Neue Studie erklärt Gehaltsunterschied
1. Warum verdienen Frauen mitunter immer noch weniger als Männer? Genderama hat auf zahlreiche Gründe hingeiwesen, die mit der Verschwörungstheorie eines "frauenhassenden Patriarchats" nichts zu tun haben. Eine aktuelle Untersuchung hilft dabei:
Eine Studie der Rockwool Foundation Berlin zeigt: Männer setzen externe Jobangebote gezielter ein, um beim aktuellen Arbeitgeber mehr Gehalt zu fordern. Frauen wechseln dagegen häufiger komplett den Job.
Die Forscher sprechen von einer "Nachverhandlungslücke". Am Beispiel Schwedens – einem Land mit starker Gleichstellungspolitik – stellten sie fest: Männer verdienen bei identischer Tätigkeit rund 8 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Etwa die Hälfte dieser Differenz lässt sich allein durch das unterschiedliche Verhandlungsverhalten erklären.
Die Qualität externer Jobangebote und die Wechselhäufigkeit sind bei beiden Geschlechtern ähnlich. Der entscheidende Unterschied: Männern gelingt es wesentlich besser, diese Angebote in Gehaltserhöhungen umzumünzen – ohne den Arbeitgeber zu wechseln.
Dieser Mechanismus zementiert das Lohngefälle, selbst in Branchen mit vergleichbaren Qualifikationen und Leistungen. Die Forscher sehen darin einen zentralen Faktor für das Fortbestehen des Gender Pay Gaps.
2. In Hamburg hängen jetzt Anti-Nuhr-Plakate.
3. Die Legal Tribune hat sich die Urteilsbegründung angesehen, die offenlegt, warum Konstantin Wecker vor Gericht gegen die Süddeutsche Zeitung gesiegt hat, die in einem Artikel Weckers Beziehungen zu jüngeren Frauen skandalisierte. Ein Auszug:
Die von der Münchner Medien- und Tech-Kanzlei Lausen Rechtsanwälte vertretene SZ hatte argumentiert, dass sich Wecker in der Vergangenheit als "Anarchist" oder "Feminist" bezeichnet habe und das in Widerspruch zu den geschilderten Intimbeziehungen stehe.
Die Kammer folgte dem nicht: Ein Feminist "setzt sich nach allgemeinem Begriffsverständnis für gleiche Rechte und Privilegien von Frauen in Gesellschaft, Politik, Familie und Arbeitswelt ein", ein Anarchist lehne die Herrschaft von Menschen über Menschen als Form der Unterdrückung von Freiheit ab. "Wieso diese Haltungen in Widerspruch zu einvernehmlichen sexuellen Beziehungen zwischen älteren Männern zu erheblich jüngeren Frauen stehen sollen, haben die insoweit darlegungs- und beweisbelasteten Antragsgegner weder darzulegen noch glaubhaft zu machen vermocht", heißt es in dem Urteil.
Auch stünden weder Weckers künstlerisches Wirken noch seine Aussagen im Zuge der "MeToo"-Debatte 2020 zu den geschilderten Beziehungen in Widerspruch. "Die dem Antragsteller von den Antragsgegnern zu Last gelegten Beziehungen zu jüngeren Frauen betreffen keinen ‚MeToo‘-Sachverhalt", so das Gericht. Diese seien "von fehlender Einvernehmlichkeit geprägt und betreffen Geschehen, in denen Frauen Opfer von sexuellem Missbrauch, sexueller Belästigung, Nötigung oder Vergewaltigung geworden sind", so das Gericht unter Bezugnahme auf eine Definition des Center for American Progress. Dies werde Wecker aber auch von der SZ nicht vorgeworfen.
Doch auch wenn man das anders sehen und "MeToo" begrifflich auch auf Fälle der "Ausnutzung informeller Machtgefälle" ausdehnen wolle, fielen die von der SZ berichteten Intimbeziehungen nicht darunter. Anders als die SZ meint, habe sich Wecker nicht "über körperliche und emotionale Grenzen hinweggesetzt", da die Beziehungen freiwilliger Natur gewesen seien und es zum Teil sogar über einen längeren Zeitraum zu einvernehmlichem, wiederholtem Sex gekommen sei.
Schließlich stehe Wecker nach so vielen Jahren auch ein Recht auf Vergessen zu. Dieses, so das Gericht, könnte sogar Mördern zustehen; Wecker hingegen werde nicht einmal eine Straftat vorgeworfen.
(…) Weckers Anwalt Dominik Höch begrüßt das Urteil. In der SZ würden auf dem Rücken eines kranken Menschen Äußerungen aus dem Privatleben ausgebreitet. Aus Sicht von Herrn Wecker und seiner Familie stellt die Entscheidung eine Genugtuung dar und ein Zeichen, dass auch prominente Künstler nicht Freiwild für journalistische Auswüchse sind. Die Methoden der SZ seien von gewissen Boulevard-Medien nicht weit entfernt.
4. Das feministische Lager fordert, dass Männer mehr gefühle zeigen sollten, aber wenn es geschieht, hagelt es Häme. Das Blog Apokolokynthose zerpflückt einen entsprechenden Artikel der "taz".
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