Dienstag, Oktober 13, 2026

Wegweisendes Urteil: Geschworene erkennen falschbeschuldigte Männer als Opfer sexueller Gewalt

1. Amanda Prestigiacomo berichtet über ein wegweisendes Urteil im US-Bundesstaat Maryland: Dort hat ein Gericht die University of Maryland dafür haftbar gemacht, einen Studenten nicht vor schwerer Belästigung geschützt zu haben, nachdem eine Kommilitonin ihn sexueller Übergriffe beschuldigt hatte. Eine universitätsinterne Untersuchung entlastete ihn; laut Klageschrift widersprachen auch Zeugenaussagen, Textnachrichten und forensische Befunde den Vorwürfen. Trotzdem wurde der Student öffentlich als Vergewaltiger diffamiert, in Bars angefeindet und durch eine organisierte Kampagne aus seinem Lacrosse-Team gedrängt. Die Universität ignorierte seine Beschwerden.

Die Geschworenen stellten fest, dass die Belästigung den gleichberechtigten Zugang des jungen Mannes zu Bildungsangeboten beeinträchtigte und die Universität dem Geschehen gegenüber bewusst gleichgültig blieb. Der Student verlangte lediglich einen Dollar Schadensersatz, um die Verantwortlichkeit der Universität feststellen zu lassen. Sein Anwalt bezeichnete das Urteil als ersten Fall, in dem eine Jury falsche Vergewaltigungsvorwürfe als geschlechtsbezogene Belästigung anerkannte und eine Universität dafür haftbar machte. Der Student hatte nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Dollar für seine Verteidigung ausgegeben; diese Kosten sind nicht automatisch durch das Urteil gedeckt.

Die Autorin des Beitrags zieht Parallelen zu den Entwicklungen an der Universität Cornell und sieht in dem Urteil ein Signal an amerikanische Hochschulen: Sie müssen männliche Studenten vor Belästigung und öffentlichen Rufschädigungskampagnen schützen, wenn sich Anschuldigungen als falsch erweisen.



2. Die Kriminologin Lara Christensen warnt in einem Beitrag für die britische Tageszeitung "Telegraph" vor einem gesellschaftlichen blinden Fleck beim sexuellen Missbrauch durch Lehrerinnen. Mehrere aktuelle Fälle in Großbritannien und Australien zeigen, dass Frauen Schüler sexuell missbrauchen, manipulieren und mitunter durch Schwangerschaften dauerhafte Folgen für ihre Opfer verursachen.

Eine britische Untersuchung von 71 Frauen, die in institutionellen Zusammenhängen sexuellen Missbrauch begangen hatten, ergab, dass diese im Durchschnitt 31 Jahre alt waren, meist allein handelten, häufig keine Vorstrafen hatten und überwiegend ältere männliche Jugendliche missbrauchten. Weitere Studien unterstreichen die Bedeutung des Problems: In einer australischen Polizeidatenanalyse gingen 12,2 Prozent der erfassten Sexualstraftaten auf Frauen zurück; in den USA entfielen mehr als 20 Prozent der bestätigten Fälle von Kindesmissbrauch auf weibliche Haupttäterinnen, während in einer Untersuchung sexuellen Fehlverhaltens von Schulbeschäftigten 33 Prozent der Täter Frauen waren. Da viele Opfer ihren Missbrauch nicht anzeigen, bleibt ein großer Teil der Täterinnen unerkannt.

Christensen kritisiert, dass Warnsignale bei Lehrerinnen häufig verharmlost und Beschwerden nicht ernst genommen werden. In einer von ihr mitverfassten Untersuchung von 40 Fällen sexuellen Fehlverhaltens durch Lehrkräfte waren mehr als ein Drittel der männlichen Lehrer zuvor wegen auffälligen Verhaltens gegenüber Schülern gewarnt worden, bei den Lehrerinnen dagegen keine einzige. Als mögliche begünstigende Faktoren nennt sie unter anderem frühere Traumata, problematische Beziehungen, psychische Schwierigkeiten, verzerrte Denkmuster und mangelnde Aufsicht. Diese Faktoren erklärten das Verhalten allenfalls, entschuldigten den Missbrauch aber nicht.

