Donnerstag, Mai 25, 2023

Gendern ist einfach, sollte eine Studie beweisen – das ging schief

1. "Die Welt" berichtet über eine aktuelle Untersuchung zur Gendersprache (Bezahlschranke). Ein Auszug aus dem Artikel:

Ein Argument gegen Gendersprache ist, dass sie das Deutschlernen erschwert. Eine Studie sollte das jetzt widerlegen. Doch Testpersonen klagen: Formulierungen mit Genderstern könne man "gar nicht mehr lesen".

(…) 54 Probanden auf den Sprachniveaus A1, A2 und B1 wurden dazu im Rahmen der Studie Sätze mit verschiedenen Genderformen vorgelegt, die diese auf Verständlichkeit hin beurteilen sollten. Mit dem angeblich durchschlagenden Erfolg, dass "Gendern und Leichte Sprache zusammenpassen", wie in einer eigens dazu herausgegebenen Presseerklärung großspurig verkündet wird. "Texte können genderfair sein, ohne die Verständlichkeit zu erschweren", lässt sich der Studienleiter, Dr. Christopher Ebner, zitieren, in einem an unverhohlener Freude über ein erkennbar erhofftes Ergebnis nicht eben armen Text. (…) Nach Lektüre der Studie fragt man sich allerdings, von welchen Erkenntnissen hier eigentlich die Rede sein soll. Die aus den dort präsentierten Daten können es jedenfalls nicht gewesen sein.

Immerhin gibt sich der Autor reichlich Mühe, aufkommenden Missmut über gegenderte Texte bei seinen Probanden konsequent zu bagatellisieren. Unter den Teilnehmern sind auch Menschen mit Lernschwierigkeiten oder solche, die gerade Deutsch lernen. Doch sogar Probanden auf fortgeschrittenem Sprachniveau äußern bei gegebenem Sprachverständnis sehr explizit, man könne Formulierungen mit Genderstern "gar nicht mehr lesen" oder "Doppelpunkt, Stern, Querstrich" seien "alle sehr störend". Das beschreibt der Autor lapidar als "überraschend". In den weiteren Auswertungen wird nicht im Geringsten weiter darauf eingegangen.

Dass ein Proband die Meinung äußerte, mit dem generischen Maskulinum seien alle Geschlechter gleichermaßen gemeint, wird als Indiz dafür gewertet, dass ihm "das Thema nicht sehr bekannt" sei.

Für die eigentliche Auswertung wird schließlich künstlich zwischen der Verständlichkeit des Gendersterns und dessen Verwendung mit sämtlichen Folgeproblemen unterschieden. Dass Gendersprache grundsätzlich mit einem Zwang auch zu Doppelformen in Artikeln und Pronomen, also zu auch an anderer Stelle größeren Verkomplizierungen von Sätzen einhergeht, wird also künstlich in eine ganz eigene Kategorie abgeschoben. Dadurch wird das Problem mindestens teilweise unsichtbar gemacht. Denn solange man nur so tut, als gebe es diese gerade für Verständlichkeit ersichtlich störenden Notwendigkeiten gar nicht, ist das Gendern, Abrakadabra, gleich nicht mehr ganz so unverständlich – zumindest für einige der Gruppen.

Berücksichtigt man das komplette "Inklusionsprogramm", mit allen Konsequenzen, erweist sich dieses allerdings in jedem Fall als erhebliche Verständnisbarriere. Das beschworene Inklusions- erweist sich also faktisch eindeutig als Exklusionsprogramm, jedenfalls für die untersuchte Population.

Noch die studieneigene Übersichtstabelle zeigt eindeutig, dass sich von allen Ausprägungen der Gendersprache eigentlich nur Neutralisierungen durch alternative Begriffe, etwa "Lehrkräfte" statt "Lehrer", keine Verständnisprobleme für Sprachanfänger schaffen. Dass Begriffsalternativen häufig nicht zur Verfügung stehen oder recht schwülstig daherkommen wird in der Studie auch nicht weiter thematisiert.

Sogar die permanenten Doppelnennungen erwiesen sich für die Studienteilnehmer bloß als verstehbar, wenn dem eigentlichen Text Aufklärungen über deren Sinn vorangestellt wurden. Klagen über solche Formen auch in der Normalbevölkerung beziehen sich ohnehin gerade nicht auf ihre angebliche Unverständlichkeit, sondern eher darauf, dass sie immer wieder für den aktuellen Sinngehalt eines Satzes überflüssige Informationen herausstellen. So erzeugen Doppelformen bei Hörern wie Lesern leicht einen gewissen Überdruss. Hier lässt sich vielleicht der einzige Erkenntniswert der Studie verorten: dass nämlich nicht einmal grammatikkonforme Gendersprache von weniger versierten Kommunikationspartnern ohne Weiteres verstehbar ist. Das entspricht nicht ganz dem Geschmack der Auftraggeber.

