Freitag, Juni 19, 2026

"Wie sehr hassen Sie Männer, Jette Nietzard?"

1. Die Journalistin Melanie Ammann hat Jette Nietzard (Grüne) zu ihrem Hass auf Männer interviewt. Wer keine Stunde Zeit dafür hat: Die Berliner Morgenpost hat Nietzards Ressentiments zusammengefasst:

Auf die Frage, ob ein Mann sich also ständig "beweisen" müsste, antwortet die ehemalige Chefin der Grünen Jugend: "Natürlich muss er das." Kritik, sie würde Männer mit ihren Aussagen pauschalisieren und so selbst für Stereotype sorgen, erteilt Nietzard eine Absage: "Ich bin nicht hier, um Männer zu pleasen."




2. Anina Ritscher erklärt, warum sie die Schweizer Väterbewegung hasst.



3. Das kanadische Gender-Establishment erklärt, warum es die Manosphäre hasst. Der Antifeminismus gewinne inzwischen "zunehmend an Bedeutung für die nationale Sicherheitslage Kanadas".

"Hass, Extremismus und Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz, insbesondere wenn sie sich gegen Frauen richten", sagte die konservative Abgeordnete Anna Roberts am Dienstag in Ottawa. Das Wort "insbesondere" wegzulassen, wäre ehrlicher gewesen.

Der konservative Abgeordnete Dominique Vien, Vorsitzender des Ausschusses, erklärte gegenüber Reportern, dass die Zeugen, die vor dem Ausschuss aussagten, Schwierigkeiten hatten, einen einzigen Grund für den Anstieg des Antifeminismus zu benennen.

Dann sind die Zeugen entweder inkompetent oder haben den Ausschuss ganz schön getrollt.

Was die kanadischen Politiker übersehen, ist, dass die Manosphäre nicht hier ist, um Frauen zu pleasen. So etwas scheint als Antwort ja auszureichen, wenn es gegen Männer geht.



4. In diesen Zeiten, wo feministische Ressentiments zu einer neuen Blüte gelangen, beschäftigt sich die kanadische Kulturwissenschaftlerin Professor Janice Fiamengo mit einer der zentralen Schriften dieser Bewegung. Ihr Beitrag kann den ideologischen Untergrund des Männerhasses beleuchten, der bis heute von einigen mit glühendem Eifer gepredigt wird. Fiamengo ist rhetorisch in manchem ein wenig drüber – der Feminismus insgesamt als "Todeskult" ist genauso quatschig wie die "Manosphäre" als Bedrohung der nationalen Sicherheit –, aber mehrere von ihr angesprochenen Punkte treffen ins Schwarze. Ich dokumentiere die Analyse im Volltext:



Valerie Solanas, die Todesgöttin des Feminismus

Die Wiederveröffentlichung des Films "I Shot Andy Warhol" (1996) von Regisseurin Mary Harron in diesem Monat zeigt einmal mehr die anhaltende feministische Faszination für gewalttätige, männerhassende Frauen.

Die Entschuldigung von Feministinnen für ihren Männerhass war schon immer unaufrichtig. Wenn Frauen Männer hassen, so behaupten Feministinnen, verletze das lediglich die Gefühle der Männer. Der Hass von Männern auf Frauen hingegen könne tödlich sein. Wenn Männer Frauen hassen, töten sie sie.

Das wäre selbst dann Unsinn, wenn Männer das einzige Geschlecht wären, das tötet. Hass hat abgesehen von Blutvergießen viele schädliche Auswirkungen. Politisierter Hass verletzt seine Opfer durch soziale Stigmatisierung, Diskriminierung sowie ungerechte Gesetze und Richtlinien.

Frauen töten und verletzen Männer in erheblicher Zahl. Doch wenn feministischer Hass zu Gewalt gegen Männer führt, zeigen sich Feministinnen unbeschämt. Sie zucken mit den Achseln und behaupten, die Gewalt sei nicht repräsentativ für den Feminismus im Allgemeinen. Oder sie rechtfertigen die Gewalt, indem sie die Mörderin als Möchtegern-Befreierin darstellen.

