Parteitag der Grünen Jugend: "Dann müssen die Cis-Männer erstmal zügig den Saal verlassen"
1. "Die Welt" berichtet über den Parteitag der Grünen Jugend. Ein Auszug:
Um 21:46 Uhr am Freitagabend schallt eine Durchsage durch eine Turnhalle in Leipzig: "Falls sich noch cis-männliche Personen im Raum befinden: Bitte geht zügig raus." Die Ansage ergeht an rund 500 Mitglieder der Grünen Jugend, die sich zum Bundeskongress versammelt haben. Gerade eben wurde kurzfristig ein "Flinta-Forum" einberufen. Flinta steht für Frauen, Lesben, Inter- und Transsexuelle sowie Agender-Personen.
Ein Cis-Mann ist ein Mann, der als solcher geboren wurde. Im Gegensatz zu ihnen haben Flinta-Personen bei der Grünen Jugend, wo an diesem Wochenende, das beklagen viele, wieder einmal mehr Männer als Frauen versammelt seien, die Möglichkeit, sich auf Antrag einen männerfreien Raum zur Diskussion zu verschaffen. Darin wollen die Flintas über eine am Freitagabend in Rede stehende Satzungsreform diskutieren. Während die Männer eine Dreiviertelstunde lang auf dem Hof herumstehen und über Feminismus reflektieren sollen, geht es drinnen in der Turnhalle weiter darum, ob in Zukunft Delegierte zum höchsten Beschlussgremium der Jugendorganisation der grünen Bundespartei entsendet werden sollen.
Derzeit können sich Mitglieder einfach anmelden und dann vor Ort über Anträge mitabstimmen. Das Argument dagegen: Delegiertenplätze ließen sich quotieren, um den Männerüberschuss einzudämmen. Dagegen stehen die Anhänger der "Basisdemokratie". Sie setzen sich gegen Mitternacht deutlich durch. Die Abstimmung berührt aber auch die Machtverhältnisse in der Jugendorganisation über Geschlechterfragen hinaus. Denn gäbe es ein Delegiertensystem, in dem einzelne Grüne-Jugend-Leute ein Entsendungsvotum bräuchten, dann wären die sogenannten Jungen Realos auf dem Beschlussgremium vermutlich deutlich schwächer vertreten. Entsprechend geringer wäre ihr Einfluss.
2. Dem früheren MIT-Biologieprofessor und renommierten Krebsforscher David Sabatini wurden von einem Gericht in Massachusetts sechs Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen, weil seine frühere Kollegin Kristin Knouse ihn verleumdet und seine beruflichen Möglichkeiten beeinträchtigt hatte.
Knouse hatte 2021 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen Sabatini erhoben und erklärt, ihre sexuelle Beziehung, die 2018 begonnen hatte, sei durch dessen berufliche Machtposition geprägt und letztlich erzwungen gewesen. Eine interne Untersuchung kam damals zu dem Schluss, dass Sabatini gegen arbeitsplatzbezogene Regeln verstoßen und ein sexualisiertes Arbeitsklima in seinem Labor gefördert habe; er verlor daraufhin seine Positionen und musste erhebliche berufliche und persönliche Konsequenzen tragen. Sabatini bestritt die Vorwürfe und erklärte, die Beziehung sei einvernehmlich gewesen. Knouse habe sich gegen ihn gewandt, nachdem er sich einer anderen Frau zugewandt hatte.
Die Jury gab nun seiner Verleumdungsklage statt und wies auch Knouses Gegenklage wegen sexueller Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen zurück. Knouses Anwältin kündigte Berufung an und kritisierte das Urteil mit dem Argument, dass Frauen, die Machtmissbrauch anprangerten, nach wie vor Schwierigkeiten hätten, Gehör zu finden. Sabatini, der inzwischen in Prag wissenschaftlich tätig ist, hofft, seine Karriere wieder aufbauen zu können.
3. Ein Gericht im südkoreanischen Cheongju hat eine Frau Mitte zwanzig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mann, mit dem sie über eine Chat-App in Kontakt gekommen war und einvernehmlichen Sex gehabt hatte, fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt hatte.
Im April 2025 hatte sie die Polizei alarmiert und behauptet, der Mann habe sie im Zusammenhang mit einer Geldforderung bedroht und sechsmal vergewaltigt. Nach Auffassung des Gerichts sprachen die Nachrichten, die beide um den fraglichen Zeitraum austauschten, für einen normalen, freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Umgang und lieferten keine Hinweise auf Zwang. Zudem habe die Frau sich Geld geliehen, die Kreditkarte des Mannes unbefugt benutzt und 450.000 südkoreanische Won (entspricht ca. 300 Euro) aus seiner Geldbörse gestohlen. Der Mann habe darauf lediglich verärgert reagiert und sie aufgefordert, ihn nicht weiter zu kontaktieren, ohne Geld von ihr zurückzufordern.
