Freitag, Januar 16, 2026

Neue Studie: Nur elf Prozent aller Männer weisen "toxische Männlichkeit" auf

1.
Laut einer aktuellen Studie unter mehr als 15.000 heterosexuellen Männern in Neuseeland entsprechen die meisten Männer nicht dem gängigen Stereotyp der "toxischen Männlichkeit". Die Studie identifiziert fünf verschiedene Gruppen, basierend auf ihrer Einstellung zu verschiedenen problematischen Eigenschaften und Überzeugungen, wobei die Mehrheit der Männer ein geringes bis mäßiges Ausmaß dieser Eigenschaften aufweist.

Diese Ergebnisse stellen gängige Vorstellungen von Männlichkeit in Frage und legen nahe, dass ein differenzierteres Verständnis der Identität von Männern erforderlich ist, wie in der Fachzeitschrift Psychology of Men & Masculinities veröffentlicht wurde.

Der Begriff "toxische Männlichkeit" hat sowohl in öffentlichen Debatten als auch in akademischen Diskussionen weit verbreitete Verwendung gefunden und wird oft verwendet, um eine Reihe problematischer Einstellungen und Verhaltensweisen zu beschreiben, die Männern zugeschrieben werden. Dazu gehören häufig Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Unterdrückung der eigenen Gefühle und Aggression, wobei man sich auf soziologische Perspektiven stützt, die Männlichkeit manchmal in ein negatives Licht rücken.

Einige Wissenschaftler und Kritiker haben jedoch die Klarheit und Nützlichkeit des Begriffs in Frage gestellt und darauf hingewiesen, dass er zu weit gefasst, ungenau definiert oder sogar stigmatisierend sein kann, was einen konstruktiven Dialog über Männerfragen und psychische Gesundheit behindern könnte.


Dass stigmatisierende Begriffe einen konstruktiven Dialog erschweren, sollte offensichtlich sein – und nicht nur die Auffassung "einiger Kritiker". Wer solche Begriffe benutzt, mag an allem möglichen Interesse haben, aber sicher nicht an einem konstruktiven Diskurs.

Der von mir zitierte Artikel fasst zusammen, wie die Studie durchgeführt wurde. Dabei werteten die Forscher unter der Leitung der Psychologin Deborah Hill Daten aus einer großen, repräsentativen Befragung in Neuseeland aus, an der über 15.000 heterosexuelle Männer im Alter von 18 bis 99 Jahren teilnahmen. Die Männer beantworteten Fragebögen zu verschiedenen Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmalen, darunter ihre Sicht auf Geschlechterrollen, ihre Haltung gegenüber Frauen und sexuellen Minderheiten, ihr Bedürfnis nach Dominanz sowie bestimmte Charakterzüge wie Narzissmus oder geringe soziale Verträglichkeit.

Anschließend nutzten die Forscher eine statistische Methode, die Personen anhand ähnlicher Antwortmuster automatisch zu Gruppen zusammenfasst. So entstanden fünf unterschiedliche Männertypen, die sich darin unterschieden, wie stark problematische Einstellungen ausgeprägt waren. Das Ergebnis zeigte, dass die Mehrheit der Männer niedrige oder moderate Werte bei diesen Merkmalen hatte. Nur ein kleiner Teil wies gleichzeitig mehrere stark problematische Einstellungen auf. Die Studie kommt damit zu dem Schluss, dass es kein einheitliches, weit verbreitetes Muster problematischer Männlichkeit gibt, sondern sehr unterschiedliche Ausprägungen – mit einer deutlichen Mehrheit unauffälliger Profile.

Auch das populärwissenschaftliche Magazin Psychology Today berichtet über die Untersuchung und stellt dabei klar:

"Toxische Männlichkeit" ist ein im Internet weit verbreiteter Begriff, der allgemein problematische Formen von Männlichkeit beschreibt, die für andere schädlich sein können. Allerdings gibt es dazu nur wenige psychologische Forschungsarbeiten. Das ist problematisch, da dadurch unklar bleibt, was toxische Männlichkeit eigentlich ausmacht und wie verbreitet sie ist.


