Dienstag, Juli 14, 2026

"Jennifer-Rostock"-Sängerin: "Ich stelle keine Cis-Männer mehr ein"

1. Jennifer Weist, Sängerin und Frontfrau der deutschen Rockband "Jennifer Rostock", erklärt, Cis-Männern keinen Job mehr zu geben. Diese nicht-transsexuellen Männer nähmen in der Musikbranche ohnehin schon viel Raum ein. Dieses Statement der Sängerin wird von einigen kritisiert, von anderen als "Klartext" gefeiert.



2. Bundesfrauenministerin Karin Prien will unterhaltssäumigen Vätern den Führerschein entziehen. Der Kinderbeauftragte der SPD-Bundesfraktion, Truels Reichardt, hält wenig davon: "Ich sehe das kritisch, weil am Ende geht es ja auch darum, dass wir möchten, dass die Väter Erwerbseinkommen erzielen", sagte er. Da sei der Führerschein oft eine Voraussetzung. Die meisten unterhaltssäumigen Väter zahlen nicht, weil sie das Geld nicht haben.



3. Ein Schweizer Freibad lässt keine Frauen ein. Der Stimmung unter den Badegästen tut das wohl:

"Hier muss man sich nicht so aufspielen«, sagt etwa Finanzanwalt Chris, "es ist relaxter, als wenn auch Frauen hier wären." Sein Anwaltskollege sagt: "Hier wird man von den Frauen für einmal nicht mit den Augen ausgezogen!", und lacht. Die drei Architekten geben ihnen recht: "Hier muss niemand ein Sixpack haben", sagt einer, "die ganzen aufgeblasenen Typen kommen hier sowieso nicht hin, weil es keine Frauen gibt, für die man posen kann." Sie lachen.




4. Auch die Neue Zürcher Zeitung beurteilt das Männermanifest der Grünen kritisch:

In linken Kreisen gilt der Mann schon lange als Problemfall. Nicht etwa nur, weil er möglicherweise falsch erzogen wurde und breitbeiniges Auftreten verwechselt mit Autorität. Sondern schon aufgrund seiner vermeintlichen Wesensmerkmale. Er ist aggressiv und damit latent gewalttätig, er ist laut und damit latent verletzend, er ist rücksichtslos und damit latent asozial.

Dieses Denken ist auch unter Grünen verbreitet. Unvergessen, wie die frühere Bundessprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, sich einmal lustig machte über Männer, die sich an Silvester mit Böllern die Finger abgesprengt hatten. Die könnten dann, schrieb sie, zumindest keine Frauen mehr schlagen. Dafür entschuldigte sie sich später. Doch zeigt der Beitrag exemplarisch, wie tief bei einigen die Verachtung reicht.

All das hat politische Folgen, vor allem für junge Männer. Bei der vergangenen Bundestagswahl war die beliebteste Partei unter ihnen mit grossem Abstand die AfD, mehr als 25 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wählten sie. Das Wahlergebnis für die Grünen hingegen brach in dieser Altersgruppe um mehr als acht Prozentpunkte ein, von 19,7 auf 11,1 Prozent. Wer Männer pauschal unter Verdacht stellt, muss sich nicht wundern, wenn sie sich abwenden.


Das von vielen Klischees geprägte "Männermanifest" sei keine Lösung:

Selbst dieser missratene Versuch, sich breitere männliche Wählerschichten zu erschliessen, stiess auf Widerstand. Parteiinterne Kritiker waren entsetzt. Sie befürchteten, damit Frauen zu verschrecken. Offenbar fühlen sich grüne Wählerinnen schon herausgefordert, wenn Männer mit definiertem Oberkörper geneigt sein könnten, ihre Stammpartei zu wählen.

Das passt ins Bild. Eine Untersuchung vor einigen Jahren ergab, dass Grüne von allen deutschen Parteien das geschlossenste Wählermilieu haben, weit homogener noch als die AfD. Man bleibt unter sich, man pflegt den gleichen Lebensstil, man hat die gleiche Wärmepumpe. Andere Lebensentwürfe stören da nur, egal wie kompatibel sie mit der Politik eines Robert Habeck sein mögen.

(…) Die Grünen müssen erkennen, wann sie damit angefangen haben, ein verzerrtes Bild vom männlichen Geschlecht zu verbreiten. Erst wenn sie ihr grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Mann überwinden, können sie ihn ausserhalb ihres Milieus erreichen.


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