4. Der Vorwurf einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin der Universität Cornell hat im Internet eine regelrechte Hetzjagd ausgelöst, bei der auch zahlreiche Unschuldige ins Visier gerieten. Nachdem sieben Männer im Zusammenhang mit dem Fall beschuldigt worden waren, begannen Internetnutzer, deren Identität und Aufenthaltsorte auf eigene Faust zu recherchieren. Besonders betroffen waren Männer asiatischer Herkunft, die denselben Namen wie einer der Beschuldigten tragen. Zu einem Fall, über den Genderama bereits berichtet hatte, kamen inzwischen mehrere andere. Auch ein Indonesier und ein chinesischstämmiger Student der University of Pennsylvania mussten öffentlich klarstellen, dass sie nichts mit dem Fall zu tun hatten. Darüber hinaus wurden ehemalige Mitglieder der betreffenden Studentenverbindung, die ihr Studium bereits vor dem mutmaßlichen Übergriff abgeschlossen hatten, fälschlich beschuldigt und mit Drohungen überzogen; einige verloren dadurch vorübergehend ihre beruflichen oder akademischen Möglichkeiten. Das Geplärre über eine vermeintliche "rape culture", die Täter mutwillig laufen lasse, trägt zu dieser Selbstjustiz bei.
5. Die ehemalige Oberstaatsanwältin Andrea Boesken aus Kasssel spricht sich gegen eine Erweiterung der Gesetze im Zusammenhang mit Vergewaltigung aus:
Interviewfrage: In Deutschland gilt bislang noch das Prinzip "Nein heißt Nein". Eine sexuelle Handlung ist strafbar, sobald sich eine Person dagegen wehrt oder ein "Nein" äußert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig setzt sich im Sexualstrafrecht für eine Einführung der "Nur Ja heißt Ja"-Regel ein. Sexuelle Handlungen gelten in diesem Modell nur dann als einvernehmlich, wenn alle Beteiligten ausdrücklich zugestimmt haben und in körperlicher wie geistiger Verfassung für eine Zustimmung sind. Was halten Sie von diesem konsensbasierten Modell?
Boesken: Wie soll das in der Praxis aussehen? Wenn jede Frau erst vorher eine Einverständniserklärung unterzeichnen muss, wäre dies aus meiner Sicht das Ende für jede Romantik und würde die Zärtlichkeit zwischen den Sexualpartnern beeinflussen. Ich halte den Vorschlag für übertrieben. Aus meiner Sicht reicht ein klares "Nein" oder ein entsprechendes unmissverständliches Verhalten. Beide sollten allerdings schon dabei in körperlicher wie geistiger Hinsicht die Tragweise ihres Tuns beurteilen können.
6. In zwei Shorts auf Youtube kontert die Psychologin Nassim Farahzad feministische Mythen über "gefährliche Männer" und "das Patriarchat".
7. Der australische Männerrechtler David Maywald wendet sich auf X (Twitter) gegen die Verteufelung der "Manosphäre":
Die Manosphäre: viel mehr als Frauenfeindlichkeit, Wut und Extremismus
Was genau ist die Manosphäre? Und warum sind manche Leute so fest entschlossen, Männer, die sich online vernetzen, als etwas Unheimliches darzustellen?
Glaubt man bestimmten Medienkommentatoren, feministischen Aktivistinnen und Akademikern, handelt es sich um ein gefährliches Ökosystem aus Frauenfeindlichkeit, Radikalisierung und wütenden jungen Männern.
Was für ein außerordentlich enges, irreführendes und voreingenommenes Bild!
Die kürzlich ausgestrahlte ABC-Serie "The State of Man" veranschaulicht das Problem. Indem sie sich auf umstrittene Influencer, schädliche Algorithmen und extremes Verhalten konzentriert, übersieht sie weitgehend die gewöhnlichen, konstruktiven Gründe, aus denen sich Millionen Jungen und Männer online vernetzen.
Die Wirklichkeit ist breiter, unübersichtlicher, komplexer und häufig sehr viel positiver.
Streng genommen bezeichnet der Begriff Manosphäre sich überschneidende Gemeinschaften, die sich mit Männlichkeit, Männerrechten, Partnersuche und dem Verhältnis der Geschlechter befassen, darunter auch einige umstrittene Subkulturen. Zunehmend wird der Begriff jedoch auf ein viel größeres Universum männerorientierter Online-Gemeinschaften angewandt.
Man bedenke die außergewöhnliche Bandbreite dieses Universums:
GESUNDHEIT & FITNESS: Krafttraining, Ernährung, Sport, körperliche Entwicklung, Disziplin und gesunde Lebensführung.