Das ist auch nicht der Sinn der Beschimpfung. Die Formulierung "toxische Männlichkeit" soll Wissenschaft vortäuschen, während es sich tatsächlich um einen sexistischen Kampfbegriff handelt.

"Psychology Today" führt näher aus, welche Faktoren der Studie zufolge als kennzeichnend für toxische Männlichkeit galten. Dazu gehörte auch "wohlwollender Sexismus" sowie Kritik an Initiativen, die häusliche Gewalt gegen Frauen verhindern sollen. Sexismus gegenüber Männern ist dieser Definition zufolge also kein Zeichen toxischer Männlichkeit, aber zu hinterfragen, ob man allein häusliche Gewalt gegen Frauen bekämpfen sollte, gilt anscheinend als "toxisch". Das Forscherteam hat ein sehr weites Netz ausgeworfen, und trotzdem nur elf Prozent aller Männer damit gefangen. Davon wurde die größte Gruppe (7,6 Prozent) als "wohlwollende Sexisten" identifiziert. Als wirklich "hostile toxic" entpuppten sich lediglich 3,2 Prozent aller Männer!

Die männerfreundliche Frauenzeitschrift "Evie" kommentiert:

Wir alle haben es schon gehört: Männer sind aggressiv, anspruchsvoll und irgendwie die Wurzel allen Übels in der Gesellschaft. Als Frauen wird uns oft diese Erzählung vorgesetzt, die die gesamte männliche Bevölkerung mit einem breiten, wenig schmeichelhaften Pinselstrich malt.

Aber was, wenn das nicht die ganze Geschichte ist? Was, wenn die meisten Männer eigentlich anständig und respektvoll sind und weit entfernt von den Monstern, zu denen sie nicht nur in einigen Ecken des Internets, sondern in der gesamten Gesellschaft gemacht werden? Und was, wenn viele der "toxischen" Eigenschaften, die mit Männlichkeit assoziiert werden, gar nicht ausschließlich Männern oder Männlichkeit zuzuschreiben sind?

(…) Aus der Perspektive einer Frau sind [die Erkenntnisse der Studie] erfrischende Neuigkeiten. In Beziehungen wurden wir darauf konditioniert, überall nach Warnsignalen Ausschau zu halten und manchmal Schatten zu sehen, wo keine sind. Aber stellen Sie sich vor, wir würden unsere Sichtweise ändern: Wir würden erkennen, dass die meisten Männer nicht darauf aus sind, zu dominieren oder zu erniedrigen. Sie sind unsere Partner, Väter, Brüder und Freunde, die Gleichberechtigung und Respekt schätzen.

(…) Diese Studie passt perfekt zu diesem Ethos. Sie erinnert uns daran, dass die Erzählung vom "Kampf der Geschlechter" übertrieben ist und oft von Medien verstärkt wird, die von Spaltung leben. Anstatt vom Schlimmsten auszugehen, können wir Verbindungen fördern, die auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung beruhen. (…) Wir müssen die vorherrschende Vorstellung aufgeben, dass Männer und Männlichkeit von Natur aus "schlecht" sind.


In deutschen Leitmedien wird über diese Erkenntnisse der Studie quer durch die Bank nicht berichtet. Den einzigen deutschen Artikel, den ich nach gründlicher Recherche finden konnte, findet sich in einem Nischenmagazin über Künstliche Intelligenz und Robotik.



2. Die New York Post berichtet, dass junge Männer Angst vor Dates haben und sich deshalb nicht mehr mit Frauen verabreden möchten.

Wie viele amerikanische Männer seiner Generation hat auch der 28-jährige Ryan Kessler Angst davor, Frauen anzusprechen.