Es ist schon wirklich bemerkenswert, was einem hier nicht bloß ohne jede erkennbare Scham, sondern gar im Duktus überlegener Einsicht aufgetischt werden soll: Offensichtlichkeiten werden von unverblümt voreingenommenen Sprachideologen bestritten, mit Verweis auf Ergebnisse einer eigenen Studie, die glasklar zu völlig entgegengesetzten Ergebnissen führt. Zur Verschleierung dieser die eigene Position klar widerlegenden Ergebnissen wird deren Darstellung bloß so eindringlich und raumgreifend wie plump durch allerhand identitätspolitischen Jargon, empiriefreie Parolen und subjektive Bewertungen auf Linie gebracht.

Mit seriöser Wissenschaftlichkeit, die explizit in Anspruch genommen wird für die eigene Position, hat das alles jedenfalls in etwa so viel zu tun wie eben die Logik des generischen Maskulinums mit realer Exklusion. Wie zu sprechen sei, steht für den Autor schon immer fest; von gemessenen Daten will er sich da nicht weiter irritieren lassen. Was nicht passt, wird passend gemacht. Und am Ende klebt man einfach einen großen Sticker drauf: made in Science. Vielleicht sollte man dem Autor einmal in möglichst leichter Sprache erläutern, was damit eigentlich gemeint ist.




2. In den USA wurden ein Mann und vier Frauen wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige und der Produktion von über 27.000 kinderpornographischer Aufnahmen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Unter der Kinderpornografie befanden sich Bilder und Videos, die Verkehr mit Tieren, Inzest und Fesselspiele zeigten.



3. "Frauen haben den Kampf der Geschlechter gewonnen – aber zu welchen Kosten?" fragt die kanadische National Post:

Der Krieg zwischen den Geschlechtern ist zu Ende, und statt einer kooperativen Zukunft, von der alle profitieren könnten, hat er sich eher als ein einseitiger Sieg für die weibliche Seite erwiesen. Nach Jahrtausenden von Machtkämpfen, die auf Dingen wie Biologie und sozialer Funktion beruhten, hat sich die Rolle der Frau in fortgeschrittenen Gesellschaften dramatisch ausgeweitet, was im Allgemeinen eine gute Sache ist, aber auch einige selten genannte Nachteile hat.

Der Kern des Problems liegt in der Tatsache, dass der Aufstieg der Frauen mit dem Abstieg der Männer einherzugehen scheint. Dies schränkt die Möglichkeiten ein, stabile Familien zu gründen oder sogar einen anständigen Partner zu finden. Richard Reeves von der Brookings Institution hat herausgefunden, dass bis zu einem Drittel des Rückgangs der Heiratsraten darauf zurückzuführen ist, dass Frauen keine Partner finden, die sie als stabil, intelligent, gut verdienend oder anderweitig ihren Vorstellungen entsprechend ansehen.

Die Kluft zwischen den Geschlechtern ist zum großen Teil auf die Verschiebung des Bildungsniveaus zurückzuführen. In den Vereinigten Staaten erwerben Frauen inzwischen fast 60 Prozent der Bachelor-Abschlüsse. In Kanada machen sie seit mindestens einem Jahrzehnt die meisten Hochschulabsolventen aus.

Zwar besteht das seit langem bestehende Lohngefälle zwischen Männern und Frauen nach wie vor, doch machen Frauen sowohl in Kanada als auch in den USA Fortschritte auf dem Weg in die Spitzenpositionen. 2020 und 2021 werden Frauen die Mehrheit aller neuen Unternehmen in den USA gründen. Männer verdienen immer noch mehr, aber bei den jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 24 Jahren hat sich der Einkommensunterschied auf nur noch 43 US-Dollar (58 kanadische Dollar) pro Woche verringert.

Die größte Kluft findet sich in der Arbeiterklasse. Viele Arbeitnehmer, vor allem diejenigen, deren Arbeit mit körperlicher Arbeit verbunden ist, sehen sich einem extremen Druck ausgesetzt, der sowohl von ausländischer Konkurrenz als auch von gesetzlichen Beschränkungen ausgeht. Dem Demographen Nicholas Eberstadt zufolge liegen die Beschäftigungsquoten bei Männern heute auf dem Niveau der "Depressionszeit". Wie Reeves feststellt, werden Männer zunehmend "zurückgelassen", von psychischen Störungen und einem Mangel an Freunden geplagt und bleiben der Wirtschaft fern.

