Freitag, Oktober 16, 2026

Bundeswehr: Warum Ex-Soldaten künftig nicht mehr Nein sagen können

1. Der Bundestag berät über das von Verteidigungsminister Boris Pistorius geplante Reservestärkungsgesetz, das ehemalige Bundeswehrsoldaten künftig auch gegen ihren Willen und ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers zu Reservediensten verpflichten soll. Damit könnten Betroffene bis zum Alter von 65 Jahren herangezogen werden, in bestimmten Fällen auch zu Auslandseinsätzen in EU- und NATO-Staaten. Ein allgemeines Recht, eine Einberufung abzulehnen, ist nicht vorgesehen; lediglich bei bestimmten persönlichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Härtefällen kann eine Zurückstellung beantragt werden. Für Frauen bliebe der Dienst freiwillig. Die Linke kritisiert das Vorhaben als eine "Wehrpflicht durch die Hintertür".



2. Eine neue Studie auf Basis von Angaben von rund 750.000 15-Jährigen in 61 Ländern zeigt, dass Jungen in nahezu allen untersuchten Ländern weniger positiv auf schulische Anstrengung blicken als Mädchen. Dieser Unterschied besteht unabhängig von sozioökonomischem Status, Familienstruktur oder Klassenwiederholung und fällt in wirtschaftlich entwickelten und geschlechtergleicher organisierten Gesellschaften größer aus.



3. In Großbritannien hat die Suizidrate bei Männern mittleren Alters einen historischen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Männer sterben demnachweiterhin mehr als dreimal so häufig durch Suizid wie Frauen. Die Zahlen zeigen zudem, dass die erhöhte Suizidgefahr Männer der Generation X seit Jahrzehnten begleitet. Als mögliche Belastungsfaktoren nennen Experten finanzielle Schwierigkeiten, unsichere Arbeitsverhältnisse, hohe Wohnkosten, Einsamkeit und psychische Probleme. Vertreter von Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Suizidprävention politisch nicht ausreichend priorisiert werde. Sie weisen außerdem darauf hin, dass Männer bei der Suche nach Unterstützung häufig auf Stigmatisierung stoßen oder sich nicht ernst genommen fühlen, und fordern passgenauere Hilfsangebote.



4. Die Akademiker-Plattform "Inside Higher Ed" fordert nach der angeblichen Vergewaltigung in Cornell, dass Hochschulen Männer verpflichtend über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus unterrichten müssen, statt dies auf Wahlfächer, Workshops und einzelne Veranstaltungen zu begrenzen. Eine solche dauerhafte Integration dieser Themen geschehe an verschiedenen Hochschulen ja ohnehin schon. Da Männer ihre Vorstellungen von Männlichkeit über 18 Jahre hinweg erlernt hätten, brauche es ein ganzes Semester, um diese Normen zu hinterfragen. Von politischer Indoktrination könne nicht die Rede sein: "Der Zweck der Vermittlung von Wissen über Geschlechterungleichheit, Macht und Sexismus besteht nicht darin, Einigkeit herbeizuführen, sondern die Studierenden dazu zu befähigen, diese Kräfte zu verstehen, sie zu hinterfragen und sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden."



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