Mittwoch, April 15, 2026

Berliner Zeitung: "Medialer Männerhass: Wie Frauen und Männer gegeneinander ausgespielt werden"

1. In der Berliner Zeitung beschäftigt sich Annekatrin Mücke damit, wie Aktivistinnen den Fall Fernandes/Ulmen dazu nutzen, Hass gegen Männer zu schüren:

Denn, so ihre Schlussfolgerung, Männer seien das Problem, und Frauen ihnen ausgeliefert. Diese müssten deshalb nun zum Gegenschlag ausholen. Das klang dann auf einer Demo in Berlin bei Luisa "Klimaschutz" Neubauer so: "Ich glaube, sehr viele Männer da draußen haben noch längst nicht begriffen, was für ein unglaubliches Glück sie haben, dass wir einfach nur Gleichberechtigung wollen – und keine Vergeltung." Entschuldigung, aber wer ist "wir", und wie war das noch einmal mit Hass und Hetze?

Dieser vorläufige Höhepunkt männerfeindlicher Entgleisungen wird medial ausführlich begleitet und verstärkt, auch auf vorgeblich intellektuellem Wege. 2020 erschien in Frankreich ein Essay, der die zunehmend männerdiskriminierende Debatte in Westeuropa prägte: Pauline Harmanges "Ich hasse Männer". Das Buch, das beim Rowohlt Verlag erschien, versteht sich als Aufforderung zum Umdenken: Frauen sollten Männern prinzipiell misstrauen und ihnen grundsätzlich immer das Schlimmste unterstellen – ein angeblich emanzipatorischer Ansatz, um gegen geschlechtsspezifische Ungleichheiten anzugehen.

Harmange argumentiert, dass Misogynie (Frauenhass) und Misandrie (Männerhass) nicht mit gleichen Ellen gemessen werden könnten, weil frauenhassende Männer aus einer Position der Macht agierten – und ihr Hass sich grundsätzlich durch körperliche Gewalt äußere, während der von Frauen ausgehende Männerhass niemandem schade und den Frauen sogar guttue.

Nun, wer’s glaubt, sollte einen Blick in die Dunkelfeldstudie des BKA vom Februar 2026 werfen, die erste ihrer Art hierzulande, die Männer als Gewaltopfer überhaupt systematisch einbezieht. Die Ergebnisse dürften für manche unbequem sein. Häusliche Gewalt ist kein Problem, das sich sauber entlang von Geschlechtergrenzen aufteilen lässt. Dass das Gewalthilfegesetz Anfang 2025 trotzdem in einer neuen, geschlechtsdiskriminierenden Fassung verabschiedet wurde – kurz vor der Neuwahl, weitgehend unbemerkt –, sagt viel über die politische Ökonomie des Themas aus.

Demnach haben neuerdings nämlich nur Frauen und Kinder einen Anspruch auf Rechtshilfe. Wer Schutz für alle fordert, gilt als Verharmloser. Wer Männer als Opfer benennt, gilt als Antifeminist. Das Ergebnis: Ein Gesetz, das vor dem Grundgesetz kaum Bestand haben dürfte, denn es verstößt klar gegen Artikel 3, der die Gleichheit der Geschlechter garantiert.

Der Schritt von "Ich kritisiere patriarchale Strukturen" hin zu "Alle Männer sind das Problem" löst kein einziges Problem, denn Hass, der sich als Gegenhass rechtfertigt, bleibt Hass. Und er produziert keine Lösungen, sondern wirkliche Opfer – und zwar auf allen Seiten.


Im weiteren Verlauf ihres Artikels fragt Annekatrin Mücke, warum Ideologinnen Väter, die sich gerne um ihre Kinder kümmern möchten, zu Feindbildern erklären:

Die Verdächtigung des Vereins Väteraufbruch für Kinder, rechte, frauenfeindliche Ideologien zu vertreten, ist nur ein Beispiel dafür. Dabei wenden sich auch Mütter dorthin und werden genauso beraten wie Väter, denen der Zugang zu ihren Kindern vom anderen Elternteil erschwert wird.

Die Materie ist kompliziert, natürlich gibt es Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. Und es ist für Jugendämter und Familiengerichte nicht einfach, einen objektiven Einblick in hochemotionale familiäre Verstrickungen zu bekommen. Doch woher kommt diese explizit väterfeindliche Haltung, vermischt mit der Unterstellung, Teil rechtsextremer und frauenverachtender Netzwerke zu sein?

2023 veröffentlichte das Recherchezentrum Correctiv einen Artikel über "Väterrechtler", der in diese Richtung ging. Report Mainz zog nach. 2025 folgte ein Podcast von SWR und Deutschlandfunk, der eine direkte Linie von Väterrechtsbewegungen bis hin zu Pädophilen zog – und dabei einen Verein wie den Väteraufbruch für Kinder pauschal in diese Nähe rückte.

Journalistisch ist das ein bemerkenswerter Vorgang. Kontaktschuld als Methode: Weil es rechte Netzwerke gibt, die das Thema Väterrechte instrumentalisieren, sollen alle, die sich für das Kontaktrecht von Kindern zu ihren Vätern einsetzen, unter Generalverdacht stehen. Das wäre so, als würde man Kinderschutzorganisationen pauschal verdächtigen, weil Pädophile ebenfalls ein Interesse an Kindern haben.

(…) Statt sachlich über die wirklich vielfältigen Aspekte zu diskutieren, werden ideologische Keulen geschwungen, Verdächtigungen auf der Basis von Kontaktschuld ausgesprochen und fragwürdige Assoziationsketten aufgefädelt.

