussagen im Zuge der "MeToo"-Debatte 2020 zu den geschilderten Beziehungen in Widerspruch. "Die dem Antragsteller von den Antragsgegnern zu Last gelegten Beziehungen zu jüngeren Frauen betreffen keinen ‚MeToo‘-Sachverhalt", so das Gericht. Diese seien "von fehlender Einvernehmlichkeit geprägt und betreffen Geschehen, in denen Frauen Opfer von sexuellem Missbrauch, sexueller Belästigung, Nötigung oder Vergewaltigung geworden sind", so das Gericht unter Bezugnahme auf eine Definition des Center for American Progress. Dies werde Wecker aber auch von der SZ nicht vorgeworfen.

Doch auch wenn man das anders sehen und "MeToo" begrifflich auch auf Fälle der "Ausnutzung informeller Machtgefälle" ausdehnen wolle, fielen die von der SZ berichteten Intimbeziehungen nicht darunter. Anders als die SZ meint, habe sich Wecker nicht "über körperliche und emotionale Grenzen hinweggesetzt", da die Beziehungen freiwilliger Natur gewesen seien und es zum Teil sogar über einen längeren Zeitraum zu einvernehmlichem, wiederholtem Sex gekommen sei.

Schließlich stehe Wecker nach so vielen Jahren auch ein Recht auf Vergessen zu. Dieses, so das Gericht, könnte sogar Mördern zustehen; Wecker hingegen werde nicht einmal eine Straftat vorgeworfen.

(…) Weckers Anwalt Dominik Höch begrüßt das Urteil. In der SZ würden auf dem Rücken eines kranken Menschen Äußerungen aus dem Privatleben ausgebreitet. Aus Sicht von Herrn Wecker und seiner Familie stellt die Entscheidung eine Genugtuung dar und ein Zeichen, dass auch prominente Künstler nicht Freiwild für journalistische Auswüchse sind. Die Methoden der SZ seien von gewissen Boulevard-Medien nicht weit entfernt.




4. Das feministische Lager fordert, dass Männer mehr gefühle zeigen sollten, aber wenn es geschieht, hagelt es Häme. Das Blog Apokolokynthose zerpflückt einen entsprechenden Artikel der "taz".



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Montag, Juli 20, 2026

Familienrichterin: "Viele Väter tricksen nicht, sie sind einfach arm"

1. Frauenministerin Karin Prien möchte unterhaltssäumigen Vätern den Führerschein entziehen. DIE ZEIT hat dazu eine Familienrichterin interviewt, die klarstellt: "Viele Väter tricksen nicht, sie sind einfach arm."

Derweil versteht man in der Redaktion des SPIEGEL vermutlich gar nicht, wie man sich die Gelegenheit des Väterbashing entgehen lassen kann, indem man sich bei der Überschrift auf die schwarzen Schafe konzentriert. Auch die vom SPIEGEL befragte Familienrechtlerin erklärt, dass viele Väter das nötige Geld einfach nicht besitzen, aber die Schlagzeile des Artikels fokussiert sich auf die Zahlungsunwilligen: "Es gibt Väter, die plötzlich Teilzeit arbeiten, um sich zu drücken."

Der Unterschied im Vorgehen ist wirklich auffällig. Während die ZEIT das Ressentiment gegenüber Scheidungsvätern mildert, wird es beim SPIEGEL einer polarisierenden Überschrift zuliebe fleißig geschürt.



2. Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit häuslicher Gewalt aus einer anderen Perspektive, als ich das tue: Sie betrachtet das Hellfeld, das sich in der Kriminalstatistik abbildet, unterscheidet aber zwischen Zugezogenen und Einheimischen. Dabei stellt sie Bemerkenswertes fest:

Frauen sind aber nicht nur Opfer, sie sind auch Täterinnen. In gewissen Altersgruppen werden ausländische Frauen sogar häufiger beschuldigt als Schweizer Männer. Dies zeigt sich besonders ausgeprägt bei den 25- bis 29-Jährigen: Pro 10.000 Personen wurden 8,9 Schweizer Männer der häuslichen Gewalt in einer Partnerschaft bezichtigt und 12,8 ausländische Frauen. Es greift also zu kurz, häusliche Gewalt einzig als Männerproblem zu betrachten.


Ich habe einmal die KI gefragt, warum häusliche Gewalt bei Migranten häufiger auftritt (eine Frage, die sich die NZZ gespart hat beziehungsweise, deren Antwort sie "verheimlicht" hat, um die Wortwahl der NZZ selbst zu übernehmen). Die Antwort:

Die Forschung zeigt in vielen Ländern tatsächlich Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen, aber die Erklärung ist komplex. Es wäre unzutreffend, dies pauschal auf die Eigenschaft "Ausländer sein" zurückzuführen.

Zu den Faktoren, die diskutiert werden, gehören:

* Altersstruktur: Migrantenbevölkerungen sind im Durchschnitt jünger. Gewalt – auch Partnerschaftsgewalt – tritt generell häufiger in jüngeren Altersgruppen auf.

* Sozioökonomische Belastungen: Arbeitslosigkeit, Armut, prekäre Wohnverhältnisse, unsicherer Aufenthaltsstatus und Zukunftsängste sind in manchen Migrantengruppen häufiger vertreten. Solche Belastungen erhöhen das Risiko für Konflikte und Gewalt.

* Traumatische Erfahrungen: Menschen, die Krieg, Verfolgung oder Flucht erlebt haben, können unter psychischen Belastungen leiden, die das Risiko für problematisches Verhalten erhöhen. Das betrifft allerdings nur einen Teil der Migranten.

* Kulturelle Einstellungen: In einigen Herkunftsländern sind traditionelle Geschlechterrollen oder die Vorstellung einer stärkeren Autorität des Mannes weiter verbreitet. Solche Normen können das Risiko für Partnerschaftsgewalt erhöhen, wenn Gewalt als Mittel zur Kontrolle eher akzeptiert wird. Gleichzeitig lehnt auch in diesen Gesellschaften die große Mehrheit Gewalt gegen den Partner oder die Partnerin ab.

* Alkoholkonsum: Je nach Herkunftsgruppe kann Alkohol eine größere oder kleinere Rolle spielen. In manchen Gruppen wirkt Alkohol als Verstärker, in anderen ist Alkoholkonsum religiös oder kulturell weniger verbreitet.

* Integration: Sprachbarrieren, soziale Isolation und Schwierigkeiten bei der Integration können familiären Stress verstärken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Datengrundlage. Je nachdem, ob man Polizeistatistiken, Gerichtsverfahren oder Opferbefragungen betrachtet, können die Unterschiede unterschiedlich groß erscheinen. Polizeistatistiken bilden nur Fälle ab, die angezeigt und registriert wurden. Zudem unterscheiden sich die Bevölkerungsgruppen hinsichtlich Alter, Einkommen und anderen Merkmalen, sodass einfache Vergleiche irreführend sein können.

