Donnerstag, Juli 02, 2026

Fall Ulmen: Kritik an manipulativer Berichterstattung des SPIEGEL

1. In der Legal Tribune kritisiert deren Chefredakteur Dr. Felix Zimmermann die locker-lässige Art, wie der SPIEGEL mit seinen juristischen Niederlagen gegen Christian Ulmen umgeht:

Der Spiegel stellt die Teilniederlage gegen Christian Ulmen als unbedeutend dar. Zu Unrecht. Laut OLG Hamburg hat das Magazin einen Deepfake-Verdacht aufgestellt, der rechtspolitisch für Furore sorgte, für den es aber keine Belege hatte.

(…) Berichtet ein journalistisches Medium über den eigenen Fall, muss es sich allerdings an journalistischen Prinzipien messen lassen: wahrheitsgemäß, vollständig und ausgewogen informieren. Dass ein hohes Risiko besteht, diese Kriterien zu verfehlen, wenn die im Gerichtsprozess angegriffenen Autoren die Feder führen, zeigt sich im "Prozessbericht" des Spiegels im Nachgang zu der OLG-Hamburg-Entscheidung im Fall Christian Ulmen.

Das Problem beim Prozessbericht des Spiegels auf Spiegel.de und Instagram beginnt damit, dass er nicht als Artikel "in eigener Sache" gekennzeichnet ist. Man könnte natürlich sagen, dass sich das aus dem Text ergibt. Doch geht mit einer solchen Dachzeile immerhin der Hinweis an die Leserschaft einher, dass ein Medium berichtet und selbst betroffen ist.

Weiter ist die Überschrift problematisch. Sie lautet: "Beschluss des OLG Hamburg: Spiegel darf weiter über 'virtuelle Vergewaltigung' von Collien Fernandes berichten". Damit wird suggeriert, es handele sich um den wesentlichen Inhalt der Entscheidung. Doch Ulmen hatte weder die Überschrift "virtuelle Vergewaltigung" angegriffen, noch den Vorwurf, dass er Fake-Accounts erstellte und Männern damit suggerierte, Collien Fernandes habe ein sexuelles Interesse an ihnen, inklusive der Versendung von Pornos mit Fernandes ähnlich aussehenden Frauen und zu Fake-Telefonsex.

Gegenüber LTO rechtfertigt der Spiegel die Überschrift. Das OLG habe im Beschluss festgehalten, dass der Spiegel über diesen "unstreitigen Sachverhalt" wegen öffentlichen Interesses berichten durfte. Das stimmt. Das OLG sagt dies in einer Randbemerkung. Gleichwohl wird mit der Überschrift die erfolgreiche Abwehr eines presserechtlichen Angriffs insinuiert, der nie stattgefunden hat.

Warum der Spiegel so agiert, ist kommunikativ durchaus verständlich. Denn umgekehrt wird die Teilniederlage von interessierter Seite, etwa von rechtspopulistischen Medien, übertrieben dargestellt und so getan, als ob nach dem OLG-Beschluss dem Artikel die gesamte Basis entzogen wurde. Doch ist es eine sinnvolle Reaktion für Deutschlands wohl wichtigstes Nachrichtenmagazin darauf ebenfalls unpräzise zu reagieren?

Deutlich problematischer als die Überschrift ist, dass der Spiegel die verlorenen Punkte bis zur Unkenntlichkeit herunterspielt. Was Deepfakes angeht, beginnt es mit der Bemerkung, dass der Beschluss eine "Klarstellung notwendig" gemacht habe. Das insinuiert, zuvor sei etwas "unklar", "missverständlich" gewesen. Doch nach Ansicht des OLG Hamburg ging es nicht um Unschärfe, sondern darum, dass beim Leser der "zwingende" Verdacht erweckt wird, dass Christian Ulmen Deepfakes hergestellt und verbreitet hat.

Vor allem aber erwähnt der Spiegel nicht, warum das OLG den Deepfake-Verdacht untersagte: Es fehlte nach Ansicht des Gerichts am Mindestbestand an Beweistatsachen. Damit spart der Artikel den zentralen Entscheidungsgrund aus. Die Leser erfahren verklausuliert, was der Spiegel ändern muss – aber nicht, warum.

(…) Auffällig ist auch die Wortwahl. Überall dort, wo Ulmen unterliegt, "scheitern" seine Anwälte. Wo der Spiegel verliert, ist von Scheitern dagegen keine Rede. Dort "erlässt" das OLG lediglich Unterlassungen, betrifft die Entscheidung nur "Nebenaspekte", die "den Kern unberührt" lassen und "nur" die Streichung von zwei sowie "nur" die Ergänzung von zwei Sätzen notwendig machten. Auch sonst schöpft der Text das Adjektiv-Repertoire für Irrelevanz mit Formulierungen wie "lediglich", "zwar", "marginal" aus.

Doch ist die Teilniederlage wirklich so unbedeutend? Das OLG hat den Spiegel nicht dazu verurteilt, zwei Ergänzungen aufzunehmen. Es hat zwölf Passagen und über 1.200 Wörter untersagt, weil durch sie im Gesamtzusammenhang der unzulässige Verdacht verbreitet wird, Ulmen habe Deepfake-Videos veröffentlicht.


In einer Überarbeitung des Artikels nach dem Gerichtsurteil fügte der SPIEGEL ein, dass es tatsächlich keine Hinweise auf ein solches Vergehen Ulmens gibt. Dr. Zimmermann merkt dazu an:

Das Leseerlebnis des Artikels ist nun ein merkwürdiges. Erst wird über mehrere Passagen ein Deepfake-Video-Verdacht aufgebaut, dann folgt die Erklärung, dass es dafür keine Hinweise gibt. Die Ergänzung macht aus dem Artikel ein in sich widersprüchliches Konstrukt, das einer journalistischen Abnahme nicht standhalten dürfte.


In den folgenden Absätzen erörtert Dr. Zimmermann, ob dieses nachträgliche Aufhübschen des Artikels durch eingeschobene Passagen ihn tatsächlich rechtssicher macht – es gibt gute Gründe, das anzuzweifeln. "Die Feststellung des OLG, dass der Spiegel-Bericht Ulmen ein falsches Geständnis unterschob, ist allerdings bereits gravierend."

(Als ich noch auf Twitter unterwegs war, habe ich dort Wortmeldungen lesen dürfen, es sei frech und absurd, dass der Tatverdacht gegen Ulmen überhaupt angezweifelt werde, nachdem Ulmen doch eindeutig gestanden habe. Das zeigt eine naive Blauäugigkeit gegenüber Medienbeiträgen, die mich fassungslos macht.)

Zimmermann erinnert daran, dass andere Leitmedien die vom SPIEGEL nahegelegte Vorstellung übernahmen, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Frau angefertigt.

Gerade deshalb drängt sich eine andere Erklärung auf: Wurde der dürftige Deepfake-Recherchestand nicht transparent gemacht, weil dies die angestrebte Wirkung des Artikels geschwächt hätte? Klar ist, die Autoren des Artikels "Du hast mich virtuell vergewaltigt" wollten mehr, als den – so oder so moralisch verwerflichen – Fall Ulmen erklären, sondern ihn als Beleg für die Notwendigkeit rechtspolitischer Verschärfungen der Strafbarkeit im Komplex digitale Gewalt Deepfakes anführen. Das zeigen Interview-Äußerungen einer Spiegel-Autorin, ein parallel veröffentlichtes Interview mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, aber in erster Linie der Text selbst. (…) Die entsprechende Wirkung hat der Artikel nicht verfehlt. Die Medien waren voll mit Berichten, die vor der Folie Ulmen die "Strafbarkeitslücken" von Deepfakes diskutierten (u.a. Zeit, handelsblatt, LTO, Verfassungsblog, tagesschau).


Es ist sinnvoll, journalistisch auf einen fehlenden Rechtsschutz für Opfer einer bestimmten Form sexueller Gewalt hinzuweisen. Abenteuerlich ist, zu diesem Zweck auf die geschilderte Weise vorzugehen.

Zimmermann gelangt zu dem Fazit:

Der Spiegel hat in einem zentralen Punkt der Verknüpfung eines Deepfake-Verdachts mit dem Fall Ulmen eine Niederlage erlitten, die die gesamte Artikelarchitektur in Schieflage bringt. (…) Wäre es in einem solchen Fall nicht zu vermeiden gewesen, ausgerechnet drei Redakteure den Prozessbericht verfassen zu lassen, die den Artikel "Du hast mich virtuell vergewaltigt" maßgeblich als Autoren zu verantworten haben?

Dass diese als mittelbar selbst juristisch angegriffenen Personen ihren eigenen Artikel unbedingt verteidigen wollen, die Teilniederlage kleinreden, sich selbst nicht coram publico hinterfragen – kurzum: nicht zu einer objektiven Betrachtung in der Lage sind, ist emotional ebenso nachvollziehbar wie es durch die Spiegel-Redaktionsleitung hätte verhindert werden müssen.


Diese kritische Auseinandersetzung mit dem dubiosen Herumfuhrwerken des SPIEGEL vermisst man in anderen Leitmedien. Dort gilt das Motto: Einer Krähe hackt der anderen kein Auge aus.



2. Die CAMPACT-Kampagne, die Männer als Täter angreift (Genderama berichtete), hat jetzt unter der Überschrift "Wir sind keine Einzelfälle" gestartet. Gewalt in der Partnerschaft wird darin durchgehend auf Männergewalt reduziert, männliche Opfer unsichtbar gemacht, das wichtige Thema in ein ideologisches Framing gezwängt, das diese Form von Gewalt als Ausgeburt eines "Patriarchats" phantasiert. Nebenher macht man Reklame für ein Buch, das dazu nächste Woche erscheinen soll und ähnlich idiotisch gestrickt sein dürfte. Auf einem Foto, das die sexistische Hetze begleitet, sind Düzen Tekkal, Kristina Lunz und Ricarda Lang zu sehen.



