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Mittwoch, Oktober 16, 2019

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: JOKER

Warnung: Der folgende Blogbeitrag enthält Spoiler zum aktuellen Kinophänomen "Joker" von Todd Phillips.

Disclaimer: Die in diesem Blogbeitrag zitierten Texte stellen nicht allesamt meine eine eigene Auffassung dar; auch war es zeitlich unmöglich, bei den zitierten Youtube-Beiträgen zu sichten, ob ihre Verfasser irgendwo in einem anderen Beitrag eine Äußerung getan wurde, die man im heutigen Jargon als "problematisch" bewerten könnte. Ich bilde in den zitierten Beiträgen vor allem den Stand der Debatte um den Film "Joker" ab.





Während die feministischen Superheldinnen-Serien "Supergirl" und "Batwoman" nach dem Motto "go woke and go broke" gerade in den Zuschauerzahlen abstürzen, startet Todd Phillips Film "Joker" – eine Zusammenfassung der Handlung findet man hieran den Kinokassen enorm durch. Angeblich handelt es sich um den erfolgreichsten Kinostart im Oktober überhaupt, und in den Charts der beliebtesten Filme aller Zeiten liegt "Joker" derzeit auf Platz 12.

Das ist einigermaßen erstaunlich: Die zitierten Kinocharts orientieren sich vor allem an den Bewertungen des Publikums – professionelle Filmkritiker schätzen den Film zwar auch ingesamt positiv, aber doch um einiges kritischer ein. (Noch sehr viel gravierender ist die Kluft zwischen Kritikern und Zuschauern bei der feministischen TV-Serie "Batwoman".) Während "Joker" im September auf dem Filmfestival in Venedig sogar mit dem Goldenen Löwen prämiert wurde, häuften sich vor allem aus dem Lager der postmodernen, identitätspolitischen Linken die Verrisse bis hin zu Aufforderungen, den Film nicht zu sehen, oder gar, ihn überhaupt nicht erst zu zeigen.

Es handele sich nämlich, wie der Youtube-Kanal "Midnight's Edge" zusammenfasst, um einen Film, der "lediglich weiße Männer mit geringer Ausbildung und niedrigem Status" ansprechen würde: also jene Menschen, die ein großer Teil unserer selbsterklärten "Qualitätsmedien" als Abschaum behandelt.

Der der Demokratischen Partei nahestehende Nachrichtensender CNN spricht von einer "heimtückischen Bestätigung der weiß-männlichen Ressentiments, die dazu beitrugen, Präsident Donald Trump an die Macht zu bringen". Dem Magazin Vanity Fair zufolge sei der Film zu einfühlsam gegenüber "weißen Männern, die furchtbare Verbrechen begehen". Der Rezensent des National Review sorgt sich, "dass ein bestimmtes Segment der wütenden, paranoiden, emotional instabilen jungen Männer Amerikas Joaquin Phoenix beim Abstieg in den Wahnsinn zusehen und (...) ausrufen werden: Endlich versteht mich jemand!".

Etliche andere Autoren werfen dem Film vor, die sogenannten "Incels" zu verherrlichen und zu legitimieren. "Incels", so informiert die Frankfurter Allgemeine die deutschen Leser, seien "sexuell frustrierte Männer, die vereint sind im Hass gegen Frauen". Der Film schüre nun in Amerika die Angst vor Gewalt durch diese Gruppe.

Angesichts der Flut solcher Beiträge gelangt der Youtube-Kanal Upper Echelon Gamers zu folgendem Eindruck: "Es kommt einem so vor, als wollten die Medien, dass etwas Schlimmes passiert. Es fühlt sich an, als geschähe das aus dem Wunsch heraus, ihre Kritik an diesem Film zu bestätigen." Anstatt sich mit dem Inhalt des Films ernsthaft auseinanderzusetzen, was eine Gegenrede zu diversen Anschuldigungen ermögliche, wollten die Leitmedien den Film unterbewusst scheitern sehen – und das direkteste und wirkungsvollste Versagen, das sie sich vorstellen könnten, sei Gewalt, eine Tragödie unter den Besuchern des Films. Tatsächlich ist aber nach dem weltweiten Start des Films kein einziger "Incel" durchgedreht, um ein Massaker anzurichten.