Deshalb versuchen wissenschaftliche Studien, solche Einflussgrößen statistisch zu berücksichtigen. Dabei zeigt sich häufig, dass ein erheblicher Teil der Unterschiede durch Faktoren wie Alter, soziale Lage und Belastungen erklärt werden kann. In einigen Untersuchungen bleiben auch danach Unterschiede zwischen einzelnen Herkunftsgruppen bestehen, was darauf hindeutet, dass kulturelle Normen oder andere, nicht vollständig erfasste Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen können.

Zusammengefasst: Wenn in einer Statistik eine höhere Rate häuslicher Gewalt unter bestimmten Gruppen von Ausländern festgestellt wird, bedeutet das nicht, dass die Staatsangehörigkeit selbst die Ursache ist. Vielmehr kommen verschiedene Risikofaktoren zusammen, deren Ausprägung sich zwischen Bevölkerungsgruppen unterscheiden kann.




3. Die Frankfurter Allgemeine beschäftigt sich mit einem "Femizid" (gemeint ist die Ermordung einer Frau) in Kelkheim, weist dabei aber darauf hin, dass der männliche Täter von männlichen Helden überwältigt wurde, was das billige Männerbashing nach einer solchen Tat schwerer macht:

Drei Bürger zeigten besonders viel Mut und stürzten sich auf den Täter. Weil er die Machete trug, gelang es nicht, ihn an der Tat zu hindern. Doch als er die Waffe fallen ließ, konnten sie ihn überrumpeln und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Darunter zwei Männer, die in Kelkheim leben, ein 32 Jahre alter Afghane und ein erst 17 Jahre alter Jugendlicher mit pakistanischem Hintergrund. Bei dem dritten handele es sich um einen 28 Jahre alten deutschen Frankfurter aus den westlichen Stadtteilen, der zum Sporttraining nach Kelkheim gekommen war. "Wir haben fest vor, diese drei mutigen Menschen zu ehren", sagt Bürgermeister Kündiger.




4. Die Wiener Zeitung beschäftigt sich mit dem Unmut von Eltern, die statt dem gewünschten Mädchen "nur" einen Jungen bekommen und stellt klar: "Gleichstellung bedeutet allerdings nicht, Mädchen höher zu bewerten als Buben."



5. Die konservative Website "Corrigenda" ist amüsiert über das Herumfuhrwerken der Grünen, die verblüfft festgestellt hätten, dass Männer ja auch wählen dürfen.

Es fängt mit der Sprache an. Eine "Einladung" für moderne Männlichkeit betiteln die Grünen ihr neues Männermanifest. Männer bräuchten die Fähigkeit, "Räume zu öffnen, statt sie zu verschließen". Es gehe darum, "gemeinsam zu wachsen". Das ist genau der Sozialpädagoginnen-Sound, der die Grünen für viele Männer so unerträglich macht. Es ist aber nur einer der Gründe, warum das Männermanifest der Partei verunglückt ist.

Wohlgemerkt: Das nach außen genannte Anliegen hinter dem Papier ist richtig. 13 Grünen-Politiker, darunter prominente Namen wie die Parteivorsitzende Franziska Brantner oder ihre Vorgängerin Ricarda Lang, wollen ein neues, positives Männerbild schaffen. "Wir haben definiert, was Männer nicht sein sollen: Nicht gewalttätig, nicht dominant, nicht unterdrückend. Alles richtig. Alles wichtig. Aber wir haben vergessen, ein Angebot zu machen, was Männlichkeit stattdessen sein kann", schreiben sie selbstkritisch.

Allerdings offenbart das dann folgende "Angebot", wie groß das Dilemma ist, in dem sich die Partei befindet. Die Grünen haben Männer jahrelang verächtlich gemacht. Nun plötzlich umzuschalten und positiv über Männlichkeit zu sprechen, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen.


Hier geht es weiter.



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Freitag, Juli 17, 2026

Neue Zürcher Zeitung zum Hass auf Männer: "Ein faschistioder Alptraum"

1. In der Neuen Zürcher Zeitung kommentiert Thomas Ribi den Männerhass unserer Zeit. Ein Auszug:

Was ein Mann ist, darüber muss man offenbar nicht lange diskutieren. Ein Mann ist ein Mann. Und damit meint man meist: ein dominantes, aggressives und emotional unterentwickeltes Wesen. "Toxische Männlichkeit" lautet der Befund: Gemeint sind damit Menschen, die Frauen betatschen, Probleme mit Gewalt lösen und sich selbst überschätzen.

(…) In ihrem Buch über den Pelicot-Prozess räumt die französische Philosophin Manon Garcia ein, natürlich glaube niemand, dass alle Männer "so" seien. Aber dann kommt’s: Alle Männer, schreibt Garcia, nähmen an Ritualen teil, bejahten Werte und schätzten Verhaltensweisen, die es ermöglichten, "dass normale Männer losziehen und eine Frau vergewaltigen, die sie nicht kennen und die sich offensichtlich im Koma befindet".

Welche Rituale, welche Werte, was für Verhaltensweisen? In die Details geht Garcia nicht. Wozu auch, bei genauer Betrachtung würde der Schluss vom Einzelfall auf die allgemeine Gesetzmässigkeit in sich zusammenfallen. Und taktisch ist es allemal geschickter, die Männer in Sippenhaft zu nehmen, als zu differenzieren. Effektvolle Behauptungen lassen sich politisch besser verkaufen als begründete Schlüsse.

Am Ende stützt sich Garcia auf den Begriff der "rape culture". Das in den siebziger Jahren in der amerikanischen Frauenbewegung entwickelte Konzept postuliert, dass die modernen westlichen Gesellschaften sexuelle Gewalt zwar offiziell ächteten und sie gesetzlich verböten. Tatsächlich aber werde Vergewaltigung banalisiert, entschuldigt und damit letztlich gefördert. Männer seien kollektiv schuldig. Und dass sie schuldig seien, ohne sich dessen bewusst zu sein, mache die Sache nur umso schlimmer.

Manon Garcia ist mit dieser Auffassung nicht allein. In den sozialen Netzwerken sind Hashtags wie #allmen, #MenAreTrash oder #AllMenArePigs seit Jahren allgegenwärtig, Frauen zeigen sich entsetzt, wenn sie mit einem Jungen schwanger sind. Das ist nicht so ironisch gemeint, wie es sich gibt. Und die Vorstellung der Gesellschaft, die sich dahinter verbirgt, malt man sich besser gar nicht aus.