Aber es ist nicht mangelnde Intelligenz oder Charisma, die den Single aus Manhattan zögern lassen, Frauen in freier Wildbahn anzusprechen. Es ist die Angst, für einen toxischen Macho und dummen Creep gehalten zu werden.

Kessler berichtete uns, dass er, wenn er versucht, eine potenzielle Partnerin für sich zu gewinnen, auf keinen Fall als Idiot gelten möchte, der Frauen mit ungeschickten Anmachsprüchen und unerwünschten Annäherungsversuchen eher abschreckt als zum Schwärmen bringt.

"Ich möchte niemals, dass sich die andere Person unwohl fühlt, und ich möchte respektvoll sein", erklärte der Cybersicherheitsanalyst. "Manche Frauen möchten überhaupt nicht angesprochen werden. Deshalb versuche ich immer, auf Nummer sicher zu gehen."

Kessler sagte, dass er daher derzeit "nur sehr selten mit Frauen in Kontakt kommt", obwohl er auf der Suche nach seinem Glück ist. "Ich möchte ‚die Eine‘ finden."

(…) Fast die Hälfte der alleinstehenden Männer in den USA, die laut einem Bericht aus dem Jahr 2025 mit "Annäherungsangst" zu kämpfen haben, möchte nicht als aufdringlich gelten.

Die Forscher stellten fest, dass "die Angst, als 'eklig' abgestempelt zu werden, die Bereitschaft amerikanischer Männer, mit Frauen in Kontakt zu treten, erheblich beeinträchtigt. 44 % von 1.000 befragten Männern gaben an, dass diese Angst ihre Bereitschaft, Kontakt aufzunehmen, verringert."

Dies ist ein bedauerlicher Trend, der offenbar im Widerspruch zu den tatsächlichen Wünschen der Mehrheit der alleinstehenden Frauen steht. Laut den Erkenntnissen wünschen sich 77 % der Frauen zwischen 18 und 30 Jahren – und 68 % zwischen 30 und 40 Jahren –, "häufiger angesprochen zu werden".

(…) Allerdings scheint es, dass die nette, charmante Vorgehensweise nicht immer die beste Option ist, zumindest laut Grant Greenly, einem 24-jährigen Schauspieler und Model, der diesen Ansatz – sowohl persönlich als auch auf Dating-Apps wie Hinge und Raya – erfolglos verfolgt hat.

Nun hat der gebürtige Texaner endgültig genug davon, potenzielle Partnerinnen anzubaggern.

"Ich werde das nie wieder tun, und das meine ich ernst. Es ist mir egal, wie sich das auf mein Liebesleben auswirkt", sagte Greenly. "Frauen anzusprechen lohnt sich heute einfach nicht mehr."

Der letzte Strohhalm für Greenly war ein kürzlicher Versuch, eine attraktive Frau mit "Hallo, wie geht's?" anzusprechen, die ihn sofort mit einem kalten, missbilligenden Blick abblitzen ließ, gefolgt von einer "Igitt, wer bist du denn?"-Reaktion einer anderen Single-Frau, die er in einem Club anzusprechen versuchte.

"Dating ist nicht mehr so wie früher. Unsere Väter mussten sich keine Sorgen machen, dass Telefone und Computer die Gedanken der Menschen verzerren", stöhnte er. "Heutzutage werden Männer, auch diejenigen, die keine Widerlinge sind, als Witz im Internet gepostet, wenn sie eine Frau um ein Date bitten. Es gibt diese irrige Vorstellung, dass alle Männer nur auf Frauen aus sind, egal was passiert."

Infolgedessen sagte der Mann aus dem Südwesten, dass, wenn er jemals die Frau seiner Träume treffen will, sie den ersten Schritt machen muss. "Ich sehe nichts Falsches an der Vorstellung, dass Frauen Männer um ein Date bitten sollten", sagte er und führte die Gleichstellung der Geschlechter als Grundlage für seine Position an. "Ich weiß, dass es das Argument gibt, dass ‚Männer früher in den Krieg gezogen sind‘. Aber heute ziehen auch Frauen in den Krieg, warum sollten sie dann nicht den ersten Schritt machen können?"


