Donnerstag, Oktober 05, 2023

"Beziehungsdrama? Frau (25) von Liebhaber (13) mit Messer niedergestochen"

1. Einer meiner Mainzer Bekannten informierte mich gestern bei unserem Quizabend über folgende Meldung mit der Schlagzeile "Beziehungsdrama? Frau (25) von Liebhaber (13) mit Messer niedergestochen".

Die Polizei Südhessen steht vor einem Rätsel. Am Tag der Deutschen Einheit wurde eine junge Frau (25) blutüberströmt und mit Stichverletzungen im Innenhof eines Hotels aufgefunden. Unter dringendem Tatverdacht steht wohl der 13-jährige Liebhaber des Opfers.

Ginsheim-Gustavsburg - Eine blutige Messerattacke erschüttert eine Stadt im Nordwesten des südhessischen Kreises Groß-Gerau, nahe Wiesbaden. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat ein 13-jähriger Teenager seine 12 Jahre ältere Liebschaft brutal angegriffen und schwer verletzt.

Gegen 14.20 Uhr hatten Zeugen am Dienstagnachmittag über den Notruf die Polizei alarmiert und die Verletzte in einem Innenhof eines Anwesens in Ginsheim gemeldet. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll der Junge die Frau etwa eine Stunde zuvor aufgesucht haben. Hintergrund des Treffens soll wohl eine sexuelle Beziehung zwischen den beiden gewesen sein. Aus noch ungeklärten Gründen soll der 13-Jährige die Frau dann mit einem Messer verletzt haben und anschließend geflüchtet sein.


Mir fällt zum deutschen Journalismus bald nichts mehr ein. Wenn eine erwachsene Frau mit einem 13jährigen Jungen Sex hat, ist er für diese Branche keine Form von Missbrauch, sondern er ist ihr "Liebhaber", und es wird statt schlichter Gegenwehr als erstes ein "Beziehungsdrama" vermutet. Das erklärt natürlich auch, dass man in 160 Redaktionsstuben mit einem Presseexemplar meines Buches über sexuelle Gewalt gegen Jungen und Männer komplett überfordert war. Niemand würde ein 13jähriges Mädchen, an dem sich ein erwachsener Mann vergreift, als seine "Liebhaberin" bezeichnen. Sobald aber die Geschlechterverhältnisse umgekehrt sind, fällt niemandem mehr auf, dass schon die Überschrift dieses Beitrags komplett irre ist.

Selbst Spiegel-Online, wo man männliche Opfer sexueller Gewalt sonst auch gerne mal ausklammert, ist da vernünftiger und fügt wenigstens hinzu:

Möglicherweise könnte sich das Opfer des Messerangriffs verantworten müssen. Sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren sind in Deutschland illegal. Nach Paragraf 176 des Strafgesetzbuches kann sexueller Missbrauch an Kindern mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden. Dies ist auch der Fall, wenn sich der oder die Betroffene mit den sexuellen Handlungen einverstanden erklärt hat.




2. Einen möglichen Doppel-Maskuzid meldet die Frankfurter Allgemeine:

Darmstadt. Eine 42 Jahre alte Frau wird verdächtigt, ihren Mann und einen zehnjährigen Jungen getötet zu haben. Wie die Polizei mitteilte, hätten Beamten die beiden Toten und einen verletzten neunjährigen Jungen am Mittwochmorgen in einem Mehrfamilienhaus in Darmstadt-Arheilgen gefunden, nachdem jemand den Notruf gewählt habe. „Wir können einen erweiterten Suizid derzeit nicht ausschließen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Derzeit würden Spuren gesichert. Die Tatverdächtige sei, ebenfalls verletzt, in einer Gartenhütte nahe des Hauses gefunden worden. Sie und der Neunjährige kamen in ein Krankenhaus. Die Ermittlungen dauern an.




3. Der FOCUS berichtet unter der Schlagzeile Abendessen mit Vater bestimmt Verhaltensentwicklung des Kinds – Mutter egal:

Welche Rolle spielen Väter in der Kindererziehung? Eine unentbehrliche, wie die im Fachjournal Appetite veröffentlichten Forschungsergebnisse eines Wissenschaftlerteams um Sehyun Ju von der Universität Illionis Urbana Champaign zeigen.

Ohne die Anwesenheit ihres Vaters beim Abendmahl entwickelten sich Kinder sozial deutlich schlechter. Selbst wenn der Vater nur einmal in der Woche fehlte, war der Effekt auf die Verhaltensentwicklung des Kinds deutlich negativ.

Um zu ihren Beobachtungen zu gelangen, befragten die Forscher insgesamt 1.400 Ehepaare mit mindestens einem zweijährigen Kind zur Häufigkeit ihrer gemeinsamen Abendmahle. Zwei und drei Jahre später befragten sie die Ehepaare sodann zur Verhaltensentwicklung der Kinder.

Als Maßstäbe für die Verhaltensentwicklung der Kinder diente zum Beispiel die von den Eltern beobachtete Häufigkeit der Wutanfälle oder die demonstrierte Fähigkeit des Kinds, Eigentum mit Mitmenschen zu teilen.

Dass sich der Einfluss des Vaters auf die Verhaltensentwicklung des Kinds als so groß herausstellte, überraschte selbst die Forscher. Studienerstautor Jun schreibt, die Beobachtungen seien vermutlich darauf zurückzuführen, dass "Väter wichtige und einzigartige Qualitäten" besäßen, die das Kind am Familientisch sehen müsse, um sich später sozialen Erwartungen entsprechend zu verhalten.




4. Gestern Diskussionsthema bei SWR2-Forum: "Immer nur Männer – sind Frauen zu öffentlichkeitsscheu?" Einer der Diskussionsteilnehmer ist der linke Männerrechtler Ralf Bönt.



5. Zuletzt ein Blick ins Ausland: Eine britische Zahnarzthelferin , die einen 13-jährigen Schüler begrapschte und ihm sagte, sie wolle ihn "bis zum Morgen reiten", bevor sie sich entblößte, bleibt vom Gefängnis verschont.



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