3. Unter der Überschrift "Die Daten zeigen: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle" (ein Statement der hessischen Sozialministerin Heike Hoffmann) berichtet die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz darüber, dass ein Pilotprojekt für eine Männerschutzwohnung jetzt vom Land gefördert wird.

Bisher gab es in Hessen keine Männerschutzeinrichtung. Mit diesem ersten Schritt erfüllt das Bundesland ein Stückweit auch die Anforderungen der EU-Gewaltschutzrichtlinie. Mit ihr schreibt die Europäische Union ab 2027 verbindliche Mindeststandards für Prävention, Schutz, Unterstützung und Intervention fest. Die Richtlinie versteht häusliche Gewalt ausdrücklich als ein Phänomen, das Menschen unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Hintergrund betreffen kann. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Hilfsangebote so auszugestalten, dass sie allen Betroffenen offenstehen und den unterschiedlichen Formen, Ausprägungen und Unterstützungsbedarfen häuslicher Gewalt Rechnung tragen.


Wenn man nur Ideologinnen ebenso dazu verpflichten könnte, über häusliche Gewalt ebenso angemessen zu berichten …



4. Frohlocket! Auch das Bundesforum Männer macht in einem Positionspapier auf männliche Opfer sexueller Gewalt aufmerksam. Das Papier stammt vom März dieses Jahres; herzlichen Dank an den Leser, der mich gestern darauf hinwies. Das Bundesforum Männer mag die Männerrechtsbewegung zwar öfter unfair angerempelt haben, letztlich tappt es unseren Forderungen dann aber doch immer wieder hinterher.



5. "Zum ersten Mal mehr Frauen als Männer in Hochschulen eingeschrieben" berichtet der SWR über Baden-Württemberg.



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Dienstag, Juni 30, 2026

"Femizide": Dieter Nuhr droht mit Klage

1. Nachdem der Kabarettist Dieter Nuhr den fragwürdigen Begriff "Femizid" satirisch hinterfragte, gibt es gegen ihnen einen von Leitmedien unterstützten Shitstorm derjenigen, die diesen Begriff pushen möchten. Nuhr verteidigt sich: Der Vorwurf sei lächerlich. "Interneterregung wird zur Volksmeinung umgedeutet. So ist es üblich in diesen Tagen."

Nuhr, dem kürzlich vom Zentralrat der Juden in Deutschland der renommierte Leo-Baeck-Preis verliehen worden war, hatte die Debatte mit Äußerungen in der "Nuhr im Ersten XXL"-Sendung vom 18. Juni ausgelöst. "Es gibt etwa 300 bis 350 Frauenmorde jedes Jahr und bitte, natürlich sind das 300 bis 350 zu viel, das ist doch keine Frage", hatte der Kabarettist darin gesagt.

"Aber es gibt in Deutschland zig Millionen Männer. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt."

Ihm sei es um etwas ganz anderes gegangen, erklärte Nuhr in seinem Facebook-Beitrag. Er ging damit auf Aussagen ein, die er in der Sendung vor seinen nun in der Kritik stehenden Äußerungen zu Frauenmorden machte. So hatte er zunächst in überspitzter Form Pauschalurteile über Männer und Frauen thematisiert, die aus seiner Sicht durch wissenschaftliche Fachbegriffe aufgewertet würden. So werde etwa das Attribut «strukturell» benutzt, "um ein Pauschalurteil mit dem Krönchen der Wissenschaft zu schmücken", sagte Nuhr. Später sagte er noch: "Welche Wirkung ein dümmliches Pauschalurteil hat, kommt auf die Formulierung an."

Auf Facebook schrieb Nuhr nun, ihm gehe es um das Wort "strukturell", das allen Männern Schuld zuweise, weil sie "strukturell" Täter seien. Er bezog sich nach eigenen Angaben auf mehrere Artikel in großen deutschen Zeitungen, in denen Frauen infrage gestellt hätten, noch mit Männern leben zu können, weil diese "statistisch töten".

Diese "völlig überzogene pauschale Verunglimpfung" sei Thema seines Beitrages gewesen. "Ich habe betont, dass jeder Frauenmord selbstverständlich (!) einer zu viel ist, aber dass die Chance, bei der Partnerwahl auf einen Frauenmörder zu stoßen, verschwindend gering ist."


Es wundert mich nicht, dass Männerhasser an die Decke gehen, wenn man derart die heiße Luft aus ihrer Hetze lässt.

Gegen einen Teil der Berichterstattung droht Nuhr jetzt sogar mit juristischen Schritten. Das entsprechende Medium, Österreichs "Standard", hingegen sieht seine Attacken auf Nuhr von der Meinungsfreiheit gedeckt und hält daran fest.

Die Journalistin Anna Schneider findet die Kontroverse überzogen.

Einfach dem Internetdurchsucher des Vertrauens mal "Dieter Nuhr" hinwerfen, es kommt ein Sturm zurück, versprochen. Witze über Femizide habe Nuhr in seiner ARD-Sendung gemacht, heißt es allerorts. Dass er selbst das vehement verneint, interessiert dabei freilich herzlich wenig. Die Empörungsmaschinerie läuft wie sonst relativ wenig in Deutschland: Ein ums andere Mal wie geschmiert.

"Dieter Nuhr hat nichts verstanden", titelt "ntv". "Wo ist die Cancel Culture, wenn man sie braucht", fragen sich der "Kölner Stadtanzeiger" und der "Stern" vielleicht sogar gegenseitig. Die düstere Bilanz kommt via "FAZ": "Dieter Nuhr ist kein Komiker mehr". Daran schließt nahtlos ein "Zeit"-Text an, der der "FAZ" recht gibt, es ist ein äußerst geschlossener medialer Kreis. "Denn das stimmt in der Form absolut", liest man in der "Zeit". Und weiter: "Nun wäre zu verhandeln, was das für Nuhr und uns bedeutet." Ja nun, was bedeutet das für "uns"?


Aufhänger der aktuellen Erregung sei vor allem Nuhrs Bemerkung, eine Frau solle einen Mann vielleicht erst mal richtig kennenlernen, bevor sie mit ihm ins Bett hüpft.

Es ist vor allem der letzte Satz, der etwas zeitverzögert zum Ausstrahlungstermin der Sendung die offenbar starken inneren Schreikrämpfe diverser Influencer und Journalisten auf die öffentliche Bühne bittet. Täter-Opfer-Umkehr sei das, und falsch noch dazu, immerhin passierten die meisten Frauenmorde in (Ex-)Beziehungen. Perfekt eingeübt wird also just der Zusammenhang weggelassen, nämlich Nuhrs offensichtliche Kritik daran, Männer pauschal als potenzielle Mörder abzustempeln. Das sagt er übrigens auch selbst: "Na ja, da die Chance, beim Kennenlernen auf einen Frauenmörder zu stoßen, statistisch nahe null ist, kann man relativ sorglos in eine Beziehung gehen. Wenn man dann beim Kennenlernen ein bisschen wählerisch ist, sollte man sich in der Regel nicht in Lebensgefahr fühlen. Das war alles, was ich sagen wollte. (…) Es kann doch nicht sein, dass die Menschen, wenn sie einander kennenlernen, jeden Partner erst einmal als potenziellen Mörder betrachten. Das wäre das Ende der Liebe." Und schon klingt das alles doch eigentlich nicht mehr wirklich shitstormwürdig.


Die Faulheit vieler Journalisten, ihre Beiträge einfach aus einem gerade laufenden Internet-Shitstorm zu basteln, wird in Annekathrin Kohouts insgesamt lesenswertem Buch "Hyperreaktiv" angesprochen.



2. Mehrere Medien, darunter der Kölner Stadt-Anzeiger sind heute damit an der Reihe, gegen die "Manosphäre" zu wettern. Eine ausführliche Widergabe ist der Beitrag nicht wert, ich raffe ihn mal stark zusammen:

Fast jeden Morgen schlägt sich Elias mit einem Hammer auf seine Gesichtsknochen. (…) Viele Jungs hätten das Gefühl, Männer würden benachteiligt und diskriminiert, auch wegen des Feminismus (…). Alte Männlichkeitsbilder funktionierten nicht mehr, das verunsichere. (…) Die Georg-Weerth-Schule in Berlin-Friedrichshain ist eine von insgesamt drei Schulen, an denen Schneider und seine Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Klassen begleiten. Auch Elias und Levin haben seinen Workshop ein halbes Jahr lang besucht. (…) Levin hat gelernt, bestimmte Dinge häufiger zu hinterfragen, wie er erzählt. Ihm sei zum Beispiel klar geworden, dass er nicht jede Situation kontrollieren könne und müsse.


Oder noch kürzer: Leute außerhalb des herrschenden Systems verführen unsere Kinder, diese Kinder müssen von diesem System aber nur richtig erzogen werden, dann erkennen sie, dass sie sich auf völlig falsches Denken eingelassen haben, Happy End.