Ende der sechziger Jahre propagierte die feministische Aktivistin Valerie Solanas die Idee einer Gesellschaft ohne Männer. In einem Traktat, den sie 1967 publizierte, bezeichnete sie die Vernichtung von Männern als gute Tat. Männer hätten kein Lebensrecht, schrieb sie. In ihrer Idealgesellschaft der Zukunft sollte die "Babyproduktion" im Labor stattfinden. Dann würden nur vollkommene Lebewesen entstehen und "psychische Leiden wie Maskulinität" ebenso der Vergangenheit angehören wie Krankheiten, Regierungen, Geld und Arbeit.

Ein faschistoider Albtraum, von dem Solanas umgehend behauptete, er sei als Satire zu verstehen. Alles nicht so ernst gemeint. Das möchte man hoffen. Wenn einer der weltweit grössten Fachverbände von Psychologen das Mannsein als Zustand charakterisiert, der nach Therapie verlangt, und Frauen es öffentlich bedauern, wenn sie Buben zur Welt bringen, fühlt man sich an Valerie Solanas’ Visionen erinnert. Die Debatte darum, was Mannsein heisst, ist so verfahren wie noch nie. Die Genderdebatte verbeisst sich in Stereotype, die sie selbst geschaffen hat.




2. "Die Linke hat ein Problem mit Jungen und Männern" titelt das britische Magazin "Spectator". Der Großteil des Artikels stand so oder ähnlich schon etliche Male auf Genderama.



3. Die Leipziger Volkszeitung berichtet über einen neuen Fall im Zusammenhang mit einem Problem, das auch schon etliche Male auf Genderama angesprochen, ansonsten aber weitgehend ignoriert wird, weil es nicht in die Kiste mit den Geschlechterklischees passt: Mädchengewalt.

Rund um die dramatischen Ereignisse beim Jugendnotdienst Leipzig (JND) taucht in einem Polizeischreiben ein Vorfall auf, der selbst gestandene Beamte schockiert. Eine Gruppe von vier jungen Mädchen, die alle beim JND untergebracht waren, hat einen 86-Jährigen in Grünau brutal überfallen. (…) Der Mann wurde am späten Abend beim Verlassen der Sparkasse in der Kiewer Straße von hinten angegriffen, nachdem er Geld abgehoben hatte. Gegenüber den Beamten hätten die Mädchen mit ihrer Tat geprahlt und sich über die Situation belustigt, heißt es in dem Polizeischreiben aus dem Revier Südwest.

Nun wird wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, denn die Mädchen wollten nicht etwa das Geld des Mannes erbeuten. "Als Motivation für die Tat wurde (…) freiweg angegeben, mal einen Alten am Boden kriechen sehen zu wollen." Eine kritische Reflexion der eigenen Handlung sei hier nicht zu erwarten. In dem Polizeischreiben wird weiter ausgeführt: "Ein solches Maß an Verrohung ließ selbst uns erschrocken zurück. Es wird eingeschätzt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ein solches skrupelloses Agieren tödliche Verletzungen bei einem Opfer hervorrufen wird. Gleichzeitig ist an diesem Beispiel sichtbar, dass die bisherigen Bemühungen aller Behörden wirkungslos sind, wenn die Täterinnen keinerlei Scheu vor dem Staat zeigen und auch schwere Straftaten als selbstverständlich mitteilen (wohlwissend, dass ihnen gar nichts passiert)."

Alle vier Mädchen seien der Polizeidirektion Leipzig "hinreichend bekannt", erklärt Polizeisprecher Olaf Hoppe auf Anfrage. Zum einen aufgrund von Suchen nach Vermisstenanzeigen, aber auch wegen "verschiedener Handlungen mit Schwerpunkt im Jahr 2026, die unterschiedliche Tatbestände des Strafgesetzbuches erfüllen". Von einer Bande könne allerdings keine Rede sein. "Die Handlungen wurden teils allein, teils in wechselnder Zusammensetzung begangen."

Hintergrund im konkreten Fall: Von den vier Mädchen war zum Tatzeitpunkt nur eines 14 Jahre alt – und damit ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Die drei anderen waren jünger. Zwar werden auch sie befragt und vorgeladen. Man kann sie aber nicht strafrechtlich belangen; Konsequenzen sind nur im Rahmen ihrer Betreuung möglich.




Genderama existiert seit über 20 Jahren – unabhängig und ausschließlich finanziert durch Menschen wie dich. Wenn du meine Arbeit unterstützen und sicherstellen möchtest, dass es Genderama weiterhin gibt, freue ich mich über eine Überweisung auf mein Konto bei der Nassauischen Sparkasse, IBAN: DE43510500150393039906, oder an PayPal über den Spendenbutton auf der Blogroll rechts. Ganz herzlichen Dank euch allen!



Donnerstag, Juli 16, 2026

Kanada: "Männer müssen vor dem Abrutschen in den Antifeminismus gerettet werden"

1. Gestern war hier Thema wie wichtig für Männer die Möglichkeit ist, sich zumindest online dem allgengenwärtigen Niedermachen und Einprägeln zu widersetzen beziehungsweise in der Geschlechterdebatte überhaupt eine andere Meinung als die herrschende stattfinden zu lassen. Von denen, die keine solche offene Debatte möchten, wird das seit einiger Zeit als gemeingefährliche "Manosphäre" geframet. Aber schon lange bevor es diesen Begriff gab, wurde Kritik an der feministischen Ideologie nicht als legitimer Teil der Debatte, sondern als Unsäglichkeit geframet, die bekämpft gehört. Jetzt hat sich eine kanadische Politikerin für das Narrativ entschieden, Männer müssten davor gerettet werden, "in den Antifeminismus" abzurutschen.

Die rasche Verbreitung antifeministischer Ideologien ist nicht nur ein Frauenthema, sondern ein gesellschaftliches Problem, und es bedarf eines vielschichtigen Ansatzes, um sie zu stoppen, sagt Marie-Gabrielle Ménard, parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministers für Frauen sowie Geschlechtergleichstellung.

Die Bundesregierung sollte Gesetze vorlegen, die Online-Plattformen dazu verpflichten, antifeministische Inhalte zu moderieren, heißt es in einem aktuellen Bericht des Ständigen Ausschusses für die Stellung der Frau.

Der Bericht "Confronting Antifeminist Ideologies in Canada" wurde am 16. Juni veröffentlicht – nur eine Woche vor der Schießerei in Côte-des-Neiges, bei der drei Menschen ums Leben kamen. Nach Einschätzung von Experten soll der bewaffnete Tatverdächtige ein Manifest hinterlassen haben, dessen Ideologie mit der Incel-Bewegung übereinstimmt und auf extremem Frauenhass beruht.

