Freitag, Juli 17, 2026

Neue Zürcher Zeitung zum Hass auf Männer: "Ein faschistioder Alptraum"

1. In der Neuen Zürcher Zeitung kommentiert Thomas Ribi den Männerhass unserer Zeit. Ein Auszug:

Was ein Mann ist, darüber muss man offenbar nicht lange diskutieren. Ein Mann ist ein Mann. Und damit meint man meist: ein dominantes, aggressives und emotional unterentwickeltes Wesen. "Toxische Männlichkeit" lautet der Befund: Gemeint sind damit Menschen, die Frauen betatschen, Probleme mit Gewalt lösen und sich selbst überschätzen.

(…) In ihrem Buch über den Pelicot-Prozess räumt die französische Philosophin Manon Garcia ein, natürlich glaube niemand, dass alle Männer "so" seien. Aber dann kommt’s: Alle Männer, schreibt Garcia, nähmen an Ritualen teil, bejahten Werte und schätzten Verhaltensweisen, die es ermöglichten, "dass normale Männer losziehen und eine Frau vergewaltigen, die sie nicht kennen und die sich offensichtlich im Koma befindet".

Welche Rituale, welche Werte, was für Verhaltensweisen? In die Details geht Garcia nicht. Wozu auch, bei genauer Betrachtung würde der Schluss vom Einzelfall auf die allgemeine Gesetzmässigkeit in sich zusammenfallen. Und taktisch ist es allemal geschickter, die Männer in Sippenhaft zu nehmen, als zu differenzieren. Effektvolle Behauptungen lassen sich politisch besser verkaufen als begründete Schlüsse.

Am Ende stützt sich Garcia auf den Begriff der "rape culture". Das in den siebziger Jahren in der amerikanischen Frauenbewegung entwickelte Konzept postuliert, dass die modernen westlichen Gesellschaften sexuelle Gewalt zwar offiziell ächteten und sie gesetzlich verböten. Tatsächlich aber werde Vergewaltigung banalisiert, entschuldigt und damit letztlich gefördert. Männer seien kollektiv schuldig. Und dass sie schuldig seien, ohne sich dessen bewusst zu sein, mache die Sache nur umso schlimmer.

Manon Garcia ist mit dieser Auffassung nicht allein. In den sozialen Netzwerken sind Hashtags wie #allmen, #MenAreTrash oder #AllMenArePigs seit Jahren allgegenwärtig, Frauen zeigen sich entsetzt, wenn sie mit einem Jungen schwanger sind. Das ist nicht so ironisch gemeint, wie es sich gibt. Und die Vorstellung der Gesellschaft, die sich dahinter verbirgt, malt man sich besser gar nicht aus.

Ende der sechziger Jahre propagierte die feministische Aktivistin Valerie Solanas die Idee einer Gesellschaft ohne Männer. In einem Traktat, den sie 1967 publizierte, bezeichnete sie die Vernichtung von Männern als gute Tat. Männer hätten kein Lebensrecht, schrieb sie. In ihrer Idealgesellschaft der Zukunft sollte die "Babyproduktion" im Labor stattfinden. Dann würden nur vollkommene Lebewesen entstehen und "psychische Leiden wie Maskulinität" ebenso der Vergangenheit angehören wie Krankheiten, Regierungen, Geld und Arbeit.

Ein faschistoider Albtraum, von dem Solanas umgehend behauptete, er sei als Satire zu verstehen. Alles nicht so ernst gemeint. Das möchte man hoffen. Wenn einer der weltweit grössten Fachverbände von Psychologen das Mannsein als Zustand charakterisiert, der nach Therapie verlangt, und Frauen es öffentlich bedauern, wenn sie Buben zur Welt bringen, fühlt man sich an Valerie Solanas’ Visionen erinnert. Die Debatte darum, was Mannsein heisst, ist so verfahren wie noch nie. Die Genderdebatte verbeisst sich in Stereotype, die sie selbst geschaffen hat.




2. "Die Linke hat ein Problem mit Jungen und Männern" titelt das britische Magazin "Spectator". Der Großteil des Artikels stand so oder ähnlich schon etliche Male auf Genderama.



3. Die Leipziger Volkszeitung berichtet über einen neuen Fall im Zusammenhang mit einem Problem, das auch schon etliche Male auf Genderama angesprochen, ansonsten aber weitgehend ignoriert wird, weil es nicht in die Kiste mit den Geschlechterklischees passt: Mädchengewalt.

Rund um die dramatischen Ereignisse beim Jugendnotdienst Leipzig (JND) taucht in einem Polizeischreiben ein Vorfall auf, der selbst gestandene Beamte schockiert. Eine Gruppe von vier jungen Mädchen, die alle beim JND untergebracht waren, hat einen 86-Jährigen in Grünau brutal überfallen. (…) Der Mann wurde am späten Abend beim Verlassen der Sparkasse in der Kiewer Straße von hinten angegriffen, nachdem er Geld abgehoben hatte. Gegenüber den Beamten hätten die Mädchen mit ihrer Tat geprahlt und sich über die Situation belustigt, heißt es in dem Polizeischreiben aus dem Revier Südwest.

Nun wird wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, denn die Mädchen wollten nicht etwa das Geld des Mannes erbeuten. "Als Motivation für die Tat wurde (…) freiweg angegeben, mal einen Alten am Boden kriechen sehen zu wollen." Eine kritische Reflexion der eigenen Handlung sei hier nicht zu erwarten. In dem Polizeischreiben wird weiter ausgeführt: "Ein solches Maß an Verrohung ließ selbst uns erschrocken zurück. Es wird eingeschätzt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ein solches skrupelloses Agieren tödliche Verletzungen bei einem Opfer hervorrufen wird. Gleichzeitig ist an diesem Beispiel sichtbar, dass die bisherigen Bemühungen aller Behörden wirkungslos sind, wenn die Täterinnen keinerlei Scheu vor dem Staat zeigen und auch schwere Straftaten als selbstverständlich mitteilen (wohlwissend, dass ihnen gar nichts passiert)."

Alle vier Mädchen seien der Polizeidirektion Leipzig "hinreichend bekannt", erklärt Polizeisprecher Olaf Hoppe auf Anfrage. Zum einen aufgrund von Suchen nach Vermisstenanzeigen, aber auch wegen "verschiedener Handlungen mit Schwerpunkt im Jahr 2026, die unterschiedliche Tatbestände des Strafgesetzbuches erfüllen". Von einer Bande könne allerdings keine Rede sein. "Die Handlungen wurden teils allein, teils in wechselnder Zusammensetzung begangen."

Hintergrund im konkreten Fall: Von den vier Mädchen war zum Tatzeitpunkt nur eines 14 Jahre alt – und damit ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Die drei anderen waren jünger. Zwar werden auch sie befragt und vorgeladen. Man kann sie aber nicht strafrechtlich belangen; Konsequenzen sind nur im Rahmen ihrer Betreuung möglich.




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