3. Die Millionärin Christina Block wird von ihren Kindern verklagt, weil sie ihnen niemals Unterhalt gezahlt haben soll. Das wäre nichts Neues – schon vor Jahren habe ich in meinem "Lexikon der feministischen Irrtümer" festgehalten:

Deutlich schlechter nämlich ist es einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge um die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Mütter bestellt. Von ihnen kamen sogar 85 Prozent ihren Verpflichtungen nicht nach. "Es ist weitaus schwieriger, von einer Mutter Unterhalt zu kriegen, als von einem Vater" zitiert das Blog "Frauenzimmer" die ehemalige Rechtspflegerin Astrid Leonhardt, die Jugendamts-Mitarbeiter in Sorgerechts- und Unterhaltsfragen schult. (…) Der Beziehungstherapeutin Susan Jeffers zufolge sind weiblicherseits Äußerungen wie "Jeder Mann, der um Unterhaltszahlungen bittet, ist ein Blutsauger" jedenfalls alles andere als untypisch.




4. Die britische BBC weist auf eine ihrer Sendungen hin, die auch in Deutschland überfällig wäre:

In einer neuen BBC-Dokumentation setzt sich der ehemalige englische Fußballnationaltrainer Gareth Southgate mit der Krise auseinander, von der er glaubt, dass sie junge Männer und Jungen betrifft. Außerdem untersucht er Lösungsansätze, die dieser Generation helfen können, ihr Potenzial zu entfalten.

(…) Nach einer langen Karriere im Fußball – als Mannschaftskapitän, in der Arbeit mit jungen Spielern und als Trainer der englischen Nationalmannschaft – möchte Gareth seine Erfahrungen nun dafür einsetzen, jungen Männern und Jungen zu helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Er hat bereits über die Notwendigkeit positiver männlicher Vorbilder gesprochen und darüber, dass sich viele junge Männer und Jungen isoliert fühlen oder Schwierigkeiten haben, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Nun möchte er direkt von ihnen hören.

"Gareth Southgate: Changing the Game for Young Men" geht über die jüngsten Diskussionen über die "Manosphere" hinaus und befasst sich mit den Alltagsproblemen, mit denen viele konfrontiert sind – Schule, Beschäftigung, Identität, psychische Gesundheit und das Leben zu Hause.

Auf seiner Reise durch das Vereinigte Königreich spricht er mit jungen Männern und Jungen darüber, was in ihrem Leben tatsächlich vor sich geht, und fragt, warum sich so viele orientierungslos fühlen und ihrer Zukunft unsicher sind. Er trifft Jungen, die in der Schule zurückfallen, junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden, sowie solche, die ohne Vaterfigur aufwachsen. Außerdem spricht er mit jungen Häftlingen, um zu verstehen, was sie auf den Weg in die Kriminalität geführt hat.

Mit Blick auf die gesellschaftlichen Folgen, wenn sie sich zurückziehen und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben, untersucht Gareth, was für diese Generation eine Wende herbeiführen könnte, damit sie erfolgreich sein und ihre Ziele verwirklichen kann.

Gareth Southgate sagt: "Dies ist der nächste Schritt meines Anliegens, junge Männer und Jungen in die richtige Richtung zu führen, statt sie zurückfallen zu lassen. Ich wollte, dass sie offen und ohne Angst vor Verurteilung darüber sprechen, was in ihrem Leben wirklich vor sich geht. Durch diese Gespräche habe ich ein besseres Verständnis für die Herausforderungen gewonnen, mit denen sie konfrontiert sind. Es war eine faszinierende Erfahrung, und ich bin allen Menschen, die ich getroffen habe und die mutig genug waren, ihre Geschichten zu erzählen, sehr dankbar. Ich hoffe, dass diese Dokumentation dazu beitragen wird, die nationale Debatte zu verändern, und uns alle dazu ermutigt, sie dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu verwirklichen."




5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Im österreichischen Standard geht man einer der wichtigsten Fragen der Gegenwart nach:

"Darf man sich als Profifußballer zu Hause wie ein Kind benehmen?

Der deutsche Kapitän Joshua Kimmich offenbart in einer ZDF-Doku, dass er privat kein Familien-Kapitän ist, sondern sich seine Frau um alles kümmern muss. (…)

Man sieht den Fußballstar, wie er neben seiner Frau Lina Kimmich den Einkaufswagen durch den Supermarkt schiebt. Sie führt routiniert durch die Gänge und zählt auf, welche Lebensmittel sie besorgen müssen. Er wirkt hingegen ein wenig so, als wäre er zum ersten Mal hier, greift zu Süßigkeiten und beschwert sich, dass ihm seine Frau gewisse Produkte nicht erlaubt.

"Lina hat ein besseres Gefühl dafür, was wir brauchen, was wir für die Kinder brauchen", sagt Kimmich dann in die Kamera. "Sie hat sich schon damit abgefunden, dass es mit mir schwierig ist. Wenn sie mich zum Einkaufen schicken würde, würde ich viermal anrufen. [...] Da macht sie das lieber selber."

Lina Kimmich, selbst übrigens Juristin und vierfache Mutter, sieht das ein wenig anders: "Ich wär schon froh, wenn er mal einkaufen gehen würde. Aber nur, wenn ich nicht die ganze Vorarbeit leisten würde. [...] Sondern wenn er selbstständig sehen würde, wir brauchen neuen Käse, also gehe ich Käse kaufen."

Der Einkauf des Ehepaars Kimmich ist ein Paradebeispiel: Ein Mann zieht sich bei der Hausarbeit aus der Affäre, weil seine Frau das angeblich besser kann. Sie weiß schließlich, was die Kinder zum Frühstück essen. Man bezeichnet das auch als strategische Inkompetenz – wenn manche Männer vorgeben, etwas nicht so gut zu können, oder ungeliebte Dinge sogar absichtlich schlecht machen, damit sie sie im Haushalt nicht übernehmen müssen."


Meine zwei Groschen: Ein erwachsener Mann, der auf höchstem Niveau Leistungssport betreibt, ein Abitur sein eigen nennt und Millionen verdient, erklärt, er könne praktisch nur unter Anleitung seiner Gattin Käse kaufen. Da darf man fragen: Ist das wirklich Unfähigkeit oder schlicht Bequemlichkeit?

Ansonsten scheint die Autorin das Eheleben der Kimmichs bemerkenswert gut zu kennen. Aus wenigen Minuten Fernsehmaterial destilliert sie Mental Load, Patriarchat und männliche Vorbildfunktion. Dass es sich schlicht um eine zwischen zwei Erwachsenen eingeübte Arbeitsteilung handeln könnte, scheint ihr gar nicht in den Kopf zu kommen. Ebenso wenig, dass Lina Kimmich diese Arbeitsteilung offenbar freiwillig mitträgt und keine Haussklavin ihres Mannes ist. (Mir ist zumindest nicht bekannt, dass hier eine Zwangsehe vorläge.) Sie lebt (nach allem Dafürhalten) finanziell vollkommen abgesichert, wahrscheinlich durch Hauspersonal oder Verwandte mindestens teilentlastet, ohne die Existenzsorgen vieler durchschnittlicher Familien. Von den armen ganz zu schweigen. Ebenso wenig erfährt man, ob die Arbeitsteilung an anderer Stelle gerade umgekehrt aussieht – etwa bei Reparaturen, Gartenarbeiten oder anderen Aufgaben. Hier sollen wohl vor allem altbekannte Deutungsmuster aufgegossen und eine bestimmte Opfergeschichte erzählt werden.

Vielleicht wäre ohnehin die naheliegendere Frage, warum man den inszenierten Wocheneinkauf eines Fußballmillionärs überhaupt als geeignete Quelle gesellschaftlicher Wahrheiten im Allgemeinen oder für die Genderfrage im Speziellen heranzieht. Wenn ein gesunder, erwachsener Mann wirklich nicht allein Käse kaufen kann, ist das armselig. Wenn er es kann und nur so tut, ebenfalls. Aber ebenso töricht ist es, aus ein paar Fernsehminuten eine vollständige Theorie über die Ehe oder gar den Zustand der Gesellschaft abzuleiten.




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Montag, Juni 29, 2026

Beruf des Lehrers immer stärker von Frauen dominiert

1. Eine Auswertung der Neuen Zürcher Zeitung zeigt, dass es zunehmend zu einer Schule ohne Männer kommt, was für Jungen problematisch sein kann.



2. Im Berliner Tagesspiegel (nur im Anriss online) hält es Christoph von Marschall für notwendig, dass die EU Männern aus der Ukraine keinen Zuflucht mehr gewehrt. Die jungen Männer müssten für einen Sieg der Ukraine geopfert werden: "Wer den militärischen Erfolg der Ukraine möchte, darf ihr nicht die kämpfenden Männer vorenthalten und, wenn man es ganz hart formuliert, Beihilfe zum Desertieren leisten."

Für die Berliner "taz" sind Menschenrechte hier wichtiger als für Christoph von Marschall und den Tagesspiegel. Sie bezeichnet den Kurs der EU als eine Bankrotterklärung:

Es ist kaum zu fassen. Während der Krieg mit Russland eskaliert und immer mehr ukrainische Männer nach Europa flüchten, fasst die EU einen Beschluss, der Wehrpflichtige zurück an die Front zwingen soll. Brüssel macht sich zum Vollstreckungsgehilfen der ukrainischen Wehrbehörden.

(…) Damit ist die Jagd auf Kriegsdienstverweigerer und "Fahnenflüchtlinge" eröffnet – mit freundlicher Unterstützung aus Brüssel. Weil der Ukraine die Soldaten ausgehen, wollen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Innenkommissar Magnus Brunner mit einem Verwaltungsakt nachhelfen.

Doch hier geht es um weit mehr als einen Verwaltungsakt. Die EU bricht ein Schutzversprechen, das sie den Ukrainern bisher wie selbstverständlich gewährt hat. Nach dem Geheimtreffen mit den Taliban in Brüssel ist dies bereits der zweite schlimme Tabubruch binnen einer Woche.

