Australien: Jeder vierte Junge für gewaltsamen Widerstand gegen Feminismus
1. In Australien (und Neuseeland) sorgt eine neue Studie für Aufsehen:
Jeder vierte australische Junge glaubt, dass man sich Feminismus mit Gewalt widersetzen sollte, und jeder Dritte sagt, die Gleichstellung der Geschlechter sei zu weit gegangen, wie eine neue Umfrage ergeben hat.
Warum das die Jungen glauben wäre ein interessanter Punkt. Hat das etwa niemand gefragt?
In einer Studie, die als erste ihrer Art gilt, wurden für den Bericht "Misogyny, Online Radicalisation and Youth Extremism in Australia" 1122 junge Menschen im Alter von 13 bis 17 Jahren sowie 2307 Erwachsene befragt, um Einstellungen zu Frauen und Geschlechtergleichheit zu vergleichen.
Okay, die Studie ist also schon mal ideologisch ausgerichtet: Die Einstellung zu Männern und Geschlechtergerechtigkeit wird erst gar nicht gefragt.
Dabei zeigte sich, dass etwa jeder dritte Teenager-Junge frauenfeindliche Einstellungen, Misstrauen gegenüber Frauen und den Glauben an traditionelle Geschlechterrollen äußerte.
Es wurden also drei völlig unterschiedliche Aspekte zusammengerührt, als ob das praktisch ein und dasselbe wäre.
Etwa ebenso viele Jungen waren laut der Forschung der University of Melbourne der Ansicht, dass Männer bei knapper Arbeit eher ein Recht auf einen Job hätten als Frauen.
Weil sie in der Regel die Familie ernähren? Welche Gründe wurden denn hier genannt? Wie stichhaltig sind diese Gründe?
Drei Viertel der Befragten identifizierten sich als weiß, gefolgt von 13 % Asiaten und 8 % Aborigines.
Junge Menschen, einschließlich Mädchen, vertraten deutlich häufiger als ältere Generationen feindselige Einstellungen gegenüber Frauen.
Lasst mich raten: Die Vorliebe für die traditionelle Rollenverteilung wird unter "feindselige Einstellungen gegenüber Frauen" eingemeindet?
Mädchen der Generation Z glaubten doppelt so häufig wie Millennial-Frauen, dass eine Ehe einen Ehemann zum Sex berechtige, selbst wenn seine Frau das nicht wolle.
Auch mehr als 500 Lehrkräfte wurden befragt und berichteten, dass Schüler männliche Influencer zitierten und gegenüber weiblichen Lehrkräften im Unterricht Sprache aus der "Manosphere" wiederholten.
"Sprache aus der Manosphäre" ist extrem vage. Gibt es eine Liste verbotener Wörter? Wie sieht diese Liste aus?
Dieses Verhalten wurde von Pädagogen bereits bei Kindern im Alter von sechs Jahren beobachtet.
Die Studie ergab, dass frauenfeindliche Einstellungen eng mit dem Konsum von Manosphere-Inhalten, Pornografie und Online-Dating zusammenhingen.
Komischerweise erwarte ich jetzt keine Flut von Artikeln, die gegen Online-Dating wettern.
"Diese Studie zeigt, dass die Probleme mit Frauenfeindlichkeit struktureller und nicht individueller Natur sind", so Berichtsautorin Sara Meger.
Der Bericht empfahl fünf politische Änderungen, darunter Investitionen in Präventionsarbeit bereits ab dem Alter von sechs Jahren sowie die Anerkennung von Frauenfeindlichkeit als Form gewaltbereiten Extremismus in nationalen Rahmenwerken zur Extremismusbekämpfung.
Soll die Vorliebe für die traditionelle Rollenverteilung auch als "extremistisch" bekämpft werden?
Die Bundesregierung solle zudem eine Regulierung von Plattformen in Bezug auf ihre Algorithmen in Betracht ziehen, da das Engagement mit "Manfluencern" einer der stärksten Online-Prädiktoren für feindselige Geschlechtereinstellungen sei, heißt es in dem Bericht.
War eh klar, dass es letztlich darum gehen würde, unerwünschte Meinungen zu verbannen.