"Dieses Thema ist mir sehr wichtig und liegt mir sehr am Herzen", sagte Marie-Gabrielle Ménard, liberale Abgeordnete für den Wahlkreis Hochelaga—Rosemont-Est und parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministers für Frauen sowie Geschlechtergleichstellung.

Ménard ist Mitglied des Ständigen Ausschusses für die Stellung der Frau. Zwar wollte sie sich nicht zu der Schießerei in Côte-des-Neiges äußern, doch sie sprach bereitwillig über die Erkenntnisse des Berichts und dessen Empfehlungen, um antifeministischer Rhetorik entgegenzuwirken.

Es war Ménard, die die Untersuchung angeregt hatte, aus der der Bericht hervorging.

"Im Herbst 2025 veröffentlichten wir Berichte über erzwungene Kontrolle und geschlechtsspezifische Gewalt", erinnerte sie sich. "Nach diesen beiden Untersuchungen erschien es mir dringend notwendig, die Ursache geschlechtsspezifischer Gewalt und Intoleranz in Kanada sowie den Aufstieg und die unverhohlene Ausprägung antifeministischer Diskurse zu identifizieren. Was hat diesen Bewegungen ihr Wachstum ermöglicht?"


Der Versuch, Männer "erzwungener Kontrolle" zu unterziehen, dürfte massiv dazu beigetragen haben.

Die rasche Verbreitung antifeministischer Ideologien sei nicht nur ein Frauenthema, sondern ein gesellschaftliches Problem, betonte sie, und es bedürfe eines vielschichtigen Ansatzes, um sie zu stoppen.

Unter den 14 Empfehlungen des Berichts hob Ménard insbesondere die ersten drei hervor. Dazu gehört die Forderung, dass die Bundesregierung Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit unterstützen soll, um antifeministischer Rhetorik entgegenzuwirken.

"Wir müssen Präventionsmaßnahmen und die Arbeit von Gemeinschaftsorganisationen (zur Bekämpfung antifeministischer Rhetorik) unbedingt unterstützen", sagte Ménard. "Was wir im Rahmen dieser Untersuchung erfahren haben, ist, dass junge Jungen nicht gezielt nach radikalen Ideologien suchen, die nicht mit der Gleichstellung der Geschlechter vereinbar sind. Sie werden jedoch innerhalb von 30 Minuten nach Beginn ihrer Aktivitäten in sozialen Medien mit solchen Inhalten konfrontiert. Experten erklärten uns, dass soziale Medien häufig den Einstiegspunkt für junge Jungen darstellen, die mit diesem Diskurs in Berührung kommen."

Gemeinschaftsorganisationen hätten "alle möglichen Programme" entwickelt, die sich bei der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter als wirksam erwiesen hätten, "doch es ist nicht einfach", erklärte Ménard. "Antifeministische Diskurse sind Teil der Geschäftsmodelle der Unternehmen und Organisationen, die diese Art von Ideologie verbreiten und davon nahezu alle einen Nutzen haben. Es handelt sich um ein echtes Geschäftsmodell."


Als "Geschäftsmodell", vor allem zum Abgreifen von Steuergeldern, erscheint mir der Feminismus deutlich lukrativer.

Der Staat müsse umfassend in Aufklärungskampagnen investieren, "um Jungen und Männer zu einer umfassenden Reflexion zu bewegen", sagte Ménard.


Noch ungeschickter kann man kaum verbrämen, dass Jungen und Männer ideologisch in der Spur gehalten werden sollen.

Die zweite Empfehlung des Berichts lautet, dass die Regierung ihre Unterstützung für die kanadischen Medien verstärken soll.

"Medien sind Schutzwälle gegen Desinformation", sagte Ménard, die vor ihrem Einstieg in die Politik als Reporterin bei Radio-Canada gearbeitet hatte.

"Die Experten sind sich einig", fuhr Ménard fort. "Antifeministische Ideologie schadet der Gleichstellung der Geschlechter, der Gleichberechtigung von Frauen und der queeren Gemeinschaft. Sie stellt aber auch eine Bedrohung für die Demokratie dar, weil dieser Diskurs darauf abzielt, die Rolle und den Platz von Frauen sowie anderer Gemeinschaften in Führungspositionen und im öffentlichen Raum zurückzudrängen. Ohne Medien ist die Demokratie in Gefahr. Wenn wir Repräsentation verlieren, bewegen wir uns auf eine starke Konzentration von Ideologie und Macht zu."


Der Bericht, auf den sich die Politikerin bezieht, wurde nicht von einem unabhängigen wissenschaftlichen Expertengremium verfasst, sondern vom Ständigen Ausschuss für die Stellung der Frau (Standing Committee on the Status of Women, FEWO) des kanadischen Unterhauses. Die Mehrzahl der geladenen Sachverständigen stammte aus den Bereichen Frauenpolitik, Genderforschung und feministischer Forschung. Vertreter von Männerrechtsorganisationen, Feminismuskritiker oder Wissenschaftler, die eine grundsätzlich andere Sicht auf die Ursachen geschlechtsspezifischer Konflikte vertreten, waren nicht unter den geladenen Zeugen. Ein feministisches Gremium verkündet also, dass "Antifeminismus" gefährlich wäre, und seine Ministerin verkauft das dann als "die Experten sind sich einig". Die beklagte "Konzentration von Ideologie und Macht" gibt es mit Sicherheit, aber nicht auf der Seite von Jungen und Männern.

Die dritte Empfehlung des Berichts lautet, dass die Regierung die Verbreitung antifeministischer Ideologien auf Online-Plattformen regulieren soll. Dazu gehören Anforderungen an eine stärkere Moderation schädlicher Inhalte sowie Maßnahmen zum Schutz von Kindern.

Ménard bezeichnet soziale Medien als "die Schwergewichte des Internets, die Online-Hass überhaupt erst ermöglichen".

Als Vorbild verweist sie auf Bill C-16, bekannt als "Protecting Victims Act" sowie auf den vorgeschlagenen Gesetzentwurf Bill C-34, den "Safe Social Media Act".

Auch wenn sie keine Wunder erwartet, sagt Ménard: "Die Regierung muss ein Signal senden, denn das schadet vielen Gruppen in unserer Gesellschaft."

Zwar gebe es keine einzelne Lösung zur Bekämpfung antifeministischer Ideologien, doch sie ist überzeugt, dass die Empfehlungen des Berichts eine erfolgversprechende Strategie aufzeigen.