Auch diesmal handelt Brüssel auf Druck der Mitgliedstaaten, auch diesmal kommt Deutschland eine unrühmliche Vorreiterrolle zu. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat als Erster mit den Taliban gedealt, und er hat wiederholt gefordert, ukrainische Männer abzuweisen.

Die EU fügt sich aber auch den Wünschen der Ukraine. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Armee monatlich bis zu 34.000 Mann. Das reicht jedoch nicht aus, um die massiven Verluste an der Front auszugleichen. Deshalb wurde nun der Marschbefehl aus Brüssel fällig.

Mit den hehren Prinzipien der EU ist all das nicht zu vereinbaren. Der Europarat hatte noch am Donnerstag davor gewarnt, den Schutz von Flüchtlingen auszuhöhlen – er wurde nicht erhört.




3. Aus Russland wird derweil folgendes berichtet:

In der russischen Region Pensa sorgen Videos mutmaßlicher Rekrutierungsrazzien für Aufsehen. Sie zeigen Männer in Kleinbussen, verzweifelte Angehörige vor Militärkommissariaten und aufgebrachte Passanten, die Uniformierte zur Rede stellen. Die Aufnahmen stehen exemplarisch für ein größeres Problem des Kremls: Russland braucht neue Soldaten für den Ukraine-Krieg, will aber eine neue offene Mobilmachung vermeiden.

Eine der zentralen Aufnahmen führt direkt vor das Militärkommissariat in der Skladskaja-Straße in Pensa. Nach Recherchen des Tagesspiegel sitzen dort mehrere Männer in Zivil in einem weißen Kleinbus, während Frauen vor dem Fahrzeug versuchen, die Abfahrt zu verhindern. Eine von ihnen ruft auf Russisch "Wofür?", eine andere will wissen, ob die Männer ihre Militärverträge freiwillig unterschrieben haben. (…) Genau diese Vorgehensweise bezeichnen Beobachter als Schattenmobilisierung: Männer werden nicht offiziell eingezogen, sondern unter Druck dazu gebracht, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben. Formal gelten sie danach als Freiwillige. Politisch ist das für den Kreml entscheidend, weil dadurch kein neuer Mobilisierungsbefehl nötig wird.

(…) Besonders brisant sind Berichte von Familienangehörigen. Eine Frau sagte Mediazona, ihr Mann sei bereits in das von Russland besetzte Mariupol gebracht worden. Er habe ihr erzählt, man habe ihm neue Dokumente ausgestellt und ihn zum Unterschreiben eines Vertrags gezwungen. Gegenüber Meduza schilderte eine Mutter einen ähnlichen Fall: Ihr Sohn habe sie noch anrufen können und leise gesagt, er werde in die Ukraine gebracht. Auf ihre Frage, warum er unterschrieben habe, habe er geantwortet: "Ich musste."

Wie dieses System funktionieren kann, zeigt ein Fall aus Sursk in der Region Pensa. Mediazona sprach mit dem 51-jährigen Wladimir Podkowyrkin. Er berichtet, Polizisten hätten ihn unter dem Vorwand einer fehlenden Registrierung zum Wehramt gebracht. Dort habe er mehrere Formulare unterschrieben, von denen ihm gesagt worden sei, sie dienten lediglich der Erfassung seiner Daten. Kurz darauf sei ihm eröffnet worden, dass er einen Militärvertrag unterschrieben habe. Noch am selben Tag sei er nach Rostow gebracht und wenig später an die Front geschickt worden.


Einer Schätzung von Anfang Juni zufolge hat Putin bei seinem Überfall auf die Ukraine bislang eine halbe Million eigener Männer in den Tod geschickt.



4. Die Grünen ziehen Konsequenzen aus dem Fall Gelbhaar:

Die Arbeit von Beschwerdestellen soll auf eine einvernehmliche Einigung zwischen den Betroffenen abzielen und keine Sanktionen verhängen können. (…) Eine interne Kommission hatte der Partei vor rund einem Jahr ein vernichtendes Zeugnis für ihren Umgang mit dem Fall Gelbhaar ausgestellt. (…) Das damals genutzte Ombudsverfahren leide "an fehlender innerparteilicher Legitimität, an fehlenden Verfahrensstrukturen und einer fehlenden Verfahrensordnung sowie an erheblichen rechtsstaatlichen Defiziten und Definitionsmängeln", hatte die Kommission festgestellt. Die Nutzung des Ombudsverfahrens für politische Zwecke sei klar erkennbar gewesen. Gelbhaar habe sich nicht erklären und verteidigen können.




5. Colleen Fernandes fürchtet, dass ihr ein "Christian-Ulmen-Ultra" eine Kugel in den Kopf jagt.



6. Nach einem Rückzug der Hauptzeugin wurde eine Vergewaltigungsklage gegen Harvey Weinstein fallengelassen.



7. Die "taz" ist weiterhin entsetzt darüber, dass junge Männer "häufiger rechtsextreme, autoritäre, menschenfeindliche und antifeministische Einstellungen vertreten als junge Frauen." Die Frage, was linke, demokratische und feministische Parteien jungen Männern in den letzten Jahrzehnten gebracht haben, vermeidet der Artikel. Die Antwort wäre auch extrem unangenehm. Stattdessen beklagt der Interviewpartner Nico Mokros: "Gerade auf Social Media wird ja Gleichstellung, eine liberale Einstellung und Feminismus als Schuld an der vermeintlich schlechteren Position von Männern gesehen. Das ist genau die Gefahr. Vor allem, weil Feminismus gerade für die Reflexion von Männlichkeit viele wertvolle Ansätze bietet."



8. Eine von der CSU geplante Vorschrift, die Hochschulen untersagen sollte, von Studenten die Gendersprache in Prüfungen zu verlangen, wurde von den Freien Wählern in letzter Minute blockiert.



9. Die "taz" berichtet über einen weiteren feministischen Triumph: Die Artemis-II-Crew hat einen Mondkrater nach der verstorbenen Frau des Astronauten Reid ­Wiseman benannt. Das verkleinere den Gender-Crater-Gap und damit eine "entsetzliche Lücke".



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Freitag, Juni 26, 2026

"Bei der Benachteiligung von Männern arbeiten Konservative und Feministinnen zusammen"

Viele aus dem konservativen bis rechten Lager behaupten, im Wesentlichen habe der Feminismus zum Leid der Männer beigetragen. Feministinnen hingegen argumentieren, sie hätten Männer von starren Rollenklischees befreit, dank ihrer Weltsicht dürften Männer jetzt zum Beispiel auch Schwäche zeigen oder Anteile ihrer Persönlichkeit ausleben, die früher allein Frauen zugestanden wurden. Beide Lager blenden ihren eigenen Anteil am Problem häufig aus. Ein neuer Diskussionsbeitrag im Reddit-Forum der linken Männerrechtler hat die Benachteiligungen von Männern analysiert und vertritt die These, im Wesentlichen beruhten sie auf dem Zusammenwirken von Feministinnen und Konservativen. Spannend genug, um diese Sicht ins Deutsche zu übersetzen – zumal ich persönlich finde, dass sie den Nagel auf den Kopf trifft.



Die meisten Menschen im linken Spektrum gehen davon aus, dass der Einsatz für Männerrechte automatisch bedeutet, dass man rechts ist.

Dieses Dokument beweist das Gegenteil – mit Daten. Der traditionelle Konservatismus ist selbst eine der Hauptquellen für den Schaden von Männern. Männer, die in die Politik der Republikaner flüchten, weil der Feminismus der sichtbare Feind ist, begehen einen schweren strategischen Fehler. Sie verlassen eine Schadensquelle und rennen direkt in eine andere.

Hier ist die vollständige Aufschlüsselung.

Ich bin 60 dokumentierte Benachteiligungen von Männern durchgegangen und habe jede einzelne nach ihrem ideologischen Ursprung kategorisiert: traditioneller Konservatismus, Feminismus oder beide Ideologien im Zusammenspiel.

Die Ergebnisse:

* Nur traditioneller Konservatismus: 9 Probleme (15 %)

* Nur Feminismus: 23 Probleme (38 %)

* Beide Ideologien zusammen: 28 Probleme (47 %)

In der 47-%-Spalte "Beide" befinden sich die tödlichsten Probleme. Schauen Sie sich an, was darin enthalten ist, bevor Sie eine politische Schlussfolgerung ziehen.

Was der traditionelle Konservatismus aufgebaut hat:

Dies ist der Teil, den die meisten linken Diskussionen über Männerthemen korrekt identifizieren – aber selten vollständig dokumentieren.

* Konditionierung zu "Sei ein Mann!" / "Reiß dich zusammen" / Stoizismus: Emotionen = Schwäche = beschämend. Dies ist die direkte kulturelle Ursache dafür, dass Männer psychologische Hilfe meiden. Das kam nicht vom Feminismus. Es entstand aus einer jahrhundertealten konservativen Männlichkeitsideologie. [Jordan Peterson und Andrew Tate arbeiten auf dieser Schiene. -A.H.]

* Die Doktrin der männlichen Opferbereitschaft/Entsorgbarkeit: Das Leben von Männern wird als Systemmerkmal unter das von Frauen und Kindern eingestuft. "Frauen und Kinder zuerst" ist viktorianische Ritterlichkeit – keine feministische Politik.

* Die Beschneidung von männlichen Säuglingen: Religiöse und kulturelle Traditionen setzen sich über die körperliche Autonomie hinweg. Keine ernstzunehmende konservative Bewegung stellt dies infrage.

* "Man schlägt keine Frau, selbst nicht zur Selbstverteidigung": Ritterlichkeit nimmt Männern das Recht, sich gegen weibliche Gewalt zu verteidigen, und stellt diesen Entzug dann als Tugend dar.