Einige Feministinnen mögen diesen Rückgang feiern, aber für Frauen verheißt er nichts Gutes, zumindest außerhalb des Arbeitsmarktes. In vielen Bereichen, wie z. B. bei Selbstverletzungen und Depressionen, leiden Teenager-Mädchen laut dem Psychologen Jonathan Haidt im Allgemeinen mehr als Männer, während der Prozentsatz derer, die über Selbstmord nachgedacht haben, stark angestiegen ist. Diese Trends sind nicht nur in den USA, sondern auch in anderen westlichen Ländern, einschließlich Kanada, zu beobachten.

Noch wichtiger ist, dass diese Kluft den Weg zum Familienleben versperrt. In der Vergangenheit bestand die Wahl oft zwischen der Karriere des Mannes und der seiner Ehefrau. Jetzt, wo so viele Männer auf der Strecke bleiben, haben mehr Frauen keine andere Wahl, als für sich selbst zu sorgen. Diese Situation ist für einige Minderheitengemeinschaften, vor allem Afroamerikaner, besonders gravierend, da hier das Leistungsgefälle zwischen Männern und Frauen besonders groß ist, wie Eberstadt und Reeves betonen.

Die Tugenden der Ehe werden oft abgetan, sind aber laut einer aktuellen Harvard-Studie nach wie vor entscheidend für eine bessere körperliche und geistige Gesundheit von Frauen. Das derzeitige Problem der psychischen Gesundheit von Frauen scheint besonders bei progressiven Frauen akut zu sein, die weitaus seltener verheiratet sind, Kinder haben oder zur Kirche gehen - alles traditionelle Quellen des Trostes.

Auch für Kinder ist es eindeutig besser, wenn sie Väter an ihrer Seite haben. "Die Nähe zu den Vätern", so die Autorin Jennifer Breheny Wallace, führt laut neueren Studien zu weniger Ängsten, Gewichtsproblemen und "weniger Depressionssymptomen bei Jungen und Mädchen".

Die wachsende Kluft zwischen Männern und Frauen zeigt sich auch in Bezug auf die sexuelle Aktivität. Die technikaffinen Kinder von heute haben eindeutig Probleme, eine Beziehung zum anderen Geschlecht aufzubauen, ein Phänomen, das zum Teil auf ihr Eintauchen in die sozialen Medien und den leichten Zugang zu Internetpornos zurückzuführen ist.

In den USA, Finnland, Schweden, Dänemark, Japan, China und dem Vereinigten Königreich erleben junge Menschen eine "sexuelle Rezession". Der Anteil der sexuell aktiven Amerikaner befindet sich auf einem 30-Jahres-Tief. Rund 30 Prozent der jungen Männer gaben 2019 an, im vergangenen Jahr keinen Sex gehabt zu haben, verglichen mit rund 20 Prozent der jungen Frauen.

Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, wird in naher Zukunft jede vierte Frau kinderlos sein, so der Analyst Lyman Stone. Viele von ihnen werden sich dem Rentenalter nähern und keine unmittelbare Familie haben. Verheiratete Frauen schneiden auch beruflich und wirtschaftlich weitaus besser ab, stellt Brookings fest.

(…) Mit der Zeit werden diese Veränderungen wahrscheinlich auch einen bereits dramatischen Rückgang der Geburtenraten beschleunigen, wie er derzeit in Ländern wie Japan und Südkorea zu beobachten ist, wo das Verhältnis zwischen Männern und Frauen besonders schlecht zu sein scheint. In Amerika sind die Geburtenraten seit Jahren rückläufig, während Kanadas Fruchtbarkeitsrate im Jahr 2020 mit 1,4 Kindern pro Frau ein Rekordtief erreicht. In Kanada wird der Abhängigkeitsquotient - das Verhältnis der über 65-Jährigen zu den 15- bis 64-Jährigen - in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich um über 20 Prozent steigen.