Die Folgen für männliche Opfer könnten ebenso schwerwiegend sein wie bei männlichen Tätern, würden jedoch durch Geschlechterklischees und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, zusätzlich verschärft. Christensen fordert deshalb klare Regeln für den Kontakt zwischen Lehrkräften und Schülern, verlässliche Beschwerdewege, eine konsequente Reaktion auf Warnsignale und verbindliche Richtlinien für digitale Kommunikation. Bloße Einstellungsüberprüfungen reichten nicht aus, da Täterinnen seltener vorbestraft seien und der Missbrauch laut ihrer Forschung häufig außerhalb der Schule stattfinde. Entscheidend sei eine Präventionskultur, die problematisches Verhalten unabhängig vom Geschlecht der Lehrkraft erkennt und verfolgt.



3. In der hier auf Genderama gern zitierten populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" warnt die Psychologin Lisa Pescara-Kovach davor, weibliche Täter bei Amokläufen und gezielten Massenangriffen zu unterschätzen. Geschlechterklischees, eine verzerrte Medienberichterstattung und unterschiedliche Definitionen von Massenschießereien führten dazu, dass die Gewalt von Frauen häufig übersehen werde. Während weniger als drei Prozent der Massenschießereien von Frauen verübt würden, seien Frauen laut der Autorin an 25 Prozent der Amokläufe und gezielten Angriffe beteiligt. Behauptungen, Frauen übernähmen bei gemeinsam geplanten Anschlägen mit Männern nahezu immer die führende Rolle, stützt sie ebenfalls auf ihre Erfahrungen und Auswertungen. Als Beispiele nennt sie die 16-jährige Brenda Spencer, die 1979 an einer kalifornischen Schule den Schulleiter und einen Hausmeister erschoss und acht Kinder sowie einen Polizeibeamten verletzte, weil sie keine Montage mochte, sowie Elizabeth Lecron, deren geplante Anschläge 2019 durch Ermittlungen vereitelt wurden. Weibliche Täterinnen hätten häufig ähnliche Motive wie männliche: Sie suchten Aufmerksamkeit, sammelten persönliche Kränkungen und wollten sich rächen. Auch die Faszination für frühere Amokläufer und Suizidgedanken spielten eine Rolle. Besonders problematisch sei, dass Menschen gefährliches Verhalten bei Frauen weniger schnell als Bedrohung wahrnähmen und deshalb Warnsignale ignorierten. Pescara-Kovach fordert mehr Forschung zu weiblichen Gewalttätern und eine konsequente Gefahreneinschätzung unabhängig vom Geschlecht. Schulen, Behörden und das soziale Umfeld müssten verdächtige Verhaltensweisen ernst nehmen und Hinweise auf geplante Gewalttaten melden, statt sich von traditionellen Vorstellungen über weibliches Verhalten leiten zu lassen.



4. Die Washington Sun berichtet über die wachsenden Bemühungen der US-Demokraten, junge Männer wieder für sich zu gewinnen. Beim zweiten "Symposium on Young American Men" in Washington diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Interessenvertreter über Probleme von Männern und Jungen, darunter Bildung, wirtschaftliche Perspektiven, psychische Gesundheit und fehlende soziale Gemeinschaften. Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona kritisierte, dass seine Partei die Bedeutung von Vätern für Kinder und die Probleme von Männern lange unterschätzt habe. Auch die pauschale Verwendung des Begriffs "toxische Männlichkeit" sei zu weit gegangen. Er setzt sich für ein eigenes Amt für Männergesundheit ein und betont, dass sinkende Kaufkraft, geringere Lebenserwartung und wirtschaftlicher Stress die Lebensbedingungen von Männern verschlechterten. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien verfolgt einen stärker wirtschaftspolitischen Ansatz: Junge Männer ließen sich vor allem durch gute Arbeitsplätze, die Stärkung lokaler Gemeinschaften und eine Politik überzeugen, die sich stärker auf die Bedürfnisse der amerikanischen Bevölkerung konzentriere. Dazu gehört für ihn auch eine kritischere Haltung gegenüber Auslandshilfen für Israel. Die Veranstaltung zeigt, dass sich innerhalb der Demokratischen Partei zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass die Probleme männlicher Wähler ernst genommen werden müssen. Zugleich bleibt offen, ob diese Bemühungen über die politische Debatte hinausreichen und tatsächlich zu einer dauerhaften Bindung junger Männer an die Partei führen.