Wo der Feminismus sein eigenes Versprechen gebrochen hat:

Der Feminismus hat ausdrücklich Gleichberechtigung versprochen. Dieses Versprechen wurde selektiv eingehalten.

* Das Duluth-Modell [zur Bekämpfung häuslicher Gewalt] definiert Männer rechtlich immer als Täter und Frauen immer als Opfer – die Entwicklerin Ellen Pence baute es auf der "Patriarchatstheorie" auf, nicht auf Beweisen darüber, wie Gewalt tatsächlich abläuft.

* Die VAWA-Finanzierung (Violence Against Women Act) wurde durch feministische Lobbyarbeit explizit geschlechtsspezifisch gestaltet – männliche Opfer häuslicher Gewalt sind von staatlich finanzierten Frauenhäusern rechtlich ausgeschlossen.

* Murray Straus, der Forscher, der dokumentierte, dass häusliche Gewalt bidirektional ist, wurde von feministischen Akademikern beruflich zum Schweigen gebracht und angegriffen, weil er Daten veröffentlichte, die dem ideologischen Rahmen widersprachen.

* Erin Pizzey gründete das weltweit erste Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt und versuchte, es auch für männliche Opfer zu öffnen. Feministische Aktivistinnen schickten ihr Todesdrohungen.

* Claudia Goldins Nobelpreis-Forschung bestätigte, dass das Lohngefälle verschwindet, wenn die geleisteten Arbeitsstunden gleich sind – Feministinnen forderten gleichen Lohn für ungleiche Leistung und bezeichneten jede Erwähnung des Produktivitätsunterschieds als "Frauenfeindlichkeit".

Was beide zusammen aufgebaut haben – die Probleme mit Todesfolge:

Dies sind keine Scharmützel im Kulturkampf. Hier geht es um Todesfälle und zerstörte Leben.

* Die Suizidrate bei Männern ist 3,5- bis 4,5-mal höher als bei Frauen: Der traditionelle Konservative sagt, Männer bitten nicht um Hilfe. Die feministische Finanzierung der psychischen Gesundheit priorisiert Frauen. Männer sterben in aller Stille, während keine der beiden Seiten dies als politische Priorität behandelt.

* 93 % der Todesfälle am Arbeitsplatz betreffen Männer: Der traditionelle Konservatismus hat das System "Männer machen gefährliche Jobs" aufgebaut. Der Feminismus kampagnierte für Gleichberechtigung in den Vorstandsetagen und forderte kein einziges Mal Gleichberechtigung im Bergbau, in der Forstwirtschaft, der Fischerei oder im Dachdeckerhandwerk.

* 70–85 % der Obdachlosen sind Männer: Der traditionelle Konservative sagt, Männer müssen autark sein. Die feministische Heimgesetzgebung priorisiert explizit Frauen und Kinder. Alleinstehende Männer kommen an letzter Stelle.

* Männer erhalten für identische Verbrechen 63 % längere Gefängnisstrafen: Der traditionelle Konservatismus stellt Männer als voll verantwortliche moralische Akteure dar. Feministische Interessenvertretung fordert Strafmilderung für Frauen. Beide Ansätze führen zu demselben ungerechten Ergebnis.

* Die Kluft bei der Lebenserwartung: Männer sterben 5–7 Jahre früher – ohne dass es auch nur ansatzweise eine politische und finanzielle Infrastruktur gäbe, wie sie für die Gesundheit von Frauen existiert.

* Selective Service (Wehrpflichtregistrierung in den USA): Nur für Männer, Gefängnis bei Verweigerung: Der traditionelle Konservatismus schuf die Wehrpflicht nur für Männer, und feministische Organisationen kämpften aktiv dafür, dass dies so bleibt.

Das Muster:

Der traditionelle Konservatismus hat die männliche Opferbereitschaft als Systemmerkmal eingebaut. Der Feminismus hat dieses System übernommen, jeden Teil behalten, der Frauen nützt, und nur die Teile abgebaut, die Frauen einschränkten.

Der traditionelle Konservatismus hat den Käfig gebaut. Der Feminismus hätte das Schloss aufbrechen müssen – sie haben Gleichberechtigung versprochen. Stattdessen haben sie das Schloss behalten und den Schlüssel für sich selbst genommen.

Die tödlichsten Antimänner-Ressentiments sind fast immer die, bei denen beide Ideologien übereinstimmen und sich gegenseitig verstärken. Deshalb fühlen sich diese Probleme unlösbar an – man kämpft gleichzeitig gegen ein Tag-Team aus der Rechten und der Linken.

Die politische Schlussfolgerung:

Männer haben keine Partei, die ihre Interessen wirklich vertritt.

* Die Republikaner zelebrieren die männliche Opferbereitschaft – "Reiß dich zusammen" ist ihre kulturelle Marke. Sie haben die Regierung mehrfach kontrolliert und den Selective Service nie angerührt, das Schuldgefängnis für Kindesunterhalt nie reformiert und die Suizidkluft bei Männern nie als politische Priorität behandelt.

* Die Demokraten kontrollieren die psychosoziale Versorgung, die Bildungspolitik und die Finanzierung von Hilfen bei häuslicher Gewalt – all das schließt Männer systematisch aus oder depriorisiert sie. Die Linke hatte Jahrzehnte Zeit, das Duluth-Modell, die geschlechtsspezifischen Ausschlüsse des VAWA und die Obdachlosigkeitskrise von Männern zu beheben. Sie hat es nicht getan.

Männerrechte sind keine konservative Angelegenheit. Aber sie sind auch keine Angelegenheit der Demokraten. Der erste Schritt besteht darin, sich weigern so zu tun, als sei eine der beiden Parteien ein Verbündeter, wenn die Beweise das Gegenteil besagen.


Darauf folgt ein Link zu einer Aufschlüsselung von sechzig Benachteiligungen, die Männer erleiden und ihrer Zuordnung zu ihrer Ursache im politischen Spektrum.

Darunter wird der Beitrag von anderen Reddit-Besuchern diskutiert.



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Donnerstag, Juni 25, 2026

CICERO beklagt feministischen Männerhass

1. Im feministischen Milieu treibe der Hass auf Männer paradoxe Blüten, beklagt Professor Bernd Stegemann im politischen Monatsmagazin CICERO. "Möglich macht das eine altbekannte Methode: Man verwendet nur die Statistiken, die ins eigene Weltbild passen." In dem Artikel heißt es weiter:

Jüngst forderte anlässlich der Fernandes-¬Affäre eine Spiegel-Kolumnistin, neue feministische Gebote einzuführen: Es soll Ausgangssperren für Männer geben. Es soll ein Alkoholverbot für Männer geben. Und alle Männer sollen ab dem 18. Lebensjahr alle paar Jahre ein Antiaggressionstraining absolvieren müssen.

Wie ernst sie ihre Forderungen meint, zeigt ein raffiniertes Detail. Der Personalausweis wird Männern nur noch dann ausgehändigt, wenn der Antiaggressionskurs besucht wurde. Nur wer den Führerschein für Männer bestanden hat, darf dann bei Tageslicht und ohne Alkohol das Haus verlassen. Ein Social-Media-Verbot für Männer will die Kolumnistin übrigens auch zumindest diskutieren.

Die Verhaustierung des Mannes ist in linken Kreisen verbreitet, und was manche als Satire über das Leben im Feminat unterhaltsam finden könnten, hat einen politisch relevanten Unterbau. Die Unterdrückungsfantasien werden mit einem Strauß von statistischen Pseudowahrheiten begründet, wodurch der Anschein einer faktenbasierten Debatte suggeriert wird. Doch getreu der alten Politikerweisheit werden nur die Statistiken verwendet, die zuvor für die eigenen Absichten passend gemacht wurden.

(…) Das feministische Milieu der Migrationsfreundinnen hat nun die Trickserei mit der Statistik um eine neue Wendung erweitert. Es wird noch immer geleugnet, dass von migrantischen jungen Männern ein erhöhtes Gewaltrisiko ausgeht. Aber zugleich wird die zunehmende Gewalt gegen Frauen beklagt.

Addiert man beide Forderungen, kommt man zu dem paradoxen Männerhass der letzten Monate: Alle Männer sind Täter, aber der Anteil der Migranten darf nicht gesehen werden. Darum müssen alle Männer überwacht werden, aber die Migranten dürfen auf keinen Fall unter Verdacht gestellt werden.

Die Pointe ist verrückt. Zuerst setzt das Open-­Borders-Milieu durch, dass die Grenzen für alle Migranten geöffnet werden und sie bleiben können, dann stellt es wachsende Gewalt gegen Frauen fest. Es macht dafür aber nicht die ungesteuert einwandernden Migranten verantwortlich, sondern die einheimischen deutschen Männer. Mit diesem Kunststück der Statistikfälschung erreichen die wütenden Frauen zwei Ziele zugleich: Sie nutzen die gestiegene Gewalt durch Migranten als Argument für ihren Hass auf alle Männer. Mit "alle Männer" sind aber selbstverständlich nicht wirklich alle, sondern nur die Nichtmigranten gemeint. Denn das wäre sonst rassistisch.

Die Fantasie des migrationsliebenden Feminismus sieht dann so aus: Deutsche Männer dürfen ab 20 Uhr das Haus nicht mehr verlassen, ihnen wird kein Alkohol verkauft und sie bekommen keinen Personalausweis und Reisepass ausgehändigt, wenn sie den feministischen Antiaggressionskurs nicht bestanden haben.