Letzteres bietet uns Mary Harron, die Co-Autorin und Regisseurin von "I Shot Andy Warhol", einem Biopic aus dem Jahr 1996 über die radikale Feministin Valerie Solanas. Diese erlangte Berühmtheit durch den Versuch, den Pop-Art-Künstler Andy Warhol zu ermorden – nur wenige Monate nach der Fertigstellung ihrer männerhassenden Abhandlung, dem "SCUM Manifesto". SCUM stand für die "Society for Cutting Up Men" [Vereinigung zur Vernichtung von Männern].

Regisseurin Mary Harron schwärmte in Interviews von Solanas’ Genialität: "Ich bin ein großer Fan des SCUM Manifesto."

Vom Guardian anlässlich der Wiederveröffentlichung ihres Films am 12. Juni interviewt, zeigte sich Harron erfreut darüber, dass Solanas wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie behauptete, dass unsere gegenwärtige Epoche, die angeblich voller "männlicher Dominanz und autoritärer Regimes" sei – gegen die Solanas angeblich "kämpfte" –, ihren Film relevanter denn je mache.

Tatsächlich hat Solanas gegen nichts Bestimmtes "gekämpft", da ihr jegliches kohärente Programm oder auch nur eine einzige nützliche Strategie für gesellschaftlichen Wandel fehlte. Aber Harron und der Guardian sind darauf bedacht, Solanas interessanter und bewundernswerter darzustellen, als sie tatsächlich war.

Wer zumindest pro forma Ausdrücke des Entsetzens über Solanas’ Gewalt erwartet, wird von dem Artikel im Guardian enttäuscht, der die "triumphale Rückkehr" des Films anpreist. Während Harron gesteht, dass Solanas "tief sitzende Vorurteile" gegenüber Transfrauen hatte, verliert sie kein Wort über Solanas’ alles überlagernden Männerhass.

Tatsächlich bekundet Harron Mitgefühl für Solanas und lobt deren "komische Präzision und eisige literarische Stimme", die sie wie ein "Blitzschlag" getroffen habe, als sie Solanas’ SCUM Manifesto in den 1980er Jahren zum ersten Mal las. Harron, die damals als Musikjournalistin arbeitete, behauptet, sie habe aufgrund "all meiner Jahre, in denen ich dem erbärmlichen männlichen Ego diente", sofort eine Verbindung zu Solanas gespürt.

Der Guardian leitet die Leser dazu an, Harrons feministische Sichtweise zu übernehmen, indem er Solanas’ "gerechten Zorn auf die patriarchale soziale Kontrolle" beschreibt und Harrons Worte zitiert: "Ich liebe Valerie, aber man muss sie nicht zu einer hundertprozentigen Heldin machen."

Das nennt man wohl moralische Rechtschaffenheit. Verherrliche die Möchtegern-Mörderin nicht – zumindest nicht vollständig.

I Shot Andy Warhol machte Solanas stattdessen zu einer attraktiven Antiheldin, einer brillanten, aber zerrütteten Frau, deren Fanatismus durch Verletzlichkeit gemildert wird (Szenen, in denen sie auf der Straße schläft und ihren Körper für Geld verkauft), und deren rührselige Schriften als gegenkulturelle Kunst gerahmt werden.

Viele der einprägsamsten Szenen des Films zeigen Solanas, die in der Darstellung der Schauspielerin Lili Taylor kampflustig und selbstbewusst kurze Passagen aus SCUM rezitiert. In diesen sepiafarbenen Tableaus wirkt Solanas wie aus der Gegenwart des Films herausgehoben, ihre prägnanten und pikanten Worte unsterblich gemacht. Andere romantisierte Szenen zeigen sie an der Schreibmaschine, die Zigarette auf den Lippen, unbeeindruckt von den schmuddeligen Umständen; oder wie sie ihre hektografierte Broschüre in den Straßen von Greenwich Village wie eine Ein-Frau-Stand-up-Routine anpreist.