5. In Lateinamerika erzielen feminismuskritische Politikerinnen inzwischen Rekordergebnisse. Besonders erfolgreich war bei den brasilianischen Wahlen die 23-jährige Eduarda Campopiano, die sich selbst als "größte Feindin der Feministinnen" bezeichnet und 1.956.238 Stimmen in São Paulo erhielt. Auch in den Senat ziehen mehr konservative Frauen ein: Zwölf der 54 neu vergebenen Sitze gingen an Frauen – so viele wie nie zuvor seit der Wiederherstellung der Demokratie. Ihre Themen – Mutterschaft, Familie, Sicherheit, Gewalt und Fürsorge – sprechen reale Alltagssorgen vieler Frauen an, werden aber mit anderen politischen Antworten verknüpft als in feministischen Bewegungen. Feministische Aktivistinnen warnen, dass die neuen Mehrheiten bereits erkämpfte Rechte, etwa bei Gleichstellung, reproduktiver Selbstbestimmung und dem Schutz vor Gewalt, zurückdrängen könnten. Zugleich räumt die Politikwissenschaftlerin Irina Frare ein, dass sich progressive Bewegungen selbstkritisch fragen müssten, warum sie bestimmte Wählerinnen nicht erreichen: Sie müssten deren konkrete Sorgen ernst nehmen, statt ihnen vorzuschreiben, welche Themen wichtig sein sollten.



6. Ein Beitrag im Forum der linken Männerrechtler auf Reddit beschäftigt sich kritisch mit Berichterstattung aus der Ukraine:

Ein aktuelles Video [aus Kiew] zeigt Pawlo Kasarin, einen Offizier einer Territorialverteidigungsbrigade. Während des gesamten Interviews setzte er sich minutenlang leidenschaftlich für eine noch härtere Gangart gegenüber Männern ein: Er forderte strengere Strafen für "Wehrdienstverweigerer" und drängte vehement darauf, beruflich begründete Zurückstellungen abzuschaffen – also die Befreiung von Männern, deren zivile Arbeit als besonders wichtig gilt. Er plädierte ausdrücklich für weniger Ausnahmen, eine aggressivere Zwangsrekrutierung und ein härteres Vorgehen gegen Männer, die ums Überleben kämpfen. Das übliche Sprachrohr des Systems: Mehr Männer sollen in den Fleischwolf gezwungen werden.

Dann stellte der Moderator die Frage nach einer Wehrpflicht für Frauen. Man höre sich an, wie schnell seine auf "Härte zeigen und seine Pflicht erfüllen" getrimmte, knallharte Fassade zusammenbricht und einer lupenreinen woken feministischen Rhetorik Platz macht: "Ich bin gegen eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen. Weißt du, warum? Weil wir ein zutiefst patriarchalisches Land sind. In vielerlei Hinsicht sind wir immer noch eine ziemlich konservative Gesellschaft, in der gläserne Decken Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es eine gewisse Geringschätzung gegenüber Frauen. Wenn wir vor dem Krieg 30 Jahre lang mit einer derart konservativen, patriarchalischen Sichtweise gelebt haben, dann ist der Verzicht auf eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen der Preis, den wir jetzt für unseren eigenen Konservatismus und unser Patriarchat zahlen."

Das war seine gesamte Rechtfertigung für ein staatlich erzwungenes, ausschließlich Männern auferlegtes Opfer: eine Ansammlung vager, unbelegter Schlagwörter wie "Patriarchat", "gläserne Decken" und "Geringschätzung". Er nannte kein einziges gesetzlich verbrieftes Recht, das Männer besitzen, Frauen aber nicht. Er konnte kein einziges institutionelles Privileg benennen, das Männern zugutekommt, während sie von Rekrutierungstrupps gejagt werden. Er hat keinerlei Fakten zu bieten – nur emotional aufgeladene Rhetorik voller Schlagwörter.