Die männlichen Migranten tummeln sich derweil in einem Land, in dem das Feminat herrscht. Denn Ausgangssperre, Alkoholverbot oder Integrationskurse gelten schließlich nicht für Migranten, da das den Remigrationsplänen der AfD doch allzu ähnlich wäre.


Man muss hier natürlich aufpassen, dass man die pauschale Verdammung aller Männer nicht einfach übernimmt, solange es gegen die migrantischen Männer geht. Wenn man diese Fußangel umgeht, spricht Stegemann etwas aus, das vielen auffällt. Auch Melanie Amann stellte in ihrem Interview mit Jette Nietzard fest, dass Nietzard bei zugewanderten Gewalttätern genau auf den einzelnen Fall schaut und zum Beispiel darauf achtet, welche beispielsweise traumatischen Erfahrungen zu dieser erhöhten Gewaltbereitschaft führten, während sie bei Männern im Allgemeinen nicht im Traum daran denkt, entsprechend zu differenzieren, sondern ein bedrohliches Täterkollektiv zeichnet. Warum Nietzard gegenüber hiesigen Männern nicht dieselbe Empathie wie gegenüber Zuwanderern entwickelt, ist in der Tat erklärungsbedürftig. Ein Grund könnte sein, dass sie einheimische Männer als dominant und mächtig, aber Flüchtlinge und andere Zuwanderer als hilflos erlebt.



2. Ebenfalls im CICERO beschäftigt sich Ben Krischke mit dem Gerichtsurteil, das die Berichterstattung des SPIEGEL über Christian Ulmen nicht ganz in Ordnung fand:

Die Veröffentlichung sorgte für viel Resonanz. Es fanden Demonstrationen gegen Christian Ulmen und das Patriarchat statt. Politikerinnen wie Katrin Göring-Eckardt und Saskia Esken nutzten den Fall für politische Botschaften. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig trommelte für einen Gesetzentwurf gegen Deepfakes, der viel zu weit gegangen wäre. Und während Klimaaktivistin Luisa Neubauer immerhin noch meinte, Männer könnten froh sein, dass Frauen keine Vergeltung wollten, schwadronierte die Influencerin Leonie Löwenherz bereits davon, "Täter auf Marktplätzen kastrieren" zu lassen.

Nach der Veröffentlichung dieser Story war also die Hölle los. Doch von Anfang an gab es auch Kritik an dem Stück. Wer genau las, stellte nämlich fest, dass immer dort, wo pornografische Deepfakes thematisiert wurden, zum Beispiel andere Formulierungen verwendet wurden. Aus gutem Grund, wie jetzt vom Oberlandesgericht in Hamburg festgestellt wurde: Der SPIEGEL hatte offenbar zwei verschiedene Themen vermengt. Und zwar so, dass der Eindruck entstehen konnte und bei vielen Lesern auch entstanden ist, diese hingen miteinander zusammen.

(…) Doch statt beide Themen – die Vorwürfe an Ulmen und die Problematik mit den Deepfake-Pornos – konsequent als zwei unterschiedliche Themen zu behandeln, haben die SPIEGEL-Autoren entweder geschlampt. Oder sie haben versucht, einem privaten Rosenkrieg eine gesamtgesellschaftliche Relevanz beizufügen, um aus einem Boulevardthema ein politisches Thema zu machen. Wohlwissend, dass sich die öffentliche Anklage gegen Christian Ulmen wohl hervorragend verkaufen dürfte.

Vieles spricht für Letzteres; dass beim Spiegel nicht geschlampt, sondern kalkuliert wurde. Das ist keine bloße Unterstellung. Das ist die Benennung eines wiederkehrenden Musters. Ob Luke Mockridge, Till Lindemann oder eben Christian Ulmen: Schon länger versucht der Spiegel, Auflage zu machen mit Themen, die eigentlich Boulevardthemen sind. Aus dem "Sturmgeschütz der Demokratie" ist ein linkes Regenbogenblatt geworden.




3. Eine Frau aus Manchester hat einen Mann fälschlich der Vergewaltigung bezichtigt. Der Betreffende wurde wegen dieser Lügen auf der Straße mit einem Hammer angegriffen. Wenn der Betreffende kein Alibi gehabt hätte, so heißt es in der Berichterstattung, säße er jetzt für mehrere Jahre im Gefängnis. Auch in seiner jetzigen Situation betrachtet er sein Leben als "ruiniert". Die Täterin war bereits wegen acht früherer Straftaten verurteilt worden, darunter Rechtsbeugung, Belästigung, das Versenden böswilliger Nachrichten und Sachbeschädigung.



4. Ein Berufungsgericht in Helsinki hat die Anklage gegen drei Männer mit "ausländischem Hintergrund" abgewiesen, denen vorgeworfen wurde, eine angeblich betrunkene 17-Jährige vergewaltigt zu haben, und die Frau dazu verurteilt, die Anwaltskosten der Gegenseite zu tragen. Die Überwachungskameras des Krankenhauses, in dem diese Frau offenbar tätig war, zeigten, wie sie aus eigenem Antrieb, gut gelaunt und nicht besonders betrunken mit den Männern ein Waldstück aufsuchte, wo sie von Sicherheitspersonal des Krankenhauses überrascht wurde und daraufhin mit den Männern in einen anderen Wald weiterzog. Anschließend berichtete sie weinend und hysterisch, sie wäre vergewaltigt worden. Sie sei so stark alkoholisiert gewesen, dass sie keine echte Einwilligung hätte geben können. Eine Spendenaktion hatte zur Deckung der Anwaltskosten der Klägerin aufgerufen. Eine Unternehmerin sammelte auf diese Weise 20.000 Euro ein, der finnische Frauenrechtsverband Unioni innerhalb von weniger als einem Tag weitere 10.000 Euro.



5. Spanien muss einem inzwischen 75jährigen Bauarbeiter marokkanischer Herkunft 2,5 Millionen Euro zahlen, nachdem er für zwei Vergewaltigungen, die er nie begangen hatte, 15 Jahre hinter Gittern saß.

Im Dezember wurde er von den letzten gegen ihn erhobenen Anklagepunkten freigesprochen, nachdem er in einer langwierigen Kampagne seine Unschuld bewiesen hatte, in deren Verlauf sich eines der Opfer zu Wort meldete und erklärte, er sei nicht der Täter gewesen.

"Das Justizsystem hat mein Leben ruiniert", sagte Tommouhi am Freitag gegenüber Reportern. Das Geld würde ihm weder seine Gesundheit noch seine Jugend zurückgeben, sagte er und fügte hinzu: "Sie haben mir 36 Jahre meines Lebens gestohlen."

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hob am Donnerstag eine frühere Entscheidung des Nationalen Gerichts auf, das sich geweigert hatte, Tommouhi eine Entschädigung zu zahlen, obwohl er von den Vorwürfen freigesprochen worden war, und behauptet hatte, es habe in seinem ursprünglichen Verfahren keine Fehler gegeben.

Der Oberste Gerichtshof erklärte, Tommouhi sei Opfer eines "eindeutigen und qualifizierten" Justizirrtums im ursprünglichen Verfahren in Barcelona gewesen. Das Gericht hatte eine biologische Begutachtung nicht berücksichtigt, die zeigte, dass es sich bei dem wahren Täter nicht um Tommouhi gehandelt hatte.


(Die genannten "36 Jahre" resultieren offenbar aus der Haftzeit sowie den darauf folgenden Jahrzehnten Leben mit dem Stigma eines Vergewaltigers und juristischem Kampf um die Aufhebung der Urteile.)



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ich weiß nicht ob das für Sie interessant ist, aber für mich ist es ein Beweis, in was für einer frauenhassenden Welt wir doch angeblich leben. Auf etsy.com kann man unter Misandist mehrere Shirts kaufen auf denen Frauen einem Mann den Kopf abschneiden oder einen angetrennten Männerkopf auf dem Tablet servieren. Ein aquivalentes Shirt das Frauenhass nachweist suche ich noch vergeblich.

Hier mal ein Link zu einem von diesen Shirts auf einer bekannten Website, die damit Geld verdient. Mehrere Kontaktaufnahmen zu etsy, ob sie das so akzeptieren oder gegen Hass sind, so wie sie es behaupten, blieben unbeantwortet.


Das fragliche Shirt zeigt das bekannte Caravaggio-Gemälde "Judith und Holofernes", auf dem zu sehen ist, wie die Witwe Judith dem feindlichen Kriegsherrn Holofernes mit einem Schwert den Kopf abschlägt. Darüber prangen auf dem Shirt die Worte "Girls Will Be Girls". Das Kleidungsstück wird angeboten unter Rubriken wie "Misandrie", "Feministisches T-Shirt", "Frauenrechte-T-Shirt", "Brenne das Patriarchat", "Das Patriarchat zerschlagen", "Geschenke für Mama", "Geschenke für die Freundin" und dergleichen mehr. Käuferinnen posten begeisterte Reaktionen wie "Dieses Shirt ist der Hammer! Judith macht HolferDees Nüsse platt. Alle meine CaravaggiHoes sagen: HeeeeeY!"

Andere Shirts zeigen ähnliche Motive, zum Beispiel Bernardo Luinis Gemälde von Salome mit dem abgeschlagenen Kopf Johannes des Täufers mit der Aufschrift "Girl Power". Man kann sich die endlose Empörung in den Medien vorstellen, wenn Mitglieder der "Manosphäre" mit T-Shirts herumlaufen würden, die abgeschlagene Frauenköpfe zeigen. Im umgekehrten Fall ist es kein Skandal, sondern Alltag.