Solanas’ Mordversuch in den Anfangs- und Schlusssequenzen des Films ist stilisiert und unblutig, wobei die Kamera sich hauptsächlich auf Solanas’ fesselndes, trotziges Gesicht konzentriert. Warhols Leiden wird überhaupt nicht dargestellt.

Vom Hass zerfressen

In der Realität war Valerie Solanas eine Menschenfeindin und ihr Versuch, einen unschuldigen Mann zu töten, war das einzig Bemerkenswerte an ihr. Ihr SCUM Manifesto ist nur als Einblick in das schwarze Herz ihres pathologischen Narzissmus lesenswert.

Das Buch nimmt viele feministische Behauptungen über männliche Gewalt und männliche Unzulänglichkeit vorweg. Solanas schrieb: "Männlich zu sein bedeutet, unvollständig zu sein" (S. 35). "Einen Mann als Tier zu bezeichnen, bedeutet, ihm zu schmeicheln; er ist eine Maschine, ein wandelnder Dildo" (S. 37). Frauen hätten keinen Penisneid, behauptete sie: "Männer haben Fotzenneid" (S. 38). "Jeder Mann weiß tief im Inneren, dass er ein wertloses Stück Scheiße ist" (S. 39).

Männer reduzierten Frauen zu Objekten, behauptete Solanas, weil "der Mann bloß ein Mitglied der Spezies ist, austauschbar mit jedem anderen Mann. Er besitzt keine tief verwurzelte Individualität" (S. 46). "Der Mann ist nur ein Bündel konditionierter Reflexe, unfähig zu einer geistig freien Reaktion" (S. 45). "Obwohl er ein Individuum sein möchte, hat der Mann Angst vor allem in sich selbst, das sich auch nur im Geringsten von anderen Männern unterscheidet" (S. 50).

Und so weiter und so fort, unerbittlich in anklagender Wiederholung.

Solanas’ grundlegende Behauptung über Männer war, dass sie sich selbst hassten und Frauen sein wollten, aber wussten, dass sie es niemals sein könnten. Sie beschrieb den Mann als "zerfressen von Frustration darüber, nicht weiblich zu sein" und "zerfressen von Hass – nicht von rationalem Hass, der sich gegen diejenigen richtet, die einen missbrauchen oder beleidigen –, sondern von irrationalem, wahllosem Hass … im Grunde Hass auf das eigene wertlose Selbst" (S. 64).

Hier fand sich der dauerhafte feministische Grundsatz, dass Frauen das Recht haben, Männer zu hassen, die sie angeblich missbrauchen und beleidigen, während Männer, die Frauen hassen, auf ihre eigene Abscheulichkeit reagieren. Die einzig vernünftige Reaktion der Männer auf ihren Zustand war laut Solanas, sich in das Vergessen zu fügen.

Einige von Solanas’ SCUM-Texten haben trotz ihres banalen Inhalts eine gewisse aphoristische Wirkung. "So wie Menschen aufgrund ihrer höheren Entwicklung und ihres überlegenen Bewusstseins ein vorrangiges Existenzrecht gegenüber Hunden haben", erklärte Solanas, "so haben Frauen ein vorrangiges Existenzrecht gegenüber Männern" (S. 67). Doch selbst wenn man diesen doppelten Syllogismus akzeptieren würde, folgt daraus ihr Schluss – "Die Eliminierung jedes Mannes ist daher eine rechtschaffene und gute Tat" (S. 67) – keineswegs. Es ist nicht rechtschaffen, ein lebendes Wesen zu vernichten, bloß weil es nicht hochentwickelt ist.

