Dienstag, Juli 07, 2026

Trauernde Mutter: "Auch eine männerhassende Gesellschaft hat meinen Sohn getötet"

1. Die Mutter eines jungen Briten, der von seiner Partnerin ermordet wurde, beklagt, dass am Tod ihres Sohnes auch eine Gesellschaft mitschuldig ist, die voller Vorurteilen gegen Männer steckt. In einem Artikel der Tageszeitung Telegraph heißt es weiter:

"Ich wusste instinktiv, was passiert war; dass sie es getan hatte und dass er sich nicht gewehrt hatte", sagt die 80-jährige Ashe Smith über den brutalen und letztlich tödlichen Angriff auf ihren Sohn James Self durch dessen Freundin Polly Murphy. Self starb am 21. Dezember 2023, sechs Wochen nach dem Angriff, und Murphy, eine Künstlerin mit pinken Haaren, verbüßt inzwischen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Doch selbst Smith hatte die Warnsignale übersehen – Kontrolle und körperliche Aggression gegenüber ihrem Sohn. Wenn sie damals mehr über häusliche Gewalt gegen Männer gewusst hätte, räumt sie heute ein, hätte sie vielleicht eingegriffen.

Am Tatort, einem Zimmer im Smugglers Cove, einem Hotel in Clacton-on-Sea in der Grafschaft Essex, fanden Sanitäter Selfs Blut an den Wänden, auf der Bettwäsche, am Türgriff und auf dem Boden. "Sie hatte seinen Kopf so heftig gegen die Wand geschlagen, dass eine Delle entstand", sagt Smith heute in der ruhigen Umgebung ihres Hauses auf dem Land bei Great Finborough in Suffolk. Self wurde über einen Zeitraum von zwei Stunden geschlagen, getreten und mit Füßen getreten; zeitweise war er bewusstlos.

Als Smith ihren Sohn am folgenden Tag gemeinsam mit ihrem Ehemann Don im Colchester Hospital zum ersten Mal sah, war er noch "deutlich benommen", mit zwei Veilchen und einer Wunde am Bein, "so tief, dass man den Knochen sehen konnte". Self hatte nicht gewollt, dass seine Mutter den Rest seines Körpers sah. Erst während Murphys Gerichtsverfahren bekam Smith die Fotos seiner Verletzungen zu sehen – und das, was sie als seinen "völlig übersäten Körper, bedeckt mit Blutergüssen" beschreibt. Er hatte acht gebrochene Rippen, zwei gebrochene Wirbel im Rücken und eine Hirnblutung.

Der Pathologe, der die Obduktion durchführte, erklärte stumpfe Gewalteinwirkung zur Todesursache, die schließlich zu einem Multiorganversagen führte. "Es sah aus, als wäre er von einem Auto angefahren worden – wegen all der gebrochenen Rippen und verletzten Organe. Er hatte so starke innere Blutungen", sagt Smith. Die Ärzte mussten siebeneinhalb Liter Blut aus dem Bereich um Selfs Herz entfernen; außerdem entwickelte er eine Sepsis infolge durchbohrter Lungen. Am 4. Februar dieses Jahres, mehr als zwei Jahre nach dem Angriff, wurde die 42-jährige Murphy zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 15 Jahren verurteilt. Die Geschworenen berieten mehr als 14 Stunden, bevor sie zu ihrem Urteil gelangten.

Heute, an einem hellen Junitag, blättert Smith durch Fotos ihres Sohnes. Ein Ausdruck von Freude und Trauer zugleich huscht über ihr Gesicht, als ihr ein kleiner Junge mit verschmitztem Lächeln und kastanienbraunem Haarschopf entgegenblickt. "Er hätte ihr niemals etwas angetan", sagt Smith. "Es wäre eine ganz andere Geschichte gewesen, wenn er das getan hätte, nicht wahr?"

(...) Smith ist überzeugt, dass es "ein natürliches Vorurteil gegenüber Männern" gibt, das häusliche Gewalt gegen sie begünstigt. "Viele Menschen sind erstaunt darüber, was James passiert ist und dass er sich nicht gewehrt hat", sagt sie. "Die Leute sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass Männer körperlich stärker sind als Frauen." Doch, so betont Smith, das bedeute nicht, dass sie ihre Stärke auch einsetzen. Auch die "Scham" habe den Kreislauf aufrechterhalten. "Es gibt für Männer keine wirkliche Möglichkeit, ihre Verletzlichkeit zu zeigen. James hat seinen Freunden nichts erzählt – sie verkleinerte seinen Freundeskreis, reduzierte seine Kontakte und zerstörte seinen Glauben an sich selbst. Dieser emotionale Missbrauch war beinahe so schlimm wie die körperlichen Angriffe."