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Mittwoch, Juni 24, 2026

Gericht greift bei SPIEGEL-Berichterstattung ein, Kampagne gegen Männer geht weiter

1. Viele Medien berichten, so etwa die Weltwoche:

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat Christian Ulmen im Presserechtsstreit mit dem Spiegel teilweise recht gegeben. Das Gericht änderte einen Beschluss des Landgerichts Hamburg vom Mai ab und untersagte dem Nachrichtenmagazin weitere Passagen seiner Berichterstattung.

(…) Nach Angaben des Gerichts darf der SPIEGEL nicht länger den Eindruck erwecken, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner früheren Ehefrau hergestellt oder verbreitet. Für einen solchen Verdacht fehle ein "Mindestbestand an Beweistatsachen", begründete das Oberlandesgericht seine Entscheidung.

Zudem untersagte das Gericht die Wiedergabe einzelner Zitate aus einer vertraulichen E-Mail Ulmens an seinen Strafverteidiger. Diese Äusserungen beträfen die besonders geschützte Privatsphäre des Schauspielers. (…) Ulmens Anwalt Simon Bergmann bezeichnete die zusätzlichen Verbote als "von besonderer Bedeutung". Der Deepfake-Verdacht habe zu einer "hochgradigen Stigmatisierung" seines Mandanten geführt.


Die Legal Tribune ergänzt, wie der SPIEGEL die Vorstellung überhaupt erzeugte, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Frau erstellt:

Der Spiegel betone nämlich gerade, "dass durch KI entstehende Bilder eine neue Dimension der sexuellen Gewalt geschaffen worden sei, die schwerer wiege und für die in Deutschland eine Strafbarkeitslücke bestehe". Ohnehin hatte Fernandes nach dem ursprünglichen Erscheinen der Spiegel-Berichterstattung geäußert, dass sie Ulmen nicht der Verbreitung von Deepfake-Pornovideos verdächtige. Einen Umstand, den der Spiegel in der Berichterstattung nicht erwähnt.


Alles in allem wurden in unseren Leitmedien ernstzunehmende Vorwürfe mal wieder auf fragwürdige Weise präsentiert. Warum dreht man derart unnötig auf? Rechtsanwalt Simon Bergmann nannte schon Jahre vor dem Fall Ulmen als möglichen Grund schlichtes Interesse an Profit:

Bergmann wird noch konkreter: "Der Spiegel beschäftigt mehrere Journalistinnen, die speziell zu MeToo-Fällen recherchieren. Mit dieser Verdachtsberichterstattung werden digitale Abos generiert, und zwar in erheblichem Maß."

Die MeToo-Berichterstattung also ein Geschäftsmodell der Medien? Das Thema sei attraktiv und das Interesse der Leserschaft garantiert. "Mir fällt auf, dass diese Geschichten meistens hinter einer Bezahlschranke sind. Diverse Artikel werden mit dem Schlagwort MeToo gelabelt, ob es sich um Mobbing oder sexuellen Missbrauch handelt." Ferner verrät Anwalt Simon Bergmann der NZZ: "Der Spiegel hat nie bestritten, dass dank seinen MeToo-Geschichten vermehrt Abos abgeschlossen werden. Wir wissen das von internen Quellen. Die Artikel zu Luke Mockridge und Till Lindemann gehören zu den meist abgerufenen Seiten bei Spiegel+."


Ein weiteres, eher ideologisch motiviertes Ziel könnte das Unterfüttern einer Kampagne sein, über die "Die Welt" berichtet:

"Die Straflosigkeit männlicher Gewalt muss endlich ein Ende haben." So steht es in einer Rundmail der Organisation "Campact", die vergangene Woche an ausgewählte Promis verschickt wurde. Es gehe um die "erschreckenden Taten, die Collien Fernandes öffentlich gemacht hat". In dieser Woche werde es dazu wieder eine Kampagne geben. Die angeschriebenen Promis – nach WELT-Informationen Künstler, Schauspieler und Medienleute – mögen sich daran doch bitte beteiligen.

"Campact" ist nicht irgendwer. Die Organisation macht geltend, ausschließlich von Spendern finanziert zu werden – in erklecklicher Dimension. 2024 kamen knapp 25 Millionen Euro zusammen. Und das, obwohl der Verein 2019 die Gemeinnützigkeit verlor. Das zuständige Berliner Finanzamt befand: "Im Vordergrund stand nicht die Information über politische Prozesse, sondern vielmehr die Einflussnahme auf diese." Nach eigenen Angaben beschäftigt "Campact" 120 Mitarbeiter. Bei ihren Erfolgen trägt die Organisation dick auf. So seien etwa das Gen-Mais-Verbot und der Atomausstieg das Ergebnis ihrer Kampagnen, heißt es in einem Werbevideo.

In der Mail an die Promis kündigt "Campact" an, am Mittwoch eine Petition an "die Fraktionsspitzen der demokratischen Parteien" zu übergeben. Es gebe zum Thema Plakatmotive und Aktionen auf Social Media. "Bist Du dabei?" Zum Mitmachen und Teilen habe "Campact" schon fertige Grafiken entworfen und "Textbausteine" formuliert. Das alles könne der geschätzte Promi als "Content Kit" herunterladen und für eigene Beiträge nutzen. Im Downloadordner finden sich vorgefertigte Phrasen: "Jetzt muss die Bundesregierung handeln. Wir brauchen eine nationale Strategie gegen männliche Gewalt."

Inhaltlich geht es bei der Aktion nicht besonders differenziert zu. Eine Social-Media-Kachel, die man in den nächsten Tagen gewiss auf diversen Promi-Accounts auf X oder Instagram sehen wird, sieht jeden Mann wortwörtlich als Täter. "Mein Mann – Der Täter". "Mein Vater – Der Täter". "Mein Onkel – Der Täter". "Mein Nachbar – Der Täter". "Mein Freund – Der Täter".

(…) Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes und die allseits vernetzten Kampagnenportale pflegen schon länger bestes Einvernehmen. Für die NGO HateAid, die die Themen "digitale Gewalt" und "Deepfakes" weit oben auf die mediale und politische Agenda setzte, war die Schauspielerin schon 2024 als "PR-Magnet" im Einsatz, so die Marketing-Chefin der Organisation. Zu den Gesellschaftern von HateAid gehört "Campact".

(…) Worum geht es also? Eine "Campact"-Sprecherin sagte, die Petition fordere "bessere Maßnahmen" und "eine nationale Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt und digitale sexualisierte Gewalt". Die Menschen, die es zu schützen gelte, nennt "Campact" in seiner Antwort an WELT nicht Frauen, sondern umschreibt sie so: "Damit sollen alle FLINTA*-Personen mehr Sicherheit und Schutz erhalten – dazu zählen selbstverständlich auch trans* Frauen."


Die Abkürzung FLINTA steht für "Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Personen". Der offenkundige Vorteil gegenüber dem bekannteren Kürzel: LGBTQ: Männer gehören dezidiert nicht zu der Gruppe, für die man sich engagiert.



2. "Die Linke ist eine feministische Partei" stellt ebendiese nach ihrem Potsdamer Parteitag klar und fordert beispielsweise unter dem Motto "Gewaltschutz für alle" humanitäre Visa explizit "für queere Personen und von Gewalt betroffene Frauen". Männer als Opfer von Gewalt, denen man sich politisch ebenfalls widmen müsse, erscheinen auch in dieser Rhetorik nicht.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir:

Heute mal wieder ein kleiner Hinweis aus unserer beliebten Kategorie "Frauen sind das friedlichere Geschlecht":

"Frau stach Ex-Partner in Niederösterreich mit Messer in den Bauch"

"Eine 36-Jährige soll ihrem Ex-Lebensgefährten vergangenen Donnerstag in Eggendorf (Bezirk Wiener Neustadt) in Niederösterreich im Zuge eines Streits mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen haben. Nachbarn entdeckten den 37-Jährigen gegen 18 Uhr, er wurde mit einer Stichwunde ins Spital gebracht. Die Verdächtige aus Wiener Neustadt wurde an ihrer Wohnadresse festgenommen. Die Frau war nach Polizeiangaben von Montag nicht geständig und wurde in die Justizanstalt gebracht."

Um das heute von Ihnen verlinkte Gespräch aufzugreifen: Kann man als Mann jetzt noch mit Frauen zusammenleben? Und wenn ja, wie? Wäre es vielleicht besser, man legte sich einen Rüden zu? Oder sollte man es doch - um die große Gegenwartsphilosophin Kira Müller zu zitieren - "aus Liebe zu Menschen insgesamt so gut wie es geht versuchen"? Zynismus aus.


Das kann ich mit einer aktuellen Meldung über einen Vorfall in Wiesbaden, also praktisch vor meiner Haustür, ergänzen:

Bei einem Einsatz in der Wiesbadener Bahnhofstraße sind am Samstagabend eine Polizistin und ein Polizist verletzt worden. Eine 17-Jährige hatte die beiden Beamten bei einem tätlichen Angriff geschlagen und getreten. Das meldet die Polizei.

Gegen 22:25 Uhr hatte ein Autofahrer die Einsatzkräfte im Bereich des Bahnhofs um Hilfe gebeten, da er einen Streit mit seiner Beifahrerin hatte. Noch bevor die Beamten sich der Sache annehmen konnten, eskalierte die Situation: Die 17-jährige Beifahrerin begann plötzlich, auf ihren Lebensgefährten einzuschlagen.

Die Polizisten wollten den Mann schützen und die Jugendliche aus dem Auto holen, um sie festzunehmen. Dabei wehrte sich die 17-Jährige, schlug und trat um sich und traf dabei beide Beamten im Gesicht. Die 22-jährige Polizistin erlitt eine Prellung an der Nase, ihr 38-jähriger Kollege eine Schürfwunde an der Stirn.