Der linke deutsche Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt stellt nach den erwähnten Artikeln folgende These auf:

Es gibt einen Hass auf die Kunst. Offizielle und inoffizielle Bedenkenträger, moralinsaure Weggucker sorgten für eine völlig absurde Debatte. Sie meinten, Kinos sollten besser "Joker" nicht zeigen, weil es ja Nachahmer geben könnte. (...) Kunst soll bloß noch die Erfüllungsgehilfin einer braven angepassten Pädagogik sein. Mit Ideologiekritik hat das (...) nichts zu tun. Die Zensoren wollen die Diskussion unterdrücken, die Ideologiekritik will die Diskussion mit Argumenten entfachen.


Die verantwortliche Filmfirma Warner Brothers hat auf diese "absurde Debatte" unter anderem damit reagiert, dass sie Journalisten zur Premiere des Films gar nicht erst zugelassen hat. Todd Phillips selbst, vor "Joker" vor allem durch die "Hangover"-Filme bekannt, hatte ohnehin schon vor einiger Zeit erklärt, keine Komödien mehr drehen zu wolen, weil das in unserer dauerempörten "woke" Kultur unmöglich geworden sei. Das Magazin "Rolling Stone" berichtet:

Keine Frage: "Joker" polarisiert und öffnet gerade in den USA Wunden, die noch lange nicht geheilt sind. Regisseur Phillips empfindet die Diskussion aber als problematisch und vermutet dahinter eine politische Agenda der "extremen Linken" in den Staaten, wie er "The Wrap" in einem Interview erzählte.

"Ich denke, es liegt daran, dass Empörung inzwischen so etwas wie eine Waffe ist", sagte Phillips in dem neuen Gespräch. "Das ist, glaube ich, schon sehr lange eine Waffe. Was mir in den Diskussionen rund um den Film aber auffällt, ist, wie leicht die extreme Linke genauso wie die extreme Rechte klingen kann, wenn es denn zu ihrer Agenda passt. Das hat mir wirklich die Augen geöffnet."


Warum wird dieser Film von einem bestimmten Lager in der Linken derart gehasst? Die Behauptung, er sei zu gewaltsam, ist ein grotesker Witz: Wenn ich mich nicht verzählt habe, tötet der "Joker" drei Männer mehr oder weniger in Notwehr, zwei weitere erschießt er, nachdem sie sich ihm gegenüber widerwärtig verhalten haben, eine weiße Frau, und der Mord an einer schwarzen Frau wird zum Schluss des Films angedeutet. Die "Deadpool"- und John-Wick-Filme enthalten einige Dutzend Male so viele Toten, und in einer Reihe von anderen Filmen werden einzelne Gewalttaten sehr viel genüsslicher und sadistischer ausgebreitet als im "Joker". Diese alarmistische Rhetorik verdeckt, dass die Kritiker in Wahrheit die politische Aussage des Films zu beanstanden haben. Das liege daran, wie auf Youtube Paul Joseph Watson befindet,

wir eine ganze Generation junger Männer als wertlose Incels gebrandmarkt haben, die nichts als Verachtung verdienen. Wer ist dafür verantwortlich? Die Medien. Der Film spiegelt wider, wie eine Gesellschaft, die Menschen, beschämt, erniedrigt und entrechtet, selbst für die Erzeugung von Gewalt verantwortlich ist. Ist es da ein Wunder, dass die gleichen Kräfte, die für genau das in unserer Gesellschaft verantwortlich sind, diesen Film hassen?


Mit dieser These sind wir nach langer Vorrede endlich bei der versprochenen maskulistischen Filmkritik angelangt, die Peter Ryan auf den Seiten der männerpolitischen Initiative "A Voice for Men" vorgelegt hat. Wiewohl Ryan unglücklich pauschalisierend von "der Linken", "dem Feminismus", "den Frauen" und "den Medien" spricht, empfiehlt sich hier die Übersetzung eines längeren Auszugs:

"Joker" wurde angegriffen, weil er die Behauptung der Linken und explizit der feministischen Ideologie in Frage stellt, dass wir in einem Patriarchat leben, das das Wohlbefinden der Männer über das Wohlbefinden der Frauen stellt. "Joker" wirft ein Licht auf die Verfügbarkeit von Männern und das völlige Fehlen von Respekt, den die Gesellschaft für das Leiden und die Marginalisierung von Männern und Jungen hat. Aber was die Medien wirklich so irritierend an dem Film finden, ist, dass er die Lüge bloßstellt, der zufolge männliche Gewalt ihre Wurzeln in der toxischen Männlichkeit und dem Patriarchat hat. Männer sind anscheinend gewalttätig, weil sie toxische Männlichkeit und männliche Privilegien besitzen.