Letztlich deutet dies auf eine sehr dystopische Zukunft hin, in der nur die ältere Bevölkerung wächst, während Kinder und Familien seltener werden und mehr Stress haben. Dies bedeutet kein feministisches Paradies, sondern eine dysfunktionale Gesellschaft, in der sich Männer und Frauen zunehmend gleichgültig gegenüberstehen oder sogar zerstritten sind. Die Magie, die die Gesellschaft - wenn auch oft auf fehlerhafte Weise - angetrieben hat, wie romantische Liebe, Gemeinschaft und Familie, geht verloren, was weder für die Gesellschaft noch für beide Geschlechter gut ist.




4. Feedback: Nachdem Genderama die Attacken der Komikerin Carolin Kebekus auf die Männerbewegung verlinkte, entspann sich dazu eine Diskussion in Christian Schmidts Blog "Alles Evolution". Zwei Kommentare möchte ich gerne (leicht gekürzt) zitieren.

"Crumar" befindet hierzu:

Wie viele Sendeminuten wurden Vertretern männerrechtlicher Positionen – ungeachtet der Positionierung – bisher im ÖRR eingeräumt? D.h. die Vertreter werden in die Lage versetzt, eigenständig ihre Position (unverfälscht) darzustellen. Können wir uns auf Null einigen?

Bisher hat die feministische Seite ihre (mediale) Hegemonie nicht nur dazu genutzt, jede abweichende Haltung zu verdrängen, jede Kritik an der feministischen Ideologie als "frauenfeindlich" zu labeln, sondern nimmt auch für sich in Anspruch, "authentisch" über Männerrechtler/die manosphere zu "informieren".

"Informieren" meint hier, ein Label zu verteilen, für die die feministisch unterwanderte Wikipedia beispielhaft ist: "Gemein ist der Manosphere eine frauenfeindliche Einstellung, von relativ mildem Sexismus bis extremem Hass."

Es geht nicht um "extreme Männerrechtler", sondern allein die Teilnahme an der Manosphere (oder was von feministischer Seite dafür gehalten wird) reicht für die Unterstellung einer "frauenfeindlichen Einstellung" aus.

Diese Unterstellungen haben das Ziel, die gesamte Bewegung zu diskreditieren, indem sie per Generalverdacht in einem "frame" ("Frauenfeindlichkeit") untergebracht werden.

(…) Da Feminismus gelebte Doppelmoral ist, ist eine Abgrenzung von "extremen Feministinnen" (#kill all men usw. usf.) weder erforderlich, noch überhaupt zulässig. Im Gegenteil, jeder Männerhass in Bild, Ton und Schrift wird geradezu bejubelt und kann sich sicher sein, immer eine mediale Plattform zu erhalten. Eine von uns geschriebene Satire-Show: "Wie 'Feministinnen' im Internet ihre Männerverachtung ausleben" wird es aber nicht geben.

(…) Real werden solche "extremen Männerrechtler" benutzt, um die "normalen Männerrechtler" weiterhin auszusperren, von deren Existenz und deren authentischen Positionen das Publikum keine Ahnung haben soll. Feministinnen benutzten ihre Macht, um damit ihre Hegemonie aufrecht zu erhalten – was sie Männern vorwerfen, ist blanke Projektion (wie immer).


"Billy Coen" merkt folgendes zu dem an, was Kebekus offenbar für Satire hält (obwohl sie komplett witzlos ist):

Ich kann sehr, sehr gut über mich lachen. Ich bin bei meinen Mitmenschen sogar ausdrücklich für meine ausgeprägte Selbstironie bekannt. Ich könnte entsprechend auch sehr gut über mich als Mann lachen, wie auch über mich als weltanschaulich der Männerrechtsbewegung Nahestehender.

ICH KÖNNTE!!!

Wenn es nicht nur darauf hinausliefe, dass man irgendwie immer nur von MIR verlangt zu lachen. Männer sind doof! Kicher! Männer sind Schweine! Haha! Weiße Männer unterdrücken Frauen und überhaupt alle nichtweißen Menschen auf diesem Planeten! Brüllend auf dem Boden roll vor Lachen!

Die hierzulande als "Eine Schrecklich Nette Familie" bekannte Sitcom war sicherlich nicht unbedingt ein Höhepunkt humoristischen Feinsinns. Aber ich sehe die sehr vielen Witze, die auf Geschlechterstereotype abzielten, als weit besser, als den diesbezüglichen Schrott, den wir heutzutage so aufgetischt bekommen, denn die Witze waren fair. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Charaktere bekamen ihr Fett weg. Es gab mit Marcy sogar eine Frau, die nicht selten dezidiert feministisch unterwegs war und sie wurde – man kann es aus heutiger Sicht kaum glauben – gerade in diesem Kontext als ziemlich unsympathisch dargestellt.