Wirft man einen Blick auf die Darstellung der Studie von der Universität Melbourne selbst fällt auf, dass bei der Berichterstattung ein interessanter Punkt verloren ging. So stimmten nämlich auch 21 Prozent der 13- bis 17-jährigen Mädchen der Aussage zu, Feminismus solle "mit Gewalt" zurückgewiesen werden. Hm. Liegt diese Einstellung also vielleicht doch nicht an der bösen Manosphäre als Quelle allen Übels? Könnte es sein, dass sich Jugendliche beiderlei Geschlechts vom Feminismus immer stärker bedrängt fühlen – oder einfach nur gerne eine Alternative zu dem hätten, was regierungsamtlich verordnet und von den Leitmedien breiflächig unterstützt wird?
In der Darstellung der Universität heißt es auch: "Am beunruhigendsten ist vielleicht: Rund 40 % der Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren stimmten der Aussage zu, dass Frauen in Bezug auf häusliche und sexuelle Gewalt lügen." Es ist nicht beunruhigend, sondern nachgewiesen, dass Frauen so etwas tun. Wie weltfremd kann man sein?
Weiter heißt es auf der Seite der Universität: "Online-Communities bestätigen die Beschwerden von Männern und Jungen und bieten eine 'Outgroup', die als Sündenbock herhalten muss und beschuldigt wird – nämlich Frauen." Liebe Feministinnen, ERINNERT EUCH DIESES VERHALTEN VIELLEICHT AN IRGENDWAS?
Ich kenne natürlich den Spruch, dass manche eher den Splitter im Auge des anderen wahrnehmen als den Balken im eigenen, aber das ist nun wirklich lächerlich.
2. Das Statistische Bundesamt hat am 20. August neue Zahlen zum "Gender Education Gap" veröffentlicht. Worauf fiese Männerrechtler seit Jahrzenten hinweisen, setzt sich fort: Frauen stellen 55 % der Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife, Männer dagegen 59 % der Absolventen mit lediglich erstem Schulabschluss. Jungen wiederholen häufiger Klassen, verlassen häufiger frühzeitig das Bildungssystem und haben deutlich niedrigere Hochschulabschlussquoten. Bei den 2020 begonnenen Bachelorstudiengängen hatten nach acht Semestern 34 % der Frauen, aber nur 25 % der Männer einen Abschluss.
3. Die Zahl der Männer, die wegen häuslicher Gewalt Hilfe bei der Männerberatung Düsseldorf suchen, hat einen neuen Höchststand erreicht.
4. Die britische BBC berichtet über eine neue Kampagne der Polizei und des Men’s Advisory Project, die männliche Opfer häuslicher Gewalt ausdrücklich dazu ermutigen soll, Hilfe zu suchen. Aufhänger für den Beitrag ist eine junge Frau namens Shannon McIlwaine, deren Vater 2022 von seiner Partnerin getötet wurde. Diese stach auf ihn ein, während er in seinem Bett schlief und wurde 2024 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. McIlwaine hofft, dass die neue Kampagne "Every Victim Matters" dazu beiträgt, dass Männer ihre Gewalterfahrungen früher offenlegen und Hilfe suchen. Anlass hierfür bietet, dass bereits im polizeilich erfassten Hellfeld 32 Prozent der Straftaten häuslicher Gewalt mit männlichen Opfern registriert sind. (Aus zahllosen Dunkelfeld-Studien weiß man, dass circa 50 Prozent realistisch sein dürften.) Die Kampagne soll auch auf emotionale Gewalt und kontrollierendes Verhalten aufmerksam machen. Sie wird von der nordirischen Justizministerin Naomi Long finanziert.
5. Das Bundesforum Männer kündigt die Internationale Jahreskonferenz 2026 an. Sie soll sich den "vielfältigen Herausforderungen" stehen, vor denen junge Männer heute stehen, beispielsweise "die wachsende Präsenz antifeministischer Narrative in digitalen Räumen". Ich bezweifle, dass Jungen und junge Männer das eines ihrer größten Probleme bezeichnen würden, wenn man jemals auf den Gedanken käme, sie danach zu befragen. Vermutlich käme es nicht mal in die Top Ten.
6. Christian Schmidt zerpflückt einen Artikel in der BRIGITTE, in dem eine Frau darüber klagt, wie schlimm der Druck der Ernährerrolle sei – also genau jene Regeln, die völlig egal waren, solange sie fast nur Männer betrafen.
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