Kein anderer Faktor spielt eine Rolle, und solche Behauptungen aufzustellen, ist eine Ketzerei gegenüber der feministischen ideologischen Orthodoxie, die heute unsere Gesellschaft regiert. Das ist die Botschaft, die wir regelmäßig von der Häusliche-Gewalt-Industrie und von unseren elitären feministischen Medien, Regierungen und Institutionen in den Rachen gestopft bekommen.

Es gibt eine starke Botschaft im "Joker": Sehr viel männliche Gewalt entstammt nicht giftiger Männlichkeit, sondern einer giftigen Gesellschaft, die Männer und Jungen behandelt, als wären sie Müll. Viel männliche Gewalt ist ein Spiegelbild der Verachtung, die die Gesellschaft für Männer hat, und ihrer völligen Missachtung des Wohlbefindens und des Leids der Männer.

Das ist die peinliche Wahrheit, die das feministische Establishment nicht anerkennen will, weil es zu dieser gesellschaftlichen Denkweise beigetragen hat. Diese gesellschaftliche Mentalität der Apathie gegenüber männlichem Leiden wurde in einem Teil des Films festgehalten, als Arthur Fleck (der "Joker") sagt: "Wenn ich auf dem Bürgersteig sterben würde, würdest du direkt über mich hinweg laufen. Ich komme jeden Tag an dir vorbei und du bemerkst mich nicht!"

(...) Von Männern wird erwartet, dass sie Leistung erbringen und sich anpassen. Wenn Männer Leistung erbringen und sich anpassen, kümmert sich die Gesellschaft um solche Männer, soweit sie für die Gesellschaft nützlich sind (wie Thomas Wayne und seine Mitarbeiter). Männer werden in dieser gynozentrischen Kultur als menschliches Handeln angesehen und nicht als menschliche Wesen. Die Sorge um das Wohlergehen der Männer ist abhängig von dem Nutzen, den sie für die Gesellschaft erbringen. Die Sorge um das Wohlbefinden der Frau hingegen ist bedingungslos. Frauen werden unterstützt, ohne etwas tun zu müssen, sie müssen nur existieren. Wenn Männer aber keine Leistung bringen, existieren sie nicht für unsere Gesellschaft.

Wenn sich Männer nicht anpassen, auch wenn sie sich selbst oder anderen nichts antun, werden sie verteufelt. Wenn Männer sich weder anpassen noch etwas leisten, dann nennen die Leute sie "überflüssig" und entmenschlichen sie. Wir sehen keine Artikel darüber, dass Frauen überflüssig werden (...) oder Bücher und Slogans, die das Recht der Frauen auf Existenz und Zukunft in Frage stellen. Das ist der Unterschied zwischen der Art und Weise, wie die Gesellschaft Männer betrachtet und wie die Gesellschaft Frauen betrachtet.

Männer werden als menschliche Taten und Frauen als menschliche Wesen betrachtet. Es ist die geschlechtsspezifische Empathielücke. Der Feminismus hat diese Dynamik von Anfang an genutzt, um das Wohlbefinden der Frau auf Kosten der Männer weiter in den Vordergrund zu stellen.

(...) Männer wie Arthur können von Frauen keine Unterstützung bei ihren Problemen erwarten, wie wir durch Arthurs desinteressierte Beraterin und eine abweisende alleinerziehende Mutter gesehen haben. Arthur, der nach jeglichem Mitgefühl des anderen Geschlechts hungert, muss sich in seinem Kopf eine Frau vorstellen, die sich wirklich um sein Wohlergehen kümmert, die auch nur irgendeine Form von Zuneigung ihm gegenüber ausdrückt und die ihn wahrnimmt (wie wir später feststellen, findet diese Liebesbeziehung allein in seinem Kopf statt).

In der realen Welt erwarten Frauen, dass männliche Fremde in der Gesellschaft Verantwortung für das kollektive Wohlbefinden von Frauen übernehmen, die sie nicht kennen. Wir sehen dies in feministischen Bewegungen wie HeForShe, der Förderung der männlichen Unterstützung für das Bewusstsein für Brustkrebs bei großen männlichen Sportveranstaltungen, öffentlichen Botschaften beim Thema häusliche Gewalt, die sich an Männer richten und so weiter.