Igitt, das wäre ja ein Zeichen für echte Gleichberechtigung. Bist du so'n komischer Männerrechtler, oder was?



3. Das Magazin Netz-Trends.de beschäftigt sich damit, "wie internationale Organisationen, Staaten und Medien systematisch geschlechtsspezifische Gewalt gegen Männer ausblenden – und damit den Gleichbehandlungsgrundsatz unterlaufen." In dem Beitrag heißt es weiter:

Der Begriff "Femizid" – also die Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind – hat sich in den letzten Jahren rasant in den Sprachgebrauch von Politik, Polizei und Medien eingebrannt. Er dient heute nicht nur der Beschreibung schwerer Gewaltverbrechen, sondern ist längst zu einem ideologisch aufgeladenen Begriff geworden, der gezielt politische Narrative bedient. Er prägt Gesetzentwürfe, Kampagnen, Pressemitteilungen – und zunehmend auch kriminalstatistische Kategorisierungen.

Was dabei auffällt – und was NETZ-TRENDS.de zu diesem Dossier veranlasst hat – ist eine eindeutig einseitige Begriffspolitik, die dem Grundsatz der Nicht-Diskriminierung eklatant widerspricht. Während der Begriff Femizid international als Selbstverständlichkeit gilt, existiert weltweit kein entsprechendes Pendant für Männer – kein "Maskuzid", kein "gender-based killing of men", keine strukturelle Anerkennung der Tatsache, dass auch Männer gezielt getötet werden – weil sie Männer sind.

Diese Asymmetrie ist kein Zufall – sie ist politisch gewollt. Sie zeigt sich nicht nur bei den Vereinten Nationen. Man muss nur den inhaltlich einseitigen Bericht "Statistical framework for measuring the gender-related killing of women and girls (also referred to as ‘femicide/feminicide’)" lesen, der vom United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) gemeinsam mit UN Women erstellt und am 4. März 2022 von der UN-Statistikkommission offiziell verabschiedet wurde. Federführend war dabei das UNODC–INEGI Center of Excellence in Statistical Information on Government, Crime, Victimization and Justice – dessen Ignorieren männlicher Gewaltopfer, die Opfer von Makuziden sind, kaum mit dem Anspruch internationaler Exzellenz vereinbar ist.

Besonders auffällig ist: Während die Vereinten Nationen mit UN Women eine weltweit operierende Organisation zur Förderung der Frauenrechte unterhalten, existiert kein UN-Äquivalent für Männer oder Jungen – kein UN Men, keine dauerhafte Institution, die sich mit der strukturellen Benachteiligung, Gewalt oder Ausgrenzung von Männern befasst. Dabei wäre dies in Anbetracht globaler Tötungs-, Kriegs-, Suizid- und Verfolgungsstatistiken dringend geboten. Die internationale Geschlechterpolitik ist hier einseitig, selektiv und diskriminierend.


Hier geht es weiter mit dem Artikel, den ich am liebsten im Volltext zitieren würde, wenn er dazu nicht viel zu umfangreich wäre. Er arbeitet noch mit dem Begriff "Maskuzid", was ich selbst getan habe, bis mich Leser darauf hingewiesen haben, dass die korrekte Bezeichnung "Androzid" lauten dürfte. Entsprechend habe ich in meinem letzten Jahresüberblick auch mehrere Androzide aufgeführt, die 2025 stattfanden. Während Leitmedien inzwischen die Tötung einer einzelnen Frau ganz selbstverständlich analog zum "Genozid" als "Femizid" bezeichnen, als ob dabei Frauen massenweise ausgelöscht worden wären, bleibt bei tatsächlichen Massentötungen von Männern die angemessene Bezeichnung "Androzid" in der Berichterstattung aus.

