Mittwoch, Februar 17, 2021

Neue Zürcher Zeitung: "Die Instrumente der neuen Frauenbewegung sind Angriffe auf die Freiheit" – News vom 17. Februar 2021

1.
Die Gleichberechtigung ist erreicht, ja man könnte sagen, sie ist übererfüllt. Heute machen in der Schweiz mehr Frauen als Männer die Matura. Das Gleichstellungsgesetz erlaubt die positive Diskriminierung am Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass eine Frau bei gleicher Qualifikation gegenüber einem Mann bevorzugt werden darf, wenn das der Gleichstellung dient. Selbstauferlegte Frauenquoten gibt es zuhauf - in Wirtschaft, Kultur, Medien, Staat und Politik. Die Gender-Studies boomen, und kaum ein Bereich des Staates ist in den letzten Jahrzehnten derart ausgebaut worden wie die Familienpolitik.

Doch wer glaubte, damit würde Versöhnung einkehren, hat sich getäuscht. Der Ton wird im Gegenteil seit Jahren ideologischer und klassenkämpferischer. Die moderne Frauenpolitik ist bis tief in bürgerliche Kreise hinein von linken Vorstellungen dominiert. Die einstige Freiheitsbewegung ist dadurch zu einem steten Quell für neue Vorschriften und Zwänge geworden. Nicht mehr Selbstbestimmung, Freiheit und Eigenverantwortung sind heute die Leitmotive dieser Bewegung, sondern Quotendenken, Überwachung und staatliche Förderung.

(…) Ob Quotenregelungen, Lohnpolizei oder Gendersprache – all diese Instrumente der neuen Frauenbewegung sind Angriffe auf die Freiheit. Hier soll eine Gesellschaft mit "Soft Power" und Hypermoral im Sinne eines ideologischen Planziels umgeformt werden. Das Narrativ der ewig unterdrückten Frau wird als Dogma systematisch in die Köpfe eingeimpft, was auf Kosten der Urteilskraft und des selbständigen Denkens geht.


Hier findet man den vollständigen Artikel von Claudia Wirz.



2. Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, in ihrem eigentlichen Ressort (Digitalisierung) eher glücklos, springt auf die Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL und fordert eine gezielte Erfassung frauenfeindlicher Straftaten. Ihr Parteikollege, der Professor für Strafrecht Holm Putzke, erklärt knapp, was davon zu halten ist:

Hass gegenüber jedermann vergiftet das soziale Miteinander und kann Nährboden sein für Gewalt. Wer Hass bei manchen Gruppen für gewichtiger erklärt, relativiert Hass gegenüber anderen.




3. Der Rufmord gegen das Forum Soziale Inklusion wird von unseren Leitmedien fleißig weitergetragen. Beängstigend ist, dass unsere Leitmedien inzwischen dazu übergegangen sind, unsere Regierung, wenn es gegen unliebsame NGOs geht, nach Kräften zu stützen, statt sie kritisch zu überwachen. Wer aus der Reihe tanzt, wird einen Kopf kürzer gemacht.

Dieser Versuch, möglichst alles und jeden niederzutrampeln, der sich auch für Männer einsetzt, zeigt aber auch: Das Argument "Frauenfeindlichkeit" ist nur vorgeschoben. Mit Institutionen, deren "Frauenhass" sich darin erschöpft, die Entscheidungen einer Ministerin zu kritisieren, wird ebenso unterirdisch umgesprungen wie mit Menschen, die Aggressionen äußern. Es ist das Engagement für Männer, das vielen im deutschen Polit-Establishment wirklich ein Dorn im Auge ist.

Christian Schmidt kommentiert die Misere:

Man stelle sich einmal vor, wenn einer unter intersektionalen Feministen anerkannten Gruppe die Gelder gestrichen worden wären. Ich denke mal, es wäre im Netz deutlich mehr losgewesen, und diverse feministische Autoren hätten Artikel dazu im Netz gehabt.

So sind auch Artikel im Netz, aber solche, die es als Sieg gegen den Antifeminismus feiern.

Das soll erst einmal nicht die Arbeit des FSI schmälern, die es immerhin geschafft haben, dass Politiker sie überhaupt wahrgenommen haben und Fördergelder durchgeboxt haben. Das ist schon erstaunlich und sehr begrüssenswert.

Aber es gelingt eben nicht, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen, auch wenn im Spiegel-Forum durchaus erfreuliche Kommentare stehen.

Es fehlt der Journalist, der klarstellt, dass hier Verleumdungen stattfinden. Es fehlt der "Shitstorm", der dem Ministerium deutlich macht, dass da eine Vielzahl von Leuten hinterstehen.

Das FSI ist sogar bei Twitter, mit 100 Followern und zwei Leuten, denen es folgt.

Natürlich kann auch das taktisch richtig sein, denn ein zu breiter Followerkreis kann auch gleich wieder dazu anregen, diesen auf "Personen non grata" zu durchsuchen. Aber wenn dort 2000 oder besser 20.000 Follower wehren, die präsent wären, wäre es natürlich schön. Aber damit ist anderseits wohl kaum zu rechnen.

Ich hatte schon kurz überlegt, ob man schauen könnte, welche Politiker sich für die Vergabe stark gemacht haben, um die zu aktivieren, aber wer bin ich dann wieder, um sie in die Öffentlichkeit zu ziehen und Solidarität zu verlangen, wenn sie sich dann vielleicht das nächste Mal zweimal überlegen, ob das eine gute Sache war?

In eine Fernsehshow zu kommen wäre vielleicht interessant, vielleicht "Hart aber fair" oder etwas in der Art, aber das wird vermutlich auch schwierig.