"Wenn man sie einzeln betrachtet, wirkt keine einzelne Maßnahme ausreichend strukturiert", sagte sie. "Das zeigt, dass es nicht genügt, nur eine einzige Maßnahme zu ergreifen. Wir müssen im Bereich der Justiz handeln, aber ebenso im Bereich der Prävention. Es ist durchaus möglich, jemanden zu retten, der in eine antifeministische Ideologie abrutscht. Dafür braucht es Schutzmaßnahmen, die verhindern, dass ein junger Mann kein anderes soziales Netzwerk mehr hat als das, dem er begegnet, wenn er nachts allein vor seinem Computer sitzt."


Ich würde zu den vertretenen Positionen, die es vermutlich bald auch außer Kanadas geben wird, den einen oder anderen Einwand äußern, solange ich das noch darf.

Zunächst mal bleibt völlig unklar, was hier mit "Antifeminismus" gemeint sein soll. Zwischen Frauenfeindlichkeit oder Aufrufe zu Gewalt gegen Frauen, konservativen Geschlechterrollen und der Kritik an bestimmten feministischen Theorien oder Organisationen wird dieser Begriff auffällig unscharf gehalten.

Dann sollen "antifeministische" Online-Äußerungen unterbunden werden. Wer bitte soll entscheiden, was "antifeministisch" ist? Gilt schon die Aussage "Männer werden im Familienrecht benachteiligt" als antifeministisch? Darf man die Genderpolitik der Regierung kritisieren? Dürfen feministische Theorien wissenschaftlich angegriffen werden? Je unklarer die Definition ist, desto größer ist das Risiko, dass Plattformen aus Vorsicht auch völlig legale politische Meinungen löschen.

Warum wird überhaupt speziell Antifeminismus herausgegriffen und nicht Online-Radikalisierung insgesamt?

Ménard wettert, Jungen würden innerhalb kurzer Zeit nach Nutzung sozialer Medien mit antifeministischen Inhalten konfrontiert. Das glaube ich gerne. Es beweist jedoch nicht automatisch, dass daraus in irgendeiner Weise Gewalt entsteht. Möglicherweise suchen Jugendliche aufgrund bereits bestehender Probleme gezielt nach solchen Inhalten.

Ménard bezeichnet Medien als "Schutzwälle gegen Desinformation". Dazu braucht man in einem Blog wie Genderama eigentlich kaum noch etwas zu sagen. Insofern nur fürs Protokoll: Abweichende politische Meinungen sind nicht automatisch Desinformation, und ob eine Aussage "antifeministisch" ist, bedeutet keineswegs, dass sie faktisch falsch ist. Ich habe ein komplettes Lexikon darüber geschrieben, dass die Desinformation häufig vom Feminismus ausgeht. Fordere ich deswegen, feministische stimmen online zu regulieren und zu unterbinden? Natürlich nicht. Demokratische Gesellschaften leben davon, dass auch kontroverse Ansichten öffentlich diskutiert werden können.

Und schließlich der Elefant im Raum: Der Bericht ignoriert komplett die Frage, ob bestimmte Entwicklungen innerhalb des Feminismus selbst massiv zur Polarisierung beitragen könnten, die man jetzt händeringend beklagt.



2. Nach Dieter Nuhrs Satire über das Wort "Femizid" als Kampfbegriff, spekuliert Hella von Sinnen öffentlich darüber, ob er seinen Job bei der ARD behalten werde. Auf die Frage, warum "antifeministische Gedanken so eine Konjunktur" hätten, antwortet die Komikerin: "Im Moment wird der Faschismus wieder beliebter, und da fragen sich Männer eben wieder: Wie kann ich endlich wieder 'männlich' sein? Wie kann ich meine Frau an den Herd zurückbringen? Möchte man bei sowas dazugehören? Diese Fragen müsst ihr Jungs euch stellen und dann bitte selbst den Arsch hochkriegen. Das müssen wir nicht auch noch tun."



3. Die EU verlängert den Schutz für Flüchtlinge aus der Ukraine. Ausgenommen sind kriegsfähige Männer.



4. In Serbien wird der Zwangsdienst zum Militär für junge Männer wieder eingeführt.



5. In Australien steht mal wieder eine Grundschullehrerin wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Der Missbrauch soll sich 1999 zugetragen haben, der Betroffene ist jetzt in seinen späten Dreißigern.



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Mittwoch, Juli 15, 2026

Wie Männer zu den Schurken der Geschichte wurden – und warum die "Manosphäre" so wichtig ist

Tom Golden ist lizensierter klinischer Sozialarbeiter aus Maryland, USA, mit über vierzig Jahren Erfahrung in der therapeutischen Arbeit mit Männern, Frauen, Jungen und Mädchen. International bekannt wurde er durch seine Forschung und seine Veröffentlichungen über die Probleme und Anliegen speziell von Männern. Seine aktuellste Analyse ist betitelt mit "How Men Became the Villains of American History". Was er hier darlegt, geht allerdings über die USA hinaus und ist auch für Deutschland hochgradig relevant. Praktisch alles, was Golden für die USA schildert, wurde von Deutschland übernommen und wirkte sich direkt auf uns alle aus.



Es geschah nicht alles auf einmal. Jede Phase baute auf der vorherigen auf, bis schließlich eine ganze Generation eine Version der Geschichte übernahm, in der Männer weniger für das in Erinnerung blieben, was sie aufgebaut hatten, als für diejenigen, die sie angeblich unterdrückt hatten.

Unsere Kultur wachte nicht eines Morgens auf und beschloss, dass Männer vor allem als Unterdrücker, Räuber, Kolonisatoren, Missbraucher und Patriarchen erinnert werden sollten. Die Umschreibung geschah schrittweise. Sie begann als Korrektur, wurde zu einem Deutungsrahmen, verhärtete sich zu institutioneller Politik und breitete sich schließlich über Medien, Filme, Schulen, Recht und das Internet aus.

Das ursprüngliche Projekt wurde als Korrektur dargestellt. Feministinnen argumentierten, Frauen seien systematisch aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen worden und traditionelle Geschichtsdarstellungen hätten ihre Beiträge übersehen oder heruntergespielt. Diese Auslassungen müssten korrigiert und den Erfahrungen von Frauen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Doch irgendwo auf diesem Weg veränderte sich das Projekt. Es ging nicht länger einfach darum, die Geschichte der Frauen wiederzuentdecken oder Gleichberechtigung anzustreben. Zunehmend wurde es zu einem Projekt, das Männer – und die Männlichkeit selbst – vor Gericht stellte.