Ich habe einmal verschiedenene Künstliche Intelligenzen nach dem Grund für dieses bizarre Ungleichgewicht gefragt und folgende Antworten erhalten (aus Gründen der Lese-Ökonomie gekürzt, weil sich vieles wiederholt):

Kimi:

Die Asymmetrie in der mediensprachlichen Behandlung von Gewalt an Frauen und Gewalt an Männern ist kein Zufall, sondern das Ergebnis zweier miteinander verflochtener Prozesse: 1. der politischen Kampf um Sprache und 2. der ökonomischen Logik der Aufmerksamkeitsökonomie.

(…) Für Redaktionen ist der Begriff "Femizid" diskursiv attraktiv: Er liefert eine klare Rahmung ("Geschlechterkampf), bietet Anknüpfungspunkte für Hintergrundartikel und generiert Klicks durch Empörungspotenzial .

Androzid (altgr. Tötung von Männern) existiert nur als theoretische Antwortmöglichkeit, nicht aber als etabliertes Konzept innerhalb einer sozialen Bewegung. Es fehlt eine gemeinsame Definition (Tötung weil männlich? Kriegstote? Organisierte Gewalt?), ein politischer Träger (keine vergleichbare Männer-Bewegung) und eine juristische oder menschen­rechtliche Operationalisierung.

Femizide passen in ein etabliertes Narrativ: toxische Männlichkeit, patriarchale Gewalt, intime Partnergewalt als Gesellschaftsproblem. Redaktionen können sofort auf Experten, Studien und Hilfsorganisationen zurückgreifen: ressourceneffizient und themenverdichtend. Männliche Opfer erzeugen keine vergleichbare Erzählschleife.


Gemini:

Die Leitmedien greifen Begriffe auf, die von offiziellen Stellen legitimiert wurden.

UNO und BKA: Organisationen wie die Vereinten Nationen oder das Bundeskriminalamt nutzen den Begriff Femizid inzwischen in offiziellen Berichten. Es gibt spezielle Aktionspläne gegen Gewalt an Frauen (z. B. die Istanbul-Konvention).

Fehlendes Pendant: Es gibt keine vergleichbare staatliche oder internationale Institution, die den Begriff "Androzid" zur statistischen Erfassung oder Prävention nutzt. Ohne diese institutionelle Basis findet der Begriff kaum Einzug in die Redaktionsstuben.

Es gibt Massenmorde an Männern (z. B. Srebrenica), die eine klare geschlechtsspezifische Selektion aufweisen. In solchen Fällen wird oft von Genozid (Völkermord) gesprochen. Das spezifisch männliche Opferbild wird dabei oft unter dem Begriff "Kombattanten" oder "potenzielle Kämpfer" subsumiert. Damit wird die Tötung entpersonalisiert und als kriegstypisch wahrgenommen, anstatt sie als geschlechtsspezifischen "Androzid" zu markieren. "Androzid" fehlt die politische Lobby und die wissenschaftliche Einordnung, da Gewalt gegen Männer gesellschaftlich oft als "normales" Ergebnis von Risikoverhalten oder Kriegshandlungen missverstanden wird.


Grok:

Femizid wurde bewusst als politischer Kampfbegriff entwickelt und international etabliert (vor allem seit den 1990er Jahren in Lateinamerika, später über Istanbul-Konvention, UN, WHO). Der Begriff hat eine Advocacy-Funktion → mehr Aufmerksamkeit, Ressourcen, Prävention, Gesetzesinitiativen.

Ein vergleichbarer politischer Kampfbegriff für Männer (Androzid/Maskuzid) wurde nie in gleichem Maße von mächtigen gesellschaftlichen Bewegungen, NGOs oder internationalen Organisationen vorangetrieben.

