Samstag, August 19, 2017

Finale Fassung: Kurzprogramm der Liberalen Männer in der FDP veröffentlicht

Wie heute auch Christian Schmidt berichtet, steht inzwischen das endgültige Kurzprogramm der Liberalen Männer in der FDP auf ihrer Facebookseite online. Genderama hatte bislang nur ein provisorisches Kurzprogramm veröffentlicht.

In dem Programm heißt es:

Die Freie Demokratische Partei (FDP) ist eine Partei, die sich für Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung einsetzt. Letzteres bedeutet, dass die Interessen von Frauen und Männern gleichermaßen berücksichtigt werden. Derzeit existiert ein Verein, die Liberalen Frauen, der politische Interessen für Frauen vertritt. Jedoch gibt es bedauerlicherweise weder bei der FDP noch bei einer der im Bundestag vertretenen Parteien eine vergleichbare Gruppe, welche die Interessen von Männern vertritt.

Die Bundesvereinigung Liberaler Männer steht für eine ganzheitliche, moderne Geschlechterpolitik, wonach es tatsächliche Gleichberechtigung nur geben kann, wenn die berechtigten Anliegen beider Geschlechter berücksichtigt sowie Benachteiligungen thematisiert und beseitigt werden.

Um auf eine tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Müttern und Vätern, Mädchen und Jungen hinzuarbeiten, wollen die Mitglieder der Bundesvereinigung Liberaler Männer die im Folgenden genannten Ziele erreichen:

A) Konsequente Umsetzung des Artikels 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und des Artikels 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

B) Benachteiligungen von Jungen, Männern und Vätern sind geschlechterpolitisch zu thematisieren und zu beseitigen.

C) Jungen-, Männer- und Väterfeindlichkeit sind ebenso zu verurteilen und zu beseitigen wie Frauenfeindlichkeit.



DIE 12 FORDERUNGEN

1. Gleichberechtigung statt nur Frauenrechte

Art. 3 Abs. 3 GG muss konsequent angewandt werden. Menschenrechte müssen sowohl für Frauen wie für Männer gelten.

2. Gleichberechtigung statt Gleichmacherei

Unterschiede dürfen nicht einer ideologischen Gleichmacherei geopfert werden. Männer und Frauen haben das Recht, entsprechend ihrer individuellen Anlagen und Bedürfnisse zu leben.

3. Gleichberechtigung statt Frauenbeauftragte

Gleichstellungsbeauftragte dürfen nicht nur Frauen sein. Das führt nicht zur Gleichberechtigung. Wo es Frauenbeauftragte gibt, muss es auch Männerbeauftragte geben.

4. Gleichberechtigung im Familienrecht

Die Diskriminierung "Mama erzieht - Papa zahlt" nach einer Trennung muss abgeschafft werden. Kinder brauchen beide Eltern. Wir fordern das Wechselmodell als gesetzlichen Standard.

5. Gleichberechtigung bei der Elternschaft

Frauen können bestimmen, ob sie Mutter werden wollen. Männer werden oft Vater gegen ihren Willen oder ohne es zu erfahren. Wir fordern Gleichberechtigung der Väter und das Recht auf Kenntnis der Vaterschaft.

6. Gleichberechtigung bei Bildungschancen

Jungen erleben im Bildungssystem Nachteile. Mädchen und Jungen müssen gleichwertig gefördert werden.

7. Gleichberechtigung in der Arbeitswelt

Männer dürfen bei Einstellung und Beförderung nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.

8. Gleichberechtigung in der Wissenschaft

Wissenschaft und Forschung müssen frei von geschlechterspezifischen Bevorzugungen und Benachteiligungen sein.

9. Gleichberechtigung vor der Justiz

Gleiche Straftaten müssen unabhängig vom Geschlecht mit dem gleichen Strafmaß geahndet werden. Gegen weibliche Verdächtige muss genauso ermittelt werden wie gegen männliche.

10. Gleichberechtigung beim Gewaltschutz

Auch Jungen und Männer werden Opfer häuslicher und sexueller Gewalt. Wir fordern gleichen Schutz für Jungen und Männer sowie Schutz vor falschen Gewaltbeschuldigungen.

11. Gleichberechtigung im Gesundheitswesen

Die Erforschung, Pravention und Bekämpfung typisch männlicher Erkrankungen müssen gleichermaßen gefördert werden wie die typisch weiblicher Erkrankungen.

12. Gleichberechtigung in der öffentlichen Wertschätzung

Männer erbringen genauso wie Frauen ihre Leistung für Familie und Gesellschaft. Das muss genauso gewürdigt werden.


Abschließend weisen die Liberalen Männer darauf hin, dass jede der großen Parteien über eine Frauenorganisation verfügt und keine dieser Organisationen aufgelöst wurde, obwohl Frauen mit Männern inzwischen nicht nur gleichgezeogen, sondern sie überholt haben, was gleiche Rechte angeht, und heute Männer, Väter und Jungen diskriminiert werden. Ähnliches gelte für die 4.100 Frauenbeauftragten. Eine Selbstregulierung funktioniere in diesem Bereich offenbar nicht: "Zu lukrativ sind die Selbstbedienungsposten bei der Öffentlichen Hand. Es geht um Macht und Geld."

Die Liberalen sehen Männer in einer ähnlichen Position wie die Frauen in den siebziger Jahren. Sie müssen selbst für ihre Rechte eintreten. Keine andere gesellschaftliche Instanz werde diese Aufgabe übernehmen.

Das Kurzprogramm kann bei Christian Schmidt diskutiert werden.

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