Genau diese Methode beschreibt auch der MANNdat e.V. in einem Leserbrief an die FAZ vom Januar 2026. Der Autor erkennt in der Berichterstattung ein systematisches, misandrisches Herangehen und kritisiert eine "konsequente Ausblendung männlicher Realitäten zugunsten eines ideologischen Feminismus". Bezeichnend ist für ihn ein Ukraine-Artikel: Während dort täglich Hunderte Männer auf dem Schlachtfeld sterben oder verstümmelt werden, interessiert sich die Redaktion für das Thema "Posttraumatisches Belastungssyndrom" (PTBS) nur in Bezug auf Frauen. Männer als Leidende kommen schlicht nicht vor.


Annekatrin Mücke gelangt zu dem Fazit, dass ausgerechnet viele Feministinnen hier eine Linie fahren, gegen die sie eigentlich einmal antreten wollten: die sexistische und diskriminierende Gleichsetzung eines Einzelnen mit einer Gruppe, die er angeblich repräsentiert. Zu einer besseren Gesellschaft führe das nicht.



2. Brandbeschleuniger bei der aktuellen Brunst an Männerhass spielte auch eine Titelgeschichte des SPIEGEL über Vorwürfe gegen Christian Ulmen. In einem Artikel von vor zwei Wochen, der jetzt erst auch für Nicht-Abonnenten zugänglich ist, zerpflückt das Online-Magazin "Übermedien" die irreführende Berichterstattung des Magazins:

Collien Fernandes präzisiert, es gehe bei den Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen nicht um KI-generierte "Deepfakes". Dabei wirkte bisher alles so. Was vor allem daran liegt, wie der "Spiegel" Fernandes‘ persönliche Geschichte erzählt hat. Ungenaues Framing aber schadet der notwendigen Diskussion über digitale Gewalt und tatsächliche Deepfakes.


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3. Natürlich ist der von Leitmedien geschürte Hass gegen Männer ein internationales Problem. Der Schauspieler Christopher Eccleston ("Dr. Who") kritisiert, dass woke TV-Bosse weiße Männer mittleren Alters zu "toxischen Schurken" machen:

"Mit dem Niedergang einer ausgeprägten Autorenkultur hin zu einem Schreiben, das mitunter an Arbeit im Komitee erinnert, habe ich Geschichten darüber gehört, welcheidiotischen – und bisweilen geradezu gehässigen – Annahmen heute über die Intelligenz des Publikums kursieren. Viele in der Fernsehbranche halten ihr Publikum für dumm."

Zugleich sagte Eccleston: "Männlichkeit steckt in einer Krise, und es sind offenbar besonders weiße Jungen aus der Arbeiterklasse, die vernachlässigt werden – von Regierungen im Stich gelassen und von der extremen Rechten vereinnahmt. Als jemand, der selbst aus der weißen Arbeiterklasse stammt, versuche ich, wenn möglich, einige dieser Aspekte aufzugreifen. Männlichkeit sollte nicht davon abhängen, dass jemand andere Menschen unterdrückt."




4. Das Wall Street Journal beschäftigt sich mit einer Reihe von TV-Serien, die Männer als von der Welt überfordert darstellen: "Die neuen Regeln für männliches Verhalten treiben diese Fernsehmänner offenbar in den Wahnsinn. Vielen Männern im wirklichen Leben scheint es nicht viel besser zu gehen."



5. Einer aktuellen Schlagzeile der "Zeit" gelingt es, noch weiter zuzuspitzen: "Die Männer sind das Problem der Demokratie".



6. Die Kyiv Post berichtet über das Spitzentreffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj:

Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Berlin werde die Zahl der ukrainischen Männer, die Asyl beantragen, begrenzen und ihre Rückkehr in die Heimat erleichtern.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag, dem 14. April, sagte Merz, Berlin werde in dieser Frage eng mit Kiew zusammenarbeiten.

"Wir werden [mit der Ukraine] eng in Fragen zusammenarbeiten, die ukrainische Staatsbürger betreffen, die in unserem Land Asyl beantragt haben, und ihre Rückkehr in die Heimat erleichtern", sagte er.

Merz fügte hinzu, dass Berlin und Kiew bei der Begrenzung der Zahl ukrainischer Männer, die in Deutschland Asyl suchen, zusammenarbeiten würden.

"Es ist äußerst wichtig, dass diese Männer vor Ort sind und ihrem Land helfen", fügte er hinzu.

Selenskyj sagte, die ukrainischen und deutschen Behörden sollten sich mit dem Problem der Männer befassen, die die Ukraine illegal verlassen.

"Was junge Menschen im Ausland angeht, so ist das etwas anderes. Ich stimme Ihnen zu, was diejenigen im wehrpflichtigen Alter betrifft, die vorübergehend ins Ausland gegangen sind, aber schließlich jahrelang geblieben sind, sowie diejenigen, die unter Verstoß gegen das Gesetz ausgereist sind – unsere zuständigen Behörden in beiden Ländern sollten sich mit diesem Thema befassen", sagte Selenskyj.

Er fügte hinzu, dass die Streitkräfte der Ukraine (AFU) die Rückkehr dieser Männer begrüßen würden, da Soldaten eine Rotation benötigen.

"Unsere AFU möchte, dass sie zurückkehren, weil es um Gerechtigkeit geht. Unsere Leute an der Front brauchen Ablösung. Auch wenn unsere Soldaten aus Eisen sind, haben sie Familien. Jeder Bürger muss Verantwortung übernehmen", sagte er.




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