Diese ganze Darstellung von männlichen wie weiblichen Stereotypen funktionierte aber auch, abseits der Ausgeglichenheit, weil das gesellschaftliche Klima diesen Humor nicht derart vergiftete. Es ist ja nicht nur, dass der heutzutage massiv einseitige "Humor" allgemein schlecht, konstruiert ist und immerzu wirkt, wie Aschermittwoch in der Sowjetunion, sondern es schwingt immer die Kenntnis mit: die meinen das eigentlich gar nicht im Spaß. Das alles ist als (miese) Witze getarnte Hetze, welche aus tiefster Überzeugung stammt. Das, was die dort raushauen ist eins zu eins wirklich ihr Welt- und Männerbild. Sie präsentieren ihre Hetze immer nur getarnt als "Humor", um am Ende des Tages immer noch den Notausgang zu haben: "Ist doch alles nur Spaß, nur Satire! Verstehste mal wieder nicht, du Depp, hä?!".

Und es ist klar: Eine Show, die auch nur in annähernd vergleichbarer Weise gegen Feministinnen austeilen würde, ist im derzeitigen Klima vollends undenkbar. Die Redaktionsgebäude des jeweiligen Senders würden brennen und die Verantwortlichen wären beruflich und sozial erledigt.

Und dabei muss man mal die Verhältnisse durchleuchten. Wie oft hatte Arne z. B. in der jüngeren Vergangenheit Berichte geteilt über feministische Gruppen, die WIRKLICH radikale, teils kriminelle bis terroristische Aktionen durchgezogen haben. Arne merkte dazu stet berechtigt an, warum es mainstreammedial eigentlich immer die "Makulinisten" sind, denen man immer solches Verhalten vorwirft, ohne auch nur ein Beispiel parat zu haben. Und natürlich, was wohl hier wochenlang los wäre in Tagesschau und etwaigen Talkrunden, würde tatsächlich mal eine erklärt männerrechtliche Gruppierung etwas Vergleichbares oder auch nur annähernd in die Richtung Gehendes abziehen.

Dieses Bedürfnis, ständig Männer und deren übelste Ausgeburt, die Männerrechtler, als böse, unterdrückerisch, als frauenhassend darzustellen, dürfte tatsächlich dabei ein regelrechtes Lehrbuchbeispiel für Abspaltung und Projektion sein. Unterbewusst spüren sie, wie Scheiße sie selber sind. Das kollidiert aber massiv mit ihrem Selbstbild als "die Guten". Deshalb muss man Männern bzw. Männerrechtlern permanent das unterstellen, was man selber tut. Dass dies nur unter völliger Ausblendung jeglicher Lebenswirklichkeit funktioniert, ist dabei ausschließlich Feature statt Bug. Während also Hashtags wie #KillAllMen oder #MenAreTrash trenden, diese Positionen stützende Kommentare oder Interviews in bundesweiten Medien kritiklos verbreitet werden, dass sich überhaupt Journalisten, Politiker, Professoren massiv männerfeindlich äußern können, ohne auch nur die geringste Furcht vor persönlichen Konsequenzen haben zu müssen, werden als "Beweise" dafür, dass Männer und vor allem Männerrechtler viel schlimmer sind, irgendwelche Kommentare von Troll08/15 aus den Tiefen sozialer Medien gefischt. Und das wird dann genutzt, um den eigenen Hass, die eigene Hetze, welche man über die reichweitenstärksten zur Verfügung stehenden Medien in die Welt pumpt, als reine und dann auch noch "subversive" Gegenreaktion zu inszenieren. Es kann gar nicht mehr schmerzbefreiter werden …

Die ganze Sache ist maximal asynchron und darum sehe ich es definitiv nicht so, dass man(n) da mal drüber lachen können sollte. Mann sollte da wirklich mal Rückgrat haben und seine stoische "Alles-ertragen"-Haltung ablegen und stattdessen sehr deutlich sagen: "Nein, das, was ihr da erzählt, was ihr da tut, ist falsch, bösartig und einfach nur verachtungswürdig!" Denn wie weit sollen die es denn noch treiben? Wehret den Anfängen ist nicht möglich, denn die Anfänge liegen schon in ferner Vergangenheit. Die Art und Weise, wie heutzutage ganz öffentlich und in völliger Selbstverständlichkeit mit (vor allem weißen, heterosexuellen) Männern umgegangen werden kann und wird, sucht ihresgleichen und darf nicht einfach weggelacht werden.




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