Zuletzt wäre eine Klage interessant. Wenn FSI das machen wollte könnte man über irgendwelche Fundingseiten vielleicht eine Aktion starten, damit sie das Geld für die Anwaltskosten haben.


Laut einer Studie des Frauenministeriums selbst äußern vor allem junge Männer (68 %; besonders stark 26 %) den Wunsch nach einer offensiveren, differenzierten und systematischen Gleichstellungspolitik für Männer. Dieser Wunsch schlägt sich bislang allerdings nicht in entsprechendem politischen Engagement nieder. Die wenigen, die sich tatsächlich engagieren, können mit Leichtigkeit als Unholde verleumdet werden. Wenn dann aber dem einen oder anderen über diesen Umgang mit Menschen der Kragen passt, wird das selbstverständlich wieder als Beleg für "toxische Männlichkeit" gewertet. Berechtigten Zorn haben nur Frauen und niemals Männer.



4.
Die Regierung in London hat eine Initiative für die Garantie der Meinungsfreiheit an Hochschulen angekündigt. Ein "Verfechter der freien Rede" soll Wissenschaftler mit unpopulären Ansichten vor Versuchen schützen, sie zum Schweigen zu bringen.


"Die Welt" berichtet.

Was ist eigentlich mit einer Gesellschaft passiert, damit an ihren Universitäten Redefreiheit erst durch spezielle Aufseher ermöglicht werden kann?



5. Das "Männerhormon" Testosteron erweist sich einmal mehr als weit weniger toxisch, als viele behaupten:

Wichtige gesellschaftliche Veränderungen beginnen oft mit einigen wenigen Individuen, die neue, unpopuläre Meinungen vertreten. Das Vertreten solcher Minderheitenpositionen läuft jedoch vielen psychosozialen Tendenzen im Menschen zuwider, die uns dazu bringen, "mit dem Strom zu schwimmen" und die von der Mehrheit vertretenen Ansichten zu übernehmen oder zu verteidigen.

Ein Grund dafür ist, dass Minderheitenpositionen sozial riskanter sind (und als solche wahrgenommen werden). Die Belohnung dafür, "der Einzige zu sein, der es besser wusste", ist beträchtlich, aber wenn sich die eigene Position als falsch herausstellt, erscheint sie umso dümmer, da "alle anderen es besser wussten". Mehrheitspositionen hingegen bergen ein geringes soziales Risiko: ob richtig oder falsch, man fällt nicht auf.

Um besser zu verstehen, was bestimmte Individuen dazu bringt, trotz der sozialen Risiken Minderheitenpositionen einzunehmen, haben Forscher der Universität Hildesheim in Deutschland die Rolle von Testosteron als "soziales Hormon" bei der Positionsübernahme untersucht.

Für ihre neue Studie, die in der Fachzeitschrift Social Psychological and Personality Science veröffentlicht wurde, wurden 250 Erwachsene (160 Frauen, 90 Männer) rekrutiert, die angeblich die Rolle der Hormone bei der Textverarbeitung untersuchen sollten. In Wirklichkeit wurde den Probanden eine überzeugende Botschaft präsentiert, z. B. über die Vorteile eines neuen Bauprojekts, und dann gesagt, dass entweder 15 % oder 85 % der lokalen Bevölkerung dafür seien.

Die Forscher entschieden sich, den basalen Testosteronspiegel (BT) zu untersuchen, der mit Risikobereitschaft, aber auch mit allgemeiner Immunität gegenüber sozialem Einfluss in Verbindung gebracht wurde. Während die Forscher erwarteten, dass ein hoher BT eine größere Tendenz zur Übernahme von Minderheitenpositionen im Vergleich zu Personen mit durchschnittlichem oder niedrigem BT vorhersagen würde, war es zu Beginn der Studie unklar, welcher der beiden Effekte von Testosteron (Risikobereitschaft oder Missachtung sozialer Faktoren) die Beziehung vermittelt.

Wie erwartet, zeigen die Ergebnisse, dass Personen mit hohem BT eher Minderheitenpositionen einnehmen als Personen mit niedrigem BT. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass Individuen mit hohem BT die Risiken, die mit einer Minderheitenposition verbunden sind, erkennen (anstatt sie zu ignorieren) und sich trotzdem für sie entscheiden - sozusagen die sozialen Würfel mutig rollen lassen.

Wenn Individuen mit hohem BT die sozialen Aspekte der Entscheidung einfach ignorieren würden, sollten sie nicht mehr oder weniger geneigt sein, der Mehrheitsposition zuzustimmen als ihre Pendants mit niedrigem BT. Dies war jedoch nicht der Fall - es gab einen klaren Zusammenhang zwischen einem hohen BT und einer höheren Wahrscheinlichkeit, eine Minderheitenposition einzunehmen als Personen mit niedrigem BT.

Die Bedeutung von Minderheitenpositionen für den gesellschaftlichen Wandel kann kaum überschätzt werden. Die Umwälzung des Status quo ist es, was zu sozialem (und politischem, finanziellem, sogar wissenschaftlichem) Wandel führt. Obwohl die vorliegende Studie nur als Voruntersuchung dient - zukünftige Forscher werden, wie die Autoren anmerken, die Risikowahrnehmung direkt messen und/oder den Testosteronspiegel manipulieren wollen - liefert sie dennoch wichtige Hinweise auf die Rolle von Testosteron (und Individuen als Katalysator für sozialen Wandel).


Offenbar verfügen wir Männerrechtler einfach nur über einen besonders hohen Testosteronspiegel, der uns mutig genug macht, soziale Veränderungen anzustoßen und uns sämtlichen Widerständen entgegen zu stellen.

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