Junge Männer wenden sich von Donald Trump ab
1. In der ersten Hälfte von Trumps zweiter Amtszeit hat sich der Rückhalt des US-Präsidenten bei jungen Menschen deutlich verringert. Mehrere aktuelle Umfragen zeigen starke Einbußen bei Wählern im Alter von etwa 18 bis 29 Jahren, besonders bei jungen Männern, die ihn 2024 noch stärker unterstützt hatten. Laut einer Befragung von Economist/YouGov sank Trumps Zustimmung in dieser Altersgruppe auf etwa 25 Prozent, während rund 67 Prozent seine Amtsführung ablehnen. Andere Erhebungen signalisieren ähnliche Trends. Gründe für die Abwanderung sind die Einschränkung der Gesundheitsleistungen unter Trump, eine allzu forsche Außenpolitik und eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation, was die jungen Männer bei ihren eigenen Finanzen deutlich zu spüren bekamen. Auch Trumps Vorgehen gegen Zuwanderer wird als überzogen betrachtet.
Ich bin gespannt, ob die Partei der Demokraten ihr letztes Jahr gestartetes Vorhaben, auch Männern zuzuhören, damit erleichtert aufgeben werden.
2. In einer deutschen Langzeitstudie haben Forscher untersucht, wie sich politische Einstellungen von Menschen mit hoher Intelligenz im Erwachsenenalter im Vergleich zu Personen mit durchschnittlicher Intelligenz unterscheiden. Insgesamt zeigten hochintelligente und durchschnittlich intelligente Erwachsene auf einer einfachen Links-Rechts-Skala sehr ähnliche politische Ausrichtungen. Ein Unterschied fiel bei einem Aspekt konservativer Einstellungen auf: Männer mit sehr hohem IQ wiesen niedrigere Werte bei traditionellen, konservativen Überzeugungen auf als Männer mit durchschnittlichem IQ. Dieser Effekt zeigte sich nicht bei Frauen. Die Forscher interpretieren diese Beobachtung dahin gehend, dass kognitive Flexibilität – also die Fähigkeit, komplexe Perspektiven zu verarbeiten – bei hochintelligenten Männern mit einer geringeren Neigung zu stark traditionellen Ansichten einhergehen könnte.
3. Die feministische Publizistin Alice Schwarzer bewertet eine mögliche Bundeskanzlerin Alice Weidel als "ermutigend für Frauen". Über Sahra Wagenknecht, mit der sie sich gegen die Ukraine-Politik der Bundesregierung stellte, sagte Schwarzer auf die Frage, ob sie eine Enttäuschung in Sachen Feminismus sei: "Sie ist keine Enttäuschung, weil ich nichts erwartet habe."
4. Die U.S.-amerikanische Equal Employment Opportunity Commission hat eine Klage gegen eine Vertriebsfirma von Coca-Cola wegen geschlechtsbezogene Diskriminierung eingereicht. Anlass ist eine zweitägige Firmenveranstaltung, zu der nur weibliche Mitarbeiter eingeladen wurden; dort fanden Vernetzungs- und Team-Building-Aktivitäten statt. Die Kommission bezeichnet dies als Verletzung des Rechts auf gleiche Arbeitsbedingungen und erklärt, dass Arbeitnehmer unabhängig vom Geschlecht gleichen Zugang zu firmengesponserten Veranstaltungen haben sollten. Man habe zunächst versucht, den Fall außergerichtlich zu klären, aber keine Einigung herstellen können.
5. Der britische Thronfolger Prinz William hat bei einer Sondersendung der BBC die hohe Zahl der von Männern begangenen Selbstmorden als eine "nationale Katastrophe" bezeichnet. Dies stelle weiterhin eine führende Todesursache dar. Er betonte, dass man mehr über Männergesundheit und mentale Belastungen sprechen müsse, um Betroffene zu unterstützen. Männliche Vorbilder, die offen über psychische Gesundheit reden, könnten das Thema entstigmatisieren. William und seine Stiftung unterstützen Initiativen zur Suizidprävention, darunter ein Netzwerk zur nationalen Verknüpfung von Hilfsangeboten.
6. Die australische Männerrechtlerin Bettina Arndt kritisiert, dass Gerichte in Schottland einseitig ausgelegte Rape-Shield-Gesetze anwenden und dadurch das Recht von Angeklagten auf faire Verfahren verletzen. Insbesondere Männer, die wegen sexueller Gewalt angeklagt werden, würden daran gehindert, ihren Verteidigungsfall vollständig vor einer Jury darzulegen. Die gerichtliche Praxis habe dazu geführt, dass wesentliche Beweise und Fragen der Verteidigung ausgeschlossen werden, weil sie als unzulässig gelten sollen, obwohl sie helfen könnten, den Hergang der Ereignisse zu klären. Arndt verweist hier auf eine Entscheidung des UK Supreme Court, der schottische Gerichte davor gewarnt hat, den Verteidigern zu wenig Raum zu geben und damit die faire Garantie auf einen fairen Prozess nach Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verletzen. Arndt dehnt ihre Kritik auch auf andere Länder aus (etwa Australien oder Kanada) und argumentiert, dass dort ähnlich strikte Regeln die Verteidigung behindern könnten.
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