Der Wendepunkt kam Mitte bis Ende der 1960er Jahre. 1966 wurde die National Organization for Women gegründet, und der Feminismus der zweiten Welle begann, das amerikanische Leben durch die Sprache männlicher Macht und weiblicher Unterdrückung zu deuten. Der Slogan "Das Persönliche ist politisch" ermutigte Frauen dazu, privaten Schmerz, Enttäuschung, Ehe, Sexualität, Mutterschaft, Arbeit und Familienleben als Belege für umfassendere, von Männern dominierte Systeme neu zu interpretieren.

Dann kamen die 1970er Jahre, als dieser Deutungsrahmen in die Institutionen einzog.

1970 wurde an der San Diego State University das erste Women's-Studies-Programm der Vereinigten Staaten eingerichtet. 1972 folgte die Zeitschrift "Ms.", die eine landesweite feministische Medienplattform schuf. Ebenfalls 1972 wurde Title IX verabschiedet und brachte die Politik der Geschlechterdiskriminierung unmittelbar in das Bildungsrecht. Diese Entwicklungen trugen dazu bei, ein neues moralisches Vokabular zu etablieren: Frauen waren die ausgeschlossene Gruppe, Männer die dominante Gruppe, und die Geschichte musste durch diese Linse neu interpretiert werden.

Dies war die erste Phase: Wiedergewinnung.

Das erklärte Ziel bestand darin, die verlorene Geschichte der Frauen wiederzugewinnen. Doch aus Wiedergewinnung wurde bald Neuinterpretation. Die Leistungen der Männer waren nicht länger einfach Leistungen. Sie wurden zu Belegen für Ausschluss. Autorität von Männern wurde zu Unterdrückung. Führung durch Männer wurde zum Patriarchat. Schutz durch Männer wurde zu Kontrolle. Versorgung durch Männer wurde zu Privileg.

Die zweite Phase war Misstrauen.

Mitte der 1970er Jahre hatte sich die feministische Theorie tief in Literatur, Film und Kultur etabliert. Laura Mulveys Essay "Visual Pleasure and Narrative Cinema" aus dem Jahr 1975 trug dazu bei, das Konzept des "male gaze" – des männlichen Blicks – bekannt zu machen. Dabei handelte es sich nicht lediglich um eine Kritik einiger Filme. Es wurde zu einer Art, männliche Kreativität, männliches Begehren, männliche Perspektive als Zuschauer und von Männern geschaffene Kultur grundsätzlich als verdächtig zu betrachten.

Die dritte Phase war die Institutionalisierung in Recht und Politik.

In den 1980er Jahren gewann das Duluth-Modell in der Politik zur Bekämpfung häuslicher Gewalt an Einfluss. Sein Ansatz betonte den Macht- und Kontrollgebrauch von Männern gegenüber Frauen. Als 1994 der Violence Against Women Act verabschiedet wurde, hatte sich das Modell vom männlichen Täter und weiblichen Opfer bereits enorme rechtliche, kulturelle und finanzielle Macht verschafft. Es beruhte auf der irrigen Annahme, Männer seien die dauerhaften Täter und Frauen die einzigen Opfer.

Das war bedeutsam, weil Gesetze nicht lediglich Verhalten bestrafen. Gesetze lehren auch die Kultur, worauf sie achten soll. Als männliche Gewalt besonders sichtbar gemacht wurde, während weibliche Gewalt, wechselseitige Gewalt, männliche Opfer und das Bedürfnis von Kindern nach ihren Vätern heruntergespielt wurden, nahm die Öffentlichkeit die Botschaft auf: Männer sind die Gefahr, Frauen sind die Gefährdeten.

Auch die verschuldensunabhängige Scheidung gehört in diese Phase. Kalifornien führte 1969 das erste moderne Gesetz zur verschuldensunabhängigen Scheidung ein, andere Bundesstaaten folgten im Laufe des nächsten Jahrzehnts. Die Reform sollte Verbitterung reduzieren und die Notwendigkeit beseitigen, ein Verschulden zu konstruieren, um eine Ehe zu beenden. Doch ihre weiterreichenden kulturellen Folgen waren erheblich. Tatsächlich beseitigte die verschuldensunabhängige Scheidung Verantwortlichkeit und eröffnete die Möglichkeit einer Drehtür der Scheidungen.

Scheidungen wurden zunehmend durch eine asymmetrische moralische Linse betrachtet. Eine Frau, die ihre Ehe verließ, wurde häufig als mutig, unabhängig oder als jemand dargestellt, der endlich "zu sich selbst fand". Der Ehemann, den sie verließ, wurde eher als Hindernis angesehen, das sie überwunden hatte, als als Mensch, der einen der tiefsten Verluste seines Lebens erlitt. Seine Trauer, der Verlust des täglichen Kontakts zu seinen Kindern, seine finanziellen Erschütterungen und der Zusammenbruch seiner Identität als Ehemann und Vater fanden nur selten vergleichbare Aufmerksamkeit. In dieser Zeit wurde Vätern außerdem das Etikett der "deadbeat dads" – verantwortungslosen Väter – angeheftet und sogar auf Milchkartons verbreitet.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Scheidungen veränderte sich auch die kulturelle Erzählung. Immer stärker richtete sich der Blick auf die Frau, die die Ehe verließ, statt auf den Mann und die Kinder, die ebenfalls mit den Folgen leben mussten. Den emotionalen Kosten für Väter – und den Entwicklungskosten, die Kinder häufig durch den Verlust der täglichen Anwesenheit ihres Vaters erfuhren – wurde deutlich weniger Aufmerksamkeit gewidmet als der Erzählung weiblicher Befreiung.

Auch dies wurde Teil der umfassenderen Umschreibung des Bildes von Männern. Der Vater wurde zunehmend nicht mehr als jemand erinnert, dessen Anwesenheit für das Familienleben von entscheidender Bedeutung war, sondern als jemand, dessen Abwesenheit häufig als verkraftbar oder sogar als vorteilhaft angesehen wurde. Eine der tiefgreifendsten Verlusterfahrungen, die ein Mann machen kann, wurde in vielen öffentlichen Debatten beinahe unsichtbar.

Die vierte Phase war die Popularisierung durch die Medien.

Die Nachrichtenmedien entdeckten, dass Geschichten über weibliche Opfer und männliches Fehlverhalten emotional wirkungsvoll, moralisch unbedenklich, fesselnd und leicht zu vermarkten waren. Das Leiden von Frauen konnte personalisiert werden. Das Leiden von Männern wurde gewöhnlich abstrahiert oder ignoriert. Tote Soldaten, tote Bergarbeiter, tote Monteure von Stromleitungen, tote Fischer, geschiedene Väter, obdachlose Männer, suizidgefährdete Männer, zu Unrecht beschuldigte Männer und entfremdete Väter passten selten in das bevorzugte Narrativ.

