Freitag, August 11, 2023

Toxische Weiblichkeit: Klima-Aktivistin ersticht ihren Verlobten auf offener Straße

1.
Eine Aktivistin der Gruppe "Extinction Rebellion", die davon träumt, Menschenrechtsanwältin zu werden, wurde gestern wegen der Ermordung ihres Verlobten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Während eines häuslichen Streits war Lily Wallace, 28, die zu diesem Zeitpunkt schwanger war, Samuel Mayo, 34, auf die Straße in der Nähe ihrer Londoner Wohnung gefolgt und hatte ihn erstochen.

Zeugen hörten seine letzten, verzweifelten Worte, als er wiederholt rief: "Bitte Blaze. Ich liebe dich, bitte Blaze".

Samuel erlitt am 18. Juli letzten Jahres in der Lower Richmond Road in Mortlake eine tödliche vier Zentimeter lange Wunde. Er verblutete gegen 21.45 Uhr, während er Autofahrer und Passanten anflehte, einen Krankenwagen zu rufen.

Der Kingston-upon-Thames Crown Court verurteilte Wallace nach dem dreiwöchigen Prozess einstimmig wegen Mordes und Besitzes einer Angriffswaffe. Sie wird eine Mindeststrafe von vierundzwanzig Jahren verbüßen.

Richter Rajeev Shetty sagte zu Wallace, die ein schwarzes Sweatshirt von Casper The Friendly Ghost trug und ihr Haar zu einem Zopf geflochten hatte: "Sie haben ihm einmal in die Brust gestochen. Sie haben mit ausreichender Kraft in einem nach unten gerichteten Winkel auf ihn eingestochen, so dass das Messer durch seinen Brustkorbknorpel und in sein Herz drang. Er schrie um Hilfe und verlor zu diesem Zeitpunkt eine Menge Blut. Im Gegensatz zu den Menschen, die versuchten, ihm zu helfen, taten Sie nichts und verließen den Tatort, ließen ihn sterben und zeigten keinerlei Reue darüber, dass Sie ihm in die Brust gestochen hatten. Er hatte ein Leben, das wie das Ihre von schwerem Drogenkonsum geprägt war, aber trotzdem war er bei seiner Familie sehr beliebt und in der Gegend bekannt. Es war eine unbeständige Beziehung, und er war Ihnen gegenüber gewalttätig, und Zeugen sagten aus, dass sich die Auseinandersetzungen auf der Straße und zu Hause, bei denen Sie auch der Aggressor waren, wie ein roter Faden durchzogen."


Die Daily Mail berichtet.



2. Ein Artikel der "Welt" schildert einen Aufstand von LKW-Fahrern gegen die Praktiken ihres Arbeitgebers und kommt dabei auch auf die Situation in diesem Beruf generell zu sprechen:

Eigentlich wollten sie als Lkw-Fahrer in der EU ordentlich verdienen: Doch jetzt protestieren Hunderte Trucker aus Usbekistan und anderen Ländern an der A 5, um überhaupt einen überfälligen Hungerlohn zu bekommen. Ihre Verzweiflung rückt dubiose Geschäftspraktiken in der Speditionsbranche in den Fokus.

Neun Usbeken sitzen auf Metallplanken um einen improvisierten Esstisch in einem blaubeplanten Lkw-Anhänger: Es gibt Shorba, usbekisch für Suppe: Die Männer löffeln bedächtig, lutschen kleinste Fleischreste von den Knochen, die darin schwimmen. Sie sind angewiesen auf Essensspenden, einen Gast lassen sie trotzdem nicht vom Tisch, ohne dass er vorher mindestens eine zweite Portion Suppe verspeist hat.

(…) Mehr als 140 blaue Trucks stehen links und rechts der Autobahn, 40 von ihnen auf der Raststätte Gräfenhausen Ost. Ihre Fahrer sind überwiegend Usbeken und Georgier, dazu einige Kasachen und Tadschiken. Das Raststättengelände ist ein Labyrinth aus Lkw, schmale Gänge führen an wummernden Motoren vorbei zu offenen Lade-Luken, hinter denen mehr Männer an mehr improvisierten Bänken sitzen. Drängt sich ein weiterer Lkw auf den Rastplatz, beginnt das große Rangieren: Männer pfeifen und winken, die Labyrinth-Schluchten zwischen den schwarzen Reifen verengen sich.

(…) Wie lange wollen sie nun ausharren? Für sie geht es um viel Geld, in Usbekistan liegt das Monatseinkommen pro Kopf im Schnitt umgerechnet bei 120 Euro. 2000 Euro schulde [sein Arbeitgeber] Mazur ihm, sagt Homidov, der erst seit sechs Monaten Lkw-Fahrer ist. Damit schulde die Firma ihm genauso viel, wie sie ihm bislang überhaupt ausgezahlt habe: 2000 Euro. Das bedeutet: "Ich kann meiner Familie im Moment kein Geld schicken", sagt Homidov, seine noch zarten Hände zeigen erste Schwielen unterhalb der Finger.

2000 Euro nach sechs Monaten Arbeit. Was unfassbar klingt, habe System bei Mazur: "Er betrügt seine Fahrer auch noch um den Dumpinglohn", sagt Anton Stortchilov. Der 37-Jährige ist Teil einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer vor Ort, er hilft als Russisch-Übersetzer. "Das System ist grundsätzlich merkwürdig. Die Fahrer hier bekommen eigentlich Tagessätze von 80 Euro", sagt er. "Mit ohne Ende Vertragsstrafen" hole Mazur am Ende aber viel Geld wieder rein.