Es gibt eine deutliche Asymmetrie bei der Empathie, die Frauen gegenüber Männern, und der Empathie, die Männer gegenüber Frauen zeigen. (...) Ich muss lachen, wenn behauptet wird, dass Frauen das einfühlsamere Geschlecht sind, während sie Bücher schreiben und Debatten darüber führen, dass Männer überflüssig wären, und Artikel darüber schreiben, dass es akzeptabel sei, Männer zu hassen. Was für ein Witz!

Arthur war anders und hat die anerkannten Standards, ein männlicher Nutzen für die Gesellschaft zu sein, nicht erfüllt. Dafür wurde er überfallen, gefeuert, verraten, verspottet, öffentlich gedemütigt und geschlagen. "Joker" gibt uns einen Einblick, wie das Leben für die wachsende männliche Unterschicht in unserer modernen Gesellschaft aussieht, bei dem das elitäre feministischen Establishment so tut, als ob es nicht existieren würde und dass es ihn absichtlich und bewusst geschaffen hat. Diese bedeutende Gruppe von Männern bleibt für Feministinnen, die auf den winzigen Bruchteil der Männer an der Spitze der Gesellschaft fixiert sind, weitgehend unsichtbar. Wenn Feministinnen ihre Existenz nicht ignorieren können, werden diese Männer von Feministinnen als Verlierer, bedrohlich, gruselig, gewalttätig, frauenfeindlich und gefährlich dargestellt.

Männer können keine Opfer sein und Männer können nach Ansicht der Feministinnen nicht verletzlich sein, also müssen sie als Bedrohung eingestuft und ihre Probleme verwässert und verharmlost werden. Wenn sie solche Männer und ihre Probleme nicht verteufeln oder verharmlosen können, dann versuchen Feministinnen und die Gesellschaft, die Erzählung neu zu gestalten, dass Frauen oder andere Gruppen das größere Opfer wären.

Wir können bereits sehen, wie Publikationen versuchen, die Debatte über "Joker" so zu drehen, dass der Film alles andere als eine Geschichte über männliche Verletzlichkeit ist. Dies ist die gleiche Mentalität hinter den Äußerungen von Politikerinnen wie Hillary Clinton, dass "Frauen immer die primären Opfer des Krieges waren", trotz der Millionen und Abermillionen von Männern, die gewaltsam in den Krieg eingezogen wurden und für Frauen, ihre Familien und ihr Land starben, und der Hunderte von Kriegsfriedhöfen, die voll von toten Männern sind.

(...) Wenn Feministinnen männliche Opfer nicht verteufeln oder trivialisieren können, hören wir von ihnen, dass "das Patriarchat auch Männer verletze". Allerdings hören wir nie, dass Feministinnen anerkennen, dass sie von diesem Patriarchat finanziert werden und selbst Teil dieses sehr "patriarchalischen" Systems sind, das sie angeblich abbauen, oder dass dieses System das Wohlergehen der Frauen eindeutig über das des Mannes stellt (wie wir an den zahlreichen Politiken und Programmen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Recht und Gesundheit für Frauen und Mädchen und dem vergleichenden Mangel an solchen Politiken und Programmen für Männer und Jungen sehen können).

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, der Mehrheit der Obdachlosen und Arbeitslosen zu helfen, die zumeist männlich sind wie Arthur?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, Männer zu fragen, ob sie als Kinder missbraucht wurden, wie es Arthur ergangen ist?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, die Mehrheit der Opfer von Gewalt – so wie Arthur im Zug – zu unterstützen: eine Mehrheit, die männlich und nicht weiblich ist?

Haben sich Feministinnen jemals die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, wie wichtig Väter für Jungen und die jungen Männer sind, die sie einmal sein werden, wie es bei Arthur der Fall war?

Haben Feministinnen jemals Männer nach den Schwierigkeiten gefragt, die sie als Männer erleben, und wirklich versucht, ihnen zuzuhören, wie Arthur es von seiner desinteressierten Beraterin verlangt hat?

Feminismus ist ausschließlich an Frauen interessiert, und die Behauptung, dass es der Bewegung um die Gleichstellung der Geschlechter gehe, ist eine Lüge.