Die fünfte Phase war die kulturelle Sättigung.

Filme, Fernsehen, Werbung und später Streaming-Plattformen wiederholten zunehmend dieselbe moralische Struktur: Frauen erwachen, Frauen entkommen, Frauen leisten Widerstand, Frauen heilen von den Männern. Gleichzeitig wurden Männer häufiger als Hindernisse, Narren, Räuber, Unterdrücker oder emotional defekte Wesen dargestellt, die korrigiert werden müssten. Nicht immer. Aber häufig genug, dass das Muster vertraut wurde.

Die sechste Phase war die Verstärkung durch das Internet.

Das Internet schuf den antimännlichen Deutungsrahmen nicht. Es beschleunigte ihn. Soziale Medien belohnten Empörung, Vereinfachung, Wiederholung und moralische Anklagen. Komplexe Geschichte wurde zu Hashtags. "Patriarchat", "toxische Männlichkeit", "glaubt Frauen" und "Männer sind Müll" verbreiteten sich weiter und schneller als jede sorgfältige Diskussion über männliche Opferbereitschaft, männliche Pflicht, männliche Entbehrlichkeit oder den Beitrag von Männern.

Die Akteure dieser Umschreibung waren nicht alle gleich.

Akademiker lieferten die Theorie. Aktivisten lieferten die Dringlichkeit. Journalisten lieferten die Geschichten. Gesetzgeber lieferten die Autorität. Filmemacher lieferten die Bilder. Die sozialen Medien lieferten die Durchsetzung.

Und auch ihre Beweggründe waren nicht dieselben.

Einige wollten tatsächlich korrigieren. Einige wollten Gerechtigkeit. Einige wollten Macht. Einige wollten Ansehen. Einige wollten Rache. Einige wollten Männer zugrunde richten. Einige handelten aus unverarbeitetem Schmerz heraus. Andere entdeckten, dass die Darstellung von Frauen als Opfer und Männern als Unterdrücker finanzielle Mittel, Aufmerksamkeit, moralische Autorität und institutionellen Schutz einbrachte.

Die siebte Phase: Das Ende des Monopols über das Narrativ

Die Geschichte nahm eine unerwartete Wendung.

Dieselbe Technologie, die die Umschreibung des Bildes von Männern beschleunigte, machte es auch möglich, sie infrage zu stellen.

Über nahezu drei Jahrzehnte hinweg hatten die Institutionen, die das öffentliche Verständnis der Geschlechter prägten, mit bemerkenswerter Geschlossenheit gesprochen. Universitäten, große Zeitungen, Fernsehsender, Verlage, Hollywood und viele Berufsverbände übernahmen zunehmend denselben Deutungsrahmen. Es gab zwar immer abweichende Stimmen, doch sie verfügten selten über vergleichbaren Einfluss oder Zugang zu einem großen Publikum. Die standardmäßige Vorstellung von der Frau als Opfer wurde kaum infrage gestellt.

Das Internet veränderte dies. Das Internet gibt, und das Internet nimmt.

Zum ersten Mal seit Generationen benötigten gewöhnliche Menschen nicht länger die Zustimmung traditioneller Torwächter, um Millionen Leser oder Zuschauer zu erreichen.

Forscher, die Jungen untersuchten, fanden ein Publikum.

Organisationen von Vätern verbreiteten Informationen, die in den etablierten Medien kaum erschienen waren.

Männliche Opfer häuslicher Gewalt begannen öffentlich über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Psychologen diskutierten männliche Depressionen, Scham, Trauer und Suizid aus Perspektiven, die von der vorherrschenden Erzählung abwichen.

Unabhängige Journalisten, Autoren und Podcaster begannen Fragen zu stellen, denen zuvor vergleichsweise wenig öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt worden war.

Das Gespräch selbst begann sich zu verändern.

Das erklärt, warum dem, was lose als "Manosphäre" bezeichnet wird, so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Dieser Begriff ist so weit gefasst, dass er häufig mehr verschleiert als erklärt. Er umfasst Organisationen von Vätern, Psychologen, Forscher, Pädagogen, Podcaster, politische Kommentatoren, Männerrechtler und viele andere, deren Ansichten sich oftmals erheblich voneinander unterscheiden. Einige argumentieren durchdacht und evidenzbasiert. Andere nicht. Einige setzen sich ernsthaft dafür ein, Männern und Jungen zu helfen. Andere verbringen ihre Zeit damit, Schwächen feministischer Argumente offenzulegen.

Diese gesamte Landschaft so zu behandeln, als handle es sich um eine einheitliche Bewegung, verfehlt die eigentliche historische Entwicklung.

Die wahre Geschichte ist nicht einfach das Auftreten neuer Stimmen.

Die wahre Geschichte besteht darin, dass das Monopol über das kulturelle Narrativ zu verschwinden begann. Nachdem das Narrativ jahrzehntelang unisono ohne Gegenstimme vorgetragen worden war, erhielten alternative Ideen plötzlich öffentliche Aufmerksamkeit. Das war ein Schock für diejenigen, die sich bequem auf einen exklusiven Hahn verlassen hatten, aus dem nur eine Seite der Geschichte floss. Diese Menschen waren nicht darauf vorbereitet, sich mit diesen lange verborgenen Ideen auseinanderzusetzen. Sie hatten keine Erfahrung darin, ihre Auffassungen verteidigen zu müssen, weil dies nie erforderlich gewesen war, solange ihre Erzählung die Standarderzählung war. Nun sahen sie sich mit einem Albtraum aus Gegenstimmen konfrontiert.

Jahrzehntelang hatte eine einzige Interpretation von Männern die meisten Institutionen dominiert, die für die Prägung der öffentlichen Meinung verantwortlich waren. Das Internet beseitigte diese Interpretation nicht, machte es jedoch zunehmend schwieriger, konkurrierende Sichtweisen daran zu hindern, Gehör zu finden.

Geschichte war wieder zu einem Gespräch geworden.

Schlussfolgerung

Die Umschreibung des Bildes von Männern geschah nicht über Nacht, und sie wird auch nicht über Nacht rückgängig gemacht werden. Doch etwas Grundlegendes hat sich verändert. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten besitzt das vorherrschende Narrativ kein Monopol mehr. Alternative Stimmen werden gehört. Forschung, die früher ignoriert wurde, wird diskutiert. Die Erfahrungen von Männern werden wieder sichtbar.

Genau deshalb ist das Wort "Manosphäre" zu einer so wirkungsvollen Waffe geworden.

