"Bei der Benachteiligung von Männern arbeiten Konservative und Feministinnen zusammen"
Viele aus dem konservativen bis rechten Lager behaupten, im Wesentlichen habe der Feminismus zum Leid der Männer beigetragen. Feministinnen hingegen argumentieren, sie hätten Männer von starren Rollenklischees befreit, dank ihrer Weltsicht dürften Männer jetzt zum Beispiel auch Schwäche zeigen oder Anteile ihrer Persönlichkeit ausleben, die früher allein Frauen zugestanden wurden. Beide Lager blenden ihren eigenen Anteil am Problem häufig aus. Ein neuer Diskussionsbeitrag im Reddit-Forum der linken Männerrechtler hat die Benachteiligungen von Männern analysiert und vertritt die These, im Wesentlichen beruhten sie auf dem Zusammenwirken von Feministinnen und Konservativen. Spannend genug, um diese Sicht ins Deutsche zu übersetzen – zumal ich persönlich finde, dass sie den Nagel auf den Kopf trifft.
Die meisten Menschen im linken Spektrum gehen davon aus, dass der Einsatz für Männerrechte automatisch bedeutet, dass man rechts ist.
Dieses Dokument beweist das Gegenteil – mit Daten. Der traditionelle Konservatismus ist selbst eine der Hauptquellen für den Schaden von Männern. Männer, die in die Politik der Republikaner flüchten, weil der Feminismus der sichtbare Feind ist, begehen einen schweren strategischen Fehler. Sie verlassen eine Schadensquelle und rennen direkt in eine andere.
Hier ist die vollständige Aufschlüsselung.
Ich bin 60 dokumentierte Benachteiligungen von Männern durchgegangen und habe jede einzelne nach ihrem ideologischen Ursprung kategorisiert: traditioneller Konservatismus, Feminismus oder beide Ideologien im Zusammenspiel.
Die Ergebnisse:
* Nur traditioneller Konservatismus: 9 Probleme (15 %)
* Nur Feminismus: 23 Probleme (38 %)
* Beide Ideologien zusammen: 28 Probleme (47 %)
In der 47-%-Spalte "Beide" befinden sich die tödlichsten Probleme. Schauen Sie sich an, was darin enthalten ist, bevor Sie eine politische Schlussfolgerung ziehen.
Was der traditionelle Konservatismus aufgebaut hat:
Dies ist der Teil, den die meisten linken Diskussionen über Männerthemen korrekt identifizieren – aber selten vollständig dokumentieren.
* Konditionierung zu "Sei ein Mann!" / "Reiß dich zusammen" / Stoizismus: Emotionen = Schwäche = beschämend. Dies ist die direkte kulturelle Ursache dafür, dass Männer psychologische Hilfe meiden. Das kam nicht vom Feminismus. Es entstand aus einer jahrhundertealten konservativen Männlichkeitsideologie. [Jordan Peterson und Andrew Tate arbeiten auf dieser Schiene. -A.H.]
* Die Doktrin der männlichen Opferbereitschaft/Entsorgbarkeit: Das Leben von Männern wird als Systemmerkmal unter das von Frauen und Kindern eingestuft. "Frauen und Kinder zuerst" ist viktorianische Ritterlichkeit – keine feministische Politik.
* Die Beschneidung von männlichen Säuglingen: Religiöse und kulturelle Traditionen setzen sich über die körperliche Autonomie hinweg. Keine ernstzunehmende konservative Bewegung stellt dies infrage.
* "Man schlägt keine Frau, selbst nicht zur Selbstverteidigung": Ritterlichkeit nimmt Männern das Recht, sich gegen weibliche Gewalt zu verteidigen, und stellt diesen Entzug dann als Tugend dar.
Wo der Feminismus sein eigenes Versprechen gebrochen hat:
Der Feminismus hat ausdrücklich Gleichberechtigung versprochen. Dieses Versprechen wurde selektiv eingehalten.
* Das Duluth-Modell [zur Bekämpfung häuslicher Gewalt] definiert Männer rechtlich immer als Täter und Frauen immer als Opfer – die Entwicklerin Ellen Pence baute es auf der "Patriarchatstheorie" auf, nicht auf Beweisen darüber, wie Gewalt tatsächlich abläuft.
* Die VAWA-Finanzierung (Violence Against Women Act) wurde durch feministische Lobbyarbeit explizit geschlechtsspezifisch gestaltet – männliche Opfer häuslicher Gewalt sind von staatlich finanzierten Frauenhäusern rechtlich ausgeschlossen.
* Murray Straus, der Forscher, der dokumentierte, dass häusliche Gewalt bidirektional ist, wurde von feministischen Akademikern beruflich zum Schweigen gebracht und angegriffen, weil er Daten veröffentlichte, die dem ideologischen Rahmen widersprachen.