Häusliche Gewalt gegen Männer ist wesentlich häufiger, als viele annehmen. Zahlen des Office for National Statistics zeigen, dass schätzungsweise 1,5 Millionen Männer (6,5 Prozent der Bevölkerung) im vergangenen Jahr häusliche Gewalt erlebt haben; bei den Frauen waren es schätzungsweise 2,2 Millionen (9,1 Prozent). Männer machen 41 Prozent aller Opfer häuslicher Gewalt aus. Doch Mark Brooks, Vorsitzender der Mankind Initiative, einer Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung männlicher Opfer häuslicher Gewalt, weist darauf hin: "Nach der Regierungspolitik werden männliche Opfer häuslicher Gewalt offiziell als Opfer von Gewalt gegen Frauen eingestuft. Das ist falsch und erschwert es, männliche Opfer als eigenständige Opfergruppe anzuerkennen."

Smith unterstützt inzwischen Respect, eine weitere britische Wohltätigkeitsorganisation, die spezielle Hilfe für männliche Opfer anbietet, und arbeitet gemeinsam mit dem Medienteam der Polizei von Essex an einem Video über häusliche Gewalt gegen Männer. Ihrer Ansicht nach muss damit begonnen werden, schon Kindern in jungen Jahren ein anderes Verständnis von Gewalt zu vermitteln. "Viel häusliche Gewalt wirkt schleichend. Männer tragen tiefe Scham in sich und erwarten nicht, dass man ihnen glauben wird. James hätte sich niemals an die Öffentlichkeit gewandt. Aber er wusste auch, dass ein Verlassen der Beziehung eine Welle weiterer Gewalt ausgelöst hätte", sagt sie.


Der Artikel schildert noch wesentlich ausführlicher das Martyrium, das der Ermordete durchmachte, aber ich halte den zusätzlichen Erkenntnisgewinn im Rahmen dieses Blgs für gering.



2. Eine texanische Lehrerin wurde wegen sexuellen Missbrauch eines dreizehnjährigen Schülers zu 33 Jahren Haft verurteilt. Wie der Junge vor Gericht erklärte, habe ihn der Missbrauch seine Freundschaften, sein Selbstwertgefühl und beinahe sein Leben gekostet.



3.
Milena Reszka weint viel in ihren Instagram-Videos. Besonders weint sie aber vor der Gender-Reveal-Party, bei der das Geschlecht ihres Kindes, ja, "veröffentlicht" werden soll. "Was, wenn es kein Mädchen wird?", schluchzt die Influencerin in die Kamera. Als aus dem goldenen Luftballon blaues Konfetti herabflattert, hüpfen die Gäste und reissen die Arme hoch, Reszkas Mundwinkel aber bleiben unten. Später zeigt sie sich gefasster. Sie wehrt sich gegen böse Kommentare: Ihr Sohn werde später nicht traurig über ihr Video sein, denn alle Gefühle seien wertvoll, das werde der Sohn bestimmt verstehen.

Dieser Internetschnipsel wirkt vielleicht aussergewöhnlich einfältig, ist aber kulturelle Reflexion eines verbreiteten Phänomens: Immer mehr werdende Eltern in entwickelten Gesellschaften wünschen sich Mädchen und müssen ihre Trauer erst einmal verarbeiten, wenn es ein Knabe wird.

Diese Präferenz wird zwar in sozialen Netzwerken oft als Tabu bezeichnet, das jetzt endlich einmal mutig ausgesprochen wird. Die Unzahl von Foreneinträgen, Artikeln und Videos, in denen Eltern über ihre Enttäuschung sprechen, kein Mädchen zu bekommen, zeigt aber eher die Normalisierung des Phänomens mit dem griffigen Namen «gender disappointment». Wobei dieser neutral klingende Begriff seltsamerweise nur die Enttäuschung über Buben meint.


Hier geht es weiter mit dem Artikel " Eltern wollen keine Söhne mehr: Das Mädchen ist das neue Trophy-Kid". Zentraler Satz: "Und dabei gelten Frauen auch noch als die besseren Menschen." Auch über die Benachteiligung, die Jungen erfahren, berichtet der Artikel:

Die Gesellschaft behandelt Buben in sehr grundlegenden Belangen schlechter: Töchter bekommen mehr emotionale Fürsorge als Söhne. Eine Studie aus dem Jahr 2016, die auf Datensätzen aus den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich basierte, ergab, dass Mütter und Väter mehr Zeit mit ihren kleinen Töchtern als mit ihren Söhnen verbrachten, um ihnen Geschichten zu erzählen, mit ihnen zu singen und ihnen vorzulesen – von der frühen Kindheit bis zum Vorschulalter.