PSYCHISCHE GESUNDHEIT: Suizidprävention, Resilienz, seelisches Wohlbefinden, Überwindung von Suchterkrankungen, Unterstützung bei Traumata und Überwindung von Einsamkeit.
BRUDERSCHAFT: Männerfreundschaften, Mentoring, Ermutigung, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, offen zu sprechen, ohne verurteilt zu werden.
VATERSCHAFT & FAMILIE: bessere Väter, Ehemänner und Partner werden, Kinder unterstützen, Trennungen bewältigen und Familien stärken.
PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG: Bildung, Lesen, Beruf, Finanzwissen, Unternehmertum, Motivation und Verantwortung.
MÄNNERRECHTE: Benachteiligungen von Männern in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Suizid, Obdachlosigkeit, Arbeitssicherheit, Strafjustiz und Familienrecht angehen.
GLAUBE & SINN: spirituelles Wachstum, moralischer Charakter, religiöse Brüderlichkeit, Dienst am Nächsten, Opferbereitschaft und Sinnfindung.
BEZIEHUNGEN: Partnersuche, Selbstvertrauen, Zurückweisung, Intimität, Kommunikation und der Aufbau erfüllender Beziehungen.
FÄHIGKEITEN & INTERESSEN: Technik, Gaming, Handwerk, Autos, Outdoor-Abenteuer, Geschichte, Philosophie und unzählige gemeinsame Leidenschaften.
POSITIVE MÄNNLICHKEIT: Mut, Kompetenz, Stoizismus, Führungsstärke, Stärke, Beschützen, Verantwortung und positive Vorbilder.
Natürlich gibt es auch Red-Pill-Gemeinschaften, Pickup-Artists, Incel-Foren und andere umstrittene Subkulturen. Manche von ihnen verbreiten tatsächlich schädliche Frauenfeindlichkeit, Ausbeutung, Groll oder Extremismus. Diese Schäden verdienen eine kritische Prüfung. Sie sollten aber niemals das Gesamtbild bestimmen. Ebenso wenig sollten wir Kritik am Feminismus mit Frauenhass verwechseln, traditionelle Werte mit Extremismus, männlichen Ehrgeiz mit Aggression oder einsame junge Männer mit gefährlichen Radikalen.
Die Manosphäre ist kein monolithischer Block. Ihre Gemeinschaften sind sich oft zutiefst uneinig (ganz ähnlich wie beim Feminismus). Und wir sollten uns an etwas Grundlegendes erinnern: Männer suchen diese Gemeinschaften häufig deshalb auf, weil ihnen anderswo etwas Wichtiges fehlt. Freundschaft. Sinn. Anerkennung. Orientierung. Zugehörigkeit. Hoffnung.
Australische Männer stehen vor ernsthaften Herausforderungen, darunter eine Suizidrate, die 3,1-mal so hoch ist wie die von Frauen, schlechtere Bildungsergebnisse, eine kürzere Lebenserwartung und erhebliche soziale Isolation. Warum sollten sie nicht bei anderen Männern Unterstützung, Antworten und Inspiration suchen? Wenn sich dagegen Frauen online vernetzen, um über ihre Herausforderungen, Ziele und Rechte zu sprechen, feiern wir das in der Regel als Empowerment und Solidarität. Warum sollten Männer anders behandelt werden?
Die ABC-Serie "The State of Man" hat einige berechtigte Gefahren im Netz benannt, doch durch ihre selektive Darstellung ist ihr ein Großteil dieses größeren Bildes entgangen. Algorithmen können schädliche Inhalte verstärken. Kommerzielle Influencer können Unsicherheit ausnutzen. Diese Probleme verdienen Aufmerksamkeit im gesamten digitalen Ökosystem, und zwar für beide Geschlechter. Moralische Panik, Sensationsgier und ideologische Vorurteile sind jedoch kein Ersatz für Belege, Empathie und Verständnis.
Vielleicht ist es manchen Aktivisten unangenehm, wenn unabhängige männliche Stimmen etablierte Geschlechternarrative infrage stellen. Was auch immer die Erklärung sein mag: Männliche Verbundenheit zu dämonisieren ist zutiefst kontraproduktiv. Männliche Solidarität ist keine Frauenfeindlichkeit. Männlicher Ehrgeiz ist kein Extremismus. Jungen und Männer zu unterstützen ist kein Angriff auf Frauen.
Gesunde Männergemeinschaften helfen Männern, stärker, weiser, gesünder, fähiger und verantwortungsbewusster zu werden und weniger allein zu sein. Und wenn es Männern gut geht, profitieren auch Frauen, Kinder, Familien und die Gesellschaft. Feiern wir das Positive. Treten wir dem Schädlichen entgegen. Respektieren wir die Vielfalt. Und hören wir auf, Männer, die einander unterstützen, als Bedrohung zu behandeln.
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