Der größte Teil von SCUM ist langweilig und repetitiv; er offenbart einen begrenzten Wortschatz, klischierte Äußerungen und vage Vulgaritäten. Solanas’ radikale Vision für eine bessere Gesellschaft, wenn man es überhaupt so nennen kann, war nicht komplizierter als der kindliche, ad nauseam wiederholte Wunsch, "die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die vollständige Automatisierung einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten" (S. 35).

Wie das erreicht werden sollte, dazu sagte Solanas lediglich, dass SCUM-Frauen "innerhalb weniger Wochen die vollständige Kontrolle über dieses Land erlangen könnten, indem sie sich einfach aus der Erwerbsbevölkerung zurückziehen und dadurch die gesamte Nation lähmen. Zusätzliche Maßnahmen, von denen jede einzelne ausreichen würde, um die Wirtschaft und alles andere vollständig zu ruinieren, bestünden darin, dass Frauen sich vom Geldsystem lossagen, nichts mehr kaufen, einfach plündern und sich schlicht weigern, Gesetze zu befolgen, die sie nicht befolgen wollen" (S. 69).

Solch ein kindischer Brei mag für den Verstand eines rebellischen Fünfzehnjährigen attraktiv sein (und war gewiss attraktiv für Mary Harron, die Solanas mit Malcolm X verglich und ihre Gesellschaftsanalyse als "wirklich ziemlich brillant" bezeichnete), aber es ist peinlich, wenn es als quasi-seriöser oder rhetorischer Aufruf zur Revolution präsentiert wird.

Die Gründe für Solanas’ obsessiven Männerhass werden nie klargestellt, da im gesamten Text verschiedene Anschuldigungen und Urteile auftauchen. Zu Beginn beschrieb sie Männer als "psychisch passiv", weil sie "völlig egozentrisch, unfähig zu Beziehungen, Empathie oder Identifikation und erfüllt von einer enormen, allgegenwärtigen, diffusen Sexualität" seien (S. 37).

Sie drückte jedoch auch Ekel über die Erfindung von Philosophie und Religion durch den Mann aus – Systeme des moralischen Denkens, die ihrer Behauptung nach geschaffen wurden, weil er, "da er leer ist, nach außen blickt, nicht nur um Führung und Kontrolle zu finden, sondern auch um Erlösung und den Sinn des Lebens" (S. 52). Gewiss neigen "egozentrische" Menschen eher dazu, nach innen als nach außen zu blicken, und "psychisch passive" Menschen sind wohl kaum der Typ, der von komplexen religiösen und philosophischen Strukturen fasziniert ist, geschweige denn Lebenszeiten damit verbringt, diese auszuarbeiten, zu verfeinern und darüber zu debattieren, wie Männer es getan haben. Die Einfalt von Solanas’ eigenem Denken tritt im Gegensatz dazu eklatant hervor.

Selbst Frauen, die überlegenen Wesen, die die Erde erben werden, werden nicht konsistent dargestellt. Von der Frau wird gesagt, sie "wisse instinktiv, dass das einzige Unrecht darin besteht, anderen wehzutun, und dass der Sinn des Lebens Liebe ist" (S. 53). Die Sentimentalität ist herbeigeredet. Dennoch wetterte Solanas auch gegen "Papa-Mädchen", also Frauen, die Männer lieben und verehren (S. 55), und erklärte: "Alle Frauen haben eine Verräterader in sich, in höherem oder geringerem Maße" (S. 74). Im Gegensatz zu ihrem Punkt über das Liebeswissen der Frauen lobte sie "hasserfüllte, gewalttätige Schlampen, die dazu neigen, denjenigen, die sie unangemessen irritieren, mitten in die Fresse zu schlagen, die einem Mann eher ein Messer in die Brust jagen oder einen Eispickel in den Arsch rammen würden, als ihn anzusehen" (S. 61).

Manch eine wütende Fünfzehnjährige könnte das ebenso gut formulieren.

