Söder will Wehrpflicht so schnell wie möglich
1. In der ersten Phase der Re-Aktivierung des Wehrdienstes wurde die Bevölkerung noch damit beruhigt, dass dies nur freiwillig geschehe. Womöglich gehen wir jetzt in die nächste Phase über. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder spielt den Eröffnungszug und fordert, den Zwangsdienst zügig durchzusetzen: "Für uns ist völlig klar: Wenn die Bundeswehr die größte Armee in Europa werden soll, führt an der Wehrpflicht kein Weg vorbei", befindet er. "Nur mit Freiwilligkeit werden wir die nötige Sicherheit unseres Landes nicht erreichen. Und Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit."
2. "Nach dem Gender-Pay-Gap", so die Frankfurter Rundschau, gibt es eine neue Benachteiligung von Frauen: Die KI-Lücke kann sie Karrierechancen kosten.
Frauen nutzen Künstliche Intelligenz (KI) weniger als Männer, was ihre Jobchancen verschlechtern kann: Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Initiative D21 für digitale Transformation. Denn wer KI einsetze, steigere seine Effizienz, erweitere Handlungsspielräume und verbessere so die eigenen Karrierechancen. Die Forscher sprechen in Analogie zum "Gender Pay Gap" von einem "Gender AI Gap".
Daten aus dem Jahr 2024 zeigten, dass bei der Nutzung ein Unterschied von 16 Prozentpunkten zwischen Männern und Frauen bestehe. Selbst wenn man strukturelle Unterschiede, persönliche Einstellungen und digitale Kompetenzen herausrechne, seien es noch 8 Prozentpunkte. Besonders groß sei der Unterschied in den Jahrgängen 1996 bis 2010: Rund die Hälfte der Männer nutze KI, bei den Frauen weniger als ein Drittel.
"Gerade da, wo es um zukünftige Karrierechancen geht, ist der Gender-AI-Gap am größten: Hier besteht dringender Handlungsbedarf", betonte Forscherin Carola Burkert. "Denn ähnlich wie beim Gender-Pay-Gap drohen sich diese Muster ohne gezielte Intervention zu verfestigen", warnte Expertin Katharina Diener. (…) Es reiche hingegen nicht aus, nur die nötigen Geräte zur Verfügung zu stellen. Gerade bei Frauen erhöhten Weiterbildungen die Chance, dass sie KI nutzen, signifikant. Verlasse man sich nur auf soziales Lernen, etwa Hilfe durch Familie, Kollegen und Freunde, vergrößere dies die bestehende Ungleichheit, da Männer davon profitierten und Frauen nicht.
So wie es jetzt läuft, wird die patriarchale Unterdrückung und Verknechtung der Frau eiskalt immer weiter forgesetzt. Gottseidank naht bereits Hilfe. "Die Zeit" berichtet über ein KI-Bootcamp für Frauen. Die Arbeit mit KI können Frauen nämlich nicht selbstständig lernen, wie ich und viele andere Männer das tun; sie benötigen dafür einen Safe Space.
In den ersten Stunden bleibe ich skeptisch, brauche ich dafür einen Female-only-Kurs? Im Grunde lassen sich diese Dinge, also etwa wie nun ein guter Prompt aussieht, ja auch einfach googeln – oder man fragt den Bot einfach selbst. Das Problem ist nur, und so geht es zumindest mir und auch vielen Frauen im Kurs: Man macht es dann doch nicht. Es fehlen Zeit und Motivation.
3. Unter der Überschrift "Keine Rücksicht auf Mimosen" verteidigt der CICERO den Buchkritiker Denis Scheck gegen Unterstellungen, wenn er auch Bücher von Frauen in die Tonne werfe, sei er sexistisch.
Um die Sache einzuordnen: Ildikó von Kürthy ist seit über zwei Jahrzehnten eine sehr erfolgreiche Autorin, die niemals in dem Verdacht stand, Weltliteratur zu produzieren, sondern Unterhaltung, vor allem für die weibliche Leserschaft. Dass ein Denis Scheck da die Nase rümpft, kann man verstehen. Seine Kritik trifft keine mittellose Lyrikerin, sondern eine Literaturunternehmerin. Sophie Passmann ist eine Medienpersönlichkeit, Moderatorin und Podcasterin, die insbesondere im ÖRR bestens vernetzt ist – von Jan Böhmermann bis Joko Winterscheidt. Auch sie ist kontroversenerprobt und sollte eine gewisse Resilienz entwickelt haben.
Abgesehen von diesen individuellen Aspekten: Schecks Kritik war nicht sexistisch, wie umgehend unterstellt wurde. Denn natürlich gibt es Genreliteratur, die sich in simpler Art und Weise an die Vorlieben des einen oder anderen Geschlechts richtet. Jeder professionelle Verlag weiß diese Bedürfnisse zu befriedigen. Nun so zu tun, als ob es diese Genres und ihre Stilmittel nicht gäbe oder sie den gleichen Wert hätten wie anspruchsvolle Literatur, ist reine Heuchelei.
Damit aber sind wir beim entscheidenden Punkt: Allein die Unterscheidung zwischen E und U widerspricht dem egalitären Zeitgeist. Dass ein Buch wertvoller sein könnte, weil es gedanklich und sprachlich komplexer und anspruchsvoller ist als andere, erscheint dem Apologeten des Egalitären als ein Skandal. Alles hat heute gleichwertig und gleich wertvoll zu sein. Alles ist irgendwie okay. Alles gut, solange es sich gut anfühlt. Und wer das bestreitet, ist elitär, abgehoben oder gleich diskriminierend und menschenverachtend.
Entlarvend war auch der Ton der Kritik an Scheck. Immer wieder – sogar von Elke Heidenreich – wurde auf Schecks konservativen Modegeschmack und seine Einstecktücher hingewiesen. Die Botschaft: Tritt ab, du alter, weißer Mann mit deinen überheblichen Urteilen und überholten Vorstellungen von Kultur und Kultiviertheit. Das ist ungleich sexistischer, als Denis Scheck es je sein könnte – und einfältiger Primitivismus dazu. Dabei ist die Sache recht einfach: Wenn du nicht kritisiert werden willst, dann schreibe eben keine Bücher. Es gibt so viele andere schöne Berufe, in denen man seine Übersensibilität kultivieren kann.
4. Eine aktuelle Studie mit mehreren hundert deutschen Teilnehmerinnen erklärt, warum Frauen Gewaltpornos mögen.
5. Der neueste Beitrag des deutschen Youtube-Kanals "Biased Skeptic" analysiert eine Debatte zwischen einer feministischen Funk-Redakteurin (Sara) und einem konservativen Influencer (Darian). Dabei geht es um Argumentationsmuster beider Seiten zu Themen wie Männerhass in der Musik, Dating und die Ablehnung männlicher Zuwanderer.
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