Andere Studien zeigen, dass Mütter seltener mit kleinen Söhnen sprechen, sie weniger trösten und umarmen. Die Eltern von Buben berichten häufiger, dass sie zu beschäftigt seien, um mit ihren Kindern zu spielen. Zudem ist ihre Sprache anders: Sie nutzen mehr Worte, die im Zusammenhang mit Wettbewerb und Leistung stehen, während Eltern mit Mädchen emotionsfokussierter sprechen.




4. Mit "Ich konnte nicht akzeptieren, dass mein Mann nicht funktioniert" betitelt die "Zeit" einen Artikel, in dem drei Frauen erzählen, wie es ihnen ging, wenn ihr Partner krankheitsbedingt für längere Zeit ausgefallen ist: "Dass mein Mann wohl schon seit einiger Zeit, zumindest immer wieder, schwer depressiv war, merkte ich nicht." – "Wie auch?", fragt der Leser, der mich auf den Artikel aufmerksam machte. "Er hat ja funktioniert, Geld rangeschafft, war außer Haus und sie in Ruhe gelassen."

Der "Zeit"-Artikel über private Probleme spiegelt hervorragend die gesellschaftliche Debatte. Sehr viel öffentliches Wehklagen über angeblich unzureichende Männer, siehe etwa das endlose Lamento über die "Manosphäre", beruht letztlich darauf, dass Männer nicht mehr so funktionieren (können), wie sie gefälligst sollen.



5. Tamara Wernli kommentiert die absurde weibliche Emörung über Joshua Kennich.



6. Alice Schwarzer, die bekannteste Feministin Deutschlands, "vielleicht sogar der ganzen Welt", wundert sich im Interview mit der Schweizer Weltwoche, woher der "Russenhass" vieler Deutscher käme. Man habe mit diesem Land doch überhaupt keinen Konflikt gehabt. Leider mache die Stimme der "Friedensgegner" in den Medien neunzig Prozent aus. Sie würde sich mit Putin an einen Tisch setzen; die Ukraine werde nachgeben müssen.

Im Verlauf des Interviews gibt es Reklame für Schwarzers neues Buch "Feminismus pur", das man bei der Weltwoche sehr lesenswert findet. Schwarzer äußert sich zu "Transideologen" und männlichen Zuwanderern, die in den Städten rumhängen, und spricht sich gegen "die Dämonisierung der AfD" aus. Der Reporter fragt nach, ob für Deutschland ein "Kippunkt" erreicht sei, was "Femizide" und Messermorde angehe, woraufhin Schwarzer ausführt, dass ja auch niemand männlichen Zuwanderern erkläre, dass Gewalt gegen Frauen nicht in Ordnung sei, woher sollten sie das also wissen? Im übrigen: Wenn sie daran denke, dass im Silicon Valley die ganze Macht in Männerhänden liege, stehe sie kurz davor, ihre Arbeit hinzuschmeißen, aber in 50 Jahren schaffe man ja nicht 5000 Jahre Patriarchat ab. Der neue Feminismus mit seiner Offenheit für trans Positionen sei "antifeministisch".

Eine der schönsten Stellen des Interviews ist die Passage, in der Schwarzer sich gegen "Verhärtungen" ausspricht und dass Menschen sich nicht konsruktiv miteinander unterhalten würden, was immer ihre Maxime gewesen sei. Ich kann mich an die freundlichen Worte, die Schwarzer für Männerrechtler und für Männer im Allgemeinen und übrig hatte, bestens erinnern. Ihre Begeisterung für Valerie Solanas "Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" als "erster Exzess des Hasses, des begründeten Hasses" war nur einer von vielen Höhepunkten. "Das ist es wohl, was den Frauen, wie allen unterdrückten und gedemütigten Gruppen, am meisten ausgetrieben worden ist: der Mut zum Hass!" fuhr Schwarzer fort. "Was wäre eine Freiheitsbewegug ohne Hass?" Wie schön, dass jetzt wenigstens Putin davon ausgenommen wird. 😊



7. Das neue Männermanifest der Grünen liegt inzwischen vor.



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