Es hat keinen Zweck, nach einer zum Nachdenken anregenden Einsicht oder einem Muster von Themen zu suchen. Das SCUM Manifesto verdient es nicht, wegen seiner ühnheit oder seines Witzes verehrt zu werden, und schon gar nicht wegen seiner Wortkunst. Erfüllt von bitteren Tiraden, versteht man es vielleicht am besten als den kleinen Mein Kampf des Feminismus – insbesondere Solanas’ Geißelung des Mannes dafür, dass er "Sündenböcke braucht, auf die er seine Fehler und Unzulänglichkeiten projizieren kann" (S. 53). Sündenbock-Schöpfer, heile dich selbst.

Feministinnen rechtfertigen versuchten Mord

Es traf sich so, dass auf den flippigen Straßen von New York City niemand daran interessiert war, SCUM beizutreten oder über die vorgeschlagenen Heldentaten zu lesen. Solanas war weder in der Lage, viele Exemplare des Buches zu verkaufen, noch fand sie Gefolgsleute, die ihren Tiraden zuhörten. Ihr Fokus verlagerte sich auf von Paranoia inspirierte Gewalt. Am 3. Juni 1968 betrat Solanas Andy Warhols Studio, The Factory, und schoss dreimal aus nächster Nähe mit einer Beretta-Pistole vom Kaliber .32 auf ihn – Berichten zufolge, weil sie glaubte, er plane, den Inhalt eines Theaterstücks zu stehlen, mit dessen Inszenierung sie ihn bedrängt hatte.

Sie schoss auch auf den Kunstkritiker Mario Amaya, der nicht schwer verwundet wurde, und versuchte, Warhols Manager Fred Hughes zu erschießen, der dadurch gerettet wurde, dass die Waffe klemmte.

Warhol erlitt lebensgefährliche Verletzungen und erholte sich nie wieder vollständig. Zwei Kugeln durchbahrten seinen Magen, seine Leber, seine Milz, seine Speiseröhre und beide Lungen. Er wurde auf dem Operationstisch kurzzeitig für tot erklärt, musste sich zahlreichen Operationen unterziehen und für den Rest seines Lebens ein medizinisches Korsett tragen, um seine Organe an Ort und Stelle zu halten.

Seine Genesung war schmerzhaft und traumatisch. Er bekam schreckliche Angst vor Krankenhäusern und exzentrischen Menschen und war von Todesgedanken besessen. Seine Kunst veränderte sich, wurde weniger verspielt, dafür makaberer, und seine Politik der offenen Tür in der Factory wurde aufgehoben. Er suchte Sicherheit durch Leibwächter und Überwachungssysteme.

Man kann Solanas’ Mordversuche mit der Begründung herunterspielen, sie sei psychisch krank gewesen. Bei Solanas wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, und sie verbrachte Monate in einer psychiatrischen Anstalt.

Die Reaktion angeblich vernünftiger feministischer Ideologinnen und Verfechterinnen auf Solanas’ Tat – einschließlich Mary Harron – ist jedoch eine andere Geschichte. Im Großen und Ganzen zeigten sich Feministinnen unbeeindruckt – ja, sogar befriedigt – von den offensichtlichen Parallelen zwischen Solanas’ schriftlicher Rechtfertigung für den Mord an Männern als "eine rechtschaffene und gute Tat" und ihren tatsächlichen Schüssen auf Männer.

Die damalige Präsidentin der New Yorker Sektion der National Organization for Women, Ti-Grace Atkinson, feierte Solanas zum Zeitpunkt der Schüsse als Symbol für den berechtigten Zorn der Frauen und engagierte einen prominenten Anwalt für ihre Verteidigung. Einer von Andy Warhols Filmstars (bekannt als Ultra Violet) schrieb eine Biografie (Famous for 15 Minutes: My Years with Andy Warhol), in der sie Solanas als Visionärin lobte und sagte: "Denn am Anfang, jenseits ihrer überhitzten Rhetorik, hatte sie eine wahrhaft revolutionäre Vision von einer besseren Welt, die von Frauen und zum Nutzen von Frauen geführt wird."