Das sind genau dieselben knallharten Alpha-Traditionalisten, die euch erzählen, ihr sollt euch zusammenreißen, eure "Pflicht" erfüllen und eure Gefühle und euren Selbsterhaltungstrieb unterdrücken. Doch sobald ihre offensichtlichen Doppelstandards ans Licht kommen, wechseln sie augenblicklich zu einer radikal woken feministischen Sprache. Plötzlich ist die Befreiung von Frauen keine Doppelmoral mehr, sondern eine Art "Wiedergutmachung" für männliche Sünden! In seiner Welt müssen Männer aus der Arbeiterklasse ihr Leben opfern, um für ein vages, abstraktes System zu büßen, das sie weder geschaffen noch gewählt haben und von dem sie nicht profitieren. Das ist buchstäblich die Lehre von der Erbsünde – nur dass es nicht einmal eine ursprüngliche Sünde gibt.

(…) Man soll also gleichzeitig die Prämisse akzeptieren, dass Frauen zu 100 Prozent gleichberechtigt, genauso leistungsfähig und zu jeder Karriere, jedem Recht und jeder Chance berechtigt sind – UND DOCH wird das männliche Opfer, wenn es darum geht, im Schützengraben zu sterben, als Buße für ein nicht existierendes Patriarchat umetikettiert. Sie verlangen tatsächlich, dass man beide Überzeugungen gleichzeitig vertritt.




7. Der SPIEGEL hat mit zehn israelischen Soldaten gesprochen, die an dem Völkermord in Gaza beteiligt waren. Die meisten von ihnen weigern sich, weiter daran mitzuwirken. Einige Auszüge aus den Berichten:

"In manchen Einheiten hieß es: Erschießt jeden, den ihr seht. Unser Kommandeur war nicht so, er sagte: Schießt nicht auf Frauen und Kinder, aber auf Männer im wehrfähigen Alter schießt ihr, um sie zu töten. (…) Einmal war ich mit einigen anderen Soldaten im Dunkeln auf Patrouille. Plötzlich hörten wir Geräusche und gingen in Deckung. Dann sahen wir zwei Männer auf Fahrrädern, vielleicht 25 Meter entfernt, und eröffneten das Feuer auf sie. Sie waren nicht bewaffnet. Etwas weiter entfernt wurde ein Laster von zwei Männern beladen, auch auf die schossen wir. Sie fuhren weg, ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. Und dann liefen da noch zwei weitere Männer, auch auf sie haben wir gefeuert. Danach waren wir erschrocken über uns selbst. Wir hatten mehrere Menschen getötet. Wir hatten damit zwar getan, was uns befohlen worden war, aber es stand im Widerspruch zu unserer Ausbildung. In der Ausbildung schießt man nur auf Bewaffnete, nie aus dem Hinterhalt auf Zivilisten.

(…) Man gewöhnte sich schnell daran. Beim ersten Mal war man vielleicht verwirrt, beim nächsten Mal zündete man sich danach eine Zigarette an, rief seinen Vater an und sagte: 'Ich habe noch einen erwischt.' Meine Einheit hat viele unbewaffnete Männer getötet. Einfach weil sie Männer im wehrfähigen Alter waren, die sich in unserem Sektor aufhielten. Wir haben oft aus dem Hinterhalt geschossen. Man ging frühmorgens los, im Schutz der Dunkelheit, mit Nachtsichtgerät, marschierte irgendwohin, bezog Stellung. Und dann schoss man im Grunde auf jeden, der vorbeikam. Wir wussten nichts über Völkerrecht. Wenn man als Soldat dort ist, denkt man nicht darüber nach. Man macht einfach mit.

(…) Jedes Mal, wenn ein Soldat aus meiner Einheit jemanden tötete, zählten wir ihn als Terroristen, obwohl wir die Leiche hinterher meist nicht überprüften. Wir haben viele Palästinenser getötet. Ich glaube, die meisten waren unbewaffnet. Kinder wurden in meiner Einheit nie absichtlich ins Visier genommen. Sie wurden eher versehentlich erschossen, weil ein Soldat sie für Männer hielt."




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