(…) Ein Dossier der DGB-Initiative "Faire Mobilität" beschreibt Menschen wie Homidov oder Akramov als unterste Kaste einer dreigliedrigen Kraftfahrerhierarchie: Drittstaatler mit Anstellung in einem Ost-EU-Staat, die häufig am Ende einer langen Kette von Subunternehmen stehen, die sie fernhalten von den Errungenschaften des EU-Arbeitsrechts.

Verbreitetes Missbrauchsverhalten laut Dossier: Krankheitszeiten werden als unbezahlter Urlaub behandelt; unbezahlte Überstunden werden erzwungen; Fahrer sind angehalten, die Behörden über Lenk- und Ruhezeiten zu täuschen und etwaige Strafen selbst zu bezahlen.

(…) Männer wie Akramov halten Deutschland am Leben: Über 70 Prozent des Warenverkehrs werden hierzulande über Lkw abgewickelt. Und Zentralasien ist Heimat von Millionen solcher Männer, für die europäische Hungerlöhne ein Vermögen bedeuten. Akramov sagt, er habe in den 90ern Politikwissenschaften studiert und sei bis vor wenigen Jahren im Staatsdienst gewesen, für 200 bis 250 Euro monatlich.

Zu Hause habe er eine Frau, drei Kinder, zwei von ihnen mit Ehepartnern, auch schon drei Enkelkinder; sie alle verdienen in ihrer Heimat so wie er früher sehr wenig, mit dem Geld aus Europa wollte er sie unterstützen. Dass er viel weniger verdiene als Deutsche, die das gleiche tun wie er, scheint ihm nicht so wichtig.

"Ich habe keine Angst vor harter Arbeit", sagt Akramov auf mehrmalige Nachfrage. Wichtiger ist ihm, "den deutschen Menschen" zu danken, die ihn und seine Kollegen auf der Raststätte unterstützen. Er meint zum Beispiel den 70-jährigen Dietmar Treber von "Essen für alle", der an diesem Tag eine Ladung gespendeter Lebensmittel mitbringt. "Es geht darum, dass die erst mal überleben können", sagt Treber.


Dass Männer für ihre Arbeit gewürdigt, statt als patriarchale Unterdrücker phantasiert werden, bleibt in unseren Leitmedien leider ein Ausnahmefall.



3. Wie das Berliner Oberverwaltungsgericht jetzt bestätigte, hat die Empfängerin einer Samenspende keinen Anspruch auf Unterhalt. Ich finde es schon kurios, dass manche Frauen sich überhaupt einbilden, einen solchen Anspruch zu haben.



4. Der FOCUS beschäftigt sich damit, wie der "Barbie"-Kinofilm zum Ende von Partnerschaften führt. Ein Auszug:

"[Mein Freund] hat mir gesagt, dass er von dem Film wirklich beleidigt war." Sie habe gehofft, Barbie würde ihm die Realität vor Augen führen. "Vielleicht war es längst überfällig, aber das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich war es leid, mit seiner Einstellung und Respektlosigkeit umzugehen, und war vielleicht auch von dieser Mädchen-Power-Euphorie erfasst. Also habe ich ihm gesagt, dass es vorbei ist."


Ich kann mir eine Unterhaltung der beiden gut vorstellen.

Sie: "Nie sprichst du über deine Gefühle. Ständig frisst du alles nur in dich hinein. Das ist toxische Männlichkeit und muss endlich aufhören!"

Er: "Also gut … Ich bin von dem Männerbild in diesem 'Barbie'-Streifen wirklich verletzt …"

Sie: "Aber doch nicht SOLCHE Gefühle! Spinnst du!? Ich meine Gefühle, die mir in den Kram passen! Jetzt langt's, ich mach Schluss! Frauenpower, yay!"



5. Die HR2-Radiosendung "Der Tag" betrieb diese Woche mal wieder fünfzig Minuten Männerbashing vom Feinsten:

Im Netz tummeln sich immer mehr Antifeminismus-Influencer. Life-Coaches und Männer-Bootcamps zeigen, was „wahre“ Männlichkeit bedeutet und was Frauen (angeblich) wirklich wollen. Trotz Feminismus, Debatten über „toxische Männlichkeit“ und MeToo-Bewegung: Der Macho ist zurück! Ist das Patriarchat wirklich unerschüttert?


Die durchgehend reaktionäre Sendung hakt die in diesem Format gewohnten Versatzstücke ab – "Manosphere", "Antifeminismus", "antigenderistische Diskurse", "Incels", "radikale Männerrechtsgruppen" – und setzt zwischen die Beiträgen Songs vergangener Jahrzehnte wie "Männer sind Schweine" und "Neue Männer braucht das Land". Häusliche Gewalt wird auf Gewalt gegen Frauen reduziert. Auch die Interviewpartner sind wenig überraschend: Sie erstrecken sich von Markus Theunert bis zu Judith Rahner (Leiterin der Meldestelle Antifeminismus bei der Amadeu-Antonio-Stiftung), die erklärt, dass "es problematisch ist, wenn man die Hälfte der Bevölkerung herabqualifiziert". Einmal mehr wird die HR-Talkshow ihrem Motto "Ein Thema, viele Perspektiven" nicht gerecht. Gezeigt wird eine einzige Perspektive, aber davon sehr viel.

Kai Gniffke, Vorsitzender der ARD, erklärte gestern übrigens mit bedeutungsschwerer Stimme:

"Am wichtigsten aber: Wir jubeln Ihnen keine Meinung unter - weder offen noch zwischen den Zeilen. Wir wollen informieren, nicht missionieren."

Ich kann bis heute nicht sagen, ob diese Leute komplett betriebsblind sind oder ob sie einfach Spaß daran haben, uns Gebührenzahler hemmungslos zu verarschen.



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