* Erin Pizzey gründete das weltweit erste Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt und versuchte, es auch für männliche Opfer zu öffnen. Feministische Aktivistinnen schickten ihr Todesdrohungen.
* Claudia Goldins Nobelpreis-Forschung bestätigte, dass das Lohngefälle verschwindet, wenn die geleisteten Arbeitsstunden gleich sind – Feministinnen forderten gleichen Lohn für ungleiche Leistung und bezeichneten jede Erwähnung des Produktivitätsunterschieds als "Frauenfeindlichkeit".
Was beide zusammen aufgebaut haben – die Probleme mit Todesfolge:
Dies sind keine Scharmützel im Kulturkampf. Hier geht es um Todesfälle und zerstörte Leben.
* Die Suizidrate bei Männern ist 3,5- bis 4,5-mal höher als bei Frauen: Der traditionelle Konservative sagt, Männer bitten nicht um Hilfe. Die feministische Finanzierung der psychischen Gesundheit priorisiert Frauen. Männer sterben in aller Stille, während keine der beiden Seiten dies als politische Priorität behandelt.
* 93 % der Todesfälle am Arbeitsplatz betreffen Männer: Der traditionelle Konservatismus hat das System "Männer machen gefährliche Jobs" aufgebaut. Der Feminismus kampagnierte für Gleichberechtigung in den Vorstandsetagen und forderte kein einziges Mal Gleichberechtigung im Bergbau, in der Forstwirtschaft, der Fischerei oder im Dachdeckerhandwerk.
* 70–85 % der Obdachlosen sind Männer: Der traditionelle Konservative sagt, Männer müssen autark sein. Die feministische Heimgesetzgebung priorisiert explizit Frauen und Kinder. Alleinstehende Männer kommen an letzter Stelle.
* Männer erhalten für identische Verbrechen 63 % längere Gefängnisstrafen: Der traditionelle Konservatismus stellt Männer als voll verantwortliche moralische Akteure dar. Feministische Interessenvertretung fordert Strafmilderung für Frauen. Beide Ansätze führen zu demselben ungerechten Ergebnis.
* Die Kluft bei der Lebenserwartung: Männer sterben 5–7 Jahre früher – ohne dass es auch nur ansatzweise eine politische und finanzielle Infrastruktur gäbe, wie sie für die Gesundheit von Frauen existiert.
* Selective Service (Wehrpflichtregistrierung in den USA): Nur für Männer, Gefängnis bei Verweigerung: Der traditionelle Konservatismus schuf die Wehrpflicht nur für Männer, und feministische Organisationen kämpften aktiv dafür, dass dies so bleibt.
Das Muster:
Der traditionelle Konservatismus hat die männliche Opferbereitschaft als Systemmerkmal eingebaut. Der Feminismus hat dieses System übernommen, jeden Teil behalten, der Frauen nützt, und nur die Teile abgebaut, die Frauen einschränkten.
Der traditionelle Konservatismus hat den Käfig gebaut. Der Feminismus hätte das Schloss aufbrechen müssen – sie haben Gleichberechtigung versprochen. Stattdessen haben sie das Schloss behalten und den Schlüssel für sich selbst genommen.
Die tödlichsten Antimänner-Ressentiments sind fast immer die, bei denen beide Ideologien übereinstimmen und sich gegenseitig verstärken. Deshalb fühlen sich diese Probleme unlösbar an – man kämpft gleichzeitig gegen ein Tag-Team aus der Rechten und der Linken.
Die politische Schlussfolgerung:
Männer haben keine Partei, die ihre Interessen wirklich vertritt.
* Die Republikaner zelebrieren die männliche Opferbereitschaft – "Reiß dich zusammen" ist ihre kulturelle Marke. Sie haben die Regierung mehrfach kontrolliert und den Selective Service nie angerührt, das Schuldgefängnis für Kindesunterhalt nie reformiert und die Suizidkluft bei Männern nie als politische Priorität behandelt.
* Die Demokraten kontrollieren die psychosoziale Versorgung, die Bildungspolitik und die Finanzierung von Hilfen bei häuslicher Gewalt – all das schließt Männer systematisch aus oder depriorisiert sie. Die Linke hatte Jahrzehnte Zeit, das Duluth-Modell, die geschlechtsspezifischen Ausschlüsse des VAWA und die Obdachlosigkeitskrise von Männern zu beheben. Sie hat es nicht getan.
Männerrechte sind keine konservative Angelegenheit. Aber sie sind auch keine Angelegenheit der Demokraten. Der erste Schritt besteht darin, sich weigern so zu tun, als sei eine der beiden Parteien ein Verbündeter, wenn die Beweise das Gegenteil besagen.
Darauf folgt ein Link zu einer Aufschlüsselung von sechzig Benachteiligungen, die Männer erleiden und ihrer Zuordnung zu ihrer Ursache im politischen Spektrum.
Darunter wird der Beitrag von anderen Reddit-Besuchern diskutiert.
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