Das SCUM Manifesto startete durch; es wurde kurz nach Solanas’ Festnahme von der Olympia Press veröffentlicht und schließlich in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Es wurde in Kursen für Frauenstudien ausgiebig gelehrt, fand Aufnahme in feministische Anthologien wie Robin Morgans Sisterhood is Powerful (1970) und wurde 2004 vom Nischenverlag Verso Books neu aufgelegt – versehen mit einer langen, bombastischen Einleitung der Philosophieprofessorin Avital Ronell von der New York University, die später der sexuellen Belästigung eines männlichen Doktoranden für schuldig befunden wurde. Ronell lobte die angebliche Weitsicht des Buches und erklärte über Solanas: "Vielleicht wurde sie hierher geschickt, um das Unaussprechliche auszusprechen, oder, weniger dramatisch, um den Weckruf zu ertönen zu lassen […], um die Dialektik des weiblichen Empowerments zu fördern" (24).

Im Jahr 2014 veröffentlichte Breanna Fahs eine bewundernde Biografie, die Solanas sowohl als missbrauchtes unschuldiges Opfer als auch als Widerstandskämpferin darstellte. Fahs hält ein Gespräch zwischen Solanas und ihrem Freund Jeremiah Newton fest, der sie fragte, ob ihr Manifest wörtlich zu nehmen sei. "Ich will nicht alle Männer töten", hatte sie angeblich geantwortet. "Ich denke, Männer sollten sterilisiert oder kastriert werden, damit sie nicht noch mehr Leben ruinieren können."

Im Jahr 2018 schwärmte Julie Bindel: "Was ich an diesem Buch [SCUM Manifesto] liebe, ist, wie es ganz unumwunden den Männerhass fördert."

Im Jahr 2020 wurde in der New York Times ein feierlicher Artikel veröffentlicht, der Solanas als "eine wichtige LGBTQ-Figur" bezeichnete. Er erschien im Rahmen der Serie Overlooked über "bemerkenswerte" Personen, deren Tod in der Times nicht gemeldet worden war (obwohl er es hätte sein sollen). Der Artikel hob ihre "gewagten Argumente im SCUM Manifesto, ihr Plädoyer für eine Welt ohne Männer" hervor und schien zu bedauern, dass der Angriff auf Warhol dazu beigetragen hatte, "ihr Leben zu definieren".

Es ist unvorstellbar, dass das Online-Manifest von Elliot Rodger, der in Isla Vista, Kalifornien, sechs Menschen tötete, in Universitätskursen gelesen und mit einer glühenden Einleitung eines akademischen Superstars veröffentlicht würde.

Der Feminismus als Todeskult<7B>

Vielleicht ist es möglich, irgendwo im Internet eine oder zwei vereinzelte Stimmen zu finden, die die willkürliche Tötung von Frauen oder die Beinahe-Ausrottung des weiblichen Geschlechts fordern.

Es ist jedoch unvorstellbar, dass eine Gruppe von Vordenkern in unserer Gesellschaft die Tötung von Frauen – zum Wohle der Erde und der Männer – nicht nur toleriert, sondern in vielen Fällen aktiv fördert und lobt.

Die vorgeschlagene Tötung von Männern wird vollauf toleriert und gelobt. Wenn sie mit den Beweisen konfrontiert werden, reagieren feministische Verfechterinnen ungläubig, defensiv und abweisend – letztlich verärgert, ja sogar empört darüber, dass ihnen die extremistischen Dogmen ihres erklärten Glaubens vorgehalten werden. Ihr Glaube an die eigene Rechtschaffenheit bleibt unerschüttert.

Der Feminismus des 21. Jahrhunderts bleibt einer der populärsten Todeskulte der Welt, und Valerie Solanas wird in diesem Sommer seine Fahnenträgerin sein.




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