Es wird nicht mehr lediglich als Beschreibung verwendet. Es ist zu einem Etikett geworden, das Gespräche beenden soll, bevor sie überhaupt beginnen. Anstatt auf unbequeme Tatsachen zu antworten, weisen Kritiker sie einfach als "Talking Points der Manosphäre" zurück. Statt über Belege zu diskutieren, greifen sie die Menschen an, die diese vorbringen. Es ist eine alte Taktik: Wenn man das Argument nicht widerlegen kann, diskreditiert man den Sprecher.

Lassen Sie sie damit nicht durchkommen.

Wenn jemand ein Argument zurückweist, weil es angeblich aus der "Manosphäre" stammt, stellen Sie eine einfache Frage:

"Welches Argument ist falsch?"

Wenn diese Frage nicht beantwortet werden kann, findet keine Debatte statt. Sie wird vermieden.

Bestehen Sie darauf, dass Ideen anhand ihrer Belege beurteilt werden und nicht anhand der Etiketten, die den Menschen angeheftet werden, die sie vertreten. Fordern Sie Argumente statt Stereotype. Fordern Sie Tatsachen statt Schlagworte. Fordern Sie Belege statt Schuld durch Assoziation.

Dieselben Menschen, die jahrzehntelang die Praxis verurteilt haben, ganze Gruppen nach den Handlungen weniger zu beurteilen, sind heute allzu oft bereit, genau das bei Männern, Männerrechtlern und jedem zu tun, der mit der sogenannten Manosphäre in Verbindung gebracht wird. Weisen Sie diesen doppelten Maßstab zurück.

Geschichte ist dann am gesündesten, wenn niemand sie kontrolliert. Fortschritt entsteht, wenn Ideen offen miteinander konkurrieren, Belege wichtiger sind als Ideologie und jede Behauptung – gleichgültig, ob sie aus dem Feminismus, der Manosphäre, der Wissenschaft oder sonst woher stammt – sich aufgrund ihrer Begründung behaupten oder scheitern muss.

Das Ziel besteht nicht darin, eine Orthodoxie durch eine andere zu ersetzen. Das Ziel ist etwas weitaus Schwierigeres – und weitaus Wertvolleres.

Erzählen Sie die ganze Geschichte.




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Dienstag, Juli 14, 2026

"Jennifer-Rostock"-Sängerin: "Ich stelle keine Cis-Männer mehr ein"

1. Jennifer Weist, Sängerin und Frontfrau der deutschen Rockband "Jennifer Rostock", erklärt, Cis-Männern keinen Job mehr zu geben. Diese nicht-transsexuellen Männer nähmen in der Musikbranche ohnehin schon viel Raum ein. Dieses Statement der Sängerin wird von einigen kritisiert, von anderen als "Klartext" gefeiert.



2. Bundesfrauenministerin Karin Prien will unterhaltssäumigen Vätern den Führerschein entziehen. Der Kinderbeauftragte der SPD-Bundesfraktion, Truels Reichardt, hält wenig davon: "Ich sehe das kritisch, weil am Ende geht es ja auch darum, dass wir möchten, dass die Väter Erwerbseinkommen erzielen", sagte er. Da sei der Führerschein oft eine Voraussetzung. Die meisten unterhaltssäumigen Väter zahlen nicht, weil sie das Geld nicht haben.



3. Ein Schweizer Freibad lässt keine Frauen ein. Der Stimmung unter den Badegästen tut das wohl:

"Hier muss man sich nicht so aufspielen«, sagt etwa Finanzanwalt Chris, "es ist relaxter, als wenn auch Frauen hier wären." Sein Anwaltskollege sagt: "Hier wird man von den Frauen für einmal nicht mit den Augen ausgezogen!", und lacht. Die drei Architekten geben ihnen recht: "Hier muss niemand ein Sixpack haben", sagt einer, "die ganzen aufgeblasenen Typen kommen hier sowieso nicht hin, weil es keine Frauen gibt, für die man posen kann." Sie lachen.




4. Auch die Neue Zürcher Zeitung beurteilt das Männermanifest der Grünen kritisch:

In linken Kreisen gilt der Mann schon lange als Problemfall. Nicht etwa nur, weil er möglicherweise falsch erzogen wurde und breitbeiniges Auftreten verwechselt mit Autorität. Sondern schon aufgrund seiner vermeintlichen Wesensmerkmale. Er ist aggressiv und damit latent gewalttätig, er ist laut und damit latent verletzend, er ist rücksichtslos und damit latent asozial.

Dieses Denken ist auch unter Grünen verbreitet. Unvergessen, wie die frühere Bundessprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, sich einmal lustig machte über Männer, die sich an Silvester mit Böllern die Finger abgesprengt hatten. Die könnten dann, schrieb sie, zumindest keine Frauen mehr schlagen. Dafür entschuldigte sie sich später. Doch zeigt der Beitrag exemplarisch, wie tief bei einigen die Verachtung reicht.

All das hat politische Folgen, vor allem für junge Männer. Bei der vergangenen Bundestagswahl war die beliebteste Partei unter ihnen mit grossem Abstand die AfD, mehr als 25 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wählten sie. Das Wahlergebnis für die Grünen hingegen brach in dieser Altersgruppe um mehr als acht Prozentpunkte ein, von 19,7 auf 11,1 Prozent. Wer Männer pauschal unter Verdacht stellt, muss sich nicht wundern, wenn sie sich abwenden.


Das von vielen Klischees geprägte "Männermanifest" sei keine Lösung:

Selbst dieser missratene Versuch, sich breitere männliche Wählerschichten zu erschliessen, stiess auf Widerstand. Parteiinterne Kritiker waren entsetzt. Sie befürchteten, damit Frauen zu verschrecken. Offenbar fühlen sich grüne Wählerinnen schon herausgefordert, wenn Männer mit definiertem Oberkörper geneigt sein könnten, ihre Stammpartei zu wählen.

Das passt ins Bild. Eine Untersuchung vor einigen Jahren ergab, dass Grüne von allen deutschen Parteien das geschlossenste Wählermilieu haben, weit homogener noch als die AfD. Man bleibt unter sich, man pflegt den gleichen Lebensstil, man hat die gleiche Wärmepumpe. Andere Lebensentwürfe stören da nur, egal wie kompatibel sie mit der Politik eines Robert Habeck sein mögen.

(…) Die Grünen müssen erkennen, wann sie damit angefangen haben, ein verzerrtes Bild vom männlichen Geschlecht zu verbreiten. Erst wenn sie ihr grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Mann überwinden, können sie ihn ausserhalb ihres Milieus erreichen.


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