4. Mehr Post.

Ein weiteres Fundstück, bei dem ich sofort an Genderama dachte. Diesmal ein Podcast, das lange Interviewformat "Hotel Matze" mit dem Gast "Männerexperte" und Therapeut Björn Süfke:

Das Faszinierendste an diesem Interview war der Eindruck, einem aufmerksamen, engagierten und kompetenten Therapeuten zuzuhören, der gleichzeitig knallharter Genderideologe ist, Männlichkeit nur negativ definieren kann, und für den das Patriarchat realer ist als der Weihnachtsmann.

Seinen therapeutischen Ansatz, sich auf sein Inneres einzulassen, negative Gefühle zuzulassen, die in der Erziehung vielleicht abgewertet wurden, leuchtet mir ein. Vermutlich sagen die meisten Psychotherapeuten dasselbe, ohne den Fokus auf Männer. Daneben scheint sein Ding vor allem das Loslassen von anerzogenen Rollen und Erwartungen zu sein. 'Anerzogen' im Gegensatz zu 'angeboren' wurde nicht klar definiert. Es schien, als bezweifle er Hormonwirkungen und biologische Unterschiede in Empfinden und Verhalten. Diese Themen wurden im Interview nur gestreift, daher werde ich mir dazu sein Buch 'Männerseelen' anschauen.

In den Youtubekommentaren war viel Zustimmung, teils sehr emotional im Sinne von 'toll dass es einer sagt', 'jetzt verstehe ich Männer etwas besser' usw. Wiederspruch gab es recht wenig. Die Folge ist 12 Tage alt, hat über 85,000 Zugriffe und über 700 Kommentare auf Youtube.

Mein Fazit ist, dass manche Feministen nicht mit Hass und Schuldzuschreibungen um sich werfen, sondern einen liebevoll pathologisieren.




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Montag, Juni 22, 2026

"Diesen hässlichen Russen schmeiß ich morgen in den Keller"

1. Die Augsburger Allgemeine beschäftigt sich weiter damit, was bei dem Skandal um die JVA Gablingen nach und nach ans Licht kommt:

Neue Recherchen zeigen, wie massiv Häftlinge unter dem Regime gelitten haben, das die damalige stellvertretende Gefängnischefin Susanne B. errichtet haben soll. Da ist etwa ein Mann, der Anfang 2023 in Gablingen inhaftiert war und in einer Situation Drohungen gegen das Personal ausgestoßen haben soll, wohl auch ein Tischmesser zückte. Das ist ein Paradebeispiel für eine Einweisung in einen besonders gesicherten Haftraum, kurz bgH. In diese kargen Hafträume können Häftlinge gebracht werden, wenn etwa die Gefahr von Gewalttätigkeit oder des Suizids besteht. Dass sie dort eingesperrt werden, soll aber "ultima ratio" und zeitlich streng begrenzt sein. Doch in der JVA Gablingen sollen diese Zellen regelmäßig zur reinen Schikane genutzt worden sein.

In diesen Hafträumen gibt es als Toilette nur ein Loch im Boden, in der Regel eine Matratze und sonst nichts. Schon am Tag der Einweisung, heißt es, soll sich Ousman S. (Name geändert) wieder beruhigt haben. Besonders bemerkenswert ist, dass Susanne B. offenbar keinen Wert auf die Expertise eines Psychiaters legte. Dieser soll zu dem Schluss gekommen sein, dass der Häftling zurück in den normalen Vollzug gebracht werden solle. Doch dem Gefangenen half die positive Beurteilung offenbar nichts. Er musste im bgH bleiben – fast einen Monat lang, unfassbare 24 Tage, wie unsere Recherchen ergaben. Und das wohl weitgehend ohne Matratze und auch ohne Unterhose aus Papier, die zur normalen Ausstattung in der Spezialzelle gehört.

Eigentlich müssen Gefangene, sobald der Grund der Einweisung entfällt, aus dem bgH entlassen werden. Die Belegungen der Spezialzellen müssen ab drei Tagen dem Justizministerium gegenüber begründet und dokumentiert werden. Das wurde offenbar unzureichend bis gar nicht getan. Wie auch hätte Knast-Vizechefin Susanne B. unrechtmäßige Nutzungen der Zellen begründen sollen? Schließlich sollen sie und Angehörige der Sicherungsgruppe (SiG), eine Spezialeinheit im Gefängnis, willkürlich Gefangene dort hineingesteckt haben.

Ein weiteres Beispiel ist der Fall eines Kriminellen, der an Panikattacken litt. Ein Arzt kam zum Schluss, dass dieser Mann aus medizinischer Sicht in eine Gemeinschaftszelle gehöre, auf keinen Fall in die Isolation. Susanne B. interessierte das offenbar nicht. Im Gegenteil. Sie soll angeordnet haben, dass er in eine Einzelzelle gebracht wird. Als er auf dem Weg dahin eine Panikattacke erlitt, kam er den Ermittlungen zufolge in den bgH – nackt und ohne Matratze.

Und so ging es immer weiter, von 2023 bis Ende Oktober 2024, als Ermittler die mutmaßlichen Misshandlungen in der JVA dann durch eine Großrazzia beendeten. Inzwischen liegen zwei Anklagen gegen insgesamt 13 Ex-Beschäftigte vor. Sie sollen Gefangene aus nichtigsten Anlässen teils regelrecht gefoltert haben.

Eduard K. wurde offenbar auch sein Erscheinungsbild zum Verhängnis. Wie aus Chats hervorgeht, die unsere Redaktion einsehen konnte, kündigte ein SiG-Mitglied am Tag seiner Ankunft gegenüber Susanne B. an, "diesen hässlichen Russen" morgen "in den Keller" zu werfen. Es spricht manches dafür, dass die Wärter diesen Mann besonders auf dem Schirm hatten: Monate später sollen drei Mitglieder der Sicherungsgruppe ihn bei einer Kontrolle seines Haftraums festgehalten und gewürgt haben.

(…) Die Verteidiger der Ex-JVA-Chefinnen schweigen auf Anfrage. Anfangs hatten die Anwälte von Susanne B. die Vorwürfe scharf zurückgewiesen.




2. Tilo Jung hatte auf seinem Youtube-Kanal dieser Tage Colleen Fernandes in einem dreieinhalbstündigen Interview über "Männerherrschaft und Feminismus" zu Gast. Während Fernandes lediglich einen eingeschränkten Blick auf sexuelle Gewalt zeigt (etwas, das Männer Frauen antun), spult Jung eine Platte ab, die zeigt, wie stark er selbst ideologisiert ist. (Normalerweise lässt man bei Interviews den Befragten reden, aber Jung nutzt Interviews gerne, um zu zeigen, dass er mit seiner eigenen Meinung richtig liegt.) Unter anderem glaubt Jung, dass Männer in einem Paradies leben, und zeigt sich erschüttert darüber, dass ein großer Teil von ihnen ein "geschlossenes antifeministisches Weltbild" (also eine andere Meinung als er selbst) aufweisen. Das schraubt sich im Verlauf des Gesprächs immer weiter hoch, bis Jung sich irgendwann darüber entrüstet, dass auch ChatGPT bald eine Erotik-Funktion erhalten solle, was zeige, dass im Patriarchat alles auf Frauenfeindlichkeit aufgebaut sei. Selbst Erotik ist hier inzwischen zu etwas, das Männer Frauen antun, geworden.

Zuletzt übergibt Jung das Mikrofon seiner Mitarbeiterin Kira Müller, die Fernandes die eingetroffenen Zuschauerfragen stellt. Das führt zu folgendem Finale, das begleitet von ständigem Gekicher abläuft:

Kira Müller: Mehr oder weniger die letzte Frage. Vor einiger Zeit war bei uns die Philosophin Manon Garcia zu Gast und die hat den Pelicot-Prozess begleitet und danach ein Buch geschrieben, "Mit Männern leben" heißt das. (…) Und deshalb wäre meine Abschlussfrage genau die. Kann man noch mit Männern leben? Und wenn ja, wie?

Colleen Fernandes: Ich hoffe schon. Also ich habe mir jetzt erstmal einen Hund gekauft. Das war jetzt so mein nächster Schritt.

Kira Müller: Eine Hündin oder eine Rüde?

Colleen Fernandes: Eine Hündin. Ich habe auch jeden angeschrieben. Haben Sie eine HündIN? Ich möchte bitte eine HündIN. Ja. (…) Ja, das ist tatsächlich eine Frage. Also wirklich so eine Grundsatzfrage, weil ich natürlich schon gerne nicht nur mit der Hündin … die wird ja auch nicht so alt. (…) Ein Mann lebt ja länger als eine Hündin. Also hoffen wir.

Kira Müller: Für ihn? Weiß ich nicht. Manche stellen sich so dumm an, dass ich meine Zweifel hab. (…)

Colleen Fernandes: Ja, also, wir werden sehen, ob das funktioniert. Was ist denn da so die These des Buches?

Kira Müller: Also, aus Liebe zu Menschen insgesamt sollte man es versuchen, so gut wie es geht, aber es fällt schwer. (…) Ja, danke an euch da draußen fürs Zuschauen. Für eure Fragen, für die netten Kommentare, die sexistischen dafür nicht.


~ Ich bin froh, dass die Sendung von jeglichem Sexismus freigehalten wurde. ~

Sie merken es wirklich nicht. In einer der nächsten Folgen werden sie wieder fassungslos darüber sein, dass viele Männer diesem Denken nichts abgewinnen können.



3. Christian Schmidt hat Melanie Amanns Interview mit Jette Nietzard zu ihrem Männerhass genauer analysiert.



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