In der öffentlichen Wahrnehmung und in Redaktionen gilt Gewalt gegen Frauen immer noch stärker als "Skandal", der besondere Aufmerksamkeit verdient ("Frauen werden in der eigenen Wohnung von Männern umgebracht – das ist doch unfassbar!"). Gewalt gegen Männer wird dagegen oft als "normaler", "männlicher" Teil der Welt wahrgenommen ("Männer sterben halt öfter durch Gewalt – so ist das eben").

Redaktionelle Entscheidung: Einzelfall "Frau ermordet → Femizid" erzeugt mehr moralische Empörung, mehr Klicks, passt besser in aktuelle Gleichstellungsdebatten . Einzelfall "Mann ermordet" → meist nur "Mord".

Viele Kritiker sehen hier eine klare Doppelmoral bzw. selektive Empörung: Wenn eine Frau getötet wird → struktureller Frauenhass! Gesellschaftliches Versagen! Wenn (viele) Männer getötet werden → individuelles Problem, Pech gehabt, "Männlichkeitsnormen", "Männer töten halt Männer".

Diese Asymmetrie wird besonders deutlich bei Massenmorden in Kriegen oder Genoziden, wo Männer systematisch zuerst exekutiert werden – ohne dass je von "Androzid" die Rede ist.


Claude zieht das passende Fazit:

Wenn Männer zu 70% aller Mordopfer weltweit stellen (laut UNODC-Statistik), ihre Tötung aber begrifflich und analytisch nicht als potenziell geschlechtsspezifisch erfasst wird, entsteht tatsächlich ein Ungleichgewicht – nicht nur sprachlich, sondern auch in Prävention, Forschung und öffentlicher Aufmerksamkeit. Eine konsequent menschenrechtliche Perspektive müsste beide Formen geschlechtsbezogener Gewalt gleichermaßen benennen und erfassen können.


Ich habe natürlich nachgehakt: Wie bekommt man den Feminismus zu einer konsequent menschenrechtlichen Perspektive? Die Antwort von Claude:

Wenn Begriffe, Statistiken und politische Programme systematisch nur weibliche Opfer sichtbar machen, entsteht institutionalisierte Einseitigkeit. Aus dieser Sicht bräuchte es:

1. Begriffliche Symmetrie: Anerkennung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen beide Geschlechter mit vergleichbarer Präzision

2. Institutionelle Balance: Wenn es UN Women gibt, müsste es auch eine UN-Institution für männerspezifische Fragen geben (Suizid, Obdachlosigkeit, Kriegsopfer, Bildungsrückstände)

3. Datentransparenz: Geschlechtsdifferenzierte Erfassung von Gewalt, die beide Richtungen zeigt

4. Abschied von Nullsummenspielen: Die Anerkennung männlichen Leids nicht als Angriff auf Frauenrechte verstehen

Praktische Ansätze:

- Dialog statt Lagerdenken: Geschlechterfragen nicht als Kampf "Männer vs. Frauen" framen

- Empirische Redlichkeit: Statistiken vollständig darstellen, auch wenn sie nicht ins Narrativ passen

- Gleichstellungspolitik überprüfen: Wo Frauen bereits Mehrheiten stellen (z.B. öffentlicher Dienst, Universitäten), Bevorzugungsregeln hinterfragen

- Inklusive Sprache: Von "Gewalt gegen Frauen" zu "geschlechtsspezifische Gewalt" wechseln

Die Herausforderung:

Soziale Bewegungen entwickeln oft Eigeninteressen und institutionelle Strukturen, die schwer zu reformieren sind. Wer würde freiwillig Budgets, Stellen oder politischen Einfluss teilen?

Veränderung entsteht meist durch:

- Öffentlichen Druck

- Generationswechsel

- Konkrete Skandale oder offensichtliche Ungerechtigkeiten

- Glaubwürdige Stimmen innerhalb der Bewegung

Letztlich geht es darum, ob Geschlechterpolitik partikular (für eine Gruppe) oder universal (für alle Menschen) gedacht wird.




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