Wir sehen in dem Film die Auswirkungen, die der fehlende Vater auf Arthur hatte, und den extremen Missbrauch und die Vernachlässigung, die er durch seine Mutter erlitten hat. Dieser Film verteilt die "rote Pille" an unsere Gesellschaft.

(...) Wir wissen, dass eine geschlechtsspezifische Empathielücke besteht, und ich werde das Ende dieses Artikels mit einem Zitat [der Männerrechtlerin] Alison Tieman einleiten:

"Gerade den Joker gesehen. Nicht sicher, was ich erwartet habe, aber nicht das. Der große Gewinn? Jeden Monat 45 Minuten Therapie anzubieten, um die Gleichgültigkeit, den Hass und die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, denen viele Männer ausgesetzt sind, ist nutzlos. Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend verändern."

Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Zu diesem Zweck könnte es hilfreich sein, wenn unsere elitären feministischen Medien und Institutionen, anstatt Bücher zu schreiben und Debatten darüber zu führen, dass Männer überflüssig seien und anstatt sich über das Leiden von Männern zu freuen, eine gewisse Selbstreflexion an den Tag legen (insbesondere Frauen in den Medien und anderen Institutionen) und ihre Rolle bei der Schaffung der Bedingungen, die männliche Gewalt erzeugen, erkennen.

Wie wäre es, wenn wir ein gewisses Mitgefühl für Männer und Jungen zeigen und ein echtes Interesse an der Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung dieser Menschen, so wie wir es bei den Frauen tun? Wie wäre es, wenn man Männer und Jungen als Menschen respektiert und nicht die Botschaft verbreitet, dass Männer und Jungen "veraltet" sind, als wären sie Maschinen? Wie wäre es, wenn Hanna Rosin und Frauen wie sie, die behaupten, dass Männer überflüssig sind, aus ihren klimatisierten Büros aussteigen und den Familien verstorbener männlicher Kriegsveteranen einen Besuch abstatten und erfahren, was Männer für sie und die Gesellschaft getan haben.

(...) Wenn unsere Medien, Institutionen, Unternehmen und Regierungen Männer nicht als Menschen respektieren, keine Sorge um ihr Wohlergehen zeigen, ihre Probleme ignorieren und Maßnahmen ergreifen, um Männer jahrzehntelang auszubeuten, zu marginalisieren, zu demütigen und zu dämonisieren, dann wundern Sie sich bitte nicht, wenn ein winziger Bruchteil dieser Männer tatsächlich zu Monstern wird. Sie sollten aufgebracht sein, denn was Sie den nachfolgenden Generationen von Männern und Jungen angetan haben, ist beschämend und verwerflich. Ich freue mich darüber, dass Sie verärgert sind.


Man kann dem Film "Joker" viele Vorwürfe machen: etwa dass er zu vorhersagbar ist und Kritik zu oft dem Einzelnen statt dem System anlastet. Aber wie sein enormer Erfolg zeigt, haben er und die Debatte um ihn den Nerv unserer Zeit getroffen. Das gilt auch für deutsche Verhältnisse. Hierzulande wünscht man einem Comedian wie Dieter Nuhr den Tod, weil er nicht "woke" genug ist, sondern über eine Ikone vieler Linker (Greta Thunberg) Witze gemacht hat. Hierzulande stellen Journalisten der Leitmedien, Männer, die nicht mit der gynozentrischen Elite konform gehen, in ihren Artikeln als Loser und Freaks dar. Hierzulande sitzt eine Politikerin wie Marina Weisband (Grüne) bei Maybrit Illner und nutzt das atnisemitische Attentat von Halle, um Kritik am Feminismus und an der politischen Elite insgesamt als "antisemitisch", gefährlich und damit tabu darzustellen. (Sexistisch-rassistische Polemik gegen weiße Männer, die tatsächlich Parallelen zu antisemitischen Diskursen aufweist, ist von Weisband wohl kaum gemeint.)

Geht die Kritik von Peter Ryan auf "A Voice for Men" am derzeit herrschenden Feminismus zu weit? Zitieren wir hierzu abschließend ein Statement, das Susanne Gaschke (SPD, Pro-Quote-Feministin) zum "Joker" geäußert hat:

Er heult herum über seine schwere Kindheit und seine Traumata – eine gute Therapie hätte ihn gewiss retten können.