Donnerstag, August 03, 2023

"Bananen aus Vaginas essen": Sängerin Lizzo wegen sexueller Belästigung verklagt

1.
Die US-Sängerin Lizzo wird von ihren Fans als Vorbild in den Bereichen Diversität und Body Positivity gefeiert. Privat soll die Künstlerin jedoch ein anderer Mensch sein. Tänzerinnen sprechen von Mobbing, Rassismus und sexueller Belästigung.

Drei Frauen, die ehemals als Tänzerinnen für Lizzo gearbeitet haben, haben in Los Angeles eine Klage gegen die Sängerin, ihre Firma Big Grrrl Big Touring, Inc. und die Leiterin ihres Tanzteams, Shirlene Quigley, eingereicht. Die Frauen werfen der 35-Jährigen nach übereinstimmenden US-Berichten sexuelle Belästigung und das Schaffen einer toxischen Arbeitsumgebung vor, wie etwa das Branchenmagazin "Variety" schreibt, das die Klage einsehen konnte. Außerdem soll es zu religiösen und rassistischen Beleidigungen sowie Diskriminierung aufgrund von Übergewicht gekommen sein. Die Sängerin und ihr Team haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Lizzo habe demnach im Rotlichtviertel von Amsterdam angeblich Mitglieder des Teams dazu aufgefordert, während einer Sexshow nackte Tänzerinnen anzufassen. Sie habe eine der Klägerinnen dazu gedrängt, die Brüste einer der Tänzerinnen des Clubs zu berühren. Lizzo habe einen Sprechgesang angestimmt, um die Klägerin anzustacheln. Jene habe drei Mal abgelehnt. Laut "Billboard" hat sie schließlich nachgegeben, damit die Sprechgesänge verstummten.

Ein anderes Mal seien die Frauen in einen Club eingeladen worden, ohne dass ihnen gesagt wurde, dass dort ein Cabaret mit nackten Performern stattfinden würde. Die ehemaligen Tänzerinnen Lizzos seien der Entscheidung beraubt worden, ob sie teilnehmen wollten. Laut "Page Six" soll Lizzo die Tänzerinnen ermutigt haben, "die nackten Stripperinnen anzufassen, die aus ihren Vaginas geschossenen Dildos aufzufangen und Bananen zu essen, die aus den Vaginas der Stripperinnen ragten".


Hier geht es weiter. Irgendetwas sagt mir, es wird zu diesem Fall keine investigative SPIEGEL-Titelgeschichte geben – genausowenig wie "Zeit"-Artikel darüber, dass sämtliche Frauen mitverantwortlich dafür sind, dass derartige "toxische Weiblichkeit" stattfinden kann.



2. Apropos "toxische Weiblichkeit": Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet über eine Lehrerin, die derart brutal zu ihren Schülern war, dass sie jetzt für zehn Jahre ins Gefängnis wandert.



3. Eine britische Lehrerin, die ihren Job verlor, nachdem sie halbnackt mit einem Schüler auf einem Rastplatz entdeckt wurde, hat eine Selbsthilfegruppe gegen die Diskriminierung von Sexualstraftätern gegründet. Dabei wird sie von der staatlichen Lotterie Großbritanniens finanziert. Ich bezweifle, dass einem männlichen Täter dasselbe gelungen wäre.



4. Der Rockstar Alice Cooper verteidigt den Rammstein-Sänger Till Lindemann: "Noch wissen wir ja nicht, was wirklich geschehen ist." Überhaupt frage er sich, "warum jemand, der doch vermutlich viele Frauen haben könnte, so vorgehen sollte." Eine Beschuldigung sei keine Verurteilung. Cooper berichtet, er sei selbst schon "völlig unfassbarer Taten bezichtigt worden", welche er "nie begangen" habe. "Aber die Menschen glauben sehr gerne alles, was man mir vorwirft", stellt Alice Cooper fest.



5. Auch der Auftritt einer Rammstein-Coverband soll nicht stattfinden dürfen - laut einem Offenen Brief an den Veranstalter, die Stadt Halle.

Verfasst wurde der Brief von der grünen Stadträtin Luna Möbius, gemeinsam mit der Besitzerin einer lokalen Buchhandlung. Mehrere Aktivisten und Mitglieder der Grünen Jugend schlossen sich der Aktion an. Sie fordern die Stadtverwaltung und den Mitteldeutschen Rundfunk dazu auf, den Gig abzusagen, um einer "Aura sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs" in Halle keine Bühne zu geben.

"Es ist taktlos, auch mit den Steuerabgaben von Opfern sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs in Halle sowohl den Auftritt der Coverband als auch indirekt Rammstein selbst für die Vorführungserlaubnis ihrer Songs zu bezahlen", heißt es weiter.

Die Stadtverwaltung erklärte unterdessen dem Portal "Halle Spektrum" gegenüber, dass die Vorwürfe gegen Lindemann und nicht gegen die Coverband erhoben wurden.


Die Grünen erstaunen mich immer wieder.



6. In einem auf Spiegel-Online veröffentlichten Leitartikel unter der kühnen Überschrift "Populismus" weist Lukas Hildebrand Kritik an den Genderstudien zurück ("das muss aufhören!") und befindet, dies sei kein Thema, das im Wahlkampf eine Rolle spielen dürfe. Kritik und Widerspruch bezeichnet Hildebrand als "Hass" und "Wut", und zwar "fernab jeder Sachlichkeit". Nicht nur Politiker, darunter "offen rechtsextreme Parteien", auch andere Prominente, "mehrheitlich Männer" würden "Öl ins Feuer gießen", um aus dem Thema Kapital zu schlagen. Dadurch werde die Geschlechterforschung an den Universitäten erheblich behindert und sei einer "massiven Bedrohung" ausgesetzt. "Wie aus einem Reflex heraus", so Hildebrand, "scheinen viele Menschen alles abzulehnen, in dem das Wort 'Gender' auftaucht." (Muss ich mir Sorgen um mein Blog machen?) Niemand verlangte von Politikern zu gendern: "Sie müssen aber auch nicht über das Gendern reden." Denn: "Ihre Jagd nach Wählerstimmen kann an Universitäten Opfer fordern."

Kurz: Gendern ist ein Thema, das einen Großteil der Bevölkerung beschäftigt, aber Politiker dürften sich ihm auf keinen Fall annehmen. Es ist sakrosankt und Kritik sollte tabuisiert werden. Inwiefern solche Kritik an der Gendersprache und den Genderstudien berechtigt sein könnte, kommt im gesamten Rant mit keiner Silbe vor.

Dazu schreibt mir mein Leser Markus Witt, der mich auf den Artikel aufmerksam machte:

Hildebrandt beklagt den Gegenwind, den Genderwissenschaften erfahren, obwohl sie doch so wertvolle Dinge für die Menschen erreicht hätten wie gendersensible Medizin oder weibliche Crashtest-Dummies: Errungenschaften, für die die Genderwissenschaften und deren Vertreter nicht wahrgenommen werden und die es dafür auch nicht gebraucht hätte. Die Vertreter der Genderwissenschaften wären arme Opfer, völlig hilflos gegenüber dem rechten und antifeministischen Mob, der nun über sie herfalle. Was er dabei vergisst oder eher bewusst verschweigt: Die Aggressivität, mit der Genderaktivisten gegen Personen vorgingen und gehen, die z.B. an zwei biologische Geschlechter glauben. Wer erinnert sich noch an die Vorgänge an Berliner Unis und anderswo, wo Vorträge abgesetzt werden mussten, nachdem der Genderaktivisten-Mob auf allen Kanälen loslegte? Oder die Denunziationskampagnen, wenn jemand der Ideologie wiedersprechende Ansichten hatte? Alle waren auf einmal "rechts" und "antifeminsitisch". Wie weitreichend das war, zeigte sich, als in Berlin Schüler schlechtere Noten bekommen sollten, wenn sie grammatikalisch richtig, aber nicht in Gendersprache schreiben.

Unter dem Label "Genderwissenschaften" hat sich eine pseudowissenschaftliche Ideologie versammelt, welche von unseren aktuell Regierenden umfangreich hofiert und finanziert wird. Den Vorstellungen der Mehrheit der Gesellschaft widerspricht dies jedoch massiv – auch dies spiegelt sich in den Wahlumfragen wider. Dass der SPIEGEL sich für solche Ergüsse hergibt ist bedauerlich, passt aber leider in seine gesellschaftspolitische Linie, die er auch im Fall Mockridge und Lindemann gezeigt hat. Ob hier noch ausreichende professionelle und journalistische Distanz zu solchen Themen besteht?

Der Kulturkampf, den Hildebrandt beklagt, ist real. Er wurde vor Jahren von Genderaktivisten auf allen gesellschaftlichen Ebenen begonnen. War er anfangs nur lästig, scheint mittlerweile die Schwelle erreicht, wo sich die Mehrheit beginnt, zu verteidigen und sich gegen die Aggressivität der Gender-Aktivisten zur Wehr zu setzen. Es ist Verteidigung, kein Angriff, wobei Gewalt als Mittel zu verurteilen ist, egal, aus welcher Richtung diese kommt.

Was Hildebrandt hier betreibt, ist Täter-Opfer-Umkehr. Aber auch das ist in dieser Community immer wieder zu beobachten. Dazu gehört auch die mangelnde argumentative Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Warum auch, deren Gedanken müssen ja falsch sein in deren ideologischer Sichtweise. Judith Sevinc Basad hat dies in ihrem Buch "Schäm Dich